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Introduction

Full text: Berliner Warenhäuser / Colze, Leo

gemeinen anzunehmen geneigt ist. Eine sehr große Maren- 
hausfirma (A. Wertheim) hat mit verschiedenen Zweiggeschäften 
vor drei oder vier Zahren nur einen Umsatz von 33 Millionen 
Mark erreicht. Der Reingewinn, der sich außerdem noch in 
verschiedene Teile zersplitterte, betrug nur 800 000 Mark. Ein 
anderes Riesenwarenhaus, das trotzdem nur einen Umsatz von 
knapp fünf bis sechs Millionen Mark macht, die Firma H. Tietz, 
Berlin, hat seinerzeit im ersten Jahre seines Bestehens um 
Steuernachlaß petitioniert, und zwar mit Erfolg, denn es hatte 
nicht nur nichts verdient, sondern Geld zugesetzt. Das große 
Publikum schätzt die Umsätze beider Firmen auf mehr als das 
Doppelte. Wenn sich auch die Verhältnisse in diesem letzten 
Falle mit der Zeit gebessert haben, so läßt sich doch ihr Vor¬ 
handensein nicht einfach leugnen. Das größte Kaufhaus 
Berlins (Rudolph Hertzog) hat dagegen einen Jahresumsatz von 
mehr als 40 Millionen, und ich glaube sicher, daß diese Firma 
ihren Reingewinn noch nicht für das Doppelte des Gewinnes 
der vorhin genannten großen Warenhausfirma eintauschen 
würde. Schon dieses eine Beispiel zeigt, daß trotz aller Er¬ 
folge des modernen Geschäftsbetriebes in den Warenhäusern, 
das neuzeitlich geleitete Kaufhaus und Spezialgeschäft einen 
bedeutend glänzenderen Boden hat, als das Warenhaus. Die 
Spesen eines nicht mit Bankgeldern arbeitenden Institutes 
müssen ja naturgemäß auch ganz bedeutend geringer sein. 
Die großen Warenhäuser sind also keineswegs solche Gold¬ 
gruben, wie man in vielen Kreisen annimmt, und es ist deshalb 
auch nicht nötig, Angst und Furcht vor ihrer Konkurrenz zu 
haben, denn es liegt in ihrem ganzen Organismus begründet, 
daß sie keine derartigen Riefengetoinnste einheimsen, wie es 
den Anschein hat.
        
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