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Im Paradies der Langfinger

Full text: Berliner Warenhäuser / Colze, Leo

Im jpaMiftßs ifet langfinger.

Die Warenhäuser sind das Paradies der Kleptomanen und Langfinger. Mit einem bestimmten Prozentsatz gestohlenen Gutes mutz der Etat jedes großen Warenhauses rechnen, und aus diesem Grunde hört man auch im Grunde genommen verhältnismäßig sehr wenig von Diebstählen. Man kann sich aber einen kleinen Begriff machen, wenn man hört, datz 96 Diebe allein in den letzten Tagen vor Weihnachten in den Berliner Warenhäusern abgefaßt worden sind. Und wie viele mögen in dem lebhaften Trubel durchgeschlüpft sein.

Drei sehr beliebte Werkzeuge der Spitzbuben sind der Schirm, der weite japanische oder Kimono-Aermel und der Rock. Diese drei sind sehr praktische Verstecke für gestohlene Ware. Rock oder Aermel sind meist mit geheimen Taschen versehen, in die ungeahnte Quantitäten verschwinden. Sieht man den Aermel oder Rock an einer Stelle auffällig schwer herabhängen, so kann man sicher sein, datz sich „dahinter ein Geheimnis birgt". Namentlich die Frauen haben meist an der inneren Seite des Kleiderrockes oder im Unterrock Taschen angebracht, die sie durch einen ganz unauffälligen Schlitz im Oberrock oder mittels einer sehr geschickt dort ausgesetzten Pseudo-Garnitur bequem erreichen können. Vor Juwelen - Dieben ist es natürlich am schwersten, sich zu schützen, da diese meist die Raffiniertesten, ja häufig die Genialsten von der Zunft sind. Aber auch hier schützt Vorsicht nicht immer, wie erst ein bekanntes Warenhaus im Vorjahre erfahren mutzte. Erst geraume Zeit nach dem Einkauf merkte der Verkäufer, datz der eine echte Ring heimlich durch
        
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