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Full text: Jahresbericht Issue 2013

Institut für
Zukunftsstudien und
Technologiebewertung

Jahresbericht 2013

IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung gemeinnützige GmbH
IZT – Institute for Futures Studies and Technology Assessment

Inhalt

Institut für
Zukunftsstudien und
Technologiebewertung

	 	Vorwort	

4

	1	

Die drei Themencluster des IZT	

5

	 2	

Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB)	

12

	3	

Beim Bundestag startet Stakeholder Panel zur Technikfolgenabschätzung	

13

	4	

Freie Universität Berlin - Masterstudiengang Zukunftsforschung 2013	

14	

	5	

Bericht der Geschäftsführung	

16	

	6	

Integrierte Roadmaps für die Automatisierungsindustrie (2006–2015)	

18

	7	

Gefragt: Zukunftsorientierungen für Unternehmen und Verbände	

19

IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung gemeinnützige GmbH
IZT – Institute for Futures Studies and Technology Assessment

	8	Referenzen	

20

	9	

Nachhaltigkeit des IZT	

21	

Schopenhauerstr. 26
14129 Berlin

10	

IZT stärkt nachhaltige Zukunftsforschung im Ecornet	

25	

11	

Drei Fragen an Doris Sibum	

26

	12	

2013 - Organisationsreform im IZT	

27

	13	

Fünf neue Mitglieder im Wissenschaftlichen Beirat des IZT	

28

	14	

Erinnerung an zwei ehemalige Wissenschaftliche Beiräte des IZT	

29

	15	

Nichts für Ökos? Dienstreise Brüssel – Berlin	

30	

16	

Im Wandel begriffen - Das Unternehmensprofil in der Logogestaltung	

31

	17	

Folgen Sie uns ...	

32

	18	

Projekte 2013	

34

	19	

Publikationen 2013	

38	

20	

Unveröffentlichte Auftragsstudien 2013	

44

	21	

Das Profil des IZT	

45

	22	

Postwachstumsdiskurs als Forschungsprogramm	

46

Tel.: +49 (0) 30 80 30 88-0
Fax: +49 (0) 30 80 30 88-88
E-Mail: info@izt.de
www.izt.de
ResearchGate:
www.researchgate.net/institution/Institute_for_Futures_Studies_and_Technology_Assessment

Bildnachweis
Titelfoto: IZT / Grafik Designbüro Köln
S. 4–11, S. 15–16, S. 23–24, S. 49–51 Fotos Geschäftsführung, Klausurtagung, WissenschaftlerInnen,
Freie Universität, LunchTalk: IZT, Andreas Klaer, Lea Pollacek, Alexander Tittel (alle Bildrechte: IZT)
S. 12: Deutscher Bundestag / Mark-Steffen Unger
S. 17: Brost-Stiftung
S. 18: Lena Ganssmann
S. 26, S. 28: privat
S. 29 oben: Jungk-Archiv / Lilian Birnbaum
S. 29 unten: Peter Fuhrmann / Wikipedia / CC BY-SA 3.0
S. 30: Lea Pollacek
Alle Grafiken S. 13, S. 16, S. 21–23, S. 27: IZT

2

	 	IZT-LunchTalk	

50	

		

Kontakte	

51

		

Impressum	

52

3

Vorwort
Im 33. Lebensjahr, gegründet wurde das IZT im Jahr 1981, also im
vollen Erwachsenenalter, schien es mir als neuem Institutsleiter
ratsam, das IZT zeitgemäßer zu positionieren. In einem umfassend
partizipativen Prozess wurden die Forschungsthemen auf drei
Themencluster fokussiert: Zukunftsforschung und Partizipation,
Nachhaltigkeit und Transformation, Technologie und Innovation.
Zudem wurde ein Katalog der angebotenen Leistungen und der
eingesetzten Methoden systematisiert. Thematisch bedeutet die
Neupositionierung, dass dem schon lange entwickelten Profil des
IZT in der Nachhaltigkeitsforschung klarer Ausdruck verliehen wird.
Das zeigte im Herbst 2013 auch die Aufnahme des IZT in das Ecornet, das Netzwerk der führenden außeruniversitären, gemeinnützigen Nachhaltigkeitsinstitute in Deutschland. Seit Sommer 2013
gehört das IZT zudem zum Konsortium des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag – TAB. Das Dreieck von
Zukunfts-, Nachhaltigkeits- und Technikfolgenforschung markiert
künftig das IZT. Das neue Profil erfordert auch ein neues Design.
War der Jahresbericht 2012 ein Übergangsbericht, so zeigt der
vorliegende Bericht deutlich, wohin das IZT will - sofern Institutionen einen Willen haben. Entscheidend sind freilich auch im IZT die
Menschen, die es tragen und wollen. Hier gab es in 2013 manchen
Wechsel: Rolf Kreibich, Mitgründer und Institutsleiter bis Mitte
2012, legte das Amt des Ehrenpräsidenten nieder. Auch im Wissenschaftlichen Beirat gab es Verjüngung. Die Zukunft der modernen
Gesellschaften liegt im Alter - doch wir müssen anerkennen, dass
wir nicht in jeder Lebensphase alles können. Ein technikaffines Forschungsinstitut sollte auch medial auf der Höhe der Zeit bleiben,
dazu gehören auch die Social Media. Sie finden uns nicht überall,
aber in ResearchGate, auf Twitter und im Laufe des Jahres 2014
auch auf einer ganz neu gestalteten Website. Bleiben Sie dem IZT
gewogen - wir versuchen auch künftig relevant zu sein,

Ihr
Prof. Dr. Michael Opielka
Wissenschaftlicher Direktor und Geschäftsführer

4

Die drei Themencluster des IZT

1

Zukunftsforschung und Partizipation
  Angewandte Zukunftsforschung
Theorie- und Methodenentwicklung
  Soziale Innovationen

Nachhaltigkeit und Transformation
Governance und Lernen
twitter.com/MichaelOpielka

  Energie, Ressourcen, Emissionen
Infrastruktur, Stadt, Mobilität

Technologie und Innovation
  Zukunftsmärkte
Technikgestaltung
Dienstleistungsentwicklung

In mehreren Diskussionsrunden wurden die neuen Cluster-Zuordnungen getroffen.

5

Themencluster

2030: Tagung und Kongress der Zukunft

Zukunftsforschung und Partizipation
Wer Zukunft gestalten will, muss kommunizierbare Vorstellungen von der Zukunft haben. Weder die Auffassung, dass sich die Dinge weiterentwickeln werden wie gewohnt, noch reines
Wunschdenken helfen hier weiter. Worauf es ankommt, ist das Vorausdenken der Zukunft.
Die Zukunftsforschung des IZT zielt darauf ab, fundierte Grundlagen für mittel- und langfristig
ausgerichtete Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu liefern. Die Leitplanken des Wahrscheinlichen, des Möglichen oder des Gestaltbaren werden durch die aufgabenbezogene Auswahl und Kombination verschiedener wissenschaftlicher Verfahren bestimmt
sowie im gesellschaftlichen Diskurs.
Partizipation im Verständnis des IZT ist dabei gedacht als reflektierter Lernprozess relevanter
EntscheidungsträgerInnen und Stakeholder. Sie lässt Zukunft offen, erweitert das Möglichkeitsspektrum und schafft Raum Zukunftsalternativen abzuwägen. Um unsere moderne Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit zu transformieren, stellen Zukunftsforschung und Partizipation wesentliche Voraussetzungen dar.

2013

Mögliche Zukünfte für die Region Ruhr
– auf dem Globus entdecken

2013 erstellte das IZT im Auftrag der Essener Brost-Stiftung die
Kurzstudie „Erfolgreiche regionale Transformationsprozesse. Mögliche Zukünfte für die Region Ruhr“. Die Studie stellt sechs Vergleichsregionen zum Ruhrgebiet vor; alle sechs organisieren den
Strukturwandel von der bergbaugestützten Grundstoffindustrie
in die Wissensgesellschaft bisher relativ erfolgreich: Manchester-Liverpool (Nordengland), Leipzig-Halle-Jena (Mitteldeutschland), Randstad (Niederlande) sowie Pittsburgh (USA), Gauteng
Michaela Evers-Wölk,
Kommunikations(Südafrika) und Wuhan (China). Für jede Vergleichsregion wurden
wissenschaftlerin,
seit 2004 wieder am IZT zukunftsorientierte Schwerpunkte (Transformationskeime) identifiziert, die zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.
izt.de/link/247

„Es ist schön zu zeigen, wie viele Keimzellen für wirtschaftliche und soziale Veränderungen, aber auch für kulturellen Wandel in den Vergleichsregionen entdeckt und für die
weitere Entwicklung der Region Ruhr nutzbar gemacht werden können.“

6

Die drei Themencluster des IZT

Rechtzeitig vor seiner 40. Geburtstagsfeier beauftragte der Branchenverband der deutschen Tagungsindustrie, German Convention Bureau (GCB), das IZT mit einem besonderen Geburtstagsgeschenk: Einer Studie mit dem Zeithorizont 2030 und dem Titel
„Tagung und Kongress der Zukunft“. WissenschaftlerInnen des IZT
erarbeiteten die Studie und maßen den Megatrends „Technologie“,
„Globalisierung“ und „Nachhaltige Entwicklung“ besondere Bedeutung für diese Branche bei.
Deutschland nimmt heute unter allen Kongress- und Tagungsdestinationen die Spitzenposition in Europa ein und rangiert weltweit
hinter den USA auf Platz zwei. Die Studie soll einen Beitrag zur Sicherung dieser Innovationskraft leisten.   izt.de/link/234

2012–2013

Dr. Edgar Göll, Soziologe und
Verwaltungswissenschaftler,
seit 1995 am IZT

„Es war äußerst spannend, gemeinsam mit VertreterInnen der international starken deutschen Veranstaltungsbranche und ausgewählten externen ExpertInnen
eine Einschätzung möglicher Zukünfte vorzunehmen. Denn hierzu mussten höchst
unterschiedliche Entwicklungspfade und globale Zusammenhänge zusammengedacht
werden - und heraus kamen konkrete Handlungsanregungen.“

2012–2013

Dr. Robert Gaßner,
Psychologe,
seit 1989 am IZT

Leitbild 2030 für ein Sozialunternehmen
– Szenario-Prozess für die Johanniter-Unfall-Hilfe
Auch Rettungs- und Sanitätsdienste, Katastrophenschutz und Auslandshilfe unterliegen technologischem und gesellschaftlichem
Wandel. Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. nutzte daher Methoden
der Zukunftsforschung, um auch im Jahr 2030 möglichst noch mit
bedarfsgerechten Angeboten aufwarten zu können. Der Bundesvorstand beauftragte das IZT mit einem knapp einjährigen Szenario-Prozess. In Zukunftswerkstätten und Szenario-Workshops
antizipierten MitarbeiterInnen aller Bereiche und Hierarchiestufen
Herausforderungen für ihre Branche und entwarfen kreative, visionäre Antworten darauf. Am Ende stand eine positive Zukunftsvision
für die gesamte Organisation; zudem wurden Umsetzungsprojekte
in mehreren zentralen Gestaltungsfeldern initiiert.   izt.de/link/229

„Wir hatten vom ehrenamtlichen Katastrophenhelfer über die KiTa-Leiterin bis zu
den Bundesvorständen alle im Boot. So viele engagierte Menschen auf dem Weg
zu einer neuen Vision unterstützen zu dürfen, war einfach großartig.“

7

Themencluster

2013–2016

Nachhaltigkeit und Transformation
Nachhaltigkeit ist das Leitbild für ein angemessenes und zukunftsfähiges Verhältnis unserer Gesellschaft zu natürlichen und kulturellen Ressourcen. Es wurde bereits für zahlreiche
Wirtschafts- und Lebensbereiche konkretisiert, eine Realisierung hat begonnen. Um die
Ziele zu erreichen, ist darüber hinaus aber eine grundlegende Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft erforderlich. Drei Beispiele für Transformationsfelder sind:
die Energiewende mit dem Ausbau erneuerbarer Energien, der Erhöhung
der Energieeffizienz und der Stärkung rationeller Energienutzung
der Umbau des Ressourcensystems mit einer verstärkten Nutzung
nachwachsender und der Substitution kritischer Rohstoffe plus der
Erhöhung der Ressourceneffizienz
und die noch wenig entwickelte Mobilitätswende.
Darauf richtet das IZT den Fokus seiner Forschungen.

2011–2014

Volker Handke,
Dipl.-Ing. Technischer
Umweltschutz, seit
2001 am IZT

Prognosen für die Luftqualität in 2020 und 2030
Welche umweltpolitischen Maßnahmen sind notwendig, damit
Deutschland die Ziele internationaler Abkommen zur Luftreinhaltung einhält? So lautet die Aufgabenstellung des Umweltbundesamtes für dieses Forschungsprojekt. Mit Hilfe verschiedener Emissionsszenarien schätzen die beteiligten sechs Forschungsinstitute
die zukünftige Wirkung von umweltpolitischen Maßnahmen auf
die Luftqualität ab. Das IZT ist inhaltlich für die Bereiche stationäre
Feuerung und industrielle Prozesse zuständig. Zunächst wird eine
räumliche Verteilung der Emissionsfrachten vorgenommen. Anschließend berechnen die WissenschaftlerInnen die zukünftigen
Schadstoffkonzentrationen zusammen mit der europäischen Hintergrundbelastung und in Abhängigkeit von verschiedenen Minderungsmaßnahmen. izt.de/link/219

„Der Reiz quantitativer Immissionsprognosen liegt darin, aus einer Fülle von Einzeldaten und mit Hilfe von anspruchsvollen mathematischen Modellierungsmethoden am
Ende Deutschlandkarten zu erzeugen, aus denen für jeden Ort die zukünftige Belastung mit Luftschadstoffen abgelesen werden kann.“

8

Die drei Themencluster des IZT

Melanie Degel,
Wirtschaftsingenieurin,
seit 2008 am IZT

Energiewende „vernetzt“ denken: Sozial-ökologische Aspekte in Modellierung einbeziehen
Anwohnerproteste gegen neue Stromtrassen und Windparks zeigen, dass auch sozial-ökologische Aspekte für den Erfolg der Energiewende wichtig sind. Im BMBF-Forschungsprojekt "VerNetzen"
wird daher das rein technisch-ökonomisch ausgerichtete Strommarktmodell "renpass" der Universität Flensburg um sozial-ökologische Schlüsselfaktoren sowie um Erfolgsfaktoren der Partizipation erweitert. Auf der Basis des nun realitätsnäher optimierten
Strommarktmodells sollen anschließend Entwicklungspfade für
eine zu 100 % erneuerbare Stromversorgung im Jahr 2050 modelliert werden. izt.de/link/242

„Mangelnde Akzeptanz“, „lange Vorlaufzeiten“ – solche Faktoren sind noch nie
zuvor für ein Strommarktmodell quantifiziert worden. Dazu müssen IngenieurInnen
und SozialwissenschaftlerInnen lernen eng zu kooperieren. Außer Rechenmodellen
brauchen wir Kreativität und ein Verständnis für gesellschaftliche Zusammenhänge,
um eine vollständig erneuerbare Energieversorgung zu erreichen.“

Nachhaltigkeit 2.0
– ein Leitbild wird modernisiert
Spätestens seitdem die Bundesregierung im Jahr 2002 die nationale Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen hat, ist das Leitbild der
Nachhaltigen Entwicklung in der deutschen Politik fest verankert.
Dennoch bleiben die Erfolge weit hinter den Erfordernissen zurück.
Es ist daher wichtig, das Leitbild strategisch weiter zu entwickeln.
Das vom Umweltbundesamt initiierte Forschungsprojekt „Nachhaltigkeit 2.0” soll hierzu beitragen. Die WissenschaftlerInnen
analysieren sorgfältig die bisherigen Erfahrungen mit dem Leitbild,
seine Stärken und Schwächen. Des Weiteren klopfen sie aktuelle
Diskurse darauf ab, inwieweit diese Anregungen für ein „Nachhaltigkeitsleitbild 2.0“ geben.   izt.de/link/249

2013–2015

Christine Henseling,
Soziologin, seit 2003
am IZT

„Es ist sehr spannend zu sehen, wo überall Impulse ausgehen das Leitbild
Nachhaltigkeit weiterzudenken. Da wäre die Debatte um Wachstum und Wohlstand,
die Diskussion um Generationengerechtigkeit und demographischen Wandel, die
Debatte, inwiefern die heutige Staatsverschuldung künftige Generationen belastet, der
Diskurs zum neuen Konzept Anthropozän.“

9

Themencluster

2011–2013

Technologie und Innovation
Innovationen und Technologien sind eine wichtige Voraussetzung, um Zukunftsaufgaben
zu bewältigen. Das IZT identifiziert und bewertet dabei einerseits technologische und
marktliche Entwicklungen sowie nutzerbezogene Anforderungen, andererseits auch nicht
intendierte gesundheitliche, ökologische oder soziale Folgen.
Das IZT unterstützt Wirtschaft und Politik durch eine leistungsfähige Früherkennung und
verlässliche Bewertung von Chancen und Risiken. IZT-WissenschaftlerInnen identifizieren
Innovationsideen, analysieren Treiber und Hemmnisse, initiieren nachhaltigkeitsorientierte Innovationsvorhaben und evaluieren ihre Auswirkungen und Erfolge. Schwerpunkte
setzt das IZT bei „Zukunftsmärkten“ und „Dienstleistungsentwicklung“. Das Institut integriert interessierte Stakeholder, NutzerInnen, VisionärInnen und Lead User in den Forschungs- und Entwicklungsprozess. Mit seiner Expertise entwickelt es Methoden, Instrumente und Strategien und setzt sie erfolgreich im Sinne der Auftraggeber ein.
Das IZT verknüpft (neue) Technologien und Nachhaltigkeit seit mehr als 30 Jahren. Auch
die proaktive Bewertung neuer Technologien ist ein anerkanntes Kernelement der Arbeit:
Seit 2013 ist das IZT Konsortialmitglied des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim
Deutschen Bundestag (TAB).

2013–2014

Britta Oertel,
Informationswissenschaftlerin,
seit 1993 am IZT

Online-Bürgerbeteiligung an der Parlamentsarbeit
Das IZT untersuchte die Neuerungen der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ (2010–2013) in einer Vorstudie
für den Deutschen Bundestag: Welche zusätzlichen Beteiligungsangebote richteten die Mitglieder der Internet-Enquete ein? Wer
nutzte diese Möglichkeiten? Welche tagesaktuellen Informationen
konnten interessierte BürgerInnen beispielsweise über Twitter und
Blogs erhalten? Schon einmal – 2008 – hatten IZT-Wissenschaftlerinnen im Auftrag des Parlaments „Online-Dialogangebote von
Bundestag und Bundesregierung“ analysiert. Die Forschungsarbeiten zur Online-Bürgerbeteiligung des Deutschen Bundestags
werden in den nächsten beiden Jahren fortgeführt. izt.de/link/248

„Es ist mir wichtig, Twitter und Blogs für Zukunftsforschung und Technologiebewertung
zu nutzen. Im Team haben wir funktionierende Herangehensweisen entwickelt, um dieses Wissen für unsere Auftraggeber in Politik und Unternehmen zu erschließen.“

10

Die drei Themencluster des IZT

Dr. Siegfried Behrendt,
Dipl.-Biologe,
Dipl.-Politologe,
seit 1990 am IZT

Grüne Software
Computer, Internet und die Vernetzung in Haushalten gehören zu
den schnellstwachsenden Stromverbrauchern. Eine neue Studie
identifiziert Ansatzpunkte für mehr Effizienz nicht mehr wie gehabt
bei der Hardware, sondern im Softwarebereich. Die Studie diskutiert
Lösungsansätze für eine operationalisierbare Beurteilung „grüner“
Software. Außerdem zeigt sie auf, wie wirksame Anreize geschaffen
werden könnten, IKT-Systeme auf Softwareebene auch tatsächlich
ressourceneffizienter zu gestalten. Das IZT hat diese Studie gemeinsam mit Prof. Dr. Lorenz Hilty (Universität Zürich) und dem Borderstep
Institut für Innovation und Nachhaltigkeit erarbeitet. Auftraggeber
war das Umweltbundesamt, das 2014 die Ergebnisse veröffentlicht.
izt.de/link/224

„Die Studie liefert wichtige Impulse, wie sich ein ressourceneffizientes Softwareprodukt
von einem weniger ressourceneffizienten unterscheiden lässt. Bis wir ein Label für
grüne Software haben, sind aber noch beträchtliche methodische Herausforderungen
zu bewältigen.“

Energieforschungsförderung auf dem Prüfstand
Das IZT evaluierte 2013 ausgewählte Vorhaben der Forschungsförderung aus dem 4. und 5. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung. Auftraggeber war das Bundesministerium für Wirtschaft
und Energie (BMWi). Konkret nahm das IZT den BMWi-Fachbereich
„Energieeffizienz in Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen“unter die Lupe. Im Untersuchungsportfolio waren etwas mehr
als 120 Vorhaben mit über 200 Millionen Euro Gesamtkosten.
Die Evaluation erfolgte mit einem Methodenmix, der Vor-Ort-Interviews mit ProjektleiterInnen sowie eine Online-Befragung einschloss. Die Kernfragen waren: Haben die geförderten Vorhaben
ihre Ziele erreicht? Welche Innovationen und Energieeinsparungswirkungen haben sie ausgelöst? Das Ministerium veröffentlicht die
Ergebnisse der Evaluation im Frühjahr 2014.   izt.de/link/231

2013–2014

Lydia Illge, Ökonomin,
seit 2007 am IZT

„Die Vor-Ort-Interviews mit den Projektverantwortlichen der geförderten Unternehmen
und Forschungseinrichtungen haben uns einen tiefen Einblick in die unternehmerischen
Innovationsprozesse – einschließlich ihrer typischen Erfolgsfaktoren und Hemmnisse –
ermöglicht.“

11

2

Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim
Deutschen Bundestag (TAB) –
IZT wurde Konsortialpartner (2013–2018)

IZT-Expertise für den
Deutschen Bundestag
Dialogprozesse
Diskursanalysen
Gutachten
Wissenschaftliche Zukunftsforschung
Technikfolgenabschätzung

Patricia Lips (CDU/CSU) leitet den Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung in der gegenwärtigen Wahlperiode.
Dieser Bundestagsausschuss steuert das Büro für
Technikfolgen-Abschätzung (TAB) und bestimmt
alle fünf Jahre den Betreiber wie auch seine Kooperationspartner neu.

IZT: Neu im Konsortium
Seit dem 29. August 2013 trägt ein verändertes Konsortium das „Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB)“. Betreiber des TAB ist nach wie
vor das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Das KIT
kooperiert mit drei neuen Konsortialpartnern: mit dem IZT, dem Helmholtz-Institut
für Umweltforschung GmbH (UFZ) sowie
der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH.

Aufgaben des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB)
Gentests, Climate Engineering, 3-D-Drucker
– die wissenschaftlich-technische Entwicklung beschleunigt sich. Um politisch wirkungsvoll gestalten zu können, bedarf es
der vorausschauenden Beobachtung und
Analyse dieser Entwicklung einschließlich
ihrer Folgen. Der Bundestag hat sich hierfür eine besondere wissenschaftliche Beratungseinrichtung geschaffen: das Büro für
Technikfolgen-Abschätzung (TAB).
Das TAB richtet sein Kerngeschäft seit dieser
Legislaturperiode noch stärker auf das Leitbild „Nachhaltige Entwicklung“ aus, der Bereich Technologievorausschau wird durch
ein kontinuierliches Horizon-Scanning gestärkt. Zudem erhalten der Meinungs- und
Erfahrungsaustausch mit gesellschaftlichen
AkteurInnen durch Diskursanalysen und Dialogverfahren einen größeren Stellenwert.

www.tab-beim-bundestag.de

12

Stakeholder
Panel TA

Technikfolgen-Abschätzung
beim Deutschen Bundestag

Vorschau:
Beim Bundestag startet Stakeholder
Panel zur Technikfolgenabschätzung
Beteiligen Sie sich!

Erfahrungs- und Meinungsaustausch zwischen
politischen EntscheidungsträgerInnen und
gesellschaftlichen AkteurInnen
Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) baut auf die aktive Mitwirkung von gesellschaftlichen AkteurInnen und Interessengruppen (zusammenfassend: Stakeholder), die
ihre Meinung zu den Herausforderungen und Folgen
von Wissenschaft und Technik einbringen wollen.

Stakeholder
Panel TA

Zwei bis drei Online-Befragungen jährlich
Im Zentrum des Stakeholder Panels TA (Technikfolgenabschätzung) stehen jährlich zwei bis drei Online-Befragungen zu
gesellschaftlich relevanten Technologien und damit verbundenen Fragen der gesellschaftlichen Technikgestaltung.
Bringen Sie Ihre Kompetenzen ein
Es geht darum, Ihre Einschätzungen und Meinungen zu Technikentwicklung und -gestaltung in Erfahrung zu bringen – aus Ihrer Sicht als Unternehmen oder Verband, PolitikerIn
oder WissenschaftlerIn. Expertenwissen ist dabei nicht erforderlich.
Fester Mitgliederkreis im Aufbau
Die Mitglieder des Stakeholder Panels TA werden schrittweise rekrutiert. Ziel ist es, gesellschaftsrelevante Gruppen wie Politik und Administration, Medien, Umwelt- und Verbraucherschutz, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu repräsentieren. Die
Mitglieder sollen eine möglichst umfassende gesellschaftliche Perspektive auf die Befragungsthemen abbilden.

Gesellschaftliche AkteurInnen, die sich aktiv an der Technikfolgenabschätzung beim
Deutschen Bundestag beteiligen möchten, können ihr Interesse jetzt anmelden
unter der E-Mail-Adresse: stakeholderpanel@izt.de
www.stakeholderpanel.de

13

3

Masterstudiengang Zukunftsforschung 2013:
IZT stellte eine der ersten Absolventinnen ein

Freie Universität und IZT verbindet eine über 30-jährige Geschichte: Der ehemalige
FU-Präsident und Zukunftsforscher Rolf Kreibich (mittleres Plakat) gründete mit
FU-Wissenschaftlern und weiteren Visionären 1981 das IZT

4

Freie Universität Berlin
Masterstudiengang Zukunftsforschung 2013
Lehrveranstaltungen von IZT-WissenschaftlerInnen im Rahmen des
Masterstudiengangs Zukunftsforschung der FU Berlin

Carolin Kahlisch ist seit September 2013 Juniorwissenschaftlerin
am IZT. Als solche wird sie durch zwei erfahrene Wissenschaftlerinnen begleitet und nimmt an internen Weiterbildungen teil.
Ein bisschen stolz sagt sie: „Ich bin die erste im IZT-Team aus gestandenen ZukunftsforscherInnen, die ein Masterstudium der Zukunftsforschung absolviert hat.“ Denn im Sommer 2012 schloss die
Humangeographin und Polonistin (B.Sc.) als eine der ersten den
neu eingerichteten Studiengang Zukunftsforschung an der Freien
Universität Berlin erfolgreich ab – mit einer Masterarbeit über regionale Vorausschauprozesse in deutsch-polnischen Doppelstädten.

Die erste ihrer Art am
IZT: Carolin Kahlisch,
Zukunftsforscherin M.A.

Ihr Fazit: „Meine ersten neun Monate als Juniorwissenschaftlerin vergingen wie im Flu-

ge. Ich habe mich sowohl mit aktuellen Fragestellungen als auch mit Politikberatung
befasst – genau wie ich es mir vorgestellt habe.”

Studierende des Masterstudiengangs schnupperten Praxisluft am IZT
Dr. Robert Gaßner

„Zukunft als gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe. Einführung und
Beispiele aus der Zukunftsforschung am IZT“ Beitrag zur Ringvorlesung
„Zukunftswerkstätten und partizipative Methoden“ Blockseminar

Dr. Edgar Göll

„Zukunftsforschung am Beispiel des Leitbildes Nachhaltige
Entwicklung“ Beitrag zur Ringvorlesung
„Einsatzfeld Politik und Governance“
Seminar: Im Mittelpunkt stehen Zukunftsstudien, die sich mit politischgesellschaftlicher Steuerung beschäftigen, beispielsweise der IPCC-Report
zur Klimaforschung und Berichte von Enquetekommissionen des Bundestags

„Konzepte, Ziele und aktuelle Herausforderungen der Zukunftsforschung“ Seminar gemeinsam mit Elmar Schüll, Salzburg
Britta Oertel &
Michaela Evers-Wölk

„Einsatzfeld Gesellschaft”
Blockseminar zur angewandten Zukunftsforschung: An aktuellen Beispielen
wie prädiktiven Gentests setzen sich Studierende mit den Chancen und Risiken neuer folgenreicher Technologien auseinander

www.master-zukunftsforschung.de

„Im Praktikum konnte ich die Vielfalt
der Perspektiven und Herangehensweisen näher kennen lernen, die mich
bereits während des Studiums der
Zukunftsforschung fasziniert haben.
Angenehm überrascht war ich von den
interkulturellen Kompetenzen am IZT.
Ich kannte das aus meinem bisherigen
Arbeitsleben in Deutschland nicht.“
Yunus Alper Aslan

„Meine Masterarbeit zum IZT-Projekt
„Horizon Scanning“ war mein erster
Schritt in Richtung wissenschaftlicher
Laufbahn. Ein Jahr später arbeite ich
schon an meiner Dissertation. Für die
Erfahrungen und Kontakte bin ich dem
IZT sehr dankbar.“
Alexander Tittel

„Am spannensten waren für mich die
Befragungen in Dörfern in Brandenburg
und MeckPomm. Es ist sehr interessant
sich mit der Zukunft des Landlebens
auseinanderzusetzen.“
Friederike Korte

„Zu dem wirklich schönen Moment am
IZT gehört für mich die Zusammenarbeit mit meinen KollegInnen, die immer
auf Respekt und Augenhöhe stattfindet.
Ich spüre, dass mein Wissen und eigene
Ideen ernst genommen werden.“
Ingmar Mundt

„Mich haben die Interviews in den Dörfern tief beeindruckt. Die Begegnungen
beeinflussten mich auch bei der Jobwahl. Reine Forschung am Schreibtisch
wäre momentan nichts mehr für mich.“
David Mauer

14

15

5

Bericht der Geschäftsführung

Dr. Roland Nolte,
Geschäftsführer,
Physiker und
Mobilitätsforscher,
seit 1993 am IZT

Im Jahr 2013 betrug der Umsatz 1,615 Mio EUR und lag damit knapp
auf Vorjahresniveau (1,673 Mio EUR). 18 Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler forschten am Institut. Neu geschaffen wurden 2013
zwei Stellen für Juniorwissenschaftlerinnen. Zusätzlich sammelten
mehrere UniversitätsabsolventInnen im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes praktische Berufserfahrungen im IZT. Fünf weitere
MitarbeiterInnen - von der Buchhalterin bis zum IT-Administrator sorgten für eine verlässliche Forschungsinfrastruktur.
Die Struktur der Umsatzerlöse ist der folgenden Grafik zu entnehmen:

7%

7%

EU-Komission

Stiftungen
(international und national)

Essen, 18. Dezember 2013: Bodo Hombach (Vorstand der BrostStiftung) und Michael Opielka (Wissenschaftlicher Direktor des IZT)
präsentieren erste Ergebnisse der Studie „Erfolgreiche regionale
Transformationsprozesse. Mögliche Zukünfte für die Region Ruhr“.

25%
Bundesministerium für
Bildung und Forschung
(BMBF)

17%

Unternehmen
und Unternehmensverbände
(international
und national)

Die erfolgreiche Kooperation mit Unternehmen und Verbänden konnte intensiviert werden. Es gelang den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, diesen strategisch wichtigen Anteil am Forschungsetat auf 17 Prozent im Geschäftsjahr 2013 zu steigern (9 Prozent
im Vorjahr). Auch trieb das Institut die Diversifizierung der Auftraggeber voran. Dabei war
das IZT erstmals für ein bedeutendes Sozialunternehmen tätig. Zielführend war weiterhin,
dass das IZT seit 2006 mit einem der führenden deutschen Industrieverbände kooperiert
hat und diese Zusammenarbeit 2013 vertraglich verlängert werden konnte. Daneben akquirierte das IZT-Team im Gegensatz zum Vorjahr Aufträge von nationalen und internationalen Stiftungen und erhöhte damit den Stiftungsanteil am Forschungsetat auf 7 Prozent.
Gleichzeitig entwickelte die Institutsleitung wichtige Gremien weiter: Für den Wissenschaftlichen Beirat konnten fünf Professorinnen und Professoren neu hinzugewonnen
werden. Im Aufsichtsrat kam es ebenfalls zu einer wesentlichen Neubesetzung.
Erstmals erweiterte das IZT den Geschäftsbericht um einen Nachhaltigkeitsbericht.

12%

Weitere Bundesministerien sowie sonstige
öfftl. Institutionen

12%
3%

Büro für Technikfolgen­
Abschätzung beim
Deutschen Bundestag
(TAB)

Bundesministerium
für Wirtschaft und
Energie (BMWi)

17%
Umweltbundesamt
(UBA)

Um in einer veränderten Forschungslandschaft wettbewerbsfähig zu bleiben, erneuerte
das IZT seine wissenschaftliche Clusterstruktur.
Intensiv wurde in 2013 geprüft, ob das IZT einen räumlichen Wechsel in Richtung Berlin-Mitte vornimmt. Die Vorteile des bisherigen Standorts in Berlin-Schlachtensee - Ruhe, Konzentration, Schönheit - konnten durch Zusagen der Vermieterin zu Mietminderung und Sanierung auch ökonomisch unterfüttert werden, so dass der Mietvertrag verlängert wurde.

Abbildung: Anteile verschiedener Drittmittelgeber am Forschungsetat des IZT
16

17

6

Integrierte Roadmaps für die
Automatisierungsindustrie (2006–2015)

Gefragt: Zukunftsorientierungen für
Unternehmen und Verbände

Nachhaltige Rohstoffversorgung 2025+ izt.de/link/241
Seit 2006 erstellt das IZT integrierte Technologie-Roadmaps für mehr als 300 Unternehmen aus der Automatisierungsindustrie. Diese international agierenden Unternehmen
sind im Branchenverband ZVEI, dem Auftraggeber des IZT, organisiert (ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie). Die IZT-Roadmaps untersuchen Trends,
Perspektiven und Herausforderungen, übersetzen diese in Technologiebedarfe und ziehen
Schlussfolgerungen für die Hersteller im Bereich der Automation. Im 2013 gestarteten
Roadmap-Projekt richtet sich der Fokus auf „Nachhaltige Rohstoffversorgung“ und damit
erneut auf einen bisher in der Automatisierungsbranche wenig beachteten Zukunftsmarkt.
Im Mittelpunkt stehen zwei Wachstumsfelder:

Wer zukunftsfähig bleiben will, muss sich frühzeitig und fundiert mit technologischen,
wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Veränderungen auseinandersetzen:

die industrielle Biotechnologie beim Übergang von einer erdölzu einer biobasierten Ökonomie;
das Recycling als Rohstoffquelle, z. B. die Wertstoff-Rückgewinnung
aus Alt-Deponien („landfill mining“) oder aus Aschen und Elektroschrott.

7

Was treibt und hemmt die Entwicklung von Zukunftsmärkten?
Welche Störereignisse können auftreten?
Welche fundamentalen Umbrüche und Veränderungen,
welche Megatrends und Trends sind zu erwarten?
Welche Chancen und Herausforderungen erwachsen daraus?
Welche erfolgversprechenden Zukunftsstrategien können abgeleitet werden?
Die IZT-Forschung bietet:
  Profundes Verständnis von Umbruchs-, Veränderungs- und Innovationsprozessen
  Integration visionär befähigter Stakeholder
Horizon Scanning – Strategische Früherkennung
  Orientierungswissen für neue wettbewerbsstrategische Fragen
Analysen von Trends, Treibern und Hemmnissen
  Identifikation von Innovationsideen
  Komplexe Zukunftsstudien
Roadmaps, die politische, ökologische, gesellschaftliche und
wirtschaftliche Faktoren integrieren
  Individuell abgestimmter Methodenmix, wissenschaftlich abgesichertes Vorgehen

Dr. Markus Winzenick (Fachverband Automation) beim Workshop in Berlin

„Wichtiges Früherkennungssystem für unsere Mitgliedsfirmen”
„Das Integrierte Technologie-Roadmapping ist für unsere Mitgliedsfirmen ein wichtiges
Früherkennungssystem, Zukunftsmärkte für die Automation rechtzeitig zu identifizieren
und deren Automatisierungsbedarfe abzuleiten. Die Herleitung der Automatisierungsbedarfe aus vergleichsweise stabilen mittel- und langfristigen sozioökonomischen Trends
und gesellschaftlichen Herausforderungen ermöglicht den Unternehmen der Branche den
Zugang zu zuverlässigen Informationen über die Weiterentwicklung ihrer Absatzmärkte.“
Dr. Markus Winzenick, Mitglied der Geschäftsführung des Fachverbandes Automation
(ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie)

18

Das Spektrum der IZT-Zukunftsforschung für Unternehmen und Verbände im Jahr 2013
Identifikation von Innovationsideen, beispielsweise für das foodregio-Netzwerk der
Nahrungsmittelindustrie in Schleswig-Holstein
Trendanalysen, u. a. für den Technologie-Dienstleister Bayer Technology Services (BTS)
Zukunftsstudien mit komplexem Methodenmix,  beispielsweise für den Dachverband
der deutschen Tagungsindustrie German Convention Bureau (GCB)
Integrierte Roadmaps; sie finden beispielsweise beim Zentralverband Elektrotechnik
und Elektronikindustrie seit 2006 starke Resonanz
Prozesse mit normativen Szenarios („Wunschszenarios“), die u. a. bei der Johanniter­
Unfall-Hilfe zu gemeinschaftlich erarbeiteten Zukunftsvisionen führten.

19

Nachhaltigkeit des IZT

Zukunftsstudie

9

Integrierte Technologie-Roadmap

Sustainable Value in Automobile
Manufacturing

AUTOMATION 2020+
WASSER U N D A B WA S S E R

An analysis of the sustainability performance of automobile
manufacturers worldwide

MANAGEMENT SUMMARY

Tagung und Kongress
der Zukunft
Zukunftsmärkte und
Technologieanforderungen

Institut für Zukunftsstudien und
Technologiebewertung

www.SustainableValue.com

1

Erstmals präsentiert das IZT in seinem Jahresbericht zusätzlich zu den Wirtschaftsdaten ökologische und soziale Nachhaltigkeitsleistungen des Instituts.
Das IZT ließ sich dabei vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung
(IÖW) inspirieren, das die institutsbezogene Nachhaltigkeits-Berichterstattung bereits im Jahr 2011 einführte.

Ökologie

8

Endenergieverbrauch
Der Endenergieverbrauch des IZT lag im Jahr 2013 ungefähr auf dem gleichen Niveau wie
in den beiden Vorjahren (siehe Abbildung). Er geht zu 85 Prozent auf den Gasverbrauch
für Heizzwecke zurück. Die Schwankungen im Gasverbrauch wurden vor allem durch die
unterschiedlichen Witterungsverhältnisse verursacht. Da die Steuerung der Heizung seit
Jahren durch den Umweltbeauftragten optimiert wird, gibt es in diesem Bereich nur noch
wenig Einsparpotential.

Referenzen
Ausgewählte Unternehmen und Verbände,
für die das IZT gearbeitet hat
Unternehmen
ADAC
  AEG Hausgeräte
BASF
B.A.U.M. Consult
Bayer Technology Services
BMW Group
DaimlerChrysler
  DETECON International GmbH
Deutsche Bahn
Deutsche Immobilien Fonds
Deutsche Telekom
  EADS (firmiert seit 2014 als AIRBUS Group)
GASAG
  GET Gesellschaft für Entsorgung
und Technologie mbH
Hekatron Vertriebs GmbH
  HYGIENIA Service
Investitionsbank Berlin
KfW Bankengruppe
LBS Group
Loewe
Siemens
UXBerlin research and innovation

Sozialunternehmen
Johanniter-Unfall-Hilfe

Endenergieverbrauch des IZT (1.000 kWh)
Wirtschaftsverbände, unternehmensnahe (Forschungs-) Vereinigungen und
Stiftungen
Allianz pro Schiene
Brost Stiftung
Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI)
Forschungsgemeinschaft Intralogistik
Forschungsvereinigung Antriebstechnik
German Convention Bureau (GCB)
RKW Rationalisierungs- und
Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft
Schwäbisch Hall Stiftung:
bauen - wohnen - leben
UIC - Union Internationale des Chemins de fer
Verband Deutscher Maschinenund Anlagenbau (VDMA)
Wirtschaftsförderung Lübeck
World Tourism Organization
ZukunftsAgentur Brandenburg (ZAB)
  ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik    und Elektronikindustrie

100
80

12,7

13,0

13,9

Strom

60
40
20
0

Seit 2000 bezieht das IZT Ökostrom.

82,3

79,5

73,2

3,3

3,4

4,0

2011

2012

2013

92,2

86,2

96,2

Gas
pro Mitarbeiter/-in
Gesamt

Abbildung: Endenergieverbrauch

Ungefähr 15 Prozent des Endenergieverbrauchs sind auf den Verbrauch von Elektroenergie
zurückzuführen. Der Stromverbrauch ist in den letzten drei Jahren relativ konstant geblieben.
Einsparpotentiale bestehen vor allem bei sukzessiven Neuanschaffungen im IT-Bereich.
Bereits seit 1993 gibt es am IZT einen Umweltbeauftragten. Dr. Robert Gaßner sorgt dafür,
dass Umweltaspekte – beispielsweise in der Beschaffung (Recyclingpapier) und dem Gebäudemanagement – berücksichtigt werden.

izt.de/link/105

20

21

Der Bezug von Ökostrom hat am IZT schon eine langjährige Tradition. Im Jahr 2013 stammte er zu 90 Prozent aus Wasserkraft und zu 10 Prozent aus Windkraft und hat maßgeblich
dazu beigetragen, dass die Bilanzierung der CO2-Emissionen erfreuliche Ergebnisse aufweist (siehe Abbildung).
Dienstreisen
Die Gesamtsumme der gereisten Kilometer lag im Jahr 2013 wieder auf dem niedrigen
Niveau des Vorjahres, sowohl für das IZT insgesamt als auch pro MitarbeiterIn. Mit Blick
auf die einzelnen Verkehrsmittel ergibt sich folgendes Bild: Im Jahr 2013 wurden weniger Kilometer mit dem Flugzeug und mehr Kilometer mit der Bahn zurückgelegt als im
Vorjahr. Insbesondere Flugreisen mit Strecken über 8.000 km sind im Jahr 2013 seltener
vertreten. Diese aus Umweltsicht erfreuliche Entwicklung ist aber projektbedingt und zum
großen Teil darauf zurückzuführen, dass weniger internationale und mehr nationale Projekte durchgeführt wurden. Auch der angestiegene - aber immer noch niedrige - Anteil
von Autoreisen im Jahr 2013 (überwiegend in ländliche Regionen Deutschlands) ist auf die
spezifischen Reisebedarfe von Projekten zurückzuführen.

Heizzwecke. Im Vergleich zum Vorjahr wurden deutlich weniger CO2-Emissionen durch
Flug­reisen ausgelöst. Sie machen aber immer noch gut die Hälfte aller CO2-Emissionen aus.
Durch den Gasverbrauch verursachte Emissionen schlugen 2013 etwas stärker zu Buche als
im vorangegangenen Jahr und lagen damit bei fast einem Drittel der Emissionen. Auf die
Einflussfaktoren und Reduktionspotentiale in beiden Bereichen wurde bereits eingegangen.

CO2 Emissionen des IZT (t)
Endenergieverbrauch und Dienstreisen
90
80
70
60

0,04
18,6
3,2
1,2

17,1

40

3,7
0,1

30

61,2

20

Dienstreisen des IZT nach Verkehrsträgern (km)

10
0

300.000
250.000
200.000
150.000
100.000
50.000
0

Bahn

68.281
5.224

215.817

0,05

50

36,9

Strom
0,05

Gas

19,2

Bahn

4,3
1,9

Auto

26,9

pro Mitarbeiter/-in
Gesamt

3,0

2,3

2,2

2011

2012

2013

84,3

57,7

52,3

Flug

Auto
80.876
242
129.800

94.878

Flug

8.403

davon Strecken über 8.000 km

10.333

8.437

101.152
8.518

2011

2012

2013

289.322

210.918

204.432

pro Mitarbeiter/-in
Gesamt

Einsparpotentiale bei Dienstreisen bestehen in zwei Bereichen:
1. im Ersatz von Reisen durch Video- und Audiokonferenzen und
2. im Ersatz von kürzeren Flugreisen durch Bahnfahrten.

Abbildung: CO2-Emissionen

Ob und ggf. auf welche Weise das IZT seine CO2-Bilanz weiter verbessern möchte, ist eine
Entscheidung, die auch Auswirkungen auf den ökonomischen und sozialen Bereich hat. So
würde eine Fortschreibung des niedrigen Umfangs an Flugreisen (oder eine weitere Reduktion) einer Ausweitung der internationalen Projektaktivitäten entgegenstehen. Auch
hat ein Ersetzen von Flugreisen durch Bahnfahrten unmittelbare Auswirkungen auf die
Arbeitsbedingungen der MitarbeiterInnen (längere Dauer der Dienstreisen, zusätzliche
Übernachtungen). Eine Positionierung zu dieser Frage wird in die Nachhaltigkeitsstrategie
des IZT einfließen, die im Jahr 2014 verabschiedet werden soll.

Abbildung: Dienstreisen

CO2-Emissionen
Die CO2‐Emissionen lagen im Jahr 2013 wiederum leicht unter dem Niveau des Vorjahres,
nachdem es im Jahr 2012 eine deutliche Reduktion gegeben hatte. Außerdem gab es Verschiebungen bei den einzelnen Handlungsbereichen: Die Hauptquellen für die CO2-Emissionen des IZT sind – insgesamt betrachtet – die Flugreisen, gefolgt vom Gasverbrauch für

22

Nachhaltigkeit des IZT

Julia Onodera Koestner
hat die in diesem Bericht präsentierten IZT-Nachhaltigkeitsdaten für die Jahre 2011 bis 2013 recherchiert, aufbereitet und ausgewertet. Sie arbeitet seit
2013 am IZT, davor hat sie an der TU Cottbus den internationalen Masterstudiengang Umweltmanagement abgeschlossen.

23

Soziales
Zur sozialen Dimension der Nachhaltigkeit wird an dieser Stelle
über die Mitbestimmung und Gemeinschaft am IZT berichtet.
Folgende Beispiele illustrieren die Attraktivität des IZT für seine
MitarbeiterInnen, einschließlich der zahlreichen Studierenden,
PraktikantInnen sowie der Bundesfreiwilligen („BuFDis“).

Mitbestimmung:
Im IZT gibt es seit 2012 einen Mitarbeiterverein, der gegenwärtig 15 Prozent der Gesellschafteranteile hält.
Der 2011 gegründete IZT-Betriebsrat hat sich zu einem bedeutenden Diskussions- und Kooperationspartner der Geschäftsführung in Fragen der Personal- und Gehaltspolitik entwickelt.
Außerdem sind die MitarbeiterInnen des IZT im Aufsichtsrat des
Instituts durch zwei gewählte RepräsentantInnen vertreten.
Bereits seit 2003 trifft sich der Sprecherrat des IZT: Sechs Mal
im Jahr setzen sich gewählte MitarbeiterInnen mit beiden
Geschäftsführern zusammen, um richtungsweisende Entscheidungen zu diskutieren.

IZT stärkt nachhaltige Zukunftsforschung im
Ecological Research Network

10

Am 12. November 2013 gab es einen Grund zum Feiern: Das Netzwerk führender außeruniversitärer, gemeinnütziger Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschungsinstitute in
Deutschland (Ecornet) nahm das IZT als achtes Mitglied auf. „Wir freuen uns, mit dem
IZT einen neuen Partner im Ecornet zu haben, dessen Impulse aus der Zukunftsforschung
unser Netzwerk stärken werden“, betonten die beiden Ecornet-Sprecher Thomas Korbun,
Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung
(IÖW), und Andreas Kraemer, Direktor des Ecologic Instituts.
Dr. Roland Nolte, Geschäftsführer des IZT, freute sich ebenfalls über die enge Kooperation
mit den anderen Pionieren der Nachhaltigkeitsforschung. Auch Prof. Dr. Michael Opielka,
Wissenschaftlicher Direktor des IZT, äußerte sich optimistisch: „Der schwarz-rote Koalitionsvertrag sieht ausdrücklich mehr vorausschauende Kompetenz in den Ministerien vor
und fordert mehr Wirkungsanalysen. Wir freuen uns darauf, hier unsere Expertise einzubringen.“ Die acht Ecornet-Institute arbeiten beispielsweise an der Qualitätsentwicklung
und organisieren gemeinsame Weiterbildungen. Das Ecornet soll die Wahrnehmung der
unabhängigen Nachhaltigkeitsforschung im politischen und medialen Raum verstärken.

izt.de/link/101

Gemeinschaft:
Entspannte Gespräche mit den KollegInnen in der Mittagspause sind vielen im Team wichtig (z.B. jeden Dienstag beim
gemeinsam zubereiteten IZT-Salat).
Beim Tischtennis-Spielen in der Bibliothek des Instituts (die
Digitalisierung schafft neue Spiel-Räume!) wird frische Energie
getankt.

Über Rückfragen und Anregungen zur
Nachhaltigkeitsberichterstattung freut sich:
Lydia Illge
Nachhaltigkeitsbeauftragte des IZT
E-Mail: l.illge@izt
izt.de/link/illge

24

Nachhaltigkeit des IZT

Diese acht unabhängigen Pionierinstitute der Umwelt- und
Nachhaltigkeitsforschung bilden das Netzwerk Ecornet
•	
•	
•	
•	
•	
•	
•	
•	

Ecologic Institut
ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)
ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung
IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung
Öko-Institut
Unabhängiges Institut für Umweltfragen (UfU)
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie

www.ecornet.eu

25

11 Drei Fragen an Doris Sibum
Doris Sibum wurde Ende 2013 in den Aufsichtsrat des
IZT berufen. Sie leitet im Großunternehmen Deutsche
Post DHL die Marktforschung, das „Market Research Service Center“. Zu Beginn ihrer Karriere arbeitete sie beim
„Sekretariat für Zukunftsforschung (SFZ)“, damals eine
wissenschaftliche Einrichtung in Gelsenkirchen und
Tochter des IZT. Dem IZT beantwortete sie drei Fragen.
Doris Sibum

2013 - Organisationsreform im IZT

12

Parallel mit der wissenschaftlichen Organisationsentwicklung durch drei neue Themencluster wurde in 2013 auch die institutionelle Struktur des IZT weiter entwickelt. Einige
Weggefährten des früheren IZT-Leiters Prof. Dr. Rolf Kreibich übergaben ihre Ämter an
jüngere KollegInnen; so schieden die beiden langjährigen und verdienten Aufsichtsräte
Walter Rasch, Senator a.D., und Prof.-Ing. Julian Herrey aus dem Gremium aus. Prof. Dr.
Heinz-Günter Geis, Doris Sibum und Dr. Siegfried Behrendt wurden zum 1.1.2014 neu in
den Aufsichtsrat des IZT berufen, der sich damit wie folgt zusammensetzt:
Prof. Dr. Heinz-Günter Geis (ab 1.1.2014) Michael Knoll (IZT) (ab 1.1.2014: Dr. Siegfried BehRAuN Dr. Eckard Lullies (Vorsitz) Britta Oertel (IZT) Doris Sibum (ab 1.1.2014)

rendt, IZT)

Barbara Debus (IZT): Was hat Sie bewogen, sich im Aufsichtsrat des IZT zu engagieren?
Doris Sibum: Wissenschaftliche Zukunftsforschung sollte noch stärker mit Themen und
Aktivitäten in Unternehmen verbunden sein. Ich sehe da für beide Seiten ein großes
Potential. Unternehmen kann der langfristig orientierte und vor allem neutrale Blick
der Zukunftsforscher Perspektiven eröffnen. Gleichzeitig erhalten Zukunftsforscher aus
der praktischen Arbeit von Unternehmen Einblick in neue Fragestellungen. Dazu bedarf
es manchmal einer, ich nenne es mal „Übersetzungsarbeit“, zu der ich durch meine Aufsichtsratstätigkeit gerne beitrage. Ich werde Anforderungen und Themen ebenso wie
Erfahrungen des unternehmerischen Alltags in die Diskussionen einbringen. Und ich bin
sicher, dass ich jede Menge Anregungen für neues Zukunftswissen im IZT bekomme.
IZT: Welchen Stellenwert hat „Zukunftsforschung“ für Ihre Arbeit?
Doris Sibum: Zukunftsforschung hat meine berufliche Karriere geprägt, sie ist mir quasi
in die „wissenschaftliche DNA“ eingegangen. Als Managerin profitiere ich von diesem
Wissen, weil ich gewohnt bin, über den Tellerrand zu schauen und langfristig zu denken. Das erhöht einerseits die Komplexität von Fragestellungen, sorgt andererseits für
nachhaltigere Lösungen.
IZT: Wie beurteilen Sie die Initiative der Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig, den
Frauenanteil in den Aufsichtsräten von Aktiengesellschaften auf mindestens 30 Prozent
zu erhöhen?
Doris Sibum: Ich begrüße diese Quote, auch wenn sie den Frauen wie ein Makel mangelnder Eignung anhaftet. Es gibt viele hoch qualifizierte und motivierte Frauen, die diese
Aufgabe hervorragend erfüllen können. Sie verdienen diese Chance, die ihnen ohne
Quote meiner Meinung nach so nicht offen steht.

Geschlechtergerechtigkeit und Diversity Management sind für zukunftsfähige Organisationen unerlässlich. Angestrebt wird eine geschlechterparitätische Besetzung der Forschungsleitungen der neuen Themencluster, aber auch eine entsprechende Nach- und Neubesetzung aller verantwortlichen Positionen.
Der „Verein der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IZT e.V.“ wurde 2012 mit dem Ziel
gegründet, Sitz und damit Stimmrechte in der Gesellschafterversammlung zu erlangen. Im
Januar 2013 war es so weit: Zwei langjährige Gesellschafter – Prof. Dr. Hartmut Rühl und
Prof. Dr. Nikolaus Fuchs – übergaben ihre Gesellschafteranteile dem Mitarbeiterverein. Unterdessen verfügt der Verein über einen Stimmenanteil von 15%. Ein Aufwuchs ist geplant.
Die GesellschafterInnen der IZT gemeinnützige GmbH:
Prof. Dr. Heinz‐Günter Geis Prof. Dr. Rolf Kreibich RAuN Dr. Eckard Lullies   Verein der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IZT e.V. (vertreten durch Dr. Michael Scharp) Dr. Roland
Nolte Prof. Dr. Michael Opielka Prof. Lea Rosh Dr. Marianna Strümpel
Der Wissenschaftliche Beirat:
Prof. Dr.-Ing. Christine Ahrend (neu)
Prof. Dr. Edmund Brandt    Prof. Dr. Maximilian
Gege Prof. Dr. Hartmut Graßl (Vorsitz) Prof. Dr. Armin Grunwald (neu) Prof. Dr. Martin
Jänicke
Prof. Dr. Sabina Jeschke (neu)
Prof. Dr. Lenelis Kruse-Graumann
Prof. Dr.
Peter H. Mettler    Prof. Dr. Reinhold Popp Prof. Dr. Uwe Schneidewind (neu) Prof.
Dr. Eva Senghaas-Knobloch    Prof. Dr. Udo E. Simonis     Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst-Ulrich von
Weizsäcker Prof. Dr. Walter C. Zimmerli (neu)

www.dpdhl.com/de/ueber_uns/unternehmensbereiche/market_research_service_center.html

26

27

13 Fünf neue Mitglieder im Wissenschaftlichen Beirat des IZT
	 Prof. Dr. Christine Ahrend
•	 Vizepräsidentin der TU Berlin
•	 Professorin für Integrierte Verkehrsplanung (TU Berlin)
•	 Mitherausgeberin der Zeitschrift „European Journal of
Futures Studies“

Erinnerung an zwei ehemalige
Wissenschaftliche Beiräte des IZT

1913 – 1994

	 Prof. Dr. Armin Grunwald
•	 Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und
Systemanalyse (ITAS, KIT Karlsruhe)
•	 Leiter des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim
Deutschen Bundestag (TAB)
•	 Führender deutscher Technikethiker

1929 – 2014

	 Prof. Dr. Walther Ch. Zimmerli
•	 Stiftungs-Seniorprofessor „Geist und Technologie“ an der
Humboldt-Universität Berlin
•	 Brückenbauer zwischen Geistes- und Naturwissenschaften
sowie den Technik- und Sozialwissenschaften

Visionär Robert Jungk
Im Mai 2013 wäre Prof. Dr. Robert Jungk 100 Jahre alt geworden.
Er war ein Vordenker der Zukunftsforschung und Verfechter von
breiter Partizipation der Bevölkerung. Er gehörte zu den frühen
Aktivisten gegen Atomkraft und begleitete die Gründung des IZT
als Wissenschaftlicher Beirat mit kreativen Impulsen. Im Jungk-Jubiläumsjahr initiierte der damalige IZT-Ehrenpräsident Prof. Dr. Rolf
Kreibich eine öffentliche Gedenkveranstaltung in Berlin.
Der Leiter des IZT, Prof. Dr. Michael Opielka, knüpfte im Jungk-Jubiläumsjahr 2013 an die Gründungstradition des Instituts an. Er lud
Peter Stephan Jungk, den Sohn Robert Jungks und angesehenen
Romancier, zu einem Freundschaftsbesuch ins IZT ein.

	 Prof. Dr.-Ing. Sabina Jeschke
•	 Direktorin des Triple-Instituts IMA / ZLW / IfU am
Fachbereich Maschinenwesen der RWTH Aachen
•	 Pionierin der Online-Vorlesungen in Deutschland
(MOOC, massive open online courses)

	 Prof. Dr. Uwe Schneidewind
•	 Präsident des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
•	 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung
Globale Umweltveränderungen (WBGU)

14

Physiker und Alternativer Nobelpreisträger Hans-Peter Dürr
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IZT trauern um Prof.
Dr. Hans-Peter Dürr, der das Institut von 1995–2013 als Mitglied
des Wissenschaftlichen Beirates begleitet und inspiriert hat. Am
Sonntag, den 18. Mai 2014, starb der Träger des Alternativen Nobelpreises in München. Immer wieder gab Dürr der Verantwortung
der Wissenschaftler für Frieden, Ökologie und globale Gerechtigkeit
Ausdruck. Als Mitglied des Club of Rome wies der Zukunftsdenker
auf die Begrenztheit des Planeten im Allgemeinen und auf die physikalischen Grenzen grüner Technologien im Besonderen hin. Der
Elementarteilchenphysiker Dürr war ein Schüler des deutschen Nobelpreisträgers Werner Heisenberg. Er schrieb seine Doktorarbeit in
Berkeley bei Edward Teller, dem Vater der Wasserstoffbombe.

„Es ist Glück und Ehre, dass sich solch prominente KollegInnen bereit erklärt haben,
das IZT durch ihre Expertise freundschaftlich zu begleiten.“ Prof. Dr. Michael Opielka

28

29

Im Wandel begriffen

16

Das Unternehmensprofil in der Logogestaltung
Designbüro Köln, Daniel Angermann und Tobias Battenberg

Institut für
Zukunftsstudien und
Technologiebewertung

15 Nichts für Ökos?
Dienstreise Brüssel – Berlin
Spoken Word Performance von Melanie Degel (IZT)
Wissenschaftstexte müssen nicht dröge sein, behauptet Wirtschaftsingenieurin Melanie Degel und begibt sich einmal wöchentlich in eine kreative
Schreibgruppe. Eines Tages überraschte sie ArbeitskollegInnen mit einer
“spoken word performance”. Ihr Thema: ökologisch und politisch korrektes
Verhalten – unter Zeitdruck – während einer nächtlichen Dienstreise.
Hier eine Leseprobe:
(…) Ich blieb ruhig, in der „Taxi und Bus ausschließlich Zone“, als wir über eine Gegenfahrbahn die Kurve nahmen, als wir über einen geschwindigkeitsbegrenzenden Hügel
schanzten. Und auch, als wir mit den Worten meines Kollegen: „Oh Sch..., bitte keine
Tunnel...“ durch den ersten von vielen Tunnel fuhren. Obwohl ich seit über zehn Jahren
kein Auto mehr gefahren bin, habe ich in dieser Nacht darüber nachgedacht wieder
damit anzufangen. Und zusammen mit meinem Kollegen Edgar, es würde schließlich
eine persönliche Nacht, da sollen auch echte Namen benutzt werden, gewöhnte ich
mich an sein wiederkehrendes Gefühl für Autos. Wir wurden ruhiger. Und banden die
Stimme des Navis in unsere Nachtreisegruppe ein. (…)

Ein Unternehmen weiß, wo es seinen Ursprung hat. Es sieht, wie es ist, wie es war und
wie es in Zukunft sein möchte. Identität wird letztendlich nicht fassbar, sondern verändert sich in einem lebenslangen Prozess, der in Gestaltung sichtbar wird.
Seit dem Frühjahr 2013 begleiten wir das IZT – Institut für Zukunftsforschung und
Technologiebewertung dabei, sich und seine Außendarstellung (Corporate Design) zu
erneuern.
Das neue Logo des IZT zeigt in der Symbolik nicht das klassische und gelernte Verständnis eines Pfeils bzw. Dreiecks in Bezug auf Zukunft nach rechts (oder gar nach rechts
oben), sondern es bricht mit dieser Gewohnheit. Es zeigt nach links (also nach innen)
und steht für Reflexion in Bezug auf das Institut selbst, als auch auf die Forschung im
Bereich der Zukunft. Die konzentrierte Reflexion verleiht dem Logo Dynamik. Darüber
hinaus ist das gelbe Logo-Dreieck wechselwirkend offen (nach rechts). Ergebnisse der
Erkenntnis-Prozesse gelangen durch eine Art Sprachrohr oder Megafon nach außen.
Signale von außen werden vice versa innen wahrgenommen.
designbuero-koeln.de

Das umgestaltete Logo
Von einer Mitarbeiterin betrachtet
Das neue Logo des IZT mit dem nach links spitz zulaufenden und nach rechts offenen
Dreieck (ein offener Trichter) verkörpert für mich die Vielzahl an Zukunftsoptionen
(Zukünfte), die sich vor uns auftun. Wir WissenschaftlerInnen am IZT erforschen diese
Zukunftsoptionen, einschließlich der gesellschaftlichen Chancen und Risiken, welche sie
in sich bergen. IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, Lydia Illge

izt.de/link/450

30

31

17 Folgen Sie uns …

… wenn ein Dokumentarfilm Erfolge des
BMBF-Forschungsvorhabens EnerKey in
Südafrika schildert.

… wenn der IZT-Direktor twittert
twitter.com/MichaelOpielka

Start: 27. März 2013

IZT-Energieexperten engagierten sich acht
Jahre lang (2005–2013) in diesem Projekt
für die Energiewende in der Industrie­
region Gauteng.

Filmstart: 7. August 2013 auf „vimeo“
vimeo.com/71936128

… wenn sich IZT-WissenschaftlerInnen bei ResearchGate zeigen

… wenn junge Leute und Experten eine
neue Technologie im „Future Hangout“
diskutieren.

Start: 4. April 2013

www.researchgate.net/institution/Institute_for_Futures_Studies_and_Technology_Assessment

Start: 10. Oktober 2013 im Netzwerk Google+
www.youtube.com/watch?v=x91q83cwicA

Bei Drucklegung zählte das internationale Wissenschaftler-Netzwerk ResearchGate mehr
als vier Millionen Mitglieder. Das Berliner Start-up hat sich zu einer weltumspannenden,
wissenschaftlichen Online-Bibliothek entwickelt. Zusätzlich zu Literatursuche und Downloads besteht die Möglichkeit, Fachfragen weltweit an KollegInnen zu richten und zu diskutieren. IZT-ForscherInnen haben in 2013 zahlreiche Veröffentlichungen bei ResearchGate
eingestellt und freuen sich am Austausch rund um den Globus sowie an den zusätzlichen
– vor allem internationalen – Downloads.

Das neue IZT-Format „Future Hangout“ ist eine Video-Chat-Konferenz, die live auf
YouTube gestreamt wird. An der Premiere nahmen u.a. teil: der Risikoforscher Prof. Dr.
Dr. h.c. Ortwin Renn sowie Marcel Fortus, Gewinner eines IZT-Wettbewerbs für Schülerredakteure. Jeder der vier Teilnehmenden befand sich mit seinem Rechner (inklusive
Webcam) an einem anderen Standort. Dies galt auch für den IZT-Projektpartner und Moderator Frank Ulmer. Im Video-Gespräch wogen alle Beteiligten die Chancen und Risiken
von prädiktiven Gentests ab. Für bestimmte Krankheiten können diese Tests klären, ob ein
gesunder Mensch ein erhöhtes Erkrankungsrisiko familiär geerbt hat und trägt. Die zentrale Frage lautete, wie junge Menschen mit den neuen technologischen Möglichkeiten und
ihren Folgen umgehen.

Entwicklung der ResearchGate-Downloads im November 2013 und im März 2014
… wenn IZT-ForscherInnen ihr Wissen im YouTube-Kanal des Instituts verbreiten

Anzahl Downloads

Start: 16. Oktober 2013
2013

www.youtube.com/user/IZTBerlin

157

2014
63
44

17
30.9. 7.10. 14.10. 21.10. 28.10. 4.11. 11.11.

3.2.

44 Downloads vom 4.–11. November 2013

157 Downloads vom 10.–17. März 2014

32

10.2.

17.2.

24.2.

3.3.

10.3. 17.3.

33

18 Projekte 2013

Lernen

… im Cluster Zukunftsforschung und Partizipation
Angewandte Zukunftsforschung
2030
izt.de/link/228

2020plus
izt.de/link/247

2030
izt.de/link/229
2030
izt.de/link/234

izt.de/link/239

Delphi-Studie: Wie bleibt der Energiesektor der EU-Staaten
auf CO2-Minderungs-Kurs?
European Climate Foundation (ECF)
Erfolgreiche regionale Transformationsprozesse.
Mögliche Zukünfte für die Region Ruhr
Brost-Stiftung
Szenarioprozess für die Johanniter-Unfall-Hilfe
Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH)
Tagung und Kongress der Zukunft
German Convention Bureau (GCB)

Energie

izt.de/link/218

Energie als Schlüsselelement für ein integriertes
Klimaschutzkonzept der Region Gauteng, Südafrika
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

izt.de/link/244

Evaluation der Maßnahmen zur Energiewende
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

izt.de/link/231

Evaluation der Projektförderung des BMWi in der Energieforschung
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

izt.de/link/210

Evaluierung des dena-Projektes „EDL Kommunikationsplattform“
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi

2040

Theorie und Methoden
2025plus
izt.de/link/225

2016 – 2018
izt.de/link/246

Horizon Scanning und Trendmonitoring als ein Instrument in der
Umweltpolitik zur strategischen Früherkennung und effizienten
Politikberatung
Umweltbundesamt (UBA)

2050
izt.de/link/242

izt.de/link/212

Datenaustausch zwischen Emissionshandel und Nationaler
Klimaschutzberichterstattung
Umweltbundesamt (UBA) + Nationale Emissionshandelsstelle (EHSt)

izt.de/link/245

Implikationen der geänderten Berichtspflichten für EU-ETS und
Treibhausgasinventar durch die Effort Sharing Decision
Umweltbundesamt (UBA)

… im Cluster Nachhaltigkeit und Transformation

izt.de/link/249

34

Nachhaltigkeit 2.0 - Modernisierungsansätze zum Leitbild der
nachhaltigen Entwicklung
Umweltbundesamt (UBA)

VerNetzen
Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF-Programm: Sozial-ökologische Forschung, SÖF)

Emissionen

Technikfolgenabschätzung „Kinder- und Jugendmedienschutz“
LPR - Trägergesellschaft für jugendschutz.net gemeinnützige GmbH

Governance

Identifizierung und Entwicklung von Angeboten für alle Bildungsbereiche zum Thema Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz
Umweltbundesamt (UBA)

2030
izt.de/link/219

Prognosen für Luftschadstoffe 2020/2030
Umweltbundesamt (UBA)

35

izt.de/link/213

Dörfliche Lebensverhältnisse im Wandel 1952, 1972, 1993, 2012
– spezifische Fragestellung: Neue Medien
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

izt.de/link/223

Green-IT-Konzepte für Schulen und Green-ITVerbraucherinformationen
Umweltbundesamt (UBA)

izt.de/link/224

Grüne Software: Potenzialanalyse zur Ressourcenschonung
optimierter Softwareentwicklung und -einsatz
Umweltbundesamt (UBA)

izt.de/link/243

Technikfolgenberatung beim Deutschen Bundestag
Deutscher Bundestag, Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim
Deutschen Bundestag (TAB)

izt.de/link/248

Vorstudie: Online-Bürgerbeteiligung an der Parlamentsarbeit
Deutscher Bundestag, Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim
Deutschen Bundestag (TAB)

Mobilität
2030plus
izt.de/link/208

CleanER-D - Clean European Rail-Diesel
Europäische Kommission

izt.de/link/222

Monitoring direkter Feinstaub- und Stickoxid-Emissionen im
Eisenbahndieselverkehr
UIC - Union Internationale des Chemins de fer

izt.de/link/217

Sustainable Value in the Airline Industry
EADS (firmiert seit dem 1.1.2014 unter AIRBUS Group)

2030plus

… im Cluster Technologie und Innovation
Zukunftsmärkte
2025plus
izt.de/link/241
izt.de/link/226

izt.de/link/240

Integrierte Roadmap Automation 2025+
„Nachhaltige Rohstoffversorgung“
Zentralverband Elektotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI)

Dienstleistungsentwicklung

Food Regio Roadmap „Innovation“ (foodregio)
Wirtschaftsförderung LÜBECK
Supply Chain Management - Eine explorative Literaturstudie
Bayer Technology Services (BTS)

izt.de/link/216

Dienstleistungen für Energieeffizienz: Perspektiven, Instrumente
und die Verstetigung von kommunalen Netzwerken am Beispiel
des Wettbewerbs Energieeffiziente Stadt
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

izt.de/link/251

Vorschau auf 2014:
Starke Handwerkerinnen: Energie + Effizienz
Bundesministerium für Umwelt, Natur, Bau und
Reaktorsicherheit (BMUB)

Technikgestaltung

izt.de/link/211

Automatisierte grüne Wäschereien: Untersuchung, Anpassung
und Bewertung einer rationellen Technologie für das ganzheitliche Recycling eines neuartigen, in Flachwäsche eingesetzten
RFID-Transponders
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

izt.de/link/227

Diskurs ELSA: Junge Menschen und ihr Umgang mit ethischen,
rechtlichen und sozialen Fragen der prädiktiven genetischen
Diagnostik (Ju-Gen-D)
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

36

Projekte 2013

Die Fernrohre mit Jahreszahlen ab 2020 kennzeichnen Projekte mit
weitreichendem Zukunftsbezug.

37

19 Publikationen 2013
Bücher
Gaßner, Robert (2013):
Szenarios für die Nachhaltige Stadt 2030. „Kreislaufstadt“ und
„Nachhaltige Wirtschaft in der Stadt“. Berlin: IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (WerkstattBericht Nr. 120).
Göll, Edgar (2013):
(Arabische Übersetzung der folgenden Publikation) Future Studies and Research in Egypt - Overview, Examples, Perspectives.
Alexandria: Bibliotheca Alexandrina.
Handke, Volker; Jonuschat, Helga (2013): Flexible Ridesharing New Opportunities and Service Concepts for Sustainable Mobility.
Springer-Publications. Heidelberg, New York, Dordrecht, London

Buchbeiträge

38

Kreibich, Rolf (2013):
Zukunftsforschung für Orientierung und praktisches Handeln in
Gesellschaft und Wirtschaft. In: Reinhold Popp und Axel Zweck
(Hg.): Zukunftsforschung im Praxistest. Springer-Publications.
Wiesbaden, S. 353–384.
Thio, Sie Liong (2013):
Lebensstile und Energieeffizienz. Das Beispiel Österreich. In: Marco K. Koch und Hermann-Josef Wagner (Hg.): Wettbewerb Energieeffiziente Stadt. Band 1: Gebäude und Haushalte. Reihe: Energie
und Nachhaltigkeit, Band 14. Berlin, Münster, Wien, Zürich, London: LIT Verlag, S. 91–104.
Thio, Sie Liong; Göll, Edgar (2013):
Parlamente auf dem Weg zur Nachhaltigkeitspolitik. In: Heike
Leitschuh, Gerd Michelsen, Udo E. Simonis, Jörg Sommer und Ernst
U. von Weizsäcker (Hg.): Jahrbuch Ökologie 2014, Mut zu Visionen
- Brücken in die Zukunft. Stuttgart: S. Hirzel Verlag, S. 179–184.

Gaßner, Robert (2013):
Zukunft als gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe. Die Arbeit mit
normativen Szenarios. In: Reinhold Popp und Axel Zweck (Hg.):
Zukunftsforschung im Praxistest. Wiesbaden: Springer, S. 409–416.

Workshop- und Konferenzbeiträge

Göll, Edgar; Evers-Wölk, Michaela; Opielka, Michael (2013):
„Alles bleibt anders. Tagen im Jahr 2030“. In: Die deutsche Tagungs- und Kongressbranche im Wandel der Zeit. Gespräche, Gedanken, Geschichten. Frankfurt/Main: German Convention Bureau
(GCB), S. 66-70.

Henseling, Christine (2013 – im Erscheinen):
Generationenübergreifendes
Zusammenleben:
Integrierte
Wohnkonzepte für Jung und Alt. Vortrag beim Werkstattgespräch „Gemeinschaftliches Wohnen in generationengerechten
Kommunen“. Berlin: Projektebüro „Dialog der Generationen“.

Göll, Edgar (2013):
FUTUR: the Research Dialogue in Germany. In: Kristian Borch,
Sandra Dingli und Michael Sørgaard Jørgensen (Hg.): Participation
and Interaction in Foresight. Dialogue, Dissemination and Visions.
Edward Elgar Publishers. London, S. 285–300.

Scharp, Michael; Baedeker, Carolin; Rohn, Holger (2013):
Education for Resource Preservation and Efficiency. Identifying
and Developing Opportunities for All Areas of Education in Germany. World Resource Forum, Conference Papers. Davos: World
Resource Forum.

Publikationen 2013

39

Zukunftsstudien, Abschlussberichte
und Expertisen

Unentgeltliche Kurzfassung
kostenpflichtiger Studie

Zukunftsstudie

Foto: Antje Rautenberg

Strategisches Handlungsfeld Innovation

foodRegio Roadmap »Innovation«

Behrendt, Siegfried; Evers-Wölk, Michaela (2013):
Strategisches Handlungsfeld Innovation - foodRegio Roadmap
»Innovation«. Lübeck: Wirtschaftsförderung LÜBECK GmbH
Göll, Edgar; Degel, Melanie (2013):
Iterative expert survey on risks to keeping decarbonisation of EU
power systems on track. Berlin: IZT – Institut für Zukunftsstudien
und Technologiebewertung (Project Report for the European Climate Foundation, Brussels).
Göll, Edgar; Evers-Wölk, Michaela (2013):
Tagung und Kongress der Zukunft. Frankfurt/Main: GCB German
Convention Bureau.

MANAGEMENT SUMMARY

Tagung und Kongress
der Zukunft

1

Zeitschriftenbeiträge
Heute wissen, was morgen ist.

Unsicherheiten der
PAREST-ReferenzEmissionsdatenbasis

Ressourcenschonung durch ausgewählte
grüne Zukunftstechnologien

TEXTE

79/2013
Demographischer Wandel
- Herausforderungen und
Handlungsempfehlungen
für Umwelt- und
Naturschutz
Teil II: Aufstockung des F+E-Vorhabens

„Rio+20 vor Ort“
Bestandsaufnahme und
Zukunftsperspektiven lokaler
Nachhaltigkeitsprozesse in Deutschland
– Abschlussbericht –

Gefördert durch:

40

Handke, Volker; Jörß, Wolfram (2013):
Unsicherheiten der PAREST-Referenz-Emissionsdatenbasis. Hintergrundbericht zum FuE-Vorhaben „Strategien zur Verminderung der Feinstaubbelastung“. Berlin: Umweltbundesamt.
Handke, Volker; Scharp, Michael; Kreibich, Rolf; Tschimpke, Olaf;
Meinel, Ulrike; David, Hofmann (2013):
Ressourcenschonung durch ausgewählte grüne Zukunftstechnologien. Berlin: NABU Naturschutzbund Deutschland e.V.

AUSGABE 1/2013

Eine zweite Chance
Wie sich die Medienbranche
entwickeln könnte

Sicher ist sicher
Die wichtigsten Szenarien für den
Zukunftsmarkt Sicherheit

Seite 24

Intelligent und vernetzt
Seite 4

Rudolf Martin Siegers über Infrastrukturen
für die Megacitys der Zukunft
Seite 29

Heute wissen, was morgen ist.
TEXTE

45/2013

Göll, Edgar; Evers-Wölk, Michaela (2013):
Tagung und Kongress der Zukunft - Management Summary.
Frankfurt/Main: GCB German Convention Bureau.

AUSGABE 3/2013

Einfach sein

Das Milliarden-Euro-Gehirn
Welche Potentiale die Enträtselung
des Gehirns mit sich bringt

Wie drahtlose Kommunikation
unseren Alltag erleichtert

Seite 20

Perpetuum mobile
Seite 4

Mobile Business macht die Arbeit
flexibler und effizienter

Seite 33

Gaßner, Robert; Steinmüller, Karlheinz (2013):
Silvester am Brandenburger Tor? Aber sicher! Ein Szenario zur
Zukunft der zivilen Sicherheit. In: Zukunftsmanager F.A.Z.-Institut
1/2013, S. 8–12.
Gaßner, Robert; Steinmüller, Karlheinz (2013):
Szenario „Ben und die neue Hand“. Bestandteil der BMBF-Leitvision „Das Denken verstehen". In: Zukunftsmanager F.A.Z.-Institut
3/2013, S. 10–15.
Göll, Edgar (2013):
Effekte von Bürgerbeteiligung in Kommunen. Ein Bericht aus zwei
empirischen Studien. In: RaumPlanung 5-2013 (170), S. 23–29. Parallel erschienen in: pnd|online 2_3|2013 - ein Magazin mit Texten
und Diskussionen zur Entwicklung von Stadt und Region

Hollbach-Grömig, Beate; Langel, Nicole; Göll, Edgar; Henseling,
Christine (2013):
Demographischer Wandel – Herausforderungen und Handlungsempfehlungen für Umwelt- und Naturschutz - Teil II. Aufstockung
des F+E-Vorhabens. Dessau: Umweltbundesamt.

Göll, Edgar (2013):
Jugend und Nachhaltigkeit – Eine Mission possible?, in: Thema:
Global verantwortlich leben. Jugend und Nachhaltigkeit. In: juna Zeitschrift des Bayerischen Jugendrings, München 1/2013, S. 3–5.

Müller, Frank; Hahn, Tobias; Figge, Frank; Barkemeyer, Ralf; Liesen,
Andrea (2013):
Sustainable Value in Automobile Manufacturing. Marseille, Leeds.

Göll, Edgar (2013):
Zukunftsgestaltung durch Kultivieren zivilgesellschaftlicher
Potenziale. In: 360° (Deutsche Post AG) Dezember 2013 – März
2014 (23), S. 8–9.

Online verfügbar unter http://www.bjr.de/publikationen/juna.html

Nolting, Katrin; Göll, Edgar (2013):
„Rio+20 vor Ort“ - Bestandsaufnahme und Zukunftsperspektiven
lokaler Nachhaltigkeitsprozesse in Deutschland. Abschlussbericht.
Berlin: IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung.

Publikationen 2013

41

Zeitschriftenbeiträge

Institut für
Zukunftsstudien und
Technologiebewertung

IZT-Text 2014 - 1

Erfolgreiche regionale
Transformationsprozesse

Opielka, Michael (2013):
Der Anfang vom Anfang. Postwachstums-Ökonomie als Ausweg.
In: Info 3 (Juni), S. 16–18.

z eit s c h7.
rif
t fl ü3.
r Ausgabe
et hik u n d2012
s Oz ilA le
pr A xis
Jg.
Oktober

Ethik

Journal

Opielka, Michael (2013):
Gerechtigkeit und Soziale Arbeit. Sozialethische und
sozialpolitische Perspektiven. In: EthikJournal, 1. Jg.
Opielka, Michael (2013):
Warum wir wählen wollen. In: WIR - Menschen im Wandel 9,
S. 32–36.
Scharp, Michael (2013):
10 Thesen zum Wohnungsbau. In: Competition – Magazin für
Architekten, Ingenieure und Bauherren (Ausgabe Nr. 3, März-April
2013 Berlin).

Mögliche Zukünfte für die Region Ruhr

IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung gemeinnützige GmbH
IZT – Institute for Futures Studies and Technology Assessment non-profit company

Opielka, Michael; Evers-Wölk, Michaela; Nolte, Roland; Göll, Edgar;
Kamburow, Christian (2014):
Erfolgreiche regionale Transformationsprozesse - Mögliche Zukünfte für die Region Ruhr. Berlin: IZT - Institut für Zukunftsstudien
und Technologiebewertung. IZT-Text 2014-1.

Energie
Michael Knoll, Lydia Illge, Volker Handke, Britta Oertel, Friederike
Korte, David Mauer, Julia Onodera (2014):
Evaluation der Projektförderung des Bundesministeriums für
Wirtschaft und Technologie in der Energieforschung, Fachbereich
Energieeffizienz in Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistung
(IGHD) im Rahmen des 5. Energieforschungsprogramms. Berlin:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Technikgestaltung

Dokumentation
Forschungsforum
Öffentliche Sicherheit

 

 

 

Göll, Edgar; Gerold, Lars; et al. (2013):
Weak Signals in der Sicherheitsforschung (Dokumentation Intensiv-Workshop vom 07. / 08. März 2013). Berlin: Forschungsforum
Öffentliche Sicherheit, Freie Universität Berlin.

 
 

Dokumentation Intensiv‐Workshop  
„Weak Signals in der Sicherheitsforschung“ 
07. / 08. März 2013  
im Clubhaus der Freien Universität Berlin, Goethestr. 49, 14163 Berlin 
 
 
 
 

Inhalt 
Einleitung ................................................................................................................................................. 2 
Programm Tag 1:  07. März 2013 ............................................................................................................ 4 
Programm Tag 2:  08.03.2013 ................................................................................................................. 5 
Teilnehmerliste ........................................................................................................................................ 6 
Einstieg in die Zukunftsforschung und den Ansatz Weak Signals ........................................................... 7 
Kennzeichen und Beispiele schwacher Signale ................................................................................... 8 
Herausforderungen für die Sicherheitsforschung ............................................................................. 13 
Arbeitsgruppenergebnisse .................................................................................................................... 16 
Zusammenfassung ................................................................................................................................. 26 
Resümee ................................................................................................................................................ 28 
 
Protokolle: Lisa‐Marie Jungkuhn, Monika Muszynska 
Zusammenfassung und Dokumentation: Dr. Lars Gerhold, Dr. Saskia Steiger 
Moderation / Vorträge: Dr. Edgar Göll, Roman Peperhove 
Organisation: Helga Jäckel 
 
 
 
 
Forschungsforum Öffentliche Sicherheit 
Freie Universität Berlin, Carl‐Heinrich‐Becker‐Weg 6‐10,12165 Berlin 
Tel: +49 (0)30 838 51693, Fax: +49 (0)30 838 57399 
lars.gerhold@fu‐berlin.de, www.sicherheit‐forschung.de 

 

1 

Vorschau: IZT-Studien 2014
geordnet nach Fachgebieten

Angewandte Zukunftsforschung

Futures study

Meetings and conventions 2030:
A study of megatrends shaping
our industry

1

42

Hilty, Lorenz; Behrendt, Siegfried, Evers-Wölk, Michaela; Fichter,
Klaus; Hintemann, Ralph, Lohmann, Wolfgang (2014 – im Erscheinen):
Grüne Software, Ermittlung und Erschließung von Umweltschutzpotenzialen der Informations- und Kommunikationstechnik (Green
IT), TV 3: Potenzialanalyse zur Ressourcenschonung optimierter
Softwareentwicklung und -einsatz. Dessau: Umweltbundesamt.
IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung; poldi.net e.V. / politik digital; Dialogik und Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW e.V.) (Hrsg.) (2014 - im Erscheinen):
Ju-Gen-D. Junge Menschen und ihr Umgang mit ethischen, rechtlichen und sozialen Fragen der prädiktiven genetischen Diagnostik.
Berlin: IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung. IZT-Text 2014-2.

Göll, Edgar; Evers-Wölk, Michaela (2014):
Meetings and conventions 2030. A study of megatrends shaping
our industry. Frankfurt/Main: GCB German Convention Bureau.

Publikationen 2013

43

20 Unveröffentlichte Auftragsstudien 2013

Das Profil des IZT

21

geordnet nach Auftraggebern
Auftraggeber
Titel

Autor/-in

Auftraggeber
Titel

Autorinnen

Auftraggeber
Titel
Autor

Auftraggeber
Titel

Autor

44

Bayer Technology Services (BTS)
Supply Chain Management. Explorative Auswertung von aktuellen
Studien zur Zukunft der Chemischen Industrie und der Life Sciences
Dr. Siegfried Behrendt, Michaela Evers-Wölk, Bent Nowack

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
Evaluierung des dena-Projektes „EDL-Kommunikationsplattform“
sowie der zugehörigen Internetplattform mit Empfehlungen
Britta Oertel, Lydia Illge, Melanie Degel, Christine Henseling

EADS (am 1.1.2014 umbenannt in AIRBUS Group)
Sustainable Value in the Airline Industry
Frank Müller

Johanniter Unfall-Hilfe (JUH)
Szenario JUH 2030 – Bedarfsgerechte und effiziente Hilfe für die
Menschen im 21. Jahrhundert (Kurzfassung: “Vision JUH 2030”)
Dr. Robert Gaßner

Das IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung ...

… untersucht in seinen Zukunftsstudien langfristige Zukünfte
(„Langfristorientierung“).
… übersetzt Zukunftsvisionen und Szenarien in heutige Strategien
(„Umsetzungsorientierung“) mit dem Blick auf eine nachhaltige
Entwicklung.
… schätzt wissenschaftlich-technische Entwicklungen einschließlich ihrer Folgen für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik über
verschiedene Zeithorizonte ab („Technikfolgenabschätzung“)
und zeigt neue Perspektiven und Handlungsoptionen auf.
… unterstützt Auftraggeber durch eine leistungsfähige Früherkennung von Chancen und Risiken („Foresight“).
… bewertet aus verschiedenen Perspektiven, ökonomisch, ökologisch und gesellschaftlich, und berücksichtigt Nebenfolgen und
Fragen der Akzeptanz („Nachhaltigkeitsbewertung“).
… bezieht interessierte AkteurInnen und Anspruchsgruppen frühzeitig und gezielt in seine Forschung ein („Stakeholderintegration“).
Dies trägt maßgeblich dazu bei, die Qualität der Ergebnisse zu steigern, Unsicherheiten bei der Zukunftsgestaltung zu minimieren
und die Richtungssicherheit von Entscheidungen zu erhöhen.

45

22 Postwachstumsdiskurs
als Forschungsprogramm
Es lohnt den Postwachstumsdiskurs aus Sicht einer soziologisch fundierten Zukunftsforschung zu analysieren. Die Postwachstumskritik fordert eine solidarische Gesellschaft im
Einklang mit der Natur, menschliche Solidarität soll nicht dadurch ermöglicht werden, dass
ihre Kosten in die Umwelt externalisiert werden. Das Ziel ist nüchtern und zugleich revolutionär, denn ohne Wachstum scheint nicht nur für die Eliten unserer Gesellschaft Solidarität unmöglich. Wie kommen wir einer Postwachstumsgesellschaft näher? Wie werden
wir unabhängiger von der globalen Finanzwirtschaft und nutzen dennoch die Freiheit der
Geldwirtschaft?
Die Zukunftsforschung zeigt, dass wir die Zukunft gestalten können, wenn wir die Realität nicht mit dem verwechseln, was es bisher gibt. Aber was hat die Zukunftsforschung
mit Postwachstum zu tun?
Wir können die Zukunft von ihr her gestalten, wir können aus der Zukunft führen. Otto
Scharmer hat das in seinem überzeugenden Buch „Theorie U“ vor allem für Organisationen beschrieben, die nötige Haltung, die Schärfung einer sozialen Wahrnehmung, die auf
die entstehende Zukunft fokussiert. Wahrnehmungsschärfung verhindert Phantasterei, ermöglicht den wissenschaftlichen Blick. Eine Transformation der kapitalistisch-industrialistischen Wachstumsgesellschaft in eine Postwachstumsgesellschaft wird nicht nostalgisch
gelingen. Eine Gesellschaft ohne Wirtschaftswachstum, eine steady-state-economy, gab es
bereits, eine Präwachstumsökonomie. Jäger- und Sammlerkulturen dominierten die Erde
über Jahrzehntausende, wachstumsfrei, subsistenzorientiert, suffizient, selbstgenügsam.
Aus jener Konvivialität von Mensch und Natur können wir lernen, doch wir wollen sie nicht
kopieren. Der moderne Mensch braucht Freiheit und Individualität. Aber braucht er auch
Wirtschaftswachstum?
Die ökonomische Realität in einer globalisierten kapitalistischen Ökonomie ist gemischt,
Konsum und Subsistenzproduktion – zumindest in Bezug auf Sorge-Arbeit, Care-Work –
existieren nebeneinander, in differenzierten Mischungen. Das Soziale, das Gemeinschaftliche existiert, sein Geldwert beläuft sich je nach Kalkulation auf bis zur Höhe der Erwerbswirtschaft, manche Statistiker meinen, es sei noch mehr. Die Diskussion um alternative
Bemessungsverfahren der volkswirtschaftlichen Leistung ist intensiv und unabgeschlossen, von der noch vom früheren französischen Präsidenten Sarkozy eingesetzten Kommission um Amartya Sen bis hin zur 2013 beendeten Enquete-Kommission des Deutschen
Bundestags „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“. Konzeptionsideen wie der Ersatz
oder zumindest die Ergänzung des monetär fundierten „Bruttosozialprodukts“ durch ein

46

„Bruttosozialglück“ wie in Bhutan versucht, erweitern die evaluative Funktion der Statistik: nicht nur Geldflüsse, sondern auch Einstellungen, Interpretationen und Erwartungen,
kurz: Kultur sagt etwas über Wohlstand und Wohlfahrt einer Gesellschaft aus.
Niko Paechs Buch „Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie“
(2012) liefert die kulturökonomische Vision eines Ausstiegs aus der Großindustriegesellschaft
in eine bescheidenere Kleinindustriegesellschaft. Im Weltmaßstab bleibt nur das kulturelle
Vorbild der vom Überfluss befreiten Metropolen, ihr Glück könnte die bisher der Warenwelt
verfallene Schwellenwelt zur Umkehr überzeugen. Solange keine politischen Mehrheiten in
Sicht sind, die den Tanker zum Bremsen und Umsteuern bewegen, ist für Paech die dezentrale und autonome Entwicklung vieler Rettungsboote die realistischere Strategie.
Versöhnlicher wirkt das Buch „Damit gutes Leben einfacher wird. Perspektiven einer Suffizienzpolitik“ von Uwe Schneidewind und Angelika Zahrnt (2013). Die beiden Autoren greifen
die Idee von Wolfgang Sachs auf, wonach sich der Begriff Suffizienz durch „vier E“ umschreiben lasse: „Entschleunigung, Entflechtung, Entrümpelung und Entkommerzialisierung“. Sie
beziehen sich gleichfalls auf das Konzept der „Resonanzerfahrungen“, für die Hartmut Rosa
zur Aufhebung von Entfremdungserfahrungen wirbt: „Suffizienzpolitik ist daher eine Politik, die die Bedingungen für Resonanzerfahrungen verbessern und ein gutes Leben erleichtern will.“ Das Buch ist eine Programmschrift, die ordnungspolitische Überlegungen zur
Rolle von Staat und Markt mit praktischen Implementationsvorschlägen auf allen Ebenen
von Steuerung bzw. Governance kombiniert. So könnte eine Gesellschaft aussehen, in der
die sozialökologische Forschung mehrheitsfähig und handlungsrelevant wurde.
Gleichwohl bleibt ein Unbehagen. Dessen Quelle ist die für Soziologen kennzeichnende
Neigung zur Empirie, zur Beobachtung der Wirklichkeit. Eine Empirie der Zukunft liefert
die Disziplin der Demographie, sie rechnet die Bevölkerungsentwicklung hoch und sucht –
sofern sie soziologisch informiert ist – komplexe Deutungen ihrer Veränderung, derzeit vor
allem des säkularen Trends zum Sinken der Fertilitätsraten als Folge von Modernisierungsprozessen. Doch auch in dieser Disziplin ist die Neigung zu ökonomischer oder besser: ökonomistischer Verkürzung endemisch. Der frühere Wissenschaftsjournalist Reiner Klingholz,
heute Leiter des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, hat jüngst die These vertreten, wonach Postwachstum die Folge der sozioökonomischen Entwicklung sei. In allen
Industrieländern schrumpft die Bevölkerung oder wird dies in den nächsten Generationen
tun. Die Umweltbewegung, so Klingholz, sei „gescheitert“, führte nur zu einem grünen Gewissen. Anstatt dessen erfordert ein institutionelles Umdenken die Erfahrung von Krisen
und Katastrophen. Jetzt könne man sich aber schon auf die Zeit „danach“ vorbereiten, eine
Postwachstumsgesellschaft einüben. Das klingt plausibel, aber doch sehr zufällig begründet, womöglich die Folge einer Verkürzung des Wirklichkeitsblicks auf ökonomische Trends.
Ich plädiere daher für die Inblicknahme des Sozialen, für ein Konzept „Sozialer Nachhaltigkeit“. Hierzu gibt es bislang nur karge wissenschaftliche Diskurse.

47

Hilfreich ist die Fokussierung des Nachhaltigkeitsbegriffs auf die beiden Dimensionen der
Globalität und der Temporalität, die Felix Ekardt in seiner „Theorie der Nachhaltigkeit“
(2011) vorschlug, nicht alles, was mit dem Begriff nachhaltig bezeichnet wird, verdient ihn.
Armin Grunwalds 2012 erschienenes Buch „Ende einer Illusion. Warum ökologisch korrekter Konsum die Umwelt nicht retten kann“ argumentiert, dass ohne Politik- und Strukturinnovation das Verursacherprinzip kurzgeschlossen wird. Empirisch bedeutet dies: Suffizienz
und Subsistenz mögen angenehme Konzepte für ökologisch interessierte Menschen sein,
doch sie erscheinen im Weltmaßstab allenfalls als abstrakte Leitmotive handlungsrelevant.
Sie sagen uns wenig bis nichts, um eine Postwachstumsvision in eine Theorie der Wohlfahrtsregime zu übersetzen, ohne die Demokratie und die in ihr angelegte Idee der Gleichheit nicht denkbar sind. Postwachstum und Ökologie ohne Demokratie, ohne institutionelle Sicherung der Menschenrechte, sind für die Menschheitsmehrheit nicht attraktiv.
Die Verve des Kampfs gegen den „Überfluss“, von dem wir uns befreien sollten, wirft Fragen auf, die schwer zu beantworten sind: könnte es nicht beispielsweise sein, dass nur
ein gewisser Überfluss, ein Zuviel vom Nötigen, ein Hinaufklettern auf der berühmten Bedürfnispyramide Maslows möglich macht? Setzt die Entfaltung des Postmateriellen nicht
die Sättigung des Materiellen voraus? Und vielleicht am Wichtigsten: können wir nicht
erst dann großzügig sein, wenn wir zumindest subjektiv im Überfluss leben? Wenn wir genug Liebe, Schönheit, Glück erfahren, so dass wir etwas davon verschenken können? Eine
Fremdversorgungswirtschaft ist im Grunde ein großzügiges Projekt, stellen wir einmal den
Warentausch zurück. Würde ein Rückbau zur Selbstversorgung die Menschheit wirklich
großzügiger machen, liebevoller, die Welt schöner? Eine wichtige offene Frage.
Schließlich der globale Blick. Er macht alles sozial komplex. Wenn wir uns bewusst machen,
dass 50% der weltweiten Bausubstanz des Jahres 2050 noch nicht gebaut sind, sehen wir
wie groß das Potential der Energieeinsparung ist, wie wichtig die große Planung ist, die
Definition von Baustandards, ihre internationale Koordination, wechselseitiges Lernen,
Verhindern von Negativspiralen. Wenn wir in unseren Familien und kleinen Gemeinschaften kräftig sparen, doch die nachholende Wirtschaftsentwicklung in Indien, China oder
Afrika das Klima verhunzt und die fossilen Ressourcen verbrennt, dann beruhigen wir zwar
unser Gewissen, doch nicht unser Gehirn. Eine der wissenschaftlich spannendsten und
zugleich seit Jahrzehnten kaum bearbeiteten Fragen lautet: führen mehr soziale Gerechtigkeit, weniger Armut und soziale Not zu einem Mehr an ökologischer Entwicklung in einer
konkreten Gesellschaft? Macht Not die Ökologie tot? Seit Ende der 1970er Jahre Ronald
Inglehart seine Wertewandelsthese zu den postmateriellen Bedürfnissen entwarf, die die
Sättigung der materiellen voraussetzen, wurde die modernisierungstheoretische Sicht auf
die Köpfe der Menschen bestätigt. Der von ihm mit initiierte World Values Survey zeigt als
ein Werteseismometer an, wie der Terrorismus nach 9/11 und die Bankenkrise danach
die Menschen unfreier machten, sie klammern sich mehr an Materielles, Solidarität wird
geringer, die Umwelt wird unwichtiger.

48

Postwachstumsdiskurs als Forschungsprogramm

Globale Gerechtigkeit setzt voraus, dass die elementaren Bedürfnisse der Menschen gedeckt werden. Ohne Sicherheit keine Freiheit. Ohne soziale Sicherheit keine Postwachstumsgesellschaft.
Wie wichtig ist eigentlich Postwachstum? Oder anders: ist monetäres Wirtschaftswachstum
von Ökologie aus schlecht? Gibt es vielleicht doch ein „Green Growth“? Wir müssen herausbekommen, wann Quantität in Qualität umschlägt, ob und wie beide Dimensionen verknüpft sind. Vielleicht ist es zum Beispiel gut, wenn mehr bislang unentgeltliches Subsistenzhandeln, vor allem von Frauen, monetarisiert wird. Dann wächst das Bruttosozialprodukt,
aber ressourcenschonend. Wir wissen das nicht genau und deshalb ist Forschung nötig.

Prof. Dr. Michael Opielka ist Wissenschaftlicher Direktor und Geschäftsführer des IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin und Professor für Sozialpolitik am Fachbereich Sozialwesen
der Ernst-Abbe-Fachhochschule in Jena. Diesem Essay liegen Vorträge u.a. im Rahmen der Berliner Sommer Universität an der Humboldt-Universität zu Berlin am 31.8.2013, zur Eröffnung der Citizens Art Days
am 27.9.2013 in Berlin und auf der Herbsttagung des tt30 Club of Rome in Berlin am 1.11.2013 zugrunde.

LunchTalk im IZT - Prof. Dr. Michael Opielka und Michaela Evers-Wölk

49

LunchTalk mit Miriam Schnürer am 7.12.2013

LunchTalk im IZT

Kontakte

Montags um 12:15
Eine Auswahl der Gäste, die in 2013 mit den
WissenschaftlerInnen des IZT diskutierten:
Prof. Dr. Niko Paech Universität Oldenburg
  Dr. C. Otto Scharmer MIT, Boston
Prof. Dr. Uwe Schneidewind Wuppertal Institut
Prof. Dr.-Ing. Sabina Jeschke RWTH Aachen
  Brigitte Zypries, MdB
Prof. R. Andreas Kraemer Ecologic Institut, Berlin
Prof. Dr. Miranda Schreurs FU Berlin
Ralf Fücks Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
Dr. Thomas Jahn ISOE, Frankfurt
Prof. Dr. Petra Ahrweiler Europäische Akademie, Ahrweiler
Prof. Dr. Armin Grunwald ITAS, Karlsruhe
  Prof. Dr. Christine Ahrend TU Berlin
Klaus Burmeister Z_punkt, Köln
Dipl.-Ing. Malte Schmidthals UfU, Berlin
Dr. Karlheinz Steinmüller Z_Punkt, Berlin
Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, MdB
Miriam Schnürer Agfa Health Care, Bonn

50

Themencluster Zukunftsforschung und Partizipation
Forschungsleitung:
  Michaela Evers-Wölk	

m.evers-woelk@izt.de	

Tel.: +49 (0) 228 96 91 05 38

  Dr. Edgar Göll	

e.goell@izt.de	

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Themencluster Technologie und Innovation
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