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Full text: Fachbrief Ethik (Rights reserved) Issue 11.2020 (Rights reserved)

FACHBRIEF NR. 11 GESCHICHTE, POLITISCHE BILDUNG, POLITIKW ISSENSCHAFT, GESELLS CHAFTSWISSENSCHAFTEN 5/6, SOZIALWISSENSCHAFTEN , WIRTSCHAFTSWISSENS CHAFTEN, GEOGRAFIE, ETHIK, PHILOSOPHIE Foto: pexels.com, CC0 (via Wikimedia Commons) Themenschwerpunkte: Lernen im Alternativszenario Präsenzunterricht und schulisch angeleitetes Lernen zu Hause (saLzH) Hinweise zum Abitur 2021 Die Fachverantwortlichen werden gebeten, den Fachbrief den unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen in geeigneter Form zur Verfügung zu stellen. Zeitgleich wird er ins Netz gestellt unter: http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fachbriefe-bln Ihre Ansprechpartnerin/Ihr Ansprechpartner in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie: Dr. Martin Brendebach: martin.brendebach@senbjf.berlin.de Redaktion: Ramona Krüger: ramona.krueger@senbjf.berlin.de Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, in diesem Fachbrief möchte ich erneut ein sehr wichtiges Thema ansprechen, das auch Gegenstand des Fachbriefes Nr. 37 für Geschichte und Politische Bildung war: den Umgang mit den Herausforderungen durch die Corona-Pandemie. Die Unsicherheit der Situation zwingt uns alle weiterhin, mindestens zweigleisig zu planen: Neben dem vorgesehenen normalen Schulbetrieb in Präsenz und ohne Abstandsregel müssen wir uns auch für das Szenario erneuter, zumindest partieller Phasen des Wechsels von Präsenzunterricht und schulisch angeleitetem Lernen zu Hause wappnen und dementsprechend vorbereiten. Für den Unterricht der Sek I schlage ich daher in diesem Fachbrief ein Modell vor, exemplarisch an einem Themenfeld ausgeführt, das nur in dem Fall zur Anwendung käme, wenn eine Schule wieder pandemiebedingt vom Normalbetrieb abweichen müsste. Ich danke Herrn Panthel und Herrn Wende (LISUM) für ihre Mitarbeit. Mit freundlichen Grüßen Dr. Martin Brendebach Inhalt: 1 2 3 Verschränkung von Präsenzunterricht und schulisch angeleitetem Lernen zu Hause ................ 3 1.1 Notwendige Vorüberlegungen ................................................................................................ 3 1.2 Anregungen für die Verzahnung von Präsenzunterricht und Lernen zu Hause ...................... 5 1.3 Auf die Lehrkraft kommt es an! ............................................................................................... 5 Verschränkung von Präsenzunterricht und schulisch angeleitetem Lernen zu Hause in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern ................................................................................ 9 2.1 Strukturen vereinbaren, Arbeitspläne transparent gestalten ................................................. 9 2.2 Aufgaben und Materialien ..................................................................................................... 10 2.3 Produkte/Lernergebnisse ...................................................................................................... 10 2.4 Kontakt und Rückmeldung ..................................................................................................... 11 2.5 Schulisch angeleitetes Lernen zu Hause (saLzH) – ein Modell für das Fach Politische Bildung 11 2.6 Schulisch angeleitetes Lernen zu Hause (saLzH) – ein Modell für Geografie ........................ 14 2.7 Schulisch angeleitetes Lernen zu Hause (saLzH) – ein Modell für Ethik ................................ 18 Hinweise für die Sek II ......................................................................................................... 23 3.1. Schwerpunktsetzungen im Unterricht der gymnasialen Oberstufe im Fach Geschichte ...... 23 3.2 Schwerpunktsetzungen im Unterricht der gymnasialen Oberstufe im Fach Geografie ........ 23 3.3 Aufgaben im Abitur 2021 ....................................................................................................... 24 3.4 Hinweise zu Ersatzleistungen für Klausuren, Klassenarbeiten und weitere schriftliche Lernerfolgskontrollen............................................................................................................. 25 Seite 2 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie 1 Verschränkung von Präsenzunterricht und schulisch angeleitetem Lernen zu Hause Die Kultusministerkonferenz und die Länder orientieren dieser Tage Schulen und Lehrkräfte auf eine weitgehende Öffnung und Rückkehr zum Regelunterricht. Für die Sicherstellung des Bildungsauftrags, die chancengerechte Teilhabe der Schülerinnen und Schüler am Unterricht und nicht zuletzt zur Entlastung der Eltern ist das eine gute Nachricht. Dennoch ist schon jetzt klar, dass uns die Folgen der Corona-Pandemie noch lange beschäftigen und auf die Schulorganisation wie die Unterrichtsgestaltung Einfluss nehmen werden: Die Rückkehr zu einer Normalität im Schulalltag, wie wir sie vor dem Ausbruch der Pandemie kannten, ist schon deswegen nicht möglich, weil in unseren Schulgemeinschaften nach wie vor Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und auch Eltern , die ein erhöhtes Gefährdungsrisiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, zu schützen sind. Um auf diese Situation planvoll und mit den notwendigen Ressourcen zu reagieren, sind die Berliner Schulen als eigenverantwortliche Bildungsinstitutionen dazu aufgefordert, ein schulinternes Konzept zu entwickeln, wie sie das Lernen im Präsenzunterricht und schulisch angeleitetes Lernen zu Hause (saLzH) im kommenden Schuljahr organisieren und methodisch-didaktisch verzahnen wollen. Neben der reinen Notwendigkeit hierfür bieten sich jedoch für die Schulen und Lehrkräfte auch große Chancen, aus den Erfahrungen in den Monaten der Corona-Pandemie zu lernen. Womöglich gehen von den vielen konkreten Lösungen, die gefunden wurden, auch neue Impulse aus, die sowohl die Schulentwicklung als auch die Unterrichtsentwicklung substanziell vorantreiben.1 Dieser Fachbrief möchte sowohl allgemeine als auch fachspezifische Anregungen und Empfehlungen geben, wie das Lernen im Alternativszenario, also im Wechsel zwischen Präsenzunterricht und schulisch angeleitetem Unterricht zu Hause, gestaltet und dabei die Motivation für das Lernen aufrechterhalten werden kann. 1.1 Notwendige Vorüberlegungen Für den Wechsel zwischen Präsenzunterricht und schulisch angeleitetem Lernen zu Hause wird zunächst eine schulübergreifende Kommunikationsinfrastruktur benötigt. Für die Organisation der analogen und digitalen Kommunikation sowie für die Auswahl analoger Kommunikationswege bzw. der zu nutzenden digitalen Tools bedarf es einer schulinternen gemeinsamen Diskussion, die neben der Frage nach der Funktionalität auch den Datenschutz, die Absicherung der Persönlichkeitsrechte sowie den Schutz der Privatsphäre aller Mitglieder der Schulgemeinschaft betrachtet. Kommunikationstools In dem mittlerweile stark ausdifferenzierten Markt der Anbieter finden sich im Bereich der Kommunikationstools hervorragend geeignete, aber auch diverse problematische Anwendungen. Problematisch sind Angebote grundsätzlich immer dann, wenn das im Hintergrund ablaufende Datenmanagement für die Nutzerinnen und Nutzer intransparent bleibt oder wenn die Applikationen Möglichkeiten zu übermäßiger Kontrolle oder Eingriffe in die Privatsphäre bieten. Nicht zuletzt verfolgen kommerzielle Anbieter verschiedene Strategien, um ihre wirtschaftlichen Interessen langfristig zu 1 https://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/schulentwicklung/themenportal-schulentwicklung; https://www.berlin.de/sen/bjf/coronavirus/aktuelles/schrittweise-schuloeffnung/; https://www.dipf.de/de/directlinks/schule-und-kita. Seite 3 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie sichern. Mitunter werden Technologien entwickelt und darauf basierende Produkte durchgesetzt, obwohl diese nicht die effizientesten Lösungen liefern. Dies führt bei Nutzern dazu, an Lösungen, in die man einmal investiert hat, festzuhalten. Solche Anwendungen dürfen den Schutzraum Schule nicht ohne Weiteres erobern, und es muss hierbei an die pädagogische Verantwortung und soziale Vorbildfunktion jeder einzelnen Lehrkraft appelliert werden, sich vorab zu informieren, auch wenn das bedeutet, eine gerade erst eingeführte Anwendung noch einmal zu wechseln. Diese Diskussion sollte dringend in die Fachkonferenzen hineingetragen werden.2 Hilfreich kann in diesem Zusammenhang ein Dokument mit Hinweisen zu Lernplattformen sein, das von der Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit veröffentlicht wurde.3 Von Schulen genutzte Kommunikationstools sind zum Beispiel:   Lernmanagementsysteme: Lernraum Berlin Videokonferenzen: Jitsi Meet oder BigBlueButton Hinweise zu Videokonferenzsystemen finden Sie hier: https://www.datenschutz-berlin.de/infothek-und-service/themen-a-bis-z/corona-pandemie/ Weitere Informationen, auch zu Lerntools, gibt es auf folgenden Seiten:  Seite der Technische Jugendfreizeit- und Bildungsgesellschaft: https://www.tjfbg.de/ausserschulische-angebote/barrierefrei-kommunizieren/angebote/mix/toolsfuer-kollaboration-und-lernressourcen/  jugendnetz-berlin: http://jugendnetz-berlin.de/de/gute-medienbildung-berlin/Bildung-mit-digitalen-Medien-vonzuhause.php Lerntools Datenschutz, Absicherung der Persönlichkeitsrechte sowie der Schutz der Privatsphäre aller Mitglieder der Schulgemeinschaft betreffen auch Lerntools. Auch hier muss dringend vorab geprüft werden, denn der Markt der Anbieter ist in diesem Bereich sogar noch größer. Oft erzielen diese Tools hohe Nutzerzahlen aufgrund der reibungslosen Handhabung der Tools und der Attraktivität für die Zielgruppe, sie sichern aber nicht unbedingt die inhaltliche Qualität im Sinne des Rahmenlehrplans. Zu empfehlen sind insbesondere Anbieter von lizenzierten OER-Unterrichtsmaterialien, weil diese rechtssicher veränderbar und zielgenau auf die Unterrichtssituation anpassbar sind.4 Bei der Planung von schulisch angeleitetem Lernen zu Hause sollte bedacht werden, dass sich die verschiedenen Tools nicht gleichermaßen für jede Lernphase bzw. jede Funktion eignen. a) Digitale Tools können besonders effektiv genutzt werden, wenn sie vorher eingeführt sind und der Umgang mit ihnen geübt worden ist: Wer die technischen Möglichkeiten beherrscht, kann sich auf den Inhalt konzentrieren. b) Das Internet bietet sich für umfangreiche Recherchen an. Diese sollten jedoch möglichst spezifisch und angeleitet sein. Die unbestimmte Aufgabenstellung einer „Recherche im Netz“ ist insbeson- 2 Zum Nachlesen und Recherchieren über Cloud, Videokonferenzen und Messenger-Dienste: https://cyber4edu.org/c4e/wiki/start; https://netzpolitik.org/2020/es-fehlt-die-direkte-kommunikation/ 3 https://www.datenschutz-berlin.de/fileadmin/user_upload/pdf/orientierungshilfen/2020-BlnBDILernplattformen_Hinweise.pdf 4 https://open-educational-resources.de/materialien/oer-verzeichnisse-und-services/ Seite 4 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie dere in der Sekundarstufe I zu vermeiden. Die Rechercheergebnisse müssen in jedem Fall im Nachgang gemeinsam sorgfältig und kritisch gesichert werden. c) Digitale Lernanwendungen sind ausschließlich als Mittel zum Zweck zu verstehen und sollten in ihrer Funktionalität gezielt genutzt, geschickt gemixt und so zielorientiert wie möglich eingesetzt werden. Eine grobe Orientierung ergibt sich aus der Funktionalität der jeweiligen Anwendungen:  Lern-Apps → geeignet für Training, Übung und Festigung einfacher Wissensbestände  digitale Pinnwände → geeignet für kollaboratives Lernen, Projektarbeit, Abstimmung gemeinsamer Lern- und Aufgabenorganisation, Kommentierung von Rechercheergebnissen (z.B. Etherpad)5  Lernvideos → geeignet zur Klärung von Verständnisfragen und zur fachlichen Vor- und Nachbereitung; Lernvideos müssen immer vor ihrem Einsatz begutachtet werden, sie lassen sich auch selbst erstellen: https://getschoolcraft.com/de/support/videos/  Lernmanagementsysteme → geeignet zur Organisation und gemeinsamen Abstimmung kurzund mittelfristiger klassenspezifischer Lernprozesse (Lernraum Berlin)6 Das Lernmanagementsystem der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie: Lernraum Berlin Mit dem Lernraum Berlin stellt die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie allen öffentlichen Berliner Schulen ein kostenfreies Lernmanagementsystem zur Verfügung. Der Lernraum Berlin kann mit jedem beliebigen internetfähigen Endgerät (PC, Smartphone, Tablet, ...) genutzt werden. Das Lernraum Team erstellt sogenannte Kursvorlagen, die für den digitalen Unterricht zur Verfügung stehen. Das Lernraum Team bietet konkrete Unterstützung und Beratung zur Mediennutzung im Unterricht für ganze Schulteams an. In Einführungs- und Vertiefungskursen wird die Nutzung des Lernraums zur Bereitstellung von Materialien, zur Durchführung von Unterricht und zur Klassenorganisation thematisiert. Des Weiteren werden didaktische Grundlagen für einen effektiven OnlineUnterricht (z.B. Training zur/zum virtuellen Klassenraum-Trainerin/Trainer) und für die Gestaltung von Aufgaben für das Lernen von zu Hause (Erstellen digitaler Lernsituationen) angeboten. Die Betreuung des Lernraum Teams umfasst auch die Vergabe von Kursersteller- und Schulbereichsadministrationsrechten, die Erteilung von Lizenzen für die Nutzung von Webex für Videokonferenzen, das Anlegen von Nutzerlisten (Erstellung von Schülerkonten) und die Unterstützung bei technischen Fragen. Das Supportsystem ist per E-Mail unter support@lernraum-berlin.org erreichbar. Viele Antworten auf erste Fragen sind unter folgendem Link zu finden: https://www.lernraumberlin.de/start/de/faq/erste-schritte/ 1.2 Anregungen für die Verzahnung von Präsenzunterricht und Lernen zu Hause Voraussetzung und zugleich ein neues wichtiges Ziel für die Verknüpfung von Präsenzunterricht mit Lernen zu Hause ist die Stärkung der Lernenden in ihrer Eigenverantwortung und Selbstständigkeit für den eigenen Lernprozess. Lernen zu Hause setzt ein hohes Maß an Selbstorganisationskompetenz voraus. Diese ist von Schülerinnen und Schülern umso weniger zu erwarten, je mehr sie es gewohnt sind, direktiv angeleitet zu werden ohne eigene Verantwortung für den Lernprozess zu über5 6 z. B. bereitgestellt vom Bildungsserver Berlin-Brandenburg unter: https://bbb3.bsbb.eu/ Informativ und mit vielen Praxisbeispielen: https://digitalmachtschule.de/?page_id=12 Seite 5 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie nehmen. Die Schwierigkeit liegt auf der Hand: Etwas, das erst erreicht werden soll, ist hier zugleich Voraussetzung. Aus diesem Grund ist es unabdingbar, bereits während der Rückkehr zum Regelunterricht den Kompetenzerwerb des eigenverantwortlichen Lernens pädagogisch strukturiert und konzeptionell durchdacht – im besten Fall auch fachübergreifend – anzuleiten und zu begleiten. Daher ist es notwendig, schulinterne fachbezogene und fachübergreifende Absprachen zu treffen, wie die Schülerinnen und Schüler methodisch auf ein mögliches Alternativszenario vorbereitet werden sollen. Es bedarf zudem klarer Absprachen zwischen den Fachlehrkräften der Lerngruppen. Empfehlungen zur didaktischen Vorbereitung eines Alternativszenarios: 1. Wesentliche Funktionen des Präsenzunterrichts Der Unterricht im Klassenraum muss auch im Alternativszenario absolute Priorität im Sinne einer „Prime Time“ für exzellenten Unterricht behalten. Auf ihm sollte darum der didaktische Fokus liegen. Auch wenn er fächerdifferenziert verschiedene Funktionen erfüllt, ist ihm in allen Fächern gezielt Vorrang einzuräumen. Er ermöglicht nach pädagogischem Ermessen die Einführung von Inhalten und Methoden und dient grundsätzlich der thematischen Hinführung, der Zielorientierung für einen definierten Zeitraum sowie der Sicherung - der pädagogischen Beziehung, - der im Lernen zu Hause erstellten und erarbeiteten Produkte und Inhalte sowie der im Fokus stehenden fachspezifischen Kompetenzen, - der Reflexion über Arbeits- und Lernprozesse, - der Reflexion über Funktionalität, Bedeutung und Sicherheit der verwendeten Medien, - der Entwicklung von Sozial- und Kommunikationskompetenz. 2. Schulische Anleitungen außerhalb des Präsenzunterrichts Zwischen den Präsenzunterrichtsstunden kann, je nach Organisationsplan der Schule, eine längere Phase des schulisch angeleiteten Lernens zu Hause liegen, deren Funktion unter 3. beschrieben Seite 6 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie ist. Damit das Lernen außerhalb des Präsenzunterrichts erfolgreich ist, bedarf es wechselseitiger Kommunikationsphasen zwischen Lehrenden und Lernenden. Diese ermöglichen: - Anleitung und Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Schülerinnen und Schülern einer Lerngruppe, z.B. durch die Arbeit an gemeinsamen Lernprodukten sowie den Austausch und die Unterstützung untereinander, - wechselseitigen Austausch zu inhaltlichen Aspekten, d.h. die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, Fragen zu Aufgabenstellungen, Materialien und Arbeitsstrategien zu stellen, und erhalten ein Feedback zur erwarteten bzw. erbrachten Qualität und Quantität der zu erbringenden bzw. bereits erbrachten Leistungen im schulisch angeleiteten Lernen zu Hause, - Unterstützung und Hilfestellungen für einzelne Schülerinnen und Schüler oder Teilgruppen, z.B. durch Adaption von Material und Aufgabenstellungen, Präzisierung von (An-)Forderungen, Hinweise auf oder Bereitstellung von Hilfsmitteln, ergänzende Instruktionen sowie ggf. auch Rückmeldungen zu erbrachten (bzw. noch zu erbringenden) Leistungen. Die schulische Anleitung außerhalb des Präsenzunterrichts ist damit weit mehr als eine Kommunikationsphase, denn durch sie werden Lernprozesse gesteuert, aufrechterhalten und gestaltet, vor allem für die Lernenden, die besonderer Unterstützung bedürfen. In der Praxis kann diese Phase unterschiedliche Ausprägungen und Kommunikationsformen haben je nach den spezifischen fachlichen Erfordernissen, dem Grad der Selbständigkeit der Schülerinnen und Schüler, den technischen Gegebenheiten etc. Die Ausgestaltung und die Intensität dieser Lernbegleitung können Lehrkräfte gezielt steuern. Lehrkräfte werden, insbesondere wenn sie sehr viele Schülerinnen und Schüler in ihren Lerngruppen haben, Strategien wählen müssen, die diese Kommunikation effizient und differenziert gestalten. Es kann durchaus sinnvoll sein, Fragen der Schülerinnen und Schüler in FAQs zu bündeln und damit an alle Schülerinnen und Schüler einer Lerngruppe einmalig eine Rückmeldung während der salzH-Phase zu geben. Vorstellbar wäre auch, je nach Kompetenzstand und Selbständigkeit der Schülerinnen und Schüler, einzelne Schülerinnen und Schüler zu beauftragen, Fragen der Lerngruppe zu sammeln und gebündelt der Lehrkraft zu übermitteln. Möglich ist ebenfalls ein unverbindliches Angebot einer Videokonferenz für alle Schülerinnen und Schüler einer Lerngruppe, ein vor der Schule aufgestellter „Briefkasten“, in den jeder und jede Lernende Fragen an die jeweilige Lehrkraft einwerfen kann, oder das Angebot, Fragen und Rückmeldungen auf digitalem Wege direkt an die Lehrkraft zu senden. 3. Wesentliche Funktionen des Lernens zu Hause Lernen zu Hause hat unterschiedliche Funktionen. Es schafft sowohl die Voraussetzung für einen fokussierten Präsenzunterricht als auch die Möglichkeit zur Vertiefung von Inhalten sowie der Anwendung und Übung und dem Transfer von im Präsenzunterricht Erarbeitetem. Das Lernen zu Hause bietet darüber hinaus in besonderer Weise die Möglichkeit, individualisierte Lern- und Förderangebote zu machen. 4. Nutzung von außerschulischen Lernorten Auch im Alternativszenario sollten die Möglichkeiten von außerschulischen Lernorten gemäß den dann an den jeweiligen Orten geltenden Hygienevorschriften genutzt werden. Diese Orte stellen eine zusätzliche räumliche und personelle Ressource für die Gestaltung des Unterrichts dar. Seite 7 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie 1.3 Auf die Lehrkraft kommt es an! Der entscheidende Unterschied zwischen Präsenzunterricht und Lernen zu Hause ist das Fehlen des menschlichen Gegenübers. Auch im Zeitalter der Digitalisierung bleibt Unterricht in hohem Maße Beziehungsarbeit. Dies muss bei der Entwicklung von Konzepten zur Verknüpfung von Präsenzunterricht und Lernen zu Hause bedacht werden. Aus diesem Grund gilt es gerade im Zuge der Digitalisierung von Schule, sich die Bedeutung der Lehrperson für den Lernerfolg zwingend bewusst zu machen: Wie eine Lehrkraft ihre Schülerinnen und Schüler anschaut, „wie [sie] mit der ganzen Klasse Fragen diskutiert, wie [die Lehrkraft] Schwächere einfühlsam zu weiterem Bemühen ermuntert, wie [sie] von einem Thema begeistert ist, wie [sie] die scheinbar halbchaotische Gemengelage einer Lerngruppe ständig austariert – das vermag kein Arbeitsblatt, das ist durch keine Videokonferenz zu ersetzen.“7 Nicht umsonst erreicht der Einfluss der personalen Beziehung – die emotionalen und dialogischen Bedingungen – in Hatties Studie überdurchschnittliche Wirkung auf den Erfolg des Lernprozesses. Die analoge gemeinsame Unterrichtsarbeit muss darum auch in einem Alternativszenario im Fokus bleiben. Da an der Urteilsfähigkeit als Kernziel von Bildung festgehalten werden soll, muss darüber Verständigung erzielt werden, dass auch Lernen in der digitalen Welt die Reflexion, die Auseinandersetzung mit den Überlegungen anderer und die Begegnung mit einer Bezugsperson fördern muss. Voraussetzung hierfür ist, dass die Bedeutung des personalen Bandes zwischen Lehrenden und Lernenden für den Lernerfolg bewusst gehalten wird und in alle methodischen und didaktischen Entscheidungen Eingang findet – sei es im Präsenzunterricht oder für das Lernen zu Hause: „Menschen sind es, die Technik zum Leben erwecken, indem sie diese sinnvoll, also pädagogisch reflektiert und didaktisch gekonnt, in den Unterricht integrieren.“8 Angebote der Regionalen Fortbildung Die Regionale Fortbildung Berlin bietet zahlreiche Fortbildungen zum Thema Medienbildung/Digitalisierung an, jeweils orientiert am Basiscurriculum Medienbildung des Rahmenlehrplanes, also zur Arbeit mit und über Medien. Ein Teil der Veranstaltungen zielt auf die Förderung von Kompetenzen der Lehrkräfte in Bezug auf den Medieneinsatz zur eigenen Unterrichtsgestaltung (Nutzung digitaler Werkzeuge, Erstellen eigener Unterrichtsmaterialien, Klassenorganisation). Ein weiterer Teil vermittelt Inhalte zum Lernen mit Medien (z.B. Internetrecherche, Mediennutzung und -produktion, Präsentation, Coding) und zum Lernen über Medien. Darüber hinaus bietet die Regionale Fortbildung Berlin Online-Veranstaltungen an, die Lehrkräfte in einzelnen Themenbereichen und bei der Gestaltung von Online-Unterricht unterstützen. Didaktische Aspekte des digitalen Lernens werden ebenso aufgegriffen (z.B. Strategien für lernförderliche Online-Angebote). Unter https://www.fortbildung-regional.de sind alle Fortbildungs- und Beratungsangebote der Regionalen Fortbildung Berlin zu finden. Über die Verbünde der Regionalen Fortbildung Berlin können spezielle Beratungen wie zum Beispiel für schulinterne Fortbildungen erfolgen. Kontakt: Verbund 1: klaus-michael.heims@senbjf.berlin.de Verbund 2: helmut.beek@senbjf.berlin.de Verbund 3: maja.vonGeyr@senbjf.berlin.de Verbund 4: christiane.guse@senbjf.berlin.de 7 8 Michael Felten: Startbeschleunigung mit Tücken. FAZ, 14.05.2020. Julian Nida-Rümelin, Klaus Zierer: Digitale Bildung: Vernunft und Empirie als Antwort auf eine entgleiste Debatte. NZZ, 08.06.2020. Seite 8 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie 2 Verschränkung von Präsenzunterricht und schulisch angeleitetem Lernen zu Hause in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern Dem Präsenzunterricht soll weiterhin, soweit es die Situation zulässt, höchste Priorität eingeräumt werden. Aber es wird voraussichtlich auch im kommenden Schuljahr Phasen des schulisch angeleiteten Lernens zu Hause geben müssen. Damit schulisch angeleitetes Lernen zu Hause gelingen kann, sind fünf Schwerpunkte zu bedenken, die als ineinander verzahnt zu betrachten sind: 2.1 Strukturen vereinbaren, Arbeitspläne transparent gestalten Für die Übersicht der zu bewältigenden Aufgaben ist es von großer Bedeutung, dass die Lernenden einer Klasse oder eines Kurses im saLzH durch einheitliche Formate und Absprachen innerhalb der Fächergruppe in der systematischen Arbeit unterstützt werden. Die Strukturierung der Arbeit zu Hause ist für viele Lernende eine erhebliche Barriere, die durch eine kleine Unterstützung deutlich gesenkt werden kann. Hier kann schon ein einheitliches Auftragsblatt und ein einheitlicher Weg der Auftragsübermittlung große Transparenz schaffen. Dies macht es auch Eltern einfacher, die notwenige Selbstorganisation zu Hause zu begleiten. Klasse/Kurs: 9a Lehrkraft: Herr Muster gesendet am: Fach: Politische Bildung Umfang:1 Unterichtsstunde Rückmeldung am: Thema: Sollten „Fake News“ verboten werden? Zeitraum für Rückfragen: telefonisch: Di. 9:30-10:15 im Chat am: 10.08.2020 Besprechung im Präsenzunterricht Bemerkungen: 13:00- 13:30 Einen Überblick über die Aufgaben aus den Fächern/einem Fächerkreis sollte eine beauftragte Person, im besten Fall die Klassenlehrerin bzw. der Klassenlehrer erhalten. Mit einem einheitlich strukturierten Rückmeldebogen, der auch den zu erwartenden Arbeitsumfang ausweist, kann das Maß der wöchentlichen Anforderungen an einen Lernenden abgeschätzt werden. Zur Gestaltung von Wochenplänen finden Sie Anregungen im Leitfaden für die Schulen „Lernen zu Hause“, den Sie unter dem folgenden Link finden können: https://www.berlin.de/sen/bjf/coronavirus/aktuelles/schrittweise-schuloeffnung/ Seite 9 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie 2.2 Aufgaben und Materialien Anregungen für Aufgaben und Materialsammlungen zu den einzelnen Themen des Rahmenlehrplans finden sich für Gesellschaftswissenschaften 5/6 unter https://bildungsserver.berlinbrandenburg.de/unterricht/faecher/gesellschaftswissenschaften/gesellschaftswissenschaften-56/ für Politische Bildung in den Fachbriefen Nr. 35 https://bildungsserver.berlinbrandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/fachbriefe_berlin/geschichte/Fachbrief_Geschichte_35.pdf und 37 https://bildungsserver.berlinbrandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/fachbriefe_berlin/geschichte/Fachbrief_Geschichte_37.pdf für Geschichte im Fachbrief Nr. 37 https://bildungsserver.berlinbrandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/fachbriefe_berlin/geschichte/Fachbrief_Geschichte_37.pdf für Medienbildung im Fachbrief Nr. 37 https://bildungsserver.berlinbrandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/fachbriefe_berlin/geschichte/Fachbrief_Geschichte_37.pdf für Geografie im Fachbrief Nr. 15 https://bildungsserver.berlinbrandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/fachbriefe_berlin/geografie/Fachbrief_Geografie_15.pdf für Ethik unter https://www.bildungsserver.de/Philosophie-und-Ethik-4917-de.html 2.3 Produkte/Lernergebnisse Bei der Aufgabenstellung für das schulisch angeleitete Lernen zu Hause gelten grundsätzlich ähnliche Prinzipien wie für das Erteilen von Hausaufgaben: - Die Aufgabe muss von jeder Schülerin und jedem Schüler fachlich leistbar sein. Das bedeutet, dass in neuen Stoff zunächst im Präsenzunterricht eingeführt worden sein sollte, Schülerinnen und Schülern durch die schriftliche Aufgabenstellung klar sein muss, was genau ihre Aufgabe ist, und der zu leistende zeitliche Aufwand muss angemessen (dem Stundenumfang, dem das saLzH entspricht) und wirklich realistisch kalkuliert sein. - Die Aufgabe muss von jeder Schülerin und jedem Schüler technisch leistbar sein, das heißt, es muss davon ausgegangen werden können, dass die Schülerinnen und Schüler Zugang zu den technische Voraussetzungen haben, sie zu absolvieren (nicht notwendigerweise zu Hause, wenn die Schule z.B. genügend Schülerarbeitsplätze etwa am Nachmittag in der Aula zur Verfügung stellt). Ggf. sind ausgedruckte Materialien in den Präsenzzeiten auszuteilen. Auf digitale Produkte kann verzichtet werden, nicht nur wenn nicht alle Schülerinnen und Schüler einen Zugang zu entsprechender Technik haben. Ein kurzer handgeschriebener Text von ein paar Sätzen ist für den Lernfortschritt eines Schülers bzw. einer Schülerin mitunter aufschlussreicher als zwei Sei- Seite 10 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie - 2.4 ten Digitales, dessen Herkunft sich nur unter zusätzlichem Aufwand und nicht immer zweifelsfrei bestimmen lässt. Die Aufgabe muss in einem didaktischen Zusammenhang mit dem Präsenzunterricht stehen, der der Aufgabe vorangeht und an sie anschließt (s. dazu das Modell unten). Kontakt und Rückmeldung Eine der Hauptbelastungen für Lehrkräfte entsteht im saLzH durch den gut gemeinten Anspruch an sich selbst, möglichst für sämtliche Schülerprodukte ein Feedback zu geben. So richtig und wichtig es grundsätzlich ist, Schülerinnen und Schülern Feedback zu geben, würde ein umfassendes Feedback auf alle Schülerinnen- und Schüler-Produkte wegen des im Vergleich zu Hausaufgaben größeren Umfangs zur völligen Überlastung führen. Daher sollte ein Teil des Präsenzunterrichts auch dafür verwendet werden, Schülerprodukte präsentieren zu lassen und exemplarisch auf einzelne Produkte ein Feedback zu geben. Auch im Regelbetrieb wird keine Lehrkraft stets alle Hausaufgaben einsammeln, zu Hause durchlesen und mit Hinweisen für jeden einzelnen Schülerinnen und Schüler versehen, sondern entweder im Wechsel die Produkte einzelner Schülerinnen und Schüler korrigieren oder in Abständen einiger Wochen die Produkte der gesamten Lerngruppe. Alle Schülerinnen und Schüler sollten die Gelegenheit haben, Rückfragen zu den Aufgaben an die Lehrkraft zu stellen. Für Lehrkräfte, die viele Lerngruppen und damit sehr viele Schülerinnen und Schüler zu betreuen haben, empfehlen sich auch dafür klare Terminabsprachen, um nicht jede Mail einzeln beantworten zu müssen: So ist denkbar, dass Rückfragen zu Aufgaben innerhalb eines gewissen Zeitfensters (z.B. bis drei Tage vor dem Abgabetermin) gestellt werden müssen; ggf. können dann Antworten zu FAQs zusammengefasst werden. 2.5 Schulisch angeleitetes Lernen zu Hause (saLzH) – ein Modell für das Fach Politische Bildung Im Fach Politische Bildung sieht der Rahmenlehrplan für die Doppeljahrgangsstufe 9/10 vier Themenfelder vor. Für eines dieser Themenfelder wird hier exemplarisch ein mögliches Modell vorgestellt, wie das Thema auch in dem Fall angemessen unterrichtet werden könnte, wenn kein Regelbetrieb an den Schulen möglich ist, sondern der Unterricht im Wechsel von Präsenzphasen und schulisch angeleitetem Lernen zu Hause (saLzH) erfolgen muss. Qualitativ basiert die Planung auf einer Schwerpunktsetzung bei den Inhalten des Rahmenlehrplans, wie sie in einem schulinternen Curriculum vorgesehen sein könnte und angesichts der aktuellen politischen Situation von einer Lehrkraft plausibel akzentuiert wäre – wobei zu betonen ist, dass diese Planung nur eine von vielen Möglichkeiten darstellt und keine inhaltliche Vorgabe darstellen soll, sondern ein Muster für die mögliche Struktur der Reihenplanung unter Pandemiebedingungen. Quantitativ liegt der Planung folgende Kalkulation zugrunde: Bei 40 Unterrichtswochen pro Schuljahr entfallen auf den Unterricht in Politischer Bildung bei 1 Stunde pro Woche rechnerisch 20 Stunden pro Halbjahr. Davon sind für eine realistische Planung ca. 20 % für Wandertage, Prüfungstage, Ferientage etc. abzuziehen, so dass mit 16 Stunden gerechnet werden kann. Laut Schreiben der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie an die Schulleitungen vom 10.06.2020 zur Organisation des Schuljahres 2020/2021 ist in Fällen coronabedingter partieller Schulschließung innerhalb von zwei Wochen die Stundentafel komplett abzudecken. Daher geht das folgende Modell von einem wochenweisen Wechsel von Präsenz- und saLzH-Phasen für einstündige Fächer aus. Da außerdem die Halbierung der Lerngruppen für den Präsenzunterricht vorgesehen ist, funktioniert das Modell in einem Schichtsystem, wobei jeweils nur die Hälfte der Lerngruppe zugleich im Klassenzimmer anwesend ist. Die konkrete Ausgestaltung wird von Schule zu Schule verschieden sein, das Modell setzt voraus, dass alle Schülerinnen und Schüler einer Lerngruppe am gleichen Tag in der Schule sind und daher zeitversetzt von der gleichen Lehrkraft am selben Tag unterrichtet werden können. Grundsätzlich ist es sinnvoll, Erarbeitungs- und Übungsphasen in die saLzH-Phasen zu legen, die Einführung in neue Themen und vor allem diskursive Elemente in die Präsenzphasen. Seite 11 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie Angegeben sind Themen und Materialvorschläge – die konkreten Aufgaben sind je nach Lerngruppe zu formulieren. Übersicht: Inhalte (s. RLP) Politische Prinzipien: Gewaltenteilung und Gewaltenkontrolle; Das Themenfeld „Demokratie in Deutschland“ (9/10) im Wechsel von Präsenzunterricht und saLzH: Eine Reihenplanung zum Thema „Rechtsextremismus im Netz – eine Gefahr für die Demokratie?“ Stun de 1. Präsenzunterricht Einführung Baustein A aus dem Heft: http://www.politikundunterricht.de/2_3_18/de mokratie.pd 2. Erarbeitung: Welche Bedeutung haben Grundrechte? Videoclips zu den Grundgesetzartikeln 1-3: https://www.planetschule.de/wissenspool/grundgesetz/inh alt/sendung-gg-19-19-gutegruende-fuer-diedemokratie/sendung.html#video Dazu gibt es auch eine Homepage, auf der Screenshots aller Filme (http://www.gg19.de/vorschau/ext ras/extras.html) stehen (nutzbar für analoge Arbeitsblätter) und die ein kleines „Quiz“ enthalten. Rechtsstaat, Sozialstaat, Bundesstaat, Demokratieprinzip; Elemente der repräsentativen und direkten Demokratie 3. Auswertung der Arbeitsergebnisse aus Stunde 2 (Vorstellung der Schülerprodukte) und Diskussion: Inwiefern gelten die (welche?) Grundrechte auch für Jugendliche? Welche Aspekte sind für Euch besonders wichtig? 4. 5. saLzH Aufgabe: Schreibt einen kurzen Text /dreht ein Kurzvideo (max. 2 Minuten) bzw. schreibt ein Skript dafür / macht einen Podcast zum Thema „Meine Grundrechte“ und ladet das Produkt (ggf. zur Bewertung) auf die Lernplattform. Einführung zum Thema Fake News: https://www.lpbbw.de/fileadmin/lpb_hauptportal/pdf/machs_kla r/mk_30_fake_news.pdf 6. Erarbeitung/Recherche: Sammelt mindestens drei Beispiele für Fake News im Internet. Begründet nach verschiedenen Kriterien, warum ihr diese Nachrichten für Massenmedien Seite 12 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie Fake News haltet. ODER: Schreibe einen eigenen Fake News Artikel (OHNE ihn zu verbreiten!) Link: https://paulnewsman.com/. Spiel ein MessengerSpiel zu Fake News und Verschwörungstheorien. Arbeite dabei heraus, wie sich Nachrichten überprüfen und als Fake News erkennen lassen. Link: https://www.politischebildung.nrw.de/fileadmin/3rdparty/fngame/index.html 7. Auswertung der Recherche; Diskussion: Was sind Kriterien für guten (Online-) Journalismus? 8. 9. Gefährdungen der Demokratie Vertiefung: Eines der externen Angebote von „Journalismus macht Schule“ (https://www.mabb.de/journalism usmachtschule.html#Partnerangebote) Einstieg in das Thema „Vielfalt, Toleranz, Rassismus“: A1, A4, A6 und A7 aus Politik und Unterricht (4/2018): http://www.politikundunterricht.de/4_2018/vielf alt.htm 10. Erarbeitung: Kennzeichen des Rechtsextremismus Lies die Seite: https://www.bpb.de/lernen/theme n-im-unterricht/mit-satire-gegenrechtsextremismus/224198/wesensmerkmalerechtsextremismus Gib jeweils ein Beispiel für jede der dort beschriebenen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus an (Äußerungen, Handlungen, Kommentare im Netz, memes…). Wehrhafte Demokratie Intoleranz, Rassismus und Gewalt 11. Auswertung und Diskussion: Auswertung der Schülerprodukte; Diskussion: Besorgte Bürgerinnen und Bürger oder Rechtsextreme: Welche Formen und Inhalte des Protests gegen die Coronaregeln sind rechtsextremistisch? (Material dazu findet sich bspw. in: Seite 13 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie https://www.focus.de/politik/deutschland/focusonline-kolumne-am-tag-x-traeumenrechtsextreme-corona-leugner-von-dergewaltsamenmachteroberung_id_12010574.html 12. 13. Vertiefung: Rechtsextremismus im Netz; Arbeitsblätter unter: https://www.klicksafe.de/rechtsext remismus/modulrechtsextremismus-hat-vielegesichter/ Auswertung und Diskussion: Welche Handlungsmöglichkeiten haben der Staat / Unternehmen / Nutzer, gegen rechtsextreme Inhalte im Netz vorzugehen? 14./ 15. 16. Vertiefung: Besuch im Lernort 7*jung Lernerfolgskontrolle / Nachbereitung des Lernortbesuchs / Abschlussdiskussion der Reihe Weitere gute Seiten zum Themenfeld Grundgesetz und Grundrechte sowie Fake News: https://www.mitmischen.de/bundestag-wissen/lexikon/a/abgeordnete) https://www.mitmischen.de/erklaervideos) https://www.learningsnacks.de/#/welcome?content=snacks&filter&q=Grundgesetz&channel=Learni ng%20Snacks https://www.lpb-bw.de/fileadmin/lpb_hauptportal/pdf/machs_klar/machs_klar_4_12.pdf http://www.fakeittomakeit.de/ 2.6 Schulisch angeleitetes Lernen zu Hause (saLzH) – ein Modell für Geografie Im Fach Geografie sieht der Rahmenlehrplan für die Doppeljahrgangsstufe 7/8 vier Themenfelder vor. Für eines dieser Themenfelder wird hier exemplarisch ein mögliches Modell vorgestellt, wie das Thema auch in dem Fall angemessen unterrichtet werden könnte, wenn kein Regelbetrieb an den Schulen möglich ist, sondern der Unterricht im Wechsel von Präsenzphasen und schulisch angeleitetem Lernen zu Hause (saLzH) erfolgen muss. Qualitativ basiert die Planung auf einer Schwerpunktsetzung bei den Inhalten des Rahmenlehrplans, wie sie in einem schulinternen Curriculum vorgesehen sein könnte – wobei zu betonen ist, dass diese Planung nur eine von vielen Möglichkeiten darstellt und keine inhaltliche Vorgabe darstellen soll, sondern ein Muster für die mögliche Struktur der Reihenplanung unter Pandemiebedingungen. Quantitativ liegt der Planung folgende Kalkulation zugrunde: Bei 40 Unterrichtswochen pro Schuljahr entfallen auf den Unterricht in Geografie bei 1 Stunde pro Woche rechnerisch 20 Stunden pro Halb- Seite 14 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie jahr. Davon sind für eine realistische Planung ca. 20 % für Wandertage, Prüfungstage, Ferientage etc. abzuziehen, so dass mit 16 Stunden gerechnet werden kann. Laut Schreiben der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie an die Schulleitungen vom 10.06.2020 ist in Fällen coronabedingter partieller Schulschließung innerhalb von zwei Wochen die Stundentafel komplett abzudecken. Daher geht das folgende Modell von einem wochenweisen Wechsel von Präsenz- und saLzH-Phasen für einstündige Fächer aus. Da außerdem die Halbierung der Lerngruppen für den Präsenzunterricht vorgesehen ist, funktioniert das Modell in einem Schichtsystem, wobei jeweils nur die Hälfte der Lerngruppe zugleich im Klassenzimmer anwesend ist, die konkrete Ausgestaltung wird von Schule zu Schule verschieden sein. Grundsätzlich ist es sinnvoll, Erarbeitungs- und Übungsphasen in die saLzH-Phasen zu legen, die Einführung in neue Themen und vor allem diskursive Elemente in die Präsenzphasen. Angegeben sind Themen und Materialvorschläge – die konkreten Aufgaben sind je nach Lerngruppe zu formulieren. Übersicht: Inhalte (s. RLP) Das Themenfeld „Leben in Risikoräumen“ (7/8) im Wechsel von Präsenzunterricht und saLzH. Stu nde 1. Präsenzunterricht Einführung von Himmelsrichtungen, Gradnetz und Maßstab mit dem in der Schule genutzten Lehrbuch/Atlas 2. Naturgefahren und –risiken: Räumliche Verteilung, Ursachen, Folgen, Vorhersage und Schutzmaßnahmen 3. saLzH Festigung durch Online-Übungen unter: https://learningapps.org/1091513 https://learningapps.org/1093439 https://allgemeinbildung.ch/fach= geo/Gradnetz_01a.htm Einführung und Begriffsklärung von Naturgefahren, –risiken und –katastrophen; Atlasarbeit: Vervollständigen einer Blankoweltkarte mit der Verteilung von Erbeben, Vulkanismus und ggf. Tsunamis; Hypothesenbildung zur Verteilung Seite 15 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie 4. 5. Nutzung von Risikoräumen und deren Folgen Erarbeitungsaufgabe: Anhand von Infografiken wird die Verteilung von Erdbeben und Vulkanismus erklärt; Folgende Bilder (der Aufbau der Erde, Konvergente Plattengrenze, Ozeanischer Rücken, Subduktionszone, Plattengrenzen rund um den Pazifik) sind zu finden unter: https://www.eskp.de/grundlagen /naturgefahren/infografiken-zumthema-erdbeben/ Alternativ bietet sich auch das Online-Modul Plattentektonik von WEBGEO an, in dem bereits Fragen zur Überprüfung eingebettet sind: http://www.webgeo.de/g_007/#1 Auswerten der Ergebnisse und Erstellung einer Querschnittszeichnung zum Modell der Plattentektonik und Vertiefung anhand von Beispielen 6. 7. Erarbeitung: Mit dem OnlineModul „Leben am Vulkan“ (bis Lektion 10) werden Entstehung und Formen von Vulkanen erarbeitet und überprüft: https://www.geospektiv.de/ Nach Registrierung kann man für die Klasse Nutzernamen generieren, so dass der Stand der Bearbeitungen gespeichert wird. Auswertung und Sicherung der Ergebnisse, ggf. Vertiefung mit Hotspots 8. 9. Erarbeitung durch Beenden des Moduls (ab Lektion 11) zum Thema „Nutzen und Gefahren des Lebens am Vulkan“: https://www.geospektiv.de/modu l/vulkan Jede(r) SuS kann sich eine Urkunde herunterladen und die Lehrkraft kann die Punktestände einsehen. Sicherung wesentlicher Nutzen und Gefahren durch Vulkanismus; Rollenspiel zum Thema „Leben in San Francisco – ein Tanz auf dem Vulkan?“ Siehe z. B. in: Heimat und Welt 7/8, Geografie Berlin/Brandenburg (2016), S. 56 f. Seite 16 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie 10. 11. Erarbeitung: Erstellen eines fiktiven Chats mit einer Person in Japan zum Thema: „Wie gehst du mit der Erdbebengefahr um?“ Informationen für die SuS unter: https://www.planetschule.de/wissenspool/japanerdbeben-tsunamiatomkatastrophe/inhalt/sendungen/japanachtung-erdbeben.html# Lernerfolgskontrolle, z. B. zu finden in: https://bildungsserver.berlinbrandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/fachbriefe_berlin/g eografie/Fachbrief_Geografie_12.pdf 12. 13. Vertiefung zum Thema „Urlaub in Hochrisikogebieten“; Erstellen einer tabellarischen Gegenüberstellung von Chancen und Risiken sowie persönlichem Fazit; Lernmaterial unter: https://www.eskp.de/naturgefahr en/urlaub-in-risikoregionen/ Auswertung und Diskussion zu den Themen „Erdbeben in Japan“ und „Urlaub in Hochrisikogebieten“ 14. /15 . 16. Erarbeitung durch Kartierung eines überschwemmten Gebietes und Simulation einer Einsatzkoordinierung durch das Online-Modul „Hochwasserkatastrophe in Deutschland“: https://www.geospektiv.de/ Auswertung des Moduls „Hochwasserkatastrophe in Deutschland“ Weitere Seiten mit jeweils unterschiedlichen Angeboten zu lehrplanrelevanten Themen: Fachbrief Geografie Nr. 15 https://bildungsserver.berlinbrandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/fachbriefe_berlin/geografie/Fachbrief_Geografie_15.pdf Filme und Multimedia-Elemente des Schulfernsehens von SWR und WDR (Planet Schule) https://www.planet-schule.de/ Lehrfilme aus der ARD-Mediathek (Planet Schule) https://www.ardmediathek.de/ard/shows/Y3JpZDovL3BsYW5ldC1zY2h1bGUuZGUvQVJEc2VuZGVyZ WloZV8z/planet-schule-laender-und-menschen Seite 17 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie Lehrfilme aus der ARD-Mediathek (Planet Wissen) https://www.planet-wissen.de/sendungen/planet-wissen-homeschooling-104.html Lehrfilme der BR-Mediathek (Alpha Lernen) https://www.br.de/alphalernen/faecher/erdkunde-geographie/erdkunde-geographie-einfacherklaert-100.html Lehrfilme aus der ZDF-Mediathek https://www.zdf.de/wissen/schulersatzprogramm-lernen-erdkunde-100.html Online-Angebote des Landesbildungsserver Baden-Württemberg https://www.schule-bw.de/faecher-und-schularten/gesellschaftswissenschaftliche-undphilosophische-faecher/geographie Online-Lernmodule des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) https://www.geospektiv.de Online-Lernangebot des Instituts für Physische Geographie der Albert-Ludwig-Universität Freiburg http://www.webgeo.de/ Online-Spiele mit topographischen Übungen https://online.seterra.com/de https://www.geographie-spiele.com/ Online-Rechner für den ökologischen Rucksack des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie https://www.ressourcen-rechner.de/ Online-Quizze zu den Themen EU, Migration und Klima der Planspiel GbR http://www.europaplanspiel.de/quizzes 2.7 Schulisch angeleitetes Lernen zu Hause (saLzH) – ein Modell für Ethik In den Zielen des Ethikunterrichts wird formuliert, dass Schülerinnen und Schüler sich in Konfliktsituationen mit den Beteiligten über den Sinn und moralischen Wert von Verhaltensweisen und unterschiedlichen Normen verständigen (Vgl. RLP Ethik, Berlin 2015, S. 3). Als Grundlage der eigenen Entscheidungen und Handlungen wird nicht nur erfahrungsgeleitetes und logisches Denken und das Abwägen von Konsequenzen bewusst gemacht, sondern auch der Einfluss von Bedürfnissen sowie bewussten wie unbewussten Emotionen (Vgl. ebd.). Kennzeichnend für den philosophischen Umgang mit Problemen ist es, scheinbar Selbstverständliches infrage zu stellen und Vorurteile, die dem alltäglichen Denken und Handeln zugrunde liegen, der kritischen Prüfung zu unterziehen (Vgl. ebd., S. 4). Der Ethikunterricht zielt auf die Ausbildung einer dialogischen Gesprächskultur, in der Konsens angestrebt sowie Dissens akzeptiert und ausgehalten wird (Vgl. ebd.). In der methodischen Umsetzung soll aus diesem Gedanken das Sokratische Gespräch nach der Methodik von L. Nelson und G. Raupach-Strey in den Präsenzphasen des Unterrichts in den Mittelpunkt gestellt werden. Das Motiv zum Einsatz dieser Methode liegt in der didaktischen Schwerpunktsetzung, die Reflexionsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Das Sokratische Gespräche soll als ein Instrument zum reflexiven Umgang mit auftretenden Fragen und Problemen zur Corona-Pandemie eingesetzt werden, um sich „[...] im Leben orientieren und moralisch handeln zu können“ (Vgl. ebd., Fachbezogene Kompetenzen 1.2, Reflexionsfähigkeit9, S. 5). 9 Die ethische Reflexionskompetenz besteht in der Bereitschaft und Fähigkeit, sich mit grundlegenden ethischen Problemen konstruktiv unter Berücksichtigung der jeweiligen Situation auseinanderzusetzen. Vgl. RLP Fachteil Ethik, Berlin 2015, S. 5. Seite 18 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie Im Fach Ethik sieht der Rahmenlehrplan für die Doppeljahrgangsstufe 9/10 drei Themenfelder vor. Für eines dieser Themenfelder wird hier exemplarisch ein mögliches Modell vorgestellt, wie das Thema auch in dem Fall angemessen unterrichtet werden könnte, wenn kein Regelbetrieb an den Schulen möglich ist, sondern der Unterricht im Wechsel von Präsenzphasen und schulisch angeleitetem Lernen zu Hause (saLzH) erfolgen muss. Grundsätzlich ist es sinnvoll, Erarbeitungs- und Übungsphasen in die saLzH-Phasen zu legen, die Einführung in neue Themen und vor allem diskursive Elemente in die Präsenzphasen. Das hat u.a. die Vorteile, dass die Schülerinnen und Schüler sich vorab mit dem Inhalt des Unterrichtsgegenstandes auseinander setzen und im Unterricht in der Schule kooperative Lernformen zur Vertiefung und zur Reflexion genutzt werden können. Zugleich ermöglicht es den einzelnen Schülerinnen und Schüler sich durch Anleitung den Inhalt und die Kompetenzen überwiegend selbstständig und asynchron nach dem eigenen Lerntempo zu erschließen. Problemfrage: Umweltethik in Corona-Zeiten – inwiefern haben sich moralische Werte und Normen für die Klimapolitik durch die Pandemie verändert?  Schwerpunkt: Förderung der Reflexionsfähigkeit in der Anwendung des methodischen Mittels des Sokratischen Gesprächs vor dem Hintergrund des Lebensweltbezugs der Fragestellung in Bezug auf individuelles und kollektives Handelns angesichts des Klimawandels  didaktische Zugangsweise: problemorientierter Bezug aus individueller und gesellschaftlicher Perspektive (Warum ist der Klimawandel für mich bzw. die Gesellschaft ein Problem? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen den Verhaltensweisen in Bezug auf den Klimawandel und in Bezug auf die Corona-Krise? Inwieweit haben sich unsere Handlungsmaximen verändert?)  Methode im Präsenzunterricht: Sokratisches Gespräch (nach Leonard Nelson und der didaktischen Einbettung nach Gisela Raupach-Strey), bereits Einsatz bei der Problemorientierung durch individuelle Fragestellungen der Schülerinnen und Schüler  fachliche Einordnung der Klimaziele der Bundesrepublik Deutschland in den ethischen Kontext von Werten und Normen aus der gesellschaftlichen Perspektive (Themenfeld 5: Was soll ich tun? - Handeln und Moral)  Problembearbeitung 1: Recherche zu den Klimazielen (national, UN) und deren Umsetzung sowie anschließender Einschätzung  Problembearbeitung 2: Vergleich mit den Folgen der Corona-Einschränkungen für die Natur; Differenzierung von Maßnahmen, die sich mit Klimazielen decken und sich von ihnen unterscheiden (Bezug zu Themenfeld 4 - Mensch und Gemeinschaft): Werte und Normen des Anthropozentrismus (Aristoteles, Immanuel Kant) versus Werte und Normen des Biozentrismus (Albert Schweitzer)  Problemreflexion: Beantwortung der Problemfrage unter Berücksichtigung Schlussfolgerungen und Ergebnisse aus den Problembearbeitungsphasen 1 und 2; Seite 19 von 26 der Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie Übersicht: Das Themenfeld „Was soll ich tun? - Handeln und Moral“ (9/10) im Wechsel von Präsenzunterricht und saLzH Inhalte (s. RLP, S. 26 f. ) Moralische Kriterien: >individuelle Perspektive: - Welche Kriterien liegen meinen moralischen Urteilen zugrunde? - Was ist wichtiger: das Motiv oder die Folgen meiner Handlung? - Wie treffe ich Entscheidungen in moralisch relevanten Handlungssituationen? - Wie rechtfertige ich anderen gegenüber moralisch relevante Handlungen? >gesellschaftliche Perspektive: - Welche ethischen Probleme sollten gesellschaftlich gelöst werden? - Für welche Handlungen müssen wir uns gesellschaftlich rechtfertigen und verantworten? Präsenzunterricht saLzH 1. Stunde: Verantwortung für die Umwelt übernehmen – schwerer als gedacht? - eine Einführung in die Umweltethik  indiv. Wahrnehmen und Deuten von Phänomen und Gründen des Klimawandels (Bezugsfach: Geographie, RLP, Berlin 2015, 3.6, S. 28)  Anaylsebsp. Trailer „Before the Flood“ (National Geographic 2016, 2:18 min.), Link: https://www.youtube.com/watch? v=D9xFFyUOpXo  alternative Fallbeispiele: Great Barrier Reef, regionale Erderwärmung, Dürren  Ethische Problemorientierung: Was soll ich tun? (I. Kant)  Begriffsklärung mit Glossar: Werte und Normen, deontologisches und teleologisches Handeln, Umweltethik, Verantwortung (H. Jonas), Nachhaltigkeit 2. Stunde: Wie groß sind die Ausmaße der Umweltbelastungen? Beispiele für Umweltbelastungen und deren Folgen für alle Lebewesen Erarbeitung: Erstelle ein Videoclip (1 min.) zu einem Fallbeispiel des Klimawandels, ordne dem Beispiel einen Wert zu und begründe deine Auswahl. Formuliere eine sinnvolle Norm zu dem gewählten Wert und erläutere deren Funktion im Zusammenhang zur Umsetzung verantwortungsbewussten Handelns. Alternativ zur Videocliperstellung können Sprachlerner geeignete Videoclips mithilfe von Kriterien online auswählen und ihnen werden Formulierungshilfen10 angeboten. Es können je zwei SuS an einer Aufgabenstellung arbeiten.  Anleitung zu einem ErklärVideo unter: https://www.explainity.de/educationproject/ oder: https://www.lwl.org/film-undschuledownload/Unterrichtsmaterial/Erkl%c 3%a4rvideos-im-Unterricht.pdf  Tipps zur Beurteilung von Onlinequellen unter den Links: https://s.bsbb.eu/8p  Kriterien zur Bewertung von Onlinequellen: https://www.klicksafe.de/suchmaschi nen/quellenkritik-undbewertungskompetenz/#s|quellen 10 Formulierungshilfen sollten sich auf das Basiscurriculum der Sprachbildungskompetenz im Teil B des RLP Berlin 2015 und des europäischen Referenzrahmen zu den Sprachniveaus (siehe https://europaeischerreferenzrahmen.de/sprachniveau.php) beziehen. Umsetzungsmethoden nach dem Konzept des Blended Learning (siehe https://biss-sprachbildung.de/angebote-fuer-die-praxis/blended-learning/blended-learning-kurse/ ) und des Scaffolding (siehe https://www.uni-potsdam.de/fileadmin/projects/inklusion/PDFs/ZEIF-Blog/Skerra_2018_Scaffolding.pdf) sind hierbei zu empfehlen. Seite 20 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie 3. Stunde: Inwiefern stehen sich Werte und Normen von menschlicher (einschl. industrieller) Entwicklung und Verantwortung für die Umwelt (*widersprüchlich) gegenüber? Klärung von inhaltlich, methodischen und organisatorischen Fragen, Auswertung der Arbeitsergebnisse aus Stunde 2 (Vorstellung der Schülerprodukte) und Diskussion:  Einführung des Sokratischen Gesprächs (nach L. Nelson und G. Raupach-Strey) 4. Stunde: Wie sehr unterscheiden sich die Klimaziele Deutschlands von denen anderer Nationen oder von Klimaaktivisten? - Bestimmung des IST-Zustands zum Klimaschutz (Teil 1) • Teil 1 der Aufgabe - Tabellarische Erarbeitung der Klimaziele der BRD und der UN11, Link (mit Diagrammen): https://www.umweltbundesamt.de/ daten/klima/europaeische-energieklimaziele Vergleich des Fortschritts zur Umsetzung mit einer weiteren Nation im Verbund der UN  Teil 2 der Aufgabe: Position von Klimaaktivisten der “Fridays for Future”-Bewegung12 mit Hauptaussage und ethische Einordnung der Werte und Normen;  Beispiele für weitere Positionen von Umweltaktivisten: WWF, Green Peace, Greta Thunberg13, Leonardo Dicaprio, Barack Obama 5. Stunde: Wie sehr unterscheiden sich die Klimaziele der Bundesrepublik Deutschland von denen anderer Nationen oder von Klimaaktivisten? - Bestimmung des IST-Zustands zum Klimaschutz (Teil zwei mit Expertisen der Schülerinnen und Schüler) Anwendung Sokratisches Gespräch zur Vertiefung der Deutung der Klimaziele und Eruierung eines ISTStandes zur Umsetzung der Ziele in 6. Stunde: Inwiefern beeinflussen die Corona-Einschränkungen unser Denken und Handeln zum Klimaschutz? - Normen und Werte auf dem Prüfstand (Teil 1) Fasst die Corona-Einschränkungen für Deutschland und Berlin beispielhaft zusammen und leitet die Werte und Normen hinter den Vorgaben ab. Recherchiert zu den klimatischen Veränderungen, die durch den Lockdown verschiedener Länder auf 11 Für den bilingualen Unterricht sind die Klimaziele auf der Seite der Vereinten Nationen (United Nation) auf Englisch nachzulesen, siehe Link: https://www.un.org/sustainabledevelopment/climate-action/ 12 Ziele und Position der Fridays for Future-Bewegung einsehbar unter: https://fridaysforfuture.de/forderungen/. 13 Greta Thunberg dient als Vorbild für die Fridays for Future-Bewegung. Als Einzelperson vertritt sie auf unterschiedlichen Veranstaltung mit politischer Relevanz die Position eines verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgangs unserer Erde. Dabei sind ihre Motive und Erläuterungen ihrer Argumente zum Teil sehr differenziert, was ein Anreiz für einen inhaltlichen Vergleich mit den gegenwärtigen Zielen der Fridays for Future-Bewegung zur Binnendifferenzierung für stärkere Schülerinnen und Schüler sein kann. Sind die Ziele und deren Argumente dieselben geblieben? Hilfreiche Links sind u.a.: https://www.zeit.de/campus/2019-08/greta-thunberg-klimaschutz-aktivistin-fridays-for-future, https://www.merkur.de/politik/greta-thunberg-portraet-fridays-for-future-klima-global-erwaermungschweden-13457724.html. Seite 21 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie Deutschland Methode: Konferenzspiel14 (als Simulationsspiel) oder Planspiel (Link: http://methodenpool.unikoeln.de/planspiel/frameset_plans piel.html ) globaler Ebene entstanden sind. Erläutert diese an Einzelfallbeispielen. 7. Stunde: Inwiefern beeinflussen die Corona-Einschränkungen unser Denken und Handeln zum Klimaschutz? - Normen und Werte auf dem Prüfstand (Teil 2) Diskussion: Haben die CoronaEinschränkungen das Klima verändert? Wie plausibel sind die Erklärungen, die ihr online gefunden habt? (Quellenkritik, Bewertungskompetenz) Inwiefern hat eine Werteveränderung durch die Corona-Vorgaben stattgefunden? Wurden die Normen der Klimaziele unbewusst durch die schützenden Maßnahmen der Bevölkerung erreicht? Hat die Corona-Krise zu einer Werteveränderung im Rahmen der Klimadebatte geführt? Wie gelingt es einer Gesellschaft notwendige Entscheidungen verantwortungsbewusst und nachhaltig im Einklang mit der Natur zu treffen? Tipp zur Vertiefung: Lawrence Kohlbergs Stufen zur moralischen Urteilsfähigkeit15 9. Stunde: ggf. LEK oder Makromethode zur diskursiven Urteilsbildung 8. Stunde: Vorher-Nachher-Vergleich mit Schlussfolgerungen und Beantwortung der Leitfrage: Umweltethik in Corona-Zeiten – inwiefern haben sich moralische Werte und Normen für die Klimapolitik durch die Pandemie verändert? Sammelt über EduPad (https://edupad.ch/) oder Padlet (https://padlet.com) gemeinsam Argumente für eine Standpunktrede16 und erstellt ein Video mit begründetem Statement (max. 2 Minuten), Geeignete und kostenlose Videoapps: TopShot, iMovie, KineMaster, filmora (Link: https://filmora.wondershare.com/ de/filmora9-videoeditor/simple.html?msclkid=2280b09 32d5b10b580bdee7c732db86f&ut m_source=bing&utm_medium=cpc &utm_campaign=VE_SS_DE_Pid(10 80)_Brand&utm_term=filmora%20 9&utm_content=Brand%20%20PM %3A%20filmora) 14 Vgl. https://www.sowionline.de/praxis/methode/erprobung_konferenzspiel_methode_thema_klimaschutz_fach_wirtschaft_wirts chaftsoberschule_rahmen.html#:~:text=Das%20Konferenzspiel%20als%20Unterform%20des%20Simulation sspiels%20setzt%20sich,in%20gesellschaftsbezogenen%20Sachverhalten%20und%20weniger%20bei%20personenbezogenen%20F%C3%A4llen. 15 Vgl. Moralische Urteilsfähigkeit nach Lawrence Kohlberg in Bovet, G./ Huwendiek, V. (Hrsg.): Leitfaden Schulpraxis. Pädagogik und Psychologie für den Lehrerberuf. Cornelsen Scriptor, 6. Auflage 2011. 16 Weitere Hilfestellungen zur Methode der Standpunktrede finden Sie unter diesen Link: https://s.bsbb.eu/8t. Seite 22 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie 3 3.1. Hinweise für die Sek II Schwerpunktsetzungen im Unterricht der gymnasialen Oberstufe im Fach Geschichte Grundlage des Unterrichts in der gymnasialen Oberstufe sind die gültigen Rahmenlehrpläne einschließlich der dort beschriebenen Abschlussstandards der gymnasialen Oberstufe, die unterrichtsleitend sind. Darüber hinaus sind die inhaltlichen Prüfungsschwerpunkte (siehe Verwaltungsvorschrift Schule Nr. 5 / 2019 vom 25.01.2019) in vollem Umfang zu beachten. Da zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar ist, ob das 1. und 3. Kurshalbjahr vollständig im Regelbetrieb werden ablaufen können, sollten folgende Teile der Prüfungsschwerpunkte prioritär behandelt werden, um den Schülerinnen und Schülern eine Mindestauswahlmöglichkeit von Aufgaben zwischen verschiedenen Semestern zu erhalten: Q1 (Leistungskurs): GE-1: Die Grundlegung der modernen Welt in Antike und Mittelalter Die Grundlegung der modernen Welt im Mittelalter Freiheit im Mittelalter am Beispiel der Stadt: - Stadtherrschaft und -gesellschaft, Kommunebewegung und Bürgerkämpfe Q1 (Grundkurs): ge-1: Die Grundlegung der modernen Welt in Antike und Mittelalter Die Grundlegung der modernen Welt im Mittelalter Freiheit im Mittelalter am Beispiel der Stadt: - Stadtherrschaft und -gesellschaft Q3 (Leistungskurs): GE-3: Die moderne Welt und ihre Krisen: Demokratie und Diktatur Der Zweite Weltkrieg - Eroberungs-, Besatzungs- und Vernichtungspolitik in der Sowjetunion und Polen Q3 (Grundkurs): ge-3: Die moderne Welt und ihre Krisen: Demokratie und Diktatur Der Zweite Weltkrieg - Eroberungs-, Besatzungs- und Vernichtungspolitik in der Sowjetunion 3.2 Schwerpunktsetzungen im Unterricht der gymnasialen Oberstufe im Fach Geografie Grundlage des Unterrichts in der gymnasialen Oberstufe sind die gültigen Rahmenlehrpläne einschließlich der dort beschriebenen Abschlussstandards der gymnasialen Oberstufe, die unterrichtsleitend sind. Darüber hinaus sind die inhaltlichen Prüfungsschwerpunkte (siehe Verwaltungsvorschrift Schule Nr. 5 / 2019 vom 25.01.2019) in vollem Umfang zu beachten. Da zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar ist, ob das 1. und 3. Kurshalbjahr vollständig im Regelbetrieb werden ablaufen können, sollten folgende Teile der Prüfungsschwerpunkte prioritär behandelt werden, um den Schülerinnen und Schülern eine Mindestauswahlmöglichkeit von Aufgaben zwischen verschiedenen Semestern zu erhalten: Q1 (Leistungskurs): Siedlungsentwicklung und Raumordnung (Q-1)  Siedlungsentwicklung in städtischen Räumen: o Epochen der Stadtentwicklung in Mitteleuropa Seite 23 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie  o Analyse und Vergleich von Teilräumen deutscher Großstädte o Urbanisierungs- und Suburbanisierungsprozesse Raumordnung: o Raumnutzungskonflikte und Analyse raumplanerischer Entscheidungen Q1 (Grundkurs): Siedlungsentwicklung und Raumordnung (Q-1)  Siedlungsentwicklung in städtischen Räumen: o Epochen der Stadtentwicklung in Mitteleuropa o Analyse und Vergleich von Teilräumen deutscher Großstädte  Raumordnung Q3 (Leistungskurs): Leben in der „Einen Welt“ – „Entwicklungsländer“ im Wandel (Q-3)  Möglichkeiten zur Klassifizierung und Typisierung von Ländern  Wirtschaftliche Strukturen und Entwicklungstendenzen Q3 (Grundkurs): Leben in der „Einen Welt“ – „Entwicklungsländer“ im Wandel (Q-3)  Möglichkeiten zur Klassifizierung und Typisierung von Ländern  Wirtschaftliche Strukturen und Entwicklungstendenzen 3.3 Aufgaben im Abitur 2021 In den Fächern Geschichte und Geografie wird 2021 in den Grund- und Leistungskursen mindestens eine Aufgabe mit Bezug auf das 1. Kurshalbjahr zur Verfügung gestellt. Damit ist abgesichert, dass eine Aufgabe vorhanden ist, die unabhängig vom Coronageschehen in jedem Fall Bestandteil des Regelunterrichts war. Als weitere Maßnahme, die den besonderen Bedingungen der Schulschließungen Rechnung trägt, werden 2021 einmalig vier statt bisher drei Aufgaben angeboten, aus denen die Lehrkraft drei den Prüflingen zur Auswahl stellt. LK/GK Geschichte / Geografie Bisher Schülerinnen und Schüler wählen aus drei Aufgabenvorschlägen eine zur Bearbeitung aus. 2021 Entwicklung von Aufgaben; Auswahlmöglichkeiten der Schulen/Lehrkräfte Konsequenzen für die Schülerinnen und Schüler Es werden der Lehrkraft vier Aufgabenvorschläge vorgelegt. Diese wählt drei aus, davon mindestens eine mit Bezug zum 1. Kurshalbjahr. Unverändert: Seite 24 von 26 Schülerinnen und Schüler wählen aus drei Aufgabenvorschlägen eine zur Bearbeitung aus. Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie 3.4 Hinweise zu Ersatzleistungen für Klausuren, Klassenarbeiten und weitere schriftliche Lernerfolgskontrollen Für das Schreiben von Klausuren, Klassenarbeiten und weiteren schriftlichen Lernerfolgskontrollen (z.B. in Fächern ohne Klassenarbeiten) kommen folgende Szenarien in Betracht: 1. Grundsätzlich sind die oben genannten Lernerfolgskontrollen in den Präsenzzeiten in der Schule zu schreiben. Für Ersatzleistungen in Form einer “Leistungsfeststellung in anderer Form“ gelten unverändert die Vorgaben gemäß VO-GO § 14 Abs. 5 bzw. Sek I – VO § 19 Abs. 3. 2. Sind oben genannte Lernerfolgskontrollen in den Präsenzzeiten aus Infektionsschutzgründen nicht möglich, können auch Räumlichkeiten außerhalb der Schule genutzt werden, die ein individuelles Schreiben ermöglichen und sicher zugänglich sind. Die Aufsicht durch eine Lehrkraft ist dabei zu gewährleisten. 3. Kann auch dies bei einzelnen Schülerinnen und Schülern aus Infektionsschutzgründen nicht realisiert werden, ist auf Antrag und mit Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung eine Ersatzleistung zu ermöglichen. Aus der ärztlichen Bescheinigung muss hervorgehen, dass eine Lernerfolgskontrolle wie unter 1. bzw. 2. beschrieben nicht möglich ist. Ersatzleistungen aus Gründen des Infektionsschutzes sind Leistungsüberprüfungen, die ohne Absicherung eines festgelegten Zeitfensters im häuslichen Umfeld umsetzbar sind. Es gelten die Grundsätze der Leistungsbeurteilung der jeweils gültigen Schulstufenverordnung, die diesbezüglich rechtlich angepasst werden. Die Aufgabenstellungen für Ersatzleistungen orientieren sich an folgenden Grundsätzen:  sie entsprechen dem Anforderungsniveau der jeweiligen Jahrgangsstufe bzw. des jeweiligen Kursniveaus (GK oder LK),  sie rücken Kompetenzbereiche in den Mittelpunkt der Leistungsüberprüfung, die im häuslichen Umfeld auch tatsächlich überprüfbar sind (sie berücksichtigen z.B. von vornherein, dass Schülerinnen und Schüler Hilfsmittel aller Art nutzen können, bzw. dass die zulässigen Hilfsmittel zur Verfügung stehen),  sie sparen Kompetenzbereiche aus, zu denen Leistungen im häuslichen Umfeld nicht erbracht werden können oder die Gefahrensituationen hervorrufen könnten (z.B. Experimente in den Naturwissenschaften),  sie ermöglichen Aufgabenformate und Aufgabenstellungen, die von denen für andere Schülerinnen und Schüler der Lerngruppe im Detail abweichen, aber hinsichtlich des Anforderungsniveaus vergleichbare Leistungen verlangen und eine vergleichbare Leistungsbewertung gestatten. Schülerinnen und Schüler, die im häuslichen Umfeld eine Ersatzleistung erbringen, müssen eine Selbstständigkeitserklärung in schriftlicher Form abgeben. Wenn für die Leistungsfeststellung eine telefonische Kontaktaufnahme, Videotelefonie oder andere digitale Formate vereinbart werden, müssen Schülerinnen und Schüler dazu eine Freiwilligkeitserklärung abgeben. Mögliche Aufgabenformate: - Projektarbeiten mit schriftlicher Dokumentation, die z.B. durch andere Personen oder per Post übermittelt werden, wenn eine digitale Übermittlung nicht möglich ist. Liegt eine Freiwilligkeitserklärung vor, kann eine per Videokonferenz vorgestellte oder digital aufgezeichnete Präsentation die schriftliche Dokumentation ersetzen. - Schriftliche Aufgaben, für die ein definierter Bearbeitungszeitraum (mindestens ein Unterrichtstag) vorgegeben wird. Fachspezifische Vorgaben zum Umfang, z. B. zur Wortanzahl, sind hier Seite 25 von 26 Fachbrief Nr. 38 August 2020 Geschichte, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Gesellschaftswissenschaften 5/6, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Ethik, Philosophie sinnvoll, um die Bearbeitung angemessen zu begrenzen. Die Übermittlung kann durch eine andere Person oder per Post erfolgen, wenn eine digitale Übermittlung nicht möglich ist. Liegt eine Freiwilligkeitserklärung vor, kann die Abgabe der Aufgaben z.B. per E-Mail erfolgen. Dafür ist vorab eine Abgabefrist festzusetzen und die Abgabe zu bestätigen, z. B. durch eine Lesebestätigung. Nach Abgabe des schriftlichen Teils kann ein mündliches Gespräch, auch in Form eines maximal zehnminütigen Telefonats oder einer Videoschaltung, einen Klausurteil oder Aufgabenbereich einer Klassenarbeit, der nur unmittelbar abprüfbar ist, ersetzen oder ergänzen. - Aufgaben für andere Lernprodukte, die überwiegend nicht in Aufsatz- oder Textform vorzulegen sind (z.B. in Form eines Plakates oder Storyboards, eines Vortrags, einer selbst erstellten Filmsequenz oder eines Strukturbildes). Sie sollten immer durch eine schriftliche Erläuterung des Produktes ergänzt werden. Die Übermittlung der Ergebnisse erfolgt wie bei Projektarbeiten. Liegt eine Freiwilligkeitserklärung vor, kann nach Abgabe ein maximal 15-minütiges Telefonat oder eine Videoschaltung erfolgen (z.B. zur Begründung der Herangehensweise, Reflexion der Struktur und Beurteilung des erreichten Erkenntniswertes). Soweit eine Arbeit in einer digitalen Lernplattform erstellt oder eingereicht wird, sind auch diese Formate, wenn sie eingeübt und von den Schülerinnen und Schülern vorher erprobt wurden, zulässig. Seite 26 von 26
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