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I. Einleitung. Großstadt und Beamter. Beamter und Obrigkeit. Amt und Privatleben. Der Wirtschaftsbetrieb. Der Wille zum Beruf.

Full text: Berliner Beamte / Clerk, ...

10 Großstadt-Dokumente Bd. 43. Berliner Beamte.

Das moderne Beamtentum darf nun nicht in die Gefahr geraten, seine Ausgabe und Pflicht etwa lediglich doch als Erfüllung eines Arbeitsvertrages aufzufassen.

Das Anschwellen der Behörden, die wachsende Arbeitsteilung, die den vielseitig ausgebildeten Beamten einseitig beschäftigt, die Lockerung der menschlichen Beziehungen, besonders in der Großstadt, zwischen der Dienstleitung und dem Individuum des Beamten führen den Zustand herbei, daß der Beamte in einer pflichtmäßigen Ausführung des Dienstaustrages seine Ausgaben erfüllt sieht. Er taucht im übrigen als Privatmann in die Masse unter, lebt bestenfalls seinen Liebhabereien und kommt sogar vielfach dazu, in einem öden Wirtshausleben aufzugehen, soweit ihm die dienstfreie Zeit und sein Familienleben dies gestatten.

Es ist begreiflich und menschlich, daß ihn daneben dauernd der Wunsch bewegt, seine wirtschaftliche Lage aufgebessert zu sehen. Und es ist ebenso begreiflich, daß die Tatsachen immer etwas hinter seinen Wünschen zurückbleiben.

Das Wort vom unzufriedenen Beamten ist deshalb sicher nicht unberechtigt Aber es wäre ungerecht, ein Merkmal für den Beamten darin zu sehen und ihm materielle Gesinnung zu unterstellen. Gs sind sicher auch ideale Gründe, die ihm den Wunsch nach wirtschaftlicher Ausbesserung eingeben. Das Bestreben, seinen Kindern eine anständige Erziehung geben zu können und der Wunsch, unbeirrt von wirtschaftlichen Sorgen seine Arbeit tun zu können.
        
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