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II. Berufsbewusstsein - nicht Standesbewußtsein. Bureaukratie, Spezialistentum, Unbefriedrigung, Persönlichkeit

Full text: Berliner Beamte / Clerk, ...

16 Großstadt - Dokumente Bd. 43. Berliner Beamte.

tragen würde etwa durch gesetzlich zugelassene Berufs-vertretungen.

Der Beamte soll zunächst nicht mehr unterscheiden zwischen Dienst und Privatleben. Wer das tut, sollte überhaupt dem Beamtentum fernbleiben.

Es gibt genau wie bei dem Offizier, der immer nur Offizier ist, eine Auffassung auch des Beamtentums, die den Beamten über den Fachmenschen erhebt. Die ihm möglich macht, nicht nur im Dienst, sondern auch außerhalb des Dienstes auf der Grundlage seines Berufes ein lebendiges Glied des Volkes zu bleiben.

Die intellektuellen und moralischen Qualitäten und die psychischen Energieen des Beamtentums können durch die schematiche und vielfach spezialistische Beschäftigung im Berufe nicht voll ausgenutzt werden. Die Folge ist ein inneres Unbefriedigtem des Beamten selbst. Jene Kräfte aber zunächst einmal in Beziehung aus den eigenen Beruf zu sammeln, wäre die erste Aufgabe.

Die Berufsarbeit des Arztes, des Rechtsanwalts, des Handwerkers, des Industriellen und in naher Zukunft vielleicht auch des Arbeiters findet eine Standesvertretung in gesetzlichen Berufsvertretungen. Gs sind ja das alles freie Berufe im Gegensatz zu dem abhängigen des Beamten.

Es wäre aber erwünscht, daß auch der Beruf des Beamten in solchen Körperschaften seine sichtbare Vertretung fände, deren Befugnisse gesetzlich abzugrenzen wären.

Diese Frage einer Berussvertretung als Hebel für die sittliche, soziale und individuelle Auffassung des Be-
        
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