Path:
Volume

Full text: Aktionsraum plus Nord-Marzahn - Nord-Hellersdorf (Rights reserved) Ausgabe 2012,1 (Rights reserved)

Aktionsraum plus plus Nord-Marzahn/Nord-Hellersdorf Newsletter Juni 2012 Aktionsraumplus // Stärkere Vernetzung und integriertes Handeln INSEK 2011/12 // Veränderte Rahmenbedingungen und Handlungserfordernisse INSEK 2011/12 // Leitbild, Entwicklungsziele und Handlungsfelder INSEK 2011/12 // Räumliches Entwicklungskonzept INSEK 2011/12 // Räumliche Handlungsschwerpunkte 1 2 3 4 5 Quelle: Bahrs-Discher, Berlin Aktionsraumplus // Stärkere Vernetzung und integriertes Handeln In Marzahn-Hellersdorf leben rund 7,3% der Berlinerinnen und Berliner. Die Entwick­ lung des Bezirks Marzahn-Hellersdorf wird ebenso wie die Entwicklung der Städte und Stadtquartiere durch eine Vielzahl von Fak­ toren beeinflusst: z.B. Veränderungen der Bevölkerungsstruktur und ökonomische Ent­ wicklungen. Um auf die unterschiedlichen, teilweise ge­ genläufigen Faktoren reagieren zu können, bedarf es einer integrierten Stadtentwick­ lungsplanung. Anliegen des Bezirksamts Mar­ zahn-Hellersdorf und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt ist es, ihre Handlungsmöglichkeiten sowohl fach- und ebenenübergreifend als auch sozialraumori­ entiert zu bündeln und zu koordinieren. Dazu gehört auch das Aufzeigen von Erfordernis­ sen und Möglichkeiten für das Einbinden des Engagements von lokalen Akteuren sowie von Bürgerinnen und Bürgern. Eine Grundlage dafür bildet das Integrierte Stadt(teil)entwicklungskonzept (INSEK), das für die Entwicklungsziele, Handlungsfelder, Maßnahmen und die einzusetzenden Instru­ mente den Rahmen setzt. Für die Großsiedlun­ gen Marzahn und Hellersdorf wurde erstmals 2002 - zunächst für einen Zeitraum von fünf Jahren - ein INSEK vorgelegt. 2007 erfolgte eine Aktualisierung für den Zeitraum bis 2011. Weitere Veränderungen erfordern eine neu­ erliche Aktualisierung des INSEK 2011/2012 bei gleichzeitiger Überprüfung des bisher Erreichten. Zu den Neuerungen zählt auch die im Jahr 2010 in fünf Berliner Stadtgebieten eingeführte Strategie Aktionsraumplus, die auf die Vernetzung aller maßgeblichen Akteure setzt, um Gebieten mit Entwicklungsschwä­ chen neue Impulse zu vermitteln. Das Büro Ur­ banPlan ist beauftragt, Bezirk und Land Berlin bei der Steuerung dieses Handlungsansatzes zu unterstützen. Weitere Informationen - zu Aktionsräumen: www.stadtentwicklung.berlin.de/ soziale_stadt/aktionsraeume_plus - zu INSEKs: www.urbanplan.de/insek2012 Aktionsraum plus Nord-Marzahn/Nord-Hellersdorf plus Newsletter Juni 2012 2 INSEK 2011/12 // Veränderte Rahmenbedingungen und Handlungserfordernisse Gleichzeitige Zunahme von Jung und Alt Seit 2008 ist wieder eine leichte Bevölkerungs­ zunahme zu verzeichnen. Vor allem junge Familien mit Kindern entdecken vor dem Hintergrund steigender Mieten in den Innen­ stadtquartieren die Großsiedlungen mit ihrer guten Kita- und Schulausstattung vermehrt als Wohnstandort. Ungeachtet dieser Verjüngung durch die Zu­ wanderung setzt sich die Alterung der Stamm­ bewohnerschaft fort. Es wird erwartet, dass sich bis 2030 das Durchschnittsalter von der­ zeit 42 auf knapp 48 Jahre erhöht. Als Folge dieser Entwicklung gibt es Anpas­ sungserfordernisse in Kitas, Schulen und Pfle­ geeinrichtungen, aber auch in den Wohnun­ gen und im öffentlichen Raum. Die Wohnungs­ grundrisse müssen alten- und familiengerecht umgebaut und der öffentliche Raum barriere­ frei umgestaltet sowie mit Ruhemöglichkeiten und Spielplätzen ausgestattet werden. Wachsende ethnische Vielfalt Ein Blick auf die Einwohnerstatistik zeigt, dass insbesondere unter den jungen Menschen die ethnische Vielfalt zunimmt. Von den Kin­ dern und Jugendlichen bis 18 Jahren haben in Berlin 43,5% einen Migrationshintergrund, in Marzahn-Hellersdorf sind es 20,7%. Inso­ fern ist zu erwarten, dass in Zukunft auch Marzahn-Hellersdorf als Wohnort für Men­ schen mit Migrationshintergrund stärker nachgefragt wird als bislang. Diese Entwick­ lung wird noch forciert durch eine wachsen­ de Wohnungsnachfrage und steigende Mie­ ten insbesondere in der Berliner Innenstadt. Veränderung der sozialen Struktur Infolge der fortschreitenden Alterung der Stammbewohnerschaft wird im Aktionsraumplus eine wachsende Zahl von Woh­ nungen frei werden. Daher ist davon aus­ zugehen, dass die jetzige Bevölkerung des Aktionsraumplus im jüngeren und mittleren Erwachsenenalter durch den angenomme­ nen Bevölkerungszuzug nicht verdrängt wird. Unter dieser Prämisse ist zu erwarten, dass der Bevölkerungsanteil im erwerbsfähi­ gen Alter, der Transfereinkommen bezieht, im Grundsatz unverändert bleibt. Daraus kann abgeleitet werden, dass die bereits jetzt erhebliche Kinder- und Jungendarmut anzu­ halten droht. Gefahr für die Zentrenstruktur Der anhaltende Strukturwandel im Einzelhan­ del hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass sich das Einzelhandelsflächenangebot auch im Aktionsraumplus erheblich erweitert hat. In diesem Kontext sind auch Einzelhan­ delsbetriebe entstanden, von denen eine Schwächung benachbarter Zentren ausgeht und damit Ladenleerstände sowie problema­ tische städtebauliche Auswirkungen verur­ sacht werden. Vor diesem Hintergrund stehen die Nahversorgungszentren in den nächsten Jahren vor besonderen Herausforderungen. Bedeutungsgewinn des Klimaschutzes Große Teile des Aktionsraumsplus haben eine sehr hohe stadtklimatische Bedeutung auf Grund ihrer Funktion als Kaltluftentstehungs­ gebiete mit Zuordnung zu belasteten Sied­ lungsräumen. Nur punktuell gibt es Sied­ lungsräume mit hoher klimatischer Belastung in den verdichteten Zentren (z.B. Marzahner Promenade) und Gewerbegebieten. Der Aktionsraumplus bietet günstige Voraus­ setzungen, um den Zielen des Klimaschutzes gerecht zu werden. Die Bebauungs- und Sied­ lungsstruktur der Großsiedlungen begünstigt dies durch folgende Besonderheiten: • geringer Flächenverbrauch pro Bewohner, • geringe Bodenversiegelung durch mehrge­ schossige Bauweise, • starke Durchgrünung der Wohnquartiere, • geringer Aufwand für energetische Sanie­ rung (großflächige Dach- und Fassadenflä­ chen, normierte Bauformen), • geringer Energieaufwand durch kompakte Bauformen. Abgrenzung des Aktionsraumsplus Nord-Marzahn / Nord-Hellersdorf Quelle: Luftbild GeoContent GmbH / Bearbeitung UrbanPlan, 2011 Aktionsraum plus Nord-Marzahn/Nord-Hellersdorf Newsletter Juni 2012 3 INSEK 2011/12 // Leitbild Leitbild Entwicklung zu einem grünen Lebensort und lebendigen Gemeinwesen sowie zu einem innovativen und solidarischen Metropolenraum durch nach­ haltige Nutzung der Potenziale. Für die Leitbildentwicklung waren die vom Bezirksamt Marzahn-Hellerdorf im Juli 2009 verabschiedete strategische Zielsetzung, die Leitbilder für eine nachhaltige Entwicklung der Lokalen Agenda 21 sowie zur Herstellung inklusiver Lebensbedingungen, die UN-Kon­ vention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verbindliche Grundlagen. Das Leitbild des INSEK 2011/12 verknüpft diese Ansätze und stellt sie in einen Zusam­ menhang mit der Analyse entwicklungsbedeutsamer Rahmenbedingungen sowie den Entwicklungsannahmen. Es beschreibt die hieraus ableitbare langfristige strategische Ausrichtung. Das Leitbild formuliert die längerfristige Hand­ lungsausrichtung und wird präzisiert durch die Entwicklungsziele sowie hinsichtlich der Umsetzung durch den strategischen Ansatz. Es richtet sich an die öffentliche Verwaltung auf Landes- und Bezirksebene, die Förderge­ ber und -nehmer sowie private Akteure. Quelle: UrbanPlan, Berlin INSEK 2011/12 // Entwicklungsziele und Handlungsfelder Bildung, Jugend und Ausbildung Realisierung eines zukunftsfähigen Bildungs­ standortes durch Qualifizierung des Netzes der sozialen Infrastruktur, Schärfung der Bil­ dungsprofile und Schaffung einer innovati­ ven Bildungslandschaft sowie einer Bildungs­ kultur für lebenslanges Lernen. Arbeit und Wirtschaft Stärkung der Wirtschaft und Beschäftigung durch Bestandspflege sowie Förderung inno­ vativer Unternehmensentwicklung und -an­ siedlung, darüber hinaus durch Förderung bezirklicher Netzwerke und weitere Stand­ ortprofilierung. Kultur, Soziales, Integration und Gesundheit Verbesserung der Lebensqualität und Min­ derung sozialer Defizite durch soziale und kulturelle Integration, nachhaltigen gene­ rationenübergreifenden Wohnungsumbau, Stärkung der Familien sowie Verbesserung des Gesundheitsniveaus und Entwicklung zu einem barrierefreien Modellgebiet entspre­ chend der UN-Konvention zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Quartiere und öffentlicher Raum Förderung der Nachbarschaften in den Stadt­ teilen und Quartieren durch Stärkung klein­ räumiger Strukturen, Partizipation von Be­ wohner/innen und Vernetzung der Akteure. Anpassung der Ausstattung und Gestaltung öffentlicher Räume an den demografischen Wandel. Klimaschutz Vermeidung von CO2-Ausstoß, Erhaltung und nachhaltige Sicherung der Naturrräume und der Artenvielfalt sowie Entwicklung eines klimaschonenden Verkehrskonzeptes mit be­ sonderer Förderung von Fuß- und Radwegen. Weiterentwicklung des Einsatzes ressourcen­ schonender Versorgungssysteme. Strategischer Ansatz - vernetzt denken - integrativ und kooperativ handeln - Ressourcen bündeln Quelle: Weeber + Partner, Berlin Aktionsraum plus Nord-Marzahn/Nord-Hellersdorf Newsletter Juni 2012 4 Integriertes Stadtentwicklungskonzept | INSEK 2011/12 INSEK 2011/12 // Räumliches Entwicklungskonzept Abb. 38: Langfristige räumliche Entwicklungsorientierung im Aktionsraumplus Quelle: Planwerk 2007, Bearbeitung UrbanPlan 2011 Alle benannten Entwicklungsziele und strebte Entwicklung zu qualifizieren, ist eine den Entwicklungsansatzes und finden ihren Handlungsfelder haben einenGrupperäum­ starken Planwerk, 2007, Überarbeitung UrbanPlan, 2011 | vgl. DIN A3-Plansatz in Abschnitt 6 der wesentlichen Aufgaben der nächsten Ausdruck in konkreten räumlich verortbaren Quelle: lichen Bezug, der sich insbesondere in den Jahre. Maßnahmen. Standorten der Einrichtungen der jeweili­ Die mit dem Bezirksamt und den Fach­ Die langfristige räumliche Entwicklungs­ gen Handlungsfeldkomponenten (Bildungs­ verwaltungen abgestimmten räumlichen orientierung bildet die Grundlage für die einrichtungen, Jugendeinrichtungen, Kul­ Handlungsschwerpunkte und Schlüsselpro­ Weiterentwicklung der Quartiere und des tureinrichtungen u.a.) dokumentiert. Diese jekte sind Ausdruck des fachübergreifenöffentlichen Raumes. Standorte als Voraussetzung für die ange­ Aktionsraum plus 4.3.2 Räumliche Handlungsschwerpunkte Newsletter Juni 2012 5 Von den 15 im INSEK 2007 Nord-Marzahn/Nord-Hellersdorf INSEK 2011/12 // Räumliche Handlungsschwerpunkte Abb. 39: Räumliche Handlungsschwerpunkte im Aktionsraumplus festgelegten Maßnahme- und Entwicklungsschwerpunkten des Stadtumbaus sind in neun die vordringlichen Maßnahmen weitgehend abgeschlossen (vgl. Kapitel 0.3). Nicht abgeschlossen und daher ab 2011 vordringlich umzusetzen sind Maßnahmen aus dem INSEK 2007 in sechs der dort benannten Schwerpunkt- und Aktionsbereiche (1.4 Ringkolonnaden, 1.7 Gebietskoordination sowie Entwicklung Gut Hellersdorf und Umfeld, 1.8 Hellersdorfer Promenade, 2.1 Cottbusser Platz, 2.3 Gelbes Viertel mit Infrastrukturband, 2.4 Marzahner Promenade). Alle Maßnahmeschwerpunkte wurden analysiert und neu bewertet und entsprechend in die abgestimmte Liste der räumlichen Handlungsschwerpunkte integriert. Als räumliche Handlungsschwerpunkte wer­ den im INSEK 2011/12 festgelegt: Marzahn-Mitte 1. Grünräumliche Vernetzung Hochzeits­ park- Bürgerpark 2. Städtebauliche Entwicklung der Ring­ kolonnaden 3. Städtebauliche Entwicklung der Brach­ fläche Karl-Holtz-Platz/Rudolf-LeonhardStraße 4. Attraktivitätssteigerung Marzahner Pro­ menade Marzahn-Süd 5. Vernetzung des Dorfs Marzahn und Aufwertung KulturGut und Umfeld (Pla­ nungsbereich Landsberger-/Schragen­ feldstraße) Hellersdorf-Nord 6. Sicherung Infrastrukturstandort Kyritzer Straße nach Rückbau 7. Aufwertung Hellersdorfer Promenade und Aktivierung von Brachflächen 8. Entwicklung, Aufwertung und Gebiets­ koordination Gut Hellersdorf und Um­ feld; Entwicklung der Potenzialflächen 9. Aufwertung Cottbusser Platz Hellersdorf-Süd 10. Aufwertung Gelbes Viertel und Infra­ strukturband 11. Aufwertung Boulevard Kastanienallee 12. Aufwertung Infrastrukturband ErichKästner Straße 13. Qualifizierung öffentlicher Raum UBahnhof Kaulsdorf und Verbesserung des Zugangs zum Cecilienplatz sowie dessen Aufwertung 14. Beseitigung städtebaulicher Missstand Haus Mecklenburg Die dargestellten räumlichen Handlungs­ schwerpunkte markieren Bereiche, in denen z.T. noch zu entwickelnde Projekte mit teil­ weise erheblichen stadträumlichen Auswir­ kungen umzusetzen und entsprechende Be­ teiligungsstrukturen zu schaffen sind. Dabei werden die Handlungsschwerpunkte Ring­ kolonnaden, Marzahner Promenade und Hel­ lersdorfer Promenade sowie die Realisierung der Quartiersschulen als besonders komplex und vordringlich angesehen. Quelle: UrbanPlan, 2011 | vgl. DIN A3-Plansatz in Abschnitt 6 Quelle: FIS-Broker, Bearbeitung UrbanPlan 2011 Dezember 2011 Die Nummerierung der räumlichen Hand­ lungsschwerpunkte stellt als Diskussions­ ergebnis aus den vorbereitenden Workshops zum INSEK ausdrücklich keine Rangfolge dar. Die mit dem Schlüsselprojekt „Konzipierung und Realisierung von Quartiersschulen“ in­ tendierte Entstehung eines Netzes von Quar­ tiersschulen wird aufgrund der erhofften räumlichen und sozialen Auswirkungen auf die Stadtteile ebenfalls in dem oben stehen­ den Übersichtplan dargestellt. Drei dieser Schulstandorte wurden bereits festgelegt, drei weitere Standorte sind im weiteren Pla­ nungsprozess noch festzulegen. Auch wenn die räumlichen Handlungs­ schwerpunkte keiner Rangfolge unterliegen sollen, ist angesichts limitierter Finanzres­ sourcen und entsprechend dem strategischen Ansatz des INSEK eine sachliche, räumliche und zeitlich begründete Prioritätensetzung unumgänglich. Die zusammen mit dem INSEK 2011/12 be­ UrbanPlan 193 schlossene Maßnahmeliste weist die Prioritä­ tensetzung aus. Weitere Informationen www.urbanplan.de/insek2012 Impressum Herausgeber / V.i.S.d.P.: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz Berlin Albrecht Hirsch Gruppenleiter IVB 2. „Aktionsräume plus“ Württembergische Str. 6, 10707 Berlin Tel.: (030) 90139 4830 Fax: (030) 90139 4801 Email: Albrecht.Hirsch@Senstadt.Berlin.de Bezirksamt Marzahn - Hellersdorf
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.