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XI. Der deutsche Bühnenklub

Full text: Berliner Theater / Turszinsky, Walter

106 Großstadt-Dokumente Vd. 29. Berliner Theater.

pamt ist nicht so leicht zu erhalten; kurz, die Außen-^er muffen zur Unterstützung heran. Darüber Netze sich schließlich reden, da es ja zu Einschränkungen — •$°n ^ntere^e ber Klubmitglieder selbst — zu spät ist. Aber was wollen diese fremden Gäste, denen man m der Liste der Vereinigung immer häufiger begegnet; was wollen diese Bankiers, diese Rentiers diese industriellen unter den Schauspielern? Deren Kreise intimer an die eigenen fesseln? In die Details der darstellenden Kunst eindringen? Sich nach der eintönigen geschäftlichen Arbeit einem anderen Interessengebiet, einer leichtern Lebensart anpassen? Bewahre! Solange nicht gespielt wurde, sah man sie weit spärlicher. Erst als es bekannt wurde, daß die gänzlich spielfreien Abende im Klub seltener würden als in den Schauspielhäusern, hielten es auch die Mäcene für zeitgemäß, hierher zu eilen. Seien wir ehrlich: es muß für die Leiter des Klubs schwer sein diese Versuchung jetzt — nachträglich — zu bekämpfe^ nachdem die gefährliche Finanzlage mit Hilfe der stets wachsenden Zahl an ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern sich durchaus geglättet hat. Aber das Klublokal ist in erster Reihe für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Förderung des Schauspielerstandes gegründet worden (da nun einmal die geistige Förderung in diesem Falle gar nicht vorwärts will). Meint man so das soziale Ansehen des Berufes zu heben? Meint man, daß es den Novizen der Zunft, den jüngeren förderlich ist, wenn sie dieses Beispiel ständig vor Augen sehen, unablässig die Gelegenheit haben, auch ihre kleinen Einkünfte aufs Spiel zu setzen? Gerade wenig gefestete, durch Anlage und Beruf zur Unbeständigkeit geneigte Künstler lassen sich gern fortreißen. Es wird notwendig sein, daß gerade hier die Herren Reicher und Riefelt ihr „Quos ego!“ sprechen. Daß sie irgend eine Form finden, dem Klub wieder ein würdigeres Aussehen zu geben' Daß sie kurz und scharf diejenigen Elemente aus dem Tempel jagen, die einen durch die mühevolle Arbeit
        
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