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Zusammenfassung der Ergebnisse und Maßnahmenempfehlungen zur Weiterentwicklung der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth

Full text: Zusammenfassung der Ergebnisse und Maßnahmenempfehlungen zur Weiterentwicklung der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth / Alt, Tobias

Seniorenpolitisches Gesamtkonzept
für den Landkreis Fürth

Teilbericht 3: Zusammenfassung der Ergebnisse und Maßnahmenempfehlungen zur Weiterentwicklung der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth

Prof. Dr. R. Pieper
Professur für Urbanistik und Sozialplanung Feldkirchenstraße 21 96052 Bamberg

MODUS - Institut für angewandte
Wirtschafts- und Sozialforschung
Schillerplatz 6, 96047 Bamberg Tel.: (0951) 26772, Fax: (0951) 26864 Email: info@modus-bamberg.de Internet: http://www.modus-bamberg.de

Auftraggeber: Landkreis Fürth

Projektleitung: Prof. Dr. R. Pieper Universität Bamberg Verfasser: Dipl.-Soz. Manfred Zehe und Ute Schullan M.A Dipl.-Pol. Edmund Görtler MODUS Sozialforschung

Unter Mitarbeit von: Dipl. Geogr. Tobias Alt und Franziska Stark

Erscheinungsdatum: September 2012 Datengrundlage: Erhebungen aus den Jahren 2009 (Seniorenbefragung) bis 2011
Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde weitgehend auf eine Differenzierung der beiden Geschlechter verzichtet, ohne dass damit eine Diskriminierung von Frauen verbunden ist.

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I

INHALTSVERZEICHNIS
Seite 1. 1.1 1.2 1.3 1.4 2. 2.1 2.2 2.2.1 2.2.2 2.3 2.3.1 2.3.2 2.4 Einleitung ................................................................................................................ . 1 Allgemeine Rahmenbedingungen ... ........................................................................ . 1 Zur Notwendigkeit der kommunalen Seniorenhilfeplanung ..................................... . 2 Gesetzliche Grundlagen der Seniorenhilfeplanung ............................................. ..... 3 Seniorenhilfeplanung im Landkreis Fürth ................................................................ . 4 Handlungsfeld „Integrierte Orts- und Entwicklungsplanung“ ......................... 14 Allgemeine Vorbemerkungen ................................................................................. 14 Handlungsfeld „Verkehrsinfrastruktur“ .................................................................... 14 Allgemeine Vorbemerkungen .................................................................................. 14 Ergebnisse der Seniorenbefragung in Bezug auf das Handlungsfeld „Verkehrsinfrastruktur“ ............................................................................................ 15 Handlungsfeld „Nahversorgungsstruktur“ ............................................................... 17 Allgemeine Vorbemerkungen .................................................................................. 17 Ergebnisse der Seniorenbefragung in Bezug auf die Nahversorgungsstruktur ...... 18 Zusammenfassende Betrachtung des Handlungsfeldes „Integrierte Ortsund Entwicklungsplanung“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth ...................................................................................................... 20 Handlungsfeld „Wohnen im Alter“ .................................................................... 22 Allgemeine Vorbemerkungen ................................................................................ . 22 Bestand und Planungen im Bereich der seniorengerechten Wohnangebote im Landkreis Fürth ................................................................................................. 24 Ergebnisse der Seniorenbefragung in Bezug auf das Handlungsfeld „Wohnen im Alter“ ................................................................................................... 28 Zusammenfassende Betrachtung des Handlungsfeldes „Wohnen im Alter“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth ............................. 33 Handlungsfeld „Beratung und Information/Öffentlichkeitsarbeit“ .................. 36 Allgemeine Vorbemerkungen ................................................................................ . 36 Bestandsaufnahme der Beratungsmöglichkeiten im Landkreis Fürth .................... Beratungs- und Informationsmöglichkeiten für Senioren im Landratsamt Fürth .... Beratungs- und Informationsmöglichkeiten für Senioren im Landkreis Fürth ........ Beratungs- und Informationsstellen für Senioren mit Sitz in der Stadt Fürth .......... 36 38 41 42

3. 3.1 3.2 3.3 3.4

4. 4.1 4.2 4.2.1 4.2.2 4.2.3 4.2.4 4.3 4.3.1 4.3.2

Ergebnisse der Seniorenbefragung in Bezug auf die Rolle von Beratungsleistungen ............................................................................................... 43 Bestand an Seniorenbeiräten und -beauftragten im Landkreis Fürth .................... 45 Seniorenbeiräte und -beauftragte im Landkreis Fürth............................................. 45 Ergebnisse der Seniorenbefragung in Bezug auf die Mitbestimmungsmöglichkeiten ............................................................................... 47

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II

4.4

Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Beratung und Information/Öffentlichkeitsarbeit“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth ...................................................................................................... 48 Handlungsfeld „Gesellschaftliche Teilhabe“ .................................................... 53 Allgemeine Vorbemerkungen ................................................................................ . 53 Bestandsaufnahme der Begegnungsmöglichkeiten für Senioren im Landkreis Fürth ...................................................................................................... Bestandsaufnahme der Seniorenbegegnungsstätten im Landkreis Fürth ............. Bestandsaufnahme der Seniorentreffen im Landkreis Fürth .................................. Bestandsaufnahme des Ausflugsangebotes für Senioren im Landkreis Fürth ...... 53 55 57 63

5. 5.1 5.2. 5.2.1 5.2.2 5.2.3 5.3 5.4

Ergebnisse der Seniorenbefragung in Bezug auf die Rolle von Seniorentreffen .... 68 Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Gesellschaftliche Teilhabe“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth ....................... 71 Handlungsfeld „Präventive Angebote“ .............................................................. 77 Sportangebote für Senioren ................................................................................... Allgemeine Vorbemerkungen ................................................................................. Bestandsaufnahme des Seniorensports im Landkreis Fürth ................................. Ergebnisse der Seniorenbefragung in Bezug auf die Sportangebote .................... Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Präventive Angebote im Bereich Seniorensport“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth ...................................................................................................... Bildungsangebote ................................................................................................... Allgemeine Vorbemerkungen ................................................................................. Bestandsaufnahme der Bildungsangebote im Landkreis Fürth ............................. Ergebnisse der Seniorenbefragung in Bezug auf die Bildungsangebote ................ Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Präventive Angebote im Bereich Bildung“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth .......................................................................................... 77 77 77 85

6. 6.1 6.1.1 6.1.2 6.1.3 6.1.4

86 90 90 90 97

6.2 6.2.1 6.2.2 6.2.3 6.2.4

98

7. 7.1 7.2 7.2.1 7.2.2 7.3 7.4

Handlungsfeld „Bürgerschaftliches Engagement“ ........................................ 102 Allgemeine Vorbemerkungen .............................................................................. . 102 Bestandsaufnahme des bürgerschaftlichen Engagements im Landkreis Fürth ... 103 Bestandsaufnahme des ehrenamtlichen Engagements im Bereich Nachbarschaftshilfen und Besuchsdienste .......................................................... 105 Bestandsaufnahme des ehrenamtlichen Engagements im stationären Bereich .. 108 Ergebnisse der Seniorenbefragung in Bezug auf bürgerschaftliches Engagement ......................................................................................................... 109 Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Bürgerschaftliches Engagement“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth .............. 110

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III

8. 8.1 8.2 8.3 8.4 8.5

Handlungsfeld „Pflege und Betreuung“ .......................................................... 115 Allgemeine Vorbemerkungen ............................................................................... 115 Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Ambulante Pflege“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth ..................................... 115 Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Tagespflege“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth ..................................... 121 Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Kurzzeitpflege“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth ..................................... 129 Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Vollstationäre Pflege“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth ......................... 133 Handlungsfeld „Hilfen für gerontopsychiatrisch Erkrankte“ ......................... 138 Allgemeine Vorbemerkungen .............................................................................. . 138 139 139 139 140 141 143 146 147

9. 9.1 9.2 9.2.1 9.2.1.1 9.2.1.2 9.2.1.2.1 9.2.1.2.2

Angebote für gerontopsychiatrisch Erkrankte im Landkreis Fürth ....................... Stationäre Angebote für gerontopsychiatrisch Erkrankte ...................................... Platzbestand im Bereich des „beschützenden Wohnens“..................................... Bedarfsermittlung für den Bereich des „beschützenden Wohnens“ ...................... Indikatoren zur Abschätzung des Bedarfs an „beschützenden Plätzen“ .............. Ermittlung des Bedarfs für den Bereich des „beschützenden Wohnens“ im Landkreis Fürth ............................................................................................... 9.2.1.2.3 Ist-Soll-Vergleich für den Bereich des „beschützenden Wohnens“ ...................... 9.2.1.2.4 Entwicklung des Bedarfs im Bereich des „beschützenden Wohnens“ ................. 9.2.2 9.2.3 9.3 9.4

Ambulante Angebote für gerontopsychiatrisch Erkrankte ..................................... 150 Ambulant betreute Wohngemeinschaften für demenzkranke Menschen.............. 154 Ergebnisse der durchgeführten Befragungen ....................................................... 156 Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Hilfen für gerontopsychiatrisch Erkrankte“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth ........................................................................................ 157 Handlungsfeld „Unterstützung pflegender Angehöriger“ ............................. 161 Allgemeine Vorbemerkungen zur Angehörigenarbeit in Bayern ......................... . 161 Fachstellen für pflegende Angehörige im Landkreis Fürth ................................... 167 Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Unterstützung pflegender Angehöriger“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth ... 172 Handlungsfeld „Kooperation und Vernetzung“ .............................................. 174 Allgemeine Vorbemerkungen .............................................................................. . 174 Bestand an Kooperations- und Vernetzungsstrukturen im Landkreis Fürth ......... 174 Kooperations- und Vernetzungsstrukturen auf Gemeindeebene .......................... 174 Kooperations- und Vernetzungsstrukturen auf Landkreisebene ........................... 175 Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Kooperation und Vernetzung“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth ......... 180

10. 10.1 10.2 10.3

11. 11.1 11.2 11.2.1 11.2.2 11.3

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IV

12. 12.1 12.2 12.2.1 12.2.2 12.3 12.4 12.4.1 12.4.2 12.4.3 12.5

Handlungsfeld „Hospiz- und Palliativversorgung“ ......................................... 182 Allgemeine Vorbemerkungen .............................................................................. . 182 Hospiz- und Palliativversorgung in Bayern .......................................................... 183 Stationäre Hospize und Palliativstationen in Bayern............................................. 183 Ambulante Hospizdienste in Bayern ..................................................................... 186 Hospizarbeit und Palliativversorgung im Landkreis Fürth .................................... 188 Bedarf an stationären Hospizplätzen im Landkreis Fürth .................................... 190 Allgemeine Vorbemerkungen .............................................................................. . 190 Ermittlung des aktuellen Bedarfs an stationären Hospizplätzen im Landkreis Fürth ..................................................................................................................... 191 Entwicklung des Bedarfs an stationären Hospizplätzen im Landkreis Fürth ........ 192 Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Hospiz und Palliativversorgung“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth .... 194 Zusammenfassung der Maßnahmenempfehlungen zur Weiterentwicklung der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth ......................................... 196

13.

Literaturverzeichnis ........................................................................................................... 211

Anhang .............................................................................................................................. 213

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V

Verzeichnis der Abbildungen Abb. 1.1: Abb. 1.2: Abb. 2.1: Abb. 2.2: Abb. 3.1: Abb. 3.2: Abb. 3.3 Abb. 3.4 Abb. 3.5 Abb. 3.6 Abb. 4.1: Abb. 4.2: Abb. 4.3: Abb. 4.4: Abb. 5.1: Abb. 5.2: Abb. 5.3: Abb. 5.4: Abb. 5.5: Abb. 5.6: Seite Konzeption zur Seniorenhilfeplanung im Landkreis Fürth ................................... 10 Entwicklung eines seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes nach Art.69 Abs. 2 AGSG ......................................................................................................... 12 Beurteilung der Verkehrsinfrastruktur ................................................................... 16 Beurteilung der „Nahversorgungsstruktur“ ............................................................ 18 Bestand und Planungen im Bereich der seniorengerechten Wohnangebote im Landkreis Fürth nach Wohnungsgröße ............................................................ Räumliche Verteilung der seniorengerechten Wohnangebote im Landkreis Fürth ..................................................................................................... Vorhandene Sicherheits- und Hilfseinrichtungen in den Wohnungen der Senioren im Landkreis Fürth ................................................................................. Seniorengerechte Grundausstattung der Wohnungen nach Altersgruppen ......... Bekanntheit von alternativen Wohnformen für ältere Menschen .......................... Interesse der Senioren an alternativen Wohnformen ........................................... Informations- und Beratungsmöglichkeiten im Landkreis Fürth ........................... Potentielle Ansprechpartner der älteren Menschen .............................................. Aufgabenbereiche der Seniorenvertreter .............................................................. Beurteilung der Mitbestimmungsmöglichkeiten und der Seniorenpolitik .............. 26 27 28 30 31 32 37 43 46 47

Seniorenbegegnungsstätten und Seniorentreffen im Landkreis Fürth ................ 54 Seniorentreffen und ähnliche Veranstaltungen nach Trägerschaft ....................... 58 Seniorentreffen nach Häufigkeit der Treffen ......................................................... 59 Seniorentreffen nach Teilnehmerzahl ................................................................... 60 Teilnehmer von Seniorentreffen nach Gemeinden ............................................... 61 Nutzungsgrad der mindestens einmal monatlich stattfindenden Seniorentreffen in den einzelnen Gemeinden ....................................................... 62 Abb. 5.7: Ausflugsangebote für Senioren im Landkreis Fürth ............................................. 64 Abb. 5.8: Ausflugsangebote nach Trägerschaft ................................................................... 65 Abb. 5.9: Ausflugsangebote nach Häufigkeit der Treffen..................................................... 66 Abb. 5.10: Ausflugsangebote nach Teilnehmerzahl ............................................................... 67 Abb. 5.11: Gründe für die fehlende Inanspruchnahme von Seniorenclubs/-kreisen .............. 68 Abb. 6.1: Abb. 6.2: Abb. 6.3: Abb. 6.4: Abb. 6.5: Abb. 6.6: Abb. 6.7: Abb. 6.8: Abb. 6.9: Abb. 6.10: Abb. 6.11: Abb. 6.12: Abb. 6.13: Abb. 6.14: Seniorensport im Landkreis Fürth ........................................................................ Regelmäßige Angebote im Bereich Seniorensport nach Sportart ........................ Regelmäßige Angebote im Bereich Seniorensport nach Trägerschaft ................. Regelmäßige Angebote im Bereich Seniorensport nach Häufigkeit ..................... Regelmäßige Angebote im Bereich Seniorensport nach Teilnehmerzahl ............ Teilnehmer von Seniorensportgruppen nach Gemeinden .................................... Nutzungsgrad im Bereich des Seniorensports nach Gemeinden ......................... Beurteilung der Freizeitmöglichkeiten................................................................... Seniorenbildungsanbieter im Landkreis Fürth ..................................................... Seniorenbildungsanbieter im Landkreis Fürth nach Organisationsstruktur .......... Seniorenbildungsveranstaltungen nach Trägerschaft .......................................... Übersicht über die Bildungsinhalte ....................................................................... Regelmäßige Angebote im Bereich Bildung nach Teilnehmerzahl ....................... Beurteilung der „Bildungsangebote für Ältere“ nach Versorgungsregionen......... 78 79 80 81 82 83 84 85 91 92 94 95 96 97

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VI

Abb. 7.1: Abb. 7.2: Abb. 7.3: Abb. 7.4: Abb. 7.5: Abb. 7.6: Abb. 8.1: Abb. 8.2: Abb. 8.3: Abb. 8.4: Abb. 8.5: Abb. 8.6: Abb. 8.7: Abb. 8.8: Abb. 9.1: Abb. 9.2: Abb. 9.3: Abb. 9.4:

Bürgerschaftliches Engagement in Nachbarschaftshilfen, Besuchsdiensten und stationären Einrichtungen im Landkreis Fürth ............................................. Nachbarschaftshilfen nach Trägerschaft ............................................................ Besuchsdienste nach Trägerschaft .................................................................... Einsatzbereiche der Ehrenamtlichen in den stationären Einrichtungen ............. Ehrenamtliche Aktivität nach Tätigkeitsbereichen .............................................. Ehrenamtliche Mitarbeiter nach Einsatzbereichen ............................................. Entwicklung des Bedarfs an ambulanten Pflegekräften in der Versorgungsregion Nord bis zum Jahr 2030 ..................................................... Entwicklung des Bedarfs an ambulanten Pflegekräften in der Versorgungsregion Süd bis zum Jahr 2030 ........................................................ Entwicklung des Bestands und des Bedarfs im Bereich der Tagespflege in der Versorgungsregion Nord bis zum Jahr 2030 ............................................ Entwicklung des Bestands und des Bedarfs im Bereich der Tagespflege in der Versorgungsregion Süd bis zum Jahr 2030 .............................................. Entwicklung des Bedarfs im Bereich der Kurzzeitpflege in der Versorgungsregion Nord bis zum Jahr 2030 ...................................................... Entwicklung des Bedarfs an Kurzzeitpflegeplätzen in der Versorgungsregion Süd bis zum Jahr 2030 ........................................................ Entwicklung des Bestands und des Bedarfs im Bereich der vollstationären Pflege in der Versorgungsregion Nord bis zum Jahr 2030 ................................. Entwicklung des Bestands und des Bedarfs im Bereich der vollstationären Pflege in der Versorgungsregion Süd bis zum Jahr 2030 .................................. Ist-Soll-Vergleich für den Bereich des „beschützenden Wohnens“ im Landkreis Fürth zum 31.12.2010 ....................................................................... Entwicklung der demenzkranken Menschen ab 65 Jahren im Landkreis Fürth bis zum Jahr 2030 ..................................................................................... Entwicklung des Bedarfs an „beschützenden Plätzen“ im Landkreis Fürth bis zum Jahr 2030 ..................................................................................... Derzeitiger Stand der gerontopsychiatrischen Betreuung im Landkreis Fürth ...

104 106 107 108 109 110 116 117 122 123 130 131 134 135 147 148 149 159 162 163 164 165 166 168 169 170 171

Abb. 10.1: Entwicklung der Fachstellen für pflegende Angehörige seit 2005 (ohne Außenstellen)...................................................................................................... Abb. 10.2: Fachstellen für pflegende Angehörige (ohne Außenstellen) nach Trägerschaft . Abb. 10.3: Verteilung der Fachstellen für pflegende Angehörige (ohne Außenstellen) in Bayern ............................................................................................................. Abb. 10.4: Fachstellen für pflegende Angehörige (ohne Außenstellen) in Bayern nach Regierungsbezirken ............................................................................................ Abb. 10.5: Versorgung mit Fachstellen für pflegende Angehörige pro 100.000 Einwohner nach Regierungsbezirken .................................................. Abb. 10.6: Beratungsstatistik der Fachstellen für pflegende Angehörige für das Jahr 2010 und 2011 ........................................................................................... Abb. 10.7: Regionale Herkunft der beratenen Personen ..................................................... Abb. 10.8: Beratene Personen nach Beziehung zur gepflegten Person .............................. Abb. 10.9: Themenbereiche der Beratungen .......................................................................

Abb. 11.1: Zusammenarbeit der Dienste und Einrichtungen mit potentiellen Kooperationspartnern im Bereich der Seniorenhilfe ........................................... 178 Abb. 12.1: Verteilung der stationären Hospize und Palliativstationen in Bayern .................. 183

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VII

Abb. 12.2: Anzahl der Plätze in stationären Hospizen und Palliativstationen differenziert nach Regierungsbezirken ............................................................... Abb. 12.3: Versorgungsvergleich der Plätze in stationären Hospizen und Palliativstationen nach Regierungsbezirken ....................................................... Abb. 12.4: Verteilung der ambulanten Hospizdienste in Bayern .......................................... Abb. 12.5: Anzahl der ambulanten Hospizdienste nach Regierungsbezirken ..................... Abb. 12.6: Tätigkeiten des Hospizvereins Fürth im Jahr 2011 ............................................. Abb. 12.7: Aktueller Bedarf an stationären Hospizplätzen im Landkreis Fürth ................... Abb. 12.8: Entwicklung des Bedarfs an stationären Hospizplätzen im Landkreis Fürth bis zum Jahr 2030 .....................................................................................

184 185 186 187 189 192 193

Verzeichnis der Tabellen Seite Tab. 1.1: Tab. 2.1: Tab. 3.1: Tab. 3.2 Tab. 4.1: Tab. 4.2: Tab. 4.3: Tab. 5.1: Tab. 5.2: Tab. 5.3: Tab. 6.1: Tab. 6.2: Tab. 6.3: Tab. 6.4: Tab. 6.5: Tab. 7.1: Tab. 7.2: Tab. 8.1: Tab. 8.2: Tab. 8.3: Tab. 8.4: Ablaufplan für die Seniorenhilfeplanung des Landkreises Fürth ............................ 5 Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Integrierte Ortsund Entwicklungsplanung“ ................................................................................... 21 Bestand und Planungen im Bereich der seniorengerechten Wohnangebote im Landkreis Fürth ................................................................................................ 25 Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Wohnen im Alter“ ................. 34 Informations- und Beratungsmöglichkeiten für Senioren innerhalb der Landkreisverwaltung ............................................................................................ 40 Übersicht über die Beratungsangebote in den Gemeinden ...................................... 49 Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Beratung und Information/Öffentlichkeitsarbeit“ ................................................................... 52 Veranstaltungen im Haus der Diakonie, die besonders von älteren Menschen besucht werden .................................................................................................... 56 Übersicht über die Begegnungsmöglichkeiten in den Gemeinden ....................... 73 Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Gesellschaftliche Teilhabe“ . 76 Übersicht über die „Präventiven Angebote“ aus dem Bereich Sport in den Gemeinden ................................................................................................ 87 Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Präventive Angebote im Bereich Sport““ ................................................................................................. 89 Programmangebot des Kreativzentrums Zirndorf ................................................. 93 Übersicht über die „Präventiven Angebote im Bereich Bildung“ in den Gemeinden ............................................................................................... 99 Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Präventive Angebote im Bereich Bildung“ ............................................................................................ 101 Übersicht über das „Bürgerschaftliche Engagement“ in den Gemeinden .......... 112 Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Bürgerschaftliches Engagement“ ..................................................................................................... 114 Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Ambulante Pflege“ ............ Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Tagespflege“ ..................... Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Kurzzeitpflege“ .................. Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Vollstationäre Pflege“........ 120 128 132 137

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VIII

Tab. 9.1: Tab. 9.2: Tab. 9.3: Tab. 9.4: Tab. 9.5:

Vorhandene „beschützende“ Plätze in stationären Einrichtungen ..................... Anzahl der Demenzkranken im Landkreis Fürth ............................................... Einschätzungen der HeimleiterInnen zur gerontopsychiatrischen Verfassung der Heimbewohner ......................................................................... Überblick über die Betreuungsleistungen nach §45 SGB XI ............................ Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Hilfen für gerontopsychiatrisch Erkrankte“ ........................................................................

139 142 145 153 160

Tab. 10.1: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Unterstützung pflegender Angehöriger“ ................................................................................... 173 Tab. 11.1: Aufgabenbereich der Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten ........ 175 Tab. 11.2: Kooperations- und Vernetzungsstrukturen im Landkreis Fürth ........................ 177 Tab. 11.3: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Kooperation und Vernetzung“ ................................................................................................ 181 Tab. 12.1: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Hospiz und Palliativversorgung“ ..................................................................................................... 195 Tab. 13.1: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Integrierte Orts- und Entwicklungsplanung“ ........................................................................................ 197 Tab. 13.2: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Wohnen im Alter“ .............. 198 Tab. 13.3: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Beratung und Information/Öffentlichkeitsarbeit“ ................................................................ 200 Tab. 13.4: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Gesellschaftliche Teilhabe“ 201 Tab. 13.5: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Präventive Angebote im Bereich Sport““ .............................................................................................. 202 Tab. 13.6: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Präventive Angebote im Bereich Bildung“ ............................................................................................ 203 Tab. 13.7: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Bürgerschaftliches Engagement“ ..................................................................................................... 204 Tab. 13.8: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Ambulante Pflege“ ............ 205 Tab. 13.9: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Tagespflege“ ..................... 206 Tab. 13.10: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Kurzzeitpflege“ .................. 207 Tab. 13.11: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Vollstationäre Pflege“........ 207 Tab. 13.12: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Hilfen für gerontopsychiatrisch Erkrankte“ ........................................................................ 208 Tab. 13.13: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Unterstützung pflegender Angehöriger“ .................................................................................... 209 Tab. 13.14: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Kooperation und Vernetzung“ ................................................................................................ 210 Tab. 13.15: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Hospiz und Palliativversorgung“ .................................................................................... 210

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IX

Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen im Anhang Seite Tab. A.1a: Ambulante Dienste im Landkreis Fürth - Versorgungsregion Nord ................... 214 Tab. A.1b: Ambulante Dienste im Landkreis Fürth - Versorgungsregion Süd ...................... 215 Tab. A.2a: Stationäre und teilstationäre Einrichtungen im Landkreis Fürth Versorgungsregion Nord ..................................................................................... 216 Tab. A.2b: Stationäre und teilstationäre Einrichtungen im Landkreis Fürth Versorgungsregion Süd ...................................................................................... 217 Tab. A.3: Tab. A.4: Tab. A.5: Tab. A.6: Tab. A.7: Tab. A.8: Tab. A.9: Vorhandene und geplante Begegnungsstätten für Senioren im Landkreis Fürth ............................................................................................... 218 Seniorentreffen im Landkreis Fürth .................................................................... 220 Ausflugsangebote für Senioren im Landkreis Fürth ............................................ 224 Seniorensport im Landkreis Fürth ...................................................................... 226 Bildungsveranstaltungen für Senioren Landkreis Fürth ...................................... 230 Nachbarschaftshilfen im Landkreis Fürth ........................................................... 233 Besuchsdienste im Landkreis Fürth .................................................................... 235

Tab. A.10 Beratungs- und Informationsangebote der Seniorenvertreter im Landkreis Fürth ................................................................................................... 237 Tab. A.11 Informations- und Beratungsmöglichkeiten für ältere Menschen im Landkreis Fürth .............................................................................................. 238 Tab. A.12 Informations- und Beratungsmöglichkeiten für ältere Menschen im Landkreis Fürth mit Sitz in der Stadt Fürth ..................................................... 238 Tab. A.13: Zusammensetzung des Arbeitskreises „Seniorenpolitisches Gesamtkonzept“ für den Landkreis Fürth ....................................................................................... 239 Abb. A.1: Einschätzung der Praktiker im Bereich der Seniorenhilfe zum Handlungsbedarf im Landkreis Fürth .................................................................. 240

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1

1.
1.1

Einleitung
Allgemeine Rahmenbedingungen

In den letzten Jahrzehnten hat sich in modernen Gesellschaften eine drastische Veränderung der Altersstruktur vollzogen. Einerseits wird der Sockel der Bevölkerungspyramide aufgrund sinkender Geburtenraten immer schmaler, andererseits steigt die durchschnittliche Lebenserwartung von Jahr zu Jahr kontinuierlich an, wodurch die älteren Jahrgänge erheblich an Gewicht gewinnen. Die klassische Bevölkerungspyramide entwickelt sich damit mehr und mehr zu einem „Bevölkerungspilz“. Um dieser Entwicklung und der daraus resultierenden steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen zu begegnen, wurde zunächst der Ausbau der „klassischen“ Hilfseinrichtungen, der Alten- und Pflegeheime, vorangetrieben. In den 70er Jahren wurde mit den sogenannten „Sozialstationen“ eine neue Form der ambulanten Pflege ins Leben gerufen. Durch diese Einrichtungen sollte dem Bedürfnis der älteren Menschen, trotz Pflegebedürftigkeit in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung bleiben zu können, Rechnung getragen werden. Seitdem ist eine deutliche Ausweitung der ambulanten Pflege zu beobachten und auch durch die gesetzliche Pflegeversicherung wurde der Vorrang der häuslichen gegenüber der stationären Versorgung nochmals deutlich unterstrichen. Daneben ist auch die teilstationäre Versorgung auf dem Vormarsch. So wurde bundesweit insbesondere der Bereich der Tagespflege massiv ausgebaut. In einigen Bundesländern – darunter auch in Bayern – gab es in der Vergangenheit aufgrund fehlender gesetzlicher Grundlagen jedoch oft Finanzierungsschwierigkeiten im Bereich der Tagespflege. Seit Inkrafttreten des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes am 1. Juli 2008 steht für die Tagespflege allerdings erstmals auch ein eigenes Budget zur Verfügung, wodurch die bestehenden Tagespflegeeinrichtungen besser ausgelastet werden können als früher, weshalb die Träger im Bereich der Seniorenhilfe jetzt auch ein stärkeres Interesse haben, den Bereich der Tagespflege weiter auszubauen. Da der Bereich der Pflege in den letzten Jahrzehnten sehr stark ausgebaut wurde und in manchen Regionen insbesondere im Bereich der stationären Pflegeeinrichtungen sogar schon eine „Überversorgung“ zu beobachten ist, rücken seit einigen Jahren einerseits der Bereich der offenen Seniorenhilfe und andererseits spezielle Angebote aus den Bereichen der Gerontopsychiatrie und der Hospizarbeit immer stärker in den Fokus der Seniorenhilfeplanung.

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2

1.2

Zur Notwendigkeit der kommunalen Seniorenhilfeplanung

Seniorenhilfeplanung ist kein Selbstzweck. Das Ziel einer solchen Planung besteht vielmehr darin, den Bereich der kommunalen Seniorenhilfe transparent zu machen und Empfehlungen zu formulieren, die zu einer Weiterentwicklung der kommunalen Seniorenhilfe beitragen können. Die demographische Überalterung verläuft auf kommunaler Ebene höchst unterschiedlich. Derzeit sind Zahl und Anteil der älteren Bevölkerungsschicht in städtischen Gebieten deutlich höher als in ländlichen Regionen. In den meisten Landkreisen wird sich jedoch in den nächsten Jahren die Überalterung der Bevölkerung ebenfalls sehr stark auswirken. Dementsprechend müssen auch die Einrichtungen und Dienste auf die kommunalen Gegebenheiten ausgerichtet werden. Dazu ist es notwendig, den Bereich der kommunalen Seniorenhilfe gezielt zu analysieren und zu überprüfen, inwieweit die vorhandenen Dienste in der Lage sind, die spezifisch mit dem Alter verbundenen Probleme abzufangen. Das Ziel dieser Analysen ist es, aus den Ergebnissen konkrete Handlungsempfehlungen für die künftige Ausgestaltung der kommunalen Seniorenhilfe abzuleiten. Nur so wird eine zukunftsweisende Weiterentwicklung und damit eine effiziente Ausgestaltung der Seniorenhilfepolitik möglich. Dieses Ziel kann allerdings nur realisiert werden, wenn alle kurz- und mittelfristigen Maßnahmen in eine regionale Seniorenhilfekonzeption eingebunden werden. Dieser Verpflichtung sind in der Vergangenheit nicht alle Kommunen genügend nachgekommen. In einigen Kommunen liegt heute immer noch kein Seniorenhilfeplan vor, in anderen existieren zwar derartige Pläne, diese sind jedoch oft nicht dazu geeignet, den kommunalen Sozialpolitikern konkrete Handlungsmöglichkeiten zur systematischen Weiterentwicklung der kommunalen Seniorenhilfe aufzuzeigen, da sie häufig über eine reine Bestandsaufnahme der vorhandenen Dienste und Einrichtungen nicht hinausgehen. So wichtig die regelmäßige Bestandsaufnahme auch ist, sie bildet lediglich die Basis für eine fundierte Seniorenhilfeplanung, die langfristig angelegt werden muss, um gezielt Veränderungen in der Seniorenhilfelandschaft der Kommunen bewirken zu können. Bisher hat die Seniorenhilfeplanung allerdings in vielen Kommunen noch einen derart bruchstückhaften Charakter, dass sie ihre eigentliche Aufgabe oft verfehlt. Die Gründe hierfür sind vielfältig, es kristallisiert sich jedoch als Hauptgrund heraus, dass viele Kommunen davor zurückschrecken, ihre Planungsarbeit durch qualifiziertes Fachpersonal durchführen oder zumindest unterstützen zu lassen. Als Rechtfertigung wird oft auf die finanzielle Situation hingewiesen. Dabei wird jedoch übersehen, dass konsequente Sozialplanung nicht nur Geld kostet, sondern auch dazu geeignet ist, öffentliche Gelder einzusparen, indem Fehlentwicklungen frühzeitig erkannt werden und so Fehlinvestitionen verhindert werden können.

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3

1.3

Gesetzliche Grundlagen zur Seniorenhilfeplanung

Mit Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung und dem bayerischen Ausführungsgesetz zum Pflegeversicherungsgesetz wurden die Landkreise und kreisfreien Städte ab dem Jahr 1995 deutlicher als vorher in die Pflicht genommen. Nach Art. 3 AGPflegeVG wurden die Landkreise und kreisfreien Städte verpflichtet, den „längerfristigen Bedarf an Pflegeeinrichtungen“ festzustellen. Vorher war dies eine Aufgabe der Länder. Auf Länderebene war es allerdings selten möglich, eine den regionalen Gegebenheiten entsprechende Bedarfsplanung zu verwirklichen. Meist erschöpften sich die Vorgaben der Länder in Richtwerten, die aufgrund ihrer Starrheit kaum für die kommunale Seniorenhilfeplanung geeignet sind. Von daher kann es durchaus als Fortschritt gewertet werden, dass mit Einführung der Pflegeversicherung und dem bayerischen Ausführungsgesetz zum Pflegeversicherungsgesetz die Landkreise und kreisfreien Städte zur Bedarfsermittlung verpflichtet wurden. Diese Aussage gilt allerdings nur, wenn dieser Verpflichtung auch qualifiziert nachgekommen wird. Hier lassen sich allerdings große Qualitätsunterschiede bei der Umsetzung der Verpflichtung zur Bedarfsermittlung in den Landkreisen und kreisfreien Städten erkennen. Dies gilt nicht nur für die Landkreise und kreisfreien Städte, die die Bedarfsermittlung in Eigenregie durchgeführt haben, sondern auch für diejenigen, die für diese Aufgabe externe Institute beauftragt haben. Hier geht die Bandbreite von fundierten Bedarfsermittlungen nach dem in der Fachwelt anerkannten Indikatorenmodell über das veraltete Richtwertverfahren bis hin zur Festschreibung des derzeit bestehenden Bestandes als Bedarf. Eine Erweiterung der gesetzlichen Verpflichtung fand in Bayern am 8. Dezember 2007 statt, als das Ausführungsgesetz zum Pflegeversicherungsgesetz (AGPflegeVG) durch das Gesetz zur Ausführung der Sozialgesetze (AGSG) ersetzt wurde. Zwar blieb die Grundlage für die Verpflichtung zur Bedarfsermittlung nach wie vor erhalten, denn der im Jahr 1995 in Art. 3 des AGPflegeVG festgelegte Passus, dass die Landkreise und kreisfreien Städte „den für ihren Bereich erforderlichen längerfristigen Bedarf an Pflegeeinrichtungen“ festzustellen haben, wurde auch in den Art. 69 des Gesetzes zur Ausführung der Sozialgesetze (AGSG) aufgenommen. Zusätzlich wurde in den Art. 69 AGSG allerdings ein Abs. 2 aufgenommen, in dem deutlich gemacht wird, dass die Bedarfsermittlung als „Bestandteil eines integrativen, regionalen Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes“ anzusehen ist. Durch diesen Absatz 2 werden in Bayern somit erstmals die Landkreise und kreisfreien Städte verpflichtet, eine umfassende Seniorenhilfeplanung durchzuführen, die über eine reine Bedarfsermittlung für den Bereich der Pflege hinausgeht und auch andere Bereiche, wie z.B. die offene Seniorenhilfe, umfasst.

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4

1.4

Seniorenhilfeplanung im Landkreis Fürth

Im Bereich der Seniorenhilfeplanung hat sich der Landkreis Fürth in den Neunziger Jahren – wie fast alle anderen Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern – zunächst auf die gesetzlich vorgeschriebene Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG (früher: Art. 3 AGPflegeVG) beschränkt. Den verantwortlichen Entscheidungsträgern im Landkreis Fürth war jedoch – lange bevor es sich im entsprechenden Gesetz niedergeschlagen hat – schon bewusst, dass auch ein noch so qualifiziertes Gutachten zur Bedarfsermittlung nicht dazu geeignet ist, einen Seniorenhilfeplan zu ersetzen. Schließlich kann sich ein Seniorenhilfeplan nicht nur auf die gesetzlich vorgeschriebene Bedarfsermittlung beschränken, sondern muss wesentlich breiter angelegt sein, damit sich daraus eine konkrete Gesamtkonzeption für die künftige Ausgestaltung der Seniorenhilfe im Landkreis ableiten lässt. Es wurde deshalb beschlossen, sich vom Bamberger Forschungsverbund verschiedene Konzeptionen für einen Seniorenhilfeplan darstellen zu lassen. Der Landkreis Fürth entschied sich Ende des Jahres 1999 schließlich für eine der vier vom Bamberger Forschungsverbund angebotenen Varianten. Um daraus ein von möglichst vielen Entscheidungsträgern im Bereich der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth getragenes Konzept zur Versorgung und Betreuung der älteren Menschen entwickeln zu können, sah die Konzeption auch vor, einen Arbeitskreis zur Begleitung der Seniorenhilfeplanung zu bilden, der den Seniorenhilfeplanungsprozess begleiten sollte. Im Laufe des Planungsprozesses fanden dementsprechend vier „Fachtagungen“ mit einer Begleitgruppe statt, in der der Seniorenhilfeplan ausführlich erläutert wurde, bevor er im Herbst des Jahres 2002 vom Kreistag des Landkreises Fürth beschlossen wurde. Ende des Jahres 2002 lag somit erstmals ein umfassender Überblick über die Versorgungslandschaft im Bereich der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth vor. Den verantwortlichen Entscheidungsträgern im Landkreis Fürth war jedoch bewusst, dass eine effektive und langfristig angelegte Seniorenhilfeplanung sich nicht darin erschöpfen kann, im Abstand von mehreren Jahren ein Seniorenhilfeplan vorzulegen. Vielmehr muss auch die Fortschreibung genauso ernsthaft betrieben werden wie die Erstellung des Seniorenhilfeplanes. Seniorenhilfeplanung ist im Sinne aller Beteiligten somit als kontinuierlicher Prozess zu verstehen, damit sie zu dem Ziel der sinnvollen Weiterentwicklung der Seniorenhilfe in effizienter Art und Weise beitragen kann. Dieses Verständnis einer modernen Sozialplanung machte sich der Landkreis Fürth zu eigen und entschloss sich zu einer kontinuierlichen Seniorenhilfeplanung. Dabei setzt der Landkreis einerseits auf die bewährte Zusammenarbeit mit dem Bamberger Forschungsverbund und andererseits auf die Träger der Einrichtungen und Dienste der Seniorenhilfe sowie andere wichtige Interessenvertreter der Senioren im Landkreis Fürth, die bereits bei der Erstellung des Seniorenhilfeplanes eingebunden waren.

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Im Rahmen der kontinuierlichen Seniorenhilfeplanung wurde deshalb der für die Erstellung des Seniorenhilfeplanes gebildete Arbeitskreis reaktiviert und als "Planungsgruppe Seniorenhilfe" in die Gremienstruktur des Landkreises eingebunden. Im Einzelnen übernahm die "Planungsgruppe Seniorenhilfe" im Rahmen der kontinuierlichen Seniorenhilfeplanung folgende Funktionen: Festlegung der Schwerpunkte der Seniorenhilfeplanung Mitbestimmung bei den Planungsinhalten und der inhaltlichen Ausgestaltung von Projekten Mitbestimmung bei der Budgetverwendung für die Seniorenhilfeplanung Einberufung von Projektgruppen (z.B. Projektgruppe „Pflegeplatzbörse“) Vorberatung der Berichte zur Seniorenhilfeplanung Formulierungen von Maßnahmenempfehlungen zur Weiterentwicklung der Seniorenhilfe im Landkreis Die konstituierende Sitzung der "Planungsgruppe Seniorenhilfe" fand im Februar 2005 statt. Hier wurden vom Bamberger Forschungsverbund einerseits die Ergebnisse der Fortschreibung der nach Art. 69 AGSG (früher: Art. 3 AGPflegeVG) vorgeschriebenen Bedarfsermittlung vorgestellt und andererseits über den weiteren Ablauf der kontinuierlichen Seniorenhilfeplanung diskutiert. Als Diskussionsgrundlage diente hierfür der in folgender Abbildung dargestellte Ablaufplan.

Tab. 1.1: Ablaufplan für die Seniorenhilfeplanung des Landkreises Fürth lfd. HaushaltsJahr Jahr 1 2 3 4 5 6 7 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 Seniorenhilfeplanungsschwerpunkt
Fortschreibung der Bedarfsermittlung nach Art. 3 AGPflegeVG EDV-gestütztes Altenhilfe-Informationssystem, Teil 1: Grundlegende Programmierung der Website inklusive Programmierung einer interaktiven Heimplatzbörse EDV-gestütztes Altenhilfe-Informationssystem, Teil 2: Informationserweiterung auf den Bereich der „ambulanten Seniorenhilfe“ Fortschreibung der Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG

– wird zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt – – wird zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt –
Fortschreibung der Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG

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Wie die Abbildung zeigt, wurde im Ablaufplan für die Seniorenhilfeplanung des Landkreises Fürth festgelegt, dass die nach Art. 69 AGSG (früher: Art. 3 AGPflegeVG) vorgeschriebene Bedarfsermittlung im dreijährigen Turnus fortgeschrieben wird. Das eröffnete die Möglichkeit, in der dazwischen liegenden Zeitspanne über die „Pflicht“ hinaus auch etwas für die „Kür“ zu tun. Für das Jahr 2005 wurde zunächst die Programmierung einer „erweiterten Pflegeplatzbörse“ festgelegt. Diese Informationsplattform soll in den folgenden Jahren auch auf andere Bereiche erweitert und zu einem umfassenden „EDV-gestützten Altenhilfe-Informations-System“ ausgebaut werden. Für die inhaltliche Festlegung, welche Informationen letztendlich in das „AltenhilfeInformations-System“ eingespeist werden, sind jeweils Projektgruppen vorgesehen, um den Praxisbezug zu gewährleisten. Grundsätzliches Ziel des „Altenhilfe-Informations-System (AHIS)“ für den Landkreis Fürth ist es, die Angebotstransparenz im Rahmen der Seniorenhilfe wesentlich zu verbessern. Angestrebt wird ein umfassendes und möglichst automatisiertes Programm, in das Einrichtungen und Dienste eigenverantwortlich Informationen und Angebote einstellen können. Die Internet-Lösung soll insbesondere Ärzten, Krankenhäusern, Interessenvertretungen von Senioren, aber auch den Senioren selbst und deren Angehörigen einen umfassenden Überblick über alle Bereiche der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth bieten. Als erstes „Modul“ dieses „Altenhilfe-Informationssystems“ wurde im Jahr 2005 eine „erweiterte Pflegeplatzbörse“ vorgestellt. Im Gegensatz zu den bisher im Internet befindlichen „Pflegeplatzbörsen“ dient die „erweiterte Pflegeplatzbörse“ des Landkreises Fürth nicht nur dazu, einen Heim- bzw. Pflegeplatz für sich oder einen Angehörigen zu finden, sondern sie informiert darüber hinaus auch umfassend über das Angebot und die Leistungen der verschiedenen Einrichtungen. Zudem hat die „erweiterte Pflegeplatzbörse“ des Landkreises Fürth nicht den Nachteil der meisten der bisherigen „Pflegeplatzbörsen“, die so angelegt sind, dass eine zentrale Stelle für die Aktualisierung der Zahlen verantwortlich ist und diese Informationen bei den einzelnen Einrichtungen einholen muss, bevor sie im Internet veröffentlicht werden können. Hierdurch tritt in der Regel eine Verzögerung auf, so dass die Daten oftmals schon wieder nicht mehr aktuell sind, wenn sie ins Internet gestellt werden. Die „erweiterte Pflegeplatzbörse“ des Landkreises Fürth wurde deshalb mit einer Datenbank und Administrationsoberfläche ausgestattet, wodurch die eigenständige Aktualisierung der Daten durch die Einrichtungen über ein Internet-Formular ermöglicht wird. Hierdurch wird den Einrichtungen die Möglichkeit eröffnet, freie Plätze sofort selbstständig in das System einzuspeisen. Damit gewährleistet werden kann, dass alle Einrichtungen ihre Daten regelmäßig aktualisieren, wurde ein automatischer Versand von Erinnerungs-E-Mails an die Heime nach einem festgelegten Zeitraum ohne Aktualisierung programmiert.

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Den Interessenten wird außerdem als Serviceleistung eine Reservierungsanfrage über ein Internet-Formular und eine automatische Benachrichtigung per E-Mail, sobald in dem gewünschten Heim ein freier Platz gemeldet wird, geboten. Über eine Administrationsoberfläche können die Einrichtungen und Dienste Detailinformationen wie Kontaktdaten, Beschreibung zur Einrichtung und ein Bild einpflegen. Weiterhin kann das Platzangebot detailgenau hinterlegt und mit den aktuellen Daten befüllt werden. Die Kosten der Pflegestufen und Pensionssätze können über ein weiteres Formular hinterlegt werden. Im Einzelnen sind in der „erweiterten Pflegeplatzbörse“ des Landkreises Fürth folgende Funktionen integriert, die anschließend demonstriert werden: • • • • • • • • • Darstellung der aktuellen Belegsituation der Einrichtungen als Übersichtstabelle und als dynamische Übersichtskarte Detailinformationen zu den Einrichtungen Eigenständige Aktualisierung der Daten durch die Einrichtungen und Dienste über ein Internet-Formular (Administrationsoberfläche) Automatischer Versand von Erinnerungs-E-Mails an die Heime nach einem festgelegten Zeitraum ohne Aktualisierung Möglichkeit der Reservierungsanfrage direkt über ein Internet-Formular Automatische Benachrichtigung per E-Mail, sobald in dem gewünschten Heim ein freier Platz gemeldet wird Links zu den eigenen Internetauftritten der Einrichtungen und Dienste Kontaktmöglichkeit zu den Einrichtungen Für den Benutzer einfach, übersichtlich und verständlich gehaltene Bedienung

Als zweites „Modul“ des „Altenhilfe-Informations-Systems“ (AHIS) wurde im Jahr 2006 der Bereich der ambulanten Pflege integriert. Ähnlich wie das bei den stationären Einrichtungen mit der „Pflegeplatzbörse“ bereits seit Ende 2005 der Fall ist, bietet das Altenhilfe-Informations-System (AHIS) seit Ende 2006 auch einen detaillierten Überblick über das Angebotsspektrum der einzelnen ambulanten Pflegedienste im Landkreis Fürth. Dabei wurden alle genannten Funktionen der „Pflegeplatzbörse“ auch für die ambulanten Pflegedienste programmiert. Darüber hinaus steht den potentiellen Kunden der ambulanten Pflegedienste ein Kostenrechner zur Verfügung, mit dem sie sich aufgrund der Angaben der einzelnen Dienste selbstständig Kostenvoranschläge bei den verschiedenen Diensten erstellen können. Durch diese Funktion wird einerseits bei potentiellen Kunden eine größtmögliche Transparenz über die Kosten der ambulanten Dienstleistungen und eine Vergleichsmöglichkeit zwischen den Anbietern hergestellt. Andererseits bringt die Funktion den ambulanten Diensten den Vorteil, dass die Zeit für die Erstellung von Kostenvoranschlägen minimiert wird.

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Ein weiterer Ausbau des Altenhilfe-Informations-Systems wurde im Jahr 2008 realisiert, indem AHIS mit einem dritten Modul auf den Bereich der „offenen Seniorenhilfe“ ausgeweitet wurde. Wie die im Rahmen der Seniorenhilfeplanung durchgeführten Erhebungen gezeigt haben, hat sich im Landkreis Fürth ein fast unüberschaubares Angebot im Bereich der „offenen Seniorenhilfe“ entwickelt. Unter das Modul „offene Seniorenhilfe“ wurden deshalb alle Einrichtungen, Maßnahmen, Angebote und Veranstaltungen zusammengefasst, die sich nicht auf die Erbringung professioneller Pflegehilfen beziehen, sondern den Bereichen der allgemeinen Beratung und anderen „offenen“ Hilfen sowie der Freizeitgestaltung zuzurechnen sind. Zu den Einrichtungen der „offenen Seniorenhilfe“ zählen somit Seniorenbegegnungsstätten, Seniorenclubs und verschiedene regelmäßig oder unregelmäßig angebotene Veranstaltungen für ältere Menschen. Weiterhin werden unter den Begriff „offene Seniorenhilfe“ auch Nachbarschaftshilfen, Besuchsdienste sowie Beratungs- und Informationsmöglichkeiten gefasst. Um dabei – ähnlich wie in den anderen Modulen von AHIS – die Vollständigkeit der bereit gestellten Informationen zu garantieren, wurde in jeder Gemeinde ein Verantwortlicher benannt (sogenannter Gemeindeadministrator), der die vorhandenen Angebote und Veranstaltungen im Bereich der „offenen Seniorenhilfe“ immer auf dem aktuellen Stand halten sollte. Um den Gemeindeadministratoren ihre Aufgabe zu erleichtern, wurde der Ersteintrag aller Einrichtungen und aktuellen Veranstaltungen im Bereich der „offenen Seniorenhilfe“ vom MODUS-Institut vorgenommen. Weiterhin wurde vom MODUS-Institut eine Schulung der Gemeindeadministratoren vorgenommen, um die fachgerechte Bedienung des dritten Moduls von AHIS zu gewährleisten. Durch das dritte Modul von AHIS eröffnet sich für die Seniorinnen und Senioren im Landkreis Fürth somit erstmals die Möglichkeit, sich auch über die in den einzelnen Gemeinden bestehenden Angebote im Bereich der „offenen Seniorenhilfe“ umfassend zu informieren. Parallel zur Entwicklung des dritten Moduls von AHIS wurde gemäß des von der Planungsgruppe beschlossenen Ablaufplanes (vgl. Tab. 1.1) die nach Art. 69 Abs. 1 AGSG (früher: Art. 3 AGPflegeVG) vorgeschriebene Bedarfsermittlung zum dritten Mal fortgeschrieben. Diese Fortschreibung konnte dann auch gleich als erster Teilbericht des „Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes für den Landkreis Fürth“ angesehen werden. Zwischenzeitlich wurden nämlich der frühere Art. 3 AGPflegeVG folgendermaßen in den Art. 69 AGSG integriert:

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(1) Die nach den Art. 71, 72 und 73 zuständigen Aufgabenträger stellen im Benehmen mit den Gemeinden, den örtlichen und regionalen Arbeitsgemeinschaften der Pflegekassen, den überörtlichen Trägern der Sozialhilfe und den Trägern der Pflegeeinrichtungen den für ihren Bereich erforderlichen längerfristigen Bedarf an Pflegeeinrichtungen fest. (2) Die Bedarfsermittlung ist Bestandteil eines integrativen, regionalen seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes, das nach dem Grundsatz‚ „ambulant vor stationär“ die Lebenswelt älterer Menschen mit den notwendigen Versorgungsstrukturen sowie neue Wohn- und Pflegeformen für ältere und pflegebedürftige Menschen im ambulanten Bereich umfasst.

Durch den Absatz 2 werden in Bayern somit erstmals die Landkreise und kreisfreien Städte verpflichtet, eine umfassende Seniorenhilfeplanung durchzuführen, die über eine reine Bedarfsermittlung im Bereich der Pflege hinausgeht und auch andere Bereiche, wie z.B. die offene Seniorenhilfe, umfasst. Zur leichteren Umsetzung des gesetzlichen Auftrages wurden vom Bayerischen Sozialministerium Vorgaben für die Erstellung von „Seniorenpolitischen Gesamtkonzepten“ herausgegeben. Darin wurden zum einen die zu bearbeitenden Handlungsfelder beschrieben, die durch das seniorenpolitische Gesamtkonzept bearbeitet werden sollten und andererseits die Methoden vorgestellt, die bei Bestandserhebung und Bedarfsermittlung zur Anwendung gebracht werden können. Eine der wichtigsten Methoden besteht dabei in der Durchführung einer repräsentativen Seniorenbefragung, um die Bedürfnisse der Senioren bei der Erstellung des seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes gezielt berücksichtigen zu können. Aus diesem Grund wurde Anfang des Jahres 2009 vom Bamberger Forschungsverbund eine repräsentative Seniorenbefragung durchgeführt. Die Ergebnisse der Befragung wurden anschließend als Teilbericht 2 des Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes für den Landkreis Fürth vorgelegt und in einer Veranstaltung einem größeren Kreis von Entscheidungsträgern und anderen an der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth Interessierten vorgestellt. Die ursprüngliche Konzeption des Seniorenhilfeplanes wurde dementsprechend um die repräsentative Seniorenbefragung erweitert, wie die folgende zusammenfassende Übersicht zeigt.

Abb. 1.1: Konzeption zur Seniorenhilfeplanung im Landkreis Fürth
Weiterführende Seniorenhilfeplanung Bedarfsermittlung (Pflegebedarfsplanung) Bedarfsprognose

Spezielle Einrichtungen, Dienste und Angebote der Seniorenhilfe:
• Gerontopsychiatrische Versorgung • Hospizarbeit und Palliativversorgung • Unterstützung pflegender Angehöriger • Seniorengerechte Wohnformen

Offene Seniorenhilfe:
• Offene Hilfsangebote
Nachbarschaftshilfen Besuchsdienste Beratungs- und Informationsmöglichkeiten Mitbestimmungsmöglichkeiten

Bestandsaufnahme
• Stationäre Einrichtungen • Ambulante Dienste • Tagespflegeeinrichtungen • Kurzzeitpflegeeinrichtungen

Anzahl der pflegebedürftigen älteren Menschen
Zielgruppe der Einrichtungen und Dienste im Bereich der Altenhilfe

Demographische Entwicklung der älteren Menschen

Ist-Soll-Vergleich
Derzeitige Bedarfsdeckung in folgenden Bereichen: • • • • Stationäre Pflege Ambulante Pflege Tagespflege Kurzzeitpflege

Bedarfsermittlung
Indikatorenmodell unter Einbeziehung von: • Bevölkerungsindikatoren • Bestandsindikatoren • Bedarfsindikatoren

• Offene Freizeitangebote
Seniorenbegegnungsstätten und -treffs Seniorenclubs Seniorensport etc.

Prognose der pflegebedürftigen älteren Menschen

Bedarfsprognose bis zum Jahr 2030

Kleinräumige Bevölkerungsprognose

Repräsentative Seniorenbefragung

Analyse von Versorgungsregionen Kleinräumige Bedarfsprognose

Entwicklung von fundierten Maßnahmenempfehlungen zur Weiterentwicklung der Seniorenhilfe
Quelle: MODUS-Sozialforschung 2009

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Um die Ergebnisse der durchgeführten repräsentativen Seniorenbefragung zu vertiefen und die vom Bamberger Forschungsverbundes aus der Befragung abgeleiteten Maßnahmenempfehlungen zu ergänzen, wurde am 22.04.2010 ein eintägiger Workshop durchgeführt. Hier wurden die vom Bamberger Forschungsverbund aus der Befragung abgeleiteten Maßnahmenempfehlungen den einzelnen Handlungsfeldern des seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes zugeordnet. Da es sich beim Seniorenpolitischen Gesamtkonzept allerdings auch um eine Fortschreibung des ursprünglichen Seniorenhilfeplanes des Landkreises Fürth handeln sollte, musste die ursprüngliche Konzeption des Seniorenhilfeplanes zusätzlich auch noch hinsichtlich der Veröffentlichungen des Bayerisches Sozialministeriums zur Entwicklung eines „integrativen, regionalen Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes“ überprüft werden. Da das Konzept des ersten Seniorenhilfeplanes für den Landkreis Fürth jedoch bereits fast alle wesentlichen Aspekte umfasste, die in dem „Eckpunktepapier zur Entwicklung von Seniorenpolitischen Gesamtkonzepten für kreisfreie Städte und Landkreise“ zusammengefasst sind, musste das damalige Konzept nur in wenigen Punkten modifiziert werden. So musste insbesondere die „offene Seniorenhilfe“ stärker ausdifferenziert werden, da sich dieser Bereich im Konzept des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen auf mehrere Handlungsfelder erstreckt, wie folgender Vergleich der empfohlenen Handlungsfelder mit der bisher üblichen Gliederung der Seniorenhilfeplanung zeigt.

Abb. 1.2: Entwicklung eines seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes nach Art.69 Abs.2 AGSG
Empfohlene Handlungsfelder des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen Bereiche der Seniorenhilfeplanung
Seniorenbefragung Seniorenbefragung
Offene Seniorenhilfe Offene Seniorenhilfe Offene Seniorenhilfe Offene Seniorenhilfe

Methoden

Maßnahmenempfehlungen

1

Integrierte Ort- und Entwicklungsplanung
Barrierefreiheit, Nahversorgungs- und Verkehrsinfrastruktur

Seniorenbefragung (SB)

Arbeitskreis + MODUS Arbeitskreis + MODUS Arbeitskreis + MODUS Arbeitskreis + MODUS Arbeitskreis + MODUS Arbeitskreis + MODUS MODUSInstitut Arbeitskreis + MODUS Arbeitskreis + MODUS Arbeitskreis + MODUS Arbeitskreis + MODUS

2

Wohnen zu Hause
Wohnungsberatung, Seniorengerechte Wohnungen, Alternative Wohnformen

BE der seniorengerechten Wohnformen + SB

3

Beratung und Information/Öffentlichkeitsarbeit
Beratungsstellen, Seniorenbüro, Seniorenbeiräte, -beauftragte

Bestandserhebung (BE) der Beratungsangebote + SB

4

Präventive Angebote
Sport- und Bildungsangebote

BE der Sport- und Bildungsangebote + SB

5

Gesellschaftliche Teilhabe
Begegnungs- und Kommunikationsangebote

BE der Seniorenclubs, Begegnungsstätten + SB

6

Bürgerschaftliches Engagement
Nachbarschaftshilfe, Besuchsdienste, etc.

BE der Nachbarschaftshilfen und Besuchsdienste + SB

7

Betreuung und Pflege
Ambulante, stationäre und teilstationäre Einrichtungen

Bedarfsermittlung Art.69 AGSG Abs.1
Offene Seniorenhilfe

Umfassende BE, Indikatorengestützte Bedarfsermittlung

8

Unterstützung pflegender Angehöriger
Angehörigenberatungsstellen

BE der Angehörigenberatungsstellen u. Angehörigengruppen

9

Angebot für besondere Zielgruppen
Menschen mit Demenz/psych. Krankheiten, Menschen mit Migrationshintergrund

Spezielle Angebote
Offene Seniorenhilfe

BE der Angebote für Menschen mit Demenz etc. + SB

10

Steuerung, Koordination, Kooperation und Vernetzung
Altenhilfefachberatung, Seniorenbeauftragte, -beiräte, Pflegestützpunkte

BE der Kooperations- und  Vernetzungsstruktur + SB Bestands- u. Bedarfsermittlung

11

Hospiz und Palliativversorgung
Quelle: MODUS-Sozialforschung 2009

Spezielle Angebote

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Damit auch das neu zu erstellende Seniorenpolitische Gesamtkonzept von den wichtigsten Akteuren im Bereich der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth vollständig mitgetragen wird, wurde im durchgeführten Wokshop beschlossen, wie bereits bei der Erstellung des ersten Seniorenhilfeplanes im Jahr 2002, auch diesmal wieder einen Arbeitskreis zur Begleitung des Planungsprozesses zu bilden (vgl. Anhang – Tab. A.11). Dieser Arbeitskreis tagte im Laufe des Planungsprozesses insgesamt neunmal und konnte dadurch die vom Bamberger Forschungsverbund vorgestellten Ergebnisse zu allen Handlungsfeldern ausführlich diskutieren. Auf dieser Basis konnten für alle dargestellten Handlungsfelder fundierte Maßnahmenempfehlungen abgeleitet werden, wobei stets darauf geachtet wurde, dass möglichst konkrete Maßnahmen empfohlen werden, die bei einer Fortschreibung auch entsprechend überprüft werden können. Im Einzelnen wurden die Maßnahmenempfehlungen anhand folgender Kriterien überprüft: • • • • • • Ergebnisbezogenheit: Maßnahmenempfehlungen sollten auf der Grundlage von objektiven Sachverhalten (z.B. repräsentativen Befragungen) formuliert werden. Verständlichkeit: Maßnahmenempfehlungen müssen für alle Beteiligten verständlich sein. Konkretheit: Maßnahmenempfehlungen müssen möglichst konkret sein (Mit welchem Mittel soll welches Ziel erreicht werden?). Verantwortlichkeit: Es muss klar formuliert sein, an welche Zielgruppe sich die Maßnahmenempfehlungen richten bzw. wer für die Umsetzung verantwortlich ist. Zeitraumbezogenheit: In welchem Zeitraum soll die Umsetzung der Maßnahmen erfolgen (Realisierungszeitraum)? Überprüfbarkeit: Maßnahmenempfehlungen müssen überprüfbar sein (Evaluation im Rahmen der Fortschreibung).

Zwar ist es nur schwer möglich, bei der Formulierung von Maßnahmenempfehlungen alle genannten Kriterien gleichzeitig zu berücksichtigen, es wurde aber sehr genau darauf geachtet, dass möglichst viele der genannten Kriterien erfüllt sind. Allgemeingültige Empfehlungen, wie sie in vielen anderen Berichten zu finden sind, wurden größtenteils ausgeklammert, da die Erfahrung zeigt, dass lange Maßnahmenkataloge mit allgemeinen Empfehlungen meist nur wenig zur bedarfsgerechten Weiterentwicklung der Seniorenhilfe beitragen können.

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2.
2.1

Handlungsfeld „Integrierte Orts- und Entwicklungsplanung“
Allgemeine Vorbemerkungen

Da die zentrale Zielsetzung eines regionalen Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes darin besteht, die Lebensbedingungen in den Gemeinden so zu gestalten, dass sie auch den Bedürfnissen und Wünschen der älteren Bürger entsprechen, liegt in der örtlichen Nahversorgungs- und Verkehrsinfrastruktur ein wichtiger Einflussfaktor auf die Lebensqualität der Senioren. Mit zunehmendem Alter hängt es verstärkt von den örtlichen Gegebenheiten ab, ob es für die Senioren auch weiterhin möglich ist, zu Hause wohnen zu bleiben, sich selbstständig zu versorgen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Das folgende Kapitel geht deshalb zunächst auf verschiede Aspekte der Verkehrsinfrastruktur ein, behandelt dann die Nahversorgungsstruktur und schließt mit einer tabellarischen Zusammenfassung der abgeleiteten Maßnahmenempfehlungen.

2.2

Handlungsfeld „Verkehrsinfrastruktur“

2.2.1 Allgemeine Vorbemerkungen Um Senioren möglichst lange eine selbstständige Lebensführung zu ermöglichen, ist die örtliche Verkehrsinfrastruktur von großer Bedeutung. Sie ist erheblich dafür ausschlaggebend, ob und in welchem Maße die Senioren außerhäuslich mobil sein können. Der Begriff der Verkehrsinfrastruktur schließt sowohl institutionelle Aspekte wie beispielsweise Gehsteige als auch organisatorische Gesichtspunkte wie die Taktfrequenz des öffentlichen Nahverkehrs mit ein. Da viele ältere Menschen kein Kraftfahrzeug zur Verfügung haben und größere Distanzen auch nicht mehr zu Fuß zurücklegen können, nimmt für diese Bevölkerungsgruppe der öffentliche Personennahverkehr eine zentrale Stellung im alltäglichen Leben ein. Wenn das Angebot preiswerter Fortbewegungsmöglichkeiten nicht ausreichend ist, kann dies dazu führen, dass die Senioren früher als gewollt ihre eigene Wohnung aufgeben und in eine Wohnung mit besserer Verkehrsanbindung oder sogar in eine Einrichtung der Seniorenhilfe umziehen müssen. Außerdem entscheiden Netz und Taktfrequenz des ÖPNV oft auch darüber, ob Senioren am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und beispielsweise Seniorenclubs besuchen oder in Vereinen oder Verbänden aktiv sein können. Da die Gefahr der Vereinsamung im Alter immer mehr zunimmt, gewinnt die Verkehrsinfrastruktur auch im Rahmen der Seniorenpolitik verstärkt an Bedeutung. Der Bereich der Verkehrsinfrastruktur schließt aber weit mehr Aspekte ein, die das alltägliche Leben der Senioren beeinflussen.

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Für eine möglichst gefahrenfreie Fortbewegung außer Haus spielen beispielsweise auch das Vorhandensein von ausreichenden Gehsteigen und Radwegen sowie eine funktionierende Straßenbeleuchtung eine wichtige Rolle. Da die Senioren mit steigendem Alter auch zunehmend sturzgefährdet oder gehbehindert sind, ist beispielsweise auch die Qualität des Straßenbelags ein Kriterium, das darüber entscheidet, ob ein älterer Mensch außerhäuslich aktiv wird oder sich lieber vorsichtshalber in den eigenen vier Wänden aufhält.

2.2.2 Ergebnisse der Seniorenbefragung in Bezug auf das Handlungsfeld „Verkehrsinfrastruktur“ Um einen Überblick über die Einschätzung der Senioren bezüglich der Verkehrsinfrastruktur in ihrer Gemeinde zu bekommen, wurde diesen im Rahmen der Seniorenbefragung die Möglichkeit gegeben, die wichtigsten Aspekte der Verkehrsinfrastruktur auf einer Notenskala von eins (sehr gut) bis sechs (ungenügend) zu bewerten (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.5.2). Von den meisten Senioren im Landkreis Fürth wird die Verkehrsinfrastruktur in den Gemeinden als „befriedigend“ bewertet. Dementsprechend ergibt sich auch als Durchschnitt der verschiedenen Bewertungen ein Wert von 2,8. Die folgende Abbildung zeigt, wie die einzelnen Aspekte der Verkehrsinfrastruktur von diesem Durchschnittswert abweichen.

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Abb. 2.1:

Beurteilung der Verkehrsinfrastruktur
Mittelwert

Lärm-/Abgasbelastung

9,5

33,2

29,9

11,0

10,9

5,4

3,0

Anbindung an öffentl. Verkehrsmittel

19,7

41,8

16,6

7,9

8,5

5,4

2,6

Gehsteige

11,5

48,8

21,6

8,5

7,5

2,1

2,6

Radwege

7,7

36,3

22,8

10,9

14,1

8,1

3,1

Parkplätze

8,0

35,9

24,1

16,4

11,2

4,4

3,0

Straßenbeleuchtung
0,0%

14,7

58,6
20,0% 40,0% 60,0%

15,2

8,0

1,4 2,0

2,3

80,0%

100,0%

sehr gut

gut

befriedigend

ausreichend

mangelhaft

ungenügend

Quelle: Seniorenbefragung von MODUS-Sozialforschung 2009

Wie die Abbildung zeigt, wird von den Senioren mit einem Durchschnittswert von 2,3 mit Abstand am besten der Aspekt „Straßenbeleuchtung“ bewertet. So sind knapp drei Viertel der Senioren im Landkreis Fürth der Meinung, dass die „Straßenbeleuchtung“ in ihrer Gemeinde „sehr gut“ bzw. „gut“ ist. Demgegenüber stehen lediglich 3,4% der Senioren, die die „Straßenbeleuchtung“ als „mangelhaft“ oder „ungenügend“ bezeichnen. Es kann also davon ausgegangen werden, dass der Aspekt der „Straßenbeleuchtung“ kein nennenswertes Problem für die Senioren im Landkreis Fürth darstellt. Anders sieht es dagegen bei dem Aspekt „Radwege“ aus. Für diese Kategorie ergibt sich ein Durchschnittswert von 3,1, was ein Hinweis dafür ist, dass sich die Situation in diesem Bereich nicht optimal darstellt. Anhand der Häufigkeitsverteilungen ist dementsprechend auch zu erkennen, dass der Aspekt „Radwege“ von 8,1% der Senioren als „ungenügend“ bewertet wird. Nimmt man noch die 14,1% der Senioren hinzu, die diesen Aspekt als „mangelhaft“ bewerten, ergibt sich ein Anteil von rund 22%, die mit den „Radwegen“ in ihrer Gemeinde unzufrieden sind. Da sich zwischen den beiden Versorgungsregionen bei der Bewertung dieses Aspekts der Verkehrssituation kein Unterschied feststellen lässt, ist somit davon auszugehen, dass die Radwege in beiden Versorgungsregionen des Landkreises Fürth noch optimiert werden könnten. Dies zeigt sich auch an der Tatsache, dass seit dem Befragungszeitpunkt bereits zahlreiche Verbesserungen der Radwegesituation durchgeführt wurden, die im Rahmen der Evaluation der Maßnahmenempfehlungen näher beschrieben werden.

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Ein anderes Bild zeigt sich bei der „Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel“, diese erreichte zwar unter allen Gesichtspunkten der Verkehrssituation im Mittel mit 2,6 die zweitbeste Note, dennoch bestehen hier die größten regionalen Unterschiede. So wurde die „Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel“ mit einem Durchschnittswert von 3,2 in der Versorgungsregion „Nord“ wesentlich schlechter beurteilt als im Süden des Landkreises. Für die Bewertungskategorie „ungenügend“ entschieden sich im Norden rund 9% und für die Kategorie „mangelhaft“ 18% der Senioren. Es ist aufgrund der Befragungsergebnisse also festzustellen, dass sich mehr als ein Viertel der Senioren in der Versorgungsregion „Nord“ mit der „Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel“ in ihrer Gemeinde unzufrieden zeigten. Die höchsten Anteile an unzufriedenen Senioren ergaben sich dabei in den Gemeinden Seukendorf und Obermichelbach (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.5.2). Jedoch auch im Bereich der Verkehrsanbindung konnten seit dem Befragungszeitpunkt bereits zahlreiche Verbesserungen erreicht werden, die im Rahmen der Evaluation der Maßnahmenempfehlungen näher beschrieben werden.

2.3 2.3.1

Handlungsfeld „Nahversorgungsstruktur“ Allgemeine Vorbemerkungen

Da ältere Menschen oft nicht mehr selbst Auto fahren oder weitere Strecken zu Fuß bewältigen können und damit in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, wird bei der älteren Generation die Lebensqualität stark davon beeinflusst, ob sie die Angelegenheiten ihres täglichen Bedarfs selbstständig und ortsnah erledigen können. Für die Gemeinden stellt es deshalb zunehmend eine Herausforderung dar, eine umfassende Nahversorgungsstruktur zu gewährleisten. Es wird immer schwieriger, unter zunehmendem Konkurrenzdruck der großen, meist etwas außerhalb gelegenen Discountern eine ausreichende Versorgung mit kleinen Lebensmittelläden in den Innenstadtgebieten oder in den Dörfern aufrechtzuerhalten. Auch die Versorgung mit Ärzten und Apotheken oder anderweitigen Dienstleistungen wie Bank- oder Postfilialen ist nicht mehr allerorts flächendeckend und wohnungsnah gesichert. Ebenso sind soziale Treffpunkte wie Gaststätten in den Gemeinden zunehmend vom Verschwinden bedroht. Da diese Entwicklungen vor allem für die wenig mobilen Senioren eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität bedeuten können, ist es als eine Aufgabe der Gemeinden zu sehen, diesen entgegenzuwirken oder sich über alternative Versorgungsmöglichkeiten, wie Hol- und Bringdienste, mobile Läden etc., Gedanken zu machen.

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2.3.2 Ergebnisse der Seniorenbefragung in Bezug auf die Nahversorgungsstruktur Um einen Überblick über die Nahversorgungsstruktur im Landkreis Fürth aus Sicht der Senioren zu bekommen, wurde diesen im Rahmen der Seniorenbefragung die Möglichkeit gegeben, die infrastrukturellen Gegebenheiten im Bereich der Nahversorgungsstruktur in ihrer Gemeinde auf einer Notenskala von eins (sehr gut) bis sechs (ungenügend) zu beurteilen (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.5.3). Insgesamt ergibt sich in Bezug auf die Nahversorgungsstruktur aufgrund der Bewertungen der Senioren ein recht guter Durchschnittswert von 2,3. Wie die Senioren die einzelnen Aspekte der Nahversorgungsstruktur in ihrer Gemeinde beurteilen, zeigt folgende Abbildung.

Abb. 2.2:

Beurteilung der „Nahversorgungsstruktur“
Mittelwert

Versorgung mit Ärzten

26,3

52,8

12,5

3,7 3,11,5

2,1

Versorgung mit Apotheken

37,1

46,3

5,6

2,32,2

6,6

2,1

Post

16,0

38,7

20,4

11,8

7,5

5,6

2,7

Banken/Sparkassen

31,2

52,4

9,7

4,0

1,51,1

2,0

Einkaufsmöglichkeiten

26,7

38,2

15,4

7,3

7,3 5,1

2,5

Gaststätten
0,0%

13,8

38,0
20,0% 40,0%

23,2
60,0%

12,5

9,7

2,7

2,7

80,0%

100,0%

sehr gut

gut

befriedigend

ausreichend

mangelhaft

ungenügend

Quelle: Seniorenbefragung von MODUS-Sozialforschung 2009

Wie die Abbildung zeigt, werden alle Aspekte der Nahversorgungsstruktur von den Senioren recht positiv beurteilt. Es scheint also so zu sein, dass es in diesem Bereich in den Gemeinden des Landkreises Fürth kaum Probleme für die Senioren gibt.

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Die ungünstigsten Ergebnisse ergeben sich im Bereich der Nahversorgungsstruktur bei den Beurteilungen zur „Post“ und zu den „Gaststätten“. So bezeichneten insgesamt 13,1% die „Post“ in ihrer Gemeinde als „ungenügend“ oder „mangelhaft“. Für die „Gaststätten“ ergibt sich diesbezüglich ein Anteil von 12,4% unzufriedener Senioren. Da mit Anteilswerten von knapp 55% und knapp 52% die Mehrzahl der Senioren die Versorgung in beiden Bereichen allerdings als „sehr gut“ oder „gut“ bewerten, ergeben sich auch in diesen Dienstleistungsbereichen mit jeweils 2,7 allerdings noch günstige Durchschnittswerte. Besonders günstig stellen sich nach den Bewertungen der Senioren die Verbreitung von Banken und Sparkassen und die Versorgung mit Ärzten und Apotheken dar. Hier ergeben sich jeweils Durchschnittswerte von 2,0 bzw. 2,1. Auffällig ist allerdings, dass im Bereich der Nahversorgungsstruktur mit einem Anteilswert von 6,6% für die „Versorgung mit Apotheken“ am häufigsten die Note „ungenügend“ vergeben wurde, obwohl hier insgesamt die zweitbeste Benotung vorliegt. Dies liegt daran, dass bei der „Versorgung mit Apotheken“, im Gegensatz zu den anderen Bereichen der Nahversorgungsstruktur, die Bewertungen innerhalb der Versorgungsregionen sehr unterschiedlich sind. Deshalb wurde dieser Aspekt einer Auswertung nach Versorgungsregionen unterzogen. Hierdurch zeigte sich, dass die „Versorgung mit Apotheken“ in der Versorgungsregion Nord mit einer Bewertung von 3,0 wesentlich schlechter abschnitt als in der Versorgungsregion Süd. Dort vergaben die befragten Senioren im Schnitt die Note 1,8. In der Versorgungsregion Nord meinte fast ein Viertel der Befragten, dass die „Versorgung mit Apotheken“ ungenügend sei, während in der südlichen Versorgungsregion nur rund 1% dieser Meinung waren. Hier vergaben sogar über 90% der Senioren die Note „sehr gut“ oder „gut“, während dies in der nördlichen Versorgungsregion nur rund 59% taten. Wenn man im Norden des Landkreises die Bewertung in den einzelnen Gemeinden betrachtet, kann man deutlich zwei Gruppen voneinander unterscheiden. Während in den Gemeinden Cadolzburg, Langenzenn, Puschendorf, Veitsbronn und Wilhermsdorf die „Versorgung mit Apotheken“ durchgängig die Note „gut“ oder besser erhält, schneiden die Gemeinden Obermichelbach, Seukendorf und Tuchenbach mit Noten von „ausreichend“ oder sogar „mangelhaft“ wesentlich schlechter ab (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.5.3). Auch, was die „Versorgung mit Apotheken“ betrifft, konnten seit dem Befragungszeitpunkt bereits zahlreiche Verbesserungsmaßnahmen (Apotheken-Bringdienst) in die Wege geleitet werden, die im Rahmen der Evaluation der Maßnahmenempfehlungen näher beschrieben werden.

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20

2.4

Zusammenfassende Betrachtung des Handlungsfeldes „Integrierte Ortsund Entwicklungsplanung“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth

Aufgrund der Ergebnisse der Seniorenbefragung kann davon ausgegangen werden, dass die Gemeinden im Landkreis Fürth sowohl in Bezug auf die Nahversorgungs- als auch auf die Verkehrsinfrastruktur insgesamt recht gut ausgestattet sind, in einigen Bereichen allerdings noch ein Verbesserungsbedarf besteht. Wie in den vorausgehenden Abschnitten erläutert, wurde die Lebensqualität der Senioren zum Zeitpunkt der Seniorenbefragung in einigen Gemeinden durch unzureichende öffentliche Verkehrsmittel und ungenügend ausgebaute Radwege (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.5.2) sowie im nördlichen Landkreis durch eine unzureichende Versorgung mit Apotheken (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.5.3) beeinträchtigt. Der Arbeitskreis „Seniorenpolitisches Gesamtkonzept“ beschäftigte sich deshalb in einer von insgesamt neun durchgeführten Sitzungen ausführlich mit den genannten Problembereichen. Zu den Themenbereichen „Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel“ und „Radwegeplanung“ wurden die zuständigen Landratsamts-Mitarbeiter zur Sitzung eingeladen. Was die „Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel“ angeht, berichtete die zuständige Mitarbeiterin des Sachgebietes „Öffentlicher Personennahverkehr“ (ÖPNV), dass unmittelbar nach Erscheinen der ersten Ergebnisse der Seniorenbefragung ein Konzept zur Verbesserung des Nahverkehrs im nördlichen Landkreis umgesetzt wurde. So wurden die Verbindungen im nördlichen Landkreis mit der Einführung von den zusätzlichen Buslinien 123, 125 und 126 wesentlich verbessert. Zudem befasst sich die Nahverkehrsplanung des Landkreises zur Zeit mit weiteren Verbesserungsmaßnahmen für den gesamten Landkreis, wie Barrierefreiheit, Verdichtung des Haltestellen-Netzes und der Suche nach Alternativen für wenig genutzte Buslinien, wie z.B. AnrufSammeltaxis oder Bürgerbusse. Mittelfristig sind im Landkreis Fürth also zahlreiche Optimierungen des ÖPNV „in Sicht“, weshalb sich der Arbeitskreis einig war, dass in diesem Bereich auf eine entsprechende Maßnahmenempfehlung verzichtet werden kann. Auch was die „Radwege im Landkreis“ betrifft, berichtete der zuständige Mitarbeiter des Landratsamtes, dass seit Veröffentlichung der Ergebnisse der Seniorenbefragung bereits zahlreiche Verbesserungen durch die Fertigstellung neuer Radwege erfolgt seien.

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Was die in der Seniorenbefragung am häufigsten kritisierten Gemeinden angeht, berichtete er, das der notwendige Geh- und Radweg von Langenzenn nach Raindorf mittlerweile bereits vorhanden ist und im Laufe des Jahres 2012 auch der Radweg von Roßtal nach Clarsbach fertiggestellt werden soll. Darüber hinaus ist für 2012 auch ein Radweg von Anwanden nach Roßtal–Weitersdorf vorgesehen. Der geforderte Radweg in Wilhermsdorf läge allerdings in der Baulast des Freistaats, der zurzeit dafür keine Priorität sehe und somit kurzfristig keine Lösung dieses Problems in Aussicht stünde. Hier läge auch die grundsätzliche Problematik des Radwegebaus, denn in Landkreisen kann es pro Radweg bis zu vier „Baulastträger“ (Bund, Freistaat, Landkreis, Kommune) geben, weshalb sehr viel Koordinierungsarbeit erforderlich sei. Aus diesem Grund sei in diesem Bereich auch eine entsprechende Empfehlung an die Kommunen notwendig, auch ihrerseits einen schlüssigen Ausbau der örtlichen Radwege zu realisieren. Bezüglich des Themenbereichs „Versorgung mit Apotheken“, sollten die Apotheken in den Gemeinden, die in der Seniorenbefragung in diesem Bereich am schlechtesten abschnitten, aufgefordert werden, ihre Werbung für den Lieferservice zu verstärken. Diese und die anderen aus den vorhergehenden Erläuterungen resultierenden Maßnahmen sind in folgender Tabelle abschließend zusammengefasst.

Tab. 2.1:

Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Integrierte Ortsund Entwicklungsplanung“ Zuständigkeit Realisierungszeitraum

Ziele und Maßnahmen Damit die Lücken im Radwegenetz (insbesondere in Wilhermsdorf, Roßtal und Langenzenn) geschlossen werden können, sollen die Kommunen im Rahmen einer Bürgermeisterdienstbesprechung darauf aufmerksam gemacht werden, dass auch auf Gemeindeebene ein Konzept zum Bau der örtlichen Radwege erforderlich ist. Da die Senioren in Obermichelbach, Seukendorf und Tuchenbach sehr häufig die Erreichbarkeit der Apotheken kritisierten, sollten diese ihre Werbung für den Lieferservice verstärken.

Landkreis Fürth, kurzfristig Gemeinden

Apotheken in Obermichelbach, Seukendorf und Tuchenbach.

kurzfristig

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22

3.
3.1

Handlungsfeld „Wohnen im Alter“
Allgemeine Vorbemerkungen

Nach dem Austritt aus dem Berufsleben verbringen die meisten Menschen an keinem anderen Ort mehr Zeit als in ihrer eigenen Wohnung. Die Wohnung spielt daher eine maßgebliche Rolle für das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen. Die Anforderungen an das Wohnen verändern sich sehr stark mit dem Lebensalter. Sie sind zwangsläufig abhängig von der körperlichen, geistigen und seelischen Verfassung des Einzelnen. Sowohl körperliche als auch psychische Einschränkungen treten mit zunehmendem Alter häufiger auf. Auch der Schwerbehindertenanteil unter der älteren Bevölkerung ist erheblich höher als bei den Jüngeren. Nachdem im vorangegangenen Kapitel bereits auf die infrastrukturellen Anforderungen an die Wohnungsumgebung eingegangen wurde (vgl. Kap. 2), soll im Folgenden der Blick auf die Ausstattung einer seniorengerechten Wohnung gerichtet werden. Eine seniorengerecht ausgestattete Wohnung sollte die Sicherheit bieten, auch bei einer eintretenden Einschränkung der Bewegungsfähigkeit noch problemlos bewohnbar zu sein. Die Minimalanforderung an seniorengerechte Wohnungen ist schon durch kleine Veränderungen erreichbar. Beispiele hierfür sind die Verringerung von Stufen und Schwellen, Bewegungshilfen, Haltegriffe an verschiedenen Stellen in der Wohnung oder rutschfeste Bodenbeläge. Eine Übersicht über alle Merkmale einer barrierefreien Wohnung findet sich in der DIN 18 040, Teil 2 (früher: DIN 18 025, Teil 2). Da das seniorengerechte Wohnen in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, haben sich als Alternativen zur stationären Unterbringung eine Reihe von Organisationsmodellen entwickelt, in deren Rahmen das seniorengerechte Wohnen verwirklicht werden kann. Um hier einen einführenden Überblick zu geben, werden die wichtigsten alternativen Wohnformen im Folgenden kurz zusammengefasst. a) Betreutes Wohnen bzw. Service Wohnen In einer betreuten Wohnanlage wohnen die Senioren völlig unabhängig in einer nach DIN 18 040, Teil 2, barrierefrei ausgestatteten Wohnung. Bei Veränderungen des Gesundheitszustandes können die angebotenen Hilfeleistungen in Anspruch genommen, d.h. je nach Bedarf „zugekauft“ werden. Die Wohnanlagen bieten darüber hinaus Gemeinschaftsräume, die Treffpunkte für die Senioren darstellen und einer Vereinsamung im Alter entgegenwirken sollen.

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b) Ambulant betreute Wohngemeinschaften Ambulant betreute Wohngemeinschaften entsprechen einem familienähnlichen Zusammenleben von pflegebedürftigen und oft auch demenzkranken Menschen in einer barrierefreien Wohnung. Jeder Mieter hat ein eigenes Zimmer als Privatbereich, doch Wohnküche, Pflegebad oder andere Gemeinschaftsräume werden meist gemeinsam genutzt. Die Betreuung wird stundenweise oder rund um die Uhr durch Betreuungspersonal sichergestellt. Alltag, Art und Umfang der Pflege- und Betreuungsleistungen werden dabei auf die individuellen Bedürfnisse der BewohnerInnen abgestimmt und von ambulanten Diensten geleistet. c) Seniorenwohngemeinschaften Seniorenwohngemeinschaften, oft auch kurz „Senioren-WGs“ genannt, beruhen auf dem Prinzip, im Alter nicht alleine zu sein und sich gegenseitig nach besten Möglichkeiten zu unterstützen. Meist ist diese Wohnform privat organisiert und kommt dadurch zustande, dass zwei oder mehrere alleinstehende Senioren beschließen, zusammenzuziehen. d) Hausgemeinschaften In Hausgemeinschaften verfügt jeder Bewohner über eine eigene abgeschlossene Wohnung. Zusätzlich existieren für alle Bewohner zugängliche Aufenthaltsräume. Die Organisation des Zusammenlebens sowie die Bewirtschaftung und Pflege der gemeinschaftlich genutzten Räume und Flächen erfolgt in der Regel selbstständig. e) Intergeneratives Wohnen/Mehrgenerationenwohnen Hinter dem Begriff „intergeneratives Wohnen“ verbirgt sich die Idee, dass Personen unterschiedlichen Alters und Familienstandes in einem Haus zusammenleben, um sich gegenseitig zu unterstützen. So können hier beispielsweise junge alleinerziehende Mütter die älteren Bewohner im Haushalt unterstützen und im Gegenzug die älteren Bewohner die Kinder der Jüngeren beaufsichtigen, wenn diese einer Erwerbstätigkeit nachgehen. f) Wohnen im Quartier Quartierskonzepte sehen ambulante und sozialraumorientierte Wohn- und Unterstützungsformen im Quartier vor, die von einer Begegnungsmöglichkeit für ältere Menschen bis hin zur Schaffung einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft reichen können. Hier steht die Sicherstellung bzw. der Aufbau einer kleinräumigen Versorgungsinfrastruktur im Vordergrund – nicht nur für Senioren, sondern für alle Quartiersbewohner.

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g) Betreutes Wohnen zu Hause Das Betreute Wohnen zu Hause bietet die Möglichkeit, in der eigenen Häuslichkeit wohnen zu bleiben, aber dennoch verbindliche, kontinuierliche Betreuung zu bekommen. Mit Hilfe einer Koordinierungsstelle, die als Vertragspartner für die vermittelten Leitungen garantiert, wird die ehrenamtliche oder professionelle Hilfe aus einem breiten Dienstleistungsangebot individuell und bedarfsgerecht zusammengestellt. Das Sozialministerium gewährt dabei eine Anschubfinanzierung für den Aufbau einer Versorgungsstruktur im Rahmen des Betreuten Wohnens zu Hause in einer Höhe von bis zu 10.000 €. Mit Ausnahme des „Betreuten Wohnens zu Hause“ sind alle genannten alternativen Wohnformen für die Senioren mit einem Umzug verbunden, fördern aber im Gegensatz zu klassischen Alten- oder Pflegeheimen ein selbstbestimmtes Leben der Senioren, solange sie dieses in einzelnen Bereichen noch führen können.

3.2

Bestand und Planungen im Bereich der seniorengerechten Wohnangebote im Landkreis Fürth

Auch im Landkreis Fürth gibt es neben den „klassischen“ Einrichtungen der Seniorenhilfe noch anderweitige Wohnangebote, in denen die Senioren als Eigentümer oder als Mieter in einer seniorengerecht ausgestatteten Umgebung wohnen und dort teilweise auch nach Bedarf ambulant betreut werden können. Die folgende Tabelle gibt einen aktuellen Überblick über den Bestand im Bereich der seniorengerechten Wohnangebote im Landkreis Fürth.

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25

Tab. 3.1: Bestand und Planungen im Bereich der seniorengerechten Wohnangebote im Landkreis Fürth*
Wohnobjekt/Träger AWO Residenz Langenzenn Seniorengerechtes Wohnen der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Langenzenn Betreutes Wohnen der Hospitalstiftung, Langenzenn Betreutes Wohnen im Pflegezentrum Ulsenheimer, Großhabersdorf Betreutes Wohnen im Seniorenpflegehaus Sonnenbogen Oberasbach Betreutes Wohnen am Jakobsberg / Diakoniestation Roßtal Seniorenwohnanlage St. Michael des Caritasverbandes, Stein Eigentumsverhältnis Eigentumswohnungen, zum Teil vermietet Wohneinheiten 30 Wohnungsangebot 26 x 2-Zimmer-Wohnungen, 4 x 3-Zimmer-Wohnungen

Mietwohnungen

2

1 x 2-Zimmer-Wohnung, 1 x 3-Zimmer-Wohnung

Mietwohnungen

12

8 x 1-Zimmer-Wohnung, 4 x 2-Zimmer-Wohnung

Mietwohnungen

12

4 x 2-Zimmer-Wohnungen, 8 x 3-Zimmer-Wohnungen

Eigentumswohnungen, zum Teil vermietet

30

24 x 2-Zimmer-Wohnungen, 6 x 3-Zimmer-Wohnungen

Eigentumswohnungen, zum Teil vermietet

36

15 x 1-Zimmer-Wohnungen, 18 x 2-Zimmer-Wohnungen, 3 x 3-Zimmer-Wohnungen 48 x 1-Zimmer-Wohnungen, 13 x 1,5-Zimmer-Wohnungen, 31 x 2-Zimmer-Wohnungen 6 x 3-Zimmer-Wohnungen 4 x 4-Zimmer-Wohnungen Wohnungsangebot 5 x 2-Zimmer-Wohnungen, 7 x 3-Zimmer-Wohnungen, 2 x 4-Zimmer-Wohnungen 2 x 1-Zimmer-Wohnungen, 15 x 2-Zimmer-Wohnungen, 15 x 3-Zimmer-Wohnungen 14 x 2-Zimmer-Wohnungen, 4 x 3-Zimmer-Wohnungen 16 x 1-Zimmer-Wohnungen, 24 x 2-Zimmer-Wohnungen, 8 x 3-Zimmer-Wohnungen

Mietwohnungen

102

geplante Wohnobjekte Bürgerstiftung Ammerndorf Betreutes Wohnen in der Rangau Seniorenresidenz der Diakonie Fürth, Oberasbach Seniorenhaus der Diakonie Wilhermsdorf Wohnanlage „Neue Mitte“ der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Zirndorf

Eigentumsverhältnis

Wohneinheiten 14

Mietwohnungen

Eigentumswohnungen, zum Teil zu vermieten

32

Eigentumswohnungen, zum Teil zu vermieten

18

Mietwohnungen

48

* Ohne die „ambulant betreuten Wohngemeinschaften“, da diese in Kap. 10 gesondert betrachtet werden.

Quelle: Erhebung von MODUS-Sozialforschung 2010 (aktualisiert 2011)

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Wie aus der Tabelle hervorgeht, stehen den Senioren im Landkreis Fürth derzeit zwar nur sieben seniorengerechte Wohnangebote mit insgesamt 224 Wohneinheiten zur Verfügung, die zum Erhebungszeitpunkt von 275 Bewohnern genutzt wurden. Für die nächsten Jahre sind jedoch fünf weitere seniorengerechte Wohnangebote mit voraussichtlich 112 neuen Wohneinheiten geplant, wodurch sich das Angebot für die Senioren im Landkreis Fürth um 50% erhöht. Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über den Bestand und die Planungen im Bereich der seniorengerechten Wohnangebote im Landkreis Fürth differenziert nach Wohnungsgröße. Abb. 3.1: Bestand und Planungen im Bereich der seniorengerechten Wohnangebote im Landkreis Fürth nach Wohnungsgröße

48,2%

5,8%

51,8%

108

13

58
18

71
32 31,7%

16,1%

36

14,3%

32,1%

3,9%

49,4%

13

166
89
68

26,5%

20,2%
Quelle: Seniorenbefragung von MODUS-Sozialforschung 2010

Ein-Zimmer-Wohnungen Eineinhalb-Zimmer-Wohnungen Zwei-Zimmer-Wohnungen Drei-/Vier-Zimmer-Wohnungen

Wie die Abbildung zeigt, stehen den Senioren im Landkreis Fürth derzeit vor allem kleinere Wohnungen zur Verfügung. Durch die geplanten Wohnobjekte verdoppelt sich zukünftig jedoch das Angebot an Drei-/Vier-Zimmer-Wohnungen. Weiterhin verbessert sich durch die geplanten Wohnobjekte auch die räumliche Verteilung des seniorengerechten Wohnangebotes im Landkreis Fürth. Während sich das Angebot heute noch auf nur fünf Gemeinden beschränkt, wird es in absehbarer Zukunft in acht Gemeinden ein seniorengerechtes Wohnangebot geben, wie folgende kartographische Abbildung zeigt.

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Abb. 3.2: Räumliche Verteilung der seniorengerechten Wohnangebote im Landkreis Fürth

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3.3

Ergebnisse der Seniorenbefragung in Bezug auf das Handlungsfeld “Wohnen im Alter“

Um einen Überblick zu bekommen, inwieweit die älteren Menschen im Landkreis Fürth in seniorengerecht ausgestatteten Wohnungen leben, wurde dieses Thema im Rahmen der Seniorenbefragung anhand mehrerer Fragen beleuchtet (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.2.5). Zunächst wurden die älteren Menschen allgemein danach gefragt, ob sie der Meinung sind, dass ihre Wohnung seniorengerecht ausgestattet ist, so dass sie sich auch bei einer eventuell eintretenden Hilfebedürftigkeit noch als Wohnraum eignet. Mit einem Anteilswert von fast 56% zeigten sich über die Hälfte der Senioren davon überzeugt, dass ihre Wohnung seniorengerecht ausgestattet ist. Bei der zweiten Frage, bei der nach den konkret in der Wohnung vorhandenen Sicherheits- und Hilfseinrichtungen gefragt wurde, stellte sich jedoch heraus, dass eine vollständig seniorengerechte Ausstattung nur in relativ wenigen Wohnungen vorhanden ist. Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über die einzelnen Sicherheits- und Hilfseinrichtungen, die in den Wohnungen der Senioren im Landkreis Fürth vorhanden sind.

Abb. 3.3:

Vorhandene Sicherheits- und Hilfseinrichtungen in den Wohnungen der Senioren im Landkreis Fürth

abgesenkte Türschwellen

59,0%

Haltegriffe im Bad

54,7%

rutschfeste Bodenbeläge

45,7%

Haltegriffe an anderen Stellen der Wohnung

9,9%

Notrufgerät

5,0%

sonstige Hilfs- u. Sicherheitseinrichtungen

8,0%

keine Hilfs- und Sicherheitseinrichtungen

29,4%
0,0% 10,0% 20,0% 30,0% 40,0% 50,0% 60,0%

Quelle: Seniorenbefragung von MODUS-Sozialforschung 2009

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Die Abbildung zeigt, dass Haltegriffe im Bad mit rund 55% noch relativ oft in den Wohnungen vorhanden sind, während sich an anderen Stellen der Wohnung nur bei knapp 10% der Senioren Haltegriffe befinden. Mit rutschfesten Bodenbelägen sind knapp 46% der Wohnungen ausgestattet und über abgesenkte Türschwellen verfügen 59% der Wohnungen. Notrufgeräte sind in rund 5% und sonstige Sicherheits- und Hilfseinrichtungen in rund 8% der Wohnungen vorhanden. Hier wurde von den Senioren am häufigsten der Badewannenlifter genannt. Insgesamt sind nur 1% der Wohnungen mit allen aufgeführten Sicherheits- und Hilfseinrichtungen ausgestattet. Mit einem Anteil von knapp 30% ist dagegen fast in einem Drittel der Wohnungen keine einzige der genannten Einrichtungen vorhanden. Zumindest über eine Hilfseinrichtung verfügen jedoch immerhin knapp 46%. Es handelt sich dabei um eine der drei am häufigsten genannten Einrichtungen: Haltegriffe im Bad, rutschfeste Bodenbeläge oder abgesenkte Türschwellen. Alle drei Kriterien gleichzeitig sind in 23,7% der Wohnungen erfüllt. Es kann somit festgestellt werden, dass etwa jede vierte Wohnung über eine gewisse seniorengerechte Grundausstattung verfügt. Die Mehrzahl der älteren Menschen hat also für den Fall der Hilfe- oder Pflegebedürftigkeit noch keine ausreichenden Vorsorgemaßnahmen in ihrer Wohnung getroffen. Häufig werden entsprechende Maßnahmen erst nach eingetretener Hilfebedürftigkeit durchgeführt. Da der Anteil der Hilfebedürftigen mit steigendem Alter zunimmt, müsste sich also bei den betagten Senioren ein höherer Anteil an seniorengerecht ausgestatteten Wohnungen ergeben als bei den jüngeren Senioren. Inwieweit dies auf die Senioren im Landkreis Fürth zutrifft, zeigt folgende Abbildung.

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Abb. 3.4:

Seniorengerechte Grundausstattung der Wohnungen nach Altersgruppen

keine altengerechte Ausstattung altengerechte Grundausstattung

65 b.u. 70 J.

21,3%

70 b.u. 75 J.

24,4%

76,3%

23,7%

75 b.u. 80 J.

29,5%

80 J. u. älter

25,5%

0,0%

10,0%

20,0%

30,0%

40,0%

Quelle: Seniorenbefragung von MODUS-Sozialforschung 2009

Wie die Abbildung zeigt, besteht im Landkreis Fürth kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der seniorengerechten Ausstattung der Wohnung und dem Alter. Der Anteil der seniorengerecht ausgestatteten Wohnungen ist bei den 75- bis 80-jährigen Senioren sogar etwas höher als bei den über 80-jährigen Senioren. Aufgrund der Seniorenbefragung im Landkreis Fürth ist also festzustellen, dass bei den hochbetagten Senioren ab 80 Jahren der Anteil der seniorengerecht ausgestatteten Wohnungen relativ gering ist. Dies kann bei eintretender Hilfebedürftigkeit durchaus zum Problem werden, denn während Haltegriffe im Bad bei Bedarf relativ schnell angebracht werden können, sind andere Umbaumaßnahmen, wie beispielsweise abgesenkte Türschwellen, mit größerem Aufwand verbunden. Des Weiteren ging aus der Seniorenbefragung hervor, dass nur jeder vierte Befragte bereit wäre, seine Wohnung aufzugeben, wenn er seinen Haushalt nicht mehr selbstständig führen könnte. Pflegebedürftigkeit hingegen würde mit einem Anteil von rund 40% relativ viele Senioren zu einem Umzug veranlassen. Allerdings gaben rund 32% der Senioren im Landkreis Fürth an, sich auch bei Hilfe- oder Pflegebedürftigkeit nicht vorstellen zu können, noch einmal umzuziehen. Diese geringe Umzugsbereitschaft der Senioren im Landkreis Fürth stellt keineswegs eine Ausnahmesituation dar, sondern ist ein allgemein bekanntes Phänomen.

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Umso mehr ist es von Bedeutung, die Bevölkerung für Möglichkeiten des seniorengerechten Bauens und der Wohnungsanpassung zu sensibilisieren. Senioren, die in nicht seniorengerechten Wohnungen leben, sind einem erhöhten Unfallrisiko in den eigenen vier Wänden ausgesetzt. Kleine, durch einfache Maßnahmen wie Haltegriffe oder rutschfeste Bodenbeläge vermeidbare Unfälle können leicht dazu führen, dass der betroffene ältere Mensch seine Wohnung aufgeben und in eine kostenintensive Einrichtung der Seniorenhilfe umziehen muss. Wie und in welchem Umfang solche Umbaumaßnahmen im konkreten Einzelfall sinnvoll und umsetzbar sind, ist für die Senioren selbst allerdings nur schwer einschätzbar. Aus diesem Grund gewinnen die Angebote der Wohnungsanpassungsberatung zunehmend an Bedeutung. Mit Hilfe von Experten werden den Senioren dabei Möglichkeiten aufgezeigt, ihre Wohnungen individuell und situationsgerecht so umzugestalten, dass sie auch im Falle einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes noch möglichst lange darin wohnen bleiben können. Die Alternative zu dem seniorengerechten Ausbau der jetzigen Wohnung ist der Umzug in eine seniorengerechte Wohnung. Im Bereich der seniorengerechten Wohnangebote entstanden in den letzten Jahren verschiedene Wohnformen für ältere Menschen. Deshalb sollten die Befragten Angaben darüber machen, welche Wohnformen für Senioren ihnen bekannt sind und ob sie Interesse haben, solche Alternativen im Bedarfsfall zu nutzen. Die folgende Grafik gibt zunächst einen Überblick über die Bekanntheit der drei am häufigsten verbreiteten alternativen Wohnangebote.

Abb. 3.5:

Bekanntheit von alternativen Wohnformen für ältere Menschen

100,0%

80,0%

82,7%

60,0%

40,0%

30,8%
20,0%

29,3%

0,0% Betreutes Wohnen Mehrgenerationenhaus amb. betr. Wohngemeinschaft
Quelle: Seniorenbefragung von MODUS-Sozialforschung 2009

4,2%

sonstige

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Knapp 83% der Befragten gaben an, über das „Betreute Wohnen“ Bescheid zu wissen. Zwei andere alternative Wohnformen für ältere Menschen, nämlich „ambulant betreute Wohngemeinschaften“ und „Mehrgenerationenhäuser“, waren hingegen nur jeweils deutlich weniger als einem Drittel der Befragten bekannt. Anschließend sollten die Senioren Angaben dazu machen, an welcher der drei genannten alternativen Wohnformen sie Interesse hätten und wenn ja, welche Eigentumsform sie dann bevorzugen würden.

Abb. 3.6:

Interesse der Senioren an alternativen Wohnformen

20,8% 67,9% 23,6%

30,9% 17,8% 24,7% 6,7% 7,6%

71,2%

19,1% 5,0% 4,7% Sehr großes Interesse Interesse, bei bezahlbaren Preisen Kein Interesse k.A.

Quelle: Seniorenbefragung von MODUS-Sozialforschung 2009

Insgesamt bekundeten im Rahmen der Befragung knapp ein Viertel der Senioren im Landkreis Fürth ein sehr großes Interesse am „Betreuten Wohnen“. Weitere 23,6% der Senioren äußerten ein Interesse an dieser Wohnform unter der Bedingung, dass die finanziellen Aufwendungen nicht sehr viel höher als bei ihrer jetzigen Wohnung sein dürften. Bei letztgenannter Gruppe ist das Interesse am „Betreuten Wohnen“ also stark vom Kostenaspekt abhängig. Diese Personen können somit nur bedingt als potentielle Kunden für diese Wohnform angesehen werden. Um aber dennoch einschätzen zu können, wie groß der Anteil der Senioren ist, die bei entsprechenden Voraussetzungen als potentielle Kunden für das „Betreute Wohnen“ angesehen werden können, wurden die Ergebnisse bezüglich der finanziellen Aufwendungen für die derzeitige Wohnung in die Analyse einbezogen.

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Dabei zeigte sich, dass ein Großteil der potentiellen Interessenten nur eine sehr geringe Miete für die jetzige Wohnung zahlt und somit kaum als Kunde für das „Betreute Wohnen“ in Frage kommt. Einige Senioren wenden jedoch auch für ihre jetzige Wohnung monatlich bereits mehr als 900,- € auf. Diese können ebenfalls als potentielle Kunden für das „Betreute Wohnen“ angesehen werden. Da die beiden anderen alternativen Wohnformen, die „ambulant betreuten Wohngemeinschaften“ und die „Mehrgenerationenhäuser“, viel weniger Senioren bekannt sind als das „Betreute Wohnen“, ist das Interesse der Befragten für diese Wohnformen natürlich auch wesentlich geringer. An den „Mehrgenerationenhäusern“ zeigen insgesamt etwa 10% der Senioren Interesse, wobei von diesen Personen allerdings nur die Hälfte ein sehr großes Interesse hat, die andere Hälfte hat nur Interesse bei bezahlbaren Preisen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den „ambulant betreuten Wohngemeinschaften“, hier ist mit einem Anteil von insgesamt rund 14% das Interesse sogar noch ein wenig größer. Aber auch hier meint mehr als die Hälfte der interessierten Senioren, dass ihr Interesse davon abhängt, dass die neue Wohnung nicht viel mehr kosten dürfe als ihre jetzige (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.2.5).

3.4

Zusammenfassende Betrachtung des Handlungsfeldes „Wohnen im Alter“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth

Bis ins hohe Alter in der vertrauten Wohnung leben zu können entspricht dem Wunsch der Senioren nach einem möglichst großen Maß an Selbstständigkeit und Individualität. Um dies dauerhaft sicherzustellen, ist auch im Landkreis Fürth noch ein erheblicher Verbesserungsbedarf zu erkennen. Dies zeigt sich schon allein an den derzeit neu geplanten seniorengerechten Wohnungen im Landkreis Fürth (vgl. Kap. 3.2). Doch auch aufgrund der durchgeführten Seniorenbefragung zeigen sich deutliche Defizite, insbesondere in Bezug auf die Wohnungsanpassung und die Bekanntheit von alternativen Wohnformen im Alter (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.2.5). Auch der Arbeitskreis „Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth“ war sich einig, dass im Landkreis Fürth noch ein deutlicher Verbesserungsbedarf im Handlungsfeld „Wohnen im Alter“ besteht, und beschloss deshalb folgende Maßnahmen, wobei darauf hinzuweisen ist, dass sich die Maßnahmenempfehlung zur Wohnraumberatung bereits in der Umsetzungsphase befindet.

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Tab. 3.2:

Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Wohnen im Alter“ Zuständigkeit Realisierungszeitraum

Ziele und Maßnahmen
Um zu erreichen, dass die Bauherren/Bauträger zukünftig häufiger barrierefrei bauen, soll das Landratsamt einen aussagekräftigen und nicht zu umfangreichen Flyer zum Thema „Barrierefreies Bauen“ entwickeln. Dazu soll der Behindertenbeauftragte des Landkreises einen ersten Entwurf liefern. Dieser Entwurf soll dann im Rahmen der BürgermeisterDienstbesprechung den Landkreisbürgermeistern vorgestellt werden. Nachdem die Anregungen der Bürgermeister eingearbeitet sind, soll der Flyer folgendermaßen verbreitet werden: Die Landkreiskommunen erhalten eine bestimmte Anzahl von Flyern zur Verteilung an BauInteressenten. Der Flyer wird vom Bauamt allen Baugenehmigungen (Ein- und Mehrfamilienhäuser) beigelegt. Außerdem soll der Flyer ins Internet auf eine neu zu gestaltende Seite „Wohnraumanpassungsberatung“ und auf die Seite der Bauabteilung (Bauverwaltung - Häufig gestellte Fragen zum Thema „Bauen“) eingestellt werden. Das Regionalmanagement führt im Rahmen seines Handlungsfeld 1 „Demographischer Wandel/Familie und ältere Bürger/Soziale Angelegenheiten“ ein Projekt „Wohnraumanpassungsberater für Senioren“ durch (vgl. Projektskizze im Anhang). Unterprojekt A: Sobald das Projekt „Gewinnung von Wohnraumanpassungsberatern“ etabliert ist, soll der in der Projektskizze genannte Personenkreis von den Beratern im Rahmen von Vortragsveranstaltungen für das Thema sensibilisiert werden. Unterprojekt B: Das Regionalmanagement/die Wirtschaftsförderung soll das Sonderthema „Verbindung von energetischer Sanierung und Wohnraumanpassung“ (Arbeitstitel) für den nächsten Energietag des Landkreises einplanen, sofern bis dahin bereits ausreichend Berater für die Wohnraumanpassung zur Verfügung stehen. Unterprojekt C: Sobald vom Regionalmanagement geeignete Wohnraumanpassungsberater gefunden sind, soll den Volkshochschulen angeboten werden, mit diesen Personen entsprechende Veranstaltungen abzuhalten. Außerdem sollen die künftigen Berater auch in den Gemeinden bei Seniorenveranstaltungen Vorträge zum Thema Wohnraumanpassung abhalten.

Behindertenbeauftragter in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten und dem Büro des Landrats

mittelfristig

Regionalmanagement im Einvernehmen mit der Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten Regionalmanagement mit den künftigen Wohnraumanpassungsberatern Regionalmanagement in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsförderung und den künftigen Wohnraumanpassungsberatern Regionalmanagement mit künftigen Wohnraumanpassungsberatern und der Koordinierungsstelle/AG Senioren

kurzfristig

mittelfristig

kurzfristig

kurzfristig

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35

Ziele und Maßnahmen
Für die Landkreishomepage soll eine Seite „Wohnraumanpassungsberatung“ eingerichtet werden, auf der neben einem Infotext, dem Flyer (siehe oben) sowie der Adressen der Wohnraumanpassungsberater (siehe oben) auch eine Check-Liste eingestellt wird. Darauf soll anschließend im Landkreismagazin, im Rahmen der AG-Senioren-Treffen und in der Bürgermeister-Dienstbesprechung hingewiesen werden. Bürger, die nicht über einen InternetZugang verfügen, sollen das Info-Material bei ihrer örtlichen Seniorenvertretung in Papierform abholen bzw. bei der Koordinierungsstelle anfordern können. Im Landkreismagazin sind zukünftig regelmäßig Artikel zum Thema Wohnraumanpassung zu veröffentlichen. Es soll so zur Plattform für die künftigen Wohnraumanpassungsberater werden. Außerdem soll im Landkreismagazin auch regelmäßig auf die Internet-Seite „Wohnraumanpassungsberatung“ hingewiesen werden. In der nächsten Ausgabe des „Ratgebers für Senioren im Landkreis Fürth“ soll dem Thema „Wohnraumanpassung“ ein gesondertes Kapitel mit ausführlichen Informationen und Adressenteil gewidmet werden. Die Sparkasse soll in den regelmäßig stattfindenden Gesprächen mit dem Sprecher-Gremium der AG Senioren und der Koordinierungsstelle über die verschiedenen Maßnahmen informiert werden, um sich bei Interesse einbringen zu können (Wohnraumanpassungs-/Energietag, etc.).

Zuständigkeit

Realisierungszeitraum

Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten in Zukurzfristig sammenarbeit mit (nach Akquiriedem Behindertenrung der Wohnbeauftragten und raumanpasdem Regionalmasungsberater) nagement sowie dem Büro des Landrats Redaktion des Landkreismagazins in Zusammenarbeit mit den Wohnraumanpassungsberatern und der Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten. Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten des Landratsamtes Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten zusammen mit dem Sprecher-Gremium der AG Senioren

kurzfristig

kurzfristig

kurzfristig

Das Regionalmanagement soll regelmäßig recherchieren, inwieweit Projekte aus dem Bereich „DemoRegionalmanagegraphischer Wandel/Senioren“ durch öffentliche Mitment tel (EU, Bund, Freistaat) gefördert werden können und ggf. Vorschläge dazu ausarbeiten. Damit weitere WBGs ihren Wohnungsbestand im Landkreis „seniorengerecht“ gestalten, soll eine InfoVeranstaltung mit den Landkreisbürgermeistern, ihren zuständigen Bauamts-Mitarbeitern, kommunalen und privaten Wohnungsbauträgern durchgeführt werden. Dabei soll der Behindertenbeauftragte des Landkreises zusammen mit dem Behindertenbeauftragten des Freistaats (Hr. Beck) und der Kreishandwerkerschaft (Hr. Mörtel) über die Notwendigkeit seniorengerecht bzw. barrierefrei gestalteter Wohnungen informieren. Es soll ein „Musterzimmer“ eingerichtet werden (beispielsweise in einer Einrichtung des Diakonischen Werks). Das Regionalmanagement soll hierfür Sponsoren (z.B. Lions, Rotarier) akquirieren.

kontinuierlich

Behindertenbeauftragter in Zusammenarbeit mit Regionalmanagement, Kreishandwerkerschaft, Büro des Landrats

kurzfristig

Regionalmanagement in Zus. mit dem Behindertenbeauftragten

mittelfristig

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4.
4.1

Handlungsfeld „Beratung und Information/Öffentlichkeitsarbeit“
Allgemeine Vorbemerkungen

Beratung, Information und Öffentlichkeitsarbeit sind essentielle Bausteine einer funktionierenden Seniorenhilfe. Im Zuge der immer reichhaltiger werdenden Angebotspalette wird es allerdings zusehends wichtiger, die Angebote zu strukturieren und in überschaubaren Konzepten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Denn die erste Voraussetzung für die Auswahl einer geeigneten Hilfe ist das Wissen um ihre Existenz und die Kenntnis der unterschiedlichen Ansprechpartner. Als nächsten Schritt bedarf es einer kompetenten Beratung, die individuell sowohl für die Senioren als auch für ihre Angehörigen erfolgen kann oder die in Form von Vorträgen aktuelle Informationen weitergibt. Die Informationen zu den einzelnen Hilfen sollten möglichst wohnortnah und unbürokratisch zugänglich sein. In den Gemeinden, in denen keine eigenständige Beratungsstelle zur Verfügung steht, müssen zumindest eine Erstinformation und die Weitervermittlung an eine geeignete Stelle über Seniorenvertreter vor Ort möglich sein. Eine wichtige Untersuchungsebene ist es deshalb, die Beratungs- und Informationsstellen im Landkreis und in den einzelnen Gemeinden zu erfassen und ihre Leistungen für Senioren abzufragen. Weitere wesentliche Punkte stellen die Mitbestimmung und die Interessensvertretung der Senioren dar. Als vermittelnde und teilweise auch beratende Instanz zwischen älteren Menschen und politischen Gremien werden an vielen Orten Seniorenbeiräte oder Seniorenbeauftragte installiert. Sie sind Bindeglieder zwischen den älteren Menschen und Organisationen aus Politik und Verwaltung. Auch sie spielen in dem umfangreichen Feld der Beratung und Information vor allem auf niedrigschwelliger Ebene eine wichtige Rolle.

4.2

Bestandsaufnahme der Beratungsmöglichkeiten im Landkreis Fürth

Im Rahmen der Bestandsaufnahme für den Landkreis Fürth wurden die Beratungsmöglichkeiten für Senioren erfasst und detailliert nach Trägerschaft, Nutzer und Angebotspalette befragt. Dabei wurden die Beratungsstellen, die ihre Geschäftsstelle zwar in der Stadt Fürth haben, aber dennoch auch für die Landkreisbewohner zuständig sind, in die Bestandserhebung mit aufgenommen. Ein weiterer Abschnitt ist den Seniorenbeauftragten der Gemeinden gewidmet, bevor Verbesserungsmaßnahmen für den Bereich Beratung und Information vorgeschlagen werden. Die nachfolgende kartographische Abbildung zeigt zunächst die regionale Verteilung aller Beratungs- und Informationsmöglichkeiten im Landkreis Fürth, einschließlich der in der Stadt Fürth gelegenen Beratungsstellen.

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Abb. 4.1: Informations- und Beratungsmöglichkeiten im Landkreis Fürth

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4.2.1 Informations- und Beratungsmöglichkeiten für Senioren im Landratsamt Fürth Eine wichtige Informations- und Beratungsmöglichkeit ist das Landratsamt Fürth. Hier wurde 2009 die Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten mit einer hauptamtlichen Mitarbeiterin eingerichtet. Folgende Hauptaufgaben obliegen ihrer Zuständigkeit: • • • • • • • Ansprechpartnerin für alle Seniorenfragen Begleitung des „Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes“ für den Landkreis Ansprechpartnerin für die Arbeitsgemeinschaft Senioren im Landkreis Vernetzung der seniorenrelevanten Bereiche innerhalb und außerhalb der Landkreisverwaltung Seniorenhilfeförderung (Zuschüsse für ambulante Pflegedienste etc.) Zusammenarbeit mit Heimaufsicht und Betreuungsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Ratgeber für Senioren im Landkreis Fürth)

Die Beratung hilfesuchender Senioren und ihrer Angehörigen gehört zwar nicht explizit zum Aufgabenbereich der Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten, aber gerade die Funktion als Ansprechpartnerin für allgemeine Seniorenfragen schafft ein breites Wissen über vorhandene Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfsangebote. Eine ähnliche Konsequenz ergibt sich sowohl aus der Aufgabe der Vernetzung sämtlicher seniorenrelevanter Bereiche als auch durch die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft für Senioren im Landkreis. Der daraus resultierende Überblick über das Angebot und die Nachfrage von Beratungs- und Hilfsangeboten ermöglicht eine Weitervermittlung ratsuchender Senioren zu passenden Beratungsstellen und Anbietern von Seniorenhilfe. Weitere Ausführungen zu den Aufgaben der Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten erscheinen im Kontext des Handlungsfeldes 10 „Steuerung, Kooperation, Vernetzung“. Ein wichtiges Organ, um umfassende Informationen über alle relevanten Themen für Senioren zu bekommen, ist der „Ratgeber für Senioren und deren Angehörige im Landkreis Fürth“. Er wird sowohl als Broschüre als auch im Internet veröffentlicht und enthält neben umfassenden Informationen auch sämtliche Adressen und Telefonnummern von Organisationen und Veranstaltern aus dem Bereich der Seniorenhilfe. Der folgende Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis gibt einen kurzen Einblick in das Themenspektrum. • • • • • Wichtige Rufnummern Seniorenvertretungen im Landkreis Allgemeine Information und Beratung Freizeit und Bildung Gesundheit und Krankheit

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• • • •

Pflegen und Betreuen Wohnen im Alter Rechtsberatung und Rechtshilfe Finanzen im Alter

Darüber hinaus können sich die älteren Menschen über das „Landkreismagazin“ informieren, das vierzehntägig erscheint und das auch über das Internet abrufbar ist. Hier wurden beispielsweise schon alle Seniorenvertreter und Seniorenbeiräte des Landkreises ausführlich vorgestellt. Auch eine Auflistung der im Landkreis vertretenen Nachbarschaftshilfen wurde bereits veröffentlicht. Weiter stellt der Landkreis Fürth den Organisatoren der Seniorenhilfe und den Veranstaltern von Seniorenveranstaltungen die Internetplattform AHIS zur Verfügung. Dort können sich die Anbieter aus dem Bereich der Seniorenarbeit in jeder Gemeinde mit ihren Ansprechpartnern, ihren Leistungen und Angeboten präsentieren. Das beinhaltet Begegnungsmöglichkeiten genauso wie nachbarschaftliche Unterstützungsangebote. Ebenso können Beratungsmöglichkeiten und die Seniorenvertretungen der jeweiligen Gemeinden vorgestellt werden. Der Benutzer bekommt so sehr schnell einen Überblick über das Angebot in seiner Gemeinde, erhält zentral Kenntnis über Ansprechpartner und Termine und kann sich durch weiterführende Links bei Bedarf noch detaillierter informieren. Neben der Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten bieten innerhalb des Landratsamtes außerdem folgende Dienststellen im Rahmen ihres Tätigkeitsbereiches auch Beratungen für Senioren an.

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Tab. 4.1: Informations- und Beratungsmöglichkeiten für Senioren innerhalb der Landkreisverwaltung Dienststelle Soziale Hilfen (Sachgebiet Sozialwesen) Informations-/Beratungsangebot • Grundsicherung im Alter • Hilfen zum Lebensunterhalt • Hilfe zur Pflege • Kriegsopferfürsorge • Beratung und Unterstützung von betroffenen Personen und deren Angehörigen bei der Einleitung eines Betreuungsverfahrens sowie bei laufenden Verfahren Betreuungsstelle und Heimaufsicht (FQA) (Sachgebiet Sozialwesen) • Aufklärung zu Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung • Einführung in die Aufgabe des Betreuers • Durchführung von Info-Veranstaltungen bei örtlichen Seniorenvertretungen und weiteren Akteuren der Seniorenarbeit • Beratung und Information der Bewohner von stationären Einrichtungen, der Einrichtungen selbst sowie deren Träger und der Öffentlichkeit Wohngeld und besondere Angelegenheiten (Sachgebiet Sozialwesen) Allgemeiner Sozialdienst – Gesundheitshilfe (Staatliches Gesundheitsamt) • Beratung zu Wohngeld-Anträgen (auch für Bewohner von stationären Einrichtungen) • Rentenberatung • Beratung in Notlagen • Beratung bei Suchtgefährdung und Suchtmittelabhängigkeit • Hilfsangebote für alterskranke Menschen

Wohnraumberatung • Vermittlung von Beraterinnen/Beratern zur seniorenge(Regionalmanagement) rechten Umgestaltung der häuslichen Umgebung Wohnungswesen (Bauabteilung) ÖPNV (Abt. Sicherheit und Ordnung) Gartenfachberater (Abt. Kreiseinrichtungen) • Vermittlung von Zuschüsse und Darlehen zur Anpassung des Wohnraums für schwer behinderte und schwer erkrankte Menschen • Auskunft zu Fahrplänen • Info-Veranstaltungen zum Umgang mit Fahrausweisautomaten in den einzelnen Seniorenvertretungen Beratung bei der Gestaltung seniorengerechter Gärten

Quelle: Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten im Landratsamt Fürth 2012

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4.2.2 Beratungs- und Informationsmöglichkeiten für Senioren im Landkreis Fürth Grundsätzlich stehen im Bereich der Informations- und Beratungsmöglichkeiten im Landkreis Fürth auf örtlicher Ebene die ambulanten Dienste zur Verfügung. In der Regel beschränkt sich die Beratung hier allerdings weitgehend auf Auskünfte hinsichtlich der Angebotspalette im ambulanten und teilweise auch stationären Bereich und deren Finanzierung über die Pflege- und Krankenkassen. Eine umfassendere Beratung ist aufgrund des Mangels an Personal, das ausschließlich für Beratung zuständig ist, innerhalb der Dienste aber kaum möglich. Die Sozialstationen der größeren Wohlfahrtsverbände haben jedoch die Möglichkeit, die Senioren mit erhöhtem Beratungsbedarf an ihre speziellen Beratungsstellen weiterzuvermitteln. Hier spielen auch die Fachstellen für pflegende Angehörige eine größere Rolle (vgl. Kap. 10). Ebenso bieten die Pflegekassen der Krankenversicherungen Beratungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen an. Bei Fragen zur Rente, Rentenversicherung oder sozialrechtlichen Angelegenheiten können sich die älteren Menschen an die Sozial- und Versicherungsämter oder die Rentenversicherungsämter ihrer jeweiligen Gemeindeverwaltung wenden. Dort wird ihnen von den zuständigen Mitarbeitern weitergeholfen. In dieser Funktion haben die Gemeinden Ammerndorf, Stein, Veitsbronn und Zirndorf im Rahmen der Bestandserhebung ihre Beratungsstellen gemeldet. In der Stadt Langenzenn können sich die älteren Menschen im Bürgerbüro beraten lassen. Außerdem bietet die Deutsche Rentenversicherung über ihre Versichertenältesten Beratungen zur Rentenversicherung an. Im Landkreis Fürth finden Beratungen durch die Versichertenältesten in den Gemeinden Cadolzburg, Langenzenn, Veitsbronn, Wilhermsdorf und Zirndorf statt. Weiter berät der VdK seine Mitglieder in allen sozialrechtlichen Angelegenheiten. Im Landkreis Fürth gibt es Ortsverbände in den Gemeinden Ammerndorf, Cadolzburg, Großhabersdorf, Langenzenn, Oberasbach, Roßtal, Stein, Veitsbronn, Wilhermsdorf und Zirndorf. Zwar müssen die Senioren auch hier für eine umfassende Beratung die Sprechstunden in der Geschäftsstelle des VdK-Kreisverbandes in der Stadt Fürth aufsuchen, als erste Ansprechpartner erfüllen die Vertreter der einzelnen Ortsverbände jedoch eine nicht zu unterschätzende Funktion. Auf Gemeindeebene sind es vornehmlich die persönlichen Ansprechpartner, wie Hausärzte oder MitarbeiterInnen der ambulanten Dienste, die erste Informationen weitergeben oder an weiterführende Beratungsstellen vermitteln. Zudem findet Beratung hier immer wieder auch außerhalb organisierter Sprechstunden statt, z.B. mit Vertretern der Kirchengemeinde oder Ansprechpartnern der Verwaltung.

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Darüber hinaus werden im Rahmen von Selbsthilfegruppen Informationen weitergegeben und Unterstützung geleistet, dies trifft besonders auf kranke ältere Menschen und deren Angehörige zu. In besonderen Fällen kann auch die Beratung des sozialpsychiatrischen Dienstes des Bezirks Mittelfranken in Anspruch genommen werden.

4.2.3 Beratungs- und Informationsstellen für Senioren mit Sitz in der Stadt Fürth Folgende Wohlfahrts- und Sozialverbände bieten Beratungen für Senioren aus dem Landkreis Fürth über ihre Hauptstellen mit Sitz in der Stadt Fürth an: • • • Diakonisches Werk über die Geschäftsstelle in der Stadt Fürth Bayerisches Rotes Kreuz über die Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung in der Stadt Fürth Sozialverband VdK durch die Kreisgeschäftsstelle in der Stadt Fürth

Dazu kommt das „Netzwerk Pflege Fürth“, das aus dem Zusammenschluss der folgenden drei Wohlfahrtsverbände besteht: • • • Arbeiterwohlfahrt mit der stundenweise Entlastung für pflegende Angehörige Caritasverband mit Gesprächen und Beratung im Angehörigen-Café Diakonisches Werk mit Gesprächsgruppen für Angehörige von demenzkranken Menschen

Hier haben sich die drei Wohlfahrtsverbände Arbeiterwohlfahrt, Caritasverband und Diakonisches Werk zusammengeschlossen. Ziel ist die Beratung pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen. Da immer mehr Pflegebedürftige in der vertrauten häuslichen Umgebung versorgt werden möchten, beraten die Mitarbeiterinnen des Netzwerks Pflege bei der seniorengerechten Umgestaltung der Wohnung. Die Beratung ist kostenlos. Die Arbeit des Netzwerks Pflege wird auch durch den Förderverein Netzwerk Pflege unterstützt. Detaillierte Angaben zu den Fachstellen des Netzwerks Pflege finden sich in Kap. 10 zum Handlungsfeld „Unterstützung pflegender Angehöriger“

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4.2.4 Ergebnisse der Seniorenbefragung in Bezug auf die Rolle von Beratungsleistungen Auf die Frage, an wen sich die älteren Menschen wenden, wenn sie Auskünfte zum Bereich der Seniorenhilfe benötigen, wurde von rund einem Drittel der älteren Menschen im Landkreis Fürth ein Ansprechpartner genannt, von rund 28% zwei Ansprechpartner und fast 33% nannten drei oder mehr Ansprechpartner. Insgesamt sind es also fast 95% der älteren Menschen im Landkreis Fürth, die mindestens einen Ansprechpartner im Bereich der Seniorenhilfe benennen konnten (vgl. MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der repräsentativen Seniorenbefragung, Kap. 2.3.8). Die folgende Abbildung informiert im Einzelnen über die genannten Ansprechpartner. Abb. 4.2: Potentielle Ansprechpartner der älteren Menschen

Diakonie Hausarzt Gemeindeverwaltung Landratsamt Caritasverband Seniorenbeirat/Seniorenrat Sozialverband VdK Pfarrer sonstige Ansprechpartner keine Ansprechpartner bekannt
0,0%

50,4%
45,6%
37,8%
18,7%
16,0% 15,3%
10,9%

8,3%

7,8%

5,4%

10,0%

20,0%

30,0%

40,0%

50,0%

Mehrfachnennungen
Quelle: Seniorenbefragung von MODUS-Sozialforschung 2009

Wie die Abbildung zeigt, nimmt im Landkreis Fürth die Diakonie mit rund 50% den größten Stellenwert als potentieller Ansprechpartner ein. An zweiter Stelle würden sich die befragten Senioren mit einem Anteil von knapp 46% an ihren Hausarzt wenden. Von größerer Bedeutung sind daneben im Landkreis Fürth auch die Gemeindeverwaltungen mit fast 38%. Auf etwas niedrigere Werte von 15% bis 19% kommen das Landratsamt, der Caritasverband und die Seniorenbeiräte, wobei es beim Landratsamt zu berücksichtigen gilt, dass zum Befragungszeitpunkt die Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten noch nicht existierte.

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Schließlich wäre noch der Sozialverband VdK zu nennen, der mit einem Anteilswert von rund 11% auch noch relativ häufig als Ansprechpartner gesehen wird. Sowohl der Pfarrer als auch andere Ansprechpartner spielen mit einem Anteilswert von jeweils etwa 8% im Landkreis Fürth dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Die Auswertung der Befragungsergebnisse hinsichtlich der potentiellen Ansprechpartner im Bereich der Seniorenhilfe zeigt also, dass die meisten älteren Menschen im Landkreis Fürth neben der Diakonie vor allem den Hausarzt und die Gemeindeverwaltung als Ansprechpartner sehen. Im Zuge der Seniorenbefragung wurden die Senioren auch danach gefragt, ob es ihrer Meinung nach genügend Möglichkeiten gebe, sich über altersrelevante Themen zu informieren und beraten zu lassen (vgl. MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der repräsentativen Seniorenbefragung, Kap. 2.3.8). Im Landkreis Fürth sind die Senioren mit rund 64% mehrheitlich der Meinung, dass es genügend Möglichkeiten gibt, sich über altersgerechte Themen zu informieren und beraten zu lassen. Es sehen aber auch 20% der Senioren im Beratungsbereich noch ein Defizit. Absolut gesehen handelt es sich dabei um fast 4.500 Menschen ab 65 Jahren. Im Rahmen der Befragung wurden von den Senioren auch Bewertungen für den Bereich „Beratung und Hilfeleistungen“ eingeholt. Hier ergab sich ein Durchschnittswert von 2,7. Deutlich ungünstigere Ergebnisse ergeben sich für die Kategorie „Beratungsangebote“ mit rund 13% schlechten Bewertungen. Dementsprechend resultiert für diese Kategorie auch ein schlechterer Durchschnittswert von 3,0. Aus der Sicht der Senioren scheint es also noch Verbesserungsbedarf bezüglich der Beratungsangebote im Landkreis Fürth zu geben (vgl. MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der repräsentativen Seniorenbefragung, Kap. 2.5.5).

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4.3

Bestand an Seniorenbeiräten und -beauftragten im Landkreis Fürth

4.3.1 Seniorenbeiräte und -beauftragte im Landkreis Fürth Seniorenbeiräte und Seniorenbeauftragte erfüllen oft auf ehrenamtlicher Basis eine wichtige Funktion in den Gemeinden. Sie sind in der Regel gut informiert, was die Seniorenhilfe in der eigenen Gemeinde betrifft. So können sich die älteren Menschen auch hier Informationen zum Bereich der Seniorenhilfe einholen. Zusätzlich zu ihrer Vermittlungsfunktion bieten einige Seniorenbeauftragte auch Beratungen an. Seniorenbeiräte sind aus mehreren Mitgliedern bestehende Gremien, die die Interessen der älteren Generation auf Gemeindeebene vertreten. Sie können im politischen Bereich beispielsweise ihren Einfluss geltend machen und in den Entscheidungsgremien auf eventuell vorhandene Missstände hinweisen. Gleichzeitig dienen sie den Senioren als Anlaufstellen bei Fragen und Problemen und können sie bei Bedarf an entsprechende Stellen weitervermitteln. Die Seniorenbeauftragten nehmen sich der Interessen und Bedürfnisse der Senioren in ihren Gemeinden an, wenngleich nicht im Rahmen eines Gremiums, sondern auf der Basis ihres persönlichen Engagements. Zum Aufgabengebiet der Seniorenbeauftragten gehören in der Regel Öffentlichkeitsarbeit und Vermittlungsfunktionen zwischen den Bürgern und den politischen Gremien in den Gemeinden. Zu diesen Vermittlungsfunktionen, die im Vorfeld der Beratungen vor Ort eine wichtige Bedeutung haben, führen die Seniorenbeauftragten teilweise auch selbst Beratungen durch. Zum Erhebungszeitpunkt Anfang des Jahres 2011 gab es bereits in allen 14 Gemeinden des Landkreises Fürth Seniorenvertretungen, und zwar in zehn Gemeinden Seniorenbeiräte und in vier Gemeinden Seniorenbeauftragte. Anfang des Jahres 2012 erhöhte sich die Zahl der Seniorenbeiräte durch Konstitution eines entsprechenden Gremiums in der Gemeinde Puschendorf auf elf Seniorenbeiräte (vgl Tab. A.10). Eine besondere Form der Seniorenvertretung wird über die Seniorenreferentin im Markt Roßtal organisiert, dort findet regelmäßig der runde Tisch „Älter werden in Roßtal“ statt, über den die Aktivitäten für die ältere Generation geplant werden. Seit Juli 2008 gibt es darüber hinaus die „Arbeitsgemeinschaft Senioren im Landkreis Fürth“ (AG Senioren). Dieser überregionale Zusammenschluss von Seniorenvertretern koordiniert die Zusammenarbeit mit der Landkreisverwaltung und den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Seniorenvertretungen und sorgt für die Umsetzung gemeinsamer Konzepte.

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Wie sich die wichtigsten Aufgaben der Seniorenbeiräte und Seniorenbeauftragten verteilen, zeigt die folgende Abbildung.

Abb. 4.3:
Seniorenvertretungen

Aufgabenbereiche der Seniorenvertreter

14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 Vermittlung Beratung
Quelle: MODUS-Sozialforschung 2011

14

9

9

9

6

Sprechstunden Freizeit- und Bildungsangebote Informationsveranstaltungen

Die Seniorenvertreter aller Gemeinden des Landkreises Fürth vermitteln unterstützende Hilfen oder verweisen ratsuchende ältere Menschen an übergeordnete Stellen weiter. Darin liegt somit das Hauptbetätigungsfeld der Seniorenvertretungen. Die Beratungstätigkeit fällt eher in die Zuständigkeit der Seniorenbeiräte. Denn neun Seniorenbeiräte bieten den älteren Menschen vor Ort eine Erstberatung an. Bei ebenfalls jeweils neun Seniorenvertretungen finden regelmäßige Sprechstunden und zusätzliche Informationsveranstaltungen statt. Fünf Seniorenbeiräte und eine Seniorenbeauftragte kümmern sich darüber hinaus noch um Freizeit- und Bildungsangebote für die Senioren ihrer Gemeinde. Eine genaue Auflistung der Angebote, die über die Seniorenvertreter organisiert werden, findet sich in der Tabelle A.10 im Anhang.

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4.3.2 Ergebnisse der Seniorenbefragung in Bezug auf die Mitbestimmungsmöglichkeiten Im Zusammenhang mit dem Einfluss und der Arbeit der Seniorenbeiräte und Seniorenbeauftragen im Landkreis Fürth interessiert die Beurteilung der Mitbestimmungsmöglichkeiten durch die Senioren.

Abb. 4.4:

Beurteilung der Mitbestimmungsmöglichkeiten und der Seniorenpolitik
Mittelwert

Mitbestimmungsmöglichkeiten

2,2

27,3

34,7

15,9

14,8

5,1

3,3

Seniorenpolitik in der Gemeinde

2,5

32,6

34,0

15,9

12,2

3,1
2,8

3,1
Seniorenpolitik im Landkreis
2,1

31,5

37,5

15,0

10,7

3,1

0,0%

20,0%

40,0%

60,0%

80,0%

100,0%

sehr gut

gut

befriedigend

ausreichend

mangelhaft

ungenügend

Quelle: Seniorenbefragung von MODUS-Sozialforschung 2009

Die Mitbestimmungsmöglichkeiten im Landkreis Fürth wurden mit einem Durchschnittswert von 3,3 schlechter bewertet als die Seniorenpolitik der Gemeinden und des Landkreises, die mit jeweils 3,1 etwas besser ausfallen. Dabei bewerteten fast 20% der Senioren im Landkreis Fürth die „Mitbestimmungsmöglichkeiten“ als „ungenügend“ oder „mangelhaft“ (vgl. MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.5.6).

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4.4

Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Beratung und Information/Öffentlichkeitsarbeit“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth

Im Bereich der Beratungsmöglichkeiten hat sich gezeigt, dass sich die älteren Menschen neben verschiedenen Stellen im Landratsamt über die Verwaltungsgemeinden und Ämter in den einzelnen Gemeinden beraten lassen können. Einige Gemeindeverwaltungen sind sich ihrer diesbezüglichen Bedeutung bewusst und haben sich im Rahmen der Bestandsaufnahme als eigene Beratungsstellen gemeldet. Diese Ämter erscheinen im vorliegenden Bericht deshalb als gesonderte Beratungsstellen in den Tabellen und Karten. Es ist aber davon auszugehen, dass es den älteren Menschen in den anderen Gemeinden ebenfalls möglich ist, sich in den jeweiligen Gemeindeverwaltungen beraten zu lassen. Das zeigt auch die Nennung der Gemeindeverwaltung als dritthäufigsten Ansprechpartner im Rahmen der Seniorenbefragung (vgl. MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der repräsentativen Seniorenbefragung, Kap. 2.3.8). Daneben erfüllen die ambulanten Dienste und der Hausarzt als Ansprechpartner vor Ort eine wichtige Funktion. Viele Beratungsstellen, vor allem die der Wohlfahrts- und Sozialverbände, haben ihren Sitz allerdings in der Stadt Fürth. Ältere Menschen sind jedoch häufig nicht mehr so rüstig und mobil, um längere Anfahrtswege in Kauf zu nehmen. So kann es vor allem für Menschen aus dezentralen Gemeinden schwierig werden, Beratungen in Anspruch zu nehmen, wenn die betreffende Beratungsstelle nicht vor Ort ist. Die nur durchschnittliche Bewertung der Beratungsangebote im Rahmen der Seniorenbefragung könnte als Hinweis darauf interpretiert werden. Dem könnte z.B. durch regelmäßige Außensprechstunden der bestehenden Beratungsstellen, die auch für Senioren in kleineren dezentral gelegenen Gemeinden leicht erreichbar sind, entgegengewirkt werden. Die Seniorenbeauftragten der Gemeinden scheinen von den Senioren in ihrer Beratungsfunktion anerkannt zu werden, denn alle Gemeinden, deren Seniorenbeiräte zum Zeitpunkt der Seniorenbefragung beratend aktiv waren, schneiden in der Bewertung der älteren Menschen überdurchschnittlich ab. Es ist deshalb unerlässlich, den Seniorenvertretern regelmäßige Fortbildungen anzubieten, um sie in ihrer Beratungsfunktion in Bezug auf den jeweils aktuellen gesetzlichen und rechtlichen Stand zu schulen. In einigen Gemeinden hat es sich bewährt, dass die Seniorenvertreter als Administratoren für die Internetplattform AHIS verantwortlich sind. Denn bei der Vielzahl an Angeboten und Veranstaltern ist es sinnvoll, die Datenpflege möglichst zentral zu verwalten. Deshalb ist es grundsätzlich zu empfehlen, diesen Aufgabenbereich in die Zuständigkeit der Seniorenvertreter zu legen. Dazu ist es notwendig, den jeweiligen Datenverantwortlichen adäquat zu schulen und ihn mit allen relevanten Informationen auszustatten.

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Eine weitere Voraussetzung besteht darin, dass die unterschiedlichen Anbieter vor Ort um diesen Tätigkeitsbereich ihrer Seniorenvertreter wissen und Angaben und Termine zuverlässig an ihn weitergeben. Nur so ist ein aktueller, vollständiger Auftritt im Netz möglich. Da sich die Angebotspalette in der Regel auf Gemeindeebene sehr unterschiedlich verteilt, ist es zusätzlich zu einem landkreisübergreifenden Vergleich notwendig, die vorhandenen Angebote auf Gemeindeebene zu betrachten. Um einen interkommunalen Vergleich durchführen zu können, werden diejenigen Gemeinden miteinander verglichen, die bezüglich der Zahl der älteren Bevölkerung in etwa die gleiche Größenordnung aufweisen. Die nachfolgende Übersicht zeigt, wie sich die Beratungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten auf die einzelnen Gemeinden aufteilen. Tab. 4.2: Übersicht über die Beratungsangebote in den Gemeinden
Bevölkerung ab 65 Jahren Beratungs- und Informationsstellen Öffentliche Träger Wohlfahrtsverbände Beirat Seniorenbeirat/-beauftragte Beauftragte Beratung Vermittlung Freizeit/Bil -dung

Gemeinde

Zirndorf Oberasbach Stein Roßtal Langenzenn Cadolzburg Veitsbronn Wilhermsdorf Großhabersdorf Seukendorf Puschendorf Obermichelbach Ammerndorf Tuchenbach

4.792 3.617 3.345 1.932 1.820 1.726 1.196 817 798 469 443 398 298 223

1 1 1 1 1 -

2 -

10 4

*

-

-

-

**

9 14 6

Gesamt

21.874

5

2

* Statt eines Seniorenbeirates existiert in Markt Roßtal der Runde Tisch „Älter werden in Roßtal“. ** Anfang des Jahres 2012 hat sich in Puschendorf ebenfalls ein Seniorenbeirat konstituiert. Quelle: Eigene Erhebung 2011

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In allen Gemeinden mit Gemeinden mit mehr als 3.000 Personen ab 65 Jahren gibt es Seniorenbeiräte mit Beratungsangeboten. Für die Städte Zirndorf und Stein haben sich die kommunalen Verwaltungen als Beratungs- und Informationsstellen angegeben. Darüber hinaus gibt es in der Stadt Stein neben der Möglichkeit, sich über die Arbeiterwohlfahrt beraten zu lassen, eine therapeutische Beratungsstelle der evangelischen Kirche, an die sich auch ältere Menschen wenden können. Im Rahmen der Seniorenbefragung zeigten sich die älteren Menschen in allen drei größeren Gemeinden im Hinblick auf das Beratungsangebot zufrieden. Das gilt für die Städte Zirndorf und Oberasbach auch bezüglich der Mitbestimmungsmöglichkeiten. Für die Stadt Stein resultierte allerdings in der Seniorenbefragung ein unterdurchschnittlicher Wert hinsichtlich der Mitbestimmungsmöglichkeiten. Mittlerweile hat die Stadt Stein jedoch auf das durch die Seniorenbefragung zum Ausdruck gebrachte Bedürfnis mit der Gründung eines Seniorenbeirates reagiert, so dass an dieser Stelle auf eine entsprechende Maßnahmenempfehlung verzichtet werden kann. Bei den Gemeinden mit 1.500 bis unter 3.000 Personen ab 65 Jahren können sich die Senioren in der Stadt Langenzenn über das Bürgerbüro beraten lassen. Dort ist darüber hinaus ebenso wie im Markt Cadolzburg ein Seniorenbeirat aktiv. Im Markt Roßtal organisiert die Seniorenreferentin regelmäßig einen runden Tisch mit allen Vertretern der Seniorengruppen. Auch in den Gemeinden mit 1.500 bis unter 3.000 Personen ab 65 Jahren zeigten sich die älteren Menschen weitgehend zufrieden mit ihren Möglichkeiten hinsichtlich Beratung und Mitbestimmung. Besonders der Markt Cadolzburg schneidet in Bezug auf Beratung landkreisweit am besten und in Bezug auf Mitbestimmung am zweitbesten ab. Unter den Gemeinden von 500 bis unter 1.500 Personen ab 65 Jahren hat sich die Verwaltungsgemeinde Veitsbronn als Beratungsstelle für ältere Menschen angegeben. Ansonsten sind in allen drei Gemeinden Seniorenbeiräte aktiv. Während sowohl die Gemeinde Veitsbronn als auch die Gemeinde Großhabersdorf im Rahmen der Seniorenbefragung gut abschneiden – die Gemeinde Veitsbronn hinsichtlich der Mitbestimmungsmöglichkeiten sogar landkreisweit am besten –, ergaben sich für den Markt Wilhermsdorf unterdurchschnittliche Werte. Ein wesentlicher Grund hierfür dürfte darin liegen, dass die Gründung des Seniorenbeirates erst kurz nach der Seniorenbefragung stattfand und somit von den Senioren noch nicht mit in die Bewertung einbezogen werden konnte. Das weist wiederum auf die Bedeutung von Seniorenbeiräten als Mitbestimmungsgremium für Senioren hin, denn nach Rückfrage bei der Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten wird die Sprechstunden des Seniorenbeirates von den älteren Menschen gut in Anspruch genommen.

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Bei den Gemeinden bis unter 500 Personen ab 65 Jahren wurde nur eine eigenständige Beratungsstelle angegeben, und zwar das Sozial- und Versicherungsamt im Markt Ammerndorf. Dennoch ergab sich im Markt Ammerndorf bei der Seniorenbefragung sowohl hinsichtlich der Beratungsleistungen als auch hinsichtlich der Mitbestimmungsmöglichkeiten ein unterdurchschnittlicher Wert. Mittlerweile wurde jedoch auf das durch die Seniorenbefragung zum Ausdruck gebrachte Bedürfnis mit der Gründung eines Seniorenbeirates reagiert, so dass die Mitbestimmungsmöglichkeiten wesentlich verbessert wurden. Auch, was das geäußerte Defizit im Bereich der Beratung betrifft, hat sich die Situation im Markt Ammerndorf durch das Mehrgenerationenhaus wesentlich verbessert. Aufgrund der beiden geschilderten Entwicklungen kann an dieser Stelle somit auf eine entsprechende Maßnahmenempfehlung verzichtet werden. In den Gemeinden Seukendorf, Puschendorf und Tuchenbach waren zum Erhebungszeitpunkt Anfang des Jahres 2011 noch keine Seniorenbeiräte tätig. Damit sich die Senioren aber dennoch vertreten fühlen, wurden in den drei genannten Gemeinden Seniorenbeauftragte benannt. Mittlerweile hat sich auch in Puschendorf ein Seniorenbeirat konstituiert. Damit sind im Landkreis Fürth nur noch die zwei Gemeinden Seukendorf und Tuchenbach ohne Seniorenbeirat. Da genau diese beiden Gemeinden sowohl hinsichtlich der Beratungsleistungen als auch hinsichtlich der Mitbestimmungsmöglichkeiten in der durchgeführten Seniorenbefragung stark unterdurchschnittlich abschneiden, kann die über den Seniorenführer bereits geleistete Absichtserklärung, auch in diesen Gemeinden einen Seniorenbeirat zu gründen, an dieser Stelle somit nur noch einmal bekräftigt werden. Zusammenfassend können aufgrund der durchgeführten Analysen folgende Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Beratung und Information/Öffentlichkeitsarbeit“ dargestellt werden.

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Tab. 4.3: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Beratung und Information/Öffentlichkeitsarbeit“ Ziele und Maßnahmen Zuständigkeit Realisierungszeitraum

Durch die Einrichtung bzw. Erweiterung der Außensprechstunden der vorhandenen Beratungsstellen sollten Vorhandene Beratungsauch in den kleineren und dezentral stellen gelegenen Gemeinden Beratungsmöglichkeiten geschaffen werden. Wie bereits in einigen Gemeinden praktiziert, sollte durch regelmäßige Schulungen der Seniorenvertreter als Koordinierungsstelle für Administratoren für die InternetplattSeniorenangelegenheiten form AHIS ein aktueller, vollständiger Auftritt in allen Gemeinden gewährleistet werden. Aufgrund der unterdurchschnittlichen Bewertung der Senioren zu den Themen „Beratung“ und „Mitbestimmung„ sollten die vorhandenen Seniorenbeauftragten in Seukendorf und Tuchenbach ihren Tätigkeitsbereich kurzfristig auf die „Seniorenberatung“ ausweiten. Mittelfristig sollte auch in diesen Gemeinden ein Seniorenbeirat gegründet werden, der diese Aufgabe durch die Abhaltung von regelmäßigen Sprechstunden übernimmt.

mittelfristig

kontinuierlich

Gemeinden Seukendorf und Tuchenbach

kurz- bis mittelfristig

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5.
5.1

Handlungsfeld „Gesellschaftliche Teilhabe“
Allgemeine Vorbemerkungen

Ein wichtiger Faktor für Lebensqualität und Selbstbewusstsein ist für alle Menschen die Kommunikation und der Austausch mit anderen Menschen. Während der Erwerbsoder Familienphase geschieht dies häufig ohne zusätzliche Organisation allein durch die gemeinsamen Lebens- und Arbeitsbereiche mit anderen Menschen. Ebenso sorgen die Gestaltung der Freizeit durch Hobbys oder regelmäßige Aktivitäten mit Gleichgesinnten, z.B. durch aktive Mitgliedschaft in Vereinen oder durch ehrenamtliches Engagement, für ein Eingebundensein in der Gesellschaft. Mit dem Ausstieg aus dem Berufsleben werden diese Faktoren immer wichtiger. Denn häufig stellt sich dann die Frage nach der sinnvollen Gestaltung der neu gewonnenen Zeit. Je mehr man dabei auf gewachsene Strukturen zurückgreifen kann, umso leichter und problemloser dürfte der Eintritt in diese neue Lebensphase fallen. Gleichzeitig können sich aber auch neue Horizonte eröffnen. Ein Beispiel dafür sind die Senioren, die nach dem Berufsleben noch einmal neue Herausforderungen suchen und sich z.B. an der Universität für ein Seniorenstudium einschreiben. Auch das Entdecken neuer Länder und Kulturen steht für manche auf dem Plan für das Leben im „Ruhestand“. Doch all diese individuellen Möglichkeiten entbinden die einzelnen Landkreise und Städte nicht von der Aufgabe, den Senioren Einrichtungen und Angebote zur Verfügung zu stellen, die es ihnen ermöglichen, ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben so aktiv und so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Das kann durch das Einrichten von Mehrgenerationen- oder Bewegungsplätzen geschehen, wie es bereits einige Städte, z.B. Nürnberg oder Fürth, anbieten. Dort können ältere Menschen an speziellen Geräten trainieren und so mehrere Elemente wie körperliche Bewegung und generationsübergreifendes Miteinander kombinieren. Weiter verbreitet sind mittlerweile Seniorenbegegnungsstätten oder Mehrgenerationenhäuser. Diese Begegnungsstätten bieten in der Regel ein umfangreiches Programm, das neben präventiven Angeboten aus den Bereichen Bildung, Kultur und Sport das gesellige Miteinander und den generationsübergreifenden Austausch fördert. Sie sind in der Regel an mehreren Tagen in der Woche geöffnet und bieten häufig zusätzlich nachbarschaftliche Hilfen und Beratung an. Regelmäßige Seniorentreffen, ob sie nun ausschließlich dem geselligen Beisammensein dienen oder zusätzliche Programmpunkte wie Vorträge, Ausflüge oder Seniorenausflüge beinhalten, geben den älteren Menschen ebenfalls die Gelegenheit, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

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5.2

Bestandsaufnahme der Begegnungsmöglichkeiten für Senioren im Landkreis Fürth

Die folgende Abbildung zeigt zunächst die regionale Verteilung der Seniorenbegegnungsstätten und der Seniorentreffen im Landkreis Fürth.

Abb. 5.1: Seniorenbegegnungsstätten und Seniorentreffen im Landkreis Fürth

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5.2.1 Bestandsaufnahme der Seniorenbegegnungsstätten im Landkreis Fürth Wie aus der kartographischen Darstellung abzulesen ist, konnten im Landkreis Fürth sechs Einrichtungen eruiert werden, die im weitesten Sinn der Kategorie Seniorenbegegnungsstätten zugeordnet werden können. Das Mehrgenerationenhaus im Markt Ammerndorf und die Begegnungsstätte des Diakonievereins Veitsbronn-TuchenbachObermichelbach entsprechen dabei am meisten den Anforderungen einer „klassischen“ Seniorenbegegnungsstätte. Um einen Überblick über die Organisationsstruktur dieser Einrichtungen zu erhalten, wurden die Ansprechpartner dieser Begegnungsstätten zu den Öffnungszeiten, der Besucherzahl, der Personalstruktur und den regelmäßigen Angeboten befragt. In Markt Ammerndorf befindet sich unter der Trägerschaft der Gemeinde das einzige Mehrgenerationenhaus des Landkreises. Zwei hauptamtliche, drei 400-Euro-Kräfte und 25 ehrenamtliche MitarbeiterInnen organisieren ein vielfältiges Programm für Jung und Alt. Das Mehrgenerationenhaus ist von montags bis freitags von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet und wird in der Zeit von durchschnittlich 50 Besuchern genutzt. Ungefähr die Hälfte davon sind ältere Menschen. Zur Angebotspalette gehören neben dem offenen Treff Kreativ- und Sportkurse sowie Bildungs- und Theaterangebote. Unter der Organisation des Mehrgenerationenhauses gibt es einen täglichen Mittagstisch, eine Schulkinderbetreuung, Babysitterdienste und Beratungsangebote für Familien. Speziell für Senioren wird ein Computerkurs angeboten. Einmal monatlich trifft sich dort der Seniorenbeirat unter der Moderation und Begleitung der hauptamtlichen Mitarbeiterin des Mehrgenerationenhauses. Darüber hinaus werden nachbarschaftliche und haushaltsnahe Dienstleistungen vermittelt. Die Begegnungsstätte des Diakonievereins Veitsbronn-Tuchenbach-Obermichelbach in Veitsbronn ist in den Räumlichkeiten des Hauses der Diakonie untergebracht. Für die Angebote der Begegnungsstätte wird der hauptamtliche Diakon von bis zu 25 ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt. Es wird dort ein vielfältiges Programm für verschiedene Zielgruppen angeboten. Dies reicht von Vorträgen, Kreativ- und Sportkursen über Gesprächsangebote und geselligem Beisammensein hin zu gemeinsamen Ausflügen und Wanderungen. Die folgenden Veranstaltungen werden nach Angaben des Trägers besonders von älteren Menschen wahrgenommen.

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Tab. 5.1: Veranstaltungen im Haus der Diakonie, die besonders von älteren Menschen besucht werden
Freizeitangebot
Schachtreff Fröhlicher Kreis Spielenachmittag Kaffee, Klatsch und Unterhaltung Tagesausflüge Herbstwanderung

Turnus
wöchentlich 14tägig 14tägig sechsmal jährlich zweimal jährlich zweimal jährlich

Teilnehmerzahl

10
10-15 10-15 15-20 45-50 15-20

Quelle: Diakonieverein Veitsbronn-Tuchenbach-Obermichelbach, 2010

In der Gemeinde Cadolzburg stehen dem Seniorenbeirat mit der Haffnersgartenscheune Räumlichkeiten zur Verfügung, die regelmäßig für Seniorenveranstaltungen genutzt werden. Dazu gehören auch das wöchentliche Seniorentreffen und die Sprechstunde des Seniorenbeirats. Der Schwerpunkt des Bürger-Info-Treffs B-I-T in der Stadt Oberasbach liegt in der Vermittlung und Bündelung von bürgerschaftlichem Engagement für alle Bevölkerungsgruppen. Weiter werden dort von verschiedenen Arbeitsgruppen Vorträge und Informationsveranstaltungen angeboten. Speziell für Senioren gibt es eine wöchentliche Sprechstunde des Seniorenrates. Darüber hinaus wird einmal wöchentlich ein Spielenachmittag für jung und alt angeboten. Der Stadtteiltreff Nordstatt-Treff in der Stadt Zirndorf wird selbstverständlich auch von den Senioren mitgenutzt. Besonders zu nennen sind dabei der Strick-Treff und andere offene Angebote. Ebenso nehmen an der Wander-/Walkinggruppe ältere Menschen teil. Der Vollständigkeit halber sei als weitere Begegnungsstätte in der Stadt Zirndorf hier auch das Kreativzentrum genannt. Da dort aber hauptsächlich Bildungsangebote stattfinden, wird es in seiner Funktion als Bildungsstätte in Kapitel 7.2.2 ausführlich vorgestellt. Nach Auskunft des Landratsamtes sind sowohl in der Stadt Langenzenn als auch in der Gemeinde Obermichelbach Seniorenbegegnungsstätten in Planung.

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5.2.2. Bestandsaufnahme der Seniorentreffen im Landkreis Fürth Nach dem Bayerischen Landesplan für Seniorenhilfe versteht man unter Seniorenclubs „Gruppen älterer Menschen, die sich mit gewisser Regelmäßigkeit zu gemeinsamen Veranstaltungen treffen. Treffpunkte können eigene Räume sein, aber auch Pfarrzentren, Seniorentagesstätten und Gaststätten“ (Bayerisches Staatsministerium 1988, S. 64). In Abgrenzung zu den Seniorenbegegnungsstätten sind die Kriterien hier also sehr viel weicher gefasst. Für die Existenz eines Seniorentreffens reicht es also, wenn sich eine Gruppe älterer Menschen regelmäßig zu gemeinsamen Veranstaltungen trifft. Es muss kein festes Programm vorhanden sein und der Treffpunkt spielt hier ebenfalls keine Rolle. Dies macht es natürlich schwer, alle Seniorentreffen als solche zu identifizieren. Im Landkreis Fürth gibt es ein fast unüberschaubares Angebot an Seniorentreffen. Um im Rahmen des vorliegenden Berichts einen Überblick über die bestehenden Veranstaltungen für Senioren bekommen zu können, wurden alle Informationen gesammelt, die auf die Existenz eines Seniorentreffens hinweisen. Durch dieses Vorgehen konnten insgesamt 104 Seniorentreffen identifiziert werden. Dabei wurden sowohl Seniorenclubs, Seniorenkreise und -treffen als auch Seniorennachmittage und ähnliche Veranstaltungen, die den Senioren regelmäßig die Möglichkeit bieten, Kontakte zu knüpfen bzw. aufrechtzuerhalten und damit der im Alter häufig auftretenden Vereinsamung entgegenzuwirken, mit in die Auswertung aufgenommen. Um ein differenziertes, besser vergleichbares Bild der Angebotspalette zu erhalten, wurden die Veranstaltungen noch einmal aufgeteilt. Als Unterscheidungskriterium galt dabei die Häufigkeit der Veranstaltungen. So stehen auf der einen Seite die monatlich und häufiger stattfindenden Veranstaltungen und auf der anderen Seite die seltener als einmal monatlich stattfindenden Veranstaltungen. Auf diese Weise konnten im Landkreis Fürth 80 Angebote identifiziert werden, die mindestens einmal monatlich stattfinden, und 24 Angebote, die seltener als einmal monatlich durchgeführt werden. Die regionale Verteilung der Seniorentreffen im Landkreis Fürth wurde bereits in Abbildung 5.1 dargestellt. Für den an weiteren Details interessierten Leser findet sich im Anhang zusätzlich eine nach Gemeinden gegliederte Übersicht (vgl. Tab. A.4). Diese Liste wurde aufgrund ihres Umfangs in folgender Abbildung nach Trägerschaft zusammengefasst.

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58

Abb. 5.2:

Seniorentreffen und ähnliche Veranstaltungen nach Trägerschaft

35 30 25 20

33
15 10

30

13
5 0
evangelische Träger kommunale Träger Wohlfahrtsverbände
Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

13

10
5

katholische Träger VdK sonstige Träger

Wie die Abbildung zeigt, findet fast ein Drittel der im Landkreis Fürth bestehenden Seniorentreffen unter evangelischer Trägerschaft statt. Die Wohlfahrtsverbände befinden sich mit 30 Treffen in einer ähnlichen Größenordnung. Auch die kommunalen Träger und der Sozialverband VdK organisieren mit je 13 Treffen ähnlich viele Treffen. Mit etwas Abstand folgen katholische Träger mit 10 Treffen. Unter der Restkategorie „sonstige Träger“ wurden je ein Treffen der Freiwilligen Feuerwehr, der Sudetendeutschen Landsmannschaft und des Deutschen Familienverbandes subsummiert. Dazu kommen ein Treffen unter privater Trägerschaft und ein Treffen für ehemalige Mitarbeiter der Firma Faber-Castell. Die folgende Abbildung zeigt, in welchem Turnus die Seniorentreffen im Landkreis Fürth stattfinden.

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Abb. 5.3:

Seniorentreffen nach Häufigkeit der Treffen

einmal jährlich 6,7% mehrmals jährlich 16,3%

wöchentlich 10,6% 14tägig 11,5%

7

11

17

12

57

einmal monatlich 54,8%

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Wie die Abbildung zeigt, finden bei über der Hälfte der Seniorentreffen die Zusammenkünfte „einmal monatlich“ statt. Elf Veranstaltungen werden wöchentlich, zwölf vierzehntägig angeboten. Mehrmals jährlich finden 17 Veranstaltungen statt. 7 Seniorentreffen werden nur einmal jährlich organisiert. Die Teilnehmerzahlen der Seniorentreffen reichen von kleineren Gruppen ab fünf Personen bis zu größeren Kreisen mit über 100 Personen. Diese Größenordnungen bilden jedoch die Ausnahme und werden meist nur bei saisonalen Anlässen wie Weihnachtsfeiern, Sommerfesten oder Faschingsveranstaltungen erreicht. Die Angaben bezüglich der Teilnehmerzahl werden in der folgenden Abbildung graphisch dargestellt.

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60

Abb. 5.4:

Seniorentreffen nach Teilnehmerzahl

100 und mehr 4,8%

60 b. u.100 8,7% 9

40 b. u.60 11,5%

5

12

33
bis unter 20 31,7%

45
20 b. u. 40 43,3%

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Wie die Abbildung zeigt, bestehen mehr als die Hälfte der Seniorentreffen im Landkreis Fürth aus 20 bis unter 60 Personen. Dabei kommen rund 43% der Veranstaltungen auf 20 bis unter 40 Senioren und 11,5% der Veranstaltungen auf 40 bis unter 60 Senioren. Auf etwa 32% kommen die Treffen mit einer Teilnehmerzahl von weniger als 20 Personen. Fast 9% der Treffen finden mit 60 bis unter 100 Personen und knapp 5% mit über 100 Personen statt. Im Durchschnitt nehmen 42 Personen an den Seniorentreffen teil. Bezogen auf die Treffen, die mindestens einmal monatlich stattfinden, ergibt sich ein Besucherdurchschnitt von 24 Personen. Insgesamt nehmen im Landkreis Fürth knapp 4.400 Besucher an den regelmäßigen Treffen der Seniorenkreise teil. Auf die ältere Bevölkerung ab 65 Jahren im Landkreis Fürth übertragen, liegt der Anteilswert damit bei 20%. Bezogen auf die Veranstaltungen, die mindestens einmal monatlich stattfinden, ergibt sich ein Anteilswert von 9%.

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Die folgende Abbildung zeigt, wie sich die Teilnehmer von Seniorentreffen auf die einzelnen Gemeinden des Landkreises Fürth verteilen. Die blauen Balken stehen für die mindestens einmal monatlich stattfindenden Treffen, die gelben Balken für die seltener stattfindenden Treffen.

Abb. 5.5:

Teilnehmer von Seniorentreffen nach Gemeinden

Ammerndorf Cadolzburg Großhabersdorf Langenzenn Oberasbach Obermichelbach Puschendorf Roßtal Seukendorf Stein Tuchenbach Veitsbronn Wilhermsdorf Zirndorf
0

106 175 140 191 217
58 15 68
25 38

mindestens einmal monatlich seltener als einmal monatlich

175

207
40 105

1010

204
38

235

91

150

113 50 302
200 400

600
600 800 1000 1200

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Personen

Wie die Abbildung zeigt, ergibt sich im Markt Roßtal die größte Teilnehmerzahl mit insgesamt 1.217 Teilnehmern. Dahinter folgt die Stadt Zirndorf mit insgesamt 902 Teilnehmern. Betrachtet man nur die monatlich stattfindenden Treffen, so finden sich die meisten Teilnehmer in der Stadt Zirndorf mit 302 Teilnehmern, gefolgt von der Stadt Oberasbach mit 217 Teilnehmern. Auf über 200 Teilnehmer pro monatliche Treffen kommen auch die Gemeinden Roßtal mit 207 Teilnehmern und Stein mit 204 Teilnehmern. Die geringsten Teilnehmerzahlen ergeben sich in der Gemeinde Tuchenbach, wo es nur zwei einmal monatlich stattfindende Treffen mit insgesamt 38 Teilnehmern gibt.

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Da die Gemeinden im Landkreis Fürth jedoch sehr unterschiedliche Bevölkerungszahlen aufweisen, ist es zur Beurteilung des Stellenwertes, den die Seniorentreffen in den einzelnen Gemeinden einnehmen, notwendig, die Teilnehmerzahl in Relation zur entsprechenden Zielgruppe zu sehen. Als Zielgruppe von Seniorentreffen wird i.d.R. die Bevölkerung ab 65 Jahren gesehen. In folgender Abbildung wird deshalb die Teilnehmerzahl auf diese Bevölkerungsgruppe bezogen, um den Nutzungsgrad der bestehenden Seniorentreffen in den einzelnen Gemeinden darstellen zu können. Um Mehrfachnennungen weitgehend auszuschließen, werden dabei nur die mindestens einmal monatlich stattfindenden Treffen berücksichtigt.

Abb. 5.6:

Nutzungsgrad der mindestens einmal monatlich stattfindenden Seniorentreffen in den einzelnen Gemeinden
35,6% 10,1% 17,5% 10,5% 6,0% 14,4% 15,2% 10,7% 8,5% 6,1% 16,8% 7,6% 13,8% 6,3%
0,0% 10,0% 20,0% 30,0% 40,0%

Ammerndorf Cadolzburg Großhabersdorf Langenzenn Oberasbach Obermichelbach Puschendorf Roßtal Seukendorf Stein Tuchenbach Veitsbronn Wilhermsdorf Zirndorf

Anteil an der Bevölkerung ab 65 J.
Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Wie die Abbildung zeigt, ergibt sich der mit Abstand höchste Nutzungsgrad mit 35,6% in der Gemeinde Ammerndorf. Ebenfalls überdurchschnittliche Werte zwischen 17,5% und 10% ergeben sich in den Gemeinden Großhabersdorf, Tuchenbach, Puschendorf, Obermichelbach, Wilhermsdorf, Cadolzburg, Roßtal und Langenzenn. In fünf Gemeinden liegt der Nutzungsgrad unter dem durchschnittlichen Nutzungsgrad von 9%. Obwohl die Nutzungsgrade der bestehenden Seniorentreffen bereits als ein Hinweis für den Stellenwert der Seniorenarbeit in den einzelnen Gemeinden gesehen werden

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können, sind zur fundierten Beurteilung der Seniorenarbeit weitere Seniorenangebote in die Betrachtung einzubeziehen. Über diese gemeldeten Freizeitangebote hinaus existieren im Landkreis Fürth selbstverständlich noch sehr viele andere Freizeitangebote für ältere Menschen, die allerdings … • • • ... keiner der ausgewerteten Kategorien zuzuordnen sind ... nur in unregelmäßigen Abständen angeboten werden ... nur zu bestimmten Anlässen (z.B. Weihnachten) stattfinden

Diese konnten zwar im Rahmen der Bestandserhebung nicht mit einbezogen werden, die dargestellten Einrichtungen bieten jedoch trotzdem einen guten Überblick über das Angebot an Begegnungsmöglichkeiten im Landkreis Fürth.

5.2.3

Bestandsaufnahme des Ausflugsangebotes für Senioren im Landkreis Fürth

Im Folgenden soll ergänzend zu den Begegnungsmöglichkeiten ein Überblick über das Angebot an Seniorenausflügen im Landkreis Fürth, gegeben werden. Dabei werden ausschließlich die Ausflüge berücksichtigt, die in der Bestandserhebung als eigenständiges Angebot gemeldet wurden. Sie sind als Tabelle A.5 im Anhang noch einmal einzeln aufgelistet. Ausflüge, die gelegentlich im Rahmen eines Seniorentreffens durchgeführt werden, erscheinen in Tabelle A.4 unter dem Programm der einzelnen Treffen. Die folgende Abbildung zeigt zunächst die regionale Verteilung der Seniorenausflüge im Landkreis Fürth.

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Abb. 5.7: Ausflugsangebote für Senioren im Landkreis Fürth

Ähnlich wie bei den Seniorentreffen soll auch das Angebot an Seniorenausflügen etwas näher betrachtet werden. Die folgende Abbildung informiert zunächst darüber, welche Träger im Landkreis Fürth wie viele der insgesamt 47 Ausflugsangebote durchführen.

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Abb. 5.8:

Ausflugsangebote nach Trägerschaft

16 14 12 10 8 6 4 2 0
evangelische Träger kommunale Träger Wohlfahrts- und Sozialverbände katholische Träger
Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

15

15

9 6

2
Vereine

Wie die Abbildung zeigt, nehmen die evangelische Kirche und die Wohlfahrts- und Sozialverbände mit je 15 Angeboten den größten Stellenwert ein. Bei den Wohlfahrtsund Sozialverbänden werden dabei neun Ausflugsangebote von der Arbeiterwohlfahrt und vier Ausflugsangebote vom Sozialverband VdK organisiert. Ein Angebot wird unter der gemeinsamen Trägerschaft von Arbeiterwohlfahrt und VdK und eines vom Bayerischen Roten Kreuz veranstaltet. Kommunale Träger bieten neun Ausflüge und katholische Träger sechs Ausflüge an. Von Vereinen werden zwei Ausflüge angeboten (vgl. Tab. A.5 im Anhang). Über die Häufigkeit der gemeldeten Seniorenausflüge informiert die folgende Abbildung.

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Abb. 5.9:

Ausflugsangebote nach Häufigkeit der Treffen

mindestens einmal monatlich 14,9% drei- bis sechsmal jährlich 12,8%

alle zwei Jahre 2,1%

7 6

1

33

70,2% ein- bis zweimal jährlich

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Wie die Abbildung zeigt, finden über zwei Drittel der Ausflugsangebote „ein- bis zweimal jährlich“ statt. An sechs Angeboten können die älteren Menschen mehrmals jährlich teilnehmen. Sieben Angebote werden mindestens einmal monatlich angeboten. Fünf davon sind die monatlich stattfindenden Seniorenwanderungen. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass der Markt Roßtal alle zwei Jahre eine Bürgerversammlung auf Rädern veranstaltet. Die folgende Abbildung gibt Aufschluss darüber, wie viele Senioren an den Ausflügen teilnehmen.

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Abb. 5.10: Ausflugsangebote nach Teilnehmerzahl

100 und mehr 8,5% bis unter 20 12,8%

4 6

8
20 bis unter 40 17,0%

29
40 bis unter 60 61,7%

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Wie die Abbildung zeigt, nehmen an fast 62% der Seniorenausflüge im Landkreis Fürth 40 bis unter 60 Personen teil. Rund 17% der Ausflüge haben 20 bis unter 40 Teilnehmer. Bei rund 9% der Ausflüge nehmen 100 und mehr ältere Menschen teil. An knapp 13% der Fahrten nehmen weniger als 20 Teilnehmer teil. Im Durchschnitt nutzen das Ausflugsangebot im Landkreis Fürth 47 Personen pro Ausflug.

Über dieses Ausflugsangebot hinaus werden von den Wohlfahrtsverbänden immer wieder überregional mehrtägige Seniorenfreizeiten angeboten. Das Diakonische Werk Fürth organisiert beispielsweise zweimal jährlich und der Caritasverband Bamberg einmal jährlich eine mehrtägige Seniorenfreizeit. An beiden Veranstaltungen nehmen auch Senioren aus dem Landkreis Fürth teil.

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5.3

Ergebnisse der Seniorenbefragung in Bezug auf die Rolle von Seniorentreffen

Um einen möglichst umfassenden Überblick über die Bewertung des Handlungsfeldes „Gesellschaftliche Teilhabe“ durch die Senioren zu bekommen, müssen mehrere Teilbereiche der Seniorenbefragung betrachtet werden. Es sind dies zum einen die Aussagen zum Themenkomplex „Seniorentreffen“, zum anderen gehören dazu auch die Bewertung der „Rolle von Vereinen und Verbänden“ und der „sonstigen Freizeitaktivitäten“ (vgl. MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.4). Bezüglich des Bekanntheitsgrades und Nutzungsgrades von Seniorentreffen lassen sich nach den Ergebnissen der Seniorenbefragung folgende drei Gruppen unterscheiden: Senioren, die keinen Seniorenclub oder -kreis kennen (55,5%) Senioren, die einen oder mehrere Seniorenclubs kennen und mindestens einen davon regelmäßig nutzen (21,0%) Senioren, die zwar einen oder mehrere Seniorenclubs oder -kreise kennen, aber nicht nutzen (23,5%) Die Gründe für die fehlende Inanspruchnahme bekannter Seniorentreffen zeigt folgende Abbildung. Abb. 5.11: Gründe für die fehlende Inanspruchnahme von Seniorenclubs/kreisen

selbst noch aktiv, fühlen sich zu jung

49,1%
26,3%
9,6%

nur für ältere Menschen geeignet

zu wenig ansprechende Angebote

Gesundheitszustand lässt es nicht zu

8,2%

keine Möglichkeit hinzukommen

3,9%

nur für kirchlich gebundene Menschen

2,1%

sonstige Gründe
0,0%

25,1%
10,0% 20,0% 30,0% 40,0% 50,0%

Quelle: Seniorenbefragung von MODUS-Sozialforschung 2009

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Wie die Abbildung zeigt, wurde von fast der Hälfte der Senioren im Rahmen der Seniorenbefragung als Grund für die fehlende Inanspruchnahme der Seniorenclubs/-kreise genannt, dass sie sich selbst noch zu jung fühlen bzw. selbst noch aktiv sind. Darüber hinaus gaben rund 26% für die fehlende Inanspruchnahme von Seniorenclubs an, dass diese nur für ältere Menschen geeignet sind. Bei den älteren Senioren dominieren als Gründe der schlechte Gesundheitszustand oder fehlende Möglichkeiten, zu den Treffen hinzukommen“ (vgl. MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.4.2). Das Angebot an Vereinen und Verbänden wurde im Rahmen der Seniorenbefragung mit einem Durchschnitt von 2,6 bewertet. Insgesamt sind unter den Senioren im Landkreis Fürth 41,5% in einem oder mehreren Vereinen bzw. Verbänden. Knapp 21% von ihnen nehmen mehrmals wöchentlich und rund 23% einmal wöchentlich an den Vereins- bzw. Verbandsaktivitäten teil (vgl. MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.4.3). Außerdem konnten die Senioren sonstige außerhäusliche Freizeitaktivitäten angeben, die nicht primär auf Senioren ausgerichtet sind. Hinsichtlich des Handlungsfeldes „Gesellschaftliche Teilhabe“ kristallisierten sich mit kirchlichen und kulturellen Veranstaltungen, Seniorenfahrten und Seniorensport insbesondere vier Freizeitgestaltungsmöglichkeiten heraus, die in den Gemeinden relativ häufig angeboten werden. Was den Nutzungsgrad betrifft, ist allerdings festzustellen, dass kirchliche und kulturelle Veranstaltungen häufiger genutzt werden als Seniorenfahrten, Seniorensport oder Bildungsveranstaltungen. Seniorenwanderungen und Seniorentanz hingegen werden sehr viel seltener genutzt (vgl. MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.4.4). Eine Gesamtschau aller untersuchten Bereiche zeigte, dass im Landkreis Fürth mindestens einmal im Monat: 21% der Senioren Seniorentreffen besuchen. 34,5% der Senioren sich in Vereinen und Verbänden engagieren. 33,5% der Senioren regelmäßig andere außerhäusliche Freizeitaktivitäten ausüben. Zusammenfassend kann aufgrund der Befragung festgestellt werden, dass etwa 19% der Senioren im Landkreis Fürth ein hohes, rund 37% ein mittleres und knapp 44% der Senioren ein niedriges außerhäusliches Aktivitätsniveau zugeschrieben werden kann (vgl. MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.4.5).

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Zum Abschluss des Themenkomplexes „Freizeitmöglichkeiten und Freizeitaktivitäten“ sollten die Senioren ihre Meinung dazu äußern, ob es in ihrer Gemeinde genügend Freizeitmöglichkeiten gibt. Hierbei waren rund 60% der Meinung, dass das Freizeitangebot für ältere Menschen in ihrer Gemeinde ausreicht. Etwa 28% wollten oder konnten sich aufgrund fehlender Informiertheit nicht klar für eine Antwortkategorie entscheiden. So verbleibt ein Anteil von 11,6%, die der Meinung sind, dass es in ihrer Gemeinde nicht genügend Freizeitmöglichkeiten für ältere Menschen gibt. Der relativ hohe Zufriedenheitsgrad der älteren Menschen bezüglich der vorhandenen Freizeitmöglichkeiten darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es – absolut gesehen – nicht wenige Senioren im Landkreis Fürth gibt, die Defizite in diesem Bereich sehen. Rechnet man den Anteilswert von 11,6% auf die Gesamtbevölkerung ab 65 Jahren im Landkreis Fürth um, ergibt sich eine Zahl von fast 2.600 Personen, die Defizite im Bereich der Freizeitmöglichkeiten für ältere Menschen sehen. Mit am häufigsten wurde hierbei das Fehlen von Seniorensportmöglichkeiten in den Gemeinden bemängelt. Diesbezüglich äußerten sich mehr als 13% der Senioren, die mit den Freizeitmöglichkeiten in ihrer Gemeinde nicht zufrieden sind. Dahinter folgen die kulturellen Veranstaltungen mit 10% der Nennungen und die Bildungsveranstaltungen mit rund 8%. Wanderungen für Senioren vermissen knapp 6% der Befragten. Sehr viel geringere Anteilswerte zwischen 4,3% und 3,8% entfielen auf die Kategorien „Tanzveranstaltungen“, „Seniorenbegegnungsstätten“ und „Ausflüge/Reisen" (vgl. MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.4.6). Insgesamt betrachtet ergibt sich bei der Beurteilung der Freizeitangebote für Senioren ein Durchschnittswert von 3,0. (vgl. MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.5.4).

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

71

5.4

Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Gesellschaftliche Teilhabe“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth

Die Ergebnisse der Seniorenbefragung gilt es im Folgenden den Ergebnissen aus der Bestandserhebung gegenüberzustellen. Im Rahmen der Bestandserhebung wurden für den Landkreis Fürth sechs Seniorenbegegnungsstätten, 80 mindestens einmal monatlich stattfindende Treffen, 24 seltener stattfindende Veranstaltungen und 47 Ausflugsangebote angegeben. In Bezug auf die Seniorentreffen ist das bei einem quantitativen Vergleich mit anderen vom Bamberger Forschungsinstitut untersuchten Landkreisen über dem Durchschnitt. Dennoch weisen die Ergebnisse der Seniorenbefragung auf einige Problembereiche hin. Da sind zum einen die Senioren, denen das Angebot überhaupt nicht bewusst ist, und zum anderen die Senioren, die die Angebote zwar kennen, aber aus unterschiedlichen Gründen nicht nutzen. Als weitere Gruppe kommen die Senioren dazu, die trotz des vorhandenen Angebots ein Defizit bezüglich ihrer Freizeitmöglichkeiten wahrnehmen. Die Gründe dafür sind vielfältig und können sowohl auf einer fehlenden Informiertheit als auch auf einer regional unterschiedlichen Versorgung beruhen. Als wesentliche Voraussetzung gilt es deshalb, das Informationsdefizit über das reichhaltig vorhandene Angebot abzubauen. Mit dem „Ratgeber für Senioren und deren Angehörige im Landkreis Fürth“ steht im Landkreis Fürth bereits ein gutes Instrument zur Verfügung, die Veranstaltungen der Seniorenhilfe vorzustellen. Alle relevanten Adressen in Bezug auf Ansprechpartner und Einrichtungen sind dort übersichtlich aufgelistet. Auch über das Internet ist die Broschüre abrufbar. Es muss jedoch sichergestellt werden, dass diese Information auch die Senioren erreichen, die bisher noch keine Angebote kennen bzw. Defizite wahrnehmen. Die bisherigen Vertriebswege sollten deshalb auf ihre Effizienz überprüft werden und unter Umständen neu strukturiert oder ausgebaut werden. Es ist geplant, in jeder zweiten Ausgabe des Landkreismagazins Artikel speziell zu Seniorenthemen zu veröffentlichen. Dieses Vorhaben sollte auf alle Fälle umgesetzt werden, da durch die Verteilung des Magazins in die Haushalte des Landkreises die älteren Menschen problemlos erreicht werden können. Außerdem ist die Ankündigung der Veranstaltungen in den Amtsblättern der Gemeinden ein bewährtes und vielerorts praktiziertes Verfahren. Eine überregionale Bekanntgabe der Seniorenveranstaltungen durch die Veröffentlichung der Termine in den Amtsblättern der Nachbarkommunen kann für eine Erweiterung der Interessensgruppe und größeren Zulauf sorgen. Darüber hinaus steht im Landkreis Fürth – neben den Veranstaltungshinweisen über die Internetauftritte der einzelnen Gemeinden – mit dem Modul 3 des Seniorenhilfeinformationssystems AHIS ein Instrument zur Verfügung, durch das Veranstaltungen der Seniorenhilfe tagesaktuell vorgestellt werden können.

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Diese Möglichkeit sollte sowohl den Trägern als auch den Nutzern von Seniorenveranstaltungen noch mehr bewusst gemacht werden. Vor allem die zahlreichen Computerkurse, die über die Bildungsträger angeboten werden, könnten dazu genutzt werden, die Seniorenseiten des Landkreises vorzustellen und die mögliche Scheu, damit umzugehen, abzubauen. Darüber hinaus plant das Landratsamt in Zusammenarbeit mit der AG Senioren die Durchführung einer Seniorenmesse, um den Akteuren im Bereich Seniorenarbeit eine Plattform zu bieten, ihre Angebote zentral vorstellen zu können. Nach dem Vorbild der Stadt Langenzenn und des Marktes Roßtal sollten die Seniorenvertreter der einzelnen Gemeinden in Zusammenarbeit mit der Kommune die Bildung von "Runden Tischen" aller Akteure der örtlichen Seniorenarbeit initiieren, um in diesen Gremien die Angebote für Senioren in den einzelnen Gemeinden abzustimmen, zu erweitern und stärker bekannt zu machen. Aufgrund der Seniorenbefragung wird zudem deutlich, dass sich die jüngeren Senioren sehr häufig noch nicht der Zielgruppe von Seniorenveranstaltungen zugehörig fühlen. Um diese Hemmschwellen vor dem Besuch von Veranstaltungen der Seniorenhilfe abzubauen, ist es wichtig, sie mit einem attraktiven und anspruchsvollen Programm zu überzeugen. Deshalb sollte das Programm der Seniorentreffen in den einzelnen Gemeinden auf die Ansprüche und Erwartungen von jüngeren Senioren eingehen. Denn gerade diese Altersgruppe sollte für die offene Seniorenhilfe gewonnen werden. Zum einen erweitert sie den Teilnehmerkreis und so auch den Bekanntheitsgrad der einzelnen Treffen. Zum anderen können gerade jüngere Senioren aufgrund ihres Alters selbst wichtige Beiträge zur Gestaltung und Organisation von Veranstaltungen leisten. Das kann durch inhaltliche Gestaltung in Form von Vorträgen oder Kreativangeboten genauso geschehen wie durch die Betreuung der älteren Senioren während der Veranstaltungen. Bezüglich einer besseren Erreichbarkeit und Nutzung von Seniorenveranstaltungen stellt sich ganz grundsätzlich die Frage nach einer Organisation von Fahr- und Begleitdiensten. Davon profitieren nicht nur weiter entfernt wohnende oder gehbehinderte ältere Menschen, sondern es könnte auch Senioren aus kleineren Gemeinden mit einem weniger umfangreichen Veranstaltungsprogramm die Gelegenheit geboten werden, ohne größere Mühen an Seniorentreffen teilzunehmen. Das Angebot ist natürlich umso größer und vielfältiger, je mehr Senioren in einer Gemeinde leben. Es ist daher notwendig, die Gemeinden des Landkreises in Bezug auf das Handlungsfeld „Gesellschaftliche Teilhabe“ einer Kategorisierung zu unterziehen.

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73

Tab.5.2: Übersicht über die Begegnungsmöglichkeiten in den Gemeinden
Bevölkerung ab 65 Jahren Begegnungsmöglichkeiten Seniorenbegegnungsstätten Seniorentreffen
mind. einmal im Monat / seltener

Gemeinde

Seniorenausflüge
Angebote / Turnus pro Jahr

Zirndorf Oberasbach Stein Roßtal Langenzenn Cadolzburg Veitsbronn Wilhermsdorf Großhabersdorf Seukendorf Puschendorf Obermichelbach Ammerndorf Tuchenbach

4.792 3.617 3.345 1.932 1.820 1.726 1.196 817 798 469 443 398 298 223

2 1 * 1 1 * 1 -

12/4 11/1 9/4 7/6 5/0 9/2 4/2 4/1 4/1 2/2 3/0 4/1 4/0 2/0

8/36 4/10 2/16 8/12 2/14 2/3 7/22 4/15 3/6 2/8 1/3 1/12 2/2 1/1

Gesamt
Quelle: Eigene Erhebung 2010

21.874

6

80/24

47/160

* Seniorenbegegnungsstätte in Planung

Die erste Kategorie bilden die Gemeinden mit mehr als 3.000 Personen ab 65 Jahren. In der größten Stadt Zirndorf gibt es die meisten Angebote für die älteren Menschen. Es finden zahlreiche Treffen und Ausflüge für Senioren statt. Auch in den Städten Oberasbach und Stein gibt es ein umfangreiches Freizeitangebot. Vor allem die Anzahl der wöchentlich und vierzehntägig stattfindenden Treffen ist hier landkreisweit am höchsten. So finden in der Stadt Oberasbach zwei Treffen wöchentlich und vier Treffen vierzehntägig statt, in der Stadt Stein finden ebenfalls zwei Treffen wöchentlich und drei Treffen vierzehntägig statt. Dennoch ergibt sich in allen drei Städten ein unterdurchschnittlicher Nutzungsgrad für die einzelnen Treffen. Erfahrungsgemäß bietet es sich in Gemeinden dieser Größenordnung an, Seniorenbegegnungsstätten einzurichten, die den älteren Menschen an mehreren Tagen der Woche offenstehen. Die festen Öffnungszeiten und die regelmäßigen Veranstaltungen binden häufig einen festen Nutzerkern und erhöhen so den Nutzungsgrad. In den Städten mit bestehenden Begegnungsstätten sollten diese deshalb noch mehr bekannt gemacht werden. Aus genannten Gründen sollten in der Stadt Stein die bereits genutzten Räume des Anwesens Alexanderstr. 6 in Richtung „Seniorenbegegnungsstätte“ weiterentwickelt werden.

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In der Stadt Oberasbach gibt es den BürgerInfoTreff. Dieser sollte mittelfristig zu einer „echten Seniorenbegegnungsstätte“ mit hauptamtlichem Ansprechpartner ausgebaut werden. Das Angebot an Ausflügen in den Städten Oberasbach und Stein ist im Vergleich zur Stadt Zirndorf bedeutend niedriger. Selbst in manch kleinerer Gemeinde werden mehr Ausflüge für ältere Einwohner organisiert. Da in der Seniorenbefragung das Ausflugsangebot von den Senioren sowohl in Oberasbach als auch in Stein durchschnittlich bewertet wurde, kann hier allerdings auf eine konkrete Maßnahmenempfehlung verzichtet werden. Auch alle Gemeinden mit 1.500 bis unter 3.000 Personen ab 65 Jahren organisieren Seniorentreffen und Ausflüge. Im Markt Roßtal und in der Stadt Langenzenn finden je zwei Seniorentreffen häufiger als einmal monatlich statt, im Markt Cadolzburg gibt es eine wöchentliche Veranstaltung. Das Ausflugsangebot gestaltet sich in den einzelnen Gemeinden sehr unterschiedlich. Im Markt Roßtal werden von vielen unterschiedlichen Trägern Ausflüge angeboten. Eine Besonderheit ist die alle zwei Jahre stattfindende Bürgerversammlung auf Rädern. Im Markt Cadolzburg haben die Senioren dreimal im Jahr die Gelegenheit, an einer Seniorenfahrt teilzunehmen, nach den Ergebnissen der Seniorenbefragung wird dieses Angebot als durchschnittlich empfunden. Für die Stadt Langenzenn wurden im Rahmen der Bestandsaufnahme nur ein monatliches und ein zweimal jährlich stattfindendes Seniorenwandern angegeben. Allerdings führt der wöchentlich stattfindende Seniorenkreis auch immer wieder Ausflüge durch. Das könnte ein Grund dafür sein, warum das Ausflugsangebot im Rahmen der Seniorenbefragung auch ohne eigenständiges Angebot als durchschnittlich eingestuft wurde. Da die älteren Menschen aus allen drei Gemeinden sowohl das Begegnungs- als auch das Ausflugsangebot durchschnittlich bewertet haben, kann deshalb hier auf Maßnahmenempfehlungen verzichtet werden. Von den Gemeinden mit 500 bis unter 1.500 Personen ab 65 Jahren bieten alle Seniorentreffen an, die mindestens einmal monatlich stattfinden. Der Seniorentreff des Seniorenbeirats im Markt Wilhermsdorf findet sogar vierzehntägig statt. In der Gemeinde Veitsbronn gibt es eine Seniorenbegegnungsstätte. Der Träger ist der Diakonieverein Veitsbronn-Tuchenbach-Obermichelbach und damit auch für ältere Menschen aus den kleineren Gemeinden Obermichelbach und Tuchenbach zuständig. Zusätzlich zu dem vielfältigen Programm der Begegnungsstätte finden in der Gemeinde Veitsbronn noch sechs weitere Seniorentreffen statt. Seniorenausflüge werden in allen drei Gemeinden dieser Kategorie organisiert. Dennoch haben die Senioren des Marktes Wilhermsdorf ihre Gemeinde vor allem in Bezug auf die Seniorenausflüge unterdurchschnittlich bewertet. Hier werden neben einer monatlichen Wanderung drei einmal jährlich stattfindende Ausflüge organisiert. Diese Angebote sollten noch besser bekannt gemacht werden, eventuell könnte hier als Konsequenz aus der unterdurchschnittlichen Bewertung in der Seniorenbefragung auch ein Ausbau des Ausflugsangebotes stattfinden.

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Auch in den kleinsten Gemeinden mit weniger als 500 Personen ab 65 Jahren werden überall Seniorentreffen und Seniorenausflüge organisiert. Im Markt Ammerndorf liegt das einzige Mehrgenerationenhaus des Landkreises. Darüber hinaus finden dort noch vier weitere monatliche Seniorentreffen statt. Dennoch schneiden die Gemeinden dieser Kategorie hinsichtlich der Begegnungsangebote in der Seniorenbefragung eher unterdurchschnittlich ab. Die Veranstaltungen müssen aus diesem Grund noch besser bekannt gemacht werden. Bezüglich des Ausflugsangebotes schneidet im Rahmen der Seniorenbefragung vor allem die Gemeinde Seukendorf unterdurchschnittlich ab. Hier sollte das bestehende mehrmals jährlich stattfindende Ausflugsangebot der evangelischen Kirche und der Arbeiterwohlfahrt noch besser bekannter gemacht werden. Das Gleiche gilt für die Gemeinden Obermichelbach und Tuchenbach, auch hier beurteilen die älteren Menschen das Ausflugsangebot unterdurchschnittlich. Es werden dort aber sowohl über den Diakonieverein Veitsbronn-TuchenbachObermichelbach als auch über die Seniorenkreise Fahrten organisiert. Eine gemeinsame Fahrt wird von der evangelischen Kirche einmal im Jahr organisiert. Diese Angebote sollten den Senioren vor Ort stärker ins Bewusstsein gebracht werden. Zusammenfassend ergeben sich aus den durchgeführten Analysen somit folgende Maßnahmenempfehlungen.

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Tab. 5.3: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Gesellschaftliche Teilhabe“ Ziele und Maßnahmen Steigerung des Bekanntheitsgrades der bestehenden Seniorentreffen in den einzelnen Gemeinden Schaffung von attraktiveren Angeboten für jüngere Senioren in den Seniorenclubs und Seniorenkreisen. Zuständigkeit Anbieter von Seniorenveranstaltungen in den einzelnen Gemeinden Anbieter von Seniorenclubs und Seniorenkreisen in den einzelnen Gemeinden Realisierungszeitraum kurzfristig

kurzfristig

Organisation von Fahr- und Begleitdiens- Anbieter von Seniorenverten zum Besuch von Seniorenveranstal- anstaltungen in den eintungen in den einzelnen Gemeinden. zelnen Gemeinden In Anbetracht der Größe der Stadt Stein sollten die bereits genutzten Räume des Anbieter von SeniorenverAnwesens Alexanderstr. 6 in Richtung anstaltungen in der Stadt „Seniorenbegegnungsstätte“ weiterentwi- Stein ckelt werden. Der BürgerInfoTreff in der Stadt Oberasbach sollte zu einer Seniorenbegegnungsstätte mit hauptamtlichem Ansprechpartner ausgebaut werden. Auch mittlere und kleine Gemeinden sollten einen guten Mix von Ausflügen und Fahrten im Angebot haben und diese entsprechend bewerben, insbesondere in Seukendorf, Obermichelbach, Tuchenbach und Wilhermsdorf. Durchführung einer Seniorenmesse, um die Angebote der Akteure im Bereich Seniorenarbeit besser bekannt zu machen. Steigerung der überörtlichen Bekanntgabe von Veranstaltungen für Senioren, beispielsweise durch Bekanntmachung der Termine auch in den Amtsblättern der Nachbarkommunen. Anbieter von Seniorenveranstaltungen in der Stadt Oberasbach Anbieter von Seniorenveranstaltungen in den Gemeinden, insbesondere in Seukendorf, Obermichelbach, Tuchenbach und Wilhermsdorf. Landratsamt in Zusammenarbeit mit der AG Senioren (SprecherGremium) Anbieter von Seniorenveranstaltungen in Zusammenarbeit mit den Kommunen und den Seniorenvertretern

kurzfristig

mittelfristig

mittelfristig

kurzfristig

kurzfristig

kurzfristig

Bildung von "Runden Tischen" aller Akteure der örtlichen Seniorenarbeit, um Seniorenvertretungen in die Angebote für Senioren in den einzelZusammenarbeit mit den nen Gemeinden abzustimmen, zu erweiKommunen tern und stärker bekannt zu machen (Beispiele: Langenzenn und Roßtal).

mittelfristig

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6.
6.1 6.1.1

Handlungsfeld „Präventive Angebote“
Sportangebote für Senioren Allgemeine Vorbemerkungen

Im Rahmen der Angebotspalette für Senioren nimmt die Gesundheitserhaltung und -förderung einen wichtigen Platz ein. Basis für eine selbstbestimmte, aktive Gestaltung dieses Lebensabschnittes sind körperliche Fitness und Wohlbefinden. Neben einer gesunden Lebensweise mit den entsprechenden Ernährungsgewohnheiten spielen dabei regelmäßige sportliche Betätigungen eine wichtige Rolle. Denn eine gute Fitness wirkt sich auf den verschiedensten Ebenen positiv aus. So wird zum einen der Körper trainiert und beispielsweise das Herz-Kreislauf-System oder auch Muskulatur, Gelenke und Knochen gestärkt. Zum anderen strahlt das Gefühl von Fitness und Aktivität auch positiv auf die Lebenseinstellung und den Alltag aus. Gerade für ältere Menschen ist Sport eine sehr gute Rückmeldung über die vorhandene Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit. Zudem fördert gemeinsame sportliche Aktivität das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Geselligkeit im Alter. Beides sind sehr wichtige Faktoren, um einer Vereinsamung oder passiven Lebenseinstellung entgegenzuwirken. Seniorensport ist damit ein essentieller Bereich im Präventivsektor der Seniorenhilfe. Besonders empfehlenswert für Senioren sind Sportarten, die die Beweglichkeit verbessern. Dazu gehören beispielsweise gymnastische Übungen, wie Rückengymnastik oder auch Wassergymnastik. Aktivitäten wie Schwimmen, Radfahren oder Walking/Nordic Walking steigern die Ausdauer. Aber auch Entspannungskurse wie Yoga oder Pilates sind besonders für ältere Menschen eine Möglichkeit, neue Energie zu tanken. Die Senioren haben zum einen die Möglichkeiten an den für alle Altersgruppen zugänglichen Angeboten z.B. in Vereinen oder Fitnessclubs teilzunehmen. Teilweise können Kurse im Zusammenhang mit einem Präventionsprogramm der Krankenkassen wahrgenommen werden. Zum anderen gibt es in vielen Sportvereinen spezielle Übungsstunden für Senioren und auch die Volkshochschulen bieten Gymnastik- und Entspannungskurse oder Tanz für Senioren an. Häufig werden darüber hinaus innerhalb von Seniorentreffen oder in Begegnungsstätten sportliche Programmangebote eingebaut.

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6.1.2 Bestandsaufnahme des Seniorensports im Landkreis Fürth Im Folgenden wird untersucht, welche seniorenspezifische Sportangebote im Landkreis Fürth vorhanden sind und inwieweit sie den Bedarf für die älteren Menschen abdecken. Die folgende Abbildung zeigt zunächst die regionale Verteilung der Sportveranstaltungen.

Abb. 6.1: Seniorensport im Landkreis Fürth

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Seniorensportveranstaltungen werden von sehr unterschiedlichen Trägern organisiert. Sie können Teil des Programms eines Seniorentreffens sein oder als eigenständiger Kurs angeboten werden. Im Rahmen dieser Untersuchung werden alle Angebote berücksichtigt, die von den einzelnen Gemeinden als gesonderte Sportveranstaltungen gemeldet wurden. Insgesamt sind dies 91 Sportangebote für Senioren im Landkreis. Wie folgende Abbildung zeigt, setzt sich diese Palette zusammen aus Seniorengymnastik inklusive Wassergymnastik, Tanzveranstaltungen und Angeboten zum gemeinsamen Laufen. Unter sonstiges sind je zwei Angebote mit Boule und Yoga sowie je ein Angebot Swin-Golf, Kegeln, Fußball, Tennis, Selbstverteidigung und Qi Gong subsummiert. Darüber hinaus fallen darunter die Aktiv-Senioren des Seniorenbeirats Wilhermsdorf mit unterschiedlichen Aktivitäten (vgl. Tab. A.6 im Anhang).

Abb. 6.2:

Regelmäßige Angebote im Bereich Seniorensport nach Sportart

60

9
50

49
40

30

20

16
10

11 6

0
Seniorengymnastik inkl. Wassergymnastik Laufangebote für Senioren Seniorentanz
Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Sonstiges

Informationen darüber, welche Träger im Landkreis aktiv sind und wie viele Veranstaltungen von den jeweiligen Trägern organisiert werden, gibt die nachstehende Abbildung.

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

80

Abb. 6.3: Regelmäßige Angebote im Bereich Seniorensport nach Trägerschaft

35 30 25 20 15 10 5 0
VHS kommunale Träger katholische Kirche sonstige Vereine evangelische Kirche private Träger

33 28

10

7

4

3

6

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Wie die Abbildung zeigt, ist im Landkreis Fürth die Volkshochschule mit 33 Angeboten in diesem Bereich der offenen Seniorenhilfe am stärksten vertreten. Dahinter folgen die Vereine mit 28 Angeboten. Kommunale Träger organisieren zehn Veranstaltungen. Sieben Veranstaltungen bietet die evangelische Kirche an und vier Veranstaltungen die katholische Kirche. Drei Angebote entfallen auf private Träger. Unter sonstige Träger wurden drei Seniorenkurse im Corposano Gymnastikstudio in der Stadt Stein, die offene Seniorenwassergymnastikgruppe in der Krankengymnastikpraxis Langhammer in der Gemeinde Puschendorf, eine Osteoporosegruppe des VdK und die Tanzveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in der Gemeinde Wilhermsdorf zusammengefasst (vgl. Tab. A.6). Bezüglich des Turnus der Angebote zeigt sich folgendes Bild.

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Abb. 6.4:

Regelmäßige Angebote im Bereich Seniorensport nach Häufigkeit

seltener 6,6% mind einmal monatlich 6,6%

6

6

79
einmal wöchentlich 86,8%

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Wie die Abbildung zeigt, werden fast 87% aller Sportgruppen „einmal wöchentlich“ angeboten. Die Häufigkeit und Regelmäßigkeit dieser Veranstaltungen verweisen auf die im Alter immer wichtiger werdenden Ressourcen Fitness und Gesundheit. Sechs der insgesamt 91 Angebote finden mindestens einmal monatlich statt. Weitere sechs Veranstaltungen werden seltener als einmal monatlich angeboten. Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über die Teilnehmerzahlen der Sportveranstaltungen.

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Abb. 6.5: Regelmäßige Angebote im Bereich Seniorensport nach Teilnehmerzahl

20 b. u. 40 25,3%

23
4

64

bis unter 20 70,3%

40 und mehr 4,4%

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Mehr als 70% der Veranstaltungen bestehen aus einer Gruppengröße von unter 20 Personen. Rund ein Viertel der Veranstaltungen haben eine Teilnehmerzahl von 20 bis unter 40 Personen. An vier Veranstaltungen nehmen mehr als 40 Personen teil. Die größte Teilnehmerzahl von 200 Personen findet sich beim Tanzball des Kulturamtes der Stadt Zirndorf. Im Durchschnitt nehmen je Veranstaltung ca. 20 Senioren teil. Addiert man alle angegebenen Werte zu den Teilnehmern auf, kommt man im Landkreis Fürth auf rund 1.700 Personen, die an Seniorensportveranstaltungen teilnehmen. Auf die Gesamtheit der Menschen ab 65 Jahren im Landkreis bezogen, resultiert daraus für den Bereich des Seniorensportes ein Nutzungsgrad von rund 7,8%. Bei diesem Nutzungsgrad sind natürlich weder die Senioren berücksichtigt, die an speziellen Tanzveranstaltungen zu bestimmten Festen, wie z.B. Fasching, teilnehmen, noch die älteren Menschen, die sich an den im Landkreis Fürth bestehenden generationsübergreifenden Vereinssportgruppen beteiligen. Ähnlich wie bei den Seniorenclubs informiert folgende Abbildung zunächst wieder darüber, wie viele Senioren in den einzelnen Gemeinden an den Seniorensportgruppen teilnehmen.

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Abb. 6.6:

Teilnehmer von Seniorensportgruppen nach Gemeinden

Ammerndorf Cadolzburg Großhabersdorf Langenzenn Oberasbach Obermichelbach Puschendorf Roßtal Seukendorf Stein Tuchenbach Veitsbronn Wilhermsdorf Zirndorf
0

49 77 86 92 245 40 51 90 24 169 21 241 58 465
100 200 300 400 500

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Personen

Die mit Abstand größte Teilnehmerzahl im Bereich des Seniorensports ergibt sich in der Stadt Zirndorf mit 465 Teilnehmern. Auch in Oberasbach, Veitsbronn und Stein ergibt sich eine dreistellige Teilnehmerzahl. Die geringsten Teilnehmerzahlen zeigen sich in den Gemeinden Seukendorf und Tuchenbach mit etwas mehr als zwanzig Personen. In folgender Abbildung wird die Teilnehmerzahl wiederum auf die Bevölkerung ab 65 Jahren bezogen, um eine Aussage über den Nutzungsgrad im Bereich des Seniorensports treffen zu können.

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Abb. 6.7:

Nutzungsgrad im Bereich des Seniorensports nach Gemeinden
16,3% 4,5% 10,8% 5,1% 6,8% 10,1% 11,5% 4,6% 5,1% 5,0% 9,2% 20,1% 7,0% 9,7%
0,0% 5,0% 10,0% 15,0% 20,0% 25,0%

Ammerndorf Cadolzburg Großhabersdorf Langenzenn Oberasbach Obermichelbach Puschendorf Roßtal Seukendorf Stein Tuchenbach Veitsbronn Wilhermsdorf Zirndorf

Anteil an der Bevölkerung ab 65 J.
Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Wie die Abbildung zeigt, ergibt sich in der Gemeinde Veitsbronn im Bereich des Seniorensports mit rund 20% der höchste Nutzungsgrad, gefolgt von der Gemeinde Ammerndorf mit 16,3%. Insgesamt sieben Gemeinden liegen zum Teil deutlich über dem Landkreisdurchschnitt von 7,8%. Für die Gemeinden Großhabersdorf, Obermichelbach und Puschendorf zeigen sich dabei Werte von über 10,0%. In sieben Gemeinden ergeben sich unterdurchschnittliche Werte für den Bereich des Seniorensports. Es zeigt sich somit, dass in den einzelnen Gemeinden im Landkreis Fürth im Bereich des Seniorensports sehr unterschiedliche Nutzungsgrade bestehen.

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6.1.3 Ergebnisse der Seniorenbefragung in Bezug auf die Sportangebote Insgesamt ergibt sich bei der Beurteilung der Freizeitangebote für Senioren ein Durchschnittswert von 3,0. Das trifft auch für den Bereich der Sportmöglichkeiten zu, für den sich ebenfalls ein Durchschnittswert von 3,0 ergibt (vgl. MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.5.4).

Abb. 6.8:

Beurteilung der Freizeitmöglichkeiten
Mittelwert

Veranstaltungen für Senioren

6,3

33,5

34,5

13,2

9,3

3,2

3,0

Sportmöglichkeiten für Senioren

4,3

36,6

30,6

14,7

9,6 4,1

3,0

Ausflüge für Senioren

3,5

35,2

32,1

15,3

9,7 4,1

3,1

Bildungsangebote für Senioren

5,3

37,1

30,6

13,4

9,9 3,7

3,0

Erholungsmöglichkeiten

6,0

34,8

26,0

15,5

11,7

6,0

3,1

Angebot an Vereinen und Verbänden

10,8

45,4
20,0% 40,0% 60,0%

25,8

10,6

5,5 2,0

2,6

0,0%

80,0%

100,0%

sehr gut

gut

befriedigend

ausreichend

mangelhaft

ungenügend

Quelle: Seniorenbefragung von MODUS-Sozialforschung 2009

Dennoch beurteilten mehr als 13% der Befragten die „Sportmöglichkeiten“ in ihrer Gemeinde als „ungenügend“ oder „mangelhaft“. Bei der kleinräumigen Auswertung kristallisieren sich insbesondere vier Gemeinden heraus, in denen das Sportangebot für ältere Menschen deutlich schlechter bewertet wird als in den anderen Gemeinden. Es handelt sich dabei um die Gemeinden Obermichelbach, Seukendorf, Tuchenbach sowie Wilhermsdorf.

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6.1.4 Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Präventive Angebote im Bereich Sport“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth Im Bereich des Seniorensports wurden im Landkreis Fürth 91 regelmäßige Angebote angegeben, an denen rund 1.700 ältere Menschen teilnehmen. Auf die Gesamtheit der Menschen ab 65 Jahren im Landkreis bezogen entspricht das einem Nutzungsgrad von rund 7,8%. Bei einer Gegenüberstellung mit den Vergleichswerten aus den anderen Landkreisen resultiert damit ein überdurchschnittlicher Nutzungsgrad. Bezüglich der quantitativ zur Verfügung stehenden Angebote im Bereich des Seniorensports kann also im Landkreis Fürth von einer überdurchschnittlichen Versorgung ausgegangen werden. Da in der zeitgleich stattgefundenen Seniorenbefragung jedoch auf Defizite hingewiesen wurde, gilt es grundsätzlich zu hinterfragen, inwieweit die Sportveranstaltungen in der Öffentlichkeit überhaupt bekannt sind. Auf die vorhandenen Angebote muss deshalb noch gezielter aufmerksam gemacht werden. Dazu können die in den Gemeinden vorhandenen Publikationsmöglichkeiten, wie Amtsblätter oder Internetauftritte, genutzt werden. Wichtig dabei ist, die Informationen möglichst komprimiert und überschaubar darzustellen. So sollte für die älteren Menschen eine kompakte Übersicht der Vereine mit Seniorensportangeboten zusammengestellt werden. Die jeweiligen Ansprechpartner sollten auf alle Fälle mit Telefonnummern angegeben werden. Diese Plattform könnte auch genutzt werden, um auf generationsübergreifende (Vereins-)Sportangebote hinzuweisen, die für Senioren geeignet sind. Das können z.B. Fußball- oder Tennishobbymannschaften sein, die sich ohne Wettkampfanforderungen generationsübergreifend treffen. So werden Hemmschwellen abgebaut und es den älteren Menschen erleichtert, Zugang zu Vereinen und anderen Anbietern von Sportveranstaltungen zu finden. Neben einer intensiveren Öffentlichkeitsarbeit könnten beispielsweise auch Schnupperkurse für Nichtmitglieder organisiert werden, die einer Vereinsaufnahme vorausgehen, oder die Vereine bieten spezielle Kurse für ältere Nichtmitglieder an. Weiter wäre es eine Möglichkeit, eine Zusammenarbeit mit den Veranstaltern der Seniorentreffen zu initiieren, in der z.B. Trainer des Vereins sportliche Übungen im Rahmen eines Treffens anbieten. Darüber hinaus bewähren sich Bewegungsangebote, die zwanglos und generationsübergreifend an der frischen Luft ausgeübt werden können. Größere Gemeinden könnten daher die Einrichtung von Bewegungsparks nach dem Vorbild der Städte Zirndorf und Stein oder der Gemeinde Veitsbronn erwägen oder Kinderspielplätze in Mehrgenerationenspielplätze umgestalten.

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Als weiteres Ergebnis zeigt die Seniorenbefragung, dass auch in Gemeinden mit einer geringen Anzahl an Senioren ein Bedarf an organisierter sportlicher Betätigung vorhanden ist. Deshalb sollen die Gemeinden im Folgenden ihrer Größe nach einer differenzierten Bewertung unterzogen werden, um so auch auf Gemeindeebene auf Verbesserungsmöglichkeiten hinweisen zu können.

Tab. 6.1: Übersicht über die „Präventiven Angebote“ aus dem Bereich Sport in den Gemeinden
Bevölkerung ab 65 Jahren Sportangebote für Senioren Seniorengymnastik Wassergymnastik Seniorentanz Laufangebote Sonstige Angebote

Gemeinde

Zirndorf Oberasbach Stein Roßtal Langenzenn Cadolzburg Veitsbronn Wilhermsdorf Großhabersdorf Seukendorf Puschendorf Obermichelbach Ammerndorf Tuchenbach

4.792 3.617 3.345 1.932 1.820 1.726 1.196 817 798 469 443 398 298 223

3 10 7 4 4 2 8 2 1 1 2 1 3 1

2 1 1 1 2 1 1 -

4 3 2 1 2 2 1 1 -

1 1 1 2 1 -

1 1 1 3 1 1 1 1 1

Gesamt

21.874

49

9

16

6

11

Quelle: Eigene Erhebung 2010

In allen Gemeinden mit mehr als 3.000 Personen ab 65 Jahren gibt es eine größere Anzahl unterschiedlicher Sportangebote für Senioren. Obwohl für die Stadt Zirndorf weniger Sportveranstaltungen angegeben wurden als für die anderen beiden Städte in dieser Kategorie, liegt sie beim Nutzungsgrad mit 9,7% vorne. So liegt der Nutzungsgrad in der Stadt Oberasbach mit 6,8% leicht und in der Stadt Stein mit 5,0% deutlich unter dem Landkreisdurchschnitt von 7,8%. In der Seniorenbefragung bewerteten die Senioren alle Städte dieser Kategorie in Bezug auf das Sportangebot durchschnittlich. Um den Nutzungsgrad zu erhöhen, sollten die Veranstaltungen deshalb insbesondere in der Stadt Stein noch bekannter gemacht werden.

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Auch alle Gemeinden mit 1.500 bis unter 3.000 Personen ab 65 Jahren bieten verschiedene Sportveranstaltungen an. In der Seniorenbefragung wurden der Markt Roßtal und die Stadt Langenzenn durchschnittlich bewertet. Der Markt Cadolzburg liegt in der Bewertung der Senioren in Bezug auf seine Sportangebote über dem Durchschnitt. Die gemeldete Anzahl der Sportveranstaltungen ist allerdings in allen Gemeinden in einer ähnlichen Größenordnung, dasselbe gilt auch für den Nutzungsgrad. Dieser liegt aber für alle drei Gemeinden unter dem Landkreisdurchschnitt. Um den Nutzungsgrad zu erhöhen, sollte deshalb in diesen drei Gemeinden auf eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit geachtet werden. Bei den kleineren Gemeinden mit 500 bis unter 1.500 Personen ab 65 Jahren fällt vor allem die Gemeinde Veitsbronn mit einem reichhaltigen Angebot an Sportveranstaltungen auf. Hier ist vor allem die Volkshochschule mit verschiedensten Kursen aktiv. Das schätzen auch die älteren Menschen vor Ort, was sowohl über den höchsten Nutzungsgrad als auch über die zweitbeste Bewertung im Rahmen der Seniorenbefragung zum Ausdruck kommt. Anders im Markt Wilhermsdorf, hier beurteilen die Senioren das Sportangebot als unterdurchschnittlich. Das verwundert, denn sowohl der Seniorenbeirat als auch die Volkshochschule bieten Seniorengymnastik an und über die Aktiv-Senioren werden einmal monatlich unterschiedliche gemeinsame Aktivitäten organisiert. Auf diese Veranstaltungen sollten die Senioren nochmal explizit hingewiesen werden. Ebenso könnten die Sportvereine dieses Ergebnis der Seniorenbefragung zum Anlass nehmen, ihre Kapazitäten für Seniorensport zu überprüfen. Auch in den kleinsten Gemeinden mit weniger als 500 Personen ab 65 Jahren werden in allen Gemeinden verschiedene Sportveranstaltungen organisiert. Dennoch resultieren für die Gemeinden Seukendorf, Obermichelbach und Tuchenbach unterdurchschnittliche Werte in der Seniorenbefragung. Die vorhandenen Angebote werden dabei sowohl in Obermichelbach als auch in Tuchenbach schon gut besucht, was aus einem überdurchschnittlichen Nutzungsgrad abzulesen ist. Der Bedarf seitens der Senioren scheint jedoch noch höher zu sein. Da in beiden Gemeinden Sportveranstaltungen über Seniorenbeauftragte angeboten werden, können die Seniorenvertreter vor Ort am besten abschätzen, ob ein weiterer Ausbau sinnvoll erscheint oder ob die bestehenden Angebote den Bedarf abdecken können. In der Gemeinde Seukendorf sollten die vorhandenen Veranstaltungen intensiver bekannt gemacht werden, um den Nutzungsgrad noch zu erhöhen. Auch hier ist unter Umständen ein Ausbau der Sportveranstaltungen sinnvoll, um dem in der Seniorenbefragung geäußerten Bedürfnis der Senioren Rechnung zu tragen. Dabei sollte die Palette des Angebotes erweitert werden, da bisher nur ein Gymnastik- und ein Wassergymnastikangebot gemeldet wurden.

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Tab. 6.2: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Präventive Angebote im Bereich Sport“ Ziele und Maßnahmen Alle Gemeinden sollten in ihren Publikationsorganen, wie den Amtsblättern oder den Internetseiten, regelmäßig auf das bestehende Seniorensportangebot und die generationsübergreifenden Sportangebote hinweisen. Allgemein sollten von den Anbietern verstärkt Anreize zur Erhöhung der Nutzung der vorhandenen Angebote erfolgen, z.B. durch Schnupperkurse für Nichtmitglieder. In größeren Gemeinden sollte die Einrichtung von Bewegungsparks (nach dem Vorbild der Städte Zirndorf und Stein oder der Gemeinde Veitsbronn) geschaffen werden. Bei der Umgestaltung von Kinderspielplätzen sollten die Gemeindeverwaltungen regelmäßig prüfen, inwieweit diese in Richtung von Mehrgenerationenspielplätzen weiterentwickelt werden können. In Anbetracht der Ergebnisse der Seniorenbefragung sollte in den Gemeinden Cadolzburg, Langenzenn, Roßtal und Stein eine Erhöhung des Nutzungsgrades der vorhandenen Angebote erreicht werden, z.B. durch die Veröffentlichung in den Publikationsorganen der Gemeinden, durch Aushang an den Infotafeln der Gemeinden, durch Auslegen der Angebote in Arztpraxen und durch verstärkte Information bei der Seniorenmesse. In Anbetracht der Ergebnisse der Seniorenbefragung sollte der Bekanntheitsgrad der vorhandenen Angebote in den Gemeinden Obermichelbach, Tuchenbach und Wilhermsdorf durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit erhöht werden und ggf. ein Ausbau des Sportangebotes stattfinden. In Anbetracht der Ergebnisse der Seniorenbefragung sollte der Nutzungsgrad der vorhandenen Angebote in der Gemeinde Seukendorf durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit erhöht werden und ggf. eine Erweiterung der Angebotspalette stattfinden. Zuständigkeit Realisierungszeitraum

Gemeindeverwaltungen Sportvereine und Anbieter von Seniorenveranstaltungen in den Gemeinden Größere Gemeinden

kontinuierlich

mittelfristig

mittelfristig

Kommunale Vertreter der einzelnen Gemeinden

mittel- bis langfristig

Gemeinden und Anbieter von Seniorensportveranstaltungen in den Gemeinden - Cadolzburg, - Langenzenn, - Roßtal - Stein Sportvereine und Anbieter von Seniorensportveranstaltungen in den Gemeinden - Obermichelbach, - Tuchenbach - Wilhermsdorf Sportvereine und Anbieter von Seniorensportveranstaltungen in der Gemeinde Seukendorf

kurzfristig

kurzfristig

kurzfristig

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90

6.2 6.2.1

Bildungsangebote Allgemeine Vorbemerkungen

Ein weiteres Handlungsfeld im präventiven Bereich liegt in dem Sektor Bildung und Kultur. Bildungsveranstaltungen sorgen für geistige Anregung in einem sozialen Umfeld, fördern den intellektuellen Austausch und geben neue Denkanstöße und Impulse. Moderne Forschungen haben ergeben, dass der im Alter drohenden Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit durch mentale Aktivierung entgegengewirkt werden kann. Einige Hirnforscher sind davon überzeugt, dass durch verstärkte geistige Betätigung sogar das Risiko von Altersdemenz reduziert werden kann. Bildungsveranstaltungen, wie z.B. Bildungs- und Studienreisen, Vorträge, Kurse oder Führungen, werden in der Regel den Interessen entsprechend und unabhängig vom Alter besucht, dennoch gibt es einige Argumente, die für die Gestaltung eines speziellen Kultur- und Bildungsangebots für ältere Menschen sprechen. So finden z.B. nachmittägliche Theateraufführungen großen Zulauf bei den älteren Menschen. Verschiedene Aspekte hinsichtlich der Konzeption unterscheiden die Kurse für ältere Menschen von den allgemeinen Kursen der Erwachsenenbildung. Im Gegensatz zu Berufstätigen, die ein derartiges Angebot nur abends oder am Wochenende wahrnehmen können, können Kurse und Vorträge für Senioren zeitlich flexibel angeboten werden. Auch mehrtägige Veranstaltungen unter der Woche lassen sich gut durchführen. Es bietet sich dabei an, die Kurse projektähnlich und zeitlich überschaubar zu halten. Gleichzeitig sollte auch das Lebenswissen und der Erfahrungsschatz der Teilnehmer aktiv mit in die Kurse einbezogen werden. Oft werden in den Bildungsveranstaltungen auch alltagspraktische Informationen übermittelt, die den Senioren bei ihrer Lebensführung helfen können. Zwischenzeitlich gibt es sogar Trainingsprogramme, die speziell auf die im Alter wichtigen Ressourcen ausgerichtet sind. Ein Beispiel dafür ist das Projekt LeA (Lebensqualität im Alter) der katholischen Erwachsenenbildung und Seniorenarbeit in bayerischen Bistümern, das für Menschen ab 55 Jahren konzipiert ist und die Bereiche Gedächtnistraining, Bewegungstraining, Alltagsfähigkeiten und Lebenssinn miteinander kombiniert. Dieses Trainingsprogramm wird von speziell für dieses Programm ausgebildeten Gruppenleiterinnen angeboten.

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6.2.2

Bestandsaufnahme der Bildungsangebote im Landkreis Fürth

Häufig werden im Rahmen von Seniorentreffen neben geselligem Beisammensein kulturelle Angebote wie Vorträge oder Exkursionen organisiert. Das Programm der einzelnen Seniorentreffen kann in Tabelle A.3 im Anhang eingesehen werden. Im Folgenden werden die wichtigsten Bildungsträger vorgestellt, aufgeteilt nach Volkshochschulen, Bildungseinrichtungen und Bildungsanbieter. Eine kartographische Abbildung zeigt zunächst die regionale Verteilung.

Abb. 6.9: Seniorenbildungsanbieter im Landkreis Fürth

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Im Landkreis Fürth bieten unterschiedliche Träger ein breit gefächertes Kultur- und Bildungsprogramm. Zum einen gibt es die Träger, die ein regelmäßiges Veranstaltungsprogramm für verschiedene Teilnehmergruppen organisieren. Dazu gehören die Volkshochschulen und selbstständige Bildungsträger. Zum anderen gibt es Bildungsanbieter, die entweder in Form von Kursen und Vorträgen oder im Rahmen von Exkursionen Veranstaltungen organisieren. Die folgende Abbildung zeigt die Bildungsträger im Landkreis Fürth nach ihrer Organisationsstruktur.

Abb. 6.10:

Seniorenbildungsanbieter im Landkreis Fürth nach Organisationsstruktur

14 12 10 8 6 4 2

12

9

2
0
Volkshochschulen Bildungseinrichtungen
Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Bildungsanbieter

Im Landkreis Fürth gibt es neun Volkshochschulen mit expliziten Veranstaltungen für Senioren. Hauptsächlich bieten die Volkshochschulen Kurse für Senioren aus den Bereichen Computer/Internet und Sprachen an. Die beiden Bildungseinrichtungen im Landkreis sind das Kreativzentrum in Zirndorf und das Gästehaus der Diakoniegemeinschaft in der Gemeinde Puschendorf. Die Diakoniegemeinschaft bietet mehrtägige betreute Freizeiten für Senioren an. Diese Veranstaltungen werden überregional angeboten und nehmen deshalb eine Sonderstellung ein. Sie sollten in dieser Auflistung vollständigkeitshalber aber nicht fehlen.

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Eine klassische Bildungseinrichtung hingegen ist das Kreativzentrum in der Stadt Zirndorf. Unter der Trägerschaft der Stadt Zirndorf und in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule wendet sich das Kreativzentrum an die Menschen ab 50 Jahren und bietet ihnen eine Vielzahl meist kostenloser Kurse an. Die Angebote reichen dabei über Sprach-, Töpfer-, Näh-, Bastel-, Koch- und Malkurse bis zur Gesundheits- und Ernährungslehre, wie ein Auszug aus dem Programm zeigt.

Tab. 6.3:

Programmangebot des Kreativzentrums Zirndorf
Kursangebot Wochentag
Montag Montag Montag Montag Montag Montag Dienstag Dienstag Dienstag Dienstag Mittwoch Mittwoch Mittwoch Mittwoch Mittwoch Donnerstag Freitag Freitag

Uhrzeit
10.15 bis 11.45 Uhr 14.00 bis 18.00 Uhr 14.00 bis 18.00 Uhr 15.00 bis 16.30 Uhr 16.45 bis 18.15 Uhr 18.00 bis 19.30 Uhr 10.15 bis 11.45 Uhr 14.00 bis 15.30 Uhr 15.30 bis 17.00 Uhr 18.00 bis 20.00 Uhr 9.00 bis 11.15 Uhr 12.30 bis 14.00 Uhr 13.30 bis 17.30 Uhr 14.00 bis 18.00 Uhr 17.00 bis 18.30 Uhr ab 14.00 Uhr 9.00 bis 14.00 Uhr ab 9.00 Uhr

Englisch für Senioren – Mittelstufe V Töpferkurs Nähen und Zuschneiden Englisch – Sterling Silver 1 Englisch – Sterling Silver 2 Schachabend Englisch für Senioren – Mittelstufe X Easy Conversation for Seniors Going for Gold Computerkurs mit Internet und Laptop (vierzehntägig) Zeichnen und Aquarellieren Diätkurs „Gewicht runter – Stimmung rauf“ Seidenmalerei Bastelkurs Literaturkreis Spielenachmittag (vierzehntägig) Koch- und Backkurs Schreiberwerkstatt (vierzehntägig)

Quelle: Internet unter www.zirndorf.de/kreativzentrum-kurse 2010

Darüber hinaus organisieren 12 weitere Bildungsanbieter insgesamt 17 Angebote für ältere Menschen. Zu den Bildungsanbietern gehören die evangelische und katholische Kirche, Seniorenbeauftragte der Gemeinden, Vereine und die Arbeiterwohlfahrt. Welche Träger im Einzelnen aktiv sind, ist in der Tab A.7 im Anhang aufgelistet. Wie sich diese Angebote hinsichtlich ihrer Trägerschaft aufteilen, zeigt die folgende Abbildung.

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Abb. 6.11:

Seniorenbildungsveranstaltungen nach Trägerschaft

8 7 6 5 4

7
3

5
2

3
1

1
0
evangelische Kirche katholische Kirche kommunale Träger
Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

1
Verein

AWO

Die evangelische Kirche organisiert sieben Bildungsangebote. Von kommunalen Trägern werden fünf Angebote initiiert, dabei handelt es sich um Veranstaltungen, die über die Seniorenbeauftragten bzw. -beiräte angeboten werden. Drei Veranstaltungen finden über die katholische Kirche statt, jeweils eine über die Arbeiterwohlfahrt und einen Verein. Die Angebotspalette reicht dabei über Gedächtnistraining, Gesprächsoder Literaturkreise und Vorträge hin zu Führungen und Besichtigungen. Wie sich die Bildungsinhalte aufteilen, wenn man zu diesen Bildungsanbietern auch die Angebote der Volkshochschulen und Bildungseinrichtungen dazunimmt, darüber gibt folgende Abbildung Aufschluss. Nicht berücksichtigt wurden dabei aufgrund ihrer Sonderstellung die mehrtägigen betreuten Freizeitangebote, die über die Diakoniegemeinschaft in der Gemeinde Puschendorf angeboten werden.

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Abb. 6.12:

Übersicht über die Bildungsinhalte

Sonstiges 5,5% Computerkurse 32,7% Vorträge 9,1%

3

5 6 7 8

Gedächtnistraining 10,9%

18
8

Kulturelle Angebote 12,7%

Sprachkurse 14,5%

Kreativangebote 14,5%

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Mit etwa 33% nehmen die Computerkurse den größten Anteil der Bildungsinhalte ein. Danach folgen mit je 14,5% die Sprachkurse und die Kreativangebote. Kulturelle Angebote haben einen Anteil von 12,7%, darunter fallen beispielsweise Literaturkreise oder Besichtigungen und Führungen. Angebote zu Gedächtnistraining kommen auf fast 11% und Vorträge auf rund 9%. Unter der Restkategorie „Sonstiges“ wurden der Diätkurs und der Schachabend des Kreativzentrums sowie ein Meditationsabend subsumiert.

Wie sich die Teilnehmerzahlen verteilen, darüber gibt die nachfolgende Abbildung einen Überblick. Dabei bleiben die betreuten Freizeiten der Diakoniegemeinschaft wiederum unberücksichtigt.

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Abb. 6.13:

Regelmäßige Angebote im Bereich Bildung nach Teilnehmerzahl

20 b. u. 40 10,9% über 40 3,6% 6
2

47

bis unter 20 85,5%

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Der weitaus größte Teil der Veranstaltungen hat eine Teilnehmerzahl von unter 20 Teilnehmern. Das verwundert nicht, da besonders Kursangebote auf eine überschaubare Teilnehmerzahl ausgerichtet sind. Sechs Veranstaltungen kommen auf eine Teilnehmerzahl von 20 bis unter 40 Teilnehmer. Eine Vortragsreihe und ein kultureller Abendspaziergang kommen auf eine Teilnehmerzahl von über 40 älteren Menschen. Das Bewusstsein, wie wichtig es ist, Bildung und Kultur innerhalb der gemeindlichen Veranstaltungen in das Programm zu integrieren, ist bei vielen Veranstaltern vorhanden, denn bei den meisten Seniorentreffen stehen neben geselligem Beisammensein regelmäßig Bildungsangebote und kulturelle Veranstaltungen auf dem Programm.

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6.2.3.

Ergebnisse der Seniorenbefragung in Bezug auf die Bildungsangebote

Um einen Überblick darüber zu bekommen, wie das Angebot an Bildungs- und Kulturveranstaltungen im Landkreis Fürth von den Senioren empfunden wird, wurden auch diesem Themenbereich im Rahmen der Seniorenbefragung einige Fragen gewidmet. Für die Bildungsangebote ergab sich im Bezug auf den Gesamtlandkreis – genau wie bei der Beurteilung der Freizeitangebote insgesamt – ein Durchschnittswert von 3,0 (vgl. MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.5.4). Die folgende Abbildung zeigt, wie sich die kleinräumige Beurteilung der Bildungsangebote darstellt.

Abb. 6.14: Beurteilung der „Bildungsangebote für Ältere“ nach Versorgungsregionen

Mittelwert

VR Nord

3,4

29,0

27,9

14,5

17,2

7,9

3,4

VR Süd

5,8

39,7

31,5

13,0

7,5

2,4

2,8

0,0%

20,0%

40,0%

60,0%

80,0%

100,0%

sehr gut

gut

befriedigend

ausreichend

mangelhaft

ungenügend

Quelle: Seniorenbefragung von MODUS-Sozialforschung 2009

Dabei zeigt sich, dass die Bildungsangebote im Süden des Landkreises mit einem Wert von 2,8 deutlich besser bewertet werden als in der nördlichen Versorgungsregion, in der ein Durchschnittswert von 3,4 resultiert. Vor allem in Seukendorf und Wilhermsdorf sind die Befragten mit dem Bildungsangebot für Ältere überwiegend unzufrieden.

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6.2.4 Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Präventive Angebote im Bereich Bildung“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth Im Bereich der Bildungsveranstaltungen sind im Landkreis Fürth insgesamt 23 Bildungsträger aktiv. Regelmäßige Bildungsangebote speziell für ältere Menschen bieten dabei vor allem die Volkshochschulen. Eine besondere Stellung nimmt das Kreativzentrum in der Stadt Zirndorf ein, da dort täglich Kurse für Menschen ab 50 Jahren auf dem Programm stehen. Laut Angaben der Veranstalter werden auch auf gemeindlicher Ebene vielerorts im Rahmen von Seniorentreffen Vorträge und Exkursionen organisiert. Die Senioren bewerten in der zeitgleich stattgefundenen Seniorenbefragung die Bildungsangebote in ihren Gemeinden durchschnittlich. Für alle Veranstaltungen aus dem Bereich Bildung gilt es zu beachten, dass der Nutzungsgrad der einzelnen Veranstaltungen noch relativ gering ist. Das trifft auch auf die Gemeinden zu, deren Angebote im Rahmen der Seniorenbefragung als durchschnittlich bewertet wurden. Es sollte daher darauf geachtet werden, die Senioren aktiv in das Kursangebot zu integrieren. Dazu muss auch das Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass sich viele Seniorentreffen nicht nur auf geselliges Beisammensein beschränken, sondern häufig ein so interessantes Programm bieten, dass sie im weitesten Sinn unter Bildungsveranstaltungen subsumiert werden können. Grundsätzlich kann die Organisation von Bildungsangeboten durch eine stärkere Vernetzung bzw. durch die bessere Bekanntmachung von Bildungsangeboten in benachbarten Gemeinden und durch den Einsatz von zusätzlichen Fahrgelegenheiten erleichtert werden. Deshalb ergibt sich auch hier wieder die Forderung nach geeigneten Fahr- und Begleitdiensten. Nur so gelingt es, weiter entfernt wohnende oder gehbehinderte ältere Menschen und Senioren aus kleineren Gemeinden ohne geeignetes Programm in den Genuss dieser Veranstaltungen kommen zu lassen. Weiter gilt es zu beachten, dass Bildungs- und Kulturveranstaltungen gute Möglichkeiten sind, jüngere Senioren für das Angebot der offenen Seniorenhilfe zu interessieren. Denn ein anspruchsvolles, hochwertiges Bildungs- und Kulturprogramm entkräftet das Argument, sich noch zu jung für Seniorenveranstaltungen zu fühlen, wie das im Rahmen der Seniorenbefragung relativ oft als Grund für die Nichtnutzung von Seniorenveranstaltungen angeführt wurde. Wie sich die Bildungsangebote auf die einzelnen Gemeinden verteilen, zeigt die nachstehende Tabelle. Die Aufteilung erfolgt hierbei in Volkshochschulen, Bildungseinrichtungen und Bildungsanbieter. Das Programm der einzelnen Seniorentreffen kann in der entsprechenden Tabelle A.4 im Anhang eingesehen werden.

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Tab. 6.4: Übersicht über die „Präventiven Angebote“ aus dem Bereich Bildung in den Gemeinden
Bevölkerung ab 65 Jahren Bildungsangebote Volkshochschule / Kursangebote Bildungseinrichtung / Kursangebote Bildungsanbieter / Veranstaltungen

Gemeinde

Zirndorf Oberasbach Stein Roßtal Langenzenn Cadolzburg Veitsbronn Wilhermsdorf Großhabersdorf Seukendorf Puschendorf Obermichelbach Ammerndorf Tuchenbach

4.792 3.617 3.345 1.932 1.820 1.726 1.196 817 798 469 443 398 298 223

1/5 1/5 1/3 1/6 1/2 1/2 1/1 1/1 1/3 -

1/10 1/4 -

2/4 1/1 2/3 1/2 1/1 1/1 2/3 2/2

Gesamt

21.874

9/28

2/14

12/17

Quelle: Eigene Erhebung 2010

In allen großen Gemeinden mit mehr als 3.000 Personen ab 65 Jahren sind Volkshochschulen tätig. Sie bieten vor allem Kurse aus den Sparten Computer und Sprachen an. Weiterhin organisieren verschiedene Seniorenkreise Bildungsveranstaltungen, wie Gedächtnistraining, Vortragsreihen oder kulturelle Besichtigungen. Besonders erwähnenswert ist das Kreativzentrum in der Stadt Zirndorf. Dort können die älteren Menschen aus einer Vielfalt an Kursen auswählen. Die Kreativangebote finden meist wöchentlich statt. Die Volkshochschule Zirndorf hält einige ihrer Kurse für die Senioren in Zusammenarbeit mit dem Kreativzentrum ab. Den Senioren ist das vorhandene Angebot wohl bewusst, denn alle drei Städte schneiden in der Seniorenbefragung in Bezug auf das Bildungsangebot überdurchschnittlich gut ab. In allen Gemeinden mit 1.500 bis unter 3.000 Personen ab 65 Jahren bieten die Volkshochschulen Computerkurse für Senioren an. In der Stadt Langenzenn ist darüber hinaus der Seniorenbeirat mit einem Angebot zum Internetsurfen und einer Vortragsreihe aktiv. Die älteren Menschen stuften das Bildungsangebot im Rahmen der Seniorenbefragung im Markt Roßtal durchschnittlich bzw. in der Stadt Langenzenn und im Markt Cadolzburg überdurchschnittlich ein.

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Auch in den Gemeinden mit 500 bis unter 1.500 Personen ab 65 Jahren veranstalten die Volkshochschulen Kurse für Senioren, zusätzlich zu Computerkursen sind dies ein Sprach- und ein Nähkurs. Obwohl im Markt Wilhermsdorf als einziger Gemeinde in dieser Kategorie vom Seniorenbeirat noch eine zusätzliche Veranstaltung angeboten wird, beurteilen die älteren Menschen das Bildungsangebot hier als unterdurchschnittlich. Ein Grund könnte sein, dass beide Angebote aus dem Bereich Computer und Internet stammen und daher nur eine bestimmte Zielgruppe ansprechen. Wahrscheinlich wird durch die Seniorenbefragung zum Ausdruck gebracht, dass das Interesse der Senioren auch in anderen Bereichen liegt. Die Veranstalter sollten das Befragungsergebnis daher zum Anlass nehmen, ihr Themenspektrum zu erweitern. In den kleinsten Gemeinden mit weniger als 500 Personen ab 65 Jahren finden Bildungsveranstaltungen meist entweder über die Seniorentreffen oder über das Engagement der Seniorenbeauftragten statt. Das gilt auch für die Gemeinden Obermichelbach, Ammerndorf und Tuchenbach. In der Gemeinde Puschendorf bietet die Diakoniegemeinschaft mehrtägige betreute Freizeiten für Senioren an. Diese Veranstaltungen gehen zwar über ein reines Bildungsangebot hinaus und werden überregional angeboten, sollten in dieser Auflistung aber vollständigkeitshalber nicht fehlen. Lediglich für die Gemeinde Seukendorf wurde kein Bildungsangebot gemeldet. Das spiegelt auch die Seniorenbefragung wider, in der die Bildungsangebote der Gemeinde sehr stark unterdurchschnittlich bewertet wurden. Deshalb sollten den Senioren entweder in der Gemeinde selbst Bildungsveranstaltungen angeboten werden oder sie sollten noch stärker auf die Angebote der Volkshochschulen Cadolzburg und Veitsbronn hingewiesen werden, mit denen bereits eine Vernetzung besteht. Möglicherweise könnten auch in diesem Zusammenhang die bereits grundsätzlich empfohlenen Fahr- und Begleitdienste den Nutzungsgrad erhöhen. Zusammenfassend können folgende Maßnahmenempfehlungen für den Bereich Bildung dargestellt werden.

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Tab. 6.5: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Präventive Angebote im Bereich Bildung“ Ziele und Maßnahmen Zuständigkeit Realisierungszeitraum

Allgemein ist eine Erhöhung des Nutzungsgrades der vorhandenen BildungsAnbieter von Seniorenveranstaltungen anzustreben, z.B. durch veranstaltungen in den Organisation von gemeinsamen Bildungseinzelnen Gemeinden veranstaltungen über die Gemeindegrenzen hinaus. Aufgrund der Ergebnisse der Seniorenbefragung ist davon auszugehen, dass durch eine Organisation von Fahr- und Begleit- Anbieter von Seniorendiensten zu den Bildungsveranstaltungen veranstaltungen in den eine Erhöhung des Nutzungsgrades der einzelnen Gemeinden vorhandenen Bildungsveranstaltungen erreicht werden kann. Aufgrund der unterdurchschnittlichen Bewertung in der Seniorenbefragung sollte in Wilhermsdorf eine Erweiterung des Angebotsspektrums im Bereich Bildung über die stattfindenden Computerkurse hinaus organisiert werden. Da in Seukendorf bisher noch keine Bildungsveranstaltungen stattfinden, was sich auch in der sehr stark unterdurchschnittlichen Bewertung in der Seniorenbefragung ausdrückt, sollten zukünftig entweder in der Gemeinde selbst einige Bildungsveranstaltungen angeboten werden oder Fahr- und wenn nötig Begleitdienste organisiert werden, damit die Senioren in Seukendorf vermehrt auf die Bildungsangebote der Volkshochschulen Cadolzburg und Veitsbronn zurückgreifen können.

kurzfristig

kurzfristig

Anbieter von Seniorenveranstaltungen, insbesondere die Volkshochschule in Wilhermsdorf

kurzfristig

Anbieter von Seniorenveranstaltungen in der Gemeinde Seukendorf

kurzfristig

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102

7.
7.1

Handlungsfeld „Bürgerschaftliches Engagement“
Allgemeine Vorbemerkungen

In den letzten Jahren haben die Diskussionen zum Thema „Bürgerschaftliches Engagement“ in der Öffentlichkeit stark zugenommen. Nicht zuletzt deshalb wird seit dem Jahr 1999 im Auftrag der Bundesregierung unter dem Namen „Freiwilligensurvey“ eine repräsentative Studie durchgeführt, die im Abstand von fünf Jahren wiederholt wird. Zusätzlich zu den Ergebnissen für die Jahre 1999 und 2004 liegen jetzt also auch die Ergebnisse für das Jahr 2009 vor. Danach ist der Anteil der freiwillig Engagierten unter der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren zwischen 1999 und 2009 von 34% auf 36% um 2%-Punkte angestiegen (vgl. Freiwilligensurvey 2009, S. 6). Auch unter der älteren Bevölkerung ist ein Anstieg festzustellen. So lag der Anteil der ehrenamtlich Engagierten im Jahre 2004 in der Altersgruppe der ab 65-Jährigen bei 26% und ist damit gegenüber 1999 um 3%-Punkte angestiegen. Dieser Trend hat sich auch in den letzten fünf Jahren fortgesetzt, denn im Jahr 2009 lag der diesbezügliche Anteil bereits bei 28% und hat sich damit seit 1999 also insgesamt um 5%-Punkte erhöht. Besonders engagiert ist unter den älteren Menschen die Altersgruppe von 65 bis 69 Jahren. Ihr Ehrenamtlichanteil ist zwischen 1999 und 2009 von 29% auf 37% angestiegen (vgl. Freiwilligensurvey 2009, S. 17). Insgesamt ist aufgrund der Ergebnisse des Freiwilligensurveys festzustellen, dass relativ viele ältere Menschen nach Eintritt in den Ruhestand ehrenamtlich tätig sind und ihr Engagement erst bei eigenen gesundheitlichen Einschränkungen reduzieren. Eine weitere Aussage des „Freiwilligensurveys“ ist auch, dass ältere Ehrenamtliche vor allem in den Bereichen Soziales, Pflege und Betreuung immer mehr wichtige Dienste übernehmen. Darin spiegelt sich einerseits der Unterstützungsbedarf, der seitens der Hauptamtlichen vorliegt. Andererseits zeigt es, dass das bürgerschaftliche Engagement der älteren Menschen auf zwei Ebenen erfolgt. Zum einen sind sie eine zunehmend unentbehrliche Stütze als freiwillige Helfer, da sie aufgrund ihrer zeitlichen Kapazitäten und ihre langjährigen Erfahrungen auf vielfältige Weise eingesetzt werden können. Das trifft sowohl auf generationsübergreifende Tätigkeiten, wie z.B. in Mehrgenerationenhäusern, als auch auf seniorenspezifische Angebote im Bereich Freizeitgestaltung oder auf nachbarschaftliche Hilfen zu. Zum anderen aber sind sie selbst in genau diesen Bereichen Adressaten von ehrenamtlicher Unterstützung. Denn der Wunsch der älteren Menschen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben zu können, hängt davon ab, inwiefern Alltags- und Haushaltsangelegenheiten eigenständig bewältigt werden können. Im besten Fall kann bei zunehmender Hilfebedürftigkeit auf Familienmitglieder oder auf weiter gespannte private Netzwerke, wie Verwandtschaft oder Freundeskreis, zurückgegriffen werden; im Allgemeinen werden organisierte Hilfsdienste jedoch immer wichtiger.

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Eine Möglichkeit der organisierten Hilfe auf ehrenamtlicher Basis sind die sogenannten „Nachbarschaftshilfen“. Hier unterstützen ehrenamtliche Helfer die älteren Menschen bei der Haushaltsführung, sie erledigen Einkäufen und Besorgungen und begleiten sie auch zu Arztbesuchen. Wichtig neben all diesen Erledigungen sind das persönliche Gespräch und die gemeinsame Zeit mit den älteren Menschen. Besuchsdienste sind eine besondere Form nachbarschaftlicher Unterstützung, die sich um vereinsamte oder kranke ältere Menschen kümmern. Sie sind insbesondere bei alleinlebenden älteren Menschen wichtig, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und daher nicht von Angeboten wie Seniorenbegegnungsstätten oder Seniorentreffen profitieren können. Viele Vereine oder Sozial- und Wohlfahrtsverbände organisieren für ihre Mitglieder Geburtstags- oder Krankenhausbesuche. Auch innerhalb der Pfarreien ist es meist üblich, die älteren Menschen zu besuchen oder ihre Geburtstage zu feiern. Darüber hinaus profitieren aber auch ältere Menschen, die bereits in stationären Einrichtungen leben, von bürgerschaftlichem Engagement. Vor allem Freizeitangebote oder Besuchs- und Begleitdienste werden häufig von ehrenamtlichen Mitarbeitern übernommen. Gleichzeitig unterstützen diese die Hauptamtlichen bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen und machen so häufig ein vielfältiges Angebot erst möglich.

7.2

Bestandsaufnahme des bürgerschaftlichen Engagements im Landkreis Fürth

Die folgende kartographische Abbildung gibt einen Überblick über das ehrenamtliche Engagement, das im Landkreis Fürth im Rahmen der in der Bestandserhebung angegebenen Nachbarschaftshilfen, Besuchsdienste und stationären Einrichtungen geleistet wird.

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Abb. 7.1: Bürgerschaftliches Engagement in Nachbarschaftshilfen, Besuchsdiensten und stationären Einrichtungen im Landkreis Fürth

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105

7.2.1 Bestandsaufnahme des ehrenamtlichen Engagements im Bereich Nachbarschaftshilfen und Besuchsdienste Für den Landkreis Fürth wurden 23 Nachbarschaftshilfen mit 431 ehrenamtlichen Mitarbeitern gemeldet. Darunter fallen auch die Angebote für kostenloses Essen, die relativ häufig von Senioren genutzt werden. Dazu gehören sowohl die sechs Ausgabestellen der Fürther Tafel als auch der kostenlose Mittagstisch in der Gemeinde Stein. Im Wechsel bieten dort die Martin-Luther-Kirchengemeinde und die Landeskirchliche Gemeinschaft unter dem Motto „Mittagessen bei Freunden“ einmal im Monat kostenlos Essen an. Aufgrund seines ehrenamtlichen Engagements für die Bürger der Gemeinde Langenzenn wurde auch der Bürgerbus Langenzenn mit in den Bereich der Nachbarschaftshilfen aufgenommen. 35 Ehrenamtliche organisieren dort unter der Woche von 7.00 Uhr bis 18.00 Uhr einen Bürgerbus mit sechs verschiedenen Linien, der das gesamte Gemeindegebiet einschließlich der Außenbezirke abfährt. Der Bus ist seniorengerecht ausgestattet und auch mit Gehhilfe gut benutzbar. Pro Woche nutzen ca. 120 zumeist ältere Bürger diesen Fahrdienst. Innerhalb der ersten zehn Monate seit Beginn im April 2011 wurde der Bürgerbus insgesamt 4409-mal in Anspruch genommen. Insgesamt betrachtet waren die Nachbarschaftshilfen im Laufe des letzten Jahres für über 500 Personen tätig. Die genauen Angaben zu den einzelnen Nachbarschaftshilfen können der Tabelle A.8 im Anhang entnommen werden. Im Einzelnen werden folgende Hilfen angeboten: Hauswirtschaftliche Hilfen (Putzen, Einkaufen etc.) Fahrdienste (z.B. zum Arzt) Begleitdienste (z.B. Spaziergänge) Besuchsdienste Beratungen Kostenlose Essensausgaben Kleiderausgabe

Die folgende Abbildung zeigt die Verteilung der Nachbarschaftshilfen nach ihrer Trägerschaft.

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Abb. 7.2:

Nachbarschaftshilfen nach Trägerschaft

12

10

10

8

6

6

4

2

3 2 1
Verein Evangelischer Träger Kommunale Träger AWO

0

1
Privater Träger Sonstige Träger

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Wie die Abbildung zeigt, sind zehn Nachbarschaftshilfen als Verein organisiert. Darunter fallen auch die sechs Ausgabestellen der Fürther Tafel. Daneben gibt es sechs kommunale Angebote. Die evangelische Kirche organisiert drei nachbarschaftliche Hilfen. Je ein Angebot bieten die Arbeiterwohlfahrt und ein privater Träger. Unter der Restkategorie „sonstige Angebote“ fallen eine Nachbarschafthilfe unter ökumenischer Trägerschaft und eine Nachbarschaftshilfe, die vom Seniorenbeirat Cadolzburg in Zusammenarbeit mit dem evangelischen Gemeinde- und Wohltätigkeitsverein betrieben wird. Darüber hinaus konnten im Landkreis Fürth 31 Besuchsdienste eruiert werden. Insgesamt haben in den Besuchsdiensten 158 ehrenamtliche HelferInnen im Laufe des letzten Jahres fast 5.200 Senioren besucht. Der Vollständigkeit halber wurde auch der Besuchsdienst der evangelischen Kirche Roßtal/Buchschwabach mit aufgenommen, obwohl die Besuche dort von hauptamtlichen Mitarbeitern durchgeführt werden. In der folgenden Abbildung werden die Besuchsdienste hinsichtlich ihrer Trägerschaft näher betrachtet.

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Abb. 7.3:

Besuchsdienste nach Trägerschaft

16 14 12 10 8 6 4 2 0
evangelische Träger katholische Träger AWO VDK

14

8
5 4

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Wie aus der Abbildung hervorgeht, werden im Landkreis Fürth im Bereich der Besuchsdienste vierzehn Besuchsdienste von der evangelischen Kirche organisiert. Unter katholischer Trägerschaft laufen acht Besuchsdienste. Fünf Besuchsdienste finden unter der Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt und vier unter der Trägerschaft des Sozialverbandes VdK statt. Die genauen Angaben bezüglich der Trägerschaft, der Zielgruppen sowie der Anzahl der MitarbeiterInnen und der Anzahl der Nutzer sind aus der Tabelle A.9 im Anhang abzulesen.

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108

7.2.2 Bestandsaufnahme des ehrenamtlichen Engagements im stationären Bereich Im stationären Bereich sind in den vorhandenen 13 Einrichtungen insgesamt 198 ehrenamtliche Mitarbeiter tätig. Sie unterstützen die Hauptamtlichen bei der Gestaltung der Freizeitaktivitäten der Bewohner und sind vor allem mit den Schwerpunkten Besuchsdienste und Begleitdienste, Freizeit/Geselligkeit, Musik/Singen und Mithilfe bei der Organisation von Veranstaltungen aktiv. Wie sich ihre Einsatzfelder aufteilen, zeigt die folgende Abbildung. Abb. 7.4: Einsatzbereiche der Ehrenamtlichen in den stationären Einrichtungen

Freizeitgestaltung

Religiöse, seelsorgerische Aktivitäten

31,4%
8,6%

17,1%

22,9% 20,0%
Mitarbeit bei Veranstaltungen und in der Alltagsbetreuung

Besuchsdienste

Spaziergänge

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Mehr als 31% der Aufgaben von Ehrenamtlichen in stationären Einrichtungen liegen im Bereich Freizeitgestaltung. Das schließt Aktivitäten, wie Vorlesen, Singen oder Spielen, genauso ein wie geselliges Beisammensein. Eine wichtige Aufgabe, die die Hauptamtlichen in ihrem Alltag ganz konkret entlastet, ist die Mithilfe bei Veranstaltungen und in der Alltagsbetreuung der Bewohner. Dazu gehört die Unterstützung bei sportlichen oder geselligen Angeboten genauso wie die Unterstützung bei den Mahlzeiten. Dieser Bereich nimmt rund 23% des Betätigungsfeldes von Ehrenamtlichen ein. Gemeinsame Spaziergänge nehmen 20% des ehrenamtlichen Engagements ein, 17% des Betätigungsfeldes machen Besuchsdienste aus. Ebenfalls eine Rolle spielen mit knapp 9% auch religiöse oder seelsorgerische Aktivitäten.

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109

7.3

Ergebnisse der Seniorenbefragung in Bezug auf bürgerschaftliches Engagement

Aufgrund der Seniorenbefragung konnte festgestellt werden, dass im Landkreis Fürth mehr als ein Fünftel der Senioren ehrenamtlich aktiv ist. Die folgende Abbildung zeigt, in welchen Bereichen sie sich engagieren.

Abb. 7.5:

Ehrenamtliche Aktivität nach Tätigkeitsbereichen

Vereine

39,9%

Kirchen

28,5%

Wohlfahrtsverbände

14,6%

78,1%

21,9%
ehrenamtl. tätig

Gemeinde

5,6%

VdK

2,1%

sonstige

12,8%

0,0%

10,0%

20,0%

30,0%

40,0%

Mehrfachnennungen
Quelle: Seniorenbefragung von MODUS-Sozialforschung 2009

Wie die Abbildung zeigt, sind die Senioren vor allem in Vereinen oder in der Kirche ehrenamtlich aktiv. Für diese beiden Bereiche ergibt sich ein Anteilswert von knapp 40% bzw. 29%. Dahinter rangieren mit fast 15% die Wohlfahrtsverbände, gefolgt von den Gemeinden mit rund 6% und dem VDK mit etwa 2%. Differenziert man die Bereiche, in denen die Ehrenamtlichen tätig sind, nach Geschlecht, zeigen sich deutliche Unterschiede. So sind Frauen überwiegend in der Kirche und bei den Wohlfahrtsverbänden engagiert, während die Männer vor allem in verschiedenen Vereinen aktiv sind (vgl. MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.1.3).

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110

Weiter konnten die Senioren im Rahmen der Seniorenbefragung ihre Einschätzung für den Bereich „Beratung und Hilfeleistungen“ im Landkreis abgeben. Dabei resultierte ein Durchschnittswert von 2,7. Der Teilbereich „Nachbarschaftshilfen“ schnitt dabei allerdings unterdurchschnittlich ab. So ergab sich mit knapp 22% schlechten Beurteilungen für die Kategorie „Nachbarschaftshilfen“ ein im Vergleich deutlich schlechterer Durchschnittswert von 3,1 (vgl. MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.5.5).

7.4

Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Bürgerschaftliches Engagement“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth

Nach den Ergebnissen der Bestandserhebung engagieren sich im Landkreis Fürth in Nachbarschaftshilfen, Besuchsdiensten und stationären Einrichtungen insgesamt 787 ehrenamtliche Helfer für ältere Menschen. Wie sich die Mitarbeiter auf die einzelnen Einsatzbereiche verteilen, zeigt die folgende Abbildung.

Abb. 7.6: Ehrenamtliche Mitarbeiter nach Einsatzbereichen
Mitarbeiter 500

400

431

300

200

198 158

100

0 Nachbarschaftshilfen Besuchsdienste
Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Stationäre Einrichtungen

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

111

Ein Vergleich mit den anderen vom Bamberger Forschungsverbund untersuchten Landkreisen zeigt, dass sowohl die Anzahl der im Landkreis Fürth existierenden Nachbarschaftshilfen als auch die Zahl der Besuchsdienste als überdurchschnittlich anzusehen ist. Obwohl sich aus der Bestandsaufnahme der nachbarschaftlichen Hilfen im Landkreis Fürth also quantitativ eine sehr gute Versorgung ergibt, weist die Seniorenbefragung in einigen Regionen auf ein von den Senioren empfundenes Defizit hin. Sehr zu begrüßen ist deshalb die Initiative der Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten im Landratsamt Fürth, die Nachbarschaftshilfen regelmäßig im Landkreismagazin vorzustellen. Besonders wichtig für ein langfristiges Engagement ist eine umfassende Betreuung und Unterstützung der Ehrenamtlichen. In der Regel wird fachliche Unterstützung und die Gelegenheit zum Treffen und Informationsaustauch angeboten. Eine grundsätzliche Empfehlung für diesen Bereich muss deshalb lauten, die ehrenamtlichen Mitarbeiter mit geeigneten Fortbildungs- und Unterstützungsmaßnahmen kontinuierlich zu fördern. Je intensiver fachliche Betreuung und Unterstützung für die ehrenamtlichen Helfer angeboten werden, umso langfristiger bleibt deren Motivation bestehen. Zudem wird so der Einsatz von ehrenamtlichen Helfern für die Praktiker der Seniorenhilfe offensichtlicher und kann von ihnen fachlich unterstützt werden. Das Netzwerk Nachbarschaftshilfe, das vom Mehrgenerationenhaus in Ammerndorf initiiert wurde, eignet sich hervorragend, um landkreisweit Fortbildungen zu veranstalten, Öffentlichkeitsarbeit zu organisieren und gemeinsam an Strukturen zu arbeiten. In Anbetracht der Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements könnte an dieser Stelle auch über eine Förderung von Fortbildungsmaßnahmen oder andere Formen einer Anerkennung nachgedacht werden. In diesem Zusammenhang ist es auch sinnvoll, eine trägerübergreifende Kontaktstelle zu schaffen, die zum einen als Ansprechpartner für die Anbieter von ehrenamtlichen Leistungen und zum anderen auch als Anlaufstelle für die Nachfrage-Seite dient. Hierdurch kann die Vermittlung und Organisation des ehrenamtlichen Engagements verbessert werden. Denn je problemloser Interessenten Informationen einholen und Angebote überblicken können, umso zielgerichteter können Hilfen vermittelt werden. Weiter gilt es anzumerken, dass vor allem jüngere, noch rüstige Senioren nach ihrem Berufsleben für die verschiedensten ehrenamtlichen Tätigkeiten akquiriert werden können. Die Seniorenbefragung hat deutlich gezeigt, dass im Landkreis Fürth hier ein starkes noch nicht genutztes Potential besteht. Deshalb sollten vorhandene Angebote für jüngeren Senioren regelmäßig im Landkreismagazin vorgestellt werden. Zusätzlich zu landkreisweiten und trägerübergreifenden Maßnahmen sollten sich innerhalb der Gemeinden die Seniorenbeauftragten noch stärker für die Gewinnung und die Koordination ehrenamtlicher Helfer engagieren.

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

112

Die folgende Tabelle zeigt zunächst die Verteilung der nachbarschaftlichen und ehrenamtlichen Hilfen auf die einzelnen Gemeinden, bevor dann auf kleinräumiger Ebene betrachtetet werden soll, wie dem Bedürfnis der Senioren nach mehr Unterstützung in diesem Bereich Rechnung getragen werden kann.

Tab. 7.1: Übersicht über das „Bürgerschaftliche Engagement“ in den Gemeinden
Bevölkerung ab 65 Jahren Anzahl der vorhandenen …
Nachbarschaftshilfen Besuchsdienste

Ehrenamtlich engagierte Personen in …
Nachbarschaftshilfen Besuchsdiensten Stationäre Einrichtungen

Gemeinde

Zirndorf Oberasbach Stein Roßtal Langenzenn Cadolzburg Veitsbronn Wilhermsdorf Großhabersdorf Seukendorf Puschendorf Obermichelbach Ammerndorf Tuchenbach

4.792 3.617 3.345 1.932 1.820 1.726 1.196 817 798 469 443 398 298 223

2 (+1) 1 (+1) 2 (+4) 1 (+1) 1 (+2) 1 (+1) 1 1 1 1 1

2 2 5 4 2 1 3 2 3 2 1 3 1

57 54 84 55 115 28 7 20 4 5 2

4 15 31 8 34 5 12 20 9 11 1 7 1

26 11 62 31 10 19 2 5 32 -

Gesamt

21.874

13 (+10)*

31

431

158

198

* Die Angebote zur kostenlosen Essensausgabe, der Bürgerbus in der Stadt Langenzenn und die Kleiderkiste in der Stadt Stein werden in Klammern angegeben, weil es sich hierbei nicht um klassische Nachbarschaftshilfen handelt. Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

In den Gemeinden mit mehr als 3.000 Personen ab 65 Jahren werden in allen drei Städten sowohl organisierte Nachbarschaftshilfen als auch Besuchsdienste angeboten. In der Stadt Stein gibt es das größte Angebot, was auch im Rahmen der Seniorenbefragung seinen Ausdruck in einer überdurchschnittlichen Bewertung bezüglich der Versorgung von Nachbarschaftshilfen findet. Die Städte Zirndorf und Oberasbach schneiden dagegen „nur“ durchschnittlich ab, obwohl in beiden Städten mit der Freiwilligenagentur im Familienzentrum in Zirndorf und mit dem Bürger-Info Treff in Oberasbach „Ehrenamtsbörsen“ zur Verfügung stehen, an die sich die älteren Menschen zur Vermittlung von nachbarschaftlichen Hilfen wenden können.

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Auch in der Kategorie der Gemeinden mit 1500 bis unter 3.000 Personen ab 65 Jahren werden in allen Gemeinden Nachbarschaftshilfen und Besuchsdienste angeboten. Eine überdurchschnittliche Bewertung durch die Senioren erhielt dabei der Markt Roßtal. Die Stadt Langenzenn wurde durchschnittlich und der Markt Cadolzburg leicht unterdurchschnittlich bewertet. Mit der Gründung der Nachbarschaftshilfe Cadolzburg, die in Zusammenarbeit des Seniorenbeirats mit dem evangelischen Gemeinde- und Wohltätigkeitsverein organisiert wird, hat der Markt Cadolzburg aber bereits auf das Bedürfnis der Senioren nach mehr nachbarschaftlicher Unterstützung reagiert, was eine dementsprechende Maßnahmenempfehlung überflüssig macht. In den Gemeinden mit 500 bis unter 1500 Personen ab 65 Jahren wurde lediglich für die Gemeinde Großhabersdorf eine organisierte Nachbarschaftshilfe gemeldet. Das spiegelt sich auch in einer überdurchschnittlichen Bewertung im Rahmen der Seniorenbefragung. Der Markt Wilhermsdorf dagegen wird von den Senioren unterdurchschnittlich bewertet und sollte aus diesem Grund den Aufbau von nachbarschaftlichen Hilfen in Erwägung ziehen. Die Lage in Veitsbronn stellt sich dagegen anders dar. Auch hier wurde keine Nachbarschafthilfe angegeben, dennoch stufen die Senioren die nachbarschaftliche Versorgung überdurchschnittlich ein. Scheinbar fühlen sie sich durch die zwei ambulanten Dienste vor Ort, die u. a. auch hauswirtschaftliche Hilfen anbieten, gut versorgt. Aus diesem Grund kann hier auf eine Maßnahmenempfehlung verzichtet werden. In Gemeinden mit weniger als 500 Personen ab 65 Jahren gibt es bayernweit in der Regel kaum Angebote an organisierten nachbarschaftlichen Hilfen. Aus diesem Grund verdienen die Nachbarschaftshilfen in den Gemeinden Seukendorf, Obermichelbach und Ammerndorf besondere Anerkennung. Vor allem die Organisation von nachbarschaftlichen Hilfen durch das Mehrgenerationenhaus in Ammerndorf wird mit der landkreisweit besten Beurteilung durch die Senioren im Rahmen der Seniorenbefragung gewürdigt. Das nachbarschaftliche Hilfsangebot der Gemeinden Seukendorf und Obermichelbach muss allerdings noch mehr bekannt gemacht werden. In beiden Gemeinden ist den älteren Menschen offenbar nicht ausreichend bewusst, dass sie über ihre Gemeinden nachbarschaftliche Unterstützung bekommen können. Da beide Angebote generationsübergreifend angeboten werden, sollte hier noch expliziter auf seniorenspezifische Bedürfnisse eingegangen werden. Für die beiden Gemeinden Puschendorf und Tuchenbach, die zum Zeitpunkt der Seniorenbefragung noch keine Nachbarschaftshilfe hatten, resultieren in der Befragung ebenfalls unterdurchschnittliche Bewertungen. Der Seniorenbeirat in Tuchenbach hat auf dieses Bedürfnis in der Zwischenzeit jedoch mit der Gründung der Nachbarschaftshilfe „Senioren helfen Senioren“ reagiert. Für die Gemeinde Puschendorf könnte eine Vernetzung mit den bestehenden Hilfsangeboten in Obermichelbach und Seukendorf in Kombination mit der Akquirierung potentieller Helfer vor Ort auch eine Basis für die nachbarschaftliche Versorgung ihrer älteren Mitbürger sein.

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Tab. 7.2: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Bürgerschaftliches Engagement“ Ziele und Maßnahmen Allgemein sollte eine stärkere Förderung der ehrenamtlich Tätigen erfolgen, z.B. durch verstärkte fachliche Betreuung und Beratung sowie Unterstützung von Fortbildungsmaßnahmen. Als erste Maßnahme hierzu sollte im Landkreis Fürth die „Ehrenamtscard“ eingeführt werden. Weiterhin sollte eine Liste mit Fortbildungsmöglichkeiten für Ehrenamtliche erstellt werden, und es sollte überprüft werden, ob die Fortbildungsmaßnahmen über die Landkreis-Stiftung gefördert werden können. Zuständigkeit Realisierungszeitraum

Landratsamt Fürth: Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten, Büro des Landrates kurzfristig

Um eine Verbesserung der Vermittlung und Organisation der ehrenamtlichen Tätigkeiten im Landkreis Fürth zu erreichen, soll das Regionalmanagement die Freiwilligen-Agenturen (dazu zählen auch alle Nachbarschaftshilfen) Landkreis Fürth: in Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus Ammerndorf vernetzen. Regionalmanagement Es soll eine Kontaktstelle geschaffen werden, die zum einen als Ansprechpartner für die Anbieter von ehrenamtlichen Leistungen und zum anderen auch als Anlaufstelle für die Nachfrage-Seite dient. Allgemein sollte eine stärkere Integration von jüngeren Senioren in die ehrenamtliche Seniorenarbeit erfolgen. Hierzu sollten die vorhandenen Angebote für jüngeren Senioren regelmäßig im Landkreismagazin vorgestellt werden. Aufgrund der Ergebnisse der Seniorenbefragung sollten die nachbarschaftlichen Hilfen in der Gemeinde Wilhermsdorf ausgebaut werden. In den Gemeinden Obermichelbach und Seukendorf sollte eine bessere Bekanntmachung der vorhandenen nachbarschaftlichen Hilfen und eine Spezifizierung der Angebote auf die Bedürfnisse der älteren Menschen erfolgen. Als Reaktion auf das in der Seniorenbefragung geäußerte Bedürfnis sollten in der Gemeinde Puschendorf (eventuell gemeindeübergreifende) nachbarschaftliche Hilfen organisiert werden. Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten, Seniorenbeauftragte in den Gemeinden Vorhandene Träger im Bereich der Seniorenhilfe in der Gemeinde Wilhermsdorf Vorhandene Träger im Bereich der Seniorenhilfe in den Gemeinden Obermichelbach und Seukendorf Seniorenbeauftragte und vorhandene Träger der Seniorenhilfe in der Gemeinde Puschendorf

kurzfristig

kurzfristig

kurzfristig

kurzfristig

mittelfristig

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

115

8.
8.1

Handlungsfeld „Pflege und Betreuung“
Allgemeine Vorbemerkungen

Da es sich beim Handlungsfeld „Pflege und Betreuung“ um das umfangreichste Handlungsfeld im Rahmen des „Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes“ handelt, wurde hierfür im Rahmen der Seniorenhilfeplanung für den Landkreis Fürth ein eigener Bericht erstellt. Dieser Bericht enthält für alle Bereiche der Pflege ausführliche Bestandsanalysen und fundierte Bedarfsermittlungen (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 1: Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG), so dass es an dieser Stelle ausreicht, nur die wichtigsten Ergebnisse zusammenzufassen. 8.2 Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Ambulante Pflege“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth

Am 31.12.2010 standen im Landkreis Fürth 16 ambulante Pflegedienste mit insgesamt 368 Mitarbeitern zur Verfügung. Beim größten Teil der Mitarbeiter handelt es sich um gelernte Pflegekräfte. Insgesamt waren zum Stichtag in den ambulanten Diensten 164 gelernte Pflegekräfte beschäftigt. Umgerechnet auf Vollzeitäquivalente resultiert daraus eine Zahl von 84,6 gelernten Pflegekräften (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 1: Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG, Kap. 2.1.3). Nach den Ergebnissen der Bedarfsermittlung wären unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten am Stichtag 31.12.2010 im Landkreis Fürth zwischen 80,7 und 144,1 Pflegekräfte im Bereich der ambulanten Seniorenhilfe notwendig gewesen, um eine bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen. Da der Bestand an Pflegekräften im Landkreis Fürth nur knapp unter dem errechneten Maximalbedarf liegt, kann derzeit von einer sehr guten Versorgung im Bereich der ambulanten Pflege ausgegangen werden (vgl. Kap. 6.1.3). Zusätzlich zur aktuellen Bedarfsermittlung wurde sowohl für den gesamten Landkreis als auch für die gebildeten Versorgungsregionen eine Bedarfsprognose durchgeführt. Danach wird der Bedarf im Bereich der ambulanten Pflege im Landkreis Fürth bis zum Jahr 2030 erheblich ansteigen. So ergibt die Prognose für das Jahr 2020 bereits eine Zahl von mindestens 102,6 bis maximal 177,5 Vollzeitstellen für Pflegekräfte. Bis zum Ende des Projektionszeitraumes im Jahr 2030 ist aufgrund des weiter ansteigenden Klientenpotenzials voraussichtlich eine Personalausweitung auf 133,2 bis maximal 224,4 Pflegekräfte nötig, um eine bedarfsgerechte Ausgestaltung der ambulanten Pflege im Landkreis Fürth aufrechterhalten zu können (vgl. Kap. 6.1.4).

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116

Um die Versorgungssituation darüber hinaus auch kleinräumig beurteilen zu können, wurde auch für die beiden Versorgungsregionen jeweils eine Bedarfsprognose durchgeführt. Die folgende Abbildung zeigt die Bedarfsprognose für die Versorgungsregion Nord. Abb. 8.1: Entwicklung des Bedarfs an ambulanten Pflegekräften in der Versorgungsregion Nord bis zum Jahr 2030

Vollzeitpflegekräfte 80
74,2

Maximalbedarf

64,8

60
51,7 45,6

57,4

Mindestbedarf
40
39,9 37,6 32,9 29,1 25,2 43,7

Bestand

20

0

2010 2011

2012 2013

2014 2015

2016 2017

2018 2019

2020 2021

2022 2023

2024 2025

2026 2027

2028 2029

2030
jeweils 31.12. ....

Quelle: Berechnungen von MODUS-Sozialforschung 2012

Nach den Ergebnissen der kleinräumigen Bedarfsprognose wird sich der ambulante Pflegebedarf in der Versorgungsregion Nord bis zum Jahr 2030 also voraussichtlich auf 43,7 bis 74,2 Vollzeitstellen erhöhen. Mit dem derzeitigen Bestand von 39,9 Vollzeitstellen könnte in dieser Region der ambulante Pflegebedarf jedoch auch mittelfristig gut abgedeckt werden. Um allerdings das derzeitige Versorgungsniveau aufrechterhalten zu können, ergibt sich in der Versorgungsregion Nord die Notwendigkeit einer jährlichen Aufstockung der Pflegekräfte um etwa eineinhalb Vollzeitstellen. In der Versorgungsregion Süd kann aufgrund der durchgeführten Bedarfsermittlung aktuell ebenfalls von einer sehr guten ambulanten Versorgungsstruktur ausgegangen werden, zukünftig wird jedoch auch hier der ambulante Pflegebedarf erheblich ansteigen, wie folgende Abbildung zeigt.

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

117

Abb. 8.2:

Entwicklung des Bedarfs an ambulanten Pflegekräften in der Versorgungsregion Süd bis zum Jahr 2030

Vollzeitpflegekräfte 160
150,2

Maximalbedarf

140

133,2 120,1

120
109,8 98,5 96,0 89,5

100

Mindestbedarf
78,4 69,7

80

60
55,5

Bestand

62,8

40

20

0

2010 2011

2012 2013

2014 2015

2016 2017

2018 2019

2020 2021

2022 2023

2024 2025

2026 2027

2028 2029

2030
jeweils 31.12. ....

Quelle: Berechnungen von MODUS-Sozialforschung 2012

Wie die Abbildung zeigt, werden in der Versorgungsregion Süd bereits im Jahr 2020 mindestens 69,7 bis 120,1 Vollzeitstellen für Pflegekräfte notwendig sein und bis 2030 wird sich der Bedarf voraussichtlich auf mindestens 89,5 bis 150,2 Vollzeitstellen für Pflegekräfte erhöhen. Mit dem derzeitigen Bestand von 96,0 Vollzeitstellen könnte in dieser Region der ambulante Pflegebedarf jedoch auch mittel- bis langfristig gut abgedeckt werden. Um allerdings das derzeitige Versorgungsniveau aufrechterhalten zu können, ergibt sich in der Versorgungsregion Süd die Notwendigkeit einer jährlichen Aufstockung der Pflegekräfte um zwei bis drei Vollzeitstellen. Auf quantitativer Ebene ist im Bereich der ambulanten Pflege im Landkreis Fürth also ein Ausbau notwendig, um den zukünftig zu erwartenden Anstieg des ambulanten Pflegebedarfs bewältigen zu können. Zusätzlich sind jedoch auch auf der qualitativen Ebene einige generelle Maßnahmenempfehlungen zu formulieren. Insbesondere bezüglich eines Problembereichs im ambulanten Sektor zeigte sich bei den Praktikern im Bereich der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth eine relativ hohe Übereinstimmung.

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118

So wiesen 42% der befragten Praktiker aus dem Bereich der Seniorenhilfe auf ein Defizit im Bereich der gerontopsychiatrischen ambulanten Betreuung hin. Bei den Befragten im ambulanten Bereich lag der Anteil sogar noch höher, und zwar bei 54%. Hierzu ist es allerdings notwendig, entsprechend ausgebildetes Fachpersonal in den ambulanten Diensten zu beschäftigen. Die Finanzierung von derartigem Fachpersonal ist jedoch auch nach Einführung der Pflegeversicherung nur unzureichend abgesichert. Zwar wurde aufgrund der im Jahr 2008 durchgeführten Pflegereform die Finanzierung von gerontopsychiatrischen Leistungen verbessert, indem die Zusatzleistungen von maximal 460,00 € auf maximal 2.400,00 € jährlich erhöht wurden. Bisher fehlt es in den meisten ambulanten Diensten im Landkreis Fürth noch an entsprechend ausgebildetem Personal. Wie aus der aktuellen Bestandserhebung hervorgeht, verfügen bisher nur fünf der 16 vorhandenen ambulanten Dienste im Landkreis Fürth, also weniger als ein Drittel der Dienste, über Beschäftigte mit einer entsprechenden gerontopsychiatrischen Ausbildung. Für Anfang des Jahres 2013 ist im Rahmen des Pflege-Neuausrichtungsgesetzes (PNG) zwar eine Erhöhung der Leistungen geplant. Nach den derzeit vorliegenden Informationen soll es dann je nach Pflegestufe 70,- bis 120,- € mehr Pflegegeld und 150,- bis 225,- € mehr Sachleistungen für die Pflegebedürftigen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz geben. Inwieweit diese Maßnahme jedoch dazu führt, dass gerontopsychiatrische Leistungen von den ambulanten Diensten auch qualifiziert durchgeführt werden, bleibt zunächst dahingestellt. Es ist deshalb notwendig, im Rahmen des vorliegenden Konzeptes eine entsprechende Empfehlung zu formulieren. Bezüglich der Bereiche Prävention und Rehabilitation sieht es ähnlich aus. Auch diese Bereiche wurden durch die durchgeführte Pflegereform nochmals gestärkt, damit die im Pflegeversicherungsgesetz formulierte Hinwirkungspflicht der Pflegekassen dahingehend verwirklicht werden kann,... • • dass „frühzeitig alle geeigneten Maßnahmen der Prävention ... eingeleitet werden, um den Eintritt von Pflegebedürftigkeit zu vermeiden“ (vgl. § 5 Abs. 1 SGB XI), „auch nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit ... Leistungen der Rehabilitation in vollem Umfang einzusetzen und darauf hinzuwirken, die Pflegebedürftigkeit zu überwinden, zu mindern sowie eine Verschlimmerung zu verhindern“ sind (vgl. § 5 Abs. 2 SGB XI).

Bisher hat sich diese Gesetzeslage aber im ambulanten Bereich noch nicht ausreichend niedergeschlagen. Die beiden dargestellten Problembereiche müssen deshalb im Sinne der qualitativen Weiterentwicklung der ambulanten Pflege weiterhin thematisiert werden. Als kurzfristige Maßnahme sollten die Fortbildungsmöglichkeiten der beschäftigten Pflegefachkräfte im Bereich der Rehabilitation und der gerontopsychiatrischen Betreuung ausgebaut werden.

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Wie die Bestandsaufnahme gezeigt hat, macht der Bereich der Fort- und Weiterbildung der MitarbeiterInnen in den ambulanten Pflegediensten im Landkreis Fürth derzeit nur rund 2% der Nettoarbeitszeit aus. Bei den beschäftigten Fachkräften ergibt sich durchschnittlich ebenfalls nur ein Wert von rund 3% der Nettoarbeitszeit. Hier werden also durchschnittlich nur 48 Stunden der Jahresarbeitszeit für die Fort- und Weiterbildung aufgewendet. Dies ist in Anbetracht der vielfältigen Aufgaben, die auf die Pflegefachkräfte in verstärktem Maße zukommen, zu wenig, um der schwierigen Aufgabe in qualitativ hochwertiger Art und Weise gerecht werden zu können. Wenn man also den im Pflegeversicherungsgesetz formulierten Grundsatz „ambulant vor stationär“ ernsthaft verfolgen will, gilt es alle Bemühungen der ambulanten Dienste im präventiven Bereich (aktivierende Pflege, Reha-Maßnahmen etc.) und im gerontopsychiatrischen Bereich zu unterstützen. Außerdem war sich der Arbeitskreis „Seniorenpolitisches Gesamtkonzept“ weitgehend einig, dass die finanzielle Förderung der ambulanten Pflegedienste durch den Landkreis Fürth nach wie vor nötig ist. Mittelfristig sollte allerdings eine Überprüfung des Landkreiszuschusses und ggf. eine entsprechende Anpassung durchgeführt werden, um die ambulanten Pflegedienste weiterhin adäquat zu unterstützen. In folgender Tabelle werden die Maßnahmenempfehlungen zur quantitativen und qualitativen Weiterentwicklung des Handlungsfeldes „Ambulante Pflege“ abschließend zusammengefasst.

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120

Tab. 8.1: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Ambulante Pflege“ Empfehlungen zur quantitativen Weiterentwicklung der ambulanten Pflege Ziele und Maßnahmen VR Nord VR Süd Realisierungszeitraum bis Ende 2020 bis Ende 2025 bis Ende 2030

Ausbau auf 102,6 bis 177,5 Pflegekräfte Ausbau auf 116,0 bis 198,0 Pflegekräfte Ausbau auf 133,2 bis 244,4 Pflegekräfte

32,9 – 57,4 69,7 – 120,1 37,6 – 64,8 78,4 – 133,2 43,7 – 74,2 89,5 – 150,2

Empfehlungen zur qualitativen Weiterentwicklung der ambulanten Pflege Ziele und Maßnahmen Zuständigkeit Realisierungszeitraum kurzfristig und kontinuierlich

Verstärkte Schulung und Fortbildung der Träger der vorhandenen MitarbeiterInnen der ambulanten Pflegeambulanten Pflegedienste in Richtung der gerontopsychiatdienste rischen Betreuung. Unterstützung aller präventiven Maßnahmen im Bereich der ambulanten Pfle- Pflegekassen, ge (therapeutische Maßnahmen, aktivie- Krankenkassen rende Pflege, Reha-Maßnahmen etc.). Um die ambulanten Pflegedienste weiter zu unterstützen, sollte mittelfristig eine Überprüfung des Landkreiszuschusses Landkreis Fürth und ggf. eine entsprechende Anpassung durchgeführt werden.

kurzfristig und kontinuierlich

mittelfristig

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121

8.3

Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Tagespflege“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth

Für den teilstationären Bereich der Tagespflege stehen im Landkreis Fürth aktuell 37 Tagespflegeplätze zur Verfügung (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 1: Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG, Kap. 2.2.2.2). Aufgrund der Ergebnisse der örtlichen Bedarfsermittlung ist im Landkreis Fürth ein Bestand von mindestens 12 bis maximal 45 Plätzen notwendig. Es zeigte sich somit, dass der Bestand näher am Maximal- als am Mindestbedarf liegt. Wenn man den Landkreis Fürth als Ganzes betrachtet, kann derzeit somit von einer guten Versorgung im Bereich der Tagespflege ausgegangen werden (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 1: Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG, Kap. 6.2.2.2). Aufgrund der kleinräumigen Analyse konnte dieses Ergebnis allerdings noch konkretisiert werden. Hier zeigt sich, dass in der Versorgungsregion Nord zwischen 4 und 14 Tagespflegeplätze notwendig sind, während sich in der Region Süd ein höherer Bedarf von 8 bis 31 Plätzen im Bereich der Tagespflege ergibt. Damit liegt der Bestand von 17 Tagespflegeplätzen in der Versorgungsregion Nord derzeit um drei Plätze über dem ermittelten Maximalbedarf und in der Region Süd mit 20 Tagespflegeplätzen in etwa in der Mitte des berechneten Bedarfsintervalls. Es ist somit davon auszugehen, dass in beiden Versorgungsregionen die im Bereich der Tagespflege zur Verfügung stehenden Plätze zur Bedarfsdeckung ausreichen (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 1: Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG, Kap. 6.2.2.4). Nach der durchgeführten Bedarfsprognose wird der Bedarf an Tagespflegeplätzen im Landkreis Fürth zukünftig aber noch um einiges anwachsen. Während sich bei der aktuellen Bedarfsermittlung für den Landkreis Fürth ein Bedarfsintervall von 12 bis 45 Tagespflegeplätzen ergibt, steigt das Intervall bis zum Jahr 2020 bereits auf 20 bis 71 Plätze und bis zum Jahr 2030 ist voraussichtlich eine Erhöhung der Platzzahl auf 26 bis 86 Plätze nötig. Um langfristig das jetzige Versorgungsniveau aufrechtzuerhalten, wäre aufgrund der zu erwartenden Bedarfssteigerung in den nächsten Jahren also ein Ausbau um 30 bis 40 weitere Tagespflegeplätze notwendig (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 1: Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG, Kap. 6.2.2.3). Um die Versorgungssituation darüber hinaus kleinräumig beurteilen zu können, wurde auch für den Bereich der Tagespflege für die beiden Versorgungsregionen jeweils eine Bedarfsprognose durchgeführt. Die folgende Abbildung zeigt die Bedarfsprognose für die Versorgungsregion Nord.

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122

Abb. 8.3:

Entwicklung des Bestands und des Bedarfs im Bereich der Tagespflege in der Versorgungsregion Nord bis zum Jahr 2030

Plätze 30 28 26 25 23 20

Maximalbedarf

20 17 15 14

Bestand zum 31.12.2010

10

Mindestbedarf
9 8 6 5 4 5

0 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
jeweils 31.12. ....

Quelle: Berechnungen von MODUS-Sozialforschung 2012

Nach der durchgeführten Bedarfsprognose wird der Bedarf im Bereich der Tagespflege in der Versorgungsregion Nord in den nächsten Jahren voraussichtlich sehr stark ansteigen und zwar bis zum Jahr 2020 auf 6 bis 23 und bis zum Jahr 2030 auf 9 bis 28 Plätze. Wie die Abbildung zeigt, liegt der Bestand von 17 Tagespflegeplätzen in der Region Nord derzeit zwar um drei Plätze über dem ermittelten Maximalbedarf. Um jedoch langfristig das jetzige Versorgungsniveau aufrechtzuerhalten, wäre aufgrund der zu erwartenden Bedarfssteigerung in den nächsten Jahren ein Ausbau um ca. 10 weitere Tagespflegeplätze notwendig. Wie sich die Bedarfsentwicklung in der Versorgungsregion Süd voraussichtlich darstellt, zeigen die Ergebnisse der Bedarfsprognose für diese Versorgungsregion.

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

123

Abb. 8.4:

Entwicklung des Bestands und des Bedarfs im Bereich der Tagespflege in der Versorgungsregion Süd bis zum Jahr 2030

Plätze 60
53 58

Maximalbedarf

50
48
42

40

31

30

22

20

20 17

Im Jahr 2011 neu geschaffene Tagespflegeplätze

Mindestbedarf
15
14

10
8

12

Bestand zum 31.12.2010

0 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029
jeweils 31.12. ....

2030

Quelle: Berechnungen von MODUS-Sozialforschung 2012

Nach den Ergebnissen der durchgeführten Bedarfsprognose wird sich der Bedarf an Tagespflegeplätzen in den nächsten Jahren auch in der Versorgungsregion Süd erhöhen, und zwar bis zum Jahr 2020 auf 14 bis 48 Plätze und bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf 17 bis 58 Plätze. Wie die Abbildung zeigt, kann mit den vorhandenen Tagespflegeplätzen in der Versorgungsregion Süd der Mindestbedarf im Bereich der Tagespflege zwar auch mittel- bis langfristig ausreichend abgedeckt werden. Um jedoch langfristig das jetzige Versorgungsniveau aufrechtzuerhalten, wäre in der Region Süd ein Ausbau um ca. 20 weitere Tagespflegeplätze notwendig. In der Vergangenheit zeigten sich die potentiellen Träger im Landkreis Fürth sehr zurückhaltend, auf den ansteigenden Bedarf im Bereich der Tagespflege adäquat zu reagieren. Die Zurückhaltung der potentiellen Träger in diesem Bereich hat allerdings nichts damit zu tun, dass kein Bedarf an Tagespflegeplätzen gesehen würde. So zeigte sich auch bei der aktuellen Befragung der Praktiker aus den verschiedenen Bereichen der Seniorenhilfe immer noch ein Anteil von 38%, die der Auffassung sind, dass mit den bisher bereits vorhandenen Tagespflegeplätzen der Bedarf auf Gemeindeebene noch nicht vollständig abgedeckt werden kann. Dieser Widerspruch war in der Vergangenheit leicht zu erklären, denn bis Mitte 2008 stand für die Tagespflege kein eigenes Budget zur Verfügung. Stattdessen musste sich die Tagespflege ein Budget mit der ambulanten Pflege teilen, was in den meisten Fällen dazu führte, dass das ohnehin knappe Budget für die ambulanten Pflege auf-

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

124

gebraucht wurde und die Tagespflege anschließend selbst finanziert werden musste, worauf dann aber viele – trotz Bedarf – aus finanziellen Gründen verzichteten. Aus diesem Grund konnte sich die Tagespflege in der Vergangenheit nur in den Regionen etablieren, in denen die Tagespflege relativ günstig angeboten werden konnte, weil sie zusätzlich Zuschüsse von öffentlichen Stellen (wie z.B. den Gemeinden) erhielt. In der Vergangenheit war die Tagespflege also oft ein Zuschussbetrieb, weshalb die potentiellen Träger wenig Interesse am Ausbau dieser Versorgungsform hatten. Seit Inkrafttreten des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes am 1. Juli 2008 ist die Schaffung von Tagespflegeeinrichtungen für die potentiellen Träger allerdings interessanter geworden, denn seit der Pflegereform haben Pflegebedürftige, die Tagespflege in Anspruch nehmen, den Vorteil, dass ihnen auch bei voller Inanspruchnahme des Leistungsbudgets noch 50 Prozent der Sachleistung oder des Pflegegeldes zur Verfügung stehen. Nehmen sie die Leistungen der Tagespflege nur zu 50 Prozent in Anspruch, bleibt ihnen der volle Sachleistungsanspruch bzw. der volle Pflegegeldanspruch erhalten. Nimmt beispielsweise ein Pflegebedürftiger der Pflegestufe 2, der einen Anspruch auf 980,00 Euro im Monat hat, davon nur die Hälfte – also 490,00 Euro – für die Tagespflege in Anspruch, wirkt sich dies nicht auf seine übrigen Leistungsansprüche aus. Das heißt, er kann beim bayerischen Preisniveau für die Pflegestufe 2 pro Monat ca. acht Tage Aufenthalt in einer Tagespflegeeinrichtung finanzieren, ohne dass er Abstriche bei der ambulanten Pflege hinnehmen muss. Zusätzlich kommen dazu noch die nach § 45a des Pflegeversicherungsgesetzes geltenden finanziellen Verbesserungen für Pflegebedürftige, die neben dem verrichtungsbezogenen Hilfebedarf nach § 14 SGB 11 in erheblichem Umfang einen darüber hinausgehenden allgemeinen Betreuungs- und Beaufsichtigungsbedarf haben. Hier wurden die jährlichen Beträge von bisher maximal 460,00 € auf maximal 2.400,00 € aufgestockt. Der Betreuungsbetrag soll dabei in erster Linie dazu genutzt werden, die Versorgung von Personen mit Demenz, psychischen Erkrankungen und geistigen Behinderungen zu verbessern, und so einen längeren Verbleib in der eigenen Häuslichkeit ermöglichen. Der zusätzliche Betreuungsbetrag kann also auch für die Betreuung von gerontopsychiatrisch Erkrankten in einer Tagespflegeeinrichtung verwendet werden und würde je nach Pflegestufe und regionalem Preisniveau zur Finanzierung von 30 bis 60 Tagen in einer teilstationären Einrichtung ausreichen. Die genannten Verbesserungen im Bereich der Tagespflege haben in den letzten Jahren bundesweit dahingehend Wirkung gezeigt, dass auch bestehende Tagespflegeeinrichtungen, die in der Vergangenheit nicht voll ausgelastet waren, mittlerweile teilweise bereits über Wartelisten verfügen. Auch im Landkreis Fürth scheinen die finanziellen Verbesserungen durch die Pflegereform mittlerweile ihre Wirkung zu zeigen, denn seit der letzten Erhebung wurden meh-

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

125

rere Ausbaumaßnahmen im Bereich der Tagespflege durchgeführt, so dass sich der Bestand an Tagepflegeplätzen von 12 bis zum 31.12.2010 auf 37 Plätze und bis zum 31.12.2011 auf 39 Plätze mehr als verdreifacht hat (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 1: Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG, Kap. 2.2.2.2). Da sich die Ausbaumaßnahmen im Landkreis Fürth in den letzten Jahren jedoch größtenteils auf den stationären Bereich beziehen, ist im Rahmen des vorliegenden Berichtes darauf hinzuweisen, dass die konzeptionelle Ausgestaltung der Tagespflegeeinrichtungen eine entscheidende Rolle dafür spielt, ob die Einrichtung von den potentiellen Nutzern angenommen wird. Als wichtigster Aspekt ist hierbei die Organisationsform der Tagespflegeeinrichtung anzuführen. MODUS konnte mittlerweile zahlreiche Informationen gewinnen, die eine vergleichende Beurteilung der Vor- und Nachteile der verschiedenen Organisationsformen ermöglichen. Dabei wurde festgestellt, dass die schlecht ausgelasteten Tagespflegeplätze fast alle in stationären Einrichtungen angeboten werden. In Tagespflegeeinrichtungen, die organisatorisch an einen ambulanten Pflegedienst angebunden sind, zeigen sich dagegen wesentlich höhere Auslastungsgrade. Es konnte dementsprechend nachgewiesen werden, dass die Auslastung einer Tagespflegeeinrichtung stark von der Organisationsform abhängig ist (vgl. MODUS/Prof. Dr. Pieper 2010: Die Versorgung der Stadt Nürnberg mit Pflegediensten und -einrichtungen, S. 47). Das beschriebene Phänomen zeigte sich auch in den Bundesländern, in denen sich die Tagespflege schon wesentlich stärker etabliert hat als in Bayern. Dort wird der Grund im psychologischen Bereich gesehen. Es wird davon ausgegangen, dass eine an den stationären Bereich angeschlossene Tagespflege für die potentiellen Nutzer zu sehr den Charakter einer vollstationären Einrichtung annimmt und sich deshalb eine Hemmschwelle aufbaut. Es wird deshalb u.a. auch von der Forschungsgesellschaft für Gerontologie die Konzeption einer eigenständigen Einrichtung oder die Anbindung an einen ambulanten Dienst empfohlen (vgl. z.B. MAGS 1995, S. 314). Dennoch wird nicht nur im Landkreis Fürth, sondern auch in anderen bayerischen Regionen immer noch relativ häufig versucht, das Angebot der Tagespflege in vollstationäre Einrichtungen zu integrieren. Der Grund hierfür besteht meist darin, dass der stationäre Bereich in Bayern sehr stark ausgebaut ist und aufgrund des – seit Einführung der Pflegeversicherung stattfindenden – Rückgangs der Inanspruchnahme von Rüstigenplätzen oft freie Kapazitäten vorhanden sind, die dann für die Tagespflege genutzt werden sollen. Da die Umwidmung von Heimplätzen für die Tagespflege ohne größere finanzielle Investitionen zu gestalten ist, ergeben sich durch ein derartiges Vorgehen fiskalische Vorteile. Diese Vorteile relativieren sich jedoch, wenn die Plätze nachher von den potentiellen Tagespflegegästen nicht angenommen werden.

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

126

Ein weiterer Nachteil ist es, dass oft aus dem misslungenen Versuch, Tagespflege in eine vollstationäre Einrichtung zu integrieren, fälschlicherweise der Schluss gezogen wird, es bestünde in den betreffenden Regionen kein Bedarf für dieses teilstationäre Angebot. Die Folge davon ist meist, dass sich nur schwer weitere Träger in dieser Region dafür interessieren, im Bereich der Tagespflege aktiv zu werden. Ein Fehlversuch in diesem Bereich hat somit erheblichen Einfluss darauf, ob sich das teilstationäre Angebot der Tagespflege in einer Region etablieren kann. Um diese Kettenreaktion zu verhindern, sollte im Landkreis Fürth darauf hingewirkt werden, dass neben den Tagespflegeplätzen in stationären Einrichtungen auch Tagespflegeeinrichtungen geschaffen werden, die an einen vorhandenen ambulanten Dienst angegliedert sind. Hierbei sind im Landkreis Fürth im Wesentlichen folgende Aspekte zu beachten: Was den Standort angeht, sollte die Tagespflegeeinrichtung in der Versorgungsregion Süd angesiedelt werden, da der Bedarf im Norden des Landkreises bereits mittel- bis langfristig ausreichend abgedeckt ist. Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft die Trägerschaft der Tagespflegeeinrichtung. Wie die bisherigen Analysen deutlich zeigen, ist eine gute Auslastung von Tagespflegeeinrichtungen am schnellsten zu erreichen, wenn die Tagespflege an eine bereits vorhandene große Sozialstation angebunden wird, da hier die potentiellen Nutzern ohnehin bereits zum Kundenstamm gehören. Auf den Landkreis Fürth bezogen, lautet die zu formulierende Empfehlung also, dass das Angebot im Bereich der Tagespflege im Landkreis durch eine an einen großen ambulanten Dienst (z.B. Diakonie oder Caritasverband) angegliederte Tagespflegeeinrichtung mit Standort in der Versorgungsregion Süd ergänzt werden sollte. Damit die zu schaffende Tagespflegeeinrichtung maximalen Erfolg hat, sollte sie sich darüber hinaus durch eine sorgfältige Konzeption auszeichnen. Die wichtigsten konzeptionellen Anforderungen an eine Tagespflegeeinrichtung werden deshalb im Folgenden zusammenfassend dargestellt: • • • • • • Konzeption als Einrichtung mit Anbindung an einen bestehenden ambulanten Dienst Betriebsgröße: 10 bis 12 Plätze Öffnungszeiten: 5 Tage in der Woche jeweils bis mindestens 17 Uhr Zur Verfügung Stellen eines Fahrdienstes Notwendigkeit eines abgestimmten Pflegekonzeptes, in das verschiedene Berufsgruppen einbezogen werden Berufsgruppen: Betreuung durch AltenpflegerInnen mit Erfahrung in der Tagespflege oder in der gerontopsychiatrischen Betreuung und pädagogisches Personal für die soziale Betreuung

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

127

•

Leitung: Notwendigkeit einer Leitungsstelle, die genügend Zeit für Öffentlichkeitsarbeit, Angehörigenarbeit sowie Beratungs- und Koordinationsaufgaben hat.

Damit Tagespflegeplätze schnell ausgelastet werden können und damit die Finanzierung im Bereich der Tagespflege gesichert werden kann, ist eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit ein ganz wesentlicher Faktor. Es ist also auch für die derzeit bereits vorhandenen und insbesondere auch für die derzeit geplanten Tagespflegeplätze wichtig, dass eine Unterstützung der Träger durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit aller Akteure, die in der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth aktiv sind, stattfindet. Darüber hinaus sollten die Bürgermeister der Städte und Gemeinden potenzielle Träger von Tagespflegeeinrichtungen bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten in den Gemeinden unterstützen. Aufgrund der Finanzierungsschwierigkeiten, mit der die Tagespflege in der Vergangenheit verbunden war, versuchten die ambulanten Dienste mit sogenannten „mobilen Tagespflege- bzw. Tagesbetreuungsangeboten“ die vielerorts im Bereich der Tagesbetreuung vorhandenen Lücken zumindest partiell zu schließen. Die Abrechnung der „mobilen Tagespflege“ bzw. „Tagesbetreuung“ erfolgte als sogenannte „niederschwellige Betreuungsleistung für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz“ auf der Basis des § 45 SGB XI. Grundsätzlich sind hier zwei Möglichkeit der Betreuung zu unterscheiden: Entweder die Pflegebedürftigen werden in einer regelmäßigen Betreuungsgruppe außer Haus versorgt oder es findet eine Betreuung in der vertrauten häuslichen Umgebung dieser Personen statt, weshalb derartige Angebote auch oft als „mobile Tagesbetreuung“ bezeichnet werden. Auch im Landkreis Fürth haben in den letzten Jahren einige ambulanten Dienste derartige Angebote aufgebaut (vgl. Kap. 9.2.2). Wie im Kapitel 9.2.2 des vorliegenden Bereichtes ausführlich erläutert, darf die „mobile Tagespflege bzw. Tagesbetreuung“ allerdings nicht als Ersatz der klassischen Tagespflege gesehen werden, sondern eher als niederschwelliges Ergänzungsangebot im Niedrigpreisbereich. Sie hat aber für bestimmte Zielgruppen durchaus ihre Berechtigung und sollte daher im Landkreis Fürth neben dem „klassischen Tagespflegeangebot“ ebenfalls weiter ausgebaut werden. Diese und die anderen Maßnahmenempfehlungen zur quantitativen und qualitativen Weiterentwicklung des Handlungsfeldes „Tagespflege“ werden in folgender Tabelle zusammengefasst.

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

128

Tab. 8.2:

Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Tagespflege“

Empfehlungen zur quantitativen Weiterentwicklung der Tagespflege Ziele und Maßnahmen Ausbau auf 20 bis 71 Tagespflegeplätze Ausbau auf 23 bis 79 Tagespflegeplätze Ausbau auf 26 bis 86 Tagespflegeplätze VR Nord 6 – 23 8 – 26 9 – 28 VR Süd 14 – 48 15 – 53 17 – 58 Realisierungszeitraum bis Ende 2020 bis Ende 2025 bis Ende 2030

Empfehlungen zur qualitativen Weiterentwicklung der Tagespflege Ziele und Maßnahmen Zuständigkeit Realisierungszeitraum kurz- bis mittelfristig

Ergänzung des Angebotes durch den weite- Träger der vorhanderen Ausbau niederschwelliger Tagesbenen ambulanten Pfletreuungsangebote. gedienste Große Anbieter im Ergänzung des Angebotes durch eine an Bereich der ambulaneinen großen ambulanten Dienst angeglie- ten Pflege im Süden derte Tagespflegeeinrichtung im Süden des des Landkreises Fürth Landkreises Fürth. (z.B. Diakonie, Caritasverband) Unterstützung der potenziellen Träger von Tagespflegeeinrichtungen bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten in den Gemeinden. Bürgermeister der Städte und Gemeinden im Landkreis

mittelfristig

kontinuierlich

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

129

8.4

Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Kurzzeitpflege“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth

Da im Landkreis Fürth keine eigenständige Kurzzeitpflegeeinrichtung mehr existiert, hängt die Bedarfsdeckung im Bereich der Kurzzeitpflege sehr stark von der Versorgungssituation im Bereich der vollstationären Pflege ab. Die Bestandserhebung in den stationären Einrichtungen hat allerdings gezeigt, dass im Landkreis Fürth „nur“ 20 Plätze ganzjährig zur Verfügung stehen, während die stationären Einrichtungen 28 „eingestreute“ Plätze nur dann für die Kurzzeitpflege anbieten, wenn freie Plätze in den Einrichtungen vorhanden sind. Damit erhöht sich der Bestand einschließlich der „zeitweise eingestreuten“ Kurzzeitpflegeplätze im Optimalfall auf maximal 48 Kurzzeitpflegeplätze (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 1: Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG, Kap. 2.2.3.2). Bei der Bedarfsermittlung resultierten für den Landkreis Fürth ein Mindestbedarf von 23 und ein Maximalbedarf von 37 Kurzzeitpflegeplätzen. Damit liegt der Bestand der ganzjährigen Kurzzeitpflegeplätze leicht unter dem ermittelten Mindestbedarf. Da der Bestand allerdings einschließlich der 28 „zeitweise eingestreuten“ Kurzzeitpflegeplätze wesentlich höher als der ermittelte Maximalbedarf ist, kann im Landkreis Fürth von einer guten Bedarfsdeckung im Bereich der Kurzzeitpflege ausgegangen werden (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 1: Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG, Kap. 6.2.3.2). Zukünftig ist nach den Ergebnissen der durchgeführten Bedarfsprognose im Landkreis Fürth allerdings eine relativ starke Bedarfssteigerung zu erwarten, und zwar bis zum Jahr 2020 auf mindestens 34 bis maximal 52 Plätze und bis zum Ende des Projektionszeitraumes auf mindestens 38 bis maximal 58 Kurzzeitpflegeplätze. Einschließlich der „zeitweise eingestreuten“ Kurzzeitpflegeplätze könnte der Mindestbedarf zwar auch bis zum Ende des Projektionszeitraumes abgedeckt werden, will man jedoch mittel- bis langfristig das jetzige Versorgungsniveau aufrechterhalten, wäre es notwendig, mittelfristig insbesondere die Anzahl der ganzjährigen Kurzzeitpflegeplätze auszubauen. Um feststellen zu können, in welchen Regionen des Landkreises aus sozialplanerischer Sicht eine Erhöhung der Platzzahl am sinnvollsten ist, wurde auch für den Bereich der Kurzzeitpflege eine kleinräumige Bedarfsermittlung durchgeführt (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 1: Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG, Kap. 6.2.2.3). Bei der kleinräumigen Bedarfsermittlung zeigte sich, dass die Versorgungsregion Nord günstiger mit Kurzzeitpflegeplätzen ausgestattet ist als die südliche Versorgungsregion. So liegt der Bestand an „ganzjährigen Kurzzeitpflegeplätzen“ über dem Mindestbedarf und einschließlich der „zeitweise eingestreuten Plätze“ ergibt sich mit einem Bestand von 18 Plätzen ein Wert, der deutlich über dem ermittelten Maximalbedarf liegt.

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

130

Der Versorgungsregion Nord kann somit zum Stichtag eine vollständige Bedarfsdeckung im Bereich der Kurzzeitpflege bescheinigt werden. Auch in der Versorgungsregion Süd liegt der Bestand einschließlich der „zeitweise eingestreuten Plätze“ über dem ermittelten Maximalbedarf, der Bestand an „ganzjährigen Kurzzeitpflegeplätzen“ liegt hier allerdings deutlich unter dem Mindestbedarf. Angesichts der hohen Anzahl an „zeitweise eingestreuten Plätzen“ und der vergleichsweise geringen Zahl an „ganzjährigen Plätzen“ ist die Bedarfsdeckung in der Region Süd also in hohem Maße von der Belegungssituation im Bereich der vollstationären Pflege abhängig (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 1: Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG, Kap. 6.2.3.4). Aufgrund der Bedarfsprognose ist davon auszugehen, dass der Bedarf an Kurzzeitpflegeplätzen zukünftig in beiden Versorgungsregionen relativ stark ansteigen wird. Die folgende Abbildung zeigt zunächst die Bedarfsprognose für die Versorgungsregion Nord.

Abb. 8.5:

Entwicklung des Bestands im Bereich der Kurzzeitpflege in der Versorgungsregion Nord bis zum Jahr 2030

Plätze

25

20
18 17 18 19

Maximalbedarf

16

15
13 12 11 12 10

"zeitweise eingestreute" Kurzzeitpflegeplätze

Mindestbedarf

10

7

5

"ganzjährig vorgehaltene" Kurzzeitpflegeplätze

0
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
jeweils 31.12. ....

Quelle: Berechnungen von MODUS-Sozialforschung 2012

Nach der durchgeführten Bedarfsprognose wird sich der Bedarf an Kurzzeitpflegeplätzen in der Versorgungsregion Nord von derzeit 7 bis 12 Plätzen bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf 13 bis 19 Plätze erhöhen.

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

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Wie die Abbildung zeigt, kann der Mindestbedarf in der Versorgungsregion Nord also auch langfristig abgedeckt werden, wenn ein Großteil der „zeitweise eingestreuten Plätze“ in den stationären Einrichtungen für die Kurzzeitpflege zur Verfügung gestellt werden. Die folgende Abbildung zeigt die zu erwartende Bedarfsentwicklung in der Versorgungsregion Süd.

Abb. 8.6:

Entwicklung des Bedarfs an Kurzzeitpflegeplätzen in der Versorgungsregion Süd bis zum Jahr 2030

Plätze

40
37 39 35 32

Maximalbedarf

35
30

30

25

Mindestbedarf
25 24 23 25

20

20

"zeitweise eingestreute" Kurzzeitpflegeplätze

15

16 11

10

"ganzjährig vorgehaltene" Kurzzeitpflegeplätze

5

0
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
jeweils 31.12. ....

Quelle: Berechnungen von MODUS-Sozialforschung 2012

Auch in der Versorgungsregion Süd wird der Bedarf im Bereich der Kurzzeitpflege in den nächsten Jahren relativ stark ansteigen und zwar bis zum Jahr 2020 auf 23 bis 35 und bis zum Jahr 2030 auf 25 bis 39 Plätze. Wie die Abbildung zeigt, reicht der Bestand in der Versorgungsregion Süd selbst einschließlich der „zeitweise eingestreuten“ Kurzzeitpflegeplätze langfristig nur noch knapp zur vollständigen Bedarfsdeckung aus. Angesichts der hohen Anzahl an „zeitweise eingestreuten Plätzen“ und der vergleichsweise geringen Zahl an „ganzjährigen Plätzen“ ist die Bedarfsdeckung zudem in hohem Maße von der Belegungssituation im vollstationären Bereich abhängig. Aus sozialplanerischer Sicht wäre es deshalb sinnvoll, mittelfristig in dieser Versorgungsregion insbesondere die Anzahl der ganzjährigen Kurzzeitpflegeplätze auszubauen, weshalb dies in folgender Tabelle auch als Maßnahmenempfehlung zur Weiterentwicklung des Handlungsfeldes „Kurzzeitpflege“ so formuliert wurde.

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

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Tab. 8.3:

Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Kurzzeitpflege“

Empfehlungen zur quantitativen Weiterentwicklung der Kurzzeitpflege Ziele und Maßnahmen Ausbau auf 34 bis 52 Kurzzeitpflegeplätze Ausbau auf 36 bis 55 Kurzzeitpflegeplätze Ausbau auf 38 bis 58 Kurzzeitpflegeplätze VR Nord 11 – 17 12 – 18 13 – 19 VR Süd 23 – 35 24 – 37 25 – 39 Realisierungszeitraum bis Ende 2020 bis Ende 2025 bis Ende 2030

Empfehlungen zur qualitativen Weiterentwicklung der Kurzzeitpflege Ziele und Maßnahmen Ausbau der ganzjährigen Kurzzeitpflegeplätze, insbesondere im Süden des Landkreises Fürth. Zuständigkeit Anbieter von Kurzzeitpflegeplätzen im Landkreis Fürth Realisierungszeitraum

mittelfristig

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

133

8.5

Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Vollstationäre Pflege“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth

Zum Zeitpunkt der Bestandsaufnahme (31.12.2010) standen in den 13 stationären Einrichtungen im Landkreis Fürth insgesamt 1.269 Heimplätze zur Verfügung. Bei einer Differenzierung nach Heimbereichen ergibt sich für den Pflegebereich eine Zahl von 1.248 Plätzen (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 1: Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG, Kap. 2.3.1). Auf der Grundlage des Indikatorenmodells zur kommunalen Bedarfsermittlung resultierten für den Landkreis Fürth unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten ein Mindestbedarf von 900 und ein Maximalbedarf von 1.158 Pflegeplätzen. Der aktuelle Bestand von 1.248 Pflegeplätzen liegt somit bereits um 90 Plätze über dem ermittelten Maximalbedarf. Es ist dementsprechend davon auszugehen, dass zum Zeitpunkt der Bestandsaufnahme im Landkreis Fürth etwas mehr Pflegeplätze zur Verfügung standen als für die Bevölkerung des Landkreises bedarfsnotwendig waren (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 1: Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG, Kap. 6.3.3). Nach den Ergebnissen der Bedarfsprognose wird der Pflegeplatzbedarf aufgrund der Zunahme der Hochbetagtenbevölkerung ab 80 Jahren als Hauptzielgruppe von stationären Pflegeeinrichtungen zukünftig im Landkreis Fürth allerdings sehr stark zunehmen. So wird das Bedarfsintervall bereits bis zum Jahr 2020 auf 1.444 bis 1.832 Plätze und bis zum Ende des Projektionszeitraumes auf 1.620 bis 2.031 Pflegeplätze ansteigen. Der derzeit bestehende Überhang an Pflegeplätzen wird sich also in den nächsten Jahren relativieren, so dass der derzeitige Bestand bereits im Laufe des Jahres 2013 dem ermittelten Maximalbedarf entspricht (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 1: Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG, Kap. 6.3.4). Inwieweit im Landkreis Fürth eine wohnortnahe Versorgungsstruktur im Bereich der stationären Pflege sichergestellt ist, wurde mit Hilfe von kleinräumigen Bedarfsermittlungen auf der Ebene der gebildeten Versorgungsregionen untersucht. Hierdurch zeigt sich, dass sich das festgestellte „Überangebot“ lediglich auf die Versorgungsregion Süd bezieht. So lag der Bestand hier am Stichtag 31.12.2010 bereits um 120 Plätze über dem ermittelten Maximalbedarf, während der Bestand in der Versorgungsregion Nord etwa in der Mitte des berechneten Bedarfsintervalls lag. In der nördlichen Versorgungsregion besteht somit ein bedarfsgerechtes Angebot an Pflegeplätzen, während in der Versorgungsregion Süd derzeit ein „Überangebot“ an Pflegeplätzen besteht (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 1: Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG, Kap. 6.3.5).

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Inwieweit angesichts der zukünftigen Bedarfsentwicklung dennoch ein Ausbau der Pflegeplatzkapazitäten in den beiden Versorgungsregionen notwendig ist, wurde wiederum anhand von kleinräumigen Bedarfsprognosen geklärt. Die folgende Abbildung zeigt zunächst die Bestands- und Bedarfsentwicklung in der Versorgungsregion Nord.

Abb. 8.7: Entwicklung des Bestands und des Bedarfs im Bereich der vollstationären Pflege in der Versorgungsregion Nord bis zum Jahr 2030
Pflegeplätze
700
662 627 580

Maximalbedarf

600

523

Mindestbedarf
500
493 440 453 392

400
362 332 60 343

Planungen Bestand

300
280

200

100

0 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
jeweils 31.12. ....

Quelle: Berechnungen von MODUS-Sozialforschung 2012

Nach der durchgeführten Bedarfsprognose wird der stationäre Pflegebedarf in der Versorgungsregion Nord bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf 523 bis 662 Pflegeplätze ansteigen. Angesichts dieses relativ stark ansteigenden Bedarfs wäre in dieser Region bereits im Jahr 2015 ein weiterer Ausbau im Bereich der stationären Pflege notwendig. Wird jedoch das derzeit geplante Projekt zur Schaffung von zusätzlichen 60 Pflegeplätzen bis zum Jahr 2013 realisiert, kann der Mindestbedarf in dieser Region bis Ende des Jahres 2017 abgedeckt werden. Wie sich der stationäre Pflegebedarf in der Versorgungsregion Süd voraussichtlich in den nächsten Jahren entwickeln wird, zeigt folgende Abbildung.

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Abb. 8.8: Entwicklung des Bestands und des Bedarfs im Bereich der vollstationären Pflege in der Versorgungsregion Süd bis zum Jahr 2030
Pflegeplätze
1600

1400
1325 1252 1369

Maximalbedarf

1200
1097 1054 956 916 948 991

Mindestbedarf

1000

800

796 744

600

620

Bestand

400

200

0 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
jeweils 31.12. ....

Quelle: Berechnungen von MODUS-Sozialforschung 2012

Nach der durchgeführten Bedarfsprognose wird der stationäre Pflegebedarf in der Versorgungsregion Süd bis zum Jahr 2020 voraussichtlich bereits auf 991 bis 1.252 und bis zum Jahr 2030 auf 1.097 bis 1.369 Pflegeplätze ansteigen. Da der aktuelle Bestand an stationären Pflegeplätzen in der Versorgungsregion Süd über dem ermittelten Maximalbedarf liegt, kann der örtliche Bedarf im Bereich der stationären Pflege in dieser Region ohne einen weiteren Ausbau mittelfristig noch abgedeckt werden. Langfristig könnten angesichts der zu erwartenden Bedarfsentwicklung jedoch auch in dieser Versorgungsregion Engpässe im Bereich der stationären Pflege auftreten. Dies ist insbesondere dann zu erwarten, wenn der stationäre Pflegetransfer aus den umliegenden Regionen in den Landkreis Fürth weiterhin auf dem derzeit hohen Niveau bleibt (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 1: Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG, Kap. 6.3.6).

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Aus quantitativer Sicht kann die derzeitige Situation im stationären Bereich im Landkreis Fürth somit derzeit als sehr gut bezeichnet werden. Das Hauptaugenmerk muss im Landkreis Fürth also auf die qualitative Weiterentwicklung der stationären Pflege gerichtet werden. Hierbei sind folgende Entwicklungen zu berücksichtigen. In den letzten Jahren machten sich die Auswirkungen des Pflegeversicherungsgesetzes im stationären Bereich in erster Linie dahingehend bemerkbar, dass Wohn- und Rüstigenplätze in Pflegeplätze umgewidmet wurden. Zudem steigt das Eintrittsalter und damit auch der Anteil der hochbetagten Heimbewohner immer mehr an. So wurde auch im Rahmen der Bestandserhebungen im Landkreis Fürth festgestellt, dass das Durchschnittsalter der Pflegeheimbewohner innerhalb der letzten 15 Jahre von 82,8 auf 83,6 Jahren und damit fast um ein ganzes Jahr angestiegen ist (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 1: Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG, Kap. 2.3.4.2). Es ist zudem festzustellen, dass die älteren Menschen immer später – meist erst bei Schwerstpflegebedürftigkeit – ins Heim gehen. So wurde im Rahmen der Bestandserhebungen im Landkreis Fürth festgestellt, dass die durchschnittliche Verweildauer der Pflegeheimbewohner innerhalb der letzten 10 Jahre von 41 auf 35 Monate und damit um ein halbes Jahr zurückgegangen ist (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 1: Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG, Kap. 2.3.4.3). Diese geschilderten Entwicklungen haben natürlich einerseits Auswirkungen auf den Platzbedarf, andererseits aber auch auf den Heimalltag. Da die Heime immer mehr die Funktion von „Hospizhäusern“ übernehmen, steigen insbesondere die Anforderungen an die dort beschäftigten Pflegekräfte. Hierauf sollte reagiert werden, indem die Pflegekräfte intensiver im Bereich der „Sterbebegleitung“ geschult werden. Zudem ist im stationären Bereich der Seniorenhilfe auch stärker als bisher auf die spezifischen Anforderungen einzugehen, die sich durch den steigenden Anteil gerontopsychiatrisch erkrankter älterer Menschen ergeben. Hier ist eine Weiterqualifikation des Personals im Bereich der gerontopsychiatrischen Betreuung dringend zu empfehlen. Zusätzlich wäre es auch sinnvoll, in den stationären Einrichtungen im Landkreis Fürth den Anteil der therapeutischen und pädagogischen Fachkräfte zu erhöhen, denn wie die entsprechenden Bestandsdaten zur Personalstruktur zeigen, machen die therapeutischen und pädagogischen Fachkräfte hier derzeit weniger als 3% des Personals aus. Während bezüglich der Weiterqualifikation des Personals im Arbeitskreis ein Konsens besteht, wird die Beschäftigung von zusätzlichen therapeutischen und pädagogischen Fachkräften im Arbeitskreis allerdings kontrovers diskutiert und deshalb nicht bei den in folgender Tabelle aufgeführten Empfehlungen zur bedarfsgerechten Weiterentwicklung der „vollstationären Pflege“ berücksichtigt.

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Tab. 8.4:

Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Vollstationäre Pflege“

Empfehlungen zur quantitativen Weiterentwicklung der stationären Pflege Ziele und Maßnahmen Ausbau auf 1444 bis 1832 Pflegeplätze Ausbau auf 1547 bis 1952 Pflegeplätze Ausbau auf 1620 bis 2031 Pflegeplätze VR Nord 453 – 580 VR Süd 991 – 1252 Realisierungszeitraum bis Ende 2020

493 – 627 1054 – 1325 bis Ende 2025 523 – 662 1097 – 1369 bis Ende 2030

Empfehlungen zur qualitativen Weiterentwicklung der stationären Pflege Ziele und Maßnahmen Zuständigkeit Realisierungszeitraum kurz- bis mittelfristig

Intensivere Fortbildung der MitarbeiterIn- Träger der vorhandenen nen in den Bereichen Gerontopsychiatrie, stationären EinrichtunGeriatrie und Sterbebegleitung. gen

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138

9.
9.1

Handlungsfeld „Hilfen für gerontopsychiatrisch Erkrankte“
Allgemeine Vorbemerkungen

Unter gerontopsychiatrisch erkrankten Menschen sind psychisch kranke Menschen ab dem 60. bzw. 65. Lebensjahr zu verstehen. Unter den Begriff gerontopsychiatrische Erkrankungen sind in erster Linie Demenzerkrankungen, aber auch Depressionen, Wahnstörungen oder Schizophrenien, Angststörungen, Suchterkrankungen und Persönlichkeitsstörungen, die bei älteren Menschen auftreten, zu fassen. Die mit Abstand häufigste gerontopsychiatrische Erkrankung ist allerdings die Demenz. In Deutschland leben heute rund 1,3 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Bis zum Jahr 2029 wird sich diese Zahl auf zwei Millionen und bis zum Jahr 2050 sogar auf 2,6 Millionen Menschen erhöhen und damit gegenüber dem heutigen Stand verdoppeln (vgl. Demenz-Report 2011). Bis heute gibt es große Defizite bei der Ursachenerforschung von Demenz sowie bei der frühzeitigen Diagnose. Es gibt bisher kaum Kenntnisse, wie die Krankheit verhindert werden kann, und bisher auch keine Heilungsmöglichkeiten. Auffälligste Anzeichen und Auswirkungen einer demenziellen Erkrankung sind der fortschreitende Verlust des Gedächtnisses und die abnehmende Denk- und Urteilsfähigkeit. Hinzu kommen Orientierungslosigkeit, Sprachstörungen sowie oft tiefgreifende Veränderungen der Persönlichkeit. Weniger bekannt, aber ebenso problematisch ist die Situation älterer Menschen, die an anderen psychischen Krankheiten wie beispielsweise Depressionen leiden. Vor allem die Tatsache, dass viele hochbetagte Menschen überwiegend alleine leben und soziale Kontakte mit zunehmendem Alter immer schwerer aufrechterhalten können, hat dazu geführt, dass die Zahl der älteren depressiven Menschen sprunghaft angestiegen ist. Psychische Erkrankungen sind sowohl für die Patienten selbst als auch für deren Angehörige mit hohen Belastungen verbunden. Die Patienten schämen sich oft für den Verlust ihrer früheren Fähigkeiten und die Angehörigen wissen oft nicht, wie sie damit umgehen sollen, dass ihre eigenen Eltern sie nicht mehr wiedererkennen und sich nicht von ihnen helfen lassen wollen. Insbesondere Menschen mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen haben häufig einen Hilfe- und Betreuungsbedarf, der über den normalen Hilfebedarf hinausgeht. Im Verlauf der letzten Jahre haben sich die Wohlfahrtsverbände und andere Träger von Pflegeeinrichtungen mit der wachsenden Problematik verstärkt auseinandergesetzt. Da Menschen mit altersbedingten psychischen Erkrankungen und deren Angehörige oft nicht nur unter der Erkrankung selbst, sondern auch unter den nach wie vor bestehenden Vorurteilen und dem daraus resultierenden Risiko der gesellschaftlichen Isolation leiden, wurden in den vergangenen Jahren vielerorts Selbsthilfe- oder Betreuungsgruppen gegründet, die speziell auf die Probleme Demenzkranker und deren Angehöriger ausgerichtet sind.

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Meist sind diese Angebote nicht nur Möglichkeiten, soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, sondern sie haben darüber hinaus auch eine beratende Funktion, die den Betroffenen bei der Alltagsbewältigung helfen soll. Einige bieten darüber hinaus pädagogisch speziell auf die Symptome der Demenzkranken ausgerichtete Unterhaltungsund Aktivierungsprogramme, die ein Fortschreiten der Krankheit verlangsamen oder zumindest die Konsequenzen für die Betroffenen erträglicher machen sollen. Außerdem wurde der Problematik mit einem verstärkten Ausbau an Entlastungsangeboten für pflegende Angehörige, wie beispielsweise Tagespflegeplätzen, entgegengetreten.

9.2 9.2.1 9.2.1.1

Angebote für gerontopsychiatrisch Erkrankte im Landkreis Fürth Stationäre Angebote für gerontopsychiatrisch Erkrankte Platzbestand im Bereich des „beschützenden Wohnens“

Zum Zeitpunkt der Bestandsaufnahme am 31.12.2010 standen im Landkreis Fürth nach eigenen Angaben folgende drei stationäre Einrichtungen zur Verfügung, die u.a. „beschützende Heimplätze“ für gerontopsychiatrisch erkrankte Menschen anbieten.

Tab. 9.1: Vorhandene „beschützende“ Plätze in stationären Einrichtungen Einrichtung AWO Pflegeheim Roßtal Seniorenpflegeheim "Gustav Adolf" Helene-Schultheiß-Heim Standort Roßtal Zirndorf Zirndorf Beschützende Plätze 33 21 16 70

Gesamtzahl der Beschützenden Plätze
Quelle: Erhebung von MODUS-Sozialforschung (Stichtag: 31.12.2010)

Insgesamt ergibt sich für den „beschützenden Bereich“ im Landkreis Fürth also ein Bestand von 70 Plätzen. Um feststellen zu können, ob diese Platzzahl für den Landkreis Fürth ausreicht, soll – wie bereits für die anderen Bereiche der Pflege – auch für den Bereich des „beschützenden Wohnens“ eine Bedarfsermittlung durchgeführt werden.

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9.2.1.2

Bedarfsermittlung für den Bereich des „beschützenden Wohnens“

Bisher gibt es bundesweit kein wissenschaftlich fundiertes Verfahren zur Ermittlung des Bedarfs im Bereich des „beschützenden Wohnens“. Es existiert lediglich ein einziger Richtwert, der von der Expertenkommission „Psychiatrie“ der Bundesregierung stammt. Danach sollen im Bereich der „beschützenden Wohnangebote“ drei Wohnplätze pro 1.000 Einwohner zur Verfügung stehen. Würde man diesen Richtwert auf den Landkreis Fürth übertragen, wäre von einem Bedarf von 344 „beschützenden Wohnplätzen“ auszugehen. Da die Expertenkommission jedoch bei ihrem Richtwert bezüglich der „beschützenden Wohnangebote“ nicht zwischen den „betreuten“ Wohnangeboten für psychisch Kranke sowie psychisch Behinderte und der „geschlossenen“ Unterbringung schwer psychisch erkrankter älterer Menschen in einer stationären Einrichtung differenzierte, kann dieser Richtwert nicht auf den Bereich der stationären Seniorenhilfe übertragen werden. Für den Bereich psychisch erkrankter älterer Menschen, für die aufgrund ihrer Symptomatik (z.B. Weglauftendenz) eine „geschlossene Unterbringung“ in einer stationären Einrichtung erforderlich ist, existiert somit kein Richtwert, der als Grundlage für eine entsprechende Bedarfsermittlung dienen könnte. Auch die Forschungsgesellschaft für Gerontologie, die sich im Rahmen ihrer indikatorengestützen Bedarfsplanung für den Bereich der Seniorenhilfe intensiv mit diesem Problembereich auseinandersetzte, kam zu dem Schluss, aufgrund der unzureichenden Datengrundlage in diesem Bereich auf eine Bedarfsberechnung zu verzichten (vgl. MAGS 1995, S. 279). Stattdessen wurden Überlegungen zur Ermittlung von Indikatoren zur Abschätzung des gerontopsychiatrischen Betreuungsbedarfes angestellt, die im Folgenden in Verbindung mit anderen Forschungsarbeiten gebracht und auf den Landkreis Fürth übertragen werden sollen, um das örtliche Betreuungspotential für den „beschützenden Bereich“ im Rahmen der stationären Seniorenhilfe eingrenzen zu können.

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9.2.1.2.1 Indikatoren zur Abschätzung des Bedarfs an „beschützenden Plätzen“ In der einschlägigen wissenschaftlichen Forschungsliteratur besteht Einigkeit darüber, dass die Altersstruktur als wichtigster Indikator zur Abschätzung des gerontopsychiatrischen Betreuungsbedarfes im Rahmen der Seniorenhilfe anzusehen ist. Die diesbezüglichen Untersuchungsergebnisse gehen jedoch stark auseinander. So wurden im Rahmen des „Ersten Seniorenberichts der Bundesrepublik Deutschland“ die Ergebnisse der wichtigsten psychogeriatrischen Feldstudien von einer Sachverständigenkommission dargestellt und vergleichend untersucht. Danach ergeben sich einschließlich der leichteren Formen psychischer Erkrankungen für die Altersgruppe ab 65 Jahren Anteilswerte von 5,4% bis 52,7%. Schließt man die „leichteren Fälle“ aus und betrachtet nur die Personengruppe mit schweren oder mittelschweren psychischen Erkrankungen, resultieren für die Altersgruppe ab 65 Jahren Anteilswerte von 3% bis 14%, wobei die verhältnismäßig große Spannweite bezüglich der Häufigkeit psychischer Störungen nach Meinung der Sachverständigenkommission „durch eine gewisse Uneinheitlichkeit in ihrer Klassifikation und hinsichtlich der Diagnostik bedingt ist“ (Bundesministerium für Familie und Senioren 1993, S. 116). Was die häufigste gerontopsychiatrische Krankheit – die Demenz – betrifft, wurden in den letzten Jahren ebenfalls eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt, die zu Prävalenzraten zwischen 4% und 8% kommen. Im Mittelpunkt dieser Diskussion stand lange Zeit die Untersuchung von Bickel, wonach die mittlere Prävalenzrate von mittelschweren und schweren Demenzen in der Bevölkerung ab 65 Jahren in Deutschland bei 7,2% liegt (Deutsche Alzheimer Gesellschaft 2010: Die Epidemiologie der Demenz). Auf die Bevölkerung ab 65 Jahren im Landkreis Fürth übertragen würde sich daraus eine Zahl von 1.703 demenzkranken Menschen ergeben. Die neueste und wohl auch genaueste Untersuchung zu diesem Thema stammt von den zwei im Rostocker Zentrum für die Erforschung des Demografischen Wandels beschäftigten Wissenschaftlerinnen Uta Ziegler und Gabriele Doblhammer. Da sie diesbezüglich alle Daten der gesetzlichen Krankenversicherungen auswerteten, war die Stichprobe mit 2,3 Millionen Fällen hinreichend groß, um als repräsentativ für ganz Deutschland zu gelten. Die Ergebnisse bestätigten im Großen und Ganzen die bisherigen Untersuchungen. Demnach steigen die Prävalenzraten von 0,8% bei den Männern und 0,6% bei den Frauen in der Altersgruppe mit 60 bis 64 Jahren auf 29,7% bei den Männern und 38,0% bei den Frauen in der Altersgruppe ab 95 Jahren (vgl. Ziegler; Doblhammer 2009: Prävalenz und Inzidenz von Demenz in Deutschland. Das Gesundheitswesen 71, S. 281–290). In folgender Tabelle werden die von Ziegler und Doblhammer festgestellten Prävalenzraten auf die ältere Bevölkerung im Landkreis Fürth übertragen.

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Tab. 9.2:

Anzahl der Demenzkranken im Landkreis Fürth Bevölkerungszahlen Frauen 3.651 3.354 3.728 2.483 1.905 1.187 356 154 16.818 Gesamt 7.162 6.555 7.083 4.428 3.176 1.680 510 227 30.821 Anzahl der Demenzkranken Männer 28 48 107 109 131 88 38 22 571 Frauen 22 43 116 169 249 274 111 58 1.043 Gesamt 50 92 223 277 380 362 149 80 1.614

Altersgruppen:

... bis unter ... Jahre Männer 60 b. u. 65 J. 65 b. u. 70 J. 70 b. u. 75 J. 75 b. u. 80 J. 80 b. u. 85 J. 85 b. u. 90 J. 90 b. u. 95 J. 95 Jahre und älter 60 Jahre und älter
Quelle:

3.511 3.201 3.355 1.945 1.271 493 154 73 14.003

Ziegler; Doblhammer 2009; Berechnungen von MODUS zum Stichtag 31.12.2010

Insgesamt ist aufgrund der durchgeführten Berechnungen davon auszugehen, dass unter der Bevölkerung ab 60 Jahren im Landkreis Fürth 1.614 Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen sind. Aufgrund der durchgeführten Berechnungen ergibt sich somit im Landkreis Fürth auf die Bevölkerung ab 60 Jahren bezogen ein Anteil von 5,2%, die von einer Demenzerkrankung betroffen sind, und auf die Bevölkerung ab 65 Jahren bezogen mit 1.564 Personen ein Anteil von 6,6%. Es resultiert damit ein geringerer Anteil als bei der Untersuchung von Bickel, der durch die relativ günstige Altersstruktur im Landkreis Fürth bedingt ist. Dennoch ist aufgrund der Berechnungen davon auszugehen, dass im Landkreis Fürth rund 1.600 demenzkranke Menschen leben. Es kann allerdings nicht davon ausgegangen werden, dass alle demenzkranken älteren Menschen institutionell betreut werden, da ein Großteil von ihnen im Rahmen des Familienverbundes versorgt wird. Aus diesem Grund identifiziert die Forschungsgesellschaft für Gerontologie als zweiten wichtigen Indikator zur Abschätzung des gerontopsychiatrischen Betreuungsbedarfes die Inanspruchnahmequote. Es wird sich hierbei auf eine Untersuchung bezogen, die von Lind in Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurde. Danach leben von den psychisch erkrankten älteren Menschen „etwa 80% im häuslichen Bereich und werden hier überwiegend von den Angehörigen, mit teilweiser Unterstützung durch ambulante Dienste, versorgt. 16% leben in stationären Einrichtungen der Seniorenhilfe, und ca. 3% leben in psychiatrischen Landeskrankenhäusern“ (MAGS 1995, S. 277).

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Zur Frage, wie hoch der Anteil der psychisch erkrankten älteren Menschen in den stationären Einrichtungen der Seniorenhilfe ist, gibt die Forschungsgesellschaft für Gerontologie bei der Betrachtung des Indikators „Inanspruchnahmequote“ zur Abschätzung des gerontopsychiatrischen Betreuungsbedarfes noch zwei weitere Untersuchungen an. Zum einen wird eine Untersuchung in Kölner Seniorenheimen aus dem Jahre 1987 zitiert, wonach ein „Anteil von 42,3% aller Heimbewohner unter psychischen Störungen litten“. Zum anderen wird eine Untersuchung in Senioren- und Pflegeheimen im Kreis Gütersloh aus dem Jahr 1993 angeführt, die aufgrund der Befragung der HeimleiterInnen zu dem Ergebnis kommt, dass „etwa 45% der Heim- und Pflegeheimbewohner an psychischen Störungen leiden“ (MAGS 1995, S. 278). Da beide Untersuchungen in etwa zu dem gleichen Ergebnis kommen, geht die Forschungsgesellschaft davon aus, dass „40% bis 50% der Bewohner in stationären Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen psychische Störungen unterschiedlichen Schweregrades haben“ (MAGS 1995, S. 279). Überträgt man dieses Ergebnis auf die stationären Einrichtungen der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth, ergibt sich, dass von den Bewohnern der Pflegeheime im Landkreis Fürth zwischen 430 und 550 an psychischen Störungen leiden müssten.

9.2.1.2.2

Ermittlung des Bedarfs für den Bereich des „beschützenden Wohnens“ im Landkreis Fürth

Aufgrund der Auswertung der einschlägigen wissenschaftlichen Forschungsliteratur konnte das potentielle Klientel für den „beschützenden Bereich“ im Rahmen der stationären Seniorenhilfe approximativ ermittelt werden. Es bleibt aber nach wie vor die Frage offen, bei wie vielen der 430 und 550 stationär untergebrachten Personen mit psychischen Störungen das Risiko der Selbstgefährdung vorliegt und daher eine „beschützende Unterbringung“ notwendig ist. Da eine psychologische bzw. psychiatrische Untersuchung durch entsprechende Fachärzte zur Eingrenzung dieses Sachverhaltes sowohl den zeitlichen als auch den finanziellen Rahmen sprengen würde, muss ein weniger aufwändiges Ersatzverfahren gewählt werden. Auch auf einen regionalen Vergleich des Bestandes muss bei der Bedarfsermittlung verzichtet werden, da in den meisten Regionen keine aktuellen Zahlen zu den bestehenden Plätzen im Bereich des „beschützenden Wohnens“ vorliegen. Doch auch wenn die Datengrundlage besser wäre, könnte eine Bedarfsermittlung nicht allein auf der Grundlage regionaler Vergleiche durchgeführt werden, denn zum einen lässt sich ein Bedarf grundsätzlich nicht auf der Grundlage von Bestandszahlen ableiten und zum anderen sind die strukturellen Gegebenheiten in verschiedenen Regionen oft so unterschiedlich, dass derartige Vergleiche nicht sinnvoll sind.

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Es wurde deshalb als Ausgangspunkt bei der Bedarfsermittlung auf die Ergebnisse der einschlägigen wissenschaftlichen Forschungsliteratur zurückgegriffen, wobei diese aber auf der Grundlage von Expertenaussagen auf die örtlichen Verhältnisse übertragen werden müssen. Wie die vom Bamberger Forschungsverbund in anderen bayerischen Landkreisen durchgeführten Untersuchungen in diesem Bereich gezeigt haben, ergeben sich bezüglich der Frage nach dem Anteil der gerontopsychiatrisch erkrankten Heimbewohner sehr hohe Übereinstimmungen zwischen den in Kap. 9.2.1.2.1 aufgeführten Studien und den Einschätzungen der HeimleiterInnen vor Ort. Es kann deshalb mit einiger Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die HeimleiterInnen auch bei der Frage nach der Notwendigkeit einer „beschützenden Unterbringung“ als kompetente Ansprechpartner gelten können. Aus diesem Grund wurden im Rahmen der Bestandsaufnahme der stationären Einrichtungen entsprechende Einschätzungen der HeimleiterInnen eingeholt. Aus methodischen Gründen wurde allerdings nicht einfach danach gefragt, wie viele beschützende Plätze im Landkreis Fürth „notwendig“ sind, da es sich hierbei um eine rein subjektive Einschätzung handelt, die von vielen Faktoren abhängig ist, und daher eine sehr große Spannweite zu erwarten wäre. Es musste stattdessen ein einigermaßen sicheres Verfahren gefunden werden, um den Personenkreis einzugrenzen, für den eine „beschützende Unterbringung“ notwendig und sinnvoll ist. Um dabei die Gefahr der „groben Schätzung“ weitgehend auszuschließen, wurden die HeimleiterInnen im Rahmen der Befragung stufenweise an die Problematik herangeführt: 1. Zunächst sollten sich die HeimleiterInnen überlegen, wie viele Bewohner ihrer Einrichtung an gerontopsychiatrischen Störungen (einschließlich der leichteren Formen) leiden. 2. Im zweiten Schritt sollten die HeimleiterInnen dann wiederum nach Heimbereichen differenziert angeben, bei wie vielen der oben genannten Bewohner eine schwere gerontopsychiatrische Erkrankung vorliegt. 3. Erst im dritten Schritt wurde dann die Einschätzung der HeimleiterInnen eingeholt, für wie viele ihrer Bewohner eine „beschützende Unterbringung“ notwendig und sinnvoll wäre. Die Ergebnisse dieser dreistufigen Abfrage zum psychischen Zustand der Heimbewohner sind in folgender Tabelle dargestellt:

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Tab. 9.3:

Einschätzungen der HeimleiterInnen zur gerontopsychiatrischen Verfassung der Heimbewohner
Bewohner in %*

gerontopsychiatrische Erkrankungen (auch leichtere Formen) schwere gerontopsychiatrische Erkrankungen

576 374 60

52,9 34,3 5,5

„Beschützende“ Unterbringung notwendig
* In % von der Gesamtzahl der Bewohner

Quelle: MODUS-Sozialforschung zum Stichtag 31.12.2010

Wie der Tabelle zu entnehmen ist, liegen nach Einschätzung der HeimleiterInnen bei 576 der Heimbewohner in den stationären Einrichtungen im Landkreis Fürth gerontopsychiatrische Erkrankungen (einschließlich leichterer Formen) vor, d.h. der Anteil an „gerontopsychiatrisch erkrankten“ Bewohnern liegt bei fast 53%. Berücksichtigt man den in den letzten Jahren gestiegenen Anteil der gerontopsychiatrisch Erkrankten in den stationären Einrichtungen, resultiert aus der Befragung der HeimleiterInnen im Landkreis Fürth ein Wert, der eine relativ hohe Übereinstimmung mit den in Kap. 9.2.1.2.1 aufgeführten älteren Untersuchungen aus anderen Regionen aufweist. Weiterhin liegen nach Auskunft der HeimleiterInnen bei 374 der 576 „gerontopsychiatrisch erkrankten“ Heimbewohner „schwere gerontopsychiatrische Erkrankungen“ vor. Es wäre danach somit davon auszugehen, dass in den stationären Einrichtungen im Landkreis Fürth mehr als ein Drittel der Heimbewohner an „schweren gerontopsychiatrischen Erkrankungen“ leidet. Nach Einschätzung der HeimleiterInnen ist jedoch bei den wenigsten dieser Bewohner eine „beschützende Unterbringung“ notwendig. So ergibt sich aufgrund der Befragung der HeimleiterInnen als potentielles Klientel für den „beschützenden Bereich“ lediglich ein Anteil von 5,5% aller Heimbewohner. Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass auch die HeimleiterInnen im Landkreis Fürth im Rahmen der Befragung nur die eindeutigen Fälle, bei denen eine Selbstgefährdung vorliegt, für den „beschützenden Bereich“ vorgesehen haben. Für die Bedarfsermittlung bezüglich der notwendigen Platzzahl im „beschützenden Bereich“ sind daher die Angaben der HeimleiterInnen als absolute Mindestgröße anzusehen. Dies gilt insbesondere auch deshalb, weil aufgrund der durchgeführten Analysen davon auszugehen ist, dass nur ein relativ kleiner Teil der älteren Menschen mit gerontopsychiatrischen Störungen bereits in einer stationären Einrichtung untergebracht ist. Die Mehrzahl dieser Personengruppe lebt im häuslichen Bereich und wird hier von Angehörigen mit eventueller Unterstützung von ambulanten Diensten versorgt.

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Um auch eine Auskunft über die Größenordnung der älteren Menschen zu bekommen, die bisher noch im häuslichen Bereich leben, aber bereits als potentielles Klientel für eine „beschützende Unterbringung“ gelten können, wurden die ambulanten Dienste im Rahmen der Bestandsaufnahme auch zu diesem Sachverhalt befragt. Danach befinden sich unter den ambulant betreuten Personen 353 gerontopsychiatrisch Erkrankte und unter diesen 69 Personen für die nach Einschätzung der PflegedienstleiterInnen eine „beschützende Unterbringung“ notwendig wäre. Da jedoch nicht sicher ist, ob diese 69 Personen auch tatsächlich eine „beschützende Unterbringung“ beanspruchen würden, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt wären, muss diese Personengruppe anders behandelt werden als diejenigen, die sich bereits in einer stationären Einrichtung befinden. Dieses Problem könnte jedoch dadurch gelöst werden, dass der Bedarf – wie auch die Bedarfszahlen für die anderen Bereiche der Seniorenhilfe – als Intervall dargestellt wird. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Personen, die sich bereits in einer stationären Einrichtung befinden und für die nach Einschätzung der Fachkräfte eine „beschützende Unterbringung“ notwendig ist, die Untergrenze des Bedarfsintervalls bilden. Für die Festlegung der Obergrenze des Bedarfsintervalls kommen zusätzlich die potentiellen Klienten hinzu, die noch im häuslichen Bereich leben. Aufgrund der Befragungsergebnisse würde sich im Landkreis Fürth für den Bereich des „beschützenden Wohnens“ somit ein Bedarf von mindestens 60 bis maximal 129 „beschützenden Plätzen“ ergeben.

9.2.1.2.3

Ist-Soll-Vergleich für den Bereich des „beschützenden Wohnens“

Wie die Bestandsaufnahme gezeigt hat, standen im Landkreis Fürth am 31.12.2010 im stationären Bereich insgesamt 70 „beschützende Plätze“ zur Verfügung. Nach den Ergebnissen der Bedarfsermittlung wären zu diesem Zeitpunkt mindestens 60 bis maximal 129 Plätze notwendig gewesen, um den Bedarf an „beschützenden Plätzen“ vollständig abzudecken. Für den Bereich des „beschützenden Wohnens“ ergibt sich somit für den Landkreis Fürth folgender Ist-Soll-Vergleich.

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Abb. 9.1:

Ist-Soll-Vergleich für den Bereich des „beschützenden Wohnens“ im Landkreis Fürth zum 31.12.2010

Platzzahl

130 120 110 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 Mindestbedarf Bestand Maximalbedarf
Quelle: Berechnungen von MODUS-Sozialforschung aufgrund der Angaben der PflegedienstleiterInnen zum Stichtag 31.12.2010

129

70 60

Wie die Abbildung zeigt, liegt der Bestand an „beschützenden Plätzen“ im Landkreis Fürth um 10 Plätze über dem ermittelten Mindestbedarf. Es kann somit im Landkreis Fürth derzeit von einer ausreichenden Versorgung im Bereich des „beschützenden Wohnens“ ausgegangen werden. Wie sich der Bedarf an „beschützenden Plätzen“ im Landkreis Fürth angesichts der steigenden Zahl an Hochbetagten voraussichtlich weiter entwickeln wird, kann mit folgender Bedarfsprognose geklärt werden.

9.2.1.2.4

Entwicklung des Bedarfs im Bereich des „beschützenden Wohnens“

Inwieweit eine weitere Erhöhung der „beschützenden Plätze“ zukünftig im Landkreis Fürth bedarfsnotwendig ist, wird mit Hilfe einer Bedarfsprognose geklärt. Dabei sind folgende zwei Aspekte besonders zu berücksichtigen: 1. Wie im übrigen Bundesgebiet kommen auch im Landkreis Fürth in den nächsten Jahren zahlenmäßig stärker besetzte Alterskohorten in das Hochbetagtenalter. 2. Der medizinische Fortschritt führt dazu, dass immer mehr Krankheiten erfolgreich bekämpft werden können und dementsprechend die durchschnittliche Lebenserwartung von Jahr zu Jahr zunimmt.

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Beide dargestellten Aspekte führen dazu, dass in den nächsten Jahren im Landkreis Fürth mit einer ansteigenden Zahl von hochbetagten Menschen zu rechnen ist. Da bisher allerdings noch kein wirksames Mittel gegen die „Altersdemenz“ entwickelt werden konnte, ist davon auszugehen, dass sich die Zahl der älteren Menschen mit gerontopsychiatrischen Krankheiten in den nächsten Jahren kontinuierlich erhöhen wird und daher der Bedarf auch im Bereich des „beschützenden Wohnens“ deutlich ansteigen wird. In welcher Größenordnung sich dieser Anstieg bewegen wird, kann anhand der in Kap. 9.2.1.2.1 dargestellten Übertragung der Prävalenzraten auf die ältere Bevölkerung im Landkreis Fürth abgeleitet werden. Auf der Grundlage der durchgeführten Bevölkerungsprojektion ist im Landkreis Fürth mit folgender Entwicklung bei den Demenzkranken zu rechnen.

Abb. 9.2:

Entwicklung der demenzkranken Menschen ab 65 Jahren im Landkreis Fürth bis zum Jahr 2030

Personen

Abb. 4: Entwicklung der Pflegebedürftigen ab 65 bzw. 75 Jahren bis zum Jahr 2010 2386 2500
2263 2066
2000

1819

1564
1500

1000

500

0 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029
jeweils 31.12. ....

2030

Quelle: Berechnungen von MODUS-Sozialforschung 2011

Wie die Abbildung zeigt, wird die Zahl der demenzkranken Menschen im Landkreis Fürth in den nächsten Jahren sehr stark ansteigen und liegt bereits im Jahr 2020 bei 2.066 Personen und im Jahr 2030 voraussichtlich bei 2.386 Personen. Damit ergibt sich für die demenzkranken Menschen bis zum Ende des Projektionszeitraumes gegenüber den Ausgangsdaten insgesamt eine Zunahme um 52,5%. Auch wenn zu erwarten ist, dass sich der Trend in den nächsten Jahren verstärkt fortsetzt, dass in den stationären Einrichtungen die tagesstrukturierenden Angebote für Demenzkranke ausgebaut werden und dadurch bei einigen demenzkranken Men-

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schen eine beschützende Unterbringung vermieden werden kann, ist davon auszugehen, dass weiterhin ein Teil der Menschen mit gerontopsychiatrischen Krankheiten auf „beschützenden Plätzen“ untergebracht werden muss. Geht man davon aus, dass der Anteil unter den Menschen mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen, die auf „beschützenden Plätzen“ untergebracht werden müssen, in den nächsten Jahren gleich bleibt, stellt sich die Bedarfsprognose für den „beschützenden Bereich“ folgendermaßen dar. Abb. 9.3: Entwicklung des Bedarfs an „beschützenden Plätzen“ im Landkreis Fürth bis zum Jahr 2030

Plätze
250

200
187 170 131 150

197

Maximalbedarf

150
129

100
87 79 70 60 70

92

Mindestbedarf

50

Bestand

0
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
jeweils 31.12. ....

Quelle: Berechnungen von MODUS-Sozialforschung 2011

Aufgrund der stark ansteigenden Hochbetagtenbevölkerung wird auch der Bedarf an „beschützenden Plätzen“ im Landkreis Fürth in den nächsten Jahren deutlich ansteigen. So wird sich das Bedarfsintervall bereits bis zum Jahr 2020 auf 79 bis 170 und bis Ende des Jahres 2030 voraussichtlich auf 92 bis 197 „beschützende Plätzen“ erhöhen. Im Landkreis Fürth sind also bereits mittelfristig Ausbaumaßnahmen im „beschützenden Bereich“ notwendig, um den steigenden Bedarf vollständig abdecken zu können. In diesem Kontext ist allerdings auch darauf hinzuweisen, dass in den letzten Jahren zunehmend versucht wird, die beschützende Unterbringung von weglaufgefährdeten Menschen zu vermeiden, indem einerseits verstärkt elektronische Hilfsmittel, wie z.B. elektronische Armbänder, eingesetzt werden und andererseits die tagesstrukturierenden Angebote für Demenzkranke in den stationäre Einrichtungen ausgebaut werden.

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9.2.2

Ambulante Angebote für gerontopsychiatrisch Erkrankte

Aufgrund der durchgeführten Berechnungen ist davon auszugehen, dass unter der älteren Bevölkerung im Landkreis Fürth derzeit rund 1.600 Menschen von einer Demenz betroffen sind (vgl. Kap. 9.2.1.2.1). Mit etwa 80% lebt der größte Teil der demenzkranken Menschen noch in einem eigenen Haushalt und wird hier überwiegend von den Angehörigen versorgt. Teilweise wird hierbei auf die Unterstützung durch ambulante Dienste zurückgegriffen. Nach den Schätzungen der im Landkreis Fürth ansässigen ambulanten Dienste befinden sich unter ihren Betreuten 353 Personen mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen, d.h. im Landkreis Fürth sind mehr als ein Viertel der ambulant betreuten Menschen gerontopsychiatrisch erkrankt. Da im Rahmen der ambulanten Betreuung die Angehörigen der gerontopsychiatrisch erkrankten Klienten jedoch nur partiell entlastet werden können, werden durch immer mehr Träger zusätzliche Angebote für die gerontopsychiatrisch erkrankten Menschen geschaffen. Die Abrechnung dieser Angebote erfolgt in der Regel über die Vorschriften des § 45 SGB XI. Danach steht seit Juli 2008 monatlich ein Betrag von 100,- € (Grundbetrag) bzw. 200,- € (erhöhter Betrag) für zusätzliche Betreuungsleistungen bei Menschen mit „eingeschränkter Alltagskompetenz“ (in erster Linie Menschen „mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen) zur Verfügung. Für Anfang des Jahres 2013 ist im Rahmen des Pflege-Neuausrichtungsgesetzes (PNG) eine Erhöhung der Leistungen geplant. Nach den derzeit vorliegenden Informationen soll es dann je nach Pflegestufe 70,- bis 120,- € mehr Pflegegeld und 150,- bis 225,- € mehr Sachleistungen für die Pflegebedürftigen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz geben. Prinzipiell gibt zwei Möglichkeit, die Betreuungsleistungen nach § 45 SGB XI anzubieten. Entweder die Menschen mit „eingeschränkter Alltagskompetenz“ werden in einer regelmäßigen Betreuungsgruppe außer Haus versorgt oder es findet eine Betreuung in der vertrauten häuslichen Umgebung dieser Personen statt, weshalb derartige Angebote auch oft als „mobile Tagesbetreuung“ bezeichnet werden. Diese Angebote dürfen jedoch nicht mit der „klassischen Tagespflege“ verwechselt werden. Die „mobile Tagespflege bzw. Tagesbetreuung“ ist vielmehr so konzipiert, dass die „mobilen Einsatzkräfte“ je nach Bedarf mehrere Stunden ins Haus des Pflegebedürftigen kommen und ihn betreuen, um die Angehörigen zu entlasten. Der Vorteil gegenüber der klassischen Tagespflege besteht darin, dass sich die Angehörigen eines pflegebedürftigen älteren Menschen bei der „mobilen Tagespflege“ nicht auf einen oder mehrere Tage pro Woche verbindlich festlegen müssen, sondern den Dienst stundenweise in Anspruch nehmen können. Der Nachteil besteht darin, dass solche Dienste oft mit ehrenamtlich oder geringfügig Beschäftigten arbeiten müssen, weil sie sonst zu teuer wären.

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Man kann hier also weder die pflegerische noch die therapeutische Komponente wie in der klassischen Tagespflege erwarten, sondern ausschließlich eine Art „Homesitting“, das hauptsächlich darin besteht, den betreuten Menschen zu beaufsichtigen, mit ihm spazieren zu gehen, ihm beim Essen und der Verrichtung seiner menschlichen Bedürfnisse zu helfen. Die „mobile Tagespflege bzw. Tagesbetreuung“ darf daher nicht als Ersatz der klassischen Tagespflege gesehen werden, sondern eher als niederschwelliges Ergänzungsangebot im Niedrigpreisbereich. Der geschilderte Sachverhalt trifft genauso auch auf die Angebote zu, bei denen Menschen mit „eingeschränkter Alltagskompetenz“ aufgrund des § 45 SGB XI tagsüber in einer Einrichtung betreut werden. Hier fällt die Unterscheidung gegenüber der „klassischen Tagespflege“ noch schwerer. Das entscheidende Unterscheidungskriterium besteht allerdings darin, dass bei den Menschen, die in eine Tagesbetreuungsgruppe nach § 45 SGB XI gehen, keinerlei pflegerische Hilfeleistungen abgerechnet werden können. Auch im Landkreis Fürth bieten die Wohlfahrtsverbände über ihre ambulanten Dienste Betreuungsleistungen nach § 45 SGB XI an. Dazu kommen noch zwei private Träger, die ebenfalls Betreuungsangebote nach § 45 SGB XI für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz durchführen. Das Diakonische Werk bietet, mit Ausnahme der Diakoniestationen in Cadolzburg und momentan auch noch in Stein, in allen anderen Diakoniestationen im Landkreis Betreuungsleistungen nach § 45 SGB XI an. Dabei werden Betreuungsgruppen in der Einrichtung von den Diakoniestationen in Oberasbach und Roßtal organisiert. In der Diakoniestation Oberasbach verteilt sich die Betreuung auf drei Gruppen, auf eine wöchentlich stattfindende Gruppe und eine vierzehntägig stattfindende Gruppe, die sich mit einem vierzehntägig stattfindendem Singkreis abwechselt. An den Gruppen nehmen jeweils zwischen fünf bis acht Betreute teil. Die Durchführung dieser Betreuungsgruppen verteilt sich auf drei Hauptamtliche, zwei 400-Euro-Kräfte, vier Ehrenamtliche und drei Auszubildende. An den Gruppen können auch betreuungsbedürftige Menschen aus Zirndorf teilnehmen. Neben den Betreuungsgruppen kann über die Diakoniestation Oberasbach auch Einzelbetreuung in Anspruch genommen werden. Bis zu 30 betreuungsbedürftige Menschen nutzen das ein- bis zweimal wöchentlich, drei Hauptamtliche übernehmen deren Betreuung. Auch die Einzelbetreuung könnte bei Bedarf auf Betreuungsbedürftige aus der Gemeinde Zirndorf erweitert werden. Über die Diakoniestation in Roßtal finden wöchentlich zwei Betreuungsgruppen mit jeweils fünf Teilnehmern statt. Eine Gruppe setzt sich aus Bewohnern des angeschlossenen Betreuten Wohnens „Am Jakobsberg“ zusammen, die andere Gruppe wird von Menschen aus der Umgebung genutzt.

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Insgesamt fünf Hauptamtliche sind für die Gruppen verantwortlich, einmal im Monat werden sie von einer ehrenamtlichen Kraft unterstützt. Darüber hinaus bietet die Diakoniestation Roßtal auch Einzelbetreuung an, diese nehmen 16 Menschen bis zu dreimal wöchentlich in Anspruch, drei Hauptamtliche sind dafür zuständig. In den Diakoniestationen Ammerndorf/Großhabersdorf und Veitsbronn sind für das Jahr 2013 Betreuungsgruppen in der Einrichtung geplant. Momentan finden über beide Einrichtungen Einzelbetreuungen statt. In der Diakoniestation Ammerndorf / Großhabersdorf sind fünf Hauptamtliche jeweils einmal wöchentlich für fünf Betreute zuständig, in der Diakoniestation Veitsbronn kümmern sich zwei Hauptamtliche bis zu zweimal wöchentlich um fünf Betreute. Einzelbetreuung für 20 bis 30 betreuungsbedürftige Menschen leisten einmal wöchentlich sechs hauptamtliche Mitarbeiter der Diakoniestation Zirndorf. In der Diakoniestation Wilhermsdorf, die über das Diakonische Werk Neustadt/Aisch organisiert wird, findet die Einzelbetreuung von sechs betreuungsbedürftigen Menschen einmal wöchentlich über sechs Ehrenamtliche statt. Eine Gruppenbetreuung könnte bei Bedarf über die Betreuungsgruppe der Diakoniestation Markt Erlbach im Landkreis Neustadt/Aisch mit abgedeckt werden. In der Diakoniestation Stein wurde bisher Einzelbetreuung über Zivildienstleistende abgeleistet. In der Regel nutzten das Angebot zwei bis drei Betreute. Aktuell kann dies aber aufgrund der personellen Situation nicht angeboten werden. Der Caritas-Verband für den Landkreis Fürth bietet über seine Sozialstation in der Gemeinde Stein Betreuungsleistungen nach § 45 SGB XI an, die auch von den Betreuten der Außenstation Roßtal genutzt werden können. Alle zwei Wochen findet für drei Stunden ein nachmittägliches Betreuungsangebot statt, das von fünf bis acht betreuungsbedürftigen Menschen in Anspruch genommen wird. Zwei hauptamtliche Kräfte versorgen sie mit Unterstützung einer ehrenamtlichen HelferIn. Darüber hinaus nehmen zwei bis drei Betreute regelmäßig Einzelbetreuung in Anspruch, die von zwei bis drei hauptamtlichen Mitarbeitern je nach Bedarf wöchentlich oder vierzehntägig für zwei Stunden übernommen wird. Weiter bieten zwei private ambulante Dienste Angebote für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz. In Großhabersdorf findet über den ambulanten Dienst „Pflege direkt“ dreimal wöchentlich von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr ein Betreuungstag in der Einrichtung statt. Drei hauptamtliche Kräfte gestalten das Programm mit der Unterstützung von zwei ehrenamtlichen Helfern. Insgesamt nutzen 20 Gäste das Betreuungsangebot.

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In Zirndorf bietet der ambulante Dienst „Ihre Pflege“ Einzelbetreuung an. 20 Hauptamtliche betreuen einmal wöchentlich durchschnittlich zwei Stunden 19 betreuungsbedürftige Menschen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Betreuungsleistungen nach § 45 SGB XI im Landkreis Fürth.

Tab. 9.4:

Überblick über die Betreuungsleistungen nach § 45 SGB XI Betreuungsgruppen in der Einrichtung Einzelbetreuung 8 14tägig 3 x wöchentlich 111 40 1 6 10,00 Euro 30,00 Euro

Anbieter Betreuungsgruppen Mindestumfang Maximalumfang Betreute pro Tag im Durchschnitt Betreute gesamt Hauptamtliche Kräfte 400-Euro-Kräfte Ehrenamtliche Helfer Mindestkosten pro Stunde Maximalkosten pro Stunde
Quelle: Erhebung von MODUS-Sozialforschung 2012

4 7 14tägig für 1 Std. 3 x wöchentlich für 3 Std. 28 56 16 2 8 7,50 Euro 18,00 Euro

Insgesamt kann somit festgestellt werden, dass derzeit 167 Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz und größtenteils mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen von den Betreuungsleistungen nach § 45 SGB XI durch die Sozialstationen profitieren. Dabei werden 56 Personen in einer Einrichtung und 111 Personen in ihrer eigenen Wohnung betreut.

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9.2.3

Ambulant betreute Wohngemeinschaften für demenzkranke Menschen

Eine ganz besondere Form der ambulanten Betreuung demenzkranker Menschen steht seit kurzem in Form von ambulant betreuten Wohngemeinschaften in drei Gemeinden des Landkreises Fürth zur Verfügung. Ambulant betreute Wohngemeinschaften für demenzkranke Menschen sind in der Versorgungslandschaft für Pflegebedürftige zwischen der Betreuung in der eigenen Wohnung und der vollstationären Versorgung im Pflegeheim einzuordnen. Das Besondere an diesen Einrichtungen, was sie auch von den herkömmlichen stationären Einrichtungen unterscheidet, ist die Selbstverwaltung. Die Mieter der Wohngemeinschaften oder (soweit sie nicht mehr für sich selbst entscheiden können) ihre gesetzlichen Vertreter bilden ein Gremium der Selbstbestimmung, in dem jedes WG-Mitglied eine Stimme hat. Dieses Gremium entscheidet über alle das Gemeinschaftsleben betreffenden Dinge und bietet so die Gewähr für die Eingliederung demenzkranker Menschen in ein normales Lebensumfeld. Unterstützt wird das Gremium i.d.R. von einer Moderatorin, die zum einen das Entscheidungsgremium zu den regelmäßigen Treffen einlädt und diese Treffen moderiert. Zum anderen ist sie mit Vernetzungsaufgaben betraut, wie z.B. der Vermittlung von Kontakten zu Behörden und zu den örtlichen Vereinen, um einerseits die WG in der Gemeinde bekannt zu machen und um andererseits den WG-Mitgliedern möglichst viele soziale Kontakte und Hilfen zu erschließen. Hauptaufgabe der Moderation ist es allerdings, die Wohngemeinschaft zum selbständigen und selbstbestimmten Agieren hinzuführen, um sich selbst nach einer Einführungszeit überflüssig zu machen. Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal der Wohngemeinschaft ist die Stellung des Pflegedienstes und der anderen Dienstleistungsanbieter, denn diese sind von jedem Mieter grundsätzlich frei wählbar, genießen also nur Gaststatus im Haus. Deswegen schließt jeder Mieter mit einem ambulanten Dienst seiner Wahl einen Betreuungsvertrag. Da es sich bei den Mietern von ambulant betreuten Wohngemeinschaften i.d.R. um gesetzlich anerkannte Pflegebedürftige handelt, wird ein Teil der Pflege- und Betreuungskosten von der Pflegeversicherung übernommen. Da die Leistungen der Pflegeversicherung aber meist nicht für eine 24-Stunden-Betreuung ausreichen, muss von den Mietern meist eine (zusätzliche) Pflege- und Betreuungspauschale erhoben werden. Dazu kommen Miete, Mietnebenkosten und Haushaltskosten.

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Die erste ambulant betreute Wohngemeinschaft wurde am 31.03.2006 in der Stadt Langenzenn eröffnet. Mietbeginn für die sieben Bewohner der „Villa Oskar“ war der 01.04.2006. Jeder Mieter hat hier sein eigenes Zimmer, das er nach seinen Bedürfnissen und Vorstellungen individuell gestalten kann. Neben den sieben Appartements gibt es noch eine Gemeinschaftsküche, einen Ess- und Wohnraum, eine Terrasse und einen Garten. Die Pflege- und Betreuungsleistungen werden von dem ambulanten Pflegedienst „Heidis Hauskrankenpflege“ durchgeführt. Die Kosten für die häusliche Pflege und die hauswirtschaftliche Versorgung ergeben sich jeweils nach dem individuellen Leistungsbedarf des einzelnen Bewohners und werden größtenteils von der Pflegeversicherung übernommen. Die Kosten für den Wohnraum sind komplett vom Mieter zu entrichten und betragen in der „Villa Oskar“ je nach Größe des Zimmers zwischen 250,- € und 310,- € pro Monat. Dazu kommen pro Mieter noch 100,- € im Monat für die Mietnebenkosten und 300,- € pro Monat für die Verpflegung (einschließlich der Kosten für die Verbrauchsgüter und der Freizeitgestaltung). Die zweite „ambulant betreute Wohngemeinschaft” im Landkreis Fürth wurde im Herbst 2009 in Oberasbach eröffnet. Diese Wohngemeinschaft bietet 12 Bewohnern Lebensraum in einem zweistöckigen, renovierten Haus von ca. 400 m² Wohnfläche mit einem ca. 1500 m² großen Garten an. Auch hier hat jeder Bewohner sein eigenes Zimmer, das er nach seinen Bedürfnissen und Vorstellungen individuell gestalten kann. Diese Zimmer sind zwischen 12 und 27 m² groß. Weiterhin stehen den Bewohnern eine Wohnküche mit 40 m², 4 Bäder, 5 Toiletten und fünf Sitzecken mit einer Gesamtfläche von 70 m² zur Verfügung. Die Bewohner bzw. ihre Angehörigen oder Betreuer haben einerseits einen Mietvertrag mit dem Verein „Zuhause trotz Demenz e.V.” abgeschlossen, der das private Zimmer sowie die anteiligen Gemeinschaftsräume einschließt. Andererseits haben sie einen Betreuungsvertrag mit einem ambulanten Pflegedienst abgeschlossen, der die Betreuungsleistungen beinhaltet. Die Betreuungspauschale beträgt in dieser Wohngemeinschaft 38,70 € pro Tag. Der gesamte Eigenanteil inklusive Betreuung, Miete, Nebenkosten und Haushaltsgeld beträgt 1.761,- € pro Monat. Die dritte „ambulant betreute Wohngemeinschaft” im Landkreis Fürth wurde durch das Diakonische Werk Neustadt/Aisch e.V. in Wilhermsdorf eröffnet. Am 15. Februar 2012 eröffnete die erste von zwei ambulant betreuten Wohngemeinschaften im „Seniorenwohnen Wilhermsdorf“. Die zweite ambulant betreute Wohngemeinschaft ist voraussichtlich am 20. Mai 2012 bezugsfertig. Die offizielle Einweihungsfeier für beide Wohngemeinschaften findet aber erst am 10. Juni 2012 statt.

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In jeder Wohngemeinschaft haben 11 pflege- und betreuungsbedürftige Menschen mit und ohne gerontopsychiatrische Erkrankungen die Möglichkeit, selbstbestimmt und selbstständig zu leben. Derzeit sind 10 der 22 zur Verfügung stehenden Zimmer vermietet. Die zwei Wohngemeinschaften befinden sich im Erdgeschoss und im ersten Stockwerk des neu errichteten Gebäudes. Im zweiten Stockwerk entsteht Betreutes Wohnen. Ein Aufzug ist vorhanden. Die Wohnfläche einer Wohngemeinschaft beträgt insgesamt 471 m². Davon entfallen 229 m² auf den gemeinsam genutzten Wohnraum. Alle Privatzimmer sind gleich große Einzelzimmer und umfassen mit dem 4 m² großen Bad insgesamt 22 m². Den Garten mit etwa 550 m² können alle Hausbewohner nutzen. Die Kosten für Miete, Nebenkosten, Haushaltsgeld und Rund-um-die-UhrVersorgung bilden den Eigenanteil und belaufen sich auf insgesamt 1.643,44 € pro Monat.

9.3

Ergebnisse der durchgeführten Befragungen

Die durchgeführte Seniorenbefragung lieferte bereits Hinweise darauf, dass im Landkreis Fürth bei den befragten Senioren ein Defizit an Angeboten für gerontopsychiatrisch erkrankte Menschen empfunden wird. So gaben im Rahmen einer offenen Frage nach fehlenden Einrichtungen der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth ein Anteil von fast 3% der befragten älteren Menschen explizit die Antwort, dass es mehr Angebote für Demenzkranke geben müsste (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 2: Ergebnisse der Seniorenbefragung, Kap. 2.3.6). Bei der durchgeführten Expertenbefragung zum Handlungsbedarf im Landkreis Fürth ist das Ergebnis noch deutlicher. Hier sehen unter den befragten Praktikern aus dem Bereich der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth 42% auf Landkreisebene und sogar 46% auf Gemeindeebene einen dringenden Handlungsbedarf im Bereich der „ambulanten gerontopsychiatrischen Betreuung“. Dieser Bereich wird von den Praktikern aus dem Bereich der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth damit hinter den „Entlastungsangeboten für pflegende Angehörige“ als zweitwichtigstes Handlungsfeld eingeschätzt (vgl. Abb. A.1).

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9.4

Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Hilfen für gerontopsychiatrisch Erkrankte“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth

Aufgrund der durchgeführten Berechnungen ist davon auszugehen, dass im Landkreis Fürth derzeit rund 1.600 demenzerkrankte Menschen leben (vgl. Kap. 9.2.1.2.1). Bei einem Teil dieser Menschen besteht aufgrund ihrer Symptomatik eine Weglauftendenz, weshalb für diese Personengruppe eine „beschützende Unterbringung“ in einer stationären Einrichtung erforderlich ist. Wie im Rahmen der Bestandserhebung festgestellt wurde, stehen in den stationären Einrichtungen im Landkreis Fürth 70 “beschützende Plätze” zur Verfügung (vgl. Kap. 9.2.1.1). Inwieweit diese Plätze ausreichen, um den wachsenden Bedarf im Bereich der stationären gerontopsychiatrischen Betreuung abzudecken, wurde mittels einer Bedarfsermittlung und einer längerfristigen Bedarfsprognose ermittelt. Danach waren zum 31.12.2010 mindestens 60 bis maximal 129 Plätze notwendig, um den Bedarf an „beschützenden Plätzen“ vollständig abdecken zu können. Es zeigte sich somit, dass der aktuelle Bestand von 70 „beschützenden Plätzen“ um zehn Plätze über dem ermittelten Mindestbedarf liegt, so dass im Landkreis Fürth derzeit von einer ausreichenden Versorgung im beschützenden Bereich ausgegangen werden kann (vgl. Kap. 9.2.1.2.3). Nach der durchgeführten Prognose ist davon auszugehen, dass die Zahl der demenzkranken Menschen ab 65 Jahren im Landkreis Fürth von derzeit 1.564 Personen bis ins Jahr 2030 auf 2.386 Personen ansteigen wird, was einer Zunahme um 52,5% entspricht. Auch wenn seit einigen Jahren zunehmend versucht wird, die beschützende Unterbringung von demenzkranken Menschen zu vermeiden, indem z.B. die tagesstrukturierenden Angebote für Demenzkranke ausgebaut werden, ist davon auszugehen, dass sich bis Ende des Jahres 2030 im Landkreis Fürth ein Bedarfsanstieg auf 92 bis 197 „beschützende Plätze“ ergeben wird (vgl. Kap. 9.2.1.2.4). Aufgrund der durchgeführten Bedarfsprognose ergibt sich im Landkreis Fürth somit mittelfristig die Notwendigkeit eines Ausbaus im „beschützenden Bereich“. Bei den Ausbaumaßnahmen muss einerseits die flächendeckende quantitative Versorgung des Landkreises als ausschlaggebendes Kriterium angesehen werden, andererseits muss jedoch auch der qualitative Aspekt Beachtung finden. Um den qualitativen Aspekt beurteilen zu können, ist jedoch vor der Inbetriebnahme einer „beschützenden Station“ zunächst eine differenzierte Konzeption vorzulegen. In dieser Konzeption muss deutlich erkennbar sein, dass der Schwerpunkt bei der segregativen Betreuung demenzkranker Heimbewohner auf die therapeutische Perspektive gelegt wird. Dementsprechend sind die vorgelegten Konzeptionen auf folgende Aspekte hin zu überprüfen:

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Grundsätzlich sollten „beschützende Stationen“ so „orientierungsfördernd“ und anregend gestaltet werden, dass die Defizite der Bewohner zumindest teilweise ausgeglichen werden können. Die Verwendung von Psychopharmaka sollte gering sein und mit Hilfe von möglichst vielen tagesstrukturierenden Maßnahmen kompensiert werden. Zusätzlich sind musik- und beschäftigungstherapeutische Maßnahmen und Gedächtnis-, Konzentrations- und Orientierungstraining einzuplanen. Um die vorgenannten Punkte qualitativ hochwertig umsetzen zu können, sollte ein multiprofessionelles Team für die beschützende Station zur Verfügung stehen, das neben dem Pflegepersonal auch einen Beschäftigungs- und Ergotherapeuten sowie einen Sozial- bzw. Heilpädagogen umfasst. Die Mehrzahl der gerontopsychiatrisch erkrankten Menschen lebt jedoch nicht in einer stationären Einrichtung. So ist nach dem aktuellen Kenntnisstand davon auszugehen, dass mit etwa 80% der größte Teil der demenzkranken Menschen noch in einem eigenen Haushalt lebt und hier überwiegend von den Angehörigen versorgt wird. Teilweise wird hierbei auf die Unterstützung durch ambulante Dienste zurückgegriffen. Nach den Schätzungen der im Landkreis Fürth ansässigen ambulanten Dienste befinden sich unter ihren Betreuten 353 Personen mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen, d.h. im Landkreis Fürth ist mehr als ein Viertel der ambulant betreuten Menschen gerontopsychiatrisch erkrankt. Andererseits verfügen bisher nur fünf der 16 im Landkreis Fürth vorhandenen ambulanten Dienste über Beschäftigte mit einer gerontopsychiatrischen Zusatzausbildung. Hier besteht in den ambulanten Diensten somit ein deutlicher Nachholbedarf, weshalb im Kapitel 8 eine entsprechende Maßnahmenempfehlung formuliert wurde. Da im Rahmen der ambulanten Betreuung die Angehörigen der gerontopsychiatrisch erkrankten Klienten jedoch nur partiell entlastet werden können, haben einige Träger von ambulanten Diensten zusätzliche Angebote für die gerontopsychiatrisch erkrankten Menschen geschaffen. Abgerechnet werden können diese Angebote seit Juli 2008 nach § 45 SGB XI. Insgesamt machen derzeit bereits 167 Personen von diesem Angebot der Sozialstationen Gebrauch (vgl. Kap. 9.2.2). Addiert man dazu noch die 29 Bewohner der „ambulant betreuten Wohngemeinschaften (vgl. Kap. 9.2.3), kann festgestellt werden, dass im Landkreis Fürth 196 Personen und damit ein Anteil von rund 12% aller gerontopsychiatrisch Erkrankten ambulant betreut werden. Der Anteil der ambulanten Betreuung beträgt damit derzeit noch weniger als ein Drittel der stationären Betreuung gerontopsychiatrisch erkrankter Menschen, wie folgende Abbildung zeigt.

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159

Abb. 9.4:

Derzeitiger Stand der gerontopsychiatrischen Betreuung im Landkreis Fürth

Ambulante Betreuung zu Hause Tagesbetreuung in einer Einrichtungen Ambulant betreute Wohngemeinschaften

Ambulante Betreuung Stationäre Betreuung Keine externe Betreuung

14,8%

52,2%

29

842
56
12,1%
28,6%

111
56,6%

196

576
35,7%

Quelle: Erhebungen von MODUS-Sozialforschung 2011/2012

Wie die durchgeführten Berechnungen zeigen, erhält mehr als die Hälfte der gerontopsychiatrisch erkrankten Menschen derzeit noch keine externe Betreuung. Es verwundert daher auch nicht, dass die Praktiker aus dem Bereich der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth sich weitgehend einig sind, dass der Bereich der „ambulanten gerontopsychiatrischen Betreuung“ noch weiter ausgebaut werden muss (vgl. Abb. A.1), um eine flächendeckende gerontopsychiatrische Versorgung zu erreichen. Dabei sind im Landkreis Fürth insbesondere zusätzliche Angebote im Bereich von niederschwelligen Betreuungsleistungen für demenzkranke Menschen notwendig. Andererseits sollte aber auch über den Aufbau von weiteren ambulant betreuten Wohngemeinschaften für demenzkranke Menschen nachgedacht werden. Dass diese ebenfalls bedarfsgerecht sind, haben die bereits bestehenden Projekte in Langenzenn, Oberasbach und Wilhermsdorf gezeigt. Hierbei sollte jedoch auf ein regional ausgeglichenes Verhältnis des Angebotes geachtet werden. Da bisher zwei der drei bestehenden ambulant betreuten Wohngemeinschaften in der bevölkerungsschwächeren nördlichen Versorgungsregion angesiedelt sind, sollte sich der weitere Ausbau auf die Versorgungsregion Süd konzentrieren, um diese Betreuungsform gleichmäßig im gesamten Landkreis wohnortnah anbieten zu können.

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Zudem ist aufgrund der Aussagen der Praktiker aus dem Bereich der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth auch eine Intensivierung der Beratungs- und Informationsangebote zum Themenbereich der gerontopsychiatrischen Erkrankungen notwendig. Zusammenfassend lassen sich für den Landkreis Fürth somit folgende Maßnahmenempfehlungen hinsichtlich der Hilfen für gerontopsychiatrisch erkrankten Menschen ableiten.

Tab. 9.5:

Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Hilfen für gerontopsychiatrisch Erkrankte“

Empfehlungen zur quantitativen Weiterentwicklung Ziele und Maßnahmen Ausbau auf 79 bis 170 „beschützende Plätze“ Ausbau auf 87 bis 187 „beschützende Plätze“ Ausbau auf 92 bis 197 „beschützende Plätze“ Empfehlungen zur qualitativen Weiterentwicklung Ziele und Maßnahmen Zuständigkeit Realisierungszeitraum Realisierungs zeitraum bis Ende 2020 bis Ende 2025 bis Ende 2030

Wohlfahrtsverbände Ausbau von weiteren niederschwelligen Betreuungsangeboten für gerontopsychiat- sowie andere freie und private Träger risch erkrankte Menschen. Intensivierung der Informations- und Beratungstätigkeit im Bereich der gerontopsychiatrischen Betreuung. Wohlfahrtsverbände sowie andere freie und private Träger

kurzfristig

kurzfristig und kontinuierlich

Als Zusatzangebot für demenzkranke Wohlfahrtsverbände Menschen sollten weitere ambulant betreusowie andere freie te Wohngemeinschaften aufgebaut werund private Träger den.

mittelfristig

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161

10.
10.1

Handlungsfeld „Unterstützung pflegender Angehöriger“
Allgemeine Vorbemerkungen zur Angehörigenarbeit in Bayern

Aufgrund von verschiedenen bundesweit durchgeführten Studien ist bekannt, dass rund drei Viertel der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt und betreut werden. Dementsprechend tragen die pflegenden Angehörigen die Hauptlast der häuslichen Versorgung. Sie kümmern sich oft über Jahre hinweg rund um die Uhr um ihre Pflegebedürftigen und sind durch die lang andauernde Pflege körperlich und seelisch oft erschöpft, gesundheitlich beeinträchtigt und durch die zeitliche Belastung auch häufig sozial isoliert. Um die Pflegebereitschaft der Angehörigen trotz der geschilderten Bedingungen so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, fördert der Freistaat Bayern im Rahmen des "Bayerischen Netzwerks Pflege" die Fachstellen für pflegende Angehörige von 01.01.1998 bis 31.12.2004 zunächst mit 15.500 Euro je Vollzeitkraft und seit dem 01.01.2005 mit 17.000 Euro je Vollzeitkraft (eine Vollzeitkraft je 100.000 Einwohner). Ziel ist es, in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt mindestens eine Fachstelle für pflegende Angehörige fest zu installieren. Die wichtigste Aufgabe der Angehörigenarbeit ist es dabei, die Pflegebereitschaft und die Pflegefähigkeit der pflegenden Angehörigen zu erhalten bzw. zu sichern. Wesentliche Elemente der Angehörigenarbeit sind daher die psychosoziale Beratung, die begleitende Unterstützung und die Schulung im Umgang mit pflegebedürftigen, insbesondere demenzkranken Angehörigen, sowie die Organisation von Entlastungsangeboten für die Pflegenden (Betreuungsgruppen, ehrenamtliche Helferkreise zur stundenweisen Entlastung). Die Initiative des Freistaates Bayern fiel insbesondere in den ersten Jahren der Förderung auf fruchtbaren Boden. So hat sich in der Zeit von 01.01.1998 bis 31.12.2005 in Bayern ein Netz von insgesamt 80 Fachstellen für pflegende Angehörige entwickelt. Aber auch in den letzten Jahren ist das "Bayerische Netzwerk Pflege" seinem Ziel durchaus noch näher gekommen. So kamen in den letzten sechs Jahren nochmals 31 neue Fachstellen hinzu, so dass Anfang des Jahres 2011 insgesamt 111 Fachstellen registriert werden konnten. Die beschriebene Entwicklung ist in folgender Abbildung dargestellt.

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Abb. 10.1:

Entwicklung der Fachstellen für pflegende Angehörige seit 2005 (ohne Außenstellen)

120

100

80

60

111 80 93

40

20

0

2005

2008

2011

Quelle: MODUS-Sozialforschung nach Angaben des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialforschung, Familie und Frauen 2005, 2008 und 2011

Da in den Förderrichtlinien explizit erwähnt ist, dass die „Zuwendungsempfänger vorrangig die Verbände der freien Wohlfahrtspflege und die ihnen angeschlossenen Organisationen sowie freigemeinnützige Stiftungen“ sind, ist auch die Frage interessant, bei welchen Trägern die Fachstellen für pflegende Angehörige tatsächlich angesiedelt sind. Differenziert man also dementsprechend die bestehenden Fachstellen nach ihrer Trägerschaft, zeigt sich folgendes Bild.

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Abb. 10.2: Fachstellen für pflegende Angehörige (ohne Außenstellen) nach Trägerschaft

Seniorentreffen im Landkreis Traunstein nach Häufigkeit*

Diakonisches Werk 15,3% Bayer. Rotes Kreuz 9,9% Arbeiterwohlfahrt 4,5% kommunale Träger 6,3% 5 7 11

17

27

44
Caritasverband 39,6%

sonstige Träger 24,3%

Quelle: MODUS-Sozialforschung nach Angaben des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen 2011

Wie die Abbildung zeigt, kommt bezüglich der Trägerschaft der Fachstellen für pflegende Angehörige in Bayern das angestrebte „Subsidiaritätsprinzip“ sehr stark zur Geltung. So befinden sich aktuell nur rund 6% der 111 Beratungsstellen unter kommunaler Trägerschaft und der Großteil der Beratungsstellen wird von den Wohlfahrtsverbänden getragen. Hierunter ist wiederum der Caritasverband mit einem Anteil von fast 40% der Fachstellen mit Abstand am stärksten vertreten, gefolgt vom Diakonischen Werk mit rund 15%. Die räumliche Verteilung der Fachstellen für pflegende Angehörige in Bayern wird durch folgende kartographische Übersicht veranschaulicht.

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164

Abb. 10.3: Verteilung der Fachstellen für pflegende Angehörige (ohne Außenstellen) in Bayern

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165

Wie die kartographische Übersicht zeigt, hat sich in Bayern fast ein flächendeckendes Netz von Fachstellen für pflegende Angehörige entwickelt. Dennoch fehlt es aber immer noch in 15 Landkreisen an einem derartigen Angebot. Teilweise werden diese aber insbesondere in sogenannten „Kragen-Landkreisen“, wie z.B. die Landkreise Coburg und Würzburg, von der Fachstelle in der zentral liegenden kreisfreien Stadt mitversorgt. In diesen Fällen werden die Fachstellen dann natürlich anteilig von Stadt und Landkreis mitfinanziert. Die folgende Abbildung zeigt, wie viele Fachstellen für pflegende Angehörige es in den einzelnen bayerischen Regierungsbezirken gibt.

Abb. 10.4:

Fachstellen für pflegende Angehörige (ohne Außenstellen) in Bayern nach Regierungsbezirken

30

29
25

20

19
15

16 14

15

10

10 8

5

0
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Quelle: MODUS-Sozialforschung nach Angaben des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialforschung, Familie und Frauen 2011

Wie die Abbildung zeigt, stehen im Regierungsbezirk Oberbayern die meisten und in Oberfranken und der Oberpfalz am wenigsten Fachstellen für pflegende Angehörige zur Verfügung. Da die Regierungsbezirke allerdings sowohl von der Anzahl der Gebietskörperschaften als auch von der Bevölkerungszahl sehr unterschiedlich sind, kann ein sinnvoller Versorgungsvergleich jedoch nur durch die Berechnung von Versorgungsquoten erfolgen, wie das in folgender Abbildung geschehen ist.

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Abb. 10.5: Versorgung mit Fachstellen für pflegende Angehörige pro 100.000 Einwohner nach Regierungsbezirken
Fachstellen pro 100000 Einwohner

1,40

1,35
1,20

1,00

1,11 0,93

1,06 0,84 0,74 0,66

0,80

0,60

0,40

0,20

0,00
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ie

Quelle: Berechnung von MODUS-Sozialforschung 2011

Aufgrund des durchgeführten Versorgungsvergleichs wird deutlich, dass der Regierungsbezirk Oberbayern am schlechtesten und der Regierungsbezirk Niederbayern am besten mit Fachstellen für pflegende Angehörige ausgestattet ist. Der Regierungsbezirk Mittelfranken liegt mit 1,1 Fachstellen für pflegende Angehörige pro 100.000 Einwohner auf dem zweiten Rang.

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167

10.2

Fachstellen für pflegende Angehörige im Landkreis Fürth

Nach den Statuten des „Bayerischen Netzwerks Pflege“ sind im Landkreis Fürth aufgrund der Einwohnerzahl insgesamt 1,1 Stellen für die Fachberatung pflegender Angehöriger förderfähig. Im Gegensatz zu den meisten bayerischen Landkreisen wurde im Landkreis Fürth allerdings keine eigene Fachstelle für pflegende Angehörige eingerichtet. Stattdessen wurde das dem Landkreis Fürth zustehende Kontingent von 1,1 Stellen den Wohlfahrtsverbänden in der Stadt Fürth zugeschlagen, so dass sich hier ein Gesamtkontingent von 2,2 Stellen ergibt. Als Gegenleistung sollten die Fachstellen für pflegende Angehörige in der Stadt Fürth auch den Beratungs- und Betreuungsbedarf im Landkreis Fürth abdecken. Da beim Kontingent der förderfähigen Stellen auch eine Aufteilung mit Anteilen von mindestens 0,5 Stellen möglich ist, haben sich die Wohlfahrtsverbände in der Stadt Fürth im Jahr 1999 auf eine Aufteilung des Kontingents geeinigt, so dass sowohl die Arbeiterwohlfahrt als auch das Bayerische Rote Kreuz, der Caritasverband sowie das Diakonische Werk jeweils eine Fachstelle für pflegende Angehörige einrichten konnte. Die einzelnen Fachstellen sollen dennoch trägerübergreifend fungieren und dementsprechend möglichst neutral beraten. Die Fachstellen für pflegende Angehörige kooperieren unter dem Namen „Netzwerk Pflege Fürth“, dem seit dem Jahr 2011 allerdings nur noch drei Träger angehören, da das Bayerische Rote Kreuz im Jahr 2011 seine Fachstelle geschlossen hat. Im Landkreis Fürth sind lediglich die Fachstellen des Caritasverbandes und des Diakonischen Werks tätig, weshalb sich die folgenden Ausführungen auch auf diese beiden Fachstellen beziehen. Die Stelleninhaberin der Fachstelle für pflegende Angehörige unter der Trägerschaft des Diakonischen Werks ist von der Ausbildung her Diplom-Sozialarbeiterin (FH) und ist mit rund 20 Stunden wöchentlich in der Fachstelle tätig. Ihre Sprechzeiten sind von Montag bis Freitag (außer mittwochs) in der Zeit von 8:00 Uhr bis 11:30 Uhr. Die Fachstelle für pflegende Angehörige des Caritasverbandes ist mit einer examinierten Altenpflegerin mit einer Zusatzausbildung in der Angehörigenarbeit besetzt. Sie hält jeden Mittwoch von 12:00 Uhr bis 15:00 Uhr eine Sprechstunde im City-Center Fürth ab. Außerhalb dieser Sprechstunden finden die Beratungen nach telefonischer Vereinbarung statt.

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Zum Aufgabengebiet der Fachstellen gehört neben der Beratung von hilfe- und pflegebedürftigen Menschen und pflegenden Angehörigen unter anderem die Gewinnung, Schulung und Anleitung von ehrenamtlichen Helferinnen sowie der Aufbau von Betreuungsgruppen, aber auch die Öffentlichkeitsarbeit (Vorträge in den Gemeinden etc.) spielt eine wichtige Rolle. Quantitativ nimmt die direkte Beratung von pflegenden Angehörigen einen Großteil der Arbeitszeit ein. Die folgende Abbildung zeigt, wie viele Beratungen von den beiden Fachstellen für pflegende Angehörige im Laufe der letzten beiden Jahre durchgeführt wurden.

Abb. 10.6: Beratungsstatistik der Fachstellen für pflegende Angehörige für das Jahr 2010 und 2011

1000

2010
800

2011

956

707
600

400

356
200

267

0 Anzahl der beratenen Personen
Quellen: Jahresberichte der Fachstellen für pflegende Angehörige 2010 und 2011

Anzahl der Beratungen

Wie die Abbildung zeigt, wurden von den beiden Fachstellen im Laufe des Jahres 2010 über 950 Beratungen bei 356 pflegenden Angehörigen durchgeführt. Im Laufe des letzten Jahres gingen die Zahlen allerdings etwas zurück, was aber keinesfalls als Bedarfsrückgang interpretiert werden kann, sondern vielmehr auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass die Fachstelle des Diakonischen Werks von März bis Oktober 2011 aus organisatorischen Gründen nur stundenweise auf Honorarbasis besetzt werden könnte.

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169

Im Rahmen des vorliegenden seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes ist es natürlich besonders wichtig zu wissen, wie hoch nun der Anteil der Beratenen aus dem Landkreis Fürth ist. Die Fachstellen wurden deshalb gebeten, die beratenen Personen nach ihrer regionalen Herkunft aufzuteilen.

Abb. 10.7: Regionale Herkunft der beratenen Personen

68,4%

6,4%

25,2%

Stadt Fürth Landkreis Fürth außerhalb von Stadt und Landkreis Fürth
Quellen: Jahresberichte der Fachstellen für pflegende Angehörige 2011

Wie die Abbildung zeigt, liegt der Anteil der Beratenen aus dem Landkreis Fürth bei nur einem Viertel. Da Landkreis und Stadt Fürth eine ähnlich hohe Bevölkerungszahl haben und dementsprechend vom „Bayerischen Netzwerk Pflege“ das gleiche Kontingent von jeweils 1,1 Stellen als förderfähig anerkannt wurde, ist davon auszugehen, dass die ungleiche Verteilung der Beratungen darauf zurückzuführen ist, dass die Fachstellen für pflegende Angehörige ihren Sitz alle in der Stadt Fürth haben. Es sind deshalb entsprechende Überlegungen anzustellen, wie der Anteil der Beratenen aus dem Landkreis Fürth erhöht werden kann. Hierzu kann ein weiterer Einblick in die Arbeit der Fachstellen für pflegende Angehörige hilfreich sein. So zeigt die folgende Abbildung, welche pflegenden Angehörigen sich an die Fachstellen wenden.

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170

Abb. 10.8: Beratene Personen nach Beziehung zur gepflegten Person

39,3% 31,1% 29,6%

(Schwieger-)töchter/Söhne Ehefrauen (Ehemänner) sonstiges

Quellen: Jahresberichte der Fachstellen für pflegende Angehörige 2011

Wie die Abbildung zeigt, sind es mit einem Anteil von mehr als 39% der Fälle in erster Linie die Töchter bzw. Schwiegertöchter und Söhne der gepflegten Personen, die die Beratungen der Fachstellen in Anspruch nehmen. Aber auch die Ehepartner der gepflegten Personen (meist Ehefrauen) machen mit rund 31% ebenfalls einen relativ großen Anteil der Beratungen aus. Die sonstigen Personen machen dagegen zusammen weniger als 30% der Beratungen aus. Die folgende Abbildung gibt Aufschluss über die Themenbereiche der Beratungen.

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

171

Abb. 10.9: Themenbereiche der Beratungen

9,8% 9,4% 8,5% 6,3%
4,5%

14,3%
15,2%

32,1%

häusliche Konfliktsituationen Tages-/Kurzzeitpflege Finanzierungsprobleme stationäre Pflege

Pflegeversicherung, Einstufung Demenz ambulante Pflege sonstiges

Quellen: Jahresberichte der Fachstellen für pflegende Angehörige 2011

Wie die Abbildung zeigt, sind die Beratungsthemen sehr vielschichtig und es lässt sich dementsprechend kaum ein Beratungsschwerpunkt feststellen. Den größten Anteil in der Beratung macht aber mit einem Anteil von mehr als 15% der Problembereich „häusliche Konfliktsituationen“ aus, was kaum verwundert, da die häusliche Pflege von Angehörigen insbesondere für die pflegende Person meist sehr belastend ist. Knapp dahinter rangieren mit einem Anteil von rund 14% die Fragen zur Pflegeversicherung und die Einstufung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) in eine Pflegestufe. Die anderen benannten Themenbereiche, wie die Fragen zu Entlastungsangeboten (Kurzzeitpflege und Tagespflege) oder die Möglichkeiten der ambulanten Betreuung in der Wohnung des Gepflegten, sowie die Demenzberatung und die Finanzierung der Pflege machen Anteile zwischen 4,5% und 9,8% aus. Unter der Kategorie „sonstiges“ wurden alle Anfragen gefasst, die keinem der genannten Bereiche zugeordnet werden konnten, weshalb dieser Bereich mit einem Anteil von mehr als 31% auch am größten ist. In den meisten Fällen handelt es sich hier um allgemeine Fragen. Es befinden sich darunter aber auch Fragen zu rechtlichen Themen (wie z.B. zur Vorsorgevollmacht oder zur Patientenverfügung).

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172

10.3

Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Unterstützung pflegender Angehöriger“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth

Aufgrund der Ausführungen wird deutlich, dass sich die Fachstellen für pflegende Angehörige in der Landkreis Fürth bereits sehr gut etabliert haben. So wurden allein durch die beiden Fachstellen des Caritasverbandes und des Diakonischen Werks im Laufe der letzten beiden Jahre fast 1.700 Beratungen bei über 600 pflegenden Angehörigen durchgeführt. Es wurde allerdings auch festgestellt, dass sich bisher nur rund ein Viertel dieser Beratungen auf Landkreisbürger beziehen. Da dies höchstwahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, dass die Fachstellen für pflegende Angehörige ihren Sitz alle in der Stadt Fürth haben, sollten sie ihre Werbemaßnahmen in den Landkreis-Medien, v.a. im Landkreismagazin, verstärken. Dabei sollte explizit darauf hingewiesen werden, dass die Beraterinnen (nach telefonischer Vereinbarung) auch Hausbesuche im Landkreis durchführen. Um eine flächendeckende Versorgung des Landkreises Fürth zu erreichen, ist außerdem auch die Schaffung weiterer Helferkreise in den Gemeinden notwendig, in denen bisher noch keine existieren. Hierzu ist wiederum eine verstärkte Schulung von Helfern zur Unterstützung der pflegenden Angehörigen im Landkreis Fürth notwendig. Die beim ZBFS (Zentrum Bayern Familie und Soziales) zur Verfügung stehenden Fördermöglichkeiten sollten hierzu verstärkt genutzt werden, da diese in den letzten Jahren nicht vollständig ausgeschöpft wurden. Was die Finanzierung der Fachstellen für pflegende Angehörige selbst betrifft, steht diese allerdings auch auf unsicheren Füßen. Zwar wurde die staatliche Förderung durch das „Netzwerk Pflege“ vor kurzem noch einmal bis Ende des Jahres 2014 verlängert, wie es danach weitergeht, ist bis jetzt allerdings noch offen. Damit die erfolgreiche Arbeit der Fachstellen aber kontinuierlich fortgesetzt werden kann, sollte man sich jetzt schon über die langfristige Finanzierung Gedanken machen, denn es wäre nicht das erste Modellprojekt im sozialen Bereich, das nach Auslaufen der staatliche Förderung seinen Dienst aufgrund einer fehlenden Finanzierung wieder einstellen muss. Sicherlich muss hierfür die Initiative vom Landkreis ausgehen, da jedoch insbesondere die gemeindliche Sozialstruktur von der Arbeit der Fachstellen für pflegende Angehörige profitiert, sollten auch die kreisangehörigen Gemeinden bei der Erarbeitung eines langfristigen Finanzierungskonzeptes beteiligt werden. Für die bedarfsgerechte Weiterentwicklung des Handlungsfeldes „Unterstützung pflegender Angehöriger“ ergeben sich somit folgende Maßnahmenempfehlungen.

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

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Tab. 10.1: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Unterstützung pflegender Angehöriger“ Realisierungszeitraum

Ziele und Maßnahmen Da die Fachstellen für pflegende Angehörige ihren Sitz alle in der Stadt Fürth haben, aber auch für den Landkreis zuständig sind, sollten sie ihre Werbemaßnahmen in den Landkreis-Medien, v.a. im Landkreismagazin, verstärken. Dabei sollte besonders darauf hingewiesen werden, dass die Beraterinnen (nach telefonischer Vereinbarung) auch Hausbesuche im Landkreis durchführen.

Zuständigkeit

Fachstellen für pflegende Angehörige Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten in Zusammenarbeit mit dem für das Landkreismagazin zuständige Sachgebiet 1 im Landratsamt

kurzfristig

Ausbau von Gesprächskreisen für pflegende Angehörige im Landkreis Fürth.

Fachstellen für pflegende Angehörige in Zusammenarbeit mit den Akteuren, die in der Seniorenhilfe in den betreffenden Gemeinden bereits aktiv sind Fachstellen für pflegende Angehörige in Zusammenarbeit mit den Akteuren, die in der Seniorenhilfe in den betreffenden Gemeinden bereits aktiv sind

kurz- bis mittelfristig

Verstärkte Schulung von Helfern zur Unterstützung der pflegenden Angehörigen im Landkreis Fürth (Ausschöpfung der beim ZBFS (Zentrum Bayern Familie und Soziales) zur Verfügung stehenden Fördermöglichkeiten). Langfristige Sicherstellung eines bedarfsgerechten Beratungsangebotes für pflegende Angehörige (auch nach möglichen Auslaufen der staatlichen Förderung der Fachstellen für pflegende Angehörige durch den Freistaat Bayern).

kurz- bis mittelfristig

Landkreis Fürth in Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden und den kreisangehörigen Gemeinden

mittelfristig

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

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11.
11.1

Handlungsfeld „Kooperation und Vernetzung“
Allgemeine Vorbemerkungen

Aufgrund der demographischen Entwicklung und der damit verbundenen Erhöhung der Zahl an älteren Menschen wurden die Angebote im Bereich der Seniorenhilfe in den letzten Jahren immer weiter ausgebaut. Vielerorts fehlt es jedoch noch an den nötigen Kooperations- und Vernetzungsstrukturen, so dass die verschiedenen Träger im Bereich der Seniorenhilfe weitgehend nebeneinander agieren. Nicht zuletzt deshalb sollen die nach dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz vom 01.07.2008 zu schaffenden Pflegestützpunkte nicht nur als Anlaufstelle bei medizinischen und pflegerischen Versorgungsfragen dienen, sondern ihnen wurde außerdem die Aufgabe auferlegt, die vor Ort vorhandenen Leistungsangebote zu koordinieren und zu vernetzen.

11.2

Bestand an Kooperations- und Vernetzungsstrukturen im Landkreis Fürth

11.2.1 Kooperations- und Vernetzungsstrukturen auf Gemeindeebene Auf Gemeindeebene existieren im Landkreis Fürth mittlerweile in 11 der 14 Gemeinden Seniorenbeiräte, die neben der Interessensvertretung der älteren Menschen auch die Aufgabe der Kooperation und Vernetzung haben. Im Markt Roßtal organisiert die Seniorenreferentin regelmäßig einen runden Tisch mit allen Vertretern der Seniorengruppen, wodurch auch eine optimale Vernetzung erreicht wird. In den Gemeinden Seukendorf und Tuchenbach sind bisher noch keine Seniorenbeiräte tätig. Damit sich die Senioren aber dennoch vertreten fühlen, wurden in den zwei genannten Gemeinden Seniorenbeauftragte benannt. Da die Beschreibung der Funktion und des Aufgabengebietes der Seniorenbeiräte und Seniorenbeauftragten bereits ausführlich im Handlungsfeld „Beratung und Information/Öffentlichkeitsarbeit“ (vgl. Kap. 4.3.2) behandelt wurde, kann an dieser Stelle weitgehend darauf verzichtet werden. Es sei nur noch erwähnt, dass sie auch die Hauptakteure sind, wenn es um die Verbesserung der Kooperations- und Vernetzungsstrukturen auf Gemeindeebene geht. So gehören u.a. auch folgende Aspekte zu ihrem Aufgabenbereich: Sie sollten die Zusammenarbeit der Personen, Gruppen und Initiativen, die in der gemeindlichen Seniorenarbeit tätig sind, koordinieren. Sie sollten die Anbieter von Veranstaltungen für Senioren auf der Gemeindeebene regelmäßig zu Treffen einladen und die Termine abstimmen (In größeren Gemeinden sollten sie ein örtliches Seniorenprogramm herausgeben). Sie sollten sich für Mitbestimmungsmöglichkeiten von Senioren in der Gemeinde einsetzen, z.B. durch Gründung eines Seniorenbeirats oder eines Seniorenforums.

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

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11.2.2 Kooperations- und Vernetzungsstrukturen auf Landkreisebene Auch auf Landkreisebene wurden die Kooperations- und Vernetzungsstrukturen in den letzten Jahren wesentlich verbessert. Maßgeblich dazu beigetragen hat die Einrichtung einer Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten im Landratsamt des Landkreises Fürth. Da der Aufgabenbereich der Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten recht vielfältig ist, wurde er im Folgenden tabellarisch dargestellt.

Tab. 11.1 Aufgabenbereich der Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten
Bereich Aufgaben
Organisation der Arbeitssitzungen (3 x pro Jahr) jeweils mit Referenten zu Themen, die für Senioren von Bedeutung sind: - Wohnraumanpassung - Netzwerk Pflege - Gerontopsychiatrische Fachberatung - Armut im Alter - Grundsicherung - Leistungen der Pflegekasse - Verkehrssicherheit für Senioren - Leistungen der Wohngeldstelle - Hardware4Friends: EDV-Schulungsangebot - Palliativ-Versorgung (geplant) Besichtigung von Seniorenheimen (1 - 2 x pro Jahr) Info-Transfer zu Themen, die für Senioren wichtig sind Referenten-Suche für Veranstaltungen der einzelnen Seniorenvertretungen Exkursionen zu Einrichtungen, die für Senioren relevant/interessant sind (Beispiel Gebrauchtwarenhof) Organisation der Treffen der Arbeitskreise „Seniorenpolitisches Gesamtkonzept“ sowie ProtokollErstellung und Nachbereitung Ansprechpartner für das Institut Modus Bearbeitung der Zuschüsse für die im Landkreis tätigen ambulanten Pflegedienste (100.000 € pro Jahr) Betreuungsstelle Heimaufsicht (FQA) Pressestelle/Landkreismagazin Regionalmanagement/Wohnraumberatung Wohnungswesen Arbeitsber. Soziale Hilfen Wohngeldstelle Allgemeiner Sozialdienst Öffentlicher Personennahverkehr Runder Tisch Familie

Arbeitsgemeinschaft Senioren im Landkreis Fürth

Seniorenpolitisches Gesamtkonzept

Seniorenhilfeförderung

Vernetzung innerhalb der Landkreisverwaltung mit

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Bereich

Aufgaben
Seniorenbeauftragte der Nachbarkommunen Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände Arbeiterwohlfahrt Bayerisches Rotes Kreuz Diakonisches Werk Caritasverband Sozialverband VdK Gerontopsychiatrischer Arbeitskreis Sparkasse/Marketingabteilung AOK-Pflegekasse und –Marketingabteilung Ambulante Pflegedienste im Landkreis Stationäre Einrichtungen im Landkreis Mehrgenerationenhaus Ammerndorf Kreativzentrum Zirndorf Arbeitskreis SiSenior/Polizeidienststellen Landes-Seniorenvertretung Bayern Verfassen von Artikeln für das Landkreismagazin zu den Themen - Netzwerk Pflege - Wohnraumanpassung - Grundsicherung im Alter - Kurzzeit- und Tagespflegeangebote im Landkreis - Vorsorge-Vollmachten - Politipp-Neuerscheinung - Nachbarschaftshilfen - Seniorenvertretungen im Landkreis - Essen auf Rädern - Tafel-Angebote im Landkreis - Seniorenratgeber - Verkehrssicherheitstraining - Rente/Ehrenamt - Demenz Erstellung und Aktualisierung der Seniorenseite unter www.landkreis-fuerth.de Verfassen von Artikeln für das Sparkassenmagazin GUT zu den Themen Kurzzeit-/Tagespflege, Wohnen im Alter und PolitippVorstellung. Redaktionelle Bearbeitung der Erst- und Zweitausgabe der Broschüre „Politipp – Sicherheitshinweise für Senioren im Landkreis Fürth“ – zusammen mit dem Polizeipräsidium Nürnberg. Redaktionelle Bearbeitung der 3. Ausgabe des Ratgebers für Senioren im Landkreis Fürth (erschienen 2011). Organisation von Veranstaltungen mit erweitertem Teilnehmerkreis zu den Themen - Fit im Alter / Ernährungsberatung - Verkehrssicherheitstraining für Senioren - Wohngemeinschaft? Hausgemeinschaft? Pflegeheim? (In Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Fürth) - Hilfe in Senioren- und Pflegeheimen – Leistungen des Bezirks Mittelfranken (geplant 03/2012) - Fachtag Depressionen im Alter in Kooperation mit Bezirk Mittelfranken und Stadt Fürth (geplant 10/2012) Teilnahme an der Consumenta-Verbrauchermesse mit einem „Seniorentag“ am Landkreis-Stand (geplant 10/2012)

Vernetzung außerhalb der Landkreisverwaltung

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Quelle: Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten des Landratsamtes Fürth 2012

Die Arbeit der Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten ist auch maßgeblich mitverantwortlich dafür, dass sich im Landkreis Fürth in den letzten Jahren zahlreiche neue Kooperations- und Vernetzungsstrukturen herausgebildet haben.

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Tab. 11.2

Kooperations- und Vernetzungsstrukturen im Landkreis Fürth
Turnus der Themengebiete Treffen
3 x jährlich Siehe Tab. 11.1

Kooperations- und VerTeilnehmer netzungsstrukturen AG Senioren im Landkreis Fürth Sprecher-Gremium der AG Senioren
Vorsitzende der Seniorenräte/beiräte und -beauftragten sowie des Runden Tisches „Älter werden in Roßtal“ Vorsitzende der Seniorenvertretungen Cadolzburg, Oberasbach und Zirndorf • Seniorenvertreter • Bürgermeister der großen, mittleren und kleinen Kommunen • Fraktionsvorsitzende/-vertreter der Kreistags-Parteien • Vertreter der Wohlfahrtsverbände/VdK • Modus-Institut Bamberg • Verwaltung • Vertreter der Wohlfahrtsverbände Stadt u. Landkreis Fürth • Seniorenbeauftragte Stadt Fürth • Sozialamtsleiter Stadt und Landkreis Fürth • Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten • Sozialpsychiatrischer Dienst des Bezirks Mittelfranken • Seniorenvertreter • GEFA-Fachstelle • Wohlfahrtsverbände • Sozialamtsvertreter Stadt und Landkreis Fürth • Staatl. Gesundheitsamt • Vertreter von stationären und ambulanten Einrichtungen • Seniorenbeauftragte Stadt Fürth • Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten • Pflegekassen • Compass-Pflegeberatung • Polizei-Beauftragter für Senioren • Seniorenvertreter von Stadt und Landkreis Fürth • Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten • Nachbarschaftshilfen • Regionalmanager • Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten • Regionalmanager • Wohnraumberater • Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten

6 – 8 x pro Jahr

Vorberatung der Themen der AGSenioren-Sitzungen

Arbeitskreis „Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth“

4 – 5 x pro Jahr

Handlungsfelder des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts

Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände Landkreis und Stadt Fürth

2 x jährlich

Sozialpolitische Fragen

Gerontopsychiatrischer Arbeitskreis

4 x jährlich

Gerontopsychiatrische Themen (2012: Organisation einer Fachtagung zum Thema „Depression im Alter“)

Initiative „SiSenior“

4 x jährlich

Seniorenbezogene Fragen der Sicherheit im Alltag

Netzwerk Nachbarschaftshilfen

mehrmals jährlich

• Austausch • Fortbildung

Projekt Wohnraumberater des Landkreises Fürth

mehrmals jährlich

Fragen in Zusammenhang mit der Wohnraumberatung

Quelle: Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten des Landratsamtes Fürth 2012

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Im Landkreis Fürth existieren also auch auf Landkreisebene schon zahlreiche Kooperations- und Vernetzungsstrukturen. Einen Pflegestützpunkt, wodurch laut dem Gesetzgeber insbesondere die Kooperations- und Vernetzungsstrukturen in Landkreisen verbessert werden sollen, gibt es im Landkreis Fürth bis jetzt allerdings noch nicht. Aus diesem Grund gewinnt die Beurteilung der Kooperations- und Vernetzungsstrukturen der vorhandenen Anbieter im Bereich der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth zusätzlich an Bedeutung. Obwohl es sehr schwierig ist, die Kooperationsstrukturen im Bereich der Seniorenhilfe zu erfassen, konnten hierzu im Rahmen der Bestandsaufnahme einige wichtige Informationen erhoben werden. Die folgende Abbildung zeigt zunächst die Angaben der Pflegeeinrichtungen, wie sie ihre Zusammenarbeit mit den potentiellen Kooperationspartnern im Bereich der Seniorenhilfe einschätzen.

Abb. 11.1:

Zusammenarbeit der Dienste und Einrichtungen mit potentiellen Kooperationspartnern im Bereich der Seniorenhilfe

Kliniken und Krankenhäuser Ärzte Therapeutische Praxen Pflegekassen Krankenkassen MDK (Med. Dienst d. Krankenkassen) Amb. Dienste d. Wohlfahrtsverbände Amb. Dienste der privaten Träger Stat. Einricht. d. Wohlfahrtsverb. Stat. Einrichtungen d. priv. Träger Gemeinden Landratsamt (Sozialverwaltung) Pfarrgemeinden 0,0% 20,0%

55,6 51,9 48,1 51,9
37,0 33,3

11,1

11,1

22,2
11,1

22,2 22,2 22,2
7,4

14,8

22,2 22,2 18,5
3,7

3,7

11,1

59,3
37,0
22,2
11,1 11,1 11,1 11,1
7,4 7,4

29,6
14,8
3,7

7,4

44,4

55,6
44,4 48,1
3,7

37,0 33,3

77,8 51,9 77,8
40,0% 60,0%

18,5
14,8 14,8
100,0%

25,9

7,4
3,7 3,7

80,0%

gut
Quelle: MODUS-Sozialforschung 2011

mittelmäßig

schlecht

keine/k.A.

Wie die Abbildung zeigt, wird von den Diensten und Einrichtungen im Bereich der Seniorenhilfe die Zusammenarbeit mit den Gemeinden und den Pfarrgemeinden am besten eingeschätzt.

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So stuften mit einem Anteilswert von fast 78% mehr als drei Viertel der Dienste und Einrichtungen die Zusammenarbeit mit den Gemeinden als „gut“ ein, während weniger als 4% eine „mittelmäßige“ Beurteilung abgaben. Bezüglich der Zusammenarbeit mit den Pfarrgemeinden gab es ebenfalls nur von weniger als 4% eine „mittelmäßige“ bzw. eine „negative“ Bewertung, andererseits aber auch fast 78% „positive“ Beurteilungen. Ebenfalls recht positiv scheint die Zusammenarbeit der Dienste und Einrichtungen im Bereich der Seniorenhilfe mit dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MdK) zu sein. Mit einem Anteilswert von rund 59% stuften hier weit mehr als die Hälfte der Dienste und Einrichtungen im Bereich der Seniorenhilfe die Zusammenarbeit als „gut“ ein, während weniger als 4% mit dem MdK eine schlechte Zusammenarbeit monierten. Ungünstiger sieht es bei der Zusammenarbeit mit den Krankenkassen aus. Diese wird von den Diensten und Einrichtungen im Bereich der Seniorenhilfe mit einem Anteilswert von rund 11% relativ oft als „schlecht“ eingestuft. Addiert man dazu noch die „mittelmäßigen Beurteilungen“, kommt man auf einen Anteil von rund 44%, während nur 37% der Dienste und Einrichtungen eine „positive“ Beurteilung für die Krankenkassen abgaben. Weiterhin fällt auf, dass mit den Diensten und Einrichtungen in den meisten Fällen „keine“ und in relativ vielen Fällen nur eine „mittelmäßige“ oder sogar „schlechte“ Zusammenarbeit stattfindet. Das liegt in vielen Fällen natürlich daran, dass die Dienste und Einrichtungen in verschiedenen Regionen des Landkreises tätig sind und deshalb kaum Berührungspunkte bestehen. Es finden sich aber auch mehrere Dienste und Einrichtungen, die in der gleichen Region arbeiten und „nicht“ oder „schlecht“ zusammenarbeiten. Dies mag wohl noch verständlich sein, wenn es zwei Dienste der gleichen Profession betrifft und damit der Konkurrenzgedanke eine Rolle spielt. Handelt es sich aber auf der einen Seite um einen ambulanten Dienst und auf der anderen Seite um eine stationäre Einrichtung in der gleichen Region des Landkreises, sollte man schon erwarten können, dass hier eine Zusammenarbeit möglich ist. Zusammenfassend ist somit bezüglich der Kooperationsstruktur zwischen den Einrichtungen und Diensten im Bereich der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth festzustellen, dass die Zusammenarbeit am häufigsten zwischen folgenden Bereichen bemängelt wird: • den Einrichtungen der Seniorenhilfe und den Krankenkassen • den ambulanten Diensten und stationären Einrichtungen

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Zur Verbesserung der Kooperationsstrukturen hat es sich in vielen Regionen Deutschlands als wirksam erwiesen, sogenannte „Pflegekonferenzen“ einzuführen, in die alle Träger im Bereich der Seniorenhilfe unabhängig von ihrer Trägerschaft einbezogen werden. Durch die regelmäßige Veranstaltung solcher Pflegekonferenzen können bestehende Vorbehalte und Berührungsängste zwischen verschiedenen Trägern und Professionen abgebaut werden. Es wurde deshalb im Arbeitskreis „Seniorenpolitisches Gesamtkonzept“ diskutiert, ob auch im Landkreis Fürth eine Pflegekonferenz geschaffen werden sollte. Man war sich jedoch im Arbeitskreis weitgehend einig, dass in den letzten Jahren auf Landkreisebene bereits genügend Kooperations- und Vernetzungsstrukturen geschaffen wurden, die sich grundsätzlich auch dazu eignen, die jetzt noch vorhandenen Probleme in den Kooperationsbeziehungen auf Landkreisebene zu beseitigen.

11.3

Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Kooperation und Vernetzung“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth

Wie die Ausführungen gezeigt haben, wurden die Kooperations- und Vernetzungsstrukturen im Landkreis Fürth in den letzten Jahren auf Landkreisebene wesentlich verbessert. Maßgeblich dazu beigetragen hat die Einrichtung einer Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten im Landratsamt des Landkreises Fürth, mit deren Hilfe sich zahlreiche weitere Kooperations- und Vernetzungsstrukturen auf Landkreisebene entwickelt haben (vgl. Kap. 11.2). Auch auf Gemeindeebene sind im Landkreis Fürth bereits die Grundvoraussetzungen für die Kooperation und Vernetzung schon fast flächendeckend geschaffen, da mittlerweile in 11 der 14 Gemeinden ein Seniorenbeirat existiert und es im Markt Roßtal mit dem „Runden Tisch Älter werden in Roßtal“ ein anderes Kooperations- und Vernetzungsgremium gibt. In den Gemeinden Seukendorf und Tuchenbach gibt es bisher allerdings noch keine Seniorenbeiräte. Damit sich die Senioren aber dennoch vertreten fühlen, wurden in den zwei genannten Gemeinden ersatzweise Seniorenbeauftragte benannt. Mittelfristig sollte aber auch hier versucht werden, die Kooperations- und Vernetzungsstrukturen durch die Gründung von Seniorenbeiräten zu optimieren. In den größeren Gemeinden sollte die „Kooperation und Vernetzung“ zusätzlich durch einen „Runden Tisch“ nach dem Vorbild der Gemeinde Roßtal geschaffen werden, um den verschiedenen Akteuren im Bereich der Seniorenhilfe in ihrer Gemeinde eine Plattform zur Verfügung zu stellen, damit sie sich untereinander austauschen und ihre

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Veranstaltungen koordinieren können, um so eine optimale Kooperation und Vernetzung auf Gemeindeebene zu erreichen. Weiterhin ist es notwendig, dass es in jeder Gemeindeverwaltung einen festen Ansprechpartner für Seniorenangelegenheiten gibt. Auch wenn dies in den meisten Gemeindeverwaltungen im Landkreis Fürth bereits realisiert ist, so scheint es nach den Erfahrungen bei den verschiedenen Datenerhebungen in einzelnen Gemeindeverwaltungen diesbezüglich noch Zuständigkeitsprobleme zu geben. Insgesamt ergibt sich somit bezüglich der bedarfsgerechten Weiterentwicklung des Handlungsfeldes „Kooperation und Vernetzung“ folgender Handlungsbedarf.

Tab. 11.3: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Kooperation und Vernetzung“ Ziele und Maßnahmen Zuständigkeit Realisierungszeitraum

Die Landkreis-Kommunen, die in der Verwaltung Landkreisnoch keinen festen Ansprechpartner für Seniorenangelegenheiten benannt haben, sollten dies Kommunen kurzfristig nachholen. Zur Verbesserung der Kooperation und Vernetzung auf Gemeindeebene sollten mittelfristig auch in Seukendorf und Tuchenbach Seniorenbeiräte geschaffen werden. In größeren Gemeinden sollten "Runde Tische" mit allen Akteuren der örtlichen Seniorenarbeit gebildet werden, um die Angebote für Senioren abzustimmen, zu erweitern und stärker bekannt zu machen (Beispiele: Langenzenn und Roßtal). Gemeinden - Seukendorf, - Tuchenbach

kurzfristig

mittelfristig

Seniorenvertretungen in Zusammenarbeit mit den Kommunen

mittelfristig

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12.
12.1

Handlungsfeld „Hospiz- und Palliativversorgung“
Allgemeine Vorbemerkungen

Sterbende und schwerstkranke Menschen mit nicht heilbaren Krankheiten bedürfen einer umfassenden Begleitung. Dabei stehen im Wesentlichen drei verschiedene professionelle Möglichkeiten zur Verfügung: Ambulante Hospizarbeit Stationäre bzw. teilstationäre Hospizarbeit Palliativstationen Die ambulante Hospizarbeit hat zum Ziel, durch die individuelle, psychosoziale Unterstützung meist ehrenamtlicher HelferInnen mit besonderer Schulung und Supervision den Kranken das Sterben in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen und die Angehörigen und Freunde zu entlasten. Die ambulante Hospizarbeit stellt aktuell den Schwerpunkt der Hospizangebote dar. Die teilstationäre Hospizarbeit bietet eine Ergänzung zur ambulanten Hospizarbeit, indem Schwerstkranke tagsüber Aufnahme finden, um der Gefahr sozialer Isolation zu entgehen, wenn z.B. pflegende Angehörige tagsüber arbeiten müssen bzw. sich tagsüber nicht um die Pflegeperson kümmern können. Stationäre Hospize begleiten umfassend sterbende bzw. schwerstkranke Menschen, die keiner Krankenhausbehandlung mehr bedürfen, für die aber eine ambulante Versorgung im Haushalt oder in der Familie nicht mehr möglich ist. Stationäre Hospize bieten eine palliativmedizinisch-pflegerische, psychosoziale und seelsorgliche Begleitung der sterbenden Menschen rund um die Uhr. Palliativstationen sind Abteilungen von Krankenhäusern, in denen Patienten aufgenommen werden, die eine palliativmedizinische und palliativpflegerische Versorgung benötigen. Ziel ist dabei die Linderung von Schmerzen und quälenden Begleiterscheinungen von nicht heilbaren Krankheiten. Hauptziel der Behandlung ist die Erhaltung einer möglichst hohen Lebensqualität.

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12.2 12.2.1

Hospizarbeit und Palliativversorgung in Bayern Stationäre Hospize und Palliativstationen in Bayern

Stationäre Hospize und Palliativstationen sind beides Elemente der Palliative-CareVersorgung. Die folgende Abbildung zeigt ihre Verteilung mit den jeweiligen Platzzahlen in Bayern.

Abb. 12.1: Verteilung der stationären Hospize und Palliativstationen in Bayern

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Insgesamt gibt es in Bayern aktuell 144 Plätze in stationären Hospizen und 423 Plätze in Palliativstationen. Damit haben sich die Plätze in stationären Hospizen in den letzten sechs Jahren fast verdoppelt und die Plätze in Palliativstationen mehr als verdoppelt, denn im Jahr 2005 gab es lediglich 76 Plätze in stationären Hospizen und nur 177 Plätze in Palliativstationen. Während sich die stationären Hospize zum größten Teil auf die Ballungszentren München und Nürnberg-Erlangen sowie auf den Süd-Westen Bayerns konzentrieren, sind die Palliativstationen in Bayern etwas flächendeckender verteilt. So gibt es mit 28 die meisten stationären Hospizplätze in München und in Nürnberg sind 19 Plätze in stationären Hospizen verfügbar. Die meisten Plätze in Palliativstationen finden sich mit 61 Plätzen ebenfalls in der Landeshauptstadt. Offensichtlich scheint es insbesondere bei den zur Verfügung stehenden stationären Hospizplätzen einen deutlichen Unterschied in den einzelnen Regierungsbezirken zu geben. So stehen in Oberbayern und Schwaben relativ viele stationäre Hospizplätze zur Verfügung, während es in der Oberpfalz und in Niederbayern noch überhaupt keine stationären Hospize gibt. Die folgende Abbildung gibt die Gesamtzahl an Plätzen in stationären Hospizen sowie in Palliativstationen der Krankenhäuser differenziert nach Regierungsbezirken wieder. Abb. 12.2: Anzahl der Plätze in stationären Hospizen und Palliativstationen differenziert nach Regierungsbezirken

250

Plätze in Palliativstationen Plätze in stationären Hospizen

200

150

156

100

58
50

44 43 40
z al pf O

32
18
0
e nk ra rf n e itt ke an lfr n e nk ra rf e nt U

57

31
8
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50

30
en ab w ch

O

be

ay rb be

n er i N

M

ay rb de e

n er S

Quelle: Daten des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Senioren 2011

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185

Durch die Auswertung nach Regierungsbezirken wird deutlich, dass in Südbayern sowohl mehr Plätze in stationären Hospizen als auch in Palliativstationen existieren. Während es in Nordbayern nur 57 Plätze in stationären Hospizen gibt, sind es in Südbayern 87 Plätze. Was die Palliativstationen betrifft, gibt es in Nordbayern lediglich 173 Plätze, während in Südbayern 250 Plätze vorhanden sind. Was die Plätze in stationären Hospizen angeht, hängt die Differenz in erster Linie damit zusammen, dass es in den nördlichen Regierungsbezirken zum einen wesentlich weniger stationäre Hospize gibt und zum anderen auch die Platzzahl in Palliativstationen wesentlich geringer als beispielsweise in Oberbayern ist. Da die Regierungsbezirke von der Bevölkerungszahl jedoch sehr unterschiedlich sind, kann ein sinnvoller Versorgungsvergleich nur durch die Berechnung von Versorgungsquoten erfolgen, wie das in folgender Abbildung geschehen ist.

Abb. 12.3: Versorgungsvergleich der Plätze in stationären Hospizen und Palliativstationen nach Regierungsbezirken
Plätze pro 10.000 Einwohner ab 80 Jahren

12,0

10,0

9,9
8,0

10,3 8,9

8,2 7,2 7,3

8,2

8,0

6,0

4,0

2,0

0,0
ra rf be en nk en nk ra f el itt M en nk ra f rp be lz fa O be rn ye ba r ie N rn ye ba r de en ab G am es r ye ba t n

O

U

er nt

O

hw Sc

Quelle: Berechnungen von MODUS-Sozialforschung 2011

Aufgrund des durchgeführten Versorgungsvergleichs wird deutlich, dass der Regierungsbezirk Unterfranken am schlechtesten und der Regierungsbezirk Oberbayern am besten mit Plätzen in stationären Hospizen und Palliativstationen ausgestattet ist.

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12.2.2

Ambulante Hospizdienste in Bayern

Die folgende Abbildung zeigt die aktuelle Verteilung der ambulanten Hospizdienste in Bayern. Abb. 12.4: Verteilung der ambulanten Hospizdienste in Bayern

Wie die kartographische Abbildung zeigt, ist die ambulante Hospizarbeit in Bayern schon wesentlich flächendeckender ausgebaut als der stationäre Hospizbereich. Dadurch können die bestehenden geographischen Lücken in der stationären Versorgung zumindest teilweise durch die ambulante Hospizarbeit abgedeckt werden.

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187

Im Gegensatz zur stationären Versorgung ist die Zahl der ambulanten Hospizdienste auch nicht gestiegen, sondern durch den Zusammenschluss von Hospizvereinen sogar gesunken, und zwar von 134 Hospizdienste im Jahr 2005 auf aktuell nur noch 127 ambulante Hospizdienste. Von diesen entfallen 55 auf Nordbayern und 72 auf Südbayern. Das bei den stationären Hospizen festgestellte Süd-Nord-Gefälle scheint also im ambulanten Bereich weniger stark ausgeprägt zu sein. Dies zeigt sich auch bei einer Auswertung der ambulanten Hospizdienste nach Regierungsbezirken.

Abb. 12.5: Anzahl der ambulanten Hospizdienste nach Regierungsbezirken

50

40

39
30

20

22

22

10

10

11

12

11

0
n ke an r rf be en nk a lfr tte n ke an fr er nt lz fa rp be O n er ay rb N n er ay rb de ie en ab

O

i M

O

be

U

hw Sc

Quelle: MODUS-Sozialforschung nach Angaben des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialforschung, Familie und Frauen 2011 sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz und der Bayerischen Hospiz Stiftung 2011

Aufgrund der Auswertung nach Regierungsbezirken wird deutlich, dass es in den Regierungsbezirken Oberfranken, Unterfranken, Oberpfalz und Niederbayern etwa gleich viele ambulante Hospizdienste gibt. In den Regierungsbezirken Mittelfranken und Schwaben ist ihre Zahl etwa doppelt so hoch und im Regierungsbezirk Oberbayern noch mal etwa doppelt so hoch. Hieraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass beispielsweise Oberbayern viermal so gut ausgestattet wäre wie Oberfranken, weil die Hospizdienste von der Mitarbeiterzahl und dem Einzugsgebiet sehr unterschiedlich sind, weshalb auch der im Bereich der stationären Hospize durchgeführte Versorgungsvergleich keinen Sinn macht.

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188

12.3

Hospizarbeit und Palliativversorgung im Landkreis Fürth

Wie bereits bei den obigen Betrachtungen deutlich wurde, gibt es im Landkreis Fürth bisher keine eigenständige stationäre Hospizeinrichtung. Es existieren allerdings seit September 2006 vier Hospiz-Apartments im Helene-Schultheiß-Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt in Zirndorf. Der Großteil der Hospizarbeit wird im Landkreis Fürth allerdings ambulant geleistet. Hier ist in erster Linie der Hospizverein Fürth e.V. zu nennen. Der Hospizverein Fürth ist sehr stark ärztlich dominiert und erbringt seit mehr als zwanzig Jahren Beratungsleistungen im Bereich der Hospiz- und Palliativversorgung. Mit der Erbringung von palliativen Leistungen im Sinne des seit 01.04.2007 geltenden Gesetzes wurde nach dessen Richtlinien im August 2007 begonnen. Das Palliativ-Care-Team, das sich aus sieben Palliativ-Care-Fachkräften und sechs niedergelassenen Palliativmedizinern (je drei für Stadt und Landkreis) zusammensetzt, führt die am individuellen Bedarf des einzelnen Palliativpatienten orientierte notwendige pflegerische und medizinische Leistung durch. Hierdurch wird eine professionelle und gleichzeitig humane Begleitung und Versorgung von schwerkranken Menschen in ihrer häuslichen Umgebung ermöglicht. Die erbrachten Leistungen werden i.d.R. durch den Hausarzt verordnet, wenn eine Heilung trotz aller medizinischen Errungenschaften nicht mehr möglich ist, und können seit 01.04.2007 auch über die Krankenkassen abgerechnet werden. Der Hospizverein Fürth besteht mittlerweile aus 540 Mitgliedern, davon sind derzeit 86 ehrenamtlich in der Hospizarbeit aktiv tätig. Im letzten Jahr führte der Hospizverein in Stadt und Landkreis Fürth folgende Betreuungsleistungen durch.

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Abb. 12.6: Betreuungsleistungen des Hospizvereins Fürth im Jahr 2011
Personen 140

133
120

100

80

60

60 50

40

20

0 Begleitung Sterbender
Quelle: Hospizverein Fürth 2012

Begleitung Schwerstkranker

Trauerbegleitungen

Im Laufe des Jahres 2011 wurden durch den Hospizverein Fürth 193 Schwerstkranke auf ihrem letzten Weg begleitet, davon sind im Jahr 2011 allerdings bereits 133 der Begleiteten verstorben. Darüber hinaus wurden zahlreiche Beratungen geführt. Neben den Beratungsgesprächen, der Begleitung von Sterbenden und deren Angehörigen bietet der Hospizverein Fürth für die Trauernden auch einen Gesprächskreis an, der im Jahr 2011 mit durchschnittlich sechs TeilnehmerInnen 22-mal für insgesamt etwa 50 Trauernde stattfand. Bei diesen Zahlen darf allerdings nicht übersehen werden, dass auch die im Landkreis Fürth existierenden ambulanten Pflegedienste im Rahmen ihrer Arbeit ebenfalls einen wichtigen Beitrag im Bereich der Hospizarbeit und Palliativversorgung leisten, indem sie einen Teil der Betreuung der Schwerstkranken und Sterbenden übernehmen, ohne dass sie die einzelnen Tätigkeiten im Rahmen der Bestandserhebung genau quantifizieren konnten. Insbesondere zu nennen ist in diesem Zusammenhang das Diakonische Werk Fürth. Hier haben bis heute insgesamt 331 Mitarbeitende an den PalliativCare-Schulungen teilgenommen. Abgeschlossen haben diese insgesamt 265 Mitarbeitende. Weiter gibt es hier eine Gruppe ehrenamtlicher Palliativbegleiter, die über die Pflegedienstleitungen (ambulant und stationär) angefordert werden können. Hier sind in der Stadt und dem Landkreis Fürth derzeit 10 Ehrenamtliche aktiv. Außerdem bietet das Diakonische Werk Fürth eine Trauergruppe in Fürth an, die aber selbstverständlich auch Menschen aus dem Landkreis offen steht.

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190

12.4 12.4.1

Bedarf an stationären Hospizplätzen im Landkreis Fürth Allgemeine Vorbemerkungen

Wenn eine ambulante Betreuung nicht mehr ausreicht oder nicht möglich ist, kann eine stationäre Unterbringung eine sinnvolle Maßnahme sein. Bisher existieren in der Bundesrepublik Deutschland jedoch noch sehr wenige stationäre Hospizeinrichtungen. Nach den Daten der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. standen Ende des Jahres 2010 in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt 165 stationäre Hospizeinrichtungen mit rund 1.500 Hospizbetten zur Verfügung. Auf die bundesdeutsche Bevölkerung übertragen, ergibt sich daraus ein Bestand von 18 Hospizbetten pro 1 Million Einwohner. Die Versorgung in den einzelnen Bundesländern ist jedoch höchst unterschiedlich und schwankt zwischen 42 Hospizbetten pro 1 Million Einwohner in Hamburg und 8 Hospizbetten pro 1 Million Einwohner in Bayern. Das Bundesland Bayern stellt also das Schlusslicht dar, was die Versorgung mit Hospizbetten betrifft. So stehen beispielsweise in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Saarland mehr als dreimal so viele Hospizbetten zur Verfügung wie in Bayern. Was den Bedarf an Hospizbetten betrifft, geht die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin von einem Wert von 25 bis 30 Hospizbetten pro 1 Million Einwohner aus. Da bei diesen Bedarfswerten die Stadtstaaten Hamburg mit 42 Hospizbetten pro 1 Million Einwohner und Berlin mit 34 Hospizbetten pro 1 Million Einwohner bereits jetzt mit Hospizbetten überversorgt wären, muss dementsprechend davon ausgegangen werden, das die genannten Bedarfswerte zu niedrig angesetzt sind. Dementsprechend kommen andere Akteure, die im Bereich der Hospiz- und Palliativversorgung aktiv sind, zu wesentlich höheren Bedarfswerten. So geht beispielsweise die Deutsche Krebshilfe e. V. davon aus, dass der Bedarf bei mindestens 30 bis 50 Hospizbetten pro 1 Million Einwohner liegt. Wie die Ausführungen gezeigt haben, besteht bisher noch eine relativ große Uneinigkeit, was den Bedarf an stationären Hospizplätzen betrifft. Aus wissenschaftlicher Sicht kommt als weiteres Problem hinzu, dass die gemeinhin bei den vorliegenden Schätzungen verwendete Bezugsgröße „1 Million Einwohner“ ohnehin nur eine sehr grobe Orientierung zulässt. Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass es bisher bundesweit keine fundierte Methode zur Ermittlung des Bedarfs an stationären Hospizplätzen gibt. Aus diesem Grund hat es sich der Bamberger Forschungsverbund zur Aufgabe gemacht, eine Bedarfsermittlung für den Bereich der stationären Hospizversorgung zu entwickeln, die ähnlich wie die durchgeführten Bedarfsermittlungen für den Bereich der Pflege auf sinnvollen Bezugsgrößen basiert.

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191

Im Einzelnen sollen bei der indikatorengestützten Bedarfsermittlung folgende Indikatoren einbezogen werden: Gestorbene Personen im Untersuchungsgebiet Anteil des institutionellen Betreuungsbedarfs Anteil des stationären Betreuungsbedarfs Durchschnittliche Verweildauer in stationären Hospizen Der erstgenannte Indikator kann als Grundindikator angesehen werden. Er wird in der Regel bereits bei der Durchführung der örtlichen Bevölkerungsprojektion benötigt und ist daher für die jeweiligen Untersuchungsgebiete vorhanden. Beim Indikator „Anteil des institutionellen Betreuungsbedarfs“ helfen die Angaben der Deutschen Hospiz Stiftung weiter. Danach besteht für 40% bis 60% der Sterbenden ein institutioneller Betreuungsbedarf. Da von der Deutschen Hospiz Stiftung allerdings keine Aussage darüber getroffen wird, wie hoch hierbei der Anteil der ambulanten und stationären Betreuungen sein soll, soll bei der Bedarfsermittlung der tatsächliche Anteil von 18,3% eingesetzt werden, der in der Bundesrepublik Deutschland derzeit auf den Bereich der stationären Hospizbetreuung entfällt. Der letzte Indikator „durchschnittliche Verweildauer“ kann empirisch ermittelt werden. Hierzu erfolgte eine Erhebung in den derzeit in Bayern zur Verfügung stehenden Hospizeinrichtungen. Danach ergab sich – bei einem Intervall von 19 Tagen im Hospiz Haus Xenia in Nürnberg und 28 Tagen im Christopherus Hospiz in München – eine durchschnittliche Verweildauer von 24 Tagen.

12.4.2

Ermittlung des aktuellen Bedarfs an stationären Hospizplätzen im Landkreis Fürth

Im Laufe des letzten Jahres sind im Landkreis Fürth insgesamt 1.099 Menschen gestorben. Aufgrund der oben genannten Quoten ergibt sich für den Landkreis Fürth, dass für 81 bis 121 der 1.099 im letzten Jahr gestorbenen Menschen ein stationärer Hospizplatz notwendig gewesen wäre. Hieraus lässt sich nun der Bedarf an stationären Hospizbetten im Landkreis Fürth ermitteln, indem die durchschnittliche Verweildauer einbezogen wird. Das Ergebnis der durchgeführten Berechnungen zum Bedarf an stationären Hospizbetten wird in folgender Abbildung dem derzeitigen Bestand gegenübergestellt.

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192

Abb. 12.7: Aktueller Bedarf an stationären Hospizplätzen im Landkreis Fürth
Hospizplätze 10

Gegenüberstellung von Bestand und Bedarf an Pflegekräften

8

8
6

5
4

4
2

0

Mindestbedarf
Quelle: Berechnungen von MODUS-Sozialforschung 2012

Bestand

Maximalbedarf

Wie die Abbildung zeigt, ergibt sich bei einer Übertragung der genannten Indikatoren auf den Landkreis Fürth ein Bedarfsintervall von mindestens 5 bis maximal 8 stationären Hospizplätzen. Der ermittelte Bedarf liegt also über dem derzeitigen Bestand von vier Plätzen im Helene-Schultheiß-Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt in Zirndorf (vgl. Kap. 12.3). Berücksichtigt man allerdings, dass die sinnvolle Betriebsgröße eines stationären Hospizes bei 10 bis 16 Betten liegt, rechtfertigt der für den Landkreis Fürth aktuell festgestellte Bedarf von 5 bis maximal 8 Plätzen kurzfristig keine eigene Hospizeinrichtung. Bezieht man jedoch die Stadt Fürth mit ein, für die sich nach dem gleichen Berechnungsverfahren ein Bedarf von 6 bis maximal 9 stationären Hospizplätzen ergibt, resultiert für die gesamte Region Fürth ein Bedarf von mindestens 11 bis maximal 17 stationären Hospizplätzen. Für die gesamte Region Fürth wäre also eine stationäre Hospizeinrichtung notwendig, um den regionalen Bedarf vollständig befriedigen zu können.

12.4.3

Entwicklung des Bedarfs an stationären Hospizplätzen im Landkreis Fürth

Die Entwicklung des Bedarfs an stationären Hospizplätzen hängt in erster Linie davon ab, wie viele Menschen zukünftig pro Jahr sterben werden. Anhand der für die Bevölkerungsprojektion errechneten Sterbefälle ist bis zum Jahr 2030 mit einer Zunahme um 34% der Sterbefälle zu rechnen.

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Bei einer fundierten Bedarfsprognose sind jedoch weitere Faktoren zu berücksichtigen. Zum einen ist davon auszugehen, dass mit den soziodemografischen Veränderungen – insbesondere der steigenden Zahl an alleinstehenden älteren Menschen – auch die Zahl der Menschen, die eine stationäre Hospizversorgung benötigen, zunimmt. Zum anderen gilt es, die von den Hospizeinrichtungen in Bayern festgestellte Beobachtung, dass sich die Verweildauer aufgrund der verbesserten medikamentösen Einstellung kontinuierlich erhöht, zu beachten. Um die genannten Faktoren zu berücksichtigen, wurde bei der in folgender Abbildung dargestellten Bedarfsprognose für den Bereich der stationären Hospizversorgung eine Steigerungsrate von 1%-Punkt pro Jahr zu Grunde gelegt.

Abb. 12.8: Entwicklung des Bedarfs an stationären Hospizplätzen im Landkreis Fürth bis zum Jahr 2030
Hospizplätze

16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 4 3 2 1 0
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030 Quelle: Berechnungen von MODUS-Sozialforschung 2012 jeweils 31.12. .... 540

8

8

8

9

9

9

9

10

10

10

10

11

11
518

11

11

12

12

12

12

13

13

Maximalbedarf

5

5 4

6

6

6

6

6

6

7

7

7

7

7

7

8

8

8

8

8

9

9

Mindestbedarf

4

4

4

4

4

4

4

4

4

4

4

4

4

4

4

4

4

4

4

Wie die Abbildung zeigt, wird sich der Bedarf an stationären Hospizplätzen im Landkreis Fürth in den nächsten Jahren deutlich erhöhen. So wird das Bedarfsintervall bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf mindestens 9 bis 16 Plätze ansteigen, was gegenüber den Ausgangswerten einer Steigerungsrate von fast 64% entspricht. Die Schere zwischen dem Hospiz-Platz-Bedarf und den derzeit im Helene-SchultheißPflegeheim der Arbeiterwohlfahrt in Zirndorf vorhandenen vier stationären HospizPlätzen (vgl. Kap. 12.3) wird in den nächsten Jahren also voraussichtlich zunehmend auseinander gehen.

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

194

12.5

Zusammenfassende Betrachtungen des Handlungsfeldes „Hospiz und Palliativversorgung“ und Maßnahmenempfehlungen für den Landkreis Fürth

Wie die Ausführungen gezeigt haben, wird die Hospizarbeit im Landkreis Fürth bisher überwiegend ambulant geleistet. Hierfür stehen im Hospizverein Fürth insgesamt 86 ehrenamtliche Hospizhelferinnen zur Verfügung, die auch eng mit dem Palliativ-CareTeam zusammenarbeiten. Weiterhin ist in diesem Bereich auch das Diakonische Werk Fürth sehr aktiv. Hier haben bis heute insgesamt 265 Mitarbeitende eine Palliativ-CareSchulung abgeschlossen (vgl. Kap. 12.3). Um den stationären Hospizbedarf im Landkreis Fürth zu eruieren, wurde im Rahmen des vorliegenden Berichtes anhand eines Modells, das verschiedene Indikatoren berücksichtigt (vgl. Kap. 12.4.1), eine Bedarfsermittlung durchgeführt. Danach ergab sich für den Landkreis Fürth ein aktueller Bedarf von mindestens 5 bis maximal 8 Plätzen. (vgl. Kap. 12.4.2). Um nicht nur kurzfristig, sondern auch mittel- bis langfristig den Bedarf an stationären Hospizplätzen abschätzen zu können, wurde im Rahmen des vorliegenden Berichtes zusätzlich auch für diesen Bereich eine Bedarfsprognose bis zum Jahr 2030 durchgeführt. Danach ergab sich, dass der Bedarf im Landkreis Fürth bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf mindestens 9 bis maximal 13 stationäre Hospizplätze ansteigen wird (vgl. Kap. 12.4.3). Berücksichtigt man, dass die optimale Betriebsgröße eines stationären Hospizes bei 10 bis 16 Betten liegt, rechtfertigt der für den Landkreis Fürth aktuell festgestellte Bedarf von 5 bis maximal 8 Plätzen kurzfristig also keine eigene Hospizeinrichtung. Mittel- bis langfristig wäre aufgrund des zu erwartenden ansteigenden Bedarfs allerdings eine stationäre Hospizeinrichtung für den Landkreis Fürth bedarfsgerecht. Bezieht man bei den durchgeführten Berechnungen die Stadt Fürth mit ein, für die sich nach dem gleichen Berechnungsverfahren ein Bedarf von 6 bis maximal 9 stationären Hospizplätzen ergibt, resultiert für die gesamte Region Fürth derzeit ein Bedarf von mindestens 11 bis maximal 17 stationären Hospizplätzen. Für die gesamte Region Fürth wäre also bereits kurzfristig eine stationäre Hospizeinrichtung bedarfsgerecht. Für die Übergangszeit empfiehlt sich die Implementierung von Hospizbegleitung in den im Landkreis Fürth bestehenden stationären Einrichtungen. Hierbei ist es aber sehr wichtig, dass die betreffenden Einrichtungen auch über Personal verfügen, das eine entsprechende Palliative-Care-Ausbildung oder zumindest eine qualifizierte Hospizschulung nachweisen kann. Anlässlich einer Arbeitskreissitzung erklärte der Vorsitzende des Hospizvereins, dass sein Verein die Ausbildung von geeigneten Mitarbeitern in den Heimen übernehmen würde, sofern sie dort noch mindestens zwei Jahre arbeiten werden. Weiterhin würde der Hospizverein (mit Unterstützung des Personals durch Ehrenamtliche) auch die laufende Begleitung übernehmen.

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195

Insgesamt resultieren für die bedarfsgerechte Weiterentwicklung des Handlungsfeldes „Hospiz und Palliativversorgung“ im Landkreis Fürth somit folgende Maßnahmenempfehlungen.

Tab. 12.1: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Hospiz und Palliativversorgung“ Ziele und Maßnahmen Implementierung von Hospizbegleitung in den im Landkreis Fürth bestehenden stationären Einrichtungen durch qualifiziertes Fachpersonal, das über eine Palliative-Care-Ausbildung oder zumindest über eine qualifizierte Hospizschulung verfügt. Zuständigkeit Realisierungszeitraum

Bestehende stationäre Einrichtungen in Zusammenarbeit mit den Hospizverein Fürth e.V.

kurzfristig

Einrichtung eines stationären Hospizes Hospizverein Fürth e.V. im Landkreis Fürth.

mittel bis langfristig

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196

13.

Zusammenfassung der Maßnahmenempfehlungen zur Weiterentwicklung der Seniorenhilfe im Landkreis Fürth

Aus der Gesamtschau der Maßnahmenempfehlungen wird deutlich, dass im Landkreis Fürth das Angebot in vielen Bereichen nur partiell zu ergänzen ist, in einigen Bereichen aber auch ein größerer Nachholbedarf besteht. Zur besseren Übersichtlichkeit erfolgt zum Anschluss des vorliegenden Berichtes noch eine Zusammenfassung der Maßnahmenempfehlungen. Bei den quantitativen Maßnahmenempfehlungen, die kontinuierlich umzusetzen sind, werden folgende Realisierungszeiträume angegeben: • Maßnahmen bis Ende 2020 • Maßnahmen bis Ende 2025 • Maßnahmen bis Ende 2030

Hierbei gilt es allerdings zu beachten, dass die genannten Zahlen im Rahmen der Fortschreibung der Bedarfermittlung nach Art. 69 Abs. 1 AGSG (vgl. Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth, Teilbericht 1), die im Landkreis Fürth laut Beschluss der Planungsgruppe „Seniorenhilfeplanung“ im dreijährigen Turnus durchgeführt werden soll, jeweils aktualisiert werden.

Für die angegebenen Realisierungszeiträume der qualitativen Maßnahmen gilt folgende Einteilung: • Kurzfristige Maßnahmen: ein bis zwei Jahre • Mittelfristige Maßnahmen: drei bis fünf Jahre • Langfristige Maßnahmen: sechs bis zehn Jahre Im Bereich der „offenen Seniorenhilfe“ wurde zusätzlich auch die Zuständigkeit angegeben, weil hier in der Regel mehrere Akteure für die Umsetzung verantwortlich sind. Bei den quantitativen Maßnahmenempfehlungen im Bereich der Pflege wurde dagegen auf die Benennung der Zuständigkeit verzichtet, da hier gemäß dem Subsidiaritätsprinzip in erster Linie die im Landkreis vorhandenen Träger der Pflegeeinrichtungen für die Umsetzung der Empfehlungen zuständig sind.

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Tab. 13.1: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Integrierte Ortsund Entwicklungsplanung“ Ziele und Maßnahmen Damit die Lücken im Radwegenetz (insbesondere in Wilhermsdorf, Roßtal und Langenzenn) geschlossen werden können, sollen die Kommunen im Rahmen einer Bürgermeisterdienstbesprechung darauf aufmerksam gemacht werden, dass auch auf Gemeindeebene ein Konzept zum Bau der örtlichen Radwege erforderlich ist. Da die Senioren in Obermichelbach, Seukendorf und Tuchenbach sehr häufig die Erreichbarkeit der Apotheken kritisierten, sollten diese ihre Werbung für den Lieferservice verstärken. Zuständigkeit Realisierungszeitraum

Landkreis Fürth, kurzfristig Gemeinden

Apotheken in Obermichelbach, Seukendorf und Tuchenbach.

kurzfristig

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Tab. 13.2: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Wohnen im Alter“ Ziele und Maßnahmen
Um zu erreichen, dass die Bauherren/Bauträger zukünftig häufiger barrierefrei bauen, soll das Landratsamt einen aussagekräftigen und nicht zu umfangreichen Flyer zum Thema „Barrierefreies Bauen“ entwickeln. Dazu soll der Behindertenbeauftragte des Landkreises einen ersten Entwurf liefern. Dieser Entwurf soll dann im Rahmen der BürgermeisterDienstbesprechung den Landkreisbürgermeistern vorgestellt werden. Nachdem die Anregungen der Bürgermeister eingearbeitet sind, soll der Flyer folgendermaßen verbreitet werden: Die Landkreiskommunen erhalten eine bestimmte Anzahl von Flyern zur Verteilung an BauInteressenten. Der Flyer wird vom Bauamt allen Baugenehmigungen (Ein- und Mehrfamilienhäuser) beigelegt. Außerdem soll der Flyer ins Internet auf eine neu zu gestaltende Seite „Wohnraumanpassungsberatung“ und auf die Seite der Bauabteilung (Bauverwaltung - Häufig gestellte Fragen zum Thema „Bauen“) eingestellt werden. Das Regionalmanagement führt im Rahmen seines Handlungsfeld 1 „Demographischer Wandel/Familie und ältere Bürger/Soziale Angelegenheiten“ ein Projekt „Wohnraumanpassungsberater für Senioren“ durch (vgl. Projektskizze im Anhang). Unterprojekt A: Sobald das Projekt „Gewinnung von Wohnraumanpassungsberatern“ etabliert ist, soll der in der Projektskizze genannte Personenkreis von den Beratern im Rahmen von Vortragsveranstaltungen für das Thema sensibilisiert werden. Unterprojekt B: Das Regionalmanagement/die Wirtschaftsförderung soll das Sonderthema „Verbindung von energetischer Sanierung und Wohnraumanpassung“ (Arbeitstitel) für den nächsten Energietag des Landkreises einplanen, sofern bis dahin bereits ausreichend Berater für die Wohnraumanpassung zur Verfügung stehen. Unterprojekt C: Sobald vom Regionalmanagement geeignete Wohnraumanpassungsberater gefunden sind, soll den Volkshochschulen angeboten werden, mit diesen Personen entsprechende Veranstaltungen abzuhalten. Außerdem sollen die künftigen Berater auch in den Gemeinden bei SeniorenVeranstaltungen Vorträge zum Thema Wohnraumanpassung und abhalten.

Zuständigkeit

Realisierungszeitraum

Behindertenbeauftragter in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten und dem Büro des Landrats

mittelfristig

Regionalmanagement im Einvernehmen mit der Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten Regionalmanagement mit den künftigen Wohnraumanpassungsberatern Regionalmanagement in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsförderung und den künftigen Wohnraumanpassungsberatern Regionalmanagement mit künftigen Wohnraumanpassungsberatern und der Koordinierungsstelle/AG Senioren

kurzfristig

mittelfristig

kurzfristig

kurzfristig

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199

Ziele und Maßnahmen
Für die Landkreishomepage soll eine Seite „Wohnraumanpassungsberatung“ eingerichtet werden, auf der neben einem Infotext, dem Flyer (siehe oben) sowie der Adressen der Wohnraumanpassungsberater (siehe oben) auch eine Check-Liste eingestellt wird. Darauf soll anschließend im Landkreismagazin, im Rahmen der AG-Senioren-Treffen und in der Bürgermeister-Dienstbesprechung hingewiesen werden. Bürger, die nicht über einen InternetZugang verfügen, sollen das Info-Material bei ihrer örtlichen Seniorenvertretung in Papierform abholen bzw. bei der Koordinierungsstelle anfordern können. Im Landkreismagazin sind zukünftig regelmäßig Artikel zum Thema Wohnraumanpassung zu veröffentlichen. Es soll so zur Plattform für die künftigen Wohnraumanpassungsberater werden. Außerdem soll im Landkreismagazin auch regelmäßig auf die Internet-Seite „Wohnraumanpassungsberatung“ hingewiesen werden. In der nächsten Ausgabe des „Ratgebers für Senioren im Landkreis Fürth“ soll dem Thema „Wohnraumanpassung“ ein gesondertes Kapitel mit ausführlichen Informationen und Adressenteil gewidmet werden. Die Sparkasse soll in den regelmäßig stattfindenden Gesprächen mit dem Sprecher-Gremium der AG Senioren und der Koordinierungsstelle über die verschiedenen Maßnahmen informiert werden, um sich bei Interesse einbringen zu können (Wohnraumanpassungs-/Energietag, etc.).

Zuständigkeit

Realisierungszeitraum

Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten in Zukurzfristig sammenarbeit mit (nach Akquiriedem Behindertenrung der Wohnbeauftragten und raumanpasdem Regionalmasungsberater) nagement sowie dem Büro des Landrats Redaktion des Landkreismagazins in Zusammenarbeit mit den Wohnraumanpassungsberatern und der Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten. Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten des Landratsamtes Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten zusammen mit dem Sprecher-Gremium der AG Senioren

kurzfristig

kurzfristig

kurzfristig

Das Regionalmanagement soll regelmäßig recherchieren, inwieweit Projekte aus dem Bereich „DemoRegionalmanagegraphischer Wandel/Senioren“ durch öffentliche Mitment tel (EU, Bund, Freistaat) gefördert werden können und ggf. Vorschläge dazu ausarbeiten. Damit weitere WBGs ihren Wohnungsbestand im Landkreis „seniorengerecht“ gestalten, soll eine InfoVeranstaltung mit den Landkreisbürgermeistern, ihren zuständigen Bauamts-Mitarbeitern, kommunalen und privaten Wohnungsbauträgern durchgeführt werden. Dabei soll der Behindertenbeauftragte des Landkreises zusammen mit dem Behindertenbeauftragten des Freistaats (Hr. Beck) und der Kreishandwerkerschaft (Hr. Mörtel) über die Notwendigkeit seniorengerecht bzw. barrierefrei gestalteter Wohnungen informieren. Es soll ein „Musterzimmer“ eingerichtet werden (beispielsweise in einer Einrichtung des Diakonischen Werks). Das Regionalmanagement soll hierfür Sponsoren (z.B. Lions, Rotarier) akquirieren.

kontinuierlich

Behindertenbeauftragter in Zusammenarbeit mit Regionalmanagement, Kreishandwerkerschaft, Büro des Landrats

kurzfristig

Regionalmanagement in Zus. mit dem Behindertenbeauftragten.

mittelfristig

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200

Tab. 13.3: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Beratung und Information/Öffentlichkeitsarbeit“ Ziele und Maßnahmen Zuständigkeit Realisierungszeitraum

Durch die Einrichtung bzw. Erweiterung der Außensprechstunden der vorhandenen Beratungsstellen sollten Vorhandene Beratungsauch in den kleineren und dezentral stellen gelegenen Gemeinden Beratungsmöglichkeiten geschaffen werden. Wie bereits in einigen Gemeinden praktiziert, sollte durch regelmäßige Schulungen der Seniorenvertreter als Koordinierungsstelle für Administratoren für die InternetplattSeniorenangelegenheiten form AHIS ein aktueller, vollständiger Auftritt in allen Gemeinden gewährleistet werden. Aufgrund der unterdurchschnittlichen Bewertung der Senioren zu den Themen „Beratung“ und „Mitbestimmung„ sollten die vorhandenen Seniorenbeauftragten in Seukendorf und Tuchenbach ihren Tätigkeitsbereich kurzfristig auf die „Seniorenberatung“ ausweiten. Mittelfristig sollte auch in diesen Gemeinden ein Seniorenbeirat gegründet werden, der diese Aufgabe durch die Abhaltung von regelmäßigen Sprechstunden übernimmt.

mittelfristig

kontinuierlich

Gemeinden Seukendorf und Tuchenbach

kurz- bis mittelfristig

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201

Tab. 13.4: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Gesellschaftliche Teilhabe“ Ziele und Maßnahmen Steigerung des Bekanntheitsgrades der bestehenden Seniorentreffen in den einzelnen Gemeinden Schaffung von attraktiveren Angeboten für jüngere Senioren in den Seniorenclubs und Seniorenkreisen. Zuständigkeit Anbieter von Seniorenveranstaltungen in den einzelnen Gemeinden Anbieter von Seniorenclubs und Seniorenkreisen in den einzelnen Gemeinden Realisierungszeitraum kurzfristig

kurzfristig

Organisation von Fahr- und Begleitdiens- Anbieter von Seniorenverten zum Besuch von Seniorenveranstal- anstaltungen in den eintungen in den einzelnen Gemeinden. zelnen Gemeinden In Anbetracht der Größe der Stadt Stein sollten die bereits genutzten Räume des Anbieter von SeniorenverAnwesens Alexanderstr. 6 in Richtung anstaltungen in der Stadt „Seniorenbegegnungsstätte“ weiterentwi- Stein ckelt werden. Der BürgerInfoTreff in der Stadt Oberasbach sollte zu einer Seniorenbegegnungsstätte mit hauptamtlichem Ansprechpartner ausgebaut werden. Auch mittlere und kleine Gemeinden sollten einen guten Mix von Ausflügen und Fahrten im Angebot haben und diese entsprechend bewerben, insbesondere in Seukendorf, Obermichelbach, Tuchenbach und Wilhermsdorf. Durchführung einer Seniorenmesse, um die Angebote der Akteure im Bereich Seniorenarbeit besser bekannt zu machen. Steigerung der überörtlichen Bekanntgabe von Veranstaltungen für Senioren, beispielsweise durch Bekanntmachung der Termine auch in den Amtsblättern der Nachbarkommunen. Anbieter von Seniorenveranstaltungen in der Stadt Oberasbach Anbieter von Seniorenveranstaltungen in den Gemeinden, insbesondere in Seukendorf, Obermichelbach, Tuchenbach und Wilhermsdorf. Landratsamt in Zusammenarbeit mit der AG Senioren (SprecherGremium) Anbieter von Seniorenveranstaltungen in Zusammenarbeit mit den Kommunen und den Seniorenvertretern

kurzfristig

mittelfristig

mittelfristig

kurzfristig

kurzfristig

kurzfristig

Bildung von "Runden Tischen" aller Akteure der örtlichen Seniorenarbeit, um Seniorenvertretungen in die Angebote für Senioren in den einzelZusammenarbeit mit den nen Gemeinden abzustimmen, zu erweiKommunen tern und stärker bekannt zu machen (Beispiele: Langenzenn und Roßtal).

mittelfristig

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202

Tab. 13.5: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Präventive Angebote im Bereich Sport“ Ziele und Maßnahmen Alle Gemeinden sollten in ihren Publikationsorganen, wie den Amtsblättern oder den Internetseiten, regelmäßig auf das bestehende Seniorensportangebot und die generationsübergreifenden Sportangebote hinweisen. Allgemein sollten von den Anbietern verstärkt Anreize zur Erhöhung der Nutzung der vorhandenen Angebote erfolgen, z.B. durch Schnupperkurse für Nichtmitglieder. In größeren Gemeinden sollte die Einrichtung von Bewegungsparks (nach dem Vorbild der Städte Zirndorf und Stein oder der Gemeinde Veitsbronn) geschaffen werden. Bei der Umgestaltung von Kinderspielplätzen sollten die Gemeindeverwaltungen regelmäßig prüfen, inwieweit diese in Richtung von Mehrgenerationenspielplätzen weiterentwickelt werden können. In Anbetracht der Ergebnisse der Seniorenbefragung sollte in den Gemeinden Cadolzburg, Langenzenn, Roßtal und Stein eine Erhöhung des Nutzungsgrades der vorhandenen Angebote erreicht werden, z.B. durch die Veröffentlichung in den Publikationsorganen der Gemeinden, durch Aushang an den Infotafeln der Gemeinden, durch Auslegen der Angebote in Arztpraxen und durch verstärkte Information bei der Seniorenmesse. In Anbetracht der Ergebnisse der Seniorenbefragung sollte der Bekanntheitsgrad der vorhandenen Angebote in den Gemeinden Obermichelbach, Tuchenbach und Wilhermsdorf durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit erhöht werden und ggf. ein Ausbau des Sportangebotes stattfinden. In Anbetracht der Ergebnisse der Seniorenbefragung sollte der Nutzungsgrad der vorhandenen Angebote in der Gemeinde Seukendorf durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit erhöht werden und ggf. eine Erweiterung der Angebotspalette stattfinden. Zuständigkeit Realisierungszeitraum

Gemeindeverwaltungen Sportvereine und Anbieter von Seniorenveranstaltungen in den Gemeinden Größere Gemeinden

kontinuierlich

mittelfristig

mittelfristig

Kommunale Vertreter der einzelnen Gemeinden

mittel- bis langfristig

Gemeinden und Anbieter von Seniorensportveranstaltungen in den Gemeinden - Cadolzburg, - Langenzenn, - Roßtal - Stein Sportvereine und Anbieter von Seniorensportveranstaltungen in den Gemeinden - Obermichelbach, - Tuchenbach - Wilhermsdorf Sportvereine und Anbieter von Seniorensportveranstaltungen in der Gemeinde Seukendorf

kurzfristig

kurzfristig

kurzfristig

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203

Tab. 13.6: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Präventive Angebote im Bereich Bildung“ Ziele und Maßnahmen Zuständigkeit Realisierungszeitraum

Allgemein ist eine Erhöhung des Nutzungsgrades der vorhandenen BildungsAnbieter von Seniorenveranstaltungen anzustreben, z.B. durch veranstaltungen in den Organisation von gemeinsamen Bildungseinzelnen Gemeinden veranstaltungen über die Gemeindegrenzen hinaus. Aufgrund der Ergebnisse der Seniorenbefragung ist davon auszugehen, dass durch eine Organisation von Fahr- und Begleit- Anbieter von Seniorendiensten zu den Bildungsveranstaltungen veranstaltungen in den eine Erhöhung des Nutzungsgrades der einzelnen Gemeinden vorhandenen Bildungsveranstaltungen erreicht werden kann. Aufgrund der unterdurchschnittlichen Bewertung in der Seniorenbefragung sollte in Wilhermsdorf eine Erweiterung des Angebotsspektrums im Bereich Bildung über die stattfindenden Computerkurse hinaus organisiert werden. Da in Seukendorf bisher noch keine Bildungsveranstaltungen stattfinden, was sich auch in der sehr stark unterdurchschnittlichen Bewertung in der Seniorenbefragung ausdrückt, sollten zukünftig entweder in der Gemeinde selbst einige Bildungsveranstaltungen angeboten werden oder Fahr- und wenn nötig Begleitdienste organisiert werden, damit die Senioren in Seukendorf vermehrt auf die Bildungsangebote der Volkshochschulen Cadolzburg und Veitsbronn zurückgreifen können.

kurzfristig

kurzfristig

Anbieter von Seniorenveranstaltungen, insbesondere die Volkshochschule in Wilhermsdorf

kurzfristig

Anbieter von Seniorenveranstaltungen in der Gemeinde Seukendorf

kurzfristig

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204

Tab. 13.7: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Bürgerschaftliches Engagement“ Ziele und Maßnahmen Allgemein sollte eine stärkere Förderung der ehrenamtlich Tätigen erfolgen, z.B. durch verstärkte fachliche Betreuung und Beratung sowie Unterstützung von Fortbildungsmaßnahmen. Als erste Maßnahme hierzu, soll im Landkreis Fürth die „Ehrenamtscard“ eingeführt werden. Weiterhin soll eine Liste mit Fortbildungsmöglichkeiten für Ehrenamtliche erstellt werden, und es soll überprüft werden, ob die Fortbildungsmaßnahmen über die Landkreis-Stiftung gefördert werden können. Zuständigkeit Realisierungszeitrau m

Landratsamt Fürth: Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten, Büro des Landrates kurzfristig

Um eine Verbesserung der Vermittlung und Organisation der ehrenamtlichen Tätigkeiten im Landkreis Fürth zu erreichen, soll das Regionalmanagement die Freiwilligen-Agenturen (dazu zählen auch alle Nachbarschaftshilfen) Landkreis Fürth: in Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus Ammerndorf vernetzen. Es soll eine Regionalmanagement Kontaktstelle geschaffen werden, die zum einen als Ansprechpartner für die Anbieter von ehrenamtlichen Leistungen und zum anderen auch als Anlaufstelle für die NachfrageSeite dient. Allgemein sollte eine stärkere Integration von jüngeren Senioren in die ehrenamtliche Seniorenarbeit erfolgen. Hierzu sollten die vorhandenen Angebote für jüngeren Senioren regelmäßig im Landkreismagazin vorgestellt werden. Aufgrund der Ergebnisse der Seniorenbefragung sollten die nachbarschaftlichen Hilfen in der Gemeinde Wilhermsdorf ausgebaut werden. In den Gemeinden Obermichelbach und Seukendorf sollte eine bessere Bekanntmachung der vorhandenen nachbarschaftlichen Hilfen und eine Spezifizierung der Angebote auf die Bedürfnisse der älteren Menschen erfolgen. Als Reaktion auf das in der Seniorenbefragung geäußerte Bedürfnis sollten in der Gemeinde Puschendorf (eventuell gemeindeübergreifende) nachbarschaftliche Hilfen organisiert werden. Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten, Seniorenbeauftragte in den Gemeinden Vorhandene Träger im Bereich der Seniorenhilfe in der Gemeinde Wilhermsdorf Vorhandene Träger im Bereich der Seniorenhilfe in den Gemeinden Obermichelbach und Seukendorf Seniorenbeauftragte und vorhandene Träger der Seniorenhilfe in der Gemeinde Puschendorf

kurzfristig

kurzfristig

kurzfristig

kurzfristig

mittelfristig

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Tab. 13.8: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Ambulante Pflege“ Empfehlungen zur quantitativen Weiterentwicklung der ambulanten Pflege Ziele und Maßnahmen VR Nord VR Süd Realisierungszeitraum bis Ende 2020 bis Ende 2025 bis Ende 2030

Ausbau auf 102,6 bis 177,5 Pflegekräfte Ausbau auf 116,0 bis 198,0 Pflegekräfte Ausbau auf 133,2 bis 244,4 Pflegekräfte

32,9 – 57,4 69,7 – 120,1 37,6 – 64,8 78,4 – 133,2 43,7 – 74,2 89,5 – 150,2

Empfehlungen zur qualitativen Weiterentwicklung der ambulanten Pflege Ziele und Maßnahmen Zuständigkeit Realisierungszeitraum kurzfristig und kontinuierlich

Verstärkte Schulung und Fortbildung der Träger der vorhandenen MitarbeiterInnen der ambulanten Pflegeambulanten Pflegedienste in Richtung der gerontopsychiatdienste rischen Betreuung. Unterstützung aller präventiven Maßnahmen im Bereich der ambulanten Pfle- Pflegekassen, ge (therapeutische Maßnahmen, aktivie- Krankenkassen rende Pflege, Reha-Maßnahmen etc.). Um die ambulanten Pflegedienste weiter zu unterstützen, sollte mittelfristig eine Überprüfung des Landkreiszuschusses Landkreis Fürth und ggf. eine entsprechende Anpassung durchgeführt werden.

kurzfristig und kontinuierlich

mittelfristig

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Tab. 13.9: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Tagespflege“ Empfehlungen zur quantitativen Weiterentwicklung der Tagespflege Ziele und Maßnahmen Ausbau auf 20 bis 71 Tagespflegeplätze Ausbau auf 23 bis 79 Tagespflegeplätze Ausbau auf 26 bis 86 Tagespflegeplätze VR Nord 6 – 23 8 – 26 9 – 28 VR Süd 14 – 48 15 – 53 17 – 58 Realisierungszeitraum bis Ende 2020 bis Ende 2025 bis Ende 2030

Empfehlungen zur qualitativen Weiterentwicklung der Tagespflege Ziele und Maßnahmen Zuständigkeit Realisierungszeitraum kurz- bis mittelfristig

Ergänzung des Angebotes durch den weite- Träger der vorhanderen Ausbau niederschwelliger Tagesbenen ambulanten Pfletreuungsangebote. gedienste Große Anbieter im Ergänzung des Angebotes durch eine an Bereich der ambulaneinen großen ambulanten Dienst angeglie- ten Pflege im Süden derte Tagespflegeeinrichtung im Süden des des Landkreises Fürth Landkreises Fürth. (z.B. Diakonie, Caritasverband) Unterstützung der potenziellen Träger von Tagespflegeeinrichtungen bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten in den Gemeinden. Bürgermeister der Städte und Gemeinden im Landkreis

mittelfristig

kontinuierlich

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Tab. 13.10: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Kurzzeitpflege“ Empfehlungen zur quantitativen Weiterentwicklung der Kurzzeitpflege Ziele und Maßnahmen Ausbau auf 34 bis 52 Kurzzeitpflegeplätze Ausbau auf 36 bis 55 Kurzzeitpflegeplätze Ausbau auf 38 bis 58 Kurzzeitpflegeplätze VR Nord 11 – 17 12 – 18 13 – 19 VR Süd 23 – 35 24 – 37 25 – 39 Realisierungszeitraum bis Ende 2020 bis Ende 2025 bis Ende 2030

Empfehlungen zur qualitativen Weiterentwicklung der Kurzzeitpflege Ziele und Maßnahmen Ausbau der ganzjährigen Kurzzeitpflegeplätze, insbesondere im Süden des Landkreises Fürth. Zuständigkeit Anbieter von Kurzzeitpflegeplätzen im Landkreis Fürth Realisierungszeitraum

mittelfristig

Tab. 13.11: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Vollstationäre Pflege“ Empfehlungen zur quantitativen Weiterentwicklung der stationären Pflege Ziele und Maßnahmen Ausbau auf 1444 bis 1832 Pflegeplätze Ausbau auf 1547 bis 1952 Pflegeplätze Ausbau auf 1620 bis 2031 Pflegeplätze VR Nord 453 – 580 VR Süd 991 – 1252 Realisierungszeitraum bis Ende 2020

493 – 627 1054 – 1325 bis Ende 2025 523 – 662 1097 – 1369 bis Ende 2030

Empfehlungen zur qualitativen Weiterentwicklung der stationären Pflege Ziele und Maßnahmen Zuständigkeit Realisierungszeitraum kurz- bis mittelfristig

Intensivere Fortbildung der MitarbeiterIn- Träger der vorhandenen nen in den Bereichen Gerontopsychiatrie, stationären EinrichtunGeriatrie und Sterbebegleitung. gen

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

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Tab. 13.12: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Hilfen für gerontopsychiatrisch Erkrankte“ Empfehlungen zur quantitativen Weiterentwicklung Ziele und Maßnahmen Ausbau auf 79 bis 170 „beschützende Plätze“ Ausbau auf 87 bis 187 „beschützende Plätze“ Ausbau auf 92 bis 197 „beschützende Plätze“ Empfehlungen zur qualitativen Weiterentwicklung Ziele und Maßnahmen Zuständigkeit Realisierungszeitraum Realisierungs zeitraum bis Ende 2020 bis Ende 2025 bis Ende 2030

Wohlfahrtsverbände Ausbau von weiteren niederschwelligen Betreuungsangeboten für gerontopsychiat- sowie andere freie und private Träger risch erkrankte Menschen. Intensivierung der Informations- und Beratungstätigkeit im Bereich der gerontopsychiatrischen Betreuung. Wohlfahrtsverbände sowie andere freie und private Träger

kurzfristig

kurzfristig und kontinuierlich

Als Zusatzangebot für demenzkranke Wohlfahrtsverbände Menschen sollten weitere ambulant betreusowie andere freie te Wohngemeinschaften aufgebaut werund private Träger den.

mittelfristig

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

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Tab. 13.13: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Unterstützung pflegender Angehöriger“ Realisierungszeitraum

Ziele und Maßnahmen Da die Fachstellen für pflegende Angehörige ihren Sitz alle in der Stadt Fürth haben, aber auch für den Landkreis zuständig sind, sollten sie ihre Werbemaßnahmen in den Landkreis-Medien, v.a. im Landkreismagazin, verstärken. Dabei sollte besonders darauf hingewiesen werden, dass die Beraterinnen (nach telefonischer Vereinbarung) auch Hausbesuche im Landkreis durchführen.

Zuständigkeit

Fachstellen für pflegende Angehörige Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten in Zusammenarbeit mit dem für das Landkreismagazin zuständige Sachgebiet 1 im Landratsamt

kurzfristig

Ausbau von Gesprächskreisen für pflegende Angehörige im Landkreis Fürth.

Fachstellen für pflegende Angehörige in Zusammenarbeit mit den Akteuren, die in der Seniorenhilfe in den betreffenden Gemeinden bereits aktiv sind Fachstellen für pflegende Angehörige in Zusammenarbeit mit den Akteuren, die in der Seniorenhilfe in den betreffenden Gemeinden bereits aktiv sind

kurz- bis mittelfristig

Verstärkte Schulung von Helfern zur Unterstützung der pflegenden Angehörigen im Landkreis Fürth (Ausschöpfung der beim ZBFS (Zentrum Bayern Familie und Soziales) zur Verfügung stehenden Fördermöglichkeiten). Langfristige Sicherstellung eines bedarfsgerechten Beratungsangebotes für pflegende Angehörige (auch nach möglichen Auslaufen der staatlichen Förderung der Fachstellen für pflegende Angehörige durch den Freistaat Bayern).

kurz- bis mittelfristig

Landkreis Fürth in Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden und den kreisangehörigen Gemeinden

mittelfristig

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

210

Tab. 13.14: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Kooperation und Vernetzung“ Ziele und Maßnahmen Die Landkreis-Kommunen, die in der Verwaltung noch keinen festen Ansprechpartner für Seniorenangelegenheiten benannt haben, sollten dies kurzfristig nachholen. Zur Verbesserung der Kooperation und Vernetzung auf Gemeindeebene sollten mittelfristig auch in Seukendorf und Tuchenbach Seniorenbeiräte geschaffen werden. In größeren Gemeinden sollten "Runde Tische" mit allen Akteuren der örtlichen Seniorenarbeit gebildet werden, um die Angebote für Senioren abzustimmen, zu erweitern und stärker bekannt zu machen (Beispiele: Langenzenn und Roßtal). Zuständigkeit Realisierungszeitraum

LandkreisKommunen

kurzfristig

Gemeinden - Seukendorf, - Tuchenbach

mittelfristig

Seniorenvertretungen in Zusammenarbeit mit den Kommunen

mittelfristig

Tab. 13.15: Maßnahmenempfehlungen für das Handlungsfeld „Hospiz und Palliativversorgung“ Ziele und Maßnahmen Implementierung von Hospizbegleitung in den im Landkreis Fürth bestehenden stationären Einrichtungen durch qualifiziertes Fachpersonal, das über eine Palliative-CareAusbildung oder zumindest über eine qualifizierte Hospizschulung verfügt. Einrichtung eines stationären Hospizes im Landkreis Fürth. Zuständigkeit Bestehende stationäre Einrichtungen in Zusammenarbeit mit den Hospizverein Fürth e.V. Hospizverein Fürth e.V. Realisierungszeitraum

kurzfristig

mittel bis langfristig

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

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LITERATURVERZEICHNIS

Bayerische Ausführungsverordnung zum Pflegeversicherungsgesetz (AVPflegeVG) vom 10.Januar 1995 Bayerisches Ausführungsgesetz zum Pflegeversicherungsgesetz (AGPflegeVG) vom 7.April 1995 Bayerisches Gesetz zur Ausführung der Sozialgesetze (AGSG) vom 7. Dezember 2007 Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.) 2011: Bevölkerung in Bayern 2010. München Berlininstitut für Bevölkerung und Entwicklung 2011: Demenzreport. Berlin Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung 1994: Die Alten der Zukunft - Bevölkerungsstatistische Datenanalyse (Schriftenreihe des Bundesministeriums für Familie und Senioren, Bd. 32). Stuttgart, Berlin, Köln Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg.) 1992: Häusliche Pflege. Bonn Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit (Hrsg.) 1986: Die Situation der älteren Menschen in der Familie, Vierter Familienbericht. Bonn Bundesministerium für Familie und Senioren (Hrsg.) 1993: Erster Altenbericht - Die Lebenssituation älterer Menschen in Deutschland. Bonn Bundesministerium für Familie und Senioren (Hrsg.) 2002: Vierter Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland. Bonn Bundesministerium für Familie und Senioren (Hrsg.) 2005: Fünfter Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland. Bonn Deutscher Bundestag 1998: Endbericht der Enquete-Kommission „Demographischer Wandel“ - Herausforderung unserer älter werdenden Gesellschaft an den einzelnen und die Politik. Bonn Deutscher Bundestag 1994: Pflegeversicherung. Bonn Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.) 1986: Handbuch der örtlichen Sozialplanung, Bd. 265. Frankfurt Deutsches Zentrum für Altersfragen e.V. (Hrsg.) 1991: Alte Menschen in der Stadt und auf dem Lande (Beiträge zur Gerontologie und Altenarbeit, Bd. 82). Berlin Gesetz zur sozialen Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit (PflegeVersicherungsgesetz - PflegeVG) vom 25. Mai 1994 Infratest 1993: Hilfe- und Pflegebedürftige in privaten Haushalten (Schriftenreihe des Bundesministeriums für Familie und Senioren, Bd. 20.2). Stuttgart, Berlin, Köln Kuratorium Deutsche Altershilfe (Hrsg.) 1991: Ambulante sozialpflegerische Dienste leistungsschwächer als vor 20 Jahren?. In: KDA Presse- und Informationsdienst. Folge 6/91, S.4-7 Kuratorium Deutsche Altershilfe (Hrsg.) 1992: Schrumpfendes „Töchter-Pflegepotential“. In: KDA Presse- und Informationsdienst. Folge 1/92, S.1 Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) 1995: Bedarfsplanung in der kommunalen Altenpolitik und -arbeit in NordrheinWestfalen. Dortmund Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) 1997: Tagespflege in NRW – Ergebnisse einer Studie des KDA. Düsseldorf Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) 1998: Indikatorengestütztes Planungsmodell zur Pflegeinfrastruktur. Düsseldorf

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

212

MODUS/Prof. Dr. Pieper 2001: Seniorenhilfeplan für den Landkreis Ansbach MODUS/Prof. Dr. Pieper 2007: Seniorenhilfeplan für den Landkreis Nürnberger Land MODUS/Prof. Dr. Pieper 2009: Seniorenhilfeplan für den Landkreis Roth MODUS/Prof. Dr. Pieper 2010: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Lichtenfels

MODUS/Prof. Dr. Pieper 2010: Die Versorgung der Stadt Nürnberg mit Pflegediensten und –
einrichtungen

MODUS/Prof. Dr. Pieper 2011: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Kitzingen

MODUS/Prof. Dr. Pieper 2011: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Erlangen-Höchstadt

MODUS/Prof. Dr. Pieper 2012: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Neustadt a.d.Aisch – Bad Windsheim

Naegele, G. 1985: Voran mit der familiären Pflege - Ein Weg zurück! in: WSI - Zeitschrift des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts des Deutschen Gewerkschaftsbundes GmbH 7/85, S. 394-403 Naegele, G.; Tews, H.-P. 1993a: Lebenslagen im Strukturwandel des Alters: Alternde Gesellschaft - Folgen für die Politik. Opladen Naegele, G.; Schmidt, W. 1993b: Zukünftige Schwerpunkte kommunalpolitischen Handelns in Altenpolitik und Altenarbeit auf dem Hintergrund des soziokulturellen Wandels des Alters. In: Kühnert, S.; Naegele, G. (Hrsg.): Perspektiven moderner Altenpolitik und Altenarbeit (Dortmunder Beiträge zur angewandten Gerontologie, Bd. 1). Hannover, S. 1-26 Naegele, G. 1993c: Standards in der kommunalen Altenplanung - Die Zeit der einfachen Antworten ist vorbei! In: Kühnert, S.; Naegele, G. (Hrsg.): Perspektiven moderner Altenpolitik und Altenarbeit (Dortmunder Beiträge zur angewandten Gerontologie, Bd. 1). Hannover, S. 171-196 Naegele, G. 1993d: Neue Aspekte in der Pflege? Zur vorgesehenen Qualitätssicherung im Pflegeversicherungsgesetz. In: Soziale Sicherheit 8-9/84, S. 236-243 Schneider, H. 1992: Entwicklungsstand und -perspektiven der kommunalen Sozialberichterstattung und indikatorengestützten Sozialplanung. In: Theorie und Praxis der sozialen Arbeit, 7, 1992, S. 258-266 Socialdata - Institut für empirische Sozialforschung GmbH 1980: Anzahl und Situation zu Hause lebender Pflegebedürftiger (Schriftenreihe des Bundesministers für Jugend, Familie und Gesundheit, Bd. 80). Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz Statistisches Bundesamt 1992: Im Blickpunkt: Ältere Menschen. Wiesbaden Statistisches Bundesamt 2001: Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2000. Wiesbaden Stratmann, J.; Korte E. 1993: Aspekte der Entwicklung von Bedarfsrichtwerten für soziale Dienste und Einrichtungen der örtlichen Altenarbeit und ihrer kleinräumigen Planung. In: Kühnert, S.; Naegele, G.: Perspektiven moderner Altenpolitik und Altenarbeit (Dortmunder Beiträge zur Gerontologie, Band 1). Hannover Winter, U. 1997: Tagespflege: planen, aufbauen, finanzieren. Hannover Zehe, M. 1996: Hilfebedürftigkeit im Alter - Analyse des Bedarfs an ambulanten Diensten und deren Funktion im Rahmen der Altenhilfe. München Zehe, M.; Görtler, E. 2002: Seniorenhilfeplan für den Landkreis Fürth Zehe, M.; Görtler, E. 2007: Seniorenhilfeplan für den Landkreis Bad Kissingen

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

213

Anhang

Tab. A.1a: Ambulante Dienste im Landkreis Fürth – Versorgungsregion Nord

Ambulante Dienste

Träger

Straße

Ort

Diakoniestation Cadolzburg

Evangelischer Gemeinde- und Wohltätigkeitsverein Cadolzburg e.V.

Marktplatz 2

90556 Cadolzburg

Heidi´s Krankenpflege

Frau Heidi Wagner

Hindenburgstr. 40

90579 Langenzenn

Diakoniestation Veitsbronn

Diakonie im Landkreis Fürth GmbH

Waldstr. 2f

90587 Veitsbronn

Hauskrankenpflege Martina Vollkamer

Frau Martina Vollkamer

Hans-Sachs-Str.3

90587 Veitsbronn

Diakoniestation Wilhermsdorf

Zentrale Diakoniestation Neustadt/Aisch

Ansbacher Str. 6

91452 Wilhermsdorf

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2011

Tab. A.1b: Ambulante Dienste im Landkreis Fürth – Versorgungsregion Süd
Ambulante Dienste
Diakoniestation Ammerndorf/Grosshabersdorf

Träger
Diakonieverein Ammerndorf/Grosshabersdorf e.V.

Straße
Am Kirchberg 1

Ort
90613 Großhabersdorf

Pflege Direkt GmbH

Pflege Direkt GmbH

Nürnberger Str. 8

90613 Großhabersdorf

Diakoniestation Oberasbach

Diakonie im Landkreis Fürth GmbH

Friedhofsweg 5

90522 Oberasbach

Ambulanter Pflegedienst Susanne Daum

Frau Susanne Daum

Steiner Str. 2a

90522 Oberasbach

Diakoniestation Roßtal

Diakonie im Landkreis Fürth GmbH

Am Jakobsweg 6

90574 Roßtal

Ambulanter Pflegedienst Klupper & Laicht

Herr Bernd Klupper und Herr Ralf Laicht

Alter Steig 2

90574 Roßtal

Caritas-Sozialstation Stein-Roßtal

Caritasverband Eichstätt e.V.

Winterstr. 2

90547 Stein

Diakoniestation des Evang. Diakonievereins Stein e.V.

Evang. Diakonieverein Stein e.V.

Martin-Luther-Platz 1

90547 Stein

Diakonieverein St. Rochus

Diakonie im Landkreis Fürth GmbH

Schwabacher Str. 10

90513 Zirndorf

Ihre Pflege

Ihre Pflege GmbH

Nürnberger Str. 29a

90513 Zirndorf

Beates Pflegeservice
Quelle: MODUS-Sozialforschung 2011

Frau Beate Kutil

Nürnberger Str. 33

90513 Zirndorf

Tab. A.2a: Stationäre und teilstationäre Einrichtungen im Landkreis Fürth – Versorgungsregion Nord
Einrichtung Träger Straße Ort

Haus der Diakonie

Evang. Gemeinde- u. Wohltätigkeitsverein Cadolzburg e.V.

Obere Bahnhofstr. 8

90556 Cadolzburg

AWO- Seniorenbetreuung Langenzenn

AWO-Seniorenbetreuung Langenzenn GmbH

Nürnberger Str. 37

90579 Langenzenn

Heinrich-Heinel-Alten- und Pflegeheim

Diakonie-Gemeinschaft Puschendorf e.V.

Konferenzstr. 2

90617 Puschendorf

PHÖNIX Alten- und Pflegeheim Veitsbronn

Phönix Seniorenzentrum Beteiligungsgesellschaft mbH

Puschendorfer Str. 11

90587 Veitsbronn

Cadolzburger Betreuungsstub’n

Cadolzburger Betreuungsstub’n e.V.

Brunnenstr.4

90556 Cadolzburg

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2011

Tab. A.2b: Stationäre Einrichtungen im Landkreis Fürth – Versorgungsregion Süd
Einrichtung
Pflegezentrum Großhabersdorf BRK-Seniorenheim Willy Bühner Seniorenpflegehaus Sonnenbogen AWO Pflegeheim Roßtal Caritas-Altenheim St. Albertus Magnus Seniorenbetreuung "Im Guttknechtshof" GmbH Helene-Schultheiß-Heim Altenpflegeheim Seniorenpflegeheim "Gustav Adolf" Seniorenresidenz Zirndorf
Quelle: MODUS-Sozialforschung 2011

Träger
Pflege Direkt GmbH Bayerisches Rotes Kreuz KV Fürth Arche Noris gGmbH Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Roth-Schwabach Caritasverband für die Diözese Eichstätt e.V. Herr Uwe Lüttke Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Fürth-Land Diakonisches Werk Fürth e.V. Dr. Krantz Sozialbau und Betreuung SE&Co.KG

Straße
Bahnhofstr. 4 Stiftsstr. 12 Saalfelder Str. 22a Wichernstr. 1 Albertus-Magnus-Str. 25 Feuerweg 10 Maria-Juchacz-Str. 2 Burgfarrnbacher Str. 105 Thomas-Mann-Str. 2

Ort
90613 Großhabersdorf 90522 Oberasbach 90522 Oberasbach 90574 Roßtal 90547 Stein 90547 Stein 90513 Zirndorf 90513 Zirndorf 90513 Zirndorf

Tab. A.3: Vorhandene und geplante Begegnungsstätten für Senioren im Landkreis Fürth
Gemeinde Name Träger Öffnungszeiten Mitarbeiter Angebote

2 hauptamtliche MitarbeiterInnen, Ammerndorf Mehrgenerationenhaus Ammerndorf Markt Ammendorf Mo.-Fr.: 10.00-16.00 Uhr 3 400-Euro-Kräfte, 25 Ehrenamtliche

· · · · · · · · · · · · · · · · ·

Einmal wöchentlich offener Generationentreff Einmal wöchentlich Generationenbrunch Einmal wöchentlich Computerkurs für Senioren Einmal wöchentlich Seniorensport Einmal wöchentlich Spielenachmittag Einmal wöchentlich Beratungsmöglichkeiten und Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen Monatliche Kreativ-Kurse Einmal monatlich Moderation und Begleitung der Planungs- und Steuerungsgruppe für Seniorenfragen des Seniorenbeirats Zweimal jährlich Yoga- und Nordic-Walking-Kurse Angebot von nachbarschaftlichen Hilfen Einmal wöchentlich geselliges Beisammensein Vorträge und Informationsveranstaltungen Ausflüge, Besichtigungen, Theaterfahrten

Cadolzburg

Haffnersgartenscheune

Gemeinde Cadolzburg

Mi.: 14.30-16.30 Uhr

19 Ehrenamtliche

Langenzenn

Stadt Langenzenn

Planungs- und Umbauphase für die Errichtung einer Seniorenbegegnungsstätte Sprechstunde des Seniorenrates Vermittlung von nachbarschaftlichen Hilfen über die Kontaktbörse Informationsveranstaltungen Bildung von Netzwerken

Oberasbach

BIT BürgerInfoTreff

Mo.: 10.00-12.00 Uhr / 14.3016.30 Uhr, Di.: 14.00-16.00 Uhr, Mi.: 9.00-11.00 Uhr / Stadt Oberasbach 15.00-17.00 Uhr, Do.: 16.00-19.00 Uhr, Fr.: 10.00-12.00 Uhr Gemeinde Obermichelbach

20-25 Ehrenamtliche

Obermichelbach

Planungs- und Umbauphase für die Errichtung einer Seniorenbegegnungsstätte

Veitsbronn

Haus der Diakonie

Diakonieverein VeitsbronnTuchenbachObermichelbach

je nach Kursangebot mehrmals die Woche geöffnet

1 hauptamtliche MitarbeiterIn, 20-25 Ehrenamtliche

· · ·

Einmal wöchentlich Schachtreff 14tägig Spielenachmittag 14tägig Fröhlicher Kreis mit geselligem Beisammensein

· Einmal monatlich "Begleitung auf Trauerwegen"

· Alle 2 Monate Kaffee, Klatsch und Unterhaltung · Mehrmals jährlich Glaubensübungskurse · Mehrmals jährlich Fahrten, Wanderungen und mehrtägige
Seniorenfreizeiten

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

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Tab. A.3: Vorhandene und geplante Begegnungsstätten für Senioren im Landkreis Fürth
Gemeinde Name Träger Öffnungszeiten Mitarbeiter Angebote

Zirndorf

Nordstadt-Treff

Stadt Zirndorf

Mo.: 16.00-18.00 Uhr, Di./Mi.: 10.00-12.00 Uhr, Do.: 17.00-19.00 Uhr

1 hauptamtliche MitarbeiterIn, 5-6 Ehrenamtliche

· · · ·

Offener Treff für Senioren Kennenlernfrühstück Strickabend

· Informationsveranstaltungen Wander- und Walkinggruppe

Zirndorf

Kreativzentrum

Stadt Zirndorf

Mo.-Fr.: 9.00-13.00 Uhr, Mo., Di., Do., Fr.: 14.00-16.00 Uhr

1 hauptamtliche MitarbeiterIn, 20-25 Ehrenamtliche

Eine Auflistung der Angebote aus dem Kreativzentrum befindet sich in Tab. A7 "Bildungsangebote im Landkreis Fürth"

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

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Tab. A.4: Seniorentreffen im Landkreis Fürth
Gemeinde Ammerndorf Ammerndorf Ammerndorf Ammerndorf Cadolzburg Cadolzburg Cadolzburg Cadolzburg Cadolzburg Cadolzburg Cadolzburg Cadolzburg Cadolzburg Cadolzburg Cadolzburg Großhabersdorf Großhabersdorf Großhabersdorf Großhabersdorf Großhabersdorf Langenzenn Langenzenn Langenzenn Langenzenn Langenzenn Oberasbach Oberasbach Name des Seniorenclubs Altenclub Passiventreff Frauenkreis Seniorennachmittag Altenclub Wachendorf-Egersdorf Seniorenclub St. Otto Männertreff Frauenkreis Kirchkaffee Frauenkreis Seniorennachmittag Strickabend Kirchkaffee-Seniorenkreis Kaffeenachmittag Weihnachtsfeier Seniorennachmittag Seniorennachmittag Seniorennachmittag Seniorennachmittag Seniorennachmittag Seniorenkreis Seniorenkreis Seniorenkreis Seniorenkreis Vortragsreihe Begegnungscafe Frauenkontakt Träger Arbeiterwohlfahrt Freiwillige Feuerwehr Evang. Kirche Evang. Kirche Arbeiterwohlfahrt Kath. Kirche Evang. Kirche Evang. Kirche Evang. Kirche Evang. Kirche Wachendorf Arbeiterwohlfahrt Arbeiterwohlfahrt Evang. Kirche Wachendorf VdK Cadolzburg VdK Cadolzburg Evang. Kirche Arbeiterwohlfahrt Kath. Kirche VdK Großhabersdorf VdK Großhabersdorf Evang. Kirche Arbeiterwohlfahrt Kath. Kirche St. Marien VdK Seniorenbeirat Diakonieverein Markuskirche Turnus der Treffen einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich zwei- bis dreimal jährlich einmal jährlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich zweimal jährlich einmal wöchentlich 14tägig einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich Mitglieder Angebote 50 20-30 12-15 15 35-40 30-35 15-20 15-20 15-20 15 10-20 10-20 5-10 20-30 150 60-80 30 20-25 15-20 35-40 60 43 40 30 15-20 10-15 8-10 Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein, Vorträge, Ausflüge Geselliges Beisammensein, Vorträge, Ausflüge Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein, Vorträge Geselliges Beisammensein, Vorträge, Ausflüge Geselliges Beisammensein, Vorträge, Ausflüge Geselliges Beisammensein, Vorträge, Ausflüge Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein, Basteln Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein, Vorträge Geselliges Beisammensein, Vorträge, buntes Programm Geselliges Beisammensein, allgemeine Informationen über VdkGeschehen, Muttertagsfeier, Weihnachtsfeier Muttertagsfeier, Weihnachtsfeier Geselliges Beisammensein, Gedächtnistraining, Vorträge, Gymnastik, Ausflüge Geselliges Beisammensein, Gedächtnistraining, Vorträge, Singen Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein Vorträge zu seniorenrelevanten Themen Geselliges Beisammensein, Singen, Gedächtnistraining, Spielen Geselliges Beisammensein mit Programm

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

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Tab. A.4: Seniorentreffen im Landkreis Fürth
Gemeinde Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Obermichelbach Obermichelbach Obermichelbach Obermichelbach Obermichelbach Puschendorf Puschendorf Puschendorf Roßtal Roßtal Roßtal Roßtal Roßtal Roßtal Roßtal Roßtal Roßtal Name des Seniorenclubs Seniorenclub Unterasbach Seniorenclub Oberasbach Seniorenclub Altenberg Frauenkreis Goldener Herbst Seniorenkreis St. Stephanus Seniorenkreis 60plus Gruppentreff Frauentreff Lorenzer Nachmittag/Seniorenkreis Spielenachmittag Oldietreff Altenkreis Spielenachmittag AK "Junge Alte" und Senioren Cafe "Weiße Haube" Seniorennachmittag Seniorennachmittag Handarbeitsgruppe Spielenachmittag Seniorenkreis Seniorennachmittag Seniorenclub I Seniorenkreis Seniorenclub Montagscafe Weihnachtsfeier, Muttertagsfeier Träger Arbeiterwohlfahrt Arbeiterwohlfahrt Arbeiterwohlfahrt Markuskirche VdK Oberasbach Evang. Kirche Kath. Kirche Sudetendeutsche Landsmannschaft Markuskirche Evang. Kirche St. Lorenz Seniorenbeirat Seniorenbeirat Evang. Kirche Evang. Kirche Seniorenbeirat Diakonieverein Arbeiterwohlfahrt Evang. Kirche Arbeiterwohlfahrt Arbeiterwohlfahrt Evang. Kirche Vdk Roßtal Arbeiterwohlfahrt Evang. Kirche Buchschwabach Kath. Kirche Arbeiterwohlfahrt Arbeiterwohlfahrt Turnus der Treffen 14tägig 14tägig 14tägig 14tägig einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich fünfmal jährlich einmal wöchentlich 14tägig einmal monatlich einmal monatlich sechsmal jährlich einmal wöchentlich einmal monatlich einmal monatlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich viermal jährlich zweimal jährlich Mitglieder Angebote 29 22 20 8-10 30 20-30 20-25 18-22 15-20 25 10 20-25 15-20 10 10-20 20-30 30 10-15 13 16 45 40-45 35-40 30 30 35-40 70-80 Geselliges Beisammensein, Ausflüge Geselliges Beisammensein, Ausflüge Geselliges Beisammensein, Ausflüge Geselliges Beisammensein mit Programm Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein, Vorträge Gesellliges Beisammensein, Vorträge, Einkehrtage, Ausflüge Geselliges Beisammensein, Vorträge, Ausflüge Geselliges Beisammensein, Besichtigungen, Ausflüge Geselliges Beisammensein, Vorträge Geselliges Beisammensein, Spielen Geselliges Beisammensein, Vorträge Geselliges Beisammensein Gemeinsames Spielen Planungs- und Steuerungsgruppe für die Seniorenarbeit Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein, Vorträge, Musizieren Handarbeit Karten- und Brettspiele Geselliges Beisammensein mit Programm Geselliges Beisammensein mit Programm Geselliges Beisammensein, Fahrten, Feste und Feiern Geselliges Beisammensein mit Programm Geselliges Beisammensein mit Programm Geselliges Beisammensein mit Programm Geselliges Beisammensein

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

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Tab. A.4: Seniorentreffen im Landkreis Fürth
Gemeinde Roßtal Roßtal Roßtal Roßtal Seukendorf Seukendorf Seukendorf Seukendorf Stein Stein Stein Stein Stein Stein Stein Stein Stein Stein Stein Stein Stein Tuchenbach Tuchenbach Veitsbronn Veitsbronn Veitsbronn Veitsbronn Name des Seniorenclubs Weihnachtsfeier, Muttertagsfeier Kirchweihnachmittag Faschingsfeier Faschingsfeier Seniorennachmittag Seniorenkreis Weihnachtsfeier Kirchweihnachmittag Clubnachmittag Handarbeitskreis Montagstreff Mittagstisch Kreativwerkstatt für Senioren Seniorennachmittag Teestunde Faber-Castell Seniorenclubtreffen Seniorenclubtreffen Spätlese Seniorennachmittag Seniorennachmittag Seniorennachmittag Seniorennachmittag Altenkreis Seniorenclub Seniorenkreis Seniorenkreis Raindorf Seniorenkreis Veitsbronn Altenkreis Träger Vdk Roßtal Arbeiterwohlfahrt Markt Roßtal Vdk Roßtal Arbeiterwohlfahrt Evang. Kirche Arbeiterwohlfahrt Gemeinde Seukendorf Arbeiterwohlfahrt Evang. Kirche Martin-Luther Evang. Kirche Paul-Gerhardt Evang. Kirche Martin-Luther Kath. Kirche Evang. Kirche Martin-Luther Evang. Kirche St. Jakobus Seniorenclub für ehemalige Mitarbeiter der Firma FaberCastell privater Träger VdK Kulturamt der Stadt Stein Kath. Kirche Arbeiterwohlfahrt Evang. Kirche Arbeiterwohlfahrt Kath. Kirche Arbeiterwohlfahrt Arbeiterwohlfahrt Evang. Kirche Turnus der Treffen zweimal jährlich einmal jährlich einmal jährlich einmal jährlich 14tägig einmal monatlich einmal jährlich einmal jährlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich 14tägig 14tägig 14tägig einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich zehnmal jährlich sechsmal jährlich viermal jährlich zweimal jährlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich Mitglieder Angebote 60 300 280 250 15-30 15-20 50-60 50 30 8 25-40 25 8 35-40 10-15 40 10 40-50 50-80 50-80 60 22-28 10-15 30-40 23 20 10-15 Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein mit Programm Geselliges Beisammensein, Vorträge, Singen, Gedächtnistraining, Ausflüge Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein mit Programm Handarbeit Geselliges Beisammensein mit Programm Gemeinsames Mittagessen Basteln, Seidenmalerei, Töpfern Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein mit Programm, Ausflüge Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein mit Musik Religiöse Veranstaltungen mit anschließendem geselligem Beisammensein Jahreszeitliche Feiern Gesellliges Beisammensein, Vorträge Gesellliges Beisammensein, Ausflüge, Feste, Theaterbesuch Geselliges Beisammensein mit Programm Geselliges Beisammensein, Vorträge, Ausflüge Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein mit Programm

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

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Tab. A.4: Seniorentreffen im Landkreis Fürth
Gemeinde Veitsbronn Veitsbronn Wilhermsdorf Wilhermsdorf Wilhermsdorf Wilhermsdorf Wilhermsdorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Name des Seniorenclubs Weihnachtsfeier, Muttertagsfeier Seniorennachmittag Seniorentreff Seniorentreff Seniorentreff Seniorenkreis Weihnachtsfeier, Muttertagsfeier Männergesprächskreis Bibelkreis Spielenachmittag Seniorentreff Weinzierlein AWO-Seniorenclub III Seniorennachmittag Seniorenkreis St. Rochus AWO-Kaffeeklatsch Geselliger Kreis Wintersdorf Seniorenkreis AWO-Seniorenclub I Seniorennachmittag Weinfest, Weihnachtsfeier Weinnachmittag, Faschingsfeier Weihnachtsfeier, Muttertagsfeier Seniorennachmittag Träger VdK Veitsbronn Gemeinde Veitsbronn Seniorenbeirat Vdk Wilhermdorf Kath. Kirche Evang. Kirche Wilhermsdorf/Kirchfarrnbach Vdk Wilhermdorf Seniorenbeirat Christuskirche Kreativzentrum/Deutscher Familienverband Arbeiterwohlfahrt Weinzierlein Arbeiterwohlfahrt Zirndorf VdK Evang. Kirche St. Rochus Arbeiterwohlfahrt Weiherhof Evang. Kirche St. Rochus Kath. Kirche St. Jofef der Arbeiter Arbeiterwohlfahrt Zirndorf Arbeiterwohlfahrt Weiherhof Arbeiterwohlfahrt Zirndorf Arbeiterwohlfahrt Weiherhof Arbeiterwohlfahrt Weinzierlein Kulturamt der Stadt Zirndorf Turnus der Treffen zweimal jährlich zweimal jährlich 14tägig einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich zweimal jährlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich 14tägig einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich zweimal jährlich zweimal jährlich zweimal jährlich einmal jährlich Mitglieder Angebote 80-100 50-70 30 30-40 25 20-25 50 27 7-10 15-20 35-40 35 30-40 20-30 20-30 20-25 22 18 15-20 50 50 50 400-500 Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein, Vorträge, Spiele, Gedächtnistraining Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein mit Programm Geselliges Beisammensein mit Programm Geselliges Beisammensein Gesprächskreis, Vorträge, Ausflüge Bibelkreis, Andacht Gemeinsames Spielen, Ausflüge Geselliges Beisammensein mit Programm Geselliges Beisammensein, Ausflüge Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein mit Programm Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein, Ausflüge Geselliges Beisammensein, Vorträge, Ausflüge Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein Geselliges Beisammensein

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

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Tab. A.5: Ausflugsangebote für Senioren im Landkreis Fürth
Gemeinde Ammerndorf Ammerndorf Cadolzburg Cadolzburg Großhabersdorf Großhabersdorf Großhabersdorf Langenzenn Langenzenn Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Obermichelbach Puschendorf Roßtal Roßtal Roßtal Roßtal Roßtal Roßtal Roßtal Roßtal Seukendorf Seukendorf Stein Stein Träger Evang. Kirche Heimat- und Gartenbauverein VdK Cadolzburg Kath. Kirche St. Otto Arbeiterwohlfahrt Evang. Kirche Kath. Kirche Seniorenrat Heimatverein Evangelische Markuskirche Aktivkreis Plusminus 60 Evang. Kirche St. Stephanus VdK Oberasbach Seniorenrat Arbeiterwohlfahrt VdK Roßtal Kath. Kirche Markt Roßtal Markt Roßtal Arbeiterwohlfahrt Evang. Kirche Veranstaltung Jahresausflug Jahresausflug Herbstfahrt Seniorenfahrt Seniorenfahrt Seniorenfahrt Seniorenfahrt Seniorenwandern Seniorenwandern Seniorenfahrt Seniorenwandern Seniorenfahrt Seniorenfahrt Seniorenwandern Seniorenfahrt Seniorenfahrt Seniorenfahrt Seniorenwandern Seniorenfahrt Seniorenfahrt Seniorenfahrt Häufigkeit einmal jährlich einmal jährlich einmal jährlich zweimal jährlich viermal jährlich einmal jährlich einmal jährlich einmal monatlich zweimal jährlich fünfmal jährlich zweimal jährlich ein- bis zweimal jährlich einmal jährlich einmal monatlich zwei- bis dreimal jährlich dreimal jährlich zweimal jährlich zweimal jährlich einmal jährlich einmal jährlich einmal jährlich einmal jährlich alle 2 Jahre sechsmal jährllich zweimal jährlich einmal monatlich viermal jährlich 30 50 15 10 50 25 12 25 45 Teilnehmer 50 50 55 50 50 50 120 50 50 100 50 45 45 110 15 50 45 50 40 60 25 15 60 30 15 30 50 55 55

Evang. Kirche Buchschwabach Seniorenfahrt Markt Roßtal Evang. Kirche Arbeiterwohlfahrt Evang. Kirche Martin-Luther VdK/Arbeiterwohlfahrt Bürgerversammlung auf Rädern Seniorenfahrt Seniorenfahrt Seniorenfahrt Seniorenfahrt

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

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Tab. A.5: Ausflugsangebote für Senioren im Landkreis Fürth
Gemeinde Tuchenbach Veitsbronn Veitsbronn Veitsbronn Veitsbronn Veitsbronn Veitsbronn Veitsbronn Wilhermsdorf Wilhermsdorf Wilhermsdorf Wilhermsdorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Träger Evang. Kirche Seniorenbeirat Diakonieverein Kath. Kirche Diakonieverein Diakonieverein VdK Veitsbronn Arbeiterwohlfahrt Seniorenbeirat Markt Wilhermsdorf Evang. Kirche Kath. Kirche Seniorenbeirat BRK AWO Weiherhof AWO Weinzierlein Evang. Kirche St. Rochus Evang. Kirche Wintersdorf AWO Zirndorf AWO Weiherhof Veranstaltung Seniorenfahrt Seniorenwandern Seniorenfahrt Seniorenfahrt Seniorenfreizeit Seniorenwandern Seniorenfahrt Seniorenfahrt Seniorenwandern Seniorenrundfahrt Seniorenfahrt Seniorenfahrt Seniorenwandern Seniorenfahrt Seniorenfahrt Seniorenfahrt Seniorenfahrt Seniorenfahrt Seniorenfahrt Mehrtagesfahrt Häufigkeit einmal jährlich einmal monatlich zweimal jährlich zweimal jährlich zweimal jährlich zweimal jährlich einmal jährlich einmal jährlich einmal monatlich einmal jährlich einmal jährlich einmal jährlich einmal monatlich einmal monatlich drei- bis viermal jährlich zweimal jährlich zweimal jährlich zweimal jährlich einmal jährlich einmal jährlich 30 20 30 40 10 10 45 40 20 10 Teilnehmer 50 150 50 50 25 50 50 50 50 40 40 30 40 45 20 15 50 45 30 15

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

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Tab. A.6: Seniorensport im Landkreis Fürth
Gemeinde Ammerndorf Ammerndorf Ammerndorf Cadolzburg Cadolzburg Cadolzburg Cadolzburg Cadolzburg Cadolzburg Veranstaltung Gymnastik "60 Plus" "Hausfrauen"-Gymnastik Wirbelsäulengymnastik Seniorengymnastik ab 65 Jahren Seniorengymnastik ab 55 Jahren Aqua-Gymnastik für Senioren 65+ Seniorentanz Seniorentanz Nordic Walking Träger TSV Ammerndorf TSV Ammerndorf Private Initiative TSV Wachendorf TSV Wachendorf VHS Cadolzburg VHS Cadolzburg VHS Cadolzburg VHS Cadolzburg SV Großhabersdorf Selbsthilfegruppe Diabetes Evang. Kirche VHS Großhabersdorf Turnus der Treffen wöchentlich wöchentlich wöchentlich wöchentlich wöchentlich zweimal jährlich in Kursform (10 Vormittage) zweimal jährlich in Kursform (15 Vormittage) zweimal jährlich in Kursform (15 Abende) zweimal jährlich in Kursform (12 Vormittage) einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich 10 12 Teilnehmer 20 15 15 20 12 10 10 8 15 15 14 8 8 6 18 12 8 10 20 10 10 20 20 16 13 20 15 25 15 12 12 8 15 20 12 12 15

Großhabersdorf Frauen-Seniorengymnastik Großhabersdorf Nordic Walking Großhabersdorf Seniorentanz Großhabersdorf Yogakurs Großhabersdorf AquaFit 60 plus Großhabersdorf Wassergymnastik 60 plus Großhabersdorf Langenzenn Langenzenn Langenzenn Langenzenn Langenzenn Langenzenn Langenzenn Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Nordic Walking Schnupperkurs Damengymnastik Seniorengymnastik Herrengymnastik Seniorentennis Seniorengymnastik Swin-Golf Boccia/Boule Gemischte Gymnastikgruppe Damengymnastik Boule Damengymnastikgruppe

zweimal jährlich in Kursform (12 Vormittage) VHS Großhabersdorf / zweimal jährlich in Kursform Hallenbad Dietenhofen (10 Vormittage) VHS Großhabersdorf / zweimal jährlich in Kursform Hallenbad Dietenhofen (10 Abende) zweimal jährlich als VHS Großhabersdorf Einzelveranstaltung einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich zweimal jährlich in Kursform (13 Vormittage) neunmal jährlich achtmal jährlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich

TSV Langenzenn Sportfreunde Laubendorf TSV Langenzenn TSV Langenzenn VHS Langenzenn Seniorenrat Seniorenrat DJK Oberasbach Evang. Kirche St.Markus Akivkreis Plusminus 60 DJK Oberasbach

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

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Tab. A.6: Seniorensport im Landkreis Fürth
Gemeinde Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Veranstaltung Seniorengymnastik Wirbelsäulengymnastik / Yoga "Graue Wiesel" Seniorengymnastik Wirbelsäulengymnastik für Männer Tanzkreis Osteoporose-Gymnastik Fränkischer Volkstanz Osteoporose-Gymnastik Deutscher Volkstanz Nordic Walking 50 plus Träger Kath. Kirche St. Johannes Markuskirche TSV Altenberg Evang. Kirchen St. Stephanus Evang. Kirche St. Markus Kath. Kirche St. Johannes VHS Oberasbach VHS Oberasbach VHS Oberasbach VHS Oberasbach VHS Oberasbach Seniorenrat SC Obermichelbach Seniorenrat SV Puschendorf Krankengymnastik Langhammer SV Puschendorf SV Puschendorf TV Roßtal TV Roßtal Turnus der Treffen einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich (Okober-Juni) 14tägig zweimal jährlich in Kursform (15 Nachmittage) zweimal jährlich in Kursform (15 Abende) zweimal jährlich in Kursform (15 Nachmittage) zweimal jährlich in Kursform (10 Abende) zweimal jährlich in Kursform (10 Vormittage) einmal wöchentlich einmal wöchentlich 14tägig einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich zweimal jährlich in Kursform (12 Vormittage) einmal wöchentlich einmal wöchentlich zweimal jährlich in Kursform (18 Vormittage) zweimal jährlich in Kursform (15 Nachmittage) zweimal jährlich in Kursform (15 Abende) zweimal jährlich in Kursform (14 Vormittage) einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich 15 10 15 20 10 6 8 15 8 25 8 Teilnehmer 10 10 4 28 20 10 20 10 5 20 6 10 15 15 26 10 20 18 20 25 15 8 10 20 30 15 30 10 30 10 15

Obermichelbach Nordic Walking Obermichelbach Damengymnastik Obermichelbach Spaß am Kegeln Puschendorf Puschendorf Puschendorf Puschendorf Roßtal Roßtal Roßtal Roßtal Roßtal Roßtal Seukendorf Seukendorf Stein Gymnastik für Ältere Wassergymnastik Hobbyfußballer Wirbelsäulengymnastik Seniorengymnastik Nordic Walking

Fit & gesund bis ins hohe Alter: Seniorengymnastik im VHS Roßtal Sitzen Seniorengymnastik für alle VHS Roßtal ab 60 I Seniorengymnastik für alle VHS Roßtal ab 60 II Seniorentanz I Seniorengymnastik Aqua-Gymnastik Seniorengymnastik VHS Roßtal SV Seukendorf private Initiative STV Deutenbach

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

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Tab. A.6: Seniorensport im Landkreis Fürth
Gemeinde Stein Stein Stein Stein Stein Stein Stein Stein Stein Stein Tuchenbach Tuchenbach Veitsbronn Veitsbronn Veitsbronn Veitsbronn Veitsbronn Veitsbronn Veitsbronn Veitsbronn Veitsbronn Veitsbronn Veitsbronn Wilhermsdorf Wilhermsdorf Wilhermsdorf Wilhermsdorf Veranstaltung Gymnastikkurs Qi Gong Seniorengymnastik Wirbelsäulengymnastik Osteoporosegymnastik Wassergymnastik Osteoporosegymnastik Gymnastik für Frauen Träger TSV Stein STV Deutenbach Corposano Gymnastikstudio Corposano Gymnastikstudio Corposano Gymnastikstudio VHS Stein VHS Stein VHS Stein Turnus der Treffen einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich zweimal jährlich in Kursform (15 Vormittage) zweimal jährlich in Kursform (15 Nachmittage) zweimal jährlich in Kursform (15 Abende) zweimal jährlich in Kursform (14 Vormittage) 14tägig einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich zweimal jährlich in Kursform (12 Vormittage) zweimal jährlich in Kursform (12 Vormittage) zweimal jährlich in Kursform (12 Vormittage) zweimal jährlich in Kursform (12 Abende) zweimal jährlich in Kursform (12 Nachmittage) zweimal jährlich in Kursform (12 Vormittage) zweimal jährlich in Kursform (12 Nachmittage) zweimal jährlich in Kursform (12 Vormittage) einmal wöchentlich zweimal jährlich in Kursform (18 Vormittage) 14tägig einmal monatlich 20 20 15 6 5 5 5 20 10 10 Teilnehmer 13 12 30 20 10 8 60 25 25 20 15 15 10 10 15 10 10
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15

10 10 10 30 15 15

Geselliges Tanzen für Ältere VHS Stein und Jüngere Tanz und Bewegung Seniorengymnastik Yoga für Senioren Fit ins Alter Rückengymnastik Osteoporosegymnastik Wassergymnastik Fit mit 50 plus Wirbelsäulengymnastik Fränkische Volkstänze Tanz mit, bleib fit Wellness- und Wohlfühlgymnastik Gymnastik für die S-Klasse Orthopädisches Turnen Seniorengymnastik Seniorengymnastik Seniorentanz Aktiv-Senioren Kath. Kirche Evang. Kirche Seniorenbeauftragte ASV Veitsbronn ASV Veitsbronn VdK Veitsbronn VHS Veitsbronn VHS Veitsbronn VHS Veitsbronn VHS Veitsbronn VHS Veitsbronn VHS Veitsbronn VHS Veitsbronn VHS Veitsbronn Seniorenbeirat VHS Wilhermsdorf Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Seniorenbeirat

25 15

25 20 10

30

25 20 20 15

25

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Tab. A.6: Seniorensport im Landkreis Fürth
Gemeinde Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Veranstaltung Wassergymnastik Fit im Ruhestand Damengymnastik Seniorentanz Wirbelsäulengymnastik Aquafit 50 plus Tanz mit! Bleib fit! Selbstverteidigung Tanznachmittag Tanzball Träger Seniorenbeirat SV Weiherhof ASV Weinzierlein Evang. Kirche St. Rochus ASV Zirndorf ASV Weinzierlein VHS Zirndorf VHS Zirndorf Kulturamt Kulturamt Turnus der Treffen einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich einmal wöchentlich zweimal jährlich in Kursform (14 Vormittage) zweimal jährlich als Kompaktkurs (1 Abend) viermal jährlich einmal jährlich 15 Teilnehmer 40 20 20 20 16 34 10 80 200 15 20 50

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

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Tab. 7: Bildungsveranstaltungen für Senioren im Landkreis Fürth
Gemeinde Ammerndorf Ammerndorf Ammerndorf Cadolzburg Cadolzburg Großhabersdorf Großhabersdorf Großhabersdorf Langenzenn Langenzenn Langenzenn Langenzenn Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Oberasbach Obermichelbach Puschendorf Angebot Fitte Birne – Gedächtnistraining Meditationsabende Kultureller Abendspaziergang EDV-Einsteigerkurs für Seniorinnen und Senioren Erste Schritte mit dem eigenen Laptop - Einführungskurs für Seniorinnen und Senioren Einführung in die EDV Nähkurs Internet und Computer für Senioren Internetsurfen für Senioren Vortragsreihe Keine Angst vor dem Computer Keine Angst vor dem Computer (Aufbaukurs) Kultures Programm, Besichtigungen, Führungen, Vorträge Computereinsteigerkurs Computereinsteigerkurs mit eigenem Laptop Englisch Grundstufe Internet für Senioren Vortrag "Gedächtnistraining" Töpferkurs Veeh-Harfen-Freizeit Bildungsträger Evang. Kirche Evang. Kirche Heimat- und Gartenbauverein VHS Cadolzburg VHS Cadolzburg VHS Großhabersdorf VHS Großhabersdorf VHS Großhabersdorf Seniorenbeirat Seniorenbeirat VHS Langenzenn VHS Langenzenn Aktivkreis Plusminus 60 VHS Oberasbach VHS Oberasbach VHS Oberasbach VHS Oberasbach VHS Oberasbach Seniorenbeirat Diakoniegemeinschaft/Gästehaus Turnus der Treffen einmal monatlich vier- bis fünfmal jährlich einmal jährlich zweimal jährlich in Kursform (13 Abende) zweimal jährlich in Kursform (13 Abende) zweimal jährlich in Kursform (12 Abende) zweimal jährlich in Kursform (10 Vormittage) zweimal jährlich in Kursform (10 Abende) einmal wöchentlich einmal monatlich zweimal jährlich in Kursform (7 Vormittage) zweimal jährlich in Kursform (3 Vormittage) einmal monatlich zweimal jährlich in Kursform (15 Vormittage) zweimal jährlich in Kursform (15 Vormittage) zweimal jährlich in Kursform (13 Vormittage) zweimal jährlich in Kursform (5 Vormittage) zweimal jährlich als Informationsveranstaltung (1 Abend) zweimal jährlich in Kursform (8 Vormittage) zweimal jährlich (mehrtägig) Teilnehmer 10 12-15 60-70 10-12 10-12 4-5 10-12 6-8 8-10 15-20 8-12 6-10 20-30 10-15 10-15 14 5-10 6 8-10 10-15

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

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Tab. 7: Bildungsveranstaltungen für Senioren im Landkreis Fürth
Gemeinde Puschendorf Puschendorf Puschendorf Roßtal Roßtal Roßtal Roßtal Roßtal Roßtal Stein Stein Stein Stein Stein Stein Tuchenbach Tuchenbach Veitsbronn Wilhermsdorf Wilhermsdorf Großeltern-Enkel-Freizeit Weihnachtsfreizeit Betreute Seniorenfreizeit Senioren am PC: Grundlagen Internet Senioren am PC: Grundlagen E-Mail Senioren am PC: Grundlagen Textverarbeitung Senioren am PC: Grundlagen Tabellenkalkulation Senioren am PC: Aufbaukurs Textverarbeitung Senioren am PC: Aufbaukurs Internet Gedächtnistraining nach dem SIMA-Programm Englisch für Senioren - Grundstufe 1 Englisch für Senioren - Grundstufe 2 PC-Einsteigerkurs für Senioren Bibelgesprächskreis Vorträge zu seniorenrelevanten Themen Senioren-Literaturcafe Vortragsreihe Englisch am Vormittag für Senioren Internettreff Keine Angst vor dem Computer Angebot Bildungsträger Diakoniegemeinschaft/Gästehaus Diakoniegemeinschaft/Gästehaus Diakoniegemeinschaft/Gästehaus VHS Roßtal VHS Roßtal VHS Roßtal VHS Roßtal VHS Roßtal VHS Roßtal Kath. Kirche VHS Stein VHS Stein VHS Stein Evang. Kirche Martin-Luther Kath. Kirche Evang. Gemeindebücherei Seniorenbeauftragte VHS Veitsbronn Seniorenbeirat VHS Wilhermsdorf Turnus der Treffen einmal jährlich (mehrtägig) einmal jährlich (mehrtägig) einmal jährlich (mehrtägig) zweimal jährlich als Kompaktkurs (1 Abend) zweimal jährlich als Kompaktkurs (1 Abend) zweimal jährlich als Kompaktkurs (1 Abend) zweimal jährlich als Kompaktkurs (1 Abend) zweimal jährlich als Kompaktkurs (1 Abend) zweimal jährlich als Kompaktkurs (1 Abend) einmal wöchentlich zweimal jährlich in Kursform (15 Vormittage) zweimal jährlich in Kursform (15 Nachmittage) zweimal jährlich in Kursform (4 Vormittage) einmal monatlich einmal jährlich einmal monatlich dreimal jährlich zweimal jährlich in Kursform (12 Vormittage) einmal wöchentlich zweimal jährlich in Kursform (7 Nachmittage) Teilnehmer 15-20 15 10-20 8-10 8-10 8-10 8 8 8 25 10 10 10-12 10-15 50 5-10 15-20 8-10 12-15 12-15

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

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Tab. 7: Bildungsveranstaltungen für Senioren im Landkreis Fürth
Gemeinde Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Zirndorf Bastelkurs Diätkurs "Gewicht runter - Stimmung rauf" Zeichnen und Aquarellieren Seidenmalerei Töpferkurs Nähen für Senioren Koch- und Backkurs Gedächtnistraining Schachabend Themenabende mit Vorträgen Vortragsreihe Literaturkreis Schreiberwerkstatt Englisch Mittelstufe VI Englisch Mittelstufe XI English Easy Conversations for Seniors Going for Gold 1 Computerkurs Literatur und Musik Angebot Bildungsträger Kreativzentrum Kreativzentrum Kreativzentrum Kreativzentrum Kreativzentrum Kreativzentrum Kreativzentrum Evang. Kirche St. Rochus Kreativzentrum Treffpunkt St. Rochus Ökumenischer Frauenkreis/St. Rochus Kreativzentrum Kreativzentrum VHS Zirndorf/Kreativzentrum VHS Zirndorf/Kreativzentrum VHS Zirndorf/Kreativzentrum VHS Zirndorf/Kreativzentrum VHS Zirndorf/Kreativzentrum AWO Weiherhof Turnus der Treffen wöchentlich wöchentlich wöchentlich wöchentlich wöchentlich wöchentlich wöchentlich 14tägig 14tägig einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich einmal monatlich zweimal jährlich in Kursform (15 Vormittage) zweimal jährlich in Kursform (15 Vormittage) zweimal jährlich in Kursform (15 Nachmittage) zweimal jährlich in Kursform (15 Nachmittage) zweimal jährlich in Kursform (10 Abende) zwei- bis dreimal jährlich Teilnehmer 20 18 15-20 10-15 12 12 8-10 14 5-10 30-40 20-25 20 10-15 10-15 10-15 8-10 8-10 20 30-40

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

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Tab. A.8: Nachbarschaftshilfen im Landkreis Fürth
Gemeinde Ammerndorf Cadolzburg Cadolzburg Name der NBSH Nachbarschaftshilfe des Mehrgenerationenhaus Nachbarschaftshilfe Cadolzburg Fürther Tafel/Ausgabe Cadolzburg Träger Markt Ammerndorf Evang. Gemeinde- und Wohltätigkeitsverein/ Seniorenbeirat Verein Fürther Tafel Verein ökumenische Trägerschaft Verein Verein Privater Träger Verein Fürther Tafel Kommune Kommune MitarbeiterInnen 1 HA + 5 EA 3 EA 25 EA 7 EA 10 EA 35 EA 70 EA 9 EA 45 EA 3-5 EA 15 EA 40 EA 20 EA 23 EA 4 EA 45 EA 6 EA 5 EA 1 EA jährliche Nutzer Angebote für SeniorInnen ab 65 J. 20 Hauswirtschaftliche Hilfen, Fahrdienste, Besuchsdienste

Besteht erst seit Einkaufsdienste, Begleitdienste, Hilfe bei Behördengänge, Dezember 2011 Besuchsdienste, hauswirtschaftliche Hilfen 10-12 10-15 25 Kostenlose Essensausgabe Begleitdienste, Besuchsdienste, Einkaufsdienst geplant

Großhabersdorf Zammhelfn Langenzenn Langenzenn Langenzenn Oberasbach Nachbarschaftshilfe Bürgerbus Langenzenn Langenzenner Tafel

Hauswirtschaftliche Hilfen, Fahrdienste, Begleitdienste, Besuchsdienste, Hilfe beim Ausfüllen von Formularen Besteht erst seit Buslinie zur Beförderung innerhalb des gesamten Mitte 2011 Stadtgebietes 30 40 35-40 1-5 50 18-20 10 50 5-10 25-30 25-30 15-18 20-25 Kostenlose Essensausgabe Hauswirtschaftliche Hilfen, Fahrdienste, Besuchsdienste, Hilfe bei Computerproblemen Kostenlose Essensausgabe Einkaufsdienste, Fahrdienste, handwerkliche Hilfen Begleitdienste, Fahrdienste, Einkaufsdienste, Leihoma/ opa Kostenlose Essensausgabe Einkaufsdienste, Fahrdienste, Begleitdienste, Hilfe beim Ausfüllen von Formularen, bei Computerproblemen Besuchsdienste, Begleitdienste, Fahrdienste, Schreibarbeiten, Einkaufsdienste Hauswirtschaftliche Hilfen, Einkaufsdienst, Begleitdienst, Besuchsdienste Kostenlose Essensausgabe Kostenlose Essensausgabe Kostenlose Essensausgabe Ausgabe von Bekleidungsstücken

Kontaktbörse im Bürger-InfoTreff Fürter Tafel/Ausgabe Oberasbach Oberasbach Arbeitskreis "Beratungs- und Obermichelbach Hilfsangebote" Nachbarschaftshilfe der FAR Roßtal Freiwilligenagentur Roßtal Seukendorf Stein Stein Stein Stein Stein Stein

Fürther Tafel/Ausgabe Roßtal Verein Fürther Tafel Wir für alle Nächstenhilfe Nachbarschaftshilfe Fürther Tafel/Ausgabe Stein Mittagstisch Mittagstisch Kleiderkiste Kommune Diakonieverein Arbeiterwohlfahrt Verein Fürther Tafel Evang. Kirche MartinLuther Landeskirchliche Gemeinschaft Verein Lichtblick

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

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Tab. A.8: Nachbarschaftshilfen im Landkreis Fürth
Gemeinde Tuchenbach Zirndorf Zirndorf Zirndorf Name der NBSH "Senioren helfen Senioren" "Senioren helfen Senioren" Freiwilligenagentur im Familienzentrum Zirndorf Träger Seniorenbeirat Seniorenbeirat Freundeskreis Familienzentrum e.V. MitarbeiterInnen 2 EA 17 EA 12 EA 28 EA jährliche Nutzer Angebote für SeniorInnen ab 65 J. Besteht erst seit Besuchsdienste, Vorlesen, Garten gießen im Urlaub, Dezember 2011 Begleitungdienste, Hilfe beim Ausfüllen von Formularen 20 29 30-35 Hauswirtschaftliche Hilfen, Fahrdienste, Besuchsdienste Vermittlung von nachbarschaftlichen Hilfen im Bereich Hauswirtschaft, Begleit-, Besuchsdienste je nach Anfrage Kostenlose Essensausgabe

Fürther Tafel/Ausgabe Zirndorf Verein Fürther Tafel

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

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Tab. A.9: Besuchsdienste im Landkreis Fürth
Gemeinde Ammerndorf Ammerndorf Ammerndorf Cadolzburg Name des Dienstes Besuchsdienst der evangelischen Kirchengemeinde Besuchsdienst der Arbeiterwohlfahrt Besuchsdienst des VdK Träger Evangelische Kirchengemeinde Arbeiterwohlfahrt VdK Katholische Kirchengemeinde Arbeiterwohlfahrt Evangelische Kirchengemeinde Katholische Kirchengemeinde Katholische Kirchengemeinde Evangelische Kirchengemeinde Katholische Kirchengemeinde Evangelische Kirchengemeinde Diakonieverein Puschendorf Katholische Kirchengemeinde VdK Evangelische Kirchengemeinde Arbeiterwohlfahrt Evangelische Kirchengemeinde Arbeiterwohlfahrt Evangelische Kirchengemeinde Evangelische Kirchengemeinde Mitarbei- jährliche Zielgruppe terInnen Nutzer 1 HA, 2 EA 3 EA 2 EA 1 HA, 5 EA 5 EA 2 EA 2 EA 6 EA 1 HA, 28 EA 10 EA 5 EA 1 EA 4 EA 4 EA 3 HA 1 EA 8 EA 3 EA 2 HA, 8 EA 1 HA, 8 EA 7 EA 5 EA 3 EA 100 40 20 150 40 150 40-45 180 100 20-30 280 120 250 40-45 1000 40-45 240 8-10 Geburtstags- und Krankenbesuche Geburtstags- und Krankenbesuche Krankenbesuche Geburtstagsbesuche Krankenhausbesuche Geburtstagsbesuche Geburtstagsbesuche Geburtstagsbesuche Besuchsdienst für Mitglieder der Kirchengemeinde Geburtstagsbesuche Geburtstagsbesuche Besuchsdienst für Senioren und Langzeitkranke Geburtstagsbesuche Geburtstagsbesuche Geburtstagsbesuche Geburtstagsbesuche Geburtstagsbesuche Krankenbesuche

Besuchsdienst der katholischen Kirchengemeinde Besuchsdienst der AWO Großhabersdorf Großhabersdorf Besuchsdienst der evangelischen Großhabersdorf Kirchengemeinde Besuchsdienst der katholischen Großhabersdorf Kirchengemeinde Besuchsdienst der katholischen Langenzenn Kirchengemeinde St. Marien Langenzenn Besuchsdienst der evangelischen Kirchengemeinde Besuchsdienst der katholischen Kirchengemeinde Besuchsdienst der evang. Kirche St. Stephanus Besuchsdienst des Diakonievereins Besuchsdienst der katholischen Kirchengemeinde Besuchsdienst des VdK Roßtal Besuchsdienst der evang. Kirche Roßtal/Buchschwabach Besuchsdienst der AWO Roßtal Besuchsdienst der evangelischen Kirchengemeinde Besuchsdienst der AWO Seukendorf Besuchsdienst der evang. Kirche Martin-Luther Besuchsdienst der St. JakobusKirche

Oberasbach Oberasbach Puschendorf Roßtal Roßtal Roßtal Roßtal Seukendorf Seukendorf Stein

Stein

Besuchsdienst für 350-400 Mitglieder der Kirchengemeinde Besuchsdienst für 300-350 Mitglieder der Kirchengemeinde 200-220 Geburtstagsbesuche 5 20 Krankenbesuche Krankenbesuche

Stein Stein Stein

Besuchsdienst der Paul-Gerhardt- Evangelische Kirche Kirchengemeinde Besuchsdienst der katholischen Kirchengemeinde Besuchsdienst des VdK Stein Katholische Kirchengemeinde VdK Diakonieverein Veitsbronn / Tuchenbach / Obermichelbach Katholische Kirchengemeinde

Tuchenbach/ Besuchsdienst des Obermichelbach Diakonievereins Besuchsdienst der katholischen Kirchengemeinde

1 EA

Besuchsdienst für 150-200 Mitglieder des Diakonievereins Besuchsdienst für 150-200 Mitglieder der Kirchengemeinde
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Veitsbronn

1 HA, 7 EA

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

Tab. A.9: Besuchsdienste im Landkreis Fürth
Gemeinde Veitsbronn Name des Dienstes Besuchsdienst des VdK Veitsbronn Besuchsdienst des Diakonievereins Besuchsdienst der evang. Kirche Kirchfarrnbach Besuchsdienst der evang. Kirche Wilhermsdorf Träger VdK Diakonieverein Veitsbronn / Tuchenbach / Obermichelbach Evangelische Kirchengemeinde Evangelische Kirchengemeinde Mitarbei- jährliche Zielgruppe terInnen Nutzer 4 EA 70-80 Geburtstagsbesuche

Veitsbronn

1 EA 1 HA, 12 EA 2 HA, 8 EA 2 HA, 2 EA 2 EA

Besuchsdienst für 400-450 Mitglieder des Diakonievereins 70 15 Geburtagsbesuche Besuchsdienst für Mitglieder der Kirchengemeinde

Wilhermsdorf Wilhermsdorf Zirndorf Zirndorf

Besuchsdienst der kath. Kirche St. Katholische Josef Kirchengemeinde Besuchsdienst der AWO Arbeiterwohlfahrt Weinzierlein

350-400 Geburtstagsbesuche 100 Kranken- und Geburtstagsbesuche

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2010

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Tab. A.10: Beratungs- und Informationsangebote der Seniorenvertreter im Landkreis Fürth
Gemeinde Seniorenvertretung Mitglieder Tätigkeitsschwerpunkte · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Sprechstunden Beratung Vermittlung Regelmäßige Treffen mit Bürgermeister Sprechstunden Beratung Vermittlung Informationsveranstaltungen Arbeitskreise "Innerstädtisch", "Kultur", "Soziales/Medizin" und "Seniorentreff" Sprechstunden Beratung Vermittlung Regelmäßige Treffen mit Bürgermeister Sprechstunden Beratung Vermittlung Informationsveranstaltungen Arbeitskreis "Bürgerhaus Langenzenn Freizeit- und Bildungsangebote Beratung Vermittlung Informationsveranstaltungen Vermittlung Informationsveranstaltungen Arbeitskreis "Junge Alte" Freizeit- und Bildungsangebote Vermittlung Sprechstunden Informationsveranstaltungen Vermittlung Vermittlung Sprechstunden Beratung Vermittlung Informationsveranstaltungen Vermittlung Freizeit- und Bildungsangebote Sprechstunden Beratung Vermittlung Informationsveranstaltungen Freizeit- und Bildungsangebote Sprechstunden Beratung Vermittlung Informationsveranstaltungen Freizeit- und Bildungsangebote Sprechstunden Beratung Vermittlung Informationsveranstaltungen Freizeit- und Bildungsangebote

Ammerndorf

Seniorenbeirat

5

Cadolzburg

Seniorenbeirat

20

Großhabersdorf

Seniorenbeirat

5

Langenzenn

Seniorenbeirat

11

Oberasbach

Stadtseniorenrat

21

Obermichelbach

Seniorenbeirat

14

Puschendorf* Roßtal Seukendorf

Seniorenbeauftragter Runder Tisch "Älter werden in Roßtal" Seniorenreferentin Seniorenbeauftragter

1 15-20 1 1

Stein

Seniorenbeirat

19

Tuchenbach

Seniorensprecherin

1

Veitsbronn

Seniorenbeirat

12

Wilhermsdorf

Seniorenbeirat

12

Zirndorf

Seniorenbeirat

14

* In Puschendorf hat sich Anfang des Jahres 2012 ebenfalls ein Seniorenbeirat gegründet.

Quelle: MODUS-Sozialforschung 2011

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Tab. A.11: Informations- und Beratungsmöglichkeiten für ältere Menschen im Landkreis Fürth
Gemeinde Ammerndorf Langenzenn Stein Stein Stein Veitsbronn Zirndorf Beratungsstelle Sozial- & Versicherungsamt Bürgerbüro Sozial- & Versicherungsamt Arbeiterwohlfahrt Sozialtherapeutische Beratungsstelle Verwaltungsgemeinde Veitsbronn Rentenversicherungsamt Mitarbeiter 1 1 2 4 5 1 1 Nutzer Tätigkeitsschwerpunkte 50 500 35004000 80 5 350 500-600 Unterstützung bei Renten und sozialrechtlichen Angelegenheiten Beratung in sozialrechtlichen Angelegenheiten (35%), Rentenversicherung (35%), Pflegeversicherungsgesetz (10%) und anderen Angelegenheiten (20%) Beratung in sozialrechtlichen Angelegenheiten (85%), Heimplatzsuche (5%), Pflegeversicherungsgesetz (5%) und andere Angelegenheiten (5%) Unterstützung bei Behörden, z.B. bei der Antragsstellung, Beratung bei Fragen zu Mahlzeitendiensten (Essen auf Rädern), Heimplatzsuche Beratung in persönlichen Angelegenheiten (100%) Rentenberatung (100%) Beratung in sozialrechtlichen Angelegenheiten (50%), persönlichen Angelegenheiten (50%), Rentenversicherung (20%), Heimplatzsuche (10%), Pflegeversicherungsgesetz (5%)

Tab. A.12: Informations- und Beratungsmöglichkeiten für ältere Menschen im Landkreis Fürth mit Sitz in der Stadt Fürth
Gemeinde Fürth Fürth Fürth Beratungsstelle Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten VdK - Kreisverband Fürth BRK "Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung" Diakonisches Werk Fürth Mitarbeiter 1 3 2 Nutzer Tätigkeitsschwerpunkte 120 4000 47 Beratung der älteren Menschen bei alters- und pflegerelevanten Fragen, Organisation von Informationsveranstaltungen, Vermittlung an weiterführende Beratungsstellen Beratung in sozialrechtlichen Angelegenheiten (90%), Pflegeversicherungsgesetz (10%) Behindertenhilfe (75%), Beratung in persönlichen Angelegenheiten (15%) und sozialrechtlichen Angelegenheiten (10%) Beratung zur Gesundheit, Kur, Erholung (50%), Beratung in persönlichen Angelegenheiten (30%, davon 8-10% Wohnangelegenheiten), Heimplatzsuche (5%), Pflegeversicherungsgesetz (5%), Beratung in sozialrechtlichen Angelegenheiten (5%), Betreuung, Vollmacht, Patientenverfügung (5%) Beratung von pflegenden Angehörigen, stundenweise Entlastung für pflegende Angehörige durch freiwillige HelferInnen Beratungen, Vorträge und Schulungen im Rahmen der Arbeit für pflegende Angehörige, Weitervermittlung an Fachstellen, z.B. Betreuungsangelegenheiten, Kuren etc., Angehörigencafe, Gesprächskreis für pflegende Töchter Beratung von pflegenden Angehörigen, Gesprächsgruppe für Angehörige von demenzerkrankten Menschen

Fürth

1

40

Zusammenschluss "Netzwerk Pflege" Arbeiterwohlfahrt Fürth Fürth Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Fürth Diakonisches Werk Fürth 1 1 1 k.A. 185 171

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MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

239

Tab. A.13: Zusammensetzung des Arbeitskreises "Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth Name Dießl Barz Gottbehüt Schmuck Schwämmlein Wagner Krömer Lerch Wendler-Aufrecht Frank Künne Laaß Schmidt Sieber Vorname Matthias Andrea Bernhard Franz Marianne Fritz Kurt Peter Ingrid Andreas Jörn Friedhelm Werner Dieter Organisation / Funktion Landrat CSU - Kreisrätin FDP - Kreisrat SPD - Kreisrat Grüne - Kreisrätin FDP - Kreisrat Bürgermeister der Stadt Stein Bürgermeister der Gemeinde Veitsbronn Bürgermeisterin der Gemeinde Obermichelbach Seniorenbeauftragter des VdK Diakoniebeautragter Stellvertretender Sprecher AG Senioren Geschäftsführer der AG der freien Wohlfahrtsverbände Sprecher der AG Senioren Landratsamt Fürth, Abteilungsleitung kommunale und soziale Angelegenheiten Landratsamt Fürth, Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten, Sachgebiet Sozialwesen Landratsamt Fürth, Sachgebietsleitung Sozialwesen MODUS-Institut Bamberg, AbtL Sozialplanung

Göller

Barbara

Körner

Margot

Reißig Zehe

Marion Manfred

Quelle: Landratsamt Fürth 2011

MODUS: Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürth – Teilbericht 3: Zusammenfassung und Empfehlungen

240

Abb. A.1:

Einschätzung der Praktiker im Bereich der Seniorenhilfe zum Handlungsbedarf im Landkreis Fürth
50% 63% 42% 46% 42% 21% 25% 50% 25% 38% 25% 29% 25% 29% 21% 17% 17% 42% 17% 25% 17% 21% 17% 21% 13% 17% 13% 17% 13% 8% 8% 13%
4%

Entlastungsangebote für pflegende Angehörige Ambulante gerontopsychatrische Betreuung Hospizeinrichtungen Seniorengerechte Wohnungen Tagespflegeplätze (ambulant betreute) Wohngemeinschaften Beratungsstellen für SeniorInnen und Angehörige Beschützende Wohnplätze Besuchsdienste Betreute Wohnplätze Seniorensport (Seniorengymnastik, etc.) Freizeitangebote für Senioren Kurzzeitpflegeplätze Nachbarschaftshilfen Hauswirtschaftliche Versorgung Seniorenbegegnungsstätten Bildungsangebote Altenheimplätze für Rüstige Ambulante Pflege Pflegeheimplätze

13%
4% 4% 4%

Landkreisebene Gemeindeebene

8% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70%

Quelle: Erhebung von MODUS-Sozialforschung zum Stichtag 31.12.2010
        
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