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II. Berufsbewusstsein - nicht Standesbewußtsein. Bureaukratie, Spezialistentum, Unbefriedrigung, Persönlichkeit

Full text: Berliner Beamte / Clerk, ...

Von einem Berufsbewußtsein kann man nur da 
sprechen, wo alle Träger eines Berufes sich einer sitt¬ 
lichen, sozialen und individuellen Auffassung ihres Be¬ 
rufes bewußt sind. 
Das Walten eines solchen Berufsbewußtseins würde 
es ermöglichen, daß sich das ganze Beamtentum des 
Staates zu einem Block zusammenschließt, der wie das 
OfsizierKorps als Eckpfeiler der Staatsordnung wirken 
müßte. 
Es liegt wieder nicht nur an der Obrigkeit, wenn 
ein solcher Zusammenschluß noch nicht eingetreten ist. Die 
gleichmäßige Abstufung der Besoldungen durch die Be¬ 
amtenkörper aller Staatsressorts ist in der Durchführung 
begriffen. Die leidige Eifersucht zwischen den Angehörigen 
verschiedener Ressorts wird dadurch beseitigt werden. 
Wenn selbst jetzt ein Zusammenschluß nicht erfolgt, 
so könnte es nur daran liegen, daß das Beamtentum 
für solchen Zusammenschluß nicht reif ist. 
Das moderne Beamtentum hat die Pflicht, sich auf 
seine soziale, sittliche und individuelle Mission zu besinnen, 
das Bureaukratentum, das in unsere Zeit nicht mehr 
hineingehört, ganz abzustoßen und sich ein Berufsbewußt¬ 
sein im höheren Sinne zu bilden. 
Es ist zu hoffen, daß mit dem Augenblick, wo ein 
solches Bewußtsein in diesem Sinne seine ersten Lebens¬ 
zeichen von sich gäbe, auch die Obrigkeit ihm Rechnung
        
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