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Full text: Jahresbericht ... des Vorstands der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin Issue 2000

Stiftung des öffentlichen Rechts

Jahresbericht 2000

ZLB Jahresbericht 2000

ZLB Jahresbericht 2000

Herausgeber Vorstand der Stiftung ZLB Dr. Claudia Lux Breite Straße 36 10178 Berlin T.: (030) 90 226-0 F.: (030) 90 226-494 Email: lux@zlb.de http://www.zlb.de

Haus Berliner Stadtbibliothek mit Zentrum für Berlin-Studien Breite Straße 30-36 10178 Berlin T.: (030) 90 226-0 F.: (030) 90 226-494 Email: info@zlb.de http://www.zlb.de

Haus Amerika-Gedenkbibliothek mit Jugendbibliothek Hallescher Komet Blücherplatz 1 10961 Berlin T.: (030) 90 226-0 F.: (030) 90 226-139 Email: info@zlb.de http://www.zlb.de

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Inhalt
1. Schwerpunkt der Arbeit der ZLB: Stabilisierung vor der Softwareumstellung 5 2. Dienstleistungen 5 Benutzer und Ausleihe 5 Leihverkehr 7 Dienstleistung Auskunft und Information 8 3. Dienstleistungen für die Berliner Bezirksbibliotheken 9 Der Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins 9 ZDB-Aktualisierung der Bezirksdaten 10 Führen der Liste der „Klassensätze“ 10 Ausbildungszentrum 11 Leihverkehr mit den Bezirksbibliotheken 11 Bücherwagen 11 Multimedia-Woche 12 Mittelverwaltung der Ständigen Konferenz der Amtsleiter 12 Pressespiegel 12 4. Aus- und Fortbildung in der ZLB 12 Ausbildung 12 Fortbildung 13 5. Entwicklung des Bestandsangebotes 14 Die Fachbereiche im Überblick 14 Besondere Erwerbungen 17 6. Bestandserschließung 17 Formalerschließung 17 Zeitschriften 18 Sacherschließung 19 Einbandstelle 19 7. Öffentlichkeitsarbeit 19 Veranstaltungen, Ausstellungen, Führungen 19 Die Pressearbeit 20 ZLB-Webseiten 20 8. Gebäude und Technik 21 Gebäude 21 Neubauplanung 21 EDV 22 9. Management und Finanzen 22 Haushalt 22

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Jahresbericht
des Vorstands der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek für 2000

1. Schwerpunkt der Arbeit der ZLB: Stabilisierung vor der Softwareumstellung
Das Jahr 2000 war durch eine Stabilisierung der Dienstleistungen, Fortsetzung der internen organisatorischen Folgearbeiten und die Vorbereitung auf den VÖBB gekennzeichnet. Mit außergewöhnlicher Motivation haben Führungskräfte der ZLB an dieser Arbeit auf den verschiedenen Ebenen gewirkt und gemeinsam mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen alle notwendigen Maßnahmen für eine Stabilisierung und erste Vorbereitungsschritte zur Softwareumstellung ergriffen. Dies alles musste bei schwierigen räumlichen, durch Baumaßnahmen zusätzlich belastenden Verhältnissen ausgeführt werden. Hinzu kam eine restriktive Personalstelleneinsparung, welche die Einstellung einiger Dienstleistungen zur Folge hatte, in manchen Bereichen zu erheblichen Überbelastungen und Verzögerungen führte und deshalb keinesfalls langfristig vertretbar ist. Nur auf Grund der außergewöhnlichen Anspannung, die auf den Einstieg in den VÖBB in 2001 zielt, wurde dieser hohe Einsatz vieler Mitarbeiter freiwillig geleistet. Es ist wichtig, dass sich nach dem Einstieg die enge Personalsituation wieder etwas entspannt.

2. Dienstleistungen
Benutzer und Ausleihe Die Besucherzahl sank von 1.557.626 Besucher in 1999 auf 1.475.693 Besucher im Berichtsjahr 2000. Dieser Rückgang könnte in erster Linie der Einführung einer effektiven telefonischen Auskunft und der vermehrten Nutzung verbesserter Dienstleistungen der ZLB im Internet zugeschrieben werden. Beide Dienstleistungen haben dazu geführt, dass Kunden einfacher und besser als noch im Vorjahr Katalogrecherchen und Auskünfte sowie Verlängerungen ohne Besuch der Bibliothek durchführen können. Trotzdem bedingt die Menschenfülle vor allem des Hauses Amerika-Gedenkbibliothek zu Stoßzeiten immer noch eine unerträgliche Raumenge für Nutzer und Personal, was immer wieder zu Beschwerden bei denjenigen führt, die ruhige Arbeitsplätze benötigen.

2000 Besucher der ZLB Telefonische Anfragen (zentral) Besuche auf Webseiten 1.475.693 41.296 1.238.984

1999 1.557.626 k. A. 796.439

Trend -5,3% + +55,6%

Das Besucherverhältnis innerhalb der Zentral- und Landesbibliothek lag für die Amerika-Gedenkbibliothek bei 75 % (77 % in1999) und für die Berliner Stadtbibliothek bei 25 % (23 % in 1999). Diese vorsichtige Steigerung am

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Standort Breite Straße kann dem verbesserten Nachweis durch die Retrokatalogisierung zugeschrieben werden. Ergebnisse der Angebotsverbesserungen im Bereich Historische Sondersammlungen durch den Bezug des Südflügels des Marstalls könnten sich erst in 2001 auswirken, da der historische Lesesaal aus baulichen Gründen in 2000 noch nicht beziehbar war. Die verbesserten Informationsmöglichkeiten für Leser durch die telefonische Auskunft, das Internet sowie durch umfangreichere Katalogeinträge haben die Ausleihzahlen noch einmal um 100.000 auf 3.147.408 (3.046.689 in 1999) erhöht und dadurch eine Steigerung um 3,3% bewirkt. Dabei sind die Lesesaalausleihen, die erst nach Einstieg in den Verbund zahlenmäßig erfassbar sind, nicht berücksichtigt.

2000 Ausleihen (ohne Lesesaalausleihen) Schöne Literatur Sachliteratur Kinder- und Jugendliteratur ohne Non-Books Non-Book-Medien insgesamt davon Kinder- und Jugendliche Neuanmeldungen Aktive Benutzer Durchschnittliche Jahresausleihe (Medien) 3.147.408 121.679 2.005.972 180.189 839.568 189.923 31.177 86.102 36,5

1999 3.046.689 120.460 1.820.258 176.386 757.204 172.381 32.244 87.322 34,8

Trend +3,3% +1% +10,2% +2,2% +10,9% +10,1% -3,3% -1,4% +4,9%

Für die Ausleihen blieb das Verhältnis von AGB zu BStB wie im Vorjahr 1999 mit 80% zu 20% konstant. Trotzdem lässt sich in den Tagesausleihen gegenüber dem Vorjahr bei der BStB eine stärkere Zunahme als bei der AGB erkennen. Es ist anzunehmen, dass sich diese unterschiedliche Ausleihbelastung der beiden Häuser heute, zwei Jahre nach der Fächerzusammenführung, im Wesentlichen auf diesem Niveau stabilisiert hat. Dabei muss abgewartet werden, wie sich das Verhältnis der bisher nicht erfassbaren Lesesaalausleihen in den nächsten zwei Jahren entwickelt, da hier die BStB durch ihren hohen Präsenzbestand und ruhigere Arbeitszonen andere Zahlen als die AGB aufweisen könnte. Die Ausleihen an Sachliteratur stiegen weiterhin deutlich um etwa 10% von 1.836.368 in 1999 auf 2.005.972, während die Ausleihen der Schönen Literatur und der Kinder- und Jugendliteratur nur um 1% - 2%, also geringfügig, zunahmen. Einen besonderen Anstieg verzeichneten erneut die Ausleihen im Non-Book-Bereich, die eine zahlenmäßige Steigerung in Höhe von mehr als 10% erreichten, was einer Zunahme um 82.364 auf 839.568 Medien (757.204 in 1999) entspricht. Ein höherer Etat und eine verbesserte Präsentation bilden die Basis für den 10%igen Erfolg gegenüber dem Vorjahr bei Hörbüchern und CD-ROM. Bei den Jugendlichen überholte im Jahr 2000 die Ausleihe von NonBook-Medien zum ersten Mal die der Buchmedien. Die Zahl der eingetragenen aktiven Benutzer hat sich noch einmal von 87.322 (1999) um 1,4% auf 86.102 reduziert, die der Neuanmeldungen von 32.244 (1999) auf 31.177. Im Jahre 2000 betrug die Ausleihe pro aktiver Benutzer 36,5 Medien gegenüber 34,8 Medien in 1999; das entspricht im Durchschnitt ungefähr zwei Medien mehr pro Person als im Vorjahr. Die Anzahl der die ZLB nutzenden Institutionen stieg

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wieder deutlich, was vermutlich der wachsenden Zahl von Verbänden, die ihren Sitz nach Berlin verlagern, zuzuschreiben ist. Auf Grund von Bauarbeiten veränderte der Benutzungstresen im Haus Berliner Stadtbibliothek mehrmals seinen Standort, konnte aber immer durch den außergewöhnlich flexiblen Einsatz der Mitarbeiterinnen der Benutzung, des Verwaltungsbereiches und der EDV in Aktion gehalten werden. Das Magazin war im Jahr 2000 noch weiterhin durch Nachfolgearbeiten der Bestandszusammenführungen zwischen den Häusern belastet. Ältere Bestände wurden aus der AGB in die BStB umgesetzt; darüber hinaus musste der Bestand auch auf Grund von Wassereinbrüchen umgelagert werden. Als Folge der völligen Neuorganisation der Zeitschriftenaufstellung in den Magazinen der ZLB musste besonders im Haus AGB das Magazin entrümpelt und über 6000 lfd. Meter Bestand gerückt werden. Insgesamt wurden die ersten 530 Titel mit mehr als 12.000 Bänden ordnungsgemäß aufgestellt. Die überaus hohe Belastung aller Magazinmitarbeiter konnte durch Sozialhilfskräfte nur geringfügig aufgefangen werden. Einstellkräfte und Mitarbeiter aus den internen Bereichen wurden verstärkt zu regelmäßigen Unterstützungsdiensten herangezogen. Als Ergebnis sind schnelles Auffinden von Bestandseinheiten, korrekte ZDB-Eintragungen und kurzfristige Lieferung an den Kunden die Basis, auf der die Verbesserung für den Leser wirksam wird. Trotzdem sind noch mehrere tausend Titel mit Zehntausenden von Bänden umzuziehen. Problematisch ist die deutlich gestiegene Zahl der Buchverluste von 1204 Meldungen in 1999 um fast 30 % auf 1556 in 2000. Nur mit hohem Personalaufwand konnten 956 Ersatzleistungen erfolgreich wiedererlangt werden.

Gemeldete Buchverluste

2000 1556

1999 1204

Trend 29,2%

Der Einstieg in den Verbund wird auf Grund der damit zusammenhängenden Verbuchung von Magazinbestellungen und der zusätzlichen Bereitstellung von bestellten Medien aus dem Freihandbereich die Mitarbeiter der Benutzung erneut fordern. Noch ist nicht deutlich, ob die neue Software gegenüber der alten im Benutzungsbereich Erleichterungen bzw. Vorteile bietet, bisher ist eher eine Verlangsamung des Benutzungsgeschäfts zu vermuten. Bevor aber zusätzliches Personal eingebunden werden kann, muss die halbjährige Probephase abgewartet werden. Leihverkehr Insgesamt sanken die Bestellungen im Leihverkehr 2000 um 4,86 % auf 18.464 gegenüber 19.408 in 1999. Vom Rückgang war in erster Linie der aktive Leihverkehr betroffen. Die aktiven Leihverkehrsbestellungen sanken auf 16.726 (17.718 in 1999). Davon konnten 12.191 (12.474 in 1999), also 2 % mehr als im Vorjahr, positiv erledigt werden. Der passive Leihverkehr nahm zu und stieg um 2,8 % auf 1.738 Bestellungen (1.690 in 1999). Von diesen wurden 1.300 gegenüber 1.033 im Vorjahr positiv erledigt. Die gestiegene positive Lieferungsbilanz ist dem verbesserten Nachweis in der ZLB sowie dem gezielten Einsatz von Internetrecherchen in überregionalen Bibliothekskatalogen zu verdanken. Als neuer Service wurden Leihverkehrsbestellungen über die Homepage der ZLB angeboten.

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Leihverkehrsbestellungen Gesamtaufkommen Aktiver/Gebender Leihverkehr Passiver/Nehmender Leihverkehr Aus angeschlossenen Bibliotheken

2000 18.464 16.726 1.738 8.139

1999 19.408 17.718 1.690 8.970

Trend -4,9% -5,6% +2,8% -9,3%

Dienstleistung Auskunft und Information Erneute Investitionen in den CD-Manager und die zunehmend verbesserte Betreuung durch eine Mitarbeiterin haben zu einer stabilen Nutzung der 132 CD-ROM-Anwendungen im Netz geführt. Seit Januar 2000 gibt es in der hausinternen Liste regelmäßige Informationen über Veränderungen und neue Versionen bei CD-ROM-Angeboten im Netz. Es erfolgten hausinterne Schulungen von Mitarbeitern der Auskunftsbereiche zu NetMan, zu verschiedenen Datenbanken insbesondere der Zeitschriftendatenbank auf CDROM unter anderem mit dem Ziel einer verbesserten Oberfläche der CD-ROMAnwendungen in 2001. Für Kunden, die die verschiedenen CD-ROM Datenbanken im Netz nutzen, sind zusätzliche PCs aufgebaut worden, um einzelne CD-ROM vor Ort nutzen zu können. Da bisher nur die Ausleihe der CD-ROM möglich war, erfreut sich das Angebot zur Präsenznutzung großer Beliebtheit. Kostenlose Testnutzungen wichtiger Datenbankanbieter wie Lexis/Nexis und GBI konnten das Angebot von Online-Datenbanken im Jahr 2000 deutlich verbessern. Da diese Datenbanken nach intern durchgeführten Schulungen sehr gut angenommen wurden, sollen sie ab 2001 fest abonniert werden. Andere Datenbanken werden kostenfrei über die Linksammlungen der ZLB im Web-Angebot genutzt. Immer noch an der Spitze der Nutzungen steht das Angebot First Search von OCLC, das auch häufig für hausinterne bibliographische Ermittlungen eingesetzt wird.

Datenbanknutzung First Search Lexis/Nexis GBI PCI

2000 5180 (ab Juli) 995 (ab August) 706 913

1999 1302 nicht vorhanden nicht vorhanden 1277

Die vom Informationsbereich während der Netdays durchgeführten Schulungsangebote für Nutzer waren nicht so gut besucht wie erwartet. Es soll daher überprüft werden, wie eine diesbezügliche Werbung verbessert oder auch das Schulungsangebot der ZLB für Kunden generell ausgeweitet werden kann. An 29 OPAC-Schulungen nahmen 96 Personen teil. Mit Einstieg in den VÖBB müssen eventuell zusätzliche Einführungen vorgesehen werden. Zweimal monatlich werden Internet-Einsteiger-Kurse angeboten, die gefragten Fortgeschrittenen-Kurse mussten zum Ende 2000 aus personellen Gründen eingestellt werden. Es konnten 9 der beliebten OPAC-Schulungen für 53 Senioren und 7 spezielle Internetschulungen für 79 Senioren durchgeführt werden. In sehr begrenztem Rahmen werden Auftragsrecherchen durchgeführt, die in fast allen Fachbereichen auftreten und zunehmend per E-Mail gestellt werden. 151 Anfragen allgemeiner Art wurden an die zentralen E-Mail Adressen

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bei der Webredaktion (info@zlb.de, agb@zlb.de, bstb@zlb.de und zbs@zlb.de) geschickt, die in den Fachbereichen ankommenden Anfragen bleiben ungezählt.
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Nach der Testphase in 1999 konnte der telefonische Auskunftsdienst der ZLB im Jahr 2000 als fester neuer Service installiert werden. Im Regelbetrieb von Montag bis Freitag zwischen 10.00 Uhr und 19.00 Uhr wurden im Jahr 2000 insgesamt 41.296 Auskünfte erteilt, also durchschnittlich 165 pro Tag, die ansonsten an den zwei Informationspulten der Allgemeinen Information der beiden Häuser eingegangen wären. Dort können die Kunden jetzt ohne telefonische Ablenkung gezielt und zügig bedient werden. Bei der telefonischen Auskunft wird gleichzeitig die Art der Anfragen erfasst. Mit 14.899 liegen die Kataloganfragen deutlich vorne. Anstatt persönlich in die Bibliothek kommen zu müssen, um ein bestimmtes Werk zu suchen, können die Kunden zunächst einmal telefonisch ermitteln, ob und wo es verfügbar ist.

Telefonische Auskünfte 2000 Telefonische Auskünfte insgesamt Kataloganfragen Öffnungszeiten Ausleihbedingungen Weitervermittlung zu Fachauskünften Weitervermittlung für Internetbuchung Sonstige Fragen ZLB-Allgemeines Adressen, Sigel, Wegbeschreibungen Datenbankrecherchen (z .B. nach Adressen) Konteneinsichten Vormerkungen Weitervermittlung an Pulte zur Bereitstellung (ab April 2000) Weitervermittlung zur Benutzung (Konten) Anfragen zu Veranstaltungen (z.B. Platzreservierung) 41.296 14.899 4.273 4.195 3.404 2.686 2.530 2.315 1.743 1.439 1.398 971 724 660 59

Insgesamt werden zur Zeit im Schichtdienst der telefonischen Auskunft 28 Personen eingesetzt, darunter 8 Auszubildende des 2.und 3. Lehrjahres. Alle wurden vor Beginn ihrer Tätigkeit grundlegend geschult, wobei Kundenfreundlichkeit zu den besonders wichtigen Aspekten zählt. Als eine sehr erfolgreiche Maßnahme des Referats Information sorgt die Einrichtung der telefonischen Auskunft für eine hohe Kundenzufriedenheit, wie aus den direkten Gesprächen zu entnehmen ist.

3. Dienstleistungen für die Berliner Bezirksbibliotheken
Der Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins Die ZLB betreibt die Verbundzentrale des gemeinsamen Verbunds der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) und stellt auch im Jahr 2000

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zusätzlich die Stelle der Projektleitung für das erfolgreiche Projektmanagement zur Einführung des VÖBB. Es hat sich gezeigt, dass die Finanzierung dieser Stelle, insbesondere durch die verminderten Personalmittel, eine erhebliche zusätzliche Belastung bedeutet. Bis Ende 2000 waren verschiedene Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der ZLB in Projektteams des VÖBB oder bei Softwaretests an Arbeiten für die Bezirke eingesetzt. Der Datenexport des letzten Account-Bezirks Hohenschönhausen wurde von der EDV-Abteilung durchgeführt. Ab Herbst 2000 konzentrierte sich die fachliche Arbeit für den VÖBB zunehmend auf die Vorbereitung der Einführung der ZLB. Für die sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verbundzentrale war die erfolgreiche Einführung eines neuen Bezirks jeweils im Abstand von ein bis zwei Monaten eine außergewöhnlich intensive Zeit, begleitet von extrem hohen Überstunden, die frühestens ab 2002 abgebaut sein werden, da erst dann die Projektphase parallel neben dem Betrieb beendet ist. Entsprechend der Planung konnte der Verbund im Jahr 2000 erheblich erweitert werden.

Verbundentwicklung bis Ende 2000 Pilot 1 (Reinickendorf) Pilot 2 (Pankow) Tempelhof Tiergarten Mitte Wilmersdorf Wedding Friedrichshain Hohenschönhausen Lichtenberg Neukölln Spandau Schöneberg Kreuzberg Prenzlauer Berg Charlottenburg Oktober 1998 März 1999 Juni 1999 August 1999 Oktober 1999 Dezember 1999 Januar 2000 März 2000 April 2000 Mai 2000 Juni 2000 Juli 2000 August 2000 Oktober 2000 November 2000 Dezember 2000

ZDB-Aktualisierung der Bezirksdaten Durch eine Neubesetzung der Leitung der Zeitschriftenstelle steht seit 2000 eine Mitarbeiterin stärker als bisher für die Katalogisierung in der ZDB zur Verfügung. Die Zeitschriftenstelle der ZLB katalogisiert die Zeitschriftenbestände der Berliner Öffentlichen Bibliotheken in der Zeitschriftendatenbank (ZDB) und pflegt die Eintragungen. Führen der Liste der „Klassensätze“

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Die Liste der Klassensätze gibt einen Überblick über die für Schulklassen in ausreichender Zahl vorhandene Lektüre der einzelnen Bezirke, so dass Lehrer nicht mehr nur auf ihren eigenen Bezirk angewiesen sind. Die Liste der „Klassensätze in den Berliner Bibliotheken“, an die die Bezirke ihre Zu- und Abgänge melden, wurde im Jahr 2000 wieder von der Jugendbibliothek der ZLB hergestellt und die halbjährlichen Ausdrucke an die Bezirke verschickt. Auf den ZLB-Webseiten wird sie unter "Kataloge" geführt und regelmäßig aktualisiert. Ausbildungszentrum Das Ausbildungszentrum der ZLB hat im Jahr 2000 in Zusammenarbeit mit anderen Bibliotheken die Bewerbertests, das Erarbeiten von Bewerbungsmodalitäten und Auswahlkriterien sowie die Einführung des Blockunterrichts für die Fachangestelltenausbildung organisiert. Zum zentralen Bewerbertest für 9 teilnehmende Bibliotheken (17 in 1999) wurden 484 Bewerber (455 in 1999) eingeladen. Durch eine Umorganisation des Ablaufs und vorheriger Koordination fanden in der ZLB nur noch 23 Vorstellungsgespräche (107 in 1999) statt. Für alle 41 Azubis des 3. Lehrjahres wurden über das Ausbildungszentrum Praktika in Archiven, Bildagenturen oder in Informations- und Dokumentationsstellen vermittelt. In 2000 fanden die ersten regulären Abschlussprüfungen für das neue Berufsbild „Fachangestellte/r für Medien und Informationsdienste“ statt. Innerhalb der Nachqualifizierung wurden 24 Prüfungen abgehalten.

Dienstleistungen des Ausbildungszentrums der ZLB Bewerbertest (teilnehmende Bibliotheken) eingeladene Bewerber Vorstellungsgespräche Prüfungen Fachangestellte Medien und Informationsdienste Prüfungen Nachqualifizierung

2000 9 484 23 17 24

1999 17 455 107 25 23

Leihverkehr mit den Bezirksbibliotheken Als Leitbibliothek der Berliner Öffentlichen Bibliotheken bearbeitet die ZLB die Leihverkehrsbestellungen aus den Bezirken. Im Jahr 2000 kamen aus den angeschlossenen Bibliotheken 8.109 Leihverkehrsbestellungen (8.970 in 1999/8.094 in 1998). Über drei Viertel der bezirklichen Bestellungen konnten positiv erledigt werden, davon mehrheitlich aus den Beständen der ZLB, die restlichen - nachdem sie bibliographiert und recherchiert worden waren - aus dem deutschen und internationalen Leihverkehr.

Leihverkehrsbestellungen aus den Bezirken

2000 8.109

1999 8.970

Trend -9,6%

Bücherwagen Der Bücherwagen der ZLB fährt im Rahmen des innerbibliothekarischen Leihverkehrs täglich abwechselnd eine Nord- bzw. Südtour in die Berliner Öffentlichen Bibliotheken und transportiert die Medien und Bestellungen sowie

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Hunderte von Broschüren (Vorlesewettbewerb, Märchentage, Jugendzeitschriften etc.), die an die Bezirksbibliotheken verteilt werden. Im Jahr 2000 waren dies ca. 23.000 geschätzte Einheiten (in 1999 etwa 24.000 geschätzte Einheiten). Die Materialien müssen täglich in entsprechenden Transportkisten feinsortiert werden. Neben Broschüren und Medien wird Prospektmaterial und Post zwischen der ZLB und den Bezirken mit dem Wagen bewegt. Eine zunehmende Entlastung für den Transport brachte der ab September 2000 zwischen den VÖBB-Bibliotheken eingerichtete POSTExpress für den Verbundleihverkehr, so dass diese nicht mehr über die ZLB verteilt werden müssen. Allerdings ist dadurch ein ungleich größerer Verwaltungsaufwand im Haushaltsbereich entstanden. Multimedia-Woche Trotz einer wieder aktiven Teilnahme einzelner bezirklicher Jugendbibliotheken, wurde auch im Jahr 2000 der übergroße Teil der Koordination und Organisation der Multimedia-Woche der Jugendbibliotheken von einer Mitarbeiterin der ZLB bewältigt. Sie konnte neue größere Sponsoren und Partner für dieses Projekt gewinnen, das in diesem Jahr besonders durch die Harry-Potter-Nacht an Attraktivität gewann. Mittelverwaltung der Ständigen Konferenz der Amtsleiter Die Mittel der Ständigen Konferenz der Amtsleiter wurde entsprechend der dort getroffenen Beschlüsse in 2000 erneut von der ZLB verwaltet. Die ZLB, die zudem in mehreren Arbeitsgruppen der Ständigen Konferenz mitwirkt, erfuhr Unterstützung und Koordinationshilfe bei verschiedenen Problemen, wie z.B. beim Folieneinkauf sowie der Katalogisierung von Multimedia und Video. Pressespiegel Auch in 2000 produzierte die ZLB einen monatlichen Pressespiegel für alle öffentlichen Bibliotheken Berlins. Da das Deutsche Bibliotheksinstitut seine Zuarbeit mittlerweile eingestellt hat, ist der Bereich Öffentlichkeitsarbeit nicht mehr in der Lage, diesen Service aus eigenen Kräften aufrecht zu erhalten und stellt damit die Produktion des Pressespiegels gegen Ende 2000 ein.

4. Aus- und Fortbildung in der ZLB
Ausbildung Durch die Schaffung einer zusätzlichen Ausbildungsstelle werden in der ZLB jetzt insgesamt zwölf Fachangestellte für Medien und Informationsdienste ausgebildet. So können jedes Jahr vier Auszubildende aufgenommen werden. Die dreijährige Ausbildung qualifiziert so umfassend, dass wir nur hoffen können, diese vielseitig qualifizierten jungen Fachangestellten auch einstellen zu können, zumal sie schon heute auf dem freien Arbeitsmarkt - besonders bei Suchmaschinen und anderen Internetanbietern - besser bezahlt werden. Es ist notwendig, in Zukunft dafür mehrere Stellen von BAT VIII/VII auf BAT Vc und Vc/Vb zu verändern. Ihre gute und selbständige Arbeit können die Auszubildenden des zweiten und dritten Lehrjahres im telefonischen Auskunftsdienst praktisch beweisen. Die Auszubildenden des dritten Lehrjahres der ZLB stellten in der Projektwoche „Berufe rund ums Buch“ im Arbeitsamt

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Mitte das Berufsbild „Fachangestellte/r für Medien und Informationsdienste“ selbst vor.
Auszubildende (Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste) 1. Ausbildungsjahr 2. Ausbildungsjahr 3. Ausbildungsjahr Auszubildende gesamt

2000 4 2 6 12 (3 weiblich/1 männlich) (1 weiblich/1 männlich) (4 weiblich/2 männlich)

1999 2 5 4 11

Die Anzahl der angebotenen Praktika musste auf Grund der personellen Einsparungen deutlich gesenkt werden. Im Jahr 2000 wurden in der ZLB aber immer noch 50 Praktika (65 in 1999) von Fachhochschülern, Schülern und Umschülern absolviert. Im April 2000 begann für zwei Referendarinnen von SenWissKult die Ausbildung zum Höheren Bibliotheksdienst in der ZLB.

Praktikanten Praktikanten Schülerpraktikanten Austauschpraktikanten ( WB/ÖB) Praktikanten Nachqualifizierungslehrgang Referendarinnen Praktikanten gesamt

2000 17 23 (1 aus Frankreich) 6 4 2 52

1999 24 (inkl. 4 aus dem Ausland) 31 6 4 2 67

Fortbildung Die Fortbildungsbeauftragte der ZLB konnte auf Grund deutlich reduzierter Haushaltsansätze nicht so viele Fortbildungen wie im Jahr 1999 organisieren, obwohl weiterhin ein starker Bedarf im Bereich Informationstechnik besteht, insbesondere für weitergehende Aufbaukurse, da im letzten Jahr die Grundlagen breit gelegt wurden. Im Jahr 2000 wurden erneut Verhaltensseminare für Mitarbeiter im Dienst am Kunden durchgeführt. Besonderes Augenmerk lag dabei auf dem Gebiet der Konfliktbewältigung für Führungskräfte aller Ebenen. Im Jahr 2000 fand erneut eine gemeinsame Schulung der Leitungsrunde der ZLB statt, diesmal zum Thema Konfliktmanagement. Die dabei gesammelten Themen werden monatlich einmal in einer Sitzung der Leitungsrunde bearbeitet und zu Beschlüssen oder gemeinsamen Vorgehensweisen geführt. Zwei schwierige interne Konfliktfälle erforderten die besondere Aufmerksamkeit und Betreuung von außen sowie - in einem Fall – die regelmäßige Begleitung durch den Personalentwickler und die zuständige Führungskraft. Die erfolgreiche Bewältigung der beiden Fälle ist nicht zuletzt diesem bewussten Einsatz ausgebildeter Kräfte zu danken.
Fortbildungen Informationstechnik (E-Mail, Word, Windows-NT, Urica, PowerPoint) Internet / digitale Auskunftsmittel Bibliotheks- und buchspezifische Fortbildung 2000 17 43 14 1999 372 43 33 Trend -95,4% +-57,6%

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Verhaltensseminare Führungskräfteentwicklung Verwaltungs- und Rechtsfortbildung Nachqualifizierungen Fremdsprachen / Fachenglisch Suchtkrankenhelfer Summe

38 23 29 3 4 0 171

82 1 24 6 3 2 566

-53,7% ????? +20,8% -50% +33,3%

-69,8%

5. Entwicklung des Bestandsangebotes
Im Jahr 2000 hat sich der Bestand der Zentral- und Landesbibliothek Berlin durch einen Zugang von 66.418 Medieneinheiten (61.924 in 1999) und einem Abgang von 17.912 (18.244 in 1999) auf 2.361.612 Medieneinheiten (2.313.106 in 1999) erhöht.

2000 Bestand Zugang Abgang 2.361.612 66.418 17.912

1999 2.313.106 61.924 18.244

Trend +2,1% +7,3% -1,8%

Durch bewusste Entscheidung konnte der Anteil der Non-Book-Medien erweitert werden. Die Politik des Vorstands, im Jahr 2000 die notwendigen Einsparungen bei Wegfall einiger Dienstleistungen im Personalbereich zu ermöglichen, ohne den Erwerbungsetat zu kürzen, hat neben dem Neukauf auch zu einer deutlichen Verbesserung der Bestandserhaltung bisher jahrelang ungebundener Zeitschriften geführt. Dies ist als eine äußerst wichtige Maßnahme für die laufende Reorganisation des gesamten Zeitschriftenbestandes der ZLB, für die Senkung der Verlustquote sowie für die langfristige Bestandserhaltung zu werten. Die gezielte Politik für Neuerwerbungen spiegelt sich, trotz leicht gesunkener Nutzerzahlen, in den deutlich höheren Ausleihzahlen wider. Diese Korrelation zwischen Erwerbungsetat und Ausleihzahlen zeigt die Wichtigkeit einer Politik auf, die sich darum bemüht, den Erwerbungsetat vollständig zu erhalten und Absenkungen unbedingt zu verhindern. Die Fachbereiche im Überblick Im Medienzentrum, der Abteilung mit den Fach- und Spezialbereichen, den Historischen Sondersammlungen und dem Zentrum für Berlin Studien lagen die Schwerpunkte im Jahr 2000 - neben der kontinuierlichen Erweiterung und Ergänzung des Printbestandes - auf dem Ausbau des Angebotes an elektronischen Medien und digitalen Anwendungen sowie der Präsentation der Fach- bzw. Spezialbereiche im Internet. Damit sollte das Angebot zahlreicher Datenbanken in der CD-ROM-Intranetnutzung, die umfangreiche Linksammlung und die Erschließung neuer Online-Datenbanken für die Fachbereiche erweitert und ausgebaut werden. Unterfüttert wurde dieses Angebot durch zahlreiche fachspezifische Schulungen zur Nutzung des Internets durch die Mitarbeiter der Fachbereiche. Nach der erfolgreichen Fächerzusammenführung 1998 und

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aufwendigen Reorganisationsarbeiten 1999 zeigen sich in den einzelnen Fächern deutliche qualitative Verbesserungen. Das Fach Mathematik/Informatik mit dem Zentrallektorat Multimedia hat neue Präsentationsformen der unterschiedlichen Medien organisiert. Die zentralen Multimediaangebote entwickelten sich zu einem umfangreichen CD-ROMAusleihbestand. Der Bereich verfügt jetzt über PC-Arbeitplätze mit Nachschlagewerken und realisierte die Einrichtung von Selbstinstallationsplätzen, an denen Nutzer auch Standardsoftware wie Schreibprogramme und CAD-Programme nutzen können – ein Angebot mit durchschlagendem Erfolg. Im Fach Technik wurde der Bestand zum Verkehr grundlegend erneuert. Fach Kunst mit seinem sehr umfassenden Angebot erfreute sich auch im Jahr 2000 einer zunehmenden Beliebtheit bei den Benutzern. Der Freihandbereich, der permanent an Raumknappheit leidet, muss sehr viele Medien über das Magazin ordern. Das neue Fach Kommunikation und Medien wurde im Berichtszeitraum vollständig mit seiner gesamten Systematik in Freihand aufgestellt und legt zur Zeit die Schwerpunkte auf berufspraktische Literatur für die verschiedenen Medienberufe, die Zukunft der Medien sowie Telekommunikation und Internet. Die Artothek verzeichnet weiterhin deutlich steigende Umsätze. In 2000 wurde mit der Ausleihe von Kleinplastiken begonnen und mit Ölmalerei erfolgreich ein neuer Schwerpunkt gesetzt. Dank der Attraktivität des Bereichs und nicht zuletzt des Engagements der Mitarbeiter konnten insgesamt 8.320,- DM zur Anschaffung von Objekten eingeworben werden. Die Artothek hat ihren Bildkatalog zu einer multimedialen Bilddatenbank ausgebaut. In räumlicher Nähe zum Fachbereich Kunst-Bühne-Medien befindet sich die wohl größte Videosammlung einer öffentlichen Bibliothek in Deutschland, die im Jahr 2000 den beliebten fremdsprachigen Videobestand besonders durch französische, ungarische und tschechische Filme weiter ausbaute. Die Schwerpunkte im Sachvideobereich lagen bei Psychologie, Umweltschutz, Geschichte und Naturkunde. Im Berichtszeitraum begann eine grundlegende Umorientierung auf das neue Medium DVD, was zur Einrichtung eines DVDSehplatzes führte. In kurzer Zeit haben sich die DVDs zu einem Publikumserfolg entwickelt. Als hervorzuhebende Bestandserweiterung bei Video sind u.a. die Filme des Anthology-Filmarchivs in New York und die Kinder- und Jugendvideos der Landesbildstelle zu erwähnen. Die Fächer Psychologie und Geschichte gehören mit zu den umsatzstärksten Fächern der ZLB. Die personelle Notlage dieses Bereichs konnte im vergangenen Jahr nur mit Hilfe anderer Fachpulte überwunden werden. Die Fächer Literatur und Sprache verzeichnen ebenfalls sehr hohe Umsätze. Die anhand der Nachfrage zu erwartende Staffelung kann jedoch wegen des relativ geringen Etats nicht immer realisiert werden. So muss dieser Fachbereich sich permanent dem Spagat zwischen nicht bedarfsgerechter Staffelung und Bestandslücken stellen. Um den Kundenwünschen zu entsprechen, wurden besondere Akzente auf die Vervollständigung des Bestandes in den Bereichen italienische und spanische Literatur, Sprachwissenschaften, Englisch in seiner ganzen Differenziertheit und Deutsch als Fremdsprache gesetzt. General Interest mit seinen Schwerpunkten originalsprachige Medien für Muttersprachler, Reisezentrum und Belletristik hat weiterhin herausragende Umsätze. Zahlreiche Rechercheaufträge - insbesondere zu den ausländischen Beständen - ergänzen diese Leistung. In der Kinderbibliothek und im Jugendbereich „Hallescher Komet“ stehen die neuen Medien und der Umgang mit dem Internet im Mittelpunkt. Der Bereich bietet neben dem Bibliotheksangebot zahlreiche Veranstaltungen, darunter die „Lange Nacht“, die Netdays sowie die Multimediawoche, um nur einige herausragende zu nennen. Von den zugewiesenen Geldern wurde versucht,

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den durch „Harry Potter“ sprunghaft erhöhten Bedarf im Printbereich zu erfüllen. Der Fachbereich leidet permanent unter Raumnot und Personalmangel. Nur der kontinuierlichen Unterstützung vieler Mitarbeiter der ZLB bis hin zur Leitungsebene ist es zu verdanken, dass der Kinder- und Jugendbereich stets geöffnet blieb. Im Spezialbereich Musik, der durch die Fusion der beiden Musikabteilungen aus AGB und BStB wohl zu einem der größten Musikbereiche in Öffentlichen Bibliotheken gewachsen ist, galt es auch im Jahr 2000 immer noch die „Lasten“ der Fusion aufzuarbeiten. Die erfreulichen Ergebnisse im Berichtszeitraum zeigen, dass mit Unterstützung von ABM-Kräften 70 % des Bestandes umsigniert und retro-erfasst wurden, bei gleichzeitiger Reorganisation und Aktualisierung des Bestandes. Die umfangreiche Sammlung an Schellackplatten und Salonnoten wurden für ein Musikkabinett aufbereitet. Die Nutzung des Bereichs Recht/Wirtschaft war auch im Jahr 2000 kontinuierlich gut, so dass zeitweise die Arbeitsplätze für Nutzer nicht ausreichten. Der Bereich verfügt über einen sehr gut ausgebauten Bestand an Fachzeitschriften und einschlägigen Datenbanken. Im Fach Wirtschaft lagen die Schwerpunkte im Jahr 2000 auf osteuropäischer Literatur, der Euro-Einführung mit dem berlinweiten Projekt euro@berlin und – wegen des außergewöhnlich hohen Bedarfs –vor allem auf Lehrbüchern. Die umfangreichen Umsignierungsarbeiten, die durch die Zusammenführung der Bestände der AGB, BStB und der Ärztebibliothek im Fachbereich Medizin/Gesundheit seit der Fusion geleistet werden mussten, stehen kurz vor dem Abschluss. Trotz dieser belastenden Arbeiten bot der Bereich zusätzliche Leistungen an, darunter die Zeitschriftenauswertung, den Zeitschriftenumlauf und die Eröffnung einer eigenen Webseite mit einer umfangreichen Linksammlung zum Thema Medizin und Gesundheit. Zum Jahresende konnte im Zentrum für Berlin-Studien die komplette Retrokonversion und Umsystematisierung abgeschlossen werden (ca. 140.000 Bände). Außerdem wurde der ganze Ausleihbestand von rund 40.000 Bänden aus dem Magazin in einen Freihandbereich im Übergang zur Breite Str. 30/31 umgesetzt und der gesamte Zeitschriften-, Zeitungs- und Mikrofilmbestand auf neue Art attraktiv präsentiert. Der Aufbau eines Berlin-bezogenen aktuellen Broschürendienstes wurde begonnen. Allein das ZBS erhielt 400 Anfragen, die schriftlich, telefonisch, per Fax und zunehmend per E-Mail das Zentrum erreichten. Aufgrund komplizierter Softwaredatenprobleme konnten die Bände der Berlin-Bibliographie immer noch nicht erscheinen, obwohl Ende 2000 drei Jahresbände im Grundsatz fertig vorlagen. Wenn die technischen Aufbereitungsprobleme gelöst sind, gibt es gute Hoffnung, dass vier Bände der Bibliographie und ein gemeinsames Register in 2001 erscheinen können. Der Spezialbereich Historische Sondersammlungen konnte entsprechend seiner wertvollen Bestände ein adäquates neues Domizil im südlichen Marstallkomplex Breite Str. 30/31 beziehen, auch wenn der Umzug mit einer Etatsperre bei der Autographen-Erwerbung erkauft werden musste. Besonders hervorzuheben ist die Neuaufstellung der Sammlung des Grauen Klosters, die durch finanzielle Unterstützung der Streit’schen Stiftung und weiterer Stiftungen ermöglicht wurde, welche auch die nun vollständige Katalogisierung finanziert haben. Bei den anderen Nachlässen und Sammlungen lag der Schwerpunkt ebenfalls auf der Retrokatalogisierung, die für die Sammlung „Frauenfrage“ im Jahr 2000 abgeschlossen werden konnte. Außerdem begannen die organisatorischen Veränderungen zur Neugestaltung des Geschäftsganges mit der Entscheidung über eine reguläre Verschlagwortung. Dem Bereich wurden die Werkstätten Buchbinderei und Restaurierung strukturell zugeordnet, ohne jedoch den Schwerpunkt Bestandserhaltung für den Gesamtbestand

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sicherzustellen, da hier der personelle Mangel zum Tragen kommt. Mit der gegen Ende des Jahres gemachten Entdeckung über Schimmel vor allem im Bestand BStB sind die Folgearbeiten und Folgekosten noch nicht abzuschätzen. Dennoch kümmerte sich der Bereich um die Durchsicht des Gesamtbestandes an Drucken aus der Zeit vor 1851, um diese schnellstmöglich zu sichern, und übernahm eine Vielzahl von Sondersammlungen und Nachlässen aus anderen Teilen der ZLB in die neuen Räume, so z. B. die Sammlungen Courths-Mahler, Willibald Alexis, Historische Kinderbücher sowie die Plakatsammlung. Besondere Erwerbungen Als besondere Erwerbungen im Jahr 2000 zählen der Nachlass Wilutzky über die Berliner Autorenvereinigung und ein Nachlass zum Berliner Panoptikum.

6. Bestandserschließung
Formalerschließung Der Neuzugang wurde nach Möglichkeit zügig katalogisiert, zu Rückstand kam es lediglich im Bereich Non-Books durch den zusätzlichen Erwerb von Sammlungen mit hoher Stückzahl, da die hier besonders gefragten Qualifikationen eine kurzzeitige Vertretung aus anderen Bereichen nicht möglich machen. Außerdem wurden besonders im Bereich Katalogisierung Stellen längerfristig gesperrt, so dass Zusatzarbeiten hier nicht mehr geleistet werden konnten. Mit der Softwareumstellung muss der Geschäftsgang erneut überprüft und Maßnahmen zur Verbesserung der Einarbeitung überlegt werden. Wie dies ohne zusätzliches Personal realisiert werden kann, ist eine spannende Frage, die noch nach Antwort sucht.
Trend ab 1999 +6,8%

EDV-erfasste und katalogisierte Medien EDV-erfasste Exemplare (inkl. Kurzerfassung) Steigerung Vollständig katalogisierte Exemplare Steigerung

1998

1999

2000 1.614.272 102.897 1.182.322 92.411

1.296.471 1.511.375 214.904 946.437 1.089.911 143.474

+8,5%

Die Statistik belegt deutlich, dass durch die fehlenden großen ABM-Projekte in der Retrokonversion ausgerechnet im Jahr vor dem Softwarewechsel die Bearbeitung noch nicht erfasster Exemplare um die Hälfte gesunken ist. Die Retrokatalogisierung wurde im Jahre 2000 ohne ABM-Kräfte fortgeführt. Im Nachgang zur Aufarbeitung der ehemaligen Bestände der AmerikaGedenkbibliothek, die 1999 im wesentlichen beendet werden konnte, wurden im Jahr 2000 1360 mehrbändige Werke eingearbeitet und ca. 22.100 Titelaufnahmen korrigiert und damit für die VÖBB-Datenvorbereitung bereinigt. Für die Aufnahme im gegenwärtigen Online-Bibliothekssystem wurden im Jahr 2000 Medien mit Erscheinungsjahr ab 1956 aus bestimmten, häufig genutzten Teilbereichen der Berliner Stadtbibliothek - Geschichte, Belletristik, Mathematik, Kunst und Technik - bearbeitet:. Aus der aktiven Ausleihe wurden über eine Fangschaltung ca. 1000 Titel in die Retrokatalogisierung geleitet und bearbeitet. Im Zentrum für Berlin-Studien ist die Retrokonversion der

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Materialien mit Ausnahme der Zeitschriften abgeschlossen. Insgesamt wurden im Jahre 2000 über die Retrokonversion schätzungsweise weitere 20.000 Titelsätze neu ins System eingearbeitet. Aufgrund fehlender Personalkapazität wird es nicht möglich sein, den Gesamtbestand von über 2,3 Millionen Bänden bis zur Einführung in den VÖBB im September 2001 zu retrokatalogisieren. In mühsamer Kleinstarbeit und mit Unterstützung verschiedener Bereiche, angefangen von den Fachlektoren über das Magazin bis hin zum Geschäftsgang und vor allem der EDV-Abteilung, wurde mittels eines Projektes versucht, die Medienstruktur unseres Bestandes zu ermitteln. Folgende Zahlentabelle liegt als Ergebnis der Ermittlungen aus dem Jahr 2000 vor. Exakte Zahlen werden erst nach Abschluss der Retrokatalogisierung bei gleichzeitiger Nachführung der Medienkategorien möglich sein, trotzdem ist auch der geschätzte, mit den Zugangszahlen von 2000 addierte Zahlenspiegel eine interessante Tabelle.

Medienstruktur im Jahr 2000 (ausgenommen Zeitschriften) Bestand insgesamt Bücher, Zeitschriften, Zeitungen (ohne Autographen) Tonträger Noten Mikromateralien sonst. Non-Books Videos und DVDs CD-ROM Handschriften (Autographen) Dias Karten und Pläne Kunstdrucke Grafiken Inkunabeln Malerei 2.361.312 1.988.402 116.217 89.095 72.458 31.426 24.015 13.852 12.337 8.404 2.378 1.650 1.028 32 18

Zeitschriften Nach der im Vorjahr beschlossenen Festlegung zur Reorganisation der Zeitschriften der ZLB wurde diese Arbeit 2000 kontinuierlich allerdings eingeschränkt durch Personalknappheit - fortgesetzt. Die ersten 530 der in der Zeitschriftendatenbank von der ZLB nachgewiesenen Titel mit 12.000 Bänden erreichten ihren endgültigen Standort. Der Eintrag in der Zeitschriftendatenbank wurde entsprechend überprüft und gegebenenfalls korrigiert. Da sich durch die Schimmelproblematik weniger Mitarbeiter direkt an dieser Aktion beteiligen können, wird der Abschluss dieses Projekts noch zwei weitere Jahre in Anspruch nehmen. Bis dahin ist die unklare Zeitschriftensituation nur in Teilbereichen verbessert.

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ZDB-Katalogisierung (Neue Einträge und Korrekturen an Titel- und Bestandssätzen)

2000 4227

1999 1458

Trend ++289%

Der Zeitschriftenbereich hat durch seine neue Leitung im Jahr 2000 und die damit freigewordene Katalogisierungskapazität eine deutliche positive Veränderung erreicht. Sacherschließung In Vorbereitung auf den Einstieg in den VÖBB wurde in Zusammenarbeit mit den Fachlektoren der Schlagwortindex bearbeitet. Die einzigen zur Bearbeitung nun noch verbleibenden Fächer sind Naturwissenschaften, Wirtschaft, Erdkunde und Pädagogik – für alle anderen Fächer ist die Bearbeitung abgeschlossen. Es wurden ca. 18.000 neue Titel ohne Fremddaten und ca. 3 500 Retrobücher verschlagwortet und darüber hinaus 18.300 Schlagwörter anhand von Listenausdrucken korrigiert. Als eine weitere wichtige und äußerst zeitaufwendige Vorbereitungsmaßnahme für die Migration der Daten wurde die gesamte Systematik in einer EXCEL-Datei neu erfasst. Einbandstelle Im Jahr 2000 wurden durch die Einbandstelle 90.226 Medien ausleihfertig bearbeitet. Durch Fremdvergabe wurden 9.354 Neueinbände und über 17.000 Folierungen erledigt. Der Anteil einer halben Stelle wurde aus der Einbandstelle in die Jugendbibliothek verlagert. Der Anteil der Fremdvergabe soll nach Möglichkeit schrittweise erhöht werden. Dazu muss allerdings auch entsprechendes Geld im Erwerbungsetat ausgewiesen werden. Zur Zeit ist noch nicht genügend qualifiziertes und entsprechend eingruppiertes Personal zur sachgemäßen Bearbeitung weiterer Fremdaufträge vorhanden. Insgesamt waren 25.262 Reparaturen an Büchern, Videos, CDs und Medienpaketen notwendig.

7. Öffentlichkeitsarbeit
Veranstaltungen, Ausstellungen, Führungen 125 Veranstaltungen für Erwachsene (123 in 1999) und 13 Ausstellungen (15 in 1998) fanden in der ZLB im Jahr 2000 statt. Die erfolgreichsten Ausstellungen waren diesmal die „100 besten Plakate 2000“, der fotografische Text (Literatur und Fotografie), eine Malereiausstellung mit italienischen und eine zweite mit chinesischen Künstlern. Die Veranstaltungen für Erwachsene zählten insgesamt 6740 Besucher. Den größten Anklang fand die Talkreihe mit Gregor Gysi „Über Gott und die Welt“ mit Guido Westerwelle, Peter Michael Diestel, Angelica Domröse, Gabi Zimmer , Christoph Hein, Günter Gaus und anderen. Gut besucht waren auch die Lesungen mit Günter de Bruyn, Gerhard Zwerenz, Daniela Dahn und die Veranstaltungen zum Literaturexpress 2000. Das Experiment, mit dem Musikbereich die Tradition außergewöhnlicher Musikveranstaltungen wieder aufzunehmen, wurde erweitert mit Veranstaltungen zu Kurt Weill sowie außergewöhnlicher Tango- und Akkordeonmusik. Der in Zusammenarbeit mit akademie.de durchgeführte sehr

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erfolgreiche Internet-Salon musste aus finanziellen Gründen im Frühjahr 2000 eingestellt werden. Versuche, hier mit Sponsoren weiterzuarbeiten, scheiterten an der Problematik, dass gerade die nicht firmengebundene Art des InternetSalons für seinen Erfolg und das Interesse bei Start-ups und anderen Branchenvertretern verantwortlich war. Die Jugendbibliothek konnte aufgrund der reduzierten Personalkapazität nur noch 273 Veranstaltungen mit 3809 Teilnehmern durchführen gegenüber 318 Veranstaltungen mit 6241 Teilnehmern in 1999.

Veranstaltungen in der ZLB Veranstaltungen (Teilnehmerzahlen) Ausstellungen Jugendveranstaltungen (Teilnehmerzahlen) Führungen (davon Jugendbibliothek)

2000 125 (6740) 13 273 (3809) 233 (30)

1999 123 (k.A.) 15 318 (6241) 290 (49)

Trend +1,6% -13,3% -14,2% -19,7%

Die Pressearbeit Die Pressearbeit der ZLB konnte im Jahr 2000 weiterhin verbessert werden, wie die vielen Berichterstattungen im ZLB-Pressespiegel 2000 über die ZLB und deren Veranstaltungen deutlich belegen. ZLB-Webseiten Insgesamt wurden 1,2 Millionen Seitenaufrufe unter www.zlb.de gezählt. Die Internetseiten der ZLB wurden besonders stark in den Monaten März, Mai und Juni sowie Oktober bis Dezember aufgerufen. Die Monatsstatistik für 2000 ergibt folgende Zahlen:

Aufrufe der ZLB-Internetseiten Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Gesamt

2000 92.810 96.642 108.442 92.032 142.254 103.509 76.915 80.588 81.449 124.316 122.142 117.855 1.238.984

1999

Trend

796.439

55,6%

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Zählbare Basis der Statistiken sind die Log-Dateien des apache-Web-ServerProgramms. In diesen Dateien steht jeder Zugriff auf eine Datei im Web-Server. Die Statistik-Software zählt die Zugriffe auf html-Dateien jeweils als SeitenZugriffe. Der OPAC der ZLB konnte in neuer aber immer noch statischer Form auf den Webseiten angeboten werden. Da weitere Fachbereiche ihre Webseiten verbesserten, ist das Angebot vielschichtiger geworden. Neu hinzu kamen ausführliche Webseiten zum Schlossplatz, um das Projekt der ZLB anschaulicher darstellen zu können. Ein Relaunch der Webseiten ist dringend notwendig. Da sie bereits älter als, fünf Jahre sind, können sie nicht mit einem Redaktionssystem bearbeitet werden und verursachen dadurch bei jeder Änderung und Ergänzung einen sehr hohen Aufwand. Die dafür erforderliche Finanzierung von fast 200.000 DM ist unbedingt aufzubringen.

8. Gebäude und Technik
Gebäude Die unbefriedigende räumliche Situation in beiden Häusern verschärfte sich im Jahr 2000 durch zeitlich versetzte Bauarbeiten zum Einbau der im Vorjahr gelieferten Klimaanlage für den Freihandbereich der Berliner Stadtbibliothek. In einer von den Mitarbeiterinnen abermals mit unglaublicher Flexibilität organisierten Umrückmaßnahme wurde der gesamte Bestand, die Auskunftspulte und Rechercheplätze sowie der Ausleihtresen an einem Wochenende ins Foyer umgesetzt und später wieder entsprechend zurückversetzt. Allerdings mussten bei starker Kälte zeitweise einige Plätze aufgegeben werden. Der längst überfällig gewordene Einzug der Historischen Sondersammlungen in den südlichen Marstall Breite Str. 30/31 wurde erst dann realisierbar, als die ZLB sich unter dem Druck der räumlichen Enge bereit erklärte, einen Teil der notwendigen finanziellen Mittel für die Durchbrüche selbst zu übernehmen. Für weitere bauliche Maßnahmen half gutes Zureden nur bedingt, erst die Katastrophe des erneuten Wassereinbruchs in der Amerika-Gedenkbibliothek im Herbst 2000 veranlasste die zuständige Senatsverwaltung, Ursachenforschung zu betreiben und erforderliche Instandsetzungsarbeiten einzuleiten, wobei u.a. der gesamte Bodenbelag dort entfernt wurde. Die damit verbundenen Räumarbeiten waren in einer Phase der sehr reduzierten Personalkapazität nicht ohne beachtliche Mühen zu leisten. Auch im Bereich der BStB haben wir an verschiedenen Stellen mit nicht zu bändigenden Wassermassen zu kämpfen. Einerseits gelangten nasse Ströme wieder ins Magazin, wo schon vorsorglich die Bestände an den gefährdeten Stellen beiseite geräumt und buntschillernde Plastikwannen deponiert wurden, andererseits wurden selbst die Ursachen für Wassereinbrüche in der generell desolaten Dacheindeckung des Ribbeck-Hauses nur punktuell und somit unzureichend beseitigt. Als Folgen sind eine durchgängige Ausbreitung des Schimmelbefalls und weitere unklare Belastungen aufgetreten; die dadurch erforderlichen Luftuntersuchungen wiederum belasten die Finanzen der Stiftung zusätzlich. Erforderliche Renovierungen zur Verbesserung der Arbeitsatmosphäre und des Erscheinungsbildes mussten nach wie vor in Eigenregie vorgenommen werden. Allerdings kann damit die dringend notwendige Renovierung der Halle der AGB nicht durchgeführt werden. Neubauplanung

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Im Jahre 2000 nutzte die Generaldirektorin erneut alle Gelegenheiten - darunter Pressekonferenzen, Veranstaltungen, Fernsehdokumentationen und RadioInterviews - um für einen Neubau der ZLB auf dem Schlossplatz einzutreten. Durch die Aktivitäten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gab es zahlreiche Möglichkeiten, bei Diskussionen erfolgreich für die ZLB auf dem Schlossplatz zu werben. EDV Die EDV konnte die Umstellung aller Endgeräte auf Windows-NT im Jahr 2000 abschließen. Dies garantiert allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen genügend Zeit, sich mit dieser Oberfläche vertraut zu machen, um bei der Umstellung der Bibliothekssoftware zusätzliche Gewöhnungsprobleme zu vermeiden. Im Haus AGB wurde das Netzwerk von einer Ring- zu einer Sternverkabelung umorganisiert, neue Netzwerkkomponenten eingesetzt und die Erweiterung und Erhöhung der Bandbreite des Backbones in Teilbereichen durchgeführt. Da für Urica kein Wartungsvertrag mehr bestand, mussten alle damit verbundenen Aufgaben wie Weiterentwicklung und Pflege vollständig von der EDV-Abteilung übernommen werden. Die von der Software abhängige Technik veraltet zusehends und muss, da nicht mehr lieferbar, in der Abteilung repariert werden. Aufwendig war auch die Installation des Clients auf einer Vielzahl von Mitarbeiter-PCs für den Zugriff auf den CD-ROM-Manager. Auch verschiedene Allegro-Anwendungen, darunter die für den ZLB-OPAC, die Streit’sche Stiftung und die Berlin Bibliographie, mussten besonders unterstützt werden und die gesponserten SiSis-Internet-Terminals wurden ins LAN integriert, um die Telefongebühren zu senken. Die besonderen Probleme der Trennung der Internet- und Intranetdomänen konnten gelöst werden. Zu diesen und weiteren laufenden Aufgaben kam im Jahr 2000 für die EDVAbteilung eine außergewöhnlich arbeitsintensive Vorbereitung auf den VÖBB hinzu. Die Erstellung von Softwarespezifikationen, unzählige Migrationsbesprechungen, eine aufwendige Manipulation der URICA-Daten, die Erstellung der Migrationsprogramme und eine systematische Datenpflege der korrupten Daten nahmen sehr viel Zeit in Anspruch, wie die Überstunden dieses Bereichs deutlich widerspiegeln. An einen Abbau dieser Mehrzeiten wird vor Ende 2001 nicht zu denken sein. Dem deutlich gewordenen erheblichen Fortbildungsbedarf in der EDV-Abteilung der ZLB wurde durch notwendige Schulungen vor allem in der Netzwerkadministration begegnet. Die notwendige Inventarisierung aller IT-Geräte wurde erledigt.

9. Management und Finanzen
Haushalt Der Haushalt der Stiftung konnte im Rahmen der Haushaltswirtschaft nur unter großen Anstrengungen ausgeglichen abgeschlossen werden, zumal - wie auch im Vorjahr - u.a. kein Ausgleich für die Tarif- und Besoldungserhöhungen durch das Land Berlin gewährt wurde. Die einzelnen haushaltswirtschaftlichen Maßnahmen (Freihalten von Stellenvakanzen, Herauszögern notwendige Besetzungen, etc) erforderten das ganze Haushaltsjahr hindurch eine ständige Abstimmung zwischen dem Verwaltungsbereich und dem Vorstand der Stiftung.

Haushalts-Übersicht

2000

1999

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Eigene Einnahmen (DM) Deckungsgrad Personalausgaben (DM) Sächl. Verw.-Ausg. (DM) Investitionen (DM) Ausgaben insgesamt (DM)

2.244.576 5,9% 21.785.500 14.862.400 720.200 37.468.100

1.968.011 5,5% 20.741.885 14.701.768 357.948 35.801.601

Die eigenen Einnahmen der Stiftung ZLB im Jahr 2000 resultierten im Wesentlichen aus den Entgelten für Benutzerausweise (Titel 111 08) und den Einnahmen aus Schadenersatzleistungen und Vertragsstrafen (Titel 119 03). Die Einnahmeerwartungen bei den Entgelten für Benutzerausweise können im Berichtsjahr wegen rückläufiger Neuanmeldungen bzw. Verlängerungen nicht realisiert werden. Für das laufende Haushaltsjahr wurde aus diesem Grunde eine weitere Anpassung des Ansatzes an die realen Einnahmeerwartungen vorgenommen. Die Mindereinnahmen bei diesem Titel in Höhe von rd. 35 TDM und weitere Mindereinnahmen z.B. bei den Titeln 111 05 (Gebühren nach der Verwaltungsgebührenordnung) und 119 01 (Veröffentlichungen) können durch Einsparungen und Mehreinnahmen bei den Titeln 119 79 (Verschiedene Einnahmen), 124 01 (Mieten für Grundstücke) und 124 06 (Mieten für Stellplätze) aufgefangen werden. Eine Sicherung des Haushalts der Stiftung, wie sie im Stiftungsgesetz verankert ist, bleibt für den Vorstand auch in den nächsten Jahren oberste Priorität.

Dr. Claudia Lux Generaldirektorin Zentral- und Landesbibliothek Berlin – Leistungszahlen 2000 / Vergleichszahlen 1999 2000 Entleihungen Besucher Planstellen Aktive Leser, die ausleihen Neuanmeldungen Medienbestand insgesamt EDV-vollerfasste Medien Jahreszugang an Medien An Fortbildungen teilnehmende Mitarbeiter 3.147.408 1.475.693 283,5 86.102 31.177 2.361.612 1.182.322 66.418 172 1999 3.046.689 1.557.626 281,5 87.322 32.244 2.313.106 1.089.911 61.924 566 Trend +3,3% -5,3% +2 stud. Hilfskr. -1,4% -3,3% +2,1% +8,5% +7,3% -69,6%

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