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Full text: Ergebnisprotokoll

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding

Berlin-Mitte
Nichtoffener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb

Ergebnisprotokoll

Nichtoffener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding Berlin-Mitte Ergebnisprotokoll

Berlin, Juli 2013

Herausgeber und Wettbewerbskoordination Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Maria Rünz Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte Wettbewerbsausschreibung und Koordiantion der Vorprüfung Fabian Lux Bernard und Sattler Landschaftsarchitekten Monumentenstr. 33-34 10829 Berlin Vorprüfung Landschaftsarchitektur Katharina Schütze Annette Sprenger Eckhard Lange Mitarbeiter der Vorprüfung Jana Mackert Felix Bentlin Johannes Hipp Titelbild ANNABAU Architektur und Landschaft Druck A&W Digitaldruck, Berlin

Inhaltsverzeichnis
1.	 1.1	 1.2	 1.3	 1.4	 1.5	 1.6	 1.7	 1.8	 1.9	 1.10	 1.11	 1.12	 1.13	 2.	 2.1	 2.2	 2.3	 2.4	 2.5	 2.6	 2.7	 2.8	 2.9	 Protokoll des Preisgerichts	 Begrüßung und Feststellung der Anwesenheit Konstituierung des Preisgerichts	 Bericht der Bürgerveranstaltung Erster Wertungsrundgang Zweiter Wertungsrundgang Arbeiten der engeren Wahl Empfehlung des Preisgerichts Abschluss der Preisgerichtssitzung Protokollfreigabe der Preisrichter Anwesenheitsliste Teilnehmer des Wettbewerbs Bericht der Vorprüfung Einlieferung der Arbeiten Anonymisierung	 Vollständigkeit der Arbeiten Kriterienkatalog laut Auslobung Sachverständige .......................................................................................	22 ...................................................................................	22 .............................................................................	24 .......................................................	24 ......................................................	 06 08 09 09 10 10 11 14 14 15 16 17 19

...........................................................................	 ............................................................................	 ................................................	

Bericht der Vorprüfung und Informationsrundgang

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Festlegung der Rangfolge und Preise

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.....................................................................................................	22

Verfahren der Vorprüfung und Kostenprüfung Übersicht der Arbeiten

....................................................................................................	25 ...........................................................................................	26	 ............................................................	29 70 .........................................................................	

Einzelberichte der Arbeiten 1242 bis 1261 Ergebnis der Bürgerveranstaltung

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1.

Protokoll des Preisgerichts

Sitzungsdatum: 18.06.2013 Beginn der Sitzung: 9:15 Uhr Ort: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Württembergische Str. 6, 10707 Berlin, Raum 560

1.1

	 Im Auftrag des Auslobers begrüßt Peter Ostendorff, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Referat Auswahlverfahren, Wettbewerbe alle Teilnehmer der Preisgerichtssitzung und eröffnet die Sitzung. Herr Ostendorff berichtet, dass Herr Axel Lohrer als Fachpreisrichter entschuldigt ist. Unter dem Preisgericht besteht Einvernehmen, dass Herr Frank von Bargen als stimmberechtigter Fachpreisrichter an seine Stelle tritt. Herr Sebastian Hennemann wird als ständig anwesender stellvertretender Fachpreisrichter benannt. Herr Ostendorff berichtet weiter, dass auch Herr Spallek als Sachpreisrichter wie auch seine Vertreterin Frau Kristina Laduch dem Preisgericht nicht zur Verfügung stehen. Im Einvernehmen mit der Architektenkammer wurde im Vorfeld die bezirkliche Vertretungsproblematik erläutert und ein Vorschlag unterbreitet, worüber alle Wettbewerbsteilnehmer schriftlich informiert wurden. Von Seiten der Teilnehmer wurden keine Einwände vorgetragen, so dass Herr Stephan Lange als Sachpreisrichter und Herr Siegfried Dittrich als stellvertretender Sachpreisrichter von Seiten des Bezirks Mitte zugelassen werden. Darüber hinaus ist Frau Sabrina Glai als stellvertretende Sachpreisrichterin entschuldigt. Aus der Stadteilvertretung Müllerstraße wird Herr Emmermann als weiterer Gast zugelassen. Herr Ostendorff stellt die Anwesenheit (siehe Anwesenheitsliste, Punkt 1.12) und Vollzähligkeit des Preisgerichts fest. Herr Gothe wird von 10:00 Uhr bis 12:30 Uhr und von 15:20 Uhr bis 18:50 Uhr anwesend sein. Während seiner Abwesenheit erhält Frau Berning das Stimmrecht. Stimmberechtigte Fachpreisrichter/-innen	 	 Martina Levin 					Landschaftsarchitektin, Berlin 					Gabriele Pütz 					Landschaftsarchitektin, Berlin 					Albert Urig 					Architekt, Kaiserslautern 					Frank von Bargen 					Landschaftsarchitekt, Berlin Stellvertretende			 Sebastian Hennemann Fachpreisrichter /-innen		 Landschaftsarchitekt, Michendorf 	 	 Stimmberechtigte			 Stephan Lange Sachpreisrichter/ -innen		 Bezirksamt Mitte von Berlin, 					Amt für Planen und Genehmigen 				

Begrüßung und Feststellung der Anwesenheit

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				Christian Krüger		 				BIM GmbH, 				Teamleiter Portfoliomanagement 				 				Ephraim Gothe 				 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, 				 Staatssekretär für Bauen und Wohnen Stellvertretende			Maria Berning Sachpreisrichter /-innen		 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, 				Städtebauförderung/Stadterneuerung 				Sabine Krutzsch 				 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, 				Städtebauförderung/Stadterneuerung Sachverständige		 René Plessow 				Bezirksamt Mitte von Berlin, 				Abteilung Stadtentwicklung, Fachbereich Stadtplanung 				Siegfried Dittrich 				Bezirksamt Mitte von Berlin, 				Tiefbau- und Landschaftsplanungsamt 				 				Günter Reimann 				Bezirksamt Mitte von Berlin, 				Abteilung Stadtentwicklung, Fachbereich Denkmalschutz 				Stefan Rogge 				Bezirksamt Mitte von Berlin, 				 Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Bibliotheken, 				Leiter der Stadtbibliothek 				Angelika Hofmann-Nickel 				BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, 				Baumanagement/Property Management 				Bianka Franke 				BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, 				Baumanagement/Property Management 				Silvia Topp 				 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, 				Abteilung Hochbau, Referat 				Stefan Bätz 				 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, 				Freiraumplanung Stadtgrün 				Peter Ostendorff 				 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, 				Referat Wettbewerbe 				Patrick-Michael Weiss 				 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, 				Referat Wettbewerbe

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Sachverständige		 				 	 	 	 	

Cagla Ilk Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Beirat für frauenspezifische Belange

				Karsten Scheffer 				Jahn, Mack & Partner 				Ingrid Hermannsdörfer 				Landeskriminalamt Berlin, 				Städtebauliche Kriminalprävention Gäste				Thomas Wibel 				Stadtteilvertretung Müllerstraße 				Detlef Emmermann 				Stadtteilvertretung Müllerstraße Koordination und Vorprüfung	 Fabian Lux 				Bernard und Sattler Landschaftsarchitekten 				Katharina Schütze 				Landschaftsarchitektin 				Annette Sprenger 				Landschaftsarchitektin 				Eckhard Lange 				Landschaftsarchitekt Mitarbeiter /-innen der		 Jana Mackert Vorprüfung		 				Felix Bentlin 				Johannes Hipp

1.2

Konstituierung des Preisgerichts

Auf Vorschlag von Herrn Ostendorff wird Gabriele Pütz bei eigener Enthaltung einstimmig als Vorsitzende des Preisgerichts gewählt. Die Vorsitzende Gabriele Pütz übernimmt die Leitung der Sitzung und lässt sich von den Mitgliedern des Preisgerichts versichern, dass sie lt. RPW 2008 •	 •	 •	 •	 •	 •	 keinen Meinungsaustausch mit Wettbewerbsteilnehmern über die Aufgabe und deren Lösung seit dem Rückfragenkolloquium geführt haben und während der Dauer der Sitzung führen werden; bis zum Preisgericht keine Kenntnis von Wettbewerbsarbeiten erhalten habe, soweit sie nicht als Vorprüfer oder Sachverständiger bei der Vorprüfung mitgewirkt habe; die Beratung des Preisgerichts vertraulich behandelt werden; die Anonymität der Arbeiten aus ihrer Sicht gewahrt ist; es unterlassen werden, sich über vermutete Verfasser zu äußern; die vorliegenden Arbeiten als Leistung anerkennen und respektvoll bewerten.

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1.3

Bericht der Bürgerveranstaltung

Herr Scheffer (Jahn, Mack & Partner) stellt die Ergebnisse der am Vortag des Preisgerichts stattgefundenen öffentlichen Bürgerveranstaltung vor. Das Ergebnis der Bürgerveranstaltung befindet sich im Anhang des Ergebnisprotokolls.

1.4

Bericht der Vorprüfung und Informationsrundgang

Herr Lux (Bernard und Sattler Landschaftsarchitekten) berichtet von der technischen Vorprüfung in Bezug auf Einlieferung und Vollständigkeit der Arbeiten. Von 25 ausgewählten Teilnehmern wurden 20 Arbeiten eingereicht. Alle Arbeiten wurden nachweislich termingerecht bis zum 21.05.2012 eingereicht und waren mit einer sechsstelligen Kennziffer versehen. Nach dem Auspacken wurden die Arbeiten auf Abgabedatum, Anonymität und Vollständigkeit der geforderten Leistungen geprüft und mit den Nummern 1242 bis 1261 getarnt. Die Umschläge der Verfassererklärungen wurden unter Verschluss genommen. Die Vollständigkeit der Arbeiten wurde gemäß Punkt 1.10 der Auslobung geprüft. Folgende Arbeiten wiesen nicht die geforderten Leistungen auf. Die Teilnehmer wurden über eine Rundmail aufgefordert, diese nachzureichen. Über die Anerkennung dieser nachgereichten Unterlagen, wird das Preisgericht entscheiden. Bei den Arbeiten 1243, 1246, 1253, 1259 fehlte der geforderte Hängeplan. Die Hängefolge der Pläne konnte jedoch anhand von Planmarkierungen nachvollzogen werden. Bei der Arbeit 1257 fehlte der Erläuterungsbericht. Der Teilnehmer lieferte den Erläuterungsbericht nach. Bei der Arbeit 1261 fehlte die Verfasserklärung. Der Teilnehmer lieferte die Verfasserklärung nach. Bei der Arbeit 1255 wurde eine leere CD abgegeben. Der Teilnehmer lieferte die CD mit Inhalten nach. Die Inhalte der CD entsprachen den fristgerecht eingereichten Planunterlagen. Das Preisgericht entscheidet einstimmig, dass alle Arbeiten zur Wertung zugelassen werden. Der nachgereichte Erläuterungsbericht der Arbeit 1257 wird während der Preisgerichtssitzung abgehängt. Herr Lux erläutert die Arbeitsweise der Vorprüfung hinsichtlich Flächen, Massen und Kosten. Diese wurden durch die Vorprüfung überprüft und im Sinne der Vergleichbarkeit der Arbeiten untereinander erfasst und, wenn nötig, im Sinne einer Vergleichbarkeit angepasst. Am 04.06.2013 wurde den Sachverständigen im Rahmen der Vorprüfung die Gelegenheit gegeben, die Wettbewerbsarbeiten einzusehen, um den Vorprüfern fachliche Fragen zu beantworten bzw. die eigenen Belange abzuprüfen. Im Anschluss erläutert Herr Lux anhand der Vermessergrundlage die Besonderheit der bestehenden Topografie und weist auf mögliche Folgen hinsichtlich des Baumbestandes hin sollte die Topografie von den Teilnehmern verändert werden. Die Vorprüfer/-innen Katharina Schütze, Annette Sprenger und Eckhard Lange stellen im Informationsrundgang von 10:00 Uhr bis 12:30 Uhr die Arbeiten 12421261 vor.

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Um 12:30 Uhr verlässt Herr Gothe das Preisgericht. Um 12:30 Uhr endet der Informationsrundgang. Es folgt die Mittagspause.

1.5

Erster Wertungsrundgang

Der erste Wertungsrundgang beginnt um 13:10 Uhr. Frau Berning vertritt Herrn Gothe. Frau Pütz lässt über die Arbeiten abstimmen die mit mindestens einer Stimme in der Wertung verbleiben. Arbeiten die keine Stimme erhalten verbleiben somit im ersten Rundgang. Dazu zählen die Arbeiten: 1245, 1250, 1257 Der erste Wertungsrundgang endet um 13:20 Uhr Für die weiteren Wertungsrundgänge diskutiert das Preisgericht die Bewertungskriterien der Auslobung (Punkt 1.12). Folgende Kriterien werden als besonders wichtig herausgestellt: •	 •	 •	 •	 •	 •	 •	 •	 •	 •	 •	 •	 Durchwegung des Rathausumfelds und Hierarchisierung der Wege Umgang mit den Bestandsbäumen und der Topographie der Platzes Einbindung der Bibliothek Qualität Verhältnis: Platz - Grün Anbindung / Übergänge an die Beuth-Hochschule, den Leopoldplatz und an den Markt Genter Straße Übergänge von den angrenzenden Gebäuden zum Platz Zielortqualität Platz soll eine eigene Identität haben Platz soll eine erlebbare Einheit bilden Angebote für alle Generationen Nutzbarkeit des Platzes für alle Anlieger Wirtschaftlichkeit

1.6

Zweiter Wertungsrundgang

Um 13:40 Uhr beginnt der zweite Wertungsrundgang. Die verbliebenen Arbeiten werden durch das Preisgericht anhand der Kriterien beurteilt. Das Preisgericht stimmt mit einfacher Mehrheit ab, welche Arbeiten im Wettbewerbsverfahren verbleiben sollen. Stimmenthaltungen sind ausgeschlossen: 		 1242		 1243		 1244		 1246		 1247		 1248		 1249		 1251		 1252		 1253		 1254		 1255		 ja 1 0 5 1 3 0 1 0 0 6 6 7 : nein : 6	 : 7	 : 2	 : 6	 : 4	 : 7	 : 6	 : 7	 : 7	 : 1	 : 1	 : 0	 ausgeschieden ausgeschieden weiter ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden weiter weiter weiter

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1256		 1258		 1259		 1260		 1261		

4 0 7 2 0

: : : : :

3	 7	 0	 5	 7	

weiter ausgeschieden weiter ausgeschieden ausgeschieden

Die Arbeiten 1242, 1243, 1246, 1247, 1248, 1249, 1251, 1252, 1258, 1260, 1261 sind im zweiten Wertungsrundgang ausgeschieden. Somit verbleiben die Arbeiten 1244, 1253, 1254, 1255, 1256, 1259 in der engeren Wahl.

1.7

Arbeiten der engeren Wahl

Das Preisgericht diskutiert über Rückholanträge für die Arbeiten 1242, 1246, 1247. Die Abstimmung des Preisgerichts über die Rückholanträge ergab folgendes Ergebnis: 		 1242		 1246		 1247		 ja 1 1 2 : nein : 6	 : 6	 : 5

Somit sind alle Rückholanträge abgelehnt. Herr Gothe ist wieder beim Preisgericht vertreten und am finalen Diskussions- und Abstimmungsprozess beteiligt. Von 15:45 Uhr bis 16:15 Uhr werden die Arbeiten der engeren Wahl durch die Sach- und Fachpreisrichter schriftlich beurteilt. Die Textentwürfe werden abschließend im Plenum verlesen, diskutiert und in der folgenden Form verabschiedet. Arbeit 1244 Die Verfasser stellen das Umfeld des Rathauses als eine zusammenhängende Platzfläche dar, welche durch eine einheitliche Materialität gut zusammengehalten wird. Der nördlich gelegene Stadtplatz sowie die südlich gelegene Grünfläche sind hinsichtlich Proportion und Größe richtig dimensioniert und werden jeweils durch den Hochhausturm teilweise überlagert. Der Hochhausturm erhält so eine Klammerfunktion und wirkt als verbindendes städtebauliches Element. Die Einbindung innerhalb des Bildungsbandes und die Beziehungen der städtebaulichen Räume sind gelungen. Der behutsame Umgang mit dem vorhandenen Baumbestand wird ausdrücklich begrüßt. Die vom Verfasser genannte Buchmetapher hingegen scheint räumlich nicht erlebbar und ist insbesondere im Hinblick auf das gewählte Dünenmotiv der Grünfläche inhaltlich nicht nachvollziehbar. Das Dünenmotiv ist darüber hinaus grundsätzlich für diesen Ort im Zentrum von Wedding nicht passend und birgt in der Umsetzung erhebliche funktionale und bauliche Probleme. Des Weiteren ist die Anbindung der Stadtbibliothek an den U-Bhf. Leopoldplatz nicht zufriedenstellend gelöst. Eine Referenz an die historische Platzgestaltung ist nicht gegeben. Insgesamt stellt die Arbeit als Gesamtkonzept einen interessanten Beitrag dar, welcher allerdings im Detail nicht überzeugend kann. Arbeit 1253 Der Entwurf fällt durch seine klare Zweiteilung des Rathausplatzes in einen steinernen Stadtplatz und einen grünen Rasenplatz mit einigen Bestandsbäumen und Baumneupflanzungen auf. Der linear gegliederte Stadtplatz fällt in Richtung

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Jobcenter gleichmäßig ab und stellt den ehemaligen BVV-Saal wunderbar frei, er scheint zu schweben. Mit dem vorhandenen Baumbestand wird respektvoll umgegangen. Die erhaltenen Großbäume (Platanen, Pappeln) stehen in runden Hochbeeten, deren Kante gleichzeitig als Sitzelement verwendet werden kann, ohne dass eine bestimmte Sitzrichtung vorgegeben wird. Die auffällige Farbe der Einfassung der Hochbeete bildet zudem einen interessanten Blickfang. Die Verortung der Fahrradstellplätze unter dem ehemaligen BVV-Saal ist gelungen. Die Reduzierung der PKW-Stellplätze in der Genter Straße schafft einen guten Übergang zum Beuth Campus. Kritisch bewertet wird die südlich des Rathausturms geplante dreireihige Promenade mit Laubbäumen, die das Bibliotheksgebäude ab der ersten Etage verstellt und den Blick auf und aus dem Gebäude stark einschränkt. Die Durchwegung entlang des Rathausaltbaus ist zu schmal, die Promenade entlang der Bibliothek unter einer dreireihigen Allee wirkt überdimensioniert. Die rondellartige Modellierung der Rasenfläche auf dem hinteren Platz (südlich des Rathausturms) wirkt eher zufällig. Die Wegeverbindungen von der Genter Straße Richtung Leopoldplatz wirken in ihrer Ausprägung nicht angemessen. Der Entwurf zur Gestaltung des Rathausplatzes kann insgesamt nicht vollends überzeugen. Die konsequent ausgearbeitete Gestaltungsidee den Platz in Richtung Rathausneubau gleichmäßig zu neigen, so dass der ehemalige BVV-Saal auf seinem Sockel als freier Baukörper betont wird, stellt ein hervorzuhebendes Alleinstellungsmerkmal dar. Arbeit 1254 Die Wettbewerbsaufgabe wird auf einfache Art gut gelöst. Der steinerne Platz zur Müllerstrasse verbindet großzügig alle Häuser und stellt sich als flexibel nutzbare urbane Fläche dar. Die ovale Pappelinsel bildet einen spannungsvollen Kontrast innerhalb der ruhigen orthogonalen Platzstruktur. Insbesondere der Übergang zum Straßenraum der Müllerstrasse ist attraktiv, schafft einen guten Übergang zum Leopoldplatz und stärkt den Stadtraum. Positiv bewertet wird der Übergang zur grünen Platzseite in Form einer attraktiven Alleepflanzung. Kritisch gesehen wird die minimierte Verbindung entlang der Limburgerstrasse. Die Ausformulierung des Überganges zum übergeordneten Campusweg ist dagegen überzeugend. Entlang der Schillerbibliothek wäre im südlichen Bereich die Durchwegung zur Genterstrasse zu stärken. Die Lage der Müllstandorte vor der Schaufassade der neuen Schillerbibliothek ist nicht akzeptabel. Die monolithischen linearen Sitzskulpturen zwischen Müllerstrasse und Genterstrasse gefallen als Gestaltungselemente sind jedoch wegen ihrer massiven Wirkung kritisch zu sehen. Die besondere Stärke des Entwurfes liegt in der Verknüpfung der Wegebeziehung zwischen den benachbarten Stadträumen. Arbeit 1255 Der großzügig gestaltete Stadtplatz ermöglicht die uneingeschränkte Wahrnehmung und Erreichbarkeit aller am Platz gelegenen Funktionsgebäude (Jobcenter, Bibliothek, Galerie, Café). Gleichzeitig zeichnet sich der orthogonal strukturierte Stadtplatz durch eine hohe Aufenthaltsqualität aus. Hierfür bürgen die unikaten flügelartigen Sitzmöbel die für die Galerie nutzbare Vitrine, sowie die zurückhaltende aber angemessene Grüngestaltung. Das ebenerdig begehbare Fontänenfeld im Vorfeld des Cafés stellt einen echten „Eyecatcher“ dar, der seinerseits das steinerne Platzgefüge erfrischend aufwertet. Zwar ist die Unterhaltung des Fontänenfeldes kostenaufwendig, insgesamt aber ist die klar strukturierte Gestaltung des Rathausplatzes hinsichtlich ihres vermutlich geringen Pflege- und Unterhaltungsaufwandes absolut umsetzungsfähig. Die Verbindungsfunktion zwischen Beuth Hochschule, Zentrum Müllerstraße und Leopoldplatz

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wird durch die vom Platz fortgesetzten Achsen entlang des Rathausaltbaus und der Bibliothek großzügig gewährleistet. Die Genter Straße wird aufgepflastert und stellt somit stadträumlich zwischen Beuth Campus und Rathausplatz einen räumlich funktionalen Zusammenhang dar. Der Rathausneubau wird an seiner Rückseite von einem Rasenplateau umsäumt und durch „schnelle“ interne Wegeverbindungen gegliedert. Die Rasenflächen mit zurückhaltendem Baumbewuchs ermöglichen vielfältige kontemplative Nutzungen (z. B. Liegen, Lesen, ...). Die umlaufende Betoneinfassung der erhöhten Parkfläche dient gleichzeitig als Sitzelement. Die temporäre Begrünung des 2. Bauabschnittes südlich der Bibliothek erscheint zweckmäßig. Dieser insgesamt sehr großzügige städtische Charakter von Stadtplatz und Grünfläche erfordert allerdings einen starken Eingriff in den Altbaumbestand, der auch durch zahlreiche Neupflanzungen nicht kompensiert werden kann. Der hohe Versiegelungsgrad wird aufgrund der Klimarelevanz kritisch angemerkt. Insgesamt erscheint der Entwurf auf Grund seiner klaren, übersichtlichen und einheitlichen Struktur sowie seiner städtischen Qualität für die zu erwartenden hohen Nutzerfrequenzen überzeugend. Arbeit 1256 Die Entwurfsverfasser schaffen einen einheitlichen umlaufenden Rahmen und gliedern die beiden Platzräume in zwei deutlich ablesbare Freiflächenqualitäten. Die gewünschte Bindungsfunktion des Rathausumfeldes innerhalb des Bildungsbandes wird verstärkt durch zwei gut dimensionierte Verbindungswege. Insbesondere die südöstliche gelegen Promenade als zweireihige Baumreihe bietet eine hohe Aufenthaltsqualität und stellt gleichzeitig die Referenz an den gegenüberliegenden Leopoldplatz dar. Die Einbindung der Schillerbibliothek in die Platzfläche ist gut gelungen. Die temporäre Einrichtung des Lesegartens im Bereich der geplanten Erweiterungsfläche stellt eine gelungene Interimslösung dar. Die Nutzung der südlich gelegenen Grünfläche wirkt durch die einfache aber wirksame Anordnung von Sitzstufen mit Blickrichtung zur Beuth-Hochschule als verbindendes Element. Die teppichartige Platzintarsie ist eine schöne Idee, die leider die Großzügigkeit der Platzfläche einschränkt. Darüber hinaus funktioniert die Anordnung der PkwStellplätze für Behinderte aufgrund der ungünstig gewählten Lage im Bereich vor der Bibliothek nicht. Auch die notwendige Erschließung des Hochhauses auf der östlichen Seite ist nicht dargestellt. Im Ergebnis stellt die Arbeit einen lösungsorientierten Beitrag dar, es fehlt jedoch an einer übergeordneten Vision. Arbeit 1259 Die Leitidee den urbanen Stadtraum mit unterschiedlichen Qualitäten zu beleben wird gekonnt vorgetragen. Innerhalb eines übergeordneten neutralen Rahmens, der die vorhandenen Raumkanten aufnimmt, werden die gewünschten Funktionen als klar definierte Intarsien verortet. Positiv bewertet wird die geometrisch einfache Fügung der einzelnen Flächen deren Nutzungsmöglichkeiten und Verknüpfung. Der großzügig gestaltete Stadtplatz ist angemessenes, urbanes Entree zwischen Jobcenter, Rathaus und Bibliothek. Die Schriftzüge mit den Namen der Partnerstädte werden in quer laufenden Betonbändern subtil eingefügt. Der Lesegarten mit eigener Identität wird als Adapter zwischen Steinund Grünfläche interpretiert. Sehr schön gelungen ist die Ausformulierung der Wegeverbindungen zwischen Genterstrasse und Müllerstrasse. Der großzügige baumbestandene Weg, als urbane Ruhezone auf der Nordwestseite kontrastiert mit dem breiten, lichten Steinweg entlang der neuen Schillerbibliothek. Kritisiert wird das allzu robuste Design der Möblierung, das der Qualität des Gesamtentwurfes nicht gerecht wird.  Die offene Rasenfläche, gekreuzt durch zwei

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Wege bietet Aufenthaltsqualität, auch wenn die Attraktivität der Rasenflächen nachzuweisen wäre. Kritisch wird auch die fehlende Einbindung der Aussengastronomie gesehen. Insgesamt ein Entwurf, der sowohl durch ein schönes und klares räumliches Konzept als auch durch die Verknüpfung und Ausbildung der differenzierten Freiflächen überzeugt.

1.8

Festlegung der Rangfolge und Preise

Unter den Preisrichter/ -innen wird ein Meinungsbild zur Rangfolge der Arbeiten hergestellt und mit inhaltlichen Stellungnahmen begründet. Um 18:15 Uhr wird zunächst über die Vergabe der Anerkennungen beraten und abgestimmt: 	 		 1244		 1253		 ja : nein	 7 : 0	 7 : 0	 Preisgeld 1.500 Euro 1.500 Euro

Die Vergabe der dritten Anerkennung wird im Preisgericht zunächst kontrovers diskutiert und abschließend mit dem einstimmigen Ergebnis beschlossen: 		 1256		 ja : nein	 7 : 0	 Preisgeld 1.500 Euro

Damit erhalten die Arbeiten 1244, 1253 und 1256 eine Anerkennung. Die Arbeiten der Preisgruppe sind 1254, 1255, 1259. Über die Rangfolge wird im Preisgericht kontrovers diskutiert. Um 18:50 Uhr wird über die Rangfolge der Preise abgestimmt in der zeitlichen Reihenfolge 3. Preis, 2. Preis und 1. Preis. Daraus ergibt sich folgendes Ergebnis: 				 1. Preis		 1259		 2. Preis		 1255		 3. Preis		 1254		 ja 7 5 7 : nein	 : 0	 : 2	 : 0	 Preisgeld 9.000 Euro 5.600 Euro 3.400 Euro

1.9

Empfehlung des Preisgerichts

Ab 18:50 Uhr wird Herr Gothe weiter von Frau Berning vertreten. Das Preisgericht empfiehlt dem Auslober einstimmig, die Arbeit 1259 zur Grundlage der Realisierung des Freiraumes Rathausumfeld Wedding zu machen und die Verfasser der Arbeit entsprechend Punkt 1.14 der Auslobung zu beauftragen. Bei der weiteren Bearbeitung sind die Empfehlungen der Preisrichterbeurteilung (Punkt 1.7) zu berücksichtigen. Darüber hinaus sind folgende Punkte zu beachten: •	 •	 •	 •	 •	 insgesamt sollte der Vegetationsanteil mit Bodenanschluss erhöht werden (z.B. südlich der Bibliothek oder im Lesegarten) der Erhalt weiterer Bestandsbäume ist zu prüfen (z.B. Kastanien, Trompetenbaum) der Kostenrahmen muss eingehalten und die Arbeit dahingehend überarbeitet werden (Materialität und Ausstattung prüfen) Lage der Stellplätze ist zu überprüfen Gestaltform und Vielfalt der Ausstattungselemente sollte überprüft werden

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•	 •	

die Höhensituation unter dem ehem. BVV Saal ist zu überprüfen bessere Einbindung der Gastronomiefläche in den Platz im Sinne der Nutzer

1.10

Abschluss der Preisgerichtssitzung

Um 19:15 Uhr werden die Verfasserumschläge geöffnet und die Namen der Verfasser im 1. Rundgang beginnend verlesen. Die Namen aller teilnehmenden Planungsbüros können der Auflistung unter Punkt 1.13 entnommen werden. Die Vorsitzende entlastet die Vorprüfung, bedankt sich bei allen Beteiligten, besonders bei den Vorprüferinnen und Vorprüfern sowie den Mitarbeitern und gibt den Vorsitz zurück an die Wettbewerbsbetreuung. Herr Ostendorff bedankt sich seinerseits bei allen Beteiligten und insbesondere bei der Vorsitzenden des Preisgerichts. Die Preisgerichtssitzung endet um 19:30 Uhr. Die Preisträger werden im Anschluss, sofern sie erreichbar waren, telefonisch von Frau Pütz informiert. Am Folgetag erhalten alle Teilnehmer eine Benachrichtigung über die Preisträger per Mail vom Auslober. Protokollführer: Fabian Lux

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1.11

Protokollfreigabe der Preisrichter	

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1.12

Anwesenheitsliste

Nichtoffener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding Berlin - Mitte Preisgerichtssitzung Dienstag, den 18.06.2013, Beginn: 9:15 Uhr bis 19:30 Württembergischen Straße 6, 10707 Berlin Raum 560

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1.13

Teilnehmer des Wettbewerbs

Preisträger Arbeit 1259 1. Preis			 Verfasser:	 	 Arbeit 1255 2. Preis			 Verfasser:		 Mitarbeiter:		 Sonderfachleute:	 Arbeit 1254 3. Preis			 Verfasser:		 Mitarbeiter:		 Sonderfachleute:	 Arbeit 1244 Anerkennung		 Verfasser:		 Mitarbeiter:		 Arbeit 1253 Anerkennung		 Verfasser:		 Mitarbeiter:		 Arbeit 1256 Anerkennung		 Verfasser:		 Mitarbeiter:		

ANNABAU Architektur und Landschaft, Berlin Sofia Petersson, Moritz Schloten

Geskes Hack Landschaftsarchitekten, Berlin Kristina Hack, Christof Geskes Marion Porte, Volker Röhrs Lichtplanung Edgar Schläfle, Berlin

Hahn Hertling von Hantelmann Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin Inga Hahn Tatjana Busch, Andi Streidl, Martin Schmitz Visualisierung Sven Hinrichs, Berlin

hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin Stefan Reimann, Barbara Hutter Janika Schmidt, Henning Holk

Latz + Partner LandschaftsArchitekten Stadtplaner, Kranzberg Tilmann Latz Michael Stegmeier, Kerstin Hoch, Gerwin Gruber

k1 Landschaftsarchitekten Kuhn Klapka GbR, Berlin Axel Klapka, Catherine Kuhn Magdalena Sosnik, Heyden Freitag, Torsten Wolff, Peter Young

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2. Rundgang Arbeit 1242 2. Rundgang		 Verfasser:		 Mitarbeiter:		 Arbeit 1243 2. Rundgang		 Verfasser:		 Mitarbeiter:		 Arbeit 1246 2. Rundgang		 Verfasser:		 Mitarbeiter:		 Arbeit 1247 2. Rundgang		 Verfasser:		 Mitarbeiter:		 Arbeit 1248 2. Rundgang		 Verfasser:		 Mitarbeiter:		

bbz landschaftsarchitekten, Berlin Timo Herrmann		 Janina Thieme, Marc Leppin

Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin Rainer Schmidt Thore Kokulinsky, Fabian Fieweger, Kira Stoepel

Planorama Landschaftsarchitektur, Berlin Maik Böhmer Ulf Schrader, Maike Nolte, Philipp Rösner, Antoine Fourrier

planung.freiraum, barbara willecke, Berlin Barbara Willecke Tobias Glahn, Clara Jäkel, Ronny Kräft, Frank Skupin

club L94 Landschaftsarchitekten GmbH, Köln Frank Flor, Jörg Homan, Götz Klose, Burkhard Wegener Heike Plagmann, Dominik von Waldthausen, Gesa Höltje

Arbeit 1249	 2. Rundgang		 Adler & Olesch Landschaftsarchitekten und Ingenieure GmbH, Mainz Verfasser:		 Stefan Bitter Mitarbeiter:		 Ule Ruhland, Filip Staszkiewicz, Marius Kochem, Beate Nork, Claudia Datz Sonderfachleute:	 bs+ städtebau und architektur / Frankfurt am Main 			Kerstin Formhals; Torsten Becker 			 Cybulska + Partner / Lichtgestaltung, Lichtplanung 			Christian Uitz Arbeit 1251 2. Rundgang		 Verfasser:		 Mitarbeiter:		 Arbeit 1252 2. Rundgang		 Verfasser:		 Mitarbeiter:		 Arbeit 1258 2. Rundgang		 Verfasser:		 Mitarbeiter:		

POLA Landschaftsarchitekten, Berlin Jörg Michel Susanne Mühlbauer, Lisa Hankow

HL Landschaftsarchitekten, Berlin Florian Heilbronner, Nil Lachkareff Marion Guichard

FUGMANN JANOTTA bdla, Berlin Harald Fugmann Reinhard Busch, Eike Ahlhausen, Katalin Ledacs-Kiss, Marlen Matthäus

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Arbeit 1260 2. Rundgang		 WES GmbH, Berlin Verfasser:		 Henrike Wehberg-Krafft Mitarbeiter:		 Maria Gehrmann, Henriette Henning, Joana Oliveira Carvalho 			Anne Raußendorf Sonderfachleute:	 Visualisierung: Landschaftsarchitektur +, Hamburg Arbeit 1261 2. Rundgang		 Verfasser:		 Mitarbeiter:		

jörg stötzer Landschaftsarchitekten, Stuttgart Jörg Stötzer Carlos Stuckert, Marysia Budnik

1. Rundgang Arbeit 1245 1. Rundgang		 Breimann & Bruun GmbH & Co. KG, Hamburg Verfasser:		 Friedrich-Henning Breimann Mitarbeiter:		 Moritz Möllers, Inga Janßen, Ben Warnecke, Claudia Wolsfeld, 			Diana Mittendorfer Arbeit 1250 1. Rundgang		 Verfasser:		 Mitarbeiter:		 			 Arbeit 1257 1. Rundgang		 Verfasser:		 Mitarbeiter:		

sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin AW Faust Sophie Holz, Pia Custodis, Lene Zingenberg, Maja van der Laan, Denny Mlotzeck, Sebastian Exner

Irene Lohhaus Peter Carl Landschaftsarchitektur, Hannover Peter Carl Bodo Schulze, Sören Meyer, Daniel Pohl

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2. 2.1	

Bericht der Vorprüfung Einlieferung der Arbeiten

Alle Arbeiten wurden nachweislich termingerecht bis zum 21.05.2012 bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Brückenstraße 6, Raum 4.026 in 10179 Berlin abgegeben oder am selben Tag oder davor liegend per Post- oder Kurierdienst aufgegeben. Bei Einreichung durch Post- oder Kurierdienst musste eine Kopie des Aufgabebeleges an den Auslober nachgesendet werden. Am 27.05.2013 (Schlusstermin des Eingangs durch Kurierdienste) haben lediglich die Wettbewerbsarbeiten von 20 teilnehmenden Büros vorgelegen. Auch im Anschluss an diese Ausschlussfrist sind keine weiteren Arbeiten eingegangen. Alle Arbeiten waren mit einer sechsstelligen Kennziffer versehen.

2.2	Anonymisierung
Die Arbeiten wurden durch das Wettbewerbsreferat der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt entgegengenommen, registriert und zum Ort der Vorprüfung befördert. Nach dem Auspacken wurden die Arbeiten auf Abgabedatum, Anonymität und Vollständigkeit der geforderten Leistungen geprüft und mit den Nummern 1242 bis 1261 getarnt. Die Umschläge der Verfassererklärungen wurden unter Verschluss genommen.

2.3	

Vollständigkeit der Arbeiten

Die Vollständigkeit der Arbeiten wurde gemäß Punkt 1.10 der Auslobung geprüft. Das Ergebnis wurde in einer Prüftabelle notiert. Folgende Arbeiten wiesen nicht die geforderten Leistungen auf. Die Teilnehmer wurden über eine Rundmail aufgefordert, diese nachzureichen. Über die Anerkennung dieser nachgereichten Unterlagen, wird das Preisgericht entscheiden. Bei den Arbeiten 1243, 1246, 1253, 1259 fehlte der geforderte Hängeplan. Die Hängefolge der Pläne konnte jedoch anhand von Markierungen nachvollzogen werden. Bei der Arbeit 1257 fehlte der Erläuterungsbericht. Der Teilnehmer lieferte den Erläuterungsbericht nach. Bei der Arbeit 1261 fehlte die Verfasserklärung. Der Teilnehmer lieferte die Verfasserklärung nach. Bei der Arbeit 1255 wurde eine leere CD abgegeben. Der Teilnehmer lieferte die CD mit Inhalten nach. Ergänzende Darstellungen wie Nachtpläne, Visualisierungen, Schnitte, Details etc. werden uneingeschränkt zugelassen.

Wettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding

Vollständigkeit der Arbeiten
8 CD-Rom 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18

1

2

3

4

5

6

7

Tarnzahl

Präsentationspläne (tif)

Präsentationspläne (pdf)

Prüfplan (dxf- oder .dwg)

Formblatt (xls)

Einbindung M 1:1000

Entwurf M1:250

Entwurf 2.BA M1:250

Schnitt Nordost-Südwest M1:100

Schnitt Nordwest-Südost M1:100

Detail M1:50

Perspektive

Prüfplan M 1:250

Erläuterungsbericht

Verkleinerung DIN A3

Kostenermittlung

Verzeichnis der eingereichten Unterlagen

Hängeplan

1242

1243

Verfassererklärung

Hängeplan fehlt

1244

1245

1246

Hängeplan fehlt; Prüfplan ohne geforderte Informationen

1247

1248

1249

1250

1251

es wurden 2 Schnitte in Richtung Nordost-Südwest eingereicht Hängeplan fehlt CD war leer und wurde nachgeliefert Fehlender Erläuterungstext, Kostenermittlung nur digital Hängeplan fehlt; am Lageplan 1:250 steht M1:1000 Fehlende Verfasserklärung wurde nachgeliefert

1252

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

1253

1254

1255

1256

1257

1258

1259

1260

1261

X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X (3) wurde nachgeliefert

X X X X X X X X X X X X X X X X X X (1) X X

X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X

X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X

X X X X X X X X X -X X X X X X X X X X

X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X

X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X

X X X X X (2) X X X X X X X X X X X X X X X

X X X X X X X X X X X X X X X X (3) X X X X

X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X

X X X X X X X X X X X X X X X X (3) X X X X

X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X

X -X X -X X X X X X -X X X X X -X X

X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X (3)

X X X X X X X X X X X X X X (3) X X X X X X

X X X X X X X X X X X X X X (3) X X X X X X

X X X X X X X X X X X X X X (3) X X X X X X

X X X X X X X X X X X X X X (3) X X X X X X

X Leistung liegt vor -- Leistung nicht vor

(1) falscher Maßstab / falsche Angabe (2) unvollständig

Anmerkungen

23

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

24

2.4	

Kriterienkatalog laut Auslobung

Programmerfüllung •	 Teil 1, Verfahren Konzept •	 Leitidee, Grundstruktur •	 Raumidee und Verknüpfung •	 Flexibilität •	 Einbindung städtebauliches Umfeld und städtebauliche Planung •	 Orientierung und Erschließung •	 Umgang mit dem Bestand Gestaltung •	 Gestaltqualität •	 Vegetation •	 Material und Ausstattung Nutzungen •	 Räumlich-gestalterische und räumlich-funktionale Planung in Bezug auf unterschiedliche Nutzungsgruppen •	 Nutzbarkeit ohne Barrieren •	 Sicherheit und Transparenz Realisierbarkeit •	 Einhaltung des Kostenrahmens •	 Wirtschaftlichkeit in Bezug auf Folgekosten für Pflege und Unterhaltung •	 Nachhaltigkeit •	 Stufenweise Umsetzung Inhaltliche Aussagen werden anhand der Bewertungskriterien abgeprüft.

2.5	

Verfahren der Vorprüfung und Kostenprüfung

Die Vorprüfung wurde in den Räumen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Raum 560 in der Württembergischen Straße 6, 10707 Berlin durchgeführt. Grundlage der Vorprüfung war die Auslobung, speziell die geforderten Leistungen (Punkt 1.10) und die aufgeführten Kriterien (Punkt 1.12). Zusätzlich wurden die Aussagen zu den Rückfragen und die Stellungnahmen der Sachverständigen berücksichtigt. Die Vorprüfung wurde durchgeführt von: VorprüferInnen: Annette Sprenger, Landschaftsarchitektin Katharina Schütze, Landschaftsplanerin Eckhard Lange, Landschaftsarchitekt Mitarbeit der Vorprüfung: Felix Bentlin Jana Mackert Johannes Hipp Kostenprüfung Flächen, Massen und Kosten wurden überprüft und im Sinne der Vergleichbarkeit der Arbeiten untereinander erfasst und, wenn nötig, korrigiert. Aufgrund unterschiedlichster Herangehensweisen der Teilnehmer hinsichtlich

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

25

der Positionen Oberbau BK III und BK VI, Bodenabtrag und Bodenauftrag entschloss sich die Vorprüfung zu Gunsten der Vergleichbarkeit auf den Verzicht der Position Oberbau. Der Abtrag wurde für das Entfernen der Bodenmodellierung, das Nivellieren der Platzfläche sowie für das Herstellen einen Planums im Bereich der befestigten (Auskoffern 0,6m) und unbefestigten Flächen (Auskoffern 0,15m) angesetzt. Aufbauten von befestigten Flächen sind bereits in der Position Oberflächen enthalten. Für das Herrichten wurde eine Pauschale von 80.000 € angesetzt, wurde den Teilnehmern jedoch nicht angerechnet. Den Teilnehmern, die in ihrer Kostenermittlung die Positionen Oberbau, Aufbauten oder Herrichten aufgeführt hatten wurden die Berechnungen ensprechend korrigiert. Änderungen der Einzelpreise vorgegebener Positionen wurden rückgängig gemacht und die Berechnung entsprechend angepasst.

2.6	Sachverständige
Im Rahmen der Vorprüfung wurde den Sachverständigen die Gelegenheit gegeben, die Wettbewerbsarbeiten einzusehen, um den Vorprüfern fachliche Fragen zu beantworten bzw. die eigenen Belange abzuprüfen. Folgende Sachverständige haben am 04.06.2013 hiervon Gebrauch gemacht und waren beratend tätig. René Plessow Bezirksamt Mitte von Berlin Günter Reimann Bezirksamt Mitte von Berlin Corinna Dernbach Bezirksamt Mitte von Berlin Angelika Hofmann-Nickel BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH Bianka Franke BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH Silvia Topp Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Stefan Bätz Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Cagla Ilk Beirat für frauenspezifische Belange der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Karsten Scheffer Jahn, Mack & Partner Architektur und Stadtplanung Doris Kuchinka (Vertretung Frank Mahlkow) Jobcenter Berlin Mitte Uwe Zeibig Landeskriminalamt Berlin Wulf Dornblut, Ralph Schmidt Polizeiabschnitt 35 Präventionsbeauftragter

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

26

2.7	

Übersicht der Arbeiten

1242

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Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

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Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

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Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

29

2.8	

Einzelberichte der Arbeiten 1242 bis 1261

Jede Wettbewerbsarbeit wird auf einer Doppelseite dargestellt. Gliederung der Einzelberichte Seite 1: Entwurfsabbildung mit Kenndaten des Entwurfs Seite 2: Text in der Gliederung •	 •	 •	 •	 Leitidee Städtebauliche Einbindung Gestaltung und Nutzungen Realisierbarkeit

Erläuterungen zum Vorprüfbericht Kostenrahmen: „eingehalten“ = 0% „geringfügig überschritten“ + 0-5% „überschritten“ >5% „Erschließung“ meint Zufahrt, Befahrbarkeit, Aufstell- und Wendemöglichkeiten für Feuerwehr, Anlieferung und Müllfahrzeuge Behindertenstellplätze werden als „nicht eingangsnah“ bezeichnet, deren Entfernung zum barrierefreien Eingang mehr als 100m beträgt. (vgl. 4.2 „Design for all“) Die Verortung von Fahrradstellplätzen und Müllstandorten in der Erweiterungsfläche des 2. BA der Schiller-Bibliothek werden als unproblematisch betrachtet. Das verorten von Behindertenstellplätzen auf diesen Flächen wird hingegen kritisch gesehen, sofern keine langfristige Lösung angeboten wird. Verfasserzitate werden kursiv dargestellt.

bbz landschaftsarchitekten, Berlin | 2. Rundgang

1242

1242

Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 7600 0 7100 57 5 13

%* 100 52 0 48 100 8 +8

*

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

1242
31

Leitidee Das Rathausumfeld Wedding wird aus einem urbanen ...Platz an der Müllerstraße ...und einem Grün geprägten,..., introvertierten, rückwärtigen Bereich zur Genter Straße gebildet. ...Form, Materialität und Details bilden eine Reminiszenz an die Rathausumfeldgestaltung von Johannes Plonsker, wodurch die Identität des Ortes bewahrt wird, aber gleichzeitig die gestalterischen Anforderungen und heutige Nutzungsansprüche bedient werden können. Städtebauliche Einbindung Der Entwurf weist auf die besondere Bedeutung des Rathausumfeldes in der übergeordneten Planung des Bildungsbandes hin. Die Limburger Straße bleibt als Wegeverbindung entlang des Rathausaltbaus erhalten, die zweite Verbindung führt vom befestigten nördlichen Platz hinter dem ehemaligen BVV-Saal entlang bis zur Genter Straße. Die Verbindung von Leopoldplatz und dem Rathausumfeld als Doppelplatzanlage wird durch die Umwidmung der Parkspur zugunsten eines Radweges gestärkt. Zwei großzügige Zebrastreifen queren die Müllerstraße vor dem Rathausplatz (außerhalb des Wettbewerbsgebietes). Der ehemalige südliche Teil des Parkplatzes an der Genter Straße wird zugunsten einer Erweiterung der Grünfläche aufgegeben. Durch die Umwidmung des ehemaligen Parkstreifens entlang der Genter Straße entsteht ein 5 m breiter Gehwegbereich. Blickbezüge werden durch die Entfernung des Verbindungsgangs unterstützt. Gestaltung und Nutzungen Der befestigte Rathausplatz wird im Norden und nordöstlichen Bereich des Wettbewerbsgebietes entstehen. Von der Fassade des Rathausaltbaus bis zur gegenüberliegenden Schiller-Bibliothek ist die Fläche durchgehend mit großformatigen, 80 x 80 cm großen Granitplatten im strengen Raster befestigt. Durch eine Nivellierung wird eine durchgängig barrierefreie Begehbarkeit erreicht, das Hochbeet mit den drei Säulenpappeln bleibt erhalten, ebenso die dichten Strauchpflanzungen neben der Treppe zum zukünftigen Jobcenter und vor dem Eingang zum ehemaligen BVV-Saal. Über die Platzfläche verteilt werden 5 neue Schnurbäume gepflanzt. Als Aufenthaltsangebot werden insgesamt sieben ca. 12 m lange Betonbänke mit Holzauflage und Rückenlehne vorgesehen, die locker parallel zur Müllerstraße über die befestigte Fläche verteilt sind. Die Fläche vor der neuen Bibliothek ist ebenfalls mit in die Oberflächengestaltung integriert. Der abgegrenzte Gartenbereich des Gastronomie-Pavillons ist aufgelöst, die Servicefläche befindet sich jetzt auf der steinernen Platzfläche. Das Hochbeet mit den Säulenpappeln erhält eine umlaufende Sitzkante. Der Gedenkstein ist in etwa am alten Standort auf der Pflasterfläche dargestellt, der Wegweiser für die Partnerstädte als Pfosten erhalten und in Verlängerung einer Langbank neu

aufgestellt. Insgesamt 24 Stellplätze für Fahrräder sind vor der Kunstgalerie im nördlichen Teil des Platzes und direkt neben dem neuen Eingang zur Bibliothek untergebracht. Nach Südosten schließt sich der landschaftliche Rücken des Rathausplatzes an. Die Verfasser sprechen von Wiesen. Drei größere artifizielle Bodenmodellierungen bilden neue Rasenskulpturen, die Böschung zum Sockel des Hochhauses bleibt erhalten. Bestandsbäume werden eingepasst oder erhalten einen Bodentrichter, weitere Bäume werden gepflanzt. Den Abschluss der Rasenfläche sowohl nach Nordosten als auch nach Südwesten bilden zum Sitzen geeignete Stampfbetonmauern. An den vorhandenen Lichtpunkten sowie auf dem befestigten Bereich sind Lichtstelen vorgeschlagen. Sieben Behindertenstellplätze befinden sich entlang der Genter Straße. Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wird überschritten •	 Die vorgesehenen drei Bodenmodellierungen mit Böschungen von 1:2 und 1:1 sind auf den Plänen als Rasenflächen zum Aufenthalt gezeichnet, im Text als Wiesenfläche bezeichnet •	 Es sind 48 Fahrradstellplätze zu wenig vorgesehen, der Standort vor den bodentiefen Fenstern der Galerie Wedding erscheint ungünstig •	 Die Behindertenstellplätze sind nicht eingangsnah •	 Die Müllstandorte sind nicht dargestellt

Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin | 2. Rundgang

1243

1243

Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 7769 850 5940 57 44 41

%* 100 53 6 40 100 77 -3

*

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

1243
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Leitidee Das Entwurfskonzept für das neue Rathausumfeld sieht eine Eingliederung der wichtigen, historischen Elemente vor. Das bestehende Rastermuster wird durch eine Erweiterung und Anpassung an das neue Gebäude-Ensemble in den Entwurf integriert. Durch die geradlinige Struktur entstehen klar definierte Bereiche. Eine grüne „Spange“ umfasst das neue Jobcenter, eine weitere Spange in Form von Pflasterflächen umfasst wiederum die Grünfläche. Städtebauliche Einbindung Die steinerne Platzfläche an der Müllerstraße wird in Form zweier Erschließungsachsen bis zur Genter Straße fortgesetzt. Sie bilden die Anbindung zu den benachbarten Freiräumen am Leopoldplatz und an der Beuth-Hochschule. Durch Rückbau des Verbindungsgangs wird die Sichtbeziehung zwischen Müllerstraße und Genter Straße betont. Auf eine Gehwegvorstreckung an der Müllerstraße wird verzichtet. Als übergreifendes Element werden entlang der Genter Straße Ebereschen gepflanzt, die sich ebenfalls auf dem Gelände der Beuth-Hochschule befinden. Gestaltung und Nutzungen Auf dem Vorplatz an der Müllerstraße werden bestehende Höhendifferenzen durch Rückbau der Hochbeete und eine Nivellierung der Platzfläche ausgeglichen. In Anlehnung an den Bestand ist der Belag der Platzfläche in einem orthogonalen Raster strukturiert. Das vorhandene Kalksteinmosaikpflaster wird wieder eingebaut und durch einen hellen Granitstein ergänzt. Die orthogonale Bänderung wird mit anthrazitfarbenen Betonplatten hergestellt. Zugunsten einer Nivellierung und Neuordnung der befestigten Platzfläche werden die Bestandsbäume entfernt und eine neue Einfassung mit Säuleneichen vorgeschlagen. Ihr Habitus zitiert die historisch wertvolle Säulen-Form der kurzlebigen und windbrüchigen Pappeln. Nach Fertigstellung des 2.BA der Schiller-Bibliothek wird diese Rahmung im Bereich des rückgebauten Gastronomie-Pavillons ergänzt. Es entsteht eine Platz-im-Platz Situation. Den Mittelpunkt bildet eine Wasserinstallation mit Fontänen, die insgesamt vier Rasterfelder besetzt. Die Fontänen sind einzeln steuerbar. Dem ehem. BVV-Saal als Pendant vorgelagert ist ein Podest mit Tennenbelag. Die Fläche ist für Außengastronomie der Schiller-Bibliothek nutzbar. 12 im Raster angeordnete Linden überstellen das Podest. Es ist über jeweils drei Stufen auf der nordöstlichen und südöstlichen Seite erreichbar und wird auf den verbleibenden Seiten durch Sitzmauern begrenzt. Die Einfriedung des Gastronomie-Pavillons zurückgenommen und die Terrasse südlich des Gebäudes angeordnet. Auf der Platzfläche werden anthrazitfarbene, unterschiedlich lange Sitzmauern (1  m – 3,5  m) angeboten, die teilweise mit Sitzauflagen und Rückenlehnen versehen sind. Mit Ausrichtung entlang des Rasters bilden sie sich aus den Plattenbändern heraus und sind den Baumreihen aus Säuleneichen zugeordnet. Gegenüber der Schiller-Bibliothek entsteht im Bereich der Baumreihe mit Bankelementen ein Lesegarten. Der

Wegweiser mit den Weddinger Partnerstädten ist vor der Treppe am Rathausneubau, und der Gedenkstein nordwestlich der Treppe neu aufgestellt. Fahrradstellplätze sind unter dem ehem. BVV-Saal untergebracht. Der dortige Höhensprung wird durch eine Treppe mit auslaufender Mauer abgefangen. Beleuchtet werden die Platz- und Wegeflächen mit anthrazitfarbenen Stelen. Sie sind entweder in die Sitzmauern integriert oder in deren Flucht platziert. Im rückwärtigen Bereich der Platzfläche entsteht eine grüne Insel mit einem Stadt-Arboretum. Die Bestandsbäume in diesem Bereich werden weitgehend erhalten und durch Schnurbäume und Ebereschen ergänzt, die Rasenfläche ist sanft modelliert. Das Stadt-Arboretum wird von einer Sitzmauer mit Sitzauflagen eingefasst. Die Erweiterungsfläche für den 2. BA der Schiller-Bibliothek ist als Rasenfläche mit 1 Bestandsbaum dargestellt. An der Genter Straße (im Ideenteil) sind nach Rückbau des Parkplatzes 9 Behinderten-Stellplätze als Längsparker vorgesehen. Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wird eingehalten •	 Das Podest für Außengastronomie und das Stadt-Arboretum sind nicht barrierefrei erschlossen •	 Die Behindertenstellplätze sind nicht eingangsnah •	 Die Fluchttreppe am ehem. BVV-Saal und der Fahrstuhl am Rathausneubau werden zurückgebaut bzw. sind nicht dargestellt •	 Der Aufzug und die Bestandstreppe an der südöstlichen Jobcenterfassade, sowie die Fluchttreppen des Jobcenters sind nicht dargestellt •	 Die Höhensituation der Platzflächen ist unklar •	 Das Wartehäuschen der BVG ist nicht dargestellt

hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin | Anerkennung

1244

1244

Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 8260 252 6003 57 9 19

%* 100 56 2 41 100 16 +10

*

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

1244
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Leitidee Wie ein offenes Buch reiht sich der Bereich mit der neuen Bibliothek in das Bildungsband ein. Zwei gerahmte Seiten, die eine steinig und lebendig, die andere grün und poetisch, bilden das neue Erscheinungsbild des Rathausumfeldes. Städtebauliche Einbindung Das Rathausumfeld fügt sich mit einer grünen, topographisch bewegten Seite nach Südwesten zur Beuth-Hochschule in das Bildungsband ein. Eine Sitzmauer und ein breiter, baumüberstandener Gehweg (Teil des Buchrahmens) schließen den Platz zur Genter Straße ab. Der Straßenraum wird so alleeartig komplettiert, auf eine Aufpflasterung oder eine Veränderung der Straßenprofile im Bereich der Straßenkreuzung Limburger Straße / Genter Straße wird verzichtet, Tiefborde sollen aber eine niveaugleiche Querung ermöglichen. Nach Nordosten korrespondiert die steinerne Platzseite mit dem ebenfalls steinernen Teil des Leopoldplatzes zwischen Alter Nazarethkirche und Müllerstraße. Die besonders befestigte Platzfläche hebt sich von den angrenzenden Gehwegbereichen ab und wird somit im Straßenraum der Müllerstraße und Genter Straße sichtbar gemacht. Die befestigten Seiten des offenen Buches stellen Orientierungen und fußläufige Verbindungen im Bildungsband her. Gestaltung und Nutzungen Der Buchrahmen besteht aus kleinformatigen Natursteinpflaster. Es wird vorgeschlagen, ggf. das vorhandene Mosaikpflaster einzubauen. Mittig unterteilt dieses Material das Rathausumfeld in einen fast gleich großen grünen und befestigten Teil. Der Platz an der Müllerstraße wird innerhalb des Rahmens mit einem streifenförmigen Plattenbelag befestigt. In die Streifen werden die Namen der Partnerstädte eingeprägt. Es wechseln 1,20 x 0,60 m große Platten mit 0,40 x 0,40 m großen Platten. Der Pavillon des ehemaligen BVV-Saals wird durch eine neue, in Richtung Bibliotheksneubau auslaufende Stufenanlage gefasst. Ein 12 x 18 m großes, mit Stauden bepflanztes Beet nimmt die vorhandene Säulenpappeln und den Gedenkstein auf. Das Hochbeet stellt - abgesehen von den Hochbeeten der vorhandenen Platanen am Platzrand den grünen Hauptakzent auf der Fläche dar. Der Außengastronomiebereich des Cafés wird bestandsorientiert mit einer Hecke eingefasst. Die Erweiterungsfläche der Bibliothek zur Müllerstraße wird mit Rasen bepflanzt. Einen weiteren Akzent bildet der 10 x 5 m große Wasserspiegel vor dem Kantineneingang des Rathausaltbaus. Die orthogonale Formensprache soll an die Platzgestaltung der 60er Jahre erinnern. Die grüne Platzseite zeigt ein dreidimensionales, begehbares Bild der ursprünglichen nacheiszeitlichen Binnendünenlandschaft. Wege queren die mit Rasen bepflanzte Dünenlandschaft in ihren Tälern. Die umlaufende Mauer

mit einzelnen Sitzauflagen wird vereinzelt unterbrochen, um eine barrierefreie Erschließung zu ermöglichen. Von den Wegen führen drei Treppen bis zu 1,5 m hinauf zu Sesseln, die ein Angebot zum Lesen darstellen sollen. Kiefern prägen die Dünenlandschaft. Hohe Leuchten sollen an überdimensionale Dünengräser erinnern. Das Lichtkonzept wird ergänzt durch Mastleuchten an den Rändern, eine Lichtleiste im Stauden-Hochbeet an der Müllerstraße und durch eine Unterwasserbeleuchtung des Wasserspiegels. Die Gebäude erhalten eine Akzentbeleuchtung, zusätzlich wird der erhaltene Verbindungsgang zwischen Rathausneu und –altbau als schwebende Vitrine illuminiert. Der Verbindungsgang soll die Funktion einer repräsentativen Ausstellungsfläche für die Galerie Wedding übernehmen. Die südwestlich an den Verbindungsgang angrenzende Fläche kann als Außenterrasse der Rathauskantine genutzt werden. Langgezogene Bankelemente (Sonderanfertigungen z.T. mit Rückenlehne) stehen in Ausrichtung der Plattenstreifen im nord-westlichen Platzbereich. Ein Lern- und Lesetisch steht im Eingangsbereich der Bibliothek. Die Fahrräder stehen konzentriert auf der mittleren Natursteinfläche zwischen Bibliotheksneubau und zukünftigen Jobcenter. Weitere Fahrradstellplätze finden sich neben der Bushaltestelle an der Müllerstraße. Die Behindertenstellplätze werden im Bereich des 2. BA an der Grundstückgrenze (Brandmauer) angeordnet. Der Müllplatz für das Café Simit Evi wird auf die südwestliche Seite des Pavillons verlagert, der Müllplatz der Bibliothek liegt in der Erweiterungsfläche 2.  BA direkt an der südöstlichen Brandmauer. Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wird überschritten •	 Der Aufzug und die Bestandstreppe an der südöstlichen Jobcenterfassade, sowie die Fluchttreppen des Jobcenters sind nicht dargestellt •	 Im Bereich der Rigole ist ein Baum dargestellt

Breimann & Bruun GmbH & Co. KG, Hamburg | 1. Rundgang

1245

1245

Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 8300 0 6400 57 14 4

%* 100 56 0 44 100 25 -10

*

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

1245
37

Leitidee Der Entwurf für die neuen Freianlagen um das Rathaus Wedding erkennt die Identität des Platzes, die Stärke des Entwurfes und Ensembles das Bornemann und Plonsker geschaffen haben und stellt somit die Transformation der Freiräume auf die heutigen Bedürfnisse in den Vordergrund. Die grundlegende Teilung des Platzes in einen steinernen Platz zur Müllerstraße und eine Grünfläche zur Genter Straße bleibt erhalten. Im Entwurf wird das Raster transformiert und interpretiert. ... Einen Aspekt der ... Transformation stellt die Topografie dar. Der ... gradlinigen Gestaltung wird ein sehr fließendes und weiches Element entgegengesetzt. (Hervorhebungen im Original) Städtebauliche Einbindung Der Entwurf stellt die Bedeutung der Doppelplatzfigur von Rathausumfeld und Leopoldplatz mit den angrenzenden Grünflächen dar und betont die Einbindung in das Bildungsband: Vier unterschiedlich breite Erschließungswege für Fußgänger und Radfahrer queren den Platz in Südwest-Nordost Richtung. Der Platz wird an der Müllerstraße um die gesamte Parkspur erweitert, es entsteht ein breiter Gehweg-Unterstreifen mit abgesenktem Bord und quadratischen Pollern. Der ehemalige Parkplatz entlang der Genter Straße ist in Teilen zur Vergrößerung der Grünfläche herangezogen worden, es ergeben sich somit im Übergang zur Genter Straße und dem Campus der Beuth-Hochschule zwei deutliche Eingangssituationen zum Rathausumfeld. An der Genter Straße entfallen die Parkstreifen, die verbleibenden Fahrbahnen erhalten einen neuen Belag, die Limburger Straße wird in Verlängerung des Gehweges analog zum Rathausvorplatz gepflastert. Der Verbindungsgang zwischen den Rathäusern bleibt erhalten, Blickbeziehungen entlang der Limburger Straße werden durch die Entfernung von Gehölzen möglich. Gestaltung und Nutzungen Der befestigte Bereich an der Müllerstraße wird bis an die neue Bibliothek erweitert. Kennzeichnend für die Pflasterfläche ist eine Bezugnahme auf das vorhandene quadratische Raster. Die dunklen Betonplatten werden durch helle Granitsteine ersetzt, die die ehemaligen Kreuzungspunkte markieren. Die Kreuzungspunkte werden 1,50 m x 1,50 m bodenbündig durch helle Natursteinplatten oder als Sitzelement (Betonfertigteil) markiert. Das vorhandene Kalksteinmosaikpflaster wird wiederverwendet und durch ähnliches Material ergänzt. Die Hochbeete mit den Platanen vor der Rathausfassade bleiben erhalten, die Kante wird umlaufend durch Naturstein ersetzt. Dieses Hochbeet führt bis zur Genter Straße und wird beidseitig durch einen 3,50 m breiten Weg begleitet. Der Wasserspiegel - ein Brunnenbecken mit einer Einfassung aus Natursteinblöc-

ken wird vor dem Kantineneingang platziert. Das Hochbeet unter den Platanen wird mit Storchschnabel, Purpurglöckchen in Kombination mit Frühblühern bepflanzt. Die Vegetationsfläche der drei Säulenpappeln wird als nutzbare Rasenfläche vergrößert und erhält eine 15 cm hohe Natursteinkante. Der Außenbereich des GastronomiePavillons wird komplett in die Platzfläche integriert, eine Abgrenzung ist nicht vorgesehen. Nach Südwesten hin wird der Rathausplatz durch drei weitere orthogonale Rasenflächen mit umgrenzender Natursteinkante gestaltet, die weiche Rasenmodellierungen enthalten. Diese Modellierungen dienen einerseits dem angenehmeren Aufenthalt auf den Rasenflächen, wirken jedoch auch als verbindendes Element zwischen diesen und den steinernen Platzflächen: Unter dem ehemaligen BVV-Saal fließt die Topografie großzügig unter ihm hindurch. Die Sockelgestaltung des Hochhauses ist ebenfalls weicher modelliert. Als Sitzelemente werden 20 kreuzförmige Betonelemente angeboten, einseitig nach Südosten erhält das Hochbeet entlang der ehemaligen Limburger Straße eine Sitzkante, auch auf der Einfassung des Wasserspiegels kann man sitzen. Es wird vorgeschlagen, den Gedenkstein in die Hochbeetfläche unter den Platanen zu integrieren, der Wegweiser zu den Partnerstädten ist vor dem Bibliothekseingang neu aufgestellt. Die Leuchtenstandorte entlang der querenden Wegeverbindungen bieten eine Grundbeleuchtung, drei hohe Masten auf dem Platzbereich an der Müllerstraße bieten Effektbeleuchtung. Sieben Stellplätze für Behinderte sind entlang der Genter Straße zu finden. Fahrradstellplätze sind im Bereich des Verbindungsgangs und nordöstlich der neuen Bibliothek verortet. Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wird eingehalten. •	 Es gibt zu wenig Fahrradstellplätze am Jobcenter (nur 11 Bügel dargestellt), die Gesamtanzahl hingegen ist mit den Bügeln an der neuen Bibliothek erreicht •	 Die Behindertenstellplätze sind nicht eingangsnah •	 Die Müllstandorte sind nicht dargestellt •	 Das Wartehäuschen der BVG ist nicht dargestellt •	 Der Aufzug und die Bestandstreppe an der südöstlichen Jobcenterfassade, sowie die Fluchttreppe an der nordwestlichen Jobcenterfassade sind nicht dargestellt

Planorama Landschaftsarchitektur, Berlin | 2. Rundgang

1246

1246

Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 6450 1250 7000 57 13 44

%* 100 43 9 48 100 23 +33

*

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

1246
39

Leitidee Die bestehende Gliederung des Platzes in einen grünen Teil im Süden und einen überwiegend steinernen Platz im Norden wird in der Konzeption aufgegriffen, jedoch in Bezug auf den gegenwärtigen Zustand präzisiert. (…) Beide Teile um den Rathausneubau (…) werden in einem weiteren Schritt zu einer Raumfigur zusammengefügt (…) und erhalten eine gemeinsame Einfassung, welche die Ausrichtung des Platzes betont. Zusätzlich werden beide Teile in der Mitte miteinander verwoben und die harte Kante zwischen beiden Teilen wird verwischt. Städtebauliche Einbindung Der Entwurf zeigt eine urbane Kante zur Müllerstraße und einen grün geprägten Freiraum zur Genter Straße. Die gesamte Platzfläche kann als Spiegelbild des Leopoldplatzes betrachtet werden, mit steinernen Flächen entlang der Müllerstraße und einem anschließenden grünen Band nach Südwesten in Richtung Beuth-Hochschule bzw. nach Nordosten bis zur Maxstraße. Beide Platzteile schieben sich als Intarsien in die Gehwege an der Müllerstraße und an der Genter Straße hinein. Ihre Drehung im Uhrzeigersinn verdeutlicht die Gelenkfunktion des Platzes. Die Hauptbewegungs­ tröme als Teil des Bildungsbandes s werden an den Platzrändern herausgearbeitet und die Wegeverbindungen im Übergang zu den Straßenräumen geöffnet. Entlang der ehem. Limburger Straße wird die Blickbeziehung zwischen Müllerstraße und Genter Straße durch den Rückbau des Verbindungsgangs gestärkt. Zur besseren Anbindung an den Leopoldplatz wird neben einer Gehwegvorstreckung an der Müllerstraße ein neuer Überweg vorgeschlagen (außerhalb des Wettbewerbsgebietes). An der Genter Straße wird die Fahrbahn im Sinne einer Verkehrsberuhigung aufgepflastert. Gestaltung und Nutzungen Die nördliche Platzintarsie wird mit einem streifenförmigen Belag aus Betonsteinplatten im Wechsel mit wieder verwendetem Kleinsteinpflaster befestigt. Die unterschiedlich breiten Streifen wurden von den Verfassern als Variation aus der horizontalen Fassade des Rathausneubaus abgeleitet. Im Übergang zu der baumbestandenen Grünfläche im Südwesten werden Rasenstreifen in den Plattenbelag integriert. An den Längsseiten wird der Belag von einem breiten Betonbord gefasst, der sich mit leichtem Schwung bis zur Genter Straße fortsetzt und den grün geprägten Raum im Rücken des Rathausneubaus mit einfasst. Jenseits der Einfassung, an den Platzrändern, verlaufen die übergeordneten Erschließungswege, die in ihrer Materialität den Duktus Berliner Fußwege aufgreifen: Mosaikpflaster mit einem Wegeband aus Betonsteinplatten. Sie werden von Mastleuchten begleitet. Die befestigte Platzfläche an der Müllerstraße öffnet sich zum Neubau der Schiller-Bibliothek. In der Nähe des Eingangs werden Sitzmöbel und Fahrradstellplätze angeboten. Weitere Fahrradstellplätze befinden sich an der Gen-

ter Straße wie auch an der Müllerstraße. Die Höhendifferenz am ehem. BVV-Saal wird nach Nordosten zur Müllerstraße mit zwei auslaufenden Stufen (von je ca. 30 cm) abgefangen, im Südwesten durch eine Stützmauer, und im Nordwesten sowie Südosten über ein sanftes Geländegefälle. Die Einfriedung des Gastronomie-Pavillons wird zurückgebaut und die Außenbestuhlung Bestandteil der Platzfläche. Nach Fertigstellung des 2. BA der Schiller-Bibliothek wird die Außenbestuhlung der Bibliothek zugeordnet und die Erschließungsachse bis an die Müllerstraße herangeführt. Im Zentrum der Platzfläche bleibt die bestehende Säulenpappelgruppe erhalten, benachbart wird ein begehbares Wasserspiel integriert. Am Rathausaltbau entsteht ein neuer Aufenthaltsbereich. Die wassergebundene Fläche ist von einem Gleditschien-Hain überstellt und mit Holzbänken (teilweise mit Lehne) ausgestattet. Der Gedenkstein und Wegweiser mit den Weddinger Partnerstädten sind dort platziert. Zugunsten einer Öffnung und Nivellierung der Platzfläche werden die Hochbeete entfernt und drei Platanen durch Neue ersetzt. Die südliche Rasenfläche wird unter Berücksichtigung des Baumbestandes leicht modelliert. Analog zur Aufenthaltsfläche am Rathausaltbau entsteht südlich der Rasenfläche eine weiterer Aufenthaltsbereich mit Gleditschien und Bänken. Zusätzlich ist diese Fläche mit Spielgeräten ausgestattet und kann von Bibliotheksbesuchern als Leseort genutzt werden. Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wird eingehalten •	 Es gibt keine Aussage zu Behindertenstellplätzen •	 Die Fluchttreppe am ehem. BVV-Saal wird zurückgebaut bzw. ist nicht dargestellt •	 Der Aufzug und die Bestandstreppe an der südöstlichen Jobcenterfassade, sowie die Fluchttreppen des Jobcenters sind nicht dargestellt •	 Das Wartehäuschen der BVG ist nicht dargestellt •	 Es gibt keine Aussage zu Müllstandorten •	 Im Bereich der Rigole ist ein Baum dargestellt

planung.freiraum, barbara willecke, Berlin | 2. Rundgang

1247

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Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 8365 1595 4735 57 30 26

%* 100 57 11 32 100 47 -4

*

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

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Leitidee Es entsteht eine Choreographie von Perspektivwechseln im Spannungsfeld von Platz und Park mit unterschiedlichen Atmosphären und differenzierten, den Anforderungen der Institutionen und Nutzerinnen und Nutzern entsprechenden Teilräumen…… Es wird vorgeschlagen,… die Strategie der Dualität von Park und städtischem Platz mit grünen Inlays auf die neuen baulichen, nutzungsbezogenen Anforderungen ... anzuwenden. Städtebauliche Einbindung Das Bildungsband erhält seinen Zusammenhalt durch die Fortführung der baumbegleiteten Limburger Straße über die von Lichtbändern flankierten Promenaden beidseitig des Rathausneubaus zum Anschluss Leopoldplatz. Über die Promenade und kleine Promenade werden die Hauptwegeverbindungen geführt, die sich auf dem Platz an der Müllerstraße kreuzen. Die baulichen Solitäre sollen - befreit von An- und Unterbauten - entsprechend des Bornemanschen Konzepts klar hervortreten. Der Verbindungsgang zwischen Rathausalt- und -neubau wird zurückgebaut. Die Mittelinsel der Müllerstraße wird nur zum Teil mit Bäumen bepflanzt, der übrige Teil wird gepflastert; es entsteht ein offenes Fenster im Übergang zum Leopoldplatz (außerhalb Wettbewerbsgebiet). Ein Baumkarree und ein Wasserbecken in der nordöstlichen Platzecke akzentuieren zusätzlich den Bezug zum Leopoldplatz. Die Genter Straße - Übergang zur Beuth-Hochschule wird zum Strassenplatz aufgepflastert, beidseitig flankiert von Bänken. Stufenterrassen mit Holzsitzstufen entlang der Genter Straße auf Seiten des Rathausneubaus bieten weitere zur Beuth-Hochschule orientierte Aufenthaltsmöglichkeiten. Gestaltung und Nutzungen Das Rathausumfeld gliedert sich in einen nördlichen Platz und einen südlichen Park. Die Topographie auf der Südseite wird auf einem leicht erhöhten Niveau eingeebnet. Gefasst wird die Parkseite durch eine Betonsitzmauer (hellgraue Betonsteinplatten mit Weißzementanteil und Graffitischutz) entlang der Promenaden und Stufenterrassen zu den Platzseiten. Die Promenaden bestehen im Bereich des Parks aus wassergebundener Decke, seitlich begleitet von Betonplatten und regelmäßig unterteilt durch Natursteinbänder. Die Längsrichtung der Promenaden wird unterstützt durch eine Reihe von Mastleuchten und unterschiedlich langer Bänke. Der Platzbereich an der Müllerstraße ist bis auf zwei neugeordnete Hochbeete – eingefasst durch Beton-Sitzmauern mit Holzsitzauflagen - vollständig befestigt. Als Belag werden helle, mittelformatige, befahrbare Beton- oder Natursteinplatten (z.B. 40/60 cm) vorgeschlagen. In Anlehnung an das Bestandsraster werden Natursteinbänder

- Ton in Ton mit dem hellen Plattenbelag - z.B. aus Muschelkalk eingezogen. Die Topografie unter dem ehemaligen BVV-Saal ist wie der gesamte Platzbereich stufenfrei dargestellt. In den beiden Hochbeeten stehen die vorhandenen Platanen und Säulenpappeln. Die Unterpflanzung soll mit Rosen und pflegeextensiven Stauden erfolgen. Die Bewässerung wird durch ein neues Bewässerungssystem mit eigenem Grundwasserbrunnen gewährleistet Die Parkseite besteht aus einer über die Stufenterrassen erschlossenen Rasenfläche. Der Baumbesatz verdichtet sich zur kleinen Promenade (Bibliotheksterrasse). Das zukünftige Baufeld der Bibliothek (2. BA) wird durch eine Doppelreihe schnellwachsender Bäume (z.B. Pappeln oder Weiden) akzentuiert. Weitere besonders gestaltete Aufenthaltsbereiche als Angebot für alle Nutzergruppen finden sich in Zuordnung zu den Gebäudeeingängen am Platzrand und in Form von Holzsitzbänken – z.T. mit Rückenlehne – auf dem Platz. Im Bereich des ehemaligen Verbindungsgangs in Bezug zum Eingang der Kantine wird der Freisitz Kantine angelegt. Am Bibliothekseingang befinden sich im Aktionsbereich ein wellenförmiges Loungepodest und Leseinseln. Die Leseinseln sind drehbare abgerundete Stahlkonstruktionen mit Kunststoffsitzflächen und auffälliger Farbgebung. Die Leseinseln sind mit WLAN ausgestattet und können von der Bibliothek mittels Audioinstallationen bespielt werden. Digitale Litfaßsäulen auf dem Platz dienen den Platzanliegern (Bezirksamt, Jobcenter, Galerie und Bibliothek) als Informationsplattform. Die Gastronomieterrasse des bestehenden Cafés öffnet sich zum Platz, ein benachbartes Wasserspiel – flächenbündige Wassersprudel - soll den Verkehrslärm überspielen. Auf der Rasenfläche des Parks ist ein rechteckiges Holzpodest (10 x 10 m) angeordnet. Die Fahrradstellplätze befinden sich am Haupteingang des Jobcenters, hinter dem Freisitz Kantine, auf der Erweiterungsfläche der Bibliothek an der Müllerstraße und auf der Platzvorstreckung entlang der Müllerstraße. 	 Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wird überschritten •	 Die Behindertenstellplätze sind nicht eingangsnah •	 Der Wegweiser der Partnerstädte ist nicht dargestellt •	 Die Müllstandorte sind nicht dargestellt •	 Die Fluchttreppen des Jobcenters sind nicht dargestellt •	 Die Höhensituation der Platzfläche ist unklar •	 Die Erschließung von der Genter Straße führt über wassergebundene Wegedecken •	 Die Erschließung der Rasenfläche im Park ist nicht barrierefrei

club L94 Landschaftsarchitekten GmbH, Köln | 2. Rundgang

1248

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Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 8620 580 5500 57 23 25

%* 100 59 4 37 100 40 +2

*

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

1248
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Leitidee Der im Norden gelegene Rathausplatz und der südliche Rathauspark werden formal an die Orthogonalität der Architektur von Bornemann angepasst. Der dadurch entstehende rahmende Weg entzieht sich dieser Orthogonalität durch die angrenzende Bebauung und erzeugt dadurch spannende perspektivische Sichtbeziehungen. Städtebauliche Einbindung Der Freiraum des Rathausumfeldes liegt als zentrales Bindeglied in der neuen Achse des Bildungsbandes. Wissenschaft und Bildung sollen im öffentlichen Raum sichtbar und erlebbar gemacht werden. Dazu gehört unter anderem das Umfeld des Bibliotheksneubaus. Zwei Wege zwischen Müller- und Genter Straße führen entlang der Rathaus- bzw. Bibliotheksfassade. Sie sind an der Müllerstraße 9 bzw. 9,50 m breit, verschmälern sich zur Genter Straße hin auf 4 bzw. 6,50 m Breite. Entlang der Müllerstraße wird der Platz um die ehemalige Parkspur vorgestreckt und die Bushaltestelle entsprechend der Vorgabe verlagert. Innerhalb der Gehwegvorstreckung befinden sich die sieben geforderten Stellplätze für Behinderte. Eine zusätzliche Fußgängerquerung über die Müllerstraße wird angeboten. Im südlichen Bereich zur Genter Straße wird die Parkplatzfläche zur Grünfläche, der Gehweg wird auf die ehemalige Parkspur verlegt. Die Genter Straße erhält in Verlängerung der Hauptwegeverbindungen zwei Fußgängerüberwege. Der Verbindungsgang zwischen dem Rathausaltbau und -neubau wird rückgebaut, Blickbeziehungen entlang der Limburger Straße und auch unter den Baumkronen hindurch im Park und Platzbereichen sind durch Aufastung oder Fällung bestehender Bäume und Gehölze hergestellt. Gestaltung und Nutzungen Die Verfasser sprechen von StadtPlatz und StadtPark. Beide gemeinsam erhalten einen umlaufenden Rahmen aus Betonplatten in der Größe 50x50cm als barrierefreie Laufzone. Der StadtPlatz im nördlichen Bereich wird offen gestaltet, drei Einzelbäume und die Pappelgruppe akzentuieren den Platz. Das rasterartig verlegte Pflastermaterial wird wieder verwendet und bis an den Gastronomie-Pavillon erweitert. Der Außenbereich des Cafés wird in die Platzfläche integriert. Die Hochbeete entfallen, statt dichter Gehölze laden jetzt drei unterschiedlich große Holzdecks zum Verweilen ein. Sie sind in das Pflastermuster im doppelten bzw. einfachen Rastermaß eingepasst und umschließen die vorhandene drei Säulenpappeln, einen vorhandenen Schnurbaum und einen neu gepflanzten Baum.

Für die Kantine im Rathausaltbau besteht jetzt die Möglichkeit einer Außengastronomie. Die Rathaustreppe ist über die gesamte Front zu beiden Seiten auf 32 m verbreitert und jeweils mit einer hohen Mauerscheibe als Treppenwange abgeschlossen. Südlich ist der StadtPark situiert. Es wird ein regelmäßiges Vegetationsviereck vorgeschlagen. Die bestehende Bodenmodellierung wird abgetragen. Die neue Rasenfläche wird von allen Seiten von einer Sitzkante – dem Parkrahmen - umgrenzt. Innerhalb der Rasenfläche werden Schotterrasenwege axial erstellt. Die Gehölzschicht wird insgesamt entfernt, Bäume werden aufgeastet und an den Rändern neu gepflanzt. Die Rasenfläche wird durch Geophyten aufgewertet. In die südliche Böschung zum Sockel des Hochhauses werden sieben Sitzstufen mit insgesamt 20 m Länge integriert. In der Rasenfläche werden ca. zehn amorphe Sitzobjekte aus Beton platziert. Der Gedenkstein für die Weddinger Opfer des Nationalsozialismus erhält einen neuen Standort im westlichen Parkbereich. Die Fahrradstellplätze liegen zentral unter dem ehemaligen BVV-Saal. Drei große Lichtmasten beleuchten den Platz, die vorhandene Wegebeleuchtung erhellt die Verbindungswege, zusätzlich gibt es Lichtpunkte an der Fassade. Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wird eingehalten •	 Der Wegweiser der Partnerstädte ist nicht dargestellt •	 Die Müllstandorte entlang der Müllerstraße sind nur im Text erwähnt •	 Die Höhensituation am Fuß der Treppe zum Jobcenter ist bei gänzlich ebener Platztopografie unklar gelöst •	 Der Aufzug und die Bestandstreppe an der südöstlichen Jobcenterfassade, sowie die Fluchttreppen des Jobcenters sind nicht dargestellt •	 Im Bereich der Rigole ist ein Baum dargestellt

Adler & Olesch Landschaftsarchitekten und Ingenieure GmbH, Mainz | 2. Rundgang

1249

1249

Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 7446 3079 4175 57 44 30

%* 100 51 21 28 100 77 -14

*

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

1249
45

Leitidee Als wichtiger Bestandteil der Gestaltungsidee wird die Überlagerung der historischen Schichten und Architekturen des Platzes aus den 60er Jahren und den neuen Nutzungen entwickelt. Als Reminiszenz an die Architektursprache und die Entwurfshaltung Plonskers wird die ursprüngliche Gestaltung mit orthogonal ausgerichteten Hochbeeten sowie modellierten Rasenflächen aufgegriffen und als ‚Grüner Footprint‘ neu interpretiert. (…) Dabei reagiert die neue Grünstruktur auf die zeitgemäße Aneignung des Freiraums der neuen Nutzergruppen als wichtiges Angebot im Campusumfeld. Städtebauliche Einbindung Die Verbindung des Rathausumfeldes mit dem Campusgelände und dem Leopoldplatz wird an der ehem. Limburger Straße durch eine breite Wegeverbindung mit einer aufgeasteten Baumallee herausgearbeitet. Der Verbindungsgang wird in diesem Bereich entfernt. Die Verknüpfung nach Nordosten wird mit einer Gehwegvorstreckung an der Müllerstraße betont und der Platzbelag aus großformatigen Beton-Terrazzoplatten bis an die Fahrbahn herangeführt. Die im Süden vorgeschlagene Liegewiese genannt Campusgrün ist mit ihrer leichten Neigung zum Campusgelände hin orientiert. Die Höhe der steinernen Einfassung entwickelt sich in Richtung Genter Straße zu einer Sitzmauer und wird mit Holzauflagen versehen. Zur Verbesserung der Straßenquerung Genter Straße ist diese aufgepflastert. Auf der gegenüberliegende Seite (Richtung Beuth-Hochschule) ist der Gehwegbereich zu einer kleinen Platzfläche aufgeweitet und mit einem langen Bankelement ausgestattet. Das in der Auslobung formulierte Leitmotiv “Bildung im öffentlichen Raum“ wird südlich der Mittelpunktsbibliothek (2. BA) in Form einer Grünen Schule bzw. eines urbanen Arboretums aufgegriffen. Als Zwischennutzung sollen dort verschiedene Baumarten (einheimische und eingebürgerte Arten) als junge Hochstämme gepflanzt und die Wurzelballen regelmäßig umstochen werden bis zu ihrer Pflanzung am endgültigen Standort. Die verschiedenen Baumarten können ein Stück weit etwas über die Natur in der Stadt erzählen. Unterpflanzt wird die Fläche mit Efeu oder wuchskräftigen Stauden. Ergänzend zum Leitmotiv der Bildungslandschaft dienen die zwei gegenüberliegenden, eingefassten Rasenflächen als Lesegarten. Leicht geneigt wenden sie sich der Bibliothek zu. Gestaltung und Nutzungen Die Bestandsbäume auf der befestigten Platzfläche und entlang der ehem. Limburger Straße werden zugunsten einer Öffnung und Neuordnung des Rathausplatzes entfernt. Die Neuanlage der Baumallee im Nordwesten verbindet nunmehr die zwei unterschiedlich ausgeprägten Teilräume im Wettbewerbsgebiet und betont die übergeordnete Verknüpfungsfunktion nach Norden und Süden. Die offene Platzfläche an der Müllerstraße erhält einen Belag aus großformatigen Beton-Terrazzoplatten mit Zu-

schlägen aus sandfarbenen Grau-Beigetönen. In den Belag eingelassene Stahlbänder (alternativ Basaltmosaikpflaster) greifen das Rastermaß von Johannes Plonsker auf. Bestehende Höhenunterschiede werden durch eine Nivellierung und leichte Geländeneigungen abgefangen. Die Zugangstreppe zum Rathausneubau wird verschmälert und erhält zusätzliche Stufen zur Anbindung an das tiefer gelegte Platzniveau. Im Übergang zur Baumallee im Nordwesten entsteht ein bodengleicher Wasserfilm, der ‚Kiezspiegel‘. Er reflektiert die Silhouette des Rathauses als bewegtes Vexierbild: intervallgesteuerte Fontänen überspielen das Spiegelbild vorübergehend. Benachbart greift eine Holzbank das Längenmaß des Wasserfilms auf. Die Bank ist mit massiven Eichenbohlen beplankt und teilweise mit Rückenlehnen versehen. Auf der gegenüberliegenden Platzseite wird die Einfriedung des Gastronomie-Pavillons zurückgebaut und die Außenbestuhlung auf dem Platz integriert. Nach Fertigstellung des 2. BA der Schiller-Bibliothek wird der gastronomische Außenbereich erweitert. Der Gedenkstein ist auf dem nordwestlichen Teil der Platzfläche nah der Müllerstraße neu platziert. Fahrradstellplätze sind nordöstlich der Bibliothek entlang der Brandwand und in der ehem. Limburger Straße untergebracht. Der grüne Freiraum auf der südwestlichen Teilfläche besteht aus einem erhöht liegenden Rasengeviert mit einzelnen Baumgruppen. Die Rasenfläche um den Rathausneubau ist eben, die übrigen drei Flächen sind teilweise geneigt. Alle vier Flächen erhalten eine steinerne Einfassung, die entsprechend der Rasenneigung unterschiedliche Höhen aufweist. Dort wo die Einfassung Sitzhöhe erreicht werden Sitzauflagen aus Eichenbohlen angeboten. Die Rasenfläche am Rathausneubau wird im Nordosten und Nordwesten durch Sitzstufen begrenzt. Wegeflächen bestehen aus einer wassergebundenen Decke mit Kalksplittzuschlägen. Behindertenstellplätze sind im südlichen Teil des urbanen Arboretums verortet. Für eine Beleuchtung der befestigten Platzfläche werden Mastleuchten mit hoher Lichtqualität, für die randseitigen Wegeflächen blendfreie Mastleuchten mit niedriger Lichtpunkthöhe vorgeschlagen. Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wird überschritten •	 Die eingefassten Rasenflächen sind nicht barrierefrei erschlossen •	 Die Erschließungswege sind mit 3 m zu schmal •	 Die Behindertenstellplätze des Jobcenters sind nicht eingangsnah •	 Die Funktionalität der Behindertenstellplätze ist nicht gewährleistet (Bäume, Oberflächen, Maße) •	 Der Aufzug und die Bestandstreppe an der südöstlichen Jobcenterfassade sind nicht dargestellt •	 Die Müllstandorte sind nicht dargestellt •	 Der Wegweiser der Partnerstädte ist nicht dargestellt

sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin | 1. Rundgang

1250

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Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 7540 0 7135 57 7 10

%* 100 51 0 49 100 12 +3

*

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

1250
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Leitidee Anstelle einer strikten Trennung in steinernen Platz und grünen Garten tritt ein austariertes Arrangement aus Platzflächen, Rasenteppichen und Pflanzfeldern, die auch in großen Räumen eine Gliederung in menschliche Maßstäbe und Rückzugsmöglichkeiten versprachen. Die Essenz dieses Ansatzes wird am Rathaus aufgegriffen und einer Transformation unterworfen …. Städtebauliche Einbindung Die Verbindung zwischen Leopoldplatz und BeuthHochschule als Bestandteil des Bildungsbandes erfolgt asymmetrisch über eine breite Promenadenachse in Verlängerung der Limburger Straße und einer schmalen Gartenpassage vor dem Bibliotheksneubau. Die Promenadenachse und das Platzgefüge insgesamt könnten nach Auffassung der Verfasser langfristig gestärkt werden durch eine Bebauung entlang der fortgesetzten Limburger Straße als Pendant zum Bibliotheksneubau auf der gegenüberliegenden Platzseite (Aktivierung der Platzränder). Der Verbindungsgang zwischen Rathausalt- und -neubau wird entfernt. Die Materialität des Platzes wird bis an die Borde der angrenzenden Straßen (Müllerstraße und Genter Straße) geführt. Die Limburger Straße soll im Kreuzungsbereich mit der Genter Straße im gleichen Material, jedoch anderem Format aufgepflastert werden. Das Thema der Bildungsachse wird im Wettbewerbsgebiet aufgegriffen durch einzelne Elemente wie Lesegärten, Bodenreliefs und eine Beschriftung ausgewählter Objekte (Bänke, Bodenplatten) z.B. mit Begriffen aus einem Lexikon oder zu einem Sprachkurs „Deutsch-Fachchinesisch“. Gestaltung und Nutzungen Das Rathausumfeld teilt sich in ein urbanes Platzfeld und ein ruhiges Gartenfeld. Beiden Platzfeldern liegt eine orthogonale Gestaltung von befestigten und grün gestalteten Flächen zu Grunde, die sich miteinander verzahnen. Die gegenseitige Verzahnung des Platz- und Gartenfeldes erfolgt durch eine Vorgartenzone entlang des Rathausaltbaus (ehemalige Limburger Straße) und durch drei kleine rechteckige Plätze entlang der Gartenpassage. Das Platzfeld zwischen Rathausneubau und Müllerstraße wird mit einem quer zu Längsachse verlegten Betonwerkstein (30 x 60 cm) in changierenden warmgrauen Tönen befestigt. Der zentrale Bereich um den ehemaligen BVVSaal wird durch eine Entwässerungsrinne vom übrigen Platz abgesetzt. Dieser Vorplatz des Rathausneubaus ist durch ein Punktraster (5,8 x 5,8 m) zusätzlich betont, das sich auf das bestehende Raster bezieht. Der tiefer liegende Eingangsbereich zum ehemaligen BVV-Saal wird durch eine auslaufende Treppe abgefangen. Das Pflastermaterial wird einheitlich auch in den Wegeachsen und den eingelagerten Plätzen verwendet. Das Platzfeld wird durch die Installation „Wet Wedding“ geprägt: Ein Rahmen mit Wasserbändern umschließt eine

reliefartige Intarsie mit dem örtlichen Stadtplan und ein leicht ansteigendes Rasenfeld mit den vorhandenen Säulenpappeln. Das Stadtmodell soll aus einem monochromen Naturstein wie z.B. Basalt gefertigt werden. Unter den Säulenpappeln auf dem Rasenkissen liegt der Gedenkstein. Der Rathausaltbau erhält eine Vorgartenzone aus kompakten Taxushecken, die die vorhandenen Platanen aufnimmt. Die Baumscheiben im Vorgarten werden mit einfachen Stauden bepflanzt (Schatten- und Zierblattstauden wie Silberkerze und Schaublatt). Die Flächen der Bibliothekserweiterung und das Gartenfeld werden mit Rasen angesät, der unregelmäßig von Bäumen überstellt ist. Entlang der 3 m breiten Gartenpassage, die von einer Rasen(versickerungs-)mulde begleitet wird, liegen als Gartenzimmer der Vorlese- und der Fernwehgarten. Der Vorlesegarten wird durch eine geschnittene Goldeibenhecke (max. 1,10 m hoch) gefasst. Er ist der Kinderbibliothek zugeordnet, hat verstellbares Mobiliar, eine blattförmige Flüsterbank und ein Bankmodul aus Feinkornbeton – teilweise mit Rückenlehne, das sich in Längsausrichtung im gesamten Rathausumfeld wiederfindet. Der südliche Fernwehgarten nimmt Bezug auf die Partnerstädte des Wedding: Linien im Pflaster, die die Lage und Entfernung verdeutlichen, ersetzen das heutige Schild. Die Sitzbank erhält ebenfalls Audiomodule. Der dritte Gartenplatz an der Genter Straße nimmt die von 1,60 m hohen Rotbuchenhecken eingefassten Behindertenstellplätze auf. Das Punktraster vom Vorplatz markiert hier die einzelnen Stellplätze. Lange Sitzbänke flankieren die rd. 10 m breite Promenadenachse und grenzen den Außenbereich des Café-Pavillons vom Platzraum ab. Im 2. BA rückt der Café-Außenbereich an den Neubau heran. Eingeschnitten in den Vorgartenbereich befindet sich zudem der Außengastronomiebereich der Kantine des Rathausaltbaus. Die Fahrradstellplätze werden unter dem ehemaligen BVV-Saal und am Eingang des Bibliothekneubaus untergebracht. Der Müll des Cafés und des Bibliothekneubaus wird auf den Flächen des Erweiterungsbaus zwischen Müllerstraße und Bibliotheksneubau zusammengefasst und durch eine 1,60 hohe Rotbuchenhecken umgrenzt. Die Promenadenachse wird von Mastleuchten in unregelmäßigen Abständen begleitet. Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wird überschritten •	 Übersichtlichkeit im Sinne von Gender Mainstreaming ist entlang der Bibliotheksachse fragwürdig •	 Die Behindertenstellplätze sind nicht eingangsnah •	 Die Bushaltestelle wird an seinem momentanen Standort (vor dem Rathausaltbau) belassen •	 Im Bereich der Rigole ist ein Baum dargestellt

POLA Landschaftsarchitekten, Berlin | 2. Rundgang

1251

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Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 7500 0 7200 57 20 14

%* 100 51 0 49 100 35 -6

*

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

1251
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Leitidee Hier schlägt das Herz von Wedding, hier fühlt man den WEDDING BEAT. Dieser Ort menschlichen Miteinanders und Aufeinandertreffens steht im Fokus der Neukonzeption des Rathausumfeldes Wedding. Der Ort ist die Idee! Der Bestand, mit seinen unterschiedlichen Zeit- und Erzählebenen ist die Basis der Gestaltung. ... Die springenden Betonplatten versinnbildlichen in ihrer Verzahnung mit den Rasen- und Beetflächen die Grundidee des Wedding-Beats. Die Bildsprache des Equalizers für Tonverstärkung und Tonentzerrung steht sinnbildlich für Gestaltung und das Wesen des neuen Rathausumfeldes. (Hervorhebungen im Original) Städtebauliche Einbindung Für die Verfasser bildet der Rathausvorplatz funktional und gestalterisch eine Doppelplatzanlage mit dem Leopoldplatz. Im Ideenteil Müllerstraße wird die Platzfläche durch die Aufhebung der Parkspur vergrößert. Die orthogonale Platzstruktur wird in Richtung Nordosten - zur Müllerstraße hin - um ein Rastermaß vergrößert, der erweiterte Gehwegbereich in Richtung Osten wird mit hellen Betonplatten befestigt. Die ehemalige Limburger Straße bleibt Hauptwegeverbindung von der Müllerstraße zur Genter Straße, sie erhält durch sechs neu gepflanzte Bäume eine räumlich wahrnehmbare Dimension. Zur weiteren Unterstützung der Blickbeziehungen wird der Rückbau des Verbindungsgangs vorgesehen. An der Genter Straße wird der Parkplatz vollständig zur Grünanlage umgewidmet. Die Querparker an der Genter Straße werden in der Anzahl reduziert. Hier werden sieben Stellplätze als Behindertenstellplätze ausgewiesen. In der Verlängerung der Hauptwege unterstützen zwei 21 bzw. 27 m breite Gehwegverbreiterungen die Anbindung an den BeuthCampus. Gestaltung und Nutzungen Der Entwurf orientiert sich an den Grundzügen der Plonsker-Platzgestaltung. Die befestigte Fläche wird in der Dimension in etwa erhalten, die Hochbeete vor dem Rathausaltbau werden unter Erhalt des Baumbestandes verändert. Kleinere Beetflächen vor dem Zugang des Kantineneingangs im Rathaus werden entfernt. Drei neue Baumpflanzungen auf dem Vorplatzbereich erhalten auspflasterbare Baumscheiben. Das ehemalige Wasserbecken wird wieder hergestellt. Die Einfassung um die drei Säulenpappeln wird entfernt. Durch die Modellierung der Baumscheibe wird das Niveau des Baumfußes gehalten. Unter allen Bestandsbäumen werden blühende Bodendecker, u.a. Luzula sylvatica gepflanzt. Als Material für die neuen Einfassungen wird Betonstein mit abgerundeter Kante und samtiger Oberfläche verwendet, der auch als Sitzgelegenheit dienen kann. Die Oberflächen auf der nordöstlichen Platzfläche sind an die plonskersche Gestaltung angelehnt. Das Raster wird durch Betonwerksteinplatten hell gebildet, die Füllung der

Quadrate wird aus je 30 Betonplatten erstellt. Das Maß der Betonplatten beträgt etwa 190 x 55 cm. Statt heller Bodenplatten werden z.T. Blindenleitplatten verwendet, so dass ein Blindenleitsystem entsteht. Großformatige Platten sind auch als Befestigung der ehemaligen Limburger Straße und an der Bibliotheksseite vorgesehen, sie verschränken sich jeweils mit den angrenzenden Rasenflächen und bilden den WEDDING-BEAT. Die Platzfläche wird zwischen Rathausaltbau und dem Bibliotheksneubau nahezu niveaugleich modelliert. Das neue Höhenkonzept des Gesamtplatzes erfordert eine Verlängerung der Zugangstreppe zum neuen Jobcenter. Der Höhenunterschied zwischen Platz und dem ehemaligen BVV-Saal entfällt. Unter dem BVV-Saal und neben der Treppe zum Jobcenter werden Fahrradstellplätze angeordnet. Der Zugang zur neuen Bibliothek erfolgt nördlich des ehemaligen BVV-Saals vom Platz aus oder von der Müllerstraße her nordwestlich des Gastronomie-Pavillons. Die Außenterrasse des Cafés wird nach Südwesten verlegt und orientiert sich neu zum Bibliothekseingang. Vor die Bibliothek werden zwei neue Bäume gepflanzt. Auf der Erweiterungsfläche für den zweiten Bauabschnitt werden bodendeckende Pflanzungen vorgesehen. 10 Fassadenleuchten an der Fassade des Rathausaltbaus und der Bibliothek sowie Mastleuchten entlang der Hauptwege sind im Prüfplan erkennbar verortet. Hinzu kommen drei höhere Lichtpunkte im Platzbereich. Im südlichen Bereich des Rathausumfeldes wird eine Hügellandschaft entworfen, wo durch Modellierung, Auflösung von Gehölzgruppen, Beseitigung von Unterwuchs und die Fällung der Pappel- und Kieferngruppe Einsehbarkeit und Orientierung gewährleistet werden. Auch die streng modellierte Böschung am Sockel des Hochhauses erhält weichere Formen. Die Umgestaltung soll unter Erhalt der artenreichen Wiesenvegetation vollzogen bleiben. Das Motiv der Vegetationshügel wird auch in den zwei Flächen an der Müllerstraße verwendet, wobei in der Fläche neben dem Café sowohl der Gedenkstein als auch das Schild mit den Städtepartnerschaften neu verortet sind. Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wird eingehalten •	 Die Behindertenstellplätze sind nicht eingangsnah •	 Die Fluchttreppe aus dem ehemaligen BVV-Saal ist im Plan nicht dargestellt •	 Es werden keine Sitzgelegenheiten mit Rückenlehne angeboten •	 Im Bereich der Rigole ist ein Baum dargestellt

HL Landschaftsarchitekten, Berlin | 2. Rundgang

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1252

Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 7720 372 6670 57 10 8

%* 100 53 2 45 100 18 -2

*

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

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Leitidee Die Denkmalwürdigkeit des Rathausplatzes und der zugehörigen Grünanlage als fast einziges und unverändertes Objekt aus der Architektur der Nachkriegsmoderne in Berlin-Wedding und Mitte, fundiert die konzeptuelle Herangehensweise des vorgeschlagenen Projekts. Der Kontrast zwischen dem strengen Raster des Rathausplatzes und die eher organische Einordnung der Grünanlage, sowie die ursprüngliche Gliederung in drei miteinander korrespondierenden Teilen, werden hervorgehoben und zum Teil, gemäß dem heutigen Bedarf an intensiv nutzbare Freiflächen, neu interpretiert. Städtebauliche Einbindung Die an den Platzrändern vorgesehenen Erschließungswege aus Asphalt bieten Fahrradfahrern und Fußgängern Anbindung an den Leopoldplatz und die Beuth-Hochschule. Der Verbindungsgang zum Rathausaltbau wird als essentieller Teil des Ensembles erhalten, durch Wegnahme der dort vorhandenen Sträucher wird die Blickbeziehung zwischen Müllerstraße und Genter Straße gestärkt. An der Müllerstraße wird der Gehweg vorgestreckt und mit Holzbänken ausgestattet. Die Straßenbaumreihe setzt sich im Gehwegbereich fort (Türkische Hasel), auf Breite der steinernen Platzfläche wird er allerdings von Straßenbäumen freigehalten. Östlich der drei Säulenpappeln entsteht ein grünes Fenster, das den Blick von der Müllerstraße auf den ehem. BVV-Saal ermöglicht. Im Übergang zum Gehwegsbereich werden Streifen mit weißen Betonplatten in die Rasenfläche des grünen Fensters integriert. Diese streifenförmige Gliederung wird im Süden an der Genter Straße erneut aufgegriffen. Der als Spielsalon bezeichnete Bereich wird von einem Hain aus mehrstämmigen Gehölzen (Kupfer-Felsenbirne, Ahorne) überstellt, die als Filter zur Straße fungieren. Die Fläche ist mit Sitzelementen und Schachbrettspielen ausgestattet. Gestaltung und Nutzungen Die räumliche Gliederung des Entwurfs orientiert sich an der ursprünglichen Dreiteilung des Rathausumfeldes: 1. Die nordöstliche Platzhälfte an der Müllerstraße wird als urbaner Salon entwickelt. Der vorhandene Bodenbelag aus Kleinsteinpflaster wird wieder verwendet, ergänzt und im ursprünglichen Raster (Betonplatten) verlegt. Die vorhandenen Hochbeete werden als Gestaltungselement aufgenommen, erhalten aber eine neue Ausprägung. Die Beete am Rathausaltbau werden mit Sichtbetonfertigteilen neu verblendet und von Holzdecks aus Lärchen-Bohlen gefasst, die Platanen bleiben dabei erhalten. Angrenzend zum Gehweg führen weiße Betonblockstufen auf die Decks. In der Abgrenzung des ehemaligen Brunnens entsteht bodenbündig ein neues Wasserspiel, und das Beet mit dem Gedenkstein wird 20 cm unter Platzniveau abgesenkt - zur Einbettung der Weddinger Geschichte in den Berliner Boden. Benachbart ist der Wegweiser mit den Weddinger Partnerstädten platziert. Erhalten bleibt auch das Beet mit den drei Säulenpappeln, ebenfalls gerahmt

von einem Holzdeck. Die neue Bepflanzung der Hochbeete besteht aus buntblättrigen Stauden (Lavendel, Blauraute, Schillergras, Schwingel, Segge). Eine auslaufende Stufenanlage (mit 3 Stufen) führt auf das tiefer liegende Niveau am ehem. BVV-Saal. Die Topographie der Platzfläche orientiert sich am heutigen Bestand, die Entwässerung erfolgt über Schlitzrinnen entlang der Betonplatten. 2. Im Südwesten umgibt eine zusammenhängende Grünfläche den Rathausneubau, die Freie Wiese. Sie kann z.B. als Festwiese oder für Freiluftkino genutzt werden. Zur Öffnung der Rasenfläche werden die dortigen Säulenpappeln gefällt, die übrigen Bäume bleiben erhalten und werden im südlichen Randbereich ergänzt. Der Rathausneubau wird im Böschungsbereich von Kriechspindel und Buxbäumen gerahmt, im Südwesten schließt eine lange Sitzmauer an. Weitere Sitzelemente sind auf dem westlichen Wiesenstreifen orthogonal angeordnet. 3. Parallel zur geplanten Bibliothek erstreckt sich eine modellierte, von Betonmauern eingefasste Rasenfläche in Form eines grünen Teppichs. In den Randzonen wird der Rasenteppich von einer extensiven Gräser- und Staudenbepflanzung begleitet. Bestehende Erdhügel werden abgeflacht, im mittleren Bereich entsteht eine Mulde zur Regenwasserversickerung, nördlich davon sind Behindertenstellplätze vorgesehen. Auf Höhe des ehem. BVVSaals bieten Tische und Bänke Leseplätze im Grünen. Im Norden schließt sich der Gastronomie-Pavillon mit einem temporären Holzpodest und das grüne Fenster an. Nach Fertigstellung des 2. BA der Schiller-Bibliothek wird der Holzbelag des Podestes durch Rasenfugenpflaster ersetzt, damit sich die Fläche optisch in den grünen Teppich einfügt. Die Kastanienreihe auf Kopfhöhe des Rathausneubaus wird durch neue Kastanien ersetzt. Entlang der südöstlichen Kante des grünen Teppichs ist die Pflanzung einzelner Kiefern vorgesehen. Die Fläche des 2. Bauabschnitts (Süd) kann temporär von Anwohnern als Gemeinschaftsgarten genutzt werden. Der Garten dient als sozialer und kultureller Treffpunkt mitten in der Stadt. Fahrradstellplätze sind in der Nähe der Gebäudeeingänge untergebracht. Als Beleuchtungskonzept schlagen die Verfasser eine Neuplatzierung vorhandener Leuchtmittel und deren Ergänzung vor. An den Rändern bzw. in Bewegungsräumen werden Mastleuchten, in den Grünräumen Lichtpoller aufgestellt. Hochbeete sind mit Lichtbändern ausgestattet. Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wird überschritten •	 Die Erschließung von der Genter Straße ist nicht vollständig nachgewiesen •	 Im Bereich der Rigole ist ein Baum dargestellt •	 Die Funktionalität der Behindertenstellplätze ist nicht gewährleistet (Oberflächen, Maße)

Latz + Partner LandschaftsArchitekten Stadtplaner, Kranzberg | Anerkennung

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Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 6301 2272 6235 57 16 52

%* 100 50 15 34 100 28 +36

*

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

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53

Leitidee Die im Umfeld bestehenden Prinzipien sollen aufgenommen, ihr Anordnungsmuster varriiert, weiterentwickelt und gestärkt werden. Aufenthaltsmöglichkeiten haben flexiblen Charakter, analog zu den wechselnden Nutzungen des Platzes…. Eine baumüberstandene Promenade bildet das Leitmotiv der Neugestaltung des Rathausumfeldes. Städtebauliche Einbindung Das Bildungsband vom Leopoldplatz zur Beuth-Hochschule wird durch die Verzahnung zweier Alleen erreicht: Die dreireihige Allee des Leopoldplatzes wird im Versatz entlang der geplanten Bibliothek verlängert. Die Verzahnung der Alleen wird erreicht, indem sich die Baumreihen auf dem Mittelstreifen und der gegenüberliegenden Straßenseite fortsetzen. Analog zur Müllerstraße wird die Allee über die Genter Straße hinweg verlängert und im Versatz entlag der Limburger Straße in den Campus hinein weiter geführt (z.T. außerhalb des Wettbewerbsgebietes). Die Allee der Limburger Straße löst sich entlang des Rathausaltbaus auf; der Verbindungsgang zwischen Rathausaltund –neubau wird abgebrochen. Straßenseitig entlang der Müllerstraße und entlang der Genter Straße schließen lange Sitzmauern den Platz zum Straßenraum ab und bieten Aufenthaltsmöglichkeiten. Ein Rahmen aus Betonplatten (50 x 50 cm) begleitet von Mosaikstreifen greift die Materialität und das Profil der angrenzenden Gehwege auf. An der Genter Straße entsteht im Bereich des Gebäudeeingangs ein neues Campusentree für die BeuthHochschule Eine Sitzinsel (15 m Durchmesser) um einen neu gepflanzten Baum akzentuiert diesen mit Mosaikpflaster befestigten Eingangsplatz (außerhalb Wettbewerbsgebiet). Das Rathausumfeld soll Bestandteil einer bereits vorhandenen Abfolge von Plätzen und Parks werden. Gestaltung und Nutzungen Durch die Vereinheitlichung der Topographie soll ein zusammenhängender Stadtraum entstehen. Der Platz wird auf das Bestandsniveau unter dem ehemaligen BVV-Saal abgesenkt. Der Eingang zum künftigen Jobcenter erhält einen Treppensockel, auf dem die bestehende Treppe aufliegt. Ein Rampe führt zum barrierefreien Zugang des Jobcenters - dem bestehenden Aufzug. Die Platzflächen werden mit dem vorhandenen Material (Ausbau und Wiedereinbau des Mosaikpflasters und der Plattenstreifen) befestigt. Das quadratische Raster wird dabei zugunsten einer Streifenstruktur fast vollständig aufgelöst, wobei die heutigen Abstände beibehalten werden. Die Plattenstreifen – parallel zu den Höhenlinien verlaufend - nehmen die Entwässerungsrinnen auf. Die Weg auf Seiten der Bibliothek teilt sich in einen Gut- und Schlechtwetterweg. Neben dem 2,5 m breiten Plattenweg und jeweils 1,0 m breiten Mosaikstreifen verläuft eine 15 m breite wassergebundene Promenade. Die Erweiterungsflächen der Bibliothek sind ebenfalls in wassergebundener Bauweise befestigt, mit Ausnahme der asphaltierten Stellplatzflächen an der Brandwand (Zufahrt von der Genter Straße). Im 2. BA sol-

len die Stellplätze unter die Allee verlegt werden. Auf Seite des Rathausaltbaus hat der befestigte Weg zwischen Grundstücksgrenze und Rasenfläche eine Gesamtbreite von 4,0 m. Runde Sitzbänke unterschiedlichen Durchmessers (Sitzinseln) fassen bestehende (Säulenpappeln, Platanen) und neu gepflanzte Bäume und sind mit robusten Bodendeckern (z.B. Lonicera), Allium, Verbena und Kniphofia bepflanzt. Diese Formensprache findet sich auch in zwei runden Aufhügelungen (+ 1,5 m / + 1,0 m) im Bereich der Rasenflächen zwischen Rathausneubau und Genter Straße, in denen Prunus gepflanzt wird. Die Bibliotheksallee besteht aus Sophoren und Gleditschien. In die Bank der zentralen Sitzinsel an der Müllerstraße sind als Wegweiser die Partnerstädte eingraviert. Die Sitzinseln nehmen auch den Gedenkstein auf. Neben den farbigen runden BetonSitzbänken und den Bandbänken am Straßenrand werden auf der Promenade auch 5 Holz-Parkbänke mit Armlehne und Rückenlehne angeboten. In der Promenade und auf der Rasenfläche finden sich auch Spielangebote wie Kletterspielgeräte, Tischtennis, Bodenschach und Boule. Der Schankbereich des bestehenden Cafés soll allenfalls durch Pflanztröge vom Platz abgegrenzt werden. Nach dem Erweiterungsbau der Bibliothek wird die Allee komplettiert, die Außengastronomie rückt ans Gebäude. Die Fahrradständer sind unter dem ehemaligen BVV-Saal und am Eingang der neuen Bibliothek untergebracht. Neben den 5 Behindertenstellplätzen in der Erweiterungsfläche der Bibliothek befinden sich die 2 Stellplätze für das Jobcenter etwa in der heutigen Lage am Rathausaltbau. Die Müllplätze befinden sich südwestlich des Café-Pavillons sowie vor dem Bibliotheksneubau in der Bibliotheksallee. Eine Einhausung mit schlichter Holzlattung wird vorgeschlagen. Für das Rathausumfeld soll ein Lichtkonzept umgesetzt werden, das auch in den Abend- und Nachtstunden zum Verweilen einlädt. In Reihe gesetzte 4 m hohe Leuchten stehen entlang der Promenaden, die Platzbereiche werden von 12 m hohen Masten beleuchtet. Der Rathausneubau erhält eine grünliche Lichtfuge, Bodenstrahler sind auf die Decke des ehemaligen BVV-Saals gerichtet. Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wird eingehalten •	 Der Gedenkstein ist nicht dargestellt •	 Die Feuerwehraufstellflächen an der Bibliothek sind aufgrund der Allee problematisch •	 Das Wartehäuschen der BVG ist nicht dargestellt •	 Die Fluchttreppe des ehemaligen BVV-Saals ist nicht dargestellt •	 Die Ausführung Rampe zum Aufzug des Jobcenters ist nicht behindertengerecht (fehlender Anprallbord und Geländer) •	 Im Bereich der Rigole sind Bäume dargestellt

Hahn Hertling von Hantelmann Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin | 3. Preis

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1254

Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 7500 1455 5745 57 28 47

%* 100 51 9 39 100 49 +19

*

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

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Leitidee Die prägnante Baumallee am Leopoldplatz und die die zentrale Verbindung im neuen Campus bildende Limburger Straße werden als Thema aufgegriffen und bekommen ein verbindendes Pendant auf dem neuen Platz. ... Die neue Baumpromenade vermittelt räumlich zwischen dem Punkthochhaus und dem Bibliotheksneubau. Ein Grüner Lesesalon mit monolithischen Sitzskulpturen betont den linearen Verlauf der Gestaltung. Städtebauliche Einbindung Der Rathausplatz bildet eine Doppelplatzanlage mit dem Leopoldplatz. Diese beiden Plätze bilden gemeinsam mit dem neuen Bibliothekscampus wesentliche Bausteine und Akzente im Bildungsband und Grünzug vom Campus Virchow-Klinikum mit dem Augustenburger Platz über den Campus Beuth-Hochschule bis zur Neuen Nazarethkirche. Verbindendes Motiv ist dabei eine zwei- bzw. dreireihige Alleepflanzung aus Gold-Gleditschien, die abschnittsweise verspringt. Im Ideenteil an der Müllerstraße wird der befestigte Platz um Gehwegbereich und die bisherige Parkspur erweitert, im Bereich des Ideenteils werden zwei Straßenquerungen angeboten. Im südlichen Ideenteil wird der ehemalige Parkplatz zur Erweiterung der neuen Grünfläche vorgesehen, durch die Umwidmung des ehemaligen Parkstreifens entlang der Genter Straße entsteht ein 8,50 m breiter Gehwegbereich. Im westlichen Bereich wird eine befestigte Fläche zum Gelenk im Anschluss zum Beuth-Campus. Das klar ablesbare Gliederungsprinzip ermöglicht eine sehr gute Orientierung auf dem Platz. Die Eingangsbereiche der Bauten werden deutlich sichtbar freigestellt. Blickbezüge sind durch die freigestellten Baumreihen sowie daran entlang möglich, der Verbindungsgang zum Rathausaltbau bleibt erhalten. Gestaltung und Nutzungen Der nordöstliche Teil des Rathausumfeldes erhält einen durchgängigen Belag aus wieder verwendetem und ergänztem Kalksandsteinmosaikpflaster, der sich über die gesamte Breite zwischen Rathausaltbau bis zur Bibliothek bzw. Brandwand erstreckt. Die Terrasse des GastronomiePavillons wird in die Platzfläche integriert,   eine Abgrenzung ist nicht vorgesehen. Durch die Veränderung der Hochbeete unter Beibehalt von zwei großen Platanen ist auch Außengastronomie für die Rathauskantine möglich. Ein zusätzlicher Eingang der Galerie Wedding ist ebenfalls vorgesehen. Angrenzend an das mit Stauden und Bodendeckern bepflanzte Hochbeet befindet sich der nördliche Abschnitt der Baumpromenade. Auf einer 14 x 36 m großen wassergebundenen, hellgrünen Platzfläche werden zehn Bäume als Hain gepflanzt. Darunter befindet sich als Aufenthaltsangebot eine vielfältig nutzbare Sitz- und Liegeskulptur, die aus 3 x 1,50 m großen Betonmodulen zusammenge-

stellt ist. Teilweise sind Sitz- und Rückenlehnen aus Holz oder Metall eingefügt, alle 1,50 m befindet sich ein Bügel zur Verhinderung von längeren Liegepositionen. Die drei Säulenpappeln werden zu einem besonderen Ort. Sie werden durch einen Messingring (Ring der interkulturellen Nachbarschaften) in unterschiedlicher Höhe eingefasst. Im Ring sind die Namen und weitere Ortsangaben der Partnerstädte eingraviert. Ggf. können hier Inhalte über die Partnerstädte und über die interkulturelle Nachbarschaft über Codes der Smartphonetechnik erläutert werden. Die Platzfläche ist eben modelliert, unter dem ehemaligen BVV-Saal verbleiben zwei auslaufende Blockstufen, es wird eine Rinnenentwässerung vorgeschlagen. Die Verbindung mit dem südlichen, grünen Platzbereich bietet ein 3 m breiter Weg entlang des Rathausaltbaus und ein 9 m breiter Weg entlang der Bibliothek, der vor der Genter Straße abknickt und 7m breit durch die südlich des Rathausneubaus liegende Rasenfläche führt. Die Baumpromenade setzt sich als Lesesalon vor der Bibliothek fort, hier ist ebenfalls eine Bankskulptur in zwei Teilabschnitten von 21 m und 36 m vorgesehen. Die Baumreihe ist dreireihig und steht teilweise in der Rasenfläche, teilweise auf einer wassergebundenen Wegedecke. Zwei vorhandene Platanen sind in die regelmäßige Baumstruktur integriert. Die Baumpromenade begleitet den abknickenden Weg und markiert den Übergang zum Beuth-Campus. Die Rasenflächen sind als Rasenkissen modelliert. Dargestellt sind die Rasenflächen als  leicht schräge Ebenen mit jeweils einer angeböschten Ecke. Als Pendant zum Hochbeet unter der Pappelgruppe an der Müllerstraße wird südwestlich des Rathausneubaus eine amorphe Holzplattform (besonderer Ort) vorgesehen. Der Gedenkstein ist im Bereich der Hochbeete vor dem Rathausaltbau lokalisiert. Die Beleuchtung nimmt die metallene Farbgebung auf, es sind elf Leuchtenstandorte dargestellt. Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wird eingehalten •	 Die Stellplätze für Behinderte sind südlich des Bibliotheksbaus auf der Erweiterungsfläche für den zweiten Bauabschnitt platziert •	 Im Bereich der Rigole ist ein Baum dargestellt

Geskes Hack Landschaftsarchitekten, Berlin | 2. Preis

1255

1255

Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 9360 300 5000 57 33 10

%* 100 64 2 34 100 58 -23

*

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

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Leitidee Die Gestaltung des Rathausumfeldes zu einem einheitlichen Platz, der das Gebäude von allen Seiten großzügig umgibt, wertet das Gebäudeensemble aus den 60er Jahren zu einem Pendant der Alten Nazarethkirche auf dem Leopoldplatz auf. Der umgebende Raum des architektonischen Ensembles wird von störenden Barrieren befreit. (…) Durch den konsequenten Bezug der orthogonalen Platzstruktur wird ein eigenständiger Platz von der Müllerstraße bis zur Genter Straße formuliert, der sich wie ein Teppich in das Freiraumkontinuum einfügt. Städtebauliche Einbindung Den Rathausneubau großzügig umlaufende, offen gehaltene Platz- und Wegeflächen binden visuell und funktional an die Freiräume am Leopoldplatz und der Beuth-Hochschule an. Der Platz öffnet sich in seiner gesamten Breite zur Müllerstraße und wird zu einem Scharnier innerhalb des Bildungsbandes. Der orthogonal strukturierte Platzbelag wird im vorgestreckten Gehwegsbereich fortgesetzt und eine gepflasterte Fußgängerinsel im Straßenraum als Überquerungshilfe (außerhalb WB-Fläche) vorgeschlagen. Auch an der Genter Straße wird der Platzbelag über den Gehweg fortgesetzt. Die dortigen Bordsteinkanten werden durch Tiefborde ersetzt, die Fahrspuren angehoben bzw. aufgepflastert und im Sinne einer Verkehrsberuhigung für Fahrzeuge angerampt. Hoch aufgeastete Bäume ermöglichen Blickbeziehungen über die Platzflächen und in die angrenzenden Räume. Durch Rückbau des Verbindungsgangs zwischen Rathausneu- und -altbau wird die Blickbeziehung zwischen Müllerstraße und Genter Straße zusätzlich betont. Bewegungsströme (für Fußgänger und Radfahrer) sind von allen Seiten über die offen gehaltenen Platzflächen möglich. Gestaltung und Nutzungen An der Müllerstraße, entsteht eine durchgängig befestigte Platzfläche. Sie umläuft den Rathausneubau promenadenartig bis zur Genter Straße. Höhendifferenzen werden nivelliert bzw. durch ein leichtes, barrierefreies Platzgefälle abgefangen. Das vorhandene Kalksteinmosaikpflaster wird wieder eingebaut, ergänzt und durch eine orthogonale Bänderung aus Betonplatten strukturiert (analog Bestand). Die Entwässerung der befestigten Flächen erfolgt über Rinnen. Unter dem ehem. BVV-Saal werden die Stützmauern entfernt und durch auslaufende Stufen ersetzt. Sträucher und Bestandsbäume, wie z.B. die Platanen entlang der ehem. Limburger Straße und die Säulenpappeln an der Müllerstraße, werden zugunsten einer Öffnung und Nivellierung der Platzfläche sowie Freistellung des Gebäudeensembles entfernt. Die verbleibenden, hoch aufgeasteten Einzelbäume bieten freien Blick über die Platzfläche und auf die Gebäude. Die Einfriedung des Gastronomie-Pavillons wird zurückgebaut und die Terrasse zum Platz hin geöffnet. Nach Fertigstellung des 2. BA der Bibliothek wird der Außenbereich des Cafés an die

Bibliothek herangerückt. In der Nähe der Außengastronomie wird ein rechteckiges Wasserspiel als ebenerdiges, begehbares Fontainenfeld vorgeschlagen. In räumlichem Bezug zur Galerie ist ein kleiner Pavillon als Kunstbox mit Ausschank platziert. Die Kunstbox kann wechselnd bespielt werden. Analog entsteht vor der Bibliothek eine Bücherbox. Locker auf der Platzfläche verteilte, abgewinkelte Sitzmöbel (aus geschliffenem Beton, anthrazit) erinnern an Windmühlenflügel, und damit die Geschichte des Ortes. Der Gedenkstein soll in Zusammenarbeit mit Künstlern neu auf der Platzfläche verortet werden. Für die Kantine des alten Rathauses sind Außensitzplätze vorgesehen. Ein Rasenplateau mit umlaufender Sitzmauer entsteht im rückwärtigen Platzbereich. Das Plateau wird als grüner Sockel für das Sockelgeschoß des Rathausneubaus ausformuliert, die Rasenfläche ist modelliert und schließt an das Gebäudeniveau (unterhalb der Auskragung) an. Querende, wassergebundene Wege erschließen das Plateau barrierefrei. Die leicht geneigten Rasenflächen sind mit Holzdecks ausgestattet und als Aufenthalts- und Spielflächen nutzbar. Einzelne Bestandsbäume und Baumgruppen wie z.B. Pelles Pappeln (Neupflanzung) überstellen die Rasenfläche. In der Erweiterungsfläche der SchillerBibliothek (Süd) sind eine Rasenfläche mit 2  Bestandsbäumen dargestellt und Fahrradstellplätze verortet. Weitere Fahrradstellplätze befinden sich neben der Eingangstreppe zum Rathausneubau und südöstlich des ehem. BVV-Saals. Behindertenstellplätze sind an der Genter Straße und südwestlich des Rathausaltbaus (außerhalb Wettbewerbsgebiet) vorgesehen. Als Beleuchtungskonzept schlagen die Verfasser Mastleuchten auf dem Platz und entlang von Wegeflächen vor, Uplights für Bäume und Baumgruppen, eine Treppenbeleuchtung vor dem künftigen Jobcenter, LED-Elemente entlang der Sitzmauer um das Rasenplateau sowie ein künstlerisch motiviertes Lichtprojekt für die Fläche unter dem ehem. BVV-Saal. Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wird geringfügig überschritten •	 Die Behindertenstellplätze sind nicht eingangsnah und teilweise außerhalb des Wettbewerbsgebiets angeordnet •	 Das Wartehäuschen der BVG ist nicht dargestellt •	 Der Wegweiser der Partnerstädte ist nicht dargestellt •	 Die Müllstandorte sind nicht dargestellt •	 Insgesamt fehlen 10 Fahrradstellplätze •	 Die vorgeschlagenen Sitzmöbel sind ohne Rückenlehne

k1 Landschaftsarchitekten Kuhn Klapka GbR, Berlin | Anerkennung

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Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 7480 2675 4470 57 11 38

%* 100 51 18 31 100 19 +27

*

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

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Leitidee Die prägende orthogonale Formensprache des Vorplatzes wird aufgenommen und der ursprünglich beabsichtigte fließende Charakter des Außenraumes wiederhergestellt. Wie im historischen Vorbild wird bei der Neugestaltung des Rathausplatzes das Grundgerüst einer kombinierten Stadtplatz-Grünanlage beibehalten. Zwei unterschiedlich ausgeprägte Promenaden bestimmen den Entwurf. Städtebauliche Einbindung Die beiden Promenaden - die Kleine Promenade auf der Seite des Rathausaltbaus und die Große Promenade auf der Seite der Bibliothek - sollen die angrenzenden Stadträume verbinden. Bestandteil des Bildungsbandes vom Leopoldplatz zur Beuth-Hochschule ist die Große Promenade mit der ihr angelagerten entsprechenden Funktion des Bibliotheksneubaus. Der offene Rathausplatz soll eine Gelenkfunktion zum Leopoldplatz übernehmen. Der Verbindungsgang zwischen Rathausalt- und -neubau wird abgerissen. Zugunsten der Offenheit und Erkennbarkeit der Eingänge wird die Baumreihe der Großen Promenade nicht bis zur Müllerstraße vorgezogen. Das gesamte Rathausumfeld liegt in einem Rahmen aus Kleinsteinpflaster, entsprechend wird dieses Material bis zum Bord der Müllerstraße und der Genter Straße herangeführt. Die Gehwegplatten der Müllerstraße werden fortgeführt, im Bereich der Promenaden jedoch unterbrochen. Die Genter Straße wird im Wettbewerbsgebiet komplett aufgepflastert, um eine barrierefreie Querung zu ermöglichen. Der Rathauspark wird an der nordwestlichen Ecke um 70 cm angehoben. Diese Geste soll als deutlich wahrnehmbares Element im Bildungsband zwischen BeuthHochschule und Rathausumfeld vermitteln. Gestaltung und Nutzungen Im Bereich des Rathausplatzes bleibt das bestehende Mosaikpflaster und das orthogonale Platten-Raster in ihrer Grundstruktur erhalten (Aus- und Wiedereinbau). Die bestehenden Höhendifferenzen werden mit auslaufenden Stufen (Naturstein) überwunden. Die Promenaden bestehen zum Teil aus Kleinsteinpflaster, zum Teil aus wassergebundener Decke. Die wassergebundenen Flächen bilden einen eigenen, versetzt liegenden Rahmen um den Rathauspark. Weitere wassergebundene Flächen befinden sich angrenzend an den Bibliotheksneubau. Die Große Allee besteht analog zum Leopoldplatz aus zweireihig gepflanzten Ahornbäumen (z.B. Acer rubrum „October Glory“), die im Herbst mit ihrem roten Laub einen besonderen Akzent setzen sollen. Die Kleine Allee wird von den Bestandsplatanen begleitet, deren Hochbeeteinfassung leicht modifiziert wird. Platanen bilden zudem einen neuen Baumhain auf dem Rathausvorplatz, der die vorhandenen Säulenpappeln ersetzt. Der Rathauspark besteht aus einer Liegewiese mit locker überstellten Bestandsbäumen und neu gepflanzten Zierkirschen. Auf der südwestlichen Erweiterungsfläche des Biblio-

theksneubaus ensteht ein Lesegarten, dessen unterschiedlich hohen Holzdecks Sitzmöglichkeiten bieten. Blühende und duftende Sträucher (z.B. Zierkirschen, chinesischer Flieder, japanischer Schneeball, Rispenhortensien) sollen kleine Gartenräume ausbilden. Zudem werden die angrenzenden Fassaden begrünt. Der Lesegarten erhält einen WLAN-Zugang und kann von der Bibliothek für kleine Veranstaltungen mit genutzt werden. Langestreckte Bänke aus Beton mit Holz-Sitzauflagen und z.T. mit Rückenlehnen bieten Aufenthaltsmöglichkeiten im Baumhain auf dem Rathausvorplatz, auf dem Vorplatz der Bibliothek sowie unter den Promenaden. An der Böschung des Rathausneubaus befinden sich am Rand des Rathausparks zur Genter Straße orientierte langezogen Sitzstufen. Auch die Einfassung der Hochbeete auf dem Rathausvorplatz bieten Aufenthaltsmöglichkeiten. Picknickbänke und -tische ergänzen das Angebot auf der Liegewiese. Einzelne kleinere rechteckige Trampoline finden sich entlang der Promenaden und im Rathauspark. Der Servicefläche des bestehenden Cafés wird ohne weitere Abgrenzung auf den Platzfeldern angeordnet. Am Eingang der Rathauskantine können unter den Platanen ebenfalls Tische und Stühle aufgestellt werden. Der Promenadenbereich vor der Galerie kann durch eine Ausstellung bespielt werden, ein vergleichbares Nutzungsangebot bietet die Fläche unter dem ehemaligen BVV-Saal. In einem Rasterfeld des Rathausvorplatzes in der Nähe der Müllerstraße werden mit Messingintarsien die Lage der Weddinger Partnerstädte nachgezeichnet. Der Gedenkstein wird in den Platanenhain an der Müllerstraße verlegt. Ein Wasserstein zitiert den Standort des ehemaligen Wasserbeckens auf dem Rathausvorplatz. Leicht erhöhte, jeweils eine Rasterfläche umfassende dunkle Steinblöcke, werden hierbei von einem Wasserfilm überzogen. Die Promenaden werden mit Leuchtstelen ausgestattet. Einzelne Elemente wie der Wasserstein, der Baumhain und einzelne Bäume werden durch Strahler akzentuiert. Vier große individuell ausgerichtete Leuchten bestücken den Rathausvorplatz. Die Fahrradständer sind dezentral zu Paketen von 5 bis 10 Fahrradbügeln in der Nähe der Gebäudeeingänge der Bibliothek und des künftigen Jobcenters angeordnet. Die 5 Behindertenstellplätze für den Bibliotheksneubau befinden sich auf der Erweiterungsfläche in Richtung Müllerstraße an der Brandwand hinter dem bestehenden Café. Die 2 Behindertenstellplätze für das künftige Jobcenter werden am heutigen Standort vor dem Rathausaltbau angeordnet. Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wird geringfügig überschritten •	 Das Wartehäuschen der BVG ist nicht dargestellt •	 Die Müllstandorte sind nicht dargestellt •	 Der Aufzug und die Bestandstreppe an der südöstlichen Jobcenterfassade sind nicht dargestellt •	 Die Zufahrt zu den Behindertenstellplätzen der Bibliothek kreuzt den Eingangsbereich der Bibliothek •	 Im Bereich der Rigole ist ein Baum dargestellt

Irene Lohaus Peter Carl Landschaftsarchitektur, Hannover | 1. Rundgang

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Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 7675 300 6625 57 1 4

%* 100 52 2 45 100 2 +3

*

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

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Leitidee Verzahnung von urbanem Platz und Grünraum – so beschreiben die Verfasser ihren Entwurf auf den Plänen. Er ist bestandsorientiert, die vorhandene Vegetation und die vorhandenen Durchwegungen werden erhalten. Ein Erläuterungstext lag nicht vor und wurde nach Aufforderung nachgeliefert. Städtebauliche Einbindung Das Wettbewerbsgebiet liegt eingebettet in der übergeordneten Grünverbindung, die von der Alten Nazarethkirche über den Leopoldplatz führt und seine Fortsetzung im Beuth-Campus bis zum Augustenburger Platz führt. Drei Wege verlaufen parallel zueinander und orientieren sich am Bestand. Die ehemalige Limburger Straße bleibt wie im Bestand mit diagonal verlegten Betonplatten befestigt, die beiden anderen vorhandenen Wegeverbindungen sind mit Mosaik gepflastert. Das Rathausumfeld ist in einen nordöstlichen steinernen Platz sowie einen südwestlich anschließenden vegetative Bereich aufgeteilt. Die steinerne Platzfläche wird bis an den Bibliotheksneubau vergrößert, die Grünfläche um die Fläche des Parkplatzes an der Genter Straße erweitert. Im Ideenteil an der Müllerstraße wird der Gehweg um die Parkspur verbreitert und durchgängig mit Betonplatten sowie Ober- und Unterstreifen befestigt, zwei Fußgängerquerungen werden angeboten, die Mittelinsel ist mit Bäumen bepflanzt. Im südlichen Ideenbereich wird der Parkplatz zur Rasenfläche. Der bisherige Gehwegbereich entlang der Genter Straße wird mit wassergebundener Wegedecke befestigt, die Parkbuchten entlang der Straße werden zum neuen Gehwegbereich. Diese beiden Bereiche sind durch eine rhythmisierte Betonsitzmauer mit einzelnen Lehnen voneinander getrennt. Blickbezüge werden durch die Entfernung von Sträuchern ermöglicht, Bestandsbäume werden - wie in den Schnitten dargestellt - aufgeastet. Der Verbindungsgang vom Rathausalt- zum -neubau bleibt erhalten. Gestaltung und Nutzungen Auf der Fläche des nordöstlichen Rathausplatzes, werden große Betonplatten in den Formaten 1 x 2 m und 2 x 2 m verlegt. Das aufgenommene Mosaikpflaster wird als Rahmen um diese Fläche und auch auf der Erweiterungsfläche Richtung Gastronomiewürfel verlegt. Die Rasenfläche entlang der Müllerstraße entfällt, die Fläche der Außengastronomie wird wassergebunden befestigt, zwei neue Grüninseln mit Sitzrahmen entstehen im Umfeld des Pavillons. Die Hochbeete vor dem Rathausaltbau werden umgestaltet und in ihrer Form verändert, die vorhandenen Platanen, Schnurbäume und Ahornbäume bleiben erhalten. Insgesamt entstehen so zehn unterschiedlich große Hochbeete mit umlaufender hölzerner Sitzauflage. Quadratische Betonblöcke ergänzen das Sitzangebot und dienen im Bereich der Außengastronomie als informelle

Abgrenzung einzelner Funktionsbereiche. Die Topografie des Platzes wird eingeebnet auf das Niveau unter dem BVV-Saal, dadurch verlängert sich die Treppe zum Jobcenter. Die Platzentwässerung erfolgt durch Rinnen. Die Eingangsituation zur neuen Bibliothek wird durch eine eingelegte Tartanfläche mit Spielgeräten kindgerecht gestaltet. Da die Fläche bis unter den ehemaligen BVV-Saal reicht, wird die Aufhängung von Objekten, die Sitzschalen ähneln, vorgeschlagen. Die gewendelte Fluchttreppe des ehemaligen BVV-Saals wird durch eine gerade, zweiläufige Treppe ersetzt. Fahrradstellplätze sind dezentral an fünf Orten aufgestellt: Unter dem Verbindungsgang, neben der Treppe zum Jobcenter, unter dem ehemaligen BVV-Saal sowie beidseitig des Eingangs zur Bibliothek. Nach Südwesten schließt sich die erhaltene Rasenfläche mit einer überformten, weicheren Modellierung an. Die Sockelgestaltung des Rathausneubaus ist mit einbezogen. Direkt an der Südwestfassade des Hochhauses ist über die gesamte Breite von 32 m ein 5 m breites Holzdeck als Aufenthaltsfläche vorgesehen. Die südöstlichen und nordöstlichen Sockelbereiche des Hochhauses sind mit Bodendeckern bepflanzt und durch eine Stahlkante eingefasst. Im südlichen Bereich der Rasenfläche ist ein Volleyballfeld eingezeichnet, außerdem gibt es drei Spielinseln mit Sitzrahmen. Der Gedenkstein findet seinen neuen Platz in einer neuen Grüninsel gut sichtbar an der Müllerstraße. Als Beleuchtung sind 27 Lichtpunkte entlang der Durchwegungen und auf der nordöstlichen Platzfläche vorgesehen. Im nördlichen Bereich der Erweiterungsflächen für den zweiten Bauabschnitt der Bibliothek werden auf der gepflasterten Fläche die geforderten Müllstandorte sowie sieben Behindertenstellplätze vorgesehen. Südlich der Bibliothek wird die Fläche mit Kletterhortensien bepflanzt, die auch  Wandbegrünung werden, entlang des Weges stehen vier weitere Betonmauern mit Sitzlehnen. Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wird eingehalten •	 Die Erschließung von der Genter Straße ist nicht nachgewiesen •	 Mit der Realisierung des 2. BA der Bibliothek entfällt einer der Erschließungswege zur Bibliothek •	 Der Aufzug und die Bestandstreppe an der südöstlichen Jobcenterfassade sind nicht dargestellt •	 Das Wartehäuschen der BVG ist nicht dargestellt •	 Der Wegweiser der Partnerstädte ist nicht dargestellt •	 Im Bereich des zweiten Bauabschnittes sind Behindertenstellplätze verortet •	 Im Bereich der Rigole ist ein Baum dargestellt

FUGMANN JANOTTA bdla, Berlin | 2. Rundgang

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Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 8470 560 5670 57 38 41

%* 100 58 4 39 100 67 +4

*

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

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Leitidee Das Ziel ist, einen städtischen Freiraum zu schaffen, der eindeutig als ein zusammenhängender Platz zwischen Müllerstraße und Genter Straße zu erkennen ist, jedoch die unterschiedlichen räumlichen Charaktere an der Vorder- und an der Rückseite des ehemaligen Rathauses Wedding aufnimmt und die vielfältigen funktionalen Ansprüche berücksichtigt. (…) Zusätzlich sollen die durch das vormalige Rathaus definierte Höhendominante und die Längsausrichtung der durch das alte Rathaus Wedding sowie durch die zukünftige Bibliothek definierten Raumkanten in dem Freiraumentwurf angemessen aufgenommen werden. Städtebauliche Einbindung Zwei Erschließungsachsen entlang der Platzränder binden an den Leopoldplatz und die Beuth-Hochschule an. Die Achse im Nordwesten wird als ca. 18 m breite, baumbestandene Promenade ausgebildet. Die aus der Limburger Straße kommende Platanenallee entwickelt sich in der Promenade zu einem aufgelockerten Baumhain, der aus einzelnen Bestandsplatanen sowie neu gepflanzten Robinien und Birken besteht. Der Verbindungsgang zwischen Rathausalt- und -neubau wird zugunsten einer großzügigen Öffnung der Promenade entfernt. Die Erschließungsachse an der südöstlichen Platzkante erhält eine Breite von ca. 6 m. Beide Erschließungsachsen sind für Fußgänger und Radfahrer nutzbar. Das orthogonale Raster der Platz- bzw. Wegeflächen setzt sich an der Müllerstraße und Genter Straße in den Gehwegsflächen fort, das neue Rathausumfeld wird damit als Einheit im Stadtraum markiert und wahrgenommen. Der vom Auslober vorgeschlagene Bereich einer Gehwegvorstreckung an der Müllerstraße wird von den Verfassern als Bestandteil des Straßenraums betrachtet und mit Mosaikstein befestigt. Die Fahrspuren der Genter Straße werden durch eine Aufpflasterung verkehrsberuhigt. Gestaltung und Nutzungen Das Rathausumfeld wird in einen nordöstlichen Platzbereich und einen südwestlichen Parkbereich unterteilt. Das bestehende Rastermotiv im Bodenbelag wird erweitert. Der Belag setzt sich in den Erschließungsachsen fort und rahmt die südliche Parkfläche. Er besteht aus Ortbetonfeldern mit Besenstrich und 0,5 m breiten Streifen aus Basalt-Kleinstein, die zugleich die Entwässerungsrinnen bilden. Die Bestandshöhen im Gebiet werden nivelliert. Der Parkbereich grenzt bündig an die Platz- und Wegeflächen an. Eine kurze Böschung fängt den Höhenunterschied zwischen Wiese und Sockelgeschoss des Rathausneubaus ab. Auf beiden Teilflächen des Wettbewerbsgebietes hebt sich jeweils eine rechteckige Intarsie aus der Fläche empor: ein Paradies-Garten auf der nördlichen Platzfläche und ein Dichter-Hain auf der südlichen Wiesenfläche. Bei-

de Intarsien liegen 70 cm erhöht und werden durch eine entsprechend hohe Aufkantung eingefasst. Der ParadiesGarten nimmt die bestehenden Säulenpappeln auf, die durch Zierkirschen, Felsenbirnen und mehrstämmige Birken ergänzt werden. Die Unterpflanzung besteht aus Stauden, Gräsern und Frühjahrsgeophyten eingebettet in eine Schicht aus Basaltkies. Integriert ist hier auch der Gedenkstein. Der Garten ist über Stufen erreichbar und mit Bänken ausgestattet. Benachbart wird der Wegweiser mit den Weddinger Partnerstädten aufgestellt. Im DichterHain auf der südlichen Wiesenfläche bilden 12 geschnittene und im Raster gepflanzte Linden ein dichtes Baumdach. Befestigt ist der Hain mit einer wassergebundenen Decke. Auch dieser Bereich ist über Treppenstufen erreichbar und mit Sitzkuben ausgestattet. Durch eine weitere Bestuhlung kann der Hain als Veranstaltungsort für Lesungen genutzt werden. Die umgebende Wiesenfläche ist von Bäumen weitgehend freigestellt. Im Verlauf der baumbestandenen Promenade werden weitere Sitzmöglichkeiten in Form von vier Baumbänken angeboten und die sieben Behindertenstellplätze sind dort untergebracht. Vor dem Rathausneubau und an der Schiller-Bibliothek sind Fahrradstellplätze verortet. Der Gastronomie-Pavillon öffnet sich mit seiner Bestuhlung zur Platzfläche. Nach Fertigstellung des 2. BA der SchillerBibliothek ist der Bereich weiterhin für Außengastronomie nutzbar. Beleuchtet werden die Wegeflächen mit Leuchtstelen, die Intarsien mit Leuchtbändern und Strahlern in den Baumkronen. Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wird überschritten •	 Die Behindertenstellplätze sind nur zum Teil eingangsnah •	 Die Intarsien sind nicht barrierefrei erschlossen •	 Der Aufzug und die Bestandstreppe an der südöstlichen Jobcenterfassade sind nicht dargestellt •	 Die Fluchttreppe am ehem. BVV-Saal wird zurückgebaut bzw. ist nicht dargestellt

ANNABAU Architektur und Landschaft, Berlin | 1. Preis

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Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 8250** 3650 2800 57 36 24

%* 100 56 25 19 100 63 -12

* **

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert. Der Verfasser hat 700m2 zu viel befestigte Fläche angegeben. Die Kenndaten wurden daraufhin korrigiert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

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Leitidee Die unterschiedlichen Qualitäten des Freiraums von steinernem Stadtplatz bis zur grünen Rasenfläche werden herausgearbeitet und als attraktive urbane Platzbereiche neu gestaltet. …Vier sich klar abgrenzende Platzbereiche mit unterschiedlicher Nutzung werden wie Intarsien in die Fläche eingefügt. Städtebauliche Einbindung Die Verfasser sehen im neu gestalteten Rathausumfeld ein wichtiges stadträumliches Bindeglied im Bildungsband zwischen dem Leopoldplatz und dem Campus BeuthHochschule. Eine baumbestandene Allee am Rathausaltbau und eine baumlose Passage entlang des Bibliothekneubaus stellen die funktional-gestalterischen Bezüge her. Die Platzbereiche des Rathausumfelds stehen auf einem einheitlichen Belag, der sich von der Müllerstraße bis zur Genter Straße erstreckt, die Gebäude einbindet und als eindeutig identifizierbares Element im Stadtraum erkennbar ist. Die Platzfläche tritt in einen wahrnehmbaren Dialog mit dem Leopoldplatz. Der Verbindungsgang zwischen Rathausalt- und -neubau wird abgerissen, die Genter Straße entlang des Rathausumfeldes aufgepflastert, um Querungsmöglichkeiten in der gesamten Breite zu ermöglichen. Gestaltung und Nutzungen Das Rathausumfeld wird in 4 geometrisch klar abgegrenzte rechteckige Felder (Intarsien) unterteilt: der Stadtplatz an der Müllerstraße, der westliche Baumhain, der Lesegarten und die Rasenfläche an der Genter Straße. Als rahmender und verbindender Belag werden mittelformatige Natursteinplatten verlegt. Zwischen Rathausneubau und Müllerstraße wird das Mosaikpflaster im  großformatigen Raster wiederverwendet. Das Raster und die Einfassung der Platzintarsien bestehen aus hellen Betonplatten. Der Lesegarten, die schmalen Parkwege, sowie die Flächen unter dem Baumhain bestehen aus einer wassergebundenen Decke. Temporär gestaltete Flächen der südlichen Bibliothekserweiterung sind mit Natursteinschotter befestigt. Der Baumhain im Westen nimmt die bestehenden Platanen auf und wird durch Spitzahorne ergänzt, die sich im Herbst goldgelb verfärben (Bezug Leopoldplatz). Die Säulenpappeln werden erhalten, punktuell wird der japanische Schnurbaum z.B. im Bereich des Lesegartens gepflanzt. Auf den Schotterflächen im Bereich des 2. BA der Bibliothek stehen einzelne Birken, die einen leichten Vorhang vor der Brandwand bilden sollen. Durch den Verzicht auf Sträucher und Unterwuchs soll das Sicherheitsgefühl verbessert werden. Es wird ein modulares System von Freiraummöbeln aus hellen Betonfertigteilen und Holz - mit und ohne Rückenlehne - vorgeschlagen. Die sich wiederholenden Module charakterisieren die einzelnen Platzbereiche: Entlang der Müllerstraße stehen am Rand des Platzrasters zwei lange Sitzbänke mit beidseitigen Sitzmöglichkeiten. Eine Rund-

bank fasst die Säulenpappeln mit dem Gedenkstein. Im Baumhain stehen in Laufrichtung aufgereihte Sitzbänke, die Sitzbänke im Lesegarten haben eine breitere Sitzfläche. Zudem finden sich mit Lehne ausgestatte Sitzbänke entlang der sich kreuzenden Wege der Rasenfläche. Ein Skulpturengarten im Baumhain kann in Zuordnung zur Galerie entstehen, in den Bändern des Platzrasters sind die Partnerstädte eingraviert. Die Außenbewirtschaftung des bestehenden Cafés findet ohne weitere Abgrenzung auf dem Platz statt. Der Bereich unter dem überkragenden Geschoss des Rathausneubaus wird durch den Einbau einer Schrägen so gestaltet, dass ein Aufenthalt dort nicht mehr möglich ist. Das Rathausumfeld soll durch Mastleuchten gleichmäßig hell ausgeleuchtet werden. Skulpturale Lampen sollen den Bereich des Lesegartens durch leicht farbiges warmes Licht akzentuieren. Ergänzt wird das Lichtkonzept durch einzelne Strahler auf dem Stadtplatz an der Müllerstraße. Die 5 Behindertenstellplätze für die Bibliothek befinden sich an der Genter Straße, die 2 geforderten Stellplätze für das Jobcenter im Baumhain auf Höhe des Hochhauses. Die Fahrradstellplätze liegen entlang der Brandwand nördlich und südlich des Bibliothekneubaus und westlich des Jobcenter auf Höhe des Fahrstuhls. Die Müllstandorte sind auf der südlichen Gebäudeseite des Cafés und des Bibliothekneubaus untergebracht. Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wird überschritten •	 Das Wartehäuschen der BVG ist nicht dargestellt •	 Die Behindertenstellplätze sind nicht eingangsnah •	 Die Fluchttreppen des Jobcenters sind nicht dargestellt •	 Die Höhensituation der befestigten Flächen im Bereich der Bestandsplatanen und im Bereich des ehemaligen BVV-Saals sind nicht nachvollziehbar dargestellt

WES GmbH, Berlin | 2. Rundgang

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Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 8750 100 5850 57 27 24

%* 100 60 1 39 100 47 -3

*

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

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Leitidee Die von Johannes Plonsker entworfene, gerasterte, plateauartige Fläche, auf dem das neue Rathaus, der BVVSaal und das historische Rathaus freiräumlich in Beziehung gesetzt werden, wird konsequent um den Bibliotheksstandort erweitert und die heutige Doppelplatzanlage zwischen Müller- und Genter Straße als eine Einheit in einen deutlich ablesbaren Zusammenhang gestellt. Das gelingt durch die Ausbildung einer nordwestlichen und südöstlichen breiten Promenade. Die Promenaden verbinden sich zu einem breiten Rahmen, der die beiden Plätze zu einem großen Plateau zusammenfügt. Städtebauliche Einbindung Das Rathausumfeld wird als ein wichtiger Baustein im Bildungsband eingeordnet. Verbindendes Motiv ist dabei die Promenade, die auf dem Leopoldplatz entlang der Nazarethkirchstraße und im Bereich des Rathausumfeldes zweifach entlang der südwestlichen und nordöstlichen Fassade führt und somit eine Verbindung zum BeuthCampus schafft. Im Ideenteil zur Müllerstraße ist der Platz um den Gehwegbereich und die ehemalige Parkspur erweitert worden, als Belagsmaterial werden Betonplatten im Format 50 x 50 cm vorgesehen. Es werden zwei Querungsmöglichkeiten über die Müllerstraße angeboten. Im südlichen Ideenteil wird der Parkplatz zur Grünfläche, die Auflösung der Parkbuchten entlang der Genter Straße führt zu einem sehr großzügig bemessenen Gehweg. In der weiterführenden Limburger Straße wird ebenfalls die Parksituation neu geordnet, die Baumscheiben zu größeren Pflanzflächen erweitert. Die beiden seitlichen Promenaden unterstützen die weiten Sichtachsen, die nördliche Promenade erhält eine lange Holzsitzbank in der Flucht des Rathausaltbaus, der Verbindungsgang zwischen Rathausaltbau und -neubau wird zurückgebaut. Gestaltung und Nutzungen Auf der steinern gestalteten nördlichen Platzhälfte zieht sich der Plattenbelag von der Fassade des Rathausaltbaus bis an die Fassade der neuen Bibliothek. Die bisherige rasterartige Platzfläche liegt wie ein bodenbündiger Teppich eingebettet. Die Topografie des Platzes  wird abgeflacht, unter dem ehemaligen BVV-Saal verläuft eine Stufenanlage zur Überwindung der Höhensprünge. Sie verläuft nach Osten bündig in der Topografie. Auf der Platzfläche werden drei neue Hochbeete mit Bestandsbäumen (eine Platane, ein Schnurbaum sowie die Pappelgruppe) vorgesehen. Sie erhalten umlaufend Sitzkanten aus Beton und teilweise vorgelagerten Holzbänken. Die Außenfläche des Gastronomie-Pavillons ist durch Markierungsnägel ebenerdig markiert. Für die Kantine ist ein Außenbereich denkbar. Vor dem Bibliotheksneubau ist ein 36 qm großer Spielund Lesebereich aus beweglichen Sitzkuben, versehen

mit Texten auf ihrer Oberfläche vorgesehen. Bündig zur Fassade des Rathausneubaus wird eine modellierte Rasenfläche den südlichen Bereich des Rathausumfeldes bestimmen. Der Sockel des Hochhauses ist in die Modellierung mit einbezogen, die Höhenunterschiede betragen bis zu 1,50 m. Auf der Fläche stehen Baumsolitäre, teilweise aufgeastet, teilweise mit niedrigem Kronenansatz. Es werden große, skulpturale Sitzmöbel vorgeschlagen. Ein unbefestigter diagonal verlaufender Weg quer über die Wiese verbindet das Ende der Campus-Promenade mit der neuen Bibliothek. Die tiefer liegende Wiese ist gefasst von zwei breiten, flachen Stufen, der Stufenrand enthält partiell flache Rampen. Die Einfassung bildet den Übergang zu den von aufgeasteten Platanen überstellten 12 m breiten Promenaden. Hier werden Sitzbänke und insgesamt 40 m heckenartige Gehölzpflanzungen vorgeschlagen. Als Beleuchtung werden Leuchtstelen entlang der Promenaden und auf dem nördlichen Platzbereich zusätzlich LED-Punkte angeboten, die sich in Fortsetzung des Rastermaßes in dem Betonplattenbelag integrieren. Als Hinweis auf die Städtepartnerschaften des Wedding wird eine bodenbündige Infoplatte nördlich des ehemaligen BVVSaals entworfen. Der Gedenkstein ist in einem Hochbeet dargestellt. Fahrradstellplätze sind vor dem Rathausaltbau und im nördlichen Bereich des zweiten Bauabschnittes platziert. Sechs PKW-Stellplätze für Behinderte entstehen unter dem ehemaligen BVV-Saal. In der Erweiterungsfläche für den zweiten Bauabschnitt sind Ortbetonflächen vorgesehen, südwestlich der Bibliothek ist eine dreistufige, ca. 40 m lange hölzerne Tribünenkonstruktion entlang der Brandwand dargestellt. Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wir geringfügig überschritten •	 Der Müllstandort der Schiller-Bibliothek ist nicht dargestellt •	 Im Bereich des zweiten Bauabschnittes sind Ortbetonflächen verortet •	 Es sind nur 6 Behindertenstellplätze dargestellt •	 Die Zufahrt zu den Behindertenstellplätzen kreuzt den Eingangsbereich der Bibliothek •	 Das anfallende Regenwasser wird nördlich und südlich der Rasenfläche durch das Gefälle in die Grünanlagen geleitet •	 Im Bereich der Rigole ist ein Baum dargestellt

jörg stötzer Landschaftsarchitekten, Stuttgart | 2. Rundgang

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Kenndaten Realisierungsteil Gesamtfläche Versiegelte Fläche Teilversiegelte Fläche Unversiegelte Fläche Bestandsbäume Gesamt Bestandbäume gefällt Bäume Neupflanzung

Fläche m² / Anzahl 14.700 8620 537 5463 57 33 56

%* 100 59 4 37 100 58 +23

*

bis zu 1% Abweichung wurden toleriert.

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

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Leitidee Erkennen – Fügen – Verknüpfen. Vorhandenes Erkennen ist unsere wichtigste Aufgabe: Wir kennen viele städtische Räume, aber oft übersehen wir die typischen Details, Zusammenhänge und Kompensationen. Der Rathausplatz von Wedding wird durch die Gebäude der Sechziger Jahre geprägt. Gerahmt wird der Platz durch das alte Rathaus aus der Zeit der Weimarer Republik und durch den Neubau der zukünftigen Bibliothek. Dies bedeutet für die Freiraumgestaltung Einfachheit, Großzügigkeit und Prägnanz. Städtebauliche Einbindung Das Rathausumfeld wird über zwei an den Platzrändern angeordnete Erschließungsachsen mit dem Leopoldplatz und dem Beuth-Campus verknüpft. Zur Betonung dieser Verknüpfung wird die aus der Limburger Straße kommende doppelte Baumreihe als Platanenallee in der ehem. Limburger Straße fortgesetzt. Dort entsteht eine breite Promenade als Durchgangs- und Aufenthaltsraum, der Verbindungsgang zwischen Rathausalt- und -neubau wird entfernt. Für eine bessere Anbindung an den Leopoldplatz schlagen die Verfasser die Pflanzung von japanischen Schnurbäumen in der Müllerstraße auf der gegenüberliegenden Straßenseite vor (außerhalb des Wettbewerbsgebietes), der Mittelstreifen wird von einer Bepflanzung frei gehalten. Als weitere Markierung werden am Gehwegsrand (im Realisierungsteil) 3 m hohe LED Leuchtscheiben mit wechselnden Farbflächen senkrecht zur Fahrbahn platziert. Sie finden ihre Entsprechung auf dem schräg gegenüberliegenden Gehweg am Leopoldplatz (außerhalb des WB-Gebietes). Auf eine Gehwegvorstreckung an der Müllerstraße wird verzichtet. An der Genter Straße wird die Anbindung zur Beuth-Hochschule ebenfalls mit Leuchtscheiben auf beiden Straßenseiten markiert und durch diagonal verlaufende LED Lichtstreifen im Bodenbelag ergänzt. Die Fahrbahn wird aufgepflastert und der gesamte Bereich als Spielstraße mit Säulenhainbuchen gestaltet. Genutzt werden kann die Fläche auch für den örtlichen Wochenmarkt. Gestaltung und Nutzungen Das Wettbewerbsgebiet ist in eine befestigte Platzfläche mit großem Wasserbecken an der Müllerstraße, und einen baumbestandenen Pocket-Park im rückwärtigen Bereich unterteilt. Für die Platzfläche, Erschließungsachsen und die Spielstraße wird das vorhandene Kleinsteinpflaster aufgenommen und durchgehend verwendet. Der Gehwegbereich an der Müllerstraße wird ergänzend mit einem Band aus Betonplatten hergestellt. Zur Strukturierung der Platzfläche werden feine Linien in den Belag eingefügt. Die vorhandenen Hochbeete mit Platanen und Säulenpappeln werden entfernt und durch die hoch aufgeastete Platanenallee entlang der ehem. Limburger Straße ersetzt. Höhenunterschiede werden nivelliert oder durch ein leichtes Platzgefälle abgefangen. Ein rechteckiges Wasserbecken (40  cm Wassertiefe) befindet sich nordöstlich und unter dem ehem. BVV-Saal. Es besetzt einen großen

Teil der Platzfläche. Der Erschließungskern des Saals bleibt erhalten und ist über einen Steg erreichbar. Ein Holzdeck mit Schnurbäumen begleitet das Wasserbecken auf seiner südöstlichen Seite. Das bodenbündig eingebaute Deck steht einer gastronomischen Außennutzung zur Verfügung - auch nach Fertigstellung des 2. BA der Schiller-Bibliothek. Die nordöstliche Kante des Wasserbeckens ist von Sitzstufen mit Holzauflage gefasst. Das Wasserbecken ist hier als Flachwasserbereich (10 cm tief) ausgeformt. Drei große Sitzsofas werden auf der nordwestlichen Platzfläche angeboten, weitere Sitzbänke als Sitzlandschaft im gesamten Verlauf der Platanenallee. Fahrradstellplätze sind in Eingangsnähe am Rathausneubau, ehem. BVV-Saal und nördlich der Schiller-Bibliothek untergebracht. Der Baumbestand im südlichen Pocket-Park bleibt weitgehend erhalten und wird durch Bäume wie Linden, Eichen und Schnurbäume ergänzt. Der Gedenkstein wird auf der Wiesenfläche im Park neu platziert. Drei Wege erschließen die Wiesenfläche, sie ist multifunktional nutzbar. Zwei lange Sitzbänke sind den Wegeflächen zugeordnet. Weitere Bänke und leuchtende Sitzschlangen werden weiter nördlich in Richtung der Bibliothek angeboten. Als Zwischennutzung für die südliche Erweiterungsfläche des 2. BA schlagen die Verfasser vor einen Hain aus HybridPappeln anzulegen und mit Waldschmieden zu unterpflanzen. Im nördlichen Abschnitt des Hains sind 5  Behindertenstellplätze und ein Müllstandort untergebracht. 2 weitere Behindertenstellplätze liegen in Aufzugsnähe am Rathausneubau. Das Beleuchtungskonzept sieht Mastleuchten mit Platzstrahlern auf der nördlichen Platzfläche vor, LED Mastleuchten entlang von Wegeflächen. Holzbänke und Einbauten erhalten LED Streifen, LED Leuchtstreifen begleiten die Platanenallee, einzelne Baumgruppen werden durch Bodenstrahler betont und das Wasserbecken wird mit LED Schienen subtil beleuchtet. Realisierbarkeit •	 Der Kostenrahmen wird geringfügig überschritten •	 Die Behindertenstellplätze für die Bibliothek sind im südlichen Bereich des 2. BA verortet •	 Der die Wiese querende Feuerwehrweg ist mit 2 m Breite zu schmal; einzelne Bäume stehen zu dicht an den Erschließungswegen für die Ver- und Entsorgung •	 Das Wartehäuschen der BVG ist nicht dargestellt •	 Der Wegweiser der Partnerstädte ist nicht dargestellt •	 Im Bereich der Rigole sind Bäume dargestellt •	 Der Müllstandort des Cafés ist nicht dargestellt

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding | Ergebnisprotokoll

70

2.9	

Ergebnis der Bürgerveranstaltung

Am 17.6.2013 fand im Centre Francaise die Bürgerveranstaltung zum Wettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding statt. Geladen waren Bürger, Preisgericht und Sachverständige. Ablauf •	 •	 •	 •	 Ausstellung der Arbeiten ab 16 Uhr 19 Uhr: Vorstellung des Wettbewerbsgebietes und der Aufgabenstellung Vorstellung der eingereichten Beträge durch die Vorprüfung Diskussion der Entwürfe und Anmerkungen

Ergebnis •	 •	 •	 •	 •	 •	 •	 •	 •	 •	 •	 •	 •	 •	 •	 •	 •	 Berücksichtigung des Radverkehrs Planung von genügend Radabstellplätzen ausreichende Beleuchtung (keine Angsträume) Unterbringung der Müllflächen der Anrainer Sicherung der Unterhaltung & Berücksichtigung der Folgekosten / Haltbarkeit & geringe Kosten; Kann das Jobcenter Unterhaltungskosten übernehmen? (bspw. Wasserspiel) Gewährleistung der Sicherheitspflichten (Feuerwehrzufahrt etc.) Bezug zum Leopoldplatz Lesegärten mit offenem W-LAN (Fall-)Winde auf dem Platz direkt vor dem ehemaligen Rathausturm Berücksichtigung veränderter Besucherströme (Jobcenter, Bibliothek) Sichtbeziehung zum Bibliotheks-Neubau Ermöglichen von Veranstaltungen auf der vorderen Platzfläche beidseitige Einbeziehung der Müllerstraße Anbindung Beuth HS & Querung Genter Str. prüfen (z.B. Verengung, Aufpflasterung) keine Müllflächen in „Nische“ zwischen Bibliothek und Simit Evi Barrierefreiheit nicht in allen Entwürfen berücksichtigt (Umgang mit Topografie) keine Betonblöcke auf dem Platz, da z.T. schlechte Erfahrungen auf dem Leopoldplatz (Grafitti)

Das Ergebnis der Bürgerveranstaltung wurde dem Preisgericht am folgenden Tag vorgestellt.
        
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