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Berliner Warenhäuser

Full text: Berliner Warenhäuser / Colze, Leo

16	Großstadt-Dokumente	Bd.	47. Berliner Warenhäuser.

diese verlangte, und auch hierdurch wiederum die Einkaufsbedingungen günstiger wurden.

So geschah die Umwandlung in ein Warenhaus ganz allmählich. Nach und nach wurden dann auch diese und jene fremden Branchen aufgenommen.

Als Beispiel für diese Entwicklung diene folgender Fall:

Die Firma übernahm eines Tages den Verkauf kleiner Frühstückskörbchen, die sie mit vorhandenen Spitzen selbst garnieren ließ. Diese Körbchen zeichneten sich durch die übliche Billigkeit aus, und so kam es naturgemäß, daß die Kundschaft auch andere Körbe, wie Marktkörbe usw., zu ebenfalls hervorragend niedrigen Preisen zu haben wünschte. Mit der Korb-warenfabrik, von der die Firma die Frühstückskörbchen bezogen hatte, stand sie einmal in Verbindung, und daher war es nicht Schwer, daselbst einen Auftrag auf alle möglichen Korbwaren abzuschließen, um den Wünschen des Publikums in jeder Beziehung Rechnung zu tragen. So wurde es dann ähnlich mit diesen und jenen anderen Artikeln auch gemacht, und gleichzeitig wurde mehr und mehr das Filialwesen ausgebaut. Und es wuchsen die Filialgeschäfte wie das Stammgeschäft von Jahr zu Jahr und dehnten sich weiter aus. Statt der einen Verkäuferin, die die Firma ursprünglich beschäftigte, sind heute, nachdem ein Zeitraum von 25 Jahren verflossen ist, an 6y2 Tausend Personen angestellt, eine Zahl, die sich um die Weihnachtszeit bedeutend erhöht. Und das ursprüngliche Posamentiergeschäft der Firma Hermann Tieh hat sich zu 9 Warenhäusern entwickelt, von denen die Berliner 52 verschiedene Rayons mit 35 Rayonchefs haben. Die Geschäfte der Firma H. T. außer den 3 Warenhäusern in Berlin, das jetzt als Zentrum der Organisation benutzt wird, und außer dem Stammgeschäft in ©era, befinden sich in Hamburg, Karlsruhe, München, Straßburg i. E. und Stuttgart. Der Bau des größeren Berliner Hauses in der Leipzigerstraße wurde im Jahre 1699 begonnen, und am 26. September 1900 konnte das Geschäft eröffnet werden. Das zweite Berliner Warenhaus, am Aleranderplatz
        
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