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I. Einleitung. Großstadt und Beamter. Beamter und Obrigkeit. Amt und Privatleben. Der Wirtschaftsbetrieb. Der Wille zum Beruf.

Full text: Berliner Beamte / Clerk, ...

I. Einleitung.

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Es Kann aber gerechter Weise nicht verkannt werden, daß diese Sehnsucht nach wirtschaftlicher Aufbesserung in dem Leben des Beamten stark im Vordergründe steht. Aber der Grund liegt nicht ausschließlich in der vielfach bescheidenen Besoldung.

Der Grund liegt auch darin, daß der Wille zum Beamtenberuf von vornherein zu sehr bestimmt wird von der rein wirtschaftlichen Frage.

Der Wille zum Beruf soll immer getragen sein auch von einer sittlichen, sozialen und individuellen Auffassung seiner Eigenarten. Diese Auffassung aber ist vielfach gar nicht mehr zu verspüren.

Auch der Beamte soll seine Arbeit im Zusammenhang mit dem Leben der Zeit begreifen. Er soll sich nicht zur Maschine herabwürdigen. Er soll die unsichtbaren Fäden sehen, die seine stille Schreibstubenarbeit mit der Arbeit des Volkes verknüpfen. Nur das kann ihn davor behüten, unzufrieden zu sein mit seiner vielleicht einseitigen Arbeit und einer vielleicht schmalen Bezahlung.

Das wird ihn aber auch alsbald dazu bringen, sein Leben auszubauen, nicht nur nach der materiellen Seite, sondern auch nach der idealen.
        
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