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X. Berliner "Jüdische Theater"

Full text: Berliner Theater / Turszinsky, Walter

X. Berliner „Jüdische Theater".	99

kurze Oberleib ist in einen ausgewachsenen Spenzer geschnürt. An den wie riesige Jnsektenfühler aus den Hüftgelenken abzweigenden, steckendürren Beinen haften gleich dünnen Häuten schwarze Trikots . . . und die Finger hängen, ein kurzes Spazierrohr haltend, lose in großen, weißen Handschuhen. Und dann verzerrt sich Leib und Fratze. Die Augäpfel schieben sich schielend nach links gegen die Nasenwand. Die Wulstlippen fletschen einen breiten, von Ohr zu Ohr reichenden Spalt, über den der krumme Ast der Nase hängt. Der enge Brustkorb wächst eckig aus der Figur hervor und schnellt nach dem Musiktakt wieder zurück. Und während die Füße, nach auswärts gespreizt, voneinander klaffen, drängen sich die Knie nach innen und eng zusammen. Man schaudert, wenn dieses Monstrum über die Bühne watschelt. Und dennoch ist dieser Mann der einzige, der beinahe den Weg von, semitischen zum Deutschen Theater ge^ funden hätte . . .
        
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