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IX. Theaterschulen

Full text: Berliner Theater / Turszinsky, Walter

IX. Theaterschulen

(Ss ist gewißlich wahr, daß sich um die rationelle Zurichtung der Berliner Vühnentalente eine große Anzahl wohlerfahrener Lehrer bemüht. Eine ganze Menge unserer ersten Schauspieler, wie zum Beispiel der Charakterdarsteller des Königlichen Schauspielhauses, Dr. Max Pohl, früher auch sein heiterer Kollege Arthur Vollmer usw., helfen ihren großen Eagenbezügen des weiteren auf, indem sie begabte Novizen in recht kostspieligen Stunden über die Feinheiten der Sprech- und Vortragskunst aufklären. Auch Schauspieler und Schauspielerinnen „a. D." halten sich in dieser Form über Wasser. Sie sind billiger zu haben — es bedarf keines Zehnmarkstücks, um sie für den Zeitraum einer Stunde zu gewinnen, sondern zuweilen tut's schon die Hälfte —: aber sie sind weit wahlloser bei der Annahme ihres Schülermaterials und lassen, mit weniger Rücksicht auf die im Bühnen-berufe immer höher steigende Ueberproduktion als auf die eigene Kasse, oft genug ein Vierteltalentchen durchschlüpfen, das vor ihrem geschulten Auge durchaus keine Zukunftsaussichten hat. Ein wenig stärkere Garantie — die stärkste geben immer jene „Stars", die sich ihre Offenheit und Gründlichkeit freilich auch bezahlen lassen — bieten die „Schauspielschulen", die sich unter der Obhut älterer Darsteller auftun, aus aktiven Künstlern, Theaterhistorikern und zur Dis-Position gestellten Vühnenveteranen ein Lehrerkollegium bilden und in ihrem Lehrplan praktische und theoretische Uebungen, technisches und geistiges Eindringen in den Geist der Bühne, kurz, alles 'das umfassen, was sich beim Theater mit Begabung und
        
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