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Periodical volume

Full text: Handels-Newsletter Aktion Karl-Marx-Straße Issue 10.2015

HANDELS-NEWSLETTER | JULI 201  5

+++ aktuelle Informationen für die Gewerbetreibenden +++ aktuelle Informationen für die Gewerbetreibenden +++
© Dario Lehner

INHALT 1.	Aktionärsfonds-Projekte 2015 2.	Veranstaltungen auf dem Alfred-Scholz-Platz 3.	Die Hohenzollern-Apotheke Gesundheitsstandort Neukölln 4.	Dr. Rainer Gebhardt über das Atemwegszentrum Neukölln 5.	Forum Apotheke am Rathaus

Backyard Sommerfest Neukölln
Das neu eröffnete Karl-Marx-Hostel stellte sich vom 26. bis 28. Juni 2015 seiner Nachbarschaft vor, indem sie in ihrem idyllischen Innenhof ein Sommerfest veranstalteten. Neben musikalischen und kulinarischen Neuköllner Leckerbissen unter Einbindung der Nachbarschaft bot ein Plattenflohmarkt die Möglichkeit, die private Plattensammlung zu erweitern. Es konnten viele Besucher registriert werden.

AKTIONÄRSFONDS-PROJEKTE 2015
In diesem Jahr wurden im Rahmen des Aktionärsfonds der [Aktion!Karl-Marx-Straße] Projekte im Bereich der Baustelle der Karl-Marx-Straße bzw. Projekte, die unmittelbar mit der Baustelle zu tun haben, gesucht. Mit dieser Ausrichtung sollten insbesondere die von den Umbauten betroffenen Gewerbetreibenden unterstützt werden. Eine Jury wählte im April 2015 acht Projekte zur Förderung aus, einige davon wurden bereits umgesetzt.
Backyard Sommerfest © CM

Neue Markise für Blumen Jette
Blumen Jette hat mit Unterstützung des Aktionärsfonds eine neue Markise angeschafft.

Peachbeach saves the World
Mit der Gestaltung der Rückwand der Rixbox auf dem Alfred-Scholz-Platz konnte ein neuer Hingucker von dem

Frau Horn freut sich über ihre neue Markise © CM

Neues Graffiti von peachbeach an der Rixbox © CM

KONTAKT/Herausgeber
» Citymanagement der [Aktion! Karl-Marx-Straße] | Sabine Slapa, Susann Liepe | cm@aktion-kms.de | Tel. 030. 221972. 93 » Arbeitsgemeinschaft Karl-Marx-Straße | c/o Gf. Dieter Aßhauer | Andersenweg 1c | 14558 Nuthetal | Tel. 0157. 74353870 » Bezirksamt Neukölln | Fachbereich Stadtplanung | Dirk Faulenbach | stadtplanung@bezirksamt-neukoelln.de | Tel: 030. 90239. 2153 » Gestaltung: Fromlowitz + Schilling Juli 2015_Seite 1 | Auflage: 1000 Stück

Streetart- und Illustrationskollektiv Peachbeach geschaffen werden. Das Kunstwerk „Peachbeach saves the World“ zeigt eine stilisierte Weltkarte. Die darin enthaltenen Symbole für die Menschen und Kulturen der Welt stehen symbolisch für die Vielfalt in Neukölln und passen damit zum „Demografischen Pflaster“ auf dem Platz.

VERANSTALTUNGEN AUF DEM ALFREDSCHOLZ-PLATZ Kultkölln – Jahrmarkt der Manufakturen, 18. und 19. September 2015, 14:00 bis 22:00 Uhr
Genießen Sie Kulinarisches vom Grill oder auch vegetarische Neuköllner Leckereien. Stoßen Sie an mit Rollbergbier. Stöbern Sie an den Marktständen nach Fashion Design und vielem mehr. Lassen Sie sich auf der Bühne nicht nur vom Fujiama Nightclub überraschen, sondern auch durch Tänzer und Gaukler verzaubern. Morris Perry führt Sie durch sem das Jahr Programm. wieder mit Feiern Sie auch in diebeim Jahrmarkt der Manufakturen auf dem Alfred-Scholz-Platz an der Karl-Marx-Straße. Auch Gewerbetreibende

Labor der Wünsche
Dem Festivalaufruf von 48 Stunden Neukölln „S.O.S. Kunst rettet die Welt“ folgend, eröffnete zwischen dem 26.6. und dem 28.6. an der Baustelle auf der Karl-Marx-Straße ein „Labor der Wünsche“. Statt Bauzäunen fanden sich dort schillernde Ballonblasen, an denen die Passanten dazu aufgefordert wurden, ihre Wünsche niederzuschreiben, zu veröffentlichen und die Wünsche ihrer Mitmenschen zu sichten. Ziel des Projekts war es, die Wünsche der Bewohnerinnen und Bewohner des Kiezes kennenzulernen, neue Wege der Interaktion im öffentlichen Raum zu erproben und die Anonymität im hektischen Treiben der Karl-Marx-Straße aufzubrechen. Maßgeblich für das Gelingen des Kunstprojekts waren das rege Interesse und der Einsatz der umliegenden Geschäfte. Erwachsene wie Kinder teilten ihre Wünsche mit, sodass am Ende des Wochenendes zahlreiche Wünsche formuliert und entdeckt worden waren. Welche dieser Wünsche bereits erfüllt wurden, können Sie auf www.laborderwuensche.org nachlesen. Hier finden Sie auch ein Essay zum „Wünschen in der Postmoderne“, das allen Schreiblustigen offen steht.

aus dem Ganghoferkiez sind in diesem Jahr unter dem Motto „Kunst, Kultur, Handwerk“ Teil von Kultköllln. sentationen Neben und PräInfos locken
Einladungsplakat „Kultkölln“ © Judith Carnaby

am Stand auf dem Alfred-Scholz-Platz

junge Artisten vom Kinderzirkus Cabuwazi mit Spektakel vor den Geschäften zu einer Entdeckungsreise in den Kiez. Eine Gewerbetour mit dem Neuköllner Stadtführer Reinhold Steinle führt zu Unternehmen im Quartier und bietet manch überraschenden Einblick. Und alle BesucherinBallons voller Wünsche im „Labor der Wünsche“ © Sarah König

nen und Besucher sind aufgerufen, bei einer Fotosafari ihre Sicht auf das Gewerbe im Ganghoferkiez festzuhalten. —> www.aktion-kms.de/events/kultkoelln/

Haben Sie noch Projektideen? Möchten Sie Ihre Kunden vor allem im Baustellenbereich gezielt ansprechen oder Ihr Geschäft verändern? Es gibt noch Restmittel im Aktionärsfonds. Bei Interesse melden Sie sich beim Citymanagement: Citymanagement der [Aktion! Karl-Marx-Straße] Richardstraße 5, 12053 Berlin Telefon: 030/221 972 93 E-Mail: cm@aktion-kms.de

Die Straßenbühne Neukölln – Musik, Tanz, Theater und Performance, jeden Mittwoch von 16.00 bis 22.00 Uhr
Sie machen Musik, solo oder in einer Band? Sie sind Teil einer Tanz- oder Theater-Combo und wollen Ihre Performance einem entspannten Neuköllner Publikum präsentieren? Das Bistro Rixbox gibt Ihnen Raum für Ihren Ruhm. Oder kommen Sie einfach vorbei und genießen Sie! Neben Street Art warten außerdem kühle Drinks und Soul Food auf Sie. —> www.rixbox.de

KONTAKT/Herausgeber
» Citymanagement der [Aktion! Karl-Marx-Straße] | Sabine Slapa, Susann Liepe | cm@aktion-kms.de | Tel. 030. 221972. 93 » Arbeitsgemeinschaft Karl-Marx-Straße | c/o Gf. Dieter Aßhauer | Andersenweg 1c | 14558 Nuthetal | Tel. 0157. 74353870 » Bezirksamt Neukölln | Fachbereich Stadtplanung | Dirk Faulenbach | stadtplanung@bezirksamt-neukoelln.de | Tel: 030. 90239. 2153 » Gestaltung: Fromlowitz + Schilling Juli 2015_Seite 2 | Auflage: 1000 Stück

Das Interview mit Dr. Sabine Göhr-Rosenthal (SGR) führte Dieter Aßhauer von der AG Karl-Marx-Straße (DA). Susann Liepe vom Citymanagement fasste das Interview zusammen. DA: In den letzten Jahren sind neue BewohnerInnen nach Neukölln gezogen. Profitieren Sie von der neuen Bewohnerstruktur? SGR: Wir merken die Veränderung schon seit 2011 sehr deutlich. Und die Tendenz setzt sich fort. Das macht wirklich Spaß. Vornehmlich sind das junge Leute aus der ganzen Welt, die es mit Begeisterung nach Berlin zieht. Diese zeigen ein ganz anderes Verhalten in der Apotheke als viele unserer bisherigen Kunden. Auf der einen Seite fragen sie kritisch nach. Auf der anderen Seite haben sie einen großen Beratungsbedarf, da aus Zeitmangel der Gang zum Apotheker oftmals dem Gang zum Arzt vorgezogen wird. Da fühle ich mich als Apothekerin in meiner Funktion – Fachfrau fürs Arzneimittel – wahrgenommen im besten Sinne. Und trotzdem muss kein Arzt um seine PatienLogo „Die Straßenbühne“ © Rixbox

ten bangen, denn die Verantwortung, in problematischen Fällen auf den Arztbesuch hinzuweisen, nehmen wir sehr ernst. Wir sehen eine große Chance in dieser neuen Kundengruppe. Gleichzeitig freuen wir uns über das Vertrauen vieler Stammkunden, die zum Teil von weit her den Weg zu uns finden. Die Mischung macht es eben. Und neben Deutsch, Polnisch, Türkisch und Urdu wird nun gehäuft Englisch mit den jungen Leuten aus aller Welt gesprochen. DA: Sie setzen auf den Zuzug von neuen Bürgern. Sie sagen, Sie haben Sprachkompetenz. Studien besagen, dass immerhin 15% der Besuchsanlässe der Karl-Marx-Straße aufgrund von Arzt- oder Apothekenbesuchen stattfinden. Sehen Sie bei sich oder den Kollegen ein spezielles Profil für die Karl-Marx-Straße als Gesundheitsstandort, mit welchem ggf. auch gemeinsam geworben werden kann? SGR: Die Zahl ist nicht überraschend. Wir haben – trotz Abwanderung zahlreicher Fachärzte – eine Vielzahl von Ärzten, Zahnärzten und Apotheken, was der hohen Einwohnerzahl von Neukölln auch entspricht. Für eine gemeinsame Vermarktung verkennen Sie jedoch die Situation.

Bespielen Sie den Alfred-Scholz-Platz mit Ihrem eigenen Event: Das Citymanagement der [Aktion! KarlMarx-Straße] unterstützt Sie gerne bei Ihrem Projekt. —> www.aktion-kms.de/aktiv/ihr-event-auf-dem-alfredscholz-platz/

DIE HOHENZOLLERN-APOTHEKE IN BERLINNEUKÖLLN Seit über 100 Jahren im Dienst für Gesundheit
Der Name der Apotheke verweist auf den ersten Standort, an dem die Apotheke am 20. 10. 1900 gegründet wurde. Es war am Hohenzollernplatz Nr. 1, heute Karl-Marx-Platz. Der damalige Polizeipräsident hatte den Bedarf für eine Apotheke festgestellt, um eine ordentliche Arzneimittelversorgung der Gemeinde Rixdorf sicherzustellen. Im 2. Weltkrieg wurde die Apotheke 1944 völlig ausgebombt, wie 60% der Berliner Apotheken. Um die Arzneimittel-Versorgung der notleidendenden Bevölkerung zu gewährleisten, wurde der Notbetrieb in zwei Räumen des heute noch existierenden Musikhauses Bading erlaubt. 1946 ging die Apotheke in den Besitz der Familie Göhr über; zunächst an Paul Göhr, der als Vertriebener aus Schlesien ein neues Leben in Neukölln begann und in der Karl-Marx-Str. 169 den Apothekenbetrieb fortsetzte. 1958 übernahm der Sohn Hans-Günther Göhr die Apotheke. 1981 erfolgte die Verlegung der Apotheke auf die andere Straßenseite Nr. 168. Ende des letzten Jahrhunderts begann die heutige Inhaberin Dr. Sabine GöhrRosenthal in der Apotheke mitzuwirken. Sie verließ dafür ihren Arbeitsplatz in der pharmazeutischen Forschung bei Schering AG (heute Bayer AG). Im Jahr des 100jährigen Bestehens erfolgte ein erneutes Bekenntnis zur Karl-MarxStraße als Standort und eine umfangreiche Modernisierung u.a. mit automatisierter Warenausgabe.

Frau Dr. Göhr-Rosenthal in ihrer Hohenzollern-Apotheke © CM

KONTAKT/Herausgeber
» Citymanagement der [Aktion! Karl-Marx-Straße] | Sabine Slapa, Susann Liepe | cm@aktion-kms.de | Tel. 030. 221972. 93 » Arbeitsgemeinschaft Karl-Marx-Straße | c/o Gf. Dieter Aßhauer | Andersenweg 1c | 14558 Nuthetal | Tel. 0157. 74353870 » Bezirksamt Neukölln | Fachbereich Stadtplanung | Dirk Faulenbach | stadtplanung@bezirksamt-neukoelln.de | Tel: 030. 90239. 2153 » Gestaltung: Fromlowitz + Schilling Juli 2015_Seite 3 | Auflage: 1000 Stück

immer wieder auf neue Menschen und Bedürfnisse einstellen. Das wird eigentlich viel zu wenig gewürdigt. Ich wünsche mir weiterhin für unsere Straße eine offene Willkommenskultur. Ich habe ein „Wunsch“-Bild von der Straße vor Augen mit vielen kleinen und mittelgroßen Geschäften, die Mode, Schuhe, Accessoires, Gesundheit und Essbares aus vielen Teilen der Welt anbieten, verbunden mit einer Mischung vieler Sprachen in unseren Ohren, Restaurants und Cafés zum vergnüglichen Verweilen und besserem Kennenlernen der anderen Kultur. DA: Wie sehen Sie die Chancen für die Straße und ihre Gewerbetreibenden nach dem Umbau? Es wird z.B. breitere Gehwege und neue Radwege geben. Sehen Sie positive Veränderungen? SGR: Die Antwort fällt mir zurzeit schwer. Wir Gewerbetreibenden schauen z.T. mit Unverständnis auf die Baustelle, die oft stillzustehen scheint. Unser Unmut wird von der Annahme gespeist, dass mit mehr Personal und besserer Koordination die Baustelle in der Hälfte der Zeit bewältigt werden könnte. Wir sind hier oft mit dem Citymanagement im Gespräch und hoffen, dass wir mit unserer Hartnäckigkeit zumindest für die nächsten Baustellenabschnitte senDA: Was ist dann Ihr eigenes Profil oder Motto? SGR: Zuhören – verstehen – helfen, und das in vielen Sprachen. Bei mir steht der Mensch im Mittelpunkt. Ich bin für meine Kunden Lotse im Umgang mit den verschiedenen Arzneimitteln und das mit Herz und Verstand. Vieles wird für den Kunden immer undurchschaubarer. Er soll sich vertrauensvoll auf mein Wissen und meine Hilfe als Apothekerin verlassen. Ich verkaufe Arzneimittel, damit die Menschen ihre Gesundheit pflegen bzw. wieder erlangen können. Und ich bin überzeugt, dass meine Kunden mehr davon haben, dass wir uns Zeit für sie nehmen, als dass wir sie für Rabattaktionen aufwenden. Wer sparen möchte, dem empfehlen wir preiswerte Alternativen von den Generikafirmen. Und es geht ein Kunde auch einmal ohne ein Medikament aus unserer Apotheke, weil es nach dem beratenden Gespräch nicht notwendig erscheint. Auch gesunde Ernährung kostet etwas mehr Geld, der Trend geht trotzdem dahin, weil der Mehrwert für die persönliche Zukunft erkannt wird. DA: Und haben Sie eine Vision für die Entwicklung der Karl-Marx-Straße generell, unabhängig von Ihrer Branche? SGR: Neukölln war schon immer ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen und Einfallstor für Zuwanderer: zuerst die Böhmen, die nach Rixdorf kamen, dann der Zuzug infolge der Industrialisierung um die 19./20.- Jahrhundertwende aus dem Umland, später der Zuzug der sogenannten Gastarbeiter aus dem Süden Europas in den 60er-Jahren, dann der Zuzug von Osteuropäern nach dem Mauerfall und heute der Flüchtlinge aus aller Welt. Neukölln musste sich Hohenzollern Apotheke Karl-Marx-Straße 168, 12043 Berlin Telefon: 030/6872154 Email: kontakt@hohenzollern-apotheke-berlin.de www.hohenzollern-apotheke-berlin.de Öffnungszeiten: Montag – Donnerstag 8:30 – 19:30 Uhr Freitag 8:30 – 19:00 Uhr, Samstag 9:00 – 14:00 Uhr Sollte mein Wunschbild wahr werden, freue ich mich aber schon heute, mit der Hohenzollern Apotheke ein Teil dieser „Multikulti“-Szene zu sein. sibilisiert haben. Ich wünsche mir künftig mehr Verständnis für die Belange der Gewerbetreibenden, deren Geschäft von der Besucherfrequenz der Straße abhängig ist. Viele der Gewerbetreibenden haben mit Umsatzeinbrüchen zu kämpfen. Bei manchen reicht der Atem schon jetzt nicht mehr, um von den Veränderungen, die sicherlich positiv sein werden, zu profitieren. Grundsätzlich befürworte ich aber den Ausbau für Fußgänger und Fahrradfahrer und die Rücknahme des Autoverkehrs. Wie positiv die Zukunft sein wird hängt auch vom Verhalten und von den Investitionen der Vermieter und der Politik ab. Auch die Parkplatz-Thematik darf nicht aus den Augen verloren werden. In den Seitenstraßen müssen verstärkt Kurzzeitparkplätze auch für unsere Auto-Kunden eingerichtet werden.

Dieter Aßhauer im Gespräch mit Frau Dr. Göhr-Rosenthal © CM

Apotheken stehen heutzutage in einem harten Konkurrenzkampf. Was diesbezüglich auch hier auf dieser Straße passiert finde ich schade. Ich glaube, von den ca. 18 Apotheken im Umfeld, bin ich eine der Wenigen, bei der Sie im Schaufenster kein Schild zur Rabattschlacht finden. Wir nutzen unsere Zeit lieber für gesundheitliche Fragen als für Rabattdiskussionen. Gesundheit hat einen besonderen Wert, der nicht nach dem Prinzip „billig“ konsumiert werden kann.

KONTAKT/Herausgeber
» Citymanagement der [Aktion! Karl-Marx-Straße] | Sabine Slapa, Susann Liepe | cm@aktion-kms.de | Tel. 030. 221972. 93 » Arbeitsgemeinschaft Karl-Marx-Straße | c/o Gf. Dieter Aßhauer | Andersenweg 1c | 14558 Nuthetal | Tel. 0157. 74353870 » Bezirksamt Neukölln | Fachbereich Stadtplanung | Dirk Faulenbach | stadtplanung@bezirksamt-neukoelln.de | Tel: 030. 90239. 2153 » Gestaltung: Fromlowitz + Schilling Juli 2015_Seite 4 | Auflage: 1000 Stück

DR. RAINER GEBHARDT über die Karl-MarxStraße und das Atemwegszentrum Neukölln
Dr. med. Rainer Gebhardt ist nicht nur bereits seit 24 Jahren in Neukölln praktizierender Arzt in der Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie und Umweltmedizin, sondern lebt auch in Neukölln. Er ist überzeugter Neuköllner. Er setzt sich für die Stärkung des Quartiers ein, für das Hauptzentrum Karl-Marx-Straße. So ist er auch Lenkungsgruppenmitglied der [Aktion! Karl-Marx-Straße]. Vor einigen Jahren gab es in der Karl-Marx-Straße und unmittelbarer Umgebung noch wesentlich mehr Fachärzte. Woran das liegt, erklärt Dr. Gebhardt mit dem veränderten Umgang mit den Zulassungen für Praxen. Zulassungen durften verkauft werden, wo diese dann ausgeübt wurden, war nicht festgelegt. So gingen viele Fachärzte dorthin, wo „die Privatpatienten
Dr. Rainer Gebhardt © CM

sprechenden Ländern, sondern vor allem aus europäischen Ländern. Bei ihm wird Deutsch und Englisch gesprochen und das funktioniert bereits seit Jahren hervorragend. Neukölln ist für ihn der Bezirk, der im Bereich Gesundheit und Soziales am Besten in Berlin aufgestellt ist. Der Bezirksstadtrat für Jugend und Gesundheit Herr Liecke kämpft für den Neuköllner Gesundheitsstandort. Neben der ärztlichen Versorgung gehören dazu weitere Angebote, wie das Haus des Bürgers, wo Fragen rund um das Alter beantwortet werden, und ein Kompetenzzentrum. Neukölln ist der einzige Bezirk, wo es drei Pflegestützpunkte für Information, Beratung und Unterstützung rund um die Pflege gibt. Diese vielfältigen Angebote müssten allerdings noch besser nach außen kommuniziert werden. Leider hat Neukölln immer noch ein schlechtes Image. Hier muss weitere Energie hinein gesteckt werden, um deutlich zu machen, was Neukölln wirklich ist, ein liebenswerter und lebenswerter Bezirk, ein vernetzter Bezirk, ein Bezirk für alle Bürgerinnen und Bürger. Vielleicht können mit einer besseren Kommunikation über und für den Bezirk auch über die noch fehlenden medizinischen Fachrichtungen dazu gewonnen werden. Ebenso wichtig ist die Zusammenarbeit mit den Apotheken und auch hier kann Dr. Gebhardt nur Positives berichten.

aus dem Bäumen geschüttelt werden konnten“. Das

ist heute nicht mehr möglich. Die Zulassungen müssen im Bezirk bleiben, wenn ein Bedarf besteht. Mit einer so genannten „Neuköllner Zulassung“ kann nur in einen anderen Bezirk gegangen werden, wenn auch dort dieser Bedarf nachgewiesen wird. Das trifft natürlich auch umgekehrt zu. In Neukölln besteht auf jeden Fall ein Bedarf an weiteren Fachärzten, hier besonders in den Fachrichtungen Rheumatologie, Kindermedizin und Augenheilkunde. Für Dr. Gebhardt ist die „gesunde“ Mischung an Patienten wichtig. Bei ihm werden alle gleich behandelt – ob Privat- oder Kassenpatient. Dr. Gebhardt ilegt Wert darauf, dass Patienten, die einen Hausarzt haben, auch von diesem überwiesen werden. Beim Hausarzt müssen seiner Meinung nach alle Fäden zusammen laufen. Als Facharzt bedient er seine Fachrichtung, sollten andere Fachrichtungen gefordert sein, überweist er an die Kollegen. Die Zusammenarbeit mit anderen Ärzten ist ihm wichtig, Dr. Gebhardt ist sehr gut vernetzt und engagiert sich für die Funktionsfähigkeit der Ärztenetzwerke. So initiiert er u.a. zwei Qualitätszirkel, die für jeden Arzt zur Fortbildung gehören. Die Frage, ob sich die Patienten in den letzten Jahren geändert haben, beantwortet er mit einem Lächeln auf den Lippen. Ja, hier kommen alle Kulturen zusammen. Es gibt keinen interessanteren Bezirk als Neukölln. Er selbst zählt 50% seiner Patienten zu denen mit ausländischem Hintergrund, aber nicht nur aus türkisch und arabisch

FORUM APOTHEKE AM RATHAUS Ein Urgestein in Neukölln
„Neu, aber mit altem Inhalt“ beschreibt Lars Rieck, Inhaber der FORUM Apotheke, die Neueröffnung seiner Apotheke. Die Apotheke existiert seit 1968 als Familienbetrieb und ist eine Institution an der Karl-Marx-Straße. Lars Rieck hat die Apotheke von seinem Vater 2005 übernommen. Er ist in der Apotheke groß geworden. Als Kind hat er noch die Schubladen mit den Medikamenten auf und zu geschoben, das geht heute nicht mehr. Denn mit dem aktuellen Umbau der Apotheke wurde ein Logistiksystem eingebaut, welches die Abläufe erheblich vereinfacht. Die elektronische Hilfe wird auch liebevoll „Lager-Roboter“ genannt. Medikamentenschachteln müssen nicht mehr sortiert und eingeräumt

Lars Rieck in seiner FORUM Apotheke © CM

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konnte der gesamte Verkaufsbereich fast verdoppelt werden. Dabei wurde auch der Kosmetikbereich ausgebaut und ein Showroom errichtet, in dem Salben und andere Rezepturen gefertigt werden. Diese Fertigung ist heute noch ein wichtiger Arbeitsbereich jedes Apothekers, geschieht aber meist im Verborgenen. Herr Rieck blickt zu Recht mit Stolz auf seinen Umbau, auf die neuen Potenziale, die er damit schaffen konnte, auch wenn noch an der einen oder anderen Stelle gebaut wird. Die Kunden danken es ihm bereits heute. Sie kommen gern und bedanken sich für die Kompetenz der Mitarbeiter. Herr Rieck pflegt die Zusammenarbeit mit ansässigen Ärzten, aber auch Pflegediensten und nicht zuletzt mit dem Bezirksstadtrat für Gesundheit, direkt ihm gegenüber im Rathaus sitzend. Er plant die Durchführung von Schulungen, z.B. zur Pflege von Angehörigen. Herr Rieck hat viele Jahre lang die Entwicklung von Neukölln mit verfolgen können. Er war nie unzufrieden mit dem Standort, auch wenn es immer Veränderungen gab. Er kennt keinen spannenderen Bezirk. Aufgrund der hohen Einwohnerdichte ist Neukölln ein guter GesundheitsstandImpressionen vom Umbau, die auch schon mal Besonderheiten wie hier die Decke beinhalten © Maik Frommberg

ort, wenn auch heute – durch die Abwanderung in den letzten Jahren – Fachärzte fehlen. Herr Rieck bildet nicht nur im pharmazeutischen Bereich aus, sondern macht auch mal für die eine oder andere Kindergartengruppe eine Führung in seiner Apotheke. Da werden dann Smarties-Schachteln auf das Logistiksystem gelegt, eingelesen und wieder ausgegeben. Ebenso wichtig ist ihm die Verständigung mit den Kunden, wenn nicht sogar am wichtigsten. Die Vertrautheit schätzt er sehr. Die Arbeit macht ihm und seinem Team Spaß. Er sagt: „die Kunden sind so dankbar, da stecken immer Persönlichkeiten hinter“. Auch die Sprache ist ein entscheidender Faktor. Heute ist es die englische Sprache, die vorherrscht, natürlich wird hier auch türkisch, arabisch und polnisch gesprochen und – darauf ist er besonders stolz – gibt es einen Kollegen, der die Gebärdensprache beherrscht. Forum Apotheke am Rathaus Neukölln Karl-Marx-Straße 80, 12043 Berlin www.forum-apotheke.de Öffnungszeiten: Montag – Freitag 8.00 – 20.00 Uhr Samstag 9.00 – 18.00 Uhr Ihr Citymanagement.

werden, sondern nach Ablage in einem Auffangbereich laufen diese über ein Band und werden automatisch eingescannt und abgelegt. Dabei sortiert der Computer nicht nach Alphabet oder Medikamententypen, sondern schlichtweg nach Platzverfügbarkeit. Mit diesem System hat sich der Lagerplatz erheblich vergrößert. Bis zu 30.000 Medikamente können gelagert werden. Dafür war auch der Einbau einer Klima­ anlage erforderlich, um die erforderlichen Lagertemperaturen zu gewährleisten. Der Kunde bekommt heute aufgrund der Kapazität nahezu jedes Medikament gleich mit. Und wenn das mal nicht möglich ist, bietet die ForumApotheke natürlich auch einen Lieferservice an. Reicht ein Kunde sein Rezept im Kassenbereich ein, fordert der Mitarbeiter das Medikament per Knopfdruck ab; das Suchen und Holen entfällt. Während nun Zeit für das Kundengespräch ist, sucht der Computer das entsprechende Präparat und transportiert dieses zum Kassenbereich. Um diese Erhöhung des Kundenservices, verbunden mit der Erleichterung für das Personal zu erreichen, wurde der Umbau der FORUM Apotheke notwendig. Mit dem Umbau

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