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Periodical volume

Full text: Der Rabe Ralf Issue 204.2018

Die Berliner Umweltzeitung

Juni / Juli 2018

Herausgegeben seit 1990 von der GRÜNEN LIGA Berlin e.V. – Netzwerk ökologischer Bewegungen

Schluss mit lustig:
Den Wandel kann man
nicht kaufen

Goldklumpen im
Restmüll: Berlin und
seine Bioabfälle
Seite 5

23. UMWELTFESTIVAL
3. Juni am Brandenburger Tor

Seiten 26/27

Seiten 13-20

PVSt – Deutsche Post AG ZKZ 14194 – III (2018) - Entgelt bezahlt • GRÜNE LIGA Berlin e.V., Prenzlauer Allee 8, 10405 Berlin, Tel. (030) 44 33 91-47/-0, Fax -33 • 29. Jahrgang, Nr. 204

Hühner statt Gartenzwerge
Mehr Wertschätzung für Lebensmittel durch Hühnerhaltung in der Stadt

Foto: Axel Lüssow

S

elbstversorgung aus eigenem
Anbau liegt im Trend. Bei neuen
Wohnquartieren werden produktive Gartenflächen gleich mitgedacht,
und Schulgärten feiern eine Rückkehr.
Über „Urban Gardening“ auf individu-

ellen Parzellen oder in gemeinsamen
Projekten finden große und kleine
Stadtmenschen zur Natur. Auch Imkern
mit eigenen Bienen ist beliebter denn je.
Was meist noch fehlt, sind die
Tiere, die im Gedankenbild von „Omas

g
mweltzeitun
U
r
e
n
li
r
e
B
Die

Garten“ eine Selbstverständlichkeit
sind. Vergessen ist, dass der Kontakt
zu Henne und Hahn ebenso wie die
Aufzucht von Obst und Gemüse einen
Wert weit über das reine Agrarprodukt
hinaus hat.

Aber Hühner in der Hauptstadt,
heutzutage? Geht das überhaupt, darf
man das? Wer sich mit der Haltung
beschäftigt, ist überrascht, wie einfach
und unkompliziert es sein kann.

Fortsetzung auf Seite 4

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Abo-Coupon Seite 11

2

Juni / Juli 2018

Langer Tag der Stadtnatur

Liebe Leserinnen und Leser,
Sommer, Sonne, Umweltfestival: Am 3. Juni ist es wieder so
weit, die Grüne Liga Berlin feiert
mit rund 250 Händlern, Ausstellern
und Caterern sowie in Erwartung
von bis zu 75.000 Besuchern
den Internationalen Tag der Umwelt. Umwelt – the environment,
çevre, okrushajuschtschaja sreda,
l‘environnement, medio ambiente,
biya, huánjìng. Nicht verstanden?
Macht nichts, alles Wissenswerte
über den Tag, einschließlich Standplan auf der Straße des 17. Juni und
Bühnenprogrammen, finden Sie auf
den Sonderseiten 13 bis 20.

EditoriaL
Wir sind auf die Hühner gekommen. Den Titelbeitrag schrieb Mitautor Axel Lüssow vom Krankenbett
aus, wir wünschen gute Besserung!
Was Hühnerhaltung in der Stadt
betrifft: Die Autoren wissen, wovon
sie schreiben ...
Weitere Akzente in der neuen
RABE-RALF-Ausgabe setzen der
Artikel über den Teufelsberg, eine
Statistik illegaler Baumfällungen
in Berlin und zwei Beiträge zur
Braunkohlepolitik in Brandenburg.
Buchbesprechungen provokanter
Neuerscheinungen und eine etwas
ausgefallene Rezepte-Seite („Hartes
Brot“) runden die Ausgabe ab.
Wenn Sie Kritik, Anregungen
oder gar Lob für uns haben – wie
immer an raberalf@grueneliga.de
oder per Post.
Die Redaktion

Aus dem Inhalt
Langer Tag der Stadtnatur . . . . . . . . . . 2
Event-Location Grunewald . . . . . . . . . 3
Bioabfall in Berlin . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
Flusslandschaft des Jahres . . . . . . . . . 6
Kohletagebaue in Brandenburg . . . . . . 7
Junge Naturfotografen . . . . . . . . . . . . . 8
Alge des Jahres . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Ausstellung: Zukunftsnahrung . . . . . . . 9
Gegen Müll an Gewässern . . . . . . . . 10
Gentechnik-Nachrichten . . . . . . . . . . 11
Illegale Baumfällungen . . . . . . . . . . . 12
UMWELTFESTIVAL-Seiten . . . . .13-20
Ausgewählte Anbieter . . . . . . . . .14-19
Lageplan . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .16/17
Bühnenprogramme . . . . . . . . . . . . . 20
Umweltbildung am Kienberg . . . . . . .
Aktionen für Nachtzüge . . . . . . . . . . .
Radmesse Velo Berlin . . . . . . . . . . . .
Erholungsort Rheinsberg . . . . . . . . . .

21
22
22
25

Rezensionen . . . . . . . . . . . . . 23/26/27
Ralf kocht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
Termine/Kleinanzeigen . . . . . . . .28/29
Leserbriefe/Impressum . . . . . . . . . . 30
Umwelt-Adressen . . . . . . . . . . . . . . 31

500 Veranstaltungen – 150 Orte – 26 Stunden – 1 Ticket

B

erlin ist Hauptstadt, Millionenstadt und Verkehrsknotenpunkt
– zugleich aber auch die grünste
Metropole Europas. 161 Quadratkilometer innerstädtischer Wald, ein
ausgedehntes Wassernetz, großflächige
Parks und unzählige Naturrefugien
bringen Natur in die hektische Stadt und
machen sie lebenswert. Für die Erhaltung dieser so wichtigen Lebensräume
und Naturgüter setzt sich die Stiftung
Naturschutz Berlin ein.
Seit 2007 veranstaltet die Stiftung
einmal im Jahr den „Langen Tag der
Stadtnatur“. Mit 400 bis 500 Veranstaltungen an etwa 150 Orten stellt sie
den Artenreichtum Berlins vor – und
dies binnen 26 Stunden. Das zieht
sogar die eventerprobten Hauptstädter
in den Bann.
In diesem Jahr findet die Großveranstaltung am 16. und 17. Juni statt. An
der Seite von mehr als 200 Expertinnen
und Experten aus Verbänden, Verwaltungen und Vereinen erfahren Sie an
diesem Tag nicht nur, welche tierischen
Bewohner direkt vor Ihrer Haustür
leben, sondern Sie lernen auch Naturräume kennen, die sonst unzugänglich
sind – vom wilden Hinterhof bis zum
Naturschutzgebiet. Naturkundliche
Kanutouren, Vogelstimmenwanderungen, Honigschleudern und viele
andere nicht alltägliche Führungen und
Mitmachaktionen machen das Erleben
von Flora und Fauna in Berlin zu einem
einzigartigen Ereignis.

In diesem Jahr am
16. und 17. Juni
Jährlich nehmen inzwischen 25.000
Menschen am Langen Tag der Stadtnatur teil. Kamen anfangs eher aktive, umweltbewusste Bürgerinnen und Bürger
zu den Veranstaltungen, ist der Tag heute
ein Event für die ganze Familie. Wie eine
Datenerhebung ergab, nehmen jährlich
gut die Hälfte der Besucher erstmalig an
der Veranstaltung teil, die andere Hälfte
stellen „Wiederholungstäter“.

Natur entdecken: In der Stadt gibt es mehr Möglichkeiten, als viele denken.
Foto: Stiftung Naturschutz Berlin

Übrigens: Die Begeisterung für
den Langen Tag der Stadtnatur hat inzwischen auch den Rest Deutschlands
erreicht. Die Stiftung Naturschutz ist
stolz darauf, dass inzwischen auch
in Hamburg, Bremen, Bochum, Kiel,
Dessau, Erlangen, Augsburg, Görlitz,
Dresden und Nürnberg Lange Tage
oder Nächte der Stadtnatur stattfinden.
Der diesjährige Lange Tag der Stadtnatur beginnt am Samstag, dem 16. Juni
2018 um 15 Uhr und endet am Sonntag, dem 17. Juni um 17 Uhr. Für die
gesamte Veranstaltung gibt es auch ein
Programmheft, das an rund 500 Orten
in Berlin gratis ausliegt – vorzugsweise
in öffentlichen Einrichtungen wie Bürgerämtern und Bibliotheken, in Institutionen aus dem Umweltbereich sowie
in BVG-Kundenzentren, WeichardtBäckereien, Denn‘s-Biomärkten und
Thalia-Buchhandlungen.
Für den Besuch einer oder mehrerer
Veranstaltungen am Langen Tag der
Stadtnatur ist ein Ticket erforderlich –
erhältlich im Internet oder in rund 70
Verkaufsstellen in ganz Berlin.
jp

Langer Tag
der Stadtnatur
Berlin, 16. und 17. Juni 2018
Zum Beispiel:
Sonntag, 17.6., 13-16 Uhr
„Nützlingsunterkünfte“
mit Anke Küttner, Grüne Liga
Berlin (siehe S. 28)
Ort: Prenzlauer Berg, HeinrichRoller-Straße, Friedhofseingang
gegenüber der Grundschule
Sonntag, 17.6., 14 Uhr
„Hühner in der Stadt“
mit Inka Seidel-Grothe und Axel
Lüssow (Grüne und Provieh e.V.)
Ort: Maratstr. 14, Nähe
S-Bhf. Biesdorf
(siehe Titelbeitrag)
und über 400 weitere Veranstaltungen an 150 Orten:
www.langertagderstadtnatur.de
Tel. (030) 26394141

IM RABENBLICK

Juni / Juli 2018

3

Event-Location Grunewald
Am Teufelsberg zeigt sich, ob Berlin im Naturschutz vorankommen will
ausführende Behörde, freie Träger des
Ungeklärt bleibt deshalb, ob der
von 187 Seiten im rot-rot-grünen
Hohe Gewinne –
Naturschutzes (zum Beispiel MitgliedsKoalitionsvertrag behandeln „ak- durch zahlende Besucher verursachte
Senat schaut weg
organisationen des Aktionsbündnisses),
tiven Natur- und Umweltschutz“. starke Kraftverkehr auf den Berg („Alles
Das Naturschutzgesetz soll „zügig unsere privaten Gäste, also Anlieger“)
Das Aktionsbündnis Teufelsberg auch Akteure für Kultur – weil es sich
umgesetzt“ werden. An anderer Stelle durch Eigentümerrechte gedeckt ist oder hat ein Konzept für die Zukunft des um einen Ort der Erinnerung handelt.
heißt es, man wolle „besondere Orte ob die Zufahrt als Waldweg abgesperrt Gipfelplateaus ausgearbeitet. Es sieht – Inwieweit der Ort denkmalwürdig ist,
Berlins attraktiv weiterentwickeln“. werden kann. Die rege Bautätigkeit wie 1950 geplant – die landschaftliche muss die Denkmalschutzbehörde entUnter 13 lokalen Schwerpunkten der in den planungsrechtlich wieder zum Gestaltung des Berggipfels vor und wird scheiden. Auch sind Bereinigungs-, SiSenatspolitik mit gesamtstädtischer „Wald“ gewordenen Ruinen müsste auf der Internetseite des Bündnisses cherungs- und Gestaltungsmaßnahmen
Bedeutung gibt es nur einen, der ganz im Landschaftsschutzgebiet ganz dargestellt und erläutert. Realisierbar zu finanzieren.
Die federführende Umweltverzum Arbeitsbereich „Naturschutz unterbunden werden, die Eigentümer wird es erst, wenn Kernforderung 1
und Erholungsvorsorge“ gehört: „Die dürften sich dann nicht mehr auf „Be- – Rückerwerb des Areals – erfüllt ist. waltung kann jedenfalls nicht allein
Koalition strebt an, den Teufelsberg in standsschutz und Erhaltungsinvestiti- Zwar haben 2014 alle Fraktionen des handeln, sondern nur in Abstimmung
Zusammenarbeit mit den Berliner For- onen“ berufen.
Abgeordnetenhauses sowie der damalige mit den Senatsverwaltungen für StadDe facto besteht auf dem Berg ein Stadtentwicklungssenator und heutige tentwicklung, Finanzen und Kultur
sten, freien Trägern des Naturschutzes
und den nachgeordneten Stellen
und der kulturellen Arbeit als
sowie dem Bezirk CharlottenErinnerungs- und Naturort öfburg-Wilmersdorf mit seinen
fentlich zugänglich zu machen.“
Gremien und Behörden. Das
Der Koalitionsvertrag gilt
ist keine einfache Aufgabe.
von 2016 bis 2021. Dieses Jahr
Resultate gibt es bisher nicht.
ist also ein guter Zeitpunkt, um
Anfragen zwischen Januar 2017
eine kritische Zwischenbilanz
und März 2018 erbrachten imder Senatsbemühungen auf
mer nur Hinweise auf laufende
dem Sektor „Naturschutz und
Abstimmungsgespräche.
Erholungsvorsorge“ zu ziehen
– und der Teufelsberg ist dafür
der bestgeeignete Ort. Seit 1996,
Kommt Naturschutz
als der Berliner Senat dieses
unter die Räder?
Kernstück des Grunewalds an
Private verkaufte, setzt sich das
Als Senatorin Günther
„Aktionsbündnis Teufelsberg“,
am 12. März in der Berliner
ein Zusammenschluss aus NaUrania die Ziele ihrer Politik
turschutzverbänden, Bürgervererläuterte, wurde deutlich: In
einen, kirchlichen und gewerkder Umweltverwaltung stellt
schaftlichen Kreisen, beharrlich
derzeit die Verkehrspolitik den
für drei Kernforderungen ein:
einseitigen Schwerpunkt dar.
1. Rückerwerb des Areals für
Die Umweltsenatorin räumte
die Stadt Berlin,
ein, dass es deshalb zu Verzö2. Öffnung für kostenfreien
gerungen auf anderen Feldern
Zugang zur Erholungsnutim Zuständigkeitsbereich ihres
zung für alle,
Hauses komme; man stehe ja
3. Wiedereingliederung in das
ganz am Anfang der LegislaLandschaftsschutzgebiet
turperiode.
Die Ruine der US-Abhörstation steht mitten im Wald.
Grunewald.
Dieser Darstellung der
Anfang dieses Jahres gab es
Foto: Hartmut Kenneweg Senatorin ist zu widersprechen.
einen Lichtblick: Die „GruneDie Bürger dürfen von ihrer
waldschutzverordnung“, gültig
Regierung erwarten, dass nach
seit dem 12. Januar, erfüllt endlich die lukratives illegales Gewerbegebiet mit Regierende Bürgermeister Michael einem Viertel der Legislaturperiode
dritte Kernforderung des Aktionsbünd- Jahresumsätzen in der Größenordnung Müller und auch Finanzsenator Matthias der Zuständigkeitsbereich einer Vernisses. Ein wichtiger Schritt der zustän- von einer Million Euro. Auch große Kollatz-Ahnen dies befürwortet und waltung vollständig und gleichmäßig
digen Senatsumweltverwaltung unter Firmen zahlen gut, um mit ihren Gästen beschlossen, die Eigentümer sind jedoch abgedeckt wird. „Mut zur Lücke“ ist
Senatorin Regine Günther – der aber nur Partys im Ambiente des morbiden Ru- nicht verkaufswillig.
hier die verkehrte Parole.
wirken kann, wenn die nötigen weiteren inencharmes zu feiern – alles „private
Fazit: Im Politikfeld „Naturschutz
Schritte folgen. Die Bereitschaft dazu ist Gäste“. Als Rechtfertigung für solche
und Erholungsvorsorge“ sind UmsetSchwierige Verhandlungen
bisher nicht deutlich genug erkennbar. unverantwortbaren Zustände im Landzungsdefizite der Koalition unübersehschaftsschutzgebiet dient die alternative
Während das Grundstück mit er- bar. Trotz einiger anerkennenswerter
„Street-Art“-Szene, die hier lange ge- loschenem Baurecht, als „Wald“ nach Fortschritte wie der GrunewaldschutzLukratives illegales
duldet wurde und jetzt sehr erfolgreich forstlichen Kriterien bewertet, nahezu verordnung ist keinesfalls feststellbar,
Gewerbegebiet
vermarktet wird. Anders als in Indus- wertlos ist, erzielen die Eigentümer dass das Naturschutzgesetz „zügig
Ohne die Präsenz und Handlungs- triebrachen sind solche Aktivitäten im hier hohe Gewinne. Die Preisfindung umgesetzt“ wird. Die Behandlung des
bereitschaft der Behörden bleibt die Zentrum eines Erholungswaldes und ist deshalb das Hauptproblem für den Teufelsbergs als Kristallisationsort des
neue Schutzverordnung leider nur Schutzgebietes strikt abzulehnen. Die Rückerwerb. Solange der Senat und gesamten Politikfeldes lässt nur den
ein Papiertiger. Denn die Verbote und Eigentümer haben Leitungen für Wasser die Berliner Verwaltungen dulden, dass Schluss zu, dass noch außerordentGebote der Verordnung könnten Natur und Elektrizität beantragt. Braucht eine mit illegaler Gewerbetätigkeit hohe lich viel zu tun ist. Ein „ökologischer
und Landschaft zwar ausreichend schüt- Waldfläche im Landschaftsschutzgebiet Umsätze erzielt werden, kann es keine Aufbruch für Berlin“, wie ihn der
Einigung über einen „vernünftigen“ Koalitionsvertrag verspricht, müsste
zen – aber nur, wenn sie konkretisiert diese Infrastruktur?
Die hier angedeuteten Konflikte Kaufpreis geben.
ganz anders aussehen.
und gegenüber den Ansprüchen der
Hartmut Kenneweg
Eine Widmung des TeufelsbergplaEigentümer des Teufelsberg-Plateaus zeigen, dass die meisten Probleme durch
durchgesetzt werden. Eine Personal- die papierne Existenz einer Schutzver- teaus als frei zugänglicher ErholungsWeitere Informationen:
stelle für diesen Zweck wurde von ordnung noch nicht beseitigt, ja nicht schwerpunkt – Kernforderung 2 – setzt
www.aktionsbuendnis-teufelsberg.de
komplizierte Verhandlungen mit vielen
der Fachbehörde „Berliner Forsten“ einmal gemildert werden.
Tel. (030) 8133442
Beteiligten voraus: Berliner Forsten als
beantragt, aber nicht bewilligt.

6

4

TITELTHEMA

Juni / Juli 2018

Fortsetzung von Seite 1: Hühner statt Gartenzwerge

Auch für Erwachsene haben
glückliche Hühner eine therapeutische
Wirkung, denn statt entfremdeter
Arbeit leben sie im gesunden Rhythmus und im Jetzt. Sie freuen sich am
Morgen, von der Stange zu springen,
und sorgen sich um konkrete Gefahren
wie Fuchs und Habicht statt um den
Rentenbescheid.

Wie präsent Hühner einst im Alltag
waren, zeigt sich am Wortschatz der
deutschen Sprache: krankes Huhn, verrücktes Huhn, Hühnerbrust, Hühnerauge, Hühnergott. Auch mit Sprüchen
ist das Federvieh reichlich vertreten:
„Hahn im Korb“, „Auch ein blindes
Huhn findet mal ein Korn“, „Das ist
der reinste Hühnerhaufen“, „Danach
kräht kein Hahn“, „Da lachen ja die
Hühner“. Doch zum Lachen ist den
meisten Hühnern nicht mehr zumute:
unter der Agrarindustrie leiden Mensch,
Tier und Klima.

Bildung für nachhaltige
Entwicklung

Hühner mit Namen
In eigener Produktion lassen sich
Frühstückseier mit individuellen Namen und laufender Nummer kennzeichnen. Wer erlebt, wie sich die Henne
beim Eierlegen müht, gewinnt Respekt
vor dieser Leistung. Manchmal legt
die Henne eine Brutpause ein – und
plötzlich gewinnt das Ei an Wert, weil
es nicht jederzeit verfügbar ist.
Mit solchen Eindrücken im Kopf
erscheint es unfassbar, wie sehr
Turbo-Hühner in der Agrarindustrie
ausgebeutet werden. Das Legen von
bis zu 300 Eiern pro Jahr verschleißt
so ein Tier in kurzer Zeit. Wie Hohn
wirken da die mit Illustrationen geschönten Packungen im Laden. Nur
rund zehn Prozent der Tiere werden
ökologisch gehalten, und auch das
EU-Biosiegel garantiert leider keine
glücklichen Hühner. Für Fleisch gibt
es keine verpflichtende Kennzeichnung der Haltung, auch das staatliche
„Tierwohl“-Label ist nur als freiwillige Angabe geplant und verdient den
Namen nicht.
Weil die Ökonomie die Haltung
diktiert, ist die Suche nach Alternativen schwer. Damit nicht jährlich 40
Millionen Eintags-Hähne geschreddert
werden müssen, gibt es Ideen wie den
„Bruderhahn“. Dabei werden – dank
eines rund vier Cent höheren Verkaufspreises pro Ei – auch die männlichen
Küken aufgezogen und gemästet, auch
wenn die Hähne bei Weitem nicht so
viel Fleisch ansetzen wie die Masthühner. Der richtige Weg ist jedoch
die Umkehr von der Hybrid-Zucht mit
dem Ziel „nur Eier“ oder „nur Fleisch“
zu mehr sogenannten Zweinutzungsrassen – wie die im eigenen Garten.

Zeit für eine neue Haltung
Hühner selbst halten ist einfacher
als man denkt – auch in der Stadt. In
Kleingärten gilt ein Bestandsschutz,
Satzungen können angepasst werden.
Zaun und Netz bieten den Tieren Schutz,
und automatisierte Klappen im Stall mit
Dämmerungsschalter können Arbeit
sparen. Bei Nachbarn ist Interesse und
freudige Neugier die Regel. Denn Hühner wollen erkunden, scharren, picken

Küken-Hahn und -Huhn erkunden den Kompost. Früh zeigen sich Persönlichkeiten.

und ein Sandbad nehmen – im eigenen
Garten oder in Gemeinschaftsgärten
wie „Peace of Land“ im Bezirk Pankow finden sie diese Umgebung. Die
Kampagne „Give me five!“ des Tierschutzvereins Provieh zielt auf einen
Bauernhahn mit vier Bürgerhühnern
in jedem Garten.
Außer den Eiern haben Hühner
noch viele andere Vorteile: Sie halten
Rasen kurz, vertikutieren und lockern
den Boden. Und sie haben einen sehr

Liebenswürdigkeit, die sich in die
soziale Struktur der kleinen HühnerFamilie einfügt. Vom „Muttersohn“
bis zum „Zickenweib“ sind alle Charaktere vertreten, und wer einmal die
Individualität der Tiere entdeckt hat,
sieht Massentierhaltung mit anderen
Augen.
Hühner können zu Menschen
eine Beziehung aufbauen, und gerade
Kinder profitieren vom Kontakt zu den
„kleinen Dinosauriern“. So lässt sich

Wertschätzung für Lebensmittel im Kleinen hilft der Agrarwende im Großen.
Fotos: Axel Lüssow

nützlichen Speiseplan, da sie viele
Lebensmittelreste fressen, die in einem
Haushalt anfallen. Sie rücken jeder
Schneckenplage zu Leibe und ergänzen
ihre Nahrung mit Fliegen, Mücken und
Spinnen. Die zerkleinerten Schalen
vom Speise-Ei werden ins nächste Ei
eingebaut.
Doch einen besonderen Charme
haben die Tiere selbst. Jede Henne
und jeder Hahn hat eine eigene Persönlichkeit und (mehr oder weniger)

auch die Sprache der Hühner lernen
– vom Flugalarm-Ruf bis zum Hierbin-ich-der-Chef-Gackern ist immer
klar, was das Gegenüber gerade meint.
Wie beeindruckt und fasziniert
Kinder von Tieren sind, zeigen ihre
Reaktionen. Ein zweijähriger Junge
zum Beispiel erinnerte sich Monate
später, als er endlich sprechen konnte,
an den Besuch im Hühnergarten und
beschrieb mit seinem Wortschatz, was
er dort erlebt hatte.

Milch kommt von Kaufland, Äpfel
kommen von Aldi – so oder so ähnlich
stellen sich Kinder die Herkunft von
Lebensmitteln vor. Dass der Apfel am
Baum wächst und an unserem Essen
auch lebendige Tiere beteiligt sind,
wissen sie oft nicht mehr. Das zeigt sich
auch am allgemeinen Essverhalten.
Die Hälfte aller Lebensmittel landet in Deutschland im Müll – laut einer
Studie jährlich 18 Millionen Tonnen.
Weltweit wird ein Drittel der Lebensmittelproduktion verschwendet, das
entspricht einer landwirtschaftlichen
Fläche anderthalbmal so groß wie
Europa, auf der „für die Tonne“ gewirtschaftet wird. Projekte wie die
Tafeln oder Verwerter für „abgelaufene“ Lebensmittel können daran wenig
ändern, zeigen aber das Ausmaß des
Wahnsinns.
Eine Hoffnung liegt in der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“,
kurz BNE. Dieses Konzept reicht über
Umweltbildung hinaus. Es geht darum,
ein Bewusstsein zu entwickeln, wie
wertvoll die begrenzten Ressourcen
für das menschliche Leben sind. In
diesem Sinne gibt es keine „Umwelt“,
sondern eine „Mitwelt“ – die Menschen
sind Teil der Natur. Je früher Kinder an
Fragen der Nachhaltigkeit herangeführt
werden, desto selbstverständlicher
wird ihr späterer Umgang mit den ökologischen, ökonomischen und sozialen
Herausforderungen.
Aus diesem Grund ist es besonders
wichtig, die entsprechenden Kenntnisse und Kompetenzen im Schulalter auszubauen, die zuvor bereits
in Kindergärten angebahnt wurden.
Deshalb gibt es neben den Kinderbauernhöfen immer mehr Projekte und
Einrichtungen, die Kinder mit Tieren
zusammenführen – wie zum Beispiel
Hühnern. Unerreicht ist jedoch die
Erfahrung, das Leben selbst gehaltener
Hühner jeden Tag erleben zu dürfen.
Inka Seidel-Grothe, Axel Lüssow
Inka Seidel-Grothe ist Pädagogin
und derzeit im Master-Studiengang
Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Axel Lüssow ist Sprecher der LandesAG Tierschutzpolitik von Bündnis 90/
Die Grünen Berlin.
Video zur Hühnerhaltung im Garten:
www.rebrand.ly/stadthuhn

BERLIN

Juni / Juli 2018

5

Der Goldklumpen im Restmüll
Bioabfall – ein Schatz, den endlich auch Berlin heben will

W

ürde ein Durchschnitts-Berliner seine „DurchschnittsRestmülltonne“ öffnen und
reinschauen, würde er nicht schlecht
staunen, was sich darin befindet: Fast
die Hälfte (44 Prozent) sind organische
Abfälle, also das, was in der Küche an
Resten beim Kochen und Essen anfällt,
eventuell auch Blumen- und Pflanzenreste, manchmal Rasenschnitt, seltener
Heu und Stroh. Zusammen sind das im
Jahr 356.000 Tonnen in Berlin – rund
100 Kilo pro Einwohner und Jahr, die
als feuchter Bioabfall mit einem Wassergehalt von 60 bis 80 Prozent in der
Müllverbrennungsanlage in Ruhleben
landen statt in einer Vergärungsanlage.
Damit sind diese Mengen für immer
dem Stoffkreislauf und einer sinnvollen
Energienutzung entzogen.

Wertvoller Bioabfall
Vor allem Küchenabfälle und
Essensreste entpuppen sich als kleine
Energiebündel, wenn sie in einer Biogasanlage vergoren werden und das
gewonnene Methan in einem Blockheizkraftwerk zu erneuerbarem Strom
umgewandelt oder – noch besser – nach
Aufbereitung direkt als regeneratives
Gas ins Gasnetz eingespeist wird.
Biogas ist ein erneuerbarer Energieträger, der Solar- und Windenergie
hervorragend ergänzt, weil er fast verlustfrei im Gasnetz gespeichert werden
kann und bedarfsgerecht zur Verfügung
steht. Mit diesem hohen Maß an Flexibilität ist Biogas aus Bioabfall ein
„ganz besonderer Stoff“, der im neuen
Berliner Klimaschutzprogramm starke
Beachtung findet.
Nach der Vergärung des Bioabfalls
bleibt ein sogenannter Gärrest übrig,
der in flüssiger und fester Form in den
Stoffkreislauf zurückgeführt und als
wertvoller Kompost oder Dünger in
der Landwirtschaft eingesetzt werden
kann. Mit einer solchen kaskadenartigen Nutzung des Bioabfalls – erst
Biomethan gewinnen, den Rest ab auf
den Acker – lassen sich erhebliche Kli-

ma-Entlastungen erreichen,
während gleichzeitig die wertvollen Pflanzennährstoffe wie
Stickstoff, Phosphor, Kalium,
Magnesium erhalten bleiben.
Das zeigt: Bioabfall in die
Müllverbrennung zu geben ist
pure Ressourcenverschwendung. Deshalb bietet die
Berliner Stadtreinigung (BSR)
seit 1996 eine „Biogut“-Tonne
an, mit der Bioabfälle getrennt
gesammelt werden.

Der Anteil an Bioabfall, die
wir in Berlin 2016 in der Biotonne gesammelt haben, ist mit den
72.200 Tonnen – etwa 20 Kilo pro
Einwohner – ausgesprochen mager
und im Vergleich zu anderen Kommunen wie Hamburg spärlich. Die
bundesweite Durchschnittsmenge
für getrennt gesammelten Bioabfall ist dreimal so hoch und liegt
bei fast 60 Kilogramm pro Person
und Jahr. Der Nachholbedarf in
Berlin ist groß. Angesichts der
rund 100 Kilogramm Bioabfall pro
Einwohner und Jahr, die bei uns
Biogasanlage
noch im Restmüll „schlummern“,
vergärt Biogut
liegt hier ein großes Potenzial, das
nun gehoben werden soll.
Schon seit 2013 ist die
Kein Wunder, dass der BSRerste Berliner Biogasanlage
Aufsichtsrat jetzt beschlossen hat,
für Biogut in Betrieb. In der
dass die BSR ihre Anstrengungen
„BSR Biogas West“ in Ruhleerhöhen und ab April 2019 die
ben wurden 2016 etwa 65.800
Biotonne flächendeckend in Berlin
Tonnen Biogut verarbeitet,
aufstellen soll, zumal die separate
davon runde 55.000 Tonnen
Sammlung in allen Haushalten
vergoren, zu Biomethan aufschon seit Anfang 2015 gesetzlich
bereitet und anschließend mit
vorgeschrieben ist.
Erdgasqualität ins Berliner
Der Verpflichtung zur konGasnetz eingespeist.
sequenten Durchsetzung dieses
Aus dieser Menge BiGesetzes hat sich die BSR bislang
oabfall wurden rund 4,4 Bioabfall lässt sich klimafreundlich vergären.
entzogen: Die Biotonne war keine
Millionen Kubikmeter BioFoto: Günter Schmidt
Pflicht-, sondern eine Wunschtonmethan gewonnen, wodurch
ne. Das soll sich nun ändern. Damit
etwa 150 Müllfahrzeuge der
BSR mit regenerativem Kraftstoff Biogut in offenen Kompostanlagen in die Biotonne besser angenommen wird,
betankt wurden. Der Gärrest wurde Brandenburg weist die Klimabilanz sind vor allem attraktive Anreize wie
zur Weiterbehandlung in Anlagen nach 2016 eine Treibhausgas-Belastung von Entgeltfreiheit, besserer Service und
Brandenburg verbracht und als Kompost 46 Kilogramm CO2-Äquivalent pro stete Aufklärung und Motivation nötig.
oder Dünger im Gartenbau oder in der Tonne Biogut aus.
Landwirtschaft genutzt.
Obwohl diese schlechte KlimabiWann kommt die
Die Klimabilanz des Jahres 2016 lanz bekannt ist und trotz gegenteiliger
zweite Biogasanlage?
weist für Bioabfall, der in der Bio- parlamentarischer Beschlüsse landen
gasanlage West verwertet wurde, eine weiterhin erhebliche Mengen Biogut
Angesichts der langen PlanungsKlima-Entlastung von 142 Kilogramm direkt in Kompostanlagen. Woran liegt phase und Bauzeit für eine BiogasCO2-Äquivalent pro Tonne Bioabfall das? Ganz einfach: Die erste Biogas- anlage – sechs Jahre waren es bei
anlage ist voll, trotz anderslautender der ersten – sollte sehr schnell eine
aus.
Äußerungen der BSR. Das zeigt sich Entscheidung für eine zweite Anlage
Anlage schon heute zu klein allein darin, dass 2016 zwar 72.200 Ton- getroffen werden. Eine Kompostanlage
nen Biogut eingesammelt, davon aber kommt aus Klimaschutzgründen nicht
Im Gegensatz zur Vergärung führt nur 65.800 Tonnen in der BSR Biogas in Frage. Wenn die BSR es schafft, die
eine Kompostierung ohne vorherige West verarbeitet wurden. 6.300 Tonnen Biotonne wirklich attraktiv zu machen,
Energienutzung zu einer Klima- gingen unmittelbar in brandenburgische sind ab 2019 deutlich mehr Mengen an
Biogut zu erwarten, die in einer klimaBelastung. Für die Behandlung von Kompostanlagen.
freundlichen und emissionsarmen Vergärungsanlage verwertet werden sollen.
Um den Schatz aus der Restmülltonne
heben zu können, sind deshalb ganz
neue und substanzielle Anstrengungen
der Politik erforderlich, die rasch wirken
aus Wissenschaft, Bil- beling von der Stiftung RUAF für und sich auf den Handlungsrahmen der
dung, Kommunen und städtische Landwirtschaft eine Einfüh- BSR konzentrieren müssen.
Gudrun Pinn
der Zivilgesellschaft rung zur Vielfalt des Urban Farming.
über alle Aspekte des Es folgen Beiträge zu den Workshops,
Gärtnerns in der Stadt. Podiumsdiskussionen und ExkursiAus über 30 Ländern onen. Die ausführliche Darstellung der
Die Autorin ist Vorsitzende des
des globalen Südens und vorgestellten Projekte erleichtert die
Landesvereins der UmweltberaNordens kamen sie zu der Kooperation und Vernetzung.
terInnen in Berlin und Brandenburg
GLB/RR/mb
Konferenz, die die Grüne
(LAUB) und abfallpolitische SprecheLiga Berlin in den Räurin des Bundesverbandes für
Deutsch-englische Online-Fassung
men der Heinrich-BöllUmweltberatung (bfub).
der Dokumentation auf der InternetStiftung organisierte.
seite der Grünen Liga Berlin:
In der DokumentaWeitere Informationen:
www.kurzlink.de/urbanfarming.pdf
tion gibt Marielle DubTel. 0163-3571668, www.laub-ev.de

Urban Farming: Konferenzdokumentation

D

ie Abschlussdokumentation der International Urban Farming Conference ist da!
Neben einer limitierten
Druckversion steht auch
eine deutsch-englische
Online-Version zur Verfügung.
Bei der zweitägigen
„International Urban
Farming Conference“ im
vergangenen September
diskutierten Beteiligte

6

Juni / Juli 2018

NATUR

Donnerlippchen ...
Die Lippe ist Flusslandschaft des Jahres

D

ie Lippe ist Flusslandschaft des
Jahres 2018/19. Das beschloss
Ende März der gemeinsame
Beirat für Gewässerökologie des
Deutschen Angelfischerverbandes und
der Naturfreunde Deutschlands. Das
Fachgremium hebt damit die Besonderheiten und den Schutzbedarf des
nordrhein-westfälischen Flusses hervor.
Ausdrücklich wird auch der Wert der
den Fluss umgebenden Landschaft
gewürdigt.

Vom Quelltopf zur Mündung

sogar erste Veränderungen am Fluss vor.
Später, ab dem 13. Jahrhundert, wurde
der Fluss vielfach gestaut, um Mühlen
zu betreiben. Kam es zum Abschnüren
von Landwirtschaftsflächen durch
Mäandrieren, wurden Begradigungen
vorgenommen – auch um den Fluss für
den Schiffsverkehr nutzbar zu machen.
Allerdings konnte sich eine Lippeschifffahrt vor der Industrialisierung nie
recht etablieren, da zahlreiche Sandbänke, Zollschranken und Schiffsmühlen
– auf schwimmenden Schiffskörpern
errichtete Wassermühlen – sie behinderten. Erst 1815, mit dem Anschluss
Westfalens an Preußen, konnten Pläne
zur Schiffbarmachung realisiert werden.

Die Lippe ist ein rechter Nebenfluss
des Rheins. Ihren Anfang nimmt sie bei
Bad Lippspringe aus gleich
drei Quelltöpfen am Fuß des
Teutoburger Waldes. Ab hier
fließt sie 220 Kilometer gen
Westen dem Rhein zu – vorbei
an Städten wie Paderborn,
Lippstadt, Hamm, Lünen und
Marl, um nur die größten zu
nennen. Bei der Hansestadt
Wesel hat sie den Rhein nach
rund 120 überwundenen
Höhenmetern erreicht, sie ist
damit ein typischer Flachlandfluss – stark mäandrierend
mit von Sanden und Lehm
geprägten Ablagerungen im
Flussbett.
Die Lippe ist übrigens
ein kleiner Schwindel und
müsste eigentlich Pader oder
Alme heißen. Denn die Pader
führt an ihrer Mündung in die
Lippe dreimal mehr Wasser
als Letztere. Und die Alme,
die nur wenige hundert Meter
nach der Pader ebenfalls in die
Lippe mündet, ist mit 59 Kilometern mehr als fünfmal so
lang wie diese bis zum Mün- Lippequelle in Bad Lippspringe
dungspunkt. Damit gehört die
Lippe zu den Flusssystemen,
deren Hauptstrang nicht der
namentliche Quellast ist.
Ab 1826 war der Fluss durchgängig
Das Einzugsgebiet der Lippe ist bis Lippstadt schiffbar. Transportiert
mit rund 5.000 Quadratkilometern fast wurden vor allem Salz, Getreide, Eidoppelt so groß wie das Saarland und senerz, Steine und Holz. Der Verkehr
berührt die Abfluss-Systeme von Issel, flussaufwärts erfolgte mit Pferden auf
Weser, Emscher und Ruhr. Während Treidelpfaden. Wehre und insgesamt elf
der südliche Bereich des Einzugsge- Schleusen sorgten für eine ausreichende
bietes Teil des rheinisch-westfälischen Wassertiefe.
Industriegürtels mit hoher BevölkeVor rund hundert Jahren war die
rungsdichte ist, zeichnet sich das übrige Lippe schließlich in großen Teilen
Einzugsgebiet durch überwiegend kanalisiert. Hinzu kamen immer mehr
landwirtschaftliche Nutzung aus und Abwässer aus der Industrie und dem
ist deutlich geringer besiedelt.
Bergbau. Aufgrund der Missstände
wurde im Jahr 1926 der Lippeverband
gegründet, der erstmals Maßnahmen zur
Von Römerlagern
Abwasserreinigung und zum Hochwaszum Industriestandort
serschutz einleitete.
Allerdings konnten auch diese
Erste Erwähnung findet die Lippe
in Aufzeichnungen aus der Römerzeit, Maßnahmen nicht verhindern, dass die
damals lateinisch Lupia genannt. Um Wasserqualität in den 1970er Jahren
besser ihre Lager versorgen und ihre – vor allem im Flussbereich Hamm –
Güter mit kleinen Schiffen transpor- weiter abnahm. Die Lippe war endgültig
tieren zu können, nahmen die Römer zum Arbeitstier der Industrieregion

verkommen. Die Auen waren nahezu
trockengelegt, industrielle und kommunale Abwässer sowie das Grubenwasser
aus dem Bergbau und das Kühlwasser
der Kraftwerke raubten dem Fluss die
letzte Natürlichkeit.

Vom Arbeitstier
zu neuer Blüte
Nachdem in den 1990er Jahren
die Gewässergüte der Lippe durch
den massiven Aus- und Neubau von
Kläranlagen drastisch verbessert wurde,
leiteten erste Renaturierungs-Projekte
im Oberlauf auch die Wende zu einer
besseren Gewässerstruktur ein. So

Die attraktive Römer-Lippe-Route
erschließt die Flusslandschaft auch
für Radfahrer, führt jedoch nur selten
direkt an den Fluss heran. Das kommt
dem großen ökologischen Potenzial der
Lippe – ihrer relativen Abgeschiedenheit
– entgegen. Die meisten Uferabschnitte
sind kaum zugänglich. Nur Angler und
Kanuten wissen, wo man an die Lippe
herankommt.
In den letzten Jahren hat die Entwicklung zu einem naturnahen Fluss
noch einmal einen Sprung gemacht. So
wurde 2014 die neue Lippeaue bei Wesel
fertiggestellt, für die der Fluss um einige
hundert Meter verschwenkt wurde, und
2016 begann der Lippeverband mit dem
Bau von fünf Kilometern
neuer Deiche bei HalternLippramsdorf und Marl.Auch
hier entsteht eine neue Aue,
durch die die Lippe einmal
mehrarmig fließen soll.

Vom Wachtelkönig
zur Eintagsfliege
An der Lippe lassen
sich inzwischen viele Zeichen der Verbesserung ausmachen – das betrifft die
Wasserqualität des Flusses
und den Hochwasserschutz
an den Ufern ebenso wie die
wiedergewonnene Vielfalt
von Pflanzen und Tieren. In
den Feuchtwiesen entlang
der Auen, die zum Teil unter
Naturschutz stehen, sind
zum Beispiel der LauchGamander, ein knoblauchverwandter Lippenblütler, und
verschiedene Röhrichtarten
zurück. Auch Otter, Biber
und Weißstorch sind wieder
regelmäßig zu sehen.
Auf der Lippe selbst und
Foto: G. Moeller, commons.wikimedia.org/?curid=119507
ihren Nebengewässern leben
das ganze Jahr über Enten,
wurde der Fluss unterhalb von Lipp- Gänse, Schwäne, Taucher und Rallen.
stadt und am Lippesee in Sande zum Vorübergehend, als würde er dem neuen
Beispiel auf teilweise neue, naturnahe Lebensraum noch nicht recht trauen,
schaut auch der Eisvogel vorbei. Unter
Trassen verlegt.
Und das Auenprogramm des Lippe- den Insekten sind die Gemeine Keiljungverbands sorgte ab 1995 in kleinen fer, eine Großlibelle, und die Uferaas
Schritten dafür, dass viele Uferabschnit- oder Kornmotte genannte Eintagsfliege
te umgestaltet wurden. Unter anderem zurückgekehrt. Lediglich die Fischfauna
wichen steinerne Befestigungen natur- steht durch die Verbreitung aggressiver
nahen Uferabbrüchen, kleinen Aufwei- Grundel-Arten stark unter Druck.
Auch in den nächsten Jahren sollen
tungen und Inseln im Fluss. Ebenfalls
1995 begann die systematische Erfas- vielfältige Maßnahmen an der Lippe
verwirklicht werden. Die Wasserrahsung der Fischbestandsdaten.
Mit dem europäischen LIFE-Projekt menrichtlinie der Europäischen Union
Lippeaue begann 2005 die erste große verpflichtet alle Mitgliedsstaaten, Flüsse
Renaturierung an der mittleren Lippe und Seen so zu bewirtschaften, dass
bei Hamm – mit Gewinn auch für die ein guter ökologischer und chemischer
Großstädter, denen sich seitdem neue Zustand erreicht wird. Für die Lippe soll
Möglichkeiten zur Naherholung bieten. es Ende des nächsten Jahrzehnts so weit
Jörg Parsiegla
Parallel zu diesen Maßnahmen sein.
wurde entlang des gesamten Flusslaufes
Weitere Informationen:
eine Infrastruktur geschaffen, die dem
www.flusslandschaft.naturfreunde.de
sanften Tourismus entgegenkommt.

ENERGIE

Juni / Juli 2018

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Tagebaubetroffene fordern Mitsprache
Offener Brief an Wirtschaftsminister Altmaier zur Kohle-Kommission der Bundesregierung

E

in Bündnis aus Anwohnerinnen
und Anwohnern aller drei
deutschen Braunkohle-Tagebaugebiete – Rheinland, Lausitz und
Mitteldeutschland – fordert Mitsprache in der Kommission „Wachstum,
Strukturwandel und Beschäftigung“
der Bundesregierung. In einem offenen
Brief an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) von Anfang Mai fordern
die Tagebaubetroffenen mindestens
zwei Sitze in der Kommission, die
den Kohleausstieg in Deutschland und
den Strukturwandel in den betroffenen
Gebieten planen soll.
Bürgerinitiativen, Ortsvorsteher,
Seelsorger und Ärzte beklagen in
dem Brief, dass Bundes- und Landesregierungen die Interessen der
Tagebaubetroffenen bislang nicht
berücksichtigt haben. Der Brief ging
parallel auch an Umweltministerin
Svenja Schulze (SPD), Arbeitsminister
Hubertus Heil (SPD) und Innenminister Horst Seehofer (CSU), die die
Arbeit der Kommission gemeinsam
mit Wirtschaftsminister Altmaier
steuern sollen.
„Diejenigen, die jahrzehntelang
Opfer für die Kohleverstromung gebracht haben und noch weiter bringen
sollen, gehören mit an den Tisch, wenn
die Schritte zum Kohleausstieg disku-

Über 120.000 Menschen mussten in
Deutschland bereits dem Braunkohletagebau weichen. Noch immer sollen
etwa 30 Dörfer und Ortsteile zerstört
werden – für eine schmutzige Uralttechnologie, wie die Umweltschützer
und Anwohner betonen.

„Zermürbende Unsicherheit“

Regelung, die Braunkohlegewinnung
auf die bereits aufgeschlossenen Kohlevorkommen begrenzt.
jm/jp/mb

Die Unterzeichnenden des Briefes
kritisieren den unwiderruflichen Verlust
von Heimat, Identität und Traditionen
sowie von Kultur- und Naturgütern
und machen auf die Unvereinbarkeit
der Braunkohleverbrennung mit den
weltweiten, europäischen und deutschen Klimazielen aufmerksam.
Sie fordern vor allem die Anpassung
von Tagebaugrenzen an die Realität des
Kohleausstiegs. „Um die zermürbende
Unsicherheit und den Verfall unseres
Lebensraums zu beenden, ist es wichtig,
dass Planungen für die Erweiterung
bestehender Tagebaue und für neue Tagebaue wie Welzow-Süd II, Vereinigtes
Schleenhain, Nochten II oder Lützen
und die Umsiedlungsvorbereitungen
gestoppt werden“, heißt es in dem Brief.
„Genehmigte Tagebaue wie Hambach,
Garzweiler und Jänschwalde müssen
den Realitäten des Kohleausstiegs
angepasst und verkleinert werden. Es
darf nur noch so viel Braunkohle abgebaut werden, wie mit den deutschen
Klimaschutzzielen vereinbar ist“.
Die Beteiligung des Bundesinnenministeriums, bei dem auch das Heimatministerium angesiedelt ist, sehen
die Unterzeichner als Hinweis darauf,
dass auch der Verlust der Heimat durch
Braunkohletagebaue Eingang in die Beratungen der Kommission finden soll.
jm/jp/mb

Stellungnahme GRÜNE LIGA/
Umweltgruppe Cottbus:
www.kein-tagebau.de (7.5.2018)

Der offene Brief:
www.kein-tagebau.de (4.5.2018)

Demonstration für mehr Abstand des Tagebaus Nochten vor Rohne (Sachsen)
am 8. April.
Foto: Hoffmann

tiert werden“, forderte René Schuster
von der Umweltgruppe Cottbus der
Grünen Liga. „Es kann nicht sein, dass
nur den an der Kohle Verdienenden
Mitsprache eingeräumt wird.“ Noch
immer drohten Umsiedlungen und Enteignung von Grundstücken, erinnerte
Schuster. Die Gruben seien viel zu nah

an Dörfern geplant, dort sinke durch
den Tagebau der Wasserspiegel, die
Regulierung von Bergschäden sei aber
nicht fair geregelt. „Dass sie auch durch
die Landesregierungen in Potsdam und
Dresden nicht vertreten werden, haben
die davon Betroffenen über viele Jahre
bitter erfahren müssen“, so Schuster.

Brandenburg schließt neue Tagebaue nicht aus
Öffentlichkeitsbeteiligung zum Landesentwicklungsplan der Hauptstadtregion

D

ie Grüne Liga kritisiert, dass
die brandenburgische Landesregierung für kein einziges der 34
Braunkohlevorkommen im Land eine
Gewinnung von Kohle verbindlich
ausschließen will. „Das im März 2017
vorgestellte Revierkonzept des Bergbauunternehmens LEAG und der damit
verbundene Verzicht des Unternehmens
auf den Aufschluss der Tagebaue
Jänschwalde-Nord, Bagenz-Ost und
Spremberg-Ost macht einen landesplanerischen Ausschluss neuer Braunkohlentagebaue nicht entbehrlich“, schrieb
der Umweltverband Anfang Mai bei
der zweiten Öffentlichkeitsbeteiligung
zum Landesentwicklungsplan der
Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg.
„Im Gegenteil: Erneut haben die
Betroffenen Kommunen und Bürger
nur Aussagen von Pressekonferenzen
in der Hand, während gleichzeitig die
Bergbauberechtigungen nach Bundesberggesetz für zahlreiche der 34
Kohlefelder in Brandenburg rechtlich
weiterbestehen“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Niemand könne
verstehen, dass die Landespolitik dem
öffentlich verkündeten Verzicht auf
neue Tagebaue im Landesentwicklungsplan keine rechtlich verbindliche

Form geben wolle. „Dieses Vorgehen
ist geeignet, dem Ansehen staatlichen
Handelns insgesamt zu schaden“, so
die Grüne Liga.
René Schuster von der Umweltgruppe Cottbus in der Grünen
Liga nannte den neuen Entwurf des
Landesentwicklungsplans ein „Armutszeugnis“. Nicht einmal bereits
öffentlich abgesagte Tagebaue wie
Jänschwalde-Nord wolle Brandenburgs Landesregierung verbindlich
ausschließen. „Die ideologische Prägung der Woidke-Regierung auf die
Braunkohle steigert sich damit immer
weiter ins Absurde“, so Schuster, der als
langjähriges Mitglied des Brandenburgischen Braunkohlenausschusses mit
der Materie genau vertraut ist. „Man
muss daran zweifeln, dass die Landesregierung zum sachlichen Dialog
in der geplanten Kohlekommission der
Bundesregierung fähig ist.“
Bereits bei der ersten Öffentlichkeitsbeteiligung im Dezember 2016
hatten Betroffene aus 28 auf Braunkohlevorkommen stehenden Orten in
Brandenburg ein Verbot neuer Tagebaue im Landesentwicklungsplan gefordert. Sogar in Nordrhein-Westfalen
existiert bereits seit Längerem eine

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Juni / Juli 2018

NATUR

Young Nature Photographers
Plattform für junge Natur- und Umweltfotografen gegründet

N

stagram als meistgenutzter
aturfotografen inOnline-Plattform. Jeden
teressieren sich
Tag wird eines der vielen
für die Natur und
neuen Fotos der inzwibilden Pflanzen und Tiere,
schen fast 1.700 Mitglieder
Landschaften und natürliveröffentlicht – #youngnache Phänomene in künstturephotographers ist das
lerischer oder dokumenKennwort („Hashtag“).
tarischer Weise ab. Die
Die Teilnehmenden,
Umweltfotografie befasst
die höchstens 25 Jahre alt
sich darüber hinaus auch
sein dürfen, versehen ihre
mit den Aspekten des UmFotos mit dem Hashtag der
weltschutzes.
Community. Alle Fotos, die
Bekannt bei allen Navon den Mitgliedern veröfturfotografen ist der weltfentlicht wurden, werden
weite Wettbewerb „Wildlife
auch auf Facebook gezeigt,
Photographer of the Year“.
zusammen mit interesIn Deutschland tauscht Zwergdommel
santen Artikeln, Videos
man sich darüber hinaus in
Foto: Lluc Semis/Young Nature Photographers
und Interviews. Um den
der Gesellschaft Deutscher
Austausch untereinander
Tierfotografen und beim
Internationalen Naturfoto-Festival in so der Name der englischsprachigen zu fördern, gibt es regelmäßige VerloPlattform, nutzt den virtuellen Raum, sungen und Interviews.
Lünen aus.
Ein erstes internationales Treffen
Seit kurzem gibt es eine neue um Verbindungen und Treffen zwischen
internationale Plattform für junge allen Mitgliedern zu ermöglichen. So der Young Nature Photographers wird
Natur- und Umweltfotografen, die den können die jungen Bildschaffenden Anfang November in Berlin stattfinden.
Respekt gegenüber der Umwelt und die ihre Kreativität und künstlerische Ausführlich wird der Rabe Ralf in seiner
Liebe zur Natur fördern möchte. Als Sensibilität entwickeln und die eigene Oktober/November-Ausgabe darüber
Online-Gemeinschaft entdecken die Umgebung intensiver entdecken – und informieren.
Jon Andoni Juarez Garcia
angehenden Fotografen die Schätze der werden dabei für die umwelt- und naturNatur und machen so auch Artenvielfalt schutzfachlichen Aspekte sensibilisiert.
Weitere Informationen:
Heute existiert die Community vor
und Klimawandel erlebbar.
www.ynphotographers.com
„Young Nature Photographers“, allem in den sozialen Medien, mit In-

„Mit sieben begann ich zusammen mit meinem Vater Fotos zu
machen. Ich sah ihn ständig mit
der Kamera und wollte nicht nur
zuschauen. Von da an fuhren
wir immer zusammen zum Fotografieren in die schöne Natur.“

Lasse Kurkela (13), Finnland
„So viel Zeit wie möglich in der
Natur zu verbringen ist die eine
Sache. Was mich aber zum
Fotografieren bringt, ist der
Drang, kreativ zu sein und die
Geschichten zu erzählen, die
zu erzählen sind.“

Alice Sun (19), Kanada
„Die Natur ist das Faszinierendste, was es gibt, unser
ganzes Leben baut darauf auf.“

Ingo Zahlheimer (22),
Deutschland
„Erfahrungen in der Natur können uns verändern, und wenn
wir sie teilen, können sie vielleicht auch andere verändern.
Mit unseren Bildern können
wir versuchen, Menschen mit
der Natur zu verbinden, um sie
besser zu verstehen.“

Johan Carlberg (16), Schweden

Leben, wo nichts lebt
Klebsormidium, die Alge des Jahres 2018, ist immer schon da, bevor andere kommen

N

gende UV-Strahlung
icht nur unter großin Wärme und Licht
en Bäumen, wilden
umwandelt.
Tieren und schönen
Sobald jedoch
Blumen werden jedes
wieder Wasser an die
Jahr besondere Vertreter
Alge kommt, erwacht
zur Natur des Jahres
sie in wenigen Minugewählt. Es gibt auch
ten zum Leben und
die Alge des Jahres,
dehnt sich aus, um ihre
die jedes Jahr von der
Photosyntheseleistung
Sektion Phykologie der
anzukurbeln. Damit
Deutschen Botanischen
sich alle Zellen des
Gesellschaft gekürt
langen Fadens gemeinwird. Dieses Jahr ist es
sam ausdehnen und
die Gattung Klebsormischrumpfen, tauschen
dium. Wer eine solche
sie, genauso wie höhere
Alge sehen will, benötigt
Pflanzen, Hormone aus.
dafür jedoch ein gutes
Durch diese EiMikroskop, denn sie bilgenschaften konnten
det zwar lange, aber nur Bodenkrusten auf Spitzbergen: Klebsormidium überall
sich Klebsormidiumeine Zelle breite Fäden.
Foto: Ulf Karsten/Universität Rostock
Algen auf dem ganzen
Klebsormidium-Algen
Planeten ansiedeln.
treten aber häufig in
großen Ansammlungen auf Sandbö- sie bemerkt, dass das Wasser knapp Gerade in den Trockenwüsten und den
den auf, dann kann man sie als grüne wird, in nur einer halben Stunde einen Eiswüsten an den Polen sind sie, neben
Zucker, der die Zellwände stabilisiert, einigen anderen Algen und Pilzen, die
Färbung erkennen.
Die schon sehr früh in der Evo- sie jedoch weiterhin elastisch hält. So einzigen Lebewesen. Dabei bilden sie
lution eigenständige Grünalgen- kann die Alge wie eine Ziehharmonika sogenannte Bodenkrusten. BodenGattung umfasst 17 bekannte Arten. zusammenschrumpfen, ohne dass die krusten sind ein stark von Algen und
Sofern sie nicht mit Salz in Kontakt Zellwände beschädigt werden. Damit Pilzen durchwachsener Oberboden – in
kommen, können die Algen mehrere auch das Innere der Zelle nicht beschä- vielen Wüsten die einzige Lebensform.
Monate ohne Wasser auskommen. digt wird, bildet die Alge einen eigenen Dennoch tragen sie weltweit zu acht
Hierzu produziert eine Alge, sobald Sonnenschutz, der die erbgutschädi- Prozent der Umwandlung von CO2 in

Sauerstoff bei, was etwa dem durch
Menschen verursachten CO2-Ausstoß
entspricht.

Rekordverdächtige
Bodenkrusten
Dabei sind Bodenkrusten gleich in
mehrfacher Hinsicht Pioniere. Sie waren
die erste Lebensform, die vor etwa 450
Millionen Jahren begann, vom Meer aus
die Landmassen der Erde zu erobern.
Noch heute stellen sie die erste Stufe
der Besiedlung neu aufgetauchter Inseln
oder auch erstarrter Lava dar. Erst wenn
die Algen zusammen mit Bakterien und
Pilzen den Boden für höhere Pflanzen
fruchtbar gemacht haben, können diese
beginnen das Land zu besiedeln. Dabei
kann es passieren, dass sie etwa durch
Beschattung die Kruste zerstören.
Die Pioniereigenschaft der Algen
macht sich der Mensch heute auch gezielt zunutze. In Trockenwüsten sollen
sie die Ausbreitung der Wüstenzone
verhindern oder sogar eine landwirtschaftliche Nutzung möglich machen.
Leonhard Lenz
Weitere Informationen:
www.dbg-phykologie.de
(Alge des Jahres)

Juni / Juli 2018

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Auf der Suche nach dem Feld von morgen
Eine Ausstellung über Acker-Bots, Möhren aus dem Weltall und unterirdische Häuser

W

erden wir noch alle satt?
Eigentlich dürfte das keine Frage sein, schließlich
produzieren wir schon heute mehr
Nahrung, als wir auf der Welt brauchen.
Trotzdem hungern mehr als 800 Millionen Menschen. Wie soll das werden,
wenn wir zur Mitte des Jahrhunderts
zwei Milliarden mehr auf der Erde
sind? Denn gleichzeitig zerstört die
industrielle Landwirtschaft mit ihrem
enormen Platzbedarf Regenwälder,
lässt Flüsse austrocknen und macht die
Böden unfruchtbar.
Fest steht: Wenn alle satt werden
sollen, ohne das unserem Planeten die
Luft ausgeht, müssen wir unser Essen
nicht nur anders anbauen, sondern
es auch besser verteilen. Wir müssen
überlegen, was und wie viel wir kaufen, und uns darüber schlau machen,
wie es angebaut wird. Und verstehen,
wer auf den Äckern der Welt arbeitet,
um die Bäuerinnen und Bauern, deren
Überleben von ihren Feldern abhängt,
zu unterstützen.

Ausstellung für Kinder
Die Ausstellung „Stadt – Land
– Hunger?“ vermittelt kindgerecht
Themen rund um faire, nachhaltige
Landwirtschaft und die Ernährung der
Zukunft. Im Mittelpunkt stehen verrückte und visionäre Lösungsvorschläge
von Kindern aus aller Welt: vom Feld
an der Hauswand bis zum Roboter
auf dem Feld sind der Fantasie keine
Grenzen gesetzt. Besonders spannend
sind die verschiedenen Perspektiven:
Wie denken Kinder aus der Stadt oder
vom Dorf, aus dem globalen Süden
oder Norden über die Landwirtschaft?
Die Plakatausstellung besteht aus
13 Planen im A0-Format, ist transportabel und kann auf Anfrage gern bei der

Ausstellungstafel: GRÜNE LIGA Berlin

Grünen Liga Berlin in der Prenzlauer
Allee 8 ausgeliehen werden. Außerdem
gibt es die Ausstellung auch im Internet.
Beim Umweltfestival am 3. Juni wird sie
im Grüne-Liga-Zelt am Sowjetischen
Ehrenmal im Tiergarten zu sehen sein.
Wer sich noch weiter in die Fragen
von Ernährung und Landwirtschaft
vertiefen will, findet auf der Internetseite
der Grünen Liga Berlin das kostenlose

Begleitheft. Dort findet sich nicht nur
mehr zu den jungen Künstlerinnen und
Künstlern, sondern auch etwas über das
globale Keksnetzwerk oder das große
Wegschmeißen.
Clara Hunger

zeitung für selbstorganisation

404
NACHRICHTEN

35. JAHRGANG
PROJEKTE

MAI 2018

GENOSSENSCHAFTEN

4'50 EUR
BIOTONNE

Bildungsreihe: Giftfreie Gärten
Start für bundesweite Serie von Forums-Veranstaltungen

www.contraste.org
KUNST & KULTUR

D

SCHWERPUNKT
WEGE DER
KOOPERATION

ie GRÜNE LIGA Berlin macht den
Garten wild! Wo findet der Käfer
ein Zuhause und welche Wildpflanzen
bereichern das Blumenbeet? Egal ob
Kleingarten, Hausgarten, Schulgarten,
öffentliche Grünfläche, Gemeinschaftsgarten oder Terrasse – jedes noch so
kleine grüne Fleckchen kann eine
gesunde Oase für Biodiversität und
(Stadt-)Klima sein.
Damit das gelingt, startet im
August die Bildungsreihe „Giftfreie
Gärten“. Auf Veranstaltungen in ganz
Deutschland wird über naturnahes und
ökologisches Gärtnern diskutiert und
praktisch gewerkelt. Gartenbegeisterte
jeder Couleur sind eingeladen, sich
auf den Foren mit Fachkundigen aus

Grünes Nachhören!
Umweltsendungen online hören
Aktuelle Interviews mit Expert*innen

Weitere Informationen:
www.grueneliga-berlin.de
(Stadt Land Hunger – Ausstellung)

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Theorie und Praxis auszutauschen, sich
zu vernetzen oder einfach spannende
Anregungen für das eigene Fleckchen
Grün mitzunehmen.
Das erste Forum findet am 25.
August 2018 in Berlin zum Thema
„Insektenfreundlich Gärtnern“ statt.
Sarah Buron, Anke Küttner
Aktuelle Informationen:
www.giftfreiesgaertnern.de
Tel. (030) 4433910

bei Radio Corax – freies Radio aus Halle
www.radiocorax.de (Nachhören – Grünes)
Im Raum Halle auch auf UKW 95,9 MHz. Podcast:
radiocorax.de/nachhoeren/beitraege/gruenes/feed

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WASSER

Juni / Juli 2018

Alles im Fluss
Aktionen gegen die Vermüllung der Berliner Gewässer

P

Berlin“ organisiert am 8. und 9. Juni
den Aktionstag „Berlin machen“, bei
dem besonders zu Projekten rund um
Müllvermeidung und Recycling aufgerufen wird. Anmeldungen sind auf
der Internetseite www.aktionstag2018.
de möglich.
Daneben ruft zum Beispiel die
Klimawerkstatt Spandau zu Aktionen
rund um die Spandauer Gewässer auf,
der Umweltverband BUND organisiert
Aktionen zu einem plastiktütenfreien
Tag, der Meeresschutzverein Project
Blue Sea lädt zu einem Clean-up in
Pichelswerder ein, die Grüne Liga organisiert das Umweltfestival mit vielen
Anregungen zur Müllvermeidung, der

lastik in den Meeren
ist gerade das Thema einer weltweiten
Diskussion. Berlin ist eine
der wasserreichsten Städte
Deutschlands, seine Ufer und
Gewässer werden gerade in
der warmen Jahreszeit von
Hunderttausenden genutzt.
Die stadtweite Initiative
„Alles im Fluss“ sieht den
Anfang der globalen MeeresVermüllung auch an unseren
Ufern und Gewässern.
Wer etwas an der Situation verändern will, muss
aktiv werden. Wir tun dies
mit einem stadtweiten Gemeinschaftsprojekt für saubere Ufer, Gewässer und
Meere. Mit Beteiligung aller
wichtigen Akteure in unserer
Stadt wollen wir breites bürgerschaftliches Engagement
entwickeln.

Verein Flussbad Berlin bietet Veranstaltungen zur Gewässersauberkeit in
Berlin an, die Tegeler Segler und viele
andere sind dabei.
Die Dramatik des Problems, das
große Engagement der Beteiligten
und die positive Resonanz auf unsere
Initiative zeigen, dass es sich lohnt,
aktiv zu werden – denn die Meeresverschmutzung durch Plastikabfälle fängt
vor der eigenen Haustür an, auch hier
in Berlin.
Birke Preußler
Weitere Informationen:
www.allesimfluss.berlin
Tel. (030) 89729292

Clean up – with care !
Das Saubermachen an Gewässern erfordert Sorgfalt

Ganz oben steht die
Müllvermeidung
Im Herbst 2017 haben
wir Politik, Verwaltung,
Wirtschaft und Zivilgesellschaft eingeladen und Frühling auf Eiswerder.
in mehreren Workshops
Foto: wirBERLIN e.V.
zusammengebracht, um die
Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für ein solches Projekt
In diesem Jahr startet die Initiative
zu erarbeiten. Es ging um die Struktur mit einer ersten öffentlichen Kampagne.
der Initiative, um Aktionen und Kam- Im Vordergrund stehen Aufklärung und
pagnen und um die Einbeziehung der der Aufruf, bewusster mit VerpackungsÖffentlichkeit. Dabei zeigte sich das und Plastikmüll umzugehen.
große Interesse aller Beteiligten und es
Rund um den 8. Juni, den Tag des
ergab sich eine Vielzahl von Möglich- Meeres, geht es los. Die ersten Termine
keiten für neue gemeinsame Aktionen. stehen bereits fest. Der Verein „Wir

Wenn sonnenhungrige Großstädter
und Touristen im Sommer die Berliner
Gewässer stürmen und ihren Müll an
den Ufern hinterlassen, sind sie nicht
die ersten Besucher. Viel früher haben
Wasser- und Singvögel die Ufer für
sich eingenommen. Sie brüten schon
seit April in Weiden, Schilf oder anderem Röhricht, die meisten mehrmals
hintereinander, oft bis Mitte Juli.

Brutzonen meiden
Ihre Nester befinden sich am
Boden, aufgeschichtet aus Halmen,
Ästen und Wasserpflanzen, wie bei

brüten auch in Gebüschen am Ufer.
Selbst in und unter Sträuchern an
Wegrändern und in Parks brüten von
März bis August Vögel.
Wer im Frühsommer in der Vegetation aufräumen will, muss deshalb
ein waches Auge haben und sehr aufmerksam und vorsichtig sein, wenn er
Nester nicht zerstören und Brut und
Jungenaufzucht nicht beeinträchtigen
will. Bereiche mit dichter Vegetation
sollten in der Brutzeit generell nicht
betreten werden!
Nester zwischen Schilfhalmen,
in Ästen oder am Boden sind leicht
zu übersehen und schnell zerstört.

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Donnerstags ab 12 Uhr

Wörther Straße

www.grueneliga-berlin.de

Lebensmittelmotten
Kleidermotten
Pflanzenschädlinge
Milben
natürlich bekämpfen mit
BIp-Produkten
Biologische Beratung
bei Insektenproblemen
Storkower Str. 55
10409 Berlin
Tel: 030-42 800 840, Fax-841

www.biologische-beratung.de

Haubentauchern, Blessrallen, Stockenten oder Höckerschwänen. Andere
hängen ihre kunstvoll aus Gräsern und
feinen Halmen geflochtenen Nester
zwischen Schilfhalmen auf – etwa
Drossel- und Teichrohrsänger. Wieder
andere wie Schilfrohrsänger oder
Rohrschwirrl bauen Nester aus Halmen, Wurzeln, Moosen und Haaren
in dichter Ufervegetation knapp über
dem Wasser. Rohrammern wiederum

Elterntiere sind rasch vertrieben, mit
der Folge, dass sie ihre Gelege gänzlich verlassen. Auch deshalb gehören
Schilfbestände zu den geschützten
Biotopen.
Jutta Sandkühler, NABU Berlin
Weitere Informationen:
www.berlin.nabu.de
Tel. (030) 98608370

GENTECHNIK

Juni / Juli 2018

11

Infodienst Gentechnik
Nachrichten zu gentechnisch veränderten Organismen
USA: Kritik an geplanter
Kennzeichnung
Das US-Landwirtschaftsministerium hat einen Gesetzesvorschlag
vorgelegt, wie künftig in den USA
gentechnisch veränderte Lebensmittel
gekennzeichnet werden sollen. Verbraucherorganisationen kritisierten die
Vorlage, weil die Informationen nicht
auf der Verpackung stehen müssen,
sondern in einem sogenannten QR-Code
versteckt werden können.
Bereits im Sommer 2016 hatte der
US-Kongress beschlossen, dass es eine
US-einheitliche Gentechnik-Kennzeichnung geben soll. Dabei sollten die
Lebensmittelhersteller zwischen drei
Möglichkeiten wählen können, um ihre
Gentechnikzutaten zu deklarieren: Sie
schreiben sie direkt auf die Verpackung,
sie verweisen auf eine Telefonnummer
oder eine Internetseite, oder sie drucken
einen QR-Code auf die Verpackung.
Damit können Smartphone-Nutzer
zu entsprechenden Informationen im
Internet gelangen.

Baumwollkapselbohrer
immer resistenter
Die Baumwollfarmer in Texas und
anderen Bundesstaaten im Süden der
USA könnten in diesem Jahr große
Probleme mit dem Baumwollkapselbohrer bekommen, warnt Insektenforscher David Kern von der texanischen
A&M-Universität. Denn der Nachtfalter
mit seinen gefräßigen Raupen wird
zunehmend immun gegen die Gifte
der gentechnisch veränderten Baumwollpflanzen.
Die in den USA angebaute gentechnisch veränderte Baumwolle
produziert sogenannte Bt-Toxine, das
sind Insektengifte, die die Raupen der
Falter töten. Die erste Generation dieser
Baumwoll-Pflanzen, etwa von Monsanto, beschränkte sich auf ein Toxin. Weil
aber immer mehr Kapselbohrer dagegen
resistent wurden, brachten Monsanto
und die Mitbewerber neue Pflanzen auf
den Markt, die zusätzlich weitere Toxine
produzierten. Insektenforscher Kern
stellte nun fest, dass die von ihm untersuchten Populationen des Schädlings
in den südlichen Bundesstaaten fast alle
gegen das erste Toxin resistent waren.
70 bis 75 Prozent dieser Populationen
zeigten auch eine Resistenz gegenüber
den neuen Toxinen.

EU verbietet drei
bienenschädliche
Insektengifte
Die Europäische Kommission
will zum Jahresende drei bienengiftige Insektizidwirkstoffe im Freiland
verbieten. Zuvor hatten die EU-Mitgliedsstaaten mehrheitlich dafür votiert,
darunter Deutschland.

Die EU-Kommission will den
Einsatz der Wirkstoffe Imidacloprid,
Clothianidin und Thiamethoxam der
Klasse der Neonikotinoide im Freiland
komplett untersagen. In Gewächshäusern bleiben sie zugelassen, die dort
behandelten Pflanzen dürfen aber später
nicht im Freien ausgepflanzt werden,
informierte das Bundesamt für Verbrau-

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wenn sie nicht vor Ablauf des Abo-Jahres schriftlich gekündigt wird )

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cherschutz und Lebensmittelsicherheit.
Die Regelung soll laut EU-Kommission
Ende des Jahres in Kraft treten. Danach müssen die Mitgliedsstaaten die
Zulassungen von Insektengiften mit
diesen Wirkstoffen innerhalb von drei
Monaten widerrufen oder entsprechend
den neuen Vorgaben ändern.
Ein breites Verbände-Bündnis
sowie die Grünen fordern, sämtliche
sogenannte Neonikotinoide aus der
Umwelt zu verbannen.

Grüne debattieren über
Gentechnik und den Tod
Der Bundesvorstand der Grünen
hat eine innerparteiliche Debatte um
neuartige gentechnische Verfahren wie
Crispr-Cas eröffnet. Bis 2022 will die
Partei ein neues Grundsatzprogramm
erarbeiten. Einige Medien mutmaßen,
die Grünen-Spitze wolle die strikte Ablehnung der Agro-Gentechnik aufgeben.
Ausgangspunkt ist ein „Impulspapier“ des Bundesvorstandes für
die Programmdebatte. Darin steht,
Biotechnologie, Nanotechnologie oder
Gentechnik könnten „Krankheiten
ausrotten oder heilen, sie können Leben
verlängern – theoretisch sogar den Tod
überflüssig machen.“ Zwar hätten sich
die Grünen gegen Genveränderungen
bei Lebensmitteln ausgesprochen, sie
„sollten aber noch einmal hinterfragen,
ob bestimmte neue Technologien nicht
helfen könnten, die Versorgung mit Nahrungsmitteln auch dort zu garantieren,
wo der Klimawandel für immer weniger
Regen oder für versalzenen Boden
sorgt.“ Dazu müssten allerdings „die
in marktschädlichen Oligopolen organisierten Konzerne“ so reguliert werden,
„dass sie in neuer Form am Ende der
Allgemeinheit, also zum Beispiel auch
den Kleinbauern des Südens dienen.“
Mehrere Bundestags- und EUAbgeordnete der Grünen und zahlreiche
Parteimitglieder protestierten gegen
den Vorstoß.
Vera Fischer, Karin Ehrle-Horst
Informationsdienst Gentechnik
Ausführliche und aktuelle Texte:
www.keine-gentechnik.de

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12

NATUR

Juni / Juli 2018

Illegale Baumfällungen
Wie Bäume auch illegal gefällt werden und was man dagegen tun kann

D

er Rabe Ralf hatte sich in
der April/Mai-Ausgabe damit
beschäftigt, ob Bäume der
Verkehrswende weichen sollen. Nun
soll es darum gehen, wie Bäume für
Baumaßnahmen auf Privatgrundstücken gefällt werden. Anders als bei den
öffentlichen Straßenbäumen kommt es
hier regelmäßig zu illegalen Fällungen,
für die es also keine Genehmigung gab.
Bei Verstößen drohen bis zu 50.000 Euro
Strafe. Strafen in dieser Größenordnung
werden jedoch fast nie verhängt.
In der Berliner Baumschutzverordnung heißt es: „Wegen der Bedeutung
für die Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts, insbesondere zur Erhaltung der Lebensgrundlagen
wildlebender Tiere sowie zur Belebung,
Gliederung und Pflege des Orts- und
Landschaftsbildes, Verbesserung des
Stadtklimas und zur Abwehr schädlicher
Einwirkungen, wird der Baumbestand
in Berlin als geschützter Landschaftsbestandteil nach Maßgabe dieser Verordnung geschützt.“ Danach sind, bis auf
Obstbäume, alle Laubbäume ab einem
Stammumfang von 80 Zentimetern
geschützt. Bis 2004 waren es noch 60
Zentimeter.

Jeder Bezirk für sich
Für die Genehmigungen von Baumfällungen sind – ebenso wie für die
Verstöße dagegen – die entsprechenden
Abteilungen der Bezirksämter zuständig. So gab es im Bezirk Neukölln in
den letzten fünf Jahren 41 Ordnungswidrigkeiten, bei denen Bäume illegal
gefällt und Ordnungsgelder in Höhe von
insgesamt 9.250 Euro erhoben wurden.
In Reinickendorf waren es nur acht
Bäume, aber 4.700 Euro für die Bezirkskasse. In Charlottenburg-Wilmersdorf
wurden 127 Bäume gefällt und 36.000
Euro gezahlt. In Treptow-Köpenick
waren es über 55.000 Euro, die nach
182 Ordnungswidrigkeiten entrichtet
wurden. In Tempelhof-Schöneberg
hingegen wurden in den letzten fünf
Jahren nur Ordnungsgelder in Höhe von
720 Euro erhoben – wegen 23 gefällten
Bäumen.
In mindestens zwei Dritteln der
Fälle waren es Unternehmen, gegen
die die Ordnungswidrigkeitsverfahren
eingeleitet wurden. Die Sünder sind
also weniger die Hausbesitzer mit ihren
Gärten, sondern meist Gartenbau- und
Bauunternehmen.
Das gilt auch für Spandau, wo 39
Bußgeldbescheide allein im Jahr 2016
ausgestellt wurden, mit einer BußgeldGesamthöhe von fast 40.000 Euro. In
den letzten fünf Jahren waren es hier 222
Ordnungsverfahren, die zu Zahlungen
von mehr als 225.000 Euro führten.
Der Bezirk bekam jedoch weniger als
zwei Drittel der Summe ab, ein großer
Teil ging an die Justiz. In Spandau
werden seit dem Inkrafttreten der

Baumschutzverordnung im Jahr 1982
genaue Statistiken zu Genehmigungen
und Verstößen geführt und jährlich
den zuständigen Bezirksverordneten
vorgelegt. In Mitte und Lichtenberg
hingegen werden solche Daten gar nicht
statistisch erhoben.

werden. Bei einem Umfang bis 120
Zentimeter muss nur ein Baum neu
gepflanzt werden. Hat der Stamm in
1,30 Metern Höhe einen Umfang von
mehr als 360 Zentimeter, müssen sechs
Bäume gepflanzt werden. Daneben gibt
es noch eine Liste wertvoller, langsam

Dieser Baum ist noch nicht groß genug und dürfte seit 2004 einfach gefällt
werden, wenn er auf Privatland stünde.
Fotos: Leonhard Lenz

Aus dem ausführlichen Spandauer
Bericht lässt sich gut erkennen, wofür
Bäume legal gefällt werden. So wurden
im vergangenen Jahr 922 Bescheide
nach der Baumschutzverordnung ausgestellt, fast 80 Prozent davon wurden
genehmigt. Insgesamt wurden so 1.415
Bäume gefällt, mehr als ein Drittel davon für Bauvorhaben. Etwas mehr als
die Hälfte der gefällten Bäume waren
laut den Unterlagen abgestorben oder
sehr stark beschädigt. Da die Zahl der
für Bauvorhaben gefällten Bäume
durch einzelne Großbaustellen stark
schwankt, ist hier die Betrachtung der
langfristigen Zahlen wichtig. In den 35
Jahren, in denen die Baumschutzverordnung gilt, wurden in Spandau jedes
Jahr durchschnittlich 1.220 Bäume
gefällt, 444 davon für Bauvorhaben.
Inwieweit sich diese Zahlen auf die
anderen Bezirke übertragen lassen, ist
jedoch fraglich.

Wer fällt, muss nachpflanzen
Wer einen Baum korrekt fällen
will, kann bei der Baumschutzstelle
des Bezirks einen Antrag stellen.
Wenn es sich nicht um einen besonders schützenswerten Baum handelt,
wird die Genehmigung in der Regel
erteilt. Obst- und Nadelbäume können,
bis auf einige Ausnahmen, auch ohne
Genehmigung gefällt werden. Für den
gefällten Baum müssen dann, je nach
Stammumfang, neue Bäume gepflanzt

wachsender Bäume, für die mehr nachgepflanzt werden muss. Die Größe der
zu pflanzenden Bäume hängt von der
Beschädigung der gefällten Bäume ab.
Je nach Art und Größe liegen die Preise
für einen nachzupflanzenden Baum
zwischen 600 und 1.000 Euro.
Auch hier sind die Zahlen aus Spandau interessant. In dem Bezirk wurden
seit 1982 jedes Jahr durchschnittlich
649 Bäume neu gepflanzt, wobei dieser
Mittelwert in den letzten Jahren deutlich
unterschritten wurde.

Bäume pflegen,
Bäume retten
Einfach nur einen jungen Baum in
die Erde zu setzen reicht dabei jedoch
nicht aus. Erst wenn der Baum seine
vierte Vegetationsperiode gut überstanden hat, gilt der Ausgleich als vollzogen.
Die Kosten für den Baumschulenbaum,
seine Fläche und Pflege können auch an
das Bezirksamt gezahlt werden, das sich
dann darum kümmert. Auch hierzu gibt
es Zahlen aus Spandau, wo seit 1982
jedes Jahr im Schnitt 12.900 Euro an
Ausgleichszahlungen geflossen sind –
hier sind die Zahlen in den letzten Jahren
eher gestiegen. Die Gesamtmenge der
Ersatzbäume ist also, wie vorgeschrieben, gleich geblieben.
„Jeder Eigentümer oder jeder sonstige Nutzungsberechtigte von Grundflächen ist verpflichtet, die auf dem
Grundstück befindlichen geschützten

Bäume zu erhalten und zu pflegen“,
heißt es in der Baumschutzverordnung.
Wer einen Baum besitzt ist, hat also
die gesetzliche Pflicht, sich um ihn
zu kümmern. Dazu gehört der Schutz
vor mechanischer Beschädigung und,
falls nötig, auch die Bewässerung und
Düngung des Baumes.
Wenn die Bäume auf fremden
Privatgrundstücken stehen, kann man
meist nicht viel machen, außer mit
dem Besitzer zu reden und notfalls
das Bezirksamt zu informieren. Wenn
das auch nicht hilft, kann auch wegen
Verstoßes gegen die Baumschutzverordnung Anzeige erstattet werden. Wer
bei der Fällung von Bäumen unsicher
ist, ob es dafür eine Genehmigung gab,
kann das Umwelt- und Naturschutzamt des Bezirks fragen. Will das Amt
nicht antworten, kann ein Hinweis
auf das Informationsfreiheitsgesetz
oder das Umweltinformationsgesetz
helfen. Hier kann die Internetplattform
„FragDenStaat“ helfen. Der NABU
Berlin bietet ebenfalls Beratung sowie
eine Broschüre zum Baumschutz an.
Aber auch, wer keine mutwilligen
oder fahrlässigen Baumbeschädigungen
bemerkt, kann Bäumen etwas Gutes tun.
Gerade im trockenen Sommer kann es
sinnvoll sein, Straßenbäume zu gießen.
Eine begrünte Baumscheibe verhindert,
dass das Wasser gleich wieder verdunstet. Sie hält Autos davon ab, direkt
an den Stamm heranzufahren und den
Boden noch mehr zu verdichten, und
hindert Hunde daran, ihr Geschäft an
den Baum machen. Der Hundeurin ist
zu viel Düngung für den Baum und
verätzt die Rinde.
Ein aufmerksamer Blick auf die
Bäume an Baustellen und öffentlichen
Straßen kann also einen guten Beitrag
dazu leisten, die Bäume in der Stadt zu
schützen. Zugleich sollten die Verwaltungen die mutwillige Zerstörung von
Bäumen konsequenter verfolgen und
höher ahnden. Gerade an Großbaustellen muss genauer auf den Schutz von
Bäumen geachtet werden.
Leonhard Lenz
Weitere Informationen:
www.grueneliga-berlin.de/baumschutz
Broschüre: www.berlin.nabu.de
(Stadt & Natur – Baumschutz)
Baumschutzverordnung:
gesetze.berlin.de (Suche: BaumSchVO)
Falls Informationen zu
Baumfällungen nicht öffentlich sind,
können sie hier angefragt werden:
www.fragdenstaat.de

Die Berliner Umweltzeitung

Juni / Juli 2018

Herausgegeben seit 1990 von der GRÜNEN LIGA Berlin e.V. – Netzwerk ökologischer Bewegungen

Was ist wo? Der
große Lageplan zum
Umweltfestival
Seiten 16/17

Stadt der Zukunft

A

lljährlich am ersten Juni-Sonntag
verwandelt das Umweltfestival
die Straße des 17. Juni zwischen
Brandenburger Tor und Siegessäule in
eine bunte ökologische Flaniermeile im
Herzen der Hauptstadt. Wo sich sonst
Autos und Lkws durch den Tiergarten
drängeln, informieren am 3. Juni gut
250 Aussteller über Umweltschutz,
verkaufen Produkte aus nachhaltiger
Herstellung oder bieten umweltfreundliche Dienstleistungen und Innovationen
für fast alle Lebensbereiche an.
Besucherinnen und Besucher
können sich an den Ständen über klimafreundliche Mobilität, ökologisches
Bauen oder Energiesparmaßnahmen
beraten lassen und erfahren, wie man
damit die Umwelt und den eigenen
Geldbeutel schonen kann. Nicht zuletzt
bedienen rund 30 Imbissanbieter und
Bio-Erzeuger mit kreativen und traditionellen Rezepten den kleinen Hunger
und großen Durst der Festivalbesucher.
Dass Europas größte ökologische
Erlebnismeile nicht nur umwelt-,
sondern auch familienfreundlich ist,
zeigt das abwechslungsreiche Unterhaltungsprogramm. Auf dem eigens
angelegten Bio-Spielbauernhof mit
Schafen und Schweinen gibt es viel zu
entdecken, einen Fahrradparcours gilt
es zu meistern und beim Umweltquiz
können tolle Preise gewonnen werden.
Zahlreiche kreative Mitmachaktionen
bieten die Gelegenheit, sich spielerisch
dem Klimaschutz oder der Abfallvermeidung zu nähern.
Im Mittelpunkt des Festivals steht
in diesem Jahr die nachhaltige Entwicklung von Städten als entscheidender
Beitrag zum Umweltschutz. Das Thema
ist nicht zufällig gewählt, denn immer
mehr Menschen zieht es zum Leben
und Arbeiten in die Städte. Unter dem
Motto „Stadt der Zukunft“ werden auf
zwei Bühnen in Talks und Interviews zukunftsweisende Projekte und Konzepte
für die Entwicklung einer lebenswerten
Stadt vorgestellt. Dazu sorgen Bands,
Theaterperformances und Comedians
für einen unterhaltsamen Sommertag.
Christian Lerche, Grüne Liga

Umweltfestival:
Facettenreich und
quicklebendig
Seiten 14-19

Das Programm auf den
beiden UmweltfestivalBühnen
Seite 20

14

UMWELTFESTIVAL

Juni / Juli 2015
2018

Das Umweltfestival und die Grüne Liga Berlin
Europas größte Öko-Erlebnismeile ist nur eines der Projekte des Umweltverbands

D

ie Organisation des alljährlichen Umweltfestivals ist ein
Highlight in der Arbeit der
Grünen Liga Berlin. Das Festival gilt
als größtes regelmäßiges Klima- und
Umweltschutz-Event in Deutschland
– mit inzwischen gut 70.000 Besucherinnen und Besuchern erreicht es eine
breite Öffentlichkeit. Auf dieser und den
kommenden Seiten stellen sich der Umweltverband und einige UmweltfestivalAussteller und Partner vor.

Von den UN-Zielen bis
zum Berliner Garten
Die Grüne Liga Berlin engagiert
sich neben dem Umweltfestival in vielen
weiteren Projekten für den Natur- und
Umweltschutz und eine nachhaltige
gesellschaftliche Entwicklung. Mit
dem IGA-Campus hat sie auf der Internationalen Gartenausstellung 2017
in Berlin einen innovativen UmweltLernort für alle geschaffen, über 50.000
Besucherinnen und Besucher machten
den Campus zu einer Erfolgsgeschichte.
Diese soll 2019 mit dem Umweltbildungsprogramm der Brandenburger
Landesgartenschau in Wittstock fortgeschrieben werden. Denn auch für
die „Grüne Bürgerstadt“, so der Titel
des Gartenschaukonzepts, konzipiert
und plant die Grüne Liga Berlin ein
abwechslungs- und lehrreiches Bildungsangebot.

Die Grüne Liga berät zu Gärtnern und Umweltschutz, auch auf dem Umweltfestival.
Foto: Sebastian Hennigs/GRÜNE LIGA Berlin

Fortbildung ist ein wichtiges Anliegen beim „Netzwerk21Kongress“, der
von der Grünen Liga jedes Jahr mit einer
Partnerkommune ausgerichtet wird. Der
Wanderkongress ist eine etablierte bundesweite Netzwerkplattform für lokale
Nachhaltigkeitsinitiativen aus Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wirtschaft und
Politik und liefert stets neue Impulse für
die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele
der Vereinten Nationen, der „Sustainable Development Goals“. Die zwölfte

Ausgabe des Kongress findet am 10. und
11. Oktober im Technikmuseum Hugo
Junkers in Dessau statt. Zwei Tage lang
wird über die Kunst der Vernetzung,
kommunales Nachhaltigkeitsmanagement und sozial faires Handeln vor
Ort diskutiert, werden Partnerschaften
geknüpft und gemeinsam neue Projekte
angebahnt.
Wittstock, Dessau – aber vor allem
Berlin. Hier fördert die Grüne Liga
zusammen mit zahlreichen Partnern

den Schutz der biologischen Vielfalt
und engagiert sich für eine nachhaltige
und ökologische Stadtentwicklung.
Zum Beispiel mit dem Projekt „Giftfreies Gärtnern“, das mit einer eigens
entwickelten Gartenbox, auf einer
Wissensplattform im Internet und in
zahlreichen Workshops über die naturnahe Gestaltung und Pflege von
Gärten informiert. Seit vielen Jahren
ist der Umweltverband auch für seine
Beratungsangebote zur Begrünung von
Höfen, Parks oder Freiflächen bekannt.
Mit praxisorientierten Seminaren und
persönlicher Beratung geben die Expertinnen der Grünen Liga Antworten
auf alle Fragen rund um urbane Gärten
und unterstützen alle, die einfach Lust
aufs Gärtnern haben.
Neue Ideen und engagierte Menschen, die sich für ein lebenswertes,
grünes Berlin einsetzen wollen, sind
bei der Grünen Liga übrigens jederzeit
willkommen. Zum Beispiel beim Umweltfestival am 3. Juni 2018.
Christian Lerche
Weitere Informationen:
www.grueneliga-berlin.de
Tel: (030) 4433910

Mach die Welt ein bisschen Becher
Die „Better World Cup“-Initiative möchte Einweg- durch Mehrwegbecher ersetzen

F

ür viele ist es schon Routine: Morgens noch schnell einen Coffee to go
im Einwegbecher bestellen, austrinken,
wegwerfen, fertig.
Etwa zehn Jahre ist es her, dass
der Coffee-to-go-Trend zu uns überschwappte. Welches Ausmaß das Ganze
annehmen würde, hätte sicher niemand
erwartet. Jeden Tag werden in Berlin
geschätzte 460.000 Becher verbraucht,
170 Millionen im Jahr. Schaut man auf
ganz Deutschland, sind es pro Jahr sogar
unglaubliche drei Milliarden.
Gerade mal 15 Minuten lang ist das
Leben eines Einwegbechers, bevor er
weggeworfen wird. Das ist nicht nur
eine immense Verschwendung von
Ressourcen, sondern letztendlich auch
sehr viel Müll, der Straßen, öffentliche
Plätze und die Natur verschmutzt.
Wegwerfbecher werden in der Regel
aus Neumaterialien hergestellt, wofür
zehntausende Tonnen Holz, Rohöl
und Kunststoff sowie Milliarden Liter
Wasser benötigt werden. Die Energiemenge, die jährlich nur für die Becher
anfällt, könnte ohne Probleme eine
ganze Kleinstadt versorgen.

Dass sich etwas ändern muss, ist
also klar. Es ist Zeit für eine Gegenbewegung – für Ressourcenschonung
und Stadtsauberkeit. Die Lösung dafür
scheint recht einfach: Beim nächsten
Kaffee zum Mitnehmen keinen beschichteten Einwegbecher benutzen,
sondern auf die gute alte Kaffeetasse
zurückgreifen oder den eigenen Mehrwegbecher mitbringen.

Eigener Becher oder
Mehrwegsystem
Mit ihrer „Better World Cup“Initiative gehen da die Senatsumweltverwaltung, die Berliner Stadtreinigung
(BSR), die Stiftung Naturschutz Berlin
und verschiedene Unternehmen und
Institutionen aus Umwelt und Wirtschaft mit sehr gutem Beispiel voran.
Unter dem Slogan „Macht die Welt
ein bisschen Becher“, wird gezielt
versucht, möglichst viele Menschen
zur Nutzung von Mehrwegbechern zu
animieren. Cafés, Restaurants et cetera
können sich als Refill-Station auf einer
Karte eintragen lassen und geben ihren

Kunden Rabatt auf jede Befüllung ihres
Mehrwegbechers. Oder sie beteiligen
sich an einem MehrwegPfandsystem (beispielsweise reCup) und bieten
einen Mehrwegbecher
mit Pfand an, sodass
ihn Kunden gegen einen
neuen eintauschen und
wieder befüllen lassen
können.
Im Grunde ist die
Richtung klar vorgegeben. Man schnappt sich
seinen Mehrwegbecher
oder die Lieblingstasse,
besucht sein Café um
die Ecke oder schaut auf
die Better-World-CupKarte und verbessert
Schluck für Schluck die
Stadtsauberkeit. Wir als Grüne Liga unterstützen diese Kampagne, und so wird
es auf dem Umweltfestival am 3. Juni
auch einen eigenen Stand dafür geben.
An diesem Tag erwarten die Besucher
am Brandenburger Tor zum Beispiel
eine Fotosäule mit Sofortausdruck und

Sharing des Fotos auf betterworldcup.
de sowie ein Wissensglücksrad, bei
dem man die Becher zur
Kampagne gewinnen
kann. Das interaktive
Kunstprojekt „Art to
Stay“ will die Besucher
auf die ökologischen
Folgen des Einwegtrends hinweisen und
sie für genussvolle und
müllfreie Alternativen
begeistern. Ein Straßentheater von „Müll
& The Gang“ macht
mit Humor auf den Müll
im öffentlichen Raum
und die Möglichkeiten
seiner Vermeidung aufmerksam.
Wir freuen uns über
alle, die das Umweltfestival besuchen,
um mit uns für eine saubere Stadt, weniger Müll und die Schonung der Natur
zu kämpfen.
Mareike Homann
Weitere Informationen:
www.betterworldcup.de

XXX
UMWELTFESTIVAL

Juni / Juli 2018

15

Besuch bei Hohenloher Bauern
Lebensnahe Einblicke in die Arbeit der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall

H

glanzbildern aus der Werbung setzen
die Hohenloher Bauern authentische
Einblicke in ihre Arbeit entgegen.
Die Gästeführer stellen das Programm
individuell nach den Interessen der
Besucher zusammen.
Den Anfang macht die Vorstellung
der Informationskampagne mit dem
langen Namen „Schwäbisch-Hällisches Qualitätsschweinefleisch g.g.A.
direkt vom Bauern – EU-garantierter
Genuss“. Der Hintergrund: Die Europäische Union hat das Fleisch als geschützte geografische Angabe (g.g.A.)
ausgezeichnet und unterstützt mit der
Kampagne die vorbildliche Arbeit der
Hohenloher Bauern.

ohenlohe, die Region im Nordosten Baden-Württembergs, ist
bis heute Bauernland geblieben.
Jahrhundertelang dominierten hier
Ackerbau, Vieh- und Schweinezucht,
und noch immer werden 60 bis 70
Prozent der Fläche landwirtschaftlich genutzt. Von hier stammt das
Schwäbisch-Hällische Schwein, das
längst über die Grenzen der Region
hinaus Berühmtheit erlangt hat. Es ist
kein gewöhnliches Schwein, sondern
Symbol für eine vorbildliche bäuerliche
Landwirtschaft, wie sie in Hohenlohe
gepflegt wird.
Die Geschichte beginnt im Jahr
1820. König Wilhelm I. von Württemberg ließ „zur Hebung der Schweinezucht“ chinesische Maskenschweine
importieren und mit den heimischen
Rassen kreuzen. Besonders erfolgreich
verbreiteten sich die Tiere in der Region
um Schwäbisch Hall, davon zeugt ihr
Name. Bis in die 1950er Jahre wurden
in Hohenlohe fast ausnahmslos Schwäbisch-Hällische Schweine gehalten.

Käse und Holundersekt

Niemand verdient am
Zwischenhandel
In den 1960ern begann eine Periode
des Niedergangs: Magere Fleischrassen
verdrängten die alte Landrasse. Einige
Hohenloher Bauern rund um den BioLandwirt Rudolf Bühler aus Wolpertshausen leisteten jedoch Widerstand.
1986 gründeten sie die Züchtervereinigung Schwäbisch-Hällisches Schwein,
zwei Jahre später die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall.

Rudolf Bühlers Schwäbisch-Hällische Weideschweine bekommen Eicheln.
Foto: BESH

Heute haben sich der starken
Gemeinschaft etwa 1.450 Bauernhöfe
angeschlossen – ein Drittel davon BioBetriebe. Die Hohenloher Bauern halten
ihre Tiere artgerecht auf Stroh, mit Auslauf und ohne gentechnisch verändertes
Futter. Sie vermarkten das Fleisch selbst,

niemand verdient am Zwischenhandel.
Dadurch erzielen sie Preise, die über
den marktüblichen liegen. SchwäbischHällisches Fleisch stammt in der Tat
direkt von Hohenloher Bauern.
Davon können sich die Verbraucher
auch vor Ort überzeugen. Den Hoch-

Bei einer idyllischen Fahrt durch
die Heimat der Hohenloher Bauern
erfahren die Gäste Wissenswertes über
Land und Leute. Kulinarische Stopps
an einer Käserei mit Verkostung, bei
einer Holundersektprobe und bei einer
zünftigen Vesper mit Spezialitäten
vom Schwäbisch-Hällischen stehen
ebenfalls auf dem Programm. Beim
Besuch einer Weide mit Eichelmastschweinen können die Gäste die
Schwäbisch-Hällischen in freier Natur
beobachten und mit dem Bauern ins
Gespräch kommen. Auch historische
Städte wie Kirchberg/Jagst, Vellberg
oder Schwäbisch Hall lohnen einen
Besuch.
Tanja Kurz
Weitere Informationen:
www.haellisch.eu

Landidylle mitten in Berlin
Der Bio-Erlebnis-Bauernhof bereichert das Umweltfestival
geformt werden. Andere Highlights
sind die drei Getreidebäder zum Einund Abtauchen, die Strohburg und der
Kartoffelacker zur Selbsternte. Auf
Erwachsene wartet das Smoothiebike
– die gesündeste Art, Fitness und gute
Ernährung zu verbinden. Umfangreiche
Informationen rund um den regionalen
Ökolandbau und viele Erlebnisadressen
gibt es am Stand der FÖL.
FÖL/MH/RR

Willkommen im Bio-Erlebnis-Bauernhof!

Weitere Informationen:
FÖL, Tel. (030) 28482439
www.bio-berlin-brandenburg.de

Buddeln im Kartoffelacker gehört dazu.
Fotos: Sera Kurc

B

eim Umweltfestival am 3. Juni
wird die Fördergemeinschaft
Ökologischer Landbau (FÖL) wieder
reichlich Landidylle am Brandenburger
Tor verbreiten. Zum Festival-Motto
„Zukunft der Stadt – Stadt der Zukunft“

passen die regionalen Angebote des BioErlebnis-Bauernhofes hervorragend.
Auf dem 2.000 Quadratmeter großen
Erlebnisareal erwartet die Besucher
viel ökologische Landwirtschaft zum
Anfassen, Mitmachen und Aufessen.

Ein Beispiel ist die ökologische
Lebensmittelverarbeitung. In der
Kinderbackstube von Berlins größter Demeter-Bäckerei „Märkisches
Landbrot“ kann nach Herzenslust Teig
geknetet und zu lustigen Tierfiguren

XXX

Juni / Juli 2015
2018

LAGEPLAN zu
Sowjetisches
Ehrenmal
WC
Pers.

WC

Pers.

250

249 248

241

245

BioErlebnisBauernhof -FÖL

WC

10
2
10
1
10
0

10
3

30

29

99 98

28

239

238
237

26

27

97 96

184

25

95 94 93 92

91 9

235 234

236

229

228

227

16
5
16

17
160
169
8

17
6
17
5
17
4
17
173
2
17
1

167 166

23
3
23
2
23
1
23
0

252

10
5
10
4

Straße des 17. Juni

34 33 32

18
0
17
179
8
17
7

251

35

37 36

11
1
11
10 0
9
10
8
10
7
10
6

11
8

11
7
11
116
5
11
4
11
3
11
2

120

31

38

40 39

42

11
9

43

12
122
1

45 44

41

19
6
19
19 5
4
19
3
24 192
4
24 191
3
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2
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0
18
9
18
18 8
7
18
24 1 6
0 85

25
3
20
4
20
3

254
256

46

12
9

206

20
8
20
7
25
5

13
7

136
205

49

48 47

12
128
7
12
126
5
12
4
12
3

50

13
2
13
1
13
0

51

GRÜNE LIGA

Trinkwasserstation

BioErlebnisBauernhof -FÖL

55 54
52
57 56
53
134 133
135

Safe Bike Parking

Bühne 2

18
18 3
2
18
1

Einsatzstelle
ASB

20
2
20
1
20
0
19
9
1
24 98
7
24 197
6

Yitz
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bin
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aße

16

ADFC

eg
Bremer W

K

Bremer Weg

Tiergarten

Info, Handel, Kunsthandwerk

GRÜNE LIGA Berlin
213
40
39
12
211

art to stay – Fotoaktion
Better World Cup – Fotobox
Better World Cup – Glücksrad
Das Geschirrspülmobil
Information zu Hofgrün und
urbanem Gärtnern, Glücksrad und Chill Out Zone
210 Kindersammelstelle
38 Umweltbildung und Giftfrei
Gärtnern, Insektensnacks
209 VIP- und Pressezelt

Kinderspaß & Aktion
213
39
40
136
74
170
113
137
131
205
255
52
51
250
254
206
50
207
57
55
135

art to stay – Fotoaktion
Better World Cup – Glücksrad
Better World Cup – Fotobox
Eierlaufen – FÖL
Fadenspiel
Farbenküche
Gaiagames
Getreidebad – FÖL
Getreidespiel – Biopark
Gummistiefelzielwurf – FÖL
Honig und Biene – Imker
Olaf Schwerdtfeger
Hühner – Teltower Rübchen
Insektenhotel bauen –
Naturwacht BB
Kartoffelacker – FÖL
Kinderbackstube –
Märkisches Landbrot
Kräuterraten im Hochbeet
– Speisegut
Lebensmittelquiz – SirPlus
Saatgut- und Kürbisrätsel –
Vern e.V.
Saftpressen – Mosterei Ketzür
Schafe – Gut Hirschaue
Schubkarrenrennen – FÖL

22

WC

WC

Bio-Streetfood

252 Schweine – Bernd Schulz
203 Sinnesparcours –
Bio Company
129 Toben im Stroh – FÖL
133 Traktor
132 Wachsgießen – Mellifera
24 Wasserspielplatz
225 Wertstoffprofis – Remondis
56 Wettmelken – Landkorb e.K.

Leckeres aus
biologischem Anbau
5
Alnatura
251 Backschwein – Bernd Schulz
142 Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall
36 Bearprotein
47 Bio Edelpilze Altmark
216 Bioland Imkerei an der
Probstheide
229 Blech und Bohne
185 Coffee-Bike Berlin
214 Crêpes et Galettes
221 Das ist Brot
46 Die kleine Café-Bohne
7 + 253 Eiscafé Cadillac
245 Fischerei Löcknitz
189 Frau Ultrafrisch
83 Fräulein Emma‘s oHnig
und Veganica
79 Fruleé
220 G.Bräu
235 Goldmund
247 Greening Africa Together
215 Grün & Gut Smoothies
54 Gut Hirschaue
11 Hof Töpferberge
70 Hof Windkind
103 Hofpfisterei
111 Imkerei im StadtGut
Blankenfelde

Aktionen zum Mitmachen
224
138
8
199
18
37
53
77
1
231
30
26
49
219
17
16
238
41
230
2
239
3
76

Le Pique-Nique de Romy
Lebensbaum
LunchVegaz
Melros Best
Mémoires sucrées
Mikrokosmos
Obst- und Gemüsehof
Teltower Rübchen
OEL Berlin
Ökodorf Brodowin
Ölwerk Obst
Paisá
Road Runner Bar
Running Kitchen
Straßenküche Biokartoffeln
Tannenwälder
tazpressomobil
Trophy Media
Ulrich Reich
UMBio
Urstrom Bioland-Bier
Waffellotte
Weingut Roman Herzog
Weingut Schütte und
Sungreeno

Umwelt- und Naturschutz
198 Afrika aktiv
72 Aktionsgemeinschaft
Artenschutz
122 ASNAI – Indianer
160 Bergwaldprojekt
201 Berliner Artenschutz Team
249 Berliner Stadtgüter
23 Berliner Wassertisch e.V.
241 BUND Berlin
236 Bundesamt f. kerntechnische
Entsorgungssicherheit
20 Bundesamt für Strahlenschutz
13 Bundesumweltministerium

GRÜNE LIGA

150 Deutsche Umwelthife
4
FKN – Fachverband Kartonverpackungen
114 Flussbad Berlin
178 Greenpeace
144 Heinz-Sielmann Stiftung
190 MTCC-Informationsbüro
14 NABU Berlin
85 Nandu Trägerverein
171 + 172 Naturfreunde
112 Naturfreundejugend
69 Ökowerk Berlin
68 Robin Wood
143 Senatsverwaltung für Umwelt
Verkehr und Klimaschutz
248 Slow Food und Misereor
59 Umweltbüro B/BB
159 Umweltbüro Lichtenberg
158 WWF Kinder- und Jugendteam
71 Yesil Çember

Initiativen und Parteien
21
118
28
232
146
200
61

a tip: tap
Albert Schweitzer Stiftung
aktion tier
Aktiver Tierschutz
Amnesty International
Ärzte gegen Tierversuche
ASW – Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt
127 Attac Berlin
19 Berlin 21/RENN Mitte
187+ 188 Berliner Wassertisch/
Berliner Netzwerk TTIP,
CETA, TiSA stoppen!
107 Berlin-Vegan
60 Bundesverband Tierschutz
223 Bündnis 90/Die Grünen
192 Bündnis für mehr Personal
im Krankenhaus

XXX

Juni / Juli 2018

Que

ralle

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um UMWELTFESTIVAL

17

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Tiergarten

WC

WC

225
Remondis

156

224

15
17

16

79 78 77 76 75 74

223

BSR 222

BMU 13

14

73 72 71 70 69

4
14

221

12

11 10 9 8

68 67 66 65 64

63 62 61 60 59 58

143

142

143

220

GASAG 218

FOHRegie

ralle

3

213

VIP/
Presse

211

GRÜNE LIGA
210

WC

eg
er W

Koordinierungsstelle
Kindersammelstelle
Personalzelt

Einsatzstelle
ASB

Safe Bike Parking

in e

116
92
45
173
94
86
155
156
175
117
208
29
202
124
196
154
115

BVBB e.V.
Demokratie in Bewegung
Deutsche Gesellschaft
Die Grauen
Die Linke
Friedens- und Zukunftswerkstatt Frankfurt
Initiative z. Absch. d. Jagd
Inkota
Murks? Nein Danke!
Netzwerk Cuba
Netzwerk Faires Berlin
Nichtraucherbund
ÖDP Berlin
Partei Mensch Umwelt
Tierschutz
Piratenpartei
Provieh
Regionalwert AG B/BB und
Biohof Werder
Sea Shepherd
Tierschutzverein Berlin
Tierversuchsgegner BB
Umweltgewerkschaft
V-Partei³
wirBerlin

Erneuerbare Energie
43 Aktionskreis Energie
182 Anti Atom Berlin
120 Berliner Stadtwerke
62 BürgerEnergie Berlin
6
Energieinsel
63 EWS Schönau
218 Gasag
191 Greenpeace Energy
128 Kohleausstieg Berlin
123 + 157 LichtBlick
145 Naturstrom
195 Pacte Finance-Climat
66 Sonnenrepublik Energie

Mobilität und Tourismus
226
161
234
186
149
162
48
163
165
134
166
141
233
174
100
184
96
228

ADFC Berlin
autofrei leben!
BikeNow
biss Aktivreisen
cambio CarSharing
China By Bike
DriveNow
Hofrad
KidBike
Landurlaub – FÖL-Infozelt
Ortlieb
Seenland Oder-Spree
Tourismusverband DahmeSeen
Tourismusverein TreptowKöpenick
VCD – Verkehrsclub
Deutschland
Velogut Lasten auf
Rädern
VIA Urlaub-Service
Woiwodschaft Lublin

Urbanes Gärtnern
105
130
106
177

1

Bühne

K le

140
197
31
153
176
93

2

209

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6 Alnatura FKN
4
5

42m

217
Umweltbank

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WC

7

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5
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4

64
16
3
16
2
16
1

160

26

158

15
7

15
9

85 84 83 82 8180

18

14
14 1
0
13
9
13
8

19

21
9

BFS 20

23 22 21
90 89 88 87 86

14
9
14
8
14
7
14
6
14
5

24

NABU

15
5
15
154
3
15
2
15
1
15
0

Trinkwasserstation

Botanischer Garten Potsdam
Gärtnerei biobewusst
grünerdüngen
LV Berlin der Gartenfreunde
104 Saatgut- und Permakulturgarten Alt-Rosenthal

Fairer Handel und Kunsthandwerk
109
73
64
181
167
204
98
82
237
99
9
78
246
81
87
147
10
168
35
119
169
148
33
125
88
22
110
97
44
89
91
80
194
84
240
180
108

ASRAcomics
Bär-leena
Birkenspanner
Canela
Chapati Design
CharLe – sustainable kids
fashion
Cork Gallery
Der Sache wegen
Donnerberg
Du bist die Schönste
Eversnack
faircato
Fairmondo
Filzbar
Gesunde Lebensformen
glckskind.de
Halm Trading
Jeanette Proano
Kashmir Traum
Kiezbett
Kiezkinder
Kiezmietz
littlebeing.de
Lucky Syrup Clothing
Matabooks
Monalito
Monality Music
Naturseifenmanufaktur
NaturSinn
Naturzwerge Kindermode
Palintos Massai
Papierschmuck
QuereHandarbeit
Ringana
Roshan‘s nepalesische
Klangschalen
supermarché
TeenyTini

WC
Personal

Eb
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tra
ße

Upcycling
183
164
34
65

Ehmler-Solarkocher
Katja Werner Design
KuchiiSun
Tastaturschmuck

Medien
42
244
139
179
15
75
27

Druckhaus Berlin-Mitte
neues deutschland
oekom verlag
One World Verlag
Packpapierverlag
taz futurzwei
Verlag 8. Mai

Beratung zu Umweltthemen
152 Biologische Beratung
222 BSR – Berliner Stadtreinigung
32 + 102 Die Verbraucher
Initiative
95 EthikBank
25 Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit
67 GLS Bank
121 Heinrich-Böll-Stiftung
101 Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde
126 LebensWurzeln/Wax Wrap
90 LernSinn erlebBar
193 Oikocredit
58 Papierwende
227 PSD Bank
151 Umwelt Zahn Medizin
217 UmweltBank
242 + 243 Verbraucherzentrale

18

UMWELTFESTIVAL

Juni / Juli 2018

Alles recht?
In der Biobranche wird mehr Transparenz gefordert

S

ozial- und Fair-Siegel für BioLebensmittel gibt es einige. Doch
bisher gab es ein Problem: Die
Siegel beziehen sich lediglich auf ein bestimmtes, fair gehandeltes Produkt. Ob
der Hersteller bei allen seinen Produkten
auf fairen Umgang mit den Lieferanten
und die Einhaltung sozialer Standards
achtet, bleibt unklar. Verbraucher tappen also trotz Sozial- und Fair-Siegel
im Halbdunkeln. Zu Recht werden
Forderungen nach mehr Transparenz
innerhalb der Bio-Branche lauter.
Mehr Licht muss her, befand Kiwa
International Cert, ein international tätiger Zertifizierer von Sozialstandards,
und entwickelte ein Audit-System, das
das gesamte Lieferkettenmanagement
eines Unternehmens durchleuchtet.
Zertifiziert wird nur, wer ein systematisches Vorgehen bei der Auswahl von
Anbaupartnern nachweist: Stellt das
Unternehmen sicher, dass das gesamte
Produktportfolio nachhaltig ist und
aus fairen Partnerschaften und Handel
stammt?

Pilot-Zertifizierung
bei Lebensbaum
Der Bio-Pionier Lebensbaum,
seit 1979 Hersteller von Tee, Kaffee
und Gewürzen in feinster Bioqualität,
stellte sich Anfang des Jahres als erstes
Unternehmen weltweit diesem Audit.
Mit Erfolg. Bei der Übergabe des Zertifikats im Februar sagte Renate Alijah,
Bereichsleiterin bei Kiwa International
Cert: „Wir haben die Pilot-Zertifizierung mit dem Bio-LebensmittelHersteller Lebensbaum durchgeführt,

aus Ländern mit erhöhten Risiken
für die Verletzung von Arbeits- und
Sozialstandards stammen. Deswegen
verlangt das Unternehmen von seinen
Kaffee-Anbaupartnern einen zusätzlichen Standard, der die Einhaltung
von Arbeits- und Sozialanforderungen
nachweist, zum Beispiel Naturland Fair
oder Fairtrade.

Mit Fußball und Technik
gegen Landflucht

Fußballplatz auf der Kaffee-Finca „Irlanda“ in Mexiko.

einem sehr erfahrenen Unternehmen,
was den weltweiten, fairen Handel
angeht.“ Kiwa durchleuchtete das
Lieferkettenmanagement des Unternehmens und kam zu dem Schluss, dass
Lebensbaum systematisch Rohwaren zu
fairen Bedingungen einkauft.

Mehrfach geprüfte
Anbaupartner
Für die Zutaten von LebensbaumProdukten ist der Anbau nach ökologischen Richtlinien Grundvoraussetzung, doch eine Bio-Zertifizierung sagt
nichts über Arbeits- und Sozialstandards
bei den Lieferanten aus. Fair- und
Sozial-Zertifizierungen hingegen
greifen oft zu kurz bei Vorschriften
zur Ökolandwirtschaft. Aus diesem
Grund sind Lebensbaum Anbaupartner
mehrfach geprüft.
Ein Beispiel: Lebensbaum ist
sich bewusst, dass Kaffeebohnen

Renate Alijah von Kiwa übergibt das Zertifikat an Lebensbaum-Chef Ulrich Walter.
Fotos: Lebensbaum

Kontrolle – in Form dieser Zertifizierungen – ist gut, aber nicht alles, so
der Lebensbaum-Ansatz. Für den Anbau
von Kaffee bestehen noch ganz andere
Herausforderungen. Landflucht ist ein
großes Problem für die Kaffeebauern
geworden. Die guten Fincas liegen in
unberührter Natur, aber damit auch
sehr einsam. Vielen Mitarbeitern wird
es schlichtweg zu langweilig nach
Feierabend. Deshalb hat Lebensbaum
beispielsweise auf der Finca Irlanda in
Mexiko einen neuen Fußballplatz mitfinanziert, der von Lebensbaum-Gründer
Ulrich Walter persönlich eröffnet wurde.
„Wir kennen die Situation vor Ort und
können daher sehr wirksam unterstützen, wenn mal der Schuh drückt“,
sagte Walter.
Doch Fußball allein ist nicht die Lösung. So investiert Lebensbaum weiter,
zum Beispiel in moderne Technik auf der
Finca. Das kommt natürlich der Qualität
des Kaffees zugute, hat aber auch zur
Folge, dass attraktive Arbeitsplätze auf
dem Land entstehen. Und gute Jobs sind
ein wirksames Mittel gegen Landflucht.
Anne Ludwig

Viele Facetten, eine Stadt
Auf der Umweltfestival-Bühne am Ehrenmal geht es um Insekten

B

eim diesjährigen
Umweltfestival am
3. Juni dreht sich auf der
Bühne am sowjetischen
Ehrenmal alles um das
Thema Insekten in der
Stadt. Passend dazu
erwartet die Besucher
ein facettenreiches Programm aus Theater,
Musik und Diskussionsrunden.
Einer der Höhepunkte auf der Bühne
am Ehrenmal ist die
Preisverleihung zum
Jugendwettbewerb „Ein
Berlin der vielen Facetten“. Kinder und
Jugendliche in und um
Berlin waren aufgeru- Auch Grashüpfer kommen.
fen, sich Gedanken um
Foto: mosaique Walkacts
den Schutz von Insekten

in der Stadt zu machen
und ihre Kreativität
sprühen zu lassen. Neben der Auszeichnung
auf der Bühne erwarten
die Gewinner tolle Preise für ihr Engagement.
Die kleinsten Gäste
können gemeinsam mit
dem Zuckertraumtheater
auf eine bunt inszenierte
Phantasiereise in die
Welt der Pflanzen und
Insekten gehen. Dass
Theater nicht nur etwas
für Kinder ist, beweist
„Fräulein Brehms Tierleben“ mit einem Stück
über heimische gefährdete Tierarten. Autorin
und Regisseurin Barbara
Geiger hat gemeinsam
mit Wissenschaftlern

Erstaunliches und Wissenswertes über
Europas Fauna zusammengetragen
und mit Fräulein Brehm eine Figur
erfunden, die es versteht, dem Publikum
tierische Einblicke der besonderen Art
zu verschaffen. Auf dem Umweltfestival ermöglicht Fräulein Brehm dem
Publikum eine ganz neue Sicht auf die
Vielfalt der Bienen.

Quiz, Talk und Party
Ein weiteres Highlight ist das Umweltquiz für Kinder, dieses Jahr erstmals
live auf der Bühne am Ehrenmal. Wer
stellt sich den kniffligen Fragen zu
Natur und Umwelt und gewinnt einen
der begehrten Quizpreise?
Zwischen spannenden Talkrunden
über Pestizide und Insektensterben,
giftfreies Gärtnern, die „Blue Community“ Berlin und Insektensnacks als
Ernährung der Zukunft sorgen die Bands

Honolulu Transport, Sir Plain und The
Act für ausgelassene Stimmung. Von
Country-Pop über Swing bis Rock ist für
alle etwas dabei und die Straße des 17.
Juni wird zur Tanzfläche für die Umwelt!
Los geht es um 11 Uhr im Zentrum
der Festmeile am sowjetischen Ehrenmal. Ermöglicht wird das vielfältige
Angebot durch die Stiftung Naturschutz
Berlin.
Mareike Homann
Weitere Informationen:
www.umweltfestival.de

UMWELTFESTIVAL

Juni / Juli 2018

19

Mehr Bio aus Deutschland
Der NABU gewinnt gemeinsam mit Alnatura neue Bio-Bauern im Land

Z

ubzow auf Rügen,
drei junge Frauen und
eine Bio-Gärtnerei, das
sind die Merkmale einer
ungewöhnlichen und doch
typischen Geschichte. Ungewöhnlich, weil hier Menschen wie Charlotte Gründler,
Rebecca Runge und Marieke
Stauf Unternehmergeist mit
Sinnhaftigkeit verknüpfen.
Typisch, weil sie wie 52
weitere landwirtschaftliche
Betriebe „Gemeinsam Boden
gut machen“. Unter diesem
Namen hat der Naturschutzbund NABU ein Projekt ins
Leben gerufen, das Landwirte
bei der Umstellung ihrer Höfe
auf Bio unterstützt und dabei
von der Alnatura-Bio-BauernInitiative (ABBI) gesponsert
wird.
Einer dieser Betriebe ist Preisverleihung beim Umweltfestival 2017.
Zubzow Eins. Hier haben
die drei Frauen nach ihrem
Studium und einigen Praxiserfahrungen im vergangenen Jahr mehr Menschen entscheiden sich für
eine Gärtnerei und damit offenbar ihre Bio. Schleppend dagegen entwickelt
Berufung gefunden. Seitdem stellen sie sich die Ausweitung der Bio-Flächen in
den Betrieb mit Obst-, Gemüse- und Deutschland. Lediglich rund acht ProKräuterflächen auf Bio um. In ihrem zent der landwirtschaftlichen Flächen
Café verwöhnen sie vor allem Touristen werden ökologisch bewirtschaftet. 20
mit Bio-Leckereien.
Prozent strebt die Bundesregierung bis
2030 an, doch dieses Ziel liegt noch weit
entfernt. Wenn wenig Fläche und hohe
Die Nachfrage ist da,
Produktnachfrage zusammenkommen,
es geht um das Angebot
entsteht zwangsläufig ein Sog zum
Ja, Bio ist in fast aller Munde, Ausland, das heißt immer mehr Bionicht nur in Zubzow, sondern in der Ware wird importiert. Dabei wachsen
ganzen Republik. Jeder Supermarkt auch hierzulande viele Urprodukte, es
bietet Bio-Produkte an und immer braucht lediglich mehr Bio-Flächen.

Alnatura seit 2015 etliche seiner
Produkte mit dem Hinweis „Gemeinsam Boden gut machen“ aus;
von jedem verkauften Produkt
geht ein Cent an das NABUProjekt. Gemeinsam mit weiteren
Spendern kamen so allein im
ersten Jahr rund 500.000 Euro
zusammen. Jetzt im dritten Jahr
bewirtschaften die 53 geförderten
Betriebe knapp 10.000 Hektar
nach Bioland-, Demeter- oder
Naturland-Richtlinien. Die Mitgliedschaft in einem anerkannten
Anbauverband ist Pflicht, deren
Kriterien sind strenger als die der
EU-Bio-Verordnung.

Mit Bio-Kriterien wird
der Boden gut
Unter den neuen Bio-Bauern
sind unter anderem Milchbauern,
Winzer, Walnuss- und Mohnbauern. Für den Boden ist überall
Foto: Marc Doradzillo entscheidend, wie der Anbau
erfolgt. Mit sinnvollen FruchtKlingt einfach, ist es aber nicht. folgen, organischem Dünger und ohne
Zwar hinterfragen viele Bauern das chemisch-synthetische Pestizide wird
Spritzen mit Pestiziden und den Zustand der Boden gut. Einige der in diesem Jahr
ihrer verarmten Böden, doch können sie neu geförderten Bio-Betriebe erhalten
nicht ohne Weiteres aus einem jahrelang am ersten Junisonntag auf dem Umweltgelebten System aus- und in ein neues festival der Grünen Liga in Berlin ihre
einsteigen. Neben ökologischem Know- Urkunde, darunter auch Zubzow Eins.
Volker Laengenfelder
how brauchen sie finanzielle Mittel, eine
Perspektive und nicht zuletzt auch Mut.
Weitere Informationen auf dem
Letzteren können sie sich nur selbst
Umweltfestival am 3. Juni um
geben, für alles andere können sie sich
13.30 Uhr auf der Bühne am
bei „Gemeinsam Boden gut machen“
Brandenburger Tor mit Bundesbewerben.
umweltministerin Svenja Schulze,
Um diese Fördergelder zu ermögsowie unter www.alnatura.de/abbi
lichen, zeichnet der Bio-Großhändler

Riesen-Demo gegen dicke Luft
Am 3. Juni starten wieder Zehntausende zur größten Fahrraddemonstration der Welt

Berlin

Radverkehr ist abgasfrei!

ree

Sp

Oranienburger Tor

Kapelle
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tstr. Ziegelstr.

WeinOra
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meisterstr.
b. S
tr.

Friedrichstr.

Hackescher
Markt
Alexanderplatz
ee

Großer
Stern
14:00 Uhr

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Sp

Juni
Straße des 17.
Tiergarten

UMWELTFESTIVAL
11: 00 - 19:00 Uhr

Ale
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Bellevue

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olsk
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Alt-Moa

Hauptbahnhof

TREFFPUNKT
U-Bhf. RosaLuxemburgPlatz
13:00 Uhr

b
xem .-Str.
R.-Lu

TREFFPUNKT
Hauptbahnhof/
Washingtonplatz
13:30 Uhr

Torstr
TREFFPUNKT
.
str.
S-Bhf. Oranien- Tor
Rosenthaler
Platz
burger Str.
13:15 Uhr

Spr

Tour-Informationen siehe S. 32 und
www.fahrradsternfahrt.de

STERNFAHRT –KINDERROUTE (7 km/h)

Friedrichstr.

neuer Wagen braucht Zeit. Schneller und
kostengünstiger geht der Ausbau der
Fahrrad-Infrastruktur.
Die Hälfte aller Autofahrten in Berlin
ist kürzer als fünf Kilometer, jede dritte
Fahrt sogar kürzer als drei Kilometer. Diese
Strecken legen viele Menschen schon jetzt
gern mit dem Fahrrad zurück – mit einem
durchgängigen und sicheren Radwegenetz
würden noch mehr Berlinerinnen und
Berliner dasAuto mit Freude stehenlassen.
Am 3. Juni wollen dafür wieder Zehntausende bei der traditionellen Sternfahrt
in die Pedale treten. Die Touren beginnen
am Vormittag in vielen Orten rund um
Berlin und enden um 14 Uhr am Großen
Stern direkt neben dem Umweltfestival.
Nikolas Linck, ADFC Berlin

fer

ehr als zwei Jahre ist es her, dass
erstmals ein Fall von Abgasbetrug
deutscherAutohersteller öffentlich wurde.
Seitdem folgt eine Enthüllung nach der
anderen. Längst ist klar, dass die Automobilkonzerne über lange Zeit nicht nur ihre
Kunden betrogen und geschädigt haben,
sondern vor allem die Stadtbewohner, die
unter den hohen Stickoxidbelastungen
leiden. Die Politik kehrte die AbgasTricksereien wohlwollend unter den
Teppich. Nun müssen Berlin und andere
deutsche Städte umdenken.
Auch in Berlin werden die europäischen Grenzwerte für Stickoxide
überschritten. Tempo 30, Förderung der
Elektromobilität und Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs werden nicht ausreichen, um schnelle Erfolge zu erzielen.
U- und S-Bahnen in der Hauptstadt sind
bereits am Kapazitätslimit, die Lieferung

Paulstr.

M

START: S+U-Bhf.
Jannowitzbrücke
12:45 Uhr

Brandenburger Tor

Vorläufige Routenführung, weitere Informationen unter www.adfc-berlin.de

SONNTAG, 3. JUNI 2018

20

Juni / Juli 2018

3. JUNI 2018
AM BRANDENBURGER TOR
11 – 19 UHR ZUKUNFT DER STADT – STADT DER ZUKUNFT
Große Bühne am Brandenburger Tor

11:00
11:30

Eröffnung mit Blue Lane (Rockin‘ the Blues)
Bestäubend schön: Berlin – Talk mit: Grüne Liga Berlin,
Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte, Deutsche
Wildtierstiftung
Blue Lane
Die Regionalwert-Idee – Talk mit FÖL, Regionalwert AG
Fair Food by Bike – Showkochen
Sambada de Coco (Música Popular Brasileira)
Live-Umweltquiz
Förderpreisverleihung: Gemeinsam Boden gut machen
mit Svenja Schulze (Bundesumweltministerin), Leif Miller
(NABU-Bundesgeschäftsführer), Prof. Götz Rehn (Gründer
und Geschäftsführer Alnatura), Prof. Hartmut Vogtmann
(Beiratsvorsitzender Alnatura Bio-Bauern-Initiative)
Sambada de Coco
Stadtquartier der Zukunft – Talk mit Katrin Lompscher
(Stadtentwicklungssenatorin), Matthias Trunk (GasagVorstand), Oliver Schruoffeneger (Bezirksstadtrat
Charlottenburg-Wilmersdorf)
Anton Schutt – Der Junge unterm Fenster

11:45
12:15
12:30
12:45
13:10
13:30

14:00
14:30

14:45

15:15
15:45
16:00
16:15
16:30
17:00
17:30
18:00
18:15
19:00

Beranger (Classical Grunge)
Mobilität der Zukunft – Talk mit Regine Günther
(Verkehrssenatorin), Prof. Andreas Knie (innoZ),
Frank Masurat (ADFC Berlin)
Beranger
Der Große Preis des Umweltfestivals –
Preisverleihung mit Schauspieler Andreas Hoppe
Beranger
Live-Umweltquiz
Hautnah (Rock for Nature)
Die Zukunft des Öko-Landbaus –
Talk mit Rudolf Bühler (Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall)
Hautnah
Festivalabschluss
Moderation: Julia Vismann, radioEins
Hinweis: Änderungen vorbehalten

Bühne am Sowjetischen Ehrenmal
11:00
11:30

Eröffnung mit Honolulu Transport (Jazz, Pop, Rock)
Insektensnacks – hui oder pfui? – Talk mit
Bearprotein, Mikrokosmos
Honolulu Transport
Fräulein Brehms Tierleben: Die wilden Bienen – Theater
Lasten auf Leihrädern – Talk mit Velogut
Ein Berlin der vielen Facetten: Preisverleihung zum
Kinder- und Jugendwettbewerb mit der Grünen Liga
Berlin
Zuckertraumtheater: Bli-Bla-Blütentanz
Sir Plain (Folk Pop)
Live-Umweltquiz für Kids
Fräulein Brehms Tierleben: Die wilden Bienen
Pestizide: Gefahren für die Biodiversität! – Talk mit
Michael Wimmer (FÖL), Dr. Stefan Kühne (Julius-KühnInstitut)
Sir Plain

11:45
12:10
12:40
12:50
13:20
14:10
14:30
14:45
15:15
15:30

Foto: © spaxiax – despositphotos.com

Berlin

15:50
16:10
16:30
17:00

17:15
17:40
18:00
19:00

Live-Umweltquiz für Kids
Sir Plain
Fräulein Brehms Tierleben: Die wilden Bienen
Artenvielfalt statt Gift im Garten – Talk mit Sandra
von Rekowski (Geschäftsführerin Deutsche GartenbauGesellschaft 1822 e.V.) Alain Hamm (Gartenfreunde e.V.
Landesverband Berlin), Sarah Buron (Grüne Liga Berlin)
L’orchestre couchette – Das Liegewagenorchester
Berlin ist Blue Community: Aktiv für freies Wasser –
Talk mit Dorothea Härlin (Blue Community), Samuel
Höller (a tip: tap)
The Act (Rock)
Festivalabschluss
Moderation: Yvette Dankou
Hinweis: Änderungen vorbehalten

Juni / Juli 2018

21

Umweltbildung in Marzahn-Hellersdorf
Umweltbildungszentrum Kienbergpark im Jahr eins nach der IGA

Z

ur Internationalen Gartenausstellung IGA Berlin 2017 ist mit
dem Umweltbildungszentrum
Kienbergpark ein idealer Lernort für
gemeinsame Erfahrungen und lebensnahe Wissensvermittlung geschaffen
worden (Der Rabe Ralf berichtete).
Nach einem erfolgreichen Jahr auf
dem IGA-Campus mit mehr als 50.000
Besuchern wird das Programm im Umweltbildungszentrum seit Mai dieses
Jahres durch die Grün Berlin GmbH
fortgesetzt.
Das Umweltbildungszentrum
(UBZ) liegt direkt am Wuhleteich und
bietet Veranstaltungen für Schulen,
Kitas, Erwachsene und Familien an
– sowohl an Schultagen als auch an
Wochenenden und im Ferienprogramm.
Angeleitet werden die Veranstaltungen
von erfahrenen außerschulischen
Bildungspartnern aus den Bereichen
Natur- und Umweltpädagogik, Gartenbau, Gesundheit und Ernährung,
globales Lernen, Kunst und Medien
sowie Berufsorientierung.

Gärtnern, forschen,
experimentieren
Naturbeobachtung und die Bedeutung der biologischen Vielfalt werden
auch in diesem Jahr ein Schwerpunkt
des Angebots sein. Wer Lust auf
gemeinsames Gärtnern hat, kann
hier seine Erfahrungen einbringen
und gleichzeitig Neues hinzulernen.
Wichtig sind Spaß an der Sache und
der gemeinsame Erfolg. Gesunde Er-

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vor allem Insekten im Kienbergpark,
bestimmt. Bei der diesjährigen City
Nature Challenge traten über 60 Städte
weltweit an, um in Momentaufnahmen
die Artenvielfalt zu untersuchen.

Ideen für Wander- und
Projekttage gesucht

Das Umweltbildungszentrum liegt direkt am Wuhleteich.
Foto: GRÜNE LIGA Berlin

nährung, spannende Experimente und
eigenständiges Forschen sind auch in
dieser Saison im Programm, auch wenn
das Gesamtangebot natürlich nicht so
umfassend sein wird wie zur IGA.
Geplant sind für dieses Jahr etwa
600 Veranstaltungen. Sie richten sich
an Kita- und Schulgruppen und auch
an Interessierte aus den Stadtteilen.
Das Angebot soll alle Jahrgangsstufen
ansprechen und Interessantes für Familie
und Nachbarschaft bieten. Stattfinden
werden die Veranstaltungen in der Regel
wochentags, einzelne Programme aber
auch am Wochenende und in den Ferien.

Die einzelnen Angebote des UBZ
Kienbergpark sind auf der unten angegebenen Internetseite zu finden und können dort nach Thema und Zeit gefiltert
werden. Buchungsanfragen sollen per
E-Mail erfolgen. Die Veranstaltungsgebühr beträgt 40 bis 60 Euro pro Gruppe.
Neben den Programmen im Klassenzimmer sollen weitere Veranstaltungsformate und Kooperationen
entwickelt werden. Ende April hat sich
das UBZ gemeinsam mit dem Museum
für Naturkunde mit fünf Aktionen an
der „City Nature Challenge“ beteiligt.
Dabei wurden Pflanzen- und Tierarten,

Am 7. und 8. Juli findet in Kooperation mit dem Verein Berlin 21 ein
Wochenende zu den Themen Stadtgrün,
Gesundheit und Nachhaltigkeit statt.
Spaziergänge für die ganze Familie mit
Bewegungsübungen am Kienberg, ein
Ernährungsprojekt mit dem „globalen
Powerkorn Amaranth“ und kreative
Ideenfindungen, wie gesunde Orte in der
Stadt aussehen können, laden die Gäste
zum Mitmachen ein.
Im Herbst bilden Fotografie und Film
projektbezogene Schwerpunkte. Zusammen mit dem lokalen Jugendverein Roter
Baum wird zurzeit ein internationales
Workcamp zur Naturfotografie für Jugendliche vorbereitet.
Wenn Sie Ideen und Wünsche für
Wander- oder Projekttage haben, melden
Sie sich gern beim Umweltbildungszentrum. Eine individuelle Programmgestaltung ist nach Absprache möglich. Nutzen
Sie die Chance und nehmen Sie neue
Impulse für Unterricht und Alltag mit!
Ulrich Nowikow, UBZ
Weitere Informationen:
www.kienbergpark.de
(Umweltbildungszentrum)
Tel. (030) 700 906-755, -754

Energie durch Sonnenkraft
So werden Einfamilienhausbesitzer in puncto Stromversorgung unabhängig

Wer auf erneuerbare Energie setzt
und sich mit seiner Stromversorgung
obendrein unabhängig von fremden
Versorgern machen möchte, der ist
bei der Energieinsel GmbH im Oranienburger Ortsteil Germendorf an der
richtigen Adresse. Das Unternehmen hat sich auf die Installation von
Sonnenkraftwerken spezialisiert, die
aus einer Photovoltaikanlage und
einem Stromspeicher bestehen.
Der Solarstrom aus eigener Produktion wird in einer hochwertigen
Batterie gespeichert. So kann er
dann verbraucht werden, wenn er
benötigt wird – selbstverständlich
auch nachts. Mit dieser Technologie
können Einfamilienhausbesitzer bis
zu 100 Prozent ihrer Stromkosten
beim Energieversorger sparen. Ihr
Sonnenkraftwerk à la Energieinsel
GmbH macht Sie also in puncto
Stromversorgung unabhängig.

Die Energieinsel GmbH versteht
sich als Komplettanbieter, bei dem Sie,
immer mit einem Blick in die Zukunft,
alles aus einer Hand bekommen. Der
Weg in Ihre neue Unabhängigkeit
startet damit, dass sich die Energieexperten die Gegebenheiten bei Ihnen vor
Ort anschauen. Anschließend planen
Ingenieure dann Ihr maßangefertigtes
Sonnenkraftwerk. Jedes Projekt wird
individuell besprochen, bevor es dann
letztendlich von Elektriker und Dachdecker aus dem Hause Energieinsel
montiert wird.
Dass das Energieinsel-Konzept
funktioniert, wird ab September dieses
Jahres unter Beweis gestellt: Ein neues
Bürogebäude direkt an der Autobahnabfahrt Oberkrämer entsteht. Das
zweigeschossige Niedrigenergiehaus
bietet 700 Quadratmeter Nutzfläche
in Holzständer-Bauweise und eine
daran angeschlossene eingeschossige

Lagerhalle mit 300 Quadratmetern Fläche. Auch Interessenten und Kunden
profitieren vom neuen Gebäude. So
werden auf einer Ausstellungsfläche
mit über 200 Quadratmetern die

neuesten Entwicklungen auf dem
Photovoltaikmarkt gezeigt sowie die
Funktionsweise und Möglichkeiten
der eigenen Stromproduktion erläutert.
„Mit dem neuen Haus haben wir
endlich die Möglichkeit, unser Konzept
selbst anzuwenden. Im derzeitigen
Mietobjekt war uns die Montage ei-

ner Photovoltaikanlage auf dem
Dach seitens des Eigentümers
untersagt“, erklärt Rico Rückstadt,
Geschäftsführer der GmbH. Eine
100-kWp-Photovoltaikanlage soll
zukünftig nicht nur den Strom für
das Gebäude, sondern auch für die
zwei Wärmepumpen und die sechs
Ladestationen für Elektroautos
produzieren. Der Standort im Gewerbepark, direkt an der Autobahnabfahrt Oberkrämer ist ideal für alle
Durchreisenden mit Elektroauto. Ab
Herbst 2018 können Kunden bei der
Energieinsel einen Zwischenstopp
einlegen, um in gemütlicher Atmosphäre bei einer Tasse Kaffee das
E-Auto aufzuladen.
Energieinsel GmbH
Tel. 03301 / 573280
www.meine-energieinsel.de
Tag der offenen Tür:
9. Juni 10-16 Uhr

22

VERKEHR

Juni / Juli 2018

Nachtzüge statt Flüge
Europäische Nachtzug-Aktionswoche machte Halt in Berlin

A

m Abend des 11. Dezember
2014 fuhr zum letzten Mal ein
Zug über Nacht von Berlin
nach Paris. Drei Jahre später fuhr der
berühmte „Metropol“-Nachtzug nach
Wien und Budapest das letzte Mal ab.
Wer heute nach Budapest will, muss mit
dem EC nach Prag fahren und dort meist
mehrere Stunden auf den Anschluss
nach Budapest warten. Ein Zug, der
jahrzehntelang wichtige osteuropäische
Hauptstädte verband, verschwand
wegen der Erhöhung der Trassenpreise
in Deutschland. Gleichzeitig wird der
Flugverkehr in Europa jährlich durch
Steuervergünstigungen in Höhe von 30
Milliarden Euro subventioniert.
Eine kleine Gruppe von Aktiven
des österreichischen Umweltnetzwerks
„System Change, not Climate Change!“ reiste deshalb im April auf der
„Metropol“-Strecke von Wien nach
Berlin, um für die Wiedereinführung
des traditionsreichen Zuges zu demonstrieren. Hauptsächlich engagiert
sich das Netzwerk in Wien für einen
Stopp der geplanten Flughafenerweiterung, wobei es zunächst erfolgreich
war und überraschend ein Bauverbot
für die neue Startbahn erreichte. Bis
das Verfassungsgericht es vor einem
Jahr wieder aufhob. Die Gruppe
kämpft trotzdem weiter für weniger
Flugverkehr.

gab es Protestaktionen
Als Alternative für
und Informationsveraninnereuropäische Flüge
staltungen. Vor allem die
setzt sich „System ChanBahnreform in Frankreich
ge, not Climate Change!“
ist gerade ein heiß diskubesonders für Nachtzüge
tiertes Thema, weil dort
ein, die die Menschen
nicht nur Nacht-Fernzüge
in Europa auch schon
gestrichen werden sollen,
vor der Billigflieger-Zeit
sondern auch viele Remiteinander verbanden.
gionalstrecken.
Denn viele Flüge sind kürAuch von Dänemark
zer als 1.000 Kilometer.
und Schweden gibt es
Doch während der innerseit einigen Jahren keinen
europäische Flugverkehr
regelmäßigen Nachtzug
stark zunimmt, werden
mehr nach Mittel- und
europaweit immer mehr
Westeuropa. Für diese
Nachtzüge eingestellt.
Verbindung haben sich
Dabei fliegen nur zehn
einige Engagierte nun
Prozent der Weltbevölke- Bei schlechter Verbindung auf dem Bahnsteig schlafen?
ein Konzept überlegt, das
rung überhaupt, belasten
Foto: Leonhard Lenz
jedoch wohl ein Traum
dabei die Umwelt und
bleiben wird.
ihre Mitmenschen jedoch
Immerhin: Zwischen Wien oder
Wir brauchten früher
in erheblichem Maße und helfen das
Zürich und mehreren deutschen
keine Flugzeugreise,
Klima zu destabilisieren.
Städten bieten die Österreichischen
wir fuhren mit dem
„Züge statt Flüge“ war deshalb
Bundesbahnen tägliche Nachtzüge an,
Nachtzug nach Paris.
das Motto für die Fahrt von Wien nach
darunter Berlin–Frankfurt–Zürich. Der
Doch heute rosten
Berlin. Auf dem Berliner Hauptbahnhof
„Nightjet“ schreibt auch keine roten
hinterm Rhein die Gleise,
wurden die Reisenden ebenfalls mit
Zahlen. Mit dieser Begründung hatte
weil man den Zug in
einem Spruch empfangen: „Saving the
die Deutsche Bahn dieselben NachtKöln abbiegen ließ.
night trains for saving the climate“ –
zugverbindungen 2016 eingestellt.
die Nachtzüge retten, um das Klima
Leonhard Lenz
Das Ganze war Teil der Aktionszu retten. Wie es sich für eine richtige
Begrüßung gehört, gab es auch ein woche für mehr Nachtzüge des euroWeitere Informationen:
Ständchen – das Lied über den wunder- päischen Netzwerks „Back on Track“
www.nachtzug-bleibt.eu
(Zurück in die Spur). In ganz Europa
baren Nachtzug Berlin–Paris:

Die Grenze zwischen Auto und Fahrrad verschwimmt
Auf der Fahrradmesse „Velo Berlin“ konnten die neuesten Trends bestaunt werden

S

oder wettergeschützte Kästen,
childer mit der Aufschrift
in denen sich eine komplette
„Motor abstellen“ hängen
Fahrradwerkstatt transportienoch immer in den Hangars
ren ließe.
des ehemaligen Flughafens
Auch für das schnelle
Tempelhof, die zeitweise auch
Be- und Entladen der großen
als Autowerkstätten genutzt
Lastenräder wird eine Lösung
wurden. Das interessiert an
gezeigt. Ein mit Rollen verdiesem Tag jedoch niemanden,
sehener Container kann über
denn in den Hangars tummeln
eine klappbare Vorrichtung
sich über 16.000 Besuchein wenigen Sekunden auf die
rinnen und Besucher auf dem
Ladefläche befördert werden.
Fahrradfestival „Velo Berlin“
So benötigt man nur mehrere
und bestaunen die neusten RäContainer, kann aber das Rad
der – von denen allerdings auch
selbst schnell weiterschicken.
ein Großteil motorisiert ist.
Ist das noch ein Fahrrad? Lastenrad beim Rennen.
Solch ein Konzept ist natürNeben einigen MounFoto: Leonhard Lenz
lich eher für Lieferdienste
tainbikes und Rennrädern dointeressant und für alles,
minieren E-Bikes die Hallen.
Daneben werden vor allem technische ohne Motorunterstützung bewegen, für was momentan mit teuren Lieferautos
Lösungen für die geschützte Aufbewah- längere Strecken mit Ladung kann das transportiert wird. Die offene, leichte
Bauweise spart im Vergleich zu klasrung der Bikes gezeigt. Die Frage, wie aber lange dauern.
Das ehemalige Rollfeld wird von sischen Lieferwagen viel Energie und
man so eine große Aufbewahrungsbox
denn nach Hause bekommen soll, Tüftlern und Bastlern dominiert, die ihre Rohstoffe. Die Grenze zwischen rein
beantwortet gleich ein gegenüberlie- Prototypen zur Probefahrt bereitstellen. motorbetriebenen Autos und Fahrrädern
gender Stand. Hier steht ein über fünf Es wimmelt von Interessierten, die mit verschwimmt dabei immer mehr.
Für den Privatgebrauch interessanter
Meter langer Fahrrad-Tieflader mit einer Begeisterung die teilweise eineinhalb
Traglast von bis zu 500 Kilogramm. Meter breiten und fünf Meter langen ist die Idee der „Berliner Wanne“. DaAllzu lange Strecken sollte man ohne Lastenräder testen. Einige haben La- hinter steckt nicht nur ein besonders
zusätzlichen Akku jedoch nicht einpla- deflächen, auf denen ganze Familien wendiges Lastenrad, sondern auch ein
nen. Das „Fahrrad“ lässt sich zwar auch durch die Gegend gefahren werden, Konzept für einen „Bikeomat“. Das ist

eine vertikale Leihstation für die „Berliner Wannen“. Die Räder sollen in einer
Art Paternoster eingehängt werden und
können über ein Terminal ausgeliehen
werden. Die Stationen sollen zunächst
an verschiedenen Stellen in Kreuzberg
aufgestellt werden und auch optisch ansprechend sein. Ansonsten dominieren
niederländische Erfinder und Firmen
klar das Bild auf der „Velo Berlin“.
Dass man mit Lastenrädern auch
Radrennen fahren kann, zeigt zum
Abschluss des Fahrradfestivals das
„International Berlin Cargo Bike Spring
Race“. Neben den großen motorisierten Schwertransportern, die außer
Konkurrenz fuhren, lieferten sich die
zwei- und dreirädrigen Cargobikes
erbitterte Duelle. Das große Spektakel
auf dem Vorfeld der Hangars, bei dem
die Räder natürlich auch korrekt be- und
wieder entladen werden mussten, war
ein gelungener Abschluss für das Fest
des Fahrrads.
Leonhard Lenz
Im nächsten Jahr findet die
„Velo Berlin“ am 27. und 28. April
wieder in den Hangars des
Flughafens Tempelhof statt.
www.veloberlin.com

REZENSIONEN

Juni / Juli 2018

23

Inklusive Wohnformen
Selbstorganisiertes, gemeinschaftliches Wohnen für alle

G

emeinschaftliches Wohnen
liegt im Trend. Es erfordert
viel Kommunikation – und oft
auch erhebliche finanzielle Mittel. Die
Entwicklung solcher Wohnprojekte
dauert oft viele Jahre, sie sind daher
zumindest zu Beginn nicht geeignet, um
kurzfristige Wohnungsnot zu beheben,
zeigen jedoch modellhaft Alternativen
zum isolierten Leben in Mietwohnungen
oder Einfamilienhäusern auf.
Das „id22 Institut für kreative
Nachhaltigkeit“ organisiert seit 2003 in
Berlin die jährlichen Wohnprojekttage
„Experiment Days“. Der id22-Gründer
Michael LaFond und seine Kollegin Larisa Tsvetkova möchten mit ihrem Buch
„CoHousing Inclusive“ zeigen, wie
„alle“ gemeinschaftlich wohnen können: „Definiert wird inklusives Wohnen
in diesem Buch durch Zugänglichkeit
für alle, unabhängig von Gender,
persönlichen Fähigkeiten, finanziellen
Ressourcen, Migrationshintergrund,
Fluchterfahrung oder Behinderung.“

Vielfältige Modellprojekte
Vorangestellt ist ein Beitrag von
Raúl Aguayo-Krauthausen, der aus
seiner persönlichen Perspektive als
Rollstuhlfahrer beschreibt, was für
ihn Barrierefreiheit bedeutet. Im Buch
werden zehn neuere Modelle aus dem
deutschsprachigen Raum vorgestellt,
welche die Vielfalt inklusiver Wohnformen repräsentieren sollen. An vier
weiteren, bisher noch nicht realisierten
Projekten und vier regionalen Strategien möchten die HerausgeberInnen
zeigen, was darüber hinaus möglich
sein könnte. Thematische Beiträge und
Kurzstatements von ExpertInnen aus

aller Welt runden das Buch ab, dessen
Texte durchgängig in deutscher und
englischer Sprache vorliegen.
Michael LaFond lebt mit etwa
140 weiteren Personen in der Berliner
Genossenschaft Spreefeld. Deren Mitglieder müssen durchschnittlich 1.050
Euro pro Quadratmeter Wohnfläche als
Genossenschaftseinlage leisten. Die
Genossenschaft kann eine Bürgschaft
übernehmen für diejenigen, die weder
das Geld haben noch für Banken kreditwürdig sind. Ein Teil der Räume wurde
rollstuhlgerecht errichtet.
Im Sharehouse Refugio in Berlin
leben Menschen mit und ohne Fluchtgeschichte in Wohngemeinschaften,
allerdings nur befristet für eineinhalb
Jahre. Das Grandhotel Cosmopolis in
Augsburg wurde von KünstlerInnen in
einem Gebäude der Diakonie eingerichtet, in dem sich auch eine staatlich betriebene Flüchtlingsunterkunft befindet.
In drei Darmstädter GenossenschaftsProjekten leben fast 240 Menschen,
davon einige mit Migrationshintergrund
und Behinderungen, in einer Mischung
aus Sozialwohnungen, ungeförderten
Mietwohnungen und mit eigentumsähnlichen Dauerwohnrechten.

Gemeinschaft fördern
Ein ganzes Quartier für 1.200
Menschen errichtete in Zürich die
Genossenschaft Mehr als Wohnen , die
wiederum von über 50 einzelnen Genossenschaften getragen wird. Die Gebäude
sind barrierefrei und fast die Hälfte der
BewohnerInnen sind MigrantInnen.
Aus Wien wird QueerBau vorgestellt,
ebenso Vinzirast, wo Studierende und
ehemals Obdachlose gemeinsam in

Wohngemeinschaften leben.
Kleine Wohneinheiten werden mitunter zu Clustern mit Gemeinschaftsbereichen zusammengefasst, auch
Begegnungszonen wie Laubengänge
oder Wohnflure können gemeinschaftsfördernd wirken. Oft gibt es multifunktionale Räume, die für unterschiedliche
Betätigungen genutzt werden können
und teils auch für die Nachbarschaft
offen sind.
Das Erbbaurecht oder die besondere rechtliche Konstruktion des
Mietshäuser-Syndikats sind Ansätze
zur Verhinderung der Privatisierung
und Verwertung von Immobilien am
Markt. Ein entscheidender Faktor für
inklusives Wohnen ist die Frage des
Eigentums am Boden.
Das Buch gibt einen Einblick in vielfältige Diskussionen und Erfahrungen.
Mit dem Schwerpunkt auf Inklusion
wird eine der großen Herausforderungen
für die zukünftige Wohnraumver-

sorgung umrissen. Gleichzeitig wird
deutlich, dass es noch ein weiter Weg
ist, das Recht auf Wohnen für alle zu realisieren. Selbstorganisation ist hilfreich
und notwendig, kann jedoch politische
Unterstützung und entsprechende Finanzierungshilfen nicht ersetzen.
Die HerausgeberInnen benennen
die „Zutaten für Inklusion in Wohnprojekten“ folgendermaßen: Teilen statt
Besitzen, Vielfalt, Prozesshaftigkeit,
Kreativität, Gemeinwohlorientierung,
Komplexität, Zugänglichkeit, soziale
Mischung, Ökologie, Kooperationen,
langfristige Planung, Lernen. Es geht
ihnen um gemeinschaftliches Wohnen.
Wer einfach nur gut, günstig und langfristig sicher wohnen möchte, ohne sich
von vornherein auf Gemeinschaftlichkeit zu orientieren, ist hier – trotz aller
Inklusionsansprüche – wohl eher nicht
gemeint. Allerdings könnten Elemente
des hier Beschriebenen auch Eingang
finden in die reine Wohnraumversorgung, denn gute Nachbarschaft und
gegenseitige Unterstützung – die es
schon immer und auch ganz unabhängig von programmatischer Gemeinschaftsförderung gibt – können durch
Partizipationsangebote und bauliche
Maßnahmen unterstützt werden.
Elisabeth Voß
Michael LaFond, Larisa Tsvetkova
(Hrsg.):
CoHousing Inclusive
Selbstorganisiertes, gemeinschaftliches Wohnen für alle
Jovis Verlag, Berlin 2017
240 Seiten (dt./engl.), 29,80 Euro
ISBN 978-3-86859-462-1
www.cohousing-inclusive.net

Der Traum vom guten Wohnen
Das Wohnprojekt Wien und andere Wohnexperimente

D

ie schwangere Journalistin Barbara Nothegger ist mit ihrem Partner
auf Wohnungssuche. Sie beschreibt
das Glücksgefühl, als sie einen Platz
in einer Baugruppe finden, aber auch,
wie mühsam es ist, sich der Gruppe
anzunähern, und wie anstrengend
die vielen Treffen sind. Die Autorin
schildert, wie sie zwischen Euphorie
und Zweifel hin- und hergerissen ist
und wie sie sich mit dem gemeinsamen
Projekt verbindet, je mehr Aufgaben
und Verantwortung sie übernimmt.
Konflikte kommen dabei ebenso vor
wie ermutigende Gemeinschaftserlebnisse.
Im Wohnprojekt Wien leben etwa
65 Erwachsene und 35 Kinder. Sie
haben ihr Haus von einem Bauträger
entsprechend ihren Bedürfnissen
errichten lassen und es anschließend

als Verein selbst erworben. Neben der
Schilderung der Entwicklung ihres
Wohnprojekts reflektiert die Autorin
die gesellschaftliche Bedeutung solcher Vorhaben und deren Potenziale
zur Wohnraumversorgung.
Barbara Nothegger stellt auch
ähnliche Gemeinschaften im gesamten deutschsprachigen Raum vor. Aus
Berlin zum Beispiel die konfliktbehaftete Baugruppe Am Urban und
die Spreefeld-Genossenschaft, in der
es teils heftige Auseinandersetzungen
um die Eigentumsorientierung gab.
Für Gruppen, die etwas Ähnliches
vorhaben, formuliert die Autorin einige Anregungen und Hilfestellungen.
Das Buch zeigt anschaulich, wie es
einer großen Baugruppe von Mittelschichtsangehörigen gelingt, ihren
Traum vom guten Wohnen in einem

überschaubaren Zeitraum zu verwirklichen, und wie auch das Miteinander
gelingen kann.
Elisabeth Voß
Barbara Nothegger:
Sieben Stock Dorf
Wohnexperimente für eine
bessere Zukunft
Aus der Reihe „Leben auf Sicht“
Residenz Verlag Wien 2017
176 Seiten, 19,00 Euro
ISBN 9783701734092

24

RALF KOCHT

Juni / Juli 2018

Hartes Brot
Altbackene Rezepte für altbackene Scheiben
Bohnen-Brot-Salat

O

b in der Suppe, im Salat, als
Auflauf oder Süßspeise – allein
die Fülle der Rezepte zeigt uns,
dass Brot für die Menschen einmal
ein wertvolles Grundnahrungsmittel
und kein billiger Wegwerfartikel war.
Etwa ein Viertel der Backwaren, die
wir heute kaufen, schmeißen wir in der
Tonne. Manchmal, weil dem Brot eine
unappetitliche grüne Frisur gewachsen
ist, aber oft nur deshalb, weil es alt ist.
Dabei gibt es genug Möglichkeiten,
den harten Kanten zu neuem Leben zu
erwecken. Und das Schöne dabei: Sie
sind einfach, schnell und köstlich.
Manch Arme-Leute-Essen hat es bis
zur Nationalspeise geschafft, wie die
Açorda alentejana. Die portugiesische
Landbevölkerung im armen Alentejo
weichte ihre Brotscheiben in einer
Brühe aus Knoblauch und Wildkräutern
ein. Wer konnte, gab noch ein Ei dazu.
Fertig war das Abendbrot. Heute steht
die Suppe auf der Speisekarte in fast
jedem portugiesischen Restaurant –
oft verfeinert mit teureren Zutaten wie
Garnelen.
Auch in Deutschland hat jede Region ihre typischen Brotgerichte wie
beispielsweise Semmelknödel. Auch
eine große Vielzahl an süßen Brotrezepten zeugt vom Ideenreichtum der
Köchinnen. Wie wäre es mit Armen
Rittern zum Nachtisch?

Zutaten für ca. 4 Portionen
200 g getrocknete weiße Bohnen
(oder 1 Dose mit 480 g
Abtropfgewicht)
400 g (Cocktail-)Tomaten
200 g Fladenbrot/Ciabatta/
Baguette
1 Bund Basilikum
2 Zweige Bohnenkraut oder
Thymian/Oregano
2-3 Knoblauchzehen
1-2 rote Zwiebeln
6 EL Olivenöl
2 EL (Balsamico-)Essig
2 EL Tomatenmark
50 ml Wasser
1 TL Zucker
Salz, Pfeffer, Chilipulver

Açorda alentejana

Brotsuppe:
Açorda alentejana
Das traditionell verwendete Brot
Pão alentejano ist ein helles Sauerteigbrot mit einer kräftigen Kruste. Deshalb
eignet sich dieses Rezept besonders für
Bauernbrot oder Krustenbrot.
Zutaten für 2 Portionen:
4 Scheiben Bauernbrot
2 Eier
700 ml Wasser
3 Knoblauchzehen
1 Bund Koriander
4 EL Olivenöl
Wenn verfügbar, einige Zweige
Poleiminze, oder andere
Wildkräuter

Zutaten für Bohnen-Brot-Salat
Foto: Sarah Buron

1. Das altbackene Brot in Stücke
schneiden.
2. Die Blätter der Kräuter von den
Stielen zupfen und mit den Knoblauchzehen im Mörser zu einer
Paste verstoßen und mit Olivenöl
mischen.
3. Brotstücke und Kräuterpaste in
eine Schüssel oder einen Topf geben, mit kochendem, gesalzenem
Wasser übergießen, alles mischen
und 5 Minuten ziehen lassen.

4. Mit frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.
5. Die Eier weich kochen, abpellen
mit der Açorda anrichten.
Alternativ kann man die Eier
pochieren (garziehen) – so wird das
Gericht meist im Restaurant serviert.
Das Rezept kann nach Belieben
durch Hinzufügen von Stockfisch, Krabben, Blutwurst etc. erweitert werden.

1. Getrocknete Bohnen über Nacht
mehrere Stunden einweichen.
Einweichwassser abgießen und die
Bohnen mit Wasser bedeckt in ca.
60 min weich kochen. (Oder eine
große Dose/Glas Bohnen verwenden.)
2. Bohnen abtropfen und in eine Salatschüssel geben.
3. Cocktailtomaten vierteln, Basilikum fein hacken und dazugeben.
3. Brot in kleine Würfel schneiden und in einer beschichteten
Pfanne mit 1 EL Olivenöl, dem
Bohnenkraut und einer gepressten
Knoblauchzehe anrösten, bis es
knusprig ist, dann in die Schüssel
geben.
4. Zwiebeln in feine Ringe schneiden
und mit 5 EL Olivenöl in der Pfanne bei mittlerer Hitze 4 min dünsten. 1-2 gepresste Knoblauchzehen und das Tomatenmark ca. 1-2
min mit den Zwiebeln mitbraten.
5. Mit Essig und Wasser ablöschen,
mit Zucker, Salz, Pfeffer und Chili
würzen und zu einer Paste verrühren. Diese über die Salatzutaten
gießen und alles mischen.
6. Ziehen lassen und servieren.
Guten Appetit!

Sarah Buron

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Sonntag

10:00 - 16:00 Uhr

Donnerstag

12:00 - 18:00 Uhr

Kollwitzplatz
Lausitzer Platz
Maybachufer
Schillermarkt

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Samstag

09:00 - 16:00 Uhr

Freitag

12:00 - 18:00 Uhr

Dienstag

11:00 - 18:00 Uhr

Freitag

11:00 - 18:00 Uhr

Samstag

11:00 - 17:00 Uhr

Samstag

10:00 - 16:00 Uhr

LICHTENBERG

Tuchollaplatz

Freitag

12:00 - 19:00 Uhr

SCHÖNEBERG

Winterfeldplatz

Samstag

08:00 - 16:00 Uhr

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REGIONALES

Juni / Juli 2018

25

Nicht nur für Verliebte
Rheinsberg – ein Erholungstipp für Gestresste aus der Großstadt

Schlossgarten, Seenlandschaft
und Gedenkorte
Ein weiteres Museum der Stadt widmet sich seit
2002 der Porzellanmalerei, die hier am Ort bereits seit
1762 praktiziert wird. Die wirtschaftliche Bedeutung
dieses Handwerks ist allerdings heutzutage nur noch
gering. Apropos Handwerk, jedes Frühjahr lockt der
Rheinsberger Töpfermarkt mit internationaler Beteiligung zu einem Besuch der Stadt.
Die kleine Innenstadt lädt zum Schlendern ein.
Eine Reihe von Sehenswürdigkeiten ist ausgeschildert. Auffällig sind die vielen Denkmäler, die an die
Deportation und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung erinnern – wie die Ehrengrabanlage für die
umgekommene Häftlinge des Todesmarsches auf dem

für die Größe der Stadt beträchtliches kulturelles
Programm. Dazu gehören die sich in diesem Jahr
zum 70. Mal jährenden Rheinsberger Musiktage, die
Brandenburgischen Sommerkonzerte und die Musikakademie Rheinsberg.
Der Ort ist auch deshalb hervorzuheben, weil er
für seine Möglichkeiten relativ viel für Menschen mit
Beeinträchtigungen bietet. Die Stadt veranstaltet nicht
nur die Deutschen Meisterschaften im Rollstuhltanz,
viele Hotels sind rund ums Jahr auf Gäste mit Beein-

trächtigungen eingestellt und auch die Uferwege sind
weitestgehend rollstuhlgerecht.
Ein Besuch in Rheinsberg lohnt sich sowohl für
einen Tagesausflug als auch für ein (verlängertes)
Wochenende – gerade im Frühling oder Sommer.
Maurice Schuhmann
Reiselektüre: Theodor Fontane, Wanderungen
durch die Mark Brandenburg; Kurt Tucholsky,
Rheinsberg – Ein Bilderbuch für Verliebte
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vom Bauern

Hohenloher Bauern züchten und mästen
ihre Schwäbisch-Hällischen Schweine
artgerecht und vermarkten ihr Fleisch
selbst. Das EU-Siegel garantiert die
regionale Herkunft.
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Rheinsberg ist eine Reise wert.
Foto: Yvonne Schwarz

Städtischen Friedhof oder eine 1976 angebrachte Gedenktafel für die im April 1945 im KZ Sachsenhausen
umgekommenen Häftlinge des Todesmarsches.
Die meisten kommen aber eher wegen der wunderschönen Landschaft, die man am besten bei einer
Wanderung um den See oder einer kleinen Bootsfahrt
erkundet, und wegen dem Schlossgarten. In diesem
hat auch der einstige Schlossherr Prinz Heinrich seine
letzte Ruhestätte gefunden.
Als Abendprogramm bieten mehrere Theater ein

Kampagne finanziert
mit Fördermitteln
der Europäischen Union

Der Inhalt dieser Anzeige gibt allein die Meinung des Autors wieder, der allein
für den Inhalt verantwortlich ist. Die Europäische Kommission haftet nicht für
die etwaige Verwendung der darin enthaltenen Informationen.

T

heodor Fontane begann seinen Bericht über
Rheinsberg in seinen „Wanderungen durch die
Mark Brandenburg“ mit einer Klage über die
schlechte Verkehrsanbindung – gefolgt von ausgiebigen Beschreibungen über die Schönheit des Ortes.
Das Verkehrsproblem ist mittlerweile behoben und die
Stadt ist von Berlin aus mit der Bahn gut zu einem
günstigen Preis des VBB-Tarifs zu erreichen.
Die Hauptattraktion in dem malerisch gelegenen
Städtchen am Grienericksee ist das Schloss Rheinsberg, in dem der „Alte Fritz“ zeitweilig residierte. Es
diente als ein Vorbild für das wohl bekanntere Schloss
Sanssouci in Potsdam und hatte bereits einen Vorgängerbau im Mittelalter. In seinen Räumen residieren
heute keine Könige mehr, dafür aber ein Literat. Das
Schloss beherbergt ein Literaturmuseum, das sich dem
umfangreichen Wirken von Kurt Tucholsky widmet,
der mit seiner Erzählung „Rheinsberg. Ein Bilderbuch
für Verliebte“ dem Ort ein literarisches Denkmal setzte.
Der Ursprung des noch relativ jungen Museums
geht auf die Gründung einer Kurt-Tucholsky-Gedenkstätte im Jahr 1989 zurück. Das Museum bietet neben
der Ausstellungsfläche auch einen Raum für Lesungen,
in dem unter anderem die jeweiligen Stadtschreiber
auftreten. Neben Materialien zu Tucholsky findet
sich im Archiv des Museums auch einiges zu seinem
„Konkurrenten“ Carl von Ossietzky.

26

Juni / Juli 2018

REZENSIONEN

Schluss mit lustig
Warum wir mehr Verbote und ein neues Denken brauchen

D

er Titel dieses Buches verstört.
Und tatsächlich soll es wachrütteln. Hier wird radikal über
unsere „Komfortzone“ hinaus gedacht.
Ja: viele Vorschläge in diesem Buch sind
unbequem und schwer umzusetzen und
berühren Dinge, über die nicht geredet
wird. Ja: viele Gedankengänge sind
rücksichtslos – rücksichtslos gegen
Gedankenlosigkeit, Bequemlichkeit,
Ausflüchte, Lügen, gegen die fortschreitende Zerstörung unserer Lebensbedingungen. Hier schreibt einer, der die herrschenden Verdrängungsmechanismen
und Halbheiten satthat. So gut wie in
allen zentralen und überlebenswichtigen
Fragen wird dies in dem Buch deutlich:
von Ökologie über Bevölkerungswachstum, Biodiversität und Ernährung bis hin

Wegen des großen Bedarfs:
Wieder erhältlich!

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Klassiker aus den 1990er Jahren
Wir können auch ganz anders
Grundsätzliche Alternativen
Einfach anders leben
Selbstversorger auf dem Land
Leben in Gemeinschaft
Ideen und Praxis
(2 Diplomarbeiten)
Politik mit dem Einkaufskorb
Lob und Kritik des fairen Handels
Wir sehnen uns nach dem,
was wir zerstört haben
Wurzeln der Naturzerstörung
„Hier steht jeder auf zwei
Beinen“
Gärten und Kleinlandwirtschaft
in Osteuropa
Wachstum und Nachhaltigkeit
Ist „nachhaltiges Wachstum“
möglich?
Die Öko-Falle
Warum grüner Kapitalismus nicht
funktioniert
Das Leben ist unökonomisch
Subsistenz – Abschied vom ökonomischen Kalkül
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zu Krieg und Frieden – und vor allem,
was unseren bisherigen Umgang mit den
bedrohlichen Trends angeht.
Seit vielen Jahrzehnten lebt die
Menschheit über die Verhältnisse ihres
begrenzten Planeten. Zurzeit brauchen
wir dafür 1,6 Erden. So kann es nicht
weitergehen, das wissen alle. Aber auf
die Flugreise in den Süden, die ausgedehnte Motorradtour und das tägliche
Stück Fleisch auf dem Teller wollen
die meisten trotzdem nicht verzichten.
Deshalb meint der Journalist und Verleger Herbert Lenz: Es wird Zeit, dass
uns jemand auf die Finger haut und
„Schluss damit!“ sagt.

verstaatlichen, alle Waffen zu verbieten,
große Agrar- und Lebensmittelkonzerne
zu zerschlagen, den Verbrauch von
Energie und Wasser zu besteuern und
die Gehälter zu begrenzen – der oberste
Chef darf nur noch das Zehnfache des
kleinsten Angestellten verdienen.“

Freiheit zur
Selbstzerstörung?
Zahlreiche ressourcenverschwendende Luxusgüter müssen sofort
abgeschafft werden. Große Verschmutzungsfaktoren sind zu begrenzen, zum
Beispiel durch ein Limit an Flugmeilen.
Das Buch fordert klare Verbote in vielen
Bereichen und ein anderes Denken. Die
vermeintliche Freiheit des Individuums
– genauer: die Freiheit, unsere und
künftige Lebensgrundlagen zu zerstören – muss sich für eine enkeltaugliche
Welt hinten anstellen. Nur drastische
Eingriffe formen eine neue Weltgemeinschaft, eine „Union Erde“, mit der sich
Nationalismus überwinden lässt.
Hier und an manch anderer Stelle
könnte man dem Autor eine gewisse Naivität vorwerfen. Doch bei genauerem
Hinsehen und Hineindenken wird
deutlich, dass vor allem die in unseren
westlich-kapitalistischen Gesellschaften vorherrschenden Haltungen „naiv“
sind: Wir denken und tun so, als könne
es mit Überkonsum, Ausbeutung und
Zerstörung so weitergehen, als sei
unser „Way of Life“ die richtige und
anzustrebende Normalität.
Es heißt, dass dem Autor Herbert
Lenz während des Schreibprozesses
für sein vorhergehendes Buch „Die
Menschheit schafft sich ab“ immer
klarer geworden sei: Wir brauchen ganz
drastische Einschnitte – sonst fahren wir
unser „Raumschiff Erde“ an die Wand.
Und so wartet Lenz unter anderem mit
einem 11. Gebot auf: „Du sollst die Erde
lieben wie Dich selbst.“

Agrarkonzerne auflösen,
Rohstoffe verstaatlichen
Der Kern seiner Haltung kommt
sehr gut im folgenden Zitat zum Ausdruck: „Da wir Menschen schwach,
fehlerhaft und fürchterlich bequeme
Querschädel sind, die darüber hinaus
uneinsichtig unter latenter Rechthaberei
leiden, passt folgende Selbstgeißelung
des Zeit-Autors Sebastian Dalkowski:
‚Ich will Verbote!‘“ In einem Interview
mit dem Freitag fasste Lenz zusammen:
„Es geht auch darum, alle Rohstoffe zu

An einigen Stellen sind Passagen
mit Science Fiction (oder „Social
Fiction“) eingebaut, um kommende
Verhältnisse anschaulich und nachvollziehbar zu beschreiben. Besonders
eindrucksvoll und berührend ist der Text
von Ray Müller, der ein Gespräch zweier
junger Menschen schildert, die sich im
Jahr 2070 nach einer großen nuklearen
Verwüstung rückblickend über die
Fehler und Unterlassungen der vorhergehenden Generationen unterhalten.
Sie können überhaupt nicht verstehen,
wie die Vernichtung der Zivilisation
passieren konnte, wieso nicht genug
gegen Klimawandel, Kriege und Artensterben unternommen wurde: „Obwohl
man wusste ... Sie haben alles gewusst.
Aber sie haben es dennoch getan.“ Und
weiter: „Die Maxime war: Wir möchten
von allem immer mehr. Nicht weil es
sinnvoll ist, sondern weil wir es wollen.
Das nannten sie ‚Freiheit‘.“ Wie in den
anderen Teilen des Buches werden auch
in dieser kleinen Zukunftsgeschichte
Fakten eingestreut, die provozieren:
„Kannst du dir vorstellen, dass im
damaligen Amerika den Menschen von
Geburt an im Durchschnitt jeden Tag
5.000 Werbespots ins Gehirn gespült
wurden?“

Stand der Forschung in
klare Worte gefasst
Das Buch kann wegen der teilweise
drastischen Gedankengänge wohl kaum
in einem Zuge durchgelesen werden.
Zu viel Unangenehmes kommt zur
Sprache und zu Bewusstsein. Aber trotz

unserer recht wirkungsvollen mentalen
Abwehrmechanismen und Ausreden
dürften doch den meisten Leserinnen
und Lesern die Herausforderungen
begreiflich werden. Die Lektüre kann
die alltäglich reproduzierte Kunst- oder
auch Märchenwelt entzaubern und manche Denk- und Verhaltensänderungen
anstoßen.
Das Buch beschreibt in höchst
offener und schonungsloser Weise die
Lage und die erforderlichen Maßnahmen, wie sie auch die moderne Forschung – in anderer Sprache und Form
– immer öfter darlegt: Wir benötigen
nicht nur eine Effizienzrevolution, die
mehr aus demselben herausholt, sondern
auch eine „Suffizienzrevolution“, die
überhaupt weniger herausholt. Neben
immerwährenden Innovationen brauchen wir auch „Exnovationen“, also die
Abschaffung von dem, was uns schadet.
Es müssen Verbote durchgesetzt werden: von Kohleverbrennung, Verbrennungsmotoren, Waffenproduktion, Einwegprodukten, Verpackungen. Es geht
darum, eine einigermaßen geordnete,
umfassende und zügige Transformation
zu einer nachhaltigen Entwicklung zu
steuern, statt Chaos, Dauerkrise und
Katastrophen erleiden zu müssen. Die
Transformationsforschung unterstreicht
immer wieder, wie wichtig staatliches
Handeln ist, um das Überleben der
Zivilisation zu ermöglichen. Kurzum:
Der neue Lenz ist da – ein aufrüttelnder
Weckruf.
Edgar Göll
Herbert Lenz:
Zur Hölle mit uns Menschen!
Warum wir mehr Verbote und ein
neues Denken brauchen
Komplett-Media, Grünwald 2018
252 Seiten, 19,99 Euro
ISBN 978-3-8312-0458-8

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REZENSIONEN

Juni / Juli 2018

27

Weltrettung als Geschäftsmodell
Nachhaltigkeitsversprechen von Konzernen sind meist nur „grüne Lügen“

K

Den Wandel kann man
nicht kaufen

Z

Peter Gerhardt, Jonas Daldrup:
Raus aus der Komfortzone
denkhausbremen, Bremen 2018
30 Seiten, kostenloser Download:
www.denkhausbremen.de/
neues-interviewheft

E

Z

Befragten sind sich einig: Ohne gerechte
Beziehungen zwischen dem globalen
Süden und den reichen Industriestaaten,
aber auch innerhalb der Länder, werden
Artenvielfalt oder Weltklima nicht zu
schützen sein.
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ie Umweltverbände gehören zu
den mitgliederstärksten und am
besten vernetzten Organisationen in
Deutschland. Inzwischen sind sie aber
etwas in die Jahre gekommen. Sind die
Verbände aus der Zeit gefallen – oder
sind sie wichtiger denn je? Was müssen
sie tun, um wirkmächtig zu bleiben?
Dazu hat das „Denkhaus Bremen“
Interviews mit Aktivistinnen und Mitarbeiterinnen von BUND, Greenpeace,
Konzeptwerk Neue Ökonomie, NABU,
Naturfreunde und WWF geführt. Die

K

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Unternehmensmultis wie Nestlé, Unilever und Bayer an der Ausarbeitung
der „Agenda 2030“ mit ihren 17
Zielen für nachhaltige Entwicklung
(Sustainable Developement Goals,
SDGs) beteiligen und welche Rolle
Umweltorganisationen als grüne
Helfer der Industrie spielen.
Sie macht darauf aufmerksam,
dass jede profitorientierte Branche,
die mit problematischen Rohstoffen
arbeitet, einen „Runden Tisch“
betreibt, an dem Vertreter von Unternehmen, Umweltverbänden und
Regierungen Platz nehmen – das
FSC-Label für nachhaltige Fortwirtschaft und der „Global Roundtable
on Sustainable Beef“ (GRSB) für
Rindfleisch sind nur zwei Beispiele.
Dabei arbeitet Hartmann heraus, dass
diese Runden Tische nicht an der
Verringerung der Rohstoffausbeutung
arbeiten, sondern an der Produktionssteigerung.

Anzeigen

Hartmann mahnt aber auch
die Konsumgesellschaft, diese
Widersprüche zu benennen und
anzuprangern und den Nachhaltigkeitszertifikaten nicht blind
zu vertrauen. Denn die geneigte
Kundschaft hört gern, dass alles
so weitergehen kann wie bisher
und der Kauf von „fairen“ und
„ökologischen“ Produkten die Welt
verbessert. Die Nachhaltigkeitssiegel
der Unternehmen dienen sozusagen als
Steigbügel für eine intelligente Form
des Selbstbetrugs.
Kathrin Hartmanns Buch führt in
die neoliberale, globalisierte Konzernwelt ein und zeigt an mannigfachen
Beispielen aus der Agrar- und Lebensmittelbranche, der Modeindustrie und
dem Energiesektor die Konsequenzen
des Kapitalismus für Mensch und Natur
auf. Anhand persönlicher Schicksale
und verheerender Naturkatastrophen
stellt sie die Zusammenhänge zwischen
unternehmerischem Handeln und unserem Konsumverhalten her.
In der Hoffnung, dass es sich bei
der Lektüre um einen dystopischen
Roman handelt, kommt man aus dem
Kopfschütteln nicht heraus und kann
das Buch nur schwer aus der Hand
legen. Das Happy End bleibt aus, aber
der Glaube an einen Wandel stirbt

R
X

Umweltbibliothek
Die Umweltbibliothek der
GRÜNEN LIGA Berlin besteht
seit 1990 und umfasst zurzeit
2000 Bücher zu allen Umweltthemen, dazu Zeitungen und
Zeitschriften von „taz“ über
„Kritische Ökologie“ und
„Mieter-Echo“ bis „Le Monde
diplomatique“.

Albert Einstein schuf nicht nur die Relativitätstheorie. Er meinte auch, dass es nicht reiche, die gesellschaftlichen Probleme zu benennen, es müssten
auch die ökonomischen Ursachen behoben werden.

Interviewheft zur Wachstumskritik
in den Umweltverbänden

D

Kathrin Hartmann:
Die Grüne Lüge
Weltrettung als profitables
Geschäftsmodell
Karl Blessing Verlag, München 2018
240 Seiten, 15 Euro
ISBN 978-3-89667-609-2
www.thegreenlie.at

V

In ihrem Werk nimmt Kathrin
Hartmann alle Beteiligten in solchen
Greenwashing-Fällen unter die Lupe.
Sie fragt, warum die Vereinten Nationen

zuletzt. So endet die Autorin mit dem
Appell, „eine Utopie des guten Lebens
zu entwickeln und diese politisch gegen
die Privilegien weniger durchzusetzen“.
Claudia Kapfer

P

Grüne Helfer der Industrie

Auch die deutsche Bundesregierung und ihr Rat für nachhaltige
Entwicklung (RNE) beteiligen
sich an dieser Strategie. Mit dem
„Deutschen Nachhaltigkeitspreis“
prämiert der RNE Unternehmen,
die „wirtschaftlichen Erfolg mit
sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt verbinden und
nachhaltiges Handeln zu weiterem
Wachstum nutzen“. So wurden
Ökogranaten wie BASF, Procter &
Gamble, Siemens oder Volkswagen schon für den Preis nominiert
oder sogar damit ausgezeichnet.

J

athrin Hartmann, Journalistin und Autorin, beschäftigt sich seit vielen Jahren
mit fragwürdigen Geschäftspraktiken weltweit agierender Konzerne
und mit grünen Kommunikationsstrategien. Gemeinsam mit dem
Dokumentarfilmer Werner Boote
(„Plastic Planet“) deckt sie auf,
wie Konzerne ihre neoliberalen
Geschäftspraktiken und deren
verheerende Auswirkungen in ein
moralisch einwandfreies Licht
rücken, indem sie Fakten aus dem
Zusammenhang reißen und Tatsachen verdrehen. Neben einem bildgewaltigen Dokumentarfilm ist ein
Buch entstanden, das durch seinen
Detailreichtum ebenso besticht wie
durch die analytischen Fähigkeiten
der Autorin, erschütternde Zahlen
und Fakten in gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge zu stellen.
Greenwashing nennt man heute
die Kunst, umweltschädlichen Dingen ein grünes Mäntelchen umzuhängen. Eines der bekanntesten Beispiele ist die Marke Nespresso von
Nestlé. Die Unternehmens-Homepage
verkündet: „Bei Nespresso sind wir der
Überzeugung, dass jede Tasse Kaffee
nicht nur Genussmomente bereiten,
sondern auch Gutes für die Umwelt
und das Gemeinwohl bewirken kann“.
Obendrauf kommt George Clooney, der
als Werbebotschafter auftritt und für den
80 Euro pro Kilo teuren Kapselkaffee
und das damit einhergehende reine Ökogewissen posiert. Wie ein riesiger Berg
Aluminiummüll und die Ausbeutung
von Kleinbauern – die südsudanesischen
Kaffeebauern bekommen zwei Dollar
für das Kilo Exportkaffee – am Ende das
versprochene „Gute“ bewirken sollen,
erfährt man nicht.

ethecon setzt genau hier an. Mit weltweiten
Kampagnen und Aktionen. Für eine Welt ohne
Ausbeutung und ohne Unterdrückung. Als Stiftung
mit langem Atem. Weit über die heute lebenden
Generationen hinaus.

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28

TERMINE

Juni / Juli 2018

Fr 1.6.
Essbare Baumblätter am
Wegesrand (Wanderung)
17-19:15 Uhr
Es werden Blätter vorgestellt, die
Smoothies, Salate und viele Speisen mit neuen Geschmackserlebnissen bereichern können.
Treffpunkt: Botanischer Volkspark
Blankenfelde, Blankenfelder
Chaussee 5, 13159 Berlin
Anfahrt: Bus 107 Botanischer
Volkspark
Anmeldung: VHS TempelhofSchöneberg, Kurs TS14.085S,
Tel. 902773000,
E-Mail: vhs@ba-ts.berlin.de,
www.vhs-tempelhof-schoeneberg.de
Kosten: 7,54/5,77 Euro

Mo 4.6.
1.000. Fukushima-Mahnwache am Kanzleramt
18-19 Uhr
Seit der Atomkatastrophe von
Fukushima findet jede Woche eine
Mahnwache gegen Atomkraft und
für Frieden vor dem Bundeskanzleramt satt. An diesem Montag
fordern dort zum 1.000. Mal
Menschen ein Ende der Nutzung
der Atomkraft.
Ort: Vor dem Kanzleramt, WillyBrandt-Str. 1, 10557 Berlin-Tiergarten
Info: Tel. 0173-9969036,
www.mahnwache-kanzleramt.de

Mi 6./13./
20./27.6.
Gentechnik-Workshops
auf dem Weltacker
10-13 Uhr
Warum ist es bei uns verboten,
gentechnisch veränderten Mais
anzubauen, in Spanien aber
nicht? Warum werden Maisgene
überhaupt verändert und was hat
das für Folgen für Landwirtschaft,
Ökosystem und Gesundheit? In
Workshops für Schüler*innen der
11. bis 13. Klasse oder außerschulische Jugendgruppen soll
darüber diskutiert werden, was
alte und neue Gentechnik für die
Landwirtschaft bedeuten. Vor Ort
zum Anfassen gibt es gentechnikfreien Mais-, Raps- und Sojaanbau auf dem neuen Weltacker im
Bezirk Pankow.
Anmeldung und Anfragen für weitere
Termine: E-Mail: boye@2000m2.eu
Ort: Botanischer Volkspark Pankow,
Blankenfelder Chaussee 5, 13159
Berlin-Blankenfelde
Anfahrt: Bus 107 Botanischer
Volkspark

Fr/Sa 8./9.6.
Berlin Machen (Aktionstage)
In ganz Berlin werden an diesen
Tagen Parks und Spielplätze gereinigt, um diese Orte schöner und
die Freiräume wieder genießbar
zu machen. Kleine oder große
Gruppen haben die Möglichkeit
eigene Aktionen anzumelden. Naturschutzverbände bitten darum,
Gewässerufer mit Brutzonen zu
meiden (siehe Seite 10).
Infos/Karte: www.aktionstag2018.de

Themenabend zur Fahrradsituation in Städten
18-21 Uhr
Vorträge mit dem Schwerpunkt
Berlin, die Vorführung des
Films „Bikes vs. Cars“ und eine
abschließende Diskussionsrunde
mit dem Publikum und den Referenten bilden den Abend. Es soll
eine Plattform geboten werden,
um über Verbesserungen der täglichen Situation von Fahrradfahrern im Stadtverkehr nachzudenken, Lösungsansätze vorzustellen
und darüber zu diskutieren.
Ort: Fasanenstr. 87a, 10623
Berlin-Charlottenburg
Anfahrt: Bahnhof Zoo
Info: Tel. 040 / 3803840, E-Mail:
effizienzhaus@zebau.de,
www.zebau.de
Anmeldung:
E-Mail: nicole.hiltl@zebau.de

Wir möchten besonders auch
Termine kleinerer Umweltgruppen und BIs veröffentlichen und
bitten um rechtzeitige Information
bis zum 20.
15. des Vormonats.
Die Redaktion

So 10.6.+8.7.

Adressen: Seite 31

Arbeitseinsatz auf der Düne
Wedding
14-17 Uhr

Fr 15.6.

Der NABU Berlin pflegt regelmäßig zusammen mit Freiwilligen
schützenswerte Flächen in Berlin.
Ort: Schul-Umwelt-Zentrum Mitte,
Scharnweberstr. 159, 13405
Berlin-Reinickendorf
Anfahrt: U6 Kurt-Schumacher-Platz
Info: Tel. 98608370,
E-Mail: lvberlin@nabu-berlin.de,
www.berlin.nabu.de

Mo 11.6.
CO2-Vorgaben für Neuwagen: Wie gelingt der
Klimaschutz im Autoverkehr? (Diskussion)
11-14 Uhr
Der Verkehrssektor hat in
Deutschland noch nichts zum
Klimaschutz beigetragen. Auf
EU-Ebene wird derzeit über
neue CO2-Minderungsziele für
Neuwagen beraten. Die Grünen
halten nicht nur die Ziele für zu gering, sie fürchten auch Abschwächungen, beispielsweise durch
Umrechnungs- und Anrechnungstricks. Welche Maßnahmen muss
der Vorschlag enthalten, um die
Klimaziele von Paris zu erreichen?
Wie würden sich ehrgeizigere
Vorgaben auf den Durchbruch
der Elektromobilität und die
Zukunftschancen der Autoindustrie
auswirken? Diesen Fragen soll
das Fachgespräch nachgehen.
Ort: Paul-Löbe-Haus, Platz der
Republik, 10557 Berlin-Mitte
Anfahrt: Berlin-Hauptbahnhof
Info: Tel. 22751460, E-Mail:
ak2@gruene-bundestag.de
Info und Anmeldung bis 6.6.:
www.gruene-bundestag.de
(Termine)

Di 12.6.
Naturschutzfinanzierung
im neuen EU-Haushalt
(Diskussion)
11.30-14.30 Uhr

Do 7.6.

Auf diesen Seiten stehen Berliner
Umwelt-Termine (im weiteren
Sinne). GRÜNE-LIGA-Termine
sind mit dem Logo gekennzeichnet (grau: Mitarbeit).

Am 2. Mai legte die Europäische
Kommission ihren Vorschlag für
den neuen EU-Haushalt vor. Die
dazu laufenden Verhandlungen
mit dem Europäischen Parlament
und den Mitgliedsstaaten werden
zu fundamentalen Weichenstellungen für Europa führen, mit
Wirkungen bis zum Ende des
nächsten Jahrzehnts. Welche
Chancen ergeben sich daraus
für eine gezielte Förderung von
Naturschutzmaßnahmen, die für
die Artenvielfalt wirksam und für
Landnutzer attraktiv ist? Was
muss die Bundesregierung tun,
um ihr Versprechen aus dem
Koalitionsvertrag für eine bessere
Naturschutzfinanzierung aus dem
EU-Haushalt einzuhalten? Diese
Fragen sollen mit Vertreter/innen
aus Politik und Verbänden diskutiert werden.
Ort: NABU-Bundesgeschäftsstelle,
Charitéstr. 3, 10117 Berlin-Mitte
Anfahrt: Berlin-Hauptbahnhof oder
Bahnhof Friedrichstraße
Info: Tel. 284984-0, E-Mail:
nabu@nabu.de
Info und Anmeldung bis 5.6.:
www.nabu.de/nabutalk

Wildkräuter am Wegesrand
(Wanderung)
17-19.15 Uhr
Wie sehen Ochsenzunge, Bärenklau, Franzosenkraut, Vogelmiere,
Knoblauchsrauke oder Giersch
aus und wie schmecken sie?
Welche wundervollen Inhaltsstoffe
bieten sie? Oft wandern wir durch
Wiesen oder Wälder und haben
keine Ahnung, welche Kostbarkeiten wir da mitunter zertreten.
Auf der Wanderung werden Wildkräuter vorgestellt, die Smoothies,
Salate, Brotaufstriche und viele
weitere Speisen mit neuen Geschmackserlebnissen bereichern
und gleichzeitig das Wohlbefinden
steigern können.
Anfahrt: Bus 107 Botanischer
Volkspark
Anmeldung: VHS TempelhofSchöneberg, Kurs TS14.089S,
Tel. 902773000,
E-Mail: vhs@ba-ts.berlin.de,
www.vhs-tempelhof-schoeneberg.de
Kosten: 7,54/5,77 Euro

Sa/So
16./17.6.
Langer Tag der Stadtnatur
In ganz Berlin öffnen Gärten ihre
Türen und können besichtigt
werden. Dazu gibt es Informationen zum Stadtnaturschutz sowie
Mitmachaktionen (siehe Seite 2).
Für einige Aktionen ist eine Anmeldung nötig.
Info und Anmeldung:
Tel. 26394141, E-Mail:
ralf.liebau@stiftung-naturschutz.de,
www.langertagderstadtnatur.de
Tickets: 7/5 Euro online oder in
BVG-Kundenzentren, WeichardtBäckereien, denn’s-Biomärkten
und Thalia-Buchläden

So 17.6.
Nützlingsunterkünfte:
Käfer, Wildbienen
und Co. (Mitmachaktion)
13-16 Uhr
Insektensterben – nein, danke!
Wir bauen große und kleine Unterschlupfe für Krabbeltiere. Holt
euch Anregungen, wie man sie
mit einfachen Mitteln im Garten,
auf dem Balkon und sogar auf der
Fensterbank fördern kann. veranstaltung im Rahmen des Langes
Tags der Stadtnatur.
Ort: Friedhof Heinrich-RollerStraße (Eingang gegenüber der
Grundschule), 10405 BerlinPrenzlauer Berg
Anfahrt: Tram M2 Metzer Straße,
Tram M4 Am Friedrichshain
Info: Tel. 4433910, E-Mail:
giftfreiesgaertnern@grueneligaberlin.de

Sa 23.6.
Traditionelle Wiesenmahd
am Schleipfuhl
9-12 Uhr
Anfänger und Fortgeschrittene
können sich im Umgang mit der
Sense üben. Mit einer kleinen
Einweisung zu Beginn und einem

anschließenden kleinen Imbiss.
Treffpunkt: Naturschutzzentrum
Schleipfuhl, Hermsdorfer Str. 11a,
12627 Berlin-Hellersdorf
Anfahrt: Tram 18/M6 Jenaer Straße
Info: Tel. 9989184, E-Mail:
schleipfuhl@naturschutz-malchow.de

So 24.6.
Die kritische EnergieStadttour
14-16.30 Uhr
Woher kommt eigentlich der
Berliner Strom? Und wer verdient
daran? Wo und wann erstrahlte
die erste Berliner Glühbirne?
Was hat die Braunkohle mit dem
Spreewasser zu tun? Der Berliner
Energietisch lädt ein zur kritischen
Stadtführung. An mehreren
Stationen machen wir die Berliner
Energieversorgung erlebbar –
fossil und erneuerbar, historisch
und aktuell. Wir schauen Angela
Merkel aufs (Solar-)Dach, nehmen
ungedämmte Plattenbauten unter
die Lupe und suchen die Mobilität
der Zukunft.
Treffpunkt: vor dem ARD-Hauptstadtstudio, Wilhelmstr. 67a,
10117 Berlin-Mitte
Anfahrt: Bahnhof Friedrichstraße
oder S+U-Bhf. Brandenburger Tor
Info: Tel. 24357803, E-Mail:
info@berliner-energietisch.net,
www.berliner-energietisch.net
Anmeldung: Tel. 0176-21758355

Sa 30.6.
Wie schützt der Mensch
sich vor sich selbst?
Der Beitrag von Kunst,
Wissenschaft und Religion
(Konferenz)
10.30-17.45 Uhr
Kultur ist janusköpfig. Einerseits
hat sie die Menschen zur alles
dominierenden Spezies werden
lassen und ihnen beispiellosen
Wohlstand beschert. Andererseits
hat sie sie durch Raubbau an Natur, Umwelt, Mensch und Gesellschaft in existenzielle Bedrängnis
gebracht. Wie kann das zerstörerische Potenzial der heute vorherrschenden Kultur eingedämmt
werden? Welche Strategien haben
hierfür die Menschen in früheren
Zeiten und anderen Teilen der
Welt entwickelt? Und welche Rolle
spielen dabei Wissenschaft, Kunst
und Religion? Solche Fragen werden auf der Konferenz der Stiftung
kulturelle Erneuerung behandelt.
Ort: Tagungswerk Jerusalemkirche, Lindenstr. 85, 10969 BerlinKreuzberg
Anfahrt: Bus 248 Jüdisches Museum
Info: Tel. 089 / 38088170, E-Mail:
kontakt@kulturelleerneuerung.de,
www.kulturelleerneuerung.de
Anmeldung:
www.kurzlink.de/kulturell

So 1.7.
Berliner FlussbadPokal 2018
Auch dieses Jahr gibt es neben
dem jährlichen Schwimmwettbewerb um den Pokal ein sogenanntes Flussschwimmen, bei dem
die sich Strecke des zukünftigen
Flussbads vor der Kulisse der
Berliner Museumsinsel ohne Eile
erkunden lässt. Der 4. Berliner
Flussbad-Pokal richtet sich damit
sowohl an ehrgeizige Schwimmerinnen und Schwimmer als
auch an Wasseraffine aus dem
Freizeitsport.
Ort: Spree, Monbijoubrücke bis
Schlossbrücke, 10117 Berlin-Mitte
(Spandauer Vorstadt)
Anfahrt: Bahnhof Friedrichstraße
Info: Tel. 555744-50,
E-Mail: info@flussbad.berlin,
www.flussbad-berlin.de/
der-flussbad-pokal-2018
Anmeldung für das Schwimmen
bis 24.6.: www.flussbad-berlin.de/
teilnehmen-am-flussbad-pokal-2018
Teilnahmegebühr: 15/5 Euro

27.-29.7.
Interdisziplinäre Konferenz:
Generation Nachhaltigkeit?!
Der Inhalt der diesjährigen Konferenz soll über das Erkennen und
Wiedergeben globaler Probleme
hinausgehen. Es soll diskutiert
werden, was wir gemeinsam
zu einer nachhaltigen Zukunft
beitragen können – als Studierende, Forschende, Bürgerinnen,
Konsumenten. Wir fragen: Wie
kann das Wissen über nachhaltige
Lösungen weiterentwickelt und angewandt werden? Wie können wir
Brücken zwischen Wissenschaft,
Politik und Praxis schlagen? In
welchen Disziplinen, Forschungsoder Gesellschaftsbereichen sollte
Nachhaltigkeit eine größere Rolle
spielen? Den Eröffnungsvortrag
hält Ulrich Brand, der seit mehreren Jahren zu Fragen des sozialökologischen Wandels forscht
und den Begriff der „imperialen
Lebensweise“ geprägt hat.
Ort: Humboldt-Universität, Geographisches Institut, Rudower Chaussee 16, 12489 Berlin-Adlershof
Anfahrt: S-Bhf. Adlershof
Info: E-Mail:
hsk-nachhaltigkeit@hu-berlin.de,
www.kurzlink.de/hsk

Ausstellungen

bis 2019
Zurückgeschaut: Erste
Deutsche Kolonialausstellung 1896
Mo/Di 10-16, Do 10-18,
So 14-18 Uhr
Seit seinem dritten Lebensjahr lebt
der bei weißen deutschen Adoptiveltern aufgewachsene Pianist
Kwassi Bruce aus Togo in Berlin.
Als jüngster Teilnehmer der Ersten
Deutschen Kolonialausstellung
ist er 1896 mit seinen leiblichen
Eltern zu einer diskriminierenden
„Völkerschau“ in die Stadt
gekommen. 39 Jahre später, als
gestandener Berufsmusiker, muss
er die NS-Behörden um Genehmigung für eine Show bitten, die
noch weitaus entwürdigender ist.
Die Ausstellung beschäftigt sich
nun mit seiner Geschichte.
Ort: Museum Treptow, Sterndamm
102, 12487 Berlin-Johannisthal
Anfahrt: Tram 60 Johannisthal Kirche
Info: Tel. 01799 100976, E-Mail:
buero@berlin-postkolonial.de,
www.zurueckgeschaut.de

Auswärts

Sa 9.6.
Kräuterwissen (Seminar)
10-16 Uhr
Auf einer gemeinsamen Wanderung um die Johannishöhe machen wir uns mit einigen Wild- und
Gartenkräutern und -blumen, ihren
Heilwirkungen und ihrer Verwendung bekannt: Ein Streifzug der
Sinne durch den Schatzgarten
der Natur. Aus den gesammelten
Kräutern werden warme und kalte
Gerichte zubereitet und verkostet.
Jede/r stellt sich außerdem eine
Salbe und einen Pflanzenölauszug her.
Ort: Umweltbildungszentrum
Johannishöhe, Dresdner Str. 13a,
01737 Tharandt bei Dresden
Anmeldung: Tel. 35203 37181,
E-Mail: info@johannishoehe.de,
www.johannishöhe.de
Kosten: 74 Euro inklusive Verpflegung und Material

Wildkräuter für die Küche:
Wanderung in Lobetal
11-13:15
Wie sehen Ochsenzunge, Bärenklau, Franzosenkraut, Vogelmiere,
Knoblauchsrauke oder Giersch
aus und wie schmecken sie?

ANZEIGEN
TERMINE/ KLEINWelche wundervollen Inhaltsstoffe bieten sie? Oft wandern
wir durch Wiesen oder Wälder
und haben keine Ahnung, welche
Kostbarkeiten wir da mitunter
zertreten. Bei dieser Wanderung
werden Wildkräuter vorgestellt, die
Smoothies, Salate, Brotaufstriche
und viele Speisen mit neuen Geschmackserlebnissen bereichern
und gleichzeitig das Wohlbefinden
steigern können.
Treffpunkt: Bushaltestelle Lobetal/
Dorf (Wendeschleife)
Anfahrt: S2/RE3/RB60 Bernau +
Bus 903
Anmeldung: VHS TempelhofSchöneberg, Kurs TS14.088S,
Tel. 902773000,
E-Mail: vhs@ba-ts.berlin.de,
www.vhs-tempelhof-schoeneberg.de
Kosten: 6,54/4,77 Euro

21.7.-4.8.
Tour de Natur 2018
(Fahrraddemo)
Die politische Sommerradtour
führt diesmal von Kassel nach
Leipzig. Die Tour de Natur ist eine
Mitmachtour, das heißt, nur durch
die Mithilfe von allen funktioniert
sie! Anpacken und eine Aufgabe
übernehmen ist also absolut
erwünscht, ob als Ordnerin im Verkehr, beim Essen-Vorbereiten, bei
Veranstaltungen oder beim Aufräumen danach. Die Tour lebt von
der gegenseitigen Unterstützung
und Achtsamkeit aller – die ein
Auge darauf haben, dass kleine
Kinder nicht auf die Straße laufen
oder jemand, der auf dem Rad
ins Schnaufen kommt, am Berg
unterstützt wird. Die Tour de Natur
ist keine Sport-Tour – das Tempo
entspricht maximal normalem Ausflugstempo bei einem Familienausflug. Die Tagesetappen werden
so geplant, dass auch Familien
mit Kindern keine Probleme haben
sollten, die Strecken zu schaffen.
Es wird immer genügend Pausen
geben, um auch nach anstrengenden Teilstücken erstmal wieder
zu Atem zu kommen. Dennoch
sollten alle, die mitfahren wollen,
einigermaßen geübt mit dem Rad
sein. Wer noch nie eine längere
Tour mitgefahren ist, wird sich womöglich doch überfordert fühlen.
Natürlich sollte das Fahrrad gut in
Schuss sein! Also im Zweifelsfall
besser vor der Tour nochmal überholen lassen. Ganz wichtig ist eine
große Wasserflasche (und noch
besser eine Reserveflasche)! Die
Tour macht zwar genügend Pausen und hat auch einen kleinen
Notvorrat an Wasser dabei, aber
grundsätzlich sind unterwegs alle
für ihre Wasserversorgung selbst
verantwortlich. Die Verpflegung
ist seit einigen Jahren komplett
vegan. Der Aktionskoch Wam
Kat und seine Fläming Kitchen
haben viel Erfahrung, wie eine
vollwertige vegane Ernährung
bei Radtouren aussehen muss.
Die Essensbeiträge werden aus
rechtlichen Gründen direkt vor Ort
entrichtet. Die Tour übernachtet
in Schulturnhallen oder ähnlichen
Gemeinschaftsunterkünften.
Infos:
E-Mail: buero@tourdenatur.net,
www.tourdenatur.net

28.7.-5.8.
Klimacamp Leipziger Land
und Degrowth-Sommerschule 2018
Mit dem Camp soll der Widerstand
gegen Braunkohle in der Region
gestärkt werden. Es ist Teil einer
wachsenden globalen Klimagerechtigkeitsbewegung. Das
Klimacamp wird in Zusammenarbeit mit Aktiven aus der Region
organisiert, deren Dörfer durch
die Braunkohle bedroht sind. Eins
dieser Dörfer ist Pödelwitz, hier
wird das Klimacamp stattfinden.
Gemeinsam mit den Betroffenen
vor Ort sollen Perspektiven für
einen selbstbestimmten Strukturwandel entwickelt werden.

Denn globale Klimagerechtigkeit
beginnt in Pödelwitz. Das Klimacamp ist ein basisdemokratisch
organisierter Prozess, an dem
sich Menschen aus vielfältigen
Kontexten beteiligen. Wichtiger
Bestandteil ist ein umfangreiches
Bildungsangebot mit Workshops,
Podien und Exkursionen sowie
Kulturveranstaltungen. Darüber
hinaus ist das Camp ein Ort
gelebter Alternativen, an dem
sich die Teilnehmenden aktiv
einbringen können: „Hausarbeit“
wie kochen oder Kompostklos
putzen wird von allen erledigt und
wichtige Entscheidungen werden
im Konsens getroffen. Die Versorgung ist vegan und möglichst
ressourcenschonend.
Auch die Degrowth-Sommerschule wird bis zum 2. August Teil des
Camps sein und die Möglichkeit
bieten, sich über eine Gesellschaft
ohne Wachstum auszutauschen.
Ort: Pödelwitz, 04539 Groitzsch
(südlich von Leipzig)
Info:
www.klimacamp-leipzigerland.de

9.-12.8.
Interkommune-Seminar
Ein Seminar, fünf Gemeinschaften: Die Kommune Niederkaufungen, die Villa Locomuna,
die Gastwerke, die Kommune
Lossehof und die Gemeinschaft
Lebensbogen laden interessierte
Menschen nach Nordhessen ein,
um sich das Gemeinschaftsleben
aus der Nähe anzuschauen. Sie
haben alle ihre eigenen Schwerpunkte, doch sie verstehen sich
alle als Teil des Kommuja-Netzwerks der politischen Kommunen.
Sie betreiben also gemeinsame
Ökonomie und treffen Entscheidungen im Konsens. In den
Workshops, die jeweils zwei aus
der Kommune anleiten, geht es
vor allem um die Grundsätze der
Gemeinsamen Ökonomie, das
Konsens-Verfahren, um Soziales
und Kommunikation und um das
politische Selbstverständnis der
Kommunen. Wer an dem verlängerten Wochenende teilnimmt, ist
bei einer der Kommunen untergebracht und besucht von dort die
anderen Projekte. Die Rundgänge
beschäftigen sich auch mit Ökologie und kollektivem Arbeiten bzw.
Tätigsein. Wer sich für das Leben
in einer Kommune interessiert,
eine eigene Kommune gründen
möchte oder überlegt, in eine
Gemeinschaft einzusteigen, ist
beim Interkommune-Seminar
genau richtig.
Ort: gAstwerkE, Forstamtstr. 6,
34355 Staufenberg-Escherode
Info: E-Mail: website@kommuja.de,
www.kommuja.de
Anmeldung bis 30.7.: E-Mail:
ullis-bunteklaenge@web.de

Öko-Märkte
Ökomarkt am Leopoldplatz
Berlin-Wedding
Di+Fr 10-17 Uhr
U6, U9 Leopoldplatz
www.bbm-maerkte.de

Ökomarkt Zickenplatz
Berlin-Kreuzberg
(am Hohenstaufenplatz)
Schönleinstr./Ecke Dieffenbachstr.
Di 12-18 Uhr
(Sommer bis 18.30 Uhr)
Sa 9-15 Uhr
U8 Schönleinstraße
Info-Tel. 0157-78937884

Ökomarkt am Nordbahnhof
Berlin-Mitte
Invalidenstraße/ElisabethSchwarzhaupt-Platz
Mi 11-18 Uhr
S1, S2, S 25, Tram M8, M10,
Bus 245, 247 Nordbahnhof
Info-Tel. 0170-4832058
www.marktzeit.berlin

Ökomarkt Thusneldaallee
Berlin-Moabit
(vor der Heilandskirche)
Turmstraße/Alt-Moabit
Mi 12-18 Uhr
U9 Turmstraße
Info-Tel. 0170-4832058
www.marktzeit.berlin

Montags
Tomate sucht
Gießkanne
16-18 Uhr
Heinrich-Roller-Str. 20 (Friedhofseingang), Prenzlauer Berg
GRÜNE LIGA Berlin, Anke Küttner,
Tel. 443391-0

Arbeitskreis Stadtnaturschutz
1. Mo 18 Uhr
BUND-Landesgeschäftsstelle,
Crellestr. 35, Schöneberg
Tel. 0171-5861640, www.bundberlin.de (Über uns – Gruppen)

Weltküche mit entwicklungspolitischem Nachschlag
Mo 20 Uhr
K19, Kreutzigerstr. 19, Friedrichshain, info@soned.de, Tel. 2945401

Initiative Grundeinkommen
letzter Mo 19-22 Uhr
Franz-Mehring-Platz 1 (1. Etage,
Seminarraum 6), Friedrichshain
www.grundeinkommen-berlin.de

Das weltweit einzige Theater für
gefährdete heimische Tierarten,
professionell inszeniert mit den
Wissenschaften an Fräuleins
Seite im Naturpark Schöneberger Südgelände. Das sinnliche
Bühnenabenteuer verflicht handfeste Wissenschaft, praktische
Feldforschung und tiefe Einblicke
in tierische Zusammenhänge zu
einem theatralischen Ganzen
und weckt Neugier auf die wilde
Tierwelt Europas.
Zum Langen Tag der Stadtnatur
am 16. und 17.6. (siehe dort und
Seite 2) gibt es am Samstag ab
15 Uhr und am Sonntag ab 11 Uhr
ein Sonderprogramm.
Ort: Naturpark Schöneberger
Südgelände
Anfahrt: S2 Priesterweg
Info: Tel. 12091785,
www.brehms-tierleben.com
Eintritt: 9/4,20 Euro

Dienstags
Bündnis Kohleausstieg
Berlin – Plenum
3. Di 18.30 Uhr
BBK-Büro, Haus der Demokratie,
Hinterhof Aufgang A, 1. Etage,
Greifswalder Str. 4, Prenzlauer
Berg, Tel. 24357803
www.kohleausstieg-berlin.de

Attac Berlin
Regionalgruppentreffen
3. Di 19 Uhr
Haus der Demokratie, Greifswalder
Str. 4, Prenzl. Berg, Tel. 6946101

Verkehrsrechtsberatung
Di 19-20 Uhr
ADFC, Brunnenstr. 28, Mitte, Tel.
4484724 (nur Mitglieder)

Grüne Radler – Versammlung
1. Di 19 Uhr
Baubüro, Crellestr. 43, Schöneberg

29

Kleinanzeigen

Ökomarkt am Kollwitzplatz
Berlin-Prenzlauer Berg
Kollwitzstr./
Ecke Wörther Str.
Do 12-19 Uhr
Januar-März bis 18 Uhr
U2 Senefelderplatz
Info-Tel. 44339148
www.grueneliga-berlin.de

Ökomarkt im Hansaviertel
Berlin-Tiergarten
Altonaer Str./
Ecke Klopstockstr.
Fr 12-18.30 Uhr
U9 Hansaplatz
Info-Tel. 0170-4832058
www.ökomarkt-im-hansaviertel.de

Ökomarkt Domäne Dahlem
Berlin-Dahlem
Königin-Luise-Str. 49
Sa 8-13 Uhr
U3 Dahlem Dorf
Info-Tel. 66630024
www.domaene-dahlem.de
(Landgut – Ökomarkt)

Ökomarkt Chamissoplatz
Berlin-Kreuzberg
Sa 9-15 Uhr
U6 Platz der Luftbrücke,
U6, U7 Mehringdamm
Info-Tel. 8430043
www.oekomarkt-chamissoplatz.de

Regelmäßig

Theaterreihe
Fräulein Brehms Tierleben
Sa/So 15+17 Uhr

Juni / Juli 2018

Robin Wood Berlin
Regionalgruppentreffen
2.+4. Di 19.30 Uhr
Café Tschüsch, Fuldastr. 12, Neukölln, Tel. (030) 12085616

Mittwochs
BISS-Treffen
2. Mi 19 Uhr
BI Stadtring Süd (BISS), Plesser
Str. 4, Treptow, www.stop-a100.de

VCD Nordost – Aktiventreffen
3. Mi 18.30 Uhr
www.vcd-nordost.de

Berliner Energietisch
2. Mi 19 Uhr
ND-Gebäude, 7. Etage, R. 739,
Franz-Mehring-Pl. 1, Friedrichshain, Tel. 23480230
www.berliner-energietisch.net

Anti Atom Berlin
1. Mi 20 Uhr
Warschauer Str. 23, Friedrichshain, Tel. 61201791
www.antiatomberlin.de

PINiE e.V. – Pankower
Initiative zur Nutzung
innovativer Energiequellen
3. Mi, 18 Uhr
NABU Berlin, Wollankstr. 4, Pankow,
www.pinie-solar.de

Samstags
Natur-Erlebnis-Tag
1. Sa
Naturschule Berlin-Brandenburg
www.naturschule-berlinbrandenburg.de

Sonntags
Naturschutzjugend-Treff
letzter So, 15 Uhr
Naturerlebnisgarten, am S-Bhf.
Bornholmer Str., Bösebrücke,
Wedding, Tel. 0175-72155749

Private Kleinanzeigen kosten
nicht die Welt, sondern 0,70
Euro pro Zeile (ca. 30 Zeichen),
bitte Vorkasse (Briefmarken,
bar). Für 0,50 Euro zusätzlich
schicken wir ein Belegexemplar. Redaktionsadresse siehe
Impressum oder Titelseite.
Gastfamilien gesucht für
September 2018 bis August
2019: Im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligenprogramms von Brot für
die Welt suchen wir für junge
Menschen aus Costa Rica,
Georgien und Kamerun (18
bis 28 Jahre) Quartier in Berlin
und Umgebung (Biesenthal,
Neuruppin, Potsdam). Gastfamilien erhalten monatlich 100
Euro Unterkunftszuschuss und
eine Verpflegungspauschale
nach Absprache. Holen Sie sich
ein Stückchen „Welt“ in ihren
Lebensalltag! Brot für die Welt,
Süd-Nord-Freiwilligenprogramm, Tel. (030) 65211-1332,
Fax -3332, E-Mail:
incoming-freiwilligendienst@
brot-fuer-die-welt.de,
www.kurzlink.de/gastfamilien
Bio-veganes Solawi-Gartenprojekt vor den Toren Berlins
sucht Leute, die Lust haben
mitzumachen. E-Mail:
info@plantage.farm
Unser Ziel: eine solidarische
und nachhaltige Gesellschaft.
Informieren und mitmachen
beim neuen Netzwerk Ökosozialismus:
www.oekosozialismus.net
Weniger ist mehr: Der Knauserer ist eine der größten (und
auch eine der wenigen) Homepages im deutschen Sprachraum zum Thema sparsam
leben, einfacher leben, Konsumreduktion. Mit SpartippLexikon, Newsletter, Forum,
Kalender. www.derknauserer.at
Vorträge und Workshops:
Solidarische Ökonomie, politische Kommunen, Entscheidungen im Konsens, Anarchismus und Selbstorganisation,
Feminismus, zapatistische
Bewegung, Kapitalismus-, Entwicklungs-, Wachstums-Kritik.
www.dasmaedchenimpark.org
Offene Beratung für Kollektivbetriebe und Einsteiger
bei der unabhängigen Basisgewerkschaft FAU. Termine:
faub-kollektivbetriebe@fau.org
www.berlin.fau.org/termine

30

Juni / Juli 2018

LESERINNENBRIEFE

IMPRESSUM

LESERBRIEFE
Insektenhotels: Nicht ins Hirnholz bohren

Die Berliner Umweltzeitung

„Trau keinem Garten ohne Unkraut“ von Sarah Buron, DER RABE RALF April/Mai 2018, S. 25

GRÜNE LIGA Berlin e.V.
Prenzlauer Allee 8
10405 Berlin-Prenzlauer Berg
(Tram M2 Metzer Str.; U2 Senefelderpl.)
Tel. (030 ) 44 33 91-47, -0, Fax -33
E-Mail: raberalf@grueneliga.de
www.raberalf.grueneliga-berlin.de

In der April/Mai-Ausgabe gibt es
auf Seite 25 zwei Fotos von Insektenhotels. Das rechte, das als gut gemacht
herausgestellt wurde, weist leider einen
Fehler auf, der immer noch häufig bei
solchen Konstruktionen zu finden ist:
Es wurden Bohrungen ins Hirnholz
durchgeführt. Das Problem dabei ist,
dass das Holz beim weiteren Trocknen
Risse bekommt, die dazu führen, dass
die Löcher von der Seite her undicht
werden und die dort abgelegte Brut
stirbt.
Bohrungen sollen nur senkrecht
zur Längsfaser vorgenommen werden
(genau so wie die Löcher, die Käfer in
Totholz anlegen und die in der freien

Herausgeber: GRÜNE LIGA Berlin e.V.
ISSN: 1438-8065
V.i.S.d.P.: Leif Miller
Redaktion: Matthias Bauer, Jörg Parsiegla,
Leonhard Lenz, Claudia Kapfer
Satz: Evelin Bulling
Vignetten: Luwie, www.kuhnstalle.de
Karikaturen: Freimut Wössner,
www.f-woessner.de
Post-Bezug: siehe Abo-Coupon auf Seite 11
Konto-Nr.: 3060502, BLZ: 10020500
IBAN: DE38 1002 0500 0003 0605 02
BIC: BFSWDE33BER
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Adressenänderung bitte melden!
Erscheinen: zu Beginn gerader Monate
Redaktionsschluss: 10. des Vormonats,
Anzeigen und Termine bis 20. des Vormonats
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GRÜNE LIGA Berlin e. V.
Prenzlauer Allee 8, 10405 Berlin
Tel. 030/ 443391-0, Fax -33
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Grundpreis:0,80 Euro je Spalte und mm
(netto)
Kleinanzeigen: über die Redaktion, je
Zeile (30 Zeichen) 0,70 Euro, nur Vorkasse
(Briefmarken, bar)

Natur später von Bienen et cetera genutzt werden).
Das Wichtigste in Kürze: Fest installiert, sonnig, Süden, trocken, nur knappes
Dach, um Sonne nicht auszusperren,
Hartholz (Laubbaum, durchgetrocknet/
abgelagert). Bohrseite sollte eine ebene,
glatte Fläche sein, Bohrungen so tief wie
möglich, glatte Bohrungen 2-9 mm mit
einem Schwerpunkt auf den mittleren
Löchern (Abstand 2 cm, nicht Hirnholz),
Bohrlöcher schmirgeln. Füllung: Rohr
(darf nur an einer Seite offen sein, markhaltige Stengel senkrecht, Schilf/Bambus
waagerecht), keine Tannenzapfen, wenn
Lehm, dann ausschließlich Lößlehm.
Darauf achten, dass nicht Wildbienen

und Ohrenkneifer/Florfliegen zugleich
angelockt werden. Ausreichend Bienenfutter (jede Jahreszeit) in der Nähe.
Hagen T., Berlin
Lieber Herr T., vielen Dank für Ihre
Hinweise. Wir treffen in der Praxis
sehr oft auf ungeeignete Insektenhotels.
Unter diesen ist das abgebildete Beispiel
tatsächlich eine positive Ausnahme,
auch wenn in das Hirnholz gebohrt
wurde. Wie Sie sehen, ist das Holz von
guter Qualität und nicht eingerissen.
Wie man es rundum perfekt macht, erklären wir auch auf unserer Internetseite:
www.giftfreiesgärtnern.de
Sarah Buron, Grüne Liga Berlin

Folien sind der Renner im Gartenmarkt
„Vogelwelt leidet unter Folien-Spargel“ von Tim Stähle, DER RABE RALF April/Mai 2018, S. 6

Das ganze Ausmaß der Katastrophe
wird einem vielleicht bewusst, wenn
man betrachtet, was in privaten Gärten
mit diesen Folien getrieben wird. Mit
Staunen, Erschrecken und Unverständnis beobachte ich als Verkäuferin in
einem großen Bau- und Gartenmarkt,

dass diverse Unkrautfolien zu den am
besten verkauften Artikeln gehören.
Und die Nachfrage steigt. Nicht mehr
lange, und der ganze Planet ist in Plastikfolie eingewickelt, und das nicht
nur zur „Saison“.
Silke Wagner, Berlin-Treptow

Auflage: 11.000
Druck: Union Druckerei Berlin
Mit Namen gezeichnete Artikel geben nicht
unbedingt die Meinung der Redaktion bzw. des
Herausgebers wieder. Die Redaktion behält
sich das Bearbeiten von Beiträgen vor. Für
unverlangt eingesandte Texte und Materialien
keine Haftung. Beiträge bitte möglichst per
E-Mail senden. Nachdruck nach Rücksprache
gestattet und erwünscht, bitte Quelle angeben,
gern Belegexemplar schicken.
Eigentumsvorbehalt: Dieses Heft bleibt bis zur
Aushändigung an den Adressaten Eigentum
des Herausgebers. „Zur-Habe-Nahme" ist keine
Aushändigung im Sinne dieses Vorbehalts.
Nicht ausgehändigte Hefte sind unter Angabe
des Grundes der Nichtaushändigung an den
Herausgeber zurückzusenden.

Wir tun was, Mensch!

Knauserer-Spartipp:
Einfach mal entstauben

UMWELTFESTIVAL

Manchmal wollen wir alte Geräte,
die zehn Jahre nur herumstanden, in
Betrieb nehmen und sie funktionieren
nicht mehr. Besonders häufig kommt

Als Berliner Umweltverband haben wir die Zukunft im Blick, locken
die Menschen raus ins Grüne, feiern Feste, setzen uns für unseren
STADTBEGRÜNUNG
Kiez ein, fordern Transparenz bei politischen Entscheidungen und
UMWELTBILDUNG
machen die Stadt zu unserem Garten. Wir vernetzen,
initiieren, informieren, organisieren, beraten, qualifiÖKOMARKT KOLLWITZPLATZ
zieren und unterstützen! Für uns gibt es auch zukünftig viel zu tun
UMWELTBERATUNG
in unserer Stadt! Unterstützen Sie uns! Engagieren Sie sich
oder werden Sie Fördermitglied der GRÜNEN LIGA Berlin.
ENTDECKUNGSTOUREN

Ich möchte Fördermitglied werden! (Mindestbeitrag 84,- Euro)

GRÜNE LIGA Berlin e.V.
Landesgeschäftsstelle:
Prenzlauer Allee 8
10405 Berlin-Prenzlauer Berg
Mo-Do 9-17.30 Uhr, Fr 9-15 Uhr
Tel. 030 / 44 33 91-0, Fax -33
berlin@grueneliga.de
Projekte (Durchwahl, E-Mail):
Umweltbibliothek: -30
Beratung/Hofbegrünung/Artenschutz an Gebäuden: -44, -30
hofberatung.berlin@...
DER RABE RALF: -47
raberalf@grueneliga.de
Ökomarkt: -48,-58
oekomarkt.kollwitzplatz@...
Presse/Öffentlichkeitsarbeit: -49
Internationales: -59
internationales@...
Lokale Agenda 21 Berlin: -65
berliner.agenda21@...

das bei Nähmaschinen vor. Dann genügt
es oft, einen Schraubenzieher und ein
paar Wattestäbchen in die Hand zu
nehmen. Meist hat sich über die Jahre
eine feste Masse aus Staub, Garnresten
und Maschinenöl gebildet. Wird sie
sauber entfernt, näht ein Großteil der
alten Maschinen, die oft qualitativ super
verarbeitet sind, wieder einwandfrei.
Das gleiche gilt für Laptops und
Computer. Irgendwann werden sie heiß,
schalten sich ab oder zicken rum. Auch
hier reicht oft der Griff zu Schraubenzieher und Wattestäbchen. Denn die
Lüfter in Laptops sind Staubmagneten.
Ein stinkender Föhn könnte einfach nur mit Haaren zugesetzt sein –
Reinigung löst das Problem. Und vor
allem der Backofen reagiert auf eine
saubere Innenreinigung mit gesteigerter
Leistung.
Mehr Spartipps: www.derknauserer.at

Name, Vorname:
Geburtsdatum:

Telefon:

E-Mail:
Straße:
PLZ, Ort:
Einwilligung zum SEPA-Lastschriftmandat
Jahresbeitrag:

84,- Euro

100,- Euro

,

Euro

Kontoinhaber_in:
IBAN

Datum/Unterschrift Kontoinhaber_in:

Einsenden an: GRÜNE LIGA Berlin e. V., Prenzlauer Allee 8, 10405 Berlin oder per Fax an 030 44 33 91-33

UMWELTADRESSEN
Aus Platzgründen kann hier nur eine
Auswahl von Umwelt-Adressen in Berlin
und Umgebung veröffentlicht werden.
Die grau unterlegten Adressen sind
Mitglieder der GRÜNEN LIGA.
ADFC – Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, Brunnen- 28, 10119 (Mitte)
T 4484724, F 44340520
www.adfc-berlin.de
AG Kleinlandwirtschaft, AllmendeKontor Gemeinschaftsgarten, Bülow74, 10783 (Schöneberg), T 2612287
userpage.fu-berlin.de/garten
www.allmende-kontor.de
Agenda-Agentur Berlin Trautenau- 5
10717 (Wilmersdorf) T 96 534 777
www.agenda-agentur.de
Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck
c/o Büro Rheinlaender, Crelle- 43
10827 (Schöneberg) T 7883396
Matthias Bauer, T 2151135
www.gleisdreieck-blog.de
Aktion Tier – Menschen für Tiere e.V.
Kaiserdamm 97, 14057(Charlottenburg) T 30103831, F -34
www.aktiontier.org
A-Laden Brunnen- 7, 10119 (Mitte)
T 83108085 (AB) www.a-laden.org
Anti-Atom-Plenum Waldemar- 46
10999 (Kreuzberg)
www.squat.net/aap-berlin
Anti Atom Berlin
c/o Stadtteilladen Friedrichshain
Warschauer- 23, 10243, T 61201791
www.antiatomberlin.de
Arbeitskreis Igelschutz Berliner- 79a
13467 (Hermsdorf) T 4049251
www.igelschutzberlin.de
Arbeitskreis Nordkaukasus c/o Vitalij
Kovalev, NABU, Charité- 3
10117 (Mitte) T 284984-0
Arbeitskreis Verkehr und Umwelt
(UMKEHR) e.V. Exerzier- 20, 13357
(Wedding) T 4927-473, F -972
www.umkehr.de
Attac Gneisenau- 2a, 10961 (Kreuzberg) T 69517791, F 6926590
www.attacberlin.de
autofrei leben! e.V. Körting- 63b,12107
(Tempelhof) T 23135674
www.autofrei.de
BAOBAB Infoladen Eine Welt e.V.
10405 (Prenzl. Berg) Greifswalder - 4
T 4426174, F 44359066
www.baobab-infoladen.de
Barnimer Aktionsbündnis gegen
gentechnische Freilandversuche
c/o DOSTO, Berliner - 52
16321 Bernau, T/F 03338/5590
www.dosto.de/gengruppe
B.A.U.C.H. e.V. Verein für Umweltchemie, Wilsnacker- 15, 10559 (Moabit)
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13086 (Weißensee) T 92092176
www.baufachfrau-berlin.de
Baumschutzgemeinschaft
c/o A. Solmsdorf, Windscheid- 40
10627 (Charlottenb.) T 0170 2147676
www.bmsgb.de
Bauwerkarchitekt Lutz Dimter, Naturbahnhof, Brüssower Allee 90, 17291
Prenzlau, T 03984-834679-14
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Berliner Entwicklungspolitischer
Ratschlag Greifswalder- 4
10405 (Prenzl. Berg) T 4285-1587
www.ber-landesnetzwerk.de
Berliner Netzwerk für Grünzüge
c/o Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN) Potsdamer68, 10785 (Tiergarten) T 26550864
www.grünzüge-für-berlin.de
Berlin 21 Greifswalder- 4, 10405
(Prenzl. Berg) T 498 54 107
www.berlin21.net
B.F.S.S. Büro für stadtteilnahe Sozialplanung GmbH Müller- 155, 13353
(Wedding) T 4617771
www.bfss-berlin.de
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Ahrenshooper- 5, Zi. 1, 13051
T/F 9621033, www.selbsthilfe-lichtenberg.de/?Initiativen
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F 7811059, www.bi-westtangente.de
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10785 (Tiergarten) T 2655-0864
-0865, www.bln-berlin.de
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10961 (Kreuzberg) T 6946101
F 6926590, www.blue21.de
Botanischer Verein Königin-Luise- 6-8
14195 (Dahlem) T 033768969-14
Herr Sonnenberg, www.botanischerverein-brandenburg.de
BUND Crelle- 35, 10827 (Schöneberg)
T 787900-0, F -18
www.bund-berlin.de

BUNDjugend LandesGSt ErichWeinert- 82, 10439 (Prenzl. Berg)
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BundesGst Am Köllnischen Park 1
10179 (Mitte) T 275865-0, F -55
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Bundesumweltministerium Stresemann- 128-130, 10117 (Mitte)
T 18305-0 F -2044, www.bmu.de
Bündnis 90/Die Grünen Landesverb.,
Bereich Umwelt Kommandanten- 80
10117 (Mitte) T 615005-0, F -99
www.gruene-berlin.de
Grüne Jugend Dirschauer - 13
10245 (Friedrichshain) T 66763000
www.gj-berlin.de
Abgeordnetenhaus Niederkirchner- 5
10111 (Mitte) T 232524-00, F -09 Umwelt -11, Verkehr -64
Bundestag, Bereich Umwelt, Luisen- 3234, 10117 (Mitte) T 227 567 89 F -5
52, ak2@gruenefraktion.de
Bürgerverein Brandenburg-Berlin
(BVBB) gegen Flughafen Schönefeld
Wilhelm-Grunewald- 48-50, 15827
Blankenfelde, www.bvbb-ev.de
Cöllnische Heide e.V. c/o Dr. Erxleben
Dörpfeld- 54-56, 12489 (Adlershof)
T 67187381
www.adlershoferbuergerverein.de
Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen
(DFG-VK) c/o BamM (Buchladen
Schwarze Risse) Gneisenau- 2a
10961 (Kreuzberg) www.dfg-vk.de
www.schwarzerisse.de
Deutsche Umwelthilfe (DUH) Hackescher Markt 4, 10178 (Mitte)
T 2400867-0, F -19, www.duh.de
Deutscher Bahnkundenverband
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Diözesanrat der Katholiken, Sachausschuss Eine Welt und Bewahrung der
Schöpfung, Niederwall- 8/9
10117 (Mitte) T 32684-206, F -203
www.dioezesanrat-berlin.de
ecovillage e.V. c/o H.-R. Brinkmann
Glogauer Weg 38, 49088 Osnabrück
T/F 0541/445941, www.ecovillage.de
FIAN – Food First Information and
Action Network Ute Stephani,
T 39878204, www.fian-berlin.de
Fördergemeinschaft Brandenburger
Landwaren Oranien- 47a, 10969

(Kreuzberg), T 69534420
www.fblweb.wordpress.com
Förderverein Landschaftspark
Nordost Dorf- 4a (Dorfkate Falkenberg)
13057, T 9244003, F 63370289
www.dorfkate-falkenberg-berlin.de
Forum Umwelt und Entwicklung
Marien-19-20, 10117 (Mitte)
T 678177593, www.forumue.de
Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) Schweden- 15a 13357
(Wedding) T 7623991-30, F -59
www.foes.de
FUSS e.V. – Fußgängerschutzverein
Exerzier- 20, 13357 (Wedding)
T 4927-473, F -972, www.fuss-ev.de
Gen-ethisches Netzwerk (GeN)
Brunnen- 4, 10119 (Mitte)
T 6857073, F 6841183
www.gen-ethisches-netzwerk.de
Germanwatch Stresemann- 72, 10963
(Mitte) T 288835-60, F -61
www.germanwatch.org
Gesellschaft Naturforschender
Freunde c/o Institut für Zoologie der FU
Königin-Luise- 1-3, 14195 (Dahlem)
T 8104 1411, gnf.jotpee.de
Gesundheitsladen Veteranen- 21
10119 (im ACUD) T 6932090
www.gesundheitsladen-berlin.de
GIZ Landesbüro Berlin/Brandenburg
Lützowufer 6, 10785 (Tiergarten)
T 254820, F -423, www.giz.de
Greenhouse Infopool Duncker- 14
10437 (Prenzl. Berg)
www.jpberlin.de/greenhouse
Greenpeace Chaussee- 84
10115 (Mitte) T 28043322
www.greenpeace-berlin.de
GRÜNE LIGA e.V. BundesGSt., Red.
ALLIGATOR Greifswalder- 4, 10405
(Prenzl. Berg) T 2044-745
www.grueneliga.de
BKst Wasser, Michael Bender
T 40393530, wasser@grueneliga.de
GRÜNE LIGA Berlin e.V. LandesGSt.
Prenzlauer Allee 8, 10405 (Prenzl.
Berg) T 443391-0
www.grueneliga-berlin.de
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Grünes Haus für Hellersdorf
Boizenburger- 52-54, 12619 (Hellersdorf) T 56298081, F 56499950
www.gruenes-haus-hellersdorf.de
Haus der Natur Potsdam Linden- 34
14467, T 0331/20155-0 F-27,
www.hausdernatur-brandenburg.de
Arbeitsgemeinschaft Natur- und
Umweltbildung (ANU) T -15, F -16
Arbeitskreis Naturschutzgeschichte T -25, F -27
ARGUS Umweltbiblioth., T -11, F -12
Förderverein für Öffentlichkeitsarbeit im Natur- und Umweltschutz
(FÖN) T -35, F -36
GRÜNE LIGA Brandenburg T -20
F -22
Landesbüro anerkannter Naturschutzverbände T -50, F -55
NaturFreunde Brandenburg T -41
Naturschutzbund NABU LV
Brandenburg T -70, F -77
Naturschutzjugend LV Brandenburg
T -75, F -78
VCD – Verkehrsclub Deutschland
LV Brandenburg T -60, F -66
HOLON e.V. Friedrich-Engels- 25
15711 (Königs Wusterhausen)
T 03375-211817 F -294636
HU-RefRat Referat Ökologie und
Umwelt, Unter den Linden 6, 10099
(Mitte) T 2093-46662, F -2396
www.refrat.hu-berlin.de/oeko
IUGR e.V. Studienarchiv Umweltgeschichte, Brodaer - 2, 17033
(Neubrandenburg) T 0395/5693-8201,
-4500 F -74500, www.iugr.net
www.naturschutzgeschichte-ost.de
IGEB e.V. Fahrgastverband S-Bhf.
Lichtenberg, Weitling- 22, 10317
(Lichtenberg) T 787055-11, F -10,
www.igeb.org
IG Saubere Energie Berlin, Wandlitz13, 10318 (Lichtenberg)
www.ig-biomasse.de
IG Wuhletal c/o Andreas Ratsch, Sewan- 181, 10319 (Friedrichsfelde)
T 5122816
Infrastrukturelles Netzwerk Umweltschutz (INU) Zingster- 6, 13051 (Hohenschönh.) T 934427-10, F -29
www.inu-ggmbh.de

Juni / Juli 2018
Initiative gegen die Verletzung ökologischer Kinderrechte Wundt- 40
14057 (Charlottenburg) T 3257443
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) Potsdamer- 105
10785 (Tiergarten) T 884594-0
F 8825439, www.ioew.de
Institut für Zukunftsstudien und
Technologiebewertung (IZT) Schopenhauer- 26, 14129 (Nikolassee)
T 803088-0, F -88, www.izt.de
IPPNW Ärzte gegen Atom Körte- 10
10967 (Kreuzberg) T 6980740
F -8166, www.ippnw.de
Jugendfarm Moritzhof Schwedter- 90
10437 (Prenzl. Berg) T 44024220
F -22, www.jugendfarm-moritzhof.de
Jugendnaturschutzakademie
Brückentin, Brückentin 8, 17237 Dabelow, T/F 039825/20281
www.brueckentin.de
KATE Kontaktstelle für Umwelt und
Entwicklung Greifswalder- 4
10405 (Prenzl. Berg) T 440531-10
F -09, www.kate-berlin.de
Kinderbauernhof Pinke Panke
Am Bürgerpark 15-18
13156 (Pankow) T 47552593
www.kinderbauernhof-pinke-panke.de
KMGNE Kolleg für Managment und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung
Reichenberger- 150, 10999 (Kreuzb.)
T 293679-40, F -49, www.kmgne.de
Kunst-Stoffe-Berlin Berliner- 17, 13189
Berlin, T 34089840
www.kunst-stoffe-berlin.de
Linkspartei Kl. Alexander- 28
10178 (Mitte) Ökologische Plattform
T 24009-0, F 2411046
www.oekologische-plattform.de
Abgeordnetenhaus, AG Umwelt c/o
Marion Platta MdA, Niederkirchner- 5
10111 (Mitte) T 23252500, F -05
platta@linksfraktion-berlin.de
Lokale Agenda 21 siehe Berlin 21
und GRÜNE LIGA Berlin
www.agenda21berlin.de
Messzelle e.V. (Umweltanalytik) MüllerBreslau- 10, 10623 (Charlottenburg)
T 3142-5806, F -6863
www.messzelle.de
Moabiter Ratschlag Rostocker- 32
10553, T 390812-0, F -29
www.moabiter-ratschlag.de
NaturFreunde Landesverb. Paretzer- 7,
10713 (Wilmersdorf) T 810560250
info@naturfreunde-berlin.de
Bundesverb. Warschauer- 58a+59a,
10243 (Friedrichshain) T 297732-60,
F -80, www.naturfreunde.de
Naturfreundejugend Berlin
Weichsel- 13, 12045 (Neukölln)
T 325327-70, F -71
www.naturfreundejugend-berlin.de
Naturschutz- und Grünflächenämter
siehe Gelbe Seiten: Berlin-Service
(vorn) oder Telefonbuch: „Landesregierung – Bezirksämter“ (grau) oder
www.berlin.de/verwaltungsfuehrer
NABU Wollank- 4, 13187 (Pankow)
T 986-08370, F -7051
www.berlin.nabu.de
Bezirksgr. Pankow T 986083718
Freilandlabor Flughafensee 4325155
Naturschutzstation Malchow/
Förderverein Dorf- 35, 13051
T 927998-30 F -31
www.naturschutzstation-malchow.de
Naturschutzzentrum Schleipfuhl
Hermsdorfer- 11a
12627 (Hellersdorf) T 9989184
www.naturschutzstation.malchow
NETZ für Selbstverwaltung
Crelle- 6, 10827 (Schöneberg)
T/F 2169105, www.netz-bb.de
Netzwerk SPIEL/KULTUR Lychener - 74
10437 (Prenzl. Berg) T 446778550
www.netzwerkspielkultur.de
Nichtraucherbund Greifswalder- 4
10405 (Prenzl. Berg) T 2044583
www.nichtraucher-berlin.de
Ökologisch-Demokratische Partei
ödp Erich-Weinert- 134, 10409
(Prenzl. Berg) T 49854050
www.oedp.de
oekogekko Zentrum für Ökologie, Gesundheit, Kunst und Kommunikation,
An den Bergen 106, 14552 Wilhelmshorst, T 033205-309396
www.oekogekko.com
ÖkoLeA Hohensteiner Weg 3, 15377
Oberbarnim, OT Klosterdorf, T 033413593930, F -50, www.oekolea.de
Ökowerk Naturschutzzentrum Teufelsseechaussee 22-24, 14193
(Grunewald) T 300005-0, F -15
www.oekowerk.de
Pankgräfin e.V./Wagendorf Karow
Pankgrafen- 12d, 13125 (Buchholz)
T 22029049, F -25
www.pankgraefin.de
Peace of Land Gemeinschaftsgarten
und Lernort für Permakultur Am Weingarten 14, 10407 (Prenzlauer Berg)
T 0163 9201763, www.peaceof.land
per pedes e.V., c/o Heiko Balsmeyer
Wilhelm-Kuhr- 82, 13187 (Pankow)
T 57707707, www.perpedes-ev.de
PINiE e.V. Pankow c/o NABU
Wollank- 4, 13187 (Pankow)
F 9867051, www.pinie-solar.de
Projektlabor BANA Bernd Phillipsenburg, Themse- 6, 13349 (Wedding)
berndp@banastudenten.de

31

Robin Wood Bölsche- 60, 12587
(Friedrichshagen) T 12085616
www.robinwood.de
Schutzgemeinschaft Deutscher
Wald Königsweg 4/Jagen 57, 14193
(Dahlem) T/F 84721920
post@sdw-berlin.de
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (SenStadt) Württembergische - 6,
10707 (Wilmersdorf) T 90139-3000,
Umwelt-Tel. 9025-1111
www.stadtentwicklung.berlin.de
Solarverein Berlin e.V. Paulsen- 55/56
12163 (Steglitz) T 82097-236, F -366
www.solarverein-berlin.de
Stiftung Naturschutz Berlin
Potsdamer- 68, 10785 (Tiergarten)
T 26394140, F 2615277
www.stiftung-naturschutz.de
Tauschring Friedrichshain T 2918348
www.tauschring-friedrichshain.de
Tierschutzverein – Tierheim Berlin
Hausvaterweg 39, 13057 (Falkenberg) T 76888-0
www.tierschutz-berlin.de
Tierversuchsgegner Dahlmann- 16
10629 (Wilmersdorf) T 3418043
www.tierversuchsgegner-berlinbrandenburg.de
TU-Energieseminar March- 18, 10587
(Charlottenb.) T 314-25280, F -73379
www.energieseminar.de
TU-Kooperations- und Beratungsstelle für Umweltfragen – kubus
Fraunhofer- 33-36, Sekr. FH 10-1
10587 (Charlottenburg) T 314-21580
F -24276, www.zewk.tu-berlin.de
Ufa-Fabrik/id22 Viktoria- 10-18
12105 (Tempelhof) T 75503-0
F -110, www.ufafabrik.de
UMKEHR e.V. siehe ArbeitskreisVerkehr
Umsonstladen www.umsonstladen.de
UfU – Unabhängiges Institut für
Umweltfragen Greifswalder- 4
10405 (Prenzl. Berg) T 4284993-0
F 42800485, www.ufu.de
Umwelt und Bildung e.V.
Walter-Rathenau-- 5, 16225 Eberswalde, T/F 03362/8432, info@umbi.de
Umweltämter der Bezirke siehe Gelbe
Seiten: Berlin-Service (vorn) oder
Telefonbuch: „Landesregierung –
Bezirksämter“ (grau) oder
www.berlin.de/verwaltungsfuehrer
Umweltbeauftragter der Ev. Kirche
Pfr. Hans-Georg Baaske, Georgenkirch- 69-70, 10249 (Friedrichshain)
T 24344-418 F -333
www.ekbo.de/umwelt
Umweltbüro Berlin-Pankow
Hansa- 182A, 13088 (Weißensee)
T 9209-1007 oder -0480, F -3007
www.umweltbuero-pankow.de
Umweltforum Berlin Auferstehungskirche Pufendorf- 11, 10249 (Friedrichshain) T 5268021-0, F -10
www.besondere-orte.de
UmweltKontaktstelle Lichtenberg am
Interkulturellen Garten, Liebenwalder
- 12-18, 13055, T 818590-98, F -97,
www.sozdia.de/interkultureller-gartenlichte.667.0.html
Umweltladen Lichtenberg Markt- 7
10317, T 65762647
Umweltladen Mitte Karl-Marx-Allee 31
10178 (Mitte), T 9018-22081
F-48822081, www.berlin.de/ba-mitte/
politik-und-verwaltung/aemter/umweltund-naturschutzamt/umweltladen
Urgewald Marien- 19/20, 10117 (Mitte)
T 28482271, www.urgewald.org
VCD – Verkehrsclub Deutschland
LandesGSt Yorck- 48 ,10965 (Schöneberg) T 4463-664 F -703
www.vcd-nordost.de
BundesGSt Wall- 58 (Mitte)
T 280351-0, www.vcd.org
Vebu – Vegetarierbund Deutschland
BundesGSt Genthiner - 48, 10785
(Schöneberg) T 29028253-0
www.vebu.de
Verbraucher Initiative Elsen- 106
12435 (Treptow) T 536073-3, F -45
www.verbraucher.org
Verbraucherzentrale Hardenbergplatz
2, 10623 (Charlottenb.) T 214850,
F 2117201, www.vz-berlin.de
Volksbund Naturschutz KöniginLuise-- 6-8, 14195 (Zehlend.)
T 84107130 F 83229321
WEED Weltwirtschaft, Ökologie
Entwicklung Eldenaer- 60, 10247
(Friedrichshain) T 275-82163
F -96928, www.weed-online.org
Wurzelwerk e.V. Food-Coop Oder- 10
10247 (Friedrichshain) T/F 2941216
WWF Reinhardt- 18, 10117 (Mitte)
T 311777-0
Yeşil Çember – ökologisch interkulturell Schweden- 15a, 13357 B-Wedding, www.yesilcember.eu

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U-Bhf.
Expressroute
Alt-MarienMarquardt,
S-Bhf.
Lank(25 km/h)
dorf
12:10
Kirche
S-Bhf.
S-Bhf. Zehlenwitz 10:45
U-Bhf. Rudow
U-Bhf. Alt10:00
Babels- dorf 12:00
12:10
Tempelhof
berg
S-Bhf.
Bhf. Frankfurt
Kleinmachnow,
11:45
11:40
LichtenS-Bhf.
(Oder) 6:45
Th.-Müntzer-/
Potsdam
rade 11:40
Bhf. LichterGrünau
Zehlendorfer Damm
Hbf.
felde Ost 10:55
11:40
Bhf.
S-Bhf.
Bhf. Mahlow
11:40
Bhf. Blanken11:30
PotsdamZeuthen
(Ostseite)
felde
11:00
Teltow, RuhlsRehbrücke
11:00
11:15
Bhf. Werder
dorfer Platz
11:15
Stahnsdorf,
9:30
11:20
Bhf. Königs
Bhf. Rangsdorf (Ostseite)
GemeindeWusterhausen
Großbeeren,
10:10
zentrum
Bhf. Zossen
10:30
Gedenkturm 10:30
11:25
9:30
Bhf. Falkensee 10:30

S-Bhf.
Heiligensee 10:10

U-Bhf.
Rohrdamm
11:10

U-Bhf. Turmstr.
10:45

U-Bhf. RosaLuxemburgPlatz 13:00

AV
U

S

K in

d er

ANIKA
Leinenvorhang
Tauschen oder
verschenken
statt wegwerfen.

Bhf.
Wittenau
10:40

S-Bhf. Wilhelmsruh 11:00

te

0,-

Bhf. Nauen
9:00

S-Bhf.
Bergfelde
9:55

rou

Den Tausch- und Verschenkmarkt online nutzen

Bhf. Wandlitzsee 9:00

S-Bhf. Hermsdorf 10:25

0,HANNES
3er Polstergarnitur
Online oder in der
BSR-App nutzen.

0,-

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Bhf. Ludwigsfelde 9:45
Vorläufige Routenführung, aktuelle Informationen unter www.adfc-berlin.de

SONNTAG, 3. JUNI 2018

16./17. Juni
dtNatur
Langer Tag der Sta
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