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Auslobung

Full text: Auslobung

Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding

Berlin-Mitte
Nichtoffener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb

Auslobung

Nichtoffener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding Berlin-Mitte Auslobung

Herausgeber und Wettbewerbskoordination Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte Wettbewerbsausschreibung und Koordination des Verfahrens Bernard und Sattler Landschaftsarchitekten Monumentenstr. 33-34 10829 Berlin Titelbild Luftbild Wedding Bildflug 2009, Farbe Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Druck A+W Digitaldruck

Inhaltsverzeichnis
Anlass und Ziel ....................................................................................... 7
 Teil 1 Verfahren........................................................................................ 8
 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 1.7 1.8 1.9 1.10 1.11 1.12 1.13 1.14 1.15 1.16 1.17 1.18 1.19 Auslober, Bauherr und Verfahrenskoordination.............................. 8
 Art des Verfahrens .......................................................................... 8
 Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe ................................. 9
 Teilnahmeberechtigung................................................................... 9
 Preisgericht und Vorprüfung ......................................................... 10
 Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen........................................... 13
 Abgabe der Wettbewerbsarbeiten ................................................ 13
 Rückfragen .................................................................................... 14
 Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen ...................................... 14
 Geforderte Leistungen .................................................................. 14
 Beurteilungsverfahren und Vorprüfung ......................................... 16 
 Beurteilungskriterien ..................................................................... 17 
 Preise und Anerkennungen .......................................................... 17
 Weitere Bearbeitung ..................................................................... 18
 Eigentum und Urheberrecht .......................................................... 18
 Verfassererklärung ........................................................................ 18
 Bekanntgabe des Ergebnisses und Ausstellung der Arbeiten ...... 19
 Haftung und Rückgabe ................................................................. 19
 Zusammenfassung der Termine ................................................... 19


Teil 2 Situation und Planungsvorgaben.............................................. 21
 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 2.6 2.7 2.8 Städtebauliche Situation ............................................................... 21
 Historische Entwicklung ................................................................ 23
 Planerische Rahmenbedingungen ................................................ 30
 Weitere Planungen und Maßnahmen ........................................... 36
 Verkehrliche Rahmenbedingungen............................................... 40 
 Weitere Rahmenbedingungen ...................................................... 43
 Freiflächen im Umfeld ................................................................... 47
 Sicherheit im öffentlichen Raum ................................................... 47


Teil 3 Wettbewerbsaufgabe .................................................................. 48
 3.1 3.2 3.3 3.4 3.5 3.6 3.7 3.8 Übergeordnete Zielsetzungen....................................................... 48
 Charakter des Freiraumes und gestalterische Zielsetzung .......... 49
 Erschließung ................................................................................. 50
 Nutzung und Ausstattung .............................................................. 51 
 Sicherheit ...................................................................................... 53
 Gender Mainstreaming in der Freiraumplanung ........................... 54
 Barrierefreiheit............................................................................... 54
 Realisierung, Kostenrahmen, Wirtschaftlichkeit............................ 56


Teil 4 Anhang ......................................................................................... 56 
 4.1 Fotodokumentation ....................................................................... 56 


4.2 4.3 4.4 4.5 4.6 4.7

Zusammenfassung der Ergebnisse Bürgerbeteiligung ................. 60 
 Verfassererklärung ........................................................................ 61 
 Kostenformblatt ............................................................................. 62 
 Quellenverzeichnis ........................................................................ 63 
 Abbildungsverzeichnis .................................................................. 64 
 Digitale Anlagen ............................................................................ 65


Wettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding/Teil 1 Verfahren

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Anlass und Ziel
Gegenstand des Wettbewerbs ist die Neugestaltung der Freiflächen um das Rat­ haus Wedding sowie der unmittelbar angrenzenden Straßenräume im Aktiven Zentrum und Sanierungsgebiet Müllerstraße. Der in den 1960er Jahren im Zuge der Rathauserweiterung angelegte Rathausvorplatz an der Müllerstraße und die Grünbereiche im südwestlichen Teil des Platzes präsentieren sich derzeit intro­ vertiert und entsprechen in Bezug auf Erscheinungsbild, Ausstattung und Nutz­ barkeit nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Der Rathausplatz bildet gemeinsam mit dem nordöstlich gelegenen Leopoldplatz eine "Doppelplatzanlage". Beide Plätze stehen im Kernbereich der nordost­ südwestlichen Zentrumsachse, welche vom Campus Virchow-Klinikum, über den Campus Beuth-Hochschule und den Rathausplatz bis an den nördlichen Leo­ poldplatz verläuft. Diese Zentrumsachse wird aufgrund der dort verorteten Wis­ senschafts-, Bildungs-, Beratungs- und Kultureinrichtungen auch „Bildungsband“ genannt. Wesentliches Ziel des Wettbewerbs ist es, einen urbanen Platz als zentralen Identifikationsort und vielseitig nutzbare Grünflächen im Planungsgebiet zu schaf­ fen. Dazu gehören die Qualifizierung seiner Aufenthaltsbereiche für alle Genera­ tionen sowie die Anbindung des geplanten Neubaus der Schiller-Bibliothek (Mit­ telpunktbibliothek) an der süd-östlichen Seite des Platzes. Im Wettbewerbsgebiet sind attraktive Fuß- und Radwege zu entwickeln und die Anbindungen an den Campus Beuth-Hochschule und den Leopoldplatz zu optimieren. Grundlage der Auslobung sind zahlreiche vorangegangene Fachdiskussionen und Gutachten unter Einbeziehung von Bürgern und Anliegern. Zur Qualifizierung des Platzes stehen insgesamt 2,1 Mio. € für Planung und Rea­ lisierung zur Verfügung. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Bezirks Mitte. Die Realisierung der Freianlagen erfolgt nach Fertigstellung der Baumaßnahme 1. Bauabschnitt der Schiller-Bibliothek und sollte bis 2014 weitestgehend abge­ schlossen sein.

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Teil 1 Verfahren 1.1 Auslober, Bauherr und Verfahrenskoordination

Auslober Land Berlin, vertreten durch das Bezirksamt Mitte von Berlin in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Abt. II und Abt. IV. Bauherr Bezirksamt Mitte von Berlin Wettbewerbskoordination Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstr. 6 10179 Berlin Maria Rünz, II D 22 Tel.: +49 (0)30/9025-2021 Fax: +49 (0)30/9025-2533 E-mail: Maria.Ruenz@senstadtum.berlin.de Beauftragt mit Ausschreibung und Durchführung des Verfahrens Bernard und Sattler Landschaftsarchitekten Monumentenstr. 33-34 10829 Berlin T. 78 95 688-0 F. 78 95 688-29 E-mail: info@bernardsattler.de Informationstechnische Umsetzung Teilnehmerwettbewerb wa wettbewerbe aktuell Verlags GmbH Maximilianstraße 5 D - 79100 Freiburg i. Br. E-mail: verlag@wettbewerbe-aktuell.de Web: www.wa-journal.de

1.2

Art des Verfahrens

Die Ausschreibung erfolgt als nicht offener landschaftsplanerischer Realisie­ rungswettbewerb gemäß den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2008). Dem Wettbewerb war ein Bürgerbeteiligungsverfahren vorgeschaltet. Die Teil­ nehmer werden über einen Teilnehmerwettbewerb ermittelt. Eingebunden in das Verfahren ist eine öffentliche Bürgerveranstaltung in Form einer Präsentation der eingereichten Wettbewerbsarbeiten und Diskussion mit dem Preisgericht am Abend vor der Preisgerichtssitzung (vgl. Auslobung Pkt. 1.11). Das gesamte Verfahren ist bis zum Abschluss anonym. Kommunikation Die Wettbewerbssprache ist Deutsch. 
 Die Kommunikation mit den Teilnehmern erfolgt weitgehend über E-Mail. 


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1.3

Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe

Dem Wettbewerb liegen die Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2008) sowie das Rundschreiben SenStadt VI A Nr. 06/2009 (Einführung der RPW 2008) zugrunde, soweit nachstehend nichts anderes ausgeführt ist (s. www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuellTWettbewerbe/Grundlagen). Die Architektenkammer Berlin wirkt entsprechend der RPW 2008 vor, während und nach dem Wettbewerb beratend mit. Der Wettbewerb wird bei der Architek­ tenkammer Berlin unter der Registrier-Nr. AKB-2013-04 geführt. Einverständnis Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer und Gast erklärt sich durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren mit den vorliegenden Teil­ nahmebedingungen und der Anwendung der RPW 2008 einverstanden. Verlaut­ barungen jeder Art über Inhalt und Ablauf vor und während der Laufzeit des Wettbewerbsverfahrens, einschließlich der Veröffentlichung der Wettbewerbser­ gebnisse, dürfen nur über die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung - II D - ab­ gegeben werden. Datenschutz Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer, Gast und Auftrag­ nehmer willigt durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren ein, dass seine personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit o.g. Wettbewerb bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Form einer automatisierten Datei ge­ führt werden. Diese Einwilligung ist auf der Verfasser- bzw. auf der Zustim­ mungserklärung zu bestätigen. Eingetragen werden Name, Anschrift, Telefon, Bankverbindung, Beauftragung im Wettbewerb, Kammermitgliedschaft und Be­ rufsbezeichnung. Nach Abschluss des Verfahrens können auf Wunsch diese Daten gelöscht werden (durch Vermerk auf der Verfassererklärung). Gemäß § 6 des novellierten Datenschutzgesetzes ist die Einwilligung der Betrof­ fenen notwendig, da eine spezielle Rechtsgrundlage für die Führung dieser Datei fehlt.

1.4

Teilnahmeberechtigung

Zur Teilnahme am Wettbewerb wurden entsprechend der Ankündigung im EUAmtsblatt vom 11.12.2012 in einem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren (Teil­ nahmewettbewerb gemäß RPW und VOF) durch ein vom Preisgericht unabhän­ giges Auswahlgremium 25 Landschaftsarchitekten ausgewählt.

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1.5

Preisgericht und Vorprüfung
Martina Levin Landschaftsarchitektin, Berlin Axel Lohrer Landschaftsarchitekt, München Gabriele Pütz Landschaftsarchitektin, Berlin Albert Urig Architekt, Kaiserslautern

Fachpreisrichter/-innen 	

Stellvertretende Fachpreisrichter /-innen

Sebastian Hennemann Landschaftsarchitekt, Michendorf Frank von Bargen Landschaftsarchitekt, Berlin

Sachpreisrichter 	

Carsten Spallek Bezirksamt Mitte von Berlin, Abteilung Stadtentwicklung und Ordnung Christian Krüger Berliner Immobilienmanagement GmbH, Teamleiter Portfoliomanagement Ephraim Gothe Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Staatssekretär für Bauen und Wohnen

Stellvertretende Sachpreisrichter /-innen

Kristina Laduch Bezirksamt Mitte von Berlin, Abteilung Stadtentwicklung, Leiterin des Fachbereichs Stadtplanung Sabrina Glai BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, Portfoliomanagement Maria Berning Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Städtebauförderung/Stadterneuerung Sabine Krutzsch Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Städtebauförderung/Stadterneuerung

Sachverständige 	

René Plessow Bezirksamt Mitte von Berlin, Abteilung Stadtentwicklung, Fachbereich Stadtplanung

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Sachverständige	

Dr. Elke Pistorius/Claudia Jahns Bezirksamt Mitte von Berlin, Abteilung Stadtentwicklung, Fachbereich Stadtplanung Siegfried Dittrich 
 Bezirksamt Mitte von Berlin, 
 Tiefbau- und Landschaftsplanungsamt, 
 Gruppenleiter Kommunales Planungs- und Verkehrsmanagement 
 Stephan Lange 
 Bezirksamt Mitte von Berlin, 
 Amt für Planen und Genehmigen, Vorbereitende Bauleitplanung 
 Günter Reimann 
 Bezirksamt Mitte von Berlin, 
 Abteilung Stadtentwicklung, Fachbereich Denkmalschutz 
 Hans Walter/Wolfgang Leder 
 Bezirksamt Mitte von Berlin, 
 Tiefbau und Landschaftsplanungsamt 
 Stefan Rogge/Corinna Dernbach 
 Bezirksamt Mitte von Berlin, 
 Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Bibliotheken, 
 Leiter der Stadtbibliothek
 Michael Gleinig/Jacqueline Paetzelt Bezirksamt Mitte von Berlin, 
 Facility Management 
 Angelika Hofmann-Nickel/Bianka Franke 
 BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, 
 Baumanagement/Property Management 
 Michael Künzel/Thomas Eichhorn
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, 
 Flächennutzungsplanung und Stadtplanerische Konzepte 
 Silvia Topp/Joachim Bädelt/Ulrich Oeleker 
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, 
 Abteilung Hochbau, Referat 
 Stefan Bätz 
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, 
 Freiraumplanung Stadtgrün
 Peter Ostendorff/ Patrick-Michael Weiss
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, 
 Referat Wettbewerbe 
 Cagla Ilk 
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, 
 Beirat für frauenspezifische Belange 
 


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Sachverständige	

Ingeborg Stude/Meike Clasen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Barrierefreies Bauen Sybille Haseley Landesdenkmalamt Berlin Susanne Jahn/Nadine Fehlert/Karsten Scheffer Jahn, Mack & Partner Architektur und Stadtplanung Frank Mahlkow Jobcenter Ingrid Hermannsdörfer/Uwe Zeibig Landeskriminalamt Berlin, Städtebauliche Kriminalprävention Wulf Dornblut Polizeiabschnitt 35 Präventionsbeauftragter

Gäste 	

Prof. Dr. Hans W. Gerber Beuth-Hochschule für Technik, 1. Vizepräsident Peter Kever Architektenkammer Berlin N.N. Landeswettbewerbsausschuss Thomas Wibel/Christoph Kroll Stadtteilvertretung Müllerstraße Özlem Özmen-Eren Café Simit Evi Dr. Katia David Galerie Wedding Bernd Gellesch Marktbetreiber

Vorprüfung 	

Fabian Lux Bernard und Sattler Landschaftsarchitekten Katharina Schütze Landschaftsarchitektin wird bei Bedarf verstärkt

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1.6

Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen

Die Wettbewerbsunterlagen werden den ausgewählten Bewerbern im Zusam­ menhang mit einem Besichtigungstermin am 14.03.2013 um 10 Uhr übergeben. Kann ein Teilnehmer die Unterlagen nicht persönlich entgegennehmen, werden ihm die Auslobungsunterlagen am gleichen Tage per Post und per Mail zugesen­ det. Die Teilnehmer erhalten keine Reisekostenerstattung oder andere Vergütun­ gen vom Auslober.

1.7

Abgabe der Wettbewerbsarbeiten

Die Arbeiten sind am 21.05.2013 bis 16 Uhr bei der Senatsverwaltung für Stadt­ entwicklung - II D -, Brückenstraße 6, 10179 Berlin, Raum 4.026 abzugeben oder am selben Tag oder davor liegend per Post- oder Kurierdienst einzureichen. Die Wettbewerbspläne sind gerollt in einer eckigen Planverpackung abzuliefern. Bei Einreichung durch Post- oder Kurierdienst, ist eine Kopie des Aufgabebele­ ges in gleicher anonymisierter Weise wie die Arbeit selbst, mit der Kennziffer versehen, an den Auslober nachzusenden. Die Wettbewerbsarbeiten sind zur Wahrung der Anonymität in verschlossenem Zustand ohne Absender oder sonstigen Hinweis auf den Verfasser, aber mit der Kennzahl und dem Vermerk „Landschaftsplanerischer Wettbewerb Rathausplatz Wedding“ einzureichen. Bei Zustellung durch Post- oder Kurierdienst ist der Emp­ fänger als Absender anzugeben. Bei Einlieferung durch Post- oder Kurierdienst (porto- und zustellungsfrei für den Empfänger) gilt die Einlieferungsfrist als erfüllt, wenn der Aufgabestempel das Datum des 21.05.2013 oder eines davor liegenden Tages trägt. Der Verfasser trägt die Verantwortung, dass die geforderten Leistungen am 6. Tag nach Abga­ bedatum vorliegen. Arbeiten die später als den 27. Mai beim Empfänger eintref­ fen werden vom Verfahren ausgeschlossen. Der Verfasser selbst ist für die Lesbarkeit des Aufgabestempels auf der Sendung verantwortlich. Verspätet eingegangene Arbeiten, deren Aufgabestem­ pel/Aufgabebeleg fehlt, unleserlich oder unvollständig ist oder dessen Richtigkeit angezweifelt wird, werden vorbehaltlich des späteren Nachweises zeitgerechter Einlieferung, den der Teilnehmer zu erbringen hat, mitbeurteilt. Kennzeichnung der Arbeiten Die Wettbewerbsarbeiten sind in allen Stücken nur durch eine gleichlautende Kennzahl zu bezeichnen. Sie ist aus sechs arabischen Ziffern zu bilden und in einer Größe von 1 cm Höhe und 4 cm Breite auf jedem Blatt und Schriftstück in der rechten oberen Ecke anzubringen. Der Wettbewerbsverfasser hat die Verfassererklärung (siehe Anhang) mit seiner Anschrift in einem verschlossenen und undurchsichtigen Umschlag mit der glei­ chen Kennzahl abzugeben, mit der er seine Wettbewerbsarbeit gekennzeichnet hat. Dieser Umschlag ist gleichzeitig mit der Wettbewerbsarbeit abzugeben.

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1.8

Rückfragen

Rückfragen Schriftliche Rückfragen zur Auslobung können bis zum 08.04.2013 Uhr aus­ schließlich per E-Mail an folgende Adressen gesendet werden: info@bernardsattler.de cc: maria.ruenz@senstadtum.berlin.de Bei den Rückfragen ist auf die entsprechenden Teilziffern der Ausschreibung, auf
 die sie sich beziehen, Bezug zu nehmen. Die Rückfragen werden ggf. mit dem 
 Preisgericht bzw. den Sachverständigen erörtert. 
 Das Rückfragen-Protokoll wird Bestandteil der Auslobung. 


1.9

Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen

Unterlagen des Wettbewerbs sind: - die vorliegende Auslobung - die Zusammenstellung der Rückfragen und Antworten - CD-ROM mit digitalen Daten (siehe Auslobung 4.7). Hinweis Jeder Teilnehmer des Verfahrens verpflichtet sich, die vorliegenden digitalisierten Daten und Pläne nur für die Beteiligung am Verfahren zu nutzen. Daten, die im Rahmen der Bearbeitung als Zwischenprodukte anfallen und nicht an den Auslo­ ber abgegeben werden, sind nach Abschluss des Wettbewerbes zu löschen.

1.10 Geforderte Leistungen
Von den Teilnehmern werden folgende Leistungen erwartet: 1. 	 Lageplan städtebauliche Einbindung in die Umgebung, M 1:1000 2. 	 Gestaltungskonzept des Realisierungs- und Ideenteils mit Darstellung der Erschließung, der angrenzenden Straßenräume, Einbauten, Beleuchtung sowie Darstellung der Oberflächenbeschaffenheit M1:250 3. 	 Aussagekräftiger Ausschnitt des Bereichs Gastronomie-Pavillon nach Fertig­ stellung des 2. BA der Schiller-Bibliothek. Darstellungstiefe wie 2. M1:250 4. 	 Ein Schnitt in Nordost-Südwest Richtung, Schnittlinie parallel zum Rathaus­ neubau, M1:100 5. 	 Ein Schnitt in Nordwest-Südost Richtung, Schnittlinie parallel zum Rathaus­ neubau auf Höhe des Neubaus der Bibliothek und des ehemaligen BVVSaals, M1:100 6. 	 Ein aussagekräftiges Detail (Aufsicht) zur Verdeutlichung der Schnittstelle Rathausplatz/Gehwegbereich Müllerstraße, M1:50 7. 	 Eine räumliche Darstellung aus der Fußgängerperspektive 8. 	 Weitere erläuternde Darstellungen wie Piktogramme, Ansichten, Schnitte zur Veranschaulichung der Entwurfsidee sind möglich 9. 	 Prüfplan des Gestaltungs- und Nutzungskonzepts M 1:250 mit Angaben der notwendigen Maße bzw. Flächenangaben und Materialität

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10. Erläuterungsbericht (max. 3 DIN A4 Seiten) mit Erläuterung der Entwurfsidee, Angaben zur Ausstattung, der Material- und Pflanzenwahl sowie zum Um­ gang mit dem Bestand 11. Verkleinerung der Abgabepläne in DIN A3 12. Kostenermittlung auf beiliegendem Formblatt (Anhang 4.4) 13. Verzeichnis der eingereichten Unterlagen 14. Hängeplan 15. Verfassererklärung auf beiliegendem Formblatt (Anhang 4.3) Die aufgeführten geforderten Leistungen Nr. 1-15 sind in Papierform zu erbrin­ gen. Zusätzlich geforderte Leistungen in digitaler Form Zusätzlich sind folgende Leistungen in digitaler Form auf CD-ROM zu erbringen (für Vorprüfung, Ergebnisprotokoll und Veröffentlichung): -	 die Präsentationspläne als Windows-kompatible .tif-Dateien in einer Auflö­ sung von bevorzugt 300dpi -	 die Präsentationspläne als .pdf-Datei(en) mit eingebundenen Pixeldarstel­ lungen in einer Auflösung von bevorzugt 300dpi -	 der Prüfplan als Windows-kompatible .dxf- oder .dwg-Datei (AutoCAD 2000 oder tiefer) -	 Das ausgefüllte Formblatt (Kostenermittlung) als Windows-kompatible .xlsDatei (MS Excel) Hinweise zu den geforderten digitalen Leistungen „Offene“ Dateien aus Layout-Programmen (z.B. InDesign, QuarkExpress, Illustra­ tor etc.) können nicht berücksichtigt werden. Bildmaterial, das nicht im genannten Windows-kompatiblen .tif-Format vorliegt, kann nicht berücksichtigt werden. Die CD-ROM selbst trägt als Titel nur die sechsstellige Kennzahl, mit der auch die schriftlichen Pläne gekennzeichnet werden (z.B. 123456). Die einzelnen Da­ teien auf der CD-ROM müssen wie folgt benannt werden: Der erste Teil des Dateinamens ist die sechsstellige Kennzahl, danach folgt ein Unterstrich und anschließend der eigentliche Dateititel. Beispiele: -	 Lageplan: 123456_lageplan.tif -	 Vertiefungsbereich: 123456_vertiefungsbereich.tif In den Dateinamen dürfen keine Leer- und Sonderzeichen vorkommen. 
 Die CD-ROM ist für Mac- und Windows-kompatiblen PC zu erstellen. 
 Sollte dies aus technischen Gründen nicht möglich sein, dann ist die CD-ROM 
 zumindest für Windows-kompatiblen PC zu erstellen.
 Als verbindliche Form der Arbeit gilt der Papierausdruck. Allgemeine Hinweise Für die Präsentation der Wettbewerbsarbeiten stehen pro Arbeit zwei 2 m hohe Rolltafeln mit einer Hängefläche von 1,96 m (Breite) x 1,46 m (Höhe) zur Verfü­ gung. Jeder Teilnehmer darf nur eine Arbeit ohne Variante einreichen. Gemäß

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RPW 2008 §5 Absatz 2 werden Darstellungen, die über die in der Auslobung geforderten Leistungen hinausgehen oder gegen bindende Vorgaben des Auslo­ bers verstoßen, von der Vorprüfung ausgesondert. Farbige Darstellungen sowie erläuternde Skizzen sind zugelassen. Jeder Teilnehmer des Wettbewerbes verpflichtet sich, die vorliegenden digitali­ sierten Daten und Pläne nur für die Beteiligung am Wettbewerb zu nutzen. Daten, die im Rahmen der Bearbeitung als Zwischenprodukte anfallen und nicht an den Auslober abgegeben werden, sind nach Abschluss des Wettbewerbes zu lö­ schen. Ausschlusskriterien /Verstoß gegen bindende Vorgaben Die für die Wettbewerbsaufgabe verbindlichen Vorgaben werden im Sinne der Innovation und des Wettbewerbgedankens auf folgende grundsätzliche Anforde­ rungen begrenzt: - Es werden keine bindenden Vorgaben im Sinne der RPW 2008 § 5 Absatz 1 und § 6 Absatz 2 formuliert. Wettbewerbsbeiträge, die während der Laufzeit des Wettbewerbes veröffentlicht werden, verstoßen gegen die in § 1 Absatz 4 und § 6 Absatz 2 RPW 2008 gefor­ derte Anonymität und sind von der Beurteilung auszuschließen.

1.11 Beurteilungsverfahren und Vorprüfung
Das Beurteilungsverfahren ist unter § 6 Absatz 2 der RPW 2008 sowie in der Anlage IV dargestellt. Ergänzend gilt Folgendes: Die eingereichten Arbeiten wer­ den entsprechend RPW 2008, Anlage III vorgeprüft. Bei der Erfüllung dieser Auf­ gabe können die Sachverständigen zur Unterstützung der Vorprüfer hinzugezo­ gen werden. Am Abend vor dem Preisgericht werden die anonymisierten Arbeiten des Wettbewerbs in einer öffentlichen Veranstaltung in Anwesenheit des Preisge­ richts vorgestellt und diskutiert. Die Anwesenheit des Preisgerichts ist verbindlich. Die teilnehmenden Büros werden gebeten, an dieser Veranstaltung nicht teilzu­ nehmen, um die Anonymität der Entwurfsverfasser zu wahren. Das Preisgericht tagt am folgenden Tag in einer nicht öffentlichen Preisgerichtssitzung. Die Ergeb­ nisse der Vorprüfung werden dem Preisgericht als Entscheidungshilfe zur Verfü­ gung gestellt, die Beurteilung der Arbeiten bleibt dem Preisgericht vorbehalten.

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1.12 Beurteilungskriterien
Programmerfüllung - Teil 1, Verfahren Konzept - Leitidee, Grundstruktur - Raumidee und Verknüpfung - Flexibilität - Einbindung städtebauliches Umfeld und städtebauliche Planung - Orientierung und Erschließung - Umgang mit dem Bestand Gestaltung - Gestaltqualität - Vegetation - Material und Ausstattung Nutzungen - Räumlich-gestalterische und räumlich-funktionale Planung in Bezug auf unterschiedliche Nutzungsgruppen - Nutzbarkeit ohne Barrieren - Sicherheit und Transparenz Realisierbarkeit - Einhaltung des Kostenrahmens - Wirtschaftlichkeit in Bezug auf Folgekosten für Pflege und Unterhaltung - Nachhaltigkeit - Stufenweise Umsetzung

1.13 Preise und Anerkennungen
Die Wettbewerbssumme (RPW 2008 § 7 Absatz 2) ist auf der Basis des § 39 HOAI ermittelt. Für Preise und Anerkennungen stehen insgesamt 22.500 Euro zur Verfügung. 1. Preis 2. Preis 3. Preis 9.000 5.600 3.400 Euro Euro Euro

Drei Anerkennungen mit je 1.500 Euro Über die Preise und Anerkennungen hinaus ist eine Kostenerstattung nicht vor­ gesehen. Die Preise und Anerkennungen werden nach Entscheidung des Preis­ gerichts unter Ausschluss des Rechtsweges zugeteilt. Das Preisgericht kann einstimmig eine andere Verteilung beschließen oder Preisgruppen bilden. Die Mehrwertsteuer von derzeit 19 % ist in den genannten Beträgen nicht enthalten und wird den inländischen Teilnehmern zusätzlich ausgezahlt.

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1.14 Weitere Bearbeitung
Das Preisgericht gibt eine schriftliche Empfehlung für die weitere Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe. Bei der Umsetzung des Projekts wird unter Würdigung der Empfehlungen des Preisgerichts dem 1. Preisträger die weitere Bearbeitung der Aufgabe mindes­ tens mit den Leistungen 2, 3, 5 (und 4 soweit erforderlich) nach § 38 HOAI über­ tragen, sofern kein wichtiger Grund einer Beauftragung entgegensteht, insbeson­ dere soweit und sobald die dem Wettbewerb zugrunde liegende Aufgabe reali­ siert werden soll (RPW 2008 § 8 Absatz 2). Voraussetzung ist, dass die Ausfüh­ rung der ausgewählten Arbeit im Kostenrahmen möglich ist. Im Falle einer weiteren Bearbeitung werden durch den Wettbewerb bereits er­ brachte Leistungen des Wettbewerbsteilnehmers bis zur Höhe des zuerkannten Preises oder Anerkennung nicht erneut vergütet, wenn der Wettbewerbsentwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert der weiteren Bearbeitung zugrunde gelegt wird (RPW 2008 § 8 Absatz 2). Wenn vom Auftraggeber in begründeten Einzelfällen vom Votum des Preisge­ richts hinsichtlich der weiteren Beauftragung abgewichen wird, sind mit allen Preisträgern Verhandlungen über die Auftragsvergabe durchzuführen. Im Rahmen der weiteren Bearbeitung ist vorgesehen, eine Kinder- und Jugend­ beteiligung zur Konkretisierung der noch zu erarbeitenden Details durchzuführen.

1.15 Eigentum und Urheberrecht
Die eingereichten Unterlagen der mit Preisen ausgezeichneten und angekauften Wettbewerbsarbeiten werden Eigentum des Auslobers. Das Urheberrecht und das Recht der Veröffentlichung der Entwürfe bleiben dem Verfasser erhalten (RPW 2008 § 8 Absatz 3). Der Auslober ist berechtigt, die zur Beurteilung zugelassenen Arbeiten nach Ab­ schluss des Wettbewerbs ohne weitere Vergütung zu dokumentieren, auszustel­ len und (auch über Dritte) zu veröffentlichen. Die Namen der Verfasser werden dabei genannt.

1.16 Verfassererklärung
Durch ihre Unterschrift in der Verfassererklärung versichern die Wettbewerbsteil­ nehmer, dass sie die geistigen Urheber der Wettbewerbsarbeiten, gemäß den Wettbewerbsbedingungen teilnahmeberechtigt, mit einer Beauftragung zur weite­ ren Bearbeitung einverstanden und zur fach- und termingerechten Durchführung in der Lage sind. Zudem versichert der Verfasser mit seiner Unterschrift, dass er mit den Verfahrensbedingungen gemäß Teil 1 der Auslobung einverstanden ist.

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1.17 Bekanntgabe des Ergebnisses und Ausstellung der Arbeiten
Das Ergebnis des Wettbewerbs wird (unter Vorbehalt der Prüfung der Teilnah­ meberechtigung) den Teilnehmern, deren Arbeit mit einem Preis oder einer Aner­ kennung ausgezeichnet wird, unmittelbar nach der Entscheidung des Preisge­ richts mitgeteilt. Allen anderen wird das Ergebniss durch Übersendung des Preisgerichtsprotokolls mitgeteilt, der Öffentlichkeit über die Presse sowie im Internet unter: www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe. Die zur Beurteilung zugelassenen Wettbewerbsarbeiten werden mit den Namen der Verfasser, der Mitarbeiter und Sonderfachleute, den Preisen und Anerken­ nungen, der Aufnahme in die engere Wahl und dem Preisgerichtsprotokoll öffent­ lich ausgestellt. Eröffnung, Ort und Dauer der Ausstellung werden den Wettbe­ werbsteilnehmern und der Presse bekannt gegeben (RPW 2008 § 8 Absatz 1).

1.18 Haftung und Rückgabe
Für die Beschädigung oder den Verlust der eingereichten Arbeiten haftet der Auslober nur im Fall nachweisbar schuldhaften Verhaltens. Die nicht prämierten Arbeiten von in Berlin ansässigen Teilnehmern können zu einem Zeitpunkt, der ihnen rechtzeitig mitgeteilt wird, bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ­ II D - abgeholt werden. Sind diese Arbeiten, trotz einer Erinnerung sechs Wochen nach dem genannten Termin nicht abgeholt worden, so geht der Auslober davon aus, dass die betreffenden Teilnehmer das Eigentum an ihren Arbeiten aufgege­ ben haben und wird dann mit diesen Arbeiten nach seinem Belieben verfahren. Im Übrigen erfolgt die Rücksendung der nicht prämierten Arbeiten von Teilneh­ mern, die nicht in Berlin ansässig sind, nur dann, wenn die Arbeiten in transport­ gerechter und wieder verwendbarer Verpackung eingereicht wurden.

1.19 Zusammenfassung der Termine
Ortbesichtigung und Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen Rückfragen schriftlich per E-Mail bis Rückfragen-Beantwortung schriftlich per E-Mail Abgabe der Arbeiten Öffentlicher Teil des Preisgerichts: Bürgerveranstaltung Nichtöffentlicher Teil: Sitzung des Preisgerichts Ausstellung der Arbeiten voraussichtlich 14. März 2013 08. April 2013 15. April 2013 21. Mai 2013 17. Juni 2013 18. Juni 2013 Ende Juni 2013

Wettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding/Teil 1 Verfahren

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Wettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding/Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Teil 2 Situation und Planungsvorgaben 2.1 Städtebauliche Situation

Lage im Stadtraum Das Wettbewerbsgebiet befindet sich im Ortsteil Wedding des Bezirkes Berlin-Mitte, nördlich der Berliner Innenstadt. Es liegt an der Müllerstraße, der Verlängerung der Friedrich- und Chausseestraße, einer wichtigen und stark befahrenen Ausfallstraße Richtung Norden.

Abb. 01 Schwarzplan mit Wettbewerbsgebiet

Der Stadtteil Wedding ist größtenteils durch gründerzeitliche Blockrand­ bebauung geprägt. Demgegenüber ist das Wettbewerbsgebiet Teil eines Freiraumkontinuums mit solitären Bauwerken (alte und neue Nazareth­ kirche, Rathausneubau, Campus Beuth-Hochschule, Campus VirchowKlinikum). Die größten Freiflächen des Ortsteils (Volkspark Rehberge, Schillerpark) befinden sich nördlich und außerhalb des unmittelbaren Einzugsbereiches des Wettbewerbsgebietes. Der Nutzungsdruck auf Rathausplatz und Leopoldplatz - die beiden zentralen Plätze im Quartier ist überdurchschnittlich hoch. Im Umfeld des Wettbewerbsgebietes findet sich ein Nutzungsmix aus Wohnen, Verwaltung, Kultur, Bildung, Dienstleistung und Einzelhandel. Daraus resultiert eine große Bandbreite an unterschiedlichsten Ansprü­ chen und Anforderungen an die Freiflächen.

Wettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding/Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Abb. 02 Übersicht Wedding, ohne Maßstab

Abb. 03 Übersicht näheres Umfeld, ohne Maßstab

Wettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding/Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Wettbewerbsgebiet Das Wettbewerbsgebiet hat eine Größe von insgesamt ca. 18.000 qm. Es umfasst einen Realisierungsteil (14.700 qm), der zwischen der Müller­ straße im Nordosten, der Genter Straße im Südwesten, dem alten Rat­ haus (in der Folge Rathausaltbau genannt) im Nordwesten, die Brandwände der Wohnbebauung und der Fassade der neuen SchillerBibliothek im Südosten liegt, sowie einen Ideenteil (3300 qm) mit dem Gehweg- und Straßenbereich an der Genter Straße/Übergang zur Lim­ burger Straße sowie der potentiellen Gehwegvorstreckung zur Müller­ straße. Das Rathausumfeld, in der Folge Rathausplatz genannt, unterteilt sich derzeit in einen urbanen Rathausvorplatz an der Müllerstraße und einen Grünbereich im südöstlichen und südwestlichen Teil des Platzes. An der Genter Straße ist ein Teil der Platzfläche derzeit als Parkplatz genutzt.

Abb. 04 Wettbewerbsgebiet

Eigentumsverhältnisse Alle Flächen im Wettbewerbsgebiet befinden sich im Eigentum des Landes Berlin, jedoch in unterschiedlichen Fach- und Sondervermögen.

2.2

Historische Entwicklung

Das Gebiet um den Rathausplatz befindet sich im historischen Ursprungs­ bereich Weddings. 1251 beurkundeten Spandauer Nonnen deren Kauf auf dem Gebiet eines Dorfes, welches „Weddinge“ hieß. Diese erste Siedlung „Weddinge“ fiel bereits im 13. Jahrhundert brach. In den folgenden Jahr­

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hunderten entstand an diesem Ort die Berliner Stadtheide mit Kiefern und Eichenbewuchs. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts begann die erneute Bewirtschaftung durch die Anlage eines Gutshofs (1603) nördlich des heu­ tigen Nettelbeckplatzes (Reinickendorferstraße/ Ecke Pankstraße). Ab 1730 wurde die Stadtheide abgeholzt, um den steigenden Holzbedarf der rasch wachsenden Stadt Berlin zu decken. Zurück blieben Brachen, die zur Besiedlung freigegeben wurden. Die ersten Kolonistenhäuser wur­ den Ende des 18. Jahrhunderts im Bereich des heutigen Weddingplatzes (Müllerstraße/Höhe Fennstraße) errichtet.

Abb. 05 Überlagerung Stadtgrundriß1800+1985 (siehe dig. Anlagen)

Prägend für die Müllerstraße ist das Ende des 18. Jahrhunderts. Die abge­ holzte Stadtheide führte zu einer günstigen Lage für Windmühlen. Im Jahr 1827 waren bereits 25 Mühlen vorhanden, was der ehemaligen „Straße nach Tegel“ bzw. „Straße nach Hamburg“ zu ihrem neuen Namen „Müller­ straße“ verhalf. Die weiter wachsende Stadt Berlin so wie die zunehmende Industrialisierung bedeuteten 1880 das Ende des Mühlenbetriebs. Städtebauliche Entwicklung 1861 wurde der Wedding nach Berlin eingemeindet, ein Jahr später wurde der „Hobrechtplan“ vorgelegt. Dieser sollte als Fluchtlinienplan die Führung von Ring- und Ausfallstraßen und die Bebauung der Städte Berlin, Charlot­ tenburg und fünf umgebender Gemeinden für die kommenden fünfzig Jah­ re regeln. Der Hobrechtplan ist auch heute noch gut im Berliner Stadtbild ablesbar. Hingegen sind die früheren Besiedlungsphasen vor 1880 nicht mehr in der Baustruktur zu erleben. Allein die Stellung der alten Nazareth­ kirche auf dem vorderen Leopoldplatz verweist auf die ehemals offene Bauweise ohne Ausrichtung auf die Straßenführung.

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Abb. 06 Ausschnitt Hobrechtplan 1862

Industrielle Randwanderung Mitte des 19. Jahrhunderts profitierte der Wedding von der „industriellen Randwanderung“. Hier gab es noch ausreichend große Grundstücke für die Erweiterungswünsche von ursprünglich in der Innenstadt gegründeten Betrieben. Die Industrialisierung sorgte für einen Einwohnerboom. 1850 zählte der Wedding um die 6.000 Einwohner, 1875 waren es mehr als 45.000 Bewohner. Der Bezirk Wedding wurde zu einem Arbeiterviertel mit Anfangs überwiegend männlichen Bewohnern. Dies führte auch dazu, dass Teile des Bezirkes zu Vergnügungsvierteln wurden. Auch entlang der Müllerstraße entstanden in diesem Zeitraum zahlreiche Kinos, Geschäfte, Cafés, Kneipen und ein fester Rummelplatz, der in den 20er Jahren auf dem Grundstück des alten Weddinger Rathauses betrieben wurde. Historischer Wissenschafts- und Bildungsstandort Zwischen 1899-1906 entstand im südwestlichen Wedding ein städtisches Krankenhaus mit ursprünglich 50 freistehenden Gebäuden in Pavillonbau­ weise. Das als Gartenstadt konzipierte Krankenhaus wurde 1906 in "Vir­ chow Klinikum" umbenannt und gehört heute zur Berliner Charité. Unge­ fähr zur selben Zeit wurden das Robert-Koch-Institut und das Institut für Zuckerindustrie an der Seestraße gegründet. Gemeinsam mit den zwi­ schen 1907-1909 an der Limburger Straße errichteten Gebäuden der In­ genieurschule Beuth und der Gaußschule entstand ein großer Bildungsund Wissenschaftskomplex. Aus der Ingenieurschule Beuth und der Gaußschule entstand 1971 die Technische Fachhochschule Berlin (TFH), die 2009 wiederum in "Beuth-Hochschule für Technik" umbenannt wurde. Die Hochschule ist auch heute noch wichtiger Akteur an der Müllerstraße. Mit

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derzeit ca. 9.000 Studierenden birgt sie ein Potential neuer Kunden und Mieter im Quartier. Die geplante Erweiterung der Hochschule soll die Stu­ dentenzahl auf 11.000 anwachsen lassen. Verkehrsentwicklung Der Bezirk Wedding befand sich schon früh in einer verkehrsgünstigen Lage, nachdem der Spandauer Schifffahrtskanal sowie der Nordhafen an der südlichen Bezirksgrenze errichtet wurden (1848-59). Mit der Eröffnung des Bahnhof Wedding an der Müllerstraße - ca. 500 m südöstlich des Wettbewerbsgebietes - erhielt der Bezirk im Jahre 1872 Anschluss an die Ringbahn. Es folgten das U-Bahnnetz mit der Linie 6 (1923) und Linie 9 (1961), deren Linien sich am U-Bahnhof Leopoldplatz kreuzen. In den 60er Jahren begannen die Alliierten mit dem zivilen Flugverkehr auf dem nord­ westlich des Bezirks liegenden Flughafen Tegel. Mit dem Bau des heutigen Flughafengebäudes (1965-1973) wurde auch die Stadtautobahn (A100) bis zur Seestraße hin verlängert (1973). Geschichte des Wettbewerbsareals von Beginn des 20 Jh. bis heute Auf dem Wettbewerbsgebiet befand sich ein fester Rummelplatz. In den 1920er Jahren war dieser fester Bestandteil des Vergnügungsviertels Mül­ lerstraße und beliebter städtischer Treffpunkt. Mit der Zusammenlegung der Stadtteile Wedding, Gesundbrunnen, östli­ che Oranienburger und westliche Rosenthaler Vorstadt zum Bezirk Wed­ ding entstanden wichtige Verwaltungsgebäude. Darunter auch das Wed­ dinger Rathaus (nordwestliche Grenze des Wettbewerbsgebietes), das zwischen 1928 und 1930 nach den Plänen des Architekten Friedrich Hell­ wig an der Müllerstraße 146 errichtet wurde. Das Weddinger Rathaus (in der Folge Rathausaltbau genannt) wurde ohne repräsentativen Vorbau oder Rathausturm direkt in die Flucht des benachbarten Gebäudes, ge­ stellt.

Abb. 07 Foto Rathausaltbau, 1940er

Nach dem Krieg wurde die Freifläche neben dem Rathaus (Wettbewerbs­ gebiet) zunächst als Marktfläche genutzt, 1951 dann nach Plänen des da­ maligen Gartenamtsleiters Günther Rieke zu einer Grünanlage umgestal­

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tet. Der Platz wurde als rechteckige Rasenfläche mit Blumenbeeten und einem umlaufenden Weg angelegt. Unter den 3 Säulenpappeln, die in den 1929 Jahren gepflanzt wurden, war bis 1964 eine Dianastatue aus dem zerstörten Humboldthain aufgestellt. Der Erweiterungsbau, der zwischen 1964-66 nach den Plänen von Fritz Bornemann errichtet wurde, war deut­ lich hinter die Gebäudeflucht zurückversetzt und bildete dadurch einen Vorplatz aus. Dieser Erweiterungsbau (in der Folge Rathausneubau ge­ nannt), ein freistehendes Hochhaus mit einem vorgelagerten Pavillon, zeig­ te das neue Selbstverständnis des Bezirks, der in den Jahren des Wirt­ schaftswunders prosperierte. Ein weiterer Pavillon entstand wenige Jahre später an der Müllerstraße. Im Zuge dieser Baumaßnahme wurde die Lim­ burger Straße im Abschnitt des Rathausplatzes entwidmet und für den PKW-Verkehr gesperrt. Der Rathausaltbau und Rathausneubau sind an dieser Stelle durch eine verglaste Fußgängerüberführung im 1. OG mitein­ ander verbunden.

Abb. 08 Rathausneubau mit Umfeld (1966)

Im Zuge des Rathauserweiterung der 1960er Jahre erfuhr auch das Um­ feld eine Neugestaltung. Der Entwurf einer kombinierten Platz- und Grün­ anlage vom damaligen Weddinger Gartenamtsdirektor Johannes Plonsker setzte auf orthogonale Formen im Vorplatzbereich und die Einbettung der Neubauten in eine funktional erschlossene Grünfläche. Zur Müllerstraße orientiert sich der eigentliche Rathausvorplatz als große gepflasterte Flä­ che mit geometrisch angeordneten Hochbeeten, Sitzgelegenheiten, einem Findling als Denkmal für die Weddinger Opfer des Nationalsozialismus sowie einem Wasserbecken, das später aber aus Kostengründen zu einem Hochbeet umfunktioniert wurde. Die Säulenpappeln wurden in die Gestal­ tung integriert. Ergänzend wurden auf dem Platz und dem Rathausumfeld Solitäre, Baumgruppen und -reihen gepflanzt. In Material- und Farbwahl sowie Proportionen und Orthogonalität bezog sich Plonsker klar auf die Architektur Bornemanns.

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Abb. 09 Gartenplan Plonsker 1963-66 (siehe dig. Anlagen)

2001 wurden im Zuge der Verwaltungsreform die Ortsteile Mitte, Gesund­ brunnen, Moabit, Tiergarten und Wedding zu einem neuen Verwaltungsbe­ zirk Mitte zusammengeschlossen. Im Zuge dieser Reform wurde auch der bezirkliche Bürgermeistersitz und die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) ins Rathaus Tiergarten an der Turmstraße verlegt. Die administrati­ ve Bedeutung des Weddinger Standortes sank, ging aber nicht gänzlich verloren. Im Rathausaltbau verbleiben auch künftig die Abteilungen: Stadt­ entwicklungsamt, Bauaufsicht, Sozialamt, Vergabestelle, Sitz des Stadtra­ tes für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Ordnung. Der Rathaus­ neubau beherbergt zur Zeit nur noch das Bürgeramt im EG. Nach beende­ ter Sanierung (vsl. 2014) wird das Gebäude durch das Jobcenter Mitte genutzt. Aktuelle Platzgestaltung und Nutzung des Wettbewerbsgebiet Der Rathausplatz behielt seine Struktur von Mitte der 1960er Jahren bis in die Gegenwart im Wesentlichen bei. Allerdings ist die Klarheit des ur­ sprünglichen Konzepts heute nicht mehr erkennbar. Immer mehr Poller, Ketten, Schilder, Zäune und andere Ausstattungselemente, sind in den Jahrzehnten hinzugekommen und haben ästhetisch wie auch funktional zu Qualitätsverlusten geführt. Der Aufwuchs zahlreicher Laubgehölze und Sträucher verstärken den heute unbefriedigenden Gesamteindruck. Während der Rathausvorplatz an der Müllerstraße intensiv genutzt wird, erscheinen die Grünanlagen insgesamt unübersichtlich und wenig einla­ dend.

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Abb. 10 Schrägluftbild mit Blick auf die Genter Straße, 60er Jahre

Platzfläche Nordost Im Laufe der Jahre wurde die Gestaltung des Vorplatzes in den bestehen­ den Strukturen mehrfach verändert. Pflanzflächen, Ausstattungselemente wie auch Einfassungen sind in die Jahre gekommen. Die Klarheit des ur­ sprünglichen Konzeptes von Plonsker ist kaum noch zu erkennen. Der ehemalige Brunnen, der sich nördlich des Haupteingangs des Rathaus­ neubaus befand wurde schon vor Jahren stillgelegt. Die Hochbeeteinfas­ sungen entlang des Rathausaltbaus sind durch den Druck der ausgewach­ senen Platanen inzwischen stark beschädigt. Der Außenbereich des Gast­ ronomie-Pavillons (Pächter heute: Restaurant Simit Evi) wurden mit Zäu­ nen und Hecken eingefasst und präsentieren sich heute eher introvertiert. Platzfläche Südwest Die südliche, von Vegetation geprägte Platzfläche hat auch deutlich an ihrer ursprünglichen Klarheit verloren. Neupflanzungen, Wildwuchs und ausgewachsene Strauchpflanzungen verhindern Blickbezüge und schaffen zusätzlich Angsträume. Parkplatz An der Genter Straße befindet sich im Bereich des Rathausplatzes bis hinauf zur Ostender Straße ein 16 m breiter betonierter Parkplatz. Zwei mal wöchentlich findet auf dem Abschnitt nördlich des Wettbewerbsgebie­ tes ein Markt statt. Die Genter Straße ist eine durchschnittlich befahrene Anliegerstraße. Im Abschnitt des Ideenteils ist sie geprägt durch Straßenbäume und einen hohen Stellplatzanteil (Quer- und Längsparker). Anlieger und Nutzer Der Rathausplatz ist zentraler Passagen- und Aufenthaltsraum sowohl für die Kunden der Müllerstraße als auch für die Anwohner des westlich an­ grenzenden Quartiers. Als Nutzer des Platzes sind darüber hinaus die Besucher der Schiller-Bibliothek im ehem. BVV-Saal und des Bürgeramtes zu nennen. Wichtiger Anlieger am Platz ist neben dem Simit Evi (Gastro­ nomie-Pavillon) die Galerie Wedding, die sich im EG des Rathausaltbaus befindet.

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Der Platz ist aber auch Treffpunkt der lokalen Trinker- und Drogenszene sowie Schlafplatz für Obdachlose. Die künftigen Hauptnutzer werden neben den Bibliotheksbesuchern (Neu­ bau Schiller-Bibliothek) die Kunden des Jobcenters sein, das voraussicht­ lich 2014 in den bis dahin sanierten Rathausneubau ziehen wird. Des wei­ teren erhofft sich der Auslober durch die Umgestaltung des Rathausplatzes vermehrt zusätzliche Nutzergruppen zu gewinnen (Anwohner jeden Alters, Studenten, Angestellte, etc.).

2.3

Planerische Rahmenbedingungen

Flächennutzungsplan (FNP) Der FNP dient der vorbereitenden kommunalen Bauleitplanung. Im Berliner Flächennutzungsplan in der Fassung der Neubekanntmachung vom 12. November 2009 sind für das Stadtgebiet um den Rathausplatz entlang der Müllerstraße gemischte Bauflächen mit einer hohen Einzelhandelskonzent­ ration ausgewiesen. Der übrige Planungsbereich ist als Wohnbaufläche ausgewiesen.

Abb. 11 FNP (siehe dig. Anlagen)

Landschaftsprogramm Das Landschaftsprogramm vom 19.07.1994 in Ergänzung vom Juni 2004 wurde auf Grundlage des Berliner Naturschutzgesetzes flächendeckend für Berlin aufgestellt. In Karten, Text und Begründung sind die Ziele und Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege für das Land Berlin dargestellt. Landschaftsprogramm einschließlich Artenschutzpro­ gramm und der Flächennutzungsplan sind aufeinander bezogen und er­ gänzen einander. Die mit dem Landschaftsprogramm zum Ausdruck kom­ menden Belange werden in die Abwägungsprozesse mit einbezogen.

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Teilplan Erholung und Freiraumnutzung Der Bereich um den Rathausplatz ist insgesamt als Wohnquartier einge­ stuft, das mit öffentlichen Freiflächen stark unterversorgt ist. Es werden unter anderem die Erhöhung der Nutzungsmöglichkeiten und der Aufent­ haltsqualität vorhandener Freiräume und Infrastrukturflächen und eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Straßenraum als Zielsetzung ge­ nannt. Bereichsentwicklungsplanung Bezirk Mitte (BEP) 2004 Die Bezirksentwicklungsplanung (BEP) gehört zu den städtebaulichen Planungen, die von den Berliner Bezirken in eigener Verantwortung aufge­ stellt werden. Die BEP steht in der Berliner Planungssystematik zwischen der gesamtstädtischen Flächennutzungsplanung (FNP) und dem rechts­ verbindlichen Bebauungsplan. Die BEP stellt die Nutzungsstruktur der Bauflächen generalisiert auf Block­ ebene dar. Ferner sind die Verkehrs- und Grünflächen, sowie die kommu­ nale soziale Infrastruktur grundstücksscharf dargestellt. Im Fusionsbezirk Mitte wurden die ehemals fünf BEP-Teilbereiche zusammengefasst und zu einer Bezirksentwicklungsplanung weiter entwickelt. Der BEP 2004 Mitte folgt sechs Leitbildthesen: 1. Städtebauliche und soziale Maßnahmen zur Sicherung des Wohnstand­ ortes Mitte 2. Integration und Verflechtung der haupt- und gesamtstädtischen Nut­ zungsareale 3. Abbau infrastruktureller und sozialstruktureller Mängel und Konflikte 4. Sicherung und Entwicklung gewerblicher Bauflächen und gewerblich produktiver Bestandstrukturen 5. Sicherung, Verbesserung und Entwicklung der naturräumlichen Struktu­ ren und Ressourcen sowie Beseitigung von Umweltbelastungen 6. Gezielte Bevorzugung des ÖPNV sowie des Fuß- und Radverkehrs. Die bezirkliche Bereichsentwicklungsplanung stellt den Realisierungsteil des Wettbewerbsgebietes als Gemeinbedarfsfläche „Öffentliche Verwaltung, Kultur“ dar. Ebenfalls dieser Kategorie zugehörig ist der Campus der Beuth-Hochschule. Der überwiegende Teil der Blöcke in der Umgebung des Wettbewerbsgebiets sind als allgemeines Wohngebiet W1 angegeben, der Bereich Müllerstraße als Kerngebiet. Im Text der BEP Mitte ist für den ehemaligen Bezirk Wedding in der Kate­ gorie öffentliche Grün- und Freiflächen ein Defizit von insgesamt rd. 125 ha errechnet worden. Neben dem Erhalt und der Aufwertung vorhandener Flächen ist daher die Neuanlage stadtteilbezogener öffentlicher Grün- und Freiflächen als Zielsetzung weiterzuverfolgen.

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Fachplanung Grün- und Freiflächen des Bezirks Mitte Der Fachplan Grün- und Freiflächen sieht im Bereich Leopoldplatz / Rat­ hausplatz / Beuth-Hochschule Grünverbindungen vor, die von übergeord­ neter Bedeutung sind und der Vernetzung der Grünflächen dienen. Denkmalschutz Denkmalbereich Müllerstraße 146/147 Die Grundstücke Müllerstraße 146 und Müllerstraße 147 sind mit der Nummer 09030306 als „Denkmalbereich (Gesamtanlage)“ in der Berliner Denkmalliste eingetragen. Der Listentext lautet: Müllerstraße 146/147, Rathaus Wedding, 1925-30 von Friedrich Hellwig, mit Bezirksverordne­ tensaal, 1964-66 von Fritz Bornemann.

Abb. 12 Denkmalkarte_FIS

Die umgebenden Freiflächen sowie das Hochhaus und der gastronomisch genutzte Pavillon an der Müllerstraße sind Bestandteile dieses Denkmalbe­ reiches, jedoch keine Baudenkmale. Die Freianlagen enthalten jedoch nach Einschätzung der unteren Denkmalbehörde historisch wertvolle Ele­ mente. Dazu zählen die rasterförmige Struktur des Platzes, der wertvolle Baumbestand sowie das noch vorhandene Wasserbecken (vgl. dig. Anlage 56). Baudenkmal Rathaus Wedding Das blockhaft schlichte, mit roten Klinkern verkleidete Gebäude gehört zu den wenigen kommunalen Bauten, die in Berlin während der Weimarer Re­ publik entstanden. Friedrich Hellwig ließ sich konsequent von der Archi­ tektur der Neuen Sachlichkeit leiten. Die nüchterne Fassade wird durch gleichmäßig angeordnete Rechteckfenster gegliedert.

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Abb. 13 Rathausaltbau von der Müllerstraße (2009)

Baudenkmal ehem. BVV-Saal Der ehemalige BVV-Saal gehört zu den herausragenden Beispielen der modernen Nachkriegsarchitektur. Der kubische von Betonstützen getra­ gene Bau von Fritz Bornemann soll den Gedanken einer transparenten Demokratie vermitteln. Drei Seitenwände sind vollständig verglast; lediglich die Südseite weist eine geschlossene Wand aus Waschbetonelementen auf. Der Zugang erfolgt intern über einen Verbindungsgang im Hochparter­ re des Rathausneubaus sowie über einen 2006 errichteten Zugang am Rathausvorplatz..

Abb. 14 ehem. BVV-Saal vom Rathausvorplatz (2009)

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Vorbereitende Untersuchungen Berlin Mitte-Müllerstraße (Stand 2010) Der Senat von Berlin hat im März 2009 den Beginn der vorbereitenden Un­ tersuchungen für das Gebiet Müllerstraße beschlossen. Die vorbereitenden Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch (BauGB) bilden für die Se­ natsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Referat Stadterneuerung (IV C) eine Beurteilungsgrundlage, auf deren Basis über Einsatz, Art und Umfang eines integrierten Stadterneuerungsverfahrens für das Gebiet Mül­ lerstraße entschieden werden kann bzw. ob die mögliche Anwendung der §§ 136 ff BauGB (Besonderes Städtebaurecht) geeignet sind, die dort vor­ handenen Probleme zu lösen und dieses Gebiet nachhaltig in seiner Funkti­ on zu stärken. Die Untersuchungen im Gebiet Müllerstraße haben ergeben, dass die Anwendung der §§ 136 ff BauGB (Baugesetzbuch, Besonderes Städtebaurecht) geeignet sind. Das im Rahmen der Vorbereitenden Untersuchungen erstellte integrierte Entwicklungskonzept wurde aus dem Wettbewerbsbeitrag des Bezirksam­ tes Mitte für das Programm Aktive Zentren entwickelt. Die daraus hervorgehenden Entwicklungsziele sind:  Entwicklung der Einkaufsstraße mit neuem Profil als Hauptzentrum mit überörtlicher Bedeutung  Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Müllerstraße 	 Gestalterische und funktionale Verbesserung der Doppelplatzanla­ ge - Rathausvorplatz und Leopoldplatz - und des Campus der Beuth-Hochschule (Bildungsband), neues und altes Rathaus mit Erweiterung der Schiller- Bibliothek als zentralen Bereich 	 Aufwertung der Eingangsbereiche ins Zentrum durch Projekte mit eindeutiger Identifikationswirkung  Ertüchtigung des öffentlichen Raumes  Stärkung der fußläufigen Erreichbarkeit und der überörtlichen Radwegeverbindungen 
  Unterstützung weiterer Bildungsschwerpunkte im Gebiet 


Entwicklungskonzept „Aktives Zentrum und Sanierungsgebiet Wed­ ding-Müllerstraße“ (Jahn, Mack & Partner 2012). Mit der 12. Rechtsver­ ordnung über die förmliche Festlegung von Sanierungsgebieten im Land Berlin vom 15.3.2011 wurde auch das im Rahmen der Vorbereitenden Untersuchungen 2009 erarbeitete integrierte Entwicklungskonzept für das Aktive Zentrum und Sanierungsgebiet Wedding- Müllerstraße beschlossen. Für den zentralen Bereich (Rathausplatz/Leopoldplatz) wurden folgende Entwicklungsziele formuliert:      Aufwertung und Umbau des zentralen Doppelplatzes Unterstützung identitätsstiftender Einrichtungen Aufwertung der Müllerstraße als Einkaufsstraße und Hauptzentrum Anbindung des Beuth Campus an die Müllerstr. und das Wohnen Ausbau der Schiller-Bibliothek und Stärkung/Ergänzung der vor­ handenen Infrastrukturstandorte

Das Entwicklungskonzept stellt das "Herzstück" des zentralen Bereiches mit seinen unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten, deutlich her­ aus.

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Der Rathausplatz stellt die Verbindung zwischen der Müllerstraße und Campus Beuth- Hochschule her. Das Entwicklungskonzept formuliert, auf­ grund der überwiegend im Bereich Bildung tätigen Anlieger (SchillerBibliothek, Galerie Wedding, Campus Beuth, Bürgeramt bzw. später Job­ center), als Leitbild: „Informationsplattform mit Aufenthaltsqualität“.

Abb. 15 Leitbild Rahmen- und Entwicklungsplan (2012)

Beteiligungsverfahren Im Rahmen der Vorbereitung des Wettbewerbes hat ein umfangreiches Verfahren zur Anwohner- und Anliegerbeteiligung stattgefunden (Befra­ gungen, Interviews, öffentliche Planungswerkstatt), um Ideen zur Nutzung und Gestaltung des Platzes zu sammeln und diese bereits grob auf dem Platz zu verorten. Sie haben in Teilen, als konsensuale Anregungen Ein­ gang in die Auslobung gefunden. Das Ergebnisprotokoll des Beteiligungs­ verfahrens ist in der Anlage 4.2 angeführt. Verkehrs- und Gestaltungskonzept Müllerstraße Für die Müllerstraße, wurde in den Jahren 2010/2011 ein Verkehrs- und Gestaltungskonzept erarbeitet. Die Müllerstraße soll durch die Neugestal­ tung der Gehweg- und Seitenbereiche, die Einrichtung eines Radfahrstrei­ fens, verbesserten Querungsmöglichkeiten und die Neugestaltung des Mittelstreifens in den nächsten Jahren attraktiver und verkehrssicherer gestaltet werden. Für das Nebennetz westlich der Müllerstraße wurden ebenfalls Vorschläge erarbeitet. Auf dem Abschnitt Rathausplatz ist eine teilweise Gehwegvorstreckung vorgesehen. Ziel ist die Verdeutlichung des Platzbereiches in der Wahrnehmung im Straßenverlauf der Müllerstraße und die Stärkung des Bezugs zum Leopoldplatz.

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Bebauungsplan (B-Plan) Anlass für die Aufstellung des Bebauungsplans III-46-1 ist die dringlich erforderliche und möglichst kurzfristig umzusetzende Erweiterung und Neuorganisation des bestehenden Bibliothekstandortes der SchillerBibliothek zu einer Mittelpunktbibliothek. Das Bezirksamt Mitte von Berlin beabsichtigt die Zusammenlegung dezentraler Bibliotheksstandorte zu einer Mittelpunktbibliothek mit langfristiger Option zur Realisierung einer Bezirkszentralbibliothek am Standort der jetzigen Schiller-Bibliothek (BVVSaal) und im Bereich des Rathausstandortes Müllerstraße.

Abb. 16 B-Plan III-46-1 (siehe dig. Anlagen)

2.4

Weitere Planungen und Maßnahmen

Neubau Schiller-Bibliothek Seit 2006 ist die Schiller-Bibliothek im ehemaligen BVV-Saal des Rathau­ ses Wedding untergebracht. Die derzeitig genutzte Fläche von ca. 300 m² ist nicht ausreichend, um den Bedarf an Bibliotheksflächen im Stadtteil abzudecken. Deshalb ist der Ausbau zu einer Mittelpunktsbibliothek mit 1.780 m² Programmfläche bei gleichzeitiger Aufgabe anderer Bibliotheks­ standorte sowie die spätere mögliche Erweiterung zu einer Bezirkszentral­ bibliothek mit insgesamt 6.500 m² Hauptnutzfläche geplant (1.BA). Der Ausbau soll auch die anerkannten Bedarfe für Kinder und Jugendliche im Einzugsbereich abdecken, im Bereich der Jugendbibliothek soll hier künftig ein Schwerpunkt gesetzt werden. Die Schiller-Bibliothek soll über die herkömmlichen Angebote einer Biblio­ thek hinaus Treffpunkt für die Nutzer sein und entsprechende Angebote machen – „Die Bibliothek als Wohnzimmer der Stadt“. Es werden überwie­ gend Freihand- und Lesebereiche bzw. Informationsbereiche angeboten, jeweils ergänzt mit Orientierung zum Außenraum hin: im Bereich der Er­

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wachsenenbibliothek durch eine Leselounge, im Bereich der Jugendbiblio­ thek durch ein Jugendbistro.

Abb. 17 Modell 1. + 2. BA Neue Schiller-Bibliothek, AV1 Architekten

Die Bibliothek soll an 6 Tagen und für 54 Öffnungsstunden pro Woche geöffnet sein, d.h. pro Jahr 300 Öffnungstage mit angestrebten 200.000 Besuchen (mit 300.000 Entleihungen von Medien). Später mit der Erweite­ rung zur Bezirkszentralbibliothek (2.BA)soll das Angebot an 6 Tagen auf 60 Wochenstunden mit angestrebten Entleihungen von 1.000.000 erweitert werden. Aus dem 2011 ausgelobten Realisierungswettbewerb ging das Architektur­ büro AV1 aus Kaiserslautern als Sieger hervor. Der Wettbewerbsentwurf sieht einen kompakten, länglichen 4­ geschossigen Baukörper entlang der fensterlosen und geschlossenen Brandwand von der Müllerstraße bis Genter Straße vor. Das oberste Ge­ schoss wird als Staffelgeschoss ausgebildet. Im Erdgeschoss definiert ein Rücksprung in der Fassade die Eingangssituation. Das allseitig und bis zum Bodenniveau verglaste Erdgeschoss verzahnt das Foyer, die an­ schließenden Flächen der Kinderbibliothek und einen Veranstaltungsraum unmittelbar mit den angrenzenden Freiflächen. Neben der Funktion als Eingangsbereich mit Serviceleistungen für alle Nutzergruppen soll das EG primär von der Altersgruppe der Kleinkinder und Erstleser genutzt werden. In den Obergeschossen wechseln sich Fassadenbänder aus niedrigen, geschlossenen Brüstungsflächen und größeren, verglasten Flächen in den Lesesälen der Erwachsenenbibliothek im 1. OG und der Jugendbibliothek (13-25 jährige Kinder und junge Erwachsene) im 2. OG ab. Im 3. OG be­ finden sich die Räume der Bibliotheksverwaltung. Die verglasten Flächen erhalten einen Rhythmus aus Wechsel von unter­ schiedlichen erkerartigen, fest verglasten Vorsprüngen und flächenbündi­ gen semitransparenten Öffnungselementen. Die Nebenzone mit ihren an den Kopfenden liegenden Erschließungskernen bildet mit ihren verglasten

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Fassaden jeweils eine „Lichtfuge“ zwischen der bestehenden Brandwand und den Bibliotheksebenen.

Abb. 18 Visualisierung 1.BA Schiller-Bibliothek von der Müllerstraße; AV1 Architekten

Das Entwurfskonzept sieht einen hellen metallenen Baukörper mit dunkle­ ren verglasten Erkerflächen vor. Für den Neubau Schillerbibliothek ist eine Erweiterung in Form eines 2. Bauabschnitts angedacht. Hierfür wird der Baukörper des 1. Bauabschnitts in Längsrichtung, mit gleichbleibender Gebäudetiefe, bis an die Grenzen zu Müller- und Genter Straße erweitert (Baugrenze siehe B-Plan in den digitalen Anlagen). Der Gastronomie-Pavillon würde dann entfallen, künftig wird in den Neubau ein Café integriert. Masterplanung Beuth-Hochschule Unter Federführung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Um­ welt haben das Bezirksamt Mitte von Berlin und die Beuth-Hochschule für Technik Berlin einen strategischen Masterplan für die Standortentwicklung der Beuth-Hochschule für Technik Berlin erarbeitet, der im Frühjahr 2013 vom Berliner Senat beschlossen werden soll. Verfasser der Planung ist die Arbeitsgemeinschaft Behles & Jochimsen Architekten GmbH, BulwienGesa AG und Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH. Neben einem strategischen Konzept für die Standortentwicklung der Beuth-Hochschule beinhaltet der Masterplan auch konzeptionelle Überle­ gungen zur stärkeren Anbindung der Hochschule an die Müllerstraße und Betonung des „Bildungsbandes“ zwischen dem Charité Campus VirchowKlinikum, der Beuth-Hochschule und der Schiller-Bibliothek am Rathausplatz. Die stärkere stadträumliche Wahrnehmung der Hochschule und des „Bildungsbandes“ ist für die Entwicklung des gesamten Quartiers von we­ sentlicher Bedeutung. Die Aussagen des Masterplans stellen eine Empfehlung für den Wettbe­ werb dar.

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Städtebauliche Zielsetzung Der Masterplan Beuth-Hochschule hat sich für den Campus an der Lu­ xemburger Straße u.a. das Ziel, eine bessere räumliche und funktionale Anbindung an die angrenzenden Quartiere und insbesondere an das "Bil­ dungsband" Richtung Müllerstraße zu erreichen. Dies soll durch eine Viel­ zahl von Einzelmaßnahmen erfolgen. Freiräume innerhalb des Campusge­ ländes und der näheren Umgebung sollen im Sinne des Gesamtkonzeptes umgestaltet und besser verknüpft werden, notwendige bauliche Ergänzun­ gen sollen auf dem Campusgelände für eine Verdichtung und Stärkung der baulichen Struktur sorgen. Gegenstand des Masterplanes sind u.a. die Aufwertung Rathausplatz, Genter Straße und Limburger Straße.

Abb. 19 Masterplanung Beuth-Hochschule 2012 (siehe dig. Anlagen)

Rathausplatz Der Rathausplatz soll, als vielseitig nutzbarer, städtischer Freiraum zwi­ schen Rathaus, Jobcenter und Bibliothek wiederbelebt werden. Vorgese­ hen ist, ihn als von der Müllerstraße bis zur Genter Straße durchgehenden, im Norden eher steinernen, im Süden eher grün geprägten Platz auszubil­ den. Die gesamte Platzfläche wird offen und barrierefrei gestaltet, über­ standen von einzelnen, locker angeordneten Baumgruppen. Auf diese Weise sollen die Eingangssituationen der öffentlichen Gebäude herausge­ stellt und die Wegebeziehung von Nordost nach Südwest gestärkt werden. Der Rathausplatz wird zu einem wichtigen stadträumlichen Bindeglied zwi­ schen Müllerstraße und Leopoldplatz im Norden sowie Genter Straße und dem Campus der Beuth-Hochschule für Technik im Süden. Als solches bildet er einen zentralen Baustein des Bildungsbandes, das sich vom Leo­ poldplatz über den Campus der Beuth Hochschule für Technik bis zum Virchow- Klinikum erstreckt. Genter Straße Die Querung der Genter Straße vom Rathausplatz zum Campus soll durch Aufpflasterungen der Straße auf der gesamten Breite des Rathausplatzes verkehrsberuhigt und gleichzeitig barrierefrei umgestaltet werden. Der ru­

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hende Verkehr wird in diesem Bereich herausgenommen. Dadurch wird der Fußgängerübergang im Verlauf des Bildungsbandes aufgewertet und optisch verdeutlicht. Limburger Straße Die Limburger Straße wird in ihrer Funktion als Teil des Bildungsbandes zu einer Promenade ausgebildet und stellt eine attraktive fußläufige Verbin­ dung zwischen Rathausplatz, Beuth-Campus und Virchow-Klinikum am Augustenburger Platz her. Zugleich ist sie das Rückgrat des Campus: Sie schafft einen räumlichen Zusammenhalt auf dem Campus und verknüpft ihn mit den angrenzenden Stadträumen. Für die Aufwertung der Limburger Straße werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen: Zur Stärkung der Fußgängererschließung wird der Straßenquerschnitt modifiziert; durch die beidseitige Umstellung von Quer- auf Längsparken werden breitere Geh­ weg mit mehr Platz für die Straßenbäume ermöglicht. Im Bereich des Campus - zwischen Haus Grashof und Haus Beuth - bleibt die Straße für den Individualverkehr gesperrt und steht nur für die Anlieferung der BeuthHochschule für Technik zur Verfügung. Der Querschnitt der Limburger Straße wird niveaugleich zum Gehweg ausgebildet, um den räumlichen Zusammenhalt und die fußläufige Verbindung auf dem Campus zu verbes­ sern. Umgestaltung Zeppelinplatz mit Straßenraum Limburger Straße und Vorfeld Beuth Hochschule Für 2014 ist die Erarbeitung eines Gestaltungskonzepts für den Straßenraum Limburger Straße und den Zeppelinplatz auf Grundlage der Ergeb­ nisse dieses Wettbewerbs geplant. Die Aspekte der Sichtbarmachung der Bildungsinfrastruktur im öffentlichen Raum bzw. die Entwicklung einer Idee, wie sich das Thema Bildung im öffentlichen Raum erlebbar wider­ spiegeln kann, stellt für diesen Raum und damit auch das Wettbewerbsge­ biet eine Hauptaufgabe dar.

2.5

Verkehrliche Rahmenbedingungen

Definition des Straßennetzes, wichtige Knoten Die Müllerstraße ist eine der Hauptverbindungsstraßen zwischen dem his­ torischen Berliner Stadtkern, der Friedrichstraße und dem Norden Berlins. Der StEP Verkehr (2003) „Übergeordnetes Straßennetz Bestand" definiert die Müllerstraße als großräumige Straßenverbindung der Stufe I. Die Stra­ ße verzeichnet im südlichen Bereich zwischen Fennstraße und Triftstraße eine tägliche durchschnittliche Verkehrsmenge zwischen 30.000 und 40.000 Kfz. Die künftige Verkehrsplanung (StEP Planung 2015) sieht vor, die Verkehrsbelastung der Müllerstraße zu senken – Herabstufung in eine übergeordnete Hauptverkehrsstraße (Stufe II). Im Gegenzug soll die Seestraße/Osloer Straße von Stufe II auf Stufe I heraufgestuft werden. Einen wichtigen Verkehrsknoten bildet die Müllerstraße an der Kreuzung mit der Luxemburger Straße/Schulstraße. Diese verbindet den Wedding über den Westhafen mit der City West und den Zoologischen Garten. Sie weist eine tägliche durchschnittliche Verkehrsmenge zwischen 20.000 und 30.000 Kfz auf.

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Übergeordnete Erschließung Das Wettbewerbsgrundstück erstreckt sich zwischen der Müllerstraße im Nordosten und Genter Straße im Südwesten. Die Müllerstraße ist eine der wichtigen Ausfallstraßen in Richtung Tegel/Oranienburg. Die Genter Stra­ ße verläuft zwischen der Luxemburger Straße und der Seestraße parallel zur Müllerstraße und dient als Erschließungsstraße für das angrenzende Wohngebiet, die Beuth-Hochschule sowie das Rathaus. Erschließung des Wettbewerbsgrundstücks Das Wettbewerbsgrundstück wird heute sowohl von der Müllerstraße als auch der Genter Straße erschlossen. Die V e r - und E n ts o r gu n g e r fo lg t d e rz e it über die Genter Straße, Rettungswege sind über Genter- und Müllerstraße angebunden. Die Behindertenstellplätze auf dem Rathaus­ vorplatz sind derzeit über die Müllerstraße angebunden. Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) Unter der Müllerstraße verläuft die U-Bahnlinie U6 (Alt-Tegel/Alt- Marien­ dorf), die das Areal mit der Friedrichstraße verbindet. Diese wird am Leo­ poldplatz gekreuzt durch die U-Bahnlinie U9 (Osloer Straße/Rathaus Steg­ litz), die die Verbindung zum Zoologischen Garten herstellt. Zahlreiche Metrobusse und Buslinien (Haltestelle Rathaus Wedding: Linie 120, Halte­ stelle U Leopoldplatz: Linien 147, 221, 247 und 327) binden den Standort sehr gut in den Stadtteil ein. Ruhender Verkehr Der Bereich Müllerstraße hat als Einkaufsstraße, Wohnort und Sitz des Bezirksamtes eine hohe Nachfrage an Parkraum. In der Müllerstraße selbst werden Stellplätze auf je einem Parkstreifen pro Richtung werktags durch eine Parkscheibenregelung (1 Stunde) für Kurzparker freigehalten. Der Bedarf an Anwohnerparkplätzen konkurriert hier mit dem Bedarf an Kundenparkplätzen. Es steht eine hohe Anzahl an öffentlich zugänglichen privaten Stellplätzen zur Verfügung. In der Genter Straße im rückwärtigen Bereich des Rathausumfeldes befin­ det sich ein großer Parkplatz. Dieser wird vornehmlich durch die Mitarbei­ ter der Verwaltung und die Besucher des Bürgeramtes und der SchillerBibliothek genutzt. Zudem findet auf dem nördlichen Abschnitt 2-mal wö­ chentlich Markt statt. Für Markttage ist eine besondere Parkregelung für Händler eingerichtet (mittwochs und samstags ist auf einem Teil des Park­ platzes Parkverbot zw. 7.00 und 19.00 Uhr). Fahrradverkehr Auf Höhe des Rathauses ist der Fahrradverkehr in der Müller- wie in der Genter Straße auf der Fahrbahn integriert. Täglich fahren 2.000-2.300 Radfahrer durch die Müllerstraße. Untersuchungen zeigen, dass die Mehr­ zahl der Radfahrer die Müllerstraße und weniger die Radrouten durch den Brüsseler Kiez nutzen. Durch die fehlenden Radwege entlang der Straße besteht dort eine erhöhte Unfallgefahr. Deshalb sollen in der Müllerstraße extra ausgewiesene Radfahrstreifen eingerichtet werden. Partiell erfolgt schon heute Querungsverkehr über das Wettbewerbsgebiet über die bestehenden nordwestlichen Wegeverbindungen sowie entlang der Brandwände im Südosten.

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Abb. 20 ÖPNV und Fußgänger

Fußgängerverkehr Die Müllerstraße weist als Einkaufsstraße im Abschnitt Rathaus- und Leo­ poldplatz hohe Fußgängerfrequenzen auf. Dagegen sind die Gehwege von Genter- und Limburger Straße als Wohnstraßen eher niedrig frequentiert. Allerdings finden hier Fußgängerbewegungen vom und zum Campus Beuth-Hochschule statt. Zwei wichtige Wegeverbindungen zwischen Müllerstraße und Genter Stra­ ße verlaufen im Wettbewerbsgebiet. Sie liegen im Nordosten entlang der ehemaligen Limburger Straße sowie entlang der Brandwände im Südos­ ten und verbinden die Beuth-Hochschule angrenzenden Wohngebiete mit dem Leopoldplatz, der Müllerstraße und seinen Einrichtungen bzw. Nah­ verkehrsangeboten. Die Wege werden derzeit hauptsächlich von Anwoh­ nern und Studenten genutzt.

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2.6

Weitere Rahmenbedingungen

Topographie, Boden und Grundwasser Zwischen der Müllerstraße (+37.10 nN) und der Genter Straße (+36.20nN) besteht ein Höhenunterschied von rund 1 m. Der Rathausvorplatz hinge­ gen ist relativ waagerecht, mit Tiefpunkten in der Platzmitte, was dazu führt, dass zwischen Rathausvorplatz und dem Rathausaltbau ein wach­ sender Niveauunterschied vorhanden ist, der am Platz durch Hochbeete abgefangen und mittels Rampen überwunden wird. Des Weiteren ist der abgesenkte Bereich unter dem ehem. BVV-Saal zu nennen. Im Bereich der Rasenmodellierung sind Höhen von bis zu +38,96 nN. zu finden. Das Wettbewerbsgebiet liegt im Talsandbereich des jungpleistozänen Warschau-Berliner Urstromtals, das durch die Hochflächen der Grundmo­ ränenplatten des Barnim im Norden und des Teltow im Süden begrenzt wird. Der oberflächennahe Schichtaufbau besteht im Allgemeinen aus mehrere Meter mächtigen glazifuviatilen Sanden. Aktuelle Baugrunduntersuchungen liegen nicht vor. Im Zuge des Neu­ baus der Rathaus-Erweiterung wurden jedoch punktuell Bohrungen durch­ geführt. Diese weisen unter einer ca. 50 cm starken Schicht mit Auffüllun­ gen und Bauschutt überwiegend fein- bis mittelkörnige Sande, partiell auch grobkörnige Sande auf. Das Grundwasser des Hauptgrundwasserleiters steht im Grundstücksbe­ reich in ungespanntem Zustand an. Die Grundwasserdruckhöhe entspricht der Grundwasseroberfläche. Die Ermittlung der Grundwasserstände beruht auf der flächenhaften Interpolation von Grundwasserstandswerten, die an Messstellen in der Umgebung des Grundstücks seit dem Jahr 1953 festge­ stellt wurden. Der aus diesen beobachteten Werten für das Grundstück interpolierte höchste Grundwasserstand (HGW) trat im Jahr 2008 auf und betrug ca. +32,2 m nN. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass vor der Aufnahme der Messreihen der Grundwasserspiegel höher angestiegen war. Im Juli 2009 lag der aktuelle Grundwasserstand im Grundstücksbe­ reich bei etwa +31,8 m nN.

Abb. 21 Luftbild, 2009

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Umweltbelastung Die Lärm- und Abgasbelastung der öffentlichen Räume durch den Stra­ ßenverkehr wirkt sich negativ auf die Aufenthaltsqualität des nördlichen Rathausplatze aus. Weitere Umweltproblematiken sind nicht bekannt. Vegetationsbestand Auf dem städtisch geprägten nördlichen Platzbereich befinden sich zahlrei­ che Hochbeete mit Stauden und Gehölzen, deren Bepflanzung allerdings nicht mehr der ursprünglichen Konzeption aus den 1960er Jahren entspre­ chen. Der südwestliche Teil der Anlage besteht aus von Gehölzen bestan­ denen Rasenbereichen die partiell als Rasenhügel modelliert sind. Die Achse der ehemaligen Limburger Straße wird durch eine Platanenreihe markiert. Im Bereich der Parkplätze an der Genter Straße sind Straßen begleitende Bäume vorhanden.

Abb. 22 Biotopkarte, 2009

Der Rathausvorplatz weist losen Solitärbaumbestand auf. Die Säulenpap­ pel aus den 1920er Jahren wurden nach Erkrankung 1989 gefällt und 1991 durch Neupflanzungen ersetzt. 2009 wurde eine Biotopkartierung durchge­ führt, die rund 70 Solitärbäume verzeichnet. Eine aktuelle Beurteilung der Vitalität der Gehölze durch das Grünflächenamt hat ergeben, dass ein Großteil des Baumbestandes erhebliche Schädigungen aufweist die einen Erhalt zumindest in Frage stellen. Weitere Gehölze, die sich z.B. in Hoch­ beeten befinden könnten nicht gehalten werden, wenn man die Einfassung beseitigt. Die betroffenen Gehölze können der Baumliste und einer modifi­ zierten Fassung der Biotopkarte entnommen werden (siehe dig. Anlage 15a). Es gilt die Verordnung zum Schutz des Baumbestandes in Berlin (Baum­ schutzverordnung – BaumschVO), zuletzt geändert durch die 4. Verord­ nung zur Änderung der BaumschVO vom 05.10.2007. Leitungen Gemäß der im Rahmen der Voruntersuchung erfolgten Leitungsabfragen und den textlichen und zeichnerischen Aussagen im StEP Ver- und Ent­

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sorgung ist das Untersuchungsgebiet Müllerstraße flächendeckend mit allen wesentlichen Medien versorgt. Strom Stromleitungen verlaufen in den Gehwegbereichen der Müller- und Genter Straße sowie im Bereich der Limburger Straße, die im Zuge des Erweite­ rungsbaus in den 1960ern im Abschnitt zwischen Müllerstraße und Genter Straße entwidmet wurde. Parallel zu der ehem. Limburger Straße verläuft eine weitere Leitung unter dem Rathausvorplatz und der angrenzenden Grünfläche. Eine Starkstromtrasse (110kV) befindet sich unter dem Geh­ weg an der südöstlichen Platzkante. Diese Trasse darf nicht überbaut wer­ den oder andere schwere Lasten aufnehmen. Das Trafohäuschen zwi­ schen Gastronomie-Pavillon und Brandwand steht nicht zur Disposition. Fernwärme Entlang der Müllerstraße verläuft eine Fernwärmeleitung im Gehwegbe­ reich; eine Stichleitung führt zum Gastronomie-Pavillon im Südosten. In der Achse der ehemaligen Limburger Straße verläuft eine Leitung zwi­ schen Müllerstraße und Genter Straße, die eine Stichleitung zur Versor­ gung des Rathaus-Erweiterungsbaus aufweist. Erdgas Niederdruckleitungen verlaufen sowohl entlang der Müllerstraße und der Genter Straße als auch im Verlauf der ehemaligen Limburger Straße. Trinkwasserversorgung Im Gehwegsbereich an der Müllerstraße verläuft eine Trinkwasserversor­ gungsleitung. Abwasser Mischkanäle verlaufen entlang der Müllerstraße auch in der Achse der e­ hemaligen Limburger Straße und zwar beidseits jeweils unter den ehema­ ligen Gehwegen. Oberflächen und Ausstattung Die befestigten Flächen im Wettbewerbsgebiet bestehen aus unterschied­ lichen Materialien. Die große Platzfläche an der Müllerstraße wird aus or­ thogonal im Raster verlegten dunkelgrauen Betonplatten sowie Kalkstein­ mosaikpflaster gebildet. Großsteinpflaster aus Granit befestigen die abge­ senkte Fläche unter dem ehemaligen Saal der Bezirksverordnetenver­ sammlung (in der Folge ehem. BVV-Saal genannt), sowie den mittleren Weg, der von der Genter Straße zum ehem. BVV-Saal führt. Der südöstli­ che Verbindungsweg zwischen Müller- und Genter Straße ist aus wasser­ gebundener Decke hergestellt. Die Gehwege an Müller- und Genter Straße, ebenso der Gehweg, der entlang der nordwestlichen Platzkante verläuft bestehen aus Betonplatten und Mosaikpflaster. Treppen, Wangen und Mauern im Bereich der Neubauten sind aus Waschbeton gefertigt, ebenso wie die Hochbeeteinfassungen. Mit Ausnahme der Pflasterwege sind sämt­ liche Beläge mit Betontiefborden eingefasst. Der Parkplatz an der Genter Straße ist mit großformatigen Ortbetonfeldern befestigt. Der Rathausvorplatz ist mit zahlreichen Bänken, Abfallbehältern, Pollern und Absperrketten bestückt. Ein Gedenkstein in Form eines Findlings mit Gedenktafel im Hochbeet an der nordwestlichen Platzkante erinnert an die

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Weddinger Opfer des Nationalsozialismus. Ein Wegweiser im Beet an der Müllerstraße weist auf Weddinger Partnerstädte hin. Zudem befinden sich im Übergang des Platzes zum Gehweg Müllerstraße Fahnenmaste sowie eine Informationstafel des Bürgeramtes. Die Terrasse des GastronomiePavillons umläuft ein Zaun mit Thuja-Hecke. Rasen- und Pflanzbereiche sind partiell mit kniehohen Stahlmattenzäunen eingefriedet. Der Rathaus­ vorplatz, Mittelweg sowie der nordwestlicher Gehwege sind derzeit be­ leuchtet.

Abb. 23 Hochbeet mit Findlingen und dem Partnerstädteschild an der Müllerstraße

Abb. 24 Ausstattungselemente auf dem Rathausvorplatz

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2.7

Freiflächen im Umfeld

Zu den Platz- und Grünflächen in der näheren Umgebung zählen der un­ mittelbar benachbarte Leopoldplatz, der Franz-Josef-Metzger-Platz sowie der Zeppelinplatz. Hinter dem Alten Rathaus befindet sich ein öffentlicher Spielplatz. Der Grünzug Leopoldplatz und Rathausplatz setzt im Umfeld des Beuth Campus bis zum Augustenburger Platz fort.

Abb. 25 Grünflächen im Umfeld (Grundlage FIS Broker)

2.8

Sicherheit im öffentlichen Raum

Der Ortsteil Wedding liegt hinsichtlich der Gefährdung durch Straftaten insgesamt über dem Berliner Durchschnitt. Die Gegend um den Leopoldplatz und den Rathausplatz sind Treffpunkte für die Weddinger Trinkerund Drogenszene. Die Konflikte auf dem Leopoldplatz haben zu einer Viel­ zahl an Initiativen (Runder Tisch Leopoldplatz, Team Leo/ Straßensozial­ arbeit, Trinkraum "Knorke" etc.) und bürgerlichem Engagement mit vielen positiven Ergebnissen geführt. Teilweise hatte das jedoch Verdrängungsef­ fekte in Richtung Rathausplatz zur Folge, wo bereits heute Obdachlose unter den aufgeständerten und rückspringenden Gebäudeteilen nächtigen. Das zukünftige Jobcenter am Rathausplatz könnte die insgesamt schon angespannte Situation noch zusätzlich verschärfen. Die Gestaltung des öffentlichen Raums muss hier präventive Überlegungen bezüglich der Raumnutzung einbeziehen.

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Teil 3 Wettbewerbsaufgabe 3.1 Übergeordnete Zielsetzungen

Leopold- und Rathausplatz liegen innerhalb des in Ost-West-Richtung verlaufenden Bildungsbandes, welches sich vom südlichen VirchowKlinikum bis zum nördlichen Leopoldplatz erstreckt und in dem sich bereits heute Wissenschafts-, Bildungs- und Kultureinrichtungen konzentrieren (Virchow-Klinikum, Atze Musiktheater, Beuth Hochschule, SchillerBibliothek, Kirchen). Übergeordnetes Ziel des Bildungsbandes ist das Thema Bildung und Wis­ senschaft auch im öffentlichen Raum sichtbar und erlebbar zu machen. Daher ist es Teil der Wettbewerbsaufgabe Nutzungsangebote im Sinne des Leitmotivs "Bildung im öffentlichen Raum" im Bereich des Realisie­ rungs- und Ideenteils anzubieten. Vor diesem Hintergrund ist die Umgestaltung des Rathausplatzes nicht als Einzelmaßnahme sondern als ein Baustein innerhalb des Bildungsbandes zu sehen. Entsprechend schließen die Wettbewerbsgrenzen die entschei­ denden Anschlusspunkte mit ein. Dies betrifft im Norden den Gehwegbe­ reich der Müllerstraße (Realisierungsteil) und im Süden den Übergang vom Rathausplatz zum Campus Beuth (Ideenteil). Auf dem Rathausplatz soll für Bürger, Kunden des Jobcenters ebenso wie für Studenten und Besucher der Schiller-Bibliothek eine Platzsituation zum Verweilen in ansprechender Atmosphäre angeboten werden. Für den Rathausplatz selbst soll der ursprüngliche Charakter von Stadtplatz und grünem Park wieder erlebbar gemacht werden. Es soll ein urba­ ner Identifikationsort entstehen, in dessen Gestaltung die Anlieger des Platzes (Neubau Schiller-Bibliothek, Jobcenter, Gastronomie-Pavillon, Galerie Wedding) einbezogen werden. Eine weitere Aufgabe ist es, die Wegeverbindung zwischen Müller- und Genter Straße zu optimieren und den Wochenmarkt besser einzubinden. Darüber hinaus sind die Bedürfnisse der künftigen Nutzer des Platzes und die vorhandenen und potentiellen Konflikte zu berücksichtigen. Bei der Gestaltung des Platzes und der Grünbereiche ist darauf zu achten, dass neue Nutzergruppen (z.B. Studenten) hinzugewonnen werden, um den Ort zusätzlich zu beleben und die soziale Kontrolle zu stärken. Die Gestaltung des Rathausplatzes unterliegt keinen gartendenkmalpfle­ gerischen Restriktionen. Jedoch ist der Erhalt bzw. die Wiederverwen­ dung schützenswerter Gehölze, Beläge und Ausstattungselemente zu prüfen. Im Sinne einer dauerhaften Qualitätssicherung des Platzes sollen die Lebenszykluskosten im Entwurf berücksichtigt werden (optimale Qualität der Ausführung mit geringen Unterhaltungs- und Planungskosten). Das Gesamtkonzept hat darüber hinaus die Aspekte der Barrierefreiheit, des Gender Mainstreaming sowie die Themen der städtebaulichen Krimi­ nalitätsprävention zu beachten.

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3.2

	 harakter des Freiraumes und gestalterische C Zielsetzung

Platz Teil Nordost (Realisierungsteil) Der Platz an der Müllerstraße ist der zentrale Ort für Repräsentation, Ver­ anstaltungen und Kommunikation im Wedding. Daneben übernimmt er die Funktion eines Entrees für das künftige Jobcenters, des Neubaus der Schiller-Bibliothek und ist Ausgangspunkt verschiedener Wegebeziehun­ gen nach Süden und Norden. Er sollte deshalb eine größtmögliche Offen­ heit und Attraktivität ausstrahlen. Die Platzgestaltung soll den Bezug zum gegenüberliegenden Leopoldplatz herstellen. Hierfür ist zu prüfen, die ansonsten einheitliche geregelte Geh­ weggestaltung der Müllerstraße (Oberstreifen, Gehbahn, Unterstreifen) zugunsten der Betonung der besonderen Platzsituation aufzulösen. Platz Teil Nordost (Ideenteil) Denkbar ist auch - wie im Gestaltungskonzept Müllerstraße vorgeschla­ gen - ein vorgezogener Bürgersteig (Gehwegvorstreckung) unter Auflö­ sung einer Fahrspur (heute Parkspur) der Müllerstraße im Bereich des Rathausplatzes. Ob und in welcher Form dies erfolgen kann, ist Bestand­ teil der Wettbewerbsaufgabe im Ideenteil. Platz Teil Südwest (Realisierungsteil) Der südwestliche Teil soll künftig durch vielfältig nutzbare und strapazier­ fähige Grünflächen und Aufenthaltsbereiche geprägt sein. In diesen Be­ reichen ist vor allem auf Übersichtlichkeit zu achten - Angsträume sind zu vermeiden. Der bestehende Parkplatz an der Genter Straße steht zur Disposition. Platz Teil Südwest (Ideenteil) Der Straßenraum der Genter Straße soll zwischen Rathausplatz und dem Campus Beuth-Hochschule zugunsten einer besseren Verknüpfung und Anbindung innerhalb des Bildungsbandes aufgewertet werden. Im Ideenteil werden von den Teilnehmern Aussagen erwartet, wie - unter Beibe­ haltung der Funktion einer Anliegerstraße - ein attraktiver Übergangsbe­ reich geschaffen werden kann. Der gläserne Verbindungsgang zwischen dem Rathausaltbau und dem Rathausneubau wird heute als trennendes Element zwischen dem Nordund dem Südteil des Platzes wahrgenommen. Ein Rückbau oder eine Umnutzung wäre denkbar. Die Teilnehmer sollen sich innerhalb ihres Gestaltungskonzeptes hierzu positionieren. Sonstiges Das Areal weist im derzeitigen Zustand einen hohen Anteil an unversie­ gelten Flächen und einen hohen Anteil an Bäumen und Sträuchern auf. Es wird ein behutsamer Umgang mit dem Bestand erwartet. Baumfällun­ gen sind über das Entwurfskonzept explizit zu begründen. Die Versiegelung der Flächen ist auf ein Minimum zu beschränken. Die Oberflächen des Planungsgebietes sollten weitestgehend in die Grünflä­ chen entwässern. Die Entwässerungsvorrichtungen am Rathausvorplatz wie auch am Parkplatz an der Genter Straße könnten an die bestehen­

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den Abwasserkanäle angeschlossen werden. Die Entwässerungseinrich­ tungen sollten sich schlüssig in das Gestaltungskonzept integrieren las­ sen.

3.3

Erschließung

Abb. 26 Erschließungspiktogramm

Beide Seiten des Rathausumfeldes werden ebenerdig von den Gehwe­ gen der anliegenden Straßen erschlossen. Der angrenzende Gehwegbe­ reich der Müllerstraße soll in die Gestaltung mit einbezogen werden, darf jedoch höhentechnisch nicht verändert werden. Der Straßenbereich Gen­ terstraße soll unter Beibehaltung 1 Fahrbahn mit 2 Fahrstreifen verkehrs­ beruhigt werden, jedoch weiterhin für Schwerlastverkehr ausgelegt sein. Die bestehenden Parkplätze in diesem Bereich können entfallen. Die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge für den Rathausaltbau und das Job­ center erfolgt auch in Zukunft von der Müllerstraße. Alle weiteren Zufahr­ ten für Rettungsfahrzeuge, Anlieferung und Entsorgung sollen sich künf­ tig an der Genter Straße befinden. Für die Feuerwehr sind neben den notwendigen Aufstellflächen auch Wendemöglichkeiten zu berücksichti­ gen. Die barrierefreie Erschließung aller Gebäude und Bereiche im Freiraum ist zu gewährleisten. Das künftige Jobcenter ist über einen Aufzug neben der Treppenanlage barrierefrei erschlossen. Die barrierefreie Erschlie­ ßung des 1.OG des alten Rathauses erfolgt derzeit noch über den glä­ sernen Verbindungsgang zwischen Rathausaltbau und Rathausneubau. Künftig wird die barrierefreie Erschließung des Rathausaltbaus jedoch innerhalb des Gebäudes gewährleistet, wodurch sich die Möglichkeit eines Rückbaus oder einer Umnutzung des gläsernen Verbindungsgangs eröffnet. Der bestehende Verbindungsgang zwischen dem Hochhaus und dem ehem. BVV-Saal muss hingegen erhalten bleiben.

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3.4

Nutzung und Ausstattung

Nutzer Künftige Nutzer des Rathausplatzes werden im wesentlichen Anwohner (jeder Altersgruppe), Studenten, Angestellte und Kunden der benachbar­ ten Institutionen, Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen und des Einzelhandels sein. In jedem Fall soll eine Mischung aller Nutzer den Platz ganztags beleben und somit die soziale Kontrollfunktion stärken und unerwünschte Nutzungsformen und Vandalismus eindämmen. Umfeld Neubau Schiller-Bibliothek Der Bezirk Mitte beabsichtigt, durch den Neubau der Schiller-Bibliothek den Standort am Rathausplatz zu einer Bezirkszentralbibliothek auszu­ bauen. In einem 1. Bauabschnitt (1.BA) erfolgt zunächst der Bau einer Mittelpunktsbibliothek im mittleren Bereich der südöstlichen Platzkante. Der gesamte Baukörper der künftigen Schiller-Bibliothek wird sich dann entlang der gesamten Brandwand zwischen Müllerstraße und Genter Straße erstrecken. Der 1. BA soll parallel zur Baumaßnahme Umfeld Rathaus Wedding von statten gehen und 2014 fertig gestellt werden. Der Realisierungszeitraum des 2. BA ist noch nicht bekannt, dennoch sollen die Wettbewerbsteil­ nehmer die vorgehaltenen Bauflächen berücksichtigen. In den Wettbewerbsleistungen 1, 2, 4, 5, 7 ist der Zustand 1. BA und in der Wettbewerbsleistung 3 der Zustand 2. BA darzustellen. Die Leistung 3 beinhaltet den Bereich Übergang Rathausplatz / Müllerstraße (ohne Gastronomie-Pavillon). Folgende Punkte sind für das Umfeld des 1. BA der Schiller-Bibliothek zu berücksichtigen. Die Erschließung der Schiller-Bibliothek soll künftig über den Rathausvorplatz erfolgen. Der Eingangsbereich ist gut sichtbar und erreichbar zu gestalten. Von den Teilnehmern wird erwartet, auf die Erd­ geschossnutzungen der Bibliothek (Kinderbibliothek) sowie den Jugend­ schwerpunkt einzugehen. Im direkten Umfeld der Bibliothek sind z.B. Nutzungen wie Lern- und Lesebereiche sowie Flächen für gastronomi­ sche Außenbereiche vorzuhalten. Veranstaltungsaktivitäten der SchillerBibliothek mit Kinder- und Jugendgruppen sollen auch auf dem Vorplatz möglich sein (nicht in Form eines Spielplatzes).. Westlich des Eingangs des Neubaus ist eine Rigole vorgesehen (siehe Arbeitsplan). Sie nimmt das Dachwasser des 1. BA Schiller-Bibliothek auf und ist entsprechend dimensioniert. Die Position kann entwurfsabhängig geringfügig verändert werden. Im Zuge des 2. BA soll die Rigole am selben Standort erweitert werden. Dies ist von den Teilnehmern zu berücksichtigen. Die potentiel­ len Erweiterungsflächen für den 2. BA (siehe B-Plan in den digitalen Un­ terlagen) sollen im Zuge des landschaftsplanerischen Wettbewerbs mit bearbeitet werden, jedoch ist darauf zu achten, dass es sich um eine temporäre Nutzung handelt. Im Zuge des 2. BA wird der Gastronomie-Pavillon abgerissen. Die da­ durch entstehenden neuen Freiflächen sollten ohne große Umbaumaß­ nahmen in das zu erarbeitende Gesamtkonzept integriert werden kön­ nen. Dies ist in der geforderten Leistung 3 (vgl. Auslobung 1.10) nachzu­

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weisen jedoch nicht in den Kosten zu berücksichtigen. Ein Café soll in den Neubau integriert werden. Gastronomie-Pavillon (Simit Evi) Die Außenbereiche des Gastronomie-Pavillons sollen im Zuge der Um­ gestaltung des Platzes auch mit bearbeitet werden. Auch hierbei ist zu berücksichtigen, dass es sich um einen vorübergehenden Zustand han­ delt. Dies ist bei der Wahl von Materialien und Ausstattung zu berück­ sichtigen. Die Terrasse des Restaurants soll sich in Zukunft stärker zum Platz hin öffnen. Die Abgrenzung des Schankbereichs sollte deutlich erkennbar sein. Die Lage der Terrasse kann verändert werden, nicht aber die Größe der Fläche (ca. 300 qm). Parkplätze Das Jobcenter benötigt wie auch zuvor das Bürgeramt 2 Behinderten­ stellplätze in der Nähe des Einganges, wobei die Zufahrt über die Genter Straße / Limburger Straße erfolgen könnte. Die Schiller-Bibliothek benö­ tigt 5 Behindertenstellplätze in der Nähe des Haupteingangs. Die Zufahrt erfolgt in jedem Fall über die Genter Straße. Fahrradstellplätze Fahrradstellplätze sind dezentral in der Nähe von Eingängen anzuord­ nen. Die Schiller-Bibliothek (1. BA) hat einen Bedarf an 27 und das Job­ center an 45 Stellplätzen. Weitere Fahrradstellplätze sind im Unterstrei­ fen des Gehwegs der Müllerstraße vorzusehen (siehe auf Gestaltungs­ konzept in den digitalen Anlagen). Müllstellflächen Für die Anlieger des Rathausplatzes wird kein gemeinsamer Müllstandort angestrebt. Die dezentrale Lösung sieht für den Neubau SchillerBibliothek ca.15 qm vor und für das Simit Evi 10 qm Müllstellfläche. Das Jobcenter hat seine Müllstellflächen im Gebäude. Die Müllstandorte sind verschließbar herzustellen, die Erreichbarkeit ist zu gewährleisten. Ausstattung Im Wettbewerbsgebiet sind ausreichend Sitzgelegenheiten mit Rücken­ lehne sowie Abfallbehälter zu schaffen. Die Randbereiche werden durch umliegende Straßenlampen beleuchtet, ausreichende Beleuchtung im Bereich des Platzes und der Wege ist vorzusehen. Der Gedenkstein kann versetzt werden, soll aber gut sichtbar auf dem Platz verbleiben. Auch der Standort und die Gestalt (z.B. im Boden integriert) des Schildes mit den Partnerstädten kann verändert werden. Die Materialität der Aussta t tungse lemente und der Oberflächen sollen hochwertig, pflegeleicht und robust sein. Die Materialverwendung muss insgesamt angemessen sein. Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Dau­ erhaftigkeit der verwendeten Materialien und Konstruktionen sind zu be­ achten. Sämtliche Platz- und Wegeflächen sind befahrbar herzustellen. Das Bezirksamt gibt keine Vorgaben zur Auswahl von Ausstattungsele­ menten im Sinne eines Ausstattungskataloges. Bei der Wahl ist von den Teilnehmern ist jedoch die Nutzungsqualität, die Wirtschaftlichkeit (An­ schaffung, Folgekosten) sowie die Vandalismussicherheit zu berücksich­ tigen.

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3.5

Sicherheit

Sicherheit vor Kriminalität (objektive Sicherheit) wie auch individuelles Sicherheitsempfinden (subjektive Sicherheit) im öffentlichen Raum wer­ den durch Faktoren wie Übersichtlichkeit, Attraktivität und Sauberkeit bzw. Gepflegtheit des Raums beeinflusst und stehen in einem engen Zusammenhang mit der Möglichkeit, soziale Kontrolle auszuüben. Übersichtlichkeit Hauptnutzer des Rathausplatzes sind im wesentlichen Anwohner jeder Altersgruppe, Studenten, Angestellte und Kunden der benachbarten Insti­ tutionen, Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen und des Einzelhan­ dels. Um Tatgelegenheiten für Kleinkriminalität ebenso wie versteckte potenzielle Rückzugsbereiche für Drogen- und Alkoholkonsumenten zu vermeiden, sollten Sichtachsen und gute Einsehbarkeit der einzelnen Bereiche gewährleistet werden. Gute Orientierung ist ebenfalls ein wich­ tiger Sicherheitsfaktor und kann sich auch gestalterisch und nicht nur durch entsprechende Beschilderung ausdrücken. Für eine gute Beleuch­ tung ist zu sorgen; dies bedeutet u. a., dass Wegeführungen, Zielpunkte und potenzielle Fluchtmöglichkeiten erkannt werden können und Blen­ dungen sowie Dunkelzonen vermieden werden. Es sollte eine möglichst gleichmäßige Ausleuchtung erreicht werden, die es Passanten ermög­ licht, Gesichtsausdruck, Erscheinungsbild und Verhalten anderer Perso­ nen aus einer Entfernung von mindestens vier Metern erkennen und ein­ schätzen zu können. Attraktivität und soziale Kontrolle Soziale Kontrolle wird am besten durch eine für unterschiedliche Nutzer­ gruppen funktionale und attraktive Gestaltung erreicht, die dazu beiträgt, dass der Platz als Ort der Erholung und urbaner Treffpunkt gut ange­ nommen wird und zu allen Tageszeiten belebt ist. Hierbei sind auch As­ pekte der Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit zu berücksichtigen. Identität stiftende Elemente können bei Anwohnern und Nutzern zu einer größeren Bereitschaft führen, sich zu engagieren und soziale Kontrolle auszuüben. Sauberkeit und Gepflegtheit Bereits harmlose Zeichen von Verwahrlosung lassen Menschen glauben, die sozialen Normen seien außer Kraft gesetzt, wie neuere wissenschaft­ liche Studien belegen. Dabei reicht der Effekt von wilder Müllablagerung bis zu kriminellem Verhalten. Graffiti, verstreutes Papier, chaotisch abge­ stellte Fahrräder und dergleichen deuten einen Mangel an sozialer Kon­ trolle an und führen bei Einzelnen oder Gruppen zu erhöhter Nachlässig­ keit und Bereitschaft zur Sachbeschädigung. Deshalb ist bei der Planung auf vandalismusresistente Systeme und Materialien für Möblierung und Beleuchtung sowie ausreichende und angemessene Ordnungssysteme (sichere Fahrradabstellplätze, ausreichend große und leicht zugängliche Abfallbehälter etc.) zu achten. Pflegeleichtigkeit ist ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit der Neugestaltung.

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3.6 Gender Mainstreaming in der Freiraumplanung
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt hat zu Handlungs­ feldern einer gendergerechten Planung des Freiraumes (Gestaltungs- und Aufenthaltsqualität) nachfolgende Kriterien entwickelt: Kriterien der Gestaltungsqualität:     Schaffung von Identität stiftenden Orten 
 Erstellung markanter Merkzeichen 
 Beachtung der individuellen Interpretierbarkeit 
 Gewährleistung einfacher Orientierung 


Kriterien der Aufenthaltsqualität 	 Staffelung von Räumen und Funktionen je nach Nutzungen, Nut­ zungsintensität; spezielle Angebote für einzelne Nutzungsgruppen zur Vermeidung von Konflikten und Nutzungskonkurrenzen, z. B. durch generationsübergreifende Nutzungen, Wahlmöglichkeiten zwischen Gemeinschaft und Rückzug, flexible Aufenthalts- und Spielelemente. 	 Raumwirksame Puffer von unterschiedlicher Stärke strukturieren den Gesamtraum, so dass eine Sequenz von differenzierten Raumqualitäten entsteht; Licht und Schatten unterstreichen Zonie­ rungen in ruhige und aktive Bereiche, Wechsel und Differenz. 	 Abgestufte und differenzierte Bewegungsräume (langsam/schnell, groß/ klein); Wahlmöglichkeiten und Orientierung bei Tag- und Nachtwegen, je nach Bewegungsintensität, Richtung und Größe der Räume. 	 Schwellenbereiche als differenzierte, präzise angeordnete Berei­ che des Übergangs sowie als Aufenthaltsorte, Orte der Kommuni­ kation, als Tore und Durchgänge, die Kommunikation, Austausch und Verhaltenssicherheit fördern.  Blickbeziehungen, Übersichtlichkeit: Blickbeziehungen und eine ausreichende Transparenz ermöglichen eine soziale Kontrolle; Zo­ nierungen zugunsten eines geschützten Innenraumes sind trotz­ dem notwendig.

(vgl. Berliner Handbuch: Gender Mainstreaming in der Stadtentwicklung dig. Anlage 69)

3.7

Barrierefreiheit

Ziel ist es, einen neuen Stadtraum zu schaffen, der einer Lebensauffas­ sung entspricht, die allen Menschen die uneingeschränkte Partizipation am gesellschaftlichen Leben ermöglichen soll. Gemäß den Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention sowie auf der Basis demographischer Entwicklungen ist den Grundbedürfnissen von Menschen mit Behinderung oder mit temporärer Aktivitätsbeeinträchtigung gerecht zu werden. Vom Wettbewerbsergebnis wird eine grundsätzliche und durchgängige Gestaltung nach den Prinzipien des Designs for All erwartet. Das bedeutet einerseits eine barrierefreie topographische Landschaft zu konzipieren,

Wettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding/Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

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und andererseits Ordnungs- und Navigationsprinzipien in möglichst intuiti­ ver Form zu schaffen. So soll z.B. nach dem „Mehr-Sinne-Prinzip“ eine einfache und möglichst suggestive Orientierung für alle Menschen – auch für solche mit Seh- oder Hörbeeinträchtigungen oder mit kognitiven Ein­ schränkungen – ermöglicht werden. Dazu sind die allgemeinen Gestaltungselemente des öffentlichen Raums zu nutzen, entsprechend einzusetzen und zu formen. Raum, Oberfläche und Wege, aber auch einzelne Bauelemente und Ausstattungen sind vor diesem Hintergrund sorgfältig auszuwählen und zu kombinieren. Grund­ sätzliche Aufgabe ist es, Wege einfach finden und nutzen zu können oder gegenseitigen Beeinträchtigungen vorzubeugen und besondere Ziele bzw. Attraktionen für alle auffindbar und erlebbar zu gestalten. Das in Teil 4, Ordner 4.7.13 beiliegende Handbuch „Berlin – Design for all Öffentlicher Freiraum“ gibt dazu Hinweise und Anregungen und ist mit sei­ nen Forderungen umzusetzen. Ziel ist es, die städtebaulich­ architektonische Basisqualität hinsichtlich multisensorischer Erfahrungsund Nutzungsräume zu entwickeln, die möglichst für alle Besucher komfor­ tabel erlebt werden können.

3.8

	 ealisierung, Kostenrahmen, R Wirtschaftlichkeit

Die Realisierung der Baumaßnahmen soll bis 2014 weitestgehend erfolgt sein (Eröffnung des 1. Bauabschnittes Schiller-Bibliothek und Einzug des Jobcenters in den bis dahin sanierten ehemaligen Rathausneubau). Für den Realisierungsteil von 1,47ha sind 2,1 Mio. Euro brutto (einschl. 5% für Unvorhersehbares, 15% Planungskosten und 19% Umsatzsteuer) eingestellt bzw. vornotiert worden. Daraus ergeben sich 1,49 Mio. € Net­ tobaukosten. Aufgrund der geplanten zeitnahen Umsetzung ist der Preis­ steigerungsindex nicht in den Baukosten berücksichtigt. Vor dem Hintergrund der angespannten Situation der öffentlichen Haus­ halte legt der Auslober besonderen Wert auf kostengünstige und wirt­ schaftliche Lösungen, insbesondere hinsichtlich der Pflege- und Unter­ haltungskosten. Die Wuchshöhen Raum bildender Gehölze und deren Habitus sind in diesem Zusammenhang zu beachten, um den künftigen Pflegeaufwand gering zu halten. Die Flächen des Ideenteils Südwest und somit auch der Abbruch, bzw. die Umgestaltung des gläsernen Verbindungsganges zwischen Rathaus­ altbau und Rathausneubau sind ebenso wenig in den Kosten zu berück­ sichtigen, wie die Gehwegvorstreckung im Ideenteil Nordost an der Mül­ lerstraße.

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Teil 4 Anhang 4.1 Fotodokumentation

Abb. 27 Fotodokumentation Standorte

Wettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding /Teil 4 Anhang

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Foto 01: Rathausvorplatz mit den 3 Säulenpappeln

Foto 02: Weg ehem. Limburger Straße mit gläsernen Verbin­ dungsgang

Foto 03: Blick auf den Rathausvorplatz Richtung Rathausaltbau

Foto 04: Blick auf den Rathausvorplatz Richtung Rathausneubau

Foto 05: Blick auf den ehem. BVV-Saal und den Rathausneubau

Foto 06: Blick auf den Gastronomie-Pavillon (Simit Evi) von der Müllerstraße

Wettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding /Teil 4 Anhang

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Foto 07: Durchwegung zwischen südöstl. Brandwand und Gastro­ Foto 08: Blick auf die Ostfassade des ehem. BVV-Saals nomie-Pavillon (Simit Evi)

Foto 09: Durchwegung südöstl. Brandwand, Blick Genter Straße

Foto 10: Übergang Rathausneubau/ehem. BVV-Saal

Foto 11: Sockelgeschoss Rathausneubau von Genter Straße

Foto 12: Genter Straße, Parkplatz Richtung Nordwest

Wettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding /Teil 4 Anhang

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Foto 13: Querparker an der Genter Straße

Foto 14: Sockelgeschoss Rathausneubau von Norden

Foto 15: Spielplatz und Parkplatz hinter dem Rathausaltbau

Foto 16: Rathausaltbau von der Müllerstraße

Foto 17: Rathausneubau und Gastronomie-Pavillon von der Müllerstraße

Foto 18: von der ehem. Limburger Straße Richtung Beuth-HS

Wettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding /Teil 4 Anhang

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4.2

Zusammenfassung der Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens

Wesentliche Anforderungen der Anrainer       Sicherheit Ihrer MitarbeiterInnen dafür angemessene Beleuchtung Wahrnehmbarkeit der jeweiligen Einrichtung vom Platz aus durch individuelle Lösungen u.a. durch zusätzliche Eingänge, eine gelungene Wegeführung, der Entwicklung eines Leitsystems oder auch die Schaffung von Sichtachsen. Bedarf, den Platz temporär oder dauerhaft zur eigenen Darstellung zu nutzen (Informati­ onssystem, Veranstaltungen, Ausstellungen etc.) größtmögliche Aufenthaltsqualität im Freien für BesucherInnen und MitarbeiterInnen Platz als Teil des vorhandenen Grünzuges zwischen Schulstraße und Augustenburger Platz entwickeln Thema „Bildung“ als Gemeinsamkeit aller Anrainer in eine deutliche Formensprache brin­ gen

Konsensfähige Anregungen der Beteiligten 	 � Unterteilung des Platzes in einen vorderen zur Müllerstraße gewandten, eher „städtisch“ geprägten und repräsentativ gestalteten Bereich (Blumenrabatten, Sitzgelegenheiten, Wasserspiel, Informationsangebote) und einen hinteren eher „parkähnlich“ gestalteten Be­ reich (Ruhebereiche, Liegewiesen, Baumgruppen) zur Genter Straße 	 Platz so barrierefrei wie möglich gestalten (u.a. Blindenleitsystem) 	 bessere Verbindung des Grünzuges vom Leopoldplatz über das Rathausumfeld hin zum Campus Beuth. Dafür Parkspuren an der Müllerstraße und an der Genter Straße entfallen lassen.  Für die Wegeführung werden zwei Hauptwege einmal entlang der Limburger Straße und entlang der Bibliothek vorgeschlagen.  Der Platz sollte im vorderen Bereich so gestaltet sein, dass alle dort gelegenen Einrichtun­ gen gut und schnell erreichbar sind. 	 Abriss des Verbindungsganges zwischen Rathausturm und Rathausaltbau. Alternativ Be­ tonung u.a. durch Lichtinstallationen, was das Sicherheitsempfinden erhöht und dem Platz einen Merkpunkt gibt 	 Ziel besseren Wahrnehmbarkeit der am Platz gelegenen Einrichtungen, u.a. a) Außenbereiche für die im Rathausaltbau gelegene Kantine b) Schaffung eines zusätzlichen Einganges von der Galerie Wedding c) Stärkung des Cafés Simit Evi, das sich jedoch stärker zum Platz hin öffnen soll. d) Wegleit- und Informationssystem, welches auf die Einrichtungen am Platz hinweist und Ihnen Darstellungsmöglichkeiten bietet 	 Entwicklung einer übergeordneten Idee zur Sichtbarmachung des Bildungsbandes im öf­ fentlichen Raum.  Erhalt und bessere Einbindung des an der Genter Straße gelegenen Spielplatzes.  Spielangebote zugeordnet zur Kinder- und Jugendbibliothek  Sprayerbereich für Jugendliche  generationenübergreifende Spiel- und Lernangebote  Ruhezonen und Liegewiesen für BibliotheksnutzerInnen, StudentInnen und Marktbesuche­ rInnen  Integration einer öffentlichen Toilette innerhalb einer vorhandenen Einrichtung  Bereitstellung von offenem W-LAN  Parkplatzflächen an der Genter Straße auf denen der Markt bisher stattfindet sollen erhal­ ten bleiben, Parkplatzflächen in der Achse Müllerstraße - Beuth Hochschule hinter dem Rathausturm können auch für andere Nutzungen diskutiert werden (Baumersatzpflanzung, Aktivität etc).  Markt am Standort hinter dem Rathaus erhalten, auch eine Weiterentwicklung auf der Ach­ se Limburger Straße wäre denkbar.  Planung unter dem Motto „ Weniger ist Mehr“.

Wettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding /Teil 4 Anhang

61

4.3

Verfasserklärung (siehe dig. Anlagen)

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4.4

Kostenformblatt (siehe dig. Anlagen)

Wettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding /Teil 4 Anhang

63

4.5

Quellenverzeichnis

Berlin. Von der Residenzstadt zur Industriemetropole, Band 1 Aufsätze, Band 2 Kompass, Ber­ lin 1981. Berlin und seine Bauten, Teil XI, Gartenwesen, Berlin, München, Düsseldorf 1972. 
 Bereichsentwicklungsplanung BEP; Bezirksamt Mitte von Berlin, Abteilung Stadtentwicklung
 2004. 
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz: Auslobung Erweiterung der Schiller-
 Bibliothek, Berlin 2011. 
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz, Landschaftsprogramm Artenschutz­ programm 1994. 
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Stadtentwicklungsplan Verkehr mobil 2010, Berlin, 
 2003. 
 Vorbereitende Untersuchungen Müllerstraße: Jahn, Mack & Partner Architektur und Stadtpla­ nung 2010. 
 Verkehrs- und Gestaltungskonzept, IVAS, Evergreen 2012. 
 Verkehrskonzept, AG öffentlicher Raum 2012. 
 Erläuterung Masterplan Beuth Hochschule 2013.


Wettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding /Teil 4 Anhang

64

4.6
Titelbild: Abb. 01 Abb. 02 Abb. 03 Abb. 04 Abb. 05 Abb. 06 Abb. 07 Abb. 08 Abb. 09 Abb. 10 Abb. 11 Abb. 12 Abb. 13 Abb. 14 Abb. 15 Abb. 16 Abb. 17 Abb. 18 Abb. 19 Abb. 20 Abb. 21 Abb. 22 Abb. 23 Abb. 24 Abb. 25 Abb. 26 Abb. 27

Abbildungsverzeichnis
Luftbild Wedding Bildflug 2009, SenStadtUm Schwarzplan, WB SB Übersicht Wedding, BuS, Grundlage ALK, Übersicht näheres Umfeld, BuS, Grundlage ALK Wettbewerbsgebiet, BuS Überlagerung historischer Stadtgrundriss 1850, FIS Broker Hobrechtplan 1861, Zentral- und Landesbibliothek Berlin Foto Rathaus Wedding, 1940er, JMP Foto Rathauserweiterung und Umfeld,1966, Landesarchiv Bln. Gartenplan Plonsker 1963-66, JMP Schrägluftbild, 60er Jahre, JMP FNP, SenStadtUm Denkmalkarte, FIS Broker Foto Rathausaltbau, Wb SB Foto Rathausaltbau, Wb SB Leitbild Rahmen- und Entwicklungsplan B-Plan III-46-1, 2012, BA Mitte Foto Wettbewerbsmodell, AV1 Architekten Visualisierung Wettbewerb Schiller-Bibliothek , AV1 Architekten Masterplan Beuth-Hochschule, SenStadtUm ÖPNV und Fußgänger, BuS Luftbild Wedding Bildflug 2009, SenStadtUm Biotopkarte, 2009, BA Mitte Foto Rathausvorplatz 01, P. Sattler Foto Rathausvorplatz 02, P. Sattler Grünflächenkarte, BuS, Grundlage FIS Broker Erschließungspiktogramm, BuS Fotodokumentation Standorte, BuS Fotodokumentation, P. Sattler und Wb SB S. 01 
 S. 21 
 S. 22 
 S. 22 
 S. 23 
 S. 24 
 S. 25 
 S. 26 
 S. 27 
 S. 28 
 S. 29 
 S. 30 
 S. 32 
 S. 33 
 S. 33 
 S. 35 
 S. 36 
 S. 37 
 S. 38 
 S. 39 
 S. 42 
 S. 43 
 S. 44 
 S. 46 
 S. 46 
 S. 47 
 S. 50 
 S. 56 
 S. 57-59 


Abb. 28-46

Wettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding /Teil 4 Anhang

65

4.7

Digitale Anlagen

4.7.1 Auslobung - Vorliegende Auslobung als .pdf - Datei mit farbigen Abbildungen
01_auslobung_urw.pdf

4.7.2 Arbeitspläne CAD-Dateien - Lageplan auf Grundlage der ALK 

02_arbeitsplan_urw.dwg/dxf 
 03_vermesserplan_urw.dwg/dxf 


PDF-Dateien - Lageplan auf Grundlage des Arbeitsplanes 

04_arbeitsplan_urw.pdf 
 05_ vermesserplan_urw.pdf 


4.7.3 Informationspläne Flächennutzungsplan
06_fnp_2012_urw.pdf 
 
 07_fnp_erläuterung_urw.pdf




Bebauungsplan
08_bp_1966_urw.pdf 09_bp_2012_urw.pdf




 
 
 


10_bp_begründung_urw.pdf 11_bp_landschaft_urw.pdf

Bereichsentwicklungsplan
12_bep_2004_urw.jpg 







13_bep_2004_arbeitsbericht_urw.pdf

Biotop- und Baumkartierung

14_biotop_und_baumbestand_2009_urw.pdf 15_baumliste_urw.pdf 
 
 15a_baumbestand_vitalität_urw.jpg 


Straßennetz




 


16_strassennetz_2012_urw.pdf 17_strassennetz_planung_urw.pdf

FIS Broker




 
 


18_denkmalschutz_urw.jpg 19_grünflächen_urw.pdf 20_fhist_berlin_1850_urw.pdf

Aktives Zentrum




21_gebietskulisse_aktive_zentren_urw.jpg
 22_entwicklungsplan_2012_urw.pdf 


Masterplan Campus Beuth-Hochschule

23_masterplan_beuth_urw.pdf 


Wettbewerb Freiraumgestaltung Rathausumfeld Wedding /Teil 4 Anhang

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24_masterplan_beuth_erläuterung_kurz_urw.pdf

Sonstiges






25_gastronomiefreifläche_2012_urw.pdf 26_feuerwehrplan_2003_urw.pdf
 27_feuerwehrplan_2009_urw.pdf


4.7.4 Gebäude CAD-Dateien Neubau Schillerbibliothek (AV1 Architekten)
28_sb_eg_urw.dwg

PDF-Dateien Neubau Schillerbibliothek (AV1 Architekten)
29_sb_eg_urw.pdf 30_sb_fassadenansicht_urw.pdf

Rathaus alt




 


31_rhw_alt_eg_urw.pdf 
 32a_rhw_alt_ansicht_nord_urw.pdf 32b_rhw_alt_ansicht_platz_urw.pdf

Rathaus neu




 
 
 


33_rhw_neu_ug_urw.pdf 
 34_rhw_neu_eg_urw.pdf 35_rhw_neu_1og_urw.pdf

36_rhw_neu_schnitte_urw.pdf 37_rhw_neu_ansicht_no_urw.pdf 38_rhw_neu_ansicht_sw_urw.pdf


39_rhw_neu_ansicht_nw_urw.pdf
 40_rhw_neu_ansicht_so_urw.pdf 


Sonstiges




 


41_brandwand_abwicklung.pdf 42_anbau_bvv-saal_urw.pdf

4.7.5 Leitungspläne CAD-Dateien
43_abwasser_trinkwasser_urw.dwg

PDF-Dateien
44_strom_urw.pdf 45_gas_urw.pdf 46_fernwärme_urw.pdf 47_trinkwasser_urw.pdf

4.7.6 Luftbild
48_luftbild_2010_urw.tiff

4.7.7 Fotodokumentation
49_standorte_urw.jpg 50_fotos_01-18_urw.jpg

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4.7.8 Historische Pläne
51_01-07_bauwelt_urw.jpg 52_plonsker_1963.jpg

4.7.9 Historische Fotos
53_01-04_urw.jpg

4.7.10 Denkmalerläuterung Landesdenkmalamt
54_denkmal_rhw_urw.pdf 55_bestandsaufnahme_rathausplatz_urw.pdf

4.7.11 Vorbereitende Untersuchungen Müllerstraße
56_broschüre_az_urw.pdf 57_leitbild_az_urw.pdf 58_stärken_schwächen_az_urw.pdf 59_bb_protokoll_urw.pdf 60_doku_bb_urw.pdf 61_umgestaltung_mü_urw.pdf 62_vu_müllerstr_endberricht.pdf

4.7.12 Verkehrskonzept
63_verkehrsanalyse_mü_urw.pdf 64_verkehrskonzept_mü_urw.pdf 65_verkehrskonzept_2012_urw.pdf 66_plan_verkehrskonzept_rathausplatz_urw.pdf

4.7.13 Richtlinien und Gesetze
67_leitfaden_fahrradparken_urw.pdf 68_rpw_2008_urw.pdf 69_gender_urw.pdf 70_berliner_strassengesetz_urw.pdf 71_design_for_all_urw.pdf

4.7.14 Formblätter
72_formblatt_kosten_urw.xls/.pdf 73_formblatt_verfasserklärung_urw.doc/.pdf

Weitere Unterlagen und Informationen erhalten sie im Internet unter: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/geoinformation/fis-broker/ http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/planen.shtml http://www.muellerstrasse-aktiv.de/downloads/ http://www.berlin.de/ba-mitte/org/stadtplanung/bep.html
        
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