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Full text: Der Rabe Ralf (Rights reserved) Issue 217.2020 (Rights reserved)

Die Berliner Umweltzeitung August / September 2020 Herausgegeben seit 1990 durch die GRÜNE LIGA Berlin e.V. – Netzwerk ökologischer Bewegungen Interview: „Ein Blick über den Toilettenschüsselrand“ Grüne Deals: Wer bezahlt und wer kassiert? Seite 3 UMWELTFESTIVAL ab 20. August im Internet Seite 12 Seite 9 PVSt – Deutsche Post AG ZKZ 14194 – IV (2020) - Entgelt bezahlt • GRÜNE LIGA Berlin e.V., Prenzlauer Allee 8, 10405 Berlin, Tel. (030) 44 33 91-47/-0, Fax -33 • 31. Jahrgang, Nr. 217 Berlins Moore im Stress Klimaschutz durch Moorrenaturierung – Berlin steht erst am Anfang M oore speichern extrem viel Kohlendioxid. Werden sie entwässert, wie es hierzulande seit dem 18. Jahrhundert geschieht, stoßen sie enorme CO2-Mengen aus – deutschlandweit heute doppelt so viel wie ein großes Braunkohlekraftwerk. Auch in Berlin gibt es Moore: hinter dem Müggelsee, im Grunewald, im Tegeler Fließtal und in Buch. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind die Flächen auf ein Viertel geschrumpft, aber 740 Hektar g mweltzeitun U r e n li r e B Die Berliner Moore sind noch übrig. Der Zustand ist jedoch besorgniserregend. Aus Berliner Mooren drohen große Mengen CO2 freigesetzt zu werden. Eine Wiedervernässung könnte die Gefahr stoppen. Doch ein Moor-Managementplan des Senats lässt auf sich warten. Stellenweise entnehmen die Wasserwerke sogar zu viel Grundwasser. Berlin verstößt gegen europäisches Naturschutzrecht. Bericht auf Seite 4 Jetzt abonnieren! Abo-Coupon Seite 11 2 August / September 2020 Liebe Leserinnen, liebe Leser, viel zu lesen bekommen Sie ja immer bei uns, aber diesmal vielleicht noch mehr. Jede Menge Buchrezensionen haben unsere Autorinnen und Autoren in der Coronalücke verfasst, einige mussten wir sogar auf die nächste Ausgabe verschieben. Wenn das eine oder andere Buch für Sie dabei ist, können Sie also gleich weiterlesen – besorgen Sie es sich am besten in der inhabergeführten Buchhandlung im Kiez. EditoriaL Sicher haben auch Sie in diesem Jahr das Umweltfestival am Brandenburger Tor vermisst. Ab 20. August gibt es nun wenigstens einen virtuellen Ersatz – lesen Sie die Seite 9. Wir berichten diesmal vom Kampf gegen Braunkohletagebaue in Brandenburg, Steinkohlekraftwerke in Berlin und Steinkohletagebaue in Kolumbien. Wildbienen und andere Insekten sind auch wieder ein Thema, aber etwas anders als gewohnt. Und wir schauen erneut über den Rand des Wirtschaftssystems, diesmal auch in der Praxis (Seite 5) und nicht nur in der Theorie (Seite 18). Den schnellen Überblick haben Sie unten im Inhaltsverzeichnis. Wir wünschen eine anregende Lektüre und freuen uns wie immer über Lob, Kritik und Hinweise – per E-Mail an raberalf@grueneliga.de oder auch gern per Post. Die Redaktion Aus dem Inhalt Nachhaltigkeitsforum . . . . . . . . . . . . . . 2 Green (New) Deal . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Moorrenaturierung . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Wandelwoche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Corona und Klima . . . . . . . . . . . . . . . . 6 Kohleausstieg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Superfood-Workshop . . . . . . . . . . . . . . 8 Umweltfestival . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Elektroschrott . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Infodienst Gentechnik . . . . . . . . . . . . 11 Toiletten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Köppchensee . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 Waldbrände . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Baum des Jahres . . . . . . . . . . . . . . . . 15 Wildbienen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 Regenwassernutzung . . . . . . . . . . . . 16 Rechte Landnahme . . . . . . . . . . . . . . 17 Nachhaltig wirtschaften (3) . . . . . .18/19 Steinkohle in Kolumbien . . . . . . . . . . 20 Lebenswelten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25 Rezensionen . . . . . . . . . . 21-23, 26/27 Ralf kocht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 Termine/Kleinanzeigen . . . . . . . .28/29 Leserbriefe/Spartipp/Impressum . . 30 Umwelt-Adressen . . . . . . . . . . . . . . 31 Vom Profil zur Strategie Forum „Auf dem Weg zur Berliner Nachhaltigkeitsstrategie“ am 20. August D ie Corona-Pandemie hat die Folgen der globalisierten Wirtschaft mit all ihren wechselseitigen Abhängigkeiten und Gefährdungen schlagartig sichtbar werden lassen. In der „Einen Welt“ ist plötzlich jede und jeder unmittelbar betroffen. Die Auswirkungen von Armut und menschenverachtenden Arbeitsbedingungen nicht nur in den Billiglohnländern, sondern Berlin ist kein Vorbild In Berlin existieren schon zahlreiche Initiativen, Projekte und kreative Start-ups, die auf dem Weg zur Transformation sind. Aber sie benötigen dringend eine verbindliche Rahmengebung. Deshalb plant der Verein Berlin 21 gemeinsam mit dem BUND Berlin, der Grünen Liga Berlin und Brandenburg 21 zwar so, dass sie in einem offenen Diskurs zusammen mit der Zivilgesellschaft schrittweise entwickelt werden kann. Auf dem Podium diskutieren Christian Calliess vom Sachverständigenrat für Umweltfragen, die Referatsleiterin für die Nachhaltigkeitsstrategie in Hessen, Simone Ariane Pflaum, der Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Marc-Oliver Um Umweltgerechtigkeit ging es in der Podiumsdiskussion beim Nachhaltigkeitsforum 2019. Foto: Berlin 21 auch direkt vor unserer Haustür werden endlich öffentlich wahrgenommen. Die Pandemie breitet sich vor allem dort aus, wo solche Lebens- und Arbeitsbedingungen herrschen und wo die Gesundheitssysteme zusammenbrechen. UN-Nachhaltigkeitsziele gelten für alle Wie das Beispiel Tönnies drastisch vor Augen führt, werden auch in Deutschland Menschen über Werkverträge unzumutbar ausgepresst. Die Gewerkschaften fordern schon seit Langem gerechte Regeln für derartige Arbeitsverhältnisse. Aber auch der Umgang mit Tieren, um unseren Fleischkonsum zu möglichst niedrigen Preisen stillen und Fleischexporte bedienen zu können, zeigt drastisch, dass wir unseren Lebensstil und unser Wirtschaftssystem transformieren müssen. Was die Pandemie heute sichtbar macht, ist schon seit vielen Jahren Gegenstand einer kritischen Auseinandersetzung und des Bestrebens, eine andere, eine nachhaltige Entwicklung durchzusetzen. Seit den „Grenzen des Wachstums“ (Club-of-Rome-Bericht 1972), diversen Gutachten, der UNKonferenz in Rio 1992 und ihren Folgekonferenzen bis zum Beschluss über die UN-Nachhaltigkeitsziele im Jahr 2015 sind die Auswirkungen unserer „kannibalischen Weltordnung“ (Jean Ziegler) bekannt. Die 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) mit 169 Unterzielen verpflichten die Regierungen, bis 2030 extreme Armut und Hunger zu beseitigen und die natürlichen Lebensgrundlagen für alle Menschen zu schützen. Der Grundsatz „Niemanden zurücklassen“ ist für alle 17 Ziele gültig. für 2020 und 2021 drei Veranstaltungen im Vorfeld der Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen. Berlin ist eines der letzten Bundesländer ohne eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie und ohne konkreten Fahrplan für eine sozial-ökologische Transformation. Die besondere Vorbildfunktion der Bundeshauptstadt wird hier nicht ausgefüllt, Berlin hat erheblichen Nachholbedarf. Im rot-rotgrünen Koalitionsvertrag wurde vor drei Jahren angekündigt, dass zum Berliner Nachhaltigkeitsprofil ein UmsetzungsFahrplan erarbeitet werden soll. Die Legislaturperiode endet turnusmäßig im kommenden Jahr, doch zu den 17 Entwicklungszielen ist bislang in Berlin lediglich für einige Politikbereiche ein Kurs zur Nachhaltigkeit angekündigt worden. Auftakt am 20. August Mit der Auftakt-Veranstaltung am 20. August möchten Berlin 21 und seine Partner einen Beitrag leisten, um die Diskussion über Ausgestaltung und Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie für Berlin voranzubringen und auch kontrovers zu führen. Die Veranstaltung setzt damit die Berlin-21-Nachhaltigkeitsforen von 2018 und 2019 fort, in denen es um die Teilstrategien und Konzepte zum Klimawandel, zur Mobilität, zur Ernährung, zur „Charta Stadtgrün“, zur Umweltgerechtigkeit und zur Kreislaufwirtschaft ging. Beim Auftakt am 20. August sollen die Anregungen ausgewählter Expertinnen und Experten genutzt werden, damit Berlin möglichst schnell und fundiert eine eigene Landesnachhaltigkeitsstrategie auf den Weg bringt – und Pahl, sowie Thomas Koch, Leiter des Nachhaltigkeitsreferats im Thüringer Umweltministerium. An diesem Abend soll es auch um die Ausnahmesituation der CoronaPandemie und die neuen Erfahrungen mit gesellschaftlichem Engagement und der erhöhten Aufmerksamkeit für wissenschaftliche Erkenntnisse gehen – und was sich davon für einen sozialökologischen Umbau nutzen lässt. Pia Paust-Lassen, Sebastian Stragies, Verena Fehlenberg Berliner Nachhaltigkeitsforum „Auf dem Weg zur Berliner Nachhaltigkeitsstrategie: Was kann Berlin von Anderen lernen?“, Donnerstag, 20.8., 18-21 Uhr, bUm – Raum für die engagierte Zivilgesellschaft, Paul-LinckeUfer 21, 10999 Berlin-Kreuzberg (U8 Schönleinstraße). Weitere Informationen sowie verbindliche Anmeldung bis 12. August: www.berlin21.net (Termine) Anzeige Lebensmittelmotten Kleidermotten Pflanzenschädlinge Milben natürlich bekämpfen mit BIp-Produkten Biologische Beratung bei Insektenproblemen Storkower Str. 55 10409 Berlin Tel: 030-42 800 840, Fax-841 www.biologische-beratung.de IM RABENBLICK August / September 2020 3 Grüne Deals: Wer bezahlt und wer kassiert? Der „Green Deal“ der EU treibt die Gesellschaft ökonomisch und sozial weiter auseinander M it großem Tamtam hat die neue EU-Kommission unter Ursula von der Leyen Ende letzten Jahres verkündet, sie wolle einen „European Green Deal“ anschieben. Im Zuge der gigantischen Corona-Rettungspakete ist der Green Deal nun ins Hintertreffen geraten, seine Zukunft ist unsicher. Sollte man das nun bedauern und für ihn kämpfen? So einfach ist die Frage nicht zu beantworten. Es soll Europas „Mann auf dem Mond“-Projekt werden. Im Jahr 2050 soll die EU klimaneutral und „giftfrei“ sei. Bis 2030 sollen mit einem Investitionspaket von einer Billion Euro die Treibhausgasemissionen statt bisher um 40 nun um 50 bis 55 Prozent reduziert werden. Damit „niemand im Stich gelassen“ wird, will die Kommission einen Mechanismus für eine gerechte Energiewende („Just Transition“) einrichten. Mit 100 Milliarden sollen Regionen unterstützt werden, die bisher am meisten von fossilen Brennstoffen und der Kohleförderung abhängig sind. Insgesamt setzt sich die Billion für den Green Deal bis 2030 zusammen aus etwa 500 Milliarden aus dem EU-Haushalt, rund 250 Milliarden an Krediten der Europäischen Investitionsbank EIB, 110 Milliarden Kofinanzierung aus den EU-Mitgliedsstaaten – den Rest sollen Privatinvestoren beisteuern. Diese Rechnung hat viele Unbekannte: Es ist unklar, wie viel Geld die EU-Staaten der Kommission tatsächlich zusagen. Insgesamt will die Kommission den Umbau zu einer Öko-Volkswirtschaft praktisch ohne frisches Geld schaffen – auch die EIBKredite sind keine zusätzlichen Mittel. Der Green Deal dürfte wohl das erste „Man on the Moon“-Projekt sein, das quasi aus der Portokasse finanziert wird. Billionen an öffentlichem Geld auszugeben, wie für Bankenrettungen und Corona-Krisenfolgen, ist für die Klimarettung nicht vorgesehen. „Geeignete Bedingungen für Investoren“ In ihrer Mitteilung zum Green Deal vom Januar sagt die EU-Kommission klar, was das bedeutet: Das vorhandene öffentliche Geld wird mit dem Ziel investiert, „geeignete Rahmenbedingungen für private Investoren“ zu schaffen. „Um das mit dem europäischen Grünen Deal gesteckte Ziel zu erreichen, muss eine erhebliche Investitionslücke geschlossen werden“, schreibt die Kommission in ihrem Green-Deal-Konzept. „Der Privatsektor wird bei der Finanzierung der grünen Wende jedoch eine Schlüsselrolle spielen. Langfristige Signale sind erforderlich, um Finanz- und Kapitalströme auf grüne Investitionen zu lenken und verlorene Vermögenswerte zu vermeiden.“ Man sollte die Konsequenzen dieses Herangehens nicht unterschätzen. Die EU-Kommission erklärt, mit dem öffentlichen Geld werde privates Kapital für den Klimaschutz mobilisiert, man spare also knappe öffentliche Mittel. So schön das klingt – das private Geld bekommt man aber nicht geschenkt. In der Realität führt dies zwangsläufig dazu, dass das öffentliche Geld derselben Logik unterworfen wird wie dass sie genug Rendite für Investoren abwerfen. Dabei sind die Alternativen klar: Entweder wird die „Transformation zur Klimaneutralität“ als öffentliche Aufgabe verstanden, die mit öffentlichen Mitteln organisiert wird und die keine Finanzrendite für Investoren abwerfen muss. Dafür wird die Geldschöpfung der Zentralbank herangezogen und es werden nur diejenigen stärker besteuert, die in 30 Jahren Neoliberalismus reicher geworden sind. Elektroauto: So stellen sich Investoren Klimaschutz vor. Foto: Mark Henry/Unsplash das Privatkapital: Die Projekte müssen Rendite für die Investoren erwirtschaften, und mit dem öffentlichen Geld wird vor allem das Investitionsrisiko minimiert. Die Rendite landet beim Investor, das Risiko nimmt ihm die öffentliche Hand kostenlos wenigstens teilweise ab. Die globale Investorenklasse bekommt ihre „Just Transition“, so viel ist jedenfalls sicher. Wenn man von vornherein darauf setzt, dass die Energiewende, ein gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr und energetisch sanierte Wohnungen oder auch der Schutz der Biodiversität Anlageobjekte sind, die Rendite für Investoren zu erbringen haben, dann verändert man weit mehr als nur eine Finanzierungsform. Man verändert überhaupt das Verständnis davon, was Politik ist. Es ist die Perfektionierung der „marktkonformen Demokratie“. „Green New Deal“ meint etwas ganz anderes Genau dieser Ideologie folgt Ursula von der Leyens Green Deal. Nach der Privatisierung von öffentlichen Unternehmen und Dienstleistungen wird der „Anlagenotstand“ auch in Europa nun dadurch behoben, dass man sogar umfassende politische Programme wie den Green Deal davon abhängig macht, Man kann den Anlagenotstand vieler Anleger auch dadurch beheben, dass sie nicht mehr so viel anzulegen haben. Außer der Finanzoligarchie, die das ganze Projekt direkt und indirekt zu bezahlen hat, profitieren dann alle davon, vor allem arbeitende Menschen. Kurzum: Klimaschutz und Überwindung des Neoliberalismus als gemeinsames Projekt. Das ist der Kern des amerikanischen „Green New Deal“-Projekts von Bernie Sanders und Alexandria Ocasio-Cortez, angelehnt an Franklin D. Roosevelts „New Deal“ der 1930er Jahre. Oder man versteht die „Transformation“ zur Klimaneutralität als technokratisches Geschäftsmodell, als neue Anlagemöglichkeit für renditesuchende Investoren, bei der der Staat lediglich günstige Rahmenbedingungen setzt, ansonsten die Dogmen von „schwarzer Null“ und Sparkurs hochhält und möglichst wenig öffentliches Geld aufwendet. In diesem Modell bezahlen arbeitende Menschen die „Transformation“, sie haben für die erforderlichen Renditen der Klimaschutz-Anleger zu sorgen. Die globale Investorenklasse bekommt diese Renditen, nachdem sie jahrzehntelang gut mit ihren Investitionen in die fossile Wirtschaft verdient hat. Mit öffentlichem Geld wird ihr Investitionsrisiko vermindert. Sie wird auch für „gestrandete Investitionen“ wie etwa vorzeitig stillgelegte Kohlekraftwerke noch entschädigt – aus Steuermitteln, wohlgemerkt, zu denen sie selbst immer weniger beiträgt. Kurzum: Klimaschutz als grüne Fortsetzung des Neoliberalismus, der die Reichen reicher macht auf Kosten aller anderen. Umverteilung nach oben ist kein Klimaschutz Gesellschaftliche Mehrheiten für ein großes Projekt – man muss es nicht „Man on the Moon“ nennen – schafft man nur, wenn breite Mehrheiten davon selbst etwas haben. Aber wen es nicht mehr interessiert, wer eigentlich für die Klimapolitik bezahlen soll, der verspielt leider auch genau das, was er für die Durchsetzung jedes „ambitionierten“ Klima-Ziels braucht: gesellschaftliche Mehrheiten jenseits der eigenen PolitFilterblase. Mit Verzichtsappellen gewinnt man nichts, wenn sich gleichzeitig die Reichen weiter bereichern. Mit einer Politik von Mittelschichten für obere Mittelschichten kann man nur scheitern. Ein CO2-Preis, der alle gleichmäßig belastet, den Millionär genauso wie die Krankenschwester, belastet eben nicht alle gleich. Die „Transformation“ kann zu einem Projekt werden, auseinanderdriftende Gesellschaften wieder zusammenzubringen, wenn sie damit auch ökonomisch und psychologisch wieder zusammenkommen. Und das bedeutet nichts weniger als: Nach 30 Jahren Umverteilung von unten nach oben muss es jetzt wieder andersrum laufen. Die Transformation müssen diejenigen bezahlen, die in 30 Jahren Neoliberalismus reicher geworden sind, und eben nicht „wir alle“. Jürgen Maier Der Autor ist seit 1996 Geschäftsführer des Forums Umwelt und Entwicklung. Weitere Informationen: www.forumue.de (Suchwort: Deal) Tel. (030) 6781775920 Anzeige 4 August / September 2020 TITELTHEMA Magie der Moore Wie aus CO2-Quellen Senken werden: Klimaschutz durch Moorrenaturierung in Berlin M aisäcker, Vogelschlag durch sich die NABU-Stiftung Nationales rung auf größeren Flächen ist in einer dass trockengelegte Flächen wiederverWindräder, für Wasserkraft- Naturerbe bei der Moorsanierung im dicht besiedelten Region wie Berlin nässt werden, drohen die verbliebenen werke verbaute Flussläufe Biesenthaler Becken nordöstlich von schwierig“, gibt Justus Meißner von Moore weiter auszutrocknen. Zwar – aus Sicht der Naturschützer hat die Berlin. In der Hauptstadt selbst hat die der Stiftung Naturschutz Berlin zu gelten in den FFH-Gebieten Mindestdeutsche Klimapolitik einige fatale Stiftung Naturschutz Berlin die Moore bedenken, die derzeit nach einem wasserstände, die nicht unterschritten Nebenwirkungen. Doch Klima- und Kleine Pelzlaake und Krumme Laake neuen Projektgebiet sucht. In der Pra- werden sollten, dennoch ist der Pegel in Naturschutz müssen nicht zwangs- südlich des Müggelsees renaturiert – xis wirft die Moor-Reparatur allerlei den letzten Sommern wiederholt unter läufig in einem Zielkonflikt stehen. als Ausgleich für Flugreisen Berliner Probleme auf: Flächen befinden sich die kritische Marke gesunken. Denn verin Streubesitz, so dass bindlich vorgeschrieben sind lediglich Zunehmend setzt sich sich die Eigentümer übers Jahr gerechnete Fördermengen. die Einsicht durch, dass schwer ermitteln las- Damit verstößt Berlin gegen die FFHnatürliche Ökosysteme sen, Pferdehalter wol- Richtlinie, nach der sich der Erhaltungswie Wälder, Moore len ihre Weiden nicht zustand geschützter Lebensräume und und Graslandschaften überschwemmt sehen, Arten nicht verschlechtern darf. enorme Mengen CO2 Außerhalb der Berliner LandesBürger protestieren speichern – und dass gegen die Rodung von grenzen sind es vor allem die Inteihr Schutz oder ihre ressen der Landwirtschaft, die eine Bäumen. Wiederherstellung eine Tatsächlich kann Moorwiedervernässung in größerem wirksame Klimaschutzdie Renaturierung zu- Ausmaß blockieren. Immerhin sieben maßnahme darstellt. nächst brachial anmu- Prozent der deutschen Agrarfläche Die wohl größten ten. Häufig müssen sind entwässerte Moore – die aber K o h l e n s t o ff s e n k e n Bäume entfernt wer- verursachen mehr als ein Drittel der des Planeten sind die den, da ihre durstigen CO2-Emissionen aus dem gesamten Moore. Weltweit entWurzeln den Boden Sektor Landwirtschaft. halten sie doppelt so austrocknen. In der viel Kohlenstoff wie östlichen Krummen „Moorsünder“ Nummer eins alle Wälder der Erde zuLaake wurden die Stubsammen, obwohl diese Schmalblättriges Wollgras ben sogar mit einem zehnmal mehr Fläche Ein Ausweg aus dem Dilemma Bagger herausgezogen könnte die sogenannte Paludikultur einnehmen. Leider befinden sich die Feuchtgebiete häufig in Landesbediensteter. Bislang sind die (Titelfoto), weil sie die natürliche Ent- sein, die Landwirtschaft auf nassem katastrophalem Zustand. Bemühungen insgesamt aber viel zu wicklung des Moors behinderten. In Grund. Mögliche Erzeugnisse sind In Deutschland ist nur noch ein kleinräumig, um das Klima nennenswert der Kleinen Pelzlaake wiederum war nachhaltig angebautes Torfmoos für Prozent der ursprünglichen Moorfläche zu entlasten. die Gemüsekultur, wirklich intakt. Wo einst Torfmoos Wissenschaftler von Schilf und Rohrkolwuchs und Nebel waberten, bestellen der Humboldt-Universiben für Dämmplatten heute Landwirte den Boden. tät haben eine Bestandsund Biomasse, Holz Mit der Entwässerung geht nicht aufnahme aller Berliner von Erlen. Derart geetwa nur die CO2-Speicherfähigkeit Moore vorgenommen nutzte Moore sind für Artenschützer des Moors verloren – im Gegenteil: Im und für jedes Gebiet zwar weniger attraktrocken gefallenen Moorboden zersetzt Entwicklungsziele vorgetiv als nährstoffarme sich das organische Material allmählich, schlagen. Ihr betrübliches Hochmoore mit ihrer und die ehemalige Senke verwandelt Ergebnis: Von einst 2.900 einzigartigen Flora sich in eine kräftig sprudelnde CO2- Hektar Moor, die zu Beund Fauna, allemal Quelle. Allein in Deutschland stoßen ginn des 20. Jahrhundert jedoch wertvollere entwässerte Moore jedes Jahr doppelt existierten, sind nur noch Habitate als intensiv so viel CO2 aus wie ein großes Braun- 740 Hektar übrig – und ein erheblicher Teil davon bewirtschaftete Äcker kohlekraftwerk. und Wiesen. „Wer ein Glas Milch von einer ent- sitzt mehr oder weniger Um die Klimawässerten Moorwiese trinkt, kann ge- auf dem Trockenen. Die ziele von Paris einzunauso gut ein Glas Benzin verbrennen“, größte zusammenhänhalten, rechnet Hans sagt Hans Joosten von der Universität gende Fläche sind die Krumme Laake: Nach der Renaturierung Joosten vor, müssten Greifswald. Joosten ist ein lautstarker Gosener Wiesen ganz Fotos und Titelfoto: Justus Meißner bis 2050 weltweit Verfechter der Moorrestaurierung. Er im Südosten Berlins, 500.000 Quadratkifordert, trockengelegte Moorböden in weitere bedeutende Aregroßem Stil wiederzuvernässen, um ale haben sich im Tegeler Fließtal, im es nötig, einen artenarmen Bestand aus lometer Moor wiedervernässt werden. die CO2-Quellen wieder in Senken zu Grunewald und im Naturschutzgebiet Pfeifengrashorsten abzuplaggen, also Deutschland kommt dabei eine SchlüsBogenseekette in Buch erhalten. Allein auszustechen. Das Ergebnis solcher selrolle zu. Nach Indonesien hat kein verwandeln. in den Gosener Wiesen in Müggelheim Eingriffe sieht zunächst nicht hübsch Staat mehr Moore entwässert als die EU, sind 150.000 Tonnen Kohlenstoff aus, doch schnell erobern Torfmoos, und innerhalb der EU ist Deutschland Bestandsaufnahme gespeichert, davon drohen wegen der Wollgras und Sonnentau die entblößten Moorsünder Nummer eins. Ausgerechder Berliner Moore teilweisen Entwässerung 24.000 Tonnen Flächen zurück. net Indonesien geht nun mit gutem Beispiel voran: Nach den verheerenden Eine Win-win-Situation, denn von freigesetzt zu werden. Torfbränden der Vergangenheit hat das den großflächig wiederhergestellten Berlin verletzt Land seit 2017 beachtliche 800.000 Feuchtgebieten würden auch viele Renaturierung kann Naturschutzrecht Hektar Moor wiedervernässt. Tierarten und seltene Pflanzen probrachial anmuten Alexandra Rigos fitieren – und natürlich menschliche Die momentan größten Feinde der Naturliebhaber. Da gesunde Moore wie Gegenmaßnahmen wären also drin- Berliner Moore sind die Trockenheit Weitere Informationen: gewaltige Filter wirken, sänke zudem gend angezeigt. Der Managementplan der letzten Jahre und der Durst der www.nabu.de/moor die Nitratbelastung des Grundwassers. des Senats für Moore in FFH-Gebieten, Großstadt. Noch immer entnehmen Der Artikel erschien Vielerorts haben Naturschützer die nach der europäischen Fauna-Flora- die Wasserwerke stellenweise mehr zuerst in der NABU-Zeitschrift bereits Projekte zur Moorrenaturierung Habitat-Richtlinie geschützt sind, liegt Grundwasser, als es den verbliebenen „Natur in Berlin“, Heft 2/20. in Angriff genommen. So engagiert noch immer nicht vor. „Moorrenaturie- Mooren guttut. Paradoxe Folge: Statt WIRTSCHAFT August / September 2020 5 Von den gelebten Alternativen lernen Die Wandelwoche Berlin-Brandenburg geht in ihr sechstes Jahr H er mit dem guten Leben – für alle, überall! Rund um diese Idee findet vom 4. bis 14. September die sechste Wandelwoche Berlin-Brandenburg statt – mit Touren, Online-Seminaren und Märkten. Sie zeigt Betriebe und Projekte in der Region, die Ideen und Ansätze für ein anderes Wirtschaften ausprobieren und weitertragen. Die Veranstaltungen werden gegen Spende angeboten und sind offen für alle Interessierten, zu Fuß, mit dem Rad, den Öffentlichen oder über das Internet. Das Programm hat bereits Form angenommen. Die Covid-19-Pandemie bestimmt unseren Alltag seit Wochen. Während einige fast unverändert ihrem alltäglichen Leben nachgehen können, werden viele Menschen in ihrer Lebensgestaltung eingeschränkt. Corona zeigt in aller Deutlichkeit, was ersetzbar und was unverzichtbar ist. Veränderungspotenzial in jedem Menschen Gleichzeitig werden uns die unzähligen „Krankheiten“ unserer vom Kapitalismus geprägten Lebensweise mit ihren Auswirkungen auf die Gesellschaft in einer – zumindest hier Anzeigen Enkeltauglich leben In der Wandelwoche 2016 wurden Kollektivbetriebe in Berlin besucht. marginalisiert und unterdrückt werden. Aber es gibt auch positive Gegenbeispiele. Es gibt die wachsende Solidarität in der direkten Nachbarschaft, die Arbeitskämpfe und die digitalen Vernetzungs- und Austauschformate, die eine dezentrale Teilhabe an Diskursen ermöglichen. Es ist das Vertrauen in das Streben nach Veränderung in jedem Menschen, das die OrganisatorInnen seit Jahren 2017 fanden die „Radelwochen“ als energiepolitische Tour in der Lausitz statt. Fotos: Sandra Wildemann/Wandelwoche Berlin-Brandenburg – bisher ungekannten Deutlichkeit vor Augen geführt. Ausbeutung in der Landwirtschaft und im verarbeitenden und produzierenden Gewerbe, die Folgen der zunehmenden Privatisierung des Gesundheitswesens und einer Zweiklassengesellschaft, rechtes Gedankengut und Verschwörungstheorien, menschenverachtende Lebensbedingungen von Geflüchteten in Massenunterkünften, Wohnraumverknappung, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Menschenrechtsverletzungen, die Fadenscheinigkeit der Gleichberechtigung der Geschlechter ... Es ist unerlässlich, dass diejenigen, die die Privilegien der Bewegungsfreiheit und Meinungsäußerung genießen, diese nutzen, um gemeinsam mit all jenen zu kämpfen, die ausgebeutet, antreibt. In der Wandelwoche soll der Wunsch nach einem Leben in Selbstorganisation und Solidarität durch IdeengeberInnen und Projekte belebt werden, die bereits aktiv einen solidarökonomischen Wandel gestalten. Projekte des Wandels Auch 2020, im sechsten Jahr der Wandelwoche Berlin-Brandenburg, sind wieder rund 30 Veranstaltungen geplant. Etliche Themen und Beteiligte stehen bereits fest: Es geht um Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie, Arbeiten im Kollektiv, ökologische Landwirtschaft, Klimagerechtigkeit, nachhaltige Lebensweise, Landkonflikte, Rechtsextremismus, Mietenkampf, solidarische Landwirtschaft und vieles mehr. Mit dabei sind unter anderem: Netzwerk Solidarischer Direkthandel Berlin und DirektKonsum, Kunst-Stoffe, Akademie für Suffizienz, handgewebt in berlin, Initiative Haus der Statistik und KO-Markt, Vierstunden-Liga, Grenzgänger Berlin, Kipppunkt Kollektiv, Naturfreundejugend, Fairbindung, Linke Medienakademie, Denkwerkstadt Nahrungswandel, Kulturmühle Lietzen, Hofkollektiv Füchse und Hasen, Inkota-Netzwerk und Gemeinschaftsgarten Himmelbeet, Oikonnect und 2000 m² Weltacker. Maria Schmidt, das kooperativ e.V. Wirtschaft ohne Wachstumszwang | Commons | Landwende | Subsistenz | selbstbestimmtes Lernen | Beitragen auf Augenhöhe | Ausstieg aus der Tauschlogik | Kostenloses Probeheft auf: www.oya-online.de Donnerstags ab 12 Uhr Wörther Straße www.grueneliga-berlin.de BAYER $PSPOB7FSTBHFO Wandelwoche Berlin-Brandenburg vom 4.-14.9.2020 Programm und Anmeldung: www.bbb.wandelwoche.org Tel. (030) 61652466 www.stichwort-bayer.de . info@stichwort-bayer.de Postfach 150418 . 40081 Düsseldorf facebook.com/CBGnetwork KOSTENLOSES PROBEHEFT BESTELLEN. JETZT. Seit 1972 erscheint die graswurzelrevolution und kommentiert die aktuelle Politik und Kultur aus gewaltfrei-anarchistischer Sicht. Jahresabo / Geschenkabo: 38 € (10 Ausgaben) Schnupperabo: 5 € (8 € Ausland, 3 Ausg., bitte Vorkasse) Auslandsabo: 48 € / Förderabo: 60 € Bequem bestellen auf graswurzel.net Abos verlängern sich automatisch. Sie können jederzeit gekündigt werden. Geschenkabos verlängern sich nicht automatisch. Ein Schnupperabo verlängert sich ohne Kündigung zum Jahresabo. 6 KLIMA August / September 2020 Coronakrise und Klimakatastrophe Nur eine grundlegende sozial-ökologische Wende kann Klima und Biosphäre noch stabilisieren I n Deutschland hat sich die Temperatur laut Deutschem Wetterdienst bereits um mehr als zwei Grad erhöht, und laut Umweltbundesamt stieg sie zuletzt um 0,3 Grad in fünf Jahren. Damit bewegen wir uns auf eine Erwärmung Deutschlands von fünf Grad und mehr bis zum Ende des Jahrhunderts zu, möglicherweise sogar bis zu acht Grad – was in der Tat einer „Selbstverbrennung“ gleichkommt, wie es der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber nennt. Klimawissenschaftler warnen inzwischen vor katastrophalen Bedrohungen und unsäglichem menschlichem Leid, vor einem „planetaren Notfall”, einem drohenden Klimanotstand. Nur eine Eindämmung der lebensbedrohlichen „Treibhausgas-Pandemie“ und eine Stabilisierung der Biosphäre kann eine irreversible Klimakatastrophe und die vor unseren Augen stattfindende Zerstörung der Lebensgrundlagen zumindest noch begrenzen – wozu eine grundlegende sozial-ökologische Wende nötig ist. Ob und wie wir die Klimakatastrophe noch aufhalten oder wenigstens verlangsamen können, ist zur beinahe alles entscheidenden Frage der Gegenwart geworden. „Alle reden von Corona, keiner mehr von Greta“ Doch die Coronakrise hat die eigentliche Überlebensfrage der Menschheit wieder in den Hintergrund gedrängt. „Alle reden von Corona, keiner redet mehr von Greta“, brachte es meine Zeitungshändlerin auf den Punkt. Anzeigen JETZT ABONNIEREN www.lateinamerika-nachrichten.de Vielleicht lässt sich unsere derzeitige Situation am besten bildhaft, allegorisch beschreiben: Wir gleichen einem Tankstellenbetreiber, dessen Tankstelle brennt und der sagt, er mehr um null Emissionen im Jahr 2050 gehen, sondern um weitgehende Klimaneutralität schon 2030. Doch statt vom notwendigen Umbau oder wenigstens einem „Green Deal“ ist Fridays-for-Future-Demonstration am Wirtschaftsministerium in Berlin. Foto: Leonhard Lenz, commons.wikimedia.org/?curid=77359244 könne jetzt nicht löschen, weil er krank geworden sei, er könne aber auch nicht aufhören, Kraftstoff zu verkaufen, da sonst sein Laden pleitegeht. Absurd? Gewiss! Zumal das „Feuer“ schon dabei ist, auf große Tanklager überzugreifen, sich weiter auszubreiten und völlig unkontrollierbar zu werden. Wir beschäftigen uns fast nur noch mit einer bisher unbekannten Atemwegserkrankung und damit, wie wir den Geschäftsbetrieb schnellstmöglich auf sein vorheriges, erderhitzendes Niveau hochfahren können. Doch unser Haus Erde brennt längst ganz real an allen Ecken und Enden, wie die weltweiten verheerenden Waldbrände der letzten zwei Jahre überdeutlich zeigten. Die Permafrostböden in Sibirien und Kanada tauen inzwischen so rasant, wie es erst für 2090 kalkuliert war. Der Amazonas-Regenwald droht zu kippen und zur Savanne zu werden, was Klimaforschern zufolge einen zusätzlichen Ausstoß von 90 Milliarden Tonnen CO2 zur Folge hätte. Dazu kämen noch 110 Milliarden Tonnen CO2 durch den Verlust großer Teile des borealen Waldes in Nordamerika. jetzt in Europa nur noch vom „Wiederaufbau“ die Rede, obwohl doch gar kein Krieg war und das Feuer der Erderhitzung noch gar nicht gelöscht ist. Doch dieser „Wiederaufbau“ ist nicht zukunftsfähig. Viele dachten nach dem Aufbruch der neuen Klimabewegung im vergangenen Jahr: Das war jetzt der Durchbruch, jetzt haben es die Verantwortlichen begriffen. Doch damit haben sie das derzeitige System offenbar überschätzt oder auch unterschätzt. Was wir gerade erleben, ist gewissermaßen eine Art fossil-virale Konterrevolution, mit der versucht wird, die Uhren auch beim Klimaschutz zurückzudrehen. Die Coronakrise hat die Klimakatastrophe in den Hintergrund gedrängt und rechtfertigt die staatlich alimentierte Verlängerung der bisherigen Großstrukturen in die Zukunft. Der fossil-mobile Machtkomplex nutzte die Gunst der Stunde, die eine des starken Staates war, für eine Restauration seiner Strukturen, aber auch zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Der Mundschutz ist gewissermaßen auch ein Maulkorb. Das Rad soll wieder zurückgedreht werden Die Weichen werden jetzt gestellt Auch in Deutschland ging in den vergangenen beiden Jahren bereits eine Waldfläche von der Größe des Saarlands verloren. Angesichts der dramatischen Entwicklungen müsste es laut neueren Studien längst nicht Weltweit stellt sich die Frage: ob es zu einer zunehmend autoritären Restauration eines fossil- technokratischen, wachstumsorientierten (Staats-)Kapitalismus kommt, der die Grenzen des Erdsystems und die Ge- setze der Physik weiter ignoriert, oder ob ein sozial-ökologischer Durchbruch gelingt, der die Verhinderung der Klimakatastrophe und die Sicherung der Lebensgrundlagen in den Mittelpunkt stellt. Jetzt werden die Weichen für die Zukunft des Planeten gestellt, und dies sollte keinesfalls den Verteidigern der Vergangenheit und den Profiteuren des „Weiter so“ überlassen bleiben. Welche Gesellschaft und welche Wirtschaft wir brauchen und wollen, das ist eine Frage, die angesichts der Klimakatastrophe gesellschaftlich neu entschieden werden muss. Keine Restauration ist dauerhaft, wie die Geschichte lehrt. „Keine Macht der Welt kann eine Idee aufhalten, deren Zeit gekommen ist“, hieß es schon vor 150 Jahren. Um das Feuer der Klimakatstrophe zu löschen, ist ein wirklicher Machtwechsel und ein grundlegender Um- und Neubau der Gesellschaft notwendig. Es geht um den Aufbau einer Gesellschaft, deren zentrales Paradigma nicht Wachstum um jeden Preis, sondern der Fortbestand des Lebens und der Menschheit ist. Die Coronakrise ist gleichsam das letzte Gefecht zwischen rückwärtsgewandter Besitzstandswahrung und entschlossener Zukunftssicherung, und noch ist der Ausgang offen. Zur Notbremse greifen Wenn wir in 10 bis 15 Jahren klimaneutral sein müssen, um wenigstens noch die Chance auf eine Begrenzung der Aufheizung der Erde zu haben, und dazu auch noch die Biosphäre stabilisieren und wiederherstellen müssen, dann ist es nicht mit ein paar neuen Weichenstellungen für den kapitalistischen Wachstumszug getan, dann müssen wir zur Notbremse greifen und den Zug anhalten und den Umbau zu einer stationären, klimaverträglichen, nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft jetzt vollbringen. Das Handeln in der Coronakrise hat gezeigt, wie viel möglich ist, wenn es denn wirklich gewollt wird – das ist jetzt auch der Maßstab für das Handeln gegen die Klimakatastrophe. Wir müssen sofort die „Treibhausgas-Pandemie“ eindämmen und haben keinesfalls das Recht, weiter Öl und Benzin ins Feuer zu gießen und in eine verheerende Klimakatastrophe zu laufen. Die Zeit symbolischer Klimapolitik ist vorbei – so oder so. Es ist höchste Zeit, erneut aufzustehen für Demokratie, for Future, für einen realistischen Klimaplan und eine sofortige grundlegende sozial-ökologische Wende. Jürgen Tallig Langfassung mit Quellen und Kontakt: www.earthattack-talligsklimablog. jimdofree.com ENERGIE 7 August / September 2020 Erneuerbar geht anders Gegen Kohle, Gas und Müll: „Coal & Boat“-Demonstration am 29. August in Berlin-Spandau D ie Strom- und WärBündnis Kohleausstieg meversorgung in Berlin – in dem auch die Berlin beruht immer Grüne Liga Berlin vertreten noch zum großen Teil auf ist – am 29. August mit der fossilen Energieträgern. In traditionellen Bootsdemo den Kraftwerken Reuter West und einer Laufdemo für und Moabit wird Steinkohle eine schnellere Abschalverbrannt (siehe auch S. 20). tung der Kohlekraftwerke Diese beiden Kohlekraftund eine zu 100 Prozent werke stießen letztes Jahr ökologische Wärmewende. insgesamt fast zwei MillioDamit soll das Thema Wärnen Tonnen CO2 aus. Das me und Heizung aus seinem politischen Nischendasein Heizkraftwerk Reuter West herausgeholt werden. im Bezirk Spandau versorgt Das Kohleausstiegseine halbe Million Berliner bündnis fordert bei der diesHaushalte mit Fernwärme Die Coal & Boat 2019 war eine tolle Sache. jährigen „Coal & Boat“-Deaus Kohleverbrennung. DeFoto: Sedat Mehder mo auch ein ökologisches zentrale Wärmeerzeugung Wärmegesetz für Berlin und Fernwärme machen zusammen circa 50 Prozent der gesamten und durch ein Gaskraftwerk ersetzt mit einem CO2-Grenzwert und einer CO2-Emissionen in Berlin aus. werden, das bis mindestens 2050 mit Quote für erneuerbare Energien. Das fossilem Gas betrieben werden soll. Gesetz soll noch in dieser LegislaAußerdem soll mehr Wärme durch turperiode im Berliner AbgeordneBerlin will noch 30 Jahre Müllverbrennung erzeugt werden, statt tenhaus beschlossen werden, also fossil heizen auf Müllvermeidung zu setzen. vor der nächsten Wahl im September Am größeren der beiden Kraft- 2021. Außerdem will das Bündnis ein Erst 2029 sollen die Berliner Steinkohlekraftwerke vom Netz gehen werke, Reuter West, demonstriert das Eckpunktepapier zum Erneuerbare- Energien-Wärmegesetz und zur Verringerung des Wärmeverbrauchs in Berlin veröffentlichen. Demo soll laut und bunt werden Um die Pariser Klimaziele einzuhalten, sind nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ein deutlich früherer Ausstieg aus den fossilen Energien und ein zügiger Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung nötig. Deshalb hofft das Bündnis auf eine laute und bunte „Coal & Boat“-Demo am 29. August in Spandau. Die Corona-Sicherheitsmaßnahmen werden bei der Demonstration selbstverständlich eingehalten. Jochen Mühlbauer Treffpunkt: Samstag, 29.8., 13 Uhr, Kraftwerk Reuter West (U7 Paulsternstraße) Weitere Informationen und Anmeldung für die Boots- und Laufdemo: www.kohleausstieg-berlin.de Tel. (030) 24357803 Der Kohleausstieg ist Gesetz ... aber der Lausitzer Braunkohlebetreiber Leag zockt weiter B undestag und Bundesrat haben am 3. Juli das Kohleausstiegsgesetz und das Strukturwandelgesetz beschlossen. Die Lausitzer Braunkohlekraftwerke werden dabei aber längstmöglich geschont – so sehr, dass sie praktisch genauso viel Kohle verbrennen können, wie es der schwedische VattenfallKonzern vor vier Jahren beim Verkauf der Kraftwerke und Tagebaue an den tschechischen Finanzinvestor EPH angenommen hatte. Es ist zwar auch noch möglich, dass weniger Kohle verbrannt wird, dann müssten genehmigte Tagebaue verkleinert werden. Doch das läge dann nicht am Kohleausstiegsgesetz, sondern an der Entwicklung der Stromnachfrage und der CO2- und Gaspreise. Die Kraftwerksbetreiber müssten deshalb nicht vom Staat entschädigt werden. „Kohleverstromungsverlängerungsgesetz“ Im Kohleausstiegsgesetz sind 1,75 Milliarden Euro angebliche Entschädigung an den heutigen Betreiber Leag vorgesehen. Die jetzt bekannt gewordenen Vertragsentwürfe gehen davon aus, dass der Milliardenbetrag über 15 Jahre gezahlt werden soll – zweckgebunden für die Rekultivierung der Tagebaue. Das würde nichts daran ändern, dass damit die Braunkohleverstromung subventioniert und künstlich am Markt gehalten wird. Zu Recht macht das Wort „Kohleverstromungsverlängerungsgesetz“ die Runde. Und Geld aus der Lausitz in Richtung des EPH-Konzerns abzuzweigen bleibt natürlich trotz der Zweckbindung möglich – solange der Stromverkauf noch welches einbringt. Politischer Druck zeigt Wirkung Der politische Druck – zu dem die Grüne Liga auch mit viel Pressearbeit, einem Brief an die Abgeordneten und bei einem Fachgespräch im Umweltausschuss des Bundestags beigetragen hat – zeigt insofern Wirkung, dass die öffentlich-rechtlichen Verträge zum Kohleausstieg am 3. Juli nicht im Bundestag beschlossen wurden. Damit ist die Lausitzer Bergbauregion nicht mehr Geisel der beiden Milliardäre, denen der EPH-Konzern gehört. Denn die Strukturhilfen hängen nicht mehr daran, wie zufrieden die tschechischen Leag-Eigner mit den öffentlich-rechtlichen Verträgen sind. Es besteht also zumindest die Chance, dass die absurd hohen Milliardenzahlungen an den Kohlekonzern tatsächlich kritisch überprüft werden. Nach der Sommerpause sollen die Verträge erneut Thema im Bundestag sein, Anfang September soll es eine Anhörung dazu geben. Dementsprechend hat auch die Leag die Bekanntgabe ihres neuen Revierkonzepts verschoben. Der Lausitzer Energiekonzern will offensichtlich nicht nur das Kohleausstiegsgesetz abwarten, sondern auch die Unterschrift unter die öffentlichrechtlichen Verträge. Grüne Liga fordert Rechtsstaatlichkeit ein Ein Revierkonzept beschreibt die Vorstellungen des Unternehmens. Die Entscheidung fällt aber in den Plan- und Genehmigungsverfahren, in denen durch Variantenuntersuchungen die am wenigsten schädliche Tagebauplanung ermittelt werden muss. Zumindest sollte es in einem Rechtsstaat so sein, und die Grüne Liga wird es vehement einfordern. René Schuster, Grüne Liga Weitere Informationen: www.kein-tagebau.de Tel. 0151-14420487 Anzeige Bürgerenergie – das machen wir! Die EWS sind nach dem Super-Gau von Tschernobyl aus einer Bürgerinitiative entstanden. Heute versorgen wir bundesweit mehr als 155.000 Haushalte mit Ökostrom und Biogas und bringen die Energiewende aktiv voran: Zum Beispiel mit über 2.575 Rebellenkraftwerken, politischen Kampagnen und Energiespartipps. Machen Sie mit ! Sebastian Sladek, Vorstand der Netzkauf EWS eG Elektrizitätswerke Schönau Vertriebs GmbH – www.ews-schoenau.de 8 August / September 2020 Erbse – die neue Avocado „Superfood wächst überall“, hieß es im vierten Workshop der Bildungsreihe „So is(s)t die Welt“ A çaí, Goji-Beeren, Chia-Samen, Ingwer- und Kurkuma-Shots, Avocado, Mandeln und Quinoa. Sogenanntes Superfood ist schon länger ein Trend. Diese besonderen Nahrungsmittel sollen gesund sein, schlank machen und für eine ausgewogene Ernährung sorgen. Doch wie schon die meist exotischen Namen verraten, haben sie auch lange Transportwege hinter sich und hinter der Öko- und Gesundheits-Werbung verstecken sich oft Umweltsünden. Im vierten Workshop ihrer Bildungsreihe „So is(st) die Welt“ geht die Grüne Liga Berlin der Sache genauer nach. Die Veranstaltung kann trotz der Corona-Beschränkungen stattfinden – unter freiem Himmel im Botanischen Volkspark Blankenfelde. 16 Menschen jeden Alters sind gekommen. Eingestimmt werden sie durch einen Vortrag von Meike Fienitz. Die Mitautorin des Buches „Super Local Food“ gibt ihr spannendes Fachwissen weiter, bevor es mit Ernährungsberaterin Elisabeth Westphal auf eine Kräuterwanderung gehen soll, um selbst lokales „Superfood“ zu finden. Werbung. Eine Milch-Bananen-Diät sollte eine gesundheitsfördernde Wirkung haben – wobei sich später herausstellte, dass eine entsprechende Studie fehlerhaft war: Der Grund für die Genesung vieler Menschen war stattdessen, dass diese kein Gluten zu sich nahmen. Neben dem Superfood-Klassiker Avocado nennt Meike Fienitz auch Quinoa als Beispiel für sogenanntes Greenwashing. Quinoa sieht zwar wie ein Getreide aus und verbreitet sich auch so, ist aber näher verwandt mit anbauen lässt. Das gefährdet nun das Einkommen vieler südamerikanischer Kleinbauern. Wer Quinoa konsumiert, sollte deshalb darauf achten, dass sie biologisch und fair produziert wurde und von Kleinbauern aus den Anden stammt – oder auf Alternativen wie lokal angebaute Hirse umsteigen. 5. Die fertige Guacamole in eine Schüssel geben und zum Beispiel mit Brot, Gemüse oder Tortilla-Chips servieren. Tipp: Wer mag, kann auch zwei kleine Strauchtomaten und Koriander dazugeben. Guacamole aus Erbsen Das Superfood nicht weitgereist sein muss, zeigt Elisabeth Westphal. Die langjährige Ökomarktleiterin der Grünen Liga Berlin beschäftigt sich seit Jahren mit einheimischen Kräutern und anderen Pflanzen, die reich an Nährstoffen sind und denen eine gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen wird. Als Pilz- und Kräutersachverständige führt sie Kräuter- und Pilzwanderungen durch und hat mit dem Raben Ralf und dem Packpapierverlag ein Wildkräuterbuch herausgebracht (siehe S. 21). Gemeinsam mit ihr spazieren die Workshop-Teilnehmer durch den Botanischen Volkspark und halten immer wieder an, um verschiedene Blüten und Blätter zu sammeln, zu probieren und etwas über die Nutzung zu erfahren. Elisabeth Westphal empfiehlt, täglich zwei Tassen rohe oder eine Tasse gekochte Blätter und Kräuter zu konsumieren. Zunächst solle man mit weniger anfangen, damit sich der Magen daran gewöhnen kann. Das dauerblühende Gänseblümchen ist ein schmackhaftes Beispiel. Es hält Frost aus und wächst schnell nach. Wichtige Inhaltsstoffe sind Vitamin C, Saponine, Schleim- und Gerbstoffe. Dadurch regen Gänseblümchen den Stoffwechsel an, ähnlich wie Chiasamen. Der Geschmack der Blüten ist leicht nussartig, die Blätter haben eine feine säuerliche Note. So eignen sich die kleinen Blumen gut im Kartoffelsalat, zu Pilzen oder im Obstsalat. Guacamole, der mexikanische Dip mit Avocado, ist auch bei uns sehr beliebt. Doch mit ihrer miesen Ökobilanz Superfood als Marketingstrategie Die Buchautorin beschäftigt sich schon länger mit Superfood – und vor allem mit der Frage nach der Nachhaltigkeit der vielen Angebote. Das gab auch den Anstoß zum Buch. Meike Fienitz beginnt ihren Vortrag mit der Frage ans Publikum, welches Superfood am liebsten gegessen wird. Häufiger genannt werden Brennnessel, Banane, Avocado, Ingwer und Kürbis. Interessant ist, dass es keine allgemein anerkannte Definition für Superfood gibt. Am nächsten kommt dem noch das recht ungenaue Kriterium, dass ein Lebensmittel viele Nährstoffe enthält. Der Begriff Superfood entstammt einer Marketingstrategie für BananenAnzeige Kräuterfachfrau Elisabeth Westphal zeigt heimisches „Superfood“. Foto: Anke Küttner Spinat und Mangold. Es wird oft als glutenfreier Getreideersatz verwendet. Die Kulturpflanze stammt aus den Anden und gilt als nährstoffreiches Lebensmittel durch ihren hohen Anteil an Kalzium, Magnesium, Eisen, Kupfer, Zink, Eiweiß und Omega-6-Fettsäuren. Das klingt erst mal super, doch 90 Prozent der Quinoa in unseren Supermarktregalen stammen aus Bolivien und Peru. Importierter Weizen verdrängte dort Quinoa als Grundnahrungsmittel. Die Bauern in den Anden suchten nach neuen Absatzmärkten, weil in dem speziellen Hochgebirgsklima sonst nicht viel wächst. Seit etwa 30 Jahren wurde für Quinoa international geworben – aufgrund der Inhaltsstoffe. Die Exportzahlen stiegen, es kam zu einem Aufschwung in der Landwirtschaft, die Anbauflächen wurden ausgeweitet. Doch neben den langen Transportwegen hatte das auch in den Anbaugebieten negative Folgen. Brachzeiten wurden nicht eingehalten, wodurch der Boden weniger fruchtbar wurde. Zunehmend mangelte es an Dünger. Andere Länder züchteten die Quinoa weiter, sodass sie sich in anderen Klimazonen und im industriellen Stil fällt die Avocado durch – durstig, belastet, weitgereist. Auf den Dip verzichten muss man trotzdem nicht: Die Erbse ist ein ausgezeichneter Ersatz. Zutaten: 300 g Erbsen (2 Tassen) ½ Zwiebel 2 Knoblauchzehen ½ Chilischote oder eine Prise Chiliflocken ½ Zitrone Salz, Pfeffer evtl. 1-2 EL Wasser 1. Die Erbsen in Wasser abkochen und abgießen. Zwiebel und Knoblauchzehen schälen und in kleine Stücke schneiden. 2. Die Chilischote kleinschneiden. Je nachdem, wie scharf man es mag, die Kerne entfernen. 3. Die halbe Zitrone auspressen. Erbsen, Zwiebeln, Knoblauch, Chilischoten und Zitronensaft zusammengeben und sämig pürieren. 4. Das Püree mit Salz und Pfeffer abschmecken. Falls es zu dickflüssig ist, etwas Wasser hinzugeben. Täglich Kräuter Giersch statt Goji Etwas seltener zu finden ist Giersch. Das Kraut enthält wie die Gojibeere viel Vitamin C und zusätzlich Eisen, Kupfer, Mangan und Titan. So kann es gegen Rheuma, Gicht und Arthritis helfen – und ein zerquetschtes Blatt, auf einen Insektenstich gelegt, lindert den Schmerz. Mit seinem feinherben Geschmack passt Giersch gut in herzhaften und süßen Speisen wie in Salaten, zu Tomaten, Kartoffeln, Quark, Knödeln oder Äpfeln. Und für diejenigen unter uns, die den Stadtwiesen, Parks und Wäldern nicht vertrauen, gibt es einen einfachen Tipp für die Fensterbank. Dort kann praktisch jedes Gemüse oder Kraut wachsen und als Keimling auf dem Butterbrot oder im Salat verzehrt werden. Auch das ist super – und kein weitgereistes Food auf großem Fuß. Paula Rinderle Weitere Informationen: www.grueneliga-berlin.de/food Tel. (030) 4433910 UMWELTFESTIVAL 9 August / September 2020 Klicks fürs Klima Das Umweltfestival findet diesmal nicht am Brandenburger Tor, sondern online statt W ... und mitmachen! eil das Umweltfestival am Brandenburger Tor in diesem Jahr nicht wie gewohnt als Straßenfest stattfinden kann, gestaltet die Grüne Liga Berlin stattdessen auf www. umweltfestival.de eine bunte, interaktive und unterhaltsame Meile mit vielen Ausstellerinnen und Ausstellern. In den nächsten Monaten können Umweltbewegte hier ihr vielfältiges Engagement im Umwelt-, Natur- und Klimaschutz präsentieren und erlebbar machen. Einschalten ... Vom 20. August bis in den Herbst wird regelmäßig in Livestreams, Online-Seminaren und -Workshops über nachhaltiges Leben in vielen Facetten diskutieren und informiert. Die Vision ist es, digitale Mitmachangebote, interaktive Beteiligungsformate und vieles mehr für Groß und Klein zu schaffen und zusammen mit Partnerorganisationen öffentlichkeitswirksam zu verbreiten. Zum Umweltfestival kommen jährlich Zehntausende – in diesem Jahr ins Internet. Ob Workshopvideos, smarte Lernvideos, spielerische Comics, digitale Umweltinformations- und Mitmachangebote, Präsentationen, Vorträge, Bilderausstellungen, Hörspiele, Podcasts oder kreative Ideen, um über Natur-, Umwelt- und Klimaschutz unterhaltsam zu informieren – alles, was die bunte Vielfalt des Umweltfestivals ausmacht, ist in digitaler Form willkommen. Die Anmeldung für Ausstellungswillige ist fortlaufend möglich. Ideen, Impulse und Kooperationsanfragen können per E-Mail oder telefonisch an das Organisationsteam gerichtet werden. Gunnar Hamel Grüne Liga Berlin e.V. Foto: Matthias Wehofsky Das Umweltfestival auf der Straße lebt vor allem von den Ideen und dem Umweltengagement der Ausstellenden. Das will die Grüne Liga nun auch auf www.umweltfestival.de zeigen und öffentlichkeitswirksam verbreiten. Das Ziel ist Deutschlands größte ökologische, digitale Erlebnismeile im Netz. Und auch in diesem Jahr wird besonderes Engagement wieder mit dem Großen Preis des Umweltfestivals ausgezeichnet. Weitere Informationen und Kontakt: www.umweltfestival.de Tel. (030) 44339149, E-Mail: info@umweltfestival.de Das Umweltfestival wird durch das Umweltbundesamt aus Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert. Anzeige BESTECHENDES ANGEBOT. Mit der GASAG Lieblingsprojekte unterstützen. 'HU6FKXW]XQVHUHUKHLPLVFKHQ$UWHQXQGXQPLWWHOEDUHQ1DWXULVWXQVVHLWMHKHUHLQΑUR¡HV$QOLHΑHQ'HVKDOEKDEHQ ZLUGHQ8PZHOWȜXURLQV/HEHQJHUXIHQΖQGHPGXHLQH(0DLODQUmwelteuro@gasag.de schickst, kannst du einen GLJLWDOHQ6SHQGHQ&RGHHUKDOWHQ'DPLWLQYHVWLHUHQZLULQUHJLRQDOH8PZHOWXQG.OLPDVFKXW]SURMHNWHGHLQHU:DKO 0HKU(QJDJHPHQWXQGYLHOJXWH(QHUJLHJLEWHVXQWHUZZZJDVDJGHXPZHOWHXUR 10 KONSUM August / September 2020 Wohin mit dem Elektroschrott? Der einfachste Weg zum richtigen Recycling W enn der Toaster durchbrennt oder der Drucker den Geist aufgibt, stellt sich die Frage: Wohin damit? In Deutschland wurden 2017 über zehn Kilogramm Elektroschrott pro Kopf und Jahr erfasst. Und das ist nur der Teil, der ordnungsgemäß entsorgt wurde. Denn leider landen ausgediente Geräte oft im Hausmüll oder an der nächsten Straßenecke. Dabei können nicht nur Schadstoffe in die Umwelt gelangen, es gehen auch wertvolle Rohstoff verloren, die man zurückgewinnen könnte. Handel muss Geräte zurücknehmen „14 Tonnen Elektrokleingeräte enthalten eine Tonne Kupfer. Um eine Tonne Kupfer bergmännisch zu fördern, müssen 1.000 Tonnen Gestein abgebaut werden“, rechnen die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) vor. Die BSR betreibt in Berlin 15 Recyclinghöfe, bei denen man bis zu 20 Elektrogeräte gleichzeitig kostenlos entsorgen kann. Bei einem so großen Stadtgebiet ist der nächste Hof allerdings häufig weit weg. Deshalb arbeitet die BSR auch mit Baumärkten zusammen: Kleinere Geräte wie Computer, Monitore oder Kaffeemaschinen können genauso bei Hellweg, Hornbach oder Obi abgegeben werden. Viele wissen außerdem nicht, dass der Handel verpflichtet ist, ausgediente E-Geräte zurückzunehmen. Verantwortungsvoll verwenden Elektronikhändler ab 400 Quadratmeter Ladenfläche müssen Kleingeräte bis 25 Zentimeter Größe auch dann kostenlos entsorgen, wenn man nichts bei ihnen einkauft. Alte Waschmaschinen oder Kühlschränke müssen zurückgenommen werden, wenn man sich ein neues Gerät holt. Die beste Lösung für Elektroschrott ist natürlich, ihn gar nicht erst entstehen zu lassen. Wie wäre es mit reparieren, spenden oder leihen statt kaufen? Auf der interaktiven Karte www.remapberlin.de findet man schnell Leihläden, Sozialkaufhäuser oder Repair-Cafés in der Gute Idee Umgebung. Nicht nur für Elektrogeräte, sondern auch Die thüringische Stadt für Möbel, Fahrräder und Co Jena hatte 2012 eine besfindet man so eine Alternative sere Idee, wie man Altzur Wegwerfgesellschaft. geräte einsammeln kann: Finanziell ist SchrottElektroschrottcontainer. sammeln übrigens keine Mittlerweile stehen 144 Nullnummer, denn es hanEinwurfcontainer an Sammelplätzen zusammen mit Jena sammelt E-Schrott in umfunktionierten Altkleidercontainern. delt sich ja um Rohstoffe. Wer in seinen Schubladen Altkleider- und GlasconFoto: Kommunalservice Jena noch ausrangierte Handys tainern. Pro Kopf und Jahr oder Smartphones hat, kann landen fast drei Kilo Elektro- und Kleinschrott in den silbergrauen liche Modelle gibt es mittlerweile in sie für einen guten Zweck abgeben. Der NABU sammelt die Geräte und Behältern. Das städtische Unternehmen ganz Deutschland. Erstaunlich, dass Berlin bisher verwendet den Erlös für den InsektenKommunalservice Jena (KSJ) leert die Container und sortiert die Wertstoffe, nicht dabei ist! Von einer vor zehn schutzfonds. Abgabestellen findet man die dann von einer externen Firma Jahren angekündigten orangefarbenen unter www.nabu.de/handyrecycling. Tonne für Elektrogeräte, Metall, Holz Die Geschäftsstelle der Grünen Liga verwertet werden. Die Container werden von der und Altkleider blieb fast nur die Farbe Berlin in der Prenzlauer Allee 8 ist Sarah Buron Bevölkerung gut angenommen, auch übrig. In die jetzige „Wertstofftonne“ auch dabei. wenn manchmal anderer Müll einge- (gelb oder orange) dürfen zwar auch Weitere Informationen: www.bsr.de worfen wird oder große Geräte daneben Kunststoffe und Metalle rein, die keine (Abfall-Art eingeben: Elektro) abgestellt werden. Und Jena ist nicht Verpackung sind – aber E-Geräte müswww.ksj.jena.de (Abfallentsorgung – die einzige Stadt mit einer dezentralen sen genauso draußen bleiben wie Holz Abfallarten – Elektroaltgeräte) Elektroschrottsammlung. Unterschied- und Altkleidung. Gefahren durch Mobilfunk Handys, Mobilfunkmaste, Schnurlostelefone, WLAN und Bluetooth als Gesundheitsrisiko S chlafstörungen, Kopfschmerzen, Tinnitus oder Gedächtnisstörungen – das sind mögliche Beschwerden von Menschen, die Funkstrahlen ausgesetzt sind. Ein nicht zu unterschätzender Teil der Bevölkerung reagiert sensibel darauf. „Es handelt es sich nicht um ein Problem von einigen wenigen, sondern um eine Volkskrankheit, die Millionen Menschen betrifft“, sagt Klaus Buchner, Physikprofessor und Europaabgeordneter der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP). 25.000 Betroffene sind ihm zufolge so verzweifelt, dass sie im Keller ihres Hauses leben oder in strahlungsarme Gebiete umgezogen sind. Mehr Strahlung mit 5G für selbstfahrende Autos Nicht nur Handys und Mobilfunkmasten sind ein Problem, auch Schnurlostelefone, WLAN, Bluetooth oder der Behördenfunk Tetra senden schädliche Strahlen aus und beeinträchtigen da- durch die Gesundheit der Menschen. „Studien haben die Schädlichkeit der Strahlen mittlerweile eindeutig belegt“, erklärt Buchner. So warnte etwa die Europäische Umweltagentur in Kopenhagen wiederholt vor der Funkstrahlung. Die Strahlung erhöht die Anzahl der Freien Radikale in den Zellen, die die Erbsubstanz im Körper angreifen. Außerdem wurden Kälberblindheit, eine verringerte Milchleistung von Kühen, Fruchtbarkeitsstörungen und Missbildungen bei Tieren nachgewiesen, deren Ställe sich in der Nähe von Funkmasten befanden. „Bei Menschen, die längerfristig Funkstrahlen ausgesetzt sind, haben Studien die Steigerung der Krebsgefahr bewiesen“, so der Europaabgeordnete. 5G, die „fünfte Generation“ des Mobilfunks, ist noch problematischer als ihre Vorgänger. Oft sind die Strahlungsintensitäten noch höher. Für die künftigen selbstfahrenden Autos sind entlang aller Straßen Funkstationen im Abstand von wenigen 100 Metern geplant, die eng gebündelte Strahlen großer Intensität senden. Dadurch wird die Strahlenbelastung erheblich ansteigen. Auch eine weitgehende Überwachung der Privatsphäre ist mit 5G möglich. Vernetzte Haushaltsgeräte verstrahlen den Wohnraum und senden persönliche Daten an Unternehmen und Datenhändler. Unbedenklicher Mobilfunk ist technisch möglich Buchner betont, dass er niemandem das Handy verbieten wolle. Vielmehr setzt er sich für einen Mobilfunk ein, der die Menschen nicht belastet. Das sei technisch möglich. „Der Europarat schlägt einen Grenzwert von 100 Mikrowatt pro Quadratmeter vor, was ein Hunderttausendstel des derzeit in Deutschland gültigen Grenzwertes ist. Das reicht aus für ein funktionsfähiges Mobilfunknetz“, so der Europaabgeordnete. Denselben Grenzwert hat das EU-Parlament schon früher empfohlen. In Luxemburg und in der Toskana gelten heute schon Grenzwerte, die weit unter den deutschen liegen. Die Kosten für die Umstellung waren dort so gering, dass sie die Wirtschaftlichkeit des Betriebs nicht beeinträchtigt haben. Rolf Brinkmann, Ecovillage e.V. Weitere Informationen: www.diagnose-funk.org Tel. 069 / 36704203 GENTECHNIK August / September 2020 11 Infodienst Gentechnik Nachrichten zur Gentechnik in der Landwirtschaft Erste glyphosatresistente Gräser in Deutschland Der jahrzehntelange Einsatz glyphosathaltiger Herbizide auf deutschen Äckern und Obstplantagen zeigt Wirkung: Unkrautforscher haben die ersten glyphosatresistenten Pflanzen gefunden. Auch gegen andere Herbizide werden immer mehr Pflanzen immun. Behördenmitarbeiter hatten Deutsches Weidelgras aus einem Obstbaubetrieb in Rheinhessen untersucht. Dort war das Weidelgras unter den Bäumen seit 2003 mit Glyphosat bekämpft worden. 2017 waren laut Behördenbericht drei Glyphosat-Behandlungen erforderlich, um eine akzeptable Wirkung auf das Weidelgras zu erzielen. Daraufhin wandte sich der Landwirt an die amtlichen Unkrautforscher, die in aufwändigen Versuchen nachwiesen, dass dieses Gras tatsächlich resistent war. Der Ackerfuchsschwanz und andere Gräser haben in vielen Regionen Deutschlands bereits Resistenzen gegen zwei wichtige Gruppen von Herbizidwirkstoffen entwickelt, und Glyphosat gilt bei Landwirten, die unter diesen resistenten Gräsern leiden, als letzte Hoffnung. Deshalb argumentieren viele von ihnen gegen ein Verbot von Glyphosat. Die Ergebnisse der Unkrautforscher zeigen jedoch, dass auch Glyphosat keine dauerhafte Lösung darstellt. Widerstand gegen Gentechnik in Ostafrika In Äthiopien hat die Regierung den Anbau gentechnisch veränderter Baumwoll- und Maispflanzen erlaubt. Im benachbarten Kenia wurde erstmals Gentech-Baumwolle ausgesät, außerdem sollen Feldversuche mit GentechManiok beginnen. In beiden Ländern wehrt sich die Zivilgesellschaft. In Äthiopien fordern 50 Umwelt-, Bauern- und Menschenrechtsorganisationen ein mindestens fünfjähriges Moratorium für alle Feldversuche und den kommerziellen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Die Regierung soll die Bevölkerung befragen, ob Äthiopien überhaupt Gentechnik in der Landwirtschaft zulassen soll. Die Organisationen weisen auf die schlechten Erfahrungen hin, die in Südafrika bei Feldversuchen mit Monsanto-Mais und in Burkina Faso mit dem Anbau von Gentechnik-Baumwolle gemacht wurden. In Kenia will ein Forschungsinstitut gentechnisch veränderten Maniok anbauen. Die Zulassungsbehörde hat bereits ihr Ja signalisiert. Die Pflanze soll gegen eine Virus-Erkrankung resistent und mit Geld von Bayer und Nestlé entwickelt worden sein. Maniok oder Kassava ist ein Grundnahrungsmittel im gesamten tropischen Afrika. Kenias Regierung hat laut Medienberichten im Frühjahr eine Tonne Saatgut für Gentechnik-Baumwolle kostenlos in 24 Landkreisen verteilt. Dem WiderstandsBündnis BIBA gehören über 60 Organisationen an. Ich bestelle den RABEN RALF ab der nächsten Ausgabe ab Monat / 2 0 Abonnement 25,- ¤ Förderabonnement 40,- ¤ RABEN-ABO für ein Jahr (Diese Vereinbarung verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn sie nicht vor Ablauf des Abo-Jahres schriftlich gekündigt wird ) Gentech-Bakterien sollen Bienen manipulieren Forscher der Universität von Texas haben Bakterien gentechnisch verändert, die im Darm von Bienen und Hummeln leben. Sie sollen Botenstoffe produzieren, die sich im Körper der Bienen verteilen und in deren Genregulation eingreifen. Das Verfahren wurde zum Patent angemeldet. Es soll eingesetzt werden, um Bienenparasiten wie die Varroamilbe zu bekämpfen oder die Bienen widerstandsfähiger gegen Pestizide zu machen. Bernd Rodekohr von der AureliaStiftung hält den Ansatz für grundlegend falsch. „Statt pestizidresistenter Bienen brauchen wir endlich eine echte Agrarwende mit vielfältiger, nachhaltiger, bäuerlicher Landwirtschaft ohne Ackergifte“, fordert der Designer und Aktivist aus Berlin-Tempelhof. Die Stiftung hat eine Petition gestartet, um Bienen vor Gentechnik zu schützen. Abgeordnete beschweren sich über Missachtung 42-mal hat die EU-Kommission bisher ablehnende Stellungnahmen des Europäischen Parlaments zu Gentechnik-Zulassungen ignoriert. Jetzt geht es um den 43. Fall, und 50 Europaabgeordnete fordern von EU-Vizekommissionspräsident Frans Timmermans, den aus ihrer Sicht undemokratischen Entscheidungsmodus zu ändern. Die EU-Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen für den Import als Futter- und Lebensmittel läuft derzeit so ab: Im zuständigen MinisterratsAusschuss fehlt die zur Zulassung notwendige qualifizierte Mehrheit unter den Mitgliedsstaaten. In diesem Fall fällt das Entscheidungsrecht an die EU-Kommission – und die erteilt jedes Mal die Zulassung. Das EU-Parlament hat in den 42 Fällen eigene Stellungnahmen verabschiedet und jedes Mal die Kommission aufgefordert, die Gentech-Pflanze nicht zuzulassen. Doch auf die Gentechnik-Zulassung haben Parlamentsbeschlüsse keinen Einfluss. Vera Fischer, Leo Frühschütz Informationsdienst Gentechnik Ausführliche und aktuelle Texte: www.keine-gentechnik.de Datum/Unterschrift Name, Vorname: Straße, Nr.: PLZ, Ort: Telefon: E-Mail: Zahlungsmöglichkeiten: per Rechnung Ich erhalte jährlich eine Rechnung und überweise den Betrag auf das dort angegebene Konto per Lastschrift Sie erleichtern uns die Arbeit mit einer Lastschrifteinzugsermächtigung/SEPA-Mandat Einwilligung zum SEPA-Lastschriftmandat Jahresbeitrag: Abo 25,- Euro Förderabo 40,- Euro Kontoinhaber_in: IBAN Datum/Unterschrift Kontoinhaber_in: VERSCHENKEN! Der RABE geht nicht an mich, sondern an: Name, Vorname: Straße, Nr.: PLZ, Ort: GRÜNE LIGA Berlin e.V. Redaktion DER RABE RALF Prenzlauer Allee 8, 10405 Berlin raberalf@grueneliga.de Telefon 030 / 44 33 91 - 47 Fax 030 / 44 33 91 - 33 12 August / September 2020 SANITÄR „Ein Blick über den Toilettenschüsselrand“ Was Sanitärversorgung mit globaler Gerechtigkeit und Bildung zu tun hat anbieten, sondern die Schule muss mit allen Beteiligten überlegen, wie sie etwas verändern kann. Unser Wettbewerb „Toiletten machen Schule“ 2018/2019 hatte genau das Ziel, Schulen zum Einreichen von Konzepten einzuladen. Und mehr als 37.000 Schülerinnen und Schüler haben sich engagiert. Diese Konzepte sind jetzt in der Umsetzung. Mindestens 20 Sekunden lang soll man sich gründlich die Hände waschen, um sich vor Corona-Viren und anderen Erregern zu schützen. Aber was, wenn man keine Seife und kein fließend Wasser hat – und im schlimmsten Fall nicht mal eine Toilette? Der Zugang zu einer hygienischen Sanitärversorgung ist weltweit höchst ungleich verteilt. Die German Toilet Organization (GTO) arbeitet seit 15 Jahren daran, das Toiletten-Tabu zu brechen. Beatrice Lange ist Projektkoordinatorin für Globales Lernen und erzählt im Interview, welche Bedeutung Toiletten haben und wie man sogar kichernde Jugendliche für das Thema begeistern kann. Der Rabe Ralf: Beatrice, warum sind Toiletten so wichtig und welche Probleme entstehen, wenn es keinen Zugang zu hygienischen Toiletten gibt? Beatrice Lange: Sobald man sich mit Sanitärversorgung tiefergehend beschäftigt, merkt man, welche weitreichenden Auswirkungen eine gute Versorgung hat, besonders in den Bereichen Gesundheit und Bildung. Oder andersrum gesagt: Man sieht, was passiert, wenn man keine sichere Versorgung mit hygienischen Toiletten hat, wie es für ein Drittel der Weltbevölkerung der Fall ist. Gerade marginalisierte Gruppen wie Frauen und Kinder sind davon betroffen. Zum Beispiel, wenn sie Angst haben müssen, überfallen zu werden, wenn sie mal müssen, oder gar nicht erst zur Schule gehen während ihrer Menstruation. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist nicht zu trennen von einer sicheren Abwasserentsorgung. Wir sprechen auch vom Themenbereich WASH, das heißt „water, sanitation, hygiene“. Weil in vielen Regionen der Welt die Wasserversorgung über einen Brunnen erfolgt, muss dort sichergestellt werden, dass das Wasser auch sauber und keimfrei ist. Sonst können sich Krankheitserreger ausbreiten. Außerdem ist der Zugang zu einer Toilette auch eine Frage der Menschenwürde. Apropos Menschenwürde: Es gibt das Menschenrecht auf Wasser und Sanitärversorgung. Hilft dieser rechtliche Ansatz, reale Verbesserungen zu erreichen? Dieses Menschenrecht ist noch relativ jung und wurde erst 2010 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen als eigenständiges Recht beschlossen. Das nimmt die Staaten noch konkreter in die Pflicht. Als Maßstab schafft das Menschenrecht einen Definitionsrahmen: Es muss eine Sanitärversorgung sein, die verfügbar ist, die zugänglich ist, erschwinglich, angemessen, mit einer gesicherten Qualität. Die Versorgung oder Dienstleistung muss auch langfristig bestehen, beispielsweise müssen notwendige Materialien immer verfügbar sein. Aktion am letzten Welttoilettentag auf dem Potsdamer Platz Foto: Delia Wöhlert Das Recht bringt darüber hinaus eine Legitimation: Man kann sich als zivilgesellschaftliche Organisation darauf berufen, wenn man versucht, politische Aufmerksamkeit für das Thema zu bekommen. Es ist ja ein Tabu-Thema. immer über weitere Unterstützung. Wir bilden Fachkräfte im In- und Ausland fort, wir entwickeln Materialien für die Hygieneaufklärung in Schulen und wir sind eine laute Stimme für das tabuisierte Thema in Politik und Öffentlichkeit. Philippinnen: Trockentoilette mit Urinseparation Foto: German Toilet Organization Was macht die German Toilet Organization, um die Sanitärversorgung zu verbessern? Die ersten Mitarbeitenden haben beim Wiederaufbau nach dem verheerenden Tsunami von 2004 in Südostasien festgestellt, dass häufig Wissen zu nachhaltiger Sanitärversorgung fehlt. Daraus ist die Idee entstanden, einen Verein zu gründen, der sich für Umweltschutz und Gesundheit im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe weltweit einsetzt. Wir sind ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin, haben inzwischen mehr als 120 Mitglieder und freuen uns Bei mangelhaften Toiletten denkt man erst einmal an den globalen Süden. Aber auch in Deutschland sind öffentliche Toiletten oft schlecht. Ihr habt vor allem Erfahrung mit Schultoiletten. Wie sehen die aus? Es ist kein Geheimnis, dass Schultoiletten ein Problem darstellen und oft mit Frust und Ärger verbunden sind. Oftmals werden Schuldige für die Missstände gesucht. Aber uns geht es besonders um die Akzeptanz und die Wertschätzung. Die Probleme mit Schultoiletten werden seit der Gründung des Vereins an uns herangetragen. Wir als GTO können keine Einzellösungen Wie sieht eure Bildungsarbeit an Schulen aus? Wie sind die Reaktionen in den Klassen? Nach unserem Verständnis ist die Schultoilette ein pädagogischer Ort, denn Schülerinnen und Schüler lernen dort Verantwortungsbewusstsein. Wir bieten ein entwicklungspolitisches Bildungsprojekt an, das nennt sich „Klobalisierte Welt“. Wenn wir in eine 7. Klasse kommen, reagieren oft manche erst angeekelt oder belustigt. Wir wagen dann zusammen den Blick über den Toilettenschüsselrand und nutzen die eigene Lebenswelt, um einen Perspektivwechsel zu erwirken. Die Schüler und Schülerinnen diskutieren über ihre Sanitäranlagen und ihre eigenen Anliegen. Und dann wird diese Situation mit Schulen weltweit verglichen. Das steigert auch noch mal die Wertschätzung, weil man merkt: Aha, ich habe den Zugang, ich habe Ressourcen und eine ausreichende Versorgung – wie gehe ich denn eigentlich damit um? Die Schultoiletten sind ein Ort, an dem Schülerinnen und Schüler unbeobachtet sind, aber auch ein Ort, an dem sie Verantwortung übernehmen können. Wenn sie sich auf der Toilette wohlfühlen, gehen sie mit diesem Ort achtsamer um, es gibt zum Beispiel auch weniger Vandalismus. Vor allem geht es uns darum, dass die Kinder und Jugendlichen Teil einer globalen Welt sind, in der sie auch dazu beitragen können, dass es mehr Gerechtigkeit gibt. Arbeitet ihr auch mit Organisationen im Ausland zusammen? Wir kooperieren mit der GIZ, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, und mit lokalen Partnern beispielsweise in Pakistan, Uganda und Jordanien. Für das Projekt „Toilets Making the Grade“ haben wir unsere Erfahrungen mit Schultoiletten in Deutschland eingesetzt. Im Prinzip wurde der deutsche „Toiletten machen Schule“-Wettbewerb ins Ausland übertragen und von Organisationen vor Ort zusammen mit Schulen veranstaltet. Das Projekt soll Schulen dabei fördern, in einem selbst gestalteten Prozess ihre Probleme zu analysieren und darauf aufbauend ihre eigenen Lösungswege zu erarbeiten. Da sind tolle Ergebnisse zu sehen. Es ist eben nicht so, dass hier alles gut ist und woanders alles schlecht. Fortsetzung auf Seite 13 BERLIN August / September 2020 13 Hilferuf der Pankower Naturschützer Köppchensee in Gefahr – Senatsverwaltung reagiert nicht D er Köppchensee im Naturschutzgebiet „Niedermoorwiesen am Tegeler Fließ“ läuft aus. Der vier Hektar große See hat seit Februar etwa 10.000 Kubikmeter Wasser verloren, nicht so sehr durch Trockenheit als vielmehr durch einen illegal angelegten Abflussgraben. Die Obere Naturschutzbehörde weiß davon, unternimmt aber nichts. Lassen Sie mich kurz die Vorgeschichte erzählen. Biberstau offenbar eingerissen 1902 wurde mit dem Bau der Heidekrautbahn das Tegeler Fließ das erste Mal begradigt. Vermutlich diente dies auch dazu, den Torfstich zu entwässern, der ungefähr von 1870 bis 1920 betrieben wurde. Um 1950 wurde das Fließ ein zweites Mal wegen des hohen Wasseranfalls aus den Rieselfeldern begradigt, etwas nach Norden gedrückt und eingetieft. Die Landesgrenze zu Brandenburg gibt noch die alten Mäander des Fließes wieder. Es liegt rund 50 Zentimeter tiefer als der Köppchensee, wie wir Naturschützer schon 1990 feststellten. Leider glaubt dies die Obere Naturschutzbehörde bis heute nicht. Der See wird nur noch aus Grund- und Sickerwasser gespeist. Bei Begehungen in dem besonders trockenen Jahr 2018 staunte ich, dass der See nach anfänglichem Sinken um rund 30 Zentimeter dennoch am Jahresende den alten Wasserstand wieder erreicht hatte. Bei der Begehung am 4. Februar Fortsetzung von Seite 12 Wie sieht es denn mit den Schultoiletten weltweit aus? Wenn 620 Millionen Kinder keine entsprechenden Toiletten und sauberes Wasser an ihren Schulen haben, dann trägt das zu einer mangelnden Bildung bei. Viele Mädchen verpassen den Unterricht oder gehen vorzeitig von der Schule ab, weil sie während der Menstruation nicht zur Schule gehen können, wenn keine hygienische Versorgung gewährleistet wird. Das ist ein großes Problem. Wenn es keine Wasserversorgung vor Ort gibt, sind es oft Frauen und Kinder, die dafür zuständig sind, Wasser zu holen – was viel Zeit in Anspruch nehmen kann, die auch wieder für Bildung fehlt. Toiletten sind also wichtig für Geschlechtergerechtigkeit, Gesundheit und Gesellschaft. Aber wie ist es mit dem ökologischen Aspekt? Wie kann man nachhaltiger sein Geschäft verrichten? Es geht um eine nachhaltige Versorgung, die ständig und unbegrenzt zur Verfügung steht, die aber auch die 2019 stellte ich einen Stau von etwa 50 Zentimetern Höhe im Fließ fest. Er bestand aus sehr vielen, zum Teil frisch benagten Ästen, was auf einen Biberstau hindeutete. Eine kräftige Weide am Ufer war frisch durch keilförmiges Benagen umgelegt worden. Ende Februar wurde der Stau eingerissen, vermutlich durch die Wasserbehörde von Brandenburg, auf dessen Territorium das begradigte Fließ liegt. In dem monatlichen Protokoll, das ich seit fast 30 Jahren für die Obere Naturschutzbehörde schreibe, teilte ich im Februar den Sachstand mit. Nochmals ausführlich schrieb ich am 28. Juli 2019 an die Senatsverwaltung wegen der aus meiner Sicht illegalen Beseitigung des Biberstaus und bat, sich mit Brandenburg in Verbindung zu setzen. Lapidar bekam ich am 11. September zur Antwort, dass man dafür nicht zuständig sei. Anfang 2020 entdeckte ich fast an der gleichen Stelle einen erneuten Stau. Ältere benagte Äste, Wurzeln, Grasbatzen und Treibgut deuteten diesmal auf Menschenhand hin. Neben dem Stau war ein breiter und 50 Zentimeter tiefer Graben zum drei Meter entfernten See gezogen worden – Verursacher unbe- kannt. Bei mehreren Begehungen auf dem Trampelpfad zum Jägerhochstand stellte ich fest, dass bei Regenreichtum etwas Wasser zum See floss, häufiger jedoch Seewasser zum gestauten Fließ plätscherte. Die Kaulquappen mussten gegen die Strömung ankämpfen, um nicht ins Fließ gespült zu werden. ökologischen Kreisläufe schützt. Es gibt Systeme, bei denen Fäkalien und Urin getrennt werden, die dann als Wertstoffe weiterverwertbar sind. Da gibt es viele unterschiedliche Modelle, wie TrockenTrenntoiletten oder Kompost-Toiletten, sodass auch die Landwirtschaft davon profitieren kann. Fäkalschlamm kann vergoren werden, um Biogas zu gewinnen. Es existieren auch zahlreiche Ideen, Wasser wiederzuverwenden. Auch hier wird an Schulen oft diskutiert, inwiefern man Regenwasser sammeln und nutzen kann. Handlungs- und Hygienepraktiken mit der Toilette in Verbindung stehen. Man kann nicht einfach zu den Leuten gehen und sagen: So, hier ist eine Spültoilette und die benutzt ihr jetzt. Es hängt immer davon ab, welcher soziokulturelle Kontext vorherrscht. So ist beispielsweise weltweit die Hocktoilette verbreiteter als die hiesige Sitztoilette. Die sogenannten „Wascher“ bevorzugen eine Reinigung mit Wasser, während „Wischer“ Klopapier benutzen. Hierbei spielt auch die Religion eine Rolle. Im Endeffekt muss ein System vor Ort funktionieren. Bei uns in Deutschland sind Wasserklosetts der Standard und viele sind schon verwirrt, wenn sie im Urlaub das Toilettenpapier in einen Eimer statt in die Kloschüssel werfen sollen. Unsere Vorstellungen sind also auch sehr von Normen geprägt. Die kann man aber nicht einfach woandershin übertragen, oder? Bei der Wahl eines Toilettensystems spielen immer die Gegebenheiten vor Ort eine Rolle. Zum Beispiel die klimatischen Verhältnisse. Aber auch das Bewusstsein, dass die Toilette Kultur ist. Das heißt, dass verschiedene Wie geht es nach dem Corona-Lockdown für euch weiter? Welche Möglichkeiten haben Berliner Schulen, die sich jetzt für eure Bildungsarbeit interessieren? Die Schulen mussten sich jetzt alle mit dem Thema Hygiene auseinandersetzen. Es gibt natürlich Vorlagen vom Senat, aber die Schulen stehen weiter vor großen Herausforderungen, den Infektionsschutz zu gewährleisten. Das begreifen wir auch als Chance, um gemeinsam das Thema auf die Agenda zu setzen und die „klobalen“ Auswirkungen der Corona-Krise zu Da ich vermutete, dass der Knüppeldamm erneut abgerissen werden würde, wandte ich mich wieder über Katrin Koch vom NABU an die Senatsverwaltung und bat um Schließung des Grabens. Illegalen Graben legal zuschütten? Am 18. Juni stellte ich fest, dass der Damm mit recht großer Technik abgerissen worden war, wie vom Trampelpfad auf brandenburgischer Seite erkennbar. Nun fließt und fließt und fließt das Wasser und man hört das Rinnsal sogar plätschern. Wieder reagierte die Senatsverwaltung durch Nichtstun. Eines Ortstermins oder auch nur einer Antwort wurde ich nicht für würdig gehalten. Eigentlich möchte ich die Pankower Bürger auffordern, den illegalen Graben legal zuzuschütten. Inzwischen können die Graureiher schon im knietiefen Wasser des Sees stehen. Wir bitten um Hilfe für den See, vielleicht sogar langfristig mit einem offiziellen Stau im Fließ. Wolfgang Heger Weitere Informationen: Katrin Koch, Tel. (030) 98608370, www.berlin.nabu.de/pankow betrachten. Ab diesem Schuljahr bieten wir wieder Projekttage an, bei denen die Schülerinnen und Schüler auch die eigenen Erfahrungen mit der Pandemie und den eigenen Hygienepraktiken reflektieren können. Am Ende eines Projekttags steht immer eine gemeinsame Aktion, bei der die kreativen Ideen der Kinder und Jugendlichen im Vordergrund stehen. An Grundschulen kann das eine schulinterne Aktion wie eine Ausstellung sein. Mit den weiterführenden Schulklassen organisieren wir einen Kongress, der am Welttoilettentag stattfinden wird, am 19. November. Dabei werden alle Schulklassen, die in diesem Jahr einen Projekttag erlebt haben, zusammenkommen. Vielen Dank für das Gespräch! Interview: Sarah Buron Weitere Informationen: www.germantoilet.org Tel. (030) 41934345 Kontakt zum Bildungsprogramm: E-Mail: klowelt@germantoilet.org Übersicht zu Toilettensystemen (engl.): www.emersan-compendium.org 14 August / September 2020 BRANDENBURG Rauchwolken über den Wäldern Gefährliche Waldbrände in Brandenburg zu verhindern heißt vor allem die richtigen Bäume zu pflanzen D ie Wälder Brandenburgs stehen unter Dauerbeobachtung. Kameragestützte, digitale Fernbeobachtungssysteme suchen über den Baumkronen die Luft nach Rauchwolken ab. Ein Indiz für des Landes flammendsten Missetäter – das Feuer. Noch in guter Erinnerung sind die Waldbrände vor den Toren Berlins im trocken-heißen Sommer 2018, als der Geruch von verbranntem Holz bis in die Innenstadt zog. Der Rabe Ralf berichtete. Bei Treuenbrietzen brannten 400 Hektar Wald. Mehrere Tage wüteten die Flammen. Drei Dörfer – Klausdorf, Frohnsdorf und Tiefenbrunn – mussten evakuiert werden. Auch bei Fichtenwalde in unmittelbarer Nähe zum Autobahndreieck Potsdam zerstörte ein Feuer 30 Hektar Wald. Einigen Landhauseignern, die erst vor wenigen Jahren in ihre neu errichteten Anwesen gezogen waren, wird noch heute bange, wenn sie an den Waldbrand denken, berichtet der Sender RBB: „Eine Feuerwand bewegte sich bis auf wenige hundert Meter an den Ort heran.“ 66 Menschen starben, 200 trugen zum Teil schwerste Verletzungen davon. Bei erneuten Bränden im Herbst desselben Jahres kamen weitere 45 Menschen ums Leben. „Mit dem Eukalyptus kamen die Brände“ Waldbrände sind in der sommertrockenen Mittelmeerregion aber nichts Ungewöhnliches. Die ursprünglichen Hartlaubwälder aus weitständigen Stein- und Korkeichen, Zistrosen, Lorbeer und Myrte waren daran bestens angepasst. Der sklerophytische Bau der Pflanzen mit kleinen, lederartigen und oft mit Wachs oder Haaren überzogenen Blättern schützte vor Austrocknung und Brand. Die Feuer verblieben am Boden. Von Bauern und Landarbeitern wurden sie dafür geschätzt, wandelten sie doch Stroh und Gras in Asche und damit in für Pflanzen leicht verfügbare Mineralien um. Das änderte sich mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, als aus Australien Eukalyptusbäume importiert wurden. Im vergangenen Jahrhundert avancierte der Eukalyptus zum „grünen Gold“ Portugals. Sein nichts davon: „Erst mit dem Eukalyptus kamen die Brände“, zitiert „Die Zeit“ einen örtlichen Waldbrandexperten. Die neobiotischen Eukalypten, an und für sich eine sehr interessante Baumgattung, mit denen die australischen Aborigines folgenlos umzugehen wussten, sind für manche heute „Europas Pest in Baumgestalt“. Die Bäume sind bestens an Feuer angepasst. Gewaltige Kronenfeuer brennen alles nieder. Ebenso schwungvoll verläuft die anschließende Erholung der Brandbäume. Tief reichen ihre Wurzeln, groß ist ihr Durst. Kein europäischer Baum hat an der Seite des Eukalyptus auch nur den Hauch einer Wachstumschance. Sie sind Monopolisten in Reinform. Einzig zum Wohle der Wirtschaft. Bodenfeuer sorgen für gesunde Wälder Von den gigantischen Waldbränden Portugals geschossene Fotos werden in den Online-Netzwerken millionenfach geteilt. Unter Ergänzung von weiteren Brandbildern aus anderen Weltgegenden ist daher verständlich, dass Waldfeuer überwiegend als destruktiv Süd- und Nordeuropa und schädlich wahrgenommen werden. stärker betroffen Dabei können sich viele Wälder nur mit Wenn‘s im Wald brennt, Feuers Hilfe natürlich rückt nicht nur die Feuerwehr entfalten und eine aus. Im Mai 1971 brannten hohe Artenvielfalt entbei Märkisch-Buchholz südwickeln. östlich von Berlin 300 Hektar Beispielgebend Wald. An die 2.000 Helfer dafür steht der boreale kämpften gegen die Glut. Nadelwald nördlich Bei den Löscharbeiten halfen der sommergrünen auch sowjetische Soldaten. Laub- und LaubnaEiner von ihnen kam dabei delmischwälder. Froums Leben. stig und doch immer1975 brannte es in Niegrün bedeckt er Teile dersachsen lichterloh. Bei Skandinaviens, des dem bis zum heutigen Tag Baltikums und weite größten Waldfeuer DeutschGebiete Russlands, lands kamen fünf Feuerdas ihm den Namen wehrleute um. 82 Menschen Taiga gab. Die Taiga wurden verletzt. Von 6.000 kühlt das Klima, ist Hektar Wald in den Kreisen aber auch ein Wald, Lüchow-Dannenberg, Celle der in Jahrtausenden und Gifhorn blieben nur verder Evolution Pflanzekohlte Baumstämme übrig. narten hervorgebracht Weitere 2.000 Hektar waren hat, die an Bodenfeuer geschädigt. Tagelang kämpfangepasst sind. So ten 35.000 Feuerwehrleute, die hochwachsende Technisches Hilfswerk und Waldkiefer, deren freiwillige Helfer gegen das Verbreitungsgebiet Feuermeer. Dörfer wurden bis nach Mitteleuroevakuiert. Zwölf Häuser pa reicht. Daneben brannten nieder. Erst der die kleinblättrigen Einsatz der Bundeswehr half Laubhölzer Birke und die Großfeuer einzudämmen. Pappel. Des WeiteSo tragisch die Waldbrän- Bei Fichtenwalde wächst ein Mischwald heran. ren Zwergsträucher, de für die Betroffenen hierzuFoto: Thomas Thierschmann Farne, Moose und lande auch sind: An Ausmaß Flechten. Allesamt und Folgen werden sie von den Feuersbrünsten im Süden und Holz wird ausschließlich zu Papier sorgen sie für eine mächtige StreuauflaNorden Europas deutlich übertroffen. und Zellulose verarbeitet. Industrie und ge, die in der niederschlagsarmen Taiga Allein in Portugal vernichteten im Juni Waldbesitzer profitieren, berichtet der im Frühjahr nach der Schneeschmelze 2017 Großbrände 26.000 Hektar Wald. Deutschlandfunk. Nur die Umwelt hat stark austrocknet. Blitzschläge von Trockengewittern sind in der Regel der Auslöser der Brände, die als Lauffeuer kilometerweit durch die Wälder ziehen, die Streuschicht abbrennen und so den Mineralboden freilegen, auf dem dann vom Wind herangetragene Sämlinge keimen können. In jüngster Zeit häufen sich jedoch die Trockenperioden. Es kommt vermehrt zu Waldbränden. Einige Feuer entwickeln sich zu Kronenfeuern, mit desaströsen Folgen für Wald, Tier, Mensch und Besitz. In Schweden brannten 2018 im Sommer 25.000 Hektar Nadelwald. 188.000 Hektar waren es in Russland 2010, wo großflächige Wald- und Torfbrände mindestens 50 Menschenleben forderten. Schlimmere Waldbrände durch Brandbekämpfung Als Reaktion auf die verheerenden Waldbrände wurden in den vergangenen Jahren die Ressourcen zur Waldbrandbekämpfung europaweit erhöht. Mit dem Ergebnis, dass kleine und mittlere Brände – also Bodenfeuer, die eine weitgehend feuerresistente Waldstruktur ausbilden – mit Erfolg unterdrückt wurden. Mit jedem Jahr kommt mehr Streu aus Laub und anderem Pflanzenmaterial hinzu. Das bietet dann genügend Nahrung für Großfeuer, die den gesamten Baumbestand erfassen und auch mit Großtechnik nicht mehr zu kontrollieren sind. Dem ist wohl nur beizukommen, wenn Waldbau und Landschaftsplanung sich intensiver als bisher an naturnahen Landentwicklungsprinzipien orientieren, in die auch Erkenntnisse aus der feuerökologischen Forschung einbezogen werden. Auf den Waldbrandflächen Brandenburgs ist man schon einen Schritt weiter. Der seit einigen Jahren praktizierte Waldumbau der Nadelholzreinbestände in standortgerechte und stabile Mischbestände soll forciert werden, heißt es in einem Bericht. Bei Treuenbrietzen ist bereits ein Mischwald aus Kiefern, Traubeneichen, Stieleichen und Birken gepflanzt worden. Und auch auf der Brandfläche bei Fichtenwalde zwischen der Autobahn 9 und dem Europaradweg wächst ein junger Waldbestand heran: eine Mischung aus Kiefern, Birken, Pappeln und Robinien. Ein Tipp für Interessierte: Vom Bahnhof Beelitz-Heilstätten aus ist die Fichtenwalder Brandfläche für Radfahrer in kurzer Zeit leicht zu erreichen. Thomas Thierschmann NATUR August / September 2020 15 Fluch und Segen Die Robinie ist Baum des Jahres 2020 D ie Robinie (Robinia pseudoacacia) wurde vor 400 Jahren aus Nordamerika nach Mitteleuropa eingeführt und nach dem französischen Hofgärtner und Botaniker Jean Robin benannt. Erkennen kann man den Baum im Sommer an seinen zart gefiederten Blättern und den weißen Blütenständen. Im Winterhalbjahr hängen braune bis schwarz-braune Hülsenfrüchte in den verzweigten Baumkronen. Der Stamm hat eine graue, grobe, tief gefurchte Borke. Aufgrund von Ähnlichkeiten bei Blättern, Dornen und Früchten kann die Robinie leicht mit der Akazie verwechselt werden und wird deshalb auch Scheinakazie genannt. Schön und robust Die Robinie wurde aufgrund ihres ansprechenden Aussehens im 17. Jahrhundert zunächst zur Verschönerung von Garten- und Parkanlagen verwendet. Später fand man im Grubenbau Verwendung für sie, da sie ein ungewöhnlich hartes Holz hat. Zudem ist das Holz sehr witterungsbeständig, weshalb es im Freien vielseitig einsetzbar ist, etwa für Spielplatzgeräte oder Terrassen, aber auch im Wasser-, Boot- und Brückenbau. Als Energieholz wird Robinienholz ebenfalls , da es einen sehr hohen Brennwert besitzt. Die Robinie hat ein weit in die Fläche reichendendes Feinwurzelsystem, wodurch sie auch als Alleebaum und zur Bodensicherung an Steilhängen, Dämmen, Böschungen und offenen Sandflächen dient. eines nährstoffarmen Bodens verloren ist. Robinien besitzen nämlich Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln, die Luftstickstoff binden können. Die Robinie ermöglicht damit die Rückgewinnung von jahrhundertelang übernutzten und verödeten Landstrichen, trägt aber auf der anderen Seite dazu bei, dass nährstoffarme Lebensräume noch seltener werden. Magere Standorte verschwinden Ebendieses Feinwurzelsystem kann aber auch zum Problem werden. Es gibt heute nur noch wenige sonnenbeschienene, trockene und stickstoffarme Standorte, weshalb diese wegen ihrer speziell angepassten Pflanzen- und Tierwelt als schützenswerte Lebensräume gelten – beispielsweise Magerund Trockenrasen, warm-trockene Hanglagen, Binnendünen oder lichte Kiefernbestände auf sandigen Böden. Der Anteil der Robinien in deutschen Wäldern ist mit 0,1 Prozent sehr gering, wobei mehr als die Hälfte der Bestände auf Berlin-Brandenburg entfällt. Wo sich die Robinie jedoch ausbreitet, ist dies meist unerwünscht. Sie steht auf der Liste der invasiven Baumarten, denn die lichtbedürftigen Akazienhonig von Robinien Die weißen Blüten der Robinie im Sommer Foto: Oliver Seehagen/Pixabay Bäume verdrängen schnell andere Pflanzenarten. Versucht man die Robinien zu fällen oder abzusägen, treiben Stubben und Wurzelbrut umso stärker aus. Selbst wenn es gelingt, diese mit viel Mühe aus dem Boden zu holen, ist der Boden bereits mit Stickstoff angereichert, wodurch das wesentliche Charakteristikum Aus dem Leben einer Wildbiene Warum Gärten mit Wildblumen und blühenden Kräutern so wichtig sind H allo, liebe Leserinnen und Leser, ich bin eine von fast 600 wildlebenden Bienenarten in Deutschland und möchte euch meine Geschichte erzählen. Wir Wildbienen sind Einzelgänger. Wir pflegen unsere Nachkommen nicht gemeinsam in einem Bienenstock, wie es die Honigbienen tun. Als ich zur Welt kam, war ich allein in meiner Brutröhre, hatte aber genug Futter, um zu einer starken Biene heranzuwachsen. Ich knabberte mich durch die Versiegelung der Brutröhre nach draußen und suchte erst einmal Nahrung. Die Suche nach Futter führte mich in den Garten des Grünen Hauses in Hellersdorf. Hier wachsen viele Wildblumen und Wildkräuter. Mit ihrem Nektar konnte ich meinen ersten Hunger stillen. Im großen Garten saß auf einer Blume eine Drohne. Dieser Bienenmann gefiel mir gut und auch ich habe wohl sein Interesse geweckt. Zuerst wollte ich mich aber richtig satt essen. Spät am Nachmittag flog ich zu der Stelle zurück, wo ich den Bienenmann gesehen hatte. Er war noch da, saß auf einer Blume und naschte vom Nektar. Auch diese Mauerbiene freut sich über die Nisthilfe. Foto: David Hablützel/Pixabay Ich flog in seine Nähe und hoffte, dass er mich bemerkte. Er zeigte wieder, dass ich ihm gefiel, und dieses Mal flogen wir aufeinander zu und verliebten uns heftig ... Jetzt war es wichtig, den perfekten Ort für ein Nest zu suchen. Im schönen Garten am Grünen Haus fand ich eine Behausung für Wildbienen und sammelte Nahrung für „meine“ Brutröhren, vor allem den Blütenpollen von meinen Lieblingspflanzen. Wilde Bienenarten wie wir sind nämlich oft auf ganz bestimmte Pflanzenfamilien spezialisiert. Die Wildbieneneier habe ich hin- Die Robinie enthält Lektine, weshalb vor allem ihre Rinde und ihre Blätter für Menschen giftig sind. Rehe, Ziegen und Rinder nutzen die Blätter hingegen als Nahrungsmittel, und im Winter nagen Hasen und Kaninchen oft an der Rinde. Die Blüten können ähnlich wie Holunderblüten in Süßspeisen oder zu Limonaden und Gelees verarbeitet sowie im Pfannkuchenteig oder im heißen Öl ausgebacken werden. Bienenhonig von Robinien gilt als Delikatesse – obwohl er meist als „Akazienhonig“ verkauft wird. Paula Rinderle Weitere Informationen: www.baum-des-jahres.de Tel. 05194 / 900240 tereinander in der Brutröhre abgelegt. Dann habe ich die Röhren mit Lehmmörtel verschlossen. So können meine Kinder erst zu Larven und dann zu erwachsenen Wildbienen heranwachsen. Ich habe meine Aufgabe erfüllt. Wir Wildbienen leben nur ein paar Wochen im Jahr. Aus diesem Grund ist es für uns so wichtig, in dieser kurzen Zeit eine Kinderstube und Nahrung für unsere Nachkommen zu finden. Wir Wildbienen freuen uns sehr, wenn die Menschen dabei helfen, unsere natürlichen Nistplätze zu erhalten. Je nachdem, zu welcher Art wir gehören, brauchen wir offene Sandstellen, Totholz und andere Nischen. Einige von uns ziehen auch gerne in die Röhren von Insektenhotels ein. Weil wir bei der Nahrungssuche nicht so weit fliegen, sind Gärten wie der vom Grünen Haus für uns so wichtig. Zum Dank dafür helfen wir mit, dass Obst, Gemüse und Blumen bestäubt werden und mit unserer Arbeit prächtig gedeihen und viele Früchte tragen. Monja Häntzschel Die Autorin ist zurzeit Praktikantin im Grünen Haus in der Boizenburger Straße 52. Weitere Informationen: www.gruenes-haus-hellersdorf.de Tel. (030) 56298081 Tipps für bestäuberfreundliche Gärten: www.giftfreiesgaertnern.de 16 WASSER August / September 2020 Blau und Grün zum Grau-Berlin! Nachhaltige Regenwassernutzung ermöglicht Stadtbäumen, ihre Leistungen für die Quartiere aufrechtzuerhalten R eden wir zuerst vom Grün. Städter haben eine eigentümliche Sicht auf die sie umgebende Vegetation, speziell auf das Straßenbegleitgrün, pardon: die Bäume. Sie nehmen sie als Staubfänger, Lärmbremse, Schattenspender und – aus einem gewissen Abstand – als Augenweide wahr, nicht aber als das, was sie tatsächlich sind: Lebenspartner. Städter atmen Sauerstoff ein und glauben, er käme irgendwie vom Himmel. Dem ist nicht so. Der von uns Menschen eingeatmete Sauerstoff wurde – Molekül für Molekül – seit Jahrmillionen und so auch heute noch per Photosynthese durch die irdische Flora erzeugt. Die 300 Kubikmeter Laub (auch als Kronenvolumen bezeichnet) eines erwachsenen vitalen Stadtbaumes erbringen pro Jahr im Durchschnitt eine enorme Leistung: • 1.250 Kilogramm Sauerstoff • 1.750 Kilo gebundenes CO2 • 300 Kilo gebundener Feinstaub • rund 50 Kubikmeter Feuchtluft • über 150 Quadratmeter Schatten • über 50 Kilowattstunden Kühlung • Lärmreduzierung (keine Messwerte verfügbar) • zahllose ernährte Insekten und Vögel (keine Messwerte) Die Sauerstoffleistung des Baumes steht an der Spitze der Übersicht, weil wir Menschen nicht lange überleben würden, wenn wir diesen Stoff nicht ausreichend und kontinuierlich zu uns nehmen könnten. Mediziner haben den Sauerstoffbedarf des Menschen errechnet. Pro Jahr sind es durchschnittlich 500 Kilogramm. Setzt man diese Menge zur Leistung des Baumes in Beziehung, dann benötigt eine erwachsene Person 40 Prozent der Jahreserzeugung eines erwachsenen Baumes. „Ein Baum versorgt zweieinhalb Menschen“, rund gerechnet also „eine Familie“ (siehe Grafik) – dieses Verhältnis müssen wir uns merken, wenn wir über „Stadtklima“ und „Verdichtung der Wohnbebauung“ urteilen wollen. Apropos Verdichtung: Selbstverständlich hat ein erwachsener vitaler Baum ebenfalls einen „Wohnanspruch“. Der heißt Standfläche. Darunter ist die Projektion des Kronendurchmessers auf den Erdboden zu verstehen. Dies hat folgende biologische Bewandtnis: Damit der Baum ein Wurzelvolumen ausbilden kann, welches seinem Kronenvolumen gleichwertig ist, sollte der Wurzelraum eines Baumes nicht geringer als 300 Kubikmeter sein. Weil sich seine Wurzeln gleichmäßig seitwärts in alle Richtungen erstrecken wollen, sollte die Standfläche pro Baum nicht geringer als 50 Quadratmeter sein. Theoretisch wissen das alle Landschaftsgärtner. In der Praxis wird oft gegen diese Proportionen verstoßen, gerade bei Straßenbäumen. Verdichtung heißt Baumverdrängung Nun kommen wir zum Grau. Bäume stehen auf der Erde nebeneinander, während „Verdichtung der Wohnbebauung“ bedeutet, dass Menschen in grauen Betonkästen acht, zehn oder mehr Etagen übereinander gestapelt werden. Stadtplaner glauben offenbar, baumabhängige Sauerstoffatmer beliebig übereinander auftürmen zu können. Bei zugemessenen 60 Quadratmetern pro Familienwohnung schrumpft in einem Sechsstöcker die Wohngrundflächenquote auf weniger als 10 Quadratmeter pro Familie – nicht aber deren Sauerstoffbedarf (siehe Foto S. 17 oben). Während die Relation von 60 Quadratmetern für die Familie drinnen und 50 Quadratmetern für den Baum draußen in zweistöckigen Häusern im Siedlungsgebiet und auch noch für viergeschossige Mehrfamilienhäuser im „allgemeinen Wohngebiet“ leicht einzuhalten ist, geht die Gleichung der Investoren und Planer für einen Hauseingang im sechsstöckigen Wohnblock den hinzurechnen könnte, ergäbe sich eine beträchtliche Sauerstoff-Unterversorgung. Die Unterversorgung im wohnnahen Bereich muss durch den „Import“ von Sauerstoff aus entfernteren Gegenden ausgeglichen werden. Wenn Platz fehlt, fehlt auch Wasser Schließlich ist über das Blau nachzudenken. Bäume entwickeln stattliche, vitale Laubkronen nur, wenn sie ganzjährig ausreichend mit Wasser versorgt sind. Um neben der Photosynthese von Sauerstoff noch 50 Kubikmeter Feuchtluft erzeugen zu können, muss mindestens diese Menge an Wasser durch die Wurzeln aufnehmbar sein. Auf 50 Quadratmetern unversiegelter Standfläche ausgedehnt, erhalten die Berliner Stadtbäume jährlich 30 Kubikmeter direkten Regen, der zunächst im Porenvolumen der Krume und des Unterbodens gespeichert wird und von dort allmählich mit den Wurzeln aufgenommen wird. Das Speichervermögen der Krumenporen ist 1.250 kg Sauerstoff pro Jahr 1.250 kg Sauerstoff pro Jahr Ein Stadtbaum erzeugt rechnerisch den Sauerstoffbedarf für zweieinhalb Menschen. Grafik: Nina Garman/Openclipart/Hermann Wollner/Rabe Ralf des allgemeinen Wohngebietes nicht auf: 20 bis 30 Atmende sollen hier durch zwei Sauerstoffspender auf 80 Quadratmetern Außenfläche versorgt werden – das ist gemäß Berliner Baunutzungsverordnung zulässig. Menschenverdichtung heißt Baumverdrängung. Selbst wenn man die in der Berliner „Charta Stadtgrün“ von 2018 geforderte Grünfläche im Ein-Kilometer-Radius um ein Wohngebiet als baumbestan- jedoch weit größer als 0,6 Kubikmeter je Quadratmeter. Selbst wenn ihnen im Sommer außerdem noch der berühmte „tägliche Eimer Wasser“ verabreicht würde, ergäbe das nur eine zusätzliche Gabe von rund zwei Kubikmetern – sechs Prozent mehr. Ein lockerer und tiefer natürlicher Boden könnte aber im 50-Quadratmeter-Radius durchaus die 20 Kubikmeter zusätzlich für den Baum aufnehmen, womit dieser die sommerlich trockene Stadtluft kräftig befeuchten kann. Hinzu kommt, dass in der Vegetationsperiode (April bis September, 182 Tage) im Berliner Raum mit mehr als 100 Trockentagen ohne Regen zu rechnen ist. Das ergeben die langjährigen Niederschlagsaufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes. Diese regelmäßige Trockenzeit schadet der Allgemeinheit weit mehr als die wenigen spektakulären Starkregengüsse. Um den Stadtbaumbestand von etwa einer Million Exemplaren zu halten, müssen in Berlin jedes Jahr etwa 25.000 Bäume nachgepflanzt werden. Von den angepflanzten Jungbäumen vertrocknen etwa 10 Prozent, während die Laubkronen älterer Bäume unter der „Hitzeglocke“ Berlins irreversible Trockenschäden entwickeln. Die Photosynthese-Leistung der Stadtbäume für die Menschen sinkt in besonders trockenen Sommern mit Sicherheit um mehr als 10 Prozent. Diese natürliche Leistungsminderung der Bäume in Trockenzeiten wird durch das Auftürmen hoher weißer Außenwände von Gebäuden in ihrer Umgebung verstärkt, denn derartige Wände haben die Eigenschaft, auftreffendes Sonnenlicht auf ihre Umgebung abzustrahlen, also die verbliebenen Bäume zusätzlich zu „grillen“. „Dezentrale Regenwasserwirtschaft“ Abhilfe gegen diese Trockenzeiteffekte kann die Nutzung der bisher ungenutzten städtischen Ressource Regenwasser bringen. Uns interessieren dabei die Wassermengen, die auf die 535.920 Dächer in Berlin herniedergehen. Dieses reine Himmelswasser nennen wir „Regen“ und unterscheiden es qualitativ streng vom „Niederschlagswasser“ auf den Verkehrsflächen. Dort aufgetroffen, wird es sogleich durch Reifenabrieb, Hundekot und weggeworfenen Müll verunreinigt. Für die Ableitung dieses „Niederschlagswassers“ ist die Kanalisation da. Auf Berlins rund 110 Millionen Quadratmeter Dachfläche, ob flach, ob steil, gehen im langjährigen Durchschnitt 65 Millionen Kubikmeter Regen pro Jahr nieder. Diese Menge ließe sich zu einem gewissen Teil durch Dach- und Fassadenbegrünungen (mit wesentlich geringerem photosynthetischem Leistungsvermögen als erdbürtige Bäume) abfangen. Multiplizieren wir den Stadtbaumbestand mit der Regenaufnahmekapazität seiner effektiven Standflächen, kommt ein zusätzliches Aufnahmevermögen von über 25 Millionen Kubikmetern Wasser zustande. Diese Mengen und Flächen wollen geregelt betreut werden. Daher geistert schon seit einigen Jahren der Begriff „de- August / September 2020 dratmetern Boden angepflanzten 80 bis 120 Gehölzen angedeihen lassen. Das ergäbe erfreuliche 20 bis 30 Kubikmeter Zusatzwasser pro Baum, aber für die Baumpflege nur ein Zubrot von 7.200 Euro im Jahr. Mit diesem Betrag lässt sich weder eine ordentliche Zisterne für die Zwischenspeicherung noch eine Betreuungsperson finanzieren. zentrale Regenwasserwirtschaft“ durch amtliche Verlautbarungen und Medien. Sie kommt aber nicht in Schwung. Schon gar nicht als Wirtschaft. Wie viel schulden wir einem Baum? Ebenso schwer, wie es Städtern fällt, die Naturbeziehungen Regenwasser–Vegetation–Mensch–Atmosphäre im Zusammenhang zu betrachten, scheint es den Zuständigen für die kommunale Stadtwirtschaft Berlins zu fallen, die ökonomisch-juristischen Beziehungen Aufwendungen–Aufwendungsträger–Nutzen–Nutzenbezieher sinnvoll zu regeln. Bei letzteren kommen Geld und Eigentumsgrenzen ins Spiel. Und bei Geld hört bekanntlich die Gemütlichkeit auf. Meine Meinung ist: Da sämtliche ökologische Leistungen der Bäume außer Schatten und Kühlung dem kollektiven Verbrauch ausgesetzt sind, schulden die kollektiven Nutzer den individuellen Pflegern der Bäume die Vergütung ihrer Leistung. Die bisher nicht überwundene Hürde liegt in der Frage: Wie hoch ist der kollektive Nutzen der Bäume zu veranschlagen? Bisher wollen die Berliner Wasserbetriebe, die jährlich mehr als 100 Millionen Euro Gewinn machen, nur auf den Erlös aus der sogenannten Nie- 17 150 Euro pro Baum in den Landeshaushalt Berliner Grauraum: Gesobau-Wohnanlage in Hellersdorf-Nord, Oktober 2019 Foto: Hermann Wollner derschlagswassereinleitungsabgabe verzichten. Das ist ein flächenbezogener Betrag in Höhe von 1,80 Euro pro Quadratmeter entwässerter versiegelter Grundstücksfläche. Großzügig formulieren die Wasserbetriebe: „Bei Umsetzung von Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung ist eine anteilige oder sogar vollständige Befreiung vom Niederschlagswasserentgelt möglich.“ (www.bwb.de/204) Da sind also jede Menge Hintertüren möglich. Angenommen, der Betreiber eines Wohnblock-Grundstücks von 10.000 Quadratmetern hat die laut Baunutzungsverordnung zulässige „Grundflächenzahl“ ausgeschöpft, dann könnte er den Regen von maximal 4.000 Quadratmetern Dachfläche auf dem eigenen Grundstück „bewirtschaften“ – das heißt, er könnte das Regenwasser den auf ebenfalls maximal 4.000 Qua- Daher lautet der Vorschlag des Berliner Wasserrates, die photosynthetische und stadthygienische Leistung der Stadtbäume mit 200 Euro pro Baum und Jahr zu veranschlagen. Zur Finanzierung von nachhaltigem Regenwasser-zu-Baum-Management sollten für jeden erwachsenen Baum mit gesunder Krone 150 Euro in den Landeshaushalt eingestellt werden. Dieser Betrag soll denjenigen Grundstücksbetreibern – ob öffentlich oder privat – zur Verfügung gestellt werden, die ein derart nachhaltiges Management gewährleisten. Allianzen über Grundstücksgrenzen hinaus sind dabei bevorzugt zu finanzieren. Hermann Wollner Weitere Informationen: www.berliner-wasserrat.de www.bwb.de/1052 Gegen „rechte Landnahme“ Bildungsangebote, um Rechtsextremismus im ländlichen Raum zu erkennen und zu verhindern E xtrem rechte Gruppierungen und Einzelpersonen versuchen seit einigen Jahren zunehmend, den ländlichen Raum zu besiedeln. Über ihr Engagement in Erziehungseinrichtungen und Vereinen, gerade auch im Naturschutzund Umweltbereich, wollen sie den gesellschaftlichen Diskurs nach rechts verschieben. Begünstigt wird diese Entwicklung durch den Rückgang der Bevölkerung in den ländlichen Räumen und die immer weitere Vernachlässigung öffentlicher Infrastrukturen in diesen Regionen. zu beurteilen. Ein Online-Seminar soll außerdem Studierende der „Grünen Berufe“ in die Lage versetzen, mögliche Anknüpfungspunkte menschenverachtender und völkischer Ideologien in ihrem zukünftigen Berufsfeld zu erkennen. Hinzu kommen Vorträge und Workshops für einen Einstieg in das Thema und zur Sensibilisierung für die Gefahren durch nationalistische, völkische und rassistische Aktivitäten im Natur- und Umweltschutz. Marion Andert Weitere Informationen: www.nf-farn.de/naturschutzraum Tel. (030) 29773267 Für Fachkräfte vor Ort und für Studierende Das von der Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN) angeschobene Projekt „NaturSchutzRaum“ will dieser strategischen „rechten Landnahme“ ein wirksames Mittel entgegensetzen – durch Bildung und Prävention. Das Projekt will rechtsextrem gefährdete Jugendliche und junge Erwachsene in ländlichen Räumen über die Natur- Anzeige Es gibt schon Dörfer mit rechtsradikaler Mehrheit. Foto: Quapan, flickr.com/hinkelstone/15893039017 und Umweltschutzverbände erreichen. Die Angebote sollen es ermöglichen, die Gefahren der Radikalisierung zu erkennen und ihnen rechtzeitig entgegenzuwirken. Dazu gehören Schulungen, die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren vor Ort befähigen, bei ihrer Arbeit aufzuklären und mögliche Radikalisierungstendenzen sachkundig 18 August / September 2020 WIRTSCHAFT Nachhaltig wirtschaften – aber wie? Teil 3: Trotz allem nicht aufgeben – Wirtschaftsdemokratie! K ein Massentourismus, keine Kreuzfahrten, Flugzeuge blieben am Boden und die Autoproduktion kam zum Erliegen. Die Maßnahmen des Corona-Lockdowns, die auch unter Klimagesichtspunkten vernünftig waren, haben keinen Bestand. Das war zu erwarten. Obwohl bekannt ist, dass die Klimakatastrophe längst stattfindet und dass die klimapolitischen Ziele mit dieser Wirtschaft unerreichbar sind, hat die Politik nichts Besseres zu tun, als mit einem Konjunkturpaket dafür zu sorgen, dass es möglichst schnell wieder weitergeht wie bisher, auf den bekannten Pfaden, die schon heute die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen zerstören. Kaum nehmen die Ansteckungen mit Corona ab, wird die Wirtschaft wieder hochgefahren. Das Konjunkturpaket soll die Rezession abfedern und ist auf Konsumanreize, Wirtschaftswachstum und Standortpflege ausgerichtet. Zwar gibt es wenigstens keine Abwrackprämie für Autos mit Verbrennungsmotor, aber auch die Subventionierung von Elektroautos geht in die falsche Richtung. Statt den Individualverkehr zu fördern, wäre es notwendig, den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen. Zuverlässiger, günstiger oder noch besser gleich kostenlos – und vor allem flächendeckend. Städtische Randlagen und ganze Regionen auf dem Land müssten problemlos autofrei erreichbar sein, denn der Verkehr gilt als einer der schlimmsten Klimakiller. In anderen Bereichen sinken die Treibhausgasemissionen seit 1990, beim Verkehr sind sie gleich geblieben. Umweltschäden töten mehr Menschen als Corona Dass Zahlen nicht immer verlässlich und daher mit Vorsicht zu genießen sind, zeigte sich in den letzten Monaten auch bei den verwirrenden Angaben zu Corona-Infektionen. Aber Zahlen sind nicht egal. So ist dem Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Juni 2019 zu entnehmen, dass 2018, im zweitheißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnung, allein in Berlin 490 Menschen an der Hitze gestorben sind. Bundesweit wurde damals von etwa 10.000 Hitzetoten ausgegangen. Betroffen waren vor allem ältere Menschen, ebenso wie bei Corona. An dem Virus starben bisher laut RKI 217 Menschen in Berlin, in Deutschland insgesamt 9.063 (Stand 12. Juli 2020). Noch gefährlicher sind die Auswirkungen der Luftverschmutzung. Im Oktober 2018 teilte das Umweltbundesamt mit, dass in den Jahren 2007 bis 2015 jährlich etwa 44.900 Menschen deutschlandweit vorzeitig durch Feinstaub gestorben seien. Das Ärzteblatt berichtete im Februar 2020 von einer Studie, wonach in Deutschland in jedem Jahr etwa 80.000 Menschen durch Luftverschmutzung sterben, weltweit wurden 4,5 Millionen Luftverschmutzungstote pro Jahr ermittelt. Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung oder auch nur annähernd drastische Eingriffe in die Wirtschaft wie bei Corona? Fehlanzeige. Am 3. Juli verabschiedeten Bundestag und Bundesrat mit der Koalitionsmehrheit das sogenannte „Kohleaus- und haben dann vorrangig die Aufgabe, Profite zu erwirtschaften. Die Kranken und zu Pflegenden sind Mittel zum Zweck, ebenso wie das Personal. Mit der Krankenhausfinanzierung durch Fallpauschalen wird der Dienst am Menschen auch in öffentlichen und freigemeinnützigen Einrichtungen betriebswirtschaftlichem Denken unterworfen. Die erschreckenden Auswirkungen auf die Gesundheit und auf die Beschäftigten zeigen Leslie Franke und Herdolor Lorenz anschaulich in „Was wirklich wichtig ist“, versucht Attac mit Corona-Aktionen zu vermitteln. Foto: attac.de/corona stiegsgesetz“ mit Milliardensubventionen für die Kohlereviere (siehe S. 7). Die Grünen kritisieren es zu Recht als „Kohleverlängerungsgesetz“. Wie glaubwürdig ist angesichts all dessen der behauptete Bevölkerungsschutz durch die Corona-Politik? Steht wirklich die Gesundheit der Bevölkerung im Mittelpunkt, oder geht es um ganz andere Interessen? In den Anfangszeiten der CoronaPandemie schien es, als würden soziale Werte an Bedeutung gewinnen. Es wurde gefragt, was wirklich wichtig ist und was Menschen zum Leben brauchen. Angesichts der Gefahren des neuartigen Virus und der politisch und medial beförderten Angst vor Ansteckungen wurde die Verletzlichkeit aller Menschen spürbar. Die Bedeutung einer guten, zuverlässigen Gesundheitsversorgung geriet in den Blick. Es gab Momente der Wertschätzung für diejenigen, die in der Pflege arbeiten – das scheint schon fast wieder vergessen. In Lohnerhöhungen oder gar besseren Arbeitsbedingungen drückte sich das nicht aus, im Gegenteil. Vorerst bis zum Jahresende wurde die in der Pflege zulässige Arbeitszeit auf bis zu 12 Stunden am Tag ausgedehnt. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen werden zunehmend privatisiert ihrem 2018 fertiggestellten Film „Der marktgerechte Patient“. Sie zeigen jedoch auch, wie es anders besser geht, ohne Beratung von McKinsey und Co, wenn die Krankenhausleitung selbst die Verantwortung übernimmt. Agroindustrie macht Hunger und Pandemien Die Unterwerfung der Welt unter das Diktat der Profitmaximierung ist ein menschheitsbedrohendes Problem, das lässt sich kaum noch leugnen und war auch lange vor Corona klar. Schon 2008 hatte der Weltagrarrat – ein auf Vorschlag der Weltbank von den Vereinten Nationen einberufenes wissenschaftliches Gremium – einen Weltagrarbericht vorgelegt, wonach nur eine kleinbäuerliche Landwirtschaft im Sinne der Ernährungssouveränität in der Lage sei, die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. 64 Länder hatten damals den Bericht unterzeichnet und damit Ernährungssouveränität zu ihrem politischen Ziel erklärt – Deutschland nicht. Ernährungssouveränität bedeutet, dass jedes Land und jede Gemeinde das Recht hat, über die eigene Landwirtschaft und Ernährung demokratisch selbst zu bestimmen. Via Campesina, der Verband von Kleinbäuerinnen und Landlosen, hatte dies schon lange gefordert. Ernährungssouveränität geht weiter als Ernährungssicherung, bei der lediglich gewährleistet werden soll, dass alle Menschen genug zu essen haben – was jedoch nicht gelingen kann, so lange Landnutzung und Lebensmittelproduktion in der Hand von Konzernen und Finanzinvestoren liegen, die systematisch die Natur zerstören, indem sie Böden verseuchen und Grundwasser übernutzen, und die Arbeitenden unter oft sklavereiähnlichen Bedingungen ausbeuten. Nur eine kleinbäuerliche Landwirtschaft ist in der Lage, eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Auch die Corona-Pandemie ist nicht plötzlich aus dem Nichts gekommen, sondern hat ihre Ursachen in der industriellen Landwirtschaft und Viehzucht sowie in der Abholzung von Urwäldern. Darauf wies beispielsweise der US-amerikanische Evolutionsbiologe Rob Wallace in einem Interview mit der Zeitschrift marx21 bereits im März 2020 hin. Durch die Globalisierung können sich die Erreger dann innerhalb kürzester Zeit weltweit verbreiten. Während Deutschland noch glimpflich davon gekommen ist, sind andere Länder weitaus stärker betroffen, nicht nur vom Virus selbst. „In Folge der Covid-19-Pandemie könnten bis zum Jahresende täglich weltweit bis zu 12.000 Menschen an Hunger sterben“, teilte die internationale Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam am 9. Juli in einer Pressemitteilung mit, „möglicherweise sogar mehr als an der Krankheit selbst“. Vor allem Frauen seien besonders betroffen. Gleichzeitig hätten die acht größten Lebensmittelund Getränkeunternehmen seit Januar 18 Milliarden Dollar an ihre Aktionäre ausgezahlt, das sei „zehnmal mehr als der Betrag, den die Vereinten Nationen benötigen, um Hunger zu bekämpfen“. Oxfam fordert von den Regierungen finanzielle Hilfen und Schuldenstreichungen für arme Länder, außerdem die Förderung kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Nicht die Wirtschaft retten, sondern Menschen Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin rechnet mit einem gegenüber 2019 um 9,4 Prozent verminderten Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr, das durch das Konjunkturpaket auf 8,1 Prozent abgemildert werden könnte. Einen solchen Wirtschaftseinbruch hat es seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht gegeben. Die Arbeitslosigkeit wird weiter zunehmen, viele kleine Unternehmen werden die Pandemie WIRTSCHAFT trotz Soforthilfen kaum überstehen. Mit großem Geld werden vor allem Großunternehmen unterstützt, über direkte Subventionen oder Kreditgarantien. Dieses „degrowth by disaster“ wird absehbar die ohnehin schon Benachteiligten und Marginalisierten besonders treffen, aber auch viele, die sich heute noch zur Mittelschicht zählen. Eine aus Gründen der Klimagerechtigkeit dringend erforderliche Wachstumsrücknahme (degrowth) bräuchte stattdessen eine Wirtschaftspolitik des sozialen Ausgleichs, mit gerechter Besteuerung und einer zuverlässigen Grundversorgung für alle. Dafür wären gerade jetzt öffentliche Investitionen in öffentliche, demokratisch bewirtschaftete Infrastrukturen erforderlich statt Hilfen für Private. Denn warum soll „die Wirtschaft“ gerettet werden? Die Wirtschaft ist keine Person, sie hat keine eigenen Rechte, ihr sollte endlich der Subjektstatus aberkannt werden, denn „die Wirtschaft“ gibt es nicht. Was heute gemeinhin darunter verstanden wird, hat aufgrund von Profitstreben, Konkurrenz und Wachstumsorientierung überwiegend destruktiven Charakter. In den ersten beiden Beiträgen dieser Artikelserie zum nachhaltigen Wirtschaften ging es darum, dass ein anderes Verständnis von Wirtschaft notwendig ist (Rabe Ralf Februar und April 2020, jeweils S. 18). Das Wirtschaften sollte wieder in die Gesellschaft eingebettet sein, als ein Prozess zur Herstellung des Lebensnotwendigen, der den Menschen dient, ohne die die natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören. In Weltregionen, die noch nicht der kapitalistischen Marktlogik unterworfen sind, gibt es solche Ökonomien, die auf Selbsthilfe und Kooperation beruhen. Durch Privatisierungen und Landnahme sind sie jedoch gefährdet. Solidarische Ökonomien existieren weltweit teilweise jenseits, teilweise auch innerhalb der Märkte, als genossenschaftliches Wirtschaften und auch in öffentlichen Versorgungsökonomien (Rabe Ralf Februar 2019, S. 20). Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass ihr Antrieb nicht die Gewinnerwirtschaftung ist und dass sie mehr oder weniger demokratisch organisiert sind. Das „Weltsozialforum Transformatorische Ökonomien“, das für Juni 2020 als große globale Veranstaltung in Barcelona geplant war, musste in dieser Form ausfallen. Stattdessen gab es ein umfangreiches Online-Programm. In einem „Internationalen Manifest für Solidarische Ökonomie“ weisen 45 Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Studierende auf die Existenz und Bedeutung bereits existierender solidarökonomischer Strukturen in allen Kontinenten hin. Sie fordern, dass die Akteure der Solidarwirtschaft gehört werden, denn „Anpassungen des beste- August / September 2020 19 hat die stellvertretende Bürgermeisterin Marieke van Doorninck die britische Wirtschaftswissenschaftlerin Kate Raworth beauftragt, gemeinsam mit der Stadtverwaltung einen Leitfaden für eine gedeihliche Stadtentwicklung im planetarischen Gleichgewicht zu erarbeiten. Das von Raworth entwickelte Modell einer sozial-ökologischen Donut-Ökonomie wurde im ersten Teil dieser Artikelreihe vorgestellt (Rabe Ralf Februar 2020, S. 18). In weiteren Beiträgen soll es um die Erfahrungen aus Amsterdam gehen, sowie um die verschiedenen Vorstellungen von einem Green New Deal. Elisabeth Voß Online-Fassung mit Quellen auf www.raberalf.grueneliga-berlin.de Anzeigen Demonstration für den Erhalt des Berliner Kinos Colosseum im Juli. Die Beschäftigten wollen eine Genossenschaft gründen. Foto: arbeitsunrecht.de henden Systems sind erforderlich, aber sie werden nicht ausreichen. Die durch die Solidarwirtschaft initiierten Experimente sind Träger neuer Beziehungen zwischen Wirtschaft und Gesellschaft, sowohl in ihrer menschlichen als auch in ihrer nicht-menschlichen Dimension.“ Die Wirtschaft, die für die Zukunft notwendig sei, existiere bereits, für ihren Ausbau sei „eine neue Generation öffentlichen Handelns erforderlich“. Jetzt erst recht – Wirtschaftsdemokratie Mit der Forderung nach öffentlichem Handeln ist direkt die Frage der Demokratisierung angesprochen. Statt einer „marktkonformen Demokratie“, wie sie Kanzlerin Angela Merkel am 1. September 2011 propagierte, wäre umgekehrt eine Demokratisierung der Wirtschaft auf allen Ebenen – von lokal bis transnational – notwendig. Der Bielefelder Jura-Professor Andreas Fisahn spricht von einer derzeit „halbierten Demokratie“ und fordert, dass „ein emanzipatorischer Begriff der Demokratie auch ökonomische Gesetzmäßigkeiten in den Blick nehmen und ihnen gegenüber den Vorrang der Politik betonen“ muss. Wirtschaftsdemokratie hat zwei Dimensionen, zum einen die betriebliche, zum anderen die volkswirtschaftlichgesellschaftliche. Auf betrieblicher Ebene gibt es hierzulande genossenschaftlich organisierte selbstverwaltete Betriebe und Projekte, die oftmals aus dem ausdrücklichen Wunsch der Beteiligten entstehen, „ohne Chef und Staat“ arbeiten zu wollen. Einige von ihnen haben sich in Berlin im Kollektive-Netz zusammengeschlossen, eine Kollektive-Liste für den deutschsprachigen Raum ist im Aufbau. Diese Betriebe und Projekte solidarischen Wirtschaftens sind ein Vorschein des Morgen im Heute. Kollektivbetriebe und Hausprojekte, Solidarische Landwirtschaft und emanzipatorische Bildungsprojekte können als Keimformen verstanden werden, in denen neue Praktiken des sozialen Austauschs erprobt werden, beispielsweise in der Arbeit und Entscheidungsfindung, beim Teilen des Ertrages oder in der Gestaltung des sozialen Miteinander. Die Übernahme bestehender Unternehmen durch die Beschäftigten – vor allem durch Betriebsbesetzungen in Lateinamerika bekannt geworden – ist hingegen in Deutschland sehr selten. Das soll sich nach Auffassung der Aktion Arbeitsunrecht ändern. Der von dem Kölner Publizisten Werner Rügemer 2014 initiierte Verein setzt sich für die Rechte besonders ausgebeuteter Beschäftigter ein, von Putzleuten und Hostel-Beschäftigten über Arbeitende in der Fleischindustrie bis zu Pilotinnen und Piloten. Auf einer Konferenz im Juni 2020 in Berlin diskutierten Fachleute unterschiedlicher Disziplinen zum Thema „Workers‘ Buy-out – Arbeiter*innen-Kontrolle statt Betriebe schließen“. In seiner Eröffnungsrede kritisierte Rügemer ausgesprochen scharf den „Pandemienund Unternehmer-Staat Deutschland“. An dessen Stelle sollen nun die Arbeitenden selbst „in einem großen demokratischen Experimentierfeld die Verantwortung“ für ihre eigenen Arbeitsplätze übernehmen und diese damit zukunftsfähig machen. Wie demokratisches Wirtschaften über einzelne Betriebe hinaus möglich sein kann, möchte die niederländische Hauptstadt Amsterdam zeigen. Dazu GRÜNES NACHHÖREN! Umweltsendungen online hören Aktuelle Interviews mit Expert*innen bei Radio Corax – freies Radio aus Halle www.radiocorax.de (Nachhören – Grünes) Im Raum Halle auch auf UKW 95,9 MHz. Podcast: radiocorax.de/nachhoeren/beitraege/gruenes/feed Der Verlag mit den scharfen Reihen Jahnstr. 30, 35447 Reiskirchen Bestellfax 0700-73483644 Infos und Bestellformular: www.seitenhieb.info 20 INTERNATIONAL August / September 2020 „Wir werden hierbleiben und kämpfen“ Die afrokolumbianische Umweltaktivistin Narlis Guzmán über Tagebauschäden und Corona gefährden, damit ihre Familien nicht sterben. Aber viele Menschen werden sterben, denn schon heute haben viele kein Essen mehr für ihre Kinder. Da wir hier in La Sierra in einer Bergbauregion leben, dachten wir, dass wir zumindest ausreichende Hilfen erhalten würden, um diese Pandemie zu überstehen, aber wir erhalten lediglich 60.000 Pesos (14 Euro). Wie soll ich damit eine elfköpfige Familie ernähren? Die Situation ist sehr kompliziert. Die Menschenrechts- und Umweltaktivistin Narlis Guzmán Angulo lebt im Norden Kolumbiens in La Sierra in der afrokolumbianischen Gemeinde Chiriguaná, die stark vom Steinkohleabbau betroffen ist. Die Kohle aus dem Departamento Cesar wird unter anderem in deutschen Steinkohlekraftwerken verfeuert, auch in Berlin. Zum vergifteten Wasser und anderen Umweltschäden durch die Tagebaue kommt die in der Coronakrise besonders spürbare staatliche Vernachlässigung der Region. In der Initiative „mujeres guerreras“ (kämpferische Frauen) engagiert sich Narlis Guzmán gegen die Steinkohletagebaue, aber auch gegen Monokulturen. Frau Guzmán, wann haben die Menschen in La Sierra die ersten Auswirkungen der Corona-Pandemie gespürt und welche waren es? Narlis Guzmán: Am Anfang haben die Leute in unserer Region dem Coronavirus nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt, weil sie dachten, es wäre nicht so bedrohlich. Aber als es auch in Kolumbien immer mehr Infizierte gab und über die Medien verbreitet wurde, wie gefährlich die Krankheit ist, fing auch mein kleines Dorf an, sich verrückt zu machen. Hier gibt es zwar keinen Coronafall, das heißt aber nicht, dass wir nicht vom Coronavirus betroffen sind. Die Zufahrtswege zum Dorf sind gesperrt. Wir sind arbeitslos. Besonders die Leute, die von Tag zu Tag leben, haben kein Essen für ihre Kinder. Zusätzlich zur Pandemie haben wir nur Wasser, das sich nicht als Trinkwasser eignet und das Bindehautentzündungen und Hautentzündungen hervorruft. Wir sind Bauern und Bäuerinnen. Ein Sturm hat jedoch unsere letzte Ernte zerstört. Deswegen haben wir auch mit Nahrungsmittelmangel zu kämpfen. Narlis Guzmán Foto: privat Welchen Zusammenhang gibt es zwischen dem Bergbau und den Problemen, mit denen Sie zu tun haben? Wir haben überhaupt keinen Nutzen davon, in einer Bergbauregion zu leben. Von den Profiten kommt nichts bei uns an. In unserem Landkreis leben wir in absoluter Armut. Es gibt nicht mal eine grundlegende ärztliche Versorgung durch Gesundheitsstationen. Kein Trinkwasser, kein Gas, wir leben im totalen Elend. Und solange wir nicht arbeiten können, wird das so bleiben. Die Bergbaufirmen haben sich nie für unsere Probleme interessiert, nicht mal jetzt, in diesen schwierigen Zeiten. Wird in den Kohlegruben denn weitergearbeitet? Die Arbeit in den Gruben geht weiter, wenn auch nicht im gleichen Maße. Die Gemeinden, die noch näher an den Gruben dran sind, haben versucht, die Busse aufzuhalten, die in die Gruben fahren. Das hat zu vielen, auch handgreiflichen Konflikten geführt. Die Tagebaue im Departamento Cesar gehören Großkonzernen wie Drummond und Glencore. Wie reagieren die Bergbaufirmen auf die Probleme Ihrer Gemeinde? Es hat die Firmen nie interessiert, wie sich die Lage in den Gemeinden verbessern lässt. Sie sagen, dass das neue Gesetz des Präsidenten ihnen erlaubt, trotz Corona weiterzuarbeiten. Das tun sie, aber ohne sich um die vielen Probleme zu kümmern, die die Gemeinde hat. Nicht einmal um die Probleme ihrer eigenen Beschäftigten kümmern sie sich. Wie sieht es mit der medizinischen Versorgung vor Ort aus? Die ist sehr schlecht. Wir hatten mal ein Krankenhaus, das durch die unverantwortliche Politik des Staates geschlossen wurde. Als wir uns dagegen gewehrt haben, hat die Bereitschaftspolizei einen Gemeindevorstand von uns bei einer Demonstration erschossen. Jetzt hören wir, dass das Krankenhaus wiederaufgebaut wird, aber das ist noch nicht vollständig geschehen. Nach Auskunft des Bürgermeisters gibt es 20 Betten und eine Intensivstation. Aber das Krankenhaus ist nicht so gut ausgestattet wie vorher und es gibt nicht genügend medizinisches Fachpersonal. Um unsere Gesundheit ist es sehr schlecht bestellt. Wenn wir eine fachärztliche Behandlung brauchen, müssen wir in eine der großen Städte fahren, was schwierig ist und mindestens drei Stunden dauert. Was denken Sie, wie wird es nun weitergehen? Die Pandemie ist auf ihrem Höhepunkt. Um nicht zu verhungern, müssen die Menschen arbeiten und ihr Leben Die latino-deutsche Organisation Red de Iniciativas Comunitarias (RICO) möchte in den vom Bergbau betroffenen Regionen langfristige Strukturen für die Zeit nach der Steinkohle aufbauen. Ihre Gemeinde ist eine von denen, die von RICO e.V. in der Coronakrise mit einer Spendenkampagne unterstützt werden. Um was für ein Projekt handelt es sich? Wir haben nicht nur mit der Pandemie zu kämpfen, wir haben auch Probleme mit der Wasserversorgung. Daher kam die Idee mit den Wasserfiltern. Durch die Spendenkampagne von RICO werden 200 manuelle Wasserfilter für unseren Ort finanziert. Diese Filter werden nicht für alle reichen, aber so können zumindest die schwächsten Mitglieder unserer Gemeinschaft die Situation überstehen. Wie stellen Sie sich die Zukunft Ihres Dorfes ohne den Bergbau vor? Ist das überhaupt denkbar? Meine „mujeres guerreras“ und ich würden uns wünschen, dass eine Zukunft ohne den Bergbau möglich ist. Wir würden gerne so leben wie unsere Vorfahren, die ihre eigenen Nahrungsmittel anbauen und essen konnten – ohne davon krank zu werden oder zu sterben oder die Umwelt zu zerstören. Wir haben alle Gründe der Welt, uns zu wünschen, dass der Bergbau aufhört. La Sierra ist ein sehr kleines Dorf, aber es gibt sieben Fälle von genetischen Missbildungen bei Kindern, die wir den Folgen des Bergbaus zuschreiben. Der Bergbau hat uns eine Vielzahl von Problemen beschert: Kinderprostitution, Drogenabhängigkeit, Arbeitslosigkeit, politische Korruption, Umweltverschmutzung, die Zerstörung des sozialen Gefüges, Vertriebene, Vermisste, Tote. Einen friedlichen Ort zurückzugewinnen wie den, den wir hatten, wäre ein großes Privileg. Wir wissen, dass das schwierig ist, doch wir werden hierbleiben und weiter dafür kämpfen. Interview: Ina Friebe Aus der Mai-Ausgabe der „Lateinamerika Nachrichten“ Weitere Informationen: www.ricoev.com www.lateinamerika-nachrichten.de Tel. (030) 6946100 REZENSIONEN August / September 2020 21 Fast alles ist essbar ... und gegen jedes Zipperlein ist ein Kraut gewachsen, zeigt das Rabe-Ralf-Wildkräuter-Buch M an kann fast alles essen!“, erklärt uns auf unserer Pfingstwanderung Dana, sie habe da mal so einen Kräuterspaziergang mit Elisabeth Westphal mitgemacht ... Und Rabe-Ralf-Leserinnen erinnern sich an die Wildkräuterseite der Ernährungsexpertin, die es jahrelang in der Zeitung gab. Nun ist das Buch zur Artikelserie unter dem schlichten Namen „Wildkräuter“ erneut aufgelegt worden, und zwar in dem bescheiden-originellen Design des Packpapierverlags aus Osnabrück. 180 bei uns wild wachsende Heilkräuter werden darin vorgestellt, und die meisten von ihnen kann man tatsächlich – zumindest auch – essen. perforatum-Pillen spezialisiert hatten, zumachen mussten, weil sie das alte Naturheilmittel plötzlich nicht mehr verkaufen durften. Denn Johanniskraut erhöht die Lichtdurchlässigkeit der Haut und kann allergische Reaktionen Schafgarbe und Johanniskraut Eines meiner Lieblingskräuter ist die Gemeine Schafgarbe (Achilles millefolium). Eine ältere Mitbewohnerin erzählte mal, dass ihre Mutter bei Kriegsende, als nichts mehr zu essen da war und kein Geld für Arzt und Apotheke, ihre vielen Kinder allesamt mittels SchafgarbenTee von der Gelbsucht geheilt habe. Ich glaubte ihr sofort, denn der quietschgelbe Schafgarben-Tee wäre ja auch nach ayurvedischen Regeln gut dazu geeignet, Galle und Leber anzuregen, und auch die starke Bitterkeit des Tees spricht dafür. Die Gemeine Schafgarbe ist im Frühjahr kaum zu erkennen. Nur Eingeweihte sehen die filigranen Blätter dicht am Boden und wissen, dass man sie – in Maßen – in den Salat schneiden kann, wo sie wie die Brennnessel unter anderem blutreinigende Wirkung entfalten soll. Die erwachsene Pflanze blüht erst ab Ende Mai und dann den Hochsommer hindurch als weiße (Schein-)Dolde auf verholztem Stängel – eine Pflanze, der die Sommertrockenheit offenbar nicht mehr zusetzen kann. Dauerndes Gießen durch brave Gärtner bringt sie zum Verschwinden. Die Schafgarbe ist seit tausenden Jahren als Heilpflanze in Gebrauch, gilt als wundheilend und Schönheitsmittel. Das Johanniskraut (Hypericum perforatum) zeigt den Sommer an und ist pünktlich zur Sommersonnenwende respektive zu „Johanni“ am 24. Juni zu sammeln. Blüten in leuchtend warmem Gelb, fünf Blütenblätter mit grünen Blattzungen dazwischen, filigrane Blätter. Die beiden Johanniskrautbüsche in unserem Trümmerberg-Garten sehen fast wie kleine Bäume aus, morgens sind sie von in allen Tonlagen brummenden Bienen und Hummeln umtost. Besonders in diesem Jahr erscheinen die im Garten wild wachsenden Blumen eigentlich als die schönsten und beeindrucken mich in ihrer Vitalität. Dass das Johanniskraut ein altes Heilkraut ist, wissen wir spätestens, seit kleine Fabriken und Werkstätten, die sich auf die Herstellung von Hypericum- auslösen. Aber das wussten die Heilkundigen, die Hypericum seit Jahrhunderten gegen Depressionen, Kopfschmerzen, Nervosität und als Wundheilmittel einsetzen, immer schon: Keine Wirkung ohne Nebenwirkungen, das gilt auch für Naturheilmittel. Auch hier gilt: Die Dosis macht’s. In der Küche kommt das Johanniskraut tatsächlich seltener vor – aber Salat kann man damit dekorieren sowie Salate und Fleischgerichte würzen. Erstaunliche Zutaten Was dann doch erstaunt, ist, dass sogar der so schön blühende Blaue Natternkopf (Echium vulgare) trotz seiner ganzen Stacheligkeit in der Küche verwendbar sein soll und gut zu Kartoffeln, Reis, Eiern et cetera passt. Sogar Pizza könne man mit den Blättern belegen. Der Tee aus Blüten und Blättern hilft laut der Autorin bei Atemwegserkrankungen oder Kopfschmerzen und fördert die Wundheilung. Die Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis) mit ihren erst abends sich öffnenden vierblättrigen gelben Sternblüten duftet nicht nur schön, sie ist auch essbar und als Heilmittel einzusetzen. Sie wirkt positiv auf Haut-, Kreislauf- und Stoffwechselkrankheiten, wie auf Rheuma, Hyperaktivität und Arteriosklerose. Mir leuchtet es ein, dass ich sie in meiner Gesichtscreme finde, was mich vor dem Ausbuddeln der Wurzel befreit, das ich mir für ländlichere Zeiten vorbehalte. Ebenfalls im Hochsommer blüht die Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus), als hellblauer Stern wunderschön auf hartem Stengel. Aber nur morgens. Wer erst nachmittags rausgeht, sieht sie nie. Auch sie, die Wilde Zichorie oder Wilde Endivie unserer Altvorderen, hat als Wurzelsaft starke blutreinigende Wirkung beziehungsweise regt den Stoffwechsel an, ist gut für Magen, Galle, Leber und Gedärm. Wie gut, dass ich sie im Bioladen „kultiviert“ als Chicorée bekommen kann und so auf das Ausbuddeln der wenigen Schönheiten am Wegesrand verzichten kann. Wo ich mich aber immer bediene, das ist der Wegerich (Plantago). Als Spitzwegerich wächst er in Mengen in unserem Garten, der auf einem illegal entsorgten Bauschuttberg liegt. Laut dem Buch sind die Hauptinhaltsstoffe: Schleim-, Bitter- und Gerbstoffe, Mineralien wie Kieselsäure oder Zink sowie antibiotische Stoffe. Die jungen Blätter passen gut in meinen gemischten Frühlings-Salat. Aber am liebsten reibe ich mir die zerquetschten Blätter auf juckende Mückenstiche – hilft sofort. Unter die schmerzenden Füße in Schuhe gelegt, sollen sie auch hier Wunder wirken – und besonders auch bei der Regeneration des Lungengewebes nach Beendigung des Rauchens. Begleitbuch für Outdoorfreaks Als Guerilla-Gärtnerin und bedingungslose Anhängerin der Topinambur – oder „Jerusalem artichoke“, wie die Amerikaner sie nennen – hat mich gefreut zu erfahren, dass Helianthus toberosus in der Volksmedizin als Geschenk des Himmels gilt und gegen Hautpilze und Darmbeschwerden und vielerlei mehr helfen soll. Auch beim Abbau von Gallebeschweren und Ähnlichem. Generell gilt die Topinambur-Knolle als ideales Gemüse für Diabetiker und Menschen mit Bauchspeicheldrüsenproblemen und soll auch als Appetitzügler einsetzbar sein, da sie den Ballaststoff Inulin enthält. Eventuell helfen diese Einsichten, bei Kleingärtnern die Topinambur-Bedenken zu zerstreuen. Neu war mir auch, dass man sogar den als hyperinvasiv geltenden Japanischen Staudenknöterich (Fallopia japonica) essen kann, und zwar am besten die jungen Triebe (und Blätter) im Frühjahr, sozusagen spargelartig, wie das ja auch mit den Trieben des jungen Hopfens gut zu machen sein soll ... Gegen jedes Zipperlein ist also ein Kraut gewachsen. Die Ernährungsberaterin Elisabeth Westphal und die Grüne Liga Berlin als Herausgeberin zeigen auch in zwei Tabellen, welche Pflanze gegen welches Gebrechen einsetzbar ist und wann man sie am besten sammeln kann. Was mir fehlt, ist – auch wenn das in derartigen Büchern unüblich ist – ein Literaturverzeichnis, um nachzuvollziehen, wo die Autorin ihre Weisheiten herhat. Kurzum: Ein schönes Buch, als Begleitbuch für Wandertouren sowie für Outdoorfreaks unbedingt empfehlenswert, zumal es auch so manchen Picobello-Kleingärtner von seiner Unkraut-Ausrupf-Manie befreien könnte. Elisabeth Meyer-Renschhausen Elisabeth Westphal: Wildkräuter Rabe Ralf und Packpapierverlag, Berlin/Osnabrück 2019 208 Seiten, 16 Euro ISBN 978-3-931504-48-4 Erhältlich bei der Grünen Liga Berlin in der Prenzlauer Allee 8 (Mo-Fr 10-15 Uhr), auf dem Ökomarkt am Kollwitzplatz (Do 12-19 Uhr), in guten Buchhandlungen oder bei www.packpapierverlag.de 22 August / September 2020 REZENSIONEN Umwelt-Revolution Mehr Mitbestimmung am Arbeitsplatz soll den Umbau der Industriegesellschaft ermöglichen D er in Salzburg lehrende Wirtschaftsgeograf Christian Zeller entwirft in seinem neuen Buch ein umfassendes ökosozialistisches Programm. Zu einem solchen Ansatz gibt es für ihn angesichts der tiefgreifenden Krise, in der die Menschheit durch den Klimawandel stecke, keine Alternative. Zeller hat die Programmatik dabei ziemlich detailliert ausformuliert und seine Kritik und seine Alternativen für die Bereiche Produktion/Industrie, Landwirtschaft, Verkehr und Wohnen konkretisiert. In seiner Analyse und Kritik betont Zeller, dass die Ursache der aktuellen sozial-ökologischen Krise – und damit auch ihre Lösung – mit Fragen von Macht und Eigentum eng verbunden sei. Die aus dem Profitprinzip herrührende private Verfügungsgewalt über die Struktur der Gesellschaft müsse zurückgedrängt werden. Damit benennt er Tatsachen, die viele in der Umweltbewegung nicht so gerne ansprechen. Der Autor verbleibt zwar im marxistischen Kanon, verbindet dies aber mit Ansätzen einer Kritik der stofflichen Seite der Produktion und der Entfremdung in der Arbeit. Umwelt- und Klimabewegungen mit Arbeiterinnen und Arbeitern, denn mehr Mitbestimmung am Arbeitsplatz würde, so seine These, den Umbau der Industriegesellschaft erleichtern, sei womöglich sogar eine Bedingung dafür. Fragen von Staat und Finanzmarkt widmet Zeller längere Passagen. Weitere Themen sind Planung und Koordination sowie eine fundamentale Kritik von Bürokratie, die in den Staaten des realen Sozialismus ebenso anzutreffen gewesen sei wie in den Gewerkschaften und sozialdemokratischen Parteien. Höchste Zeit für einen radikalen ökosozialistischen Aufbruch also. Illusion von der großen, einigen Bewegung? Demokratie statt Bürokratie Statt für einen „Green New Deal“ (siehe S. 3) plädiert Zeller für einen Um- und Rückbau und für mehr Care und Sorgearbeit – und immer wieder auch für mehr Demokratie. Grundlegend ist für ihn die Kooperation der Als inhaltlicher Leitfaden und als Utopie ist das Buch sehr lesenswert. Auch den Räte-Gedanken und Fragen von Mitbestimmung stark zu betonen, ist überaus sympathisch. Trotzdem stellt sich beim Lesen die Frage, wie das alles erreicht werden soll. Wie bestimmte Lebensweisen (Autofahren, Fleischkonsum) sich durchsetzen und wer (etwa als Arbeiter oder Arbeiterin) davon auf welche Weise profitiert, wird kaum reflektiert. Haben nicht viele Menschen gerade im globalen Norden immer noch einen vergleichsweise großen Anteil am gesellschaftlichen Reichtum, der allein aus ihrem Geburtsort resultiert? Würde mehr „Mitbestimmung“ daran etwas ändern? Wie soll der Druck auf den Staat aufgebaut werden, um Gesetze zu verändern oder um gar gesellschaftlich grundsätzlich umzusteuern? Was ist die Motivation für Widerstand und Protest? Ist der linke Traum von der großen, einigen Bewegung, in der sich Arbeiterinnen, Bauern, Ökoaktive, Indigene und andere zusammenschließen – wie er bei Zeller immer wieder durchscheint – heute nicht Illusion angesichts der inhaltlichen und habituellen Differenzen? Bernd Hüttner Christian Zeller: Revolution für das Klima Warum wir eine ökosozialistische Alternative brauchen Oekom Verlag, München 2020 242 Seiten, 22 Euro ISBN 978-3-96238-188-2 Kämpferisch-solidarische Nachbarschaften Erfahrungen selbstorganisierter Initiativen in Berlin und anderen europäischen Städten A usgangspunkt der vorliegenden Textsammlung sind Gespräche der Herausgeber mit solidarischen Nachbarschaftsinitiativen und von diesen selbst verfasste Beiträge aus den Jahren 2015 bis 2019. Der Schwerpunkt liegt auf der gegenseitigen Unterstützung von Mieterinnen und Mietern für ihr Recht auf Wohnen. Jedoch ist dieser zentrale Lebensbereich nicht vom Einkommen zu trennen, und so geht es ebenso um Arbeitskämpfe und soziale Sicherung. Beispiele von Barcelona bis Poznań Die meisten Beiträge stammen von Gruppen aus Deutschland, in denen es oft auch um die Unterstützung bei Auseinandersetzungen mit dem Jobcenter geht. Beispiele aus Berlin sind die Erwerbsloseninitiative Basta!, die Stadtteilinitiativen Hände weg vom Wedding, Bizim Kiez und Solidarische Aktion Neukölln und die bezirksübergreifende Kiezkommune. Auch aus Bremen, Hamburg und Frankfurt am Main sowie aus Dresden und Leipzig tragen solidarische Nachbarschaftsnetzwerke Erfahrungen bei. Darüber hinaus gibt es Blicke über die Grenzen. Tasos Sagris beschreibt das Engagement im besetzten Theater Embros in Athen, die Auswirkungen von Gentrifizierung, Gegenwehr und Solidarität. Aus Barcelona berichtet Carlos Macías als Sprecher der Plattform der Hypothekenbetroffenen (PAH) in Katalonien, wie es gelungen ist, ein soziales Wohnraumgesetz durchzusetzen. Der damalige Wohnungssenator Josep Maria Montaner von der 2015 neu gewählten Basispartei Barcelona en Comú gibt Einblicke in die problematische Wohnungssituation der Stadt und lobt den sozialen Wohnungsbau in Berlin. Aktivistinnen eines StadtteilKomitees in Mailand, die aus der Hausbesetzungsbewegung kommen, erläutern ihre nachbarschaftlichen Organisierungserfahrungen und wie vor allem Frauen dadurch selbstbewusster werden. Monika Kupczyk berichtet vom ersten Sozialen Frauenkongress im polnischen Poznań im März 2018 und dem Folgekongress, der bereits ein halbes Jahr später stattfand. Die Teilnehmerinnen tauschten sich über ihre Kämpfe gegen Benachteiligungen beim Wohnen und am Arbeitsplatz, gegen Diskriminierung von Roma und für freien Zugang zu Abtreibungen aus. Auf selbstorganisierte Räume kommt es an So, wie die Texte vorliegen, geben sie interessante Einblicke in unterschiedliche Arbeitsweisen und Erfahrungen basisdemokratisch organisierter Gruppen. Sie zeigen beispielsweise, wie wichtig selbstorganisierte Räume sind und dass der Wunsch nach Vielfalt in der Zusammensetzung einer Initiative und die Realität nicht immer übereinstimmen, und bewegen sich zwischen gemeinschaftlicher Selbsthilfe und Unterstützung von Marginalisierten. Diese Erfahrungen könnten – gegebenenfalls ein wenig aktualisiert – noch tiefer analysiert werden, um zum Beispiel herauszuarbeiten, was kritische Punkte sind, die nachhaltiges Engagement erschweren, und welche „Zutaten“ auf der anderen Seite unterstützend wirken können, wenn es um den Aufbau dauerhaft tragfähiger solidarischer Strukturen geht. Aber auch so leistet das Buch einen anschaulichen Beitrag zum Nachdenken über politische Strategien und verdeutlicht die Vielfalt und die Notwendigkeit konkreter solidarischer Alltagskämpfe. Elisabeth Voß Peter Nowak, Matthias Coers: Umkämpftes Wohnen Neue Solidarität in den Städten Edition Assemblage, Münster 2020 144 Seiten, 10 Euro ISBN 978-3-96042-017-0 REZENSIONEN August / September 2020 23 Die Wiederverzauberung der Welt Die Grundsatzkritik der feministischen Theoretikerin Silvia Federici am Marxismus D ie Welt wieder verzaubern“: Der Titel des Buches verweist auf Max Weber, der vor mehr als 100 Jahren die „Entzauberung der Welt“ diagnostizierte. Während der Soziologe Weber damit den Bedeutungsverlust der Religion meinte, interpretiert Silvia Federici den Begriff politisch: Unter Wiederverzauberung versteht die Autorin die Entwicklung der Fähigkeit, „eine andere Logik als die der kapitalistischen Entwicklung zu erkennen“. Der Weg dorthin führt für sie über eine feministische MarxKritik sowie das Wiedererstarken der „Commons“, des selbstorganisierten gemeinsamen bedürfnisorientierten Wirtschaftens. Das Buch beginnt mit einer Neubestimmung des marxistischen Konzepts der ursprünglichen Akkumulation aus der Perspektive von unten – von Versklavten, Unterdrückten, indigenen Völkern und Frauen. Die heutigen „Einhegungen“, so die Autorin, seien vor allem Einhegungen der Reproduktion. Die Enteignung von Land und Subsistenzmitteln – sei es infolge der Schuldenkrise in Afrika oder durch den Umbau der Wirtschaft in China – be- deute auch die Zerstörung von Wissen und Identität. Gleichzeitig entstünden aber auch neue Commons, überall auf der Welt inmitten von Konflikten und Protesten. In diesen Protesten werde die Zeit der politischen Organisierung nicht mehr von jener der Reproduktion getrennt, sondern es komme zu einer Vergemeinschaftung der Reproduktion, die auf Selbstorganisation und kollektiven Entscheidungsprozessen beruhe. Der Wandel geht nicht von den Fabriken aus Das aufschlussreichste Kapitel des Buches ist vielleicht jenes, in dem die Autorin den Marxismus aus einer feministischen Perspektive kritisiert. Der Idee von Karl Marx, dass es die am weitesten entwickelten Produktivkräfte seien, die die gesellschaftliche Transformation über den Kapitalismus hinaus anführen, erteilt sie dabei eine grundlegende Absage. Vielmehr sind es aus ihrer Sicht die am wenigsten in die kapitalistische Produktion Eingebundenen – Subsistenzbäuerinnen, Tagelöhner, kurz, die am meisten Aus- gebeuteten –, die das Potenzial haben, diesen Schritt zu vollziehen. Denn deren alltägliche reproduktive Arbeit sei eine Commons-Praxis. Dort – und nicht in der Fabrik – werde der Grundstein für Kooperation gelegt, dort könnten sich die menschlichen Fähigkeiten entfalten. Eine Politik der Commons müsse darauf abzielen „das Leben so zu reproduzie- ren, dass die gegenseitigen Bindungen gestärkt und der Kapitalakkumulation Grenzen gesetzt werden“. Ebenso widerspricht sie Marx bezüglich der Rolle der technischen Entwicklung der Produktionsmittel: Die Technik befreie uns nicht, im Gegenteil. Die wirklich wichtigen Erfindungen stammten aus vorindustrieller Zeit – und würden nun durch industrielle Formen der Produktion zerstört, genau wie die natürliche Umwelt. Leidenschaftlich vertritt Federici die Position derer, die in der kapitalistischen Logik unsichtbar bleiben und genau deswegen bereits jetzt an Alternativen bauen. Durch diese Wiederverzauberung der Welt werden auch die Beziehungen zur Natur, zu anderen Menschen und zu uns selbst neu gestaltet. Brigitte Kratzwald Silvia Federici: Die Welt wieder verzaubern Feminismus, Marxismus und Commons Mandelbaum Verlag, Wien 2020 300 Seiten, 20 Euro ISBN 978-3-85476-693-3 Schon möglich Texte zur Stadt- und Regionalplanung nach dem Ende des Wachstums R aumplanung“ als Objekt für Studien ist ein weit gefasster Begriff. Konkret beschäftigt sich Raumplanung mit der Gestaltung bebauter öffentlicher Räume. Wenn zum Beispiel in Berlin neue Fahrradwege entstehen, sind daran Raumplaner beteiligt. Sie beantworten Fragen danach, wie der bestehende Raum und die bestehende Infrastruktur genutzt werden, welche Konflikte es zwischen einzelnen Nutzungsgruppen gibt und was verbessert oder verändert werden kann. In einem weiteren Sinne befasst sich Raumplanung mit allen institutionellen Beziehungen, die sich auf Räume auswirken. Also ganz allgemein mit Handlungsmöglichkeiten in der bebauten Umwelt, mit Management- und Planungsprozessen. Lokale Potenziale Das Heft „Möglichkeitsräume“ der Zeitschrift Politische Ökologie richtet sich wohl vor allem an angehende Raumplanerinnen und Regionalplaner. Die 18 kurzen Texte versammeln Konzepte und Informationen zur Raumplanung unter dem Banner von Postwachstum, auch Degrowth genannt. In der Raumplanung – wie in anderen, vor allem technischen Studiengängen auch – seien wachstums- kritische Konzepte noch nicht in dem Maße verbreitet, wie es an der Zeit sei. Gerade in der räumlichen Entwicklung und Planung aber liege das Potenzial für mehr Sharing-Ökonomie, individuelle Mobilität mit dem Fahrrad statt dem Auto, Bürgerbeteiligung bei Planungsund Entscheidungsprozessen, lokale Entwicklung statt Einkaufszentren auf der grünen Wiese. Die Texte stammen zumeist von Geografen, Stadt- und Regional- oder Raumplanerinnen. In seiner übersichtsartigen Allgemeinheit liest sich das Ganze ein bisschen wie ein Tagungsband. Der erste Teil unter der Überschrift „Planungsinstrumente“ gibt eine Einstimmung ins Thema mit Texten, die bei der Rezensentin den Eindruck hinterlassen, sie seien entstanden, weil die Produktion von Texten zum Tätigkeitsbereich „Lehren und Forschen“ gehört. Im zweiten Teil „Inkubationsräume“ werden dann, wenn auch sehr allgemein, auch einige kritische Fragen gestellt. Der dritte Teil „Experimentierfelder“ informiert über die Möglichkeiten der praktischen Umsetzung neuer Raumkonzepte und stellt zwei Studien vor. Es folgt ein Informationsteil mit Links zum Weiterlesen oder um selbst aktiv zu werden. Der letzte Teil „Spektrum Nachhaltigkeit“ enthält Texte, die über den engeren Bereich der Raumplanung hinausgehen, hin zu Fragen der sozialen Mobilisierung, des Mentalitätswandels und der Überwindung von Pfadabhängigkeiten. Keine Angst vor Auseinandersetzung! Bleibt zu hoffen, dass einige der jungen Raumplanerinnen und Stadtplaner nach der Lektüre dieser oder ähnlicher Publikationen für sich den Schluss ziehen, dass es Zeit ist, mit dem Wandel auch praktisch zu beginnen, und keine Angst haben vor Auseinandersetzungen mit den Kräften, die keine Veränderungen wollen. Studien sind gut und Begleitforschung kann Prozesse durch Handlungsempfehlungen vereinfachen. Aber letztlich braucht es Menschen, vor allem in den Verwaltungen, die die Ideen auch in die Tat umsetzen. Dana Jestel Akademie für Raumentwicklung (Hrsg.): Möglichkeitsräume Raumplanung im Zeichen des Postwachstums Oekom Verlag, München 2020 138 Seiten, 17,95 Euro ISBN 978-3-96238-197-4 24 RALF KOCHT August / September 2020 Bananenbrot Je reifer die Bananen, desto leckerer der Kuchen D Zutaten: ieser gesunde Kuchen ist nicht nur lecker, sondern vor allem sehr gut geeignet für diejenigen, die ungern überreife Bananen essen, aber nun mal vergessen haben, was alles im Obstkorb rumliegt. Für das Bananenbrot oder Monkey Bread gilt jedoch: Je reifer die Bananen sind, desto leckerer das Brot. 3 reife Bananen 1 Chia-Ei (hier: 1 EL Chiasamen mit 8-10 EL Wasser für 10 Minuten aufquellen lassen) 130 g Zucker 1 Prise Salz 4 EL geschmacksneutrales Öl 290 g Mehl 1 Päckchen Backpulver 3 EL Kokosraspeln 1 Handvoll gehackte Nüsse (Walnüsse eignen sich sehr gut) nach Wunsch: gehackte Datteln, Schokoladenstückchen, Zimt oder Orangenabrieb (bio), weitere Banane Anzeigen umweltfreundliches Grafik-Design GREENGRAFIX.WORDPRESS.COM www.alpakita-collection.com Nehringstraße 26 14059 Berlin Tel. 0173 176 176 5 1. Ofen vorheizen auf 170 Grad (Umluft). 2. Die drei reifen Bananen mit einer Gabel oder einem Kartoffelstampfer zerdrücken. 3. Chia-Ei, Zucker, Salz und Öl dazugeben und alles mit einem Mixer zu einer einheitlichen Masse schlagen. 4. Mehl und Backpulver dazugeben und ... für die Familie Alpakita ist elegant, modisch, klassisch, geschmackvoll, stilvoll, sportlich und mehr ... erneut schlagen, bis der Teig keine Klumpen mehr hat. 5. Kokosraspel gründlich einrühren (gerne auch mit dem Mixer) und dann die Nüsse unterheben. Nach Belieben können weitere Zutaten hinzugegeben werden, z.B. gehackte Datteln, Schokoladenstückchen, Zimt oder Orangenabrieb. 6. Eine Kastenform mit Backpapier auslegen oder einfetten, Masse einfüllen. Für ein besonders hübsches Monkey Bread eine vierte Banane in der Mitte längs durchschneiden und mit der Schnittfläche nach oben leicht in den Teig drücken. 7. Das süße Brot bei 170 Grad (Umluft) für 30 Minuten backen, zur Sicherheit die Kastenform nach den 30 Minuten einmal um 180 Grad drehen. Dann weitere 18-25 Minuten bei 165 Grad ausbacken. (Der kleine Temperaturunterschied verhindert tatsächlich, dass das Brot zu dunkel wird.) Auf jeden Fall mit einem Zahnstocher die Teigprobe machen: Wenn keine Krümel am Holz hängenbleiben, ist das Brot durch. Kurz auskühlen lassen. Guten Appetit! Lia ein peruanisches Frauenprojekt TBG auf dem Alex – zeituhr! CHQDJSçan der Welt denn's Biomarkt latz auf dem Alexanderp 0 Uhr Mo–Sa: 09.00–22.0 r Bäcker ab 07.00 Uh . R > I F Q © Q Ð# O F P @ E B Ð3 F B I C > I Q .FIS#JPGÞS#FSMJO www.denns-biomarkt.de | NATUR & KULTUR August / September 2020 25 Ein Rasen ist noch keine Wiese Alle reden über Blühwiesen für Insekten, aber es gibt noch nicht genug davon I nsektenfreundliches Gärtnern liegt im Trend, hat aber auch einen ernsten Hintergrund. Vor allem durch die intensive Landwirtschaft mit ihren großen Monokulturen und Pestizideinsätzen sind die Bestände vieler Insektenarten teils dramatisch zurückgegangen. Blütenbesuchende Insekten wie Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen finden immer weniger geeignete Nahrungspflanzen und Nistmöglichkeiten. Viele von ihnen sind auf bestimmte Pflanzenfamilien oder sogar einzelne Arten angewiesen und erfüllen durch ihre Bestäubungsleistung und als Bestandteil der Nahrungskette ihrerseits eine wichtige Rolle im Ökosystem. Blühwiesen anlegen ist auch Klimaanpassung Städte wie Berlin mit seinem hohen Grünanteil und vielfältig strukturierten Parks, Gärten, Friedhöfen und Brachflächen sind heute oft artenreicher als die umliegenden Agrarlandschaften. Sie sind wichtige Rückzugsräume für viele Insekten- und andere Tierarten und bieten Möglichkeiten für praktischen Artenschutz. Doch nicht jedes Grün ist ökologisch wertvoll. Auch in unseren aufgeräumten Gärten und Parks fehlt es häufig an Pflanzenvielfalt. Eine gemäht werden und beMöglichkeit, die Lage nötigt kaum Pflege. Die für Wildbiene und Co meisten Wiesenblumen zu verbessern, ist das kommen auch mit den Anlegen von Blühwiesen. nährstoffarmen BerliWährend die klassischen, ner Sandböden und mit intensiv gepflegten Ratrockenen Sommern gut senflächen artenarm sind, zurecht. Rasen in Blühsetzen sich die Wiesen aus wiesen umzuwandeln einer Vielzahl blühender ist also auch KlimaanKräuter zusammen und passung. Und spätestens liefern über die gesamte wenn die Wiese in voller Vegetationsperiode hinBlüte steht, sieht sie weg Nektar und Pollen. einfach schön aus. Manchmal reicht Im Rahmen des seschon selteneres Mähen, natsgeförderten Prodamit aus einem Rasen jekts „Mehr Bienen für eine blühende Wiese Berlin“ sind schon viele entsteht. Eine Neuanlage Eine blühende Wiese erfreut Mensch und Tier. Flächen im öffentlichen ist etwas aufwändiger, Foto: Jeyaratnam Caniceus Raum insektenfreundführt aber schneller zum lich begrünt worden. Erfolg. Dabei wird die alte Grasnarbe entfernt und die Fläche nährstoffarm ist. Die beste Zeit für Auch viele Privatleute, Hauseigendann mit einer Saatgutmischung aus die Aussaat ist zwischen August und tümerinnen und immer mehr Wohheimischen Wildblumen neu eingesät Oktober oder zwischen März und Mai. nungsbaugesellschaften machen Ra– passende Mischungen sind beispiels- Wer jetzt beginnt, kann sich also bald senflächen zu Blühwiesen und fördern weise bei der Deutschen Wildtierstif- an den ersten Wildblumen erfreuen. so die Biodiversität in der Stadt. Die tung erhältlich oder bei den vom NABU Ein wenig Geduld ist aber gefragt, Grüne Liga Berlin steht ihnen dabei empfohlenen Anbietern. Die bunten weil die Wiese Zeit braucht, um sich zu gern beratend zur Seite. Lena Assmann Blühmischungen, die man heute oft als entwickeln, und viele der Pflanzen erst Werbegeschenk bekommt, können zwar im zweiten Jahr blühen. Auch wenn erst Weitere Informationen: den Garten bereichern, sind aber nicht mal etwas Arbeit und Kosten anfallen, www.nabu.de/saatgut zahlt sich das langfristig aus – nicht nur zum Anlegen einer Wiese geeignet. www.grueneliga-berlin.de Wichtig ist, dass der Standort ökologisch: Ist die Wiese angewachsen, Tel. (030) 4433910 sonnig, frei von Staunässe und eher muss sie nur noch zweimal im Jahr Lebenswelten – bedroht und geliebt Aquarellausstellung der künstlerisch-ökologischen Arbeitsgruppe Formica V Engagement weitere or 30 Jahren ge15 Kalender. stalteten Berliner Die Gruppe malte Kinder und Jugendliche zum Beispiel im Ökounter der Leitung von dorf Brodowin und in Gilbert Waligora einen den Buchenwäldern ersten Aquarellkalender, des Grumsin, die später um auf bedrohte Lebensvon der Unesco als welten aufmerksam zu Weltnaturerbe deklamachen. Kinder und riert wurden. Einige Jugendliche malten mit Mitglieder protestierAnleitung des Kunstpäten sogar in Island dagogen nicht nur augegen einen geplanten ßergewöhnliche AquaStaudamm im ostislänrelle, sie waren auch in dischen Hochland. Vor Umweltprojekten aktiv. drei Jahren entstanden Bis 2004 gestaltete die Aquarelle zum Thema daraus entstandene Ju„IGA am Wegesrand“, gendgruppe „Grafik, Gruppe Formica: Stefan Struzina, Karsten Kurde, Hendryk-W. John, die in Kooperation mit Malerei, Umweltpflege“ Joachim Czepa, Marita Czepa, Gilbert Waligora (v.l.n.r.) der Krankenhauskirdes Biosphärenreservats Foto: FORMICA n.e.V. che im Wuhlgarten Schorfheide-Chorin insanlässlich der Internagesamt 15 Aquarellkalender. Diese Arbeiten befinden sich ders zusammen mit Gilbert Waligora tionalen Gartenausstellung in Marzahn jetzt in der Bibliothek für Bildungs- die Arbeit am Kalender fort. Aus ihnen ausgestellt wurden. Mit einer neuen Ausstellung in der geschichtliche Forschung in Berlin- formierte sich Ende 2005 die künstleFriedrichshain und können nicht mehr risch-ökologische Arbeitsgruppe For- Krankenhauskirche richtet sich nun mica. Neben gemeinsamen Malreisen, der Blick auf eine kleine Auswahl der im Original gezeigt werden. Nach 15 Jahren setzten ehemalige Wanderungen und Ausstellungen ent- letzten 15 Jahre. Getreu dem Motto Jugendliche und Freunde des Kalen- standen mit großem ehrenamtlichem „Lebenswelten – bedroht und geliebt“ entstanden Aquarelle von gefährdeten Meeren, Böden und Wäldern. Aber auch die Schönheit von Bäumen und Landschaften und die Vielfalt der Arten wurden sensibel gestaltet. Noch heute sind die Themen früherer Kalender aktuell. Marita Czepa Ausstellung: 11. Juli bis 30. August, täglich 14-17 Uhr Eintritt frei, Spenden erbeten Krankenhauskirche im Wuhlgarten, Brebacher Weg 15, 12683 BerlinBiesdorf (S5/U5 Wuhletal), Tel. (030) 562969423 Führungen Mi 16 Uhr auf Anfrage: Tel. (030) 56301973 Kostenloser Aquarellschnupperkurs in der Krankenhauskirche: Mi, 19.8., 16-18 Uhr, max. 8 Teilnehmer, Anmeldung s.u. Neuer Kalender „Lebenswelten 2021“ für 10 Euro zzgl. Versand bei: Formica n.e.V., Joachim Czepa, Ludwigsluster Str. 7, 12619 Berlin, E-Mail: marita.czepa@berlin.de, Tel. (030) 56301973 26 August / September 2020 REZENSIONEN Umweltretter weltweit Thomas Kruchem berichtet über den Kampf gegen die Folgen des Klimawandels V or allem die ärmsten und wirtschaftlich unterlegenen Länder trifft der Klimawandel am schlimmsten, zudem sind sie ihm oft schutzlos ausgesetzt. Doch in vielen Teilen der Welt versuchen Menschen und Organisationen dagegen anzukommen und die Situation zu verbessern. „Wie Menschen weltweit das Klima retten“, hat der Journalist Thomas Kruchem sein Buch genannt, in dem er genau davon berichtet. genkrankheiten. Solarenergie kann eine Alternative sein und auch Arbeitsplätze mithilfe elektrischer Geräte schaffen. Mangelnde Bildungsmöglichkeiten, ein durch Diktaturen geprägtes politisches Leben und ungerechte Wirtschaftsbeziehungen, teils von anderen Ländern aufgezwungen, gehören zu den Gründen, warum Menschen in vielen Regionen lange Zeit der Natur und dem Klima geschadet haben, ohne die Zusammenhänge richtig zu verstehen. Jetzt geht es um Umsteuern und Wiedergutmachen. Solarenergie statt Holzkohle Wie ein Gedankenspaziergang ist das Buch in Sinnabschnitte unterteilt. Damit werden vier Hauptfelder angesprochen, in denen Verbesserungen dazu beitragen können, den Klimawandel aufzuhalten und wichtige Ressourcen zu sparen: Strom, Trinkwasser, Wälder und Städte. Im westafrikanischen Mali hat beispielsweise das Unternehmen Africa GreenTec „Solartainer“ – mobile Solaranlagen – in Dörfern aufgestellt. Die Dorfbewohner können den dort pro- Vorbildlicher Waldschutz in Schottland duzierten Solarstrom günstig erwerben. In den meisten Ländern Afrikas haben große Teile der Bevölkerung keinen Strom. Zum Kochen und Heizen werden oft Holz und Holzkohle verwendet, das erhöht den Druck auf die Wälder und führt zu Luftverschmutzung und Lun- Schottland ist als einziges westliches Land eine Ausnahme in diesem Buch. Aber auch dort gab es bis vor einigen Jahrzehnten große Probleme mit einem Mangel an Wald oder falsch angelegten Wäldern, die viele der Moore zerstörten. Heute gibt es in Schottland ein weltweit vorbildliches Wiederaufforstungsprogramm. Jedes Jahr sollen mindestens 10.000 Hektar neu gepflanzt werden. Ein gutes Beispiel, um darauf aufmerksam zu machen, dass auch europäische Länder mehr gegen den Klimawandel tun können und müssen. Das Buch ist spannend, wenn auch häufig etwas subjektiv geschrieben. Es stört aber nicht, wenn die Meinung des Autors deutlich wird, und vieles davon regt zum Nachdenken an. Oft waren die beschriebenen Probleme für mich neu. Zu lesen und auf den zahlreichen Fotos zu sehen, wie Organisationen und betroffene Menschen versuchen, etwas gegen die Umweltzerstörung in ihren Ländern zu tun, gibt Hoffnung und macht gleichzeitig traurig. Das Buch ist allen zu empfehlen, die sich einmal mit den Problemen in Ländern befassen möchten, über die sonst nur wenig berichtet wird. Paula Rinderle Thomas Kruchem: Wie Menschen weltweit das Klima retten. Licht-Bringer, WaldMacher, Wasser-Kämpfer Brandes & Apsel, Frankfurt am Main 2020 172 Seiten, 14,90 Euro ISBN 978-3-95558-277-7 Kritik immer öfter unerwünscht Der Atlas der Zivilgesellschaft informiert zur globalen Lage der Menschenrechte D ein homosexueller, trans- oder intersexueller Mensch ermordet, häufig von Anhängern Bolsonaros. er „Atlas der Zivilgesellschaft 2020“ von Brot für die Welt zeigt, wo auf der Erde die Menschenrechte – wie das Recht auf freie Rede und Meinungsäußerung sowie die Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit – geachtet werden und wo nicht. Dazu haben die Autorinnen und Autoren mit Unterstützung der internationalen Organisation Civicus den sogenannten „Civic Space“ in allen Ländern der Erde ermittelt. Civic Space ist die Bezeichnung für den Handlungsspielraum, den die Zivilgesellschaft in einem Land hat. Gegen kulturelle Vielfalt Eingeschränkte Freiheiten Nur drei Prozent der Weltbevölkerung leben in Ländern, in denen der Civic Space vollständig offen ist. Das heißt, nur 259 Millionen Menschen haben uneingeschränkte zivilgesellschaftliche Freiheiten. Sie leben in 43 Staaten, wie Deutschland, Schweden oder Uruguay. Das Gegenteil dazu bilden 24 Staaten, in denen die zivilgesellschaftlichen Freiheiten rechtlich wie praktisch komplett fehlen. Dazu gehören China, Eritrea und Kuba. Menschen, die sich gegen die Regierung stellen, werden dort streng bestraft. Aber auch schon in den 129 anderen Staaten, wie Österreich, Italien, Brasilien, Russland, Mexiko oder Türkei, kommt es zu unterschiedlich starken Verletzungen der zivilgesellschaftlichen Freiheiten, und das in den letzten Jahren zunehmend. Ein Beispiel ist Brasilien, wo der rechtsextreme Präsident Jair Bolsonaro und seine Anhänger gegen Umweltschützer, Indigene und LGBTQ-Aktivisten vorgehen. Bolsonaro droht seinen Gegnern mit Gefängnis und „Säuberungen“. Trotzdem gewann er mit 55 Prozent die Wahlen. Durchschnittlich alle neunzehn Stunden wird in Brasilien Auch in vielen anderen Ländern werden Frauen, Umweltschützer, Journalistinnen, Menschenrechtsverteidiger oder LGBTQ-Aktivistinnen in ihren Freiheiten beschränkt. Gerade im Internet sind Hass und Gewaltandrohungen weit verbreitet. Eine starke Gegenbewegung versucht zum Beispiel, das traditionelle Familienbild und „die natürliche Ordnung zu schützen“ und macht gegen Verhütung, Schwangerschaftsabbrüche, Gender Studies, gleichgeschlechtliche Ehen und überhaupt gegen ein selbstbestimmtes Leben mobil, auch mit politischen Großveranstaltungen wie dem „Weltfamilienkongress“. Dabei treffen die Anhänger zwar auf Widerspruch, doch sie sind weltweit gut vernetzt und erreichen mit ihren kulturellen Begründungen viel Zustimmung. Fakten zum Nachdenken Der Zivilatlas bringt vielseitige Beispiele. Teilweise ist es erschreckend, wie groß die Einschränkungen sogar in den als demokratisch eingestuften Ländern noch sind. Gerade für Frauen zeigt sich am Lohnunterschied oder am Bild in der Gesellschaft, welch weiten Weg selbst Länder wie Deutschland noch vor sich haben. Die verschiedenen Themen werden im Atlas interessant und informativ abgehandelt. An manchen Stellen wünscht man sich einen differenzierten Blick, besser fundierte Fakten und eine neutralere Darstellung. Trotzdem ist die Lektüre zu empfehlen, allein schon weil dabei deutlich wird, wie ernst die Lage ist. Definitiv ein Thema, über das zu selten gesprochen wird. Paula Rinderle Brot für die Welt (Hrsg.): Atlas der Zivilgesellschaft Oekom Verlag, München 2020 84 Seiten, 18 Euro ISBN 978-3-96238-171-4 Kostenlos herunterladen: www.bfdw.de (Themen – Dossiers) REZENSIONEN August / September 2020 27 Unglaubliche Vielfalt Sonntagsausflug ins Grüne, Direktverkauf ab Hof: Offene Höfe in Brandenburg E in schier unglaubliches Buch präsentiert 300 Hofläden von insgesamt knapp über 500 derartigen Hofverkaufsstellen im ganzen Land Brandenburg. Darunter sind viele „Biobetriebe“, aber lange nicht alle, ein paar bezeichnen sich etwa als „Naturbauern“, scheuen jedoch die teure Umstellung respektive Zertifizierung, und wieder andere arbeiten schlicht „konventionell“. Das bildet die Realität ab, denn Brandenburg hat zwar über 950 Biobauernhöfe, aber das sind nur 13 Prozent der insgesamt knapp 9000 landwirtschaftlichen Betriebe. Immerhin: Was vor 30 Jahren niemand für möglich hielt, ist heute Realität: In fast jedem brandenburgischen Dorf gibt es einen alteneingesessen Landwirt, ein engagiertes Aussteigerpaar, eine Ökoinitiative oder eine Agrar GmbH, die sich die Mühe machen, sich die Sonntage um die Ohren schlagen und direkt verkaufen oder sogar ein Café betreiben. Frischer Fisch, vor Ort geräuchert Viele von ihnen haben ihre Landwirtschaft mit einem Handwerk kombiniert und verkaufen nun ihre handwerklichen Käse- oder Wursterzeugnisse direkt an ihre Freunde und Bekannten in der Region, an Gourmetrestaurants und Touristen. Neben Landwirten im engeren Sinne gibt es darunter auch Imker, die ihren Honig verkaufen, Fischer, die den frischen Fang aus „ihrem“ See gleich vor Ort rierte Mühle als lebendiges Museum. Auch Getreide kann die Mühle malen oder als Sägewerk fungieren. Im Hofladen des Biohofs Auguste in Kolkwitz bei Cottbus pflegen und verkaufen Menschen mit Behinderung Bio-Gemüse sowie Suppenhühner und Gänse. Dieser unglaubliche Katalog der kreativen Musterbetriebe zeigt, was alles möglich ist, wenn Landwirte, Gärtnerinnen, Fischer oder Imkerinnen mit Lust und Spucke sozusagen dranbleiben und im Verein mit ihrer Abnehmerschaft handwerklich und naturnah produzieren und wo möglich zumindest teilweise direkt verkaufen. räuchern und den Vorbeiwandernden servieren und viele andere. Ein Ehepaar arbeitet eigentlich mit Holz, hält aber nebenbei aber auch mancherlei Tiere. Andere haben eine Mosterei und die dazugehörigen Obstbäume, unter denen auch Schweine weiden. In manchen Dörfern wie im „Ökodorf“ Brodowin häufen sich die Bio-Betriebe und machen deutlich, dass ein erfolgreicher großer Biobetrieb nicht nur magische Anziehungskräfte hat, sondern auch in einer ganzen Gegend das Ruder in Richtung Zuwanderung und vermehrter Arbeit herumreißen kann. In der Uckermark zeigt Landwirt Hemme in Schmargendorf, wie man mit eigener Molkerei und Milch von Weidekühen auch heute noch als Milchbetrieb überleben und dabei zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten bieten kann. Kreative Musterbetriebe Erstaunlich sind die Vielfalt und der Ideenreichtum der zahlreichen Nachwendegründungen, die hier allerdings in der Mehrheit sind. Damit sind nicht nur die zahlreichen Ziegen- und Schafmilch-Käsereien gemeint, die Straußen- und Alpaka-Farmen oder die Whisky-Brennereien. Nein, es gibt auch kleinere Betriebe, die von ihrem „zweiten“ Standbein in Form von zwei, drei Ferienwohnungen nebst Eselwanderungen leben, und andere, die außer Gästezimmern Reitunterricht anbieten. In Schlieben bei Herzberg wird sogar wieder Wein angebaut, anderswo wer- Alte und neue Bauern den Bio-Rosen gezogen. Und gleich vor den Toren Berlins gibt es bei Bernau einen Pilzhof, der seit über 20 Jahren Shiitake und andere Pilze anbaut und sie im dazugehörigen Lokal auch in der Pfanne serviert. Es gibt Betriebe, die eine Ölmühle betreiben sowie ein gemütliches LandCafé und in ihrem „Hofladen“ vor allem die Erzeugnisse aus der Region verkaufen. In der Nähe von Cottbus bietet eine Lama-Halterin therapeutische Wanderungen mit ihren Tieren an, nebst Erzeugnissen aus der Lamawolle. In der Straupitzer Holland-Windmühle wird das Spreewälder Leinöl gemahlen. Der zugehörige Verein betreibt die restau- Von wegen vegetieren! Pflanzen verfügen über zahlreiche Sinne und entwickeln Schwarmintelligenz P rofessor Stefano Mancuso leitet in Florenz das Institut für pflanzliche Neurobiologie und nahm mit Experimenten am SpaceShuttle-Programm teil. Alessandra Viola ist eine preisgekrönte Wissenschaftsjournalistin. Gemeinsam nehmen sie die Lesenden mit auf die Reise in die wunderbare Welt der Pflanzen. Haben Sie sich mal gefragt, wer Pflanzen und Tiere eingeteilt hat und warum? Merkwürdig ist, das Pflanzen lange als Lebewesen niederer Ordnung galten, knapp oberhalb der unbelebten Natur. Langsam beginnt die Wissenschaft zu erkennen, was Darwin schon vermutete: Pflanzen verfügen trotz ihrer scheinbaren Unbeweglichkeit über besondere Fähigkeiten, ja sogar über Intelligenz. Eine völlig neue Welt Die Pflanzen haben 15 Sinne mehr als der Mensch, mit denen sie nicht nur elektromagnetische Felder erspüren und die Schwerkraft berechnen, sondern auch zahlreiche chemische Substanzen in ihrer Umwelt analysieren. Mit Duftstoffen warnen sie sich gegenseitig vor Fressfeinden oder locken Tiere an, mit ihren Wurzeln bilden sie ein riesiges Netzwerk, in dem Informationen über den Zustand der Umwelt zirkulieren. Ohne Organe können sie über eine Form der Schwarmintelligenz Strategien entwickeln, die ihr Überleben sichern. Von wegen vegetieren! Ein Einblick in die Intelligenz der Pflanzen kann uns lehren, auf Pestizide zu verzichten oder bessere Netzwerke und Computer zu entwickeln. Stefano Mancuso und Alessandra Viola eröffnen uns mit großer Leidenschaft eine völlig neue Welt. In jedem Fall ein besonders lesenswertes Buch. Beate Kitzmann Stefano Mancuso, Alessandra Viola: Die Intelligenz der Pflanzen Verlag Antje Kunstmann, München 2019 188 Seiten, 19,95 Euro ISBN 978-3-95614-030-3 Ein sehr sympathisches Buch, das zu mehr Sonntagsausflügen aufs Land anregt und zeigt, wie belebend die „Aussteiger“ für so manche Dörfer sein können. Es zeigt auch, dass es Bauern gab und gibt, die den Widrigkeiten der Zeiten zum Trotz „durchgehalten“ haben und denen ein erfolgreicher Neuanfang nach der Wende gelang. Und dass junge Bio-Bauern mit Ideen wie „Ranch-Safaris“ oder Wanderungen mit Schafen wie etwa die Bio Ranch Zempow bei jungen Leuten etwas ansprechen können. Das Buch ist nach Regionen gegliedert und zeigt vor jeder Großregion mittels eines Pünktchensystems auf vier Regionalkarten, wo die beschriebenen Höfe und Verkaufstätten in etwa liegen. Diese Karten sind eine große Hilfe, aber anderseits recht grob und nicht immer vollständig, manche Punkte sind verrutscht, andere fehlen. Bis man da mit den elektronischen Helferlein oder der guten alten Landkarte seine Sonntagswanderung oder Wochenend-Radtour zusammengebastelt hat, sind durchaus noch ein paar Minuten zu investieren. Elisabeth Meyer-Renschhausen Robert Zagolla: Hofläden in Brandenburg Die besten Ideen und Adressen für kulinarische Landausflüge BeBra Verlag, Berlin 2020 175 Seiten, viele Fotos, 16 Euro ISBN 978-3-86124-714-2 28 TERMINE August / September 2020 7.8.+11.9. Blühender Campus – Mitmachaktion Fr 11 Uhr Ein „Citizen Science“-Projekt für Interessierte: Auf den Flächen und den naturbelassenen Wiesen rund um die Freie Universität Berlin zählen Fachleute und Interessierte an jedem zweiten Freitag im Monat Schmetterlinge sowie deren Eier, Raupen und Puppen. Die Daten leiten sie an das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle weiter. Schmetterlinge zeigen der Wissenschaft den Zustand der Natur in der Stadt genau an, da sie sehr sensibel auf Umwelteinflüsse reagieren. Interessierte können darüber hinaus nach weiteren Tier- und Pflanzenarten auf dem Campus Ausschau halten und auf der Online-Plattform iNaturalist mit den Forschenden der FU teilen. Die Plattform hilft bei der Bestimmung. Treffpunkt: Mensa-Terrasse neben der Wildbienennisthilfe, Van’t-HoffStr. 6, 14195 Berlin-Dahlem Anmeldung erforderlich: E-Mail: bluehender-campus@ nachhaltigkeit.fu-berlin.de Anfahrt: U3 Freie Universität – Thielplatz Info: www.fu-berlin.de/ bluehender-campus Sa 8.8. Lichtenberger Wasserwelten – Fahrradtour 11-16 Uhr Der ADFC und das Umweltbüro Lichtenberg laden zu einer rund 30 Kilometer langen Radwanderung durch den Bezirk ein. Es geht um die Teiche und Kleingewässer Lichtenbergs, die eine große Artenvielfalt aufweisen. Neben dem Gehrensee, der Malchower Aue und dem Malchower See führt die Tour auch am Ober- und Orankesee vorbei. Das Landschaftsschutzgebiet Herzberge bildet den Abschluss. Treffpunkt: Brücke am S-Bhf. Hohenschönhausen, stadtauswärts (Endpunkt ist der S-Bhf. Friedrichsfelde Ost) Anmeldung erforderlich: www.touren-termine.adfc.de Kosten: 6/3 Euro Anfahrt: S75 Hohenschönhausen Info: Tel. 0172-5890024 So 9.8. Bahnbrechende Natur – Führung im Natur-Park Schöneberger Südgelände 14-16 Uhr Lassen Sie sich von Detlev Dahlmann (BUND, ehemaliger Bauund Projektleiter des Natur-Parks) die Entstehungsgeschichte und die Naturbesonderheiten im NaturPark Schöneberger Südgelände zeigen. Erleben Sie, wie die Natur eine stillgelegte Bahnanlage über die Jahre hinweg zurückerobert hat. Seltene Moose, Kräuter und Insekten prägen eine für Berlin einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Heute findet sich hier eine einzigartige Symbiose zwischen urwüchsigen Wäldern, offenen Trockenflächen und alten Bahnrelikten. Tauchen Sie ein in eine verwunschene Welt und erfahren Sie mehr über ihre Entstehung und die Pflege der Anlage zum Erhalt der Artenvielfalt. Alle Teilnehmenden müssen einen geeigneten MundNasen-Schutz tragen und sich registrieren lassen. Anmeldung erforderlich: Kosten: 11/8,50/0 Euro Treffpunkt: Natur-Park Schöneberger Südgelände, Haupteingang am S-Bhf. Priesterweg, Ausgang Prellerweg Anfahrt: S2 Priesterweg Info: E-Mail: gartengestaltung@ detlevdahlmann.de, Tel. 45023189 Do 13.8. Den Kopf entlasten: Kritik an vereinfachten Welterklärungen – Vortrag/Diskussion 19 Uhr Monsanto ist schuld. Nein, die Bilderberger. Quatsch, das Finanzkapital macht alles kaputt. Hinter allem stecken zwei Bankiersfamilien. Europa wird immer mehr amerikanisiert. Geht doch gar nicht, weil die BRD ohnehin von den USA besetzt ist. Oder gar nicht existiert ... So oder ähnlich klingen viele Erklärungsmodelle für die Ursachen empfundener Missstände. Was sie gemeinsam haben: Sie vereinfachen, verkürzen komplexe Herrschaftsanalysen und spielen mit den Mitteln des Populismus. Statt Menschen zu eigenständigem Denken und kritischem Hinterfragen anzuregen, wandeln sie Ohnmacht oder Empörung in billige Zustimmung – zwecks politischer Beeinflussung. Vor allem aber können sie gefährlich sein, wenn plumpe Feindbilder und verkürzte Ursache-WirkungsKetten zu einem Hass gegen Bevölkerungsgruppen führen, denen die Schuld für das Böse auf der Welt zugeschoben wird – der Antisemitismus ist nur ein Beispiel dafür, die Folgen sind bekannt. Im Vortrag werden Prinzipien vereinfachter Welterklärungen benannt, Beispiele vorgestellt und praktische Tipps für skeptisches Denken gegeben. Ort: Kultur- und Bildungszentrum Raoul Wallenberg, Bernkasteler Str. 78, 13088 Berlin-Weißensee, www.kubiz-wallenberg.de Anfahrt: Tram 12, 27 Rennbahnstraße/Berliner Allee; Tram M4 Buschallee. Info: www.kopfentlastung.siehe.website E-Mail: office@kubiz-wallenberg.de Auf diesen Seiten stehen Berliner Umwelt-Termine (im weiteren Sinne). GRÜNE-LIGA-Termine sind mit dem Logo gekennzeichnet (grau: Mitarbeit). Wir möchten besonders auch Termine kleinerer Umweltgruppen und BIs veröffentlichen und bitten um rechtzeitige Information bis zum 20. des Vormonats. Die Redaktion Adressen: Seite 31 In der Praxis stößt dies jedoch auf zahlreiche Herausforderungen: Versicherung, Verkehrssicherheit, Schlüsselübergabe, Gewinnen von Nachbarschaft und Unterstützern, ... Auf dem praxisnahen Fachtag wollen wir Erfahrungswissen teilen und gemeinsam verschiedene Perspektiven beleuchten, um konstruktive Lösungswege und Synergien zu finden. Ort: Quartiersschule Pusteblume, Kastanienallee 118, 12627 BerlinHellersdorf Anfahrt: Tram 18, M6 Zossener Straße/Kastanienallee Anmeldung bis 17.8: E-Mail: urbanegaerten@grueneliga-berlin.de Tel. 443391-65 Info: www.grueneliga-berlin.de (Integrierte Urbane Gärten) Do 3.9. Mit Saatgut und Gemüse durch den Winter – Praxisworkshops 15-19 Uhr Der Workshop „Saatgutgewinnung“ zeigt, worauf es ankommt, wenn man eigenes Saatgut vermehren will, wie es geerntet und gelagert wird und was es bei der Sorten- und Artenvielfalt zu beachten gibt. Beleuchtet wird auch die Bedeutung für die Biodiversität, speziell im Klimawandel. Im Workshop „Wintergemüse“ geht es darum, wie man gesundes und frisches Gemüse auch im Winter und Frühjahr anbauen und ernten kann, welche Sorten sich für den Winteranbau eignen und wie sich der Gemüsegarten gut vor Kälte und Frost schützen lässt. Nach den beiden parallelen Angeboten mit Wanda Born (Daucum Werkstatt für Biodiversität) und Burkhard Bohne (Kräuterschule und Autor) bleibt Zeit für Austausch, ein kleiner Imbiss steht bereit. Ort: KulturGut, Alt-Marzahn 23, 12685 Berlin Anmeldung bis 24.8.: E-Mail: urbanegaerten@grueneliga-berlin.de Mitbringen: Mundschutz, Kleidung für zwei Stunden im Freien Info: www.grueneliga-berlin.de (Integrierte Urbane Gärten), Tel. 44339165 4.-14.9. 6. Wandelwoche BerlinBrandenburg Touren, Workshops, Seminare und Märkte rund um Ideen für ein gutes Leben für alle, überall in unserer Region. Siehe Seite 5. Info, Programm, Anmeldung: www.bbb.wandelwoche.org Tel. 61652466 Sa 15.8. Aktionstag im Prinzessinnengarten 11-15 Uhr Ort: Prinzessinnengarten, Hermannstr. 99, 12051 Berlin-Neukölln Anfahrt: S+U-Bhf. Hermannstraße Info: www.prinzessinnengartenkollektiv.net – Tel. 0176-20815390 Do 20.8. Auf dem Weg zur Berliner Nachhaltigkeitsstrategie: Was kann Berlin von Anderen lernen? – Berliner Nachhaltigkeitsforum 18-21 Uhr Die Veranstaltung möchte einen Beitrag leisten, um die Diskussion über eine Nachhaltigkeitsstrategie für Berlin voranzubringen und auch kontrovers zu führen. Mehr dazu auf Seite 3. Ort: bUm – Raum für die engagierte Zivilgesellschaft, Paul-LinckeUfer 21, 10999 Berlin-Kreuzberg Anfahrt: U8 Schönleinstraße Info/Anmeldung bis 12.8.: www.berlin21.net (Termine) Di 25.8. Öffnung von Schulgärten: Herausforderungen und Lösungsideen – Fachtag und Workshop 9:30-13 Uhr Schulhöfe und besonders Schulgärten sind wichtige grüne Infrastruktur in Berlin und Orte für praktische Umweltbildung. Ein Schulgarten braucht aber auch konstante Pflege und „Kümmerer“, vor allem in den Ferien. Gleichzeitig steigt der Nutzungsdruck auf städtische Grünanlagen. Möglichkeiten, dem zu begegnen, sind die Mehrfachnutzung von Schulhöfen sowie die Öffnung zum Quartier. So 6.9. 28.8.+25.9./ 6.9.+4.10. Critical Mass Fr 20, So 14 Uhr Wir radeln gemeinsam durch unsere schöne Stadt. Das Motto lautet: Wir behindern nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr! Zur Critical Mass Berlin finden sich jeden letzten Freitagabend im Monat Hunderte Menschen mit ihren Fahrrädern zusammen. Außerdem gibt es noch einen sehr schönen und relativ entspannten Termin jeden ersten Sonntagnachmittag im Monat. Die Gruppe fährt als Verband auf einer Spur auf der Fahrbahn und hält sich an die Verkehrsregeln. Alle bleiben möglichst kompakt zusammen, um dem motorisierten Verkehr nicht Gelegenheit zu geben, die Gruppe zu trennen. Alles bleibt friedlich und lässt sich durch aggressive Autofahrer nicht provozieren. Der Verkehr wird nicht absichtlich gestört. Wer mitfährt, ist für sich selbst verantwortlich. Trotzdem ist es schön, ein Auge aufeinander zu haben und sich gegenseitig zu helfen. Treffpunkt: Freitag 20 Uhr Mariannenplatz (Kreuzberg) und Heinrichplatz (Neukölln), Sonntag 14 Uhr Brandenburger Tor Info: www.criticalmass.berlin Sa 29.8. Coal & Boat – Demonstration 13 Uhr Siehe Seite 7. Ort: Kraftwerk Reuter West Anfahrt: U7 Paulsternstraße Info/Anmeldung für die Boots- und Laufdemonstration: www.kohleausstieg-berlin.de Tel. 24357803 Zugvögel im Britzer Garten – Führung 9 Uhr Grauschnäpper, Gartenrotschwanz und Zilpzalp bereiten sich auf den Abflug in ihre Winterquartiere vor. Sie nutzen das reichhaltige Beeren- und Insektenangebot, um fit für die Reise zu sein. Mit Bernd Steinbrecher. Bitte Fernglas und Mund-Nasen-Schutz mitbringen. Es muss eine Teilnahmeliste geführt werden. Kosten: 6,50/4 Euro Treffpunkt: Britzer Garten, Parkeingang Buckower Damm 168, 12349 Berlin-Britz Anfahrt: Bus M44 Britzer Garten Info: Tel. 7033020, E-Mail: dialog@freilandlabor-britz.de www.freilandlabor-britz.de Fr 11.9. Pilzwanderung im Barnim: Wandlitz 12-15 Uhr Man muss Pilze sehr genau kennen, denn manche reizvolle Schönheit ist hinterhältig giftig. Wer sie aber in ihrer Vielfalt kennt, kann die guten unter ihnen genießen und seinen eigenen Speiseplan mit den Pilz-Köstlichkeiten bereichern. Die Gemeinde Wandlitz mit ihren abwechslungsreichen Wäldern und klaren Seen ist idealer Ausgangspunkt für PilzWanderungen in den Naturpark Barnim. Mit Elisabeth Westphal. Bitte Pilzkorb und Messer mitbringen. Kosten: 8,12/5,56 Euro Anmeldung erforderlich: www.berlin.de/vhs (Suche: Pilzwanderung) Treff: Bahnhof Wandlitz Anfahrt: S2 bis Karow, vom selben Gleis mit NE 27 Richtung Klosterfelde (ABC-Tarif) Info: s.o. Auch am 23.10. 16.-22.9. Autofrei und Spaß dabei! – Aktionswoche Abgase, Lärm, Unfälle, Treibhausgase, Versiegelung, Flächen- und Ressourcenverschwendung: Die Liste der negativen Folgen des Autoverkehrs ist lang. Wenn wir eine gesunde, lebenswerte Stadt gestalten möchten, müssen wir den motorisierten Individualverkehr und vermeidbaren Wirtschaftsverkehr aus Berlin zurückdrängen. Dazu gehören der massive Ausbau des ÖPNV, sichere Rad- und Fußwege und kurze Entfernungen zu wichtigen Versorgungseinrichtungen. Während der europäischen Mobilitätswoche rufen Naturfreunde, VCD, PowerShift und andere zu kreativen Aktionen, Straßenfesten, Demonstrationen und Veranstaltungen an vielen Orten in Berlin auf. Wir wollen eine Stadt für alle, in der Menschen wieder auf den Straßen und Plätzen verweilen können. Der öffentliche Raum in Berlin soll so wenig wie möglich für fahrende oder parkende Autos zur Verfügung stehen. Am 18. September ist „Park(ing) Day“. Als Teil dieser jährlichen weltweiten Aktion werden wir Parkplätze in öffentliche Parks verwandeln und Alternativen zur Platzverschwendung durch Autoparkplätze aufzeigen. Am 19. September machen wir Berliner Kieze mit 100 dezentralen Aktionen ohne Autoverkehr erlebbar. Gemeinsam wollen wir die Verantwortlichen in Senat, Abgeordnetenhaus und Bezirken für eine schnelle Verkehrswende gewinnen. Info: Tel. 0176-62015902, E-Mail: hiksch@naturfreunde.de, www.naturfreunde-berlin.de 20.9.+3.10. Pilzwanderung im Barnim: Lobetal 12.45-15.45 Uhr Warum sind Pilze für den Wald wichtig? Wie sind Pilze voneinander zu unterscheiden? Welche Pilze sind genießbar? Man muss sie sehr genau kennen, denn manche reizvolle Schönheit ist hinterhältig giftig. Wer sie aber in ihrer Vielfalt kennt, kann die guten unter ihnen genießen und seinen eigenen Speiseplan mit den PilzKöstlichkeiten bereichern. Das Lobetal ist reizvoll eingebunden in die leicht hügelige Landschaft des Barnim an der Märkischen Eiszeitstraße, nur wenige Kilometer von Bernau entfernt. Die Pilzwanderung führt am Mechesee vorbei in das ausgedehnte Waldgebiet. Mit Elisabeth Westphal. Bitte Pilzkorb und Messer mitbringen. Kosten: 8,12/5,56 Euro Anmeldung erforderlich: www.berlin.de/vhs (Suche: Pilzwanderung) Treff: Bushaltestelle Lobetal Dorf (Wendeschleife) Anfahrt: S2, RB 60 oder RE3 bis Bhf. Bernau, weiter Bus 903 Richtung Marienwerder (ABC-Tarif) Info: s.o. Auch am 31.10. Fr 25.9. 6. internationaler Klimastreik Für den Aufbau der Wirtschaft werden weltweit Billionen ausgegeben, von denen ein großer Teil in Kohle, Öl und Gas fließt, auch in Europa. Die bereits erreichte Erderwärmung von über einem Grad, brennende Wälder in Sibirien und der trockene Wald bei uns zeigen, dass die Klimakrise auch in der Pandemie keinen Halt macht. Um die Katastrophe noch zu verhindern, müssen wir jetzt laut werden. Deshalb fluten wir die Straßen und zeigen, dass gute Klimapolitik wichtiger ist denn je. Info: www.fridaysforfuture.berlin ANZEIGEN TERMINE/ KLEIN- 15.-18.10. International Uranium Film Festival 2020 Seit 2011 ist das International Uranium Film Festival das weltweit wichtigste und größte Filmevent zum Thema Radioaktivität und atomare Brennstoffkette – vom Uranbergbau bis zum Atommüll, von der Atombombe bis zum atomaren Unfall, von Hiroshima bis Fukushima, von der Nuklearmedizin bis zur Bestrahlung von Lebensmitteln. Radioaktivität ist unsichtbar, hat keinen Geschmack, keine Farbe, keinen Geruch. Das Medium Film ist das beste Mittel, die unsichtbare Gefahr sichtbar zu machen. Und ein Filmfest ist das beste Mittel, diesen Filmen zu einem breiten Publikum zu verhelfen. Ort: Zeiss-Großplanetarium und Kino in der Kulturbrauerei, Prenzlauer Berg Info, Programm, Karten: www.uraniumfilmfestival.org Tel. 46725136 Achtung! Noch nicht alle Veranstaltungen können zurzeit wie geplant stattfinden, bitte informieren Sie sich vorher elektronisch oder telefonisch. Ausstellungen bis 30.8. Lebenswelten, bedroht und geliebt – Aquarellausstellung tgl. 14-17 Uhr Ausstellung der AquarellkalenderGruppe Formica – siehe Seite 25. Eintritt frei, Spenden erbeten Führungen Mi 16 Uhr auf Anfrage, Tel. 56301973 Ort: Krankenhauskirche im Wuhlgarten, Brebacher Weg 15, 12683 Berlin-Biesdorf Anfahrt: S5/U5 Wuhletal Info: Tel. 562969423 Öko-Märkte Ökomarkt am Leopoldplatz Wedding Di+Fr 10-17 Uhr U6, U9 Leopoldplatz www.bbm-maerkte.de Ökomarkt am Nordbahnhof Mitte, Invalidenstraße/Elisabeth-Schwarzhaupt-Platz Mi 11-18 Uhr S1, S2, S 25, Tram M8, M10, Bus 245, 247 Nordbahnhof. Tel. 01704832058, www.marktzeit.berlin Ökomarkt Thusneldaallee Moabit (vor der Heilandskirche), Turmstraße/Alt-Moabit Mi 12-18 Uhr U9 Turmstraße. Tel. 0170-4832058 www.marktzeit.berlin ÖkomarktinderAkazienstraße Schöneberg (an der Apostel-Paulus-Kirche) Do 12-18 Uhr U7 Eisenacher Straße. Tel. 01704832058, www.marktzeit.berlin bis 3.10. Lehmbau an der Hochschule – eine zeitgemäße und simple Möglichkeit, Baupraxis im Curriculum der Hochschulen zu vertiefen Do-So 13-17 Uhr Auswärts 25.-30.8. Zukunft für alle – gerecht, ökologisch, machbar – Kongress Wie wollen wir 2048 leben? Wie werden wir wohnen, arbeiten, essen, uns fortbewegen? Wie können wir eine Zukunft gestalten, die gerecht und ökologisch ist? Statt sich von Klimakrise und Rechtsruck entmutigen zu lassen, werden auf dem Kongress gemeinsame positive Visionen, die über die kapitalistische Wachstumsgesellschaft hinausgehen, entwickelt, geteilt und diskutiert. Es sollen Menschen zusammenwirken, die in unterschiedlicher Weise bereits an einer „Zukunft für alle“ arbeiten: in der Praxis, in sozialen Bewegungen, in Medien und Bildung, in Wissenschaft und Politik, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft. Der Kongress soll aber auch ein Ort für alle sein, die Lust haben, über Utopien und Transformation nachzudenken, ob Einsteigerin oder Pionier. Das Konzeptwerk Neue Ökonomie will keinen Masterplan entwerfen, sondern vielfältige Vorstellungen darüber zusammentragen, wie alles auch ganz anders sein könnte. Ort: Leipzig und online Info: www.zukunftfueralle.jetzt Tel. 0341 / 39281686 Die Ausstellung zeigt neue Möglichkeiten, zeitgemäße ökologische Baustoffe in der Ausbildung der zukünftigen Planerinnen und Planer zu verankern. Bitte anmelden. Ort: Lehmmuseum, Dorfstr. 27, 19395 Wangelin, Tel. 038737 / 337990, www.lehmmuseum.de 4.9.-2.10. Kunst der Nachhaltigkeit Di+Fr 17-20 Uhr Die Kraft der Kunst für die nachhaltige Transformation der Gesellschaft: 220 Künstler und Künstlerinnen zeigen Werke, die Themen der Nachhaltigkeit kritisch und visionär darstellen, in einer Jubiläumsausstellung. Fotos, Malerei, Zeichnungen, Installationen, Objekte, Video, Audio und Performance sind real und/oder digital zu sehen. Ort: Group Global 3000 – Galerie für nachhaltige Kunst, Leuschnerdamm 19, 10999 Berlin-Kreuzberg Anfahrt: U8 Moritzplatz, U1/U3 Kottbusser Tor, M29 Oranienplatz, Bus 147 Michaelkirchplatz Info: www.gg3.eu Tel. 6154749 Waldspaziergang am Tagebau Nochten 13:30 Uhr Beim Spaziergang zu dem von der Grünen Liga gepachteten Waldgrundstück am Braunkohletagebau Nochten (Rabe Ralf Februar 2020, S. 7) wird als Gast diesmal Michael Zobel sprechen, der die Waldspaziergänge am Hambacher Wald initiiert hat und regelmäßig durchführt. Musik im Wald spielt Paul Geigerzähler. Treffpunkt: Bhf. Schleife Anfahrt: RE1/2 Cottbus + RB65 Schleife Info: www.kein-tagebau.de Tel. 0151-14420487, E-Mail: umweltgruppe@kein-tagebau.de montags Tomate sucht Gießkanne 16-18 Uhr U9 Hansaplatz. Tel. 0170-4832058 www.ökomarkt-im-hansaviertel.de Ökomarkt Domäne Dahlem Königin-Luise-Str. 49 Sa 8-13 Uhr U3 Dahlem-Dorf. Tel. 66630024 www.domaene-dahlem.de Ökomarkt Chamissoplatz Kreuzberg Sa 9-15 Uhr U6 Platz der Luftbrücke, U6, U7 Mehringdamm. Tel. 8430043 www.oekomarkt-chamissoplatz.de innovativer Energiequellen meist 3. Mi, 18 Uhr NABU Berlin, Wollankstr. 4, Pankow www.pinie-solar.de Anti Atom Berlin 1. Mi 20 Uhr AK Stadtnaturschutz 1. Mo 18 Uhr BUND, Crellestr. 35, Schöneberg Tel. 0171-5861640, www.bundberlin.de (Über uns – Gruppen) Weltküche mit entwicklungspolitischem Nachschlag Mo 20 Uhr K19, Kreutzigerstr. 19, Friedrichshain, www.soned.de, Tel. 2945401 Initiative Grundeinkommen letzter Mo 19-22 Uhr Franz-Mehring-Platz 1 (1. Etage, Seminarraum 6), Friedrichshain www.grundeinkommen-berlin.de dienstags Baubüro, Crellestr. 43, Schöneberg Das weltweit einzige Theater für gefährdete heimische Tierarten weckt Neugier auf die wilde Tierwelt Europas. Eintritt: ca. 9 Euro nach Einkommen Ort: Theater im Naturpark Schöneberger Südgelände, Brückenmeisterei Anfahrt: S2/S25 Priesterweg Info: Tel. 12091785, www.brehms-tierleben.com Im September können sich Zeiten und genauer Spielort ändern. Ökomarkt im Hansaviertel Tiergarten, Altonaer/Ecke Klopstockstr. Fr 12-18.30 Uhr Projektgruppe Schäfersee 1.+3. Mo 17 Uhr Grüne Radler 1. Di 19 Uhr Fräulein Brehms Tierleben Sa+So 14+16 Uhr U2 Senefelderplatz. Tel. 44339148 www.grueneliga-berlin.de Berliner Energietisch 2. Mi 19 Uhr BBK-Büro, Greifswalder Str. 4, Hinterhof Aufgang A, 1. Etage, Prenzlauer Berg, Tel. 24357803 www.kohleausstieg-berlin.de Theaterreihe Ökomarkt am Kollwitzplatz Prenzlauer Berg Wörther Straße Do 12-19 Uhr Januar-März bis 18 Uhr Heinrich-Roller-Str. 4 (Friedhofseingang), Prenzlauer Berg GRÜNE LIGA Berlin, Anke Küttner, Tel. 4433910 QM-Büro, Mickestr. 4, Reinickendorf, Tel. 0152-33794404, www.projektgruppe-schaefersee.de Attac Berlin 3. Di 19 Uhr Attac-Treff, Grünberger Str. 24, Friedrichshain, Tel. 6946101 www.attacberlin.de Robin Wood Berlin 4. Di 20 Uhr Neue Republik Reger, Bouchéstr. 79a, Treptow, Tel. 12085616 www.robinwood.de/berlin Franz-Mehring-Platz 1, Raum 739, Friedrichshain, Tel. 0176-62015902 www.berliner-energietisch.net Warschauer Str. 23, Friedrichshain, Tel. 61201791 www.antiatomberlin.de Ende Gelände Berlin 3. Mi 20 Uhr Café Cralle, Hochstädter Str. 10a, Wedding, www.eg-berlin.org donnerstags Aktionsbündnis A100 stoppen 1. Do 20 Uhr Jugendclub E-Lok, Laskerstr. 6-8 (Hof), Friedrichshain (am Ostkreuz), Tel. 2913749, www.a100stoppen.de Extinction Rebellion Café 19-21 Uhr Stadteilladen Halk Köşesi, Crellestr. 38, Schöneberg, www.twitter.com/xrberlin freitags Fridays for Future 12 Uhr Invalidenpark, Mitte (zwischen U6 Naturkundemuseum und Hauptbahnhof). www.fridaysforfuture.berlin After Work Gardening 15-18 Uhr Frieda Süd, Friedrichstr. 18, Kreuzberg, www.2000m2.eu Repair-Café 2. Fr 16-19 Uhr Café Grenzenlos, Plesser Str. 1, Treptow, Tel. 53216201, www.cafe-grenzenlos.de samstags mittwochs PINiE e.V. – Pankower Initiative zur Nutzung 29 Kleinanzeigen Regelmäßig Kohleausstieg Berlin 3. Di 18.30 Uhr So 20.9. August / September 2020 Natur-Erlebnis-Tag 1. Sa Naturschule, www.naturschuleberlin-brandenburg.de Private Kleinanzeigen kosten nicht die Welt, sondern 0,70 Euro pro Zeile (30 Zeichen), bitte Vorkasse (Briefmarken, bar). Für 1,60 Euro zusätzlich schicken wir ein Belegexemplar. Redaktionsadresse siehe Impressum oder Titelseite. Happy Mona, die Bio-Frauenhygiene, die Bäume pflanzt. 10 % sparen mit Gutschein: HMCODE10 http://your.happymona.shop Radio gegen Alles: Dienstag, 18.8.+15.9., 18 Uhr. Monatliches Berliner Umweltradio auf 88,4 MHz oder www.mixcloud.com/rga_berlin Die größten Klimakiller: Militär und Rüstungsindustrie. Wir präsentieren die Fakten! Mahnwache für Frieden und Menschenrechte, montags 1819:30 Uhr, Brandenburger Tor Gastfamilien gesucht für 3, 6 oder 12 Monate. Im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligenprogramms von Brot für die Welt suchen wir für junge Menschen aus Costa Rica, Georgien, Kamerun und Kambodscha (18 bis 28 Jahre) Unterkünfte in Berlin und Umgebung (Biesenthal, Neuruppin, Potsdam, Königs Wusterhausen). Gastfamilien erhalten einen monatlichen Unterkunftszuschuss von 100 Euro sowie eine Verpflegungspauschale nach Absprache. Holen Sie sich ein Stückchen „Welt“ in ihren Lebensalltag. Weitere Informationen unter www.bfdw.de – Suchwort: Gastfamilien. Kontakt: Brot für die Welt, SüdNord-Freiwilligenprogramm, Tel. (030) 65211-1332, Fax -3332, E-Mail: incoming-freiwilligendienst@ brot-fuer-die-welt.de Offene Beratung für Kollektivbetriebe und Einsteiger bei der unabhängigen Basisgewerkschaft FAU. Termine: faub-kollektivbetriebe@fau.org www.berlin.fau.org (Termine) Vorträge und Workshops: Solidarische Ökonomie, politische Kommunen, Entscheidungen im Konsens, Anarchismus und Selbstorganisation, Feminismus, zapatistische Bewegung, Kapitalismus-, Entwicklungs-, Wachstums-Kritik. www.dasmaedchenimpark.org Private Kleinanzeigen im Raben Ralf sind erfolgreich! 30 August / September 2020 Auch neue Gentechnik bleibt Gentechnik LESERINNENBRIEFE IMPRESSUM Die Berliner Umweltzeitung GRÜNE LIGA Berlin e.V. Prenzlauer Allee 8 10405 Berlin-Prenzlauer Berg (Tram M2 Metzer Str.; U2 Senefelderplatz) Tel. (030 ) 44 33 91-47, -0, Fax -33 E-Mail: raberalf@grueneliga.de www.raberalf.grueneliga-berlin.de Herausgeber: GRÜNE LIGA Berlin e.V. ISSN: 1438-8065 V.i.S.d.P.: Leif Miller Redaktion: Matthias Bauer, Rebecca Lange, Paula Rinderle, Sarah Buron, Jochen Mühlbauer Satz: Evelin Bulling, www.mixcurve.com Vignetten: Luwie, www.kuhnstalle.de Karikaturen: Paul Pribbernow, Freimut Wössner, www.f-woessner.de Post-Bezug: siehe Abo-Coupon auf Seite 11 Konto-Nr.: 3060502, BLZ: 10020500 IBAN: DE38 1002 0500 0003 0605 02 BIC: BFSWDE33BER Bank für Sozialwirtschaft Adressenänderung bitte melden! Erscheinen: zu Beginn gerader Monate Redaktionsschluss: 10. des Vormonats, Anzeigen und Termine bis 20. des Vormonats Auflage: 11.000 Druck: Union Druckerei Berlin, www.udb.de Anzeigenvertretung: GRÜNE LIGA Berlin e.V., Prenzlauer Allee 8, 10405 Berlin, Tel. (030) 443391-0, Fax -33, E-Mail: raberalf@grueneliga.de Grundpreis:0,80 Euro je Spalte und mm (s/w, netto) Kleinanzeigen: über die Redaktion, je Zeile (30 Zeichen) 0,70 Euro, nur Vorkasse (Briefmarken, bar) Mit Namen gezeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion bzw. des Herausgebers wieder. Die Redaktion behält sich das Bearbeiten von Beiträgen vor. Für unverlangt eingesandte Texte und Materialien keine Haftung. Beiträge bitte möglichst per E-Mail senden. Nachdruck nach Rücksprache gestattet und erwünscht, bitte Quelle angeben, gern Belegexemplar schicken. LESERBRIEFE Bedürfen Leserbriefe einer Beurteilung? „Smart City: Utopie oder Alptraum?“ von Elisabeth Voß, „Gibt es wirklich Eltern, denen so eine Vorstellung von Kindheit gefällt?“ von Miriam Mucke und Antwort von Elisabeth Voß, DER RABE RALF Juni/Juli 2020, S. 18-21 Ich habe mich sehr gefreut über den Leserbrief von Miriam Mucke und teile voll und ganz ihre Bestürzung! Und es ist mir unbegreiflich, wie Sie, Elisabeth Voß, dazu beurteilend und belehrend Stellung beziehen. Die Leserbriefe bedürfen also einer Beurteilung, dürfen nicht unbearbeitet abgedruckt werden? Sofort wird wieder abgewiegelt – alles nicht so schlimm, wir kriegen das schon hin – das ist so beschwichtigend! Und sie schreiben selber ja kritisch zum Thema, doch angesichts der Lage, in der wir uns heute befinden, ist jede Art von Kritik erwünscht, denn es gibt sie kaum, und wenn, wird sie sofort im Keim erstickt. Diese Vorgehensweise auch in dieser Zeitung zu erleben, schockiert. Denn Miriam Mucke aus Berlin sieht, was so wenige sehen wollen: die sich bestürzend schnell aufrüstende digitale Diktatur. Sylvia Mayen, Berlin Vielen Dank für Ihre ausführlichen Zuschriften, aus denen wir nur einen kleinen Ausschnitt veröffentlichen. Wenn die Antwort belehrend gewirkt haben sollte, so war das keine Absicht! Wenn eine Autorin auf einen Leserbrief antworten möchte, drucken wir die Antwort normalerweise in derselben Ausgabe ab. Früher haben wir das nicht gemacht, doch mit zwei Monaten Abstand geht oft der Zusammenhang verloren. Sie weisen mehrmals auf die Internetseite www.diagnose-funk.de hin, die auch unsere Autorin in ihrem Artikel genannt hatte und die wir unseren Leserinnen und Lesern noch einmal für vertiefende Informationen zum Thema Smart City und 5G empfehlen möchten. Die Redaktion D ie neuen gentechnischen Verfahren wie die Gen-Schere Crispr/Cas ermöglichen Änderungen im Erbgut, die bisher so nicht möglich waren. Und sie vereinfachen und beschleunigen die Entwicklung solcher gentechnischen Veränderungen. Die Befürworter argumentieren, dass die vorgenommenen Änderungen von natürlichen Mutationen nicht unterscheidbar seien. Außerdem seien sie präzise und sicher. Die gentechnikkritische Organisation Testbiotech erklärt in einer Broschüre gut verständlich die Unterschiede zwischen herkömmlicher Züchtung, alter Gentechnik und neuer Gentechnik. Sie beschreibt die Risiken der neuen Gentechnik, die bei Weitem nicht so zielgenau und nebenwirkungsarm ist, wie ihre Befürworter behaupten. Das Fazit: Die neue Gentechnik ist anders als züchterische Verfahren. Denn sie ermöglicht Eingriffe in das Erbgut, bei denen die natürlichen Mechanismen von Vererbung und Genregulation umgangen werden. Diese technischen Prozesse können zu Veränderungen führen, die für Mensch und Umwelt gefährlich sind. Leo Frühschütz Broschüre: www.testbiotech.org (Info-Materialien) Wir tun was, Mensch! UMWELTFESTIVAL Als Berliner Umweltverband haben wir die Zukunft im Blick, locken die Menschen raus ins Grüne, feiern Feste, setzen uns für unseren STADTBEGRÜNUNG Kiez ein, fordern Transparenz bei politischen Entscheidungen und UMWELTBILDUNG machen die Stadt zu unserem Garten. Wir vernetzen, initiieren, informieren, organisieren, beraten, qualifiÖKOMARKT KOLLWITZPLATZ zieren und unterstützen! Für uns gibt es auch zukünftig viel zu tun UMWELTBERATUNG in unserer Stadt! Unterstützen Sie uns! Engagieren Sie sich oder werden Sie Fördermitglied der GRÜNEN LIGA Berlin. DER RABE RALF Eigentumsvorbehalt: Dieses Heft bleibt bis zur Aushändigung an den Adressaten Eigentum des Herausgebers. „Zur-Habe-Nahme“ ist keine Aushändigung im Sinne dieses Vorbehalts. Nicht ausgehändigte Hefte sind unter Angabe des Grundes der Nichtaushändigung an den Herausgeber zurückzusenden. Ich möchte Fördermitglied werden! (Mindestbeitrag 84,- Euro) Spartipp: Schimmel entfernen GRÜNE LIGA Berlin e.V. Landesgeschäftsstelle: Prenzlauer Allee 8 10405 Berlin-Prenzlauer Berg Mo-Fr 10-15 Uhr Tel. 030 / 44 33 91-0, Fax -33 berlin@grueneliga.de Projekte (Durchwahl, E-Mail): Umweltbibliothek: -30 Beratung/Hofbegrünung: -44, -30 hofberatung@grueneliga-berlin.de DER RABE RALF: -47 raberalf@grueneliga.de Ökomarkt: -48, -58 oekomarkt.kollwitzplatz@ grueneliga-berlin.de Presse/Öffentlichkeitsarbeit: -49 Internationales: -30 internationales@grueneliga.de Umweltbildung: -59 umweltbildung@grueneliga-berlin.de S tatt mit Chemiecocktails gelingt die Schimmelbeseitigung auch mit Hausmitteln, die zudem weniger Nebenwirkungen haben und weniger kosten. Vor allem 70-prozentiger Alkohol – auch medizinischer Alkohol genannt – ist dazu geeignet, aber auch Brennspiritus sowie Wasserstoffperoxid. Die Mittel sind in Drogerien oder Apotheken erhältlich. Bei der Schimmelbeseitigung Fenster öffnen, Handschuhe, Brille und Atemmaske tragen. Die befallenen Stellen werden mehrmals mit einem getränkten Lappen oder Schwamm abgewischt. Diese müssen dann in einer Tüte im Hausmüll entsorgt werden. Essiglösung ist nur auf Metall und Keramik sinnvoll. Von Azeton ist generell abzuraten. Matthias Bauer Name, Vorname: Geburtsdatum: Telefon: E-Mail: Straße: PLZ, Ort: Einwilligung zum SEPA-Lastschriftmandat Jahresbeitrag: 84,- Euro GRÜNE GRÜNELIGA LIGABerlin BerlinGläubiger-ID: Gläubiger-ID: DE53GLB00000252961 DE53GLB00000252961 100,- Euro , Euro Kontoinhaber_in: IBAN Datum/Unterschrift Kontoinhaber_in: Einsenden an: GRÜNE LIGA Berlin e. V., Prenzlauer Allee 8, 10405 Berlin oder per Fax an 030 44 33 91-33 Die LIGA Berlin erhebterhebt und verarbeitet Ihre Daten gem. Art. Daten 6 Abs. 1 lit. b DSGVO Vereinszwecke DieGRÜNE GRÜNE LIGA Berlin und verarbeitet Ihre gem. Art. im 6 Rahmen Abs. 1 der lit.satzungsgemäßen b DSGVO im Rahmen der für die Betreuung der Mitgliedschaft. Unter der untengenannten Anschrift erreichen Sie unseren Datenschutzbeauftragten. Die Nutzung Ihrer Adressdaten satzungsgemäßen Vereinszwecke für die Betreuung der Mitgliedschaft. Unter der untengenannten Anschrift für werblicheSie Zwecke erfolgt gem. Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO. Einer Die solchen NutzungIhrer könnenAdressdaten Sie jederzeit widersprechen. Weitere Informationen erreichen unseren Datenschutzbeauftragten. Nutzung für werbliche Zwecke erfolgtzum Datenschutz Sie1unter gem. Art. finden 6 Abs. lit. www.grueneliga-berlin.de/kontakt/datenschutz/ f DSGVO. Einer solchen Nutzung können Sie jederzeit widersprechen. Weitere Informa- tionen zum Datenschutz finden Sie unter www.grueneliga-berlin.de/datenschutz UMWELTADRESSEN Aus Platzgründen kann hier nur eine Auswahl von Umwelt-Adressen in Berlin und Umgebung veröffentlicht werden. Die grau unterlegten Adressen sind Mitglieder der GRÜNEN LIGA. Achtung! Zurzeit sind noch einige Einrichtungen geschlossen, bitte informieren Sie sich elektronisch oder telefonisch. ADFC – Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, Yorck- 25, 10965 (Kreuzberg) T 4484724, F 44340520 www.adfc-berlin.de AG Kleinlandwirtschaft, AllmendeKontor Gemeinschaftsgarten, Bülow74, 10783 (Schöneberg), T 2612287 userpage.fu-berlin.de/garten www.allmende-kontor.de Agenda-Agentur Berlin Trautenau- 5 10717 (Wilmersdorf) T 96 534 777 www.agenda-agentur.de Aktionsbündnis A100 stoppen! c/o Jugendclub E-LOK, Lasker- 6-8, 10245 (Friedrichshain), T 2913749 www.a100stoppen.de Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck c/o Büro Rheinlaender, Crelle- 43 10827 (Schöneberg) T 7883396 Matthias Bauer, T 2151135 www.gleisdreieck-blog.de Aktion Tier – Menschen für Tiere e.V. Kaiserdamm 97, 14057(Charlottenburg) T 30103831, F -34 www.aktiontier.org A-Laden Brunnen- 7, 10119 (Mitte) T 83108085 (AB) www.a-laden.org Anti-Atom-Plenum Waldemar- 46 10999 (Kreuzberg) www.squat.net/aap-berlin Anti Atom Berlin c/o Stadtteilladen Friedrichshain Warschauer- 23, 10243, T 61201791 www.antiatomberlin.de Arbeitskreis Igelschutz Berliner- 79a 13467 (Hermsdorf) T 4049409 www.igelschutzberlin.de Arbeitskreis Nordkaukasus c/o Vitalij Kovalev, NABU, Charité- 3 10117 (Mitte) T 284984-0 Arbeitskreis Verkehr und Umwelt (UMKEHR) e.V. Exerzier- 20, 13357 (Wedding) T 4927-473, F -972 www.umkehr.de Attac Gneisenau- 2a, 10961 (Kreuzberg) T 69517791, F 6926590 www.attacberlin.de autofrei leben! e.V. Körting- 63b,12107 (Tempelhof) T 23135674 www.autofrei.de BAOBAB Infoladen Eine Welt e.V. 10405 (Prenzl. Berg) Greifswalder - 4 T 4426174, F 44359066 www.baobab-infoladen.de Barnimer Aktionsbündnis gegen gentechnische Freilandversuche c/o DOSTO, Berliner - 52 16321 Bernau, T/F 03338/5590 www.dosto.de/gengruppe B.A.U.C.H. e.V. Verein für Umweltchemie, Wilsnacker- 15, 10559 (Moabit) T 394-4908, F -7379 bauch@alab-berlin.de BauFachFrau e.V. Berufliche Umweltbildung, Lehder- 108 13086 (Weißensee) T 92092176 www.baufachfrau-berlin.de Baumschutzgemeinschaft c/o A. Solmsdorf, Windscheid- 40 10627 (Charlottenb.) T 0170 2147676 www.bmsgb.de Bauwerkarchitekt Lutz Dimter, Naturbahnhof, Brüssower Allee 90, 17291 Prenzlau, T 03984-834679-14 lutz.dimter@gmx.de Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag Greifswalder- 4 10405 (Prenzl. Berg) T 4285-1587 www.ber-landesnetzwerk.de Berliner Netzwerk für Grünzüge c/o Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN) Potsdamer68, 10785 (Tiergarten) T 26550864 www.grünzüge-für-berlin.de Berlin 21 Greifswalder- 4, 10405 (Prenzl. Berg) T 498 54 107 www.berlin21.net BI Berliner Luft Hohenschönhausen Ahrenshooper- 5, Zi. 1, 13051, T/F 9621033, www.selbsthilfe-lichtenberg.de (suche: Luft) BI „Nein zum Kohlekraftwerk“ Alte Schmiede, Spitta- 40, 10317 (Lichtenberg) www.kraftwerksneubau.de Biochemischer Verein Greifswalder - 4 10405 (Prenzl. Berg) T 2044599 www.biochemischerverein-berlin.de BI Rettet die Marienfelder Feldmark M. Delor, Marienfelder- 85, 12309 bimfeldmark@aol.com BI Westtangente (BIW) Crelle- 43 10827 (Schöneberg) T 7883396 F 7811059, www.bi-westtangente.de B-Laden Lehrter - 27-30 10557 (Moabit) T/F 3975238 BLN – Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz Potsdamer- 68 10785 (Tiergarten) T 2655-0864, -0865, www.bln-berlin.de BLUE 21 – Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Umwelt und Entwicklung c/o FDCL, Gneisenau- 2a 10961 (Kreuzberg) T 6946101 F 6926590, www.blue21.de Botanischer Verein Königin-Luise- 6-8 14195 (Dahlem) T 033768969-14 Herr Sonnenberg, www.botanischerverein-brandenburg.de BUND Crelle- 35, 10827 (Schöneberg) T 787900-0, F -18 www.bund-berlin.de BUNDjugend LandesGSt ErichWeinert- 82, 10439 (Prenzl. Berg) T 392-8280, F 80 94 14 77 BundesGst Am Köllnischen Park 1 10179 (Mitte) T 275865-0, F -55 www.berlin.bundjugend.de Bundesumweltministerium Stresemann- 128-130, 10117 (Mitte) T 18305-0 F -2044, www.bmu.de Bündnis 90/Die Grünen Landesverb., Bereich Umwelt Kommandanten- 80 10117 (Mitte) T 615005-0, F -99 www.gruene-berlin.de Grüne Jugend Dirschauer - 13 10245 (Friedrichshain) T 66763000 www.gj-berlin.de Abgeordnetenhaus Niederkirchner- 5 10111 (Mitte) T 232524-00, F -09 Umwelt -11, Verkehr -64 Bundestag, Bereich Umwelt, Luisen- 3234, 10117 (Mitte) T 227 567 89 F -5 52, ak2@gruenefraktion.de Bürgerverein Brandenburg-Berlin (BVBB) gegen Flughafen Schönefeld Wilhelm-Grunewald- 48-50, 15827 Blankenfelde, T 03379/2014-34, F -35, www.bvbb-ev.de Changing Cities e.V. Netzwerk Lebenswerte Stadt Lychener - 74, 10437 (Prenzl. Berg), T 25781125 www.changing-cities.org Cöllnische Heide e.V. c/o Dr. Erxleben Dörpfeld- 54-56, 12489 (Adlershof) T 67187381 www.adlershoferbuergerverein.de Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) c/o BamM (Buchladen Schwarze Risse) Gneisenau- 2a 10961 (Kreuzberg) www.dfg-vk.de www.schwarzerisse.de Deutsche Umwelthilfe (DUH) Hackescher Markt 4, 10178 (Mitte) T 2400867-0, F -19, www.duh.de Deutscher Bahnkundenverband (DBV) Wilmersdorfer - 113-114, 10627 (Charlottenburg) 634970-76, F -99 www.bahnkunden.de Deutscher Naturschutzring (DNR) Marien-19/20, 10117 (Mitte) T 6781775-70, F -80, www.dnr.de Diözesanrat der Katholiken, Sachausschuss Eine Welt und Bewahrung der Schöpfung, Niederwall- 8/9 10117 (Mitte) T 32684-206, F -203 www.dioezesanrat-berlin.de ecovillage e.V. c/o H.-R. Brinkmann Glogauer Weg 38, 49088 Osnabrück T/F 0541/445941, www.ecovillage.de Extinction Rebellion Berlin www.extinctionrebellion.de/ortsgruppen www.twitter.com/xrberlin www.facebook.com/xrberlin FIAN – Food First Information and Action Network Ute Stephani, T 39878204, www.fian-berlin.de Fördergemeinschaft Brandenburger Landwaren Oranien- 47a, 10969 (Kreuzberg), T 69534420 www.fblweb.wordpress.com Förderverein Landschaftspark Nordost Dorf- 4a (Dorfkate Falkenberg) 13057, T 9244003, F 63370289 www.dorfkate-falkenberg-berlin.de Forum Umwelt und Entwicklung Marien-19-20, 10117 (Mitte) T 6781775910, www.forumue.de Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) Schweden- 15a 13357 (Wedding) T 7623991-30, F -59 www.foes.de FUSS e.V. – Fußgängerschutzverein Exerzier- 20, 13357 (Wedding) T 4927-473, F -972, www.fuss-ev.de Gen-ethisches Netzwerk (GeN) Stephan- 13, 10559 (Moabit) T 6857073, F 6841183 www.gen-ethisches-netzwerk.de Germanwatch Stresemann- 72, 10963 (Mitte) T 288835-60, F -61 www.germanwatch.org Gesellschaft Naturforschender Freunde c/o Institut für Zoologie der FU NACH DEM LESEN WEITERREICHEN! Königin-Luise- 1-3, 14195 (Dahlem) T 8104 1411, gnf.jotpee.de Fridays for Future Berlin www.fridaysforfuture.de/regionalgruppen www.twitter.com/fff_berlin www.facebook.com/fridaysforfutureberlin Gesundheitsladen Veteranen- 21 10119 (im ACUD) T 6932090 www.gesundheitsladen-berlin.de gegenstromberlin kapitalismuskritische Klimagruppe, Berlin-Kreuzberg, www.gegenstromberlin.org GIZ Landesbüro Berlin/Brandenburg Lützowufer 6, 10785 (Tiergarten) T 254820, F -423, www.giz.de Greenhouse Infopool Duncker- 14/15 10437 (Prenzl. Berg) www.jpberlin.de/greenhouse Greenpeace Chaussee- 84 10115 (Mitte) T 28043322 www.greenpeace-berlin.de GRÜNE LIGA e.V. BundesGSt., Red. ALLIGATOR Greifswalder- 4, 10405 (Prenzl. Berg) T 2044745 www.grueneliga.de BKst Wasser, Michael Bender T 40393530, wasser@grueneliga.de GRÜNE LIGA Berlin e.V. LandesGSt. Prenzlauer Allee 8, 10405 (Prenzl. Berg) T 443391-0 www.grueneliga-berlin.de Grüne Radler Crelle- 43, 10827 (Schöneberg) Dieter Hertwig, T 6236833 Grünes Haus für Hellersdorf Boizenburger- 52-54, 12619 (Hellersdorf) T 56298081, F 56499950 www.gruenes-haus-hellersdorf.de Haus der Natur Potsdam Linden- 34 14467, T 0331/20155-0 F-27, www.hausdernatur-brandenburg.de Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU) T -15, F -16 Arbeitskreis Naturschutzgeschichte T -25, F -27 ARGUS Umweltbiblioth., T -11, F -12 Förderverein für Öffentlichkeitsarbeit im Natur- und Umweltschutz (FÖN) T -35, F -36 GRÜNE LIGA Brandenburg T -20 F -22 Landesbüro anerkannter Naturschutzverbände T -50, F -55 NaturFreunde Brandenburg T -41 Naturschutzbund NABU LV Brandenburg T -70, F -77 Naturschutzjugend LV Brandenburg T -75, F -78 VCD – Verkehrsclub Deutschland LV Brandenburg T -60, F -66 HOLON e.V. Friedrich-Engels- 25 15711 (Königs Wusterhausen) T 03375-211817 F -294636 HU-RefRat Referat Ökologie und Umwelt, Unter den Linden 6, 10099 (Mitte) T 2093-46662, F -2396 www.refrat.hu-berlin.de/oeko IUGR e.V. Studienarchiv Umweltgeschichte, Brodaer - 2, 17033 (Neubrandenburg) T 0395/5693-8201, -4500 F -74500, www.iugr.net www.naturschutzgeschichte-ost.de IGEB e.V. Fahrgastverband S-Bhf. Lichtenberg, Weitling- 22, 10317 (Lichtenberg) T 787055-11, F -10, www.igeb.org IG Saubere Energie Berlin, Wandlitz13, 10318 (Lichtenberg) www.ig-biomasse.de IG Wuhletal c/o Andreas Ratsch, Sewan- 181, 10319 (Friedrichsfelde) T 5122816 Infrastrukturelles Netzwerk Umweltschutz (INU) Zingster- 6, 13051 (Hohenschönh.) T 934427-10, F -29 www.inu-ggmbh.de Initiative gegen die Verletzung ökologischer Kinderrechte Wundt- 40 14057 (Charlottenburg) T 3257443 Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) Potsdamer- 105 10785 (Tiergarten) T 884594-0 F 8825439, www.ioew.de Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) Schopenhauer- 26, 14129 (Nikolassee) T 803088-0, F -88, www.izt.de IPPNW Ärzte gegen Atom Körte- 10 10967 (Kreuzberg) T 6980740 F -8166, www.ippnw.de Jugendfarm Moritzhof Schwedter- 90 10437 (Prenzl. Berg) T 44024220 F -22, www.jugendfarm-moritzhof.de Jugendnaturschutzakademie Brückentin, Brückentin 8, 17237 Dabelow, T/F 039825/20281 www.brueckentin.de KATE Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung Greifswalder- 4 10405 (Prenzl. Berg) T 440531-10 F -09, www.kate-berlin.de Kinderbauernhof Pinke Panke Am Bürgerpark 15-18 13156 (Pankow) T 47552593 www.kinderbauernhof-pinke-panke.de KMGNE Kolleg für Managment und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung Reichenberger- 150, 10999 (Kreuzb.) T 293679-40, F -49, www.kmgne.de Kunst-Stoffe-Berlin Berliner- 17, 13189 Berlin, T 34089840 www.kunst-stoffe-berlin.de Linkspartei Kl. Alexander- 28 10178 (Mitte) Ökologische Plattform August / September 2020 T 24009-0, F 2411046 www.oekologische-plattform.de Abgeordnetenhaus, AG Umwelt c/o Marion Platta MdA, Niederkirchner- 5 10111 (Mitte) T 23252500, F -05 platta@linksfraktion-berlin.de Lokale Agenda 21 siehe Berlin 21 und GRÜNE LIGA Berlin www.agenda21berlin.de Mahnwache für Frieden und Menschenrechte c/o Udo Eisner, T 29490782 Messzelle e.V. (Umweltanalytik) MüllerBreslau- 10, 10623 (Charlottenburg) T 3142-5806, F -6863 www.messzelle.de Moabiter Ratschlag Rostocker- 32 10553, T 390812-0, F -29 www.moabiter-ratschlag.de NaturFreunde Landesverb. Paretzer- 7, 10713 (Wilmersdorf) T 810560250 info@naturfreunde-berlin.de Bundesverb. Warschauer- 58a+59a, 10243 (Friedrichshain) T 297732-60, F -80, www.naturfreunde.de Naturfreundejugend Berlin Weichsel- 13, 12045 (Neukölln) T 325327-70, F -71 www.naturfreundejugend-berlin.de Naturschutz- und Grünflächenämter siehe Gelbe Seiten: Berlin-Service (vorn) oder Telefonbuch: „Landesregierung – Bezirksämter“ (grau) oder www.berlin.de/verwaltungsfuehrer NABU Wollank- 4, 13187 (Pankow) T 986-08370, F -7051 www.berlin.nabu.de Bezirksgr. Pankow T 986083718 Freilandlabor Flughafensee 4325155 Naturschutz Berlin-Malchow Dorf- 35, 13051, T 927998-30, F -31 www.naturschutz-malchow.de Naturschutzzentrum Schleipfuhl Hermsdorfer- 11a 12627 (Hellersdorf) T 9989184 www.naturschutz-malchow.de NETZ für Selbstverwaltung und Kooperation Berlin-Brandenburg T/F 2169105, www.netz-bb.de Netzwerk SPIEL/KULTUR Lychener - 74 10437 (Prenzl. Berg) T 446778550 www.netzwerkspielkultur.de Nichtraucherbund Greifswalder- 4 10405 (Prenzl. Berg) T 2044583 www.nichtraucher-berlin.de Ökologisch-Demokratische Partei ödp Erich-Weinert- 134, 10409 (Prenzl. Berg) T 49854050 www.oedp.de oekogekko Zentrum für Ökologie, Gesundheit, Kunst und Kommunikation, An den Bergen 106, 14552 Wilhelmshorst, T 033205-309396 www.oekogekko.com ÖkoLeA Hohensteiner Weg 3, 15377 Oberbarnim, OT Klosterdorf, T 033413593930, F -50, www.oekolea.de Ökowerk Naturschutzzentrum Teufelsseechaussee 22-24, 14193 (Grunewald) T 300005-0, F -15 www.oekowerk.de Pankgräfin e.V./Wagendorf Karow Pankgrafen- 12d, 13125 (Buchholz) T 22029049, F -25 www.pankgraefin.de Peace of Land Gemeinschaftsgarten und Lernort für Permakultur Am Weingarten 14, 10407 (Prenzlauer Berg) T 0163 9201763, www.peaceof.land per pedes e.V., c/o Heiko Balsmeyer Wilhelm-Kuhr- 82, 13187 (Pankow) T 57707707, www.perpedes-ev.de PINiE e.V. Pankow c/o NABU Wollank- 4, 13187 (Pankow) F 9867051, www.pinie-solar.de PowerShift Verein für eine ökologischsolidarische Energie- und Weltwirtschaft Greifswalder - 4, 10405 (Prenzl. Berg) T 27875736 www.power-shift.de Projektlabor BANA Bernd Phillipsenburg, Themse- 6, 13349 (Wedding) berndp@banastudenten.de Robin Wood Bölsche- 60, 12587 (Friedrichshagen) T 12085616 www.robinwood.de Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Königsweg 4/Jagen 57, 14193 (Dahlem) T/F 84721920 post@sdw-berlin.de Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (SenStadt) Württembergische - 6, 31 10707 (Wilmersdorf) T 90139-3000, Umwelt-Tel. 9025-1111 www.stadtentwicklung.berlin.de Solarverein Berlin e.V. Paulsen- 55/56 12163 (Steglitz) T 82097-236, F -366 www.solarverein-berlin.de Stiftung Naturschutz Berlin Potsdamer- 68, 10785 (Tiergarten) T 26394140, F 2615277 www.stiftung-naturschutz.de Tauschring Friedrichshain T 2918348 www.tauschring-friedrichshain.de Tierschutzverein – Tierheim Berlin Hausvaterweg 39, 13057 (Falkenberg) T 76888-0 www.tierschutz-berlin.de Tierversuchsgegner Dahlmann- 16 10629 (Wilmersdorf) T 3418043 www.tierversuchsgegner-berlinbrandenburg.de TU-Energieseminar March- 18, 10587 (Charlottenb.) T 314-25280, F -73379 www.energieseminar.de TU-Kooperations- und Beratungsstelle für Umweltfragen – kubus Fraunhofer- 33-36, Sekr. FH 10-1 10587 (Charlottenburg) T 314-21580 F -24276, www.zewk.tu-berlin.de Ufa-Fabrik/id22 Viktoria- 10-18 12105 (Tempelhof) T 75503-0 F -110, www.ufafabrik.de UMKEHR e.V. siehe ArbeitskreisVerkehr Umsonstladen www.umsonstladen.de UfU – Unabhängiges Institut für Umweltfragen Greifswalder- 4 10405 (Prenzl. Berg) T 4284993-0 F 42800485, www.ufu.de Umwelt und Bildung e.V. Walter-Rathenau-- 5, 16225 Eberswalde, T/F 03362/8432, info@umbi.de Umweltämter der Bezirke siehe Gelbe Seiten: Berlin-Service (vorn) oder Telefonbuch: „Landesregierung – Bezirksämter“ (grau) oder www.berlin.de/verwaltungsfuehrer Umweltbeauftragter der Ev. Kirche Pfr. Hans-Georg Baaske, Georgenkirch- 69-70, 10249 (Friedrichshain) T 24344-418 F -333 www.ekbo.de/umwelt Umweltbüro Lichtenberg Passower - 35, 13057 (Neu-Hohenschönhausen) T 92901866 www.umweltbuero-lichtenberg.de Umweltbüro Berlin-Pankow Hansa- 182A, 13088 (Weißensee) T 9209-1007 oder -0480, F -3007 www.umweltbuero-pankow.de Umweltforum Berlin Auferstehungskirche Pufendorf- 11, 10249 (Friedrichshain) T 5268021-0, F -10 www.besondere-orte.de Umweltkontaktstelle Lichtenberg am Interkulturellen Garten, Liebenwalder - 12-18, 13055, T 818590-98, F -97, www.sozdia.de/1327.html Umweltladen Lichtenberg Markt- 7 10317, T 65762647 Umweltladen Mitte Karl-Marx-Allee 31 10178 (Mitte), T 9018-22081 F-48822081, www.berlin.de/ba-mitte (Politik – Ämter – Umwelt) Urgewald Marien- 19/20, 10117 (Mitte) T 28482271, www.urgewald.org VCD – Verkehrsclub Deutschland LandesGSt Yorck- 48,10965 (Schöneberg) T 4463-664 F -703 www.vcd-nordost.de BundesGSt Wall- 58 (Mitte) T 280351-0, www.vcd.org Vebu – Vegetarierbund Deutschland BundesGSt Genthiner - 48, 10785 (Schöneberg) T 29028253-0 www.vebu.de Verbraucher Initiative Berliner Allee 105, 13088 (Weißensee) T 536073-3, F -45 www.verbraucher.org Verbraucherzentrale Ordensmeister15, 12099 (Tempelhof) T 214850, F 2117201, www.vz-berlin.de Volksbund Naturschutz KöniginLuise-- 6-8, 14195 (Zehlend.) T 84107130 F 83229321 WEED Weltwirtschaft, Ökologie Entwicklung Eldenaer- 60, 10247 (Friedrichshain) T 275-82163 F -96928, www.weed-online.org Wurzelwerk e.V. Food-Coop Oder- 10 10247 (Friedrichshain) T/F 2941216 WWF Reinhardt- 18, 10117 (Mitte) T 311777-0 Yeşil Çember – ökologisch interkulturell Schweden- 15a, 13357 (Wedding), www.yesilcember.eu Fehler gefunden? Bitte melden! Tel. 44 33 91-47,-0 Fax -33 raberalf@ grueneliga.de Anzeige Endlich. t u g t s i Shoppen . t l e w m U für die hr U 2 1 m u t s u g u A . 8 Eröffnung am s der BSR nkaufhau re a tw ch u ra b e G e u e Das n www.nochmall.de Auguste-Viktoria-Allee 99, Reinickendorf
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