Path:
Periodical volume

Full text: Der Rabe Ralf Issue 186.2015 = 26.2015 Juni/Juli

Die Berliner Umweltzeitung

Juni / Juli 2015

Herausgegeben seit 1990 von der GRÜNEN LIGA Berlin e.V. - Netzwerk ökologischer Bewegungen

Mietenvolksentscheid für eine neue Wohnungspolitik
Seite 7

Ökologischer Waldumbau - Monokulturen werden Mischwälder
Seiten 14

20. UMWELTFESTIVAL
14.Juni am Brandenburger Tor

Sonderbeilage

Energiedeal mit Vattenfall und Co.
Berliner Senat beerdigt Rekommunalisierung der Energienetze

S

eit dem 5. Mai ist das energiepolitische Versagen des rot-schwarzen Berliner Senats offensichtlich. Auf einer Klausurtagung erhielt eine Kooperation mit den Energieunternehmen Vattenfall und

GASAG den Vorzug gegenüber einer Rekommunalisierung der Energienetze. Damit stellt sich der Senat gegen den Willen von 600.000 Berliner_innen, die beim Energievolksentscheid am 3. November 2013 klar für eine

Energieversorgung in 100 Prozent kommunaler Hand stimmten. Im Folgenden ein Auszug aus den energiepolitischen Senatsbeschlüssen: - Mit einer strategischen Beteiligung

des Landes Berlin an den Netzen und dem Energiemanagement muss ein Innovationsschub für den Energiestandort Berlin verbunden sein.

Fortsetzung auf Seite 4

Die

weltzeitung Berliner Um

Jetzt abonnieren!
Abo-Coupon Seite 11

PVSt - DPAG - A 14194 - III (2015) - Entgelt bezahlt • GRÜNE LIGA Berlin e.V., Prenzlauer Allee 8, 10405 Berlin, Tel. (030) 44 33 91-47/-0, Fax -33 • ISSN 1438-8065 • 26. Jahrgang, Nr. 186

Foto: Tschüss Vattenfall Berlin

2

Juni / Juli 2015

Liebe RABE RALF-Leser_innen, Schön wäre es für die Energiewende in Berlin: Energienetze 100 Prozent in kommunaler Hand und ein starkes Öko-Stadtwerk auf dem Weg zu 100 Prozent erneuerbarer Energie-

Ausschreibung ZeitzeicheN 2015
Bewerben bis zum 10.Juli !

EditoriaL
Erzeugung. Aber der rot-schwarze Senat entschied sich am 5. Mai gegen den Bürger_innenwillen für den großen „Energiedeal mit Vattenfall und Co.“ - Lesen Sie dazu unser Titelthema. “Klima schützen – mit nachhaltiger Stadtentwicklung!”, das ist das Hauptthema auf dem 20. Umweltfestival der GRÜNEN LIGA Berlin am 14. Juni am Brandenburger Tor und auf der Straße des 17. Juni. Alle Informationen zum Festival mit Standplan und Bühnenprogramm haben wir in einer RABE RALFSonderbeilage zusammengestellt. DER RABE RALF braucht mehr Abonnent_innen. Deshalb gibt es in diesem Jahr eine Abo-Werbekampagne. Wenn Sie sich für ein Abo entschließen könnten, wäre das für uns eine große Hilfe und das Weitererscheinen des RABEN RALF könnte abgesichert werden. Die Redaktion wünscht einen schönen Sommer und viel Spaß bei der Lektüre der neuen Ausgabe. Für Anregungen, Artikelvorschläge, Kritik und Lob sind wir immer dankbar - schreiben Sie uns! raberalf@grueneliga.de Jochen Mühlbauer

K

ommunen, Unternehmen, Vereine und Initiativen sind wieder eingeladen, sich um den Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis ZeitzeicheN zu bewerben. Mit der Preisvergabe wird beispielhaftes Engagement für eine lebenswerte Zukunft ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Der Preis wird in folgenden Kategorien ausgelobt: - Initiativen - Unternehmen - Kommunen - Jugend - Bildung für nachhaltige Entwicklung - Internationale Partnerschaften

Auf der Internetseite www.netzwerk21kongress.de/zeitzeichen/index. asp können bis zum 10. Juli online Bewerbungen abgegeben werden. Hierfür ist eine einmalige Anmeldung erforderlich. Damit erhalten Sie einen Zugang zum Bearbeiten, Zwischenspeichern und Absenden eines oder mehrerer Bewerbungsanträge. Zusammengefasst und geeignet zum Weiterleiten per E-Mail finden Sie die Ausschreibung in einem Flyer hier zum Download: www.netzwerk21kongress.de/zeitzeichen/papers/15_ausschreibung_zeitzeichen.pdf Wenn Sie die Ausschreibung speziell und übersichtlich für eine bestimmte

Zielgruppe versenden möchten, gibt es zielgruppenspezifische Flyer zum download. Die feierliche Preisverleihung wird am Abend des 4. November im Rahmen des 9. Netzwerk21Kongresses im Schuppen 9, (dem letzten OriginalHafenschuppen) in Lübeck stattfinden. Gudrun Vinzing Weitere Infos zu ZeitzeicheN 2015 und Netzwerk21Kongress: www.netzwerk21kongress.de/zeitzeichen www.netzwerk21kongress.de

Ins Wasser – für lebendige Gewässer!
The Big Float in Portland (USA) und der Big Jump Berlin
Fluss, den Willamette, in ihr Herz. An der Spree begehen wir den Big Jump Berlin im Rahmen des Umweltfestivals der GRÜNEN LIGA Berlin am 14. Juni. The Big Float ist ein alljährliches Flussbadeereignis, das von Will Levenson ins Leben gerufen wurde. Sein Human Access Project widmet sich mit großem Elan der Idee, dass Portland als grüne Stadt The Big Float in Portland (USA) ein gesundes Verhältnis zu Foto: Human Access Project seinem Fluss, dem Willamette wieder gewinnen kann. 2014 he Big Float, der Beach Bash and waren beim Big Float 2.300 Menschen Clean-up und das River Hugger auf dem Wasser, für 2015 werden 3.000 Swim Team: In Portland, Oregon (USA), erwartet. Es geht um nichts weniger als schließen immer mehr Menschen ihren eine Riverlution, und zwar um die, wie der Initiator es nennt, faulste Revolution der Welt. Mitmachen bedeutet, sich einen Tag lang mit einer Luftmatratze oder ähnlichem auf dem Fluss zu fläzen. Der Big Jump Berlin, den die GRÜNE LIGA mitveranstaltet, ist ein Ableger des Europäischen Flussbadetags: Der Big Jump ist eine europaweite Demonstration für lebendige Flüsse, Seen und Küsten, für mehr Gewässerschutz und damit für mehr Lebensqualität. Tobias Schäfer GRÜNE LIGA Bund eskontaktstelle Wasser / Water Policy Office wasser@grueneliga.de Weitere Informationen: www.flussaktionen.de www.wrrl-info.de

T

Aus dem Inhalt
Interview mit Gudrun Vinzing . . . . . . . . 3 Energiedeal mit Vattenfall und Co. . . . . 4 Lausitzer Klima- und Energiecamp. . . . 5 Gärtnern praktisch - IGA-Campus . . . . 6 Berliner Mietenvolksentscheid . . . . . . . 7 Langer Tag der StadtNatur 2015 . . . . . 8 Paradies Volkspark Wuhlheide. . . . . . . 8 Der Bodengarten in Berlin . . . . . . . . . . 9 Klares Nein zu TTIP und CETA . . . . . 10 Infodienst Gentechnik. . . . . . . . . . . . . 11 Protest gegen Massentierhaltung. . . . 12 Grüne Geschäftsideen von Frauen . . 13 Ökologischer Waldumbau . . . . . . . . . 14 Neues Fracking-Gesetz umstritten . . . 15 Plastik - Segen oder Fluch? . . . . . . . . 18 Glyphosat - Krebsverdacht amtlich! . . 19 Zwiebel, Heilpflanze des Jahres 2015 21 Gesundheitswanderungen in Chorin . 22 Ralf Kocht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 Global Classroom. . . . . . . . . . . . .16-17 Umweltbibliothek . . . . . . . . . . . . . . . 23 Termine/ Kleinanzeigen . . . . . . . .24/25 Leserbriefe/ Impressum . . . . . . . . . . 26 Umwelt-Adressen . . . . . . . . . . . . . . . 27

Mitfahren – Mitdemonstrieren
14. Juni: 39. ADFC-Fahrradsternfahrt in Berlin und Brandenburg

A

m 14. Juni findet in Berlin und Brandenburg die 39. Fahrradsternfahrt statt. Mit knapp 1.000 Kilometer Streckenlänge, darunter zwei Autobahnabschnitten, und rund 200.000 Teilnehmenden (2014) ist sie die größte regelmäßige Fahrraddemonstration der Welt. In diesem Jahr widmet sich der ADFC Berlin mit dem Demo-Motto „Fahrradstadt Berlin – jetzt!“ der Radverkehrsstrategie des Senats. Der im Jahr 2004 erstmals beschlossene Maßnahmenplan zur Verbesserung der Radverkehrsbedingungen wurde 2011 unter Beteiligung des ADFC aktualisiert und im Jahr 2013 per Senatsbeschluss bestätigt. „Die Berliner Radverkehrsstrategie ist gut, aber die Umsetzung ist ins Stocken geraten, sagt Eva-Maria Scheel,

Landesvorsitzende des ADFC Berlin. Das ist umso bedauerlicher, als der Radverkehrsanteil stetig wächst. Wenn die Maßnahmen des Strategieplans umgesetzt würden, könnten noch viel mehr Menschen zum Umstieg auf das Fahrrad bewogen werden. Die Bereitstellung der Infrastruktur hinkt dem Bedarf allerdings hinterher. Als Problem hat der ADFC unter anderem den Personalmangel in den Bezirken und in der Hauptverwaltung identifiziert. Aber auch der politische Rückhalt für den Radverkehr und für „unbequeme Entscheidungen“ muss deutlich stärker werden. „Radfahren ist die Antwort auf viele städtische Probleme: krank machenden Verkehrslärm, Luftbelastungen, Staus und Parkplatzmangel. Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, wir brauchen eine

starke Radverkehrspolitik!“, so EvaMaria Scheel Der ADFC Berlin ruft alle Alltagsradler, Gelegenheitsradler und solche, die es werden möchten, dazu auf, am 14. Juni bei der Sternfahrt mitzufahren. Der ADFC Berlin fordert die zügige Umsetzung der Berliner Radverkehrsstrategie! Fahrradstadt Berlin – jetzt! ADFC Berlin Weitere Informationen: www.adfc-berlin.de facebook.com/ADFC.Berlin

Berlin

Juni / Juli 2015

3

„Frag‘ Frieda!“
Interview mit Gudrun Vinzing, Mitarbeiterin der GRÜNEN LIGA Berlin
Die erste größere Sache war ein Sonder-RABE Ralf zum Pankower Landschaftstag, ich hatte ein großes Interview mit dem letzten Schäfer der Berliner Stadtgüter. Dem wurden unter der Hand die Weideflächen zugebaut. Dann kamen die Projektstelle Lokale Agenda 21, die Berliner Briefe, die Woche der Zukunftsfähigkeit, der Netzwerk21Kongress, um nur die wichtigsten zu nennen. Gibt es einen Unterschied zwischen den Umweltproblemen damals und heute? Die aufmerksamen RABE RALFLeser_innen werden festgestellt haben, dass wir an dieser Stelle in loser Folge Texte zum 25-jährigen Jubiläum der GRÜNEN LIGA Berlin veröffentlichen. In dieser Ausgabe möchten wir zu diesem Anlass ein Interview mit Gudrun Vinzing, Mitarbeiterin bei der GRÜNEN LIGA fast von Beginn an, führen. Gudrun, liebevoll „Frieda“ genannt, kennt dadurch so gut wie alle Abläufe in der Landesgeschäftsstelle – es gibt kaum ein Projekt, für das sie sich nicht mitverantwortlich fühlt. Und selbstredend: Gudrun ist die Informations-Datenbank des Vereins! Gudrun, verrate uns bitte, wann Du bei der GRÜNEN LIGA angeheuert hast. Gab es bei Dir eine besondere Affinität zu Umweltfragen? Das war am 1. Februar 1996. Ich hatte vorher beim Unabhängigen Institut für Umweltfragen (UfU) gearbeitet. Dort es gab ein Projekt, das von der Liga und anderen Umweltverbänden unterstützt wurde: die Kampagne gegen Lärm und Luftschmutz. Ziel war, mit Aktionen und der Unterstützung klagewilliger Bürger_innen, die schlimmsten Berliner Straßen mit Tempo 30 wenigstens in die Nähe der vorgegebenen Grenzwerte zu bringen. Mein Vertrag dort lief aus und ich wurde gefragt, ob ich Lust hätte, bei der GRÜNEN LIGA Berlin in der RABE RALF-Redaktion eine Schwangerschaftsvertretung zu machen. Daraus ist dann eine ganz schön lange Zeit geworden. Von Hause aus bin ich DiplomLandwirtin und habe als Lektorin in einem Fachverlag gearbeitet. Die Affinität zu Umweltfragen hängt wohl damit zusammen, dass ich an der Elbe aufgewachsen und früher viel gepaddelt bin – damals wurde man geradezu mit der Nase auf Umweltschweinereien gestoßen. Dann habe ich Landwirtschaft studiert und war permanent mit Unmöglichkeiten in Sachen Umwelt konfrontiert. Es sind seither etliche gesetzliche Grundlagen verbessert worden. Vielfach greift europäisches Recht, wie zum Beispiel die Wasserrahmenrichtlichtlinie für den guten Zustand der Gewässer. Das Bundesimmissionsschutzgesetz regelt Schadstoffeinträge jetzt in viel engeren Grenzen, die Flüsse und die Berliner Luft wurden sauberer, Katalysatoren wurden Pflicht, Berlin hat eine Umweltzone, und viele der ehemals am meisten belasteten Straßen fahren besser mit Tempo 30… Aber noch immer ist der Ressourcenverbrauch zu hoch, gibt es nicht genug Kreislaufwirtschaft, entsteht zu viel Müll, ist der geplanten Obsoleszenz kein Einhalt geboten. Man spricht davon, dass 80 Prozent der Konsumgüter nur einmal benutzt und dann weggeworfen werden. Unser ökologischer Fußabdruck ist immer noch zu groß. Der Baumschutz in Berlin wurde vor einigen Jahren sehr aufgeweicht und hat jetzt schlechtere Bedingungen.

Anti-Atom-Demo 2010 im Wendland (Niedersachsen)
Foto: GRÜNE LIGA

Hat die Unterschiedlichkeit und Vielfältigkeit der Umweltprobleme konkrete Auswirkungen auf die Arbeit der GRÜNEN LIGA Berlin? Unsere Kernthemen Stadtökologie und -begrünung, Umweltbildung, Förderung des ökologischen Landbaus, Nachhaltige Entwicklung sind nach wie vor wichtig. Dafür organisieren wir Kampagnen, Wettbewerbe, Seminare, das Umweltfestival, den Ökomarkt, den bundesweiten Netzwerk21Kongress. Schwieriger ist die Lage vieler Stiftungen geworden, häufig steht wegen der schlechten Ertragslage weniger Geld für Projektförderungen zur Verfügung. Gudrun, Du nimmst es mir hoffentlich nicht übel, wenn ich Dein Lieblingswort in Artikeln, die Du für den RABEN RALF schreibst, verrate – der Leser bekommt davon oft nichts mit, weil die Redaktion es meist herausstreicht oder ersetzt: „per se“, also die lateinische Variante des „von selbst“, „an sich (schon)“. Was meinst Du, wofür steht die GRÜNE LIGA Berlin per se? Kannst Du das an ein paar Stichworten fest machen? Na, das kann ich so nicht erinnern. Aber sei‘s drum. Im Großen: wir erwarten die Umsetzung der post 2015 Agenda, die die UN im September beschließen werden. Das heißt, Klima- und Ressourcengerechtigkeit, freier Zugang für alle Menschen zu sauberem Wasser und ausreichend Nahrungsmitteln. Zugang zu Bildung, zu sauberer Umwelt, Umsetzung von nachhaltiger Entwicklung weltweit.

Im Kleinen: Unser konkretes Angebot für Berlin sind Themen wie Fassadenund Hofbegrünung, Umweltbildung – mit besonderem Schwerpunkt IGA 2017, wie gesagt das jährliche Umweltfestival und natürlich der Ökomarkt am Kollwitzplatz als Beispiel für Verbraucherbildung. Wenn ich da mal den Netzwerk21Kongress herausgreife, für den Du geistige Vorarbeiterin und Ideengeberin bist – Stichwort nachhaltige Kommune, was wünschst Du Dir für die Zukunft, und was möchtest Du Deinen Kindern und Enkeln, also den heranwachsenden Generationen mit auf den Weg geben? Dass Nachhaltigkeit zur Selbstverständlichkeit wird! Dass in Fleisch und Blut übergeht, sowenig wie möglich Ressourcen zu verbrauchen, Energie zu sparen, langlebige Produkte zu nutzen und ökofaire Lebensmittel. Mehr Zeit als Status und Geld zu genießen. Gut leben statt viel haben, das versuche ich meinen Enkelinnen zu vermitteln. Recht herzlichen Dank, Gudrun, für das Gespräch. Das Interview führte Jörg Parsiegla

Kannst Du Dich noch an Deine Gudrun Vinzing erste „Baustelle“ bei der GRÜNEN LIGA erinnern?

Foto: Heinz Heiss

4

Juni / Juli 2015

TITELTHEMA

Fortsetzung von Seite 1: Energiedeal mit Vattenfall und Co.

Die Netze müssen als Plattform für die Anwendung innovativer Technologien genutzt werden. - Das Land Berlin verfolgt die Strategie einer gesellschaftsrechtlichen Beteiligung in den Berliner Gasund Stromunternehmen beziehungsweise ihren Netzgesellschaften. - Für seine Beteiligungen präferiert der Senat einen industriellen Partner. Welcher der GASAG-Anteilseigner als Partner für eine solche Kooperation in Betracht kommt, kann derzeit nicht abgeschätzt werden. - Der Senator für Finanzen als zuständiger Beteiligungssenator wird beauftragt gemeinsam mit der Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung zu verhandeln; dazu gehört ein wettbewerblicher Dialog mit den Anteilseignern der GASAG. - Die landeseigene „Berlin Energie“ wird bieterfähig ausgestattet, um eine Fortsetzung der Konzessionsverfahren offen zu halten. - Das Land Berlin nimmt Verhandlungen mit den Anteilseignern der GASAG auf, mit dem Ziel maximalen Einfluss bei strategischen Rechten, der Beteiligungshöhe sowie der Unternehmensstruktur zu erreichen. - Im Zusammenhang mit den jetzigen Entscheidungen strebt der Senat keine Beteiligung an zentraler oder überregionaler Energieerzeugung, überregionalem Handel, Vertrieb und überregionalen Erzeugerkapazitäten an. Auch eine Beteiligung am Fernwärmenetz wird in dieser Legislaturperiode nicht angestrebt. - Die haushaltspolitischen Ziele des Senats dürfen durch das Engagement des Landes Berlin im Energiesektor nicht beeinträchtigt werden. - Der Senat wird im Lichte der Ergebnisse des Dialogs eine energiepolitische Grundsatzentscheidung über Unternehmensbeteiligungen treffen. Diese Entscheidung soll spätestens Ende August 2015 getroffen werden.

Foto: Anna Bugey

im Stromvergabeverfahren ist, hat inzwischen das Bundeskartellamt aufgefordert, das Vorgehen des Senats zu prüfen. Die Behörde begleitet das Konzessionsverfahren in Berlin und ist verpflichtet, für die Einhaltung fairer Wettbewerbsbedingungen zu sorgen. Im Schreiben der BEB an das Kartellamt heißt es: „Offenkundig wird dem Bewerber Vattenfall eine privilegierte Rolle eingeräumt, indem mit ihm über Kooperationsmodelle verhandelt wird. Dieses Verhalten verstößt nach unserer Überzeugung gegen die Grundsätze der Diskriminierungsfreiheit und der Transparenz. Die BürgerEnergie Berlin erwägt, einen förmlichen Missbrauchsantrag zu stellen.“ Parallel hat die BEB Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen um ein Gespräch gebeten.

Einflussnahme der Bürger_innen auf die Energiewende in Berlin würde es dann schlecht aussehen. Die Erfahrungen mit den ehemals teilprivatisierten Berliner Wasserbetrieben sollten hier Warnung genug sein. In den Beschlüssen zur Energiepolitik vom 5. Mai werden übrigens die Berliner Stadtwerke nicht ein einziges Mal erwähnt. Dennoch sprach zwei Tage später in der taz Umweltsenator Geisel davon, dass „die GASAG Nukleus eines Stadtwerks werden kann“. Der Berliner Energietisch - in dem auch die GRÜNE LIGA Berlin sehr aktiv ist - sowie die Oppositionsparteien Grüne und Linke im Abgeordnetenhaus üben ganz klare Kritik an der Energieplänen des Senats.

Stefan Taschner, Sprecher des Berliner Energietisches. „Der von der SPD im Jahr 2010 eingeleitete Rekommunalisierungskurs ist gescheitert: Energienetze zu 100 Prozent in Landeshand wird es nicht geben und das angestrebte starke Stadtwerk kommt im Senatsbeschluss gar nicht mehr vor. Die SPD hat die Strategie gewechselt und will statt Rekommunalisierung lieber gemeinsame Unternehmen mit den großen Kohleund Atom-Konzernen Vattenfall und E.ON bilden. Das heißt Klimaschutz und Energiewende adé“, meint Michael Schäfer (Grüne). „Eine klare Strategie des Senats in der Energiepolitik und zur Rekommunalisierung ist nach wie vor nicht zu

Fazit
Bis Ende August gibt es intensive Gespräche mit den Energieunternehmen GASAG und Vattenfall, die von Wirtschaftssenatorin Yzer und Finanzsenator Kollatz-Ahnen geführt werden. Es scheint so, dass das landeseigene Unternehmen Berlin Energie nur bieterfähig aufgestellt wird, um im Notfall mit einem ganz neuen Konzessionsverfahren drohen zu können. Am 27. Mai forderten Linke und Grüne im Abgeordnetenhaus sogar einen Neustart beim Vergabeverfahren für das Berliner Stromnetz. Die Koalitionsfraktionen SPD und CDU sowie die Piraten sprachen sich gegen eine neue Ausschreibung aus. Als Anteilseigner der GASAG will zukünftig auch der Energiekonzern E.ON in Berlin stärker mitspielen. Doch wird E.ON bisher nicht im Geringsten mit Energiewende verbunden - noch weniger mit den Schlagworten: sozial, ökologisch oder demokratisch. Insgesamt sind die energiepolitischen Ziele Berlins momentan drei Windräder für die Ökostromproduktion, ein halbes Berliner Stadtwerk und null Rekommunalisierung der Energienetze. Der rot-schwarze Senat vergibt mit seinen Beschlüssen fahrlässig die Chance, zukunftsfähige Wege beim Thema Energie zu gehen. Da bleibt gerade mit Blick auf die nächsten Abgeordnetenhauswahlen im Herbst 2016 wieder mal nur das Engagement der Bürger_innen, um doch noch eine soziale, ökologische und demokratische Energieversorgung in Berlin zu ermöglichen. Jochen Mühlbauer Weitere Informationen: www.berliner-energietisch.net www.facebook.com/ berliner.energietisch

Bewertung und Kritik
Der Berliner Senat geht mit seinen Energiebeschlüssen, also dem Verzicht auf 100 Prozent Rekommunalisierung der Energienetze, den Weg des geringsten Widerstandes. Er drückt sich nicht nur um eine Auseinandersetzung innerhalb der eigenen Koalition, sondern auch mit Vattenfall und der GASAG. Den Preis für diese Politik müssen alle Berliner_innen zahlen. Im Falle einer Kooperation mit den Energiekonzernen drohen weiterhin die Gewinninteressen der privaten Anteilseigner - vor allem E.ON und Vattenfall - Vorrang vor dem Allgemeinwohl zu haben. Auch mit der demokratischen Kontrolle und der damit verbundenen
Foto: Uwe Hiksch - www.flickr.com

„Die angestrebte Kooperation mit den jetzigen Energienetzbetreibern ist keine Rekommunalisierung. Damit verspielt der Senat die Möglichkeit, Einfluss auf die zukünftige Energieversorgung unser Stadt zu nehmen. Der Berliner Energietisch lehnt deswegen eine Kooperation sowohl mit Vattenfall als auch der GASAG ab. Wer die Energiewende in Berlin voranbringen will, kann sich nicht mit dessen Blockieren zusammentun. Sowohl Vattenfall als auch E.ON stehen weder für mehr erneuerbare Energien noch für eine sozial ausgerichtete Energieversorgung“, so

erkennen. Die Entscheidung, das Konzessionsverfahren Strom fortzusetzen, birgt hohe rechtliche Risiken. Es droht der Ausschluss von Berlin Energie und damit die Begünstigung des bisherigen Konzessionsinhabers Vattenfall. Berlins Verhandlungsposition gegenüber dem Energieunternehmen wird damit geschwächt“, sagt Harald Wolf (Linke).

Genossenschaft BürgerEnergie Berlin
Die Genossenschaft BürgerEnergie Berlin (BEB), die selbst Bieter

ENERGIE
5. bis 9. August: lokaler Braunkohle-Widerstand und die globale Perspektive

Juni / Juli 2015

5

Lausitzer Klima- und Energiecamp 2015

I

nzwischen gehört es fast schon zum Inventar der Klimabewegung: das Lausitzer Klimacamp. In diesem Jahr findet es vom 5. bis 9. August in Groß Gastrose statt, einem Ort eingeklemmt zwischen geplanten Tagebauen auf deutscher und polnischer Seite. Kernanliegen des Camps ist es, den lokalen Widerstand gegen neue Tagebaue und Kraftwerke mit einer globalen Perspektive im Kampf um Klimagerechtigkeit zu verbinden. Und nicht nur das: Klimacampen macht Spaß! Auf dem Programm steht in diesem Jahr eine große Bandbreite an Aktivitäten: Das reicht vom EinsteigerWorkshop zur Braunkohle in der Lausitz und einem Fußballspiel des 1. FC Klimacamp gegen eine lokale Mannschaft, über gelebte Energiewende-Praxis mit solarem Kochen, bis hin zu einer Podiumsdiskussion zum Strukturwandel in der Lausitz. Auch kreative und spontane Aktionen sowie ein großer Aktionstag am Kraftwerk Jänschwalde inklusive Abschlussfest am Samstag, 8. August, sind zentraler Bestandteil. Neben dem festen Programm gehören natürlich auch Vernetzung, Erfahrungsaustausch, das Ausprobieren von alternativem Leben und feinste vegane Verköstigung durch die „Fläming Kitchen“ zum Reiz des Klimacamps dazu.

Diskussionen vor dem Campzelt
Foto: Christina Eichberger

verankern. Die Staatengemeinschaft muss sich dazu bekennen, dass die Klimaerwärmung bis zum Jahr 2100 nicht mehr als zwei Grad über dem vorindustriellen Niveau betragen darf. Doch zu einem solchen Bekenntnis gehören auch entsprechende Maßnahmen – und die sind weit und breit nicht in Sicht. Der schwedische Staatskonzern Vattenfall, der aktuell die Braunkohlekraftwerke und Tagebaue in der Lausitz betreibt, will zwar seine Kohlesparte verkaufen, doch das heißt noch lange nicht, dass es dann nicht unter neuem Namen weitergeht. Eine Forderung des Klimacamps lautet daher: Nicht feige zurückziehen, sondern den Strukturwandel selbst in die Hand nehmen! Das heißt den regionalen Kohleausstieg endlich anfangen und damit dem regionalen Ausbau von erneuerbaren Energien eine Chance geben. Gemeinsam gestalten statt gegeneinander kämpfen.

Klimacamp als politisches Instrument
Das Klimacamp ist jedoch nicht nur ein Weiterbildungsseminar für Interessierte von nah und fern – es ist zugleich ein hochpolitischer Akt. Gerade im Jahr 2015, das zurecht Klimajahr genannt wird, stehen Klima- und Kohlepolitik

national wie international ganz weit oben auf der Agenda: Während Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel die Klimapolitik hier in Deutschland mit einem Feigenblatt präsentiert, wird auf globaler Ebene ein neues Klimaabkommen für den UN-Klimagipfel in Paris Ende des Jahres vorbereitet. Hierbei geht es darum, das sogenannte zwei-Grad-Limit völkerrechtlich zu

Lausitzcamps zeigen Wirkung…
Vattenfall weiß inzwischen, dass das Klimacamp ein ernstzunehmendes Rädchen im Getriebe ist. In einem internen Schreiben an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde bereits vor dem Camp gewarnt. Da heißt es beispielsweise gleich auf der ersten Seite: „Die Veranstalter weisen zudem darauf hin, dass es eine andere Form des Camps geben wird, die ‚schlanker und aktionsorientierter‘ ist. […] In diesem Fall muss mit einer Radikalisierung eventueller Aktionen gegen Vattenfall gerechnet werden. Bitte berücksichtigen Sie diesen Zeitraum für Ihre Planungen.“ Das macht deutlich: Gegen (Ohn-) Macht von Oben hilft nur Druck von Unten. Denn nur dann kann es gelingen, die Kohle zu verdrängen. Das Klimacamp in der Lausitz ist genau der richtige Ort dafür. Kommt daher alle vom 5. bis 9. August, nach Groß Gastrose! Für eine Zukunft ohne Kohle, für Klimagerechtigkeit und Energiesouveränität! Widerstand kennt keine Grenzen! Es ist Zeit zu handeln! Christina Eichberger Weitere Informationen: www.lausitzcamp.info
Anzeige

Aktion Lausitz ohne Kohle
Am 20. Juni gemeinsam ein starkes Zeichen gegen Braunkohle setzen!
werden, bedroht ist unter anderem das Dorf Proschim. Nach den Plänen der Bundesregierung soll der CO2-Ausstoß in diesem Zeitraum stark sinken. Ohne einen schrittweisen Ausstieg aus der Braunkohle ist dieses Ziel aber nicht erreichbar. Mit einem großen gelben ProtestX zeigen wir: Mit dem Braunkohlewahnsinn muss endlich Schluss sein! Warum ein X? Insbesondere seit der Anti-Kohle-Menschenkette im August 2014 ist das gelbe Protest-X ein Zeichen des Widerstands. Am 20. Juni beim Aktionstag um 12.30 Uhr in Proschim (Welzow) wird dieses erstmals als Menschenbild dargestellt. Es kann jeder daran teilnehmen, egal ob jung oder alt. Außerdem gibt es ein Rahmenprogramm mit Essen aus der Region, Ansprachen und Musik. Ebenso finden eine Besichtigung der örtlichen Anlagen für erneuerbare Energien, der Besuch des Dorfes Haidemühl (seit 2006 zwangsumgesiedelt) und eine Ausstellung „Bäuerliche Lebensart“ statt. jm Weitere Informationen: lausitzer-widerstand.de

Aktion Lausitz ohne Kohle am 20. Juni
Anreise mit dem Bus ab Berlin:
Grafik: lausitzer-widerstand.de

T

rotz Energiewende und Klimawandel kettet sich die Landespolitik in Sachsen und Brandenburg weiter an die Braunkohle: Drei Tagebauerweiterungen in der Lausitz befinden sich aktuell im Planungsverfahren. Doch alle geplanten Braunkohle-Tagebaue sind unnötig. Beispiel Welzow Süd II: In diesem neuen Tagebau soll von 2027 bis 2042 Braunkohle gefördert

Abfahrt: 10 Uhr Berlin Hbf, Europaplatz (Treffpunkt 9.30 Uhr) Rückankunft: 18.30 Uhr Berlin Hbf, Europaplatz Kosten: 15 Euro (Solipreis 20 Euro) Anmeldung und Rückfragen: Julia Albrecht, busberlin@lausitzerwiderstand.de

Selbstständige Vertriebsmitarbeiter für den ersten naturstrom Ökostrom-Laden in Berlin gesucht! Bewerbung an lettmayer@naturstrom.de
www.naturstrom.de/jobs Warschauer Str. 62, 10243 Berlin

6

Juni / Juli 2015

BERLIN
Was auf dem IGA-Campus im Jahr 2017 alles geboten wird

Natur erleben, gärtnern, praktisch lernen

K

inder und Jugendliche, die keinen Bezug zur Natur haben und noch nie mit ihren Händen in der Erde gewühlt haben, gibt es zuhauf - gerade in Berlin. Trotz des unermüdlichen Engagements zahlreicher Umweltbildungsinitiativen glauben viele immer noch an die lila Kuh. Diese werden sie auf dem Campus der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2017 nicht vorfinden. Stattdessen wird es auf dem IGA-Campus die Möglichkeit geben, Gärten zu gestalten, neue Habitate für Tiere und Pflanzen zu erschaffen, viel Interessantes über die Heilkräfte von Wildkräutern zu erfahren und mehr darüber zu lernen, wo unser Essen und andere Produkte eigentlich herkommen. Im Auftrag der IGA Berlin 2017 GmbH organisiert die GRÜNE LIGA Berlin zusammen mit UF Konzeption+Management das Umweltbildungsprogramm des IGACampus für naturbegeisterte Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Besucher_innen offensteht. Auf einer Fläche von 1,5 Hektar am Fuße des Kienbergs lädt auch der IGA-Campus zum Mitmachen ein. Hier werden IGA-Gästen jeden Alters zahlreiche Erlebnisse geboten. Es ent-

experimentieren sowie globale Zusammenhänge erkennen. Kunstworkshops und Kurse zu gesunder Ernährung runden das Programm ab. Dabei wird Inklusion Teil des Gesamtkonzepts sein. Die Teilnehmer_innen dieser Work-

IGA schafft originelles Gartenlabor
Die IGA wird vom 13. April bis zum 15. Oktober 2017 auf circa 100 Hektar Fläche in Marzahn-Hellersdorf rund um die Gärten der Welt und den Kienberg zeigen, wie Stadtgrün gehandhabt werden kann. Gartenkunst, Stadtgärtnern, urbane Naturräume und nachhaltige Landschaftsentwicklung werden auf eine vielfältige Art und Weise präsentiert. Landschaftsarchitekt_innen aus aller Welt, Gartengestalter_innen, Pflanzenproduzent_innen, sowie Kunstund Kulturschaffende werden das Areal im östlichsten Bezirk Berlins in ein originelles Gartenlabor verwandeln, welches den über zwei Millionen

Grafik: IGA Berlin 2017 GmBH

steht ein Ort zum Lernen und Ausprobieren, für Aktionen und Begegnungen. Bei pädagogisch begleiteten Angeboten wird hier die Möglichkeit bestehen, Einblicke in die Welt von Pflanzen, Tieren, Pilzen, Böden, Wasser und vielem mehr zu gewinnen. Hier werden Kinder und Jugendliche Natur erleben, die Artenvielfalt entdecken, Pflanzen und Tiere bestimmen, selbstständig forschen und

Grau raus - Grün rein!
100 Höfe-Wettbewerb 2015 gestartet

D

er 100 Höfe-Wettbewerb des Bezirksamtes Berlin-Pankow richtet sich an engagierte Bürger_innen, die ihr Wohnumfeld begrünen möchten. Interessierte, die am Wettbewerb teilnehmen möchten, begleitet und unterstützt die GRÜNE LIGA Berlin. Mit dem Preisgeld soll Eigenengagement gefördert und belohnt werden. Ziel des Pankower Begrünungsprogramms ist eine Verbesserung des Stadtklimas vor allem in der Innenstadt. Die Teilnahme am Wettbewerb ist bis zum 22. September möglich. Außerdem gibt es bei der GRÜNEN LIGA Berlin eine ständige Beratung zur Begrünung Ihres Hinterhofes oder Ihres zukünftigen Kiezgartens. jm

Informationen und Wettbewerbsunterlagen: www.berlin.de/ba-pankow/politikund-verwaltung/aemter/umwelt-undnaturschutzamt/aktuelles www.grueneliga-berlin.de/themenprojekte2/garten-nebenan/beratung hofberatung.berlin@grueneliga.de www.umweltbuero-pankow.de umweltbuero@agrar-boerse-ev.de www.stern-berlin.com schroeder@stern-berlin.de

shops bekommen auch die Chance, sich bei der Gestaltung des Campus einzubringen, beispielsweise durch das Anlegen von Hochbeeten. In den grünen Klassenzimmern der IGA werden sich Kitagruppen, Schulklassen und Studierende unter anderem mit den Themen Naturkunde, Gartenbau und Gesundheit beschäftigen. Hier wird es außerdem generationsübergreifende Angebote geben. Bereits ab Frühling 2016 werden interessierte Gruppen damit beginnen, die Gestaltung des IGA-Campus vorzubereiten. Hierfür werden internationale Workcamps stattfinden, in denen junge Menschen aus aller Welt mit Berliner Jugendlichen kochen, gärtnern und Projekte zu Naturschutz, nachhaltigem Konsum, entwicklungspolitischer Bildung und gesunder Ernährung entwickeln können. Neben neuen Lebensräumen für Eidechsen werden im Rahmen der Workcamps auch Musterund Themengärten geschaffen.

versteht, welche Rolle der Boden und seine Organismen dabei spielen. Auf dem IGA-Campus werden Berliner Schulen nach dem Vorbild internationaler Partnerschulen Schulgärten (Global School Gardens) anlegen und diese auch den Besucher_innen der IGA präsentieren. Die Lernstationen des IGA-Campus sollen behutsam in die Natur integriert werden. Die spielerische und modulartige Architektur soll zu Begegnungen und Gesprächen einladen, dafür sorgen die Landschaftsarchitekt_innen des Atelier le balto. Wie mit einer ressourcenschonenden Bauweise und wiederverwendbaren Materialien Gärten angelegt und gestaltet werden können, zeigen angehende Garten- und Landschaftsbauer_innen. Mit dem IGA-Campus wird eine kreative Verbindung von Natur und Medien geschaffen. Er ist auch ein idealer Ausgangspunkt, um das Wuhletal und den Naturerfahrungsraum auf dem Kienberg sowie den Lehrpfad und die Beweidungsprojekte zu erkunden. Eines der Ziele des IGA-Campus ist, bei Kindern ohne Naturerfahrung oder aus benachteiligten Familien ein Naturbewusstsein zu wecken. Außerdem sollen soziale Kompetenzen und internationale sowie interkulturelle Begegnungen gefördert werden, auch als Wiederspiegelung der kulturellen Vielfalt Berlins. Wenn viele Schulen die Angebote wahrnehmen, wird der Campus seinem Anspruch sicherlich gerecht werden. Das Umweltbildungsprogramm zum IGA-Campus wird voraussichtlich im Sommer des kommenden Jahres auf der Internetseite der IGA Berlin 2017 www.iga-berlin-2017.de abrufbar sein. Veit Ulrich Weitere Informationen: www.grueneliga-berlin.de/themenprojekte2/umweltbildung/ iga-campus www.iga-berlin-2017.de/ ausstellung/iga-campus

Aufruf zur Einreichung von Programmangeboten für 2017!
Programmangebote für den IGACampus 2017 in den Bereichen Umweltbildung, Ernährungs- und Verbraucherbildung, Kunst und Medien, Gesundheit, Bewegung und Berufliche Orientierung können ab sofort bei der GRÜNEN LIGA Berlin eingereicht werden! Kontakt: Ulrich Nowikow und Manuela Reinhard iga-campus@grueneliga-berlin.de Tel. 030/ 44339170

Global School Gardens
Überall auf der Welt legen Schüler_innen Gärten an, die aktives Lernen ermöglichen. Dabei steht das Wissen über Pflanzen, Artenvielfalt, Nährstoffe, Boden und Wasser ebenso im Fokus wie die Selbstversorgung mit Obst und Gemüse. Denn wer sich gesund ernähren will, macht nichts verkehrt, wenn er seine Lebensmittel selbst anbaut und

BERLIN

Juni / Juli 2015

7

Berliner Mietenvolksentscheid
Initiative sammelt Unterschriften für ein Volksbegehren

O

b Kreuzberg-Friedrichshain oder Pankow: In den meisten Berliner Stadtbezirken steigen die Immobilienpreise mehr oder weniger stark. Seit 2009 sind die Mieten laut der Initiative Berliner Mietenvolksentscheid in Berlin im Durchschnitt um 46 Prozent gestiegen, Kündigungen und Zwangsräumungen seien Alltag. Der Berliner Mietspiegel zeigt ein etwas gemäßigteres Bild. Er verzeichnet lediglich einen Anstieg der Monatsnettokaltmiete von 4,83 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2009 auf circa 5,90 Euro in diesem Jahr. Dies entspricht nur einem Anstieg von 22 Prozent.

Sozialwohnungen am Kottbbusser Tor

Wobei dazu gesagt werden muss, dass das Amtsgericht Charlottenburg den Berliner Mietspiegel am 11. Mai für unwirksam erklärt hat, weil bei dessen Erstellung wissenschaftlich unsauber gearbeitet worden sei. Egal, wie hoch der Anstieg der Mieten nun wirklich ist: Durch die Gentrifizierung werden immer mehr Berliner_innen aus ihrem Kiez verdrängt. Nur ein Viertel der 1,6 Millionen Mietwohnungen in Berlin gehören landeseigenen Wohnungsgesellschaften oder sind geförderter sozialer Wohnungsbau und liegen somit unter städtischem Einfluss. Die Politik auf Bundes- und Landesebene hat die Wohnungsnot seit den neunziger Jahren mitverursacht. Neben der Privatisierung von 220.000 landeseigenen Wohnungen wurde im Jahre 2002 die Förderung für die Modernisierung preiswerter Altbauten eingestellt. Ein Jahr später wurde der soziale Wohnungsbau abgeschafft. Die Mieten liegen dort mittlerweile über dem Mietspiegel und sind für die unteren Einkommen nicht mehr bezahlbar. Zudem hat sich die Umwandlung von Miet- in Eigentums- und Ferienwohnungen in drei Jahren auf 10.000 im Jahr verdoppelt. Mittlerweile fehlen in Berlin laut Schätzungen der Initiative Berliner Mietenvolksentscheid über 120.000 bezahlbare Wohnungen.

gem Einkommen. Das Gesetz kann trotzdem nur ein erster Schritt sein, weitere Maßnahmen gegen Mietsteigerungen müssen folgen, dessen ist sich auch die Initiative bewusst. Der Senat kritisiert den Gesetzentwurf. Von Finanzsenator Kollatz-Ahnen heißt es, das Gesetz für die soziale Wohnraumversorgung sei viel zu teuer. Doch wieviel würde die Umsetzung wirklich kosten? Die Initiative Berliner Mietenvolksentscheid veranschlagt von 2017 bis 2021 Kosten von lediglich 228,8 Millionen Euro pro Jahr, das ist weniger als ein Prozent des Berliner Landeshaushalts. Bis Ende Mai haben schon über 40.000 Menschen, also weit mehr als die für die Einleitung eines Volksbegehrens erforderlichen 20.000 Personen unterschrieben. Doch bis zum Ablauf der Frist werden noch weiter fleißig Unterschriften gesammelt, und auch darüber hinaus soll das Thema noch bekannter werden. Schließlich Unterschriftensammlung am Tempelhofer Feld müssen ab Januar Fotos: Berliner Mietenvolksentscheid - www.flickr.com 2016 mindestens 175.000 gültige genen Wohnungsbaugesellschaften und durch die Mieter_innen sowie die Unterschriften beim Volksbegehren teurer Neubau mit einem Mietpreis ab Rekommunalisierung von Sozialwoh- zusammenkommen, damit ein Volks6,50 Euro pro Quadratmeter senken den nungen ermöglichen. Insgesamt sollen entscheid eingeleitet wird. Wenn es Preisdruck nicht. Übrigens fördert der mit der Umsetzung des Gesetzes mittel- zum Volksentscheid kommt, wird bei Senat nur 1.000 Wohnungen pro Jahr, fristig 500.000 bezahlbare Wohnungen der Berliner Abgeordnetenhauswahl und das bei einem jährlichen Zuzug von durch kommunalen Besitz oder langfri- im September 2016 über diesen abge40.000 Menschen nach Berlin. stimmt. Es bleibt zu hoffen, dass der stige Bindungen geschaffen werden. Darum wurde nun unabhängig von Volksentscheid erfolgreich ist, damit in politischen Parteien, selbstorganisiert Berlin nicht bald Münchner Verhältnisse Weitere Maßnahmen und basisdemokratisch ein Gesetz entvorherrschen. Veit Ulrich müssen folgen worfen, welches dazu beitragen soll, die Berliner_innen mit kostengünstigem Es stellt sich die Frage, ob ein berWohnraum zu versorgen. linweites Gesetz zur Versorgung mit sozialem Wohnraum überhaupt ausreicht. Schließlich gibt es Vieles, was nur auf Was kann das Gesetz? Bundesebene entscheiden werden kann Das „Gesetz über die Neuausrich- und worauf das Land Berlin sowieso tung der sozialen Wohnraumversor- keinen Einfluss hat. Aus Sicht der Ingung in Berlin“ enthält zum Einen die itiative Berliner Mietenvolksentscheid Wie kann ich mitmachen? Einrichtung eines Wohnraumförder- würde es die Wohnungsnot aber effektiv fonds und eine nach dem Einkommen bekämpfen. Man kann aber auch kritiJeden Dienstag um 18 Uhr: gestaffelte Senkung der Mietpreise in sieren, dass der Volksentscheid nur die Aktiventreffen im Untergeschoss öffentlich geförderten Wohnungen, Wohnungen aus der öffentlichen Hand des Friedrichshain-Kreuzbergmuvor allem im innerstädtischen Bereich. und aus dem geförderten Wohnungsbau seums in der Adalbertstraße 95a. Zum Anderen fördert das Gesetz den betrifft, den privaten Wohnungssektor Für alle Interessierten gibt es vorab immer um 17 Uhr eine EinNeubau preisgünstigen Wohnraums aber außen vor lässt. führung in das Gesetz und Die Schaffung bezahlbaren öffentliund die Modernisierung zwecks Bardie Kampagne. rierefreiheit und Energieeinsparung bei chen Wohnraums wirkt sich jedoch auf gleichbleibender Miete. Des Weiteren den Mietspiegel aus, was dazu führt, Alle weiteren Informationen und bewirkt es eine Neuausrichtung der dass auch für Privateigentümer die Unterschriftenlisten zum Downstädtischen Wohnungsunternehmen zulässigen Mieterhöhungen begrenzt load: www.mietenvolksentscheidals Anstalten öffentlichen Rechts mit werden. Außerdem bildet die gestärkte berlin.de einem öffentlichen Versorgungsauftrag. öffentliche Wohnungsinfrastruktur ein Will meinen, dass diese Unternehmen Auffangnetz für Menschen mit gerin-

Die SPD hat im Zusammenhang mit dem Mietenvolksbegehren erneut davon gesprochen, eine Privatisierungsbremse in der Berliner Verfassung zu verankern. Eine solche Privatisierungsbremse wäre ein sinnvolles Instrument zur Sicherung der öffentlichen Daseinsvorsorge. Doch die Partei hat so etwas schon mehrfach angekündigt, in die Tat umgesetzt wurde es nie. Anstatt sich um preiswerten Wohnraum zu kümmern, setzt der rotschwarze Senat auf private Investoren und gewinnorientierte städtische Wohnungsgesellschaften. Zaghafte Trippelschritte wie ein Bündnis mit landesei-

ihre Mieterträge nur für Investitionen nutzen dürfen und dass keine Privatisierung mehr stattfindet. Wenn das Gesetz kommen sollte, hätten GESOBAU, HOWOGE und Co. die Möglichkeit, gemeinwohlorientiert zu arbeiten und müssten keine Gewinne mehr erwirtschaften. Außerdem bekämen sie mehr Eigenkapital und könnten für Neubauund Sanierungsmaßnahmen auf entsprechende Fördermittel zurückgreifen. Um Mietschulden und drohende Obdachlosigkeit zu verhindern, würde eine zielgerichtete Mietenberatungsstelle eingerichtet werden. Darüber hinaus würde das Gesetz mehr Mitbestimmung

8

Juni / Juli 2015

STADTNATUR
Langer Tag der StadtNatur am 20./21. Juni 2015

Rein ins Grüne – raus in die Stadt
Mitmach-Aktionen stehen 26 Stunden lang auf dem Programm. Einige Highlights: Für Singles mit Sinn für die Natur findet ein Speed-Dating statt. Wer seinen Speed-DatingPartner interessant findet, kann sich mit ihm/ihr Urbanes Grün in Berlin lädt zum Entdecken ein auf StadtNaturFoto: Stitung Naturschutz Berlin Reise begeben. Neu sind auch erlin ist die Hauptstadt der die Bustouren mit den BezirksbürVielfalt – der Artenvielfalt. Am germeistern, die den Besuchern grüne 20. und 21. Juni 2015 können Highlights ihres Bezirkes präsentieren. das Interessierte beim Langen Tag der Mit Derk Ehlert, dem Wildtierexperten StadtNatur wieder hautnah erleben. Ob des Senats, kann man per Schiff Neuversteckte Stadtoasen oder tierisch- köllns wilde Ufer entdecken. Einige wilde Nachbarn: An der Seite von mehr Gärten, Hinterhöfe und Naturareale als 200 Experten gibt es auch in diesem öffnen auch in diesem Jahr nur für den Jahr allerlei zu entdecken. Die Stiftung Langen Tag der StadtNatur ihre Pforten. Naturschutz Berlin präsentiert innerhalb Neben den vielen neuen Angeboten wervon 26 Stunden rund 500 StadtNatur- den aber auch die Publikumslieblinge des letzten Jahres wieder dabei sein. Veranstaltungen. Der Lange Tag der StadtNatur 2015 Ein Besuch lohnt sich immer: Fachkundige Führungen und spannende beginnt am Samstag, dem 20. Juni, um 16 Uhr und endet am Sonntag, dem 21. Juni, um 18 Uhr. Stiftung Naturschutz Berlin Der Lange Tag der StadtNatur wird durch die finanzielle Unterstützung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, der Initiative mehrwert Berlin, den denn‘s Biomärkten und der Wall AG ermöglicht. Das gesamte Programm sowie Informationen zu Platzreservierungen und Tickets: www.langertagderstadtnatur.de

Ein Heim für Insekten und Vögel im Prenzlauer Berg
Die GRÜNE LIGA Berlin informiert dort über insekten- und vogelfreundliche Bepflanzung. Material ist vorhanden. Wir stellen gemeinsam Insektenhotels und Nistkästen her. Im Anschluss können diese mitgenommen oder auf dem Georgen-Parochial-Friedhof (Heinrich-Roller-Straße) aufgehängt werden. Samstag, 20. Juni, 16 bis 19 Uhr Ort: Georgen-Parochial-Friedhof, Heinrich-Roller-Straße, Berlin-Prenzlauer Berg Treffpunkt: Prenzlauer Allee 22, 10405 Berlin Verkehrsverbindung: Tram M2, Station Prenzlauer Allee/Metzer Straße oder Knaackstraße Um Anmeldung wird gebeten: 2015.langertagderstadtnatur.de Veranstalter: GRÜNE LIGA Berlin und Stefan Gelbhaar, Bündnis 90/Die Grünen Infos: www.grueneliga-berlin.de

B

Viel los im Volkspark Wuhlheide
Aktionen von und mit dem PARADIES WUHLHEIDE

R

und um den Langen Tag der Stadt- KUNST AM SPREEKNIE in Schöne- auf drei verschiedenen Erlebnispfaden Natur (20. und 21. Juni) und in weide stattfindet. Am 12. Juli werden die besondere Ökologie des Waldparks: den Sommer hinein wird gebaut und diese zu Wasser gelassen und verbinden NaTour 1: Tiere und ihre Lebensräume, gebastelt, erlebt und entdeckt sowie sich mit vielen anderen Inseln zu einem NaTour 2: Sinnestour und NaTour großen Ganzen – einem Insel-Paradies 3: Wasserwege. Die Touren richten geträumt und entwickelt. sich an Jung und Alt - Familien und Bauen und Basteln: Los geht’s am voller innovativer Ideen. Erleben und Entdecken: Am Naturliebhaber. Die Anmeldung erfolgt 19. Juni im FEZ-Berlin mit dem Bau der PARADIES-Insel. Die Grundschule selben Wochenende laden wir Sie ein, über den Langen Tag der StadtNatur. an der Wuhlheide baut gemeinsam mit gemeinsam mit unseren Waldschraten Registrieren Sie sich und erforschen Sie Käpt‘n Joy von Open-Island Berlin eine (Natur- und Erlebnispädagog_innen in spielerisch die Geheimnisse des einmasechs mal sechs Meter große Recycling- Ausbildung) verborgene Schönheiten ligen Volks- und Waldparks Wuhlheide. Träumen und Entwickeln: Am SInsel. Während des Ferienspiels FEZitty im traditionsreichen Volks- und Wald(20. Juli bis 28. August) wird die Insel park Wuhlheide zu entdecken. Wir Bahnhof Wuhlheide soll das ehemalige ein Teil der „Stadt der Zukunft“ und werden für circa zwei Stunden (16 bis 18 Bahngelände mit dem Verstärkeramt mit visionären Ideen für Wohnen und Uhr) zu Fuß unterwegs sein und erleben aus dem Tiefschlaf erwachen. Wir streben eine nachhaltige Leben von den Kindern selbst Entwicklung inklusive der gestaltet. Sanierung und ModernisieAm Wochenende (20. rung der Gebäude sowie der und 21. Juni) sind alle einRenaturierung der Flächen geladen, mit uns zu bauen an. Eine Betreiber- und – die PARADIES-Insel wird Nutzergemeinschaft wird mit fertiggestellt und direkt am unserer Initiative zusammenFEZ gewässert. Mit Käpt‘n geführt, um das Gelände aufLily können Kinder und zuwerten, BeschäftigungsFamilien viele kleine Inseln möglichkeiten zu initiieren basteln . . . mit Gärten, und ein berlinweiter AnzieStädten, Spielplätzen. Alle hungspunkt für Interessierte Inseln „schippern“ zu einem aus Kultur, Postwachstumseinmaligen Berliner-Inselund Naturschutzbewegung bauer-Treffen von kreativen Natur wächst nach, überwucherte Schienen in der Wuhlheide zu werden. Auch Sie können Zukunftsgestalter_innen, das im Rahmen des Festivals Foto: FEZ-Berlin mitgestalten - mehr Infor-

mationen erhalten Sie auf unserer Webseite. Um mehr Öffentlichkeit zu schaffen, planen wir zum Langer Tag der StadtNatur gemeinsam mit der Landesmusikakademie von 13 bis 22 Uhr eine Open-Air Putzparty mit vielen Bands, dem ökologisch-nachhaltigen Imbisswagen „Des Teufels fette Beute“ und dem Solar Sound System von einleuchtend e.V. Das PARADIES WUHLHEIDE ist ein offenes Netzwerk, das an einer nachhaltigen Entwicklung des Volksparks Wuhlheide in Berlin arbeitet. Dabei werden kommunale Einrichtungen, Vereine und Organisationen, Projektgruppen, Einzelpersonen und Unternehmen in den Berliner Bezirken Treptow-Köpenick und Lichtenberg vernetzt. Das PARADIES WUHLHEIDE ist Impulsgeber und Anlaufstelle für nachhaltige Inspirationen und Ideen. Die gemeinsame Vision ist das „PARADIES WUHLHEIDE - ein Kreativ- und Freizeitpark für nachhaltiges Leben und Wirtschaften in der Großstadt“. Mitmachen erwünscht! Katrin Fleischer und Claudia Kapfer Weitere Informationen: www.paradies-wuhlheide.de

STADTNATUR

Juni / Juli 2015

9

Der Bodengarten in Berlin
Boden erleben und begreifen mitten in der Großstadt

D

er Bodengarten verkörpert etwas Neues. Er will durch experimentelles Lernen Wissen über ein fast unbekanntes und wenig wertgeschätztes Umweltmedium - den Boden - vermitteln. Dieses verkannte Schutzgut verkörpert in Wirklichkeit ein gigantisches Ökosystem und gleicht mit seinen unzählbaren Bodenbewohnern einem Paralleluniversum, das eine unschätzbar wertvolle Arbeit für die Umwelt und unser Leben leistet. Boden besitzt aber trotzdem ein schlechtes Image. Dunkel, kalt und nass - irgendwie „underground“. Zu Unrecht, denn er gehört zu den wichtigsten Schutzgütern und Ressourcen des Lebens auf der Erde. 95 Prozent aller vom Menschen produzierten und konsumierten Lebensmittel haben ihren Ursprung im Erdreich. Er dient uns als Siedlungs- und Verkehrsfläche, schützt als Schadstoff - Puffer unser Grundwasser und birgt Fragmente und Geheimnisse unserer Geschichte, um nur einen kleinen Teil seiner Dienstleistungsfunktion zu nennen. Wir dagegen behandeln ihn schlecht. Er wird versiegelt, verdichtet und mit Schadstoffen und Monokulturen belastet. Erosion tut ihr übriges und lässt zehn Zentimeter Boden, die tausende Jahre brauchen, um zu entstehen, in wenigen Tagen verschwinden. Doch leider ist das nur wenigen Menschen bewusst. Für die meisten füllen sich die Regale in den Supermärkten dauerhaft von selbst. In den Medien, in der Politik und auch in der Bildung geht der Boden zwischen den dramatischen Schlagzeilen des Klimawandels und der politischen Konflikte oft unter. Die Zusammenhänge zwischen dem Verlust an Boden und dem Verlust an Lebensqualität und biologischer Vielfalt sind oft nicht klar. Besonders in einer Großstadt wie Berlin wird der Boden nur selektiv als Bauland oder Verkehrsfläche verstanden. Das Referat „Bodenschutz“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt möchte darum den Boden besser im Bewusstsein der Gesellschaft verankern. Bodenbewusstsein entwickelt sich nicht nur auf der Grundlage des Wissens über den Boden. Er muss

mit allen Sinnen erlebt, erfahren, gefühlt Darunter kommt das freigelegte, kie- nenden Pausenort. Die Kinder können und verstanden werden. Er ist nicht nur sige Sediment zum Vorschein. Mit in Holzkisten und im Schüttelturm die ein Thema für Fachleute und Akademi- Hilfe eines Leitfadens können sich verschiedenen Bodenarten erfühlen. Wie ker. Auch Kinder, Jugendliche und Er- Schul- und Kindergartengruppen unter fühlt sich Ton und wie fühlt sich Sand wachsene können spannende Einblicke Anleitung ihrer Betreuer_innen einen an? Wie sehen die einzelnen Körner aus? in die natürlichen Prozesse, die unsere Tag lang selbstständig mit dem Boden Im Bodenlabor werden Experimente Lebensgrundlage bilden, erlangen. beschäftigen. durchgeführt. Die Bodengrube bietet Boden muss endlich als die Möglichkeit, in die Tiefe Teil der Natur verstanden einzutauchen und die Horiund als Lebensgrundlage zonte zu betrachten. In einer angesehen werden. Betonröhre wird das Gefühl Kinder begegnen vermittelt, sich unter der Erde neuen Themen wie dem zu befinden und BodenlebeBoden meist viel aufwesen sind zu beobachten. geschlossener und unKleine Ausgrabungsstätten voreingenommener als bieten Platz, um mit Hammer Erwachsene. Spielerische und Meißel auf die Suche Annäherungen an die ökonach Fossilien zu gehen. An logische, ökonomische und der Bodengalerie sind versoziale Bedeutung des Boschiedene Bodentypen sind zu dens bilden Grundlagen, bestaunen, und der horizontale die den späteren Umgang Aufbau wird genauer erklärt. mit umweltbezogenen Über 330.000 Schüler_inThemen bestimmen. Somit nen lernen an fast 800 allgestand die Zielgruppe fest. Gartenarbeitsschule Ilse Demme: Begeisterung für Umweltbildung mein bildenden Schulen allein Jetzt musste ein Medium in Berlin. Jedes Kind und jeder Foto: (c) Hoffmann gefunden werden, um Erwachsener der sich, wenn Kinder für unser Erdreich auch nur oberflächlich, mit zu begeistern. Zusammen mit der SeDie Angebote des Bodengartens dem Thema auseinandersetzt, ist ein natsverwaltung für Bildung, Jugend und als experimentelle Werkstatt wenden Schritt in die richtige Richtung. Somit Wissenschaft und den Gartenarbeits- sich an Kindertagesstätten und Schulen ist jede Gruppe, die den Bodengarten schulen in Berlin wurde das Konzept bis zur Sekundarstufe I sowie an eine besucht, ein Erfolg. Letztendlich bietet des Bodengartens geschaffen. interessierte Öffentlichkeit. Den Kindern der Bodengarten eine einzigartige Mögbietet sich an neun Lernstationen ein lichkeit, Wissenslücken zu füllen und abwechslungsreiches, anspruchsvolles neue Erfahrungen zu machen. Gartenarbeitsschule Am 11. Juli kann man den Bodenund lebendiges Umfeld für spielerisch Ilse Demme begreifendes Lernen in der Natur. garten zum Gartenfest des Fördervereins Der geeignete Standort fand sich in Schulklassen erhalten die Möglichkeit, der Gartenarbeitsschule Wilmersdorf der Gartenarbeitsschule Ilse Demme Unterrichtsthemen des Sach-, Geogra- besuchen und am Aktionsprogramm mit Charlottenburg-Wilmersdorf. Dort phie- oder Biologieunterrichts praxisnah Wissenschaft für Kids mit Tüftelfaktor konnte das Projekt „Der Bodengarten“ zu erarbeiten. Im Rahmen von Unter- teilnehmen. Vom Findling-Ziehen und auf einer 800 Quadratmeter großen richtseinheiten oder an Projekttagen Dinosaurier-Basteln, über Malen mit BoFläche umgesetzt werden. Nach ein- können durch Beobachten, Pflegen, den und Bodenexperimente, bis hin zum jähriger Bauzeit wurde er zum Tag Untersuchen und Experimentieren Lern- Mikroskopieren werden faszinierende der offenen Tür am 5. Juli 2014 vom inhalte vorbereitet, ergänzt, vertieft und und individuelle Möglichkeiten angeboten, den Boden in allen Dimensionen Bezirksbürgermeister und vom Um- hautnah erlebt werden. An den einzelnen Stationen, die kennenzulernen. weltstaatssekretär der Senatsverwaltung Tom Schult für Stadtentwicklung und Umwelt sich verteilt im Bodengarten befinden, Dr. Martin Schaumann feierlich eröffnet. Das Projekt wurde erleben die Kinder wesentliche Aspekte wie eine Ausgrabungsstätte gestaltet. des Boden-Themas. Jede dieser Stationen Weitere Informationen: Rot-weiße Markierungsstäbe und ein bietet Möglichkeiten für Versuche und gruener-lernort@gartenarbeitsschutypischer Witterungsschutz sind schon andere Aktivitäten. Erste Gespräche und le-ilse-demme.de von weitem sichtbar. Die Vegetations- Einführungen können im Bodenforum www.gartenarbeitsschule.de decke wurde abgehoben und bildet durchgeführt werden. Außerdem bietet www.stadtentwicklung.berlin.de nun einen grünen Einfassungswall. die runde Holzterrasse einen entspanAnzeige

Mit echtem Ökostrom aus Deutschland die Energiewelt verändern.
Das machen LichtBlicker. Machen Sie mit.
Uli, LichtBlicker seit 2002

Unseren Wechselservice finden Sie auf diesen Öko-/Wochenmärkten:
MITTE TIERGARTEN PRENZLAUER BERG KREUZBERG Mauerpark Thusneldaallee Kollwitzplatz Lausitzer Platz Maybachufer Schillermarkt LICHTENBERG SCHÖNEBERG Tuchollaplatz Winterfeldplatz Sonntag Sonntag Donnerstag Samstag Freitag Dienstag NEUKÖLLN Freitag Samstag Samstag Freitag Samstag 09:00 - 16:00 Uhr 10:00 - 16:00 Uhr 12:00 - 18:00 Uhr 09:00 - 16:00 Uhr 12:00 - 18:00 Uhr 11:00 - 18:00 Uhr 11:00 - 18:00 Uhr 11:00 - 17:00 Uhr 10:00 - 16:00 Uhr 12:00 - 19:00 Uhr 08:00 - 16:00 Uhr

seren Stand Besuchen Sie un vor Ort! und wechseln Sie

www.lichtblick.de

Weitere LichtBlick-Standorte unter 030 - 32 59 83 95.

10

Juni / Juli 2015

WELTWIRTSCHAFT

Klares Nein zu TTIP und CETA
Die Befürworter sind vom Umfang der Ablehnung überrascht

D

gestrichen. So schnell also verminderte sich das angebliche Wachstum um 90 Prozent. Bis vor kurzem hatte die Europäische Kommission auch das jährliche Zusatzeinkommen von 545 Euro für den durchschnittlichen EU-Haushalt durch TTIP ersatzlos gestrichen. Ebenso mussten der Verband der deutschen Automobilindustrie und die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft Falschinformationen zu TTIP korrigieren. Wenn schon die überzeugenden Argumente einer breiten Öffentlichkeit aus Gewerkschaften und Verbänden in Deutschland und Europa gegen TTIP nicht gehört werden, müssten die Verhandlungen spätestens nach dem Bekanntwerden der Wirtschaftsspionage gestoppt werden, forderte Eckart Kuhlwein von den NaturFreunden Deutschlands. Nach dem Bekanntwerden der Schnüffeleien des amerikanischen Geheimdienstes NSA in hiesigen Geschäftsbeziehungen sei das Vertrauen zu den USA nachhaltig gestört. Wie sagte doch BundeskanzDie GRÜNE LIGA aktiv gegen TTIP und CETA Vor der Berlin-Vertretung der Europäischen Kommission lerin Angela MerFoto: Anna Bugey Foto: Volker Voss kel 2013, als das Ausspähen ihres sich breite Bevölkerungsschichten möglichen es den Konzernen, Staaten denden Proteste. So äußerte sich Handys durch den NSA bekannt wurde: dagegen. Laut Umfragen lehnt allein auf hohe Schadenersatzsummen zu Vizekanzler Gabriel im Januar beim „Ausspähen unter Freunden geht gar in Deutschland eine Mehrheit TTIP ab. verklagen, wenn sie beispielsweise Weltwirtschaftsforum in Davos zur nicht“. Nun müssten endlich KonseSelbst die von der FAZ ausgemachten durch neue gesetzliche Regelungen TTIP-Debatte in Deutschland folgen- quenzen folgen. Gewinner der Freihandelsabkommen, und Standards ihre Profite gefährdet dermaßen: “Vielleicht ist es manchmal beispielsweise die Exportindustrie, sehen. Diese Investorenschutzabkom- schwieriger in Deutschland, weil wir Der Protest geht weiter seien eher zögerlich, da die benann- men finden vor Schiedsgerichten statt, ein Land sind, das reich und hysteten Vorteile für sie zwangsläufig nur die ebenso intransparent sind wie die risch ist.“ Am 4. Juni ist eine Großdemo Verhandlungen zu den FreihandelsHoffnungswerte seien. im München gegen TTIP und CETA Am 18. April gab es den ersten abkommen. Gegen die Investorenanlässlich des G7-Gipfels geplant, zu Rechenfehler weltweiten Protesttag. Allein in schutzabkommen wenden sich selbst dem unter anderem die Staats- und Deutschland gingen in über 200 Städten Befürworter wie der Bundesverband Die Argumente der Befürworter Regierungschefs der sieben führenden und Gemeinden mehrere zehntausend der mittelständischen Wirtschaft. über die Vorteile der geplanten Frei- Industrienationen auf Schloss Elmau So organisieren auch mittelstän- handelsabkommen lösen sich bei bei Garmisch Partenkirchen zusamMenschen gegen TTIP und CETA auf die Straße. Weltweit fanden über 750 dische Betriebe den Widerstand gegen genauerer Betrachtung schlicht in Luft menkommen werden. Zeitgleich findet Aktionen in fast 50 Ländern statt, mit TTIP. Denn sie wären gezwungen, mit auf. Der Bundesverband der Deutschen ein alternativer Gipfel der Gegner mit denen der Wille zum Widerstand gegen großen Konzernen zu konkurrieren. Industrie behauptete, dass sich durch vielen Workshops statt, bei denen es die Angriffe auf unsere Lebensbedin- Eine Klage im Zusammenhang mit TTIP das Bruttoinlandsprodukt der EU auch um Themen wie Klimaschutz, gungen bekundet wurde. Schließlich dem Investorenschutzabkommen um rund 100 Milliarden Euro jährlich Flüchtlingspolitik, Schuldenerlass, ziehen die Abkommen unweigerlich würde viele gar in den Ruin treiben, erhöhen würde. Das wären nach globale Machtverhältnisse und Krieine Absenkung unserer Lebensmittel-, befürchten sie. Kritische Mittelständ- zehn Jahren eine Billion Euro. Die senherde gehen wird. Außerdem gibt Umwelt-, Sozial-, Datenschutz- und ler organisieren sich unter: www. Verbraucherschützer von foodwatch es ein Protestcamp vor Ort. Denn es zivilcourage-roth-schwabach.de/ haben nachgerechnet und herausge- geht den Kritikern insbesondere um die Verbraucherstandards nach sich. firmen-gegen-ttip.html funden, dass hier ein Rechenfehler inhaltliche Auseinandersetzung. Ein vorliegt: Tatsächlich erhöhe sich das weiterer Höhepunkt wird die GroßdeVorbehalte der Wirtschaft Teure Schadensersatzklagen Bruttoinlandsprodukt nicht pro Jahr mo gegen die Freihandelsabkommen um rund 100 Milliarden, sondern am 10. Oktober in Berlin sein. Die Selbstorganisierte EuropäVolker Voss ische Bürgerinitiative gegen TTIP & Wie eine Schadensersatzklage vor einmalig, und zwar erst nach zehn CETA hat EU-weit bereits fast 1.8 einem intransparenten Schiedsgericht Jahren. foodwatch forderte den BunWeitere Informationen: Millionen Unterschriften gesammelt. aussieht, erfährt aktuelle die Republik desverband der Deutschen Industrie www.ttip-unverhandelbar.de Nächstes Ziel ist es, die Marke von Estland. Ein bilaterales Investitions- (BDI) auf, derartige Desinformatiwww.foodwatch.de zwei Millionen zu überspringen. Eine schutzabkommen zwischen Estland onen zu unterlassen. Prompt wurden www.naturfreunde.de solche, europaweite Bürgerinitiative, und den Niederlanden könnte der diese Zahlen von der BDI-Website ie im Geheimen geführten Verhandlungen über die Freihandelsabkommen TTIP und CETA geraten aufgrund der Proteste und berechtigten Kritik immer mehr ins Stocken. Mittlerweile wird mit einem Abschluss der Verhandlungen nicht vor 2017 gerechnet – falls die Abkommen nicht schon vorher zu Fall gebracht werden. Überrascht sind die Befürworter über den Umfang und die Heftigkeit der Proteste. Entsprechen sie doch nicht dem herkömmlichen Protestmuster. So seien es nicht nur unmittelbar Benachteiligte wie etwa „Arbeitsplatzverlierer, die aufschreien“, vermutet die eher regierungsfreundliche Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Vielmehr wenden die jedoch von der EU-Kommission nicht anerkannt wird, aber länderübergreifend viele Menschen mobilisiert, hat es in der europäischen Geschichte noch nicht gegeben. Die Initiative fordert, die Verhandlungen mit den USA über die Transatlantische Handelsund Investitionspartnerschaft (TTIP) zu stoppen, sowie das umfassende Wirtschafts- und Handelsabkommen (CETA) mit Kanada nicht zu ratifizieren, das bereits unterschriftsreif ist. Weiterhin besteht die Forderung nach uneingeschränkter Offenlegung der geheimen Verhandlungsergebnisse. Wichtiger Kritikpunkt sind die umstrittenen Schiedsgerichte für den Investorenschutz (ISDS), die Teil der Abkommen sein werden. Diese erbaltischen Republik teuer zu stehen kommen. Der estnische Wasserversorger AS Tallinna Vesi und sein Großaktionär, die niederländische United Utilities, verklagen die Esten vor der bei der Weltbank angesiedelten Schiedsstelle International Centre for Settlement of Investment Disputes. Es geht um die Ablehnung einer beantragten Erhöhung des Wasserpreises durch die Aufsichtsbehörde. Darin sehen die Unternehmen einen Verstoß gegen das bilaterale Investitionsschutzabkommen zwischen Estland und den Niederlanden: Streitwert 90 Millionen Euro. Oft schwer nachvollziehbar sind die Äußerungen der Befürworter auf die immer umfangreicher wer-

GENTECHNIK

Juni / Juli 2015

11

Infodienst Gentechnik
Nachrichten zu gentechnisch veränderten Organismen
in Deutschland vertritt, darunter auch Konzerne wie Monsanto und Bayer. Dieser wolle die Bauern mit Klagedrohungen einschüchtern.

Raps von BASF „unverantwortlich“
Auf 26.000 Hektar soll er in Deutschland letztes Jahr ausgesät worden sein - „Clearfield“-Raps von BASF. Er ist resistent gegen ein ebenfalls vom Chemie-Konzern hergestelltes Herbizid. Wo genau der Raps wächst, ist unbekannt. Landwirtschafts- und Umweltaktivist_innen halten den Anbau für „unverantwortlich“

RABEN - ABO
Ich bestelle den RABEN RALF
ab der nächsten Ausgabe ab Monat ...............................
Abo 25 € Förderabo 40 € für ein Jahr.

Weg zum „flächendeckenden Anbauverbot“ umstritten
Im Bundestag verteidigte Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sein Vorhaben, über künftige Gentechnik-Anbauverbote nicht selbst zu entscheiden, sondern dies den Bundesländern zu überlassen. Ziel bleibe „auf nationaler Ebene ein flächendeckendes Anbauverbot“, so der Minister. Die Opposition, aber auch die Koalitionspartnerin SPD häl Schmidts Weg für falsch. Und in Österreich wundert man sich über den deutschen Kollegen.

Sicherheitsbedenken könnten Genmais bremsen
Der Pollen von Maispflanzen kann sich über Kilometer hinweg ausbreiten. Im letzten Jahr gab es dazu dank eigens entwickelter Messmethoden neue Daten. Wie jetzt bekannt wurde, reagierte auch die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA auf die Forschungsergebnisse. Bis Ende Mai will sie prüfen, ob die bisher empfohlenen Maßnahmen zum Schutz von Schmetterlingen ausreichen – die Behördenexperten selbst hatten Abstände von nur einigen Metern zwischen den Gentechnik-Feldern und Naturschutzgebieten vorgeschlagen. Zu wenig, sagen auch Umweltschützer. Sie fordern, den Anbau gar nicht erst zu genehmigen.
........................................................................................................................ Vorname, Name ........................................................................................................................ Straße, Nr. ........................................................................................................................ PLZ, Ort ........................................................................................................................ Datum ......................................................................................................................... Unterschrift

Umweltbehörde für bundesweites Anbauverbot
Das Bundesamt für Naturschutz plädiert für ein bundesweit einheitliches Gentechnik-Anbauverbot – und widerspricht damit Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Dessen Gesetzentwurf, der Einzelentscheidungen aller 16 Bundesländer vorsieht, sei „zu überarbeiten“, so die Behörde laut dem Magazin Der Spiegel.

Zahlungsmöglichkeiten: per Rechnung Ich erhalte jährlich eine Rechnung und überweise den Betrag auf das dort angegebene Konto per Lastschrift Sie erleichtern uns die Arbeit mit einer Lastschrifteinzugsermächtigung/ SEPA-Mandat

USA erlauben Gen-Äpfel
In den USA wurden erstmals gentechnisch veränderte Äpfel zugelassen. Ab 2016 könnte das mittels einer neuen Gentechnik-Methode entwickelte Obst dann in US-Supermärkten zu finden sein, berichten Medien. Die Eigenschaft der transgenen Äpfel: sie sollen länger frisch aussehen. Unnötig, riskant und wissenschaftlich unverantwortlich ist die Entscheidung der US-Behörden nach Ansicht der Verbraucherschutzorganisation Center for Food Safety. Der Obstproduzent Okanagan Specialty Fruits will zunächst Gentechnik-Varianten der Apfelsorten Golden Delicious und Granny Smith auf den Markt bringen, jeweils unter dem Namenszusatz „Arctic“. Eine gesetzliche Kennzeichnungsvorschrift für Gentechnik-Lebensmittel gibt es in den USA bislang nicht. Daniel Hertwig Karin Ehrle-Horst Informationsdienst Gentechnik Ausführliche und aktuelle Texte: www.keine-gentechnik.de

„Schmidt stiehlt sich aus der Verantwortung“
Kritik am Vorhaben von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), über künftige GentechnikAnbauverbote jedes Bundesland einzeln entscheiden zu lassen, kommt auch vom Dachverband der Biobranche. „Schmidt stiehlt sich aus der Verantwortung, wenn er hier die Länder in die Pflicht nehmen will“, so Felix Prinz zu Löwenstein vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft.

IBAN: ...................................................................................................... Bank:....................................................................................................... BIC:..........................................................................................................

Versendung der Zeitschrift einzuziehen.

...............................................................

........................................................

Datum

Unterschrift

„Jahrhunderte altes Recht der Bauern verteidigen“
Dürfen Landwirte einen Teil der Ernte im nächsten Jahr wieder aussäen? Ja, sagt die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Das sei „ein Jahrhunderte altes Recht der Bauern“. Die Bauernorganisation kritisiert das Vorgehen des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter (BDP), der die meisten Zuchtunternehmen

Verschenken!
Der RABE geht nicht an mich, sondern an:
................................................................................ GRÜNE LIGA Berlin e.V. Redaktion DER RABE RALF Prenzlauer Allee 8 raberalf@grueneliga.de

Name, Vorname ................................................................................ Straße, Nr. ................................................................................ PLZ, Ort

12

Juni / Juli 2015

LANDWIRTSCHAFT
Aktionsbündnis Agrarwende Berlin Brandenburg setzt erfolgreiche Kampagne fort

Volksbegehren gegen Massentierhaltung beantragt!

E

s klang wie eine schallende Ohrfeige: Noch im März hatte der Brandenburger Landtag die Volksinitiative gegen Massentierhaltung mehrheitlich abgelehnt. Lediglich die Einrichtung eines ehrenamtlichen Tierschutzbeauftragten wolle man prüfen, hieß es in der Beschlussvorlage, mit der die rot-rote Regierungskoalition die Initiative abhandeln wollte. Kernforderungen waren ein Verbot des Kürzens von Schnäbeln und Schwänzen (Kupieren), die finanzielle Förderung ausschließlich artgerechter Tierhaltung und ein Verbandsklagerecht für Tierschutzverbände. Damit sollte der Zubau von Megaställen gebremst werden. Zudem sollte sich die Landesregierung im Bundesrat für einen strengeren Schutz vor Schadstoffen und für weniger Antibiotika in den Ställen einsetzen. Doch die Initiatoren geben nicht auf: Mit den Stimmen von 34.000 Brandenburgerinnen und Brandenburgern im Rücken, welche die Volksinitiative unterschrieben haben, geht das Agrarwendebündnis nun selbstbewusst in die nächste Stufe. Im April beantragte es offiziell die Durchführung eines Volksbegehrens. Mit der erneuten Unterschriftensammlung wollen die Initiatoren so ihre Forderungen gegen

bei der vorangegangenen Volksinitiative können die Unterschriften dieses Mal nicht direkt auf der Straße gesammelt werden. Unterstützerinnen und Unterstützer müssen bei den amtlichen Auslagestellen unterschreiben oder sich die Unterlagen für eine Briefeintragung nach Hause schicken lassen. Zentrales Element der Kampagne soll daher die Briefeintragung sein. Den Eintragungsschein kann man per Post oder E-Mail anfordern und anschließend portofrei an das jeweilige Bürgeramt zurücksenden. Eine eigens für das Volksbegehren eingerichtete Internetseite soll die Beantragung erleichtern und die Bestellung der Unterlagen vereinfachen. Wird das Begehren im Landtag abgelehnt, käme es dann zum ersten Mal in Brandenburg zu einem Volksentscheid.

Übergabe der 34.000 Unterschriften im Brandenburgischen Landtag
Foto: Michaela Kruse - agrarwende.wordpress.com

Fakten: Massentierhaltung in Brandenburg
Das Volksbegehren gegen Massentierhaltung will weder die Tierhaltung abschaffen, noch richtet es sich gegen den Bauernstand. Vielmehr geht es um Anlagen, die mittlerweile unvorstellbare Ausmaße annehmen und in welcher die Tiere den Haltungssystemen

Bis zum Platzen vollgefressen: Luftballons zeigen Platzmangel im Megastall
Foto: Jens-Martin Rode

den Ausbau der industriellen Nutztierhaltung in Brandenburg durchsetzen. Um die Hürde von nun 80.000 gültigen Unterschriften in sechs Monaten zu schaffen, bereitet das Bündnis derzeit intensiv eine entsprechende Kampagne vor.

Hohe Hürden durch die Amtseintragung
Nach Angaben des Vereins „Mehr Demokratie e.V.“ schafften von den zehn Initiativen, die bisher ein Volksbegehren beantragten, sieben die notwendige Stimmenanzahl nicht. Anders als

angepasst werden und nicht umgekehrt: - Tornitz bei Vetschau: über 50.000 Mastschweine, geplant ist eine Erweiterung auf 67.000 Plätze - Bestensee: 1,8 Millionen Hühner - Neuhaußen im Spree-Neiße-Kreis: 2,2 Millionen Hühner - Haßleben in der Uckermark: Bau genehmigt, aber im Widerspruchsverfahren mit 36.000 Mastschweinen - Groß Haßlow bei Wittstock: im Bau, 330.000 Hähnchenmastplätze - Alt Daber bei Wittstock: 450.000 Hähnchenmastplätze beantragt: Im Vergleich zu anderen Bun-

desländern, wie Niedersachsen hat Brandenburg insgesamt zwar noch vergleichsweise niedrige Tierbestandszahlen. Doch ist in den letzten Jahren eine eindeutige Entwicklung zu immer größeren Stallanlagen festzustellen. Dabei sind es nicht nur die Bilder von Skandalställen á la Strathoff, die fast im Wochentakt durch die Medien gehen. Massentierhaltung bedeutet in vieler Hinsicht eine Gefährdung für die Gesundheit, das Tierwohl, die Umwelt und letztlich auch den Bauernstand selbst. Brandenburg gerät zunehmend in den Focus auswärtiger Investoren. In den Niederlanden etwa erhalten Betreiber von Massentierhaltungsanlagen auf Grund der bereits bestehenden Umweltbelastungen keine Genehmigungen mehr. Vor allem Nitrat belastet das Grundwasser. Investoren kommen daher nach Brandenburg, weil hier die Politik eine Ausweitung der Tierhaltung grundsätzlich befürwortet. Im Vergleich zu dichter besiedelten Regionen ist zudem mit weniger Widerstand in der Bevölkerung zu rechnen. Auch hat Brandenburg gegenüber anderen Regionen einen Standortvorteil: Das strukturell ähnlich aufgestellte Nachbarland Mecklenburg Vorpommern hat seine bejahende Haltung gegenüber der Massentierhaltung in jüngster Zeit revidiert.

circa 50 Organisationen und Initiativen vernetzt. Wegen der bundesweiten Bedeutung hat sich der OMNIBUS für direkte Demokratie entschieden, seine Deutschlandtour komplett umzuplanen. Der weiße Doppeldeckerbus wird im Oktober mehrere Wochen in Brandenburg unterwegs sein und für das Volksbegehren werben. Auch hat die Kampagnenplattform campact bereits Unterstützung signalisiert. Doch für Brandenburger_innen wird die Volksinitiative zuallererst eine Kampagne zum Mitmachen. Das Bündnis sucht derzeit nach Ansprechpartner_innen in den Regionen, die nicht nur selbst unterschreiben, sondern die Verantwortung für „ihre“ Auslagestelle übernehmen wollen. Dazu sind Mobilisierungsveranstaltungen in Vorbereitung, welche Unterstützer_innen das notwendige Handwerkszeug vermitteln, um erfolgreich für die Unterschriftensammlung zu werben und die Briefeintragung vor Ort zu organisieren. Jens-Martin Rode Brandenburger_innen, die aktiv werden wollen, melden sich beim BUND Brandenburg: bund.brandenburg@bund.net oder Tel. 0331/ 23700141 Weitere Informationen: www.agrarwen.de agrarwende.wordpress.com

Mit direkter Demokratie gegen Megaställe
Die Initiatoren des Volksbegehrens erhalten derzeit viel Rückenwind: Über 30 Bürgerinitiativen haben sich bereits gegen neue Stallanlagen in Brandenburg gegründet. Viele davon arbeiten aktiv im Aktionsbündnis mit. Dazu kommen klassische Umweltverbände, wie der BUND, die GRÜNE LIGA und der NABU, der Landestierschutzverband und die Branche des ökologischen Landbaus. Insgesamt sind im Bündnis

NACHHALTIGKEIT
Yeşil Çember und BUND für Nachhaltigkeit in türkischsprachiger Community

Juni / Juli 2015

13

Grüne Geschäftsideen türkischstämmiger Frauen

R

essourcenknappheit und Umweltprobleme erfordern heute eine Veränderung der Lebensstile. Nachhaltige Lebensweisen entstehen jedoch nicht von allein, sondern erfordern bewusstes und konkretes Handeln. Um das Konsumverhalten der Menschen nachhaltiger zu gestalten, werden Personen gebraucht, die einen umweltverträglichen Lebensstil in vielen Alltagsbereichen vorleben. Dies geschieht hierzulande mittlerweile in vielen Bereichen. So liegen BioLebensmittel im Trend, immer mehr Leute wechseln zu einem Ökostromanbieter und Energie sparen ist heute, auch aufgrund der hohen Kosten, eine Selbstverständlichkeit. In der türkischsprachigen Community Deutschlands ist das Umweltbewusstsein jedoch nicht sehr verbreitet. Türkische Lebensmittel gibt es beispielsweise kaum in BioQualität. Gleichzeitig gibt es viele türkischstämmige Frauen, die „grüne“ Geschäftsideen haben und sich damit selbstständig machen wollen. Sie wissen aber oft nicht, wie sie ihre Ideen umsetzen und die zahlreichen Hürden, die eine Unternehmensgründung mit sich zieht, überwinden sollen. Vor allem schlechte Deutschkenntnisse und ein geringes Bildungsniveau behindern die Verwirklichung dieser Geschäftsideen.

Ausblick
Wie geht es nun weiter? Durch das Projekt von Yeşil Çember hat sich nun schon ein kleines Netzwerk von türkischstämmigen „grünen“ Unternehmerinnen gebildet. Dieses Netzwerk soll wachsen und sich weiterentwickeln. Für die Zukunft wünscht sich Yeşil Çember außerdem einen zweisprachigen Ratgeber für eben diese Zielgruppe, sowie zusätzliche Fördertöpfe zur finanziellen Unterstützung. Außerdem wird als wichtig erachtet, dass Deutschkenntnisse und Bildungsniveau bei künftigen Angeboten für türkischstämmige Frauen mit Geschäftsideen keine entscheidende Rolle spielen dürfen und der Fokus stattdessen auf Talent und Motivation der Gründerinnen liegen muss. Dieses Projekt zeigt, dass türkischstämmige Frauen es mit entsprechender Unterstützung auch unter ungünstigen Voraussetzungen schaffen können, sich eine eigene Erwerbsquelle aufzubauen. Nun bleibt zu hoffen, dass sie weiterhin erfolgreich sind, andere Frauen mitziehen und vor allem, dass sie es schaffen, das Umweltbewusstsein in der türkischsprachigen Community zu wecken und zu verstärken. Veit Ulrich Weitere Informationen: www.yesilcember.eu/de

Belma Yesilkaya zeigt ihre Upcycling Kunst.
Foto: Yesil Cember gGmbH

Machbarkeitsstudie
Die Yeşil Çember gGmbH, welche türkischsprachige Menschen in Deutschland mit deutschen Umweltverbänden zusammenbringt und bundesweite Umweltbildungsangebote entwickelt, hat erkannt, dass diese vor Ideen nur so sprudelnden Frauen ein enormes Potenzial besitzen, nachhaltige Lebensweisen auch in der türkischsprachigen Gesellschaft zu verbreiten. Die gemeinnützige GmbH hat mit dem BUND als Träger eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, in der untersucht wurde, welche „grünen“ Geschäftsideen die Frauen haben, welche Unterstützung sie bei der Existenzgründung benötigen, welche Rolle dabei die Vernetzung mit Experten und anderen Frauen spielt und welchen Einfluss ethnische Faktoren haben. Warum bezieht sich die Studie nur auf Frauen? Fakt ist, dass es in der Bundesrepublik bereits über 120.000 türkischstämmige Unternehmer_innen gibt. Allerdings sind nur ein Fünftel davon Frauen. Offensichtlich werden ihnen bei der Existenzgründung besonders viele Steine in den Weg gelegt. In der Machbarkeitsstudie wurden 35 Frauen befragt, davon hatten 25 bereits Schulungen besucht und waren oder sind dabei, ihre Geschäftsidee in die Tat umzusetzen. Die restlichen Frauen waren schon selbstständig tätig und äußerten die Bereitschaft, ihre Geschäftsmodelle nachhaltig zu gestalten.

Die Hälfte der angehenden Kleinunternehmerinnen möchte sich im Bereich Bio-Lebensmittel und gesunde Ernährung selbstständig machen. Hierbei reicht die Palette vom Marktstand bis hin zur Ernährungsberatung. Die Frauen wünschen sich vor allem, dass sich ökologische Produkte auch in Verbindung mit der türkischen Kultur verbreiten. Bisher gebe es keinen BioBörek. 25 Prozent der Frauen streben eine Tätigkeit im Upcycling-Bereich an. Die Meisten haben hier bereits Erfahrung, aus alten Sachen Neues zu machen. Weitere Ideen sind eine Kita, ein Familien-Café und ein Biodorf für Kinder. Über die eigene Existenz hinaus wollen diese Frauen mit ihrer Arbeit auch einen umweltpolitischen und/ oder gesellschaftlichen Beitrag leisten. Des Weiteren setzen sie sich für eine bessere Integration und ein besseres Verständnis der Kulturen ein. Bis zur Unternehmensgründung ist es jedoch meist ein langer, steiniger Weg. Fast allen Frauen fehlt zum Beispiel das Startkapital: 96 Prozent der Unternehmensgründerinnen sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen, um ihre Ideen zu verwirklichen. Auch beim Meistern der bürokratischen Hürden brauchen die meisten Frauen Hilfe. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie erhielten sechs türkischstämmige Frauen besondere Unterstützung, unter anderem durch Mentor_innen. Dies hatte eine sichtbare Wirkung. Darüber hinaus fand unter den Frauen ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch statt, was sie ebenfalls weiterbrachte. Ihre Geschäftsideen sind vielfältig. Von Naturkosmetik über gehäkelte Figuren und Taschen, Kunst und Schmuck aus Abfall und Gewürzen sowie UpcyclingWorkshops bis hin zu türkischen

Bio-Nudeln und türkischem Gebäck, ebenfalls in Bio-Qualität und teils auch vegan, ist alles dabei. „Bei der Ansprache unserer Zielgruppe ist eine Kommunikation auf gleicher Augenhöhe und eine stärkenorientierte Herangehensweise von enormer Bedeutung“, sagt Gülcan Nitsch, Gründerin von Yeşil Çember. „Bei der Ansprache unserer Zielgruppe ist eine Kommunikation auf gleicher Augenhöhe und eine stärkenorientierte Herangehensweise von enormer Bedeutung“, so Nitsch weiter. Genau hier liege das Besondere des Ansatzes von Yeşil Çember: Empowerment von Menschen, damit diese ihre Ziele und Visionen erreichen können. Viele Hürden würden leichter, wenn man sie erst einmal anpackt. Das zu erkennen, ermutige und motivieren die Frauen.

Anzeige

Bürgerenergie – das machen wir!
Die EWS sind nach dem Super-Gau von Tschernobyl aus einer Bürgerinitiative entstanden. Heute versorgen wir bundesweit mehr als 155.000 Haushalte mit Ökostrom und Biogas und bringen die Energiewende aktiv voran: Zum Beispiel mit über 2.575 Rebellenkraftwerken, politischen Kampagnen und Energiespartipps. Machen Sie mit ! Sebastian Sladek, Vorstand der Netzkauf EWS eG

Elektrizitätswerke Schönau Vertriebs GmbH – www.ews-schoenau.de

14

Juni / Juli 2015

NATURSCHUTZ

Ökologischer Waldumbau
Aus Monokulturen werden in Brandenburg fruchtbare Mischwälder

B

eim Rundgang durch den bran- Stürme und Brände“, so Karl Tempel. eine unterschiedliche Bodenfeuch- riesigen Kiefernflächen erfolgte die denburgischen Wald sieht sich Und genau an diesem Punkt setzt der tigkeit gekennzeichnet, die mit dem Schädlingsbekämpfung ausschließlich Karl Tempel, Besitzer einer ökologische Waldumbau an. Es bedarf bloßen Auge sichtbar ist: So befinden mit chemischen Mitteln. Von ökoloWaldfläche von 75 Hektar unweit eines artenreichen Mischwaldes, der sich grüne Flächen mit blühender Vege- gischer Bestandspflege konnte also von Berlin, aufmerksam um und prüft weniger anfällig gegen Insektenbefall ist tation unmittelbar neben ausgedörrten, keine Rede sein. die jung gepflanzten Bäume nach und vor allem eine hohe Fruchtbarkeit der bräunlich verfärbten, die besonders eventuellen Schäden. Diese jungen Böden und eine bessere Neubildung von wenig Bodenfeuchte aufweisen. Hier Jährliche Inspektionen Bäume, deren Äste immer wieder von Grundwasser bieten kann. Monokulturen ist ein Waldumbau sehr schwierig. Von durch den Wald streifendem Reh- und mit zudem stark ausgetrocknetem Baum- dem insgesamt 75 Hektar großen WaldUm entsprechende Auflichtungen Damwild abgeknickt beziehungsweise bestand sind anfällig für Blitzeinschlag gelände sind bislang rund 16 Hektar als und dann Neuanpflanzungen vornehderen Blätter abgefressen werden, sind mit Waldbrandgefahr. Die mangelnde Umbaufläche ausgewiesen. men zu können, erfolgt zunächst eine mit einer Schutzhülle versehen und Bodenfeuchtigkeit wird auch durch die Inspektion mit dem Förster, bei der die bieten so zumindest teilweise Schutz. geringen Niederschläge, besonders in weiteren Schritte festgelegt werden. Kontroverse Diskussionen Sie werden an ausgelichteten Stellen, den Frühjahrsmonaten, verursacht. Grundsätzlich erfolgen jährliche InspekIm Zuge des ökologischen Waldalso nach der Abholzung alten BaumNach dem Erwerb der Waldfläche tionen, bei denen sämtliche Maßnahmen bestandes, gepflanzt, um die lediglich umbaus werden ältere Kiefernbestände 1999 wurde Karl Tempel Mitglied in zur Bestandspflege bestimmt werden. aus Kieferbäumen bestehenden Mo- aufgelichtet und junge Laubhölzer wie der örtlichen Forstbetriebsgemeinschaft Die von einer darauf spezialisierten nokulturen Schritt für Schritt in einen Trauben- und Stieleiche, Birke, Eber- „Busendorfer Heide“. Dort gab es zu- Firma durchgeführten Baumfällungen Mischwald ökologisch umzugestalten. esche, Buche, teilweise auch Ahorn, nächst kontroverse Diskussionen zum werden unter Beaufsichtigung der FörEs dauert etwa zehn Jahre, bis diese Linde und Haselnuss, angepflanzt. Im Thema Umgestaltung. Sie wurde von sterei durchgeführt. Je nach Beschaffenneu gepflanzten Bäume so robust sind, Tempelwald wachsen inzwischen auch einigen Mitgliedern eher mit Skepsis heit der gefällten Bäume werden diese zur dass der Einzelschutz oder industriellen Weiterverarbeidie alternativ angebrachte tung weitergeleitet. Aus dem Umzäunung entfernt werden Erlös wird der ökologische können. Waldumbau finanziert. Es Die hier eingeleitete ökogibt für den Waldumbau logische Umgestaltung des zwar Fördergelder vom Land Waldes rund um Borkwalde Brandenburg, die jedoch und Fichtenwalde (nahe nicht die Gesamtkosten Beelitz), auch Tempelwald decken. Bei sämtlichen genannt, ist eine langwierige Umgestaltungsmaßnahmen Angelegenheit und ob sie erwird auch der Naturschutz folgreich sein wird, war 2003, beachtet, zum Beispiel die als der Waldumbau begann, Brutzeiten für Vögel, betont gar nicht sicher. „Es war zuKarl Tempel. nächst ein Experiment“, sagt Auch die BrandenburWaldbesitzer Karl Tempel. ger Waldwirtschaft ist, so Denn der weit verbreitete überraschend es klingen Sandboden in Brandenburg mag, Teil des globalen Wirtbietet keine guten Voraussetschaftskreislaufs, verweist zungen für eine ökologische Waldfreund Tempel. Die Umgestaltung von WaldfläAbsatzmöglichkeiten und chen durch Anpflanzung von Preise für Holz hängen von Laubbäumen. den Entwicklungen der Schon als Jugendlicher globalen Weltwirtschaft ab. streifte Karl Tempel in seiner Beispielsweise wurde bis pfälzischen Heimat durch die Gut sichtbar: Die neu gepflanzten Jungbäume im Vordergrund. 2007 ein großer Teil des Wälder und beobachtete die in Brandenburg gefällten Foto: Volker Voss Nutzholzes hauptsächlich in Natur. „Dort sah ich, dass sich beispielsweise Kiefern und die USA geliefert. Nach dem Esskastanien gut vertragen.“ Als er später viele Esskastanien. Hinzu kommen gesehen, war man doch Jahrzehnte Platzen der Immobilienblase 2008 in den nach Berlin zog und sich die brandenbur- Sträucher und Pflanzen, die zudem Nah- lang auf Kiefernwirtschaft festgelegt, so USA, einer der Gründe für die damals gischen Wälder anschaute, kam ihm der rung für Tiere bieten. „Man muss einen Waldbesitzer Karl Tempel. Die Koope- einsetzende Finanzkrise, sank die NachGedanke: „Was in der Pfalz funktioniert, langen Atem haben“, sagt Baumfreund ration, auch mit der Försterei, gestaltet frage nach Bauholz in den USA so stark, müsste auch in Brandenburg möglich Tempel und fügt hinzu, dass es auch sich jedoch sehr gut. Der Waldumbau dass dieserAbsatzmarkt zusammenbrach sein, obwohl die brandenburgischen in dieser Baumzusammensetzung zu wird mit Interesse verfolgt, war man sich und der Holzpreis stark nachgab. Holz Böden sehr karg sind.“ Eine Garantie für Schädlingsbefall kommt: „Diese unter- doch nie ganz sicher, ob es klappt. Karl wird in Amerika insbesondere zum Bau den Erfolg gab es jedoch nicht. schiedlichen Schädlingsarten fungieren Tempel: „Es war von Anfang an klar, dass von Holzhäusern benötigt. Mittlerweile wird im Brandenburger jedoch als Gegenspieler und halten sich es sich hier um ein Experiment handelt.“ so gegenseitig in Schach.“ Die einfachste Rückblickend erinnert er daran, dass Tempelwald auch Honig gewonnen. Unfruchtbare Böden Art, den Schädlingsbefall anzugehen, diese Monokulturenbewirtschaftung vor An bestimmten Stellen befinden sich Die stark verbreiteten Kiefernwäl- war früher die Behandlung mit der der Wende so gewollt war. Nach dem Bienenkästen und ein Bienenhotel. Denn der in Brandenburg, die zudem auf chemischen Keule, also mit Pestiziden. Zweiten Weltkrieg, zu DDR-Zeiten, sowohl die Honigbiene als auch Wildbieunfruchtbarem Boden wachsen, liefern „Dem habe ich 2006 tatsächlich einmal diente sie zunächst zur Gewinnung von nen haben wichtige ökologische Funkzwar gutes Holz, bereiten aber auch auf einer kleinen Fläche zugestimmt“, so Bauholz als Reparationszahlung an die tionen für den Wald. Die Wanderwege Sorgen. Diese reinen Monokulturen sind Karl Tempel. Nach drei Wochen habe ich UdSSR, erläutert er die wirtschaftli- sind gut ausgezeichnet. Zudem gibt es zwar resistent gegen Frost und Trocken- feststellen müssen: Es war plötzlich sehr chen und historischen Hintergründe. Hinweistafeln mit vielen Informationen Volker Voss heit und bieten gutes, zur industriellen still in diesem Teil des Waldes, es gab Nach der Abholzung zur industriellen für Naturfreunde. Weiterverarbeitung verwertbares Holz. nämlich keine Insekten und keine Vögel Nutzung wurde in der DDR mit der Sie haben jedoch auch Nachteile: „Sie mehr auf der behandelten Fläche. So anspruchslosen Kiefer aufgeforstet, Weitere Infos: sind anfällig für einen Massenbefall habe ich dem nie wieder zugestimmt“. damit so schnell wie möglich wieder www.tempelwald.de Die Waldflächen sind auch durch Holz genutzt werden konnte. Auf den von Schädlingen und gefährdet durch

ELTFESTIVAL UMW
20 Jahre Umweltfestival: Ist das ein Grund zu feiern? Ja, auf jeden Fall! Was 1995 relativ klein begann, ist jetzt das umweltpolitische Event in Berlin mit bundesweiter Wahrnehmung. Das Festival hat sich zur Plattform für Verbände und Initiativen aus dem Umwelt- und Naturschutz sowie der Entwicklungszusammenarbeit gemausert, die dort ihre Positionen und Projekte einer breiten Öffentlichkeit, aber auch Entscheidungsträgern aus Politik und Gesellschaft präsentieren können. Es hat sich verstetigt und wir müssen nicht mehr nach Ausstellern suchen, sondern die Leute kommen zu uns. Die Verbraucher_innen schätzen, dass sie hier die ganze Vielfalt umweltfreundlichen Lebens kennenlernen und ausprobieren können. Was will die GRÜNE LIGA mit dem Umweltfestival erreichen? Wir möchten im wahrsten Sinne des Wortes Umweltschutz zum Anfassen präsentieren: Umwelt- und Naturschutz sind nicht mühsam, staubtrocken und immer mit Verzicht gleichzusetzen. Hier kann man Kindertheater und gute Musik genießen, mit den Biobauern ins Gespräch kommen, sich über ökologische Baustoffe informieren und den veganen Burger kosten. Zudem erreichen wir mit einem Straßenfest viele Menschen auch, die nie oder eher selten auf Fachkongresse oder Demonstrationen gehen würden. Zum Beispiel das Freihandelsabkommen TTIP, das aktuell diskutiert wird? Ja, ein gutes Beispiel! Auf der einen Seite sind Wirtschaftsvertreter in der EU und den USA und versprechen mit dem TTIP-Abkommen mehr Wachstum durch mehr Marktfreiheit für Unternehmen, insbesondere den Abbau sogenannter „Handelshemmnisse“. Im Klartext bedeutet das einschneidende Verschlechterungen im Verbraucherschutz, so bei der Kennzeichnungspflicht, dem Datenschutz sowie den Arbeitnehmerrechten, alles Verschlechterungen der Lebensqualität. Auf der anderen Seite sind verunsicherte Verbraucher_innen, die viele Fragen haben. Die Auswirkungen und deren Reichweite sind den meisten Menschen noch gar nicht bewusst. TTIP wäre ein Rückschlag für nachhaltig und verantwortungsbewusst wirtschaftende Betriebe und nicht zuletzt unsere Arbeit. Es bleibt die Angst, dass GentechnikLebensmittel und Hormonfleisch ungekennzeichnet auf unseren Tellern landen. Darüber aufzuklären - wieder ein wichtiger Grund für unser Umweltfestival!

XXX

Juni / Juli 2015

14. Juni 11 – 19 Uhr Am Brandenburger Tor

20. Jahre Umweltschutz zum Anfassen
Interview mit Leif Miller, Vorsitzender der GRÜNEN LIGA Berlin

Wohin geht die Reise mit dem Leif Miller auf der großen Bühne des 19. Umweltfestivals Umweltfestival? Auch wenn es pathetisch klingt: Es gilt eine Balance zwischen ökonomischen, gesellschaftlichen und ökologischen Zielen zu finden, um unseren Kindern und Enkelkindern eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Da gibt es noch viel zu tun, und auf diesem Weg leisten wir mit dem Festival einen Beitrag und begleiten diesen Verständigungs-, Such- und Lernprozess für alle gesellschaftlichen Gruppen. Wir wünschen uns dafür aber mehr Unterstützung von offizieller Seite, insbesondere vom Land Berlin. Das

Foto: volwi

sollte sich klar dazu positionieren, ob und wie bürgerschaftliches Engagement anerkannt und gefördert wird! Ganz aktuell wurde von uns verlangt, dass wir das gesamte Festival inklusive Tiergarten mit einem so genannten G8-Zaun umzäunen. Wir sprechen von einem sehr beliebten und friedlichen Volksfest. Ich hoffe auf ein Einlenken der Behörden, sonst wäre das Festival damit nach 20 Jahren zu Ende. Die RABE RALF Redaktion dankt Leif Miller für das Gespräch.

Lebensbaum ist Moorpate
Beispielhaftes Engagement direkt vor der Haustür im Diepholzer Moor

S

allen Landsystemen enthaltenen eit 1979 produziert Lebensbaum Kohlenstoffs. Kaffee, Tee und Gewürze in Wird das Moor zur Abtorfung feinster Bioqualität. Die Rohtrockengelegt, wie auch in Diepholz waren dafür werden direkt im geschehen, entweicht das gespeiUrsprungsland eingekauft. Natur cherte CO2 in die Atmosphäre. Für und Mensch sind für Lebensbaum maßgebend, getreu dem Motto: die Diepholzer Moorniederung „Ein Unternehmen taugt nur, wenn geht man von circa. 900.000 Tones die Natur im Blick hat und dem nen CO2-Emissionen pro Jahr aus. Menschen dient“. Mit der Wiedervernässung will Ein Beispiel dafür ist das Lebensbaum erreichen, dass in Engagement im Diepholzer Moor, den nächsten Jahren kein Kohlendas direkt vor der Haustür des Diepholzer Moor dioxid mehr aus dem Diepholzer Unternehmens beginnt. Für manch Moor entweicht und in fernerer Foto: Lebensbaum Zukunft sogar wieder gespeichert einen Lebensbaum-Mitarbeiter ein willkommenes Ausflugsziel in der wird. Für dieses ambitionierte ZuMittagspause. Die Schönheit dieser Lebensraum für allerhand Tiere und kunftsprojekt hat Lebensbaum bereits einzigartigen Kulturlandschaft will Pflanzen, die sich auf diese unwirkliche 85.000 Euro bereitgestellt. Das Geld Lebensbaum bewahren und hat daher Landschaft spezialisiert haben. Zum wird dringend gebraucht: für Rena2011 die Patenschaft für das Diepholzer anderen hat die Klima-Wissenschaft turierungsmaßnahmen, aber auch zur das Moor als gewaltigen Kohlendioxid- wissenschaftlichen Begleitung durch Moor übernommen. Bei kaum einem Thema liegen Speicher identifiziert. Obwohl Moore das gerade entstehende „Europäische Natur- und Klimaschutz so nah beiei- an der Gesamtoberflache der Welt nur Fachzentrum Moor- und Klima“. nander wie beim Moorschutz. Moore einen Anteil von drei Prozent ausmaUnter einer Moorpatenschaft sind besonders schützenswert. Zum chen, speichern sie laut einer Studie versteht Lebensbaum mehr als nur einen ist das Moor ein bedeutsamer des NABU über 30 Prozent des in regelmäßige Geldgeschenke. Mit Ast-

scheren, Äxten, Mützen und Schals ausgerüstet machten sich Anfang 2011 erstmals alle Lebensbaum-Auszubildenden auf den Weg ins Diepholzer Moor. Ihre Aufgabe: Entkusseln, was das Zeug hält. Kusseln sind einzeln stehende junge Bäume. Bäume allerdings gehören nicht ins Moor. Sie belasten das Ökosystem in dreierlei Hinsicht: Erstens entziehen sie dem Boden wichtiges Wasser, zweitens nehmen ihre Blätter den Torfmoosen im Sommer das Licht, und drittens bedeckt ihr Laub im Herbst den Boden und führt dem Moor überflüssige Nährstoffe zu. Dadurch hindern sie das natürliche Wachstum der moortypischen Pflanzen, die wichtigen Torfmoose können kein Torf produzieren, und der Lebensraum Moor kann sich nicht entwickeln. Im Rahmen einer ganzheitlichen Ausbildung tauschen die LebensbaumAzubis nun zweimal im Jahr Schreibtisch-, Lager- und Laborarbeit gegen aktiven Umweltschutz im benachbarten Moor. Manuela Wiegmann

Juni / Juli 2015

XXX

LAGEPLAN zu
Yitz hak -Ra bin -Str aß
Tiergarten
Tiergarten 48 47 63 62 61
136-134
Evakuierungsfläche (Verletzte)
WC Pers.

58 60 59

57-55

54-53

52-51

50

49

45 115-114

44 43 113

133-131 130-128

127-125 124-122 121-120 119-117 116

36-BFS 35 34-31 42 41-39 38 37 109 108-106105 104-102 101-100 112-110 Straße des 17. Juni
179-177 217 216

30 99 98

Straße des 17. Juni
198a 237 198 197-195 194-192 231 230-227 191-190 189 226-224 223-222 188-186 185-183 182-180 221 220 219-218 176 215 175-173 236-235 234-232

172 171

170 213-211

169 210

1

214-ADFC

Tiergarten

Tiergarten
Bremer Weg

Bremer Weg

Aussteller

Leckeres aus biologischem Anbau 198a identify-system 38 MeinFernbus 189 Moghul Rikschas 222 Naturtrip 217 Ortlieb Sportartikel 120 Stadtmobil Berlin 170 Uckermärkische Verkehrsgesellschaft 164 urbix Gepäckträger 43 VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg 161 VCD Nordost

Bühnen, Infrastruktur, Aktionsflächen Berlin 136 Rettet den Regenwald 67 Robin Wood 172 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt 90 Terra Concordia/Mundraub 159 Umweltbüro Berlin-Brandenburg 60 Umweltbüro Lichtenberg u. Umwelt- und Naturschutzamt 92 Waldsamkeit 169 WWF

GRÜNE LIGA

GRÜNE LIGA
2 48 13 45 1 199 47 1 3 Backstage 1 Backstage 2 Das Geschirrspülmobil Global Classroom Große Bühne Infozelt Kleine Bühne Koordinierungsstelle/ Kindersammelstelle VIP und Presse

Erneuerbare Energien
138 151 152 14 145 117 98 224 198 55 52 Anti Atom Berlin BürgerEnergie Berlin EWS Schönau GASAG LichtBlick Little Sun Naturstrom New Hope and Light Ökologisches Bauherrenzentrum Sonnenrepublik Verbraucherzentrale Berlin

Umwelt- und Naturschutz
143 141 144 149 154 203 53 108 227 7 185 99 176 226 137 167 66 65 64 atmosfair Berliner Artenschutz Team Berliner Stadtgüter Borneo Orang-Utan Survival BUND Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau & Reaktorsicherheit BUNDjugend Deutsche Alpenverein Deutsche Umweltstiftung Fachverband Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel Greenpeace Jugendverband REBELL Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Lehmhausen NABU NaturFreunde Berlin Naturschule Berlin-Brandenburg Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin Papierwende Netzwerk

Urbanes Gärtnern
71 150 113 69 157 84 85 Bio-Bahnhof Biologische Beratung Gärtnerei helenion GreenLab Berlin Grün Berlin Landesverband der Gartenfreunde We Love BEEing

Umweltfreundliche Mobilität
214 + 215 ADFC 184 autofrei leben! 220 Berlin nimmt Rücksicht 146 cambio CarSharing 228 car2go 237 Das RADhaus 127 DriveNow 182 Fahrer 181 Fahrradreisen weltweit 236 feewerk 153 Hangload 162 Hofrad 165 I bike Berlin

Leckeres aus biologischem Anbau
221 17 33 44 apeccino (zum Teil vegan) Atelier Cacao (vegan) Barbaras Küche Bio Edelpilze Altmark (vegan) 213 Bioland Imkerei an der Probstheide 105 Biolandimkerei 39 BuntWild 204 Crepes et Galettes 82 Demeter-Imkerei im StadtGut 19 Der Kräuter Marmeladen Kessel (vegan)

37 + 207 Eiscafé Cadillac (zum Teil vegan) 201 Flämingherzen (vegan) 230 Frulee (vegan) 183 Govinda Natur (vegan) 30 Hempwood (vegan) 9 Hof Töpferberge 23 Kiezwagen Blank (vegan) 231 Kunzweiler&Brandt (zum Teil vegan) 70 Lebensbaum Ulrich Walter 93 Märkisches Landbrot 8 Ökodorf Brodowin 195 Ökologisches Weingut Theo Schütte 134 Phyto Treasures (vegan) 4 radioBERLIN 88,8 Kaffe mobil 35 RohKao (vegan) 21 Rohkost Delikatessen (vegan) 16 Sarah Wiener Holzofenbäckerei 77 Sheep and Monkey Pâtisserie (vegan) 192 Simply Raw (vegan) 57 Spice for Life 6 + 49 Tannenwälder 200 tazpressomobil (zum Teil vegan) 11 TEMMA 225 Tofu Manufaktur (vegan) 50 Ulrich Reich (vegan) 12 Veganz Food (vegan) 15 Veggy Pirates (vegan) 229 Voelkel (vegan) 5 Weingut Roman Herzog 34 Wild.Kräuter (vegan)

Kinderaktionen
86 Alf Müller 114 Demokratische Schule X

XXX

Juni / Juli 2015

um UMWELTFESTIVAL
Tiergarten

Eb
WC WC

e

st rst

ra

ße

29 28 27
97

26-22
96-93

21 20-17
92-90 89-87 86

15
85-83 82

14 - GASAG
81-79 78-76
75-73

13
72-70 69-67

12
11-10
66-64

9 8 7-FKN 6 5 4

Müllkorb Stadtmöbel

Bühne

Straße des 17. Juni
165-164 163-162 161-159 158-156 208 207 155 154-BUND 153-150 149-147 205 146-141 204
203-BMUB

168-166

140-138 202

209

206-BSR

137 201

200

199-GL1

VIP/ Presse

3

FOH- Platz Regie des 18. März

1

WC

Brem
Bremer Weg Tiergarten

g er We
Fahrradabstellanlage (Bestand)

Koordinierungsstelle Personalzelt Einsatzstelle DRK

1

Ü-Wagen rbb 2

Backstage
WC Personal

Eb

ers

WC
Evakuierungsfläche (Verletzte)

tst

raß

e

212 Farbenküche & Steinreiberey 1 GRÜNE LIGA Kindersammelstelle 210 GRÜNE LIGA Toben im Heu 209 Remondis 211 Spielzeugen

Faire Mode
81 Bär-leena 147 börd shört - Eco Fashion 25 Duszynski Bernstein & Silber 133 Faserwerken 18 feltworx Naturwaren 107 Fotografie + Fotodesign 73 frisch versiebt 124 Jeanette Proano 24 jiladesign 110 Jyoti - Fair Works 54 Kashmir Traum 175 L.M. Escobedo 78 leguano 177 Leinen Los 83 lenalieb 79 Lesimale 74 Livio Vaca 223 loveco 22 Massacci Casa 89 supermarché 129 Trzcinski - only linen

96 Lütjes Haushaltswaren 76 MONALiTO 166 Museum Baruther Glashütte 104 Naturseifenmanufaktur 94 Netzwerk Faires Berlin 132 Pan Handwerk 193 Partylite 232 Roland Hunkenschröder 121 SABIR 218 Stimme & Stein 112 Warengruppe Ost

40 158 72 62 208 174 179 51 168 95 122 196 233 91 10 68

Upcycling
42 88 106 163 235 BAUFACHFRAU Berlin bolsos berlin Gazpacho Store Katja Werner Design urmurks

Gemeinwohlökonomie BB Germanwatch Gleim-Oase Greenpeace Infoservice Inkota Netzwerk Jakis LAG Umwelt und ÖPF DIE LINKE Murks? Nein Danke! NETZWERK CUBA Netzwerk Grundeinkommen Ökologisch-Demokratische Partei Partei Die Violetten Solivol artefact VEBU Vegetarierbund Verbraucher Initiative Yesil Cember – ökologisch. Interkulturell

102 197 216 191 128 219 118 202

Nichtraucherbund Oikocredit PSD Bank Quan Yin Meditationsverein Ringana special touch ZENSHIATSU SRI concepts UmweltBank

Tierschutz
97 aktion tier 116 Albert Schweitzer 194 Initiative zur Abschaffung der Jagd 125 PROVIEH - gegen tierquälerische Massentierhaltung 59 Sea Shepherd 190 Tierschutzverein 126 Tierversuchsgegner

Initiativen und Parteien
140 Aktionsgemeinschaft Sol darische Welt 139 Amnesty International 31 ASNAI 111 Attac Berlin 142 Berlin 21 186 Berliner Wassertisch IPPNW-Berlin 188 Berliner-Wassertisch.info 131 Bügerverein Wilhelmshagen-Rahnsdorf 27 Bündnis 90/Die Grünen 100 Bürgerbewegung für Kryorecycling 28 Cradle to Cradle 130 DemoBüro Stop.TTIP / NaturFreunde 173 Deutsche Gesellschaft 101 Deutsche Gesellschaft AGENDA21

Beratung
115 29 63 61 206 36 109 87 180 119 234 56 178 103 Berliner Mieterverein Berliner Wasserbetriebe BestWater International BI zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung BSR Berliner Stadtreinigungsbetriebe Bundesamt für Strahlenschutz Denttabs Zahnpflegegesellschaft Evoco FIBUR Golden Patents Zalman Zizov HS für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde kaputt.de LernSINN erlebBAR NaturSinn International

Nachhaltiger Tourismus
187 biss Aktivreisen 41 Naturkost-Hotel Harz 171 Tourismusverband DahmeSeen 160 Tourismusverein TreptowKöpenick

Medien
156 Greenpeace Media 75 oya 123 Verein zur Förderung der entwicklungspolitischen Publizistik

Produkte aus fairem Handel
26 58 80 32 155 148 20 135 Barachalá BERLINMALEREI Blindenhilfswerk Bonsum Condor Pasa Huanuco ECO Brotbox Lamouri LivingDesigns

Hinweis: Änderungen vorbehalten

Brandenburger Tor

Juni / Juli 2015

ELTFESTIVAL UMW
11:00 11:10 11:15 11:30 11:45 12:05 12:15 12:40 13:10 13:20 13:45 Musikalische Eröffnung mit Spaze Warlords Eröffnung des Umweltfestivals mit Karen Thormeyer (GRÜNE LIGA Berlin) Spaze Warlords (post-whatever) Umweltschule für Einsteiger - Talk mit Emma Lina (Kidsfaces), Ulrich Nowikow (GRÜNE LIGA Berlin) Spaze Warlords (post-whatever) Murks? Nein Danke! - Talk mit Stefan Schridde (Murks? Nein Danke!), Gudrun Vinzing (GRÜNE LIGA Berlin) Quiz-Auswertung GRÜNE LIGA-Quiz Artwhy (Independent/Alternative) Big Jump! - Start der Europäischen Flussbadeaktion Artwhy (Independent/Alternative) Großer Preis des Umweltfestivals – Preisverleihung mit Schirmherr und Schauspieler Andreas Hoppe, Vera Gäde Butzlaff (GASAG), Leif Miller (Vorsitzender GRÜNE LIGA Berlin) Klimaneutrales Berlin 2050 - Wunsch oder Wirklichkeit?- Talk mit Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel, Vera Gäde-Butzlaff (Vorstandsvorsitzende GASAG), Stefan Taschner (Berliner Energietisch) Artwhy (Independent/Alternative) Begrüßung der Teilnehmer_innen der ADFC-Sternfahrt mit Staatssekretär im BMUB Jochen Flasbarth, Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel, Eva-Maria Scheel (Vorsitzende ADFC Berlin), Leif Miller (Vorsitzender GRÜNE LIGA Berlin) Artwhy (Independent/Alternative) 14:50 15:15 15:35 15:50 16:20

XXX

14. Juni 11 – 19 Uhr Am Brandenburger Tor

Hauptbühne am Brandenburger Tor
Gemeinsam Boden gut machen! - Beitrag des Öko Landbaus zum Natur- und Umweltschutz - Talk mit Staatssekretär im BMUB Jochen Flasbarth, Maria Krautzberger (Präsidentin des UBA), Prof. Hartmut Vogtmann, Leif Miller (Vorsitzender GRÜNE LIGA Berlin) Die Outlanders (alternative indie rock pop) Urbane Paradiese – unsere grünen Stadt(t)räume Talk zum Wettbewerb mit Anke Ortmann (GRÜNE LIGA Berlin) Die Outlanders (alternative indie rock pop) Fahrradstadt Berlin - jetzt! - Talk mit Eva-Maria Scheel (Vorstandsvorsitzende ADFC), Stefan Gelbhaar (Bündnis90/Die Grünen), Tilmann Heuser (Geschäftsführer BUND Berlin) Kadeshi (Ju-Tai-Jutsu-Show) WG gesucht! - Prämierung GRÜNE LIGAJugendwettbewerb The Trouble Notes (Gypsy Fusion) Quiz-Auswertung GRÜNE LIGA-Quiz TTIP - unfairhandelbar! - Talk mit Nelly Grotefendt (Forum Umwelt & Entwicklung), Cornelia Reetz (Europäische Bürgerinitiative EBI) The Trouble Notes (Gypsy Fusion) Abschluss des Festivals Moderation Ingo Hoppe (radioBERLIN 88,8) Hinweis: Änderungen vorbehalten

16:30 16:50 17:20 17:50 18:05 18:20 18:50

14:05

14:25 14:35

14:45

Kleine Bühne am sowjetischen Ehrenmal
11:00 11:05 11:35 11:50 12:30 13:10 13:25 13:55 14:15 14:35 15:20 Eröffnung des Programms We are Waves (Soul/Rock) World Wide Blanket - Talk mit Klemens Gieles We are Waves (Soul/Rock) Wi-Wa-Waldtraum (Zuckertraumtheater) Global Classroom - Schülerprojekte zu nachhaltigem Konsum - Talk Billig, billiger, Banane - Lesung mit Sarah Zierul The Emma Project (Indie-Elektro-Rock) Billig, billiger, Banane - Lesung mit Sarah Zierul The Emma Project (Indie-Elektro-Rock) Nachhaltiges Berlin - Podiumsdiskussion mit Sebastian Stragies (Berlin 21) 16:30 16:55 17:25 17:40 18:00 Jyoti - Fair Works: Faire Kleidung aus Indien - Talk mit Ulrich Nowikow (GRÜNE LIGA Berlin) Death on the Stairs (Alternative) Bonsum - nachhaltiger Konsum mit gutem Gewissen - Talk mit Frederík Betz Death on the Stairs (Alternative) Abschluss des Programms Moderation Anne-Marie Stark & Cynthia Hösterey (GRÜNE LIGA) Hinweis: Änderungen vorbehalten

Berlin

ENERGIE
Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat erlauben Fracking

Juni / Juli 2015

15

Das Verhinderungs-Ermöglichungsgesetz

D

ie Bundesregierung brachte und SPD strengere Regeln gefordert. begleiten und auswerten. Sie besteht seiner Beratung haben 25 NichtregieAnfang April 2015 einen Ge- Damit haben sie sich bislang jedoch aus jeweils einer Vertreterin oder einem rungsorganisationen in einem offenen Vertreter des Umweltbundesamtes, des Brief die Ministerpräsident_innen setzentwurf des Bundesumwelt- nicht durchsetzen können. betreffenden Landesamtes für Geologie, der Länder aufgefordert, dem Votum und des Bundeswirtschaftsministeriums des Helmholtz-Zentrums Potsdam, des der Umweltminister_innen für ein zum Thema Hydraulic Fracturing, kurz Der Gesetzesentwurf Helmholtz-Zentrums für Umweltfor- Fracking-Verbotsgesetz zu folgen. Fracking, auf den Weg. Dieser soll im Einzelnen schung Leipzig und einer für Wasser- Diese haben am 22. April die Pläne der nach Meinung der Regierung Mensch und Umwelt vor den Risiken des FraDas Regelungspaket beinhaltet wirtschaft zuständigen Landesbehörde. Regierung mit neun von 16 Stimmen ckings schützen und Kenntnislücken Reformen von mehreren Gesetzen, Die Expertenkommission entscheidet abgelehnt und eine Änderung des zum Thema schließen. Beim Fracking darunter das Wasserhaushaltsgesetz und auch, ob sich ein kommerzieller Abbau Bundesberggesetzes verlangt. Am 8. Mai hat der Bundesrat im erswerden Wasser, Sand und ein Chemi- das Bundesnaturschutzgesetz, und eine lohnt und ob dadurch eine Gefahr für kaliengemisch unter hohem Druck in Veränderung des Bundesberggesetzes. Mensch und Umwelt entsteht. Danach ten Durchgang zwar Bedenken gegen das Speichergestein gepresst. Durch die dadurch entstehenden Risse kann Erdöl und Erdgas mit einer Mischung aus Frackingflüssigkeit und dem sogenannten Lagerstättenwasser entweichen, an die Erdoberfläche gelangen und gefördert werden. Das geplante Gesetz sieht vor, dass diese Form der Rohstoffgewinnung oberhalb von 3.000 Symbolische Frackingprobebohrung vor dem Bundeskanzleramt Protest gegen Fracking vor dem Bundestag Metern Tiefe und unFoto: Daniel Hiß (DNR) Foto: Uwe Hiksch - www.flickr.com ter besonders schützenswerten Gebieten nicht angewendet werden darf. Die Dadurch werden die Bergschadens- können Energieunternehmen Anträge das Frackinggesetz geäußert, aber es Bundesregierung verbietet jedoch haftung erweitert und bergbauliche zum kommerziellen Fracking stellen. nicht komplett abgelehnt. Stattdessen den Einsatz der Fördertechnologie Anforderungen beim Einsatz von Ab 2018 soll diese Kommission jährlich hat er sich für eine Verschärfung der Gesetze ausgesprochen. Unter Andenicht grundsätzlich. Deswegen kann Fracking gestellt. Außerdem soll vor einen Erfahrungsbericht erstellen. rem soll Fracking unabhängig von der mittel- bis langfristig in Deutschland einer Anwendung von Fracking eine Einsatztiefe verboten, wasserrechtliche gefrackt werden. „Mit dem heutigen Umweltverträglichkeitsprüfung durchUmweltverbände Vorhaben auch im Bergrecht verankert Kabinettsbeschluss konterkariert die geführt werden. protestieren und die schützenswerten Gebiete beBundesregierung sämtliche klima-, Das Gesetz verbietet Fracking energie- und naturschutzpolitischen nur oberhalb von 3.000 Metern Tiefe Gegen den neuen Fracking-Gesetz- reits durch Bundesrecht ausgenommen Zielvorgaben. Statt das kostenintensive in Schiefer- und Kohleflözgestein entwurf richtet sich der Protest von werden. Außerdem hat der Bundesrat und risikoreiche Fracking zu verbieten, und unter bestimmten Gebieten. Zu verschiedenen Umweltorganisationen. seine Zustimmungspflicht hervorgenimmt die Regierung mögliche Umwelt- diesen zählen Wasserschutz- und Anlässlich des Kabinettsbeschlusses hoben. Die Bundesregierung sieht und Gesundheitsschäden in Kauf und Heilquellenschutzgebiete sowie Ein- hat der Deutsche Naturschutzring das Regelungspaket hingegen als Einbremst die Energiewende aus“, kritisiert zugsgebiete von Talsperren und Was- (DNR) gemeinsam mit seinen Mit- spruchsgesetz, bei dem der Bundesrat Daniel Hiß, Frackingexperte vom DNR. serentnahmestellen. Des Weiteren ist gliedsverbänden BUND, NABU, das Gesetz zwar kritisieren, aber nicht „Um die Klimaziele zu erreichen, muss die Technik in Naturschutzgebieten Campact und Robin Wood sowie verbieten kann. Die Stellungnahme ein Großteil der fossilen Ressourcen und Nationalparks untersagt. Die die Arbeitsgemeinschaft der Um- des Bundesrates geht zunächst an die in der Erde bleiben. Es ergibt keinen einzelnen Bundesländer können den weltbeauftragten der Evangelischen Bundesregierung, die sie mit einer Sinn, jetzt durch Fracking weitere Einsatz dieser Technologie auch in Kirche, die Deutsche Umwelthilfe, Gegenäußerung an den Bundestag Lagerstätten zu erschließen – zudem anderen Gebieten unterbinden. Zudem das Umweltinstitut München und der weiterleitet. mit einer risikoreichen Technik und werden Auflagen an die Unternehmen Entwicklungsorganisation PowerShift Jurek Brzoska, FÖJler beim mit umweltschädlichen Methoden“, gestellt. Beispielsweise müssen sie in Berlin demonstriert. Lautstark Deutschen Naturschutzring (DNR) erklärt DNR-Generalsekretärin Lise- für die Absicherung der Bohrlöcher forderten sie, Fracking richtig zu lotte Unseld. den Stand der Technik einhalten, in verbieten. Die Umweltschützer_innen Dass ein generelles Verbot in gefährdeten Gebieten seismologische haben in Schutzkleidung mit Lupen Deutschland möglich ist, zeigt ein Gutachten vorlegen und den Austritt und einer farbigen Flüssigkeit vor dem Weitere Informationen: Rechtsgutachten des Wissenschaft- von Methan und anderen Emissionen Bundeskanzleramt eine symbolische www.dnr.de/aktuell/fracking-protestlichen Dienstes des Bundestages: erfassen. Außerdem soll die Beweislast Frackingprobebohrung vorgenommen. vorm-bundeskanzleramt.html „Ein Verbotsgesetz würde zwar in die im Falle eines Bergschadens beim Un- „In ganz Deutschland haben sich in- www.kurzlink.de/Fracking-Brief Berufsausübungsfreiheit von Erdgas- ternehmen und nicht wie bisher beim zwischen mehr als 2.000 Gemeinden www.umweltinstitut.org/fileadmin/ förderunternehmen eingreifen. Dieser Geschädigten liegen. In den Gesetzen gegen Fracking in ihren Regionen Mediapool/Downloads/03_Info-KamEingriff aber könnte gerechtfertigt sein, sind jedoch auch Ausnahmen geplant. ausgesprochen. Die Bundesregierung pagnen/02_Fracking/WidiGutachtenwenn der Gesetzgeber zur Eindämmung Dadurch können Probebohrungen mit muss die Sorgen und Proteste der Fracking.pdf robinwood.de/Newsdeta aus seiner Sicht bestehender Risiken des Frackingflüssigkeiten auch oberhalb Bürger ernst nehmen und Fracking ils.13+M59e86ed240c.0.html Fracking ein Verbot zum Schutz von von 3.000 Metern Tiefe in Schiefer- und verbieten“, verlangte Ann- Kathrin www.bundesregierung.de/Content/ DE/Artikel/2015/04/2015-04-01Mensch und Umwelt für erforderlich Kohleflözgestein durchgeführt werden. Schneider vom BUND. hielte.“ Vor dem Regierungsbeschluss Eine sechsköpfige ExpertenkomNachdem der Bundestag dem fracking-gesetz-kabinett.html haben nicht nur Grüne und Linke mission soll bis 2018 die Maßnahmen Regelungspaket zugestimmt hat, geht www.bundesrat.de/DE/plenum/ sondern auch Abgeordnete aus Union und Ergebnisse wissenschaftlich der Entwurf an den Bundesrat. Vor themen/fracking/fracking-node.html

16

Juni / Juli 2015

GLOBAL CLASSROOM

Wir denken um
Wettbewerb für Umwelthelden: „Wir denken um - Umweltschule für Einsteiger“

D

er Wettbewerb „Wir denken um - Umweltschule für Einsteiger“ wurde Anfang des Jahres vom gemeinnützigen Verein Kidsfaces e.V. im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für die „Umweltschulen in Europa“ ins Leben gerufen und ist schnell zu dem Gesprächsthema auf Berliner Schulhöfen geworden. Kinder aus den verschiedenen Klassenstufen, oft sind es die Klassen fünf und sechs, organisieren sich in Gruppen, entwickeln Konzepte zur Förderung der Nachhaltigkeit an ihren Schulen und mischen die Berliner Umweltpolitik auf. Auf der Website www.wir-denkenum.de stellen sich über 60 der besten Teams, aus (fast) allen Berliner Stadtbezirken, einem großen online Voting und dem kritischen Urteil der härtesten Kinderjury Deutschlands. Diese entscheidet über die Vergabe der Hauptpreise (drei mal 1.000 Euro Gründerkapital für die Gewinneridee. Insgesamt läuft der Wettbewerb in vier Kategorien: „Ökologisch Gärtnern“, „Weltoffen und fair“, „Schulpolitik“ sowie „außer Konkurrenz“. Die GRÜNE LIGA Berlin ist Topunterstützer der Kategorie „Weltoffen und fair“. In jeder Kategorie gibt es mehrere Teams, die um den Hauptpreis kämpfen. Jede Unterstützung, die zu bekommen ist, zählt. Denn natürlich möchte jedes Team unbedingt ihr Projekt zum Erfolg führen.

Kräutergärten, Grundschule im Eliarhof

Lebensstile vergleichen
Die „Weltreise“ wurde von der Klasse 5b, Grundschule im Eliashof (Berlin-Prenzlauer Berg), für die Kategorie „Weltoffen und fair“ eingereicht. In andere Welten abtauchen, andere Sitten und Bräuche erkunden, kulinarische Erlebnisse machen und dann schlussendlich die Erfahrungen aus dieser Weltreise mit unserem Le-

bensstil vergleichen, das ist spannend. Eine Woche lang so leben, wie Menschen in fremden Ländern. Eine kleine Weltreise in andere Kulturen machen. Dafür haben sich die Kinder Länder aus vier Kontinenten ausgesucht: Ghana, Chile, Spanien und die Philippinen. Und es gibt bereits einen genauen Ablaufplan für die Umsetzung. In sieben Wochen soll das Projekt realisiert werden. Über Recherchen zum Lebensalltag und über Fragen eines

nachhaltigen Konsums wollen die Kinder Vergleiche herstellen und ihre Erlebnisse dokumentieren. Interessant wäre es auch, persönliche Kontakte zu machen, zum Beispiel über Menschen aus den genannten Ländern, die in Berlin leben oder über entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisationen, die vor Ort in Afrika, Asien und Südamerika aktiv sind. Vielleicht finden die Kinder der „Weltreise“ aber auch noch andere Wege, um Kontakte zu knüpfen.

Ökologischer Rasenmäher
Berlin gilt als eine der grünsten Städte Deutschlands. Unzählige Parkanlagen und Grünflächen ziehen sich durch die Innenstadt und auch so manche Berliner Schule setzt auf schöne Rasenflächen auf dem Pausenhof. Doch wer kümmert sich um die Pflege der Grünanlagen? Die Schafe natürlich! Eine irre Vorstellung, die an der Alt-Lankwitzer Grundschule (BerlinSteglitz) bald zur Realität werden

Kleidertausch-Börse, Reinhardswald-Grundschule

Terra-Preta-Beete, Joan-Miro-Grundschule

GLOBAL CLASSROOM

Juni / Juli 2015

17

könnte. Die Schüler_innen der Klasse 6a denken um, gemeinsam mit ihren Mitschüler_innen und Lehrer_innen. Sie haben dieses Projekt zum Wettbewerb unter der Kategorie „Ökologisch Gärtnern“ eingereicht, um so ihre Schule zu einer Umweltschule für Einsteiger zu machen.

Werbung gestalten sie Flyer, auf denen das Theaterstück und der Markt angekündigt werden die und das Publikum zum Nachdenken über Mensch und Umwelt anregen. Wenn sie es schaffen, das Schulbeet in ein Gemüsebeet umzuwandeln, könnten sie beim nächsten Öko-Markt sogar eigenes Bio-Gemüse verkaufen.

Ideen für die Zukunft
Ob Ökopapier Marke Eigenbau, Roboter, oder Aufklärungsdrohnen zur Müllbeseitigung, ob Solarzellen für Smartboards, Kräutergärten auf dem Schuldach oder eine Schafsfamilie als ökologischer Rasenmäher die Ideen der jungen Gründer_innen sind vielseitig und die Teams sind nicht nur wegen der Aussicht auf einen der begehrten Haupt- und Sonderpreise motiviert: „Der Wettbewerb ist unsere Chance, die Zügel in die Hand zu nehmen und ein Projekt in unserer Schule einzuführen, von dem wir, unsere Umwelt und alle kommenden Schüler_innen nach uns profitieren werden “, argumentieren die Kinder gekonnt beim Videodreh zu ihrer Rasenmäher-Idee und erklären, wie sie in Gesprächen Eltern, Anwohner_innen, regionale Betriebe und einen Schäfer als Projektpartner gewinnen konnten. Auch im online Voting überzeugt die Gruppe und ist mit über 2.000 Stimmen ganz vorne dabei. Nachhaltig planen auch Ella, Elena und Paul der Reinhardswald-Grundschule (Berlin Kreuzberg). Sie möchten keine ungetragenen Shirts mehr wegschmeißen und veranstalten deshalb regelmäßig eine Kleidertauschbörse. Das kennt jeder: Ein Shirt sieht noch aus wie neu, aber irgendwie gefällt es einem nicht mehr. Ella und ihr Team von der Reinhardswald-Grundschule möchten eine Kleiderbörse veranstalten, auf der jeder die Kleider, die einem persönlich nicht mehr gefallen, gegen die von anderen Schülern tauschen kann. So wollen die drei die Nachhaltigkeit ihrer Schule verbessern. Plastik Plastik Plastik – viel cooler sind Stoffbeutel, das ist eine Idee von Lee, Nina, Felicia, Emilie, Noha. Selbstgenäht und selbstverziert machen sie echt was her. Werden auch lokale Geschäfte vom Plastikwahn abspringen und die Stoffbeutel der Kastanienbaum Grundschule (Berlin–Mitte) verwenden? Die Kinder wollen Stoffbeutel aus alten Klamotten nähen und aufmotzen. Außerdem wollen sie schon fertige Stoffbeutel mit Textilfarben bemalen. Geplant ist, die Beutel auf dem Schulhof und vor der Schule zu verkaufen, damit niemand mehr Plastiktüten benutzt. Wie wär’s mal mit einem UmweltTheaterstück, das auf einem Öko-Markt aufgeführt wird? Schuleigene Produkte, eine neue Form der Umsetzung von Umwelt und Nachhaltigkeit in kreativer Art und Weise, das ist eine Idee

Coole Gründer brauchen Unterstützung
Die von der Kinderjury nominierten Teams starteten im April in vier Kategorien und haben bis Juni Zeit, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Dabei können alle Berliner Schüler_innen die Teams auf www.wir-denken-um.de unterstützen. So können sie sich auch zusätzlich wertvolle Tipps holen, um vielleicht im nächsten Jahr selbst am Wettbewerb teilzunehmen. So viel Spaß es macht, Ideen für den Wettbewerb zu entwickeln, so ernst ist auch der Hintergrund: In Berlin sind nur 13 Schulen mit dem europäischen Prädikat „Umweltschulen in Europa“ ausgezeichnet. Das Programm war vor dem „wir denken um“-Wettbewerb weitgehend unbekannt. Die Idee, das Problem über die Schüler_innen direkt anzugehen, geht auf. Die rege Teilnahme an „wir denken um“ zeigt, dass großes Interesse und Potential dahinter steckt. In letzter Instanz liegt es allerdings an den Schulen, die Ideen weiterzuführen und sich für die Auszeichnung „Umweltschule in Europa“ zu bewerben.

Kleidertausch-Börse, Reinhardswald-Grundschule

Umweltschulen in Europa
Seit über 10 Jahren fördert das europäische Projekt “Umweltschulen in Europa” auch in Deutschland eine schulformübergreifende Bildung für nachhaltige Entwicklung, um Kinder für Umweltthemen und nachhaltiges Wirtschaften zu sensibilisieren und sie zu befähigen, selbst Verantwortung für sich und ihre Zukunft zu übernehmen und entsprechende Handlungskompetenzen zu entwickeln. Das Siegel “Umweltschule Europa” wird jährlich an Schulen mit herausragenden und nachhaltigen Umweltprojekten verliehen. Damit weitere Berliner Schulen motiviert werden, sich um das Siegel zu bemühen, wurde das Konzept und der daraus resultierende Wettbewerb “Umweltschule für Einsteiger” entwickelt. Das außergewöhnliche daran ist: hier stellen nicht die Schulen, sondern die Schüler_innen selbst den Antrag auf eine Umweltschule “für Einsteiger”. D. Jestel /U. Novikow Weitere Informationen: wir-denken-um.de wir-denken-um.de/weltoffen

Kleidertauschläden in Kreutberg, Schülerbefragung

Apfelbäume und Baumblüte, Berggruen-Gymnasium
Fotos: Emma Albrecht

der Klasse 5a der Grundschule im Hofgarten (Berlin-Prenzlauer Berg). Die Klasse möchte einen Öko-Markt

veranstalten, auf dem sie selbstgebackenes Bio-Brot verkaufen und ein Umwelt-Theaterstück aufführen. Zur

18

Juni / Juli 2015

NACHHALTIGKEIT

Plastik - Segen oder Fluch?
Der neue EU Beschluss zur Reduzierung von Plastiktüten

R

uanda, Kathmandu, Sansibar Stadt: Sie alle haben den Schritt in ein plastiktütenfreies Leben gewagt. Die Regierungen des Landes Ruanda, die nepalesische Hauptstadt Kathmandu und die Hauptstadt des Sansibar- /Pemba-Archipels haben Plastiktüten konsequent verboten. Doch auch Irland kann uns ein Vorbild sein: Für jede Plastiktüte werden dort 22 Cent erhoben, so ist deren Verbrauch seit 2002 schon um 90 Prozent gesunken. Was tut nun Europa? Am 28. April stimmte das Plenum des EU Parlaments über die vom damaligen Umweltkommissar Janez Potocnik novellierte Europäische Verpackungsrichtlinie positiv ab. Seit der Zustimmung steht fest, dass in jedem EU-Mitgliedsstaat selbstständig Maßnahmen getroffen werden müssen, um den Plastiktütenverbrauch merklich zu vermindern. Konkret bedeutet dies, dass bis zum Jahr 2019 maximal nur noch 90 leichtgewichtige Tüten pro Person und pro Jahr genutzt werden dürfen, bis 2025 höchstens noch 40 Tüten. Eine Alternative zu den oben genannten Reduktionszielen wäre, preisliche Vorgaben in Form von Steuern oder Abgaben für jede Plastiktüte festzulegen. Auch könnten beide Maßnahmen gemeinsam umgesetzt werden. Plastiktüten mit einer geringeren Wandstärke als 15 Mikrometer sind allerdings eine Ausnahme. In Ihnen soll weiterhin Fleisch oder Frischobst transportiert werden können, da alle anderen Verpackungen noch weniger umweltfreundlich seien. Deutschland liegt unter dem Richtwert der 90 Plastiktüten pro Kopf, denn im Schnitt verbrauchen die Deutschen circa 70 Tüten. Die Verantwortlichen hierzulande meinen, dass dies schon ein guter Schritt der Bevölkerung hin zur Abfallvermeidung sei. Ruht sich Deutschland darauf aus?

Pink Zander unterstützt plastiktütenfreien Einkauf
Foto: LIFE e.V.

Auswirkungen von Plastik
Diese Frage ist gerechtfertigt, denn die Auswirkungen von Plastikabfall in unserer Umwelt sind verheerend! Dieser Fakt ist auch der Deutschen Umwelthilfe bewusst, denn diese fordert - trotz schon erreichter Ziele für 2019 - eine Abgabe auf alle Plastiktüten. Was sind nun diese verheerenden Folgen der Produktion und des an-

Die GRÜNE LIGA Berlin lädt ein zum Plastiktütenfreien Aktionstag auf dem Ökomarkt am Kollwitzplatz (Berlin-Prenzlauer Berg) am 9. Juli von 12 bis 19 Uhr Infos: www.grueneliga-berlin.de

schließenden Gebrauchs von Plastik? Zwischen zehn und 1.000 Jahre benötigen Kunststoffe zum Abbau, bei diesem werden die Materialien durch Sonne, Reibung und Salzwasser in Mikropartikel zerlegt. Mikroplastik wiederum zieht die giftigsten persistenten (langlebigen) organischen Substanzen an. Leidtragende sind vor allem Meerestiere, denn diese können Plankton und Mikroplastik meist nicht voneinander unterscheiden. Sie nehmen sowohl das eine, als auch das andere als vermeintliche Nahrung in sich auf. Teilweise lagern sich die persistenten organischen Substanzen, auch POPs genannt, im Fettgewebe der Tiere an, wodurch sich deren schädliche Wirkung potenziert. Wir stehen jedoch am Ende der Nahrungskette und sollten uns fragen, ob wir diesen Kreislauf wirklich weiterführen wollen. Stellen Sie sich vor: 88 Prozent der Meeresoberfläche sind mittlerweile mit Plastikteilchen verschmutzt. 30 Prozent des weltweiten Plastikmülls treiben im Ozean und verursachen Plastikstrudel. Tiere wie beispielsweise Schildkröten oder Seevögel verenden qualvoll, wenn sie größere Plastikteile aufnehmen. Sie können die Tüten oft nicht von ihrer natürlichen Nahrung unterscheiden. Für den Menschen sind Plastikgegenstände, insbesondere Kunststoffgefäße wie Brotdosen oder Trinkflaschen, aber ebenso eine Gefährdung. Diese müssen stabilisiert, gefärbt und vor Flammen geschützt werden. Hierzu benötigt man verschiedenste Chemikalien, welche sich leicht lösen können und so in unsere Körper gelangen. Um uns zu schützen, können wir uns über die aufgedruckten Codes 1 bis 7 informieren. Diese geben an, welche Inhaltsstoffe in

dem jeweiligen Produkt enthalten sind, beispielsweise PVC (Polyvinylchlorid) oder PET (Polyethylenterephthalat). All diese Stoffe sind nicht unbedenklich und bringen teilweise den Hormonhaushalt durcheinander, führen zu Fettleibigkeit und stören die Funktionen im Gehirn. Außerdem stehen sie in Verdacht, Krebs zu verursachen.

kostenfrei und massenhaft verteilt wurden. Gemeinsam werden Maßnahmen und Strategien entwickelt, wie auch ohne gesetzliche Regelung mehr Plastiktüten eingespart werden können und mehr Klimaschutz im Einzelhandel umgesetzt werden kann. Anlässlich des Internationalen Plastiktütenfreien Tags am 3. Juli bereitet LIFE e.V. als Koordinator zurzeit verschiedene Aktionen für diesen Aktionstag vor. Auf dem Alexanderplatz wird es im Bündnis mit Umweltorganisationen eine Veranstaltung mit Infoständen, interaktiven Aktionen und gefördert von der Stiftung Naturschutz einer Modenschau der Mehrwegtaschen. vielem mehr geben. Über 50 Geschäfte des Einzelhandels werden sich an dem Aktionstag beteiligen. Vom 3. Bis 10. Juli werden außerdem in der Aktionswoche Veranstaltung rund um das Thema „Plastiktütenfrei Einkaufen“ angeboten. Auch auf den Berliner Märkten tut sich etwas. In Kooperation mit LIFE e.V. unterstützt der Havelländische Land- und Bauernmarkt in Spandau mit einer Bonusaktion, mit Beutel des Vertrauens und dem „Pink Zander“ den plastiktütenfreien Einkauf. Der circa 1,60 Meter große, pinkfarbene Fisch auf dem Marktplatz, aus dessen Bauch man Second-Hand-Plastiktüten entnehmen kann, signalisiert eine gewollte Mehrdeutigkeit. Neben dem praktischen Wiederverwerten der Tüten hat er auch Symbolcharakter für die bedrohten Tierarten.

Zukunftsweisende Schritte
Bei all diesen Problemen ist erstaunlich, wie viele Menschen es gibt, die dem entgegenwirken wollen und tolle Projekte aufgebaut haben. So existiert beispielsweise das OceanCleanUp Program, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Meere von allem Müll zu befreien. Außerdem haben zwei balinesische Mädchen die Organisation Bye Bye Plastic Bags Bali (BBPB), gegründet. Melati und Isabel sind gerade 10 und 12 Jahre alt. Mit ihren jungen Jahren meint Melati: „Kinder sind nur 25 Prozent der Weltbevölkerung, aber sie sind 100 Prozent der Zukunft“. Also arbeiten die beiden sehr hart an ihrem Ziel, Einwegplastiktüten in Bali verbieten zu lassen. Auch vor unserer Haustür passiert einiges. Seit 2011 engagiert sich zum Beispiel LIFE e.V. mit dem Projekt „Mehr Wege als Einweg“ dafür, dass weniger Plastiktüten verbraucht werden. Zu Anfang lag das Hauptaugenmerk auf den Verbraucher_innen, die von Umwelt-Botschafter_innen zur Vermeidung von Plastiktüten informiert und für die Nutzung von Mehrwegtaschen motiviert wurden. In der aktuellen Kampagne „Mehr Wege als Einweg im Klimaschutz“ arbeitet LIFE e.V. mit den migrantischen Einzelhandelsgeschäften zusammen, wo bisher die Plastiktüten

Ökomarkt am Kollwitzplatz
Die GRÜNE LIGA Berlin als Veranstalter des Ökomarktes am Kollwitzplatz (Berlin-Prenzlauer Berg) ist schon lange darum bemüht, den Markt von Plastiktüten, so gut es geht, zu befreien. So werden, wenn verlangt, nur noch für frische Lebensmittel Bio-Plastiktüten herausgegeben. Für alles andere gibt es Papiertüten oder Second-Hand-Tüten. Doch um unser Ziel in die Tat umsetzen zu können, brauchen wir Sie! Helfen Sie uns, indem Sie ihre eigene Tragetasche zum Markt mitbringen. Kommen Sie uns gern besuchen mit ihrem Jutebeutel, Weidenkorb, Rucksack, oder, perfekt für Obst und Gemüse, ihrer recycelten Tasche aus PET Flaschen von Trenntstadt, in welcher ohne Probleme auch frische Lebensmittel transportiert werden können. Und wenn Sie ihre Tasche doch einmal vergessen haben, dann besuchen Sie einfach den GRÜNE LIGA-Stand auf dem Ökomarkt und besorgen sich einen exklusiven GRÜNE LIGA-ÖkoStoffbeutel! Cynthia Hösterey Weitere Informationen: www.mehrwege-im-klimaschutz.de www.plastiktuetenfreiertag.de

UMWELT-GEFAHREN

Juni / Juli 2015

19

Nachtrag Glyphosat
Jetzt ist es amtlich: Krebsverdacht!

D

ie Weltgesundheitsorganisation WHO hat Glyphosat kürzlich offiziell als krebsverdächtig eingestuft. Mit unserer Berichterstattung (in der Februar/März-Ausgabe) zu dem in vielen gängigen Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmitteln enthaltenen Hauptwirkstoff haben wir also richtig gelegen. Und mittlerweile ist das Thema in den Massenmedien angekommen. Nur bei Tagesschau und heute sitzt man weder „in der ersten Reihe“ noch sieht man („mit dem Zweiten“) besser. Da darf der Name so deutlich noch nicht genannt werden. Da schwurbelt man um das Killergift mit neutraleren Formulierungen herum. „Herbizide, aber auch Pestizide, könnten die Ursache [in der konkreten Meldung: für das Bienensterben – Anmerkung Redaktion] sein“, heißt es da – schließlich wird in derselben Nachricht gleich hinterhergeschickt, dass die Bayer AG, die über Jahrzehnte gut mit der chemischen Keule verdient hat, sämtliche Verdächtigungen zurückweist. Auch wenn die WHO nicht das Maß der Dinge sein mag (im WHO-Katalog der international erfassten Gesundheitsprobleme – englisch: ICD – war beispielweise Homosexualität bis 1992 als „Krankheit“ erfasst), so geht von deren Einstufung doch eine gewisse Signalwirkung aus. Auch werden jetzt immer mehr Fakten über Glyphosat und seine Ableger, Stichwort Roundup, bekannt, deren Veröffentlichung bislang –gezielt, was sonst? – von der interessierten Lobby unterbunden wurde.

die Gefahren, die mit dem Gebrauch von Glyphosat in Verbindung gebracht werden, etwa seit 1998 bekannt. Entsprechende Gremien der EU, wie die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA (European Food Safety Authority), wissen seit 1999 Bescheid.

Konkrete Gefahr
Zuletzt sorgte eine von der EFSA totgeschwiegene Studie (2012) der Universität Caen in Frankreich für Aufsehen. Diese über zwei Jahre geführte, bisher umfassendste und von Experten begutachtete Studie kommt, kurz gefasst, zu dem Schluss, dass Glyphosat insbesondere die Enzyme im menschlichen Körper hemmt, die eine entscheidende Rolle bei der Entgiftung von Xenobiotika (körperfremde chemische Stoffe) spielen. Somit verstärkt Glyphosat als eine Art hormoneller

mit Quellen belegen, zu vielem hat sie selbst geforscht. Ohnehin hätten 70 Prozent der Deutschen die Chemikalie im Urin. Vor allem durch den Import von genveränderten Futtermitteln, aber auch über die Äcker, würde das Gift in die Nahrungskette gelangen. Kein Wunder, dass das Zellgift auch bei Tieren zu Fehlbildungen und Missgeburten führe und höchstwahrscheinlich für die Botulismus-Krankheit bei Rindern verantwortlich sei. „Glyphosat muss vom Markt genommen werden. Wir müssen einen Weg finden, eine pestizidfreie Landwirtschaft zu etablieren“, zieht Krüger ihr Fazit.

Politik ist gefordert
Was die Politik betrifft, so waren die Aussichten auf eine reale Gefahreneinstufung von Glyphosat und ein damit einhergehendes mögliches Verbot des Wirkstoffs bisher ernüchternd. Eine gar unrühmliche Rolle spielte das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR, hierzulande eine maßgebliche Instanz bei der Bewertung von Glyphosat. Im Jahr 2012 konnte über einen TestbiotechReport aufgezeigt werden, dass viele der Mitglieder seiner Kommission für genetisch veränderte Lebens- und Futtermittel nicht als unempfänglich gegenüber der Einflussnahme von agrarindustriellen Lobbyisten gelten können. Einigen von ihnen wurden enge Verbindungen zu BASF, Bayer und Syngenta nachgewiesen – ausgerechnet jenen Großkonzernen, die seit Jahrzehnten von der Nachnutzung der ausgelaufenen Monsanto-Patente profitieren. Was tut sich nun aktuell? Aufgeschreckt über die WHO-Einstufung haben die Verbraucherschutzminister der Länder den Bund auf ihrer in diesem Jahr turnusmäßig in Osnabrück abgehaltenen Konferenz (5. bis 8. Mai) aufgefordert, glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel weitestgehend zu verbieten. Doch die Bundesregierung zeigt sich von diesem Appell eher unbeeindruckt. Robert Kloos, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, versicherte zwar, die Regierung nehme das Thema Glyphosat sehr ernst. Entscheidungen würden aber nur „auf breiter wissenschaftlicher Basis“ gefällt. Soll wohl heißen, es gäbe auch gegenteilige Gutachten bezüglich des WHO-Urteils (wer diese in Auftrag gegeben hat, lässt sich ausrechnen). Heißt aber auch: Der Bund will abwarten, wie sich die Europäische Union zu diesem Thema positioniert. Selbst ein Verbot von Glyphosat in Gärten, Parks oder Kinderspielplätzen, wie von den Ländern gefordert, sieht Kloos kritisch.

Umwelt-und Agrarminister Christian Meyer hat einen Erlass herausgegeben, der den Einsatz von Glyphosat (immerhin) im nichtlandwirtschaftlichen Bereich weitestgehend verbietet. Das Ministerium habe die hierfür zuständige Landwirtschaftskammer angewiesen, „aus Vorsorgegründen“ keine Genehmigungen zum Glyphosat-Einsatz außerhalb der Landwirtschaft mehr zu erteilen. Begrüßenswert auch die Initiative des Fraktionsvorsitzenden von Bündnis90/ Die Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, und seines Pestizid- und GlyphosatExperten Harald Ebner: Sie haben einen Offenen Brief an die bundesweit größten Baumärkte geschrieben – mit demAppell, das „wahrscheinlich krebserregende“ Glyphosat aus dem Sortiment zu nehmen (der Brief ging an OBI, Bauhaus, Hornbach, Toom, Hellweg und Hagebau). Die Aktion zielt insbesondere auf die deutschen Hobbygärtner, die jährlich rund 40 Tonnen des Zellgifts in ihren Hausund Kleingärten verspritzen – oft völlig bedenkenlos und häufig unsachgemäß. Gesetzt den Fall, ein – am ehesten wahrscheinliches – Verbot für private Anwender käme bundesweit zum Zug, kann dies jedoch nur der Anfang sein. Letztendlich brauchen wir bundesweit ein flächendeckendes Verbot von Glyphosat in der Landwirtschaft! Jörg Parsiegla

„Giftzettel“
In Deutschland sind 51 glyphosathaltige Herbizide für den Hausund Kleingarten-Markt zugelassen, erhältlich in einschlägigen Fach- und Verbrauchermärkten. Hier die Übersicht: 10 Roundup-Produkte mit den Zunamen Alphee, Easy, Gran, LB Plus, Roto, Solid, Speed, TURBOplus, Ultra, Ultragran 9 Glyfos(at)/Unkraut-Frei Glyfos-Produkte mit Zunamen wie Classic, Dakar oder Premium 8 VOROX-Produkte mit den Zunamen Unkrautfrei … (6) und … Giersch-frei (2) 4 BAYER Garten (Langzeit) Unkrautfrei-Produkte 2 Klick&GO-Produkte Dazu die folgenden Markenartikel (Auswahl): Bartec, Compo Filatex Unkrautfrei, Etisso Total Unkrautfrei ultra, gartenkraft Unkraut-Frei, Keeper Unkrautfrei, Raiffeisen gartenkraft Total Unkraut-Frei, RESOLVA SPRAY, Rosate Clean, terrex Unkrautfrei, WEEDKILL … und der Favorit der Redaktion Gabi Unkrautvernichter (kein Witz). REWE will sein verdächtiges Sortiment aus den Regalen nehmen. Quelle:apps2.bvl.bund. de/psm/jsp/ListeMain. jsp?page=1&ts=1433248858927

Zur Erinnerung
Glyphosat wurde 1974 vom USamerikanischen Konzern Monsanto auf den Markt gebracht und ist inzwischen das meist verwendete Pflanzenvernichtungsmittel der Welt. In Deutschland wird es auf schätzungsweise 40 Prozent der Ackerfläche ausgebracht und steht außerdem Hobbygärtnern zur Verfügung. Zu seinen Einsatzarten – beim Anbau von Getreide und anderen Ackerfrüchten – zählt beispielsweise die Sikkation (Austrocknung). Dabei wird das Herbizid kurz vor der Ernte versprüht wird, um die Abreife der Kulturpflanze zu beschleunigen – Erntemaschinen sollen so effektiver arbeiten können, was wiederum den Ertrag steigert. Das Verheerende, ja schon Perverse, an der Sikkation: Glyphosat wird quasi „ins reife Korn“ gespritzt, der weitere Weg zum Verbraucher – über Backwaren – ist extrem kurz. Übrigens, die ausgebrachte Wirkstoffmenge bei den einzelnen Anwendungsarten liegt in Deutschland zwischen 0,84 und 2,52 Kilogramm Glyphosat pro Jahr und Hektar. Viele Jahre als ertragssteigerndes Mittel gefeiert, wurden Bedenken gegen den Wirkstoff und seine Abkömmlinge lange nicht zur Kenntnis genommen. So sind deutschen Regierungsstellen

Mann der Tat: Christian Meyer, Niedersachsens Agrar- und Umweltminister
Foto: upload.wikimedia.org/wikipedia/ commons/5/5f/Bündnis_90-Die_Grünen_ Pressefoto_Christian_Meyer_2013.jpg

Booster die toxische Wirkung anderer chemischer Rückstände, die durch chemiebelastete Lebensmittel oder anderer Umweltgifte in den Körper gelangen. „Der Prozess [der Glyphosatschädigung, Anmerkung Redaktion] verläuft schleichend und manifestiert sich mit der Zeit als entzündliche Schädigung von Zellsystemen im ganzen Körper“, heißt es im Fazit der Autoren. Auch Untersuchungen in Deutschland, wie die des Teams um Dr. Monika Krüger von der Universität Leipzig (2013), bestätigen die Gefährlichkeit des Wirkstoffs. Autismus, Fettsucht, Demenz, Zöliakie (erworbene? GlutenUnverträglichkeit), Morbus Crohn, Nierenversagen, Krebs und eingeschränkte Fruchtbarkeit: Bei all diesen (und noch viel mehr) Krankheiten würde Glyphosat, so Krüger, eine entscheidende Rolle spielen. Und sie kann jede ihrer Aussagen

Niedersachsen konkret
Einige Bundesländer schaffen derweil Fakten. Der niedersächsische

20

Juni / Juli 2015

RALF KOCHT

Wildpflanzen
Gesundheit kostenlos

Brokkoli-Salat
Zutaten (für 4 Portionen): 250 g Brokkoli-Röschen 2 Äpfel 1 Zwiebel 30 g Pinienkerne 1 TL Honig 2 EL Olivenöl 1 EL Balsamico-Essig, weiß 1 TL Zitronensaft 1 TL Salz 1/2 TL Pfeffer Brokkoli und Apfel waschen und sehr klein schneiden. Zwiebel ebenfalls in feine Würfel schneiden und in einer Pfanne andünsten. Aus Öl, Honig, Balsamico-Essig, Zitronensaft und den Gewürzen dann das Dressing zubereiten. Warme Zwiebeln in eine Schüssel zu den Äpfeln und Brokkoli geben. Schließlich das Dressing hinzugeben und gut vermengen. Kurz durchziehen lassen und genießen.

E

inst färbte sie die Felder leuchtend rot, erfreute das Auge der Wanderer und regte zu Träumereien über ihre inneren Zauberkräfte an. Dies spiegelt sich in vielen alten Riten und Orakeln wider. Ein archäologisch interessanter Fund in germanischen Pfahlbauten – ein Kuchen – beweist, dass die Samen auch als Nahrungsmittel beliebt waren. Wer allerdings glaubt, dass er die Pflanze als narkotisierendes Mittel nutzen beziehungsweise aus ihr Opiate gewinnen kann, der irrt sich. Sie ist eine der harmlosen ihrer Familie, deren Milchsaft im Übermaß genossen, ganz leicht giftig wirken kann. Es ist der (Papaver rhoeas),

Klatschmohn

ein Mohngewächs, auch Feld-, Feuer-, oder Klappermohn, früher oft Blutblume, Kornrose oder auch Kornschnalle genannt. Botanische Merkmale: Die Wuchshöhe der einjährigen Pflanze, die einer verzweigten Pfahlwurzel entspringt, schwankt von 20 bis 90 Zentimeter. Ihr aufrechter mit weißem Milchsaft gefüllter Stängel ist meist nur schwach verzweigt und ebenso wie die an ihm wechselständig angeordneten Blätter borstig behaart. Die Form der Blätter – sie sind länglich - ist einfach oder doppelt fiederteilig, wobei sie in scharfgezähnte Abschnitte gegliedert sind und in gezähnten Blattzipfeln enden. Zwischen Mai und Juli wachsen einzeln an den Stängelenden die Blüten, die anfangs herunterhängen. Aufgeblüht stehen sie aufrecht und erstrahlen in kräftigem Rot mit schwarzen Fleck am Blütenblattgrund. Ab September reift die ovale Samenkapsel mit ihren vielen kleinen runden schwarzen Samen. Vorkommen: Klatschmohn gedeiht auf nicht gedüngten Getreide- und Rapsfeldern, an Wegrändern, auf Schuttplätzen, er bevorzugt frisch umgegrabene, trockene Böden. Ernte und Erntezeit: Die Blätter im Frühjahr bis zur Blüte, dann die Blütenblätter und im Herbst die Mohnsamen.

Hauptinhaltsstoffe: Er bietet Alkaloide, ein Glykosid, Anthocyane (rote Farbstoffe), Schleime und in den Samen fette Öle, Eiweiße, Kohlenhydrate und Mineralien. Geschmack: Blätter und Blütenblätter schmecken leicht süßlich, mild, die Samen angenehm nussartig. Verwendung in der Küche: Nur eine kleine Zutat, ein Färbemittel sind die Blätter und die Blüten. Junge Blätter können zusammen mit anderen Wildkräutern, gern auch schärferen, an Salate, Smoothies, Spinat und andere Gemüsegerichte oder Suppen gegeben werden. Die Blüten dekorieren süße und herzhafte Speisen, färben Tees, Limonade und Bowlen rot und ergeben kandiert ein kleines Naschwerk. Der Genuss der Mohnsamen ist ungefährlich. Sie haben nur geringe Anteile der narkotisierenden Mohnsubstanzen und sind eine beliebte Zutat für Kuchen, Desserts, Obstsalate und andere Süßspeisen. Gepresst liefern sie ein mildes, hitzeempfindliches Öl. Gesundheitlicher Wert: In der Volksheilkunde ist Klatschmohn eine alte Heilpflanze, die genau dosiert innerlich und äußerlich angewendet wird bei Angina, Bronchitis und Husten sowie bei Koliken, leichten Schmerzen, Nervosität, Unruhe und Schlafstörungen. Dies verdanken wir ihren beruhigenden, erweichenden und krampflösenden Eigenschaften. In der ayurvedischen Medizin gelten die Samen als wirksames Mittel gegen Verdauungsstörungen. Früher wurden Tee und Hustensirup aus den Blüten gewonnen. Achtung: Die frische Pflanze ist schwach giftig und kann überdosiert zu Erbrechen und Krämpfen führen. Allerdings hängt die Höhe der Inhaltsstoffe vom Boden ab, da gibt es regionale Schwankungen. Elisabeth Westphal Die Autorin ist Ernährungsberaterin und Marktleiterin auf dem Ökomarkt der GRÜNEN LIGA Berlin (Donnerstag 12 bis 19 Uhr, Kollwitzplatz, Berlin-Prenzlauer Berg) Infos: Tel. 030/ 44339148 oekomarkt.kollwitzplatz@grueneliga. de

Veganes Beeren-Eis
Zutaten (für 8 Portionen): 1 Packung gefrorene Beeren 1 Packung Seidentofu (alternativ 100 g Kokosmark, geschmolzen oder 1 Dose Kokosmilch, auch Sojajoghurt kann benutzt werden) 2 Bananen 1 Teelöffel Vanille 1 Messerspitze Stevia (abschmecken, eventuell mehr) Ein Eis ganz ohne Zucker und auch noch ohne Milch? Kann das schmecken? Ja, kann es und sogar sehr gut! Probiere es doch mal aus. Als erstes werden alle Zutaten zusammen in einen Mixer gegeben und püriert. Um den Mixer zu schonen, sollte man die Beeren vorher antauen lassen. Den Inhalt in eine Schale geben und einen halben Tag ins Tiefkühlfach stellen. Dann ungefähr jede Stunde den Eisbrei mit einer Gabel rühren und Gefrorenes zerkleinern, bis das Eis die gewünschte Konsistenz hat. Servieren und fertig! Guten Appetit wünscht Anne-Marie Stark

Anzeigen

Lützowstraße 24–26 Bio, regional, direkt vom Erzeuger. Neueröffnung: 28. 5. 2015

NATUR 2015
Die Zwiebel ist Heilpflanze des Jahres

Juni / Juli 2015

21

Ehrung für eine Küchenklassikerin

D

ie Küchenzwiebel ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und wird schon seit mehr als 5.000 Jahren als Gemüse- und Gewürzpflanze kultiviert. Heute ist fast in Vergessenheit geraten, dass sie auch über mannigfaltige Heilqualitäten verfügt. Der NHV Theoprastus, der die jährliche Wahl der Heilpflanze 2003 vom Verband der Heilkräuterfreunde Deutschlands übernommen hat, handelte also nur folgerichtig, als er dieses Jahr die Zwiebel kürte. NHV Theophrastus bedeutet übrigens Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus e.V. (mit Sitz in München) – ein wahrlich bombastischer Name! Die Küchenzwiebel wächst nur noch als reine Kulturpflanze im Anbau durch den Menschen. Weder sind wildwachsende Populationen bekannt, noch konnte bisher eine andere wildlebende Allium-Art als Vorfahre identifiziert werden. Mittelasien als geographische Herkunftsregion der Zwiebel kann daher nur vermutet werden. Eine als nächstverwandt angesehene Art (Allium vavilovii) ist in Turkmenistan und Iran beheimatet.

Schön in Reih`und Glied: Bollenacker.
Foto: upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/39/Field_with_onions.jpg

licin, ein schwefelhaltiges, ätherisches Öl, das antibiotisch wirkt. Weitere Reaktionen schließen sich an, und es entsteht das die Schleimhäute reizende Propanthial-S-oxid, verantwortlich für den allbekannten Weineffekt bei der Zwiebelverarbeitung. Die genannten Verbindungen wirken darüber hinaus krebshemmend, indem sie die Ausscheidung von krebserzeugenden Substanzen fördern,

sehr unbekömmlich. Küchenzwiebeln und ihre Verwandtschaft bilden dabei fast die einzige Ausnahme, die jedoch nicht für andere Säugetiere gilt.

Von der Antike bis heute
Bereits im alten Ägypten waren Zwiebeln eine Art Zahlungsmittel für die beim Pyramidenbau eingesetzten Arbeiter und wurden den Toten als

Verwendung als Heilpflanze
In der Erfahrungsheilkunde werden die Zwiebel beziehungsweise ihre wirkstoffhaltigen Extrakte bei bakteriellen Infektionen wie Pickeln und Geschwüren, bei Asthma und Bronchitis, bei Fieber, Bluthochdruck, Gelbsucht und bei bestimmten Schmerzzuständen (Koliken zum Beispiel) eingesetzt. Ebenso werden ihre Inhaltsstoffe als wassertreibendes Mittel, als Mittel zur Wurmbehandlung und gegen Blähungen sowie als Booster für Medikamente gegen Zuckerkrankheit angewendet. Berichtet wird auch von einer Wirkung als Aphrodisiakum und allgemeines Stärkungsund appetitanregendes Mittel. Als nachgewiesen gelten ihre antibakteriellen sowie den Blutdruck, die Blutfette und schwach den Blutzucker senkenden Wirkungen. Auch gerinnungshemmende und antiasthmatische Eigenschaften sind belegt. Damit ist die Zwiebel insbesondere zur Prophylaxe altersbedingter Gefäßveränderungen von Nutzen. Außerdem wird Zwiebelsaft oder -sirup (äußerlich) bei Insektenstichen, Wunden, und zur Nachbehandlung von Blutergüssen verwendet. Die beschriebenen Wirkungen verdankt die Zwiebel hauptsächlich ihren antioxidativen Schwefelverbindungen. Charakteristisch sind die im Zellplasma enthaltene Aminosäure Isoalliin und andere schwefelhaltige Verbindungen (Thiosulfinate). Nach Verletzungen der Zellstruktur – etwa durch Schälen oder Schneiden der Zwiebel – bildet sich Al-

Römischen Reich zählten Zwiebeln zu den Grundnahrungsmitteln – allerdings der eher weniger Begüterten. Römische Legionäre sollen die „Cepula“ (woraus, über mittelhochdeutsch „Cipolle“, später „Zwiebel“ wurde) auf ihren Feldzügen schließlich in Mitteleuropa verbreitet haben, wo sie zu einer der am meisten verbreiteten Gemüsearten wurde. Anfangs in Klostergärten kultiviert, begann die Zwiebel ab dem 15. Jahrhundert – durch vielfältige Züchtungen in Form, Farbe und Geschmack – ihren endgültigen Siegeszug durch Europa. Heute, so teilt der NHV Theophrastus mit, konsumiert jeder Deutsche im Durchschnitt jährlich circa sieben Kilo Zwiebeln, die übrigens zur Familie der Liliengewächse (Liliaceae), Gattung Lauch (Alliaceae) gehören. Zwiebeln sind schmackhaft, passen in viele Rezepte und finden daher in der Küche als Gemüse oder Gewürz, roh, gekocht oder gedünstet beziehungsweise gebraten vielseitige Verwendung. So zählen Zwiebelkuchen und Zwiebelsuppe zu den Küchenklassikern. Personen, die unter Erkrankungen des Verdauungstrakts leiden, ebenso Kinder und Senioren sollten sie, insbesondere roh verzehrt, indes meiden. Besser verträglich sind sie, wenn man sie kurz in Raps- oder Olivenöl andünstet. In Rezepten vom Balkan, aus dem östlichen Mittelmeerbereich und dem Nahen Osten wird Zwiebelsaft als Fleischzartmacher eingesetzt. Auch der klassische Spießbraten profitiert von der Zwiebel als Weichmacher. Groß ist der Reichtum an Trivialnamen für die Zwiebel: Während Bolle (Bollenacker) noch vertraut daherkommt, klingen Nislauch (Bayern, Eiffel), Ulk/Ulch (mitteldeutsch) oder Vick (Hessen, Thüringen) schon gewöhnungsbedürftig. Jörg Parsiegla Weitere Informationen: www.nhv-theophrastus.de
Anzeige

Jeder kennt sie: die Küchenzwiebel.
Foto: upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/93/Onion.jpg

selbst zellabtötend wirken und somit das Wachstum bösartiger Zellen (vor allem im Verdauungstrakt) hemmen. Ernährungsphysiologisch liefern rohe Zwiebeln nennenswerte Gehalte an Kalium, Calcium, Magnesium und Vitamin C (in der genannten Reihenfolge 135, 128, 11 und 7 Milligramm pro 100 Gramm). Außerdem kommen Phosphor, Eisen, Selen und Jod vor. Die meisten Pflanzenzwiebeln sind für den Menschen giftig oder zumindest

Wegzehrung für die Reise ins Jenseits beigelegt. So wurden Zwiebelreste beispielsweise im Grab des Tutanchamun gefundenen. Außerdem finden sich Angaben zu Zwiebelfeldern in einer über 4.000 Jahre alten sumerischen Keilschrift, und im Codex des im Zweistromland herrschenden Hammurapi wurden Zwiebelzuteilungen für die Armen festgelegt. Der Gebrauch der Zwiebel setzte sich bei den alten Griechen fort, und im

22

Juni / Juli 2015

EUROPA
Die GRÜNE LIGA Berlin entwickelte Anleitungen und Übungen für den Wanderweg

Gesundheitswanderungen in Chorin

D

as hätten wir hier neswahrnehm u n g e n in der Nähe von gelenkt. Verschiedene Berlin nicht erBaumarten werden wartet – ein wunderbarer in ihrer ganz eigeWeg! In jeder Hinsicht nen Wirkung auf die gibt es viel Interessantes Wandernden erforscht. zu entdecken!“ – so und Ein Bachlauf, Wiesen, ähnlich lauteten die KomBäume und Hügel lamentare der internationaden zu Atemmeditatilen Gäste, die im Frühjahr onen, Bewegungs- und dieses Jahres mit der Lachyoga-Übungen GRÜNEN LIGA Berlin ein. Neben dem Naturauf der Route in Chorin pur-Erlebnis sorgen wanderten. diese dafür, dass der Anlass war das letzAlltagsstress zurück te Treffen im Rahmen gelassen wird. des zweijährigen (2013Die eher gemäch2015) Projekts „Wan- Auf dem Choriner Wanderweg liche Wanderung vom dermeilen zur GesundBahnhof zum Kloster Foto: Dagmar Krawczik heit“, gefördert nach Chorin kann durch den EU-Richtlinien des eine etwas sportlichere Für den Choriner Wanderweg ent- Herausforderung ergänzt werden: den Programms für lebenslanges Lernen. Jeder Projektpartner - der Südtiroler wickelte das Projektteam der GRÜNEN Waldlehrpfad durch den ehemaligen Kneippverband/Italien, der Ungarische LIGA Berlin den Themen entsprechende Weinberg der Mönche des ZisterzienKneippbund, der Verein Heilkräuter- Anleitungen und Übungen, die für alle serklosters. Man kann den Transport Naturerlebnis Aflenz/Österreich, der Generationen geeignet sind. Ausgangs- des Gesteins durch das skandinaSchweizer Kneippverband, Kneipp- und Endpunkt der Route ist der Bahnhof vische Eis nachvollziehen und einen bund e.V. Deutschland und die GRÜNE Chorin, hier wird den Wandernden ein Blick auf Bodenprofile und eine LIGA Berlin e.V. - entwickelte im beispielhaftes Nachhaltigkeitskonzept wissenschaftliche Versuchsfläche eigenen Land einen Wanderweg, der vorgestellt. der Forstanstalt Eberswalde werfen. Am Waldrand, dem Übergang die Themen Stressbewältigung, BeweIn den Choriner Wäldern werden gung, Wasser, Pflanzen, Ernährung und vom Licht ins Schattige, wird die seit langem Erfahrungen mit dem Aufmerksamkeit dann auf die Sin- ökologischen Umbau des Waldes Nachhaltigen Tourismus einschließt.

gesammelt. Viele fremdländische Baumarten wurden hier kultiviert. Eine beeindruckende Fülle erwartet den Wanderer: unter anderem Bergund Spitzahorn, Sandbirke, Buche, Trauben- und Rot-Eiche, Esche, Rosskastanie, Douglasie, Schwarzkiefer, Weymouths-Kiefer, Europäische Lärche, Riesen-Lebensbaum, LawsonScheinzypresse, Hemlock-Tanne, Hasel, Winterlinde und Eibe. Auf der im EU-Projekt entstandenen Webseite www.wandermeilen. eu und auf der Internetseite der GRÜNEN LIGA Berlin unter dem Punkt Themen und Projekte sind Informationen zum geförderten Projekt „Wandermeilen zur Gesundheit“, zum hier beschriebenen Wanderweg und den Wegen in den Partnerländern zu finden. Die Kontakte zwischen den Projektpartnern werden über das Projektende hinaus fortgesetzt. Dagmar Krawczik Termine für Gesundheitswanderungen auf dem Choriner Wanderweg: 22. Juni, 26.Juli, 1. und 14. August Informationen und Anmeldungen: Dagmar Krawczik, dagmar.krawczik@grueneliga.de

Bäume und Gesundheit
EU-Projekt-Treffen in Berlin

W

- Klimawandel as haben Bäume - demographischen mit unserer Geund sozialen Wandel sundheit zu tun? Die- Fragen der Umweltses Thema stand im gerechtigkeit Mittelpunkt eines TrefIm Naturschutz fens der vier Partnerorwird raumbezogen geganisationen, die sich dacht. Die Gesundheitsam Grundtvig-Projekt förderung orientiert „Let the trees teach us“, sich am Individuum. gefördert im Rahmen Oft stoßen hier Interesdes EU-Programms für sen aufeinander – bei lebenslanges Lernen, den entsprechenden beteiligten. Lehrer aus Berufsgruppen und in Umwelt- und Gesundder Bevölkerung. Die heitsbildung sowie inUmweltbildungseinteressierte Lernende richtungen können daaus Großbritannien, der bei im Rahmen ihrer Tschechischen Republik Im Botanischen Volkspark Berlin-Pankow Blankenfelde allgemeinen Bildungsund aus Polen waren Foto: Dagmar Krawczik aufgaben und ihrer im Mai zu Gast beim Zielgruppen für die sich Förderverein Schul-Umwelt-Zentrum Mitte e.V. in Berlin- oder naturnaher Wald. Nicht zuletzt überlappenden Themen sensibilisieren. Stadtbäume verringern die Temspielt die ästhetisch-symbolische KomReinickendorf. peraturen in der Stadt und mildern Gesundheit ist laut WHO nicht auf ponente eine wichtige Rolle. Der Zusammenhang zwischen dadurch hitzebedingte gesundheitliche das Fehlen von Krankheit beschränkt, sondern umfasst das vollständige Natur/Landschaft und Gesundheit als Probleme. Sie erhöhen die Straßenverphysische, mentale und soziale Wohl- explizites Forschungsfeld und auch als kehrssicherheit, wirken sich positiv auf befinden eines Menschen. Dazu haben eigenes Bildungsareal ist erst in den das subjektive Lärmempfinden aus, Bäume viel beizutragen – jede Baumart letzten Jahren stärker hervorgetreten. verbessern Luftqualität und Wasserund jeder Einzelbaum auf eine spezi- Hintergrund dafür sind gesellschaft- haushalt. Bäume enthalten hohe Konzentrafische Weise, aber auch der Wald in liche Veränderungen und Herausfortionen von Vitaminen, Enzymen und seinen Ausprägungen als Stadtwald derungen durch:

Hormonen, um sich vor Mikroorganismen, Pflanzenfressern, Insekten und anderen Stressfaktoren zu schützen. Das könnte eine Erklärung dafür sein, dass sie für die tägliche Gesunderhaltung und die Stärkung des Immunsystems bedeutende bioaktive Stoffe liefern, die auch zur Bekämpfung von Krebs und anderen pathogenen Prozessen sowie zur Verlangsamung des Alterungsprozesses eingesetzt werden. Abseits der vielbefahrenen Straßen und im Wald gepflückt, können Knospen und Blätter von Bäumen zur gesunden Ernährung beitragen. Der Aufenthalt im Wald hat besonders positive Auswirkungen auf die menschliche Physiologie und die Verminderung von Stresssymptomen. Die im Projekt entstehende OnlineBroschüre gibt Multiplikatoren zahlreiche Vorschläge an die Hand, wie mit verschiedenen Zielgruppen - von Jugendlichen über Erwachsenen und älteren Menschen - gesundheitsfördernde Aktivitäten mit Wald und Bäumen durchgeführt werden können. Auf der Webseite www.suzmitte-verein.de ist die Broschüre ab Juli zu finden. Dagmar Krawczik

UMWELTBIBLIOTHEK

Juni / Juli 2015

23

Sind wir eine Bananenrepublik?
Die Situation ist unerfreulich, aber nicht hoffnungslos

D

ie Banane und die Deutschen. Hierzulande ist sie eine der beliebtesten Früchte überhaupt. Jährlich essen wir davon über eine Million Tonnen. Verständlich, denn die Banane ist gesund, lecker und billig. So landet ein Drittel des gesamten EU-Bananenimports in unseren Supermärkten. Der Bananenpreis ist seit über zwanzig Jahren nicht gestiegen, weil deutsche Discounter und Supermärkte sich mit Dumpingangeboten gegenseitig unterbieten. Nur wenige Menschen greifen auf Bio- und FairTrade-Produkte zurück. Dabei sollten wir uns fragen: Welche dramatischen Folgen hat unser Billig-Wahn? Welche Geschäftspraktiken kommen bei den Supermarkt- und Discounter-Giganten zum Zug? Und wie viel Macht und Verantwortung besitze ich als Kunde? Sarah Zierul, Wissenschaftsjournalistin und Dokumentarfilmerin, leitet uns mit kritischen Fragen und einer ausgewogenen Kombination aus

Fakten, Zahlen und Bildern durch die Komplexität dieses Problems. Dabei führt sie den Leser/die Leserin zu wechselnden Schauplätzen mit unterschiedlichen Gesprächspartnern. Nicht nur Beschäftigte in Lateinamerika kommen zu Wort, sondern auch Wissenschaftler und Gewerkschaftsmitarbeiter, Importeure und Großhändler. Ebenso kommen Branchenkenner und Angestellte von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen zu Wort. All diese „Insider“ begleitete die Autorin zwei Jahre lang und kann daher fundierte Aussagen treffen. Sie hebt nicht ständig den Zeigefinger, doch am Ende käme heraus, so Zierul, dass letztendlich wir als Verbraucher bestimmen, welche Banane verkauft und welche Plantage folglich unterstützt würde. Die Autorin zeigt auf, wie es uns Konsumenten, gemeinsam mit Politikträgern und Unternehmen gelingen kann, Änderungen herbeizuführen.

Wenn Sie an den Themen Globalisierung, Nachhaltigkeit, Lebensmittelindustrie und insbesondere den Problemen der Schaffung ökologischer und sozialer Standards für Plantagenarbeiter in Lateinamerika interessiert sind, dann sollten Sie zugreifen und sich dieses Buch leisten. Sarah Zierul wird ihr Werk Billig.Billiger.Banane am 14. Juni auf der kleinen Bühne des Umweltfestivals vorstellen. Cynthia Hösterey Sarah Zierul Billig.Billiger.Banane: Wie unsere Supermärkte die Welt verramschen oekom verlag, München, 2015 256 Seiten, 19,95 Euro ISBN 978-3-86581-709-9

Es reicht!
Abrechnung mit dem Wachstumswahn

G

leich vorweg: dieses Buch beeindruckt sehr – wegen der Klarheit und Stringenz der Argumentation und wegen der Schönheit seines freien Geistes. Es ist ein gut lesbares Plädoyer für Suffizienz, Einfachheit und „bescheidene Fülle“. Serge Latouche ist ein französischer Ökonom und Philosoph, Professor a.D. der Universität ParisXI (Sceaux). Er ist einer der Vertreter des Konzepts von Décroissance oder, uns geläufiger, Degrowth, der Wachstumsrücknahme. Niko Paech, Autor des Buches „Befreiung vom Überfluss“ schreibt in seinem Vorwort: „Wissenschaftlich analytischer Scharfsinn trifft auf eine politische Kritik, die sich nicht vor einer aufrührerischen Attitüde scheut. Theoretische und empirische, weit über den Tellerrand einzelner Disziplinen hinausreichende Beschlagenheit verbindet sich mit einer verständlichen, nicht selten sogar humorvollen Sprache. Diese Publikation ist nicht nur angesichts ihrer inhaltlichen Substanz von immenser Bedeutung, sondern weil sie die hiesige Wachstumsdebatte um erhellende Einblicke in die französische Behandlung desselben Themas bereichert“. Deutlich setzt sich Latouche von der Verwaschenheit des Begriffes nachhaltige Entwicklung ab, die er als weißen Schimmel bezeichnet und als Widerspruch in sich. Er kritisiert die Beliebigkeit, wie dessen Gebrauch allseits stattfindet. Wobei das Prinzip

Verantwortung, das der Nachhaltigkeit innewohnt ebenso wie die Dauerhaftigkeit, erstrebenswerte Ziele seien. Aber wenn ein Etikett überall draufklebt, gewinnt es dadurch nicht an Glaubwürdigkeit. Der Begriff Degrowth richtet sich gegen die Denkblockaden, „die der ökonomistische, entwicklungsfixierte und fortschrittsgläubige Totalitarismus in unseren Köpfen ausgelöst hat, und will Platz schaffen für neue Ideen und kreative Entwürfe. [ …. ] Dass am inhaltsleeren und daher ständig umde-

finierten Fetischbegriff ‚Entwicklung‘ trotz des manifesten Scheiterns der damit bezeichneten Orientierung irrational festgehalten wird, offenbart lediglich die Unfähigkeit, mit dem Ökonomismus – und schließlich auch mit dem Wachstum selbst – zu brechen.“ Für Latouche ist die Kritik der Entwicklung und der Bruch mit ihr ein Schritt von geradezu weltgeschichtlicher Bedeutung, für den Norden wie für den Süden: „Wachstumsrücknahme im Süden setzt voraus, dass wir versuchen, einen ‚Circulus virtuosus‘ in Gang zu setzen. Er lässt sich mit acht Begriffen kennzeichnen: neu bewerten, umdenken, umstrukturieren, lokalisieren, umverteilen, reduzieren, wiederverwenden, recyceln. Ist dieser ‚tugendhafte Kreislauf‘ erst einmal in Gang gebracht, ist es möglich, die wirtschaftliche und kulturelle Abhängigkeit des Südens vom Norden zu beenden und an eine historische Entwicklung anzuknüpfen, die durch Kolonisation, Entwicklung und Globalisierung unterbrochen wurde. Es gilt, eine eigenständige kulturelle Identität herauszubilden, in Vergessenheit geratene landesspezifische Produkte, wieder einzuführen und die entsprechenden ‚antiökonomischen‘ Werte zu pflegen sowie die traditionellen Techniken und Fertigkeiten neu zu entwickeln.“ Der Autor plädiert nachdrücklich für einen politischen und wirtschaftlichen Mix aus Schrumpfung und Regionalisierung sowie die Übertragung

aller echten Kosten auf die Verursacher „ökologischer und sozialer Funktionsstörungen“: die Unternehmen. Grundrun Vinzing Serge Latouche Es reicht! Abrechnung mit dem Wachstumswahn oekom verlag, München, 2015 208 Seiten, Hartcover, gebunden 14,95 Euro ISBN 978-3-86581-707-5
Anzeigen

Lebensmittelmotten Kleidermotten Pflanzenschädlinge Milben
natürlich bekämpfen mit BIp-Produkten
Biologische Beratung bei Insektenproblemen Storkower Str. 55 10409 Berlin Tel: 030-42 800 840, Fax-841

www.biologische-beratung.de

24

Juni / Juli 2015

TERMINE
präsentiert. Außerdem: Leckeres aus ökologischem Landbau und artgerechter Tierhaltung; Straßentheater, Livemusik, Spielund Mitmachangebote für Jung und Alt. Ort: Brandenburger Tor und Straße des 17. Juni, Berlin-Mitte Infos: www.umweltfestival.de Auf diesen Seiten stehen Berliner Umwelt-Termine (im weiteren Sinne). GRÜNE LIGA-Termine sind mit dem Logo gekennzeichnet (grau: Mitarbeit). Wir möchten besonders auch Termine kleinerer Umweltgruppen und BIs veröffentlichen und bitten um rechtzeitige Information bis zum 15. des Vormonats. Die Redaktion die Unterwelt ein. Ort: Hohenstaufenstraße 54, 10781 Berlin-Schöneberg Anfahrt: Hohenstaufenstr. (Bus 204, M 46); U Viktoria-Luise-Platz (U4) Infos: www.gratis-in-berlin.de/ special-sightseeing

Sa 6.6.
PflanzenErlebnisFührung im Naturpark Südgelände 12-13.15 Uhr
Weiterer Termin: Sa 18.7. Entdecken Sie mit Heilpraktiker Olaf Tetzinski die Symbol- und Heilkraft von Wild- und Kulturpflanzen, sowie ihre botanischen Besonderheiten. Treffpunkt: Naturpark Südgelände in Berlin-Schöneberg, Haupteingang S-Bahnhof Priesterweg Kosten: 10 Euro

12.30 Uhr
Gemeinsam ein starkes Zeichen setzen - Mit einem großen gelben Protest-X zeigen wir: Mit dem Braunkohlewahnsinn muss endlich Schluss sein! Ort: Proschim (Welzow) – Lausitz/ Brandenburg Infos: lausitzer-widerstand.de

Fr 19.6.-Fr 26.6.
Berlin Food Art Week
Künstler, Galerien, unabhängige Projekträume und Gastronomiebetriebe aus ganz Berlin widmen sich in verschiedenen Ausstellungen und Events den möglichen Spielarten der Food Art. Mit dabei sind: Neue Heimat, INFARM, Prinzessinnengarten, Markthalle Neun, Agora, Cubus-M und NR Projects. Infos: www.foodartweek.com

So 12.7.
Big Jump und Big Jump Challenge 15 Uhr
Beim Big Jump 2015 springen tausende Menschen in ganz Europa gleichzeitig in ihre Flüsse und Seen, um ein Zeichen für Gewässerschutz zu setzen, weil alle Gewässer in der EU 2015 in einem guten Zustand sein sollten. Viele sind davon aber noch weit entfernt. Die Big Jump Challenge ist die Jugendkampagne zum Big Jump. Infos: www.bigjumpchallenge.net

So 21.6.
Wildkräuter-Seminar 11-15.45 Uhr
Bitte Messer, Körbchen und eventuell Handschuhe zum Sammeln mitbringen. Ein Unkostenbeitrag von 5 Euro für das selbst zubereitete Menü ist bei der Dozentin zu begleichen. Kosten: 16,20 Euro, ermäßigt 9,60 Euro + 5 Euro Unkostenbeitrag Ort: Seminarhaus ÖkoLeA, Hohensteiner Weg 3, 15377 Klosterdorf Anmeldung: In Kooperation mit der Volkshochschule MarzahnHellersdorf. Bitte anmelden: Tel. 030/ 902932590 oder www.berlin.de/vhs-marzahnhellersdorf Infos: www.seminarhaus.oekolea.de

PflanzenErlebnisFührung auf dem alten St. Matthäus-Friedhof 14.15-15.30 Uhr
Weiterer Termin: Sa 18.7. Treffpunkt: Alter St. Matthäus Friedhof in Berlin Schöneberg, Haupteingang Großgörschenstraße, Kosten: 10 Euro

Adressen: Seite 31
Mitte, Raum 238, Karl-Marx-Allee 31, 10178 Berlin Kosten: 5 Euro Anmeldung erforderlich: Tel. 030/ 901822081 Infos: umweltamt.uwl@ba-mitte. berlin.de www.berlin.de/ba-mitte/politikund-verwaltung/aemter/umweltund-naturschutzamt/umweltladen/ artikel.244266.php

So 7.6.
30 Jahre Ökowerk und Waldgebiet des Jahres 2015 11-18 Uhr
Konzerte von Aquabella, Gaukelei, Klangimprovisation mit Didgeridoo und Klangschalen, Obertongesang, grüne Aktionen für die ganze Familie und vieles mehr. Ort: Ökowerk Berlin, Teufelsseechaussee 22-24, 14193 Berlin Infos: info@oekowerk.de www.oekowerk.de

Sa 20.6.-So 21.6.
Langer Tag der StadtNatur 2015
Vielfältiges Programm mit 500 Veranstaltungen an 150 Orten innerhalb von 26 Stunden rund um die Natur in Berlin, organisiert von der Stiftung Naturschutz Berlin Kosten: 26-Stunden-Ticket für Erwachsene 7 Euro (Ermäßigt 5 Euro), Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben in Begleitung Erwachsener freien Eintritt Infos, gesamtes Programm und alle Ticketverkaufsstellen: www.langertagderstadtnatur.de

So 19.7. Di 30.6.
Der Park am Weißen See 11 Uhr
Botanische Führung des Umweltbüros Pankow mit Dipl.-Ing. Tomas Blasig. Treffpunkt: vor dem Eingang zur Parkanlage, Oberseestraße, Ecke Waldowstraße, 13053 Berlin Anmeldung erforderlich: Tel. 030/ 92090480 oder 030/ 92091007 Infos: www.umweltbuero-pankow. de/php/kalender.php

Führung: Halophyten – Pflanzen auf versalzten Böden 10 Uhr
Weiterer Termin: Mi 22.7., 17 Uhr Führung im Freiland mit Dipl. Biologin Beate Senska Treffpunkt: Botanischer Garten Berlin-Dahlem, Eingang KöniginLuise-Platz Kosten: Führung 6 Euro + ermäßigter Garteneintritt 3 Euro Infos: www.bgbm.org/de/event/halophyten-pflanzen-auf-versalztenboeden

Sa 27.6.
Volksbegehren gegen Massentierhaltung in Brandenburg 10-18 Uhr
Großer Aktionstag Ort: Potsdam Infos: www.agrarwen.de

Do 11.6.
Repair Cafe - Aktion gegen die Wegwerf-Kultur 17.30-20 Uhr
Weiterer Termin: Do 9.7. Kaputte Sachen mitbringen oder beim Reparieren helfen. Außerdem trägt Reparieren zur Ressourcenschonung bei. Ort: Stadtteiladen Wilhelmstadt, Adamstr. 39, 13595 Berlin Anmeldung: Tel. 030/ 39798669 info@klimawerkstatt-spandau.de Infos: www.klimawerkstatt-spandau.de

Sa 20.6.
Ein Heim für Insekten und Vögel im Prenzlauer Berg – Langer Tag der StadtNatur 2015 16-19 Uhr
Wir stellen gemeinsam Insektenhotels und Nistkästen her. Im Anschluss können diese mitgenommen oder auf dem GeorgenParochial-Friedhof aufgehängt werden. Die GRÜNE LIGA Berlin e.V. informiert dort über insektenund vogelfreundliche Bepflanzung. Treffpunkt: Prenzlauer Allee 22, 10405 Berlin Anfahrt: Tram M2, Station Prenzlauer Allee/Metzer Str. oder Knaackstr. Veranstalter: GRÜNE LIGA Berlin e.V. und Stefan Gelbhaar, Bündnis 90/Die Grünen Um Anmeldung wird gebeten: Tel. 030/ 443391-0 counter.berlin@grueneliga.de

Sa 4.7.
3. Berliner Waldmuseumsfest 12-23 Uhr
100 Jahre Dauerwaldvertrag – anlässlich dieses denkwürdigen Ereignisses lädt das Berliner Waldmuseum zu seinem 3. Waldmuseumsfest ein. Ort: Berliner Waldmuseum, Königsweg 4/Jagen 57, 14193 Berlin-Charlottenburg Verkehrsverbindung: S7, Bus M19, 186, 349 bis S Grunewald. Von dort aus 450 Meter Fußweg: Über Schmetterlingsplatz, Schildhornweg, vor der Revierförsterei Eichkamp nach links durch den Wald und das Tor dem gepflasterten Weg folgend bis zum Waldmuseum. Infos: Tel. 030/ 8133442, waldmuseum-waldschule@web.de www.treffpunktwald.de/contentview.php?cid=37543

Do 23.7
Biber im Schlosspark Charlottenburg 19-21 Uhr
Auf dem Gelände des Schlossparks Charlottenburg werden die Fährten der dort lebenden Biber aufgenommen, ihre Spuren gezeigt und ihre Lebensweisen und Eigenarten beschrieben. Anmeldung erforderlich! Tel. 030/ 902773000, Ines.Kortmann@ba-ts.berlin.de Leitung: Derk Ehlert Verkehrsverbindung: Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg Kosten: 5 Euro Treffpunkt: Spandauer Damm, Eingang zum Schloss Charlottenburg, vor dem Haupttor. Anfahrt: Schloss Charlottenburg (U7, S41, S45, S46)

Sa 4.7.
Seniorenwanderung durchs Erpetal 10 bis 13 Uhr
Wir laden ein zur Seniorenwanderung entlang der Erpe/ Neuenhagener Mühlenfließ von Friedrichshagen über Waldesruh nach Hirschgarten. Bitte haben Sie Essen und Trinken für ein gemeinsames Picknick dabei! Bringen Sie gerne Verwandte und Freunde mit! Veranstalter: Naturschule BerlinBrandenburg e.V Treffpunkt: 10 Uhr, S-Bahnhof Friedrichshagen, Bahnhofshalle Anmeldung erwünscht: Tel. 030-2965914 oder: veranstaltung@naturschule-berlinbrandenburg.de Kosten: 4 Euro Infos: www.naturschule-berlinbrandenburg.de/termine-plaene. html

Sa 13.6.
Große Kleidertauschparty 15-20 Uhr
Kommt in die Räumlichkeiten des KitKat-Clubs und bringt eure ungenutzten Klamotten (maximal 8) zum Tauschen mit. Damit setzen wir ein Zeichen gegen unnötige Klamottenverschwendung, schlechte Arbeitsbedingungen und Umweltverschmutzung in den Herstellungsländern. Veranstalter: Greenpeace Berlin Ort: KitKat-Club, Köpenickerstr. 76, 10179 Berlin-Mitte

Di 23.6.
Der Botanische Volkspark Pankow 11.10 Uhr
Botanische Führung des Umweltbüros Pankow mit Dipl.-Ing. Tomas Blasig. Treffpunkt: Blankenfelder Chaussee 5, 13159 Berlin Verkehrsverbindung: Buslinie 107 Anmeldung erforderlich: Tel. 030/ 92090480 oder 030/ 92091007 Infos: www.umweltbuero-pankow. de/php/kalender.php

So 5.7.
Der Wald summt 14-16 Uhr
Mit dem Imker unterwegs im Gatower Forst. Eine Exkursion zu besonderen Bienenstandorten im Wald und zum dortigen Lehrbienenstand. Anmeldung erforderlich! Tel. 030/ 84721920 Post@sdw-berlin.de Veranstalter: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Kosten: kostenfrei, eine Spende wird erbeten Ort: Revierförsterei Gatow/Lehrbienenstand, Kladower Damm 148, 14089 Berlin-Spandau Verkehrsverbindung: Breitehornweg (Bus 134)

Auswärts

So 12.7.
Wanderung ins Naturparadies Grünhaus 9-12 Uhr
Mit Biologin Dr. Gabriele KünkelHoffmann entdecken wir im Naturparadies Grünhaus unterschiedliche Kleinlebensräume für Tiere und Pflanzen. (Streckenlänge ca. 5 km). Treffpunkt: Gasthaus Zierenberg, Chausseestr. 6, 03238 Schacksdorf Teilnehmerbeitrag: Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 3 Euro, Familien 10 Euro Infos: Stefan.Roehrscheid@NABU.de www.nabu.de/natur-und-landschaft/natur-erleben/termine

So 14.6.
ADFC-Sternfahrt 2015 „Fahrradstadt Berlin - jetzt!“
Die 39. Fahrradsternfahrt ist mit knapp 1.000 Kilometer Streckenlänge, darunter zwei Autobahnabschnitten, und rund 200.000 Teilnehmenden die größte regelmäßige Fahrraddemonstration der Welt. Der ADFC Berlin ruft alle Alltagsradler, Gelegenheitsradler und solche, die es werden möchten, dazu auf bei der Sternfahrt mitzufahren. Veranstalter: ADFC Berlin Infos: adfc-berlin.de/aktiv-werden/ bei-demonstrationen/sternfahrt

Sa 6.6.
Wald, Wiese und Gewässer entdecken 10 bis 13Uhr
Gemeinsam erkunden wir den Wald, die Wiese und einen Teich. Mit Lupe, Spiegel und unserem selbst gebauten Aquaskop ausgestattet, entdecken wir diese verschiedenen Lebensräume. Ort: Naturschutzgebiet Erpetal, Waldesruh Veranstalter: Naturschule BerlinBrandenburg e.V Anmeldung erforderlich: Tel. 0302965914 oder: veranstaltung@naturschule-berlinbrandenburg.de Kostenfrei, Spenden willkommen Infos: www.naturschule-berlinbrandenburg.de/termine-plaene. html

Mo 29.6.
Energieberatung im Umweltladen Mitte 12-15 Uhr
Weiterer Termin: Mo 27.7. Energieberatung für Bürger_innen durch die Verbraucherzentrale Berlin. Die Hauptthemen sind: Stromsparen, Wärmedämmung, Heizungsumstellung, Prüfung der Heizkosten und Vermeidung von Schimmelpilz. Ort: Umweltladen Mitte, Rathaus

20. UMWELTFESTIVAL der GRÜNEN LIGA Berlin 11-19 Uhr
Klima schützen – mit nachhaltiger Stadtentwicklung Mit über 200 Aussteller_innen aus ganz Deutschland wird die gesamte Bandbreite des Umwelt- und Naturschutzes

Sa 11.7.
Tag des offenen Kanals 11-17 Uhr
Die Berliner Wasserbetriebe öffnen wieder die Kanaldeckel und laden alle interessierten Berliner_innen zu einer Reise in

Mi 5.8.-So 9.8.
Lausitzer Klima- und Energiecamp 2015
Kernanliegen des Camps ist es, den lokalen Widerstand gegen neue Tagebaue und Kraftwerke mit einer globalen Perspektive

Sa 20.6.
Aktion Lausitz ohne Kohle

TERMINE/
im Kampf um Klimagerechtigkeit zu verbinden. Und nicht nur das: Klimacampen macht Spaß! Ort: Groß Gastrose, Lausitz (Brandenburg) Infos: www.lausitzcamp.info

KLEINANZEIGEN

Juni / Juli 2015

25

Regelmäßig Montags
VoKü und Treffen der Transition Town Initiative Friedrichshain-Kreuzberg Mo 19.30 Uhr
Ort: Nachbarschaftstreff K19 Kreutzigerstr. 19, info@soned.de Tel. 2945401

Öko-Märkte
Ökomarkt Domäne Dahlem Berlin - Dahlem Königin-Luise-Str. 49 Sa 8-13 Uhr
U 3 Dahlem Dorf Info-Tel. 66630024 www.domaene-dahlem.de/ landgut-museum/ hofladenundoekomarkt.html

Kleinanzeigen
Private Kleinanzeigen kosten nicht die Welt, sondern 0,62 Euro pro Zeile (ca. 30 Zeichen), bitte Vorkasse (Briefmarken, bar). Für 0,50 Euro zusätzlich schicken wir ein Belegexemplar. Redaktionsadresse siehe Impressum. Pflanzenführung auf Berlins höchsten natürlichen Berg – dem Kreuzberg. Wir widmen uns vor allem den Pflanzen, die wir zu Heilzwecken benutzen, und die wir essen können. Termine: 15.8., 19.9., jeweils 16.15 Uhr, ca 1.5 Std.,Treffpunkt: Kreuzbergstr. Am Wasserfall. Spenden möglich, Infos: Hp Peter Koch, www.info-heilkräuter.de Pflanzenführung im Elbsandsteingebirge - Heilkräuter erkennen und verwenden. Auf Wanderungen in der sächsischen Schweiz lernen wir die gebräuchlichen Heilpflanzen. In unseren Gefilden kennen, die jedermann selbst anwenden kann. Termin: 4.-6.9.15, Übernachtung in der wunderschönen Heeselichtmühle. Kosten: 185 € (inkl. Bio-Essen, Unterkunft, evtl. Mitfahrt möglich.), Infos: Peter Koch:

Tel. 0160/ 1801191, www. info-heilkräuter.de Mecklenburg-Vorpommern: Öko-Ackergärten mit Wohnmobil- bzw. Campinganhänger-Stellplatz, 250 bis 1.000 qm, 15 km bis Schwerin und 17 km zur Ostsee, Pacht: 2 Euro pro qm und Jahr, Interesse? Kontakt: Tel. 03867/ 612181 oder oeko.lutu@gmail.com Wurlsee/Lychen/Uckermark: Sehr schöne, modern eingerichtete Ferienwohnungen (2 bis 7 Betten, rollstuhlgeeignet) mit großzügigem Außengelände und Gemeinschaftsraum bieten Platz für Erholung, Spiel und Sport. Ideal für Familien. Infos: www.ferienhauslychen.de oder Tel. 0160/ 96245696 Berliner Umland: Mehrgenerationen, Natur-/Tierschutz, Selbstversorgung, dafür zusammen auf Hofsuche gehen, w e r (veget./vegan) hat auch Lust darauf? Kontakt: naturtier@gmx.net In eigener Sache: Liebe Frau Wagner, bitte melden Sie sich! Sie hatten uns vor 6 oder 8 Wochen aus Ihrer aufzulösenden Heimbibliothek 2 Kisten mit Umweltbüchern angeboten. Wir haben, bedauerlich, Ihre Koordinaten verlegt. Steht das Angebot noch? Kontakt: Tel. 030/ 443391-70 oder -47

Sa 8.8.
Großer Aktionstag am Braunkohle-Kraftwerk Jänschwalde
Für eine Zukunft ohne Kohle, für Klimagerechtigkeit und Energiesouveränität! Widerstand kennt keine Grenzen! Es ist Zeit zu handeln! Ort: Jänschwalde, Lausitz (Brandenburg) Infos: www.lausitzcamp.info

Dienstags
Attac Berlin Regiongruppentreffen 3. Di 19 Uhr
Haus d. Demokratie, Greifswalder Str. 4, Prenzlauer Berg Tel. 6946101

Ökomarkt Chamissoplatz Berlin - Kreuzberg Sa 9 - 15 Uhr
U 6 Platz der Luftbrücke U 6 & 7 Mehringdamm Info-Tel. 8430043 www.oekomarkt-chamissoplatz.de

Ausstellungen

Verkehrsrechtsberatung Di 19-20 Uhr
ADFC, Brunnenstr. 28 Mitte; Tel. 4484724 nur Mitglieder

bis 30.6.
natürlich BERLIN! Mo-Fr 10-15 Uhr Sa/So 13-16 Uhr
Die Ausstellung präsentiert beeindruckende Fotos von ausgezeichneten Naturfotografen und lädt ein, den herausragenden Naturreichtum der Stadt zu entdecken. Ort: Lokhalle im Natur-Park Schöneberger Südgelände, Prellerweg 47-49, 12157-Berlin-Schöneberg Infos: www.gruen-berlin.de/parksgaerten/natur-park-suedgelaende/ ausstellungen-fuehrungen

Ökomarkt am Nordbahnhof Berlin-Mitte Invalidenstraße/ElisabethSchwarzhaupt-Platz Mi 11-18 Uhr
S-Nordbahnhof, S1, S2, S25 Tram-Nordbahnhof, M10, M8 Bus-Nordbahnhof, 245, 247 Info-Tel. 0170/ 4832058 oekomarkt-am-nordbahnhof@ t-online.de Facebook: Ökomarkt am Nordbahnhof

Grüne Radler Versammlung 1. Di 19 Uhr
Crellestr. 43, Baubüro, Schönebg.

Mittwochs
VCD Nordost Aktiventreffen 3. Mi 18.30 Uhr
VCD LV Nordost www.vcd-nordost.de

bis 30.6.
Fotoausstellung: „Tiergarten Berlin vom königlichen Jagdrevier zum Volkspark“ Mo-Do 10-15 Uhr Fr 10-12 Uhr
Ort: Umweltbüro Pankow, Hansastraße 182 A, 13088 Berlin Tel. 030/ 92091007 oder 030/ 92090480 umweltbuero@agrar-boerse-ev.de Verkehrsverbindung: Tram M4, 27 und Bus 156, 259 Infos: www.umweltbuero-pankow. de/php/kalender.php

BISS-Treffen 2. Mi 19 Uhr
Bürgerinitiative Stadtring Süd (BISS), Plesserstr. 4, Treptow www.stop-A100.de

Ökomarkt Zickenplatz Berlin - Kreuzberg (am Hohenstaufenplatz) Schönleinstr. / Ecke Dieffenbachstr. Di 12-18 Sommer: bis 18.30 Uhr Sa 9-15 Uhr
U 8 Schönleinstraße Info-Tel. 0157/ 78937884

Anti Atom Berlin 1. Mi 20 Uhr
Warschauer Str. 23 Friedrichshain, Tel. 61201791 www.antiatomberlin.de

Ökomarkt am Kollwitzplatz Berlin-Prenzlauer Berg Kollwitzstr./ Ecke Wörther Str. Do 12-19 Uhr Jan-März bis 18 Uhr
U 2 Senefelder Platz Kollwitz-/ Ecke Wörther Str. Info-Tel. 44339148 www.grueneliga-berlin.de/ ?page_id=35

PINiE e.V.- Pankower Initiative zur Nutzung innovativer Energiequellen 3. Mi, 18 Uhr
Ort: NABU Berlin, Wollankstr. 4 13187 Berlin Infos: www.pinie-solar.de

bis 16.8.
Sebastião Salgado – Genesis täglich 11-20 Uhr
Der Fotograf Sebastião Salgado dokumentiert in opulenten Schwarz-Weiß-Fotografien die überwältigende Schönheit und die Artenvielfalt unberührter Flora und Fauna sowie indigener Völker. Kosten: 10 Euro, ermäßigt 5 Euro Ort: Amerika Haus, Hardenbergstr. 22-24, 10623 Berlin-Charlottenburg Anfahrt: S+U Zoologischer Garten (S5, S7, S75, U1, U9, U12) Infos: www.co-berlin.org/sebastiao-salgado

Donnerstags
Ökomarkt am Kollwitzplatz 12-19 Uhr
Kollwitz-/Wörther Str. 12-19 Uhr Ernährungsberatung, Pilzberatung, Tel. 443391-48

Ökomarkt im Hansaviertel Berlin-Tiergarten Altonaer Str./ Ecke Klopstockstr. Fr 12-18.30 Uhr
U 9 Hansaplatz Info-Tel. 0170/ 4832058 www.ökomarkt-im-hansaviertel.de

Samstags
Natur-Erlebnis-Tag 1. Sa
Der Verein Naturschule BerlinBrandenburg e.V. lädt ein zu einen besonderen Mix aus Naturerleben, Erlebnis-Spielen, Naturbeobachtung und Möglichkeit zum Picknick mit Gedankenaustausch. Infos: www.naturschule-berlinbrandenburg.de/termine-plaene. html

Die Berliner Umweltzeitung

NACH DEM LESEN

bis 28.2.2016
modellSCHAU täglich 10-18 Uhr
Botanische Modelle, analog oder virtuell, spielen bis heute eine wichtige Rolle für den Unterricht. Wie Modelle entstehen, wie wir sie wahrnehmen, und wie sie Wissenschaft und Lehre beeinflussen, können Sie in dieser Sonderausstellung erfahren und an vielen interaktiven Stationen selbst ausprobieren. Ort: Botanisches Museum, Galerie und Botanischer Garten, Königin-Luise-Str. 6-8, 14195 Berlin-Dahlem Kosten: Botanischer Garten und Museum, 6 Euro, ermäßigt 3 Euro Infos: bgbm.org/de/event/modellschau

WEITERREICHEN!
Unkonventionelles und Hintergründiges aus der vielfältigen Umweltszene Tipps, Termine & Adressen Kostenlos an vielen Berliner Auslageorten wie Bibliotheken, Bio-, Natur- und Umweltläden oder für jährlich 25 € per Abo ins Haus. Kostenlose Probenummer: DER RABE RALF Prenzlauer Allee 8 10405 Berlin

Sonntags
ZDF-planet e sonntags
Infos: planet-e.zdf.de

GRÜNE LIGA Berlin e.V.
Landesgeschäftsstelle: Prenzlauer Allee 8 10405 Berlin-Prenzlauer Berg Tel. 030 / 44 33 91-0, Fax -33 berlin@grueneliga.de Projekte (Durchwahl, E-Mail): Umweltbibliothek: -30 DER RABE RALF: -47 raberalf@grueneliga.de Ökomarkt/Ernährungsberatung: -48,-58 oekomarkt.kollwitzplatz@... Presse/Öffentlichkeitsarbeit: -49 Lokale Agenda 21 Berlin: -65 berliner.agenda21@... Beratung/Hofbegrünung: -49 hofberatung.berlin@... Artenschutz an Gebäuden: -49 International: -70, internationales@...

Naturschutzjugend-Treff letzter So, 15 Uhr
Naturerlebnisgarten, am S-Bhf. Bornholmer Str., Bösebrücke Wedding, Tel. 51067134

26

Juni / Juli 2015

IMPRESSUM
Die Berliner Umweltzeitung
GRÜNE LIGA Berlin e.V. Prenzlauer Allee 8, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg (Tram M2 Metzer Str.; U2 Senefelderpl.) Tel.: (030 ) 44 33 91-47, -57, Fax -33 E-Mail: raberalf@grueneliga.de www.raberalf.grueneliga-berlin.de Herausgeber: GRÜNE LIGA Berlin e.V. ISSN: 1438-8065 V.i.S.d.P.: Leif Miller Redaktion: Jochen Mühlbauer, Jörg Parsiegla, Veit Ulrich, Elisabeth Westphal, Volker Voss Satz/Layout: Evelin Bulling Karikaturen: Freimut Woessner Vertriebsleitung: Jochen Mühlbauer Post-Bezug: siehe Abo-Coupon auf Seite 11 Konto-Nr.: 3060502, BLZ: 10020500 IBAN: DE 38100205000003060502 BIC: BFSWDE33BER Bank für Sozialwirtschaft Adressenänderung bitte melden! Erscheinen: zu Beginn gerader Monate Redaktionsschluss: 5. des Vormonats, Anzeigen und Termine bis 15. des Vormonats Anzeigenvertretung: GRÜNE LIGA Berlin e. V. Prenzlauer Allee 8, 10405 Berlin, Tel.: 030/443391-0, Fax: -33 raberalf@grueneliga.de Grundpreis:0,80 Euro je Spalte und mm (netto) Kleinanzeigen: über die Redaktion, je 30 Zeichen 0,62 Euro, nur Vorkasse (Briefmarken, bar) Auflage: 10.000 Druck: Union Druckerei, Berlin Mit Namen gezeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion bzw. des Herausgebers wieder. Die Redaktion behält sich das Bearbeiten von Beiträgen vor. Für unverlangt eingesandte Texte und Materialien keine Haftung. Beiträge bitte möglichst per E-Mail senden. Nachdruck nach Rücksprache gestattet und erwünscht, bitte Quelle angeben, Belegexemplar schicken. Eigentumsvorbehalt: Dieses Heft bleibt bis zur Aushändigung an den Adressaten Eigentum des Herausgebers. „Zur-Habe-Nahme" ist keine Aushändigung im Sinne dieses Vorbehalts. Nicht ausgehändigte Hefte sind unter Angabe des Grundes der Nichtaushändigung an den Herausgeber zurückzusenden.

LESERINNENBRIEFE

LESERBRIEFE
„CrelleUrwald“ wird weitgehend zerstört
DER RABE RALF, April / Mai 2015, Seite 20

Es ist erfreulich für uns, dass der RABE RALF an exponierter Stelle über die Vorgänge im Zusammenhang mit dem CrelleUrwald-MultifunktionswegWannseebahngraben berichten. Bezüglich der Ausgabe April/Mai, hätten wir zumindest eine Anmerkung: der vier Meter asphaltierte Fahrweg – denn darauf läuft es hinaus – wird nicht durch den „CrelleUrwald“ verlaufen, sondern ihn weitgehend zerstören. Die Vegetation hat sich im Bereich des alten Bahnsteigs der stillgelegten Potsdamer Stammbahn seit mehr als 40 Jahren weitgehend unbehelligt entwickelt. Wenn der Multifunktionsweg dort gebaut werden sollte, hält die Statik des heute nahezu völlig überwachsenen Bahnsteigs den Baumaschinen nicht stand. Beispiele dafür gibt es auf dem Gleisdreieck-Park-Gelände, auf dem auch Rampen und Verladebereiche verschwunden sind. Für die Verteidiger des „Urwalds“ stellt sich die Frage, weshalb der Fahrweg nicht auf der derzeitigen Baustraße geführt werden kann, die derzeit unmittelbar östlich, zwischen

Gleisbett und Vegetation anschließt, und u.a. die Logistik für die Sanierungsarbeiten im Nord-Süd-Tunnel darstellt. Das Argument der Bahn, dass der Kabelkanal dort ungeschützt verläuft, zieht deshalb nicht, weil im Verlauf des Weges, die nördlichen und südlichen „Gestattungsflächen“ genau dieselbe Situation aufweisen. Bemerkenswert hier, dass ausgerechnet auf den weiterhin der Bahn gehörenden und entsprechend planfestgestellten Flächen die Wegeführung in dieser Form gestattet werden kann und ausgerechnet dort, wo der Bezirk schon in den 90er Jahren eine Grünplanung (B-Plan XI-240) betreibt und die Fläche von der Bahn erworbenen hat, dies nicht möglich sein soll. Bemerkenswert auch, dass sich ausgerechnet die Bezirks-Grünen für diese Variante vehement einsetzen. Ob dies allein aus der Geschichte zu verstehen ist, bleibt fraglich. Bis in die 1970er Jahre sollte an dieser Stelle eine Autobahn, die Verlängerung der „Westtangente“, gebaut werden. Erst der zähe Widerstand der ersten BI Berlins (BI-Westtangente) brachte hier

die Entwicklung zur autogerechten Stadt zum Stillstand. Aus dem Slogan „Grüntangente statt Westtangente“ wurde in den 1980er Jahren die Wegeverbindung entlang der stillgelegten S-Bahn entwickelt. Die ist allerdings jetzt zur „Schöneberger Schleife“ mutiert, und läuft ausgerechnet in diesem Teilstück parallel zum Streckenabschnitt der Radroute 11 des Senats-Radroutenkonzepts. Der Charme, den das Projekt zweifelsohne einmal gehabt hat, ist deshalb verflogen, weil viele damals vorhandene Grünflächen inzwischen zubetoniert und bebaut worden sind und werden. Das nun ausgerecht die Zählgemeinschaft aus SPD und Grünen in der Tempelhof-Schöneberger BVV auf Biegen und Brechen das Projekt in dieser Form durchzusetzen versucht, irritiert die Einwohnerschaft. Ob die politischen Winkelzüge in der Februar-BVV-Sitzung juristisch haltbar sind, müsste gegebenenfalls juristisch überprüft werden. Aber das ist ein anderes Kapitel. Rolf Brüning, Berlin BI Crelle_Kiez_Zukunft

Kritik am „IGA-Waldumbau“:
DER RABE RALF, Februar / März 2015, Seite 6

Anzeige

Donnerstags ab 12 Uhr
www.grueneliga-berlin.de

Wörther Straße

Der Kienberg besteht zu circa. 50 Prozent aus Bauschutt, aber auch Müll und gefährlichem Sondermüll. Laut Senats Unterlagen ist der Kienberg eine Großdeponie, welche aus mangelnden Kenntnissen über Schadstoffe ständig überwacht werden muss. Solange er begrünt war, war er ungefährlich, doch nun wird der Kienberg bebaut und mit Trinkwasser, Abwasser, Strom und Medientechnik erschlossen. Alles ohne Bebauungspläne und Umweltverträglichkeitsprüfungen, wie sie vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind. Durch die Öffnung des Kienberges treten übel riechende Gase in die Umwelt und die Wohngebiete aus. In dem Tagesspiegelartikel vom 17.02.2015 „Und ewig gärt der Müll“ wird beschrieben, dass gerade Altdeponien auch nach über 35 Jahren ein großes Gefahrenpotenzial aufweisen. Aufgrund der Gase und der Bodenverhältnisse ist es Mitte der 80er Jahre erst nach mehreren erfolglosen Nachpflanzungen gelungen, mit dem Eschenahorn eine geeignete Baumart für die Begrünung des Kienbergs zu finden. Auch der Eschenahorn spendet Sauerstoff und bietet hier Lebensraum für diverse Arten wie, Fledermäuse, Brutvögel – unter anderem Pirol, Nachtigall, Mönchsgrasmücke, Mäusebussard. Es ist keineswegs so, dass diese „Neophyten“ nur negativ sind

und hier die einheimischen Gewächse verdrängen, sondern diesen Bäumen verdanken wir, dass der Boden nun eine Qualität entwickelt hat, dass sich auch einheimische Bäume und Pflanzen ansiedeln konnten, was sich in den letzten Jahren auch immer weiter entwickelte. Gezielte Pflegemaßnahmen, wie die Beseitigung der stark invasiven Götterbäume, des Knöterichs, das Öffnen der ehemaligen Freiflächen und einen punktuellen sukzessiven Austausch mit einheimischen Arten halten auch wir für sinnvoll. Nun zu unserer Kritik am „IGAWaldumbau“: Hier werden hektarweise Rodungen vorgenommen für neue Offenflächen, neue Sichtachsen, Freiflächen für diverse Einbauten (Tourismuszentrum, Aussichtsbauwerk, Stahlbrücken, Sommerrodelbahn, Seilbahnstation, Spiel- und Sportplätze, Aussichtsterrasse, Gastronomie, PKWStellplätze, neue und beleuchtete Wege und Straßen, Baustraßen, Baustelleneinrichtungen, Erschließungsarbeiten, Zäune und so weiter) Schafft man damit Artenvielfalt? Diesen Rodungen fallen nicht etwa nur Neophyten zum Opfer sondern auch kerngesunde Obstbäume, Weiden, Walnussbäume, Heckenrosen, Brombeersträucher, Rotdorn usw., während man die Götterbaumproblematik mit der höchsten Priorität in der Baumfäll-Saison 2014/2015 nicht in

Angriff genommen hat. Es wird mit schwerer Technik vorgegangen und der Boden, welcher über 30 Jahre brauchte, um eine ökologische Qualität zu entwickeln, wurde dabei massiv beschädigt beziehungsweise. abgetragen. Es sieht hier aus wie ein Panzerübungsplatz. Totholz, Unterholz wurden entfernt und auch die Winterquartiere von Wildbienen und geschützten Schmetterlingsarten zerstört. Die Nistkästen, welche an den gefällten Bäumen hingen, liegen achtlos im Gelände herum. Naturschutz? Leider erleben wir hier momentan täglich wie Tiere vergrämt, verletzt und sogar getötet werden und ihre Habitate verlieren (zum Beispiel der Mäusebussard. Erst fällte man vor einigen Jahren seinen Nistbaum in den Gärten der Welt und nun auch auf dem Kienberg) Artenvielfalt schaffen durch Vernichtung von Habitaten schon angesiedelter zum Teil prioritärer Arten? Die Liste der Frevel an der Natur lässt sich durchaus noch erweitern, aber das führt hier zu weit. Martin Rümmler und Sabine Büttner, Berlin BI Kienberg-Wuhletal

UMWELTADRESSEN
Aus Platzgründen kann hier nur eine Auswahl von Umwelt-Adressen in Berlin und Umgebung veröffentlicht werden. Die grau unterlegten Adressen sind Mitglieder der GRÜNEN LIGA. ADFC - Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, Brunnen- 28, 10119 (Mitte) T 4484724, F 44340520 www.adfc-berlin.de AG Kleinstlandwirtschaft und Gärten in Stadt und Land c/o FU Inst. für Soziologie www.urbanacker.net Agenda-Agentur Berlin Runge- 22-24 10179 (Mitte) T 6128087-1/-2/-3, F -4 www.agenda-agentur.de Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck c/o Büro Rheinlaender, Crelle- 43, 10827 (Schöneberg) T 7883396, F 7811059 Matthias Bauer, T 2151135 www.gleisdreieck-blog.de Aktion Tier - Menschen für Tiere e.V. Kaiserdamm 97, 14057(Charlottenburg), T 30103831, F -34 A-Laden Brunnen- 7, 10119 (Mitte) T 22805237, www.a-laden.org Anti-Atom-Plenum Waldemar- 46 10999 (Kreuzberg) www.squat.net/aap-berlin Anti Atom Berlin c/o Stadtteilladen Friedrichshain Warschauer- 23 10243 (Friedrichshain), T 61201791 www.antiatomberlin.de Arbeitskreis Igelschutz Berliner- 79a 13467 (Hermsdorf) www.igelschutzberlin.de Arbeitskreis Nordkaukasus c/o Vitali Kovaljov, NABU, Charitéstr. 3 10117 (Mitte), T 284984-0 Arbeitskreis Verkehr und Umwelt (UMKEHR) e.V. Exerzier- 20, 13357 (Wedding), T 4927-473, F -972 www.umkehr.de Arbeitsstelle Frieden und Abrüstung e.V. Kopenhagener- 71 10437 (Prenzl. Berg), T 44013028 www.asfrab.de Arge Autofrei Wohnen in Berlin c/o Markus Heller, T/F 2807940 www.autofrei-wohnen.de Attac Gneisenau- 2a, 10969 (Kreuzberg) T 69517791, F 6926590 www.attacberlin.de autofrei leben! e.V. Körtingstr. 63b 12107 (Tempelhof), T 23135674 www.autofrei.de BANA mobil Projektbüro im Kotti e.V. Sibylle Trage, Adalbert- 95a 10999 (Kreuzberg), T 8514783 bana-mobil@web.de Barnimer Aktionsbündnis gegen gentechnische Freilandversuche c/o DOSTO, Breitscheid- 43a 16321 Bernau, T/F 03338/5590 www.dosto.de/gengruppe B.A.U.C.H. e.V. Verein für Umweltchemie, Wilsnacker- 15, 10559 (Moabit) T 394-4908, F -7379 bauch@alab-berlin.de BauFachFrau e.V. Ökolaube, Komposttoilettenausstellung Lehder- 108 13086 (Weißensee), T 92092176 www.baufachfrau-berlin.de Baumschutzgemeinschaft c/o A. Solmsdorf, Windscheid- 40 10627 (Charlottenb.), T 0170/2147676 kontakt@bmsgb.de Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag Greifswalder- 4 10405 (Prenzl. Berg) T 4285-1587 www.ber-landesnetzwerk.de BERLINER NETZWERK FÜR GRÜNZÜGE c/o Berliner Landesarbeitsgemeinschaft für Naturschutz e.V. (BLN) Potsdamer- 68, 10785 (Tiergarten) kontakt@gruenzuege-fuer-berlin.de www.grünzüge-für-berlin.de Berlin 21 Greifswalder- 4, 10405 (Prenzl. Berg), T 420823-63, Fax -80 www.berlin21.net B.F.S.S. Büro für stadtteilnahe Sozialplanung GmbH Müller- 155 13353 (Wedding), T 4617771 www.bfss-berlin.de BI Berliner Luft + Fahrgastbeirat Hohenschönhausen Ahrenshooper- 5 Zi. 1, 13051, T/F 9621033 BI FREIe HEIDe c/o Benedikt Schirge Dorf- 27, 16831 Zühlen, T/F 0339312338, www.freie-heide.de BI „Nein zum Kohlekraftwerk“ Alte Schmiede, Spitta- 40, 10317 (Lichtenberg), www.kraftwerksneubau.de Biochemischer Verein Greifswalder - 4 10405 (Prenzl. Berg), T 2044599 www.biochemischerverein-berlin.de BIP - Biomasse in Pankow Gundolf Plischke, Duncker- 46, 10439 (Prenzl. Berg), T 747682-36, F -37 www.biomasse-in-pankow.de BI Rettet die Marienfelder Feldmark M. Delor, Marienfelder- 85, 12309 bimfeldmark@aol.com Bürgerberatung Energie und Umwelt, Berliner Energietelefon 3016090 Gesellschaft für Lärmbekämpfung e.V. Sauerbruch-23, 14109 (Zehlendorf) T-3016090, F 80602497, kostenloses Auskunftstelefon Di, Do 10-14 Uhr Bürgerinitiative (BISS) Plesser- 3 12435 (Treptow), Bürgertel: 70121004 (AB) www.stop-A100.de BI Westtangente (BIW) Crelle- 43 10827 (Schöneberg), T 7883396 F 7811059, www.bi-westtangente.de B-Laden Lehrter - 27-30 10557 (Moabit), T/F 3975238 BLN - Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz Potsdamer- 68 10785 (Tiergarten), T 2655-0864 -0865, F -1263, www.bln-berlin.de BLUE 21 - Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Umwelt und Entwicklung c/o FDCL, Gneisenau- 2a 10961 (Kreuzberg), T 6946101 F 6926590, www.blue21.de Botanischer Verein Königin-Luise- 6 14195 (Dahlem), T 7748437, www. botanischer-verein-brandenburg.de Britzer Umweltforum Fulhamer Allee 53, 12359, T 6079338 BUND Crelle- 35, 10827 (Schöneberg) T 787900-0, F -18 www.bund-berlin.de BUNDjugend LandesGSt ErichWeinert- 82, 10439 (Prenzl. Berg) T 392-8280, F -7997 BundesGst Am Köllnischen Park 1 10179 (Mitte), T 275865-0, F -55 www.berlin.bundjugend.de Bundesumweltministerium Stresemann- 128-130, 10117 (Mitte) T 18305-0 F -4375, www.bmu.de Bündnis 90/Die Grünen Landesverb., Bereich Umwelt Kommandanten- 80 10117 (Mitte), T 615005-0, F -99, Grüne Jugend -43, www.gruene-berlin.de Abgeordnetenhaus Niederkirchner- 5 10111 (Mitte), T 232524-00, F -09 Umwelt -06/-62, Verkehr -12 Bundestag, Bereich Umwelt, Luisen32-34, 10117 (Mitte), T 2275-8939 F -6911, ak2@gruenefraktion.de Bürgerverein Brandenburg-Berlin (BVBB) gegen Flughafen Schönefeld Wilhelm-Grunewald- 48-50, 15827 Blankenfelde, www.bvbb-ev.de Cöllnische Heide e.V. c/o Dr. Erxleben Steinbach- 11, 12489 (Adlershof) T 67198381 Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) c/o BamM (Buchladen Schwarze Risse) Gneisenau- 2a 10961 (Kreuzberg), www.dfg-vk.de Deutsche Umwelthilfe (DUH) Hackescher Markt 4, 10178 (Mitte) T 2400867-0, F -19, www.duh.de Deutscher Bahnkundenverband (DBV) Kurfürstendamm 11, 10719 (Charlottenburg), 634970-76, F -99 www.bahnkunden.de Deutscher Naturschutzring (DNR) Marien-19/20, 10117 (Mitte) T 6781775-70, F -80, www.dnr.de Diözesanrat der Katholiken, Sachausschuss Eine Welt und Bewahrung der Schöpfung, Niederwall- 8/9 10117 (Mitte), T 32684-206, F -203 www.dioezesanrat-berlin.de ecovillage e.V. c/o H.-R. Brinkmann Glogauer Weg 38, 49088 Osnabrück T/F 0541/445941, www.ecovillage.de European Network for Mobility and Local Agenda 21, Benda-15 12051(Neukölln) info@mobilocal21.org Fachverband Biogas c/o Roland Schnell, Graefe- 14, 10967 (Kreuzbg.) T 707198-60, F -62, www.graskraft.de roland@graskraft.de FIAN - Food First Information and Action Network Ute Stephani, T 51635868 www.fian-berlin.de Förderverein Naturpark Südgelände c/o Hans Göhler, Sophie-Charlotten59, 14057 (Charlottenb.), T 3217731 Förderverein Landschaftspark Nordost Dorf- 4a (Dorfkate Falkenberg) 13057, T/F 9244003 www.dorfkate-falkenberg-berlin.de Forum Umwelt Entwicklung Marien-19-20, 10117 (Mitte) T 6781775- 89, -74 info@forumue.de, www.forumue.de Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V. (FÖS), Schweden- 15a 13357 (Wedding), T 7623991-30 F -59, foes@foes.de, www.foes.de FUSS e.V. - Fußgängerschutzverein, Exerzier- 20, 13357 (Wedding) T 4927-473, F -972, www.fuss-ev.de Future-on-Wings e.V. c/o Afrikahaus Bochumer - 25, 10555 (Moabit) T 3928567, www.future-on-wings.net Gen-ethisches Netzwerk (GeN) Brunnen- 4, 10119 (Mitte) T 6857073, F 6841183 www.gen-ethisches-netzwerk.de Germanwatch Schiffbauerdamm 15 10117 (Mitte), T 288835-60, F -61 www.germanwatch.org Gesellschaft für Ausbildung, innovativen Landbau und Arbeit - GAIA e.V., Plauener- 160, 13053 (Hohenschönhausen), T 981992-0, F -37 www.gaia.de Gesellschaft Naturforschender Freunde c/o Inst. f. Zoologie der FU Königin-Luise- 1-3, 14195 (Dahlem) T 8383917, F -16 Gesundheitsladen Veteranen- 21 10119 (im ACUD), T 6932090 www.gesundheitsladen-berlin.de BAOBAB Infoladen Eine Welt e.V. 10405 (Prenzl. Berg), Greifswalder Str. 4, T 4426174, F 44359066 gwrbln@mailandnews.com Greenhouse Infopool Duncker- 14 10437 (Prenzl. Berg) www.jpberlin.de/greenhouse Greenpeace Chaussee- 131 10115 (Mitte), T 283915-50, F -51 www.greenpeace-berlin.de GRÜNE LIGA e.V. BundesGSt., Red. ALLIGATOR Greifswalder- 4, 10405 (Prenzl. Berg), T 2044-745, F - 468 www.grueneliga.de BKst Wasser, Michael Bender T 40393530, wasser@grueneliga.de GRÜNE LIGA Berlin e.V. LandesGSt. Prenzlauer Allee 8, 10405 (Prenzl. Berg), T 443391-0 www.grueneliga-berlin.de Grüne Radler Crelle- 43, 10827 (Schöneberg), Claudia Kristine Schmidt T 81887615, Dieter Hertwig, T 6236833, www.gruene-radler-berlin.de Grünes Haus für Hellersdorf Boizenburger- 52-54, 12619 (Hellersdorf), T 56298081, F 56499950 www.gruenes-haus-hellersdorf.de Habitat-Informationsbüro Greifswalder- 33 A, 10405 (Prenzl. Berg) T 428515-85, F -86 habitat-infobuero@berlinet.de Haus der Natur Potsdam Linden- 34 14467 Potsdam, T 0331/20155-25 F-27, www.hausdernatur-brandenburg.de Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU) T -15, F -16 Arbeitskreis Naturschutzgeschichte T -25, F -27 ARGUS Umweltbiblioth., T -11, F -12 Förderverein für Öffentlichkeitsarbeit im Natur- und Umweltschutz (FÖN) T -35, F -36 GRÜNE LIGA Brandenburg T -20 F -22 Landesbüro anerkannter Naturschutzverbände T -50, F -55 NaturFreunde Brandenburg T -40 F -44 Naturschutzbund NABU LV Brandenburg T -70, F -77 Naturschutzjugend LV Brandenburg T -75, F -78 VCD - Verkehrsclub Deutschland LV Brandenburg T -60, F -66 HOLON e.V. Friedrich-Engels- 26 15711 (Königs Wusterhausen) T/F 03375/294636 HU-RefRat Referat Ökologie und Umwelt, Unter den Linden 6, 10099 (Mitte), T 2093-2603, -2614, -1749 F -2396, www.refrat.hu-berlin.de/oeko IUGR e.V. Studienarchiv Umweltgeschichte, Brodaer - 2, 17033 (Neubrandenburg), T 0395/5693-8201, -4500 F -74500, www.iugr.net www.naturschutzgeschichte-ost.de IGEB e.V. Fahrgastverband S-Bhf. Lichtenberg, Weitling- 22 10317 (Lichtenberg), T 787055-11 F -10, www.igeb.org IG Saubere Energie Berlin, Haupt- 72 10317 (Lichtenberg) kontakt@ig-biomasse.de www.ig-biomasse.de IG Wuhletal c/o Angele Schonert, Sewan- 181, 10319 (Friedrichsfelde) T 5122816 Infrastrukturelles Netzwerk Umweltschutz (INU) Dorf- 36, 13057 (Falkenberg), T 934427-10, F -29 www.inu-ggmbh.de Initiative gegen die Verletzung ökologischer Kinderrechte Wundt- 40 14057 (Charlottenburg), T 3257443 Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) Potsdamer- 105 10785 (Tiergarten), T 884594-0 F 8825439, www.ioew.de Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) Schopenhauer- 26, 14129 (Nikolassee) T 803088-43, F -88, www.izt.de GIZ Landesbüro Berlin/Brandenburg Köthener- 2, 10963 (Kreuzberg) T 40819022-3, F -423, www.giz.de IPPNW Ärzte gegen Atom Körte- 10 10967 (Kreuzberg), T 6980740 F -8166, www.ippnw.de Jugendfarm Moritzhof Schwedter- 90 10437 (Prenzl. Berg) T 44024220 F -22, www.jugendfarm-moritzhof.de Jugendnaturschutzakademie Brückentin, 17237 Dabelow, T/F 039825/20281, www.brueckentin.de KATE Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung Greifswalder- 4 10405 (Prenzl. Berg), T 440531-10 F -09, www.kate-berlin.de Bauwerkarchitekt Lutz Dimter Naturbahnhof Prenzlau Brüssower Allee 90, 17291 Prenzlau T 03984-834679-14, lutz.dimter@ naturbahnhof-prenzlau.de Kinderbauernhof „Pinke Panke“ Am Bürgerpark 15-18 13156 (Pankow), T 47552593 www.kinderbauernhof-pinke-panke.de KMGNE Kolleg für Managment u. Gestaltung nachhaltiger Entwicklung Reichenberger- 150, 10999 (Kreuzberg), T 293679-40, F -49 www.kmgne.de Kunst-Stoffe-Berlin Berliner- 17, 13189 Berlin T 0049(0)30-34089840 Linkspartei Kl. Alexander- 28 10178 (Mitte) Ökologische Plattform T 24009542, F 2411046 www.oekologische-plattform.de Abgeordnetenhaus, AG Umwelt c/o Marion Platta MdA, Niederkirchner- 5 10111 (Mitte), T 232525-50, F -39 platta@linksfraktion-berlin.de Lokale Agenda 21 siehe Berlin 21 und GRÜNE LIGA Berlin www.agenda21berlin.de LÖPA - Linksökologische pazifistische Anarchisten c/o M99 Manteuffel- 99, 10999 (Kreuzberg) www.geocities.com/theloepa Messzelle e.V. (Umweltanalytik) MüllerBreslau- 10, 10623 (Charlottenburg) T 3142-5806, F -6863 www.tu-berlin.de/~messev Moabiter Ratschlag e.V. Rostocker- 32 10553, T 390812-0, F -29 www.moabiter-ratschlag.de NaturFreunde Deutschlands e.V. Warschauer- 58a, 10243 (Friedrichshain) T 29773260, F-80 www.naturfreunde.de info@naturfreunde.de Naturfreundejugend Berlin e.V. Gryphius- 23, 10245 (Friedrichshain) T 325327-70 F-71 www.naturfreundejugend-berlin.de info@naturfreundejugend-berlin.de Naturschutz- und Grünflächenämter siehe Gelbe Seiten: Berlin-Service (vorn) oder Telefonbuch: „Landesregierung - Bezirksämter“ (grau) oder www.berlin.de/verwaltungsfuehrer NABU Wollank- 4, 13187 (Pankow) T 986-08370, F -7051 www.berlin.nabu.de Bezirksgr. Pankow T -083728 Freilandlabor Flughafensee 4325155 Naturschutzstation Malchow/ Förderverein Dorf- 35, 13051 T 927998-30 F -31 www.naturschutzstation-malchow.de Naturschutzzentrum Schleipfuhl Hermsdorfer- 11a 12627 (Hellersdorf), T 9989184 NETZ für Selbstverwaltung PF 620553, 10795, T/F 2169105 www.netz-bb.de Netzwerk SPIEL/KULTUR Kollwitz- 35 10405 (Prenzl. Berg), T 44356851 www.netzwerkspielkultur.de Nichtraucherbund Greifswalder- 4 10405 (Prenzl. Berg), T 2044583 www.nichtraucher-berlin.de Ökologisch-Demokratische Partei ödp Erich-Weinert- 134, 10409 (Prenzl. Berg), T 49854050 www.oedp.de oekogekko Zentrum für Oekologie Gesundheit Kunst und Kommunikation 14552 (Wilhelmshorst), T 033205210482, info@oekogekko.com www.oekogekko.com ÖkoLeA Hohensteiner Weg 3, 15377 Oberbarnim, OT Klosterdorf, T 033413593930, F -50, www.oekolea.de Ökowerk Naturschutzzentrum Teufelsseechaussee 22-24, 14193 (Grunewald), T 300005-0, F -15 www.oekowerk.de Pankgräfin e.V./Wagendorf Karow Pankgrafen- 12d, 13125 (Buchholz) T 475996-24, F -25 www.pankgraefin.de Permakultur-Akademie Kreutziger- 19, 10247 (Friedrichshain), T 89208488 www.permakultur-akademie.net per pedes e.V., c/o Heiko Balsmeyer Wilhelm-Kuhr- 82 (Pankow) T 57707707 buero@perpedes-ev.de PINiE e.V. Pankow c/o NABU Wollank- 4, 13187 (Pankow) F 9867051, www.pinie-solar.de pro agora - Gesellschaft für nachhaltige Stadtkultur Mühlen- 62-65 13187 (Pankow), T/F 4257731 www.proagora.de Robin Wood T 20687813 berlin@robinwood.de www.robinwood.de Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Clayallee 226a, 14195 (Dahlem) T 8329-137, F -236 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (SenStadt) Am Köllnischen Park 3, 10179 (Mitte), T 9025-0, F -1073 Umwelt-Tel. 9025-1111 www.stadtentwicklung.berlin.de Solarverein Berlin e.V. Paulsen- 55/56 12163 (Steglitz), T 82097-236, F -366 www.solarverein-berlin.de Stiftung Naturschutz Berlin Potsdamer- 68, 10785 (Tiergarten) T 26394140, F 2615277 www.stiftung-naturschutz.de Tauschring Friedrichshain Boxhagener - 89, 10245, T 44359575 www.tauschringe-berlin.de Tierschutzverein - Tierheim Berlin Hausvaterweg 39,

Juni / Juli 2015

27

13057 (Falkenberg), T 76888-0 www.tierschutz-berlin.de Tierversuchsgegner Dahlmann- 16 10629 (Wilmersdorf), T 3418043 info@tierversuchsgegner-berlinbrandenburg.de TU-Energieseminar March- 18, 10587 (Charlottenb.), T 314-25280, F -73379 www.tu-berlin.de/fb6/energieseminar TU-Kooperations- und Beratungsstelle für Umweltfragen - kubus Franklin- 28-29, 7. OG, TUB Sekr. FR 7-1 10587 (Charlottenburg), T 314-24378 F -24276, www.tu-berlin.de/zek/kubus Dr. Turgut Altug, Leiter des Umweltzentrums, Prinzen- 23, 10969(Kreuzberg), T 69535293, F 56935889 Träger des Umweltzentrums: Türkisch-Deutsches Zentrum e.V. Ufa-Fabrik/id22 Victoria- 10-18 12105 (Tempelhof), T 75503-0 F -110, www.ufafabrik.de UMKEHR e.V. siehe ArbeitskreisVerkehr Umsonstladen Brunnen- 183, 10119 (Mitte), www.umsonstladen.info UfU - Unabhängiges Institut für Umweltfragen Greifswalder- 4 10405 (Prenzl. Berg), T 428499332 F 42800485, www.ufu.de Umwelt und Bildung e.V. Storkower- 36, 15537 Gosen T/F 03362/8432, www.umbi.de Umweltämter der Bezirke siehe Gelbe Seiten: Berlin-Service (vorn) oder Telefonbuch: „Landesregierung Bezirksämter“ (grau) oder www.berlin.de/verwaltungsfuehrer Umweltbeauftragter der Ev. Kirche Pfr. Reinhard Dalchow, Pufendorf- 11 10249 (Friedrichshain), T 526802128 F -29, rdalchow@t-online.de Umweltberatungsstelle Berlin e.V. Nikolsburger Pl. 6, 10717 (Wilmersdorf) T 8618778, F 8621885 Umweltbüro Berlin Pankow Hansa- 182A, 13088 (Weißensee) T 92091007 oder 92090480 F 92093007, umweltbuero@agrarboerse-ev.de Umweltforum Berlin Auferstehungskirche Pufendorf- 11, 10249 (Friedrichshain), T 5268021-0, F -10 www.besondere-orte.de Umweltforum Karlshorst c/o Warnheim, Heiligenberger - 12, 10318 (Karlshorst) T 5083266 UmweltKontaktstelle Lichtenberg am Interkulturellen Garten, Liebenwalder Str. 12-18, 13055 (Lichtenberg) T 818590-98, F -97, umwelt@sozdia. de, www.umwelt.sozdia.de Umweltladen Lichtenberg Markt- 7 10317, T 55669587 Umweltladen Mitte Karl-Marx-Allee 31, 10178 (Mitte) T 901822081-22082 F 9019- 48822081 www.berlin.de/ba-mitte/org umweltamt.uwl@ba-mitte.verwaltberlin.de Urgewald e.V. Marien- 19/20 10117 (Mitte), T 28482271 www.urgewald.de VCD - Verkehrsclub Deutschland LandesGSt Yorck- 48 ,10965 (Schöneberg), T 4463-664 F -703 www.vcd-nordost.de BundesGSt Rudi-Dutschke- 9 10969 (Kreuzberg), T 280351-0 www.vcd.org VEBU (Vegetarierbund Deutschland) BundesGSt Genthiner - 48 10785 (Schöneberg) T 29028253-0, www.vebu.de Regionalgruppe Ingo Seubert T 34389159, www.berlin.vebu.de Verbraucher Initiative Elsen- 106 12435 (Treptow), T 536073-3, F -45 www.verbraucher.org Verbraucherzentrale Berlin Hardenbergplatz 2, 10623 (Charlottenb.) T 214850, F 2117201 www.vz-berlin.de Volksbund Naturschutz Königin-Luise- 6-8, 14195 (Zehlend), T 84107131 F 83229321, www.vbnev.de WEED Weltwirtschaft, Ökologie Entwicklung Eldenaer- 60 10247 (Friedrichshain), T 275-82163 F -96928, www.weed-online.org Wurzelwerk e.V. Food-Coop Oder- 10 10247 (Friedrichshain), T/F 2941216 WWF Reinhardt- 14, 10117 (Mitte) T 308742-0

Fehler gefunden? Bitte melden! Tel. 44 33 91-47,-0 Fax -33 raberalf@grueneliga.de

Anzeigen

STERNFAHRT
Fahrradstadt Berlin – jetzt!
Bhf. Birkenwerder 9:40 Bhf. Oranienburg 9:00 Bhf. Nauen 9:00 S-Bhf. Bergfelde 9:55 S-Bhf. Hermsdorf 10:25 Bhf. Wittenau 10:40 S-Bhf. Wilhelmsruh 11:00 Bhf. Basdorf 9:25 S-Bhf. Buch 10:20 U-Bhf. Osloer Str. 11:15 S-Bhf. Tegel 10:30 Bhf. Wedding 11:00 U-Bhf. Turmstr. 10:45 Bhf. Pankow 11:25 S-Bhf. Prenzlauer Allee 11:40 Bhf. Wandlitzsee 9:00 S-Bhf. Frohnau 10:00

Berlin

ADFC- ur 22:30 Nachtto
Bhf. Eberswalde 8:00

Bhf. Szczecin

Bhf. Biesenthal 9:15
Bhf. Bernau 10:10

Bhf. Hohenschönhausen 11:15 Bhf. AlexS-Bhf. Ahrensanderplatz/ felde 11:00 Rotes Bhf. JungfernS-Bhf. Rathaus heide 10:30 LandsBhf. Albrechtsh) 11:55 / berger hof 10:50 S+U-Bhf. km Allee S-Bhf. Raoul8 Jannowitze( 11:45 Wallenberg-Str. Bhf. brücke 12:45 Altlandsberg Ost11:10 HennigsBhf. Staaken Marktplatz bahnhof dorf GROSSER 11:00 9:30 12:00 U-Bhf. 10:20 STERN MoritzS-Bhf. 14:00 platz Mahlsdorf U-Bhf. 12:05 S-Bhf. U-Bhf. Bhf. Hellers- 10:45 Messe Nord/ Kottbusser Spandau dorf 11:05 UMWELTICC 13:20 Bhf. StrausS-Bhf. Tor 12:10 11:20 berg 8:30 FESTIVAL Springpfuhl U-Bhf. 11:00 - 19:00 Uhr 11:30 Neu-Westend Bhf. Zoo 11:35 Bhf. 13:35 U-Bhf. Lichtenberg Hermann11:55 S-Bhf. S-Bhf. Pichelsplatz S-Bhf. 115 FriedrichsBhf. berg 11:50 12:20 Spindlers- hagen 11:15 Erkner S-Bhf. feld 11:45 U-Bhf. Ostkreuz 10:30 Grenzallee 12:10 Bhf. Bundes12:40 100 platz 10:15 FEZ Wuhlheide Brandenburg SÜ D R (Havel) Hbf. S-Bhf. Baum- 11:50 ING Bhf. Rathaus 8:00 schulenweg Bhf. FürstenSteglitz 10:30 Bhf. 12:20 walde 8:45 Wannsee U-Bhf. Expressroute 12:20 Alt-MarienS-Bhf. Lank(25 km/h) dorf 12:10 Potsdam S-Bhf. Zehlenwitz 10:45 U-Bhf. Rudow U-Bhf. AltHbf. dorf 12:00 S-Bhf. 12:10 Tempelhof 11:30 BabelsS-Bhf. Bhf. Frankfurt Kleinmachnow 11:45 berg LichtenS-Bhf. (Oder) 6:45 Th.-Müntzer-Damm/ 11:40 rade 11:40 Grünau Zehlendorfer Damm Bhf. Lichter11:40 S-Bhf. Bhf. Mahlow 11:40 felde Ost 10:55 Bhf. BlankenZeuthen 11:15 Bhf. Potsdamfelde 11:00 Teltow Ruhls11:00 Rehbrücke dorfer Platz 11:15 11:20 Stahnsdorf, Bhf. Königs Bhf. Rangsdorf Bhf. Werder Gemeindezentrum Wusterhausen 10:20 Großbeeren, 10:00 Bhf. Zossen 11:25 10:30 Gedenkturm 10:30 9:45 Bhf. Ludwigsfelde 9:45 Bhf. Falkensee 10:30 S-Bhf. Heiligensee 10:10 U-Bhf. Rohrdamm 11:10 U-Bhf. RosaLuxemburgPlatz 13:00

Bhf. Brieselang 9:45

K in

de

r ro

ut

DIE GRÜNE BUNDESTAGSFRAKTION LÄDT EIN:

S

LANGE NACHT DER ERNÄHRUNG
1. Juli 2015 ab 17.30 Uhr in der Markthalle Neun, Berlin Kreuzberg
Infos » gruene-bundestag.de » News » Termine

AV U

WIR ACKERN FÜR GUTES ESSEN

Vorläufige Routenführung, aktuelle Informationen unter www.adfc-berlin.de

SONNTAG, 14. JUNI 2015
STERNFAHRT – KINDERROUTE
Fahrradstadt Berlin – jetzt!
Hauptbahnhof
Kapelle u
Berlin

Heute hat der Abfall frei.
Die BSR unterstützt das Geschirrspülmobil auf dem Umweltfestival. Das spart etwa 400.000 Stück Einweggeschirr.

Oranienburger Tor

Tuch olsk ystr.

TREFFPUNKT Hauptbahnhof/ Washingtonplatz 13:30 Uhr
Alt-Moa bit

Torstr TREFFPUNKT . str. S-Bhf. Oranien- Tor Rosenthaler Platz burger Str. 13:15 Uhr
WeinOra nien meisterstr. b. S tr.

Paulstr.

R

. rdtstr Ziegelstr. einha
Friedrichstr.

Ale xa nd erp l.

TREFFPUNKT U-Bhf. RosaLuxemburgPlatz 13:00 Uhr

b xem .-Str. R.-Lu

fer

Bellevue

Sp
g we ree Sp

ree

Friedrichstr.

Hackescher Markt Alexanderplatz
Spr ee

tr. nders exa Al

Großer Stern 14:00 Uhr

Juni Straße des 17. Tiergarten

UMWELTFESTIVAL
Brandenburger Tor

11: 00 - 19:00 Uhr

START: S+U-Bhf. Jannowitzbrücke 12:45 Uhr

Vorläufige Routenführung, weitere Informationen unter www.adfc-berlin.de

SONNTAG, 14. JUNI 2015

www.BSR.de
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.