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III. Der Weg des Beamten. Herkunft, Erziehung, Individualismus, Scheidewege, Mimicry

Full text: Berliner Beamte / Clerk, ...

III. Der Weg des Beamten.

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netten Handlungen verführt. Besonders die Großstadt mit ihren vielen Genüssen ist ein Strudel, in denen Beamte versinken, die nicht genug moralischen Egoismus besitzen. Hier liegen Klippen, die das Schifslein des Be-amtenlebens arg gefährden. Es brauchen nicht einmal rohe Genüsse zu sein, die ihn zu Vergehen im Amte treiben.

Aber die Großstadt wirft so viel Reize jeder Art in die menschliche Seele, die nur günstigen Boden zu finden brauchen, um Handlungen zu zeitigen, die in der Kleinstadt nicht möglich sind.

Immerhin nur für wenige Individualitäten sind diese Versuchungen vorhanden.

Viel größer aber ist die Zahl derer, in denen die jähre- und jahrzehntelange (Erfüllung immer wieder derselben Pflichten und das Bewußtsein, niemals eine wirkliche produktive Arbeit leisten zu dürfen, ein Insuffizienz-gefühl erzeugt, das zu mechanischer Dienstgebarung oder gar zu neurasthmischen Erscheinungen führt, die keinesfalls durch dienstliche Überanstrengung herbeigeführt sind.

Gerade für den Beamten ist es darum nötig, Leib und Seele frisch zu erhalten und die Zeit mindestens ist ihm dazu gegeben.

Und gerade die Großstadt wieder bietet zahllose billige Gelegenheiten zu geistiger Auffrischung und auch körperlicher Kultur, die also dem Großstadtbeamtenleben zugute kommen.

Das Insuffizienzgefühl vor allem ist es, das im Beamten leicht jene Eigenheiten ausbildet, die man als speziell bureaukratisch verspottet: gewisse Pedanterie in
        
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