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Aufgabenstellung

Full text: Aufgabenstellung

Fischerhüttenstraße	 Berlin Steglitz-Zehlendorf
Städtebauliches Gutachterverfahren

Aufgabenstellung


Städtebauliches Gutachterverfahren Fischerhüttenstraße Berlin Steglitz-Zehlendorf Aufgabenstellung

Berlin, Oktober 2009
	

Durchführung des Gutachterverfahrens Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte Aufgabenstellung Patrick Weiss, II D 2 Berit Breuer Ulrike Wagner Digitale Bearbeitung Berit Breuer Titelbild Liegenschaftsfonds Berlin Druck G.R.I.M.M. GmbH

Inhaltsverzeichnis
Anlass und Ziel ........................................................................................7
 Teil 1 Verfahren .......................................................................................9
 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 1.7 1.8 1.9 1.10 1.11 1.12 1.13 1.14 1.15 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 2.6 2.7 2.8 3.1 3.2 3.3 4.1 4.2 4.3 4.4 4.5 Auslober ......................................................................................9
	 Art des Verfahrens ......................................................................9
	 Teilnehmer/innen.......................................................................10
	 Obergutachter und Vorprüfung..................................................10
	 Ausgabe der Unterlageng ......................................................... 11
	 Abgabe der Arbeiten ................................................................. 11
	 Rückfragen und Kolloquium ......................................................12
	 Verzeichnis der Unterlagen .......................................................12
	 Geforderte Leistungen ..............................................................13
	 Beurteilungsverfahren und Vorprüfung .....................................14
	 Vergütung..................................................................................14
	 Weitere Bearbeitung .................................................................14
	 Eigentum und Urheberrecht ......................................................14
	 Bekanntgabe des Ergebnisses .................................................15
	 Zusammenfassung der Termine................................................15
	 Städtebauliche Rahmenbedingungen .......................................17
	 Historische Entwicklung des Standortes ...................................20
	 Die Umgebung ..........................................................................22
	 Erschließung und Verkehr.........................................................24
	 Das Planungsgebiet ..................................................................25
	 Planungsrechtliche Rahmenbedingungen ................................28
	 Denkmale in der näheren Umgebung .......................................29
	 Gender Mainstreaming..............................................................32
	 Übergeordnete städtebauliche Zielsetzungen...........................35
	 Ziel des Verfahrens ...................................................................35
	 Einzelaspekte der Planung .......................................................35
	 Digitale Anlagen ........................................................................39
	 Quellenverzeichnis....................................................................40
	 Abbildungsverzeichnis ..............................................................40
	 Weiterführende Informationen ..................................................41
	 Fotodokumentation ...................................................................41
	

Teil 2 Situation und Planungsvorgaben .............................................17


Teil 3 Aufgabe .......................................................................................35


Teil 4 Anhang ........................................................................................39


Fischerhüttenstraße / Anlass und Ziel

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Anlass und Ziel
Der bisher durch das Naturschutz- und Grünflächenamt des Bezirkes Steglitz-Zehlendorf genutzte Standort Fischerhüttenstraße 39–43 wird aufgrund der Verlagerung der jetzigen Nutzung an den Liegenschaftsfonds zum Zweck der Vermarktung übertragen. Die insgesamt 38.300 m² große Liegenschaft ist zur Zeit planungsrechtlich nicht qualifiziert. Ziel ist, das Grundstück zu einem hochwertigen Wohnungsbaustandort zu entwickeln. Das Umfeld des Grundstückes ist durch qualitätsvolle Wohnbereiche, zahlreiche Erholungs- und Grünflächen und die Nähe zum Ortskern Zehlendorf mit dem dort vorhandenen umfangreichen Angebot an Einzelhandels- und Dienstleistungseinrichtungen gekennzeichnet. Die Lage in unmittelbarer Nachbarschaft zur denkmalgeschützten „Zinnowwaldsiedlung“ und das stark durchgrünte Umfeld des Standortes erfordern einen konkreten städtebaulichen Rahmen für die zukünftige Entwicklung. Zur Konkretisierung der städtebaulichen Ziele, zur inhaltlichen Vorbereitung eines B-Planes und zur Erstellung von Rahmendaten für die Vermarktung wird ein städtebauliches Gutachterverfahren durchgeführt. In diesem Verfahren sollen unterschiedliche städtebauliche Lösungen erarbeitet und daraus ein Gesamtkonzept für eine hochwertige städtebauliche und immobilienwirtschaftlich sinnvolle Entwicklung am Standort gefunden werden. Dabei ist den Fragen der in einem grüngeprägten Raum städtebaulich vertretbaren Dichtewerte, der Erschließung des Grundstücks, dem Erhalt wertvoller Baumsubstanz sowie der Möglichkeit einer etappenweisen Entwicklung des Standortes besondere Bedeutung beizumessen.

Fischerhüttenstraße / Teil 1 Verfahren

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Teil 1 Verfahren 1.1 Auslober

Auslober Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Liegenschaftsfonds Berlin und dem Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin. Durchführung des Gutachterverfahrens Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte Patrick Weiss, II D 2 Tel.: +49 (0)30/ 9025-2016 Fax: +49 (0)30/ 9025-2533 e-mail: patrick.weiss@senstadt.berlin.de www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe

1.2

Art des Verfahrens

Die Auslobung erfolgt als parallele Mehrfachbeauftragung in Form eines kooperativen städtebaulichen Gutachterverfahrens. Das Verfahren ist nicht anonym. Kommunikation Die Verfahrenssprache ist Deutsch. Einverständnis Jeder Teilnehmer, Obergutachter, Sachverständige, Vorprüfer und Gast erklärt sich durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren mit den vorliegenden Teilnahmebedingungen einverstanden. Verlautbarungen jeder Art über Inhalt und Ablauf vor und während der Laufzeit des Verfahrens, einschließlich der Veröffentlichung der Ergebnisse, dürfen nur über die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Referat II D , abgegeben werden. Datenschutz Jeder Teilnehmer, Obergutachter, Sachverständige, Vorprüfer, Gast und Auftragnehmer willigt durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren ein, dass seine personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit o.g. Gutachterverfahren bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Form einer automatisierten Datei geführt werden. Diese Einwilligung ist auf der Verfasser- bzw. auf der Zustimmungserklärung zu bestätigen. Eingetragen werden Name, Anschrift, Telefon, Bankverbindung, Kammermitgliedschaft, Berufsbezeichnung. Nach Abschluss des Verfahrens können auf Wunsch diese Daten gelöscht werden. Gemäß § 6 des novellierten Datenschutzgesetzes ist die Einwilligung der Betroffenen notwendig, da eine spezielle Rechtsgrundlage für die Führung dieser Datei fehlt.

Fischerhüttenstraße / Teil 1 Verfahren

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1.3

Teilnehmer/innen

Zur Teilnahme am Gutachterverfahren wurden folgende drei Büros ausgewählt: • UTArchitects, Berlin • 03 Architekten, München • Gussmann + Valentien Atelier, Berlin Die aufgeforderten Büros haben ihre Teilnahme verbindlich erklärt.

1.4

Obergutachter und Vorprüfung
Johanne Nalbach Architektin, Berlin Sven Fröhlich Architekt, Berlin Uwe Stäglin Bezirksstadtrat, Abteilung Bauen, Stadtplanung und Naturschutz, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin Susanne Klabe Leiterin Vertrieb, Liegenschaftsfonds Berlin Peter Ostendorff Referatsleiter Wettbewerbe und Auswahlverfahren, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Obergutachter 	

Stellvertretende 	 Obergutachter	

Sabine Lappe Leiterin des Bauordnungsamtes, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin Dr. Bodo Freyer Leiter Projekt-KG, Liegenschaftsfonds Berlin Patrick Weiss Referat Wettbewerbe und Auswahlverfahren, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Fischerhüttenstraße / Teil 1 Verfahren

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Sachverständige	

Christoph Noack Fachbereich Stadtplanung, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin Martin Müller-Ettler Leiter Tiefbau- u. Grünflächenamt, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin Monika Osteresch Fachbereich Naturschutz und Grünflächen, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin Rainer Giedat Projekt-KG, Liegenschaftsfonds Berlin

Gäste	

Peter Kever, Architektenkammer Berlin Torsten Hippe, CDU-Fraktion Fraktionsvorsitzender Michael Karnetzki, SPD-Fraktion Fraktionsvorsitzender Christa Markl-Vieto, GRÜNE-Fraktion Fraktionsvorsitzende Rolf Breidenbach, FDP-Fraktion Fraktionsvorsitzender

1.5

Ausgabe der Unterlagen

Die Unterlagen werden den teilnehmenden Büros am 02.10.2009 zugesandt.

1.6

Abgabe der Arbeiten

Die Arbeiten sind vor der Sitzung des Obergutachtergremiums, am 07.12.2009 von 13:00 bis 16:00 Uhr bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Referat II D, Brückenstraße 6 (Jannowitzcenter), Raum 4.026 in 10179 Berlin abzugeben. Das Modell ist zur Sitzung des Obergutachtergremiums am 15.12.2009 in transportgerechter und wieder verwendbarer Verpackung mitzubringen.

Fischerhüttenstraße / Teil 1 Verfahren

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1.7

Rückfragen und Kolloquium

Rückfragen zur Aufgabenstellung können schriftlich per E-Mail gestellt werden und müssen bis zum 09.11.2009 unter dem Kennwort „Gutachterverfahren Fischerhüttenstraße“ bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung unter folgender E-Mail-Adresse eingegangen sein: patrick.weiss@senstadt.berlin.de. Rückfragen können auch mündlich im nachstehend genannten Zwischenkolloquium gestellt werden. Bei den Rückfragen ist auf die entsprechenden Teilziffern der Aufgabenstellung, auf die sie sich beziehen, Bezug zu nehmen. Die Rückfragen werden bei Bedarf mit den Sachverständigen und dem Obergutachtergremium erörtert. Die Beantwortung der Rückfragen erfolgt bis zum 17.11.2009. Zwischenkolloquium Während der Bearbeitungszeit, am 05.11.2009 wird mit den Teilnehmern, den Obergutachtern und den Sachverständigen ein Kolloquium abgehalten, bei dem ein Meinungsaustausch über die Aufgabenstellung und mögliche Lösungen stattfindet. Das Programm des Gutachterverfahrens kann vom Auslober im Laufe des Kolloquiums weiterentwickelt werden. Dabei sind die Teilnehmer verpflichtet, Zwischenergebnisse dem Obergutachtergremium offen zu legen. Zu diesem Zwischenkolloquium werden die teilnehmenden Büros einzeln und zu gleich langen Vorstellungsund Diskussionszeiträumen eingeladen. Zum Zwischenkolloquium werden aussagefähige zeichnerische Darstellungen in Papierform erwartet, die es erlauben, den Entwurfsansatz der jeweiligen Verfasser zu erkennen und zu beurteilen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, an Hand einer Powerpoint-Präsentation (Version 2000 oder darunter) digitale Pläne vorzustellen. Hierfür stellt der Auslober Laptop und Beamer zur Verfügung. Änderungen der Aufgabenstellung sind bis zur Übersendung der Niederschrift des Zwischenkolloquiums möglich. Das Protokoll des Zwischenkolloquiums einschließlich der schriftlichen Beantwortung der Rückfragen wird allen am Verfahren Beteiligten zugesandt. Es ist Bestandteil der Aufgabenstellung.

1.8

Verzeichnis der Unterlagen

Unterlagen des Gutachterverfahrens sind: •		 die vorliegende Aufgabenstellung •		 CD-ROM mit digitalen Daten (siehe Teil 4 Anhang), die u.a. die im Folgenden aufgeführten Planunterlagen und Dokumente enthält: − Arbeitsplan als pdf-, dxf-, dwg-Datei (Dieser Plan dient den Teilnehmern als Arbeitsgrundlage.) − Luftbild als tif-Datei

Fischerhüttenstraße / Teil 1 Verfahren

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Hinweis Jeder Teilnehmer des Verfahrens verpflichtet sich, die vorliegenden digitalisierten Daten und Pläne nur für die Beteiligung am Verfahren zu nutzen. Daten, die im Rahmen der Bearbeitung als Zwischenprodukte anfallen und nicht an den Auslober abgegeben werden, sind nach Abschluss des Verfahrens zu löschen.

1.9

Geforderte Leistungen

Von den Teilnehmern werden folgende Leistungen erwartet: 1.		 Städtebauliches Konzept M 1:500 mit Darstellung der Gesamtsituation, Baukörper, Freiflächen und der Erschließung 2.		 Exemplarische Grundrisse für vorgeschlagene Gebäudetypologien M 1:200 3.		 Ansichten und zum Verständnis des städtebaulichen Entwurfs erforderliche Schnitte M 1:200 4.		 Freie Darstellungen auf einem Blatt 5.		 Darstellung von möglichen Entwicklungsetappen und Baufeldern mit Nutzungsdichten 6.		 Einfaches Arbeitsmodell M 1:500 7.		 Berechnungen der Bruttogrundrissfläche (BGF) nach DIN 277 sowie der GRZ und GFZ nach Bau-Nutzungsverordnung (BauNVO), nachvollziehbar dargestellt (siehe 4.1.5 Formblatt) 8.		 Erläuterungsbericht mit Begründung des vorgeschlagenen Entwurfskonzepts, ggf. mit Skizzen 9.		 Verzeichnis der eingereichten Unterlagen Als verbindliche Form der Arbeit gilt der Papierausdruck. Jeder Teilnehmer darf nur eine Arbeit ohne Variante einreichen. Folgende Leistungen sind in digitaler Form auf CD-ROM zu erbringen: •		 die Präsentationspläne als Windows-kompatible tif-Datei(en) in einer Auflösung von bevorzugt 300dpi (ggf. LZW-komprimiert) •		 die Präsentationspläne als pdf-Datei(en) mit eingebundenen Pixeldarstellungen in einer Auflösung von bevorzugt 300dpi. •		 die Broschüre mit Erläuterungstexten als pdf-Datei. Hinweise zu den geforderten digitalen Leistungen „Offene“ Dateien aus Layout-Programmen (z.B. InDesign, QuarkExpress, Illustrator etc.) können nicht berücksichtigt werden. Bildmaterial, das nicht im genannten Windows-kompatiblen tif-Format vorliegt, kann nicht berücksichtigt werden. Die CD-ROM selbst trägt als Titel nur den Namen des Gutachterbüros mit dem auch die schriftlichen Pläne gekennzeichnet werden. Die einzelnen Dateien auf der CD-ROM müssen wie folgt benannt werden: Der erste Teil des Dateinamens ist der Name des Gutachterbüros (ggf. abgekürzt), danach folgt ein Unterstrich und anschließend der eigentliche Dateititel, gefolgt von der Formatangabe „tif“ oder „pdf“.

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Beispiele • Lageplan: • Grundrisszeichnung EG: • Ansichten:

büroname_lageplan.tif büroname_grundriss_eg.pdf büroname_ansicht_01.pdf

In den Dateinamen dürfen keine Leer- und Sonderzeichen vorkommen. Die CD-ROM ist für Windows-kompatiblen PC zu erstellen. MacintoshFormate können grundsätzlich nicht verwendet werden. Allgemeine Hinweise Für die Präsentation der Entwürfe stehen pro Gutachterbüro zwei 2 m hohe Rolltafeln mit einer Hängefläche von 1,96 m (Breite) x 1,46 m (Höhe) zur Verfügung.

1.10

Beurteilungsverfahren und Vorprüfung

Die eingereichten Arbeiten werden durch die Sachverständigen vor der Endpräsentation begutachtet. Die Beurteilung der Arbeiten bleibt dem Obergutachtergremium vorbehalten. Die Arbeiten werden von ihren Verfassern dem Obergutachtergremium vorgestellt.

1.11

Vergütung

Jedes teilnehmende Büro, das eine prüffähige Arbeit einreicht, erhält ein Honorar in Höhe von 6.000 Euro. Die Mehrwertsteuer von derzeit 19% ist darin enthalten. Das auswärtige Büro erhält zusätzlich eine Reisekostenpauschale von 500 Euro für die Teilnahme an den beiden Kolloquien. Darüber hinaus ist eine Kostenerstattung oder die Vergabe von Preisen nicht vorgesehen.

1.12

Weitere Bearbeitung

Das Obergutachtergremium gibt eine schriftliche Empfehlung für die weitere Bearbeitung der Aufgabenstellung. Ein Auftragsversprechen ist mit dem Gutachterverfahren nicht verbunden.

1.13

Eigentum und Urheberrecht

Die eingereichten Unterlagen werden Eigentum des Auslobers. Das Urheberrecht und das Recht der Veröffentlichung der Entwürfe bleiben dem Verfasser erhalten. Der Auslober ist berechtigt, die zu Beurteilung zugelassenen Arbeiten nach Abschluss des Verfahrens ohne weitere Vergütung zu dokumentieren, auszustellen und (auch über Dritte) zu veröffentlichen. Die Namen der Verfasser werden dabei genannt.

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1.14

Bekanntgabe des Ergebnisses

Das Ergebnis des Gutachterverfahrens wird den Teilnehmern unmittelbar nach der Entscheidung des Obergutachtergremiums mitgeteilt, allen Beteiligten durch Übersendung des Protokolls des Obergutachtergremiums.

1.15

Zusammenfassung der Termine

Ausgabe der Unterlagen ...........................................................02.10.2009
	 Zwischenkolloquium ..................................................................05.11.2009
	 Rückfragen bis ..........................................................................09.11.2009
	 Beantwortung der Rückfragen bis .............................................17.11.2009
	 Abgabe der Arbeiten .................................................................07.12.2009
	 Sitzung des Obergutachtergremiums .......................................15.12.2009
	

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Fischerhüttenstraße / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Teil 2 Situation und Planungsvorgaben 2.1 Städtebauliche Rahmenbedingungen

Lage im Stadtgebiet Das Planungsgebiet Fischerhüttenstraße 39–43 liegt im Südwesten Berlins, im Ortsteil Zehlendorf des Bezirks Steglitz-Zehlendorf. Das Gebiet befindet sich unweit nordwestlich des Zehlendorfer Ortskerns.

Abb. 1: Übersichtskarte von Berlin, M 1:50.000, Ausschnitt

Abb. 2: Schwarzplan, M 1:10.000

Fischerhüttenstraße / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Abb. 3: Luftbild, M 1:5000

Fischerhüttenstraße / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Abb. 4: Lageplan, M 1:5000

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Abgrenzung Das Gelände mit einer Gesamtfläche von 38.300 m² umfasst mehrere Flurstücke, auf denen vormals das Naturschutz- und Grünflächenamt untergebracht war. Im Norden wird das Planungsgebiet teilweise von der Sven-Hedin-Straße und östlich zu einem Großteil von der Plüschowstraße bzw. dem Friedhofsgelände Onkel-Tom-Straße begrenzt. Im Süden grenzt das Grundstück an ein Einfamilienhausgebiet und an die Fischerhüttenstraße. Westlich wird der Planungsbereich von der denkmalgeschützten „Zinnowwaldsiedlung“ begrenzt.

2.2

Historische Entwicklung des Standortes

Zehlendorf Zehlendorf wurde um 1220 gegründet und erweiterte sich in größerem Umfang erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts vom Ortskern aus zunächst nach Süden und Südosten. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurden auch der Norden und der Nordwesten bis hin zur Seenkette des Grunewalds baulich erschlossen und mit der großflächigen Anlage von Villenkolonien verschwand schrittweise das Waldgebiet zwischen Ortskern und den Seen im Nordwesten. Die Baupolizeiverordnung von 1892 legte für den Zehlendorfer Bereich die hauptsächliche Bebauung mit den Bauklassen „D“ und „E“ fest, was bedeutete, dass die Grundstücke nur zu drei Zehnteln und die Eckgrundstücke zu vier Zehnteln bebaut werden durften. Dies hatte zur Folge, dass der weitaus größere Grundstücksanteil zu einem Garten umgestaltet werden konnte.

Abb. 5: Separationskarte der Feldmark Zehlendorf, 1819

In den Zehlendorfer Villenkolonien wurde mit wenigen Ausnahmen kein rechtwinkliges Wegenetz angelegt, sondern man berücksichtigte bei der Erschließung weitestgehend die vorhandenen landschaftlichen Strukturen und legte stets besonderen Wert auf die Durchgrünung bzw. die Anbindung

Fischerhüttenstraße / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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an den Grunewald mit seinen Seen. Eine dieser bis heute bestehenden Anbindungen stellt die Fischerhüttenstraße dar.

Abb. 6: Plan von Zehlendorf und Umgebung, 1874, mit Nachträgen von 1879

Die öffentlichen Grünanlagen Zehlendorfs beschränkten sich zunächst auf Friedhöfe und Alleen. Dies änderte sich erst 1903 mit der Ernennung des ersten Gartenbaudirektors Emil Schubert, der in den darauf folgenden Jahren eine große Anzahl von Parkanlagen und Stadtplätzen im Bezirk gestaltete, u.a. das in unmittelbarer Nähe des Planungsgebiets liegende „Gemeindewäldchen“.

Abb. 7: Übersichtsplan von Zehlendorf, 1909

Die bauliche Erschließung Zehlendorfs, welche mit dem ersten Weltkrieg zunächst stagnierte, wurde in den 20er und 30er Jahren vor allem mit großflächigen Siedlungskomplexen fortgesetzt, bei denen jedoch der

Fischerhüttenstraße / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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vorhandene Baumbestand meist als Erholungsfläche integriert wurde. Ein repräsentatives Beispiel hierfür ist die in direkter Nachbarschaft des Planungsgebiets entstandene „Zinnowwaldsiedlung“. Das Grundstück Das Gelände befand sich ursprünglich im Besitz der Zehlendorf-WestTerraingesellschaft. Im Jahr 1924 wurde ein Gärtnerhaus mit einer Gewächshausanlage im Auftrag des Bankiers Paul Retzlaff, damals noch unter der Adresse Alsenstraße 39, errichtet. Im Laufe der Zeit fand eine umfangreiche Erweiterung der Bebauung durch Garagen- und Stallanlagen, Lagergebäude bzw. diverse Anbauten im Rahmen der Gewächshausanlage statt. Der Verkauf des Geländes im Jahr 1925 aus dem Besitz der Eheleute Retzlaff an die Stadt Berlin stand vermutlich im Zusammenhang damit, dass in der unmittelbar benachbarten Villa an der Alsenstraße der damalige Gartenbaudirektor Emil Schubert wohnte. Seitdem erfolgte hier die Nutzung durch das Bezirksgartenamt. Ein Wirtschaftsgebäude für das Bezirksgartenamt wurde 1927 errichtet, es folgten diverse Ergänzungsbauten.

2.3

Die Umgebung

Baustruktur / Nutzungsstruktur Die Baustruktur in der Umgebung des Planungsgebiets ist einerseits durch die villenartige Bebauung entlang der Fischerhüttenstraße und andererseits durch Siedlungsbauten geprägt. Der Planungsbereich selbst stellt mit seiner bisherigen Nutzung des Naturschutz- und Grünflächenamtes einen Ausläufer eines Grünzuges (aber nicht als solcher öffentlich nutzbar) dar, der sich vom Zentrum Zehlendorfs über das „Gemeindewäldchen“, den Friedhof Onkel-TomStraße und großflächige Sportanlagen bis hin zum Forst Grunewald erstreckt. Die nordwestlich direkt an das Planungsgebiet angrenzende denkmalgeschützte „Zinnowwaldsiedlung“ aus den späten Zwanziger Jahren wurde mit Geschoßbauten im Zweispännersystem auf einem dreieckigen Grundstück zwischen Sven-Hedin-Straße und Fischerhüttenstraße und zu beiden Seiten des Hartmannsweilerweges angeordnet. In dem südöstlich direkt an das Planungsgebiet angrenzenden Wohngebiet hat sich eine kleinteilige und heterogene Einfamilienhausbebauung entwickelt. An der Fischerhüttenstraße selbst und in dem Gebiet südlich davon befinden sich zum Teil herrschaftliche Villen in der direkten Nachbarschaft. Friedhof Zehlendorf / Onkel-Tom-Straße Der landeseigene Friedhof mit einer ungefähren Größe von 92.000 m² befindet sich östlich des Planungsgrundstückes und hat seinen Hauptzugang an der Onkel-Tom-Straße. Er wurde 1872 angelegt, weil der Begräbnisplatz an der Dorfkirche zu klein geworden war. Prägend für das Gesamtbild sind die Eichenalleen sowie schmale Birkenwege, kleine architektonische Urnen- und Grabfelder nach Art versenkter Gärten, ein expressionistischer Brunnen, eine übermannshohe Hainbuchenhecke und die 2002 erneuerte

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kurze Fichtenallee zwischen Haupteingang und neuer Feierhalle. Die jetzige „neue“ Feierhalle wurde 1931/32 von Erich Schwietz im expressionistischen Stil erbaut. Das Ensemble der beiden Friedhofskapellen steht unter Denkmalschutz (siehe auch 2.6 Denkmalschutz). Zinnowwaldsiedlung Die westlich an das Planungsgebiet grenzende Siedlung befindet sich in der Fischerhüttenstraße 47–65a, Hartmannsweilerweg, Sven-HedinStraße 46–78 und im Zinnowweg. Sie wurde 1927–28 von der gemeinnützigen Wohnungsfürsorgegesellschaft errichtet und nach dem ursprünglich in der Gegend ansässigen Großbauern Zinnow benannt (siehe auch 2.6 Denkmalschutz). Peter-Lenné-Schule Das Oberstufenzentrum für Agrarwirtschaft befindet sich auf der nördlich gegenüberliegenden Straßenseite der Sven-Hedin-Straße, zwischen Hartmannsweilerweg und den Sportanlagen neben dem ErnstReuter-Sportfeld. Die Peter-Lenné-Schule ist die größte Agrarschule Deutschlands. Über 2300 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schule, um in den Berufen Gärtner, Florist, Tierpfleger oder Forstwirt ausgebildet oder weiterqualifiziert zu werden. Ernst-Reuter-Sportfeld Das nördlich des Planungsgebietes gelegene freie Gelände am Siebenendenweg wurde bereits vor dem ersten Weltkrieg vom Zehlendorfer Turnverein genutzt. Zunächst befand sich hier ein Sonnenbad, das wohl im Zusammenhang mit der Verbreitung von Freikörperkultur, Licht- und Sonnentherapie eingerichtet wurde. Im Laufe der zwanziger Jahre wurden daneben zwei rechteckige Rasenflächen abgegrenzt und zwei reetgedeckte Umkleidehäuschen in Fachwerkbauweise errichtet. Der südliche Platz war als Sportstadion mit seitlicher, offener Sichttribüne angelegt. Diese Anlage wurde während der fünfziger Jahre zum Ernst-Reuter-Sportfeld umgestaltet. An das Stadionrund schließen sich mehrere Sport- und Tennisplätze an. Die Umkleidehütten am westlichen Rand der Anlage sind einem Brand zum Opfer gefallen und wurden in der ursprünglichen Form rekonstruiert. Den Charakter der fünfziger Jahre trägt dagegen der Aufbau des Stadioneingangs am Siebenendenweg mit den Kassenhäuschen (siehe auch 2.6 Denkmalschutz). Soziale Infrastruktur Bezüglich der Schätzung von Bewohnerzahlen werden als Richtwerte der Haushaltsgröße für Einfamilienhausgebiete von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung 3,2 Einwohner je Wohneinheit definiert. Die Jahrgangsstärke für unter 6-jährige liegt hierbei bei 1,5%, für 6- bis 12-jährige bei 2% und für 12- bis 18-jährige bei 1,0%. Das Planungsgebiet liegt gem. der „Lebensweltlich orientierten Räume“ (LOR) im Prognoseraum „Region D“, welcher ein leichtes Wachstum der Altersgruppe unter 6 Jahre aufweist. Dies ist angesichts der demographischen Entwicklung bemerkenswert und unterstreicht die Attraktivität der Region für Familien. Der Platzbedarf im Kindertagesbetreuungsbereich in der Region ist daher tendenziell steigend. Bei der Bedarfsberechnung des zuständigen Fachreferats ergibt sich für ein Neubauvorhaben innerhalb des Planungsgebiets mit angenommen 140–180 Wohneinheiten langfristig ein Zusatzbedarf von 30 Betreuungsplätzen für unter 6-jährige. Dies ist in der Planung zu berücksichtigen.

Fischerhüttenstraße / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Für die Schulinfrastruktur im Einzugsbereich des Planungsgebiets wird seitens des zuständigen Fachreferats bei einem Neubauvorhaben in beschriebener Art und Weise kein zusätzlicher Bedarf geltend gemacht. Da die Nordgrundschule ausreichend Spielflächen zur Verfügung stellt und darüber hinaus beabsichtigt wird, den Spielplatz im benachbarten „Gemeindewäldchen“ für alle Altersgruppen auszubauen, löst die Errichtung von ca. 140–180 Wohneinheiten keinen zusätzlichen Spielplatzbedarf in der VE 19 K aus.

Abb. 8: Einwohnerdichte 2008

2.4

Erschließung und Verkehr

Übergeordnete Erschließung / Individualverkehr Die Fischerhüttenstraße stellt einerseits seit jeher eine wichtige Verbindung zwischen dem Ortskern Zehlendorf und dem Forst Grunewald dar und andererseits eine Querverbindung zwischen der Potsdamer Straße (B 1) und der Argentinischen Allee und ist damit eine Straße mit entsprechendem Durchgangsverkehr. Auch der Sven-Hedin-Straße kommt als Querverbindung zwischen der Onkel-Tom-Straße und der Argentinischen Allee übergeordnete Bedeutung zu. Die nicht ausgebaute aber öffentlich gewidmete Plüschowstraße erschließt bisher lediglich im südlichen Bereich über die Fischerhüttenstraße einige Ein- bzw. Mehrfamilienhäuser. Im nördlichen Abschnitt ist sie für den KFZ-Verkehr z.Z. gesperrt. ÖPNV In fußläufiger Entfernung vom Planungsgebiet (ca. 800 m) befindet sich in westlicher Richtung der U-Bahnhof Kumme Lanke. Er ist der Endhaltepunkt der U-Bahnlinie U3 zum Nollendorfplatz. Auch der S-Bahnhof Zehlendorf (S 1 Oranienburg- Potsdam) ist nur ca. 1.200 m entfernt. Die Buslinie 184 mit der in unmittelbarer Nähe befindlichen Haltestelle Hartmannsweilerweg führt vom Bhf. Südkreuz bzw. S- und U-Bahnhof Tempelhof über Lankwitz und Lichterfelde Ost zum U-Bahnhof Kumme Lanke. Die Buslinie M48 mit der Haltestelle Plüschowstraße (vorletzter

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Halt) verbindet das Gebiet mit dem Stadtzentrum. Sie führt von Zehlendorf, Busseallee, zum S- und U-Bahnhof Alexanderplatz. Erschließung des Geländes Das Gelände wird momentan von Süden her über die Fischerhüttenstraße erschlossen. Es sind zwei weitere, allerdings ungenutzte Zuwegungen von der Sven-Hedin-Straße und der Plüschowstraße vorhanden.

2.5

Das Planungsgebiet

Grundstück / Größe Die Grundstücksgröße beträgt insgesamt 38.300 m². Das Gelände hat eine mittige Ost-West-Ausdehnung von etwa 140 m und eine Nord-SüdAusdehnung von maximal etwa 330 m. Teilflächen Flurstück 84 Flurstück 92 Flurstück 1455/16 Flurstück 16/21 Flurstück 83 Flurstück 1456/16 Größe 26.615 m² 6.062 m² 1.254 m² 1.874 m² 2.265 m² 239 m²

Flurstück 84

Flurstück 92 Flurstück 83

Flurstück 1456/16 Flurstück 1455/16

Flurstück 16/21 Abb. 9: Plan Flurstücke

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Eigentumsverhältnisse Die Flurstücke 84, 92, 1455/16 und 16/21 sowie die darauf befindlichen Gebäude sind Eigentum des Landes Berlin und werden z. Z. dem Liegenschaftsfonds Berlin zur Verwertung übertragen. Im Rahmen eines Nutzungsvertrages wird eine Teilfläche von ca. 7.000 m² befristet bis 2011 durch den Bezirk weitergenutzt (vgl. Plan in Teil 4 Anhang, Pkt. 4.1.2). Die Flurstücke 83 und 1456/16 sind Teil der für den öffentlichen Verkehr gewidmeten Plüschowstraße und befinden sich im Fachvermögen des Fachbereichs Tiefbau. Topographie / Boden / Baugrund Das Grundstück liegt auf der pleistozänen Teltow-Hochfläche, deren oberflächennaher Schichtaufbau vorwiegend aus mehreren Metern mächtigen Sanden besteht. Zwischenlagen von bindigen Sedimenten (Geschiebemergel, Schluff) können auftreten. In den obersten Metern unter der Geländeoberfläche kann der Geschiebemergel durch Verwitterung entkalkt und zu Geschiebelehm umgewandelt sein. Zur Einschätzung des Bodenaufbaus im Baubereich finden sich im Anhang Schichtenverzeichnisse der im Lageplan eingetragenen Bohrungen. Örtliche Abweichungen der Gesteinsausbildung, der Schichtenfolge und der Schichtenmächtigkeit sind möglich. Grundwasser Das Grundwasser des Hauptgrundwasserleiters steht im Baubereich in ungespanntem Zustand an. Die Grundwasserdruckhöhe entspricht der Grundwasseroberfläche. Die Ermittlung der Grundwasserstände beruht auf der flächenhaften Interpolation von Grundwasserstandswerten, die an Messstellen in der weiteren Umgebung des Grundstücks seit dem Jahr 1949 festgestellt wurden. Der aus diesen beobachteten Werten für den Baubereich interpolierte höchste Grundwasserstand (HGW) trat im Jahr 1951 auf und betrug ca. NHN + 35,3 m, wobei aber nicht auszuschließen ist, dass außerhalb der Messreihe höhere Grundwasserstände vorhanden waren. Im Juni 2009 lag der aktuelle Grundwasserstand im Grundstücksbereich bei etwa NHN + 33,9 m (siehe Anhang Lageplan Schichtenverzeichnis). Im Planungsbereich ist oberflächennahes Grundwasser möglich, wenn bindige Ablagerungen oberhalb des Grundwassers anstehen. Dieses Grundwasser wird stark von den meteorologischen Verhältnissen beeinflusst. Messwerte darüber liegen nicht vor. Altlasten Ein Teil des Grundstücks ist im Bodenbelastungskataster des Landes Berlin unter der Nummer 13989 eingetragen. Der Verdacht auf Altlasten leitet sich aus der Nutzung als Betriebsgelände des bezirklichen Naturschutzund Grünflächenamtes ab. Als altlastenrelevante Bereiche sind insbesondere zwei Betriebstankstellen, ein Waschplatz mit Leichtflüssigkeitsabsch eider, mehrere Heizöltanks, eine Schlosserei sowie eine Farbspritzanlage dokumentiert. Das Umweltamt Zehlendorf beauftragte im Jahr 2000 eine orientierende Erkundung im Bereich der drei vorhandenen Zapfsäulen und der drei Tanks. Insgesamt wurden sechs Rammkernsondierungen bis in die Tiefen von 5 m an den Tanks und 3 m an den Zapfsäulen abgeteuft. Die Ergebnisse sind in einem Gutachten beschrieben. Die Untersuchung der Bodenproben erfolgte auf die Parameter Mineralölkohlenwasserst

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offe (MKW) und polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). In der Bodenluft wurden die aromatischen Kohlenwasserstoffe (BTEX) bestimmt. Bei den Untersuchungen zeigte sich, dass im Sinne des Bodenschutzrechtes keine Gefährdungen für Schutzgüter bestehen. Diese Beurteilung gilt aber unter der Einschränkung, dass kritische Bereiche, wie z.B. die Tankgrubensohle oder die Tankaußenwände, nicht untersucht werden konnten. Kleinräumige Bodenverunreinigungen sind daher an diesen Stellen nicht auszuschließen. Aus diesem Grund und weil die übrigen altlastenrelevanten Bereiche bisher nicht untersucht wurden, wird die Fläche, wie dem Katasterauszug (siehe Teil 4 Anhang, Pkt. 4.1.3) zu entnehmen ist, weiterhin als Verdachtsfläche geführt. Die Sondierungen haben gezeigt, dass an der Oberfläche eine sandige Auffüllung mit Beimengungen von Ziegel, Betonbruch und Holzresten ansteht, die eine Mächtigkeit bis zu 3 m erreichen kann. Ob diese mit Schadstoffen belastet ist, wurde bisher nicht untersucht. Im Hinblick auf Gefährdungen für Schutzgüter sind diese vermutlich nicht bedeutsam, aber sie können bei Baumaßnahmen beim Aushub und bei der Entsorgung von Belang sein. Kampfmittel Nach gegenwärtigem Kenntnisstand bestehen keine konkreten Anhaltspunkte für das Vorhandensein von Kampfmitteln. Es ist deshalb nicht erforderlich, Maßnahmen der Kampfmittelberäumung auf dem Grundstück durchzuführen. Klima / Luft Das Grundstück bildet gemeinsam mit dem erwähnten Friedhof sowie dem südlich der Fischerhüttenstraße gelegenen „Gemeindewäldchen“ eine sog. „klimaökologisch relevante Grünflächeneinheit“, d.h. in Abhängigkeit von Struktur und Lage sind die besagten drei Bereiche als eine klimatisch zusammenhängend wirkende Einheit zu werten, die eine hohe stadtklimatische Bedeutung hinsichtlich des Kaltluftliefervermögens für das Umfeld besitzt. In der Regel geht von diesen Flächeneinheiten damit eine entlastende Wirkung auf die benachbarten Flächen aus. Vegetation / Baumbestand Prägende und wertvolle Baumsubstanz befindet sich insbesondere parallel zur nordwestlich verlaufenden Grundstücksgrenze des Planungsgebietes. Darüber hinaus befindet sich parallel zur nordöstlich verlaufenden Grundstücksgrenze und zur nicht ausgebauten Plüschowstraße ein alleeartiger Baumbestand. Dieser Bereich wurde bisher von Anwohnern als „fußläufige Grünverbindung“ zwischen der Sven-Hedin-Straße und der Fischerhüttenstraße genutzt.

Abb. 10: Kiefernhain zur Zinnowwaldsiedlung

Abb. 11: Baumbestand zur Plüschowstraße

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Technische Infrastruktur Die Leitungen der folgenden Medien: Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung, Gasversorgung, Stromversorgung und Telekommunikation sind in den Straßenbereichen der Fischerhüttenstraße bzw. der SvenHedin-Straße vorhanden. Die Lage der Leitungssysteme ist den Leitungsplänen (siehe Teil 4 Anhang, Punkt 4.1.2) zu entnehmen. Ein Fernwärmeanschluss ist nicht vorhanden. Vorhandene Bebauung: Nutzungen / Gebäudebestand Flankierend zur Einfahrt an der Fischerhüttenstraße befinden sich jeweils die ehemalige Gärtnervilla bzw. das Wirtschaftsgebäude, dahinter diverse Lagergebäude bzw. weitere Wirtschaftsgebäude, die in ihrer Anordnung einen Wirtschaftshof definieren. Daran unmittelbar anschließend befindet sich die großflächige Gewächshausanlage. Der nördliche Teil des Grundstücks ist bis zur Sven-Hedin-Straße bzw. bis zum unausgebauten Teil der Plüschowstraße bisher weitestgehend unbebaut und durch Freiflächenanpflanzungen bzw. Wiesencharakter gekennzeichnet.

2.6

Planungsrechtliche Rahmenbedingungen

Flächennutzungsplan Das Planungsgebiet ist im Flächennutzungsplan (Neubekanntmachung vom Januar 2004) ebenso wie der östlich angrenzende Grünzug vom Ernst-Reuter-Sportfeld über Friedhof Zehlendorf und das südlich anschließende Gemeindewäldchen als Grünfläche dargestellt. Die westlich und südlich befindlichen Wohngebiete sind als Wohnbauflächen W4 (GFZ bis 0,4) dargestellt. Das im Norden angrenzende Schulgelände ist als Gemeinbedarfsfläche mit der Signatur „Schule“ dargestellt. Die Darstellung des Planungsgebietes als Grünfläche wird ggf. entsprechend den aktuellen Planungszielen als Wohnbaufläche im FNP geändert.

Abb. 12: FNP (Ausschnitt)

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Planungsrecht Gem. Baunutzungsplan von 1960 ist das Grundstück als „Nichtbaugebiet“ ausgewiesen. Zur Schaffung der planungsrechtlichen Grundlagen für eine bauliche Entwicklung des Grundstücks ist deshalb die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich. Das Ergebnis des vorliegenden Gutachterverfahrens dient hierfür als Grundlage. Landschafts- einschließlich Artenschutzprogramm Das Landschaftsbild zeigt für das Planungsgebiet und seine Umgebung eine „besondere Siedlungsgrünstruktur“, innerhalb derer bauliche Verdichtung zu vermeiden ist. Als sog. „Parkbaumsiedlungsbereich“ ist einerseits auf den Erhalt und die Entwicklung der natürlichen standörtlichen Prägung der öffentlichen Grün- und Freiflächen zu achten, andererseits soll innerhalb von Gärten, Siedlungsfreiräumen und Straßenräumen der Baumbestand nicht nur erhalten sondern nach Möglichkeit ergänzt werden.

2.7

Denkmale in der näheren Umgebung

In der näheren Umgebung gibt es eine Reihe von denkmalgeschützten Objekten. Bei den nachfolgenden Texten handelt es sich um Auszüge aus der „Kurzbegründung zur Eintragung in die Denkmalliste Berlin des Landesdenkmalamtes“.

Abb. 13: Denkmalkarte (Ausschnitt)

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Fischtalpark Die Parkanlage ist als Gartendenkmal (Inventar-Nr. 09045983) in die Berliner Denkmalschutzliste eingetragen und folgt einer eiszeitlichen Landschaftskante. Sie geht als Grünzug in die Freifläche und den Baumbestand des Ernst-Reuter-Sportfeldes über.

Abb. 14: Foto

Kassenhaus des Ernst-Reuter-Stadions Das Kassenhaus (Inventar-Nr. 09075937) ist als Baudenkmal in die Berliner Denkmalschutzliste eingetragen. Es wurde 1955 nach einem Entwurf des Hochbauamtes Zehlendorf errichtet. Es gilt als bauhistorisch und baukünstlerisch bedeutsam, da es sich in der Gestaltung vollkommen von der Stilarchitektur lossagt. Jegliche Form der Inszenierung des Eingangs wird vermieden. Durch Verwendung von Materialien wie Stahl und Glas wird ein hohes Maß an Transparenz und Leichtigkeit erreicht. Über den drei freistehenden Kassenhäuschen (Profilstahlkonstruktion) schwebt das schräggestellte Dach (Eisenkonstruktion) auf stabdünnen Stützen. Die baukünstlerische Leistung liegt in der feinen Abstimmung der Architekturteile zueinander.

Abb. 15: Foto

Siedlung am Poßweg In dreigeschossiger Zeilenbauweise, fast idealtypisch in Nordwest-SüdostAusrichtung angelegte Siedlung (Inventar-Nr. 09075763), die über den alleeartigen Zinnowweg erschlossen wird. Die 5 Zeilenbauten mit 2- und 2,5-Zimmer-Wohnungen des ausgeführten ersten Bauabschnitts sind in eine großzügige, mit alten Kiefern bepflanzte Grünanlage eingebettet. Die ursprünglich geplante weitere Bebauung des südwestlich anschließenden Geländes kam nicht zur Ausführung. Die blockhaften Zeilenbauten mit flächigen Wandaufriss, nur die Balkonachsen fungieren als plastische Gliederungselemente, vermitteln einen bemerkenswert funktionalen und sachlichen Eindruck. Durch eine gleichmäßige und einheitliche Tönung der Reihenhauszeilen und der einheitlichen Farbkombination der Türen und Fenster wird ein farblich geschlossenes Bild erzeugt. Die Grundrisse der Wohnungen sind in der Architektur der Zeilenbauten deutlich ablesbar. Obwohl 1933 entworfen und 1934 erbaut, zeigt die Siedlung noch alle

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Merkmale des Siedlungsbaus des „International Style“ der späten 1920er Jahre: Modernität und Sachlichkeit in der Form und sozial vorbildliche Standards.

Abb. 16: Foto

Zinnowwaldsiedlung Die Zinnowwaldsiedlung (Inventar-Nr. 09075737) wurde 1927-28 von der Gemeinnützigen Wohnungsfürsorgegesellschaft für die Provinz Brandenburg geplant und gebaut. Die 1- bis 3-Zimmerwohnungen im Zweispännersystem umschließenden Gebäude sind auf einem dreieckigen Grundstück zwischen Sven-Hedin-Straße und Fischerhüttenstraße und zu beiden Seiten des Hartmannsweilerweges angeordnet; die Fortsetzung des Zinnowweges erschließt als Privatstraße die Blöcke im Innenbereich des Grundstücks. Die Gestaltungsweise der Bauten ist durchweg konservativ, einzelne Elemente wie die zackenförmigen Giebel von Dachgauben und Treppenhausrisaliten gehören zum Formenkanon des Expressionismus. Bedeutungsvoll für die städtebauliche Wirksamkeit der Siedlung ist die Schaffung vielfältiger Eindrücke und abwechslungsreicher Straßenräume durch die von Block zu Block differierende Grundrisslage, die wechselnde Zuordnung der Bauteile, Massengliederung und Höhenstaffelung.

Abb. 17: Foto

Friedhofkapellen des Friedhofs Zehlendorf / Onkel-Tom-Straße Es handelt sich hier um zwei Kapellenbauten (Inventar-Nr. 09075867) im alten (nach 1871) und neuen (20er Jahre) Teil des Friedhofes an der OnkelTom-Straße. Die baukünstlerische Bedeutung besteht darin, dass die beiden Kapellen durch einfache Grundrissform zueinander in Bezug stehen und eine achsiale Ausrichtung des Eingangs nach Nordosten zur OnkelTom- Straße aufweisen. Als Material wurden hauptsächlich Backstein bzw. Klinkerverblender verwendet. Beide Bauten repräsentieren einen Zeitstil – Bau von 1885 neogotisch, Bau von 1930/31 expressionistisch – und sind architektonische Mittelpunkte der in entsprechenden Zeiträumen angelegten Bereiche der Friedhofsanlage.

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Abb. 18: Foto

Landarbeiterhaus Das Haus des Gutsbesitzers (Inventar-Nr. 09075736) Friedrich Zinnow, Fischerhüttenstraße 29, vom Zimmermeister Wilhelm Eichelkraut 1872 gebaut, beansprucht schon seines Alters wegen Aufmerksamkeit: Das eingeschossige, traufständige Wohnhaus mit Stall kann als Exponent für die dörfliche, ortstypische Bauweise betrachtet werden. Heute ist es instandgesetzt und renoviert, seit 1982 eingetragenes Baudenkmal.

Abb. 19: Foto

In der südlichen Villenbebauung befinden sich weitere eingetragene Baudenkmale. Diese herrschaftlichen Wohnhäuser wurden um 1900 errichtet.

2.8

Gender Mainstreaming

Die Umsetzung der spezifischen Bedürfnisse von Frauen und Männern im Rahmen der Stadtentwicklung stellt einen wesentlichen Schritt dar, qualitativ auf Veränderungen in der Gesellschaft zu reagieren. Wesentlich geprägt wird die Diskussion um das Gender Mainstreaming durch die Entwicklung einer älter werdenden Gesellschaft und des demografischen Wandels, der sich in Berlin u.a. in den Schließungen von Schulen und der gleichzeitigen Entwicklung von „Neuen Wohnformen“ im Alter zeigt. Bei gleichzeitiger Veränderung des Arbeitsmarktes werden die Lebensformen vielfältiger, Frauen und Männer verteilen die Familienarbeit neu. Lebensstile und -bedürfnisse von Männern und Frauen werden zunehmend ähnlicher. Frauen sind für ihre Familien häufiger alleinverdienend als noch vor einigen Jahren. Zugleich kommt es häufiger vor, dass Männer bei der Bewältigung der täglichen Hausarbeit, der Kinderbetreuung und bei der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger maßgeblich eingebunden sind. Diese Veränderungen im täglichen Leben erzeugen veränderte Ansprüche an

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das Leben in der Stadt. Was brauche ich in meinem Wohngebiet, welche Läden, Cafes, ärztliche Versorgung? Was hilft, damit ich mich ohne Angst in einem Park oder auf einem bestimmten Spielplatz aufhalten kann? Als allgemeine Anforderungen an eine gendergerechte Planung sind die Gleichstellung der Geschlechter, Chancengleichheit und eine angemessenen Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebensbedingungen und Zwänge, unter denen die Geschlechter leben, anzusehen. Es ist insbesondere sicherzustellen, dass 1.		Orte für alle Geschlechter geschaffen werden 2.		der Stellenwert der Reproduktion berücksichtigt wird, 3.		Sicherheit vor Gewalt und Unfällen gewährt ist, 4.		die Vereinbarkeit der Erwerbsarbeit und Familienarbeit 
 unterstützt wird
	 5.		und Raumrepräsentationen sowie durch die Gestaltung transportierte Werte und Normen aller Geschlechter, Ethnien, Altersgruppen und Klassen einbezogen werden.

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Fischerhüttenstraße / Teil 3 Aufgabe

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Teil 3 Aufgabe 3.1 Übergeordnete städtebauliche Zielsetzungen

Aufgabe des gutachterlichen Entwurfsverfahrens ist die Findung eines städtebaulichen Konzepts, das der besonderen Lage des Planungsgebiets in der Nachbarschaft zur durchgrünten denkmalgeschützten „Zinnowwaldsiedlung“ und der villenartigen Bebauung an der Fischerhüttenstraße sowie den naturräumlichen Qualitäten des Standortes gerecht wird. Das Planungsgebiet war bislang als Standort des bezirklichen Naturschutz- und Grünflächenamtes ein über lange Zeit aus der öffentlichen Wahrnehmung und Zugänglichkeit ausgenommener Ort. Mit der anstehenden Umnutzung bietet sich die Chance, das Planungsgebiet in die vorhandene städtische Struktur Zehlendorfs einzubeziehen und zu integrieren. Besondere Bedeutung werden hierbei den Fragen der zukünftigen Erschließung des Gebiets, der Gebäudeproportion und -disposition sowie dem Erhalt bzw. der konzeptionellen Einbindung der prägenden und wertvollen Baumsubstanz beigemessen.

3.2

Ziel des Verfahrens

Nach Aufgabe der Nutzung auf dem Planungsgrundstück läuft z.Z. die Übertragung der Liegenschaft an den Liegenschaftsfonds Berlin. Mit dem Gutachterverfahren sollen unterschiedliche städtebauliche Lösungen erarbeitet werden und ein Gesamtkonzept für eine hochwertige städtebauliche und immobilienwirtschaftlich sinnvolle Entwicklung am Standort gefunden werden. Ziel ist die Entwicklung zu einem hochwertigen Wohnungsbaustandort. Eine Festlegung auf bestimmte Adressatengruppen ist noch nicht erfolgt. Die Gutachter können mit dem Profil ihrer Konzepte hierzu Vorschläge unterbreiten. Die städtebaulichen Entwicklungsvorschläge sind dann Grundlage für die weiteren Planungsprozesse des Bezirkes zum Standort und liefern Rahmendaten für die Vorbereitung und Durchführung der Vermarktung der Liegenschaft durch den Liegenschaftsfonds Berlin.

3.3

Einzelaspekte der Planung

Bei der Ausarbeitung des städtebaulichen Konzeptes sind folgende Punkte zu beachten: Städtebau Der Auslober erwartet Entwürfe, die das Planungsgebiet in Zusammenhang bzw. in Auseinandersetzung mit der Umgebung entwickeln. Das Planungsgebiet bildet eine Schnittstelle zur Zinnowwaldsiedlung im Westen, der Villenbebauung im Süden, dem Infrastrukturstandort im

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Norden und dem Friedhof im Osten. Die Umgebung des Planungsgebietes ist also durch in sich jeweils homogene, aber sehr unterschiedliche Bereiche gekennzeichnet. Den Gutachtern ist es freigestellt, ob sie für das Planungsgebiet eine der angrenzenden Gebietstypologien übernehmen oder eine neue eigenständige städtebauliche Struktur entwickeln. Auf jeden Fall soll auf dem ehemaligen Gartenbaugelände ein Quartier entstehen, das mit einer eindeutigen Gebietscharakteristik identitätsbildend wirkt und eine Adresse schafft, jedoch keinen Fremdkörper in der Stadtstruktur bildet. Nutzung / Dichte Die Standortbedingungen bieten sehr gute Voraussetzungen für hochwertige Wohnnutzung. Dies bildet den qualitativen Maßstab für die Entwicklung des neuen Wohnquartiers. Es ist zu prüfen, ob in das Neubauvorhaben eine Einrichtung zur Kindertagesbetreuung für unter Sechsjährige mit ca. 30 Plätzen integriert werden kann. Darüber hinaus sind keine weiteren Einrichtungen der sozialen Infrastruktur oder des Handels zur Nahversorgung im Planungsgebiet vorzusehen. Die städtebaulichen Dichtewerte sollten sich an den vorhandenen Siedlungsbauten und den umgebenden Einfamilienhäusern orientieren, d.h. sich im Rahmen der in der Umgebung üblichen GRZ 0,2 und GFZ 0,4 bei 2 Geschossen plus Dach oder Staffelgeschoss bewegen. Entwicklungsabschnitte / Baufelder Abgeleitet aus dem städtebaulichen Konzept und unter Berücksichtigung von Größe, Zuschnitt und Erschließung der Liegenschaft werden Vorschläge für Baufelder und Entwicklungsabschnitte erwartet. Damit soll eine Realisierung der Bebauung am Standort auch in autark funktionierenden Bauabschnitten ermöglicht werden. Dies auch unter Beachtung der Situation, dass im südlichen Bereich eine Teilfläche von ca. 7.000 m² zwischengenutzt wird und damit erst ab 2011 für eine Entwicklung und Bebauung zur Verfügung steht. Vegetation Prägende und wertvolle Baumsubstanz befindet sich insbesondere parallel zur nordwestlich verlaufenden Grundstücksgrenze des Planungsgebietes. Diesem Kiefernhain sollte vor allem in Bezug auf die in ihrer gesamten Anlage und Atmosphäre zu schützende „Zinnowwaldsiedlung“ entsprechende Bedeutung beigemessen werden. Es ist zu prüfen, ob die Ergänzung des Baumbestandes durch das Neupflanzen von Kiefern eine Lösung zur Qualifizierung des Freiraums darstellen könnte. Der alleeartige Nadelbaumbestand parallel zur nordöstlich verlaufenden Grundstücksgrenze, im Bereich der nicht ausgebauten Plüschowstraße, ist nicht zwingend zu erhalten. Es ist die Baumschutzverordnung Berlin (BaumSchVO) zu beachten (siehe Anhang 4.1.4)

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Freiraum Im Rahmen eines integralen städtebaulichen Konzepts kommt der Betrachtung des Freiraums eine zentrale Rolle zu. Die Gestaltung und Nutzungsorganisation der Freiflächen sollte ausgerichtet sein auf: •		 Möglichkeiten dauerhaft konfliktfreier Nutzung und Offenheit für sich wandelnde Nutzungsgewohnheiten, •		 Möglichkeiten ruhiger Erholung bzw. die Trennung von ruhiger Erholung und Zonen für Spiel und Bewegung, •		 eine hohe Aufenthaltsqualität (z.B. geschützte und besonnte Teilflächen), •		 geringe Flächenversiegelung, vielfältige, möglichst 
 zusammenhängende Vegetationsflächen,
	 •		 Berücksichtigung ökologischer Bausteine wie Versickerung von Niederschlagswasser, Biotopverbund, •		 der Aufnahme von Ver- und Entsorgungsinfrastruktur. Erschließung / Stellplätze Die äußere verkehrliche Erschließung des Planungsgebietes und die Versorgung mit den üblichen Versorgungsmedien – mit Ausnahme der Fernwärme – ist grundsätzlich über die Fischerhüttenstraße und die SvenHedin-Straße gesichert. Die bereits seit den 50er Jahren für den öffentlichen Verkehr gewidmete, aber nicht ausgebaute Plüschowstraße kann ebenfalls für eine künftige Verkehrserschließung des Planungsgebietes herangezogen werden. Der ursprünglich vorgesehene Ausbau in einer Breite von 15 bis 18 m wird nicht weiter verfolgt. Bei einem Ausbau als Erschließungsstraße erscheint ein Profil mit zwei Fahrspuren und einem einseitigen Gehweg auf der westlichen Seite ausreichend. Der durchgehende Ausbau der Plüschowstraße zwischen Sven-Hedin-Straße und Fischerhüttenstraße für den Kfz-Verkehr ist aber zu vermeiden, die Durchgängigkeit für Fußgänger und Radfahrer ist durchaus erwünscht. Durchgangsverkehre sind im Planungsgebiet nicht zu erwarten. Die Dimensionierung des inneren Erschließungssystems ist daher am zu erwartenden Ziel- und Quellverkehr des Gebietes zu bemessen. Es ist von einem Profil mit zwei Fahrspuren und beidseitigen Gehwegen auszugehen. Sowohl funktional als auch gestalterisch werden für die Erschließung Lösungen erwartet, die das Planungsgebiet mit seiner Umgebung verbinden, als öffentliche Räume wahrgenommen werden und eine gute Orientierung bieten. Einer Netzstruktur ist der Vorzug vor einem Stichstraßensystem zu geben. Die Erschließung sollte in Kontinuität zu den umgebenden Straßen gestaltet werden. Es ist außerdem ein Stellplatzkonzept nachzuweisen, das die Unterbringung des ruhenden Verkehrs auf den privaten Grundstücksflächen sicherstellt. Sofern eine öffentliche Widmung der Verkehrsflächen nicht vorgesehen ist, können die Straßen in das Stellplatzkonzept einbezogen werden. Nachhaltigkeit Die Lösung der Planungsaufgabe soll dem Grundsatz folgen, dass •		 die Umwelt und natürliche Ressourcen geschont und letztere möglichst effizient genutzt werden, •		 ein Höchstmaß an Umwelt- und Sozialverträglichkeit erzielt wird,

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•		 dauerhaft gesunde Lebensbedingungen realisiert bzw. gesichert werden. Der Grundsatz der Nachhaltigkeit, d.h. die gleichrangige Behandlung ökologischer, ökonomischer und sozialer Ziele ist bei der Entwicklung der Planungskonzeption und der Auswahl der einzelnen Maßnahmen zu beachten. Unter der Überschrift „energieeffizienter Städtebau“ soll im Rahmen des Gutachterverfahrens ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt werden, der Energieeffizienz gleichermaßen über städtebauliche Einflussfaktoren, die Gebäudekonzeption, die Versorgungskonzepte und Anlagetechnik, die Gebrauchstüchtigkeit und Nutzeraktivierung sowohl die Qualität der Entwurfsideen erreicht – auch wenn diese teilweise erst in genaueren Maßstabsebenen konkretisiert werden können (siehe Anhang 4.1.4 Grundlagen für Wettbewerbe, Ökologische Planungskriterien für Wettbewerbe). Darüber hinaus sind zum Thema Nachhaltigkeit die bezirklichen Nachhaltigkeitsziele zu beachten (siehe Anhang 4.14 Steglitz-Zehlendorf 2100 – Nachhaltigkeitsziele für den Bezirk). Realisierung Der Auslober bevorzugt Konzepte, die keinen hohen Regelungsaufwand hinsichtlich Bebauungsplan-Festsetzungen, Gestaltungssatzungen oder ähnlichen öffentlich-rechtlichen Eingriffen erfordern.

Fischerhüttenstraße / Teil 4 Anhang

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Teil 4 Anhang
 4.1 Digitale Anlagen (auf beiliegender CD-ROM)

4.1.0 Aufgabenstellung – 	 vorliegende Aufgabenstellung als pdf-Datei mit farbigen
	 Abbildungen in 300dpi Auflösung
	
aufgabenstellung_fhs.pdf
	

4.1.1 Arbeitsplan – 	 Arbeitsplan als PDF- und CAD-Dateien (Der Plan wurde erstellt auf Grundlage der Automatisierten Liegenschaftskarte (ALK). Er kann Abweichungen zum Bestand enthalten.)
arbeitsplan_fhs.pdf/.dwg/.dxf

4.1.2 Informationspläne – 	 Luftbild, Stand 2009
	
luftbild_fhs.tif
	

– 	 Leitungspläne von Ver- und Entsorgungsleitungen
	
01_ltg_bwb_1.pdf / 01_ltg_bwb_2.pdf
	 01_ltg_bwb_vorschriften.pdf
	 02_ltg_telekom.pdf
	 02_ltg_telekom_anweisungen.pdf
	 03_ltg_vattenfall_strom.pdf
	 04_ltg_wgi_erdgas.pdf
	

– 	 Teilfläche für Weiternutzung bis 2011
	
teilflaeche_weiternutzung.pdf
	

– 	 FNP, Stand 2004
	
fnp_ausschnitt.pdf / fnp_legende.pdf
	

4.1.3 Weitere Planunterlagen – 	 Schichtenverzeichnisse
	
01_schichtenverzeichnis_lageplan.pdf
	 02_schichtenverzeichnis.pdf
	

– 	 Bodenbelastungskataster, Auszug
	
01_bodenbelastungskataster_auszug.pdf
	

4.1.4 Vorschriften im Internet – 	 Bauordnung Berlin und ergänzende Vorschriften BauOBerlin (BauOBln) v. 29.09.2005), in Kraft getreten am 01.02.2006, zuletzt geändert durch § 9 des Gesetzes vom 07.06.2007
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/bauen.shtml

– 	 Baumschutzverordnung v. 11. Januar 1982, zuletzt geändert am 5. Oktober 2007
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/natur_gruen/naturschutz/baumschutz/ index.shtml

– 	 Steglitz-Zehlendorf 2100 – Nachhaltigkeitsziele für den Bezirk
http://www.steglitz-zehlendorf.de/2100

– 	 Grundlagen für Wettbewerbe, Ökologisches Bauen
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe/grundlagen/index.shtml

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– 	 Ausführungsvorschriften zu §7 des Berliner Straßengesetzes über Geh- und Radwege (AV Geh- und Radwege) vom 11. Dezember 1998
http:// www.stadtentwicklung.berlin.de /service/gesetzestexte/de/download/ verkehr/AV_geh_u_radwege.pdf

4.1.5 Formblätter – 	 Verfassererklärung (siehe Teil 1.9) (PDF-Formular, d.h. Text kann direkt in das Formblatt eingegeben und danach ausgedruckt werden. Das PDF-Formular kann mit dem Acrobat-Reader aber nicht gespeichert werden.)
01_verfassererklaerung_fhs.pdf

– 	 Nutzungsvereinbarung für digitale Daten
	 (PDF-Vorlage ausdrucken, unterzeichnen und den 
 Abgabeunterlagen beilegen.)
	
02_nutzungsvereinbarung_fhs.pdf
	

– 	 Formblatt Kenndaten
	 (Vorlage ausdrucken, Kenndaten eintragen und den 
 Abgabeunterlagen beilegen.)
	
03_formblatt_kenndaten_fhs.xls
	

4.1.6 Bilddokumentation – 	 Fotos F1 – F40 als jpg-Dateien

4.2

Literatur – 	 Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Berlin, Bezirk Zehlendorf – Ortsteil Zehlendorf, Hrsg. Landesdenkmalamt Berlin, Ausgabe 1995 – 	 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Landesdenkmalamt

Quellenverzeichnis

4.3

Abbildungen – 	 Titelbild: Liegenschaftsfonds Berlin – 	 Abb. 1: Übersichtskarte von Berlin, M 1:50.000, 
 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
	 – 	 Abb. 2: Schwarzplan, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung – 	 Abb. 3: Luftbild, Landesarchiv Berlin – 	 Abb. 4: Lageplan, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung – 	 Abb. 5-7: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Berlin, Bezirk Zehlendorf – Ortsteil Zehlendorf, Hrsg. Landesdenkmalamt Berlin, Ausgabe 1995 – 	 Abb. 8: Karte Einwohnerdichte 2008, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung – 	 Abb. 9: Berit Breuer – 	 Abb. 10: Plan Flurstücke, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung – 	 Abb. 11, 12: Berit Breuer – 	 Abb. 13: FNP 2004 (Ausschnitt), Senatsverwaltung für 
 Stadtentwicklung
	 – 	 Abb. 14: Denkmalkarte (Ausschnitt), Senatsverwaltung für Stadtentwicklung – 	 Abb. 15-20: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Berlin, Bezirk Zehlendorf – Ortsteil Zehlendorf, Hrsg. Landesdenkmalamt Berlin, Ausgabe 1995

Abbildungsverzeichnis

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Fotodokumentation F2: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, FB Stadtplanung, Christoph Noack; alle übrigen Fotos: Berit Breuer

4.4

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Wettbewerbsgrundlagen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Denkmale Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

Weiterführende Informationen im Internet

4.5

Fotodokumentation

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F24 F8 F25 F26 F7 F4 F3 F6 F27 F29 F28 F35

F30 F5 F31 F1 F2 F32

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Standpunkte Fotoaufnahmen

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