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Periodical volume

Full text: Peter-Joseph-Lenné-Preis ... des Landes Berlin Issue 47.2018

Peter-Joseph-Lenné-Preis 2018
des Landes Berlin
47. Jahrgang

Ergebnisprotokoll der Preisgerichtssitzung
12. und 13. Juli 2018

Ort:
Zeit:

Alte Zollgarage, ehemaliger Flughafen Tempelhof, Columbiadamm 10, 12101 Berlin
12. Juli 2018, 9:00 - 18:00 Uhr
13. Juli 2018, 9:00 - 18:00 Uhr

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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ............................................................................................................... 3
1. Preisgericht...................................................................................................................... 5
Verlauf des Preisgerichts................................................................................................ 6
Zulassung der Arbeiten .................................................................................................. 6
Engere Wahl / Preise ..................................................................................................... 7
Karl-Foerster-Anerkennung ............................................................................................ 7
Abschluss ....................................................................................................................... 7
2. Bereich A ......................................................................................................................... 8
Berlin – Historische Mitte: Marx-Engels-Forum ............................................................. 8
Geforderte Leistungen .................................................................................................... 8
Pflanzenverwendung – Karl-Foerster-Anerkennung ....................................................... 8
Beurteilungskriterien des Preisgerichts für die Aufgabe A .............................................. 9
Rundgänge..................................................................................................................... 9
Bewertungen .................................................................................................................. 9
Jury-Entscheidungen .....................................................................................................10
Beschreibungen der Arbeiten durch das Preisgericht ....................................................11
3. Bereich B ........................................................................................................................15
Deutschland: Spreequellstadt Ebersbach-Neugersdorf (Oberlausitz) ........................15
Geforderte Leistungen ...................................................................................................15
Pflanzenverwendung – Karl-Foerster-Anerkennung ......................................................15
Beurteilungskriterien des Preisgerichts für die Aufgabe B .............................................16
Rundgänge....................................................................................................................17
Bewertungen .................................................................................................................17
Jury-Entscheidungen .....................................................................................................17
Beschreibungen der Arbeiten durch das Preisgericht ....................................................18
4. Bereich C ........................................................................................................................21
Freiraumarchitektonische Visionen für den „Fermiers Généraux“ in Paris ...............21
Geforderte Leistungen ...................................................................................................21
Pflanzenverwendung – Karl-Foerster-Anerkennung ......................................................21
Beurteilungskriterien des Preisgerichts für die Aufgabe C .............................................22
Rundgänge....................................................................................................................22
Bewertungen .................................................................................................................22
Jury-Entscheidungen .....................................................................................................22
Beschreibungen der Arbeiten durch das Preisgericht ....................................................23

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5. Namentliche Feststellung der Preisträgerinnen und Preisträger ................................25
6. Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Peter-Joseph-Lenné-Preisverfahren 2018 .......27
Berlin – Historische Mitte: Marx-Engels-Forum .................................................................27
Deutschland: Spreequellstadt Ebersbach-Neugersdorf (Oberlausitz)................................33
Freiraumarchitektonische Visionen für den „Fermiers Généraux“ in Paris .......................35

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1. Preisgericht
Das vom Auslober berufene Preisgericht 2018 setzte sich wie folgt zusammen:

Prof. Ulrike Böhm, Vorsitzende des Preisgerichts
Landschaftsarchitektin bdla und Büroinhaberin von bbzl boehm benfer zahiri landschaften städtebau
Ursula Renker (12.07.) und Verena Schönhardt (beide Tage)
Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz,
Abt. III Freiraumplanung und Stadtgrün
Laurence Daude
Leiterin der Agentur „Architektonische und technische Studien“, Stadt Paris
Christophe Teboul
Leiter der Agentur „Beziehung zum Nutzer“, Stadt Paris
Verena Hergenröder
Bürgermeisterin Ebersbach-Neugersdorf
Marianne Mommsen
Freie Landschaftsarchitektin bdla und Büroinhaberin von relais Landschaftsarchitekten
Mitglied im Kuratorium der Karl-Foerster-Stiftung
Pascal Zissler und Jan Ole Rolfes (nur 12.07.)
Peter-Joseph-Lenné-Preisträger 2016

Als ständig anwesende Ersatzpreisrichterin fungierte Frau Dipl.-Ing. Bettina Riese, Grün
Berlin GmbH.

Zu Gast:
Birgit Voigt - Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen
Sandra Marinyok – Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Organisation:
Grün Berlin GmbH - Geschäftsstelle des Lenné-Preises

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Aufgabe des Preisgerichts
Das Preisgericht hatte
• über die Zulassung der eingereichten Arbeiten zu befinden,
• Bewertungskriterien für jeden Aufgabenbereich zu erarbeiten,
• alle Arbeiten ab der Engeren Wahl zu beschreiben,
• für jeden der Aufgabenbereiche die Rangfolge der Arbeiten und die Zuerkennung
der Peter-Joseph-Lenné-Preise und der Peter-Joseph-Lenné-Anerkennungen zu
ermitteln und
• für die Vergabe der Karl-Foerster-Anerkennung durch die Karl-Foerster-Stiftung
Empfehlungen zu geben.

Verlauf des Preisgerichts
Eröffnet wurde die Preisgerichtssitzung durch den Auslober, die Senatsverwaltung für
Umwelt, Verkehr und Klimaschutz stellvertretend für das Land Berlin.
Frau Susanna Püschel übernahm die Protokollführung im Auftrag der Grün Berlin GmbH.
Als ständig anwesende Vertreterin der Karl-Foerster-Stiftung übernahm Frau Marianne
Mommsen die Bewertung der Arbeiten hinsichtlich der Vergabe der Karl-FoersterAnerkennungen.
Vor Beginn der Bewertungsdurchgänge wählten die Preisrichterinnen und Preisrichter
Frau Prof. Ulrike Böhm zur Vorsitzende des Preisgerichts.

Zulassung der Arbeiten
Es wurden insgesamt 59 Arbeiten frist- und formgerecht eingereicht (41 für den Bereich
A, 9 für den Bereich B und 9 für den Bereich C).
Im wertungsfreien Sichtungs- und Informationsrundgang stellte die Vorsitzende des
Preisgerichts kurz die eingereichten Arbeiten vor. Das Preisgericht ließ einstimmig alle
59 Arbeiten zum weiteren Verfahren zu.
Anschließend bestätigte das Preisgericht die Beurteilungskriterien, wie sie in den Auslobungen formuliert sind. Änderungen oder Ergänzungen gab es nicht.
Im ersten Rundgang wurden die Arbeiten von einzelnen Preisrichtern kurz vorgestellt
und anschließend besprochen. Es schieden nur solche Entwürfe aus, für die sich keine
Stimmenmehrheit ergab.
Im zweiten und dritten Rundgang erfolgte eine gründlichere Auseinandersetzung und
Bewertung der Entwürfe. Sofern die Mehrheit der Stimmen vorlag, wurden die Entwürfe
weitergeführt.

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Engere Wahl / Preise
Aus den Arbeiten der Engeren Wahl wurden die Preise ermittelt und anschließend durch
die Mitglieder des Preisgerichts beschrieben. Die Bewertungen wurden im Preisgericht
vorgetragen und abgestimmt.

Karl-Foerster-Anerkennung
Aus den Arbeiten mit sehr guten und guten Entwürfen mit besonders anspruchsvollen
Leistungen in der Pflanzenverwendung wurde die Karl-Foerster-Anerkennung durch die
Karl-Foerster-Stiftung vergeben.

Abschluss
Nach der Ermittlung der Preise gab die Vorsitzende des Preisgerichts das Verfahren an
den Auslober zurück.
Die verschlossenen Verfasserbriefe wurden im Beisein der Preisrichterinnen und Preisrichter geöffnet, die Verfasser wurden namentlich festgestellt und telefonisch über die
Entscheidung der Jury informiert.
Das Preisgerichtsprotokoll wird im Internet am 01.11.2018 zur Preisverleihung unter
https://www.competitionline.com/de und
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe/lenne/index.shtml veröffentlicht.
Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Peter-Joseph-Lenné-Verfahrens 2018 werden
zum Festakt am 01.11.2018 in der Akademie der Künste, Pariser Platz, eingeladen.

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2. Bereich A
Berlin – Historische Mitte: Marx-Engels-Forum
Freiraumkonzept für das Marx-Engels-Forum inkl. Verknüpfung mit den angrenzenden Stadträumen
Gesucht werden Vorschläge zur künftigen Gestaltung des Freiraums des Marx-EngelsForums und seiner Verknüpfungen und Übergänge in die direkt angrenzenden öffentlichen Räume. Weiterhin ist die Einbindung in den erweiterten Stadtraum sowie die Einordnung im Rahmen der politischen, urbanen und touristischen Bedeutungen zu klären.
Die landschaftsarchitektonischen Entwürfe sollen Denkanstöße als Beiträge zum Dialogprozess „Alte Mitte–Neue Liebe“ auslösen und die Ideen und Akzentsetzungen der jungen Vertreterinnen und Vertreter des Berufsfeldes für diesen besonderen Ort in Berlins
Mitte einbringen.

Geforderte Leistungen






1. Plan
Entwurfskonzept im Stadtraum M 1: 5.000
Entwurf M 1 : 1.000
2. Plan
Vertiefungsbereich M 1: 500
Kernbereich und ggf. Planausschnitte M 1: 250 +/ M 1: 500
Zusätzliche Erläuterungen können als Zeichnung, Visualisierung, Schnitte, Piktogramme, Fotomodelle, Planausschnitte auf beiden Plänen DIN A0 (2 DIN A0)
eingereicht werden
3. Der Erläuterungstext kann mit maximal 2 DIN A4 Seiten gesondert eingereicht oder auf den Plänen angeordnet werden
4. CD mit druckfähigen PDF- und JPG-Dateien (300 dpi)
2 Pläne Format DIN A0 und A4, Text im PDF Format
5. Verfasserbrief in verschlossenem, anonymisiertem Umschlag mit Verfassererklärung(en).

Pflanzenverwendung – Karl-Foerster-Anerkennung
Die Pflanzenverwendung als Gestaltungsmittel der Freiraumarchitektur besitzt im PeterJoseph-Lenné-Verfahren einen hohen Stellenwert.
Erwartet werden
− ein souveräner Umgang mit dem Thema Pflanze unter ästhetischen, gestalterischen, jahreszeitlichen und nachhaltigen Gesichtspunkten,
− die Ableitung des Bepflanzungskonzepts aus den Lösungsansätzen der Gesamtaufgabe
− sowie die Ausarbeitung in Arten und Sorten, ggf. im Rahmen eines Musterpflanzplanes (z. B. für Stauden oder Strauchflächen).
Für den Kernbereich des Marx-Engels-Forums sind Vegetationskonzepte zu erarbeiten,
die unter anderem nachstehende Ziele verfolgen sollen:

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− Entwicklung eines Leitthemas für die Bepflanzung
− Vegetationskonzept in Korrespondenz zur räumlichen Planung und Idee
− Standortangepasstes Pflanzkonzept unter Beachtung des Bestandes mit Detaillierungen für ausgewählte Bereiche.

Beurteilungskriterien des Preisgerichts für die Aufgabe A
Folgende Schwerpunkte sind zu berücksichtigen und zu entwickeln:
•
•
•

IDENTITÄT UND NUTZUNGSFORMEN DES ORTES
ERSCHLIESSUNG UND VERFLECHTUNG
VEGETATION

Für Arbeiten, die besonders qualitätsvolle Beiträge zur Pflanzenverwendung liefern, können Karl-Foerster-Anerkennungen durch die Karl-Foerster-Stiftung vergeben werden.
Die Vergabe ist daran gebunden, dass die Vorschläge zur Pflanzenverwendung gestalterisch und ökologisch sinnvoll in gute und sehr gute Entwurfslösungen integriert werden.

Rundgänge
Die Rundgänge beinhalteten einen Informationsrundgang ohne Wertung und fünf nachfolgende Bewertungsrundgänge, um die Arbeiten für die engere Wahl, die Lenné-Preise
und die Anerkennungen (Lenné und Karl Foerster) zu ermitteln.

Bewertungen
1. Rundgang:
Alle 41 eingereichten Arbeiten kommen in die zweite Runde.
2. Rundgang:
24 Arbeiten scheiden aus (mit Angabe der Mehrheitsverhältnisse):
102 (0:6), 105 (0:6), 107 (0:6), 109 (0:6), 111 (0:6), 112 (1:5), 114 (2:4), 116 (0:6), 117
(2:4), 118 (0:6), 119 (0:6), 121 (0:6), 123 (0:6), 125 (0:6), 126 (5:1), 127 (0:6), 128 (2:4),
130 (0:6), 131 (1:5), 132 (0:6), 136 (0:6), 137 (0:6), 138 (0:6), 139 (1:5).
3. Rundgang:
10 Arbeiten scheiden aus (mit Angabe der Mehrheitsverhältnisse):
103 (1:5), 104 (1:5), 106 (0:6), 110 (0:6), 113 (0:6), 122 (2:4), 129 (1:5), 133 (1:5), 140
(0:6), 141 (0:6).
4. Rundgang:
3 Arbeiten scheiden einstimmig aus:
101, 124, 134.

Engere Wahl:
Die Arbeiten 108, 115, 120 und 135 verbleiben in der Engeren Wahl.

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Jury-Entscheidungen
Peter-Joseph-Lenné-Preis:
Der Peter-Joseph-Lenné-Preis 2018 in der Aufgabe A wird der Arbeit 115 zuerkannt.
Anerkennungen:
Die Arbeit 108 und die Arbeit 120 erhalten die Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung 2018.
Eine Karl-Foerster-Anerkennung wurde nicht vergeben.

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Beschreibungen der Arbeiten durch das Preisgericht
Arbeit 115

Peter-Joseph-Lenné-Preis
Dejeuner sur l`herbe
Die Arbeit mit dem Titel „Dejeuner sur l`herbe“ überzeugt durch ihren subtilen, respektvollen Ansatz. Ziel
des Entwurfs ist es, das Forum wieder nutzbar zu
machen und als öffentlichen Raum zu beleben.
Form und Struktur des Marx-Engels-Forums bleiben
weitgehend erhalten. Durch die sanfte Modellierung
der zentralen Rasenfläche entsteht jedoch eine neue,
vielseitig nutzbare Arena. Hier kommt es zum Rendezvous mit Marx, Engels und den anderen Stelen
des Forums, die früher den Ort dominierten.
Das grüne Forum wird durch einen als Sitzkante ausformulierten Ringweg inszeniert, allerdings bleiben
die Randbereiche unter den Bäumen hinsichtlich gestalterischer Zuordnung und Nutzbarkeit vage und
unscharf. Die klare Uferkante zur Spree ist dem Kontext der urbanen Stadtmitte angemessen und erhält
mit dem schwimmenden Holzdeck einen reizvollen
Anziehungspunkt auf dem Wasser. Als Verbindung
des Marx-Engels-Forums zum Spreeufer ist diese Wiesenböschung mit Sitzstufen zwar
etwas verhalten, sie überzeugt jedoch als Tribüne zum Fluss und zum Schloss.
Sehr zu begrüßen ist die Sperrung der Spandauer Straße für den Individualverkehr. Die
Aufteilung der Plätze zwischen Rotem Rathaus und Fernsehturm lässt hingegen Fragen
offen.
Insgesamt überzeugt die Arbeit durch den Ansatz, historische Strukturen geschickt mit
zeitgenössischen Gestaltungselementen und robusten Angebotsstrukturen zu verbinden.
Denkmal- und urbane Lebensflächen werden neu geordnet und erzeugen eine stimmige
Atmosphäre in diesem zentralen Berliner Stadtraum.
Die Jury würdigt die Arbeit mit dem Peter-Joseph-Lenné-Preis.

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Arbeit 108

Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung
THE FRAME IS YOURS
Über die Gestaltung des Marx-Engels-Forums wurde
schon lange diskutiert, ob es wieder bebaut oder als
Freiraum erhalten werden soll. Diese Diskussion findet sich in der Arbeit wieder. Der Rahmen (Frame)
zeichnet in seiner Außenkontur die blockartige Bebauung der historischen Berliner Mitte nach und wird
von einer Gestaltung weitestgehend freigehalten. Er
bildet den Rahmen für die im Inneren angeordneten
Infrastrukturen und ermöglicht den barrierefreien Zutritt zur gesamten Freifläche.
Die Mitte bleibt frei und bietet einen grünen Raum zur
Aneignung durch die Stadtgesellschaft. Bereit gestellt
werden nur zwei Pavillons und mobile Ausstattungselemente. Dadurch wird die robuste Freifläche zum
Kernstück des neuen Marx-Engels-Forums, sie ist
zugleich Bühne und durchgehender Bewegungsraum.

Das Marx-Engels-Forum etabliert sich als eigenständiger Schauplatz auf der Bühne
„Berliner Mitte“ und als wichtiges Element des Frei- und Grünraumsystems entlang der
Spree.
Der EPDM-Belag ist als Belagsfläche fraglich, ob sie nachhaltig und robust genug ist für
die vielfältigen Nutzungen. Im Uferbereich werden Sitzstufen zur Spree angeboten und
bilden das Pendant zu den gegenüberliegenden Terrassen am Humboldt-Forum. Die
Anbindung an den bestehenden Raum um den Fernsehturm wird durch die Bestandsstraße nicht überwunden, sondern soll verkehrsberuhigt werden. Insgesamt eine schlüssige, einfache und doch robuste Maßnahme.
Der bestehende Baumbestand bleibt erhalten und wird ergänzt. Die Achse vom Fernsehturm zum Humboldt-Forum ist im Entwurf erkennbar, zerbricht aber nicht die Gestaltung
der Fläche. Es wird begrüßt, dass die Spandauer Straße im Bereich der „Bühne“ für den
motorisierten Individualverkehr gesperrt wird, sodass ein durchgehender Bewegungsraum für Fußgänger und Fahrradfahrer, die Protagonisten dieser Bühne, entsteht. Zusätzlich wird die Barrierewirkung der Karl-Liebknecht-Straße durch die Etablierung eines
Mittelstreifens für Fußgänger entschärft. Der Individualverkehr wird nordöstlich des Alexanderplatzes gebündelt.
Die Gestaltung des Marx-Engels Forums mit dem starken Rahmen und der freien grünen
Mitte steht im klaren Kontrast zur Gestaltung der umliegenden Freiräume und hebt sich
davon deutlich ab. Die Gestaltung bietet auch für künftige Nutzungen und Aneignungen
einen offenen Raum, der langfristig durch seine freie Gestaltung funktioniert.
Die Jury würdigt die Arbeit mit der Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung.

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Arbeit 120

Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung
ZEITRISS – ERLEBBARE GESCHICHTE
Der Entwurf widmet sich mit seinem Hauptelement– dem ZEITRISS-, der Geschichte

Der Entwurf will die bewegte Geschichte des Stadtraums durch einen s.g. ZEITRISS vermitteln.
Gezeigt wird eine Kombination aus zwei Schichten:
die erste repräsentiert die Gegenwart, die zweite den
historischen Stadtgrundriss der Vorkriegszeit. Die
Spuren alter Gebäude und Strukturen werden durch
Grundrisse auf dem Boden sichtbar gemacht. Bewegt
man sich von der Spandauer Straße entlang des
ZEITRISS hinab zur Spree, gelangt man auf den
durch Pflasterbändern nachgestellten Relikten immer
weiter zurück in der Zeit. In Richtung Fernsehturm
zeigt sich die Gegenwart durch verschiedene Aktionsund Bewegungsräume. Die Negierung der Geschichte der DDR, mit der das Marx-Engels-Forum eng verbunden ist, wurde in der Jury kritisch gesehen. Ebenso die zusammenhanglose Platzierung der Skulpturengruppe von Marx und Engels an dieser Stelle.

Sehr gut gelungen sind die Öffnung zur Spree mit der Promenade, die Barrierefreiheit
zwischen der Linie Fernsehturm-Spree, die Vielfalt der Nutzungsmöglichkeiten und die
Schaffung von Aufenthaltsqualitäten. Der Entwurf geht sparsam mit Versiegelung um
und schafft großzügig angelegte, klimatisch wirksame Flächen. Ein weiterer Pluspunkt ist
die Verkehrsberuhigung an der Spandauer Straße, wodurch sich die Fläche des MarxEngels Forum gut mit dem östlich anknüpfenden Flächenensembles verbindet.
Der insgesamt offene Charakter des Platzes wird allerdings durch die sparsame Anbindung zur Karl-Liebknecht-Str. hin abgeschwächt. Auch der umlaufende Höhensprung der
Aufkantung um 30 cm widerspricht der Offenheit des Platzes. Für die Nachvollziehbarkeit des Umgangs mit den Höhen wären ein oder zwei Schnitte hilfreich gewesen.
Insgesamt schafft der Entwurf ZEITRISS eine gelungene Verbindung der Flächen zwischen Spree und Fernsehturm durch die geschickte Raumaufteilung der verschiedenen
Gestaltungselemente. Die an sich spannende Neuinterpretation des historischen Charakters des Marx-Engels Forums wird vom Ansatz her positiv beurteilt.

Die Jury würdigt die Arbeit mit der Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung.

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Arbeit 135

Engere Wahl
„MARX-ENGELS-FORUM BERLIN – Forum Refugium“
Die Arbeit diskutiert das Marx-Engels-Forum im Kontext der bestehenden Freiflächen und Grünanlagen in
der näheren Umgebung und deutet das Forum als
Kontrast zum steinernen Bereich um den Fernsehturm, den repräsentativen Grünflächen am Lustgarten
oder Monbijou-Park und der Fischerinsel. Die Herangehensweise in größeren Zusammenhängen wird
positiv beurteilt.
Das neue Marx-Engels-Forum soll mit einem als
„Baumdach“ oder „Baumhalle“ ausgebildeten Aspekt
eine starke städtebauliche Prägnanz entwickeln. Dabei wird das Baumdach prozesshaft in Phasen geplant: Anfangs entstehen durch die Baumneupflanzungen lichte Bepflanzungen, die sich allmählich zum
dichten Baumdach entwickeln, um später wieder Lichtungen freizugeben. Die Mitte bleibt in ihrer ursprünglichen Form frei, die vorhandenen Wege werden erhalten. Der Anschluss an die Freiräume um den Alexanderplatz wurde leider nicht ausformuliert und der Bezug zu den umliegenden Quartieren nicht weiterentwickelt.
Die Jury würdigt die prozesshafte Vorgehensweise im Entwurf und den Umgang mit der
über mehrere Jahre andauernde Entwicklung von Pflanzen als gestalterisches Element.
Die Uferkante zur Spree ist als Holzdeck ausgebildet und dem Ort angemessen. Ebenfalls gewürdigt wird die mutige Entscheidung, das Marx-Engels Forum als Baumhalle zu
entwickeln.
Offen bleibt aber die Frage, ob das Marx-Engels Forum der geeignete Ort für eine derartige Gestaltung ist. Die Baumhalle bildet in der Berliner Mitte ein „natürliches“ Refugium,
steht jedoch isoliert für sich und bietet im Wesentlichen Raum für Entschleunigung und
Ruhe. Denkbar – und realistisch - wären auch andere Nutzungsformen.

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3. Bereich B
Deutschland: Spreequellstadt Ebersbach-Neugersdorf
(Oberlausitz)
Entwicklungskonzept für die Stadt Ebersbach-Neugersdorf sowie
Gestaltungs- und Nutzungskonzept für den Hausberg der Stadt, den
Schlechteberg.
Für Ebersbach-Neugersdorf ist ein übergeordnetes Konzept zu entwickeln, das die landschaftlichen und kulturellen Potenziale mit den Mitteln der Landschaftsarchitektur aufspürt, inszeniert und in einem Struktur- bzw. Entwicklungskonzept verbindet. Dabei sind
die Grenzsituation und die zentrale Bedeutung des Schlechtebergs besonders zu berücksichtigen. Es werden Lösungsansätze gesucht, die programmatische und/oder gestalterische Antworten auf die Frage nach der zukünftigen Entwicklung der Doppelstadt
und des Schlechtebergs geben. Dabei stellen sich folgende Kernfragen:
Welche Orte, Themen, Konstellationen etc. können einen besonderen Impuls für touristische Angebote schaffen? Welche räumlichen Entwicklungskonzepte und Szenerien können eine starke Zukunftsvision eröffnen?
Es wird ein Leitbild erwartet, das im Maßstab 1:10 000, in schematischer Form, als Plan
und mit weiteren Erläuterungen wie Visualisierungen, Piktogrammen, Skizzen, Details
etc. darzustellen ist.

Geforderte Leistungen



1. Plan – Gesamtkonzeption M 1: 10.000
2. Plan – Vertiefungsbereich M 1: 1.000
Details, Schnitte, Zeichnung/Visualisierung, Piktogramme, Fotomodelle, Planausschnitte, frei wählbar: (M 1: 200 / M 1: 100 / M 1: 50)


Das Konzept zur Pflanzenverwendung kann frei auf den Plänen angeordnet werden. Zusätzliche Erläuterungen können als Zeichnung / Visualisierung, Schnitte,
Piktogramme, Fotomodelle, Planausschnitte (M 1: 200 / M 1: 100 / M 1: 50) auf
beiden Plänen DIN A0 (2 DIN A0) angeordnet werden.




3. Erläuterungstext: Maximal zwei DIN A4 Seiten gesondert oder/und auf den
Plänen.
4. CD mit druckfähigen PDF- und JPG-Dateien (300 dpi),
je 2 Pläne Format DIN A0 und A4, Text im PDF Format.
5. Verfasserbrief in verschlossenem, anonymisiertem Umschlag mit Verfassererklärung(en).

Pflanzenverwendung – Karl-Foerster-Anerkennung
Die Pflanzenverwendung als Gestaltungsmittel der Freiraumarchitektur besitzt im PeterJoseph-Lenné-Verfahren einen hohen Stellenwert.
Erwartet werden
− ein souveräner Umgang mit dem Thema Pflanze unter ästhetischen, gestalterischen, jahreszeitlichen und nachhaltigen Gesichtspunkten,

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− die Ableitung des Bepflanzungskonzepts aus den Lösungsansätzen der Gesamtaufgabe
− sowie die Ausarbeitung in Arten und Sorten, ggf. im Rahmen eines Musterpflanzplanes (z. B. für Stauden oder Strauchflächen).
−
Innerhalb des Lenné-Preisverfahrens können für Arbeiten, die besonders qualitätsvolle
Beiträge zur Pflanzenverwendung liefern, Karl-Foerster-Anerkennungen durch die KarlFoerster-Stiftung vergeben werden. Die Vergabe ist daran gebunden, dass die Vorschläge zur Pflanzenverwendung gestalterisch und ökologisch sinnvoll in gute und sehr gute
Entwurfslösungen integriert werden.

Beurteilungskriterien des Preisgerichts für die Aufgabe B
Für den Schlechteberg soll als Rückgrat bzw. zur initialen Entwicklung ein Gestaltungsund Nutzungskonzept als landschaftsarchitektonischer Entwurf erarbeitet werden.
Dafür wird eine prägnante Entwurfsidee mit einem Nutzungskonzept gesucht, welches in
verschiedenen Phasen realisierbar ist und folgende Frage beantwortet:
• Welche Rolle übernimmt der Schlechteberg im Gesamtkontext von Stadt, Landschaft und Tourismus?
• Welche Nutzungen sollen erhalten, umgewandelt, entwickelt oder neu gedacht
werden (z. B. Landschaftspark, Sportpark wie Downhill, Schlitten, Mountainbiketrails, neuer Aussichtsturm)?
Folgende Punkte sind zu berücksichtigen:
• Die Beziehung (räumlich, gestalterisch, ideell, funktional etc.) zwischen Stadt und
Berg
• Ein touristisches Wegeleitsystem und dessen Einbindung in den Entwurf
• Die Bedeutung des Aussichtsturms und dessen gestalterische Einbindung
• Die Rolle der Humboldtbaude und deren direktes Umfeld
• Eine „Revitalisierung“ des Alpengartens mit einem nachhaltigen Nutzungskonzept
• Der Entwurf ist im Maßstab 1: 1.000 darzustellen. Dazu sind erläuternde Details,
Schnitte, Zeichnungen, Visualisierungen und Planausschnitte im benötigten Maßstab anzufertigen, um besondere Gestaltungsschwerpunkte und die Konkretisierung der Entwurfsidee inkl. funktioneller und räumlicher Gliederung, Ausstattung,
Leitbepflanzung, Infrastruktur, Wege- und Erschließungsflächen etc. darzustellen.
• Ein mehrphasiges Entwicklungskonzept für den Schlechteberg ist schematisch
darzustellen.

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Rundgänge
Die Rundgänge beinhalteten einen Informationsrundgang ohne Wertung und vier nachfolgende Bewertungsrundgänge, um die Arbeiten für die Engere Wahl, die Lenné-Preise
und die Anerkennungen (Lenné und Karl Foerster) zu ermitteln.

Bewertungen
1. Rundgang:
Alle 9 eingereichten Arbeiten kommen in die zweite Runde.
2. Rundgang:
5 Arbeiten scheiden aus (mit Angabe der Mehrheitsverhältnisse):
201 (2:4), 203 (2:4), 206 (0:6), 207 (0:6), 209 (1:5).
3. Rundgang:
1 Arbeit scheidet einstimmig aus:
202.
Engere Wahl:
Die Arbeiten 204, 205 und 208 verbleiben in der Engeren Wahl.

Jury-Entscheidungen
Peter-Joseph-Lenné-Preis:
Der Peter-Joseph-Lenné-Preis 2018 in der Aufgabe B wird der Arbeit 205 zuerkannt.
Anerkennungen:
Die Arbeit 204 erhält die Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung und die Karl-FoersterAnerkennung.

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Beschreibungen der Arbeiten durch das Preisgericht
Arbeit 205

Peter-Joseph-Lenné-Preis
DAS TRIFFT SICH GUT
Die Arbeit integriert den Schlechteberg wieder in das
Stadtgebiet und setzt ihn als Zentrum und verbindendes, vielfältiges Element ein. Durch die Schaffung
neuer regionaler und überregionaler Verbindungswege auf den Berg selbst, wird der Schlechteberg wieder zum gut erreichbaren Ziel vieler Nutzergruppen,
die hier zusätzlich viele verschiedene Angebote vorfinden.
Vorhandenes hervorzuheben und darüber besser zu
informieren sowie neue „Aha-Punkte“, wie z.B. einen
Zeltplatz zuzulassen, hat Strahlkraft nach außen,
weckt die Neugier und befördert den Mut, weitere
Funktionen und Angebote zu entwickeln und nach
und nach zu integrieren.
Der Entwurf bietet die Chance, den Schlechteberg in
der Stadt wie auch in der Region besser erlebbar zu
machen, als Naherholungsziel zu etablieren und die
Einordnung im gesamtstädtischen Raum neu vorzunehmen. Die Möglichkeit des schrittweisen Ausbaus der neuen Qualitäten des Schlechtebergs verleiht der praktischen Umsetzung den erforderlichen Entscheidungsspielraum und damit den richtigen Charme.
Kritisch zu bewerten ist, dass sowohl die räumliche Betrachtung wie auch die Wechselwirkung mit touristischen Angeboten in der Region, sowohl auf deutscher wie auch auf
tschechischer Seite leider nur ansatzweise erfolgt ist.
Insgesamt bietet die Arbeit viele gute gedankliche Ansätze, den Schlechteberg schrittweise aufzuwerten und die Stadt Eberbach-Neugersdorf neu zu positionieren.

Die Jury würdigt die Arbeit mit dem Peter-Joseph-Lenné-Preis.

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Arbeit 204

Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung und
Karl-Foerster-Anerkennung
LANDSCHAFT SCHLECHTEBERG
Die Arbeit besitzt einen großmaßstäblichen Ansatz
und bezieht die tschechischen Gebiete selbstverständlich mit ein. Ziel ist die Entwicklung des Landschaftsparks Schlechteberg mit der in der Region
einzigartigen städtebaulichen Besonderheit, dass der
Berg inmitten eines Siedlungsrings liegt.
Der extensive Landschaftspark soll die Funktionen der
umgebenden Kulturlandschaft – Produktion, Schutz,
Erholung – aufgreifen und Bildungsangebote, zum Beispiel in der Humboldtbaude, bereitstellen. Über ein differenziertes Wegesystem wird der Berg lokal für die
direkt angrenzenden Siedlungen sowie regional über
die Aktivierung der ehemaligen Bahntrasse als Radund Wanderweg erschlossen.

Hauptentwurfselement sind streifenförmig angeordnete Kurzumtriebs-Plantagen, die - angelehnt an
die historischen Heckenpflanzungen der Waldhufendörfer und ergänzt durch Blühwiesenstreifen - den bestehenden Landschaftsraum strukturieren. Besonders reizvoll sind die zeitliche Dynamik von Anpflanzung, Wachstum und
Ernte, die klimatisch positiven Auswirkungen und die vielfältigen Bereicherungen des
Landschaftsbildes. Der Schlechteberg erhält eine neue, identitätsstiftende Aura, die weit
über das eigentliche Naherholungsgebiet ausstrahlt. Die Zonierung in Produktion, Schutz
und Erholung zeugt von einem komplexen Landschaftsverständnis, angemessene Gestaltungsvorschläge für Wegedetails und besondere Attraktionspunkte wie Vogelbeobachtungsturm, Holzerlebnisplattform, Klettergarten und Coppicing mit Cafe in der
Humboldtbaude übersetzt wird.
Das Preisgericht würdigt die feinfühlige Herangehensweise der Verfasser. Durch eine
detaillierte Betrachtung werden die vorhandenen Potenziale erkannt und im Rahmen
eines differenzierten Maßnahmenbündels weiterentwickelt. Phasenweise können einzelne Bausteine durch örtliche Akteure realisiert werden. Besonders begeistert die Idee der
sternenförmigen Kurzumtriebs-Plantagen, der mit einfachsten Mitteln eine große Inszenierung des Landschaftraums gelingt.
Eine intensivere, eventuell touristische Nutzung der Humboldtbaude wäre wünschenswert und als Ergänzung vorstellbar.

Die Jury würdigt die Arbeit mit der Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung und der KarlFoerster-Anerkennung.

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Arbeit 208

Engere Wahl
*bunden
Die Arbeit greift die in der Oberlausitz vorherrschende
Architektur der Umgebindehäuser und den einstigen
Haupterwerbszweig, die Weberei, auf. Darauf aufbauend sollen vom Schlechteberg ausgehend Verbindungen zu den touristischen Potenzialen in der
Stadt wie auch in der Region hergestellt werden.
Ein „Ring“ um den Schlechteberg erschließt diese
Traditionen und übernimmt von der Humboldtbaude
die Entdeckung der Vielfalt der Natur und der Geschichte. Mit den gewählten Elementen und Materialien der Gestaltung entsteht ein außergewöhnliches
Angebot in der Region. Die innerhalb des Ringes geschaffenen Funktionsbereiche „informieren / entdecken / sehen“ sprechen verschiedene Zielgruppen an,
die hier ihren individuellen Bedürfnissen nachkommen können. Der damit geschaffene „Weitblick“ wird
mit dem Aussichtsring anstelle eines Turms allen
Menschen verdeutlicht. Vorhandenem, wie zum Beispiel der Humboldtbaude oder der Natur bleibt ausreichend Raum, dennoch sind auch
neue Angebote, wie Beherbergung, E-Mobilität, Kultur und Gastronomie möglich.
Dieser Entwurf bietet dem Tourismus in der Region durch seine Verknüpfungen mit regionalen Highlights und Kooperationsmöglichkeiten mit touristischen Dienstleistern neue
Ansätze.
Kritisch anzumerken ist die bauliche Umsetzung des Ringweges. Der Entwurf bietet leider keine praktischen Lösungsansätze, außer der Vermutung, dass dieser auf Säulen
geführt wird. Möglicherweise kann es bei der Umsetzung dieses Vorschlags daran mangeln, dass eine wirtschaftliche Darstellung der Investition an sich wie auch der laufenden
Unterhaltung nicht möglich ist.
Der Entwurf kommt nur in der Gesamtumsetzung zur Wirkung, die aufgrund der Rahmenbedingungen fraglich ist. Unstrittig ist der mutige Ansatz zur Herausarbeitung eines
Alleinstellungsmerkmales innerhalb der Region.

- 20 -

4. Bereich C
Freiraumarchitektonische Visionen für den „Fermiers
Généraux“ in Paris
Strategisches Entwicklungskonzept für den öffentlichen Raum innerhalb des Pariser
„Fermiers Généraux“ und Gestaltungs- sowie Nutzungskonzepte für den Abschnitt
zwischen dem Boulevard de la Villette und dem Platz des Colonels Fabien

Paris befindet sich im Prozess eines ambitionierten Stadtumbaus. Die langfristige Perspektive ist eine nachhaltige Stadt, die ihre öffentlichen, urbanen Räume wieder für die
Bürgerinnen und Bürger und vielfältige Nutzungsoptionen zur Verfügung stellt. In diesem
Sinne ist eine Vision/ Strategie zu entwickeln, die die Rolle des 24 km langen Rings der
»Fermierss Généraux« mit ihren 7 Plätzen im Stadtgefüge definiert, den von ihr umschlossenen Stadtraum neu strukturiert und attraktive Verbindungen und Vernetzungen
herstellt. Dafür könnte die weltweit geführte Diskussion zu »Green Infrastructures« (u. a.
Regenwassermanagement, Klimaanpassung, Biodiversität, Multifunktionalität) Impulse
für Lösungsansätze geben.

Geforderte Leistungen







1. Plan – Gesamtkonzeption
M 1: 10 000
2. Plan – Vertiefungsbereich
gesamter Vertiefungsbereich
M 1: 1 000
Place du Colonel Fabien
M 1:
500
Abschnitt Boulevard de la Villette M 1:
200
Das Konzept zur Pflanzenverwendung kann frei auf den Plänen angeordnet werden.
3. Erläuterungstext – Maximal zwei DIN A4 Seiten gesondert oder/und auf den
Plänen.
4. CD mit druckfähigen PDF- und JPG-Dateien (300 dpi)
je 2 Pläne Format DIN A0 und A4, Text im PDF Format
5. Verfasserbrief anonymisierter, verschlossener Umschlag mit Verfassererklärung(en)

Pflanzenverwendung – Karl-Foerster-Anerkennung
Die Pflanzenverwendung als Gestaltungsmittel der Freiraumarchitektur besitzt im PeterJoseph-Lenné-Verfahren einen hohen Stellenwert.
Erwartet werden
− ein souveräner Umgang mit dem Thema Pflanze unter ästhetischen, gestalterischen, jahreszeitlichen und nachhaltigen Gesichtspunkten,
− die Ableitung des Bepflanzungskonzepts aus den Lösungsansätzen der Gesamtaufgabe
− sowie die Ausarbeitung in Arten und Sorten, ggf. im Rahmen eines Musterpflanzplanes (z. B. für Stauden oder Strauchflächen).

- 21 -

Beurteilungskriterien des Preisgerichts für die Aufgabe C
Folgende Schwerpunkte sind bei der Entwurfsarbeit zu berücksichtigen:
•
•
•

VERKEHR
NUTZUNG
NACHHALTIGKEIT

Rundgänge
Die Rundgänge beinhalteten einen Informationsrundgang ohne Wertung und vier nachfolgende Bewertungsrundgänge, um die Arbeiten für die Engere Wahl, die Lenné-Preise
und die Anerkennungen (Lenné und Karl Foerster) zu ermitteln.

Bewertungen
1. Rundgang:
Alle 9 eingereichten Arbeiten kommen in die zweite Runde.
2. Rundgang:
5 Arbeiten scheiden aus (mit Angabe der Mehrheitsverhältnisse):
302 (1:5), 304 (1:5), 306 (1:5), 308 (0:6), 309 (0:6).
3. Rundgang:
2 Arbeiten scheiden einstimmig aus:
303, 307.
Engere Wahl:
Die Arbeiten 301 und 305 verbleiben in der Engeren Wahl.

Jury-Entscheidungen

Peter-Joseph-Lenné-Preis:
Der Peter-Joseph-Lenné-Preis 2018 in der Aufgabe C wird der Arbeit 305 zuerkannt.
Anerkennungen:
Die Arbeit 301 erhält die Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung und die Karl-FoersterAnerkennung.

- 22 -

Beschreibungen der Arbeiten durch das Preisgericht
Arbeit 305

Peter-Joseph-Lenné-Preis
Le Cercle Metro Polis
„Le Cercle Metropolis“ schlägt eine integrierte Strategie auf Basis folgender Thesen vor: Stadt heißt
Bewegung von Menschen, Fahrzeugen, Pflanzen,
Tieren und Stoffen. Der Fermiers Généraux kann
durch seine Lage und Anbindung das ringförmige
Rückgrat für Bewegungen und Ströme aller Art in
Paris werden. Der Entwurf entwickelt und kombiniert
deshalb fünf Dimensionen: U-Bahn, Fahrrad, Grünflächen, Wasser und Logistik.
Metrolinien werden qualifiziert, das Radwegenetz
ausgebaut und der Verkehr auf dem Fermiers
schrittweise reduziert. Der Fermiers übernimmt künftig andere Funktionen, zum Beispiel als Regenwassersammler und grüne Infrastruktur. Die Logistik
wird als Verteilerstruktur weiter genutzt, um regionale
Produkte in die Stadt zu transportieren. Dadurch wird
der Ring als wichtiges Infrastrukturelement der Stadt
gestärkt und erhält eine Multicodierung. Diese Umgestaltung entwickelt sich in mehreren Phasen. Zuerst sollen mehr Nutzungen die soziale
Kontrolle aktivieren, z.B. durch Bürgerbeteiligungen und -aktionen. Der Place du Colonel
Fabien wird besser mit der Umgebung vernetzt und erhält mehr Freiraumqualitäten
durch Trittsteinhabitate und Aktionsflächen, der Boulevard erfüllt Nahversorgungsfunktionen, besitzt kleine Grün- und Aufenthaltsfunktionen und nimmt den Radweg auf. Wünschenswert wäre hier eine eingehendere Darstellung der botanischen und vegetativen
Dimension gewesen. Für die wichtigsten Plätze und Projekte sollen Wettbewerbe ausgelobt werden, selbst die möglichen Olympischen Spiele wurden berücksichtigt.
In ihrer Gesamtheit ist diese Arbeit fundiert, die Strategie wurde gut und detailliert entwickelt und das Lenné-Aufgabengebiet gut in den Kontext integriert.
Die Jury würdigt dies mit dem Peter-Joseph-Lenné-Preis.

- 23 -

Arbeit 301

Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung und
Karl-Foerster-Anerkennung
FORÊT EN VILLE
Der Wald ist ein unverzichtbares Element von Städten in Zeiten des Klimawandels. Er leistet einen
wichtigen Beitrag zum klimatischen Ausgleich, für die
Biodiversität und als urbanes Erholungsgebiet.
Der Entwurf schlägt ein durchgehendes ‚Waldband’
für den Fermiers Généraux vor und integriert sieben
Waldtypen basierend auf den regionaltypischen
Waldgesellschaften Frankreichs. Die Abfolge der
Waldtypen wir der geographischen Lage in Frankreich zugeordnet: der Mischwald der Bretagne befindet sich im nordwestlichen Abschnitt des Fermiers
Généraux, der Eichenwald des Grand Est im Osten
und der Zedernwald aus Okzitanien im Süden. Nur
an Plätzen wird das Band durch Lichtungen unterbrochen. Mit dieser starken Idee schafft es die Arbeit, ein städtebauliches Konzept zu formulieren und
konkrete Gestaltungsvorschläge für den Umbau der
Straßen- und Platzräume im Kontext des jeweiligen
Quartiers zu machen. Der verkehrliche Umbau erfolgt in Stufen. Die Metro soll sukzessive unterirdisch geführt werden, so dass die freiwerdenden Viaduktabschnitte als zusätzlicher Freiraum oder ‚Panoramapark’ genutzt werden können. Der reduzierte Autoverkehr wird zunächst einspurig geführt. Sobald das Pariser Zentrum autofrei ist, sollen die
verbliebenen Fahrspuren zu einem Shared Space für den ÖPNV, die Liefer- und Rettungsfahrzeuge umgestaltet werden. Die im Straßenraum wie auch auf den Plätzen entstehenden freien Flächen werden mit s.g. Schollen oder Freiraumelementen belegt, die
vorrangig dichte Baumpflanzungen des jeweiligen Waldtyps aufnehmen. Nach Bedarf
können sie auch mit anderen Freiraumnutzungen versehen werden.
Für den Boulevard de La Villette sowie den Place du Colonel Fabienne wurde der Abschnitt ‚Eichenwald’ detailliert dargestellt. Die ‚Schollen’ begleiten das Viadukt und bilden
ein durchgängiges Band. Gleichzeitig sind sie durchlässig genug, um die notwendigen
Wegebeziehungen und Verknüpfungen der beiden Straßenseiten zuzulassen. Schlüssig
werden die Waldschollen mit Leitpflanzen gestaltet: Vorgeschlagen werden verschiedene stadtverträgliche Eichensorten sowie die passenden Staudenunterpflanzungen. Bedauert wird, dass nur der Endzustand des Shared Space gezeigt wird, nicht aber der
Zwischenzustand mit der einseitigen Verkehrsführung. Da letzterer zunächst entstehen
und lange Zeit prägend sein wird, wäre ein Nachweis über die mögliche Freiraumqualität
interessant gewesen. Kritisch wird auch die Form der Scholle gesehen, da diese im
Stadtraum eher fremd wirkt und auch nicht hergeleitet ist.
Insgesamt formuliert die Arbeit eine starke Idee auf gesamtstädtischem Maßstab, die
sich als ‚Waldband’ glaubwürdig aus der spezifischen Verwendung der Pflanze herleitet
und dies qualitätsvoll umsetzt. Die Jury würdigt die Arbeit mit der Peter-Joseph-LennéAnerkennung und der Karl-Foerster-Anerkennung.

- 24 -

5. Preisträgerinnen und Preisträger Lenné-Verfahren 2018
Peter-Joseph-Lenné-Preis 2018
Bereich A
115
Matteo Basta
Berlin
Edoardo Albano
Berlin
Marco Smerghetto
Berlin
Laura Thiele
Berlin
Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung 2018
Bereich A
108
Amelie Kessler
Eggenfelden

Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung 2018
Bereich A
120
Annika Werner
Frickenhausen
Fabius Bender
Iffezheim
Nico Gaulocher
Frickenhausen

Peter-Joseph-Lenné-Preis 2018
Bereich B
205
Johanna Konopatzky
Dresden

Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung 2018 und Karl-Foerster-Anerkennung 2018
Bereich B
204
Marie-Luise Tschirner
Dresden

- 25 -

Peter-Joseph-Lenné-Preis 2018
Bereich C
305
Andreas Ebert
Freising
Gero Engeser
Freising

Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung 2018 und Karl-Foerster-Anerkennung 2018
Bereich C
301
Katrin Schneider
Wertingen
Jodok Kroitzsch
Freising

- 26 -

6. Teilnehmerinnen und Teilnehmer Lenné-Verfahren 2018
geordnet nach Bereichen und Tarnnummern mit Name, Wohnort und Rangfolge

Berlin – Historische Mitte: Marx-Engels-Forum
Freiraumkonzept für das Marx-Engels-Forum inkl. Verknüpfung mit den angrenzenden Stadträumen
41 Arbeiten wurden eingereicht.
101
Yasemin Öztverk
Wörth am Rhein
Lea Rutz
Nürtingen
Sabina Ketterer
Nürtingen
Rica Zschorsch
Reutlingen
4. Juryrundgang
102
Ali Alkabekli
Detmold
2. Juryrundgang
103
Julian Altmann
Essen
3. Juryrundgang
104
Katharina Katzmarczyk
Rommerskirchen
Robin Keppler
Birkenfeld
3. Juryrundgang
105
Maximilian Johannes Werner
Kleinwallstadt
Sophia Caroline Waldbauer
Walluf
2. Juryrundgang
106
Lucas Frey
Wiesbaden
Amanda Frey
Wiesbaden
3. Juryrundgang

- 27 -

107
Anastasiya Khodak
Frankfurt am Main
Danni Lang
Geissenheim
Yasemin Baksi
Neuberg
2. Juryrundgang
108
Amelie Kessler
Eggenfelden
Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung 2018
109
Carina Brandl
Waging am See
2. Juryrundgang
110
Anja Krüger
Dresden
Daniel Wölfel
Dresden
3. Juryrundgang
111
Jasmin Beuchlen
Göppingen
Suzanna Faust
Plieningen
Yvonne Schuler
Nürtingen
2. Juryrundgang
112
Andreas Spath
Nürtingen
Frederik von Gaisberg
Renningen
Maximilian Burg
Nürtingen
2. Juryrundgang
113
Yannik Kuhrau
Nürtingen
Simon Schwab
Nürtingen
Dominik Seidt
Neuffen
3. Juryrundgang

- 28 -

114
Johanna Bunte
Dresden
2. Juryrundgang
115
Matteo Basta
Berlin
Edoardo Albano
Berlin
Marco Smerghetto
Berlin
Laura Thiele
Berlin
Peter-Joseph-Lenné-Preis 2018
116
Kim Sailer
Weinstadt
Chiara Siffrin
Nürtingen
Annika Schuster
Altbach
2. Juryrundgang
117
Sabrina Glos
Nürtingen
Isabella Peri
Nürtingen
Miriam Kübler
Nürtingen
2. Juryrundgang
118
Lukas Bucher
Berlin
Hakan Sarac
Berlin
Ahmed Chehadé
Berlin
2. Juryrundgang
119
Subhasish Mondal
Frankfurt am Main
Tahir Khaula
Berlin
2. Juryrundgang

- 29 -

120
Annika Werner
Frickenhausen
Fabius Bender
Iffezheim
Nico Gaulocher
Frickenhausen
Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung 2018
121
Jascha Grabbe
Buttikon (Schweiz)
2. Juryrundgang
122
Dominik Rhyner
Rapperswil (Schweiz)
3. Juryrundgang
123
Clemens Lipowec
Wien (Österreich)
2. Juryrundgang
124
Felix Kley
Wachenheim
Rick Vogel
Boppard
Benjamin Bischoff
Ludwigsburg
4. Juryrundgang
125
Marco Stadlin
Buchs (Schweiz)
2. Juryrundgang
126
Helen Schollenberger
Nürtingen
Maren Männer
Ulm
Derya Uyar
Heimsheim
2. Juryrundgang
127
Max Reichenbach
Dresden
2. Juryrundgang

- 30 -

128
Tamara Kunkel
Nürtingen
Moritz Dohm
Reutlingen
Jens Kälberer
Ebersbach
2. Juryrundgang
129
Lukas Uihlein
Königheim
Dominik Himmelsbach
Nürtingen
Ismael Dillenburg
Nürtingen
3. Juryrundgang
130
Luca Lehmann
Schramberg
Simon Bien
Nürtingen
Lerin Breithaupt
Nürtingen
2. Juryrundgang
131
Eva Schmidt
Schlüchtern
2. Juryrundgang
132
Laura Critchlow
Weinsberg
2. Juryrundgang
133
Talika Glose
Dresden
3. Juryrundgang
134
Juan Brunetti
Dresden
4. Juryrundgang
135
Vivienne Zörner
Dresden
Engere Wahl

- 31 -

136
Jorge Miguel Jacinto Hugo Magalhaes
Berlin
2. Juryrundgang
137
Paul Tontsch
Hildesheim
Daniel Schneider
Algermissen
2. Juryrundgang
138
Carolin Kemkes
Osnabrück
Denise Liebenow
Osnabrück
Julia Lang
Osnabrück
2. Juryrundgang
139
Katrin Schuler
Nürtingen
Katharina Döbler
Nürtingen
Sophie Lößner
Nürtingen
2. Juryrundgang
140
Josepha Eichhorn
Nürtingen
Janessa Schneider
Albstadt
Alice Schütz
Kohlberg
3. Juryrundgang
141
Maryam Najafi
Dresden
3. Juryrundgang

- 32 -

Deutschland: Spreequellstadt Ebersbach-Neugersdorf
(Oberlausitz)
Entwicklungskonzept für die Stadt Ebersbach-Neugersdorf sowie Gestaltungs- und Nutzungskonzept für den Hausberg der Stadt, den Schlechteberg.

9 Arbeiten wurden eingereicht.
201
Oliver Fiebig
Erfurt
Anne Lexow
Erfurt
Vanessa Bornemann
Köln
2. Juryrundgang
202
Wei Yi
Erfurt
Zhao Zikuan
Erfurt
3. Juryrundgang
203
Markus Storch
Dresden
Ulrike Börst
Dresden
2. Juryrundgang
204
Marie-Luise Tschirner
Dresden
Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung 2018 und Karl-Foerster-Anerkennung 2018
205
Johanna Konopatzky
Dresden
Peter-Joseph-Lenné-Preis 2018
206
Katharina Burkhardt
Neufrankenroda
Maximilian Karch-Köhler
Weimar
2. Juryrundgang

- 33 -

207
Theresa Feller
Erfurt
Jixiang Guo
Erfurt
2. Juryrundgang
208
Lucas Reyer
Wien (Österreich)
Engere Wahl
209
Ting Chen
Erfurt
Jingyi Hu
Erfurt
2. Juryrundgang

- 34 -

Freiraumarchitektonische Visionen für den „Fermiers
Généraux“ in Paris
9 Arbeiten wurden eingereicht.

301
Katrin Schneider
Wertingen
Jodok Kroitzsch
Freising
Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung 2018 und Karl-Foerster-Anerkennung 2018
302
Marie Waller
Freising
Anna Ranzinger
München
2. Juryrundgang
303
Jonas Filipp
Dresden
Nele Jasmin Welk
Dresden
3. Juryrundgang
304
Céline Baumann
Basel (Schweiz)
2. Juryrundgang
305
Andreas Ebert
Freising
Gero Engeser
Freising
Peter-Joseph-Lenné-Preis 2018
306
Marlen Felbrich
Dresden
Quynh Anh Duong Thi
Dresden
2. Juryrundgang

- 35 -

307
Paulin Dörsching
Dresden
Vojtech Urban Bc.
Dresden
Marlene Oesen
Dresden
3. Juryrundgang
308
André Teymouri
Freising
Alexander Fritsch
Freising
Pauline Sirch
Freising
2. Juryrundgang
309
Katharina Wimmer
Freising
Tobias Kreidl
Freising
Wiebke Müller
Freising
Yanaëlle Oger
Sathonay-Camp (Frankreich)
2. Juryrundgang

- 36 -
        
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