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Full text: Jahresbericht ... des Vorstands der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin Issue 2005

Stiftung des öffentlichen Rechts

Jahresbericht 2005
des Vorstands der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin

ZLB Jahresbericht 2005

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Herausgeber Vorstand der Stiftung ZLB Prof. Dr. Claudia Lux Breite Straße 36 10178 Berlin T.: (030) 90 226-0 F.: (030) 90 226-494 Email: lux@zlb.de http://www.zlb.de Haus Berliner Stadtbibliothek mit Zentrum für Berlin-Studien Breite Straße 30-36 10178 Berlin T.: (030) 90 226-0 F.: (030) 90 226-494 Email: info@zlb.de http://www.zlb.de

Haus Amerika-Gedenkbibliothek mit Jugendbibliothek Hallescher Komet Blücherplatz 1 10961 Berlin T.: (030) 90 226-0 F.: (030) 90 226-139 Email: info@zlb.de http://www.zlb.de

Senatsbibliothek Berlin Straße des 17. Juni 112 10623 Berlin T.: (030) 90 226-324 F.: (030) 90 226-311 Email: info@zlb.de http://www.zlb.de

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Inhalt 1. Schwerpunkte in 2005
Neues Stiftungsgesetz und Integration des Berliner Gesamtkatalogs und der Senatsbibliothek Berlin Abschluss eines Tarifvertrages für die ZLB Baumassnahme Magazin AGB

4
4 5 5

2.

Dienstleistungen
Benutzer und Ausleihe Leihverkehr Dienstleistung Auskunft und Information Linksammlung Kundenschulungen

6
6 7 8 9 9

3. 4. 5.

Der Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins Weitere Dienstleistungen für die Bezirke Aus- und Fortbildung in der ZLB
Ausbildung Praktikanten Fortbildung

9 10 12
12 12 12

6.

Entwicklung und Erhalt des Medienangebotes
Die Fachbereiche im Überblick E-lernBar Digitalisierung Publikationstätigkeit

12
13 16 16 17

7.

Öffentlichkeitsarbeit
Pressearbeit Kooperationen/Werbung Veranstaltungen Führungen und Besucherservice Web-Auftritt Wahl der Generaldirektorin der ZLB zur IFLA-Präsidentin (2007-2009)

17
17 18 18 19 20 20

8.

Wichtige interne Arbeiten
EDV und Geschäftsgang

20
20

9.

Technische Dienste und Gebäude / Baumassnahmen 21
Verwaltung Humboldtforum auf dem Schlossplatz 22 22

Statistische Übersicht der Stiftung ZLB (Anlage)

23

ZLB Jahresbericht 2005 4

Jahresbericht 2005 des Vorstands der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) 1. Schwerpunkte in 2005
Das Jahr 2005 sollte nach der erfolgreichen Einführung der erweiterten Öffnungszeiten in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin ein Jahr der internen Konsolidierung werden, was sich allerdings durch verschiedene von außen an die ZLB herangetragene Aufgaben wie die Integration zweier Institutionen, ein neuer Tarifvertrag und diverse Bauaktivitäten veränderte. Neues Stiftungsgesetz und Integration des Berliner Gesamtkatalogs und der Senatsbibliothek Berlin Mit dem neuen Stiftungsgesetz ab 01. Januar 2005 werden verschiedene Aufgaben von der Verantwortung der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur auf die Zentral- und Landesbibliothek Berlin verlagert. Dabei sind folgende Aufgaben besonders hervorzuheben: die Umsetzung der zur Stiftung gehörenden Beamten vom Land Berlin in die Stiftung ZLB, die Integration des Berliner Gesamtkatalogs u. a. mit den Aufgaben einer Leihverkehrszentrale für Berlin und Brandenburg und die Integration der Senatsbibliothek Berlin. Die Umsetzung der zur Stiftung gehörenden Beamten vom Land Berlin in die Stiftung konnte dank der Unterstützung durch die Senatsverwaltung gut bewältigt werden, vor allem da die Bearbeitung der Akten weiterhin durch das Fachpersonal der Senatsverwaltung durchgeführt wird. So musste kein Personal dafür in der ZLB eingestellt und ausgebildet werden, sondern mit einem Vertrag über die Dienstleistung und entsprechender Kostenerstattung konnte diese zusätzliche Aufgabe aufgefangen werden. Die Übernahme der Aufgaben des Berliner Gesamtkatalogs wie Auskunft aus dem Gesamtkatalog, Leihverkehrszentrale für Berlin sowie Unterstützung anderer Bibliotheken bei der Zentralkatalogisierung in der Zeitschriftendatenbank waren gut vorbereitet worden und konnten zügig umgesetzt werden. Die Integration der Senatsbibliothek in die Stiftung ZLB ist als eine stufenweise Integration geplant. Verschiedene Punkte werden erst im Verlauf der nächsten Jahre konkretisiert werden können, wenn die zukünftige Entwicklung von VÖBB und KOBV abzusehen ist. Daher wurde der Outsourcing-Vertrag in der Senatsbibliothek für eine weitere Verlängerung ab 2006 ausgeschrieben und der Zuschlag wurde erteilt. Für die bisherigen Nutzer der Senatsbibliothek führten verschiedene Anpassungen zu verbesserten Möglichkeiten, so die kostenfreie Ausstellung eines VÖBB-Ausweises oder die Anerkennung des gültigen VÖBB-Ausweises für die Ausstellung einer kostenfreien Nutzerkarte der Senatsbibliothek, der Zugriff auf das Munzinger-Archiv online und die Präsentation der Senatsbibliothek in den Wissensgebieten der ZLB-Webseite. Die Senatsbibliothek wirkte in der hausinternen AG Netzpublikation und Langzeitarchivierung der ZLB mit und stellte verschiedene Zeitschriftenbände für die Digitalisierung zur Verfügung. Im Zusammenhang mit der Bestandserhaltung wurde ein ZLB-Standard-Notfallschrank eingerichtet und bestandserhaltende Maßnahmen in Form einer Buchreinigung durchgeführt.

ZLB Jahresbericht 2005 5 Weiterhin beteiligt sich die ZLB an der Online-Fernleihe des VÖBB-KOBV, übernahm die Bearbeitung eines Verwaltungsbereichs und wirkte bei der Raumplanung für die ZLB auf dem Schloßplatz mit. Zur stärkeren Integration wurde der Direktorin der Senatsbibliothek auch der Bereich Aus- und Fortbildung der gesamten ZLB übertragen. Abschluss eines Tarifvertrages für die ZLB Aufgrund der gezielten Kürzung des Personaletats der Stiftung ZLB durch den Senat von Berlin mit dem Wunsch der Angleichung der Löhne und Gehälter in der Stiftung ZLB an den Berliner Tarif musste die Generaldirektorin ab Ende 2004 mit der Gewerkschaft Verdi einen hausbezogenen Tarifvertrag verhandeln. Mit Unterstützung des Verwaltungsleiters und einer Mitarbeiterin der Verwaltung führte die Generaldirektorin alle Verhandlungsschritte selbst. Da der Tarifpartner diverse Verzögerungen in die Verhandlungen einbrachte, mussten mehrere Zeitstellen in den ersten Monaten des Jahres ohne Verlängerung auslaufen. Aufgrund der eindeutigen Stellungnahme und der Forderungen der Gewerkschaft Verdi und der gewerkschaftlichen Tarifkommission in der ZLB konnte der Berliner Anwendungs-Tarifvertrag nicht einfach übernommen werden. Es wurden daher im neuen ÜbernahmeTarifvertrag ZLB gezielt Veränderungen für die Angestellten und Lohnempfänger vereinbart, die bedeuten, dass generell Urlaubs- und Weihnachtsgeld einzusparen ist und dass je nach Einkommensstufe unterschiedliche Prozentsätze für die Kürzung des Monatsgehaltes oder des Lohnes anzusetzen sind. Damit einher geht für eine Vielzahl von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit und zusätzliche freie Tage. Mit dem Abschluss des neuen Tarifvertrags ab Mai 2005 mit einer Laufzeit bis 2009 ist es gelungen, die Arbeitsplätze zu sichern und die Einsparvorgaben des Senats zu erfüllen. Um allerdings die neuen Öffnungszeiten nicht zu gefährden, musste der Arbeitsanteil im Publikumsbereich deutlich erhöht und für interne Arbeiten reduziert werden. Durch neue Maßnahmen in der Automatisierung soll dies in den kommenden Jahren wieder ausgeglichen werden, damit auf Dauer kein Bearbeitungsstau entsteht. Baumassnahme Magazin AGB Die überraschende Nachricht, dass die Zu- und Abwasserleitungen der AGB neu verlegt werden müssen, führte ab August 2005 zu einer weiteren großen Baumaßnahme im Haus AGB mit erheblichen Einschränkungen für die Nutzung. Das gesamte Magazin wird dafür komplett geräumt, die Magazinbestände gesperrt, und alles kann erst im April 2006 wieder zurückgeräumt und freigegeben werden. Im Lesesaal der AGB wird ein Bestandsbereich weggeschlossen und dafür Regalflächen für die Rückgabe ausgeliehener Magazinliteratur geschaffen. Ein anderer Teilbestand wird vorübergehend in den Magazinbereich der Berliner Stadtbibliothek verlagert. Da auch die senkrechten Rohre im Haus AGB durch Einhausungen an den Säulen ausgetauscht werden müssen, sind zwischenzeitlich auch noch im Lesesaal mehrere hundert Meter Lesesaalbestand umzurücken. Viele der Rück- und Sortierarbeiten müssen mit eigenen Finanzmitteln oder durch eigene Kräfte durchgeführt werden.

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2. Dienstleistungen
Benutzer und Ausleihe Die Dienstleistungen der ZLB umfassen ab dem Jahr 2005 auch die Zählungen der Senatsbibliothek Berlin und weisen dadurch in allen gezählten Bereichen deutliche Steigerungen auf. Es wird daher im Folgenden auch mehrfach erläutert, wie die Daten zu korrekten Schlussfolgerungen genutzt werden müssen. Die ZLB verzeichnet für das Jahr 2005 eine Zunahme der Besucherzahlen real um 2,53 % auf 1,57 Millionen. Ursache dieser leichten Steigerung ist die Einbeziehung der Senatsbibliothek in die ZLB-Statistik, die beiden anderen Häuser haben eine geringe Reduzierung zu verzeichnen, was unter Umständen durch die Unzugänglichkeit der AGB-Magazinbestände bedingt ist. Da im Vorjahr die Steigerungen durch die neuen Öffnungszeiten erheblich waren, ist hier eine bestimmte Größe erreicht worden. Man kann daher noch nicht sagen, ob der leichte Besucherrückgang in Zukunft ein Trend werden wird oder durch die gegenwärtigen Baumaßnahmen bedingt ist. Allerdings werden immer mehr Dienstleistungen der ZLB bewusst auf andere Wege verlagert, um den Kunden einfachere Möglichkeiten der Nutzung zu bieten. Dazu gehört einerseits die zentrale Telefonauskunft, die eine Steigerung von 1,81 % auf 47.477 telefonische Anfragen verzeichnen kann und der Internetauftritt der ZLB, der eine Steigerung um 86,72 % auf 8.938.447 besuchte Webseiten anzeigt. Auch ohne die Zahlen der Senatsbibliothek liegt hier eine Steigerung von gut 40 % der Webseitenbesuche vor. Die ZLB Besuche über den VÖBB haben mit 1.187.460 eine Zahl erreicht, die mehr als 20 % höher als die des letzten Jahres liegt.

2005 Besucher der ZLB Telefonische Anfragen (zentral) Fachauskünfte und Recherchen Senatsbibliothek Besuche auf Webseiten (ohne VÖBB) Besuche von ZLB-Funktionen über VÖBB und IVR (Interactive Voice Response) / ohne Sebi Summe aller Besuche (real und virtuell) 1.570.696 *1 47.477 *2 11.058 8.938.447 *3 1.187.460 *4 11.755.138

2004 1.531.954 46.631

Trend + 2,53% + 1,81%

4.786.966

+ 86,72%

985.502

+ 20,49%

7.351.053

+ 59,91%

*1 = davon 46.194 Sebi *2 = hier nicht gezählt 11.058 Fachauskünfte und Recherchen Sebi *3 = ZLB : 6.728.014 ; Sebi : 2.210.433 *4 = Verlängerungen IVR : 117.713 Verlängerungen WEB : 941.235 Magazinbestellungen WEB : 25.188 Bestellwunsch WEB : 21.677 Vormerkungen im WEB: 81.646

Werden alle Besuche zusammengenommen, so beläuft sich die Zahl auf insgesamt über 11,7 Millionen reale und virtuelle Besuche in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin im Jahr 2005 (7 Millionen in 2004) und zeigt damit eine Verbesserung von 59,91 % auf. Eine erneute Steigerung der Ausleihen gegenüber 2004 um 13 % auf insgesamt 4.251.201 und damit die deutliche Überschreitung der 4-Millionen-

ZLB Jahresbericht 2005 7 Grenze ist nicht in erster Linie den hinzugekommenen 95.430 Entleihungen der Senatsbibliothek zuzuschreiben, sondern überwiegend ein Ergebnis einer guten und übergreifenden Bestandspolitik in den einzelnen Fächern der ZLB. Besondere Steigerungen in den Ausleihen konnte der Kinder- und Jugendbereich sowie der Non-Book Bereich mit jeweils rund 18 % gegenüber dem Vorjahr 2004 verzeichnen. In der Jugendbibliothek konnte damit der Verlust des letzten Jahres, der durch die zeitweise Schließung auf Grund von Bauarbeiten bedingt war, wieder wettgemacht werden. Der Non-Book Bereich ist weiterhin von außergewöhnlichen Steigerungen geprägt. Besondere Renner sind DVDs und Hörbücher, die oftmals noch am Tag der Rückgabe wieder ausgeliehen werden. Während in den Steigerungen bei Sachliteratur auch die zusätzlichen Ausleihen der Senatsbibliothek enthalten sind, ist die Erhöhung der Ausleihen in der Belletristik um 9,48 % gegenüber dem Vorjahr besonders hervorzuheben, da sie im letzten Jahr einen leichten Rückgang zu verzeichnen hatte. 5,1 % der Entleihungen wurden an den Selbstverbuchungsgeräten vorgenommen, die für große Mengen technisch nicht stabil genug arbeiten. Die neue Struktur der Ausleihorganisation durch das Benutzungsreferat und die Unterstützung aus allen anderen Bereichen mit Personal hat sich bewährt, dennoch sind außergewöhnliche Stauzeiten mit Schlangenbildung (ca. 6 mal pro Monat) zu verzeichnen, mit extremen Wartezeiten nach Feiertagen. Trotz der deutlichen Erhöhung der Ausleihen hat die Anzahl der aktiven Nutzer in 2005 einen leichten Rückgang in den anderen Häusern der ZLB zu verzeichnen. Sie ist daher noch um 1,7 % durch das Hinzukommen der angemeldeten Nutzer der Senatsbibliothek gestiegen. Die Ursachen einer Reduzierung der aktiven Benutzer in den beiden anderen Häusern liegen auch in der Tatsache begründet, dass Nutzer mehr als zuvor den Leihverkehr im VÖBB in Anspruch nehmen und diese Nutzer dann nur in den Bezirken als aktive Nutzer gezählt werden.

2005 Ausleihen gesamt Schöne Literatur Sachliteratur Kinder- und Jugendliteratur ohne Nonbooks Non-Book-Medien insgesamt davon Kinder und Jugendliche Aktive Benutzer 4.251.201 108.910 2.476.744 213.363 1.452.184 305.375 99.802

2004 3.761.736 99.475 2.248.927 180.240 1.233.094 262.781 98.019

Trend + 13,01% + 9,48% + 10,13% + 18,38% + 17,77% + 16,21% + 1,82%

Leihverkehr Ab dem 01.01.2005 übernahm die ZLB die Aufgaben des Berliner Gesamtkatalogs und gleichzeitig auch Aufgaben, die sie teilweise noch von der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz für den Berlin-Brandenburgischen Leihverkehr übernommen hatte. Außerdem kamen die Leihverkehrsmengen der Senatsbibliothek hinzu, die mit ihrem Sondersammelgebiet Kommunalwissenschaften im überregionalen Leihverkehr und mit diversen Direktlieferdiensten an die Berliner Verwaltung die Zahlen positiv beeinflussten. Es ist daher nicht verwunderlich, dass erhebliche neue Mengen im Leihverkehrsaufkommen zu verzeichnen sind. Heute werden darunter nicht nur die reinen Leihverkehrszahlen im klassischen Sinne mit Leihschein gezählt, sondern entsprechend der neuen Leihverkehrsordnung alle Direktbestellungen, die in unterschiedlicher Form in den Bibliotheken eingehen. Während die

ZLB Jahresbericht 2005 8 Anzahl roter Leihscheine im klassischen Leihverkehr rückläufig ist, nehmen die Direktbestellungen seit der Installation der Online-Komponente im VÖBB stetig zu. Auch die im VÖBB zugelassenen Bestellwünsche sind hier mit eingerechnet, da sie den gleichen Recherche- und Bereitstellungsaufwand verursachen, wie die sonstigen Leihverkehrsbestellungen.

Leihverkehrsbestellungen Gesamtaufkommen aus anderen Bibliotheken Aktiver/Gebender Leihverkehr (inklusive Direktlieferdienste im VÖBB) Passiver/nehmender Leihverkehr (inklusive Direktlieferdienste im VÖBB) Aus angeschlossenen Bibliotheken *5

2005 66.322 46.576 19.746 133.962

2004 48.814 33.713 15.101 102.307

Trend + 35,87% + 38,15% + 30,76% + 30,94%

*5 = Anzahl der Ausleihen von ZLB-Beständen (ohne Sebi) in Bibliotheken des VÖBB (inklusive Neuausleihen ohne Transport)

Dienstleistung Auskunft und Information Gegenüber dem Jahr 2004 gab es bei den telefonischen Auskünften eine leichte Steigerung um 1,81 %. Dabei gab es geringfügig weniger Anfragen nach Medien in den Katalogen und zu den Ausleihbedingungen, aber eine deutliche Zunahme bei der Konteneinsicht. Hier meldeten sich in erster Linie Personen, die zu Hause über keinen Internetanschluss verfügen und so nicht selbst über das Web ihr Konto einsehen können. Sie wählen den telefonischen Weg, um sich die Fahrt in die Häuser der Zentral- und Landesbibliothek zu sparen. Von der zentralen telefonischen Auskunft wurden 1.938 sehr spezielle Fragen an die Fachpulte weitervermittelt, während einfache Fachfragen direkt beantwortet werden konnten. In der Senatsbibliothek gibt es keine zentrale telefonische Auskunft und keine Erfassung der reinen Benutzungsanfragen. Hier werden die Fachauskünfte und Recherchen erfasst. Als Spezialbibliothek wird sie direkt wegen komplexer, fachlicher und wissenschaftlicher Fragen kontaktiert.

Telefonische Dienstleistungen gesamt davon ZLB-Kataloge VÖBB Ausleihbedingungen Konteneinsicht Zusätzlich: Fachauskünfte SeBi

2005 47.474 9.154 10.325 6.196 11.058

2004 46.631 9.431 10.618 5.864

Trend + 1,81% - 2,94% - 2,76% + 5,66%

Neben den in allen Fachgebieten bearbeiteten mündlichen, telefonischen und schriftlichen fachbezogenen Anfragen, übernahm das Referat Information den Großteil von Rechercheanfragen und hat dafür inzwischen ein ganzes Spektrum an Hilfsmitteln für die unterschiedlichen Nutzer der ZLB eingerichtet. Das zentrale Angebot unserer Email-Auskunft ist das internationale System Question-Point, das durch Initiative eines Mitarbeiters des Referats Information der ZLB im Jahr 2005 zu einem multilingualen, kooperativen Auskunftsdienst ausgebaut worden ist. Übersetzungen durch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der ZLB sowie Partnerschaften mit 6 Bibliotheken haben dazu geführt, dass diese Email-Auskunft auf unserer und den Webseiten anderer Teilnehmer inzwischen in zahlreichen Sprachen zur Verfügung steht. Wer z.B. in Polnisch

ZLB Jahresbericht 2005 9 bei uns auf der Webseite eine Frage eingibt, bekommt von unserem polnischen Partner, der Pommerschen Landesbibliothek in Szczecin, eine Mail; wer nur chinesisch kann, erhält seine Antwort aus der Regionalbibliothek in Guangzhou. Literaturfragen und selbstverständlich auch Sachfragen werden schnell und kompetent beantwortet. Die hinter dem Auskunftsdienst stehende Bibliothekskooperation OCLC wird in 2006 diese besondere Leistung der ZLB speziell bewerten. Weitere Email-Anfragen, die direkt oder auf dem Weg der Internetbibliothek in die ZLB kamen, wurden kompetent und schnell beantwortet, in komplizierteren Fällen in das kooperative Question-Point-System eingegeben und an die weltweiten Auskunftspartner weitergeleitet. Hausintern werden verschiedene Datenbanken angeboten, neben den fachbezogenen Einzelplatzlösungen wurden 15.395 Aufrufe von Datenbanken allein im CD-Rom-Netz verzeichnet. Linksammlung Ein seit Jahren höchst erfolgreiches Projekt der ZLB ist die umfangreiche Linksammlung, die nicht nur von den Berliner Bibliotheken, sondern auch von anderen Bibliotheken weltweit genutzt wird. Sie ist leicht zu recherchieren und bietet gezielte und breit gefächerte Informationen, häufig schneller und besser als sie eine Suche in „Google“ ergeben würde. Gegenüber 2004 mit über 9.000 Links im Angebot, wurden 2005 mehr als 10.000 Links angelegt. Durch die klar gestufte Strukturierung sind alle Themen einfach und schnell aufzufinden. Damit kann der Kunde selbstständig zu Hause oder in der Bibliothek eine Vielzahl von Informationen erhalten und oftmals sein Informationsbedürfnis befriedigen. Der Anstieg von einer halben Million Besucher der Linkseiten in 2004 auf fast 700.000 (exakt 698.970) in 2005 macht sichtbar, dass die Linksammlung nichts von ihrer Attraktivität verloren hat und ihre Pflege weiterhin ein wichtiges Informationsangebot für unsere Kunden ist. Kundenschulungen Um die Datenbanken, aber auch die Online-Kataloge und das Internet, gut nutzen zu können, wurden regelmäßig für alle Altersgruppen Schulungen und Kurzeinführungen vom Referat Information angeboten, die 2005 mehr als 178 Stunden in Anspruch nahmen.

3. Der Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins
Die ZLB betreibt die Verbundzentrale des gemeinsamen Verbundes der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB). Bis zum 30. März 2005 nahm die Leitung der EDV der ZLB weiterhin die Leitung des Verbundes wahr. Erst zum 1. April 2005 konnte die Stelle der Leitung des Verbundes neu besetzt werden. Die ZLB betreibt die Verbundzentrale des gemeinsamen Verbundes der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) als VÖBB-Servicezentrum. Im Frühjahr 2005 kann die Stelle der Leitung des VÖBB-Servicezentrums neu besetzt werden. Wichtige Veränderungen betreffen die engere Zusammenarbeit von VÖBB und KOBV in verschiedenen Bereichen. So werden die ZLB-Daten in den Index des KOBV aufgenommen und die Funktion der Endnutzerfernleihe wird im Online-Angebot des VÖBB erfolgreich realisiert. Zu den im Jahr 2005 umgesetzten Neuerungen gehören auch neue Dienstleistungen für die Kunden des VÖBB: Die vom Datenschutz geforderte Möglichkeit, das Kunden-Passwort selber zu wählen und zu ändern sowie die Email- und SMS-Benachrichtigung bei Medienbestellungen, mit der die Kunden den Bibliotheksservice nach eigenen Vorlieben gestalten können.

ZLB Jahresbericht 2005 10 Als weiteres Angebot wird im Dezember 2005 die erste Stufe des Portals des VÖBB in Betrieb genommen, über das jeder VÖBB-Kunde auf attraktive Recherche-Angebote, wie z.B. die Munzinger-Archive, zugreifen kann. Die Realisierung der Portalangebote steht dabei im Spannungsfeld zwischen den Bedürfnissen der Öffentlichen Bibliotheken und den hohen, teilweise restriktiven Sicherheitsanforderungen des MAN, die sich wieder einmal nachteilig für schnelle und effektive Lösungen erweisen. Weiterhin wird mit der Entwicklung einer Schnittstelle für einen Kassenautomaten ein erster Schritt zu automatisierten Kundendiensten getan und durch den erfolgreichen Test des UMTS-Einsatzes für die Fahrbibliotheken und die Fertigstellung des Konzeptes für neue Verbund-Server die technischen Voraussetzungen für die weitere erfolgreiche Arbeit sowie die Barrierefreiheit des elektronischen Angebots des VÖBB geschaffen. Mit 250.642 (2004: 206.998) Medientransporten in andere Bezirke über den Transportservice des VÖBB und mit 15.920.461 (2004: 7.791.400) Zugriffen auf  zeigt der Verbund, dass er von den Berlinern angenommen wird. Die Betreuung des Systems Interactive Voice Response des VÖBB durch die ZLB muss in den nächsten Jahren anhand der Nutzung, die deutlich gegenüber dem Webangebot nachlässt, überprüft werden. Die ZLB begleitet in der Spezifikation und mit Tests die Einführung eines neuen Release (Dokumentation, Hilfestellung) im VÖBB. MitarbeiterInnen nahmen an verschiedenen Arbeitsgruppen teil, z. B. zum Change-Request und den VÖBBGremien: AG Portal, AG RFID, PT2, VÖBB-Meeting, verschiedenen Systemanwendertreffen und unterstützen auch Anfragen zu Katalogisierungsproblemen. Das Kompetenzzentrum Sacherschließung des VÖBB wird von der ZLB verantwortet. Die Mitarbeiterinnen der Sacherschließung der ZLB sind in 2005 dazu übergegangen, bei falschen Ansetzungen die anhängenden Titel auf der Verbundebene neu zu verschlagworten, also auch „Nicht-ZLB-Bestände“. Die ZLB-Verwaltung, unterstützt von der Leiterin der EDV, kümmert sich um die Ausführung der vom VÖBB gewünschten Beschaffungen und wickelt den gesamten finanziellen Geldfluss im VÖBB und für die Funktion ‚Bezahlen im Verbund’ mit 12 Bezirksbibliotheken und der ZLB ab.

4. Weitere Dienstleistungen für andere Einrichtungen
Die ZDB-Katalogisierung für andere Bibliotheken, eine Aufgabe, die die Bibliothek früher nur für die Bezirksbibliotheken erledigt hat, ist durch die Integration des Berliner Gesamtkatalogs zu einer umfassenderen Aufgabe der ZLB für Spezialbibliotheken in Berlin geworden. Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt hier auf der Korrektur und Erstellung der Titelund Körperschaftsdatensätze. Wie in den vergangen Jahren hat die ZLB die Öffentlichkeitsarbeit aller Berliner Öffentlichen Bibliotheken unterstützt, so z.B. durch Verteilen von zentral angelieferten Broschüren, Aufbau eines Webverzeichnisses von herunter zu ladenden Bundesinformationen, Binden des von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur herausgegebenen Jahresberichts 2005. MitarbeiterInnen der ZLB engagierten sich in verschiedenen Arbeitskreisen der Berliner Öffentlichen Bibliotheken wie z.B. Kinderbibliotheken und Öffentlichkeitsarbeit. Hervorzuheben ist die Mitarbeit beim Bücherfest, an dem

ZLB Jahresbericht 2005 11 die Öffentlichkeitsarbeit der ZLB in Kooperation mit der Musikabteilung mitgewirkt hat. Pressemitteilung und Fotos wurden in Kooperation mit dem Facharbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit der Stäko zusammengestellt. Verschiedene Fachlektoren und Mitarbeiterinnen der Katalogisierung und anderer Bereiche, beraten die Kolleginnen von Bezirksbibliotheken bei fachlichen Problemen. Die Generaldirektorin nimmt an der PISA-AG der Ständigen Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Berliner Öffentlichen Bibliotheken teil. In 2005 fanden neben der Stäko auch verschiedene Gespräche zur Neustrukturierung der Berliner Öffentlichen Bibliotheken statt. Die Leihverkehrszentrale für Berlin und Brandenburg ist in der ZLB angesiedelt, die konkrete Richtlinien festlegt und auf dieser Grundlage einzelne Bibliotheken auf Antrag zum Leihverkehr zulässt. Arbeitskreise zum Friedrich-AlthoffKonsortium, zu Zeitungen und zur Bestandserhaltung werden von der ZLB durch aktive Teilnahme gefördert. Eine wichtige Veranstaltung des AK Bestandserhaltung mit politischen Vertreterinnen des Kulturbereichs der Länder Berlin und Brandenburg samt Pressekonferenz organisiert die ZLB für den Arbeitskreis. Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ZLB engagieren sich in der Weiterbildung der Berliner Bibliothekarinnen und Bibliothekare durch Seminare an der Freien Universität (FU) und bei der Ausbildung des höheren Dienstes an der Humboldt-Universität sowie des Masterstudiengangs an der Fachhochschule Potsdam. In 2005 waren mehrere Vertreterinnen und Vertreter der ZLB von verschiedenen Ebenen in regionalen und überregionalen Arbeitsgremien und Verbänden des Bibliothekswesens tätig. Darunter sind die Vorstandstätigkeiten der Leiterin der Historischen Sammlungen beim Mikrofilm-Archiv (MFA) Dortmund und der Leiterin der Musikabteilung in der Association Internationale des Bibliotheques, Archives et Centres de Documentation Musicaux (AIBM), Ländergruppe Bundesrepublik Deutschland e.V., besonders hervorzuheben. Eine Übernahme derartiger Aufgaben wie auch die Wahl der Generaldirektorin zur zukünftigen Präsidentin des Weltverbands der Bibliotheken, IFLA, (s. S. 20) stärkt die internationale Bekanntheit der Zentral- und Landesbibliothek Berlin und bringt Erfahrungen aus anderen Ländern und Best Practice zurück in die Stadt. Erneut wurde im Jahr 2005 der Bewerbertest für Auszubildende für den Beruf „Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste“ von der ZLB durchgeführt. Diesmal wurde er für 19 (2004: 14) Bibliotheken organisiert. Insgesamt 735 (2004: 616) Bewerber und Bewerberinnen machten den Test in der ZLB als erste Vorauswahl für die Ausbildung zu Fachangestellten für Medien und Informationsdienste. Verschiedene Lehrunterweisungen für die Azubis sowie Prüfungsvorbereitungen für die gesamten Berliner und Brandenburger Prüfungsklassen wurden in 2005 wieder von der ZLB geboten, außerdem wird ein Teil der Prüfungen in der ZLB abgehalten. Der Aus- und Weiterbildungsbereich der ZLB half bei der Vermittlung von 111 Fachpraktika für die Azubis in anderen Bibliotheken und im Buchhandel.

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5. Aus- und Fortbildung in der ZLB
Ausbildung Im Bereich Aus- und Fortbildung war durch Altersteilzeit im Jahr 2005 eine Neubesetzung notwendig, die im Herbst eingestellt wurde. Die Aufgaben werden entsprechend neu verteilt. Die ZLB konnte in 2005 wiederum 4 Ausbildungsplätze für den Beruf ‚Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste’ anbieten. Hinzu kamen 2 Ausbildungsplätze des 2. Ausbildungsjahres, die durch die Integration der Senatsbibliothek übernommen werden. Durch die Verlängerung der Ausbildung einer Auszubildenden sind es 2005 im dritten Lehrjahr insgesamt 7 Auszubildende in der ZLB. Die Verteilung der Auszubildenden ist der untenstehenden Tabelle zu entnehmen.

Auszubildende (Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste) 1. Ausbildungsjahr 2. Ausbildungsjahr 3. Ausbildungsjahr Auszubildende gesamt

2005 4 (4 weibl./0 männl.) 4 (2 weibl./2 männl.) 7 (5 weibl./2 männl.) 15

2004 4 (2 weibl./2 männl.) 4 (2 weibl./2 männl.) 4 (3 weibl./1 männl.) 12

Praktikanten In 2005 konnten 35 Praktika zwischen 3 Wochen und 6 Monaten für angehende Bibliothekarinnen und Bibliothekare in der ZLB angeboten werden, 25 Schülerpraktikanten, 17 Austauschpraktikanten und zwei Nachqualifizierungen für die Fachangestelltenausbildung wurden betreut. Weitere Praktikanten lernen im Rahmen des bibliothekarischen Master-Studienganges Organisation und Management auf verschiedenen Führungsebenen kennen. Die verschiedenen Leitungsebenen der ZLB stehen immer wieder für diesen Kreis zur Verfügung und lassen die Trainees direkt im Leitungsbereich mitwirken und anstehende Management-Probleme bis zur Lösung mit Unterstützung bearbeiten. Fortbildung Trotz der Reduzierung der Arbeitszeit hat die Leitung der ZLB darauf hingewirkt, dass die weitere Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ZLB durch Fortbildung verbessert wird. Intern und extern wurde eine Vielfalt an Fortbildungen angeboten, an denen 173 MitarbeiterInnen (2004: 73) teilnahmen. Die Zahl der Teilnehmer und Teilnehmerinnen hat sich im Verhältnis zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Ein besonderer Schwerpunkt lag in 2005 auf Schulungen für die Qualifizierung der Beschäftigtenvertretung und im Bereich der Datenverarbeitung mit Kursen zu Excel, Word, Windows XP, EMail, Bibliothekssoftware adis/BMS, sowie für Netman, Adobe Acrobat, Oracle Datenbank sowie verschiedene Fachdatenbanken. Außerdem fanden Schulungen zu bibliotheksbezogenen Sprachkursen, zum Erstellen von Anforderungsprofilen für die Bewertung der Beamtinnen und Beamten und zur Führungsqualifikation statt. Die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der ZLB nehmen bei den internen Fortbildungen einen wichtigen Platz ein.

6. Entwicklung und Erhalt des Medienangebotes
Der bemerkenswerte Zuwachs von 19,44 % im Bestand der Zentral- und Landesbibliothek Berlin auf 3.222.249 Medieneinheiten ist der Integration der Senatsbibliothek Berlin mit mehr als 480.000 Medieneinheiten zuzuschreiben sowie einigen Sammlungen und Nachlässen, die die Historischen Sammlungen

ZLB Jahresbericht 2005 13 erworben haben. Der echte Neuzugang im Jahr 2005 ist mit 8,58 % unter dem Zugang des Vorjahres geblieben. Mit 87.645 wurden deutlich weniger neue Medien erworben als im vergangen Jahr. Insgesamt sind die Buchpreise und Lizenzen angestiegen und in 2005 musste im Spätherbst auf Grund der finanziellen Situation der Stiftung ein Erwerbungsstopp verhängt werden. Mit 28.471 ausgeschiedenen Medieneinheiten sind die Zahlen in diesem Bereich immer noch im Rahmen des üblichen Abgangs.
Tabelle: Entwicklung des Medienangebotes 2005 Bestand Zugang Abgang 3.222.249 87.645 28.471 2004 2.697.737 95.875 23.801 Trend + 19,44% - 8,58% + 19,62%

In der Abteilung Medienzentrum mit ihren Fach- und Spezialbereichen gibt es erneut eine Steigerung der Umsatzzahlen. Wiederum sind in allen Fachbereichen die Ausleihen der Non-Book-Angebote besonders gestiegen, aber auch die Schöne Literatur und die Sachbücher wurden mehr als im Vorjahr genutzt. Eine Verbesserung des Multimedia-Angebots in der ZLB vor allem in der Freihand der AGB durch neue Spezialregale und die Zentralisierung aller Angebote in einem Bereich (von CD-Rom bis zum Hörbuch) mag ein Grund für diese Steigerung der Ausleihen um mehr als 17 % sein. Dass die Gesamtleistungen wiederum trotz der Schließung des Magazins der AGB erbracht wurden, könnte die These bestätigen, dass umso mehr ausgeliehen wird, je mehr Medien im Freihandbereich stehen. Viele Medien, die sonst im Magazin standen, mussten wegen der Bauarbeiten in der Freihand aufbewahrt werden. Trotz der engen und teilweise nicht sehr ästhetischen Dichte, ist der freie Zugang zu den Medien am Regal ein entscheidendes Element für hohe Ausleihzahlen. Es ist daher für die ZLB sehr wichtig, in Zukunft mehr Platz für ihre Medien in Freihandaufstellung zu erhalten, damit dem Bedarf nach schnellem direktem Zugriff entsprochen werden kann. Es wird sich zeigen, ob die Steigerung der Ausleihen sich nur auf dieses besondere Jahr bezieht oder ein neuer Trend werden könnte. Die Fachlektoren haben die Besprechung von Literatur im Web erweitert und stellen auch andere Medien in ihren Tipps vor. Die Webseiten der Fachgebiete wurden systematisch ergänzt und aktualisiert, vor allem hat die stärkere Einbeziehung der Fachlektoren in den Ausbau der Linksammlungen diese erneut verbessert und deutlich erweitert. Viele Fachgebiete erneuerten ihren Informations-Flyer. Die Fachbereiche im Überblick Die Bereiche Multimedia, Zeitungen und Video sind Zentrallektorate und nach formalen Kriterien gebildet, arbeiten aber inhaltlich übergreifend in Zusammenarbeit mit den anderen Fachlektoraten. Der Multimediabereich wertet die neue zentrale Präsentation im Haus AGB als Erfolg. Die Präsentation in der BStB steht als Konzept und muss nach der Beschaffung der Möbel umgesetzt werden. Hier wird aber vor allem auf eine enge Zusammenarbeit mit der e-lernBar gesetzt. Das Zentrallektorat Zeitungen und Allgemeine Zeitschriften hat zur Ergänzung des Bestandes Zeitungsbestände aus der FU übernommen und gleichzeitig defekte Zeitschriftenbände von häufig genutzten Titeln wie ‚Spiegel’ erneuert. Auf den Webseiten wurde die Titelliste aktualisiert und Hinweis auf die Bestände der Senatsbibliothek gegeben. Weiterhin koordiniert dieser Bereich die inhaltliche Erfassung von Zeitschriftenaufsätzen für die Berlin-Bibliografie aus nicht Berlin bezogenen Zeitschriften. Durch Eintritt in den Ruhestand einiger MitarbeiterInnen sind in der Bearbeitung deutliche

ZLB Jahresbericht 2005 14 Lücken entstanden, die in einer Übergangszeit vom Zentrallektorat nur teilweise aufgefangen werden konnten. Vom Zentrallektorat Video ist eine neue Webseite für die Video- und DVD-Recherche weltweit als Wiki eingerichtet worden. Da es sehr schwer ist, solche Produkte zu finden, ist dies ein wunderbares Hilfsmittel für viele Filmspezialisten. Mehr als 440 geprüfte Links sind 2005 dort eingegeben worden. Schwerpunkt der Erwerbungen waren umfangreiche Filmsammlungen auf DVD zu Themen wie Umweltschutz und alternative Energien, BBC exklusiv, Opern, Angeln sowie die komplette Bibliothek der Sachgeschichte aus der ‚Sendung mit der Maus’. Mit nur 11.000 DVD Exemplaren werden 260.214 Ausleihen erreicht, ein Spitzensatz. Seit Anfang 2005 sind auch für Videos und DVDs, die in Berlin herauskommen, Pflichtexemplare an die ZLB abzugeben. Davon hat das Zentrallektorat im ersten Jahr 468 erhalten. Die Fachlektoren des Fachbereichs A (Allgemeine Lexika und Nachschlagewerke) sowie des Fachs Buch und Bibliothekswesen, der Bibliografien und des Fachs Erdkunde haben in ständiger Abstimmung zwischen den Häusern den Bestand weiterentwickelt. Vor allem im Bereich Buch- und Bibliothekswesen bilden die noch nicht im OPAC katalogisierten Bestände der Berliner Stadtbibliothek ein Problem für den schnellen Abgleich von Dubletten. Es ist unklar, wann die Retrokatalogisierung der bisher nur im Imagekataloge nachgewiesenen Bestände weiter geführt werden kann. Zum Fachbereich Geistes- und Sozialwissenschaft gehören die Fächer Geschichte, Soziologie, Politische Wissenschaften, Philosophie, Pädagogik, Psychologie, Volkskunde und Militärwissenschaft. Bedingt durch die Restriktionen der Tarifauseinandersetzung mussten auch hier immer noch die Arbeit eines ganzen Faches ‚Geschichte’ von den anderen FachlektorInnen mitgetragen werden. Schwerpunkte waren hier u. a. Reihen zum Nationalsozialismus und 60 Jahre Kriegsende. Die Orientierung im Bereich Politik auf aktuelle Diskussionen wie die Reformdebatte in Deutschland hat insgesamt zu einem deutlichen Anstieg in den Ausleihen geführt. Im Fach Pädagogik lag ein Schwerpunkt im Bereich Kita – Vorschule und Organisationsentwicklung der Schule. Im Fach Psychologie war Geschlechterpsychologie eines der neuen Themen, in der Soziologie das Altern. Der Fachbereich Literatur und Sprache hat eine Reihe originalsprachiger Literatur erhalten, unter anderem aus den USA eine wichtige Ergänzung des Referenzbestandes zu zeitgenössischen Autoren und zur amerikanischen Literaturgeschichte bei den Sprachkursen vor allem Deutsch als Fremdsprache. Im Vergleich zum Jahr davor hat dieser Fachbereich in 2005 wieder deutlich mehr Ausleihen als 2004. Der Fachbereich General Interest versorgt die ausländischen Mitbürger mit originalsprachiger Literatur des eigenen Kulturkreises. Abgesehen vom Lektorat Türkisch, das für Berlin eine zentrale Funktion ausübt, gibt es einen wachsenden Bedarf an albanischer und serbokroatischer Literatur sowie einen sprunghaften Anstieg der Nutzung russischer Literatur. Die Bereiche Reisezentrum, Lebensgestaltung usw. haben ihre Neuorganisation im Bereich General Interest erfolgreich bestanden, gerade die fächerübergreifende Präsentation eines Eltern-Kind Bereichs hat sich sehr bewährt. Der Fachbereich Kunst Bühne Medien ist mit einem Schwerpunkt in der Erwerbung im Bereich Mode den vielen Nachfragen der „Fashion-Metropole“ Berlin entgegengekommen Die Bilddatenbank der Artothek wurde im Juli 2005 aktualisiert und durch biografische Daten ergänzt. Im Bereich Medien wurde der Drehbuchbestand um originalsprachige Texte erweitert. Vor allem

ZLB Jahresbericht 2005 15 oder

interdisziplinäre Themen zwischen Raum/Kommunikation sind gefragt.

Kunst/Tanz/

Film

Der Fachbereich Naturwissenschaft Technik umfasst die Fächer Naturwissenschaften, Umwelt, Technik, Landwirtschaft und Sport und steht in enger Beziehung zum Fachbereich Mathematik Informatik, der in 2005 nur noch ehrenamtlich betreut werden konnte. In allen Fächern wurde ein aktiver Bestandsaufbau betrieben und auf die Nachfrage geachtet. Durch die Aufgabe der Umweltgruppe in der Systematik der Deutschen Bibliothek ist der Aufwand größer geworden, die relevante Literatur im Gebiet Umwelt herauszufinden. Die Übernahme der Arbeitsbibliothek einer Grünen-Abgeordneten hat den Bestand gut erweitert. Sport hat im Hinblick auf die Fußballweltmeisterschaft den Fußball zum Schwerpunktthema. Im Bereich Mathematik Informatik findet in 2005 eine Übergangszeit mit Unterstützung der ehrenamtlichen Tätigkeit der früheren Fachlektorin und eines Referendars statt. Schwerpunkte im Bestandsaufbau betreffen die Soziale Software, wie Wikis, Weblogs, Podcasting, da dies besonders wichtige Entwicklungen im Bereich Informatik sind sowie Geschichte und Kultur des Computerspiels. Der Fachbereich Kinder- und Jugendbibliothek legt Wert auf eine überlegte Auswahl so z.B. beim Schwerpunkt des Erwerbs von CDs für Kinder und Jugendliche, die nicht Mainstream sind, sondern von kleineren Verlagen kommen. Hier zählen preisgekrönte CDs auch zu Berliner Bands und Sachthemen dazu. Der Ausbau des fremdsprachigen Bestands an Büchern und Hörmedien sowie der Nationalsozialismus als Thema in der Literatur für Kinder und Jugendliche sind weitere Schwerpunkte. Die wunderbaren Aktivitäten dieses Bereichs sind in den Daten der Öffentlichkeitsarbeit der ZLB sichtbar. Im Spezialbereich Medizin und Gesundheit stehen in der Erwerbung derzeit die Gebiete Pflege, Neurologie und Psychiatrie inklusive Demenz und alternative Heilverfahren ganz vorne. Der veterinärmedizinische Bestand wurde in 2005 überprüft und aktualisiert. Es sind zunehmend Anschaffungsvorschläge zu verzeichnen, deren Erfüllung versucht wird. Die im Netz als PDF-Datei vorliegende Neuerwerbungsliste wird von den Kunden dieses Bereichs viel genutzt. Zum Spezialbereich Recht Wirtschaft wurde der Bestandsaufbau für Recht in Zusammenarbeit mit einer Buchhandlung erfolgreich weitergeführt und allgemein relevante Rechtsgebiete ergänzt. Der Bereich Wirtschaft hat unter anderem Literatur zur Wirtschaft der osteuropäischen Länder und zur Ausbildung erworben, da viele Weiterbildungen für Berufstätige den MBA in unterschiedlicher Ausgestaltung anbieten. Der Spezialbereich Musik hat einen neuen Trend festgestellt, nämlich die hohe Nachfrage nach Folklore und Weltmusik bei Tonträgern, und kommt diesen Wünschen bewusst und aktiv nach. Grosse Nachfrage herrscht derzeit auch bei den Noten für Schlagzeug und Klavierschulen. Trotz des Wegzugs von Sony hat der Bereich mehr als 3.000 Zugänge allein bei den Tonträgern als Pflichtzugang einzuarbeiten. Die Veranstaltungsaktivitäten des Musikbereichs sind in der Öffentlichkeitsarbeit dokumentiert. Das Zentrum für Berlin-Studien hat die Berlin Bibliographie in 2005 weiter vorbereitet und eine Vielzahl von Korrekturen in den Dateien erledigt, so dass im ersten Quartal 2006 tatsächlich die Berlin-Bibliographie mit den anderen Landesbibliographien gemeinsam im Internet in der Virtuellen Deutschen Landesbibliographie recherchierbar wird. Die Planung und Vorbereitung eines Angebots der elektronischen Berlin-Dokumente sind begonnen worden. Das Internetangebot des ZBS wurde ausgebaut und auch der Anleitungstext für das

ZLB Jahresbericht 2005 16 Berliner Adressbuch überarbeitet. Eine neue Veranstaltungsreihe des ZBS ist im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit dokumentiert. Im Jahr 2004 konnte der Spezialbereich Historische Sammlungen erneut für die Region wichtige Sammlungen erwerben, darunter die Sammlung Holstein (Blickfang) und die von Holstein ebenfalls zusammengestellte Sammlung Georg Salter, die in Berlin entstandene Buchkunst als Buchumschlag präsentiert und einen besonders originären Charakter aufweist. Auch die Sammlung des Reichstagsforschers und Berlinspezialisten Michael Cullen konnte von der ZLB erworben werden. Der Bereich erhält bei seiner mühsamen Arbeit der Aufarbeitung vieler wichtiger Sammlungen immer wieder Unterstützung durch Freiwillige. Mit Hilfe von ehrenamtlichen Kräften (frühere BibliothekarInnen) werden zusätzliche Teilsammlungen erschlossen. Die Retrokonversion des Autographenzettelkatalogs wurde von der Staatsbibliothek in Kalliope durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen. Die Digitalisierung der Flugschriften der Sammlung Friedländer zur Revolution von 1848, die seit 1945 in Lodz liegt, wurde abgeschlossen und ist im Internet zu betrachten. Erfolgreich war der Start des Digitalisierungsprojekts ‚Ländliche Wohnsitze’ von Alexander Duncker, da auf diese Webseite gleich am ersten Tag 35.000 Hits kamen. Die aktive Öffentlichkeitsarbeit der Historischen Sammlungen wird im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit aufgegriffen. Im Rahmen der Bestandserhaltung kamen mit der Senatsbibliothek neue Aufgaben hinzu, so dass gleich eine gründliche Reinigung des Bestandes als erste Pflegemaßnahme durchgeführt wurde. Weiterhin wurde eine stark bestandsgefährdete Zeitung mit unikaler Überlieferung in der Sebi verfilmt, die Notfallplanung für die Sebi aufgestellt. Das Verfahren zur Entsäuerung und Schimmelbeseitigung, welches von der Deutschen Klassenlotterie (DKL) gefördert wird, hat in 2005 eine große Intensität und gute Leistungen erreicht. E-lernBar Der neue Bereich e-lernBar wurde in 2005 im Angebot verändert, so dass nun die Hälfte der Arbeitsplätze auf die üblichen Kurse im System zugreift , während man von der anderen Hälfte Lernangebote im Internet nutzen kann, die mit einer speziellen Lizenz en bloc eingekauft wurde. Da die e-lernBar mit Zeitstellen ausgestattet ist, war sie durch die Tarifsituation besonders hart betroffen und musste fast den Betrieb einstellen. Inzwischen hat sie sich erfreulich stabilisiert und mehr Nutzer gewonnen. Insgesamt erfuhren die Bereiche des Medienzentrums in 2005 eine stabile Entwicklung. Da die Leitung des Medienzentrums zu Mitte November weggegangen ist, hat die Generaldirektorin diesen Bereich zusätzlich geleitet. Digitalisierung In 2005 wurden die in den Vorjahren initiierten Digitalisierungsprojekte soweit zum Abschluss gebracht, dass diese schrittweise über den Opus-Server im KOBV präsentiert werden können. Die von Alexander Duncker herausgegebenen ländliche Wohnsitze mit 960 Ansichten von Herrensitzen in Preußen des ausgehenden 19. Jahrhunderts sowie die Flugschriftensammlung von Friedländer zur Revolution von 1848 erreichten auf Anhieb mehr als 37.980 Webzugriffe im Dezember 2005. Die Digitalisierungsprojekte dienen entweder der sofortigen Bestandserhaltung oder als erneuerte Zugriffsmöglichkeit auf verschwundene Literatur zum Berliner Dialekt. Weitere wichtige Digitalisierungsprojekte: • Stenographische Berichte der Stadtverordnetenversammlung • Schriften und Mitteilungen des Vereins für Geschichte Berlins

ZLB Jahresbericht 2005 17 • • Nachlass Kuczynski 50 ausgewählte Karten zu Berlin.

Publikationstätigkeit In 2005 wurde die Publikationstätigkeit leicht ausgebaut und der Bereich Digitalisierung mit dem Publikationsbereich zusammengefasst. Der Bibliotheksdienst erscheint regelmäßig mit 11 Heften im Jahr und einem Umfang von 1.680 Seiten. Es ist ein sehr leichter Rückgang bei den Abonnenten zu verzeichnen. Ende 2005 wurde die Umstellung des Satzes auf ein neues kostengünstigeres Programm vorbereitet, mit dem ab Heft 1, 2006, gearbeitet werden soll. Weitere Publikationen wurden unter der ZLB-ISBN zur Sammlung Kuczynski (DVD), zur Kamtschatka-Ausstellung (DVD und Buch) herausgebracht. Als Nebenprodukte der Digitalisierung von vorwiegend auf den Berliner Dialekt bezogener Literatur wurden in Kooperation mit einem Verlag mehrere Nachdrucke hergestellt und als Reprint vertrieben.

7. Öffentlichkeitsarbeit
Die Öffentlichkeitsarbeit der ZLB fußt auf drei Schwerpunktbereichen, die unter einer Leitung zusammengefasst organisiert werden: Pressearbeit/PR; Kulturprogramm mit Ausstellungen und Veranstaltungen sowie die Leitung der Webredaktion. Pressearbeit 2005 gab die Zentral- und Landesbibliothek Berlin 31 Pressemeldungen (7 mehr als 2004) heraus. Es fanden zwei besonders große Pressekonferenzen in der ZLB statt, die eine zur neuerworbenen Sammlung Hardenberg (24.02.05) und die andere gemeinsam mit der AG Bestandserhaltung (eine Kooperation mit den wichtigen Bibliotheken und Archiven in Berlin und Brandenburg) am 30.11.05. An dieser nahmen auch die Frau Ministerin Prof. Wanka aus Brandenburg und Frau Staatssekretärin Kisseler, Berlin, teil. In beiden Fällen gab es eine erfreulich große Resonanz auf die Einladung und eine hohe Anzahl an teilnehmenden Journalisten (14 am 31.11.05 trotz der für eine PK problematischen Uhrzeit 14 Uhr). Zu beiden Terminen war es gelungen, auch Fototeams zu locken, so dass die Presse-Artikel zum Teil mit sehr interessantem Bildmaterial und Personenaufnahmen ergänzt werden konnten. Besondere Meldungen waren außerdem: • 10 Jahre ZLB (01.10.05): Die USPs (Alleinstellungsmerkmale) der ZLB • Lottoprojekt und Kooperation mit PAL (01.03.05) Auf zunehmende Resonanz bei Presse und Öffentlichkeit stößt das Thema Digitalisierung. Die ZLB versendet regelmäßig wöchentliche Medieninformationen zu Veranstaltungen und Ausstellungen der ZLB, die an alle Tageszeitungen, Stadtmagazine und Wochenblätter gefaxt werden. Diese Medieninformationen müssen im Einzelnen speziell für die Empfänger/Redaktionen aufbereitet sein. Ein Versand von Termin-Medieninformationen per Fax erfolgte in 2005 in insgesamt 861 Fällen, was einer Anzahl von ca. 70 Versandeinheiten pro Monat entspricht.

ZLB Jahresbericht 2005 18 Für 2005 konnten wir 344 Artikel über die ZLB nachweisen. Das sind im Monatsdurchschnitt 28 Artikel und damit erheblich mehr als in 2004 (insgesamt 213 Artikel). Kooperationen / Werbung 653 Personen beziehen aktuell elektronische Informationen über den Newsletter-Service der ZLB. Es existieren fünf verschiedene Newsletter: Presse, VIPs, Kunden-Service, Kulturprogramm, Kinder/Jugend. Einige erfolgreiche Kooperationen in 2005 sind hier besonders hervorzuheben: • Internationales Literaturfestival 2005; • Kooperation America@your library mit der amerikanischen Botschaft. Besuch des Botschafters Timken und seiner Frau in der AmerikaGedenkbibliothek am 12.12.2005. Eröffnung einer Spezialsammlung zu den USA und Lesung in der Kinderbibliothek durch Frau Timken; • Neue Kooperation mit der Neuseeländischen Botschaft: Konzert & Ausstellung im Foyer in Anwesenheit des Botschafters. Veranstaltungen Nachstehend ein kurzer Überblick über die Veranstaltungsdaten in 2005: • Es fanden insgesamt 92 ZLB-Kultur-Veranstaltungen 1 statt. Davon wurden 83 durch das Referat Öffentlichkeitsarbeit, 3 durch das Zentrum für Berlin-Studien, 6 durch die Abteilung Musikbibliothek organisiert. • Gezählt wurden insgesamt 5.541 Veranstaltungs-Besucher. Davon 5.153 als Besucher von Veranstaltungen der Öffentlichkeitsarbeit, 88 als Besucher von Veranstaltungen des Zentrums für Berlin-Studien, 300 als Besucher von Veranstaltungen der Musikbibliothek. • Es gab insgesamt 16 ZLB-Ausstellungen. Davon 9 organisiert durch den Bereich Öffentlichkeitsarbeit, 5 durch das Zentrum für BerlinStudien, 2 durch den Bereich der Historischen Sammlungen. • Insgesamt wurden 9 Vernissagen mit insgesamt 909 Besuchern durch den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit organisiert.
Tabelle: Bestbesuchte Veranstaltungen / Ausstellungen in 2005 Monat 02/05 06/05 11/05 11/05 01/05 04/05 10/05 Veranstaltung Chinesisches Neujahrsfest Vernissage 100 Beste Plakate Vernissage John Lennon Pacalet «7x7» Von Ginzburg Band Geraldo Lucio & Band Waiting for Valentine Anzahl Besucher 200 180 160 145 130 130 130

Im Jahr 2005 ist die Anzahl an Veranstaltungen im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Dies liegt zum einen an den außerordentlich vielen Veranstaltungen im Vorjahr aufgrund des Jubiläums 50 Jahre AGB. Zum anderen wirkt sich die durch den Tarifvertrag deutlich geringer zur Verfügung

1

Ohne Führungen/Projekte

ZLB Jahresbericht 2005 19 stehende Stundenzahl in einem so kleinen Bereich mit wenigen Kräften sehr stark aus. Es sind daher im zentralen Bereich der Öffentlichkeitsarbeit 30 % weniger Veranstaltungen mit 40 % weniger Besuchen und weniger Ausstellungen. Der Rückgang der Anzahl von Jugendveranstaltungen hatte keinen direkten Einfluss auf die Zahl der Besucher, hier gibt es dennoch mit 7,51 % ein gutes Plus.
Veranstaltungen in der ZLB Veranstaltungen für Erwachsene Teilnehmer Jugendveranstaltungen Teilnehmer Allgemeine Führungen (und Benutzerschulungen) Führungen/Schulungen in der Jugendbibliothek Ausstellungen 2005 108 5.825 42 2.604 316 299 16 2004 156 9.617 51 2.422 189 (272) 241 19 Trend - 30,77% - 39,43% - 17,65% + 7,51% + 67,19% + 24,07% - 15,79%

Besonders hervorzuheben ist die Auszeichnung einer Poster-Präsentation bei der IFLA in Oslo über das Thema Medienkompetenz für Senioren, die eine Mitarbeiterin dort präsentierte. Sie errang damit den zweiten Platz. Führungen und Besucherservice Vom Besucherservice der ZLB wurden im Jahr 2005 193 Führungen organisiert mit ca. 2.600 TeilnehmerInnen. Davon waren 160 allgemeine Führungen (mit OPAC-Einführung) für Schüler, Studenten, in Aus- und Weiterbildung stehende Personen sowie Auszubildende. Dies umfasst auch die offenen Samstagsführungen. 25 Gruppen oder Einzelpersonen waren zu einem Fachaufenthalt in der ZLB und 7 Kollegen und Kolleginnen aus dem Ausland absolvierten ein Praktikum bei uns. Schwerpunkte: Zentrale Annahme, Organisation und Durchführung von Führungen für Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten, in Ausund Weiterbildung Stehende und Azubis. In diesen Kategorien haben wir eine starke Nachfrage im Lektorat Literatur, Sprache, im Spezialbereich Medizin / Gesundheit und Wirtschaft, gefolgt von den Naturwissenschaften, Umwelt, Politik und Geschichte, besonders für die 11. und 12. Klassen, sowie für Leistungskurse. Der Spezialbereich Musik bietet kontinuierlich Einführungen an, die mit guter Resonanz über das Jahr genutzt werden. Ein Gespräch mit den Lehrerinnen und Lehrern zum Inhalt der Führung ermöglicht unseren Kolleginnen und Kollegen eine themenbezogene Vorbereitung. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Arbeitsblätter mit Aufgaben, die sie nach der Einführung lösen müssen. Die Führungen dauern durchschnittlich zwei Stunden und neben der OPAC – Einführung geben wir allgemeine Hinweise zu den Häusern einschließlich der Benutzungsbedingungen, verbunden mit einem Rundgang. Ein Vergleich bei den Anmeldungen der Jahre 2003 / 2004 und jetzt 2005 zeigt, dass wir unter Schulen und anderen Bildungseinrichtungen eine große Anzahl von „Stammkunden“ haben, die eine Führung in der ZLB fest in ihrem Ausbildungsplan verankert haben.

ZLB Jahresbericht 2005 20 Die Fachlektoren übersetzten auch den „Erstinfo“-Flyer ins Türkische, Italienische und Albanische. Auf der Webseite der ZLB ist diese Erstinformation inzwischen in mehr als zehn Sprachen vorhanden. Die internationale Kooperation mit unseren Partnerbibliotheken in Paris und Moskau wurde belebt durch Austausch von Personal und einer gemeinsamen Konferenz zum Thema ‚Kulturelle Vielfalt’ in Paris und Besuchen in Moskau zur Klärung eines gemeinsamen Projektes. Web-Auftritt Im Dezember 2005 konnten die englischen Webseiten online gehen. Die Seiten sind eine Kurzversion der deutschen Fassung. Ein neuer Bereich „Downloads“ wurde eingeführt. Hier kann der Webbesucher alle Flyer, PDF-Informationen, Formulare gezielt durchsuchen und kopieren bzw. herunter laden. Der Bereich Aktivitäten/Kooperationen wurde 2005 erweitert. Für besonders wichtige Informationen an unsere Kunden wurde der Button AKTUELLES auf der Startseite integriert, so dass die wichtigsten News nun besonders schnell gefunden und abgerufen werden können. Seit 2005 neu auf den Seiten der ZLB: • Digitalisierung: http://www.zlb.de/aktivitaeten/digitalisierung • Sammlungen Duncker und Friedlaender • Auflösung der BGK-Seiten und stattdessen Erstellung des Bereiches http://www.zlb.de/aktivitaeten/lvz" • Senatsbibliothek als Wissensgebiet und als drittes Haus der ZLB • Überarbeitung des Bereiches Infopoint und Ergänzung weiterer Sprachen (franz., türk., polnisch usw.) • http://www.zlb.de/fragen_sie_uns / ask_a_librarian • Kalenderblätter: http://www.zlb.de/berlin_studien/berliner_ansichten Die vielfältigen Aktivitäten führten zu einem Anstieg der Zugriffe auf www.zlb.de auf 6.728.014 in 2005 – das sind ca. 1,2 Millionen mehr gegenüber dem Vorjahr! Wahl der Generaldirektorin der ZLB zur IFLA-Präsidentin (2007-2009) Im Juni 2005 wurden die Ergebnisse der Briefwahl beim Weltverband der Bibliotheken (IFLA) bekannt. Die große Mehrheit der rund 1.700 institutionellen Mitglieder aus ca. 150 Ländern hatte die Generaldirektorin der ZLB, Frau Dr. Claudia Lux, zur künftigen IFLA-Präsidentin gewählt. Im Vorlauf zu ihrer Präsidentschaft (2007-2009) trat sie ihr zweijähriges Einführungsamt als President-Elect (2005-2007) im August 2005 auf der IFLA Konferenz in Oslo an.

8. Wichtige interne Arbeiten
EDV und Geschäftsgang Die Betreuung des PC Netzes mit über 400 Geräten bedeutet eine regelmäßige Pflege und Wartung der Hardware und Softwarekomponenten. Über 3 PCAusschreibungen wurden insgesamt ca. 180 PCs neu gekauft und ausgetauscht. Flachbildschirme für alle Mitarbeiterarbeitsplätze wurden beschafft, konnten allerdings noch nicht vollständig in 2005 installiert werden. Zur Serverwartung und -aufrüstung, der Datensicherung und den Sicherheitsprüfungen kamen diverse Gespräche mit dem LIT, astec u. a. wegen Lizenzverwaltung und Wartungsverträgen sowie anderen Aspekten hinzu, um die Betreuung des EDV-Netzes zu sichern und funktionsfähig zu halten.

ZLB Jahresbericht 2005 21 Die IT-Infrastruktur musste dringend weiterentwickelt werden, so dass 2005 folgende Aktivitäten vorrangig waren: • Anbindung des Standortes Senatsbibliothek an das MAN und damit an ZLB über 10Mbit-Standleitung • Outsourcing Senatsbibliothek (Ausschreibung, Leistungsverzeichnis erstellt), Outsourcing e-lernBar–Lernportal (Vertragsgestaltung, Konzept, Durchführung, Einbindung in Netz der ZLB) • Kassenautomat (Entwicklung NCIP-Schnittstelle, Betreuung und Projektdurchführung zusammen mit Referat Benutzung, Vertragsgestaltung) • Umstellung der Mitarbeiterplätze auf XP (zur Vorbereitung neue Serverkonzeption und –aktualisierung, Domäne ZLB als Ablösedomäne für Domäne AGB, Migration aller alten Mailkonten, Adressbücher etc., Konzept für Rechtevergabe und Nutzerverwaltung, Lizenzneukauf) • Aktualisierung der Mitarbeiter-Arbeitsplätze: Office 2003 (Neuinstallation, Lizenzneukauf, Planung, Durchführung) (Projekt läuft bis Ende 2006) • Aktualisierung der Mitarbeiterarbeitsplätze: neue Mail-Clients, andere Mailverwaltung serverseitig. Im EDV Bereich erhält die Hotline täglich 50 Anrufe aus dem eigenen Haus. Die Einrichtung und Betreuung von mehreren Telearbeitsplätzen musste realisiert werden. Neben den vielfältigen Anwendungen werden in der EDV auch noch die Statistiken für die ZLB erstellt, und Schulungsräume und CD-ROM Netzwerke technisch betreut. Eines der wichtigsten Projekte, das 2005 begann, ist die Umstellung von Windows auf Windows XP. Zu Beginn des Jahres 2005 war die Leitung der EDV noch halbtags für die Verbundleitung eingesetzt und entwickelte dort erfolgreich das Aufgabengebiet. Für den Bereich des Geschäftsgangs gab es eine Verbesserung der Raumsituation im Haus BStB durch den Umzug des Dienstkataloges in das Kellermagazin und die Schaffung neuer Räume in der 2. Etage. Die Maßnahmen erstrecken sich bis zum Frühjahr 2006 (Renovierung einiger Arbeitsräume und Umzug einiger Mitarbeiter des Referats). Der um einige tausend Medien geringere Zugang als 2004 ermöglichte bei verringertem Zeitvolumen (Tarifvertrag + 49%-Regelung) der MitarbeiterInnen die weiterhin kontinuierliche und schnelle Bearbeitung neuer Medien. Vor allem der steigende Anteil der Non-Book Medien am Gesamtzugang mit den zusätzlichen Pflichtabgaben für Videos fordert straffe Geschäftsgänge. Der Bereich übernahm für ein weiteres Jahr die Bearbeitung von Pflicht-MusikDVDs und Musik-Videos.

9. Technische Dienste und Gebäude / Baumassnahmen
Das I. und II. Quartal 2005 war geprägt durch die Baumaßnahme „Zeitschriftenmagazin Haus 2 der Berliner Stadtbibliothek. Die großen z. T. parallel laufenden Baumaßnahmen im Haus AGB standen dagegen im Mittelpunkt des III. und IV. Quartals 2005. Weitere Baumaßnahmen, die in 2005 von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erbracht wurden: Fußbodenlegearbeiten, Sanitär, Reparaturen der Lüftungs- und Klimaanlage, Fliesenlegerarbeiten und vieles mehr. Bei den großen Sanierungsarbeiten finden regelmäßig Bauberatungen statt. An diesen nimmt die Bauleitung der ZLB ständig teil. Das Baugeschehen wird täglich beobachtet und bei Störungen werden die notwendigen Schritte eingeleitet. Bei fast beendeten Baumaßnahmen gibt es zahlreiche Vorabnahmen bzw. Begehungen mit den beteiligten Firmen, der Bauaufsicht

ZLB Jahresbericht 2005 22 und dem Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin (LAGetSi) . In 2005 ergab sich für den Baubereich ein besonders hoher Anteil an Kontrollund Organisationstätigkeit, da immer wieder fast alle möglichen Gewerke gleichzeitig vor Ort waren. Im Jahr 2005 sind wir durch die umfangreichen Baumaßnahmen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und die Vielzahl kleinerer Maßnahmen mehrfach beinahe an die Grenzen unserer Koordinierungsfähigkeiten gestoßen. Bedingt durch die Verteilung zusätzlicher finanzieller Mittel im letzten Quartal führte die Bautätigkeit gleichzeitig zu einer hohen Belastung für alle Mitarbeiter der ZLB. Darüber hinaus war die Unterstützung durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sehr zufrieden stellend. Verwaltung Die Verwaltung hat die vielfältigen Aufgaben, die sich durch die Integration von Berliner Gesamtkatalog und Senatsbibliothek ergaben, gut gelöst. 14 Ausschreibungsverfahren wurden erfolgreich durchgeführt. Eine gewisse Aufgabenverschränkung ist eingetreten. Die Verwaltung hat einen Leitfaden zur dienstlichen Beurteilung von Beamten/innen erstellt. Diverse Einsprüche des Rechnungshofes im Personalbereich, der damals allerdings noch nicht von der ZLB zu verantworten war, wurden korrigiert. Die Fertigung des Jahresabschlusses 2004, die Erstellung der Haushaltsrechnung 2004 waren wichtige Aufgaben ebenso wie die Betreuung des Wirtschaftsprüfers. Humboldtforum auf dem Schlossplatz Hier fanden in 2005 mehrere Gespräche der Teilnehmer im Humboldtforum statt und neue Gespräche im Bundesbauamt. Das Konzept Humboldtforum wurde weiterentwickelt und Information über den genauen Abriss des Palastes, die Zwischennutzung, die U-Bahnplanung u. a. vorgestellt und diskutiert. Dies wird sich im Jahr 2006 nach dem Abriss des Palastes weiter verstärken.

Prof. Dr. Claudia Lux Generaldirektorin

ZLB Jahresbericht 2005 23 Anlage

Statistische Übersicht der Stiftung ZLB *

2005 ZLB * Personalbestand Personal Planmäßige Stellen Auszubildende /r nichtplanmäßige Beschäftigungspositionen Öffnungszeiten wöchentliche Stundenzahl insgesamt Ausleihtage Bestand Zugang Abgang Schöne Literatur Sachliteratur Kinder- u. Jugendliteratur (ohne Non-Books) Non-Book-Medien - davon Kinder/Jugendliche Entleihungen Schöne Literatur Sachliteratur Kinder- u. Jugendliteratur (ohne Non-Books) Non-Book-Medien insgesamt - davon Kinder/Jugendliche 64 303 3.222.249 87.645 28.471 168.193 2.651.224 85.509 317.323 31.620 4.251.201 108.910 2.476.744 213.363 1.452.184 305.375 327,19 305,19 16 6

2004 ZLB

Veränderung (in %)

300,58 282,58 12 6

+ 8,85 % + 8,00 % + 33,33 %

64 302 2.697.737 95.875 23.801 167.535 2.147.142 82.301 300.759

+ 0,33 % + 19 44 % - 8,58 % + 19,62 % + 0,39 % + 23,48 % + 3,89 % + 5,51 %

3.761.736 99.475 2.248.927 180.240 1.233.094 262.781

+ 13,01 % + 9,48 % + 10,13 % + 18,38 % + 17,77 % + 16,21 %

* nach Integration von Senatsbibliothek und Berliner Gesamtkatalog

ZLB Jahresbericht 2005 24

2005 Veranstaltungen Ausstellungen Führungen Benutzerschulungen 108 16 316 105

Aktive Benutzer 2005 o. Angaben u. Institutionen über 60 51-60 41-50 9.668 3.520 5.261 12.097 19.729 16.778 17.276 11.298 4.175 99.802 9,69% 3,53% 5,27% 12,12% 19,77% 16,81% 17,31% 11,32% 4,18%

JuBi Veranstaltungen Führungen, Schulungen, Beratung u. a.

31-40 42 26-30 299 21-25 15-20 unter 15 Insgesamt:
        
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