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Die Personalfrage

Full text: Berliner Warenhäuser / Colze, Leo

Die IMonaffcage. 
Durch die rapide Entwicklung der Berliner Warenhäuser 
ist auch die Personalfrage in ein gänzlich neues Stadium ge¬ 
rückt worden. Das ist ja auch naturgemäß, denn überall dort, 
wo große Warenhäuser gebaut worden sind, macht sich jetzt 
ein ganz anderer Bedarf an Angestellten geltend, als zur Zeit 
der kleinen und mittleren Geschäfte, deren Personal, wenn es 
hoch kam, sich aus 20 bis 30 Mann zusammensetzte. Gibt es 
doch Zeiten, in denen tausend Angestellte und mehr an einem 
Platz aus einmal für ein neues Unternehmen gesucht werden. 
So wurden seinerzeit in Berlin für die großen Geschäftspaläste, 
das Kaufhaus des Westens, G. m. b. H., am Wittenbergplatz 
und das Warenhaus der Firma A. Iandorf & Lo. am Kott- 
buser Damm fast 3000 Angestellte nötig. Eine derartige Nach¬ 
frage nach Personal hat natürlich Umwälzungen zur Folge, 
die in ihren Konsequenzen nicht übersehen werden dürfen — 
denn das ganze moderne Geschäftsleben wird von ihnen be¬ 
einflußt. Das alte patriarchalische Verhältnis zwischen Chefs 
und Angestellten hat ja schon lange aufgehört. Die Hast und 
das Eilen und Treiben fortschrittlichen Lebens und Verkehrs 
läßt keine Zeit für Gemütlichkeit; heute, wo jedermann nur 
das eine Bestreben hat, in dem zugespitzten und verschärften 
Kampfe ums Dasein nicht zu unterliegen und ins Hinter¬ 
treffen zu geraten, werden eben alle nur von rein sachlichen 
Motiven geleitet und schalten sentimentale Regungen aus. Auf 
der anderen Seite darf aber wiederum nicht vergessen werden, 
daß die praktische Sozialpolitik innerhalb des kaufmännischen
        
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