Path:
Periodical volume

Full text: Jahresbericht ... des Vorstands der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin Issue 1999

Jahresbericht des Vorstands der Zentral- und Landesbibliothek Berlin 1999

Inhalt
Jahresbericht 1999 ZLB in Zahlen - Leistungszahlen der ZLB 1999 im Vergleich zu 1998 Der Internet-Salon "Emil und die Detektive" - eine Internetreise durch Berlin Besucherdienst - Besucher 1999 in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin PubliCA-Program - Bericht über das PubliCA Training-Program in der ZLB Die Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin - Mitglieder des Stiftungsrats und Stiftungsbeirats

Jahresbericht
des Vorstands der Zentral- und Landesbibliothek für 1999 1. Schwerpunktthema 1999: Verbesserung interner Strukturen Nach der Realisierung der häuserübergreifenden Fächerzusammenführung in 1998 stand für 1999 die Sicherung und Stabilisierung der neuen Struktur der ZLB an. Mit Hilfe eines Unternehmensberaters wurden die sieben wichtigsten Problembereiche in der ZLB analysiert. Lösungsprozesse wurden auf dieser Basis durch- und bis auf einen Prozess zu Ende geführt. Prozess 1. Besprechungen Prozesseigentümer Berater Ergebnis Einführung einer geregelten Besprechungsstruktur auf wöchentlicher Grundlage Leitbild der ZLB erstellt, Leitbilder der Bereiche Geschäftsgang, ZBS: fertig Leitbild der ÖA, Benutzung, Verwaltung, Medienzentrum: noch in Entwicklung Veränderungen im Magazin umgesetzt, Ausleihe beschleunigt Einzelprobleme gelöst Auskunftsstandards als Dienstanweisung für alle Auskunftspulte Kleine Verbesserungen angeregt Große Veränderungen nur mit Beratung von außen möglich; Kostenproblematik Erfolgreiche Einrichtung eines organisierten Beschwerdemanagements

2. Leitbild

Mitarbeiter der Leitungsebene

3. Magazinausleihe BStB 4. „Was ich schon immer verändern wollte im ZBS“ 5. Auskunftsstandards

Mitarbeiterin eines anderen Bereichs Mitarbeiterin eines anderen Bereichs Mitarbeiterin eines Auskunftsbereichs

6. Geschäftsgang

Mitarbeiterin der Leitungsebene

7. Beschwerdemanagement / Qualitätsmanagement

Mitarbeiterin der Leitungsebene

Durch die Prozesse konnten Veränderungen und neue Regelungen in der ZLB getroffen werden, die zur Stabilisierung der neuen Struktur beigetragen haben; vor allem eine

verbesserte Kundenorientierung blieb dabei im Blick. Gleichzeitig konnte eine grundsätzliche Methode eingeführt werden, mit der zukünftig auch andere Probleme mit Hilfe von "Prozessen" und "Prozesseigentümern" gelöst werden können. Die Einführung der Besprechungsstruktur hat die Informationszusammenhänge im Haus erheblich verbessert und die Problemdelegation nach oben reduziert. Das Problem der Veränderung des Geschäftsganges konnte nicht gelöst werden, da die grundlegenden Veränderungsvorschläge auch das Medienzentrum einschlossen und dort keine Zustimmung fanden. In Zukunft ist dennoch konkret auf anfallende Liegezeiten und Transportprobleme in diesen Bereichen zu achten. 2. Dienstleistungen Benutzer und Ausleihe Die Besucherzahl stabilisierte sich nach dem Jahr der Bestandsumzüge 1998 (1.547.311) auf 1.557.626 Besucher. Das Besucherverhältnis zwischen den beiden Häusern der Zentral- und Landesbibliothek zeigt sich mit 77% für die Amerika- Gedenkbibliothek und 23 % für die Berliner Stadtbibliothek. Für die Ausleihen hat sich das Verhältnis auf 80 % (AGB 1988: 85,2 %) zu 20 % (BStB 1998: 14, 8 %) verändert. Zum ersten Mal haben die Ausleihen - ohne die Lesesaalausleihen, die nicht gezählt werden - die drei Millionen Grenze überschritten. Sie sind im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 % von 2.963.867 auf 3.046.689 gestiegen. Die Ausleihen an Sachliteratur stiegen geringfügig von 1.803.829 auf 1.836.368 an. Die Ausleihen der Schönen Literatur waren in 1999 dagegen mit 120.460 leicht rückläufig. (1998: 127.089). Einen deutlichen Anstieg verzeichneten erneut die Ausleihen im Non-Book-Bereich. Sie stiegen um fast 57.000 von 700.613 auf 757.204. Im Jugendbereich reichen die Non-BookMedien immer dichter an die Buchmedien heran; sie dürften bald gleich auf liegen. Der Anstieg der Ausleihen in der Artothek ist als Einzelfall herauszuheben. Seit ihrem Umzug ins Haus AGB stiegen sie um 57%. Entwicklung der Ausleihen im Vergleich zum Vorjahr Ausleihen (ohne Lesesaalausleihen) Schöne Literatur Sachliteratur Kinder- und Jugendlit. (ohne Non-Books) Non-Books insgesamt - davon im Kinder- und Jugendbereich

1998 2.963.867 127.089 1.804.006 177.372 700.613 154.787

1999 3.046.689 120.460 1.820.258 176.386 757.204 172.381

Trend + (2,79 %) - (5,5 %) + (0,9 %) - (0,5 %) + (8 %) + (11,4 %)

Die Fristverlängerungen per Email - im Sommer 1998 eingeführt - wurden zunehmend positiv angenommen. Sie stiegen von 81 im Januar auf 237 im November 1999. Die Zahl der eingetragenen aktiven Benutzer hat sich um 3 % von 89.951 auf 87.322 reduziert. Die Zahl der nutzenden Institutionen ist deutlich zurückgegangen. Eine Erklärung für

diesen Rückgang ist schwer zu geben, er könnte jedoch mit dem zunehmenden Umzug der Ministerien und Verbände zusammenhängen, deren Berliner Außenstellen jetzt wieder mit richtigen Bibliotheken ausgestattet sind. Daneben ist auffällig, dass die Nutzung durch die 31-40jährigen deutlich um 2,97 % zurückgegangen ist. Die zunehmende Abwanderung ins Umland kann in diesem Zusammenhang die Ursache sein. Um die Kunden schneller bedienen zu können, wurde 1999 im Haus AGB ein Expressschalter eingerichtet, der zu stark genutzten Zeiten zusätzlich öffnet. Da die Verbuchung anderer Medien einen aufwendigeren Vorgang mit sich bringt, bedient er nur Kunden mit Buchmedien. Im Haus BStB wurde aufgrund des Prozesses "Magazin" der Magazinbestellplatz wieder regelmäßig besetzt. Neben einer neuen Magazinleitung, fand hier auch eine Neuorganisation der Einstellbereiche statt. Bauliche Verbesserungen und ein Fortschritt in der Zusammenarbeit mit den Fachlektoren waren weitere positive Veränderungen, die der Prozess 'Magazin' auslöste. Die neu eingeführten Distanzhalter als Markierungen auf dem Boden wurden von den Kunden trotz der räumlichen Enge der Ausleihbereiche in beiden Häusern positiv aufgenommen. Durch die Bestandsveränderungen wurde auch für die Artothek die verbuchte Ausleihe von Grafiken und Plastiken am Buchungstresen eingeführt. Die Personalsituation in den Servicebereichen Magazin, Einstelldienste und Verbuchungstresen ist aufgrund der hohen Nutzung trotz Unterstützung aus allen internen Bereichen problematisch. Mit dem neuen EDV-System müssen Erleichterungen durch Selbstbedienungsterminals geschaffen werden. Leihverkehr Obwohl der Web-Opac teilweise nicht mehr zur Verfügung gestellt werden konnte und die Auskunft im Berliner Allegro Katalog im Web nur beschränkt möglich ist, konnte im Leihverkehr eine Gesamtsteigerung um mehr als 6% auf 19.408 (1998:18.251 für aktive und passive Bestellungen) verzeichnet werden. Die aktiven Leihverkehrsbestellungen stiegen auf 17.718 (1998: 16.407); 12.474 von ihnen konnten positiv erledigt werden. Der passive Leihverkehr sank dagegen; es wurden nur 1.690 Bestellungen abgesandt, von denen 1.033 positiv erledigt werden konnten. Mit insgesamt 11.147 versandten physischen Einheiten steigerte sich die Leistung dieses Bereichs um 18%. 233 Subito-Bestellungen konnten positiv erledigt werden. Der Anteil von Bestellungen, die sich auf Pflichtexemplare richten, stieg deutlich. Häufig ist diese Bestellung ein Auslöser für eine Beschaffung. Entwicklung der Leihverkehrsbestellungen im Vergleich zum Vorjahr Gesamtaufkommen Aktiver / Gebender Leihverkehr Passiver / Nehmender Leihverkehr Aus angeschlossenen Bibliotheken

1998 18.251 16.407 1.844 8.094

1999 19.408 17.718 1.690 8.970

Trend + (6,3 %) + (8 %) - (8,3 %) + (10,8 %)

Dienstleistung Auskunft und Information Zum Ende des Jahres 1999 lagen als Ergebnis des Prozesses "Auskunftsstandards" einheitliche Informationsordner an allen Auskunftspulten aus. Die schon weitgehend praktizierten Standards wurden fest geschrieben. Die im gesamten Jahr schwierige und belastende Auskunftssituation für Zeitschriften konnte zum Jahresende verbessert werden. Die problematische Situation des CD-ROM Netzes wurde nur mühsam verbessert. Es wurde eine Softwareaktualisierung durchgeführt. Die Erweiterung auf 140 Anwendungen war ebenfalls notwendig. Da im Bereich CD-ROM dringender Personalbedarf bestand, wurden Stellen verlagert und die Mitarbeiterinnen ausführlich geschult. Dennoch gestaltet sich die parallele Vorhaltung unterschiedlicher CD-ROM Software sehr aufwendig. Da CD-ROMs als Nachschlagmittel nicht zu ersetzen sind, werden auch in Zukunft Investitionen in diesem Bereich notwendig sein. In 1999 wurden durch den Informationsbereich 54 OPAC-Schulungen und 12 CD-ROM Unterweisungen für Benutzer durchgeführt. Besonders beliebt waren die 11 Senioren-OpacSchulungen und die Seniorenwoche zur Einführung in Datenbankrecherchen, an denen 177 Interessierte teilnahmen. Insgesamt kamen alle Fachbereiche ihren Rechercheaufgaben nach. Besonders hervorzuheben ist der Fachbereich Medizin, der einen deutlichen Anstieg fachlicher Anfragen über Email verzeichnen kann. Auch im Zentrum für Berlin- Studien nahm die Zahl der Anfragen per Email, Fax und Telefon zu. Um die einzelnen Pulte im Servicedienst von Allgemeinauskünften zu entlasten, wurde Ende 1999 ein Testlauf mit einer zentralen telefonischen Auskunft begonnen. Mitte 2000 kann entschieden werden, ob dieser Test erfolgreich war und in ein Routineangebot übergehen kann. Der Informationsbereich und die einzelnen Fachbereiche entwickelten 1999 verbesserte Faltblätter zur einfacheren Benutzung des Bestandsangebotes, wie z.B. "Suchstrategien". Zur besseren Orientierung nach der Bestandsveränderung in den Servicebereichen wurde 1999 auch im Haus AGB eine Erweiterung des einheitlichen Leitsystems umgesetzt. In den Historischen Sondersammlungen wurden 1999 für Forschungszwecke vorwiegend die Sammlungen Deißmann, Arno Holz und Bellermann genutzt. Dienstleistungen für die Berliner Bezirksbibliotheken Die ZLB betreibt die Verbundzentrale für den Betrieb des gemeinsamen Verbunds der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) und stellt gegenwärtig die Stelle der Projektleitung für das Projektmanagement zur Einführung des VÖBB. Die Verbundzentrale der ZLB hat nach dem Pilotprojekt Reinickendorf im Oktober 1998 in 1999 fünf weitere Bezirke an den Verbund der öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) angeschlossen. Zum Jahresende konnten ca. 700.000 Datensätze in der Verbunddatenbank nachgewiesen werden. 100.000 aktive Benutzer waren eingetragen. Damit hat sich die positive Entwicklung unter der von der ZLB gestellten Projektleitung aus 1998 fortgesetzt. Verbundentwicklung bis Ende 1999 Pilot 1 (Reinickendorf) Pilot 2 (Pankow) Tempelhof Oktober 1998 März 1999 Juni 1999

Tiergarten Mitte Wilmersdorf Datensätze aktive Benutzer

August 1999 Oktober 1999 Dezember 1999 ca. 700.000 ca. 100.000

Die Parallelität von Projektentwicklung und Übergang in den Betrieb belastet das Personal der Verbundzentrale extrem und kann nur durch Überstunden bewältigt werden. Neben dem Personal der Verbundzentrale und der Projektleitung waren aus der ZLB mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Verbundarbeit eingebunden. Neben der Tätigkeit in Lenkungsgremien und Projektgruppen sowie Teststellungen beschäftigte die Umstellung für die Bezirke Mitte und Wedding vor allen Dingen die Mitarbeiterinnen der EDV-Abteilung. Diese Bezirke arbeiteten bisher als Gäste auf unserem Rechner. Für die direkte Vorbereitung der Migration in die neue Verbundsoftware waren neben der Erstellung von Statistiken für die Accountbibliotheken auch eine allgemeine umfangreiche Datenpflege und pauschale Änderungen der Daten aus Wedding und Mitte notwendig. Darüber hinaus wurden eine umfangreiche Programmerstellung und Dokumentation zur Dateikonvertierung der Accounts durchgeführt. In Folge konnte bei beiden Bibliotheken ein fehlerfreier Datenexport für den Einstieg in den VÖBB durchgeführt werden. Die Zeitschriftenstelle der ZLB katalogisiert die Zeitschriftenbestände der Berliner Öffentlichen Bibliotheken in der Zeitschriftendatenbank (ZDB) und pflegt die Eintragungen. Die Liste der Klassensätze in den Berliner Bibliotheken, an die die Bezirke ihre Zu- und Abgänge melden, wird in der Jugendbibliothek der ZLB hergestellt. Die halbjährlichen Ausdrucke werden zum einen an die Bezirke verschickt und zum anderen als Datei auf der ZLB-Homepage unter "Kataloge" veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert. Dienstleistungen des Ausbildungszentrums der ZLB Bewerbertest ( teilnehmende Bibliotheken) eingeladene Bewerber Vorstellungsgespräche Prüfungen Nachqualifizierung Prüfungen Ass. an Bibliotheken 1999 17 455 107 23 25

Im Bereich der Ausbildung ist das Ausbildungszentrum der ZLB innerhalb der bestehenden Arbeitsgruppen mit Aufgaben betraut, die die Bewerbertests, das Erarbeiten von Bewerbungsmodalitäten und Auswahlkriterien sowie die Einführung des Blockunterrichts betreffen. Schwerpunkt der Aktivitäten ist die Koordination der Ausbildung unter allen Beteiligten sowie die Organisation von Praktika und Exkursionen für 16 Auszubildende. Zum zentralen Bewerbertest für 17 teilnehmende Bibliotheken (5 Wissenschaftliche Bibliotheken und 12 Öffentliche Bibliotheken) wurden 455 Bewerber eingeladen. In der ZLB fanden anschließend 107 Vorstellungsgespräche statt. Innerhalb der Nachqualifizierung wurden 23 Prüfungen abgehalten, für den letzten Jahrgang der Assistentinnen und Assistenten an Bibliotheken 25 Prüfungen. Als Leitbibliothek der Berliner Öffentlichen Bibliotheken bearbeitet die ZLB die Leihverkehrsbestellungen aus den Bezirken. Aus den angeschlossenen Bibliotheken kamen 1999 8.970 (1998: 8.094) Leihverkehrsbestellungen. Der größte Teil konnte aus den

Beständen der ZLB bedient werden, der andere Teil wurde bibliographiert und recherchiert und in den deutschen und internationalen Leihverkehr gegeben. Der Bücherwagen der ZLB fährt im Rahmen des innerbibliothekarischen Leihverkehrs täglich abwechselnd eine Nord- bzw. Südtour in die Berliner Öffentlichen Bibliotheken und transportiert die Medien und Bestellungen (1999: geschätzt 24.000 Einheiten). Sie müssen täglich in entsprechenden Transportkisten feinsortiert werden. Es wird Prospektmaterial und sonstige Post zwischen der ZLB und den Bezirken bewegt. Weitere Sortier- und Transportarbeiten entstehen durch verschiedene Verteilaufgaben, die die ZLB für die Bezirke übernimmt. Die ZLB erwirbt jährlich ca. 250 bis 300 Titel kostenloser Informationsbroschüren, die sie an die Öffentlichen Bibliotheken Berlins liefert. Diese Informationsbroschüren werden derzeit nur in gedruckter Form erworben, weil die unterschiedlichen Voraussetzungen der einzelnen Bibliotheken bisher eine zentrale Bestellung und Lieferung von Disketten und CD-ROMs ausschließen. Die Öffentlichkeitsarbeit der ZLB organisiert die Verteilung der Materialien für gemeinsame Aktivitäten wie z.B. den Vorlesewettbewerb in den Berliner Schulen. Daneben werden z.B. Broschüren von Verlagen an die Bezirke geliefert, und die Zeitschriften ("xyz", "kiek mal" usw.) und Veranstaltungsprogramme - wie das Programm der Berliner Märchentage - der Jugendbibliothek versandt. 1997 wurde von der ZLB eine Multimedia-Woche ins Leben gerufen, in die inzwischen immer mehr Bezirke involviert sind. Die Multimedia-Woche steht unter der Leitung einer Kollegin aus der ZLB, deren Aufgaben die Kommunikation und Koordinierung des gesamten Projektes, die Organisation der Treffen der Projektgruppe, die Erstellung und Verteilung der Werbe- und Informationsmaterialien, sowie spezielle Transporte ist. Auch die Internetpräsentation, die Kontakte mit den Partnern und Sponsoren, sowie die Beantragung von Geldmitteln für das Projekt zu koordinieren, erfordern neben einem erheblichen Zeitaufwand ein hohes persönliches Engagement. Die ZLB verwaltet die Mittel der Ständigen Konferenz der Amtsleiter entsprechend ihrer Beschlüsse für Berlin weite Publikationen für alle Berliner Öffentlichen Bibliotheken, z.B. 1999 für das Adressverzeichnis, die Multimedia-Woche und Plakatserien. Bis zum Jahr 1995 wurden in der ZLB die jährlichen Sammelbestellungen der Bezirke für die ekz bearbeitet. Aufgrund der unterschiedlichen Genehmigung der Haushalte wurden dafür Rabatte ausgehandelt, die jetzt von den Bezirken in eigener Regie beachtet werden müssen. Aus dieser Regelung ergibt sich noch heute eine regelmäßige Amtshilfe durch eine ZLBMitarbeiterin. Die Einbandstelle der ZLB steuert den mit zwei Bezirken gemeinsam organisierten Einkauf von Folien. Es werden Großrollen gekauft, an die ZLB geliefert und entsprechend den Wünschen der beiden Partner kleingeschnitten und verteilt. Vorteilhaft sind die geringeren Kosten für die Lagerhaltung der richtigen Rollengrößen. Dienstleistung Aus- und Fortbildung Ausbildung Von den 11 Auszubildenden als Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste sind zwei im ersten, fünf im zweiten und vier im dritten Ausbildungsjahr. Eine Auszubildende des dritten Lehrjahres konnte ein Auslandspraktikum an einer Schulbibliothek in Atlanta / USA durchlaufen. Auszubildende (Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste) 1. Ausbildungsjahr 2. Ausbildungsjahr 3. Ausbildungsjahr 1999 2 5 4

Auszubildende insgesamt

11

Es wurden insgesamt 65 Praktika in der ZLB für Fachhochschüler, Schüler und Umschüler, sowie als Informationspraktika oder Studienvorbereitung zur Verfügung gestellt. Im April 1999 begann für zwei Referendarinnen von SenWissKult die Ausbildung zum Höheren Bibliotheksdienst in der ZLB. Praktikanten Praktikanten Schülerpraktikanten Austauschpraktikanten ( WB/ÖB) Praktikanten d. Nachqualifizierungslehrganges Praktikanten insgesamt * 4 davon aus dem Ausland Fortbildung Fortbildungen Informationstechnik (E-Mail, Word, WindowsNT, Urica, Power-Point) Internet / digitale Auskunftsmittel Bibliotheks- und Buchspezifische Fortbildung Verhaltensseminare / Führungskräfteentwicklung Verwaltungs- und Rechtsfortbildung Nachqualifizierungen Fremdsprachen/ Fachenglisch Suchtkrankenhelfer Insgesamt 1998 96 10 36 8/9 0 5 0 2 166 1999 24 * 31 6 4 65

1999 372 43 33 82 / 1 24 6 3 2 566

Trend ++ ++ ++ / ++ + + / ++

Ein Schwerpunkt wurde 1999 auf die Fortbildung gelegt. Seit Ende 1998 gibt es in der ZLB einen Fortbildungsbeauftragten, der Anfang 1999 seine Ausbildung zum Personalentwickler abgeschlossen hat. Er hat ein erstes Fortbildungskonzept für die Mitarbeiterbereiche entworfen. Parallel dazu hat er wichtige Schulungen auf Grund des aktuellen Bedarfs organisiert. Schwerpunkt war die Teilnahme von 372 Beschäftigten an Kursen aus neun unterschiedlichen Bereichen der Informationstechnik wie Email-Schulungen, Word-Kurse, Windows NT. 82 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben an Seminaren teilgenommen, um ihr Verhalten in bestimmten Situationen zu verbessern. Dazu gehörten Schulungen in der Leitung von Besprechungen, Konfliktbewältigung und Deeskalationstraining, sowie Schulungen für die untere Führungsebene. Die Email-Schulungen und die Besprechungsschulungen haben zu einer deutlich verbesserten Informationskultur in der ZLB beigetragen.

3. Entwicklung des Bestandsangebotes Der Bestand der Zentral- und Landesbibliothek Berlin hat sich durch einen Zugang von 61.924 (1998: 60.790) Medieneinheiten und einem Abgang von 18.244 (1998: 13.905) auf 2.313.106 Medieneinheiten (1998: 2.269.426) erhöht. Dabei konnte der Anteil der Non-Book-Medien von 237.037 in 1998 auf 246.130 erhöht werden. Aufgrund der neuen Bestandskonzeption konnten in 1999 die Bestandsprofile in jedem Fach vervollständigt worden; die Bestandsprofile dienen als Grundlage für die Erwerbung. Die Anteile der populärwissenschaftlichen und der wissenschaftlichen Literatur wurden vom zuständigen Fachlektor bestimmt und die Akzeptanz der Pflichtexemplare wurde verbessert. Besonderes Gewicht wurde auf Erwerbungen und auf eine verbesserte Präsentation im Multimedia-Bereich gelegt. Insgesamt wurden in 1999 3.380 neue CD-ROMs erworben. Einige Bereiche - wie Medizin, Mathematik, Naturwissenschaften und Video - haben 1999 begonnen, die Linksammlung der ZLB gezielt zu ergänzen. Im Videobereich wurde der Bestand an fremdsprachigen Medien gezielt ausgebaut. Für diesen Bereich ist besonders die Vorbereitung der Einführung des neuen Mediums DVD erwähnenswert. Als neues Angebot präsentiert die Artothek seit 1999 Kleinplastiken. Das biographische Zentrum wurde durch gezielte Erwerbungen, vor allem durch die Biographischen Archive des Saur-Verlags erweitert. Die Historischen Sondersammlungen begannen durch die Bestandsumsetzungen aus den beiden Häusern ihren Lesesaalbestand aufzubauen. Für den Ausbau der Sammlung „Drucke vor 1851" wurden 12.650 Bände aus dem Magazinbestand der BStB gesichert. Als besondere Erwerbungen sind die Autographen zu Friedrich Ludwig Jahn, Arno Holz und August Glasbrenner hervorzuheben. Die bereits begonnene Verfilmung des "Berliner Intelligenzblatt" mußte aus finanziellen Gründen vorerst eingestellt werden. Mit Unterstützung des KG Saur Verlags wurde im Herbst 1999 das Biografische Weltarchiv in aktueller Vollständigkeit für den Bereich Information / Biografisches Zentrum beschafft werden. 4. Bestandserschließung Schwerpunkt: der Zeitschriftenbereich Seit 1997 und verstärkt nach den Bestandsumzügen gab es Klagen über die Zeitschriftensituation in der ZLB. Beide Bestandsverzeichnisse der Häuser waren unterschiedlich und gaben keine genaue Auskunft darüber, welche Bände in welchem Haus vorhanden waren. Ein referatsübergreifendes Projekt mit Einbindung von Beschäftigten der Zeitschriftenstelle, des Magazins, der Historischen Sondersammlungen und der Benutzung wurde für die Revision des Zeitschriftenbestandes gebildet. Es wurden die vorhandenen Zeitschriftenverzeichnisse analysiert und vor allem ein Konzept zur Erfassung aller Zeitschriftenbände zum schnellen Abgleich und zur endgültitigen Standortbestimmung erstellt. In 1999 wurden die laufenden Zeitschriften- und Zeitungsbestände beider Häuser und des Außenmagazins durch Hilfskräfte erfasst, so dass zum Jahresende 1999 zum ersten Mal vollständige Gesamtlisten aller laufenden Zeitschriften vorlagen. Nun findet die Erfassung zuerst in der ZDB statt, 1.458 Neueinträge wurden 1999 in der ZDB vorgenommen (1.237 in 1998). Zusätzlich findet eine kardexähnliche Verzeichnung in einer Access-Datenbank statt, mit der die Einzelhefte, Lieferdaten und Mahnroutinen erfasst werden können. In Folge der genauen Ermittlung können nun die Zeitschriftenbände an die ihnen zugewiesenen

Bestandsorte umziehen. Die Gesamtmaßnahme wird sich mindestens noch ein Jahr hinziehen. Es ist unbedingt notwendig, dass ein integriertes Bibliothekssystem eingeführt wird, welches die ZDB-Daten in ein Zeitschriftenmodul einspielen kann, so dass die Arbeit mit ABMHilfskräften und die Doppelbelastung im Zeitschriftenbereich, die vom Service für den Kunden abgeht, der Vergangenheit angehören. Retrokatalogisierung Im Mai 1999 konnte die Retrokatalogisierung des ehemaligen Bestandes der AmerikaGedenkbibliothek (mit Ausnahme komplizierter Reihenaufnahmen) abgeschlossen werden. Die Reihenaufnahmen werden im Projekt "Telearbeit" vervollständigt. Ende 1999 waren Dank der Hilfe von ABM-Kräften mehr Medien mit Signatur und Kurztitel im System erfasst: 1.511.375 Medieneinheiten ( 1998: 1.296.471), vollständige Titelaufnahmen durch die Retrokonversion besitzen jetzt 1.089.911 Medieneinheiten (1998: 946.437). Der Bestand ist für die Benutzer damit sehr viel besser erschlossen. EDV-erfasste und katalogisierte Medien Vollständig erfasste Medien Incl. kurzerfasste Medien 1998 946.437 1.296.471 1999 1.089.911 1.511.375 Trend + 143.474 + 214.904

Wie schon in den vergangenen Jahren konnte die Bestandserschließung durch die Erstellung von Image-Katalogen wesentlich verbessert werden. In 1999 wurden die bisher nur in Zettelkatalogen zugänglichen Bestände des Schellack- Schallplattenkatalogs sowie die Kataloge der ehemaligen Ratsbibliothek eingescannt und im Internet zur Verfügung gestellt. In Vorbereitung auf die Übernahme des VÖBB-Systems wurde der Pflege des Schlagwortindexes besondere Aufmerksamkeit gewidmet. In Zusammenarbeit mit den Fachlektoren wurde die Bearbeitung des Schlagwortindexes verbessert. Die Fächer Kunst, Landwirtschaft und Sport konnten abgeschlossen werden; die Fächer Bibliothekswesen, Medizin, Erdkunde, Psychologie und Philosophie wurden weitgehend bearbeitet. Insgesamt wurden in 1999 30.000 Schlagworteinträge korrigiert, 15.000 Retrobücher und 9.000 Titel im gescannten Katalog verschlagwortet. Durch regelmäßige Schlagworttipps, die per Email verbreitet wurden, konnte die verbesserte Erschließung durch die Schlagwortredaktion im Haus bewusst gemacht werden. In der Nachfolge zu den Bestandsumschichtungen der Fächerzusammenführungen waren noch erhebliche Umsignierungsarbeiten in der systematischen Aufstellung zu leisten, teilweise auch noch Verlagerungen oder Verbesserungen im Freihandbereich. Im Zentrum für Berlin-Studien ist die Bearbeitung der Bestandszusammenführung einen großen Schritt vorangekommen; ein Ende ist absehbar. Um ein schnelleres Erscheinen der Bände zu ermöglichen, wurden Vorbereitungen zur Übernahme der Berlin-Bibliographie in das Allegro-System begonnen. Der Band 1993 war 1999 noch nicht erschienen. Die hohe Verstellquote in Magazin und Freihandbereich muss grundsätzlich problematisiert werden; sie führt zu einem erheblichen Suchaufwand und zu Verlustaufzeichnung. Ein Test von 159 untersuchten Fällen im Sommer 1999 in der AGB ergab 113 Fälle, die an den möglichen Standorten gesucht wurden; von ihnen waren nur 30 auffindbar. Über 50 % mussten als tatsächliche Vermisstenfälle eingetragen werden. Als Ursache kann vor allem die dauernd notwendige Einarbeitung neuer Sozialhilfekräfte im Einstelldienst angesehen werden. Der Versuch, hier eine Verbesserung durch interne Stellenumschichtungen zu erreichen, ist durch die Belastung des ZLB-Haushalts mit den Tariferhöhungen gescheitert. Kurzfristig kann nur eine Generalrevision des Bestands eine Lösung bringen - dies ist aus finanziellen und personellen Gründen ebenfalls nicht möglich.

Der Neuzugang wurde, nachdem sich einige Transportprobleme verbessert hatten, zügig katalogisiert. 5. Öffentlichkeitsarbeit Veranstaltungen, Ausstellungen, Führungen 1999 fanden zentral 123 Veranstaltungen (1998: 167) und 15 Ausstellungen ( 1998: 23) statt. Hinter dieser Entwicklung steht die Neuorientierung des Veranstaltungsbereichs, nach der zukünftig in erster Linie die Attraktivität der Partner für die Realisierung einer Veranstaltung ausschlaggebend sein soll. Beispiel für eine solche erfolgreiche Zusammenarbeit ist der Internet-Salon. Der Internet-Salon wird seit Anfang 1999 einmal im Monat gemeinsam mit akademie.de zu aktuellen Themen von E-Business bis Marketing im Netz veranstaltet wird. 100 - 150 Besucher, vorwiegend kleine und mittlere Unternehmen aus der Internet-Szene, nehmen regelmäßig teil. Auch der Ausstellungsbereich nahm 1999 Kontakt mit neuen Partnern auf. Da die Planung immer 1 - 2 Jahre im Voraus stattfindet, wird die Neukonzeption erst später sichtbar. Besonders hervorzuheben ist die Internet-Ausstellung "Emil und die Detektive" des Zentrum für Berlin-Studien. Sie wurde anläßlich Kästners 100. Geburtstags ins Netz gestellt und erhielt nicht nur bei ihrer Präsentation auf der CEBIT viel Beifall, sondern wurde sogar mehrmals als besonderer Webtipp in Kanada und den USA ausgezeichnet. Die Jugendbibliothek hat in 1999: 318 ( 1998: 200) Veranstaltungen mit insgesamt 6.241 Teilnehmern durchgeführt. 1999 wurden weniger Führungen - 241- als 1998 (253) im Zentralbereich angeboten, dafür stieg die Anzahl der Führungen in der Jugendbibliothek von 25 auf 49. Wiederum waren darunter auch Führungen für Erwachsene, die ein großes Interesse an Konzept und Realisierung der Jugendbibliotheksarbeit der ZLB hatten. Veranstaltungen in der ZLB Veranstaltungen Ausstellungen Jugendveranstaltungen Führungen - davon Jugendbibliothek Die Internetseiten der ZLB Die Internetseiten der ZLB wurden durch das verbesserte Angebot einzelner Fachbereiche und den Imagekatalog der Musikbibliothek erweitert. Im Sommer musste der OPAC der ZLB allerdings aus dem Netz genommen werden, da der dafür zur Verfügung stehende Server überlastet und zudem nicht "2000fähig" war. Durch diesen Ausfall konnten die ZLB-Daten nur noch über den BaC im Netz recherchiert werden. Mit der Vorbereitung für eine Lösung für ein neues Opac-Angebot wurde 1999 begonnen. Insgesamt wurden die Seiten der ZLB in 1999 (Zählung ohne Januar 99) 796.439 mal abgerufen, die niedrigste Zahl lag im Februar mit 56.096 und die höchste Nutzung im November mit 98.635. 6. Überregionale Kontakte IFLA Tagung in Bangkok 1998 167 23 200 278 25 1999 123 15 318 290 49 Trend + + +

Anfang 1999 wurde die Generaldirektorin der ZLB vom IFLA - Nationalkomitee für das Executive-Board, den Vorstand der Internationalen Bibliotheksverbandes, nominiert. Ihre Wahl in den Vorstand der IFLA fand am 22. August auf der Generalversammlung in Bangkok statt. Dies ist eine gute Voraussetzung für die IFLA-Konferenz 2003 in Berlin. Neben der IFLA-Konferenz in Bangkok, wo sie einen Vortrag zur Zentral- und Landesbibliothek hielt, nahm die Generaldirektorin 1999 außerdem an der INTAMEL in Zürich teil. Herr Ulrich aus dem Referat Information war auf der CRIMEA 99 und bei der INETBIB 99 sowie auf dem Bibliothekartag in Freiburg mit einem Vortrag vertreten; die Hausdirektorinnen Frau Sauer und Frau Beger, sowie Frau Dr. Lux hielten beim Bibliothekartag ebenfalls Vorträge. Frau Beger trat überdies auf verschiedenen überregionalen Veranstaltungen als Rednerin zu Copyright und Urheberrecht auf. Neben den Mitgliedern des Vorstands veröffentlichten auch verschiedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Aufsätze in den bibliothekarischen Fachzeitschriften, wie Frau Hein, Frau Machnik, Frau Werbelow, Herr Ulrich usw. Auch Messen und Ausstellungen wie die Cebit (Frau Rönsch mit Vortrag), Internationale Funkausstellung (Jugendbibliothek), "Schaufenster der Wissenschaft" am Gendarmenmarkt (Böhme/Rönsch) wurden zur Präsentation des ZLB- Angebotes wahrgenommen. Im Projekt "Zukunft Berlin" wurde die ZLB im Arbeitskreis ‚Stadt des Wissens' durch Frau Sauer und im Arbeitskreis ‚Offene Stadt' durch Frau Dr. Lux vertreten. Hausintern hat sich in 1999 die Email-Liste zu dem Informationsbrett der ZLB entwickelt. Seitdem nahezu alle Beschäftigten die Schulungen erfolgreich absolviert haben, wird das Medium Email-Liste rege genutzt, um Informationen und Bekanntmachungen mitzuteilen. Man kann inzwischen von einer 90%igen Abdeckung ausgehen. Durch das 1999 entwickelte Besprechungskonzept, das zunächst als Zeitverlust eher kritisch beurteilt, nach der Erprobung jedoch mit leichten Veränderungen akzeptiert wurde, hat sich der Informationsfluss in der ZLB verbessert. Dennoch ist weiter daran zu arbeiten, dass sich die Beschäftigten mit der ZLB stärker identifizieren und an der Verbesserung des Informationsflusses aktiv mitwirken. 6. Gebäude und Technik Gebäude Die unbefriedigende räumliche Situation in beiden Häusern setzte sich auch 1999 fort. Selbst um Beauftragung der allernötigsten Bau- und Instandsetzungsarbeiten durch die Fachverwaltung musste zeitaufwendig und intensiv verhandelt werden. So wurden die Ursachen für Wassereinbrüche in der insgesamt desolaten Dacheindeckung des RibbeckHauses nur punktuell und somit unzureichend beseitigt. Erforderliche Renovierungen zur Verbesserung der Arbeitsatmosphäre und des Erscheinungsbildes mussten wie bisher in Eigenregie vorgenommen wurden. Durch die im Herbst 1998 stattgefundene Nutzungsüberlassung des Gebäudes Breite Str. 30/31 wurden Hoffnungen auf räumliche Entzerrungen und Verbesserungen der Arbeitssituation geweckt. Obgleich seitens der ZLB umgehend ein Nutzungskonzept vorgelegt wurde und mit der Fachverwaltung in Verhandlungen Einigkeit über die dafür erforderlichen baulichen Veränderungen (Herstellung von Verbindungen zwischen den Häusern durch Wanddurchbrüche usw.) erzielt werden konnte, scheiterte die vollständige Nutzungsübernahme an der Nichtbereitstellung der Mittel.

Der Mietvertrag für die Liegenschaft Breite Str., die zum Fachvermögen der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur gehört, wurde in 1999 von den Vertragspartnern unterschrieben. Neubauplanung In 1999 gab es mehrfach Gelegenheit, für einen Neubau der ZLB auf dem Schlossplatz einzutreten. Verschiedene Podiumsdiskussionen und Anhörungen wurden von der Generaldirektorin wahrgenommen und Interviews gegeben. Durch einen Sponsor konnte ein Wertgutachten für die beiden Häuser der ZLB erstellt werden, das als Argumentationshilfe zur Finanzierung eines Gebäudes auf dem Schlossplatz dienen soll. EDV Jahr-2000-Problematik Hinsichtlich des "Jahr-2000-Problems" sollte entsprechend der Vorgabe der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur im Berichtsjahr durch ein geeignetes Controlling sichergestellt und hausintern dokumentiert werden, dass alle potentiell betroffenen Systeme identifiziert, die notwendigen Umstellungsaktivitäten eingeleitet sind und auch fristgerecht zum Abschluss gebracht werden können. Dabei war zu beachten, dass vom ‚Jahr-2000-Problem' nicht nur die reinen IT-Komponenten (Netzwerke, PCs usw.), sondern in großem Maße auch alle mit Mikrochips ausgerüsteten Systeme, z.B. in der Energieversorgung aber auch in der Prozesssteuerung, von dem Problem betroffen sein könnten und deshalb in den Aktivitäten berücksichtigt werden müssten. In verschiedenen Schritten wurden die Bereiche Haushalt, technische Dienste, EDV, Verbundzentrale usw. aufgefordert, Umstellungsproblematiken aufzuzeigen und die zu deren Beseitigung erforderlichen Maßnahmen mit den angedachten Realisierungszeitpunkten einzuleiten. In einer ersten Zwischenbilanz zum 15. September 1999 konnten bereits zahlreiche positive Rückmeldungen und erfolgreich verlaufene Umstellungsmaßnahmen dokumentiert werden. Zum Zeitpunkt der Abschlußbilanz am 20. Dezember 1999 stand fest, dass die EDV und die sonstigen Systeme der ZLB den Anforderungen des Datumswechsels entsprechen. Die Beschäftigten wurden auf dem Jour Fixe darüber informiert. Der finanzielle Aufwand des "Jahr-2000-Problems" betrug an Sach- und Investitionskosten ca. 130 TDM. Hauptkostenfaktor war dabei die Beschaffung eines neuen Rechners zur Gewährleistung der 2000-Fähigkeit des Bibliothekssystems URICA. Seine Installation erfolgte parallel zum laufenden System; dadurch konnten Schließzeiten vermieden werden. Der personelle Aufwand ist schwer zu beziffern, war aber nach Mitteilung des EDV-Referats und der Verbundzentrale wegen des zeitlichen Aufwands hoch. Die notwendigen Umstellungs- und Anpassungsmaßnahmen waren nur in Überstunden zu erbringen. Die EDV führte 1999 die technische Betreuung im Spätdienst für das Haus BStB ein. Die NTVorbereitung wurde weiterentwickelt, dabei wurden die NT-Domänen AGB und BStB zusammengeführt. Ein Teil der alten Rechner musste ausgetauscht werden. Die zweimalige Umkonfiguration des Mailservers wurde 1999 ebenfalls notwendig. Da für URICA kein Wartungsvertrag mehr bestand, mussten alle damit verbundenen Aufgaben, wie Weiterentwicklung und Pflege, fast vollständig von der EDV- Abteilung übernommen werden. Die von der Software abhängige Technik veraltet zusehends und muss, da nicht mehr lieferbar, in der Abteilung repariert werden. Für die fast in Eigenarbeit geleitete Umstellung von URICA auf den neuen Rechner liegt von der Firma dynix ein spezielles Dankschreiben vor, in der die Eigenleistung herausgehoben wird und als Dank verbesserte Lizenzkonditionen zugesagt werden, so dass die Preissteigerungen geringer ausfallen werden. In 1999 wurde der erhebliche Schulungsbedarf in der EDV- Abteilung der ZLB sichtbar; er muss für die aktuellen und zukünftigen Anforderungen schnellstmöglich gedeckt werden.

Management und Finanzen Der Haushalt der Stiftung konnte durch die verschiedenen haushaltswirtschaftlichen Maßnahmen ausgeglichen abgeschlossen werden. Die Einnahmeerwartungen bei den Titeln 11108 "Entgelte für Benutzerausweise" konnten wegen rückläufiger Neuanmeldungen / Verlängerungen des Bibliotheksausweises und beim Titel 11903 ‚Schadenersatzleistungen' infolge geringerer Überschreitung der Ausleihfrist nicht vollständig realisiert werden. Durch Mehreinnahmen und Einsparungen wurden die Mindereinnahmen aufgefangen. Durch die Übertragung der Bewirtschaftungsangelegenheiten des Standortes der Berliner Stadtbibliothek musste die Stiftung ZLB zusätzliche Aufgaben ohne personellen Ausgleich übernehmen. Die Personalsituation spitzte sich in einigen Bereichen so zu, dass Überstunden in hohem Maße gewährt werden mussten. Der Vorstand musste aufgrund der Sparmaßnahmen mit einer restriktiven Personalpolitik und angepasster Ausgabenbewirtschaftung die Tarif- und Besoldungserhöhungen einsparen. Bei weiteren derartigen Belastungen sind eine Gefährdung des Erwerbungsetats oder bei Dienstleistungen für den Kunden (z.B. Öffnungszeiten, Servicedienste) zu befürchten. Die Wiederbesetzungen der Leitung des Fachbereichs Musik konnte mit Frau Hein zu Beginn des Jahres und des Fachbereichs Historische Sondersammlungen zum Ende des Jahres 1999 mit Frau Dr. Gerlach realisiert werden. Damit wurden zwei längerfristig freigehaltene Stellen kompetent wiederbesetzt. Dr. Claudia Lux, Generaldirektorin

Leistungszahlen der ZLB 1999 im Vergleich zu 1998
1998 Ausleihen (ohne Lesesaalausleihen)
Schöne Literatur Sachliteratur Kinder- und Jugendlit. (ohne Non-Books) Non-Books insgesamt - davon im Kinder- und Jugendbereich

1999 3.046.689
120.460 1.820.258 176.386 757.204 172.381

Trend + (2,8 %)
- (5,5 %) + (0,9 %) - (0,5 %) + (8 %) + (11,4%)

2.963.867
127.089 1.804.006 177.372 700.613 154.787

Besucher Medienbestand Bestand an Non-Book-Medien Jahreszugang Medien EDV-vollerfasste Medien Aktive Leser, die ausleihen Neuanmeldungen Planstellen An Fortbildungen teilnehmende Mitarbeiter

1.547.311 2.269.426 237.037 60.790 946.437 89.951 33.248 281,5 166

1.557.626 2.313.106 246.130 61.924 1.089.911 87.322 32.244 281,5 566

+ (0,6%) + (1,9%) + (3,8%) + (1,8%) + (15,1%) - (2,9%) - (3%) / ++

Der Internet-Salon –
die neue Veranstaltungsreihe der ZLB hat sich nicht nur in Berlin und Brandenburg einen Namen gemacht Seit Januar 1999 veranstaltet die Zentral- und Landesbibliothek Berlin gemeinsam mit der Internet-Akademie, der größten deutschsprachigen Learning-Community im Internet, den Internet-Salon. Er findet an jedem ersten Dienstag im Monat statt. Veranstaltungsort ist der Berlin-Saal. Regelmäßig kommen um die 100 Besucher zu den monatlichen Veranstaltungsterminen zu uns. Der Internet-Salon bietet u.a. Unternehmern, Freiberuflern, Existenzgründern sowie Wirtschafts- und Medienvertretern ein Forum zum Thema Internet-Business. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen stehen Themen wie Website-Aufbau, Mailing- Listen, Internet-Marketing oder Online-Recht. Zum Ablauf gehören regelmäßig 3 - 4 Vorträge mit anschließender Diskussion. Hierbei zeigt sich, dass auch die informellen Teile des Abends intensiv zum "networking" genutzt werden: In den Pausen kann man sich kennen lernen, Projektideen anregen, Kontakte und manchmal auch neue Geschäftsbeziehungen knüpfen. Mittlerweile hat sich der Internet-Salon zu einer regionalen Kommunikationsplattform für Berliner und Brandenburger Unternehmer und die Internet-Szene entwickelt. Er ist aber auch offen für alle Interessierte, die sich mit den aktuellen Themen & Trends des Internets beschäftigen. Die regionalen Medien berichten regelmäßig über die Veranstaltungen im Internet-Salon. Unter http://www.akademie.de/info/internetsalon.html werden die Veranstaltungen angekündigt bzw. vorangegangene Themenabende dokumentiert. Demnächst bekommt der Internet-Salon eine eigene Website (www.internet-salon.de) und es ist daran gedacht, auch anderen Großstadtbibliotheken in Deutschland eine Veranstaltungs- Kooperation mit dem Berliner Internet-Salon vorzuschlagen. Die Außenwirkung für die ZLB ist beträchtlich. Auch aus anderen Bundesländern reisen Gäste zum Internet-Salon an und die ZLB wird verstärkt als Veranstaltungsort für Internet-Themen angefragt. Dabei möchten wir darauf achten, dass der Internet-Salon seinen lockeren Charakter beibehält und immer wieder Einsteiger-Themen anbietet. Denn der Internet-Salon soll sich weiterhin dadurch auszeichnen, dass hier Internet-Experten, Unternehmer, Studenten und Neugierige ohne Etikette miteinander ins Gespräch kommen. Diese gute Atmosphäre ist nicht zuletzt der gelungenen Moderation von Frau Beger zu verdanken, die im letzten Jahr als Referentin zum Thema Urheberrecht im Internet-Salon ihren Einstand hatte. Auch im Jahr 2000 wird die Reihe Internet-Salon monatlich fortgesetzt. Themen und Referenten im Jahr 1999 Themen 1999 12.01.1999 Der Jobmarkt im Internet 02.02.1999 Mailing-Listen als Mittel der Kommunikation und des Marketing 02.03.1999 Erfolgreiche Internet-Strategien Berliner Unternehmen 06.04.1999 Verträge und Wettbewerbsrecht im Internet 04.05.1999 Urheberrecht im Internet 01.06.1999 Datenschutz im Internet 06.07.1999 Marketing im Internet 22.07.1999 Internet-Salon Special zum Thema Micropayment 07.09.1999 Shopsysteme im Internet 05.10.1999 Virtual Communities & Networking

02.11.1999 Internet-Banking 07.12.1999 Fördermöglichkeiten für IT-Unternehmen Referenten Michael Greth Oliver Kurz Jürgen Grenz Dr. Dietrich von Hase Dirk de Pol Jürgen Specht Andrea Hoffmann Karen Roggenbuck Christian Klaß Stephan Siedler Gabriele Beger Sebastian Biere Prof. Dr. H. Garstka Stephan Ehlers Alexander Raulfs Kai Schlüter Bouke Stoffelsma Joachim Suffner Rolf Roschinski Volker Sahm Hartmut Schuler Jörg Reinboldt Friedrich Kauffmann Dag Klimas Dr. Eulenhöffer Jürgen Hentschel Ottmar Petrusch Teamx Technology Scouts Landesarbeitsamt Berlin-Brandenburg DV-Job HRP/akademie.de HRP/akademie.de Speed-Link HRP/akademie.de Abacus Tierpark Hotel Berlin Golem Network News Piranha Multimedia Zentral- und Landesbibliothek Berlin Rechtsanwalt Datenschutzbeauftragter Berlin Online-Anbieter-Vereinigung Berlin-Brandenburg ComCult Research Deutsche Telekom In medias res Spielwarencenter 2000 Activ-Consult Click Online Virtueller Geschäftsclub Berlin-Brandenburg eBay RESource GmbH Karlsruhe Online-Kompakt T.IN.A-Brandenburg GmbH Technologie Coaching Center Berlin Investitionsbank Berlin

Dr. Thorsten Wichmann Berlecon Research

Dr. Christian Czychowski Kanzlei Boehmert & Boehmert

Sabine Walz, Öffentlichkeitsarbeit

"Emil und die Detektive" - eine Internetreise durch Berlin
Die erste Anregung kam aus Stuttgart: Im Rahmen eines Seminarprojekts der Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen unter der Leitung von Prof. Susanne Krüger entstand dort 1997 ein Internet-Stadtinformationsspiel über Stuttgart, das in seiner Dramaturgie von Erich Kästners Kinderbuch "Emil und die Detektive" inspiriert war. Das führte uns im Zentrum für Berlin-Studien der Zentral- und Landesbibliothek natürlich zur Frage, warum denn so etwas nicht auch für Berlin gemacht werden könnte, wo die Geschichte von Emil spielt. Diese Idee wurde aber erst ein Jahr später konkreter, als allenthalben über die

geplanten Aktivitäten zum 100. Geburtstag von Erich Kästner und zum 70. Jahrestag des Erscheinens von "Emil und die Detektive" berichtet wurde. Für "Emil und die Detektive" sprach auch die Tatsache, dass es eines der wenigen Kinderbücher ist, das auch während der deutschen Teilung in beiden Teilen Deutschlands ein Klassiker war und einen großen Bekanntheitsgrad hatte. Doch noch war uns nicht klar, wie ein solches Projekt eigentlich aussehen könnte. Wir wussten lediglich, dass wir im Zentrum für Berlin-Studien auf einer Fülle illustrativen Materials zum Berlin der 20er Jahre saßen, das für eine Präsentation herangezogen werden könnte. Im Herbst 1998 formierte sich eine kleine Arbeitsgruppe, die dieses Projekt entwickeln und fertig stellen sollte, und zwar möglichst bis zum 100. Geburtstag von Kästner am 23. Februar 1999. Der schwierigste Teil war zunächst die Entscheidung, wie und für welche Zielgruppen die Präsentation überhaupt angelegt und aufgebaut werden sollte. Aufgrund unserer Aufgabenstellung als Berlinbezogenes Bestands- und Studienzentrum war klar, dass wir die Internet-Präsentation eher für Erwachsene konzipieren mussten, ohne Kinder von der Nutzung auszuschließen. Wir einigten uns darauf, an einer Kurzfassung der Emil-Geschichte entlangzuarbeiten, die bestimmte Schlüsselwörter aus dem Roman aufnahm, aber auch spezifische Berliner Orte, Ereignisse und Geschichten. Dieses "Skelett" wurde dann nach dem Muster des "Rapid Prototyping" mit Leben erfüllt: Fast täglich wurde neubeschafftes Material eingescannt und eingebaut (später zum Teil auch wieder verworfen, weil noch besseres gefunden wurde), die grafische Gestaltung wurde immer weiter verfeinert, und die ganze Präsentation nahm mehr und mehr Gestalt an. Auch Expertenwissen von außen haben wir sehr gerne genutzt, insbesondere Michael Bienert von Stattreisen e.V. hat uns dabei kräftig unterstützt und das Kapitel "Berliner Adreßbuch" beigesteuert. Insgesamt sind 88 HTML-Seiten, auf denen 113 Grafiken Platz fanden, zusammengekommen, die seit dem 16.2.99 unter http://www.zlb.de/projekte/kaestner/index.html angeschaut werden können. So kann jeder Platz, jedes Gebäude und jede Straße, die im Roman eine Rolle spielt, besucht werden, und wo immer es möglich war, wurden die historischen Ansichten aus den 20er Jahren mit Fotos aus der Gegenwart kontrastiert. Das vollständige Durchblättern der Seiten und die Ausflüge zu Nebenthemen, die vertiefte Informationen zu einzelnen Aspekten der Geschichte enthalten (von der Erläuterung historischer Geldscheine über die Kaffeehaus-Kultur bis zur Struktur der Polizei), dürften mehrere Stunden dauern, doch natürlich muss dies niemand am Stück tun. Hier hat das Internet seinen großen Vorteil: Man muss nicht in Berlin wohnen, um die Ausstellung zu besuchen, man kann jederzeit, rund um die Uhr, wiederkommen, und man kann schwarz auf weiß ausdrucken, was besonders interessiert. Und wer dann noch Fragen hat, kann selbstverständlich auch eine "E-Mail an Emil" schicken (emil@zlb.de)! Die Presse- und Medienresonanz ist außerordentlich erfreulich, und diese virtuelle Ausstellung wird stärker besucht, als dies bei einer realen zu erwarten gewesen wäre: allein im März 1999 konnten wir mehr als 20.000 Zugriffe auf HTML-Seiten unseres Projektes verzeichnen. Die Rezeption der Ausstellung hält an. Mehrere Rundfunksender haben die Ausstellung empfohlen (WDR, Radio Fritz, Radio Eins, Antenne Düsseldorf), Zeitschriften und InternetDienste machten Emil zum Surf-Tipp (Die Welt, Zitty, Stern-Webguide, Compuserve, Dino), das Landesinstitut für Schule und Weiterbildung in Soest empfahl uns, und wir wurden mehrfach ausgezeichnet. Die ehrenvollste Auszeichnung war zweifellos das "Best of the Net" im Monat November 1999 des renommierten amerikanischen Internetführers About.com. Die Emil-Internet-Ausstellung fand großen Zuspruch und Applaus auf der Cebit 1999 in Hannover und im Schaufenster der Wissenschaft im Juni 1999 in Berlin. Die Fülle an begeisterten einzelnen Zuschriften aus dem In- und Ausland hat uns schier überwältigt. Viele Lehrer waren dabei, die die Web-Ausstellung für ihren Unterricht nutzen wollen, aber auch viele Kinder. Die bislang letzte Zuschrift, die uns am 18.1.2000 erreicht hat, ist da typisch:

"Hallo ! Das Buch "Emil und die Detektive" gefällt mir sehr gut. Wenn es Emil wirklich gäbe, wäre er bestimmt mein Freund. Gruß, Marc Dietzel" Peter Borchardt, ZBS

Besucher in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin 1999
In beiden Häusern der Zentral- und Landesbibliothek war das Interesse an Bibliotheksführungen auch 1999 wieder sehr ausgeprägt. Das im Jahresbericht 1998 aufgezeigte Konzept zur Ausgestaltung des Fachgebietes ist voll umgesetzt worden und konnte aufgrund der grossen Resonanz noch erweitert werden: Allgemeine Führungen waren - wie erwartet - die meistgefragten Serviceleistungen. Bei den speziellen Führungen hat sich eine Verschiebung der Nachfrage eingestellt: wie auch 1998 bestand das Hauptinteresse in Einführungen in die Benutzung und in Fachpultführungen. Darüber hinaus ist es uns 1999 gelungen, das Angebot weiter auszubauen. Durch Beratung und gezielte Vorbereitung mit den Verantwortlichen der Besuchergruppen konnten die Führungen besser profiliert werden. Dieser Trend zeichnete sich schon im 4. Quartal 1998 nach Abschluss der Fächerkonzentration ab. So rückten besonders Führungen für Schülerinnen und Schüler von Leistungskursen der Gymnasien (Sekundarstufe II), vor allem für die Fächer Deutsch, Geschichte, Mathematik, Chemie, Erdkunde und Englisch in den Mittelpunkt des Interesses. Eine sehr große Nachfrage nach speziellen Fachpultführungen konnten wir bei Bildungseinrichtungen mit wirtschaftlicher Berufsorientierung, sowie für Bildungseinrichtungen mit medizinischer und sozialer Berufsorientierung verzeichnen. Diese Führungen wurden zum überwiegenden Teil von den zuständigen Fachlektoren durchgeführt. Aus dem Programm 1999 Bildungseinrichtungen in Auswahl: Gesellschaft für Arbeit, Beratung und Personalentwicklung Umschulungsklassen der NOVUM Bildung und Wissen GmbH, Berlin Ausbildungsstätte der Gesellschaft zur Förderung der Berufsorientierung in Berlin und Brandenburg, e.V. Kinderbetreuungsdienst der BITAN GmbH Institut für Interkulturelle Kommunikation Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe im Bereich Pflegedienstleistung Caritas-Klinikum Pankow Charite - Campus Virchow-Klinikum Deutsches Rotes Kreuz ESO: Qualitätsgemeinschaft Euro-Schulen-Organisation und Euro-Sprachschulen Große Resonanz fand auch die Anfang 1999 ins Programm genommene Kombination von allgemeiner Führung (beinhaltet Aussagen zur Geschichte der Bibliothek, Aufgaben der Bibliothek, Hinweise auf Kataloge und zur Freihandaufstellung, Sammelgebiet, Benutzungsmodalitäten, sowie ein Rundgang durch die Benutzungsräume und Magazin) mit spezieller Fachpultführung, einschl. Einführung in die OPAC-Benutzung. Gästebetreuung Im Rahmen der Gästebetreuung wurde die Zusammenarbeit mit der Bibliothekarischen Auslandsstelle ausgebaut. So konnten verschiedene Aufgaben dieser Stelle von uns übernommen werden, z.B. die Gesamtkoordination und die Programmgestaltung von Studienreisen ausländischer Fachkolleginnen und -kollegen. In gleicher Weise wurde die

Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, Zentralverwaltung München, aufgenommen. So wurde 1999 u.a. das "Seminar Bibliothekarische Verbindungsarbeit" mit Teilnehmern aus St. Petersburg, Tokyo, Melbourne, Prag, Vancouver, Paris, Tel Aviv, Chicago, Genua, Thessaloniki und Rotterdam organisiert, sowie ein Rund- Tisch-Gespräch mit italienischen Fachkolleginnen und -kollegen. Im Mittelpunkt des Interesses unserer ausländischen Gäste steht immer wieder die Frage nach der Konzeption der Zentral- und Landesbibliothek. Weiterhin werden oft spezielle Anfragen zum Copyright, zum Bestandsaufbau, zu Informations- und Recherchemöglichkeiten, zur Bestandserhaltung, zur Lektoratsarbeit und zum Etat und zur Etatverwaltung, sowie zu unseren Spezialabteilungen gestellt. Aus dem Programm 1999 Verein der Diplom-Bibliothekare an wissenschaftlichen Bibliotheken, e.V. Landesgruppe Sachsen Verein der Diplom-Bibliothekare an wissenschaftlichen Bibliotheken , e.V. Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern Fachhochschule Stuttgart (Hochschule für Bibl. - und Informat.wes.) Informationsbesuch von Prager Fachkollegen Studienaufenthalt von Fachkollegen aus der Shanghai-Bibliothek Studienaufenthalt ostafrikanischer Bibliothekare Besuch finnischer Bibliothekare Hospitation eines Wiener Fachkollegen , einer Fachkollegin aus Tallin und Kolleginnen aus Bosnien-Herzegowina Studienaufenthalt von Bibliothekaren aus Schweden Besuch einer Journalistin aus Schweden (bibliothekarische Fachpresse) 1999 in Zahlen 276 Führungen inkl. Gästebetreuung davon: 113 Schülerführungen (einschl. Führungen im Rahmen von Projekt tagen) mit 2351 Teilnehmern 126 Führungen zur Aus- und Weiterbildung / Studium mit 1915 Teil nehmern 37 Gästebetreuungen mit 169 Teilnehmers aus 24 Ländern Jutta Hanke, Besucherservice

Bericht über das PubliCA Training-Program in der ZLB
(04.-08.10.1999) Anfang 1999 bewarb sich die ZLB bei PubliCA Training Placements Program CEPP (Centres of Excellence Placement Program), um als Training-Center für Kollegen aus osteuropäischen Ländern teilzunehmen. Angeboten wurden zwei identische fünftägige Programme in deutscher oder in englischer Sprache. Thema unseres Angebots war:
"Lokale und virtuelle Ressourcen nutzen - Dienste für virtuelle Bibliotheken entwickeln"

Für das englische Programm erhielten wir eine Anmeldung, für das deutsche Programm meldeten sich acht Teilnehmer. Tatsächlich durchgeführt wurde das Seminar in deutscher Sprache vom 4.-8. Oktober 1999 mit Teilnehmern aus sechs Ländern: Ungarn und Slowakei je zwei Teilnehmer, Estland, Lettland, Litauen und Slowenien je ein Teilnehmer. Zwei Kollegen kamen aus einer

Universitätsbibliothek, die anderen waren Mitarbeiter/innen aus kleineren öffentlichen Bibliotheken. Zehn Mitarbeiter der ZLB haben folgende Themen präsentiert: o o o o o o o Bibliotheken im Internet Die Bibliothek in der lokalen Gemeinde / die Bibliothek in der (internationalen) Internet-Gemeinde Wie präsentieren wir uns der virtuellen Gemeinde?; Vermarktung unseres Internet-Angebots Nutzung des Internets für Auskunftsdienste Neue Wege für die Nutzung lokaler Bibliotheksbestände; Erworbene Kenntnisse weitergeben Vernetzung mit anderen Bibliotheken und anderen Einrichtungen

Gemeinsam mit den Teilnehmern wurde das Vorgetragene durch praktische Übungen vertieft. Trotz der unleugbaren Sprachbarrieren entwickelt sich unter den Teilnehmern ein sehr konstruktiver Austausch von Ideen. Die Resonanz der ausländischen Kollegen war sehr positiv. Das hatte zur Folge, dass wir von PubliCA gebeten wurden, eine weitere Veranstaltung kurzfristig noch vor Ende 1999 durchzuführen. Leider reichten unsere personellen Kapazitäten dafür nicht aus. Es ist aber zu erwarten, daß wir von PubliCA im Jahr 2000 nochmals gebeten werden, dieses Seminar oder andere Veranstaltungen mit ähnlicher Themenstellungen für osteuropäische Bibliothekare durchzuführen. Paul Ulrich

Die Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Vorstand Generaldirektorin Dr. Claudia Lux Mitglieder des Stiftungsrats 8. Peter Radunski, Senator (bis 08.12.1999) dann Christa Thoben , Senatorin (ab 09.12.1999) (Vorsitz) Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Kultur 9. Prof. Lutz von Pufendorf (Stellv.) Staatssekr. F. d. Bereich Kultur, Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung u. Kultur 10. Klaus-Peter Voigt (Stellv. Vorsitz des Stiftungsrates) Regierungsdirektor, Senatsverwaltung für Finanzen 11. Renate Sturm (Stellv.) Oberamtsrätin, Senatsverwaltung für Finanzen 12. Juliane Funke Senatsrätin für Wissenschaft, Forschung und Kultur 13. Reiner Schmock-Bathe (Stellv.) Amtsrat, Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur 14. Dieter Beuermann Geschäftsführer der Nicolaischen Verlagsbuchhandlung Beuermann GmbH 15. Detlef Bluhm (Stellv.) Geschäftsführer des Verbandes der Verlage und Buchhandlungen BerlinBrandenburg e.V. 16. Dr. Arend Flemming, (vorher Herr Dr. Georg Ruppelt, bis 28.02.1999) Direktor der Städtischen Bibliotheken Dresden

17. Christoph-Hubert Schütte (Stellv.) Lt. Bibliotheksdirektor der Universitätsbibliothek Karlsruhe 18. Günter Wöckener-Guggisberg (bis 29.12.1999), dann Andreas Kiepert Kiepert GmbH&Co, Buchhandel KG 19. Margot Weber (ab 28.12.1999) (Stellv.), (vorher Andreas Kiepert ) Inhaberin der Nicolaischen Buchhandlung 20. Dr. Engelbrecht Boese Bibliotheksamtsleiter Stadtbibliothek Tempelhof 21. Ingeborg Wettstädt (Stellv.) Bibliotheksamtsleiterin Stadtbibliothek Lichtenberg 22. Dr. Milan Bulaty Direktor der Universitätsbibliothek der Humboldt- Universität Berlin 23. Dr. Norbert Martin (Stellv.) Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität Berlin Mitglieder des Beirats 24. Dieter Beuermann (Vorsitz.) Nicolaische Verlagsbuchhandlung Beuermann GmbH 25. Detlef Bluhm (Stellv. d. Vorsitz.) Geschäftsführer des Verbandes der Verlage und Buchhandlun- gen BerlinBrandenburg e.V. 26. Reinhard Brenner Direktor der Stadtbibliothek Essen 27. Cornelia Clemens Leiterin Bibliotheksamt Spandau 28. Sabine Mühle Leiterin Bibliotheksamt Hohenschönhausen 29. Barbara Scharfenecker Journalistenverband Berlin 30. Andrea Theissen Stadtgeschichtliches Museum Spandau 31. Dr. Jürgen Wetzel Landesarchiv Berlin

Herausgeber Vorstand der Stiftung ZLB Dr. Claudia Lux Breite Straße 36 10178 Berlin T.: (030) 90 226-450 F.: (030) 90 226-494 Email: lux@zlb.de http://www.zlb.de
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.