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II. Die Berliner Theater und die Kunst

Full text: Berliner Theater / Turszinsky, Walter

II. Die Lerlmer Theater und die Luvst

Jegliche dramatische Kunstübung und jegliche Kunststätte, die ihr Quartier gibt, wird ihre besten Kräfte aus der Vielfältigkeit und Vielseitigkeit dessen herausholen können, was sie leistet. Nur wo die zahlreichen Strömungen, die den Geist der Zeit mit dem Wesen der Kunst verbinden, durchweg ihre edle Spiegelung finden: wo das Wirkliche und das mehr als Wirkliche, der herbe und der heitere Konflikt gleichmäßig veranschaulicht werden dürfen, erfüllt die Schaubühne ihren höchsten und heiligsten Endzweck: ein Sprachrohr und ein Porträt des geistigen und sachlichen Inhalts dieser Tage zu geben. Damit auch die Phantasten nicht zu kurz kommen: jener Niederschlag der Zeitstimmung wird in seine Ebene von selbst geistige, moralische, ethische Ueberbleibsel aus früheren Tagen und Zukunftshoffnungen mit einbegreifen müssen. Für diese Universalität, die bei jeder wertvollen Bühne um eine reichhaltige und umfassende Auslese aus dem internationalen Stückevorrat vervollständigt werden muß, wird — leidlich modernisiert — das Repertoire des gegenwärtigen Burgtheaters in Wien ungefähr maßgebend sein können. Aber auch die andern größeren Provinztheater erreichen in ihrem Spielplan das Ideal der Vielseitigkeit weit eher als jede Berliner Bühne: verstehen es dabei trotzdem, was den kleineren provinziellen Konkurrentinnen vor einem beschränkten Publikum natürlicherweise nicht gegeben ist, ihre Arbeit darstellerisch und szenisch-technisch sauber und glatt zu gestalten. Aehn-liche vielseitige Bestrebungen sind in Berlin — bis
        
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