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Das Kaufhaus des Westens

Full text: Berliner Warenhäuser / Colze, Leo

Das Kaufhaus des Westens.	19

platz" stets neue Menschenmassen an das Tageslicht entläßt, wenige Minuten von der Station „Zoologischer Garten" der Fern- und Stadtbahn entfernt, gerade hier konnte ein großes Kaufhaus sicher sein, seine Wirksamkeit zu entfalten.

Wir haben an anderer Stelle bereits darauf hingewiesen, was der neue Westen mit seiner neuen Leipzigerstraße gerade in geschäftlicher Beziehung für eine Zukunft hat. Die Aufgabe rein architektonisch betrachtet, war nicht leicht. In ästhetischer Hinsicht war der neue Bau Messels am Leipzigerplatz nicht zu übertreffen. Und trotzdem!!

Es galt hier die Schaffung eines modernen Kaufhauses, das sich in seiner Gesarntanlage, seiner inneren und äußeren Durchbildung den in den Verhältnissen bedingten besonderen Zwecken anpassen und seine Sonderstellung unter den Berliner Warenhäusern auch äußerlich zum Ausdruck bringen sollte. Der Name Emil Schaudt, des bekannten Erbauers des Hamburger Bismarck-Denkmals, und der Vaufirma Boswau & Knauer gab sichere Gewähr für glückliche Lösung. Die Gestaltung der Gesamt-Inneneinrichtung der einzelnen Abteilungen der Verkaufsräume wurde nach Entwürfen, Zeichnungen und Angaben des Münchener Architekten Franz Habich ausgeführt, wobei noch besonders zu erwähnen sind: Der Erfrischungsraum und das Teezimmer, der Putzsalon, eine Anzahl Warte-, Maß- und Anprobierräume, sowie die umfangreiche Lebensmittelabteilung. — Prinzip bei der Ausstattung der inneren Einrichtung war: „Einfach vornehme, fachmännisch gediegene Ausführung in einheitlich künstlerischer Durchgestaltung in nur echtem Material (Holz, Metall und Stein) unter Vermeidung jeglichen Prunkes". Architekt Habich wurde vorn Bauherrn speziell für diese Aufgabe gewonnen und siedelte auf einige Zeit nach Berlin über, nachdem er das „Kaufhaus ^berpollinger" in Miinchen für denselben Auftraggeber architektonisch bearbeitet und ausgeführt hatte. Die Modelle zum Skulpturenschmuck an den Fassaden rühre« von Professor Wrba von der Dresdener Künsllerakademie her.

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