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III. Der Weg des Beamten. Herkunft, Erziehung, Individualismus, Scheidewege, Mimicry

Full text: Berliner Beamte / Clerk, ...

26 Großstadt-Dokumente Bd. 43. Berliner Beamte.

sprüchen an die Willenskraft, die allmählich wachsende Orientierung im Dienst, der Verkehr mit den Genossen, das gemeinsame Interesse mit ihnen geben dem Leben des jungen Beamten bald einen ganz gesunden Inhalt.

Immer aber bleibt ein innerer Zwiespalt noch lange bestehen. Der junge Beamte muß eines Tages einsehen, daß seinem Ehrgeiz und seiner Arbeit eine bestimmte Grenze gesetzt ist, die er nicht übersteigen kann. Arid hier beginnt seine Haupterziehung.

Er darf nicht daran denken, über sein Amt hinauswachsen zu wollen. Er muß sich beschränken lernen, den Kreis seiner Pflicht umschreiben, wie ein Uhrzeiger — an demselben Punkt immer wieder anzulangen. And das ist der Augenblick, der gefährlich ist.

Hier ereignen sich die inneren Wendungen und oft auch die Katastrophen in den jungen Beamtenseelen.

Geistiger Hunger treibt sie zu Studien, die fernab von ihren: Berufe liegen. Künstlerische Anlagen brechen hervor und fühlen sich von der Atmosphäre der Kanzlei-stube angewidert.

In diesem Stadium entspringt gar mancher dein Bezirk der Beamtenhierarchie. Mancher davon geht vor die Hunde. Die Auslese aber gelangt wirklich zu einen: Leben, wo sie sich und andern höhere Werte schaffen, als sie als Beamter hätten schaffen können. And dann hatten sie recht.

Andere aber werden durch den erworbenen oder angeborenen Hang zum Lebensgenuß, den sie im bescheidenen Beamtenstand nicht stellen können, zu krimi-
        
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