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Ergebnisprotokoll

Full text: Ergebnisprotokoll

Parklandschaft Gatow Urbane Landwirtschaft

Berlin Spandau
Offener Landschaftsplanerischer Wettbewerb

Ergebnisprotokoll

Offener Landschaftsplanerischer Wettbewerb Parklandschaft Gatow – Urbane Landwirtschaft Ergebnisprotokoll

Berlin, Mai 2011

Herausgeber und Wettbewerbsdurchführung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin Koordination der Vorprüfung FUGMANN JANOTTA Büro für Landschaftsarchitektur und Landschaftsentwicklung Titelbild Büro Kiefer CS Druck A & W Digitaldruck, Berlin

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Inhalt
Ergebnisprotokoll der Sitzung des Preisgerichts Bericht der Vorprüfung Einzelberichte der Vorprüfung 7 27 31



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Ergebnisprotokoll der Sitzung des Preisgerichts zum Wettbewerb „Parklandschaft Gatow – Urbane Landwirtschaft“ am 25. und 26.05.2011 in der ehemaligen Kassenhalle des Finanzamtes Berlin-Wedding
1. Konstituierung des Preisgerichts Das Preisgericht tritt am 25.05.2011 um 9.30 Uhr in den Räumen des Finanzamts Wedding zusammen. Herr Kühne, Abteilungsleiter Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Städtebau und Projekte, begrüßt die Anwesenden. Er erläutert die Entwicklung des Wettbewerbsgebiets in seiner historischen Prägung und stellt Bezüge zu den verschiedenen Entwicklungsphasen sowie die Einbindung in die Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft her. ImAnschluss daran prüft er dieAnwesenheit der Teilnehmer des Preisgerichts und prüft die Berechtigung der anwesenden Sachverständigen, Vorprüfer und Gäste. Herr Röding ist nicht anwesend. Er wird von Frau Hube als Sachpreisrichterin vertreten. Das Preisgericht ist somit beschlussfähig. Herr Gödde als stellvertretender Sachpreisrichter ist erkrankt. Stimmberechtigte Fachpreisrichter: Hr. Dr. Carlo Becker Fr. Andrea Gebhard Fr. Margot Gerke Fr. Karin Helms Hr. Dr. Andreas Kipar Stimmberechtigte Sachpreisrichter: Hr. Horst Grothues Fr. Heidrun Hendricks Hr. Manfred Kühne Fr. Elke Hube Die Sachverständigen Herr Bätz, Herr Berg, Herr Dr. Leonhardt, Herr Pasch und Frau Schoen sind nicht anwesend. Frau Dr. König und Herr Wittig werden für später angekündigt. Frau Gebhard wir als Vorsitzende des Preisgerichts vorgeschlagen. Der Vorschlag wird vom Preisgericht einstimmig mit einer Enthaltung angenommen. Die Vorsitzende erläutert den Ablauf des Preisgerichts und die Bedeutung dieses Wettbewerbs für die zukünftige Entwicklung der Landschaftsplanung. Insbesondere die Frage der Urbanen Landwirtschaft stellt in diesem Wettbewerb eine Novität dar und muss mit den Ansprüchen des Naturschutzes in Einklang gebracht werden. Die Vorsitzende versichert sich, dass die Teilnehmer des Preisgerichts keinen Meinungsaustausch mit den Wettbewerbsteilnehmern über die Wettbewerbsaufgabe und deren Lösung geführt haben, während der Dauer des Preisgerichts führen werden und die vertrauliche Behandlung der Beratung des Preisgerichts gewährleisten werden. Die Anonymität der Teilnehmer soll gewahrt bleiben und Vermutungen über Verfasser sollen unterlassen werden. Die Vertraulichkeit der Beratung wird ebenfalls von allen zugesichert. Alle anwesenden stellvertretenden Fachpreisrichter werden zu ständig anwesenden Stellvertretern bestimmt



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2. Allgemeiner Bericht der Vorprüfung 10.05 Uhr Herr Janotta gibt einen technischen Bericht der Vorprüfung: es wurden 32 Arbeiten abgegeben. Bei fünf Arbeiten fehlt bisher der Nachweis der fristgerechten Einlieferung. Der geforderte Leistungsumfang war bei allen Arbeiten soweit erfüllt, dass sie prüfbar waren. Es werden 32 Arbeiten zum Verfahren zugelassen. Anschließend erläutert Herr Janotta den Vorprüfbericht, der allen Preisrichtern vorliegt, den Ablauf der Vorprüfung sowie die Mitarbeit der Sachverständigen an der Vorprüfung. Herr Janotta erläutert gesondert das Vorgehen bei der Prüfung der Kostenschätzungen und des naturschutzfachlichen Ausgleichs der Arbeiten. 3. Informationsrundgang Um 10.15 beginnt der Informationsrundgang ohne Wertung, bei welchem die Arbeiten in ihren charakteristischen Grundzügen von den Vorprüfern im Wechsel vorgestellt und Verständnisfragen beantwortet werden. Der Informationsrundgang wird von einer Pause von 11.25 Uhr – 11.35 Uhr unterbrochen. Im Anschluss stellt Frau Gebhard die Frage, ob eine Arbeit aus formalen Gründen ausgeschieden werden muss. Es wurde keine Arbeit aus formalen Gründen ausgeschlossen. Der Informationsrundgang wird um 13.10 Uhr abgeschlossen. Es folgt eine Mittagspause bis 13.55 Uhr. Frau Dr. König und Herr Wittig kommen um 11.45 Uhr. Frau Renker kommt um 14.00 Uhr. Sie vertritt Herrn Bätz als Sachverständigen. 4. Diskussion der Kriterien der Sachpreisrichter Vor dem ersten Wertungsrundgang werden die Sachpreisrichter gebeten, die aus ihrer Sicht wichtigen Kriterien nochmals zu erläutern: -	 Ausgleich und Ersatz muss entsprechend B-Plan umsetzbar sein -	 Das Wegekonzept muss robust und multifunktional sein -	 Grobes Gerüst für die Flächeneinteilung (sonst zu hoher Pflegeaufwand) -	 Nicht zu viele Einbauten -	 machbares Nutzungskonzept für den Schießplatz -	 Keine Abgrenzung der Siedlung durch Bepflanzung -	 Anbindung der vorhandenen Siedlung wichtig -	 Erfüllung des Städtebaulichen Vertrages – Umsetzung A+EMaßnahmen -	 Die Entwürfe müssen sich im Kostenrahmen bewegen -	 keine Belästigung der Anwohner (Lärm, Sandflug, Geruch), Immissionen müssen gering sein -	 Parklandschaft als Erholungsraum für alle umliegenden Siedlungen -	 Weite der Landschaft erhalten -	 Die historischen Prägungen sollten erlebbar bleiben -	 Urbane Landwirtschaft als Experimentierfeld -	 Authenzität des Ortes soll gewahrt bleiben, natürliche Entwicklungen, sanfte Gestaltung, Nutzungen ausprobieren 5. Erster Wertungsrundgang Um 14.20 Uhr beginnt der erste Wertungsrundgang. Die Vorsitzende weist darauf hin, dass im ersten Wertungsrundgang Arbeiten nur durch einstimmigen Beschluss ausgeschieden werden können. Jede Arbeit wird von einem Fachpreisrichter vorgestellt und die Vor- und Nachteile erörtert. Folgende Arbeiten werden einstimmig ausgeschieden:



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Tarnzahl 1622 1629 1631 1632 1640 1645 1646

Ergebnis ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden

Insgesamt wurden 7 Arbeiten im ersten Wertungsrundgang ausgeschieden. Es verbleiben noch 24 Arbeiten im Beurteilungsverfahren. Der erste Wertungsrundgang wird um 15.15 Uhr beendet. 6. Zweiter Wertungsrundgang Um 15.15 Uhr beginnt das Preisgericht den zweiten Wertungsrundgang. Die stimmberechtigten Preisrichter kommen unter Anlegung der Beurteilungskriterien der Auslobung und unter Einbeziehung der Sachverständigen zu folgenden Abstimmungsergebnissen: Tarnzahl 1616 1617 1618 1619 1620 1621 1623 1624 1625 1626 1627 1628 1630 1633 1634 1635 1636 1637 1638 1639 1641 1642 1643 1644 1647 Ja 0 0 2 5 6 0 0 3 1 0 0 0 6 7 5 3 8 4 9 2 4 0 5 9 0 Nein 9 9 7 4 3 9 9 6 8 9 9 9 3 2 4 6 1 5 0 7 5 9 4 0 9 Ergebnis ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden verbleibt verbleibt ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden verbleibt verbleibt verbleibt ausgeschieden verbleibt ausgeschiedent verbleibt ausgeschieden ausgeschieden ausgeschieden verbleibt verbleibt ausgeschieden



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16 Arbeiten werden im zweiten Wertungsrundgang ausgeschieden. Es verbleiben noch 9 Arbeiten im Bewertungsverfahren. Der zweite Wertungsrundrundgang wird von einer Pause von 16.15 Uhr – 16.25 Uhr unterbrochen. Der zweite Wertungsrundgang wird um 18.00 Uhr beendet. Es folgt eine Pause von 18.00 Uhr bis 18.20 Uhr. 7. Schriftliche Beurteilung der Arbeiten der engeren Wahl Vor Beginn der schriftlichen Beurteilung der Arbeiten der engeren Wahl stellt die Vorsitzende die Frage nach Rückholanträgen. Von den stimmberechtigten Preisrichtern werden keine Rückholanträge gestellt. Die Vorsitzende teilt das Preisgericht in fünf Gruppen, bestehend aus mindestens einem Fachpreisrichter (inklusive Stellvertreter) sowie einem Sachpreisrichter (inklusive Stellvertreter bzw. dem Sachverständigen) zur Beschreibung der Arbeiten ein. Nach einem gemeinsamen Rundgang, bei dem die Vor- und Nachteile der verbleibenden Arbeiten nochmals mit allen Teilnehmern erörtert werden, beginnt das Preisgericht um 18.50 Uhr mit der schriftlichen Beurteilung der Arbeiten der engeren Wahl. Das Preisgericht beendet die Sitzung am 25.05.2011 um 20.00 Uhr. Das Preisgericht nimmt seine Arbeit am 26.05.2011 um 9.15 Uhr wieder auf. Herr von Horlacher übernimmt den Sitz von Frau Gerke als Fachpreisrichter. Frau Gebhard stellt erneut die Frage, ob eine Arbeit zurückgeholt werden soll. Es wird der Antrag gestellt, die Arbeit 1641 zurück zu holen. Nach intensiver Diskussion und anschließender Abstimmung durch die Preisrichter wird Arbeit 1641 zurückgeholt. Tarnzahl 1641 Ja 5 Nein 4 Ergebnis zurückgeholt

Damit verbleiben 10 Arbeiten im Bewertungsverfahren (engere Wahl). Die Arbeit 1641 wird ebenfalls schriftlich beurteilt. Von 09.50 Uhr bis 10:25 Uhr werden die Beurteilungstexte der Arbeiten verlesen, diskutiert und einstimmig verabschiedet. Herr Prof. Dr. Eyink kommt um 10:20 Uhr. 1619 Der Entwurf bettet sich sehr gut in die umgebende Landschaft ein und stellt passgenau Bezüge und Verknüpfungen zum Umfeld her. Das innere Wegesystem ist hinsichtlich der Maschenweiten gut gewählt, die Hierarchie ist plausibel. Die Lage und Orientierung der Sitzplätze ist nicht nachvollziehbar. Die abnehmende Dichte der Bepflanzung im Norden mit waldartigen Strukturen nach Süden mit großzügigen Offenlandflächen ist gelungen und erzeugt damit unterschiedliche Atmosphären, die ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Aus der Siedlung sind somit weite Blicke in die Landschaft möglich. Die Akzentuierung der Spur der Start- und Landebahnen ist gut, wirkt aber in der formalen Umsetzung zu starr. Die Übergänge zwischen den extensiven Grünlandflächen im Norden und den intensiver nutzbaren landwirtschaftlichen Flächen ist geschickt gestaltet und wirkt fast spielerisch und zeugt von Flexibilität. Die freie Wegeführung unterstützt diesen Gestaltungsansatz, wirkt aber etwas zufällig. Die sparsame Anreicherung des Raumes mit Sport-, Kletter- und Skateangeboten ist gut gewählt und passend für den Landschaftsraum.

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Mit den umfangreichen Erdbewegungen am Schießplatz und im Bereich der ehemaligen Kiesgrube werden deutliche Zeichen gesetzt. Sie werden in ihrer Künstlichkeit für nicht angemessen erachtet. Aufgrund der hohen Überschreitung des Kostenrahmens werden einzelne Elemente des Entwurfes (insbesondere Erdbewegung) nicht umsetzbar sein. Die Flächen südlich des Sportplatzes sind noch nicht befriedigend ausgestaltet. 1620 Die Entwurfsidee stellt eine offene Mitte als Großform dar. Der Innenraum wird freigehalten und durch den umlaufenden Rundweg als Marke betont. Dieser Rundweg eignet sich für eine Aufladung mit Aktivitäten. Diese sind gut gewählt und werden sparsam eingesetzt. Es wird jedoch die Nachhaltigkeit dieser Ausstattungselemente in Frage gestellt. Der Rundweg nutzt leider nicht das Potential von abwechslungsreichen Raumfolgen, Verdichtungen und Sichtbeziehungen. Der Rundweg wird ergänzt durch weitere Wegenetze und stellt damit ein schlüssiges Gesamtnetz dar. Der Umgang mit der Topografie am Schießplatz wird als sehr positiv betrachtet. Die Blickkeile im Wald sind gut proportioniert. Mit wenig Aufwand wird ein Aussichtpunkt geschaffen. Die ruhige Gestaltung des Innenraumes als „Magerrasenbahn“ ist ein gutes Stilelement, um die Rauigkeit des Ortes mit seiner Geschichte zu zeigen. Die leichte rampenartige Böschung in der Fortsetzung der Start- und Landebahnen ist ein gutes Gestaltungselement. Die Flugzeuge werden als Überraschung erlebbar, der Zaun versteckt. Die Baumgruppen werden in ihrer Massivität an den Rändern kritisch beurteilt. Sie schränken die Bezüge zwischen Landschaft und Siedlung ein. Durch eine größere Lockerheit könnten jedoch Sichtbeziehungen hergestellt werden. Die Verortung der Flächen für die urbane Landwirtschaft ist plausibel, es werden aber nicht Regeln deutlich, wie dieses praktisch umsetzbar wird (Strukturen zur Orientierung). Aufgrund der Überschreitung des Kostenrahmens müssten Einsparpotentiale gesucht werden, die z. B. im Bereich der Baumpflanzungen liegen könnten. 1630 Eine neue Interpretation des Ortes bildet ein einheitliches Entwurfskonzept des Landschaftsparks. Die Bedeutung der stadträumlichen Struktur der ehemaligen Schießanlage wird durch Öffnung nach Süden zu einem landschaftsräumlichen Band aufgewertet. Eine klare Strukturierung und Überleitung der Flächen zu der unterschiedlichen bestehenden Umgebung ist hervorzuheben. Fraglich ist jedoch, ob die räumliche Differenzierung ausreicht. Es bleibt insgesamt zu flächig. Es fehlen Sichtbezüge zu deutlich wahrnehmbaren Orientierungspunkten in der Landschaft. Das vorgeschlagene Konzept der urbanen Landwirtschaft wird positiv bewertet. Dabei sind die Besetzung der Mitte durch extensive Nutzungen und die nur punktuell angebotenen intensiven Nutzungen grundsätzlich nachvollziehbar. Fraglich ist, ob das Konzept mittelfristig die erforderliche Flexibilität und Dynamik ermöglicht und welches Erscheinungsbild sich einstellt. Die vorgeschlagene Umnutzung der ehemaligen Schießanlage zu einer «Kunsthalle Gatow» eröffnet die Diskussion zum Potential einer möglichen überregionalen Ausstrahlung des Ortes. Hier werden Möglichkeiten für eine internationale Bedeutung gesehen. Unverständlich bleibt, warum der Spielort «Satellit» nicht in die Kunstzone integriert wird.

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1633 Die Arbeit mit dem Titel „Lichtung im Kulturlandschaftsraum“ überzeugt durch eine Strategie die vom großen Maßstab bis zum kleinen Detail konsequent durchgearbeitet ist. Die „Lichtung“ wird als zusammenhängendes System mit dem ehemaligen Flugplatz Gatow verstanden und so dem Maßstab der Umgebung gerecht. Der Rand der Lichtung wird neu formuliert, an die angrenzenden Bestandsstrukturen angepasst und entsprechend unterschiedlich gestaltet. Der neu gestaltete Rand überzeugt durch seine unterschiedlichen Räumlichkeiten und Qualitäten. Es entwickelt sich eine harmonische Sequenz die von urbanen bis zu landschaftlicheren Charakteren geprägt ist und einen vielfältigen Saum schafft. Die Grundstruktur des Landschaftsparks knüpft an historische kulturlandschaftliche Bilder der Region. Die Unterteilung der Fläche in einen extensiveren Bereich und eine intensiver genutzte Landwirtschaftsfläche wirkt selbstverständlich. Durch die Klarheit des Grundgerüstes kann das System für die intensivere Urbane Landwirtschaft flexibel genutzt werden. Sowohl großflächigere als auch kleinteiligere Nutzungen werden dadurch ermöglicht. Der Arbeit gelingt es, den Betrachter neugierig zu machen, um sich immer tiefer in der Arbeit hinein zu versetzen. Es gibt immer wieder neue Motive zu entdecken wie z.B. die Gestaltung des leicht erhöhten Rundweges, die Fortführung und Abschluss der Landebahnen, der Umgang mit Blickbeziehungen und unterschiedlichen Rhythmen und Orientierungspunkten im Raum. Der Entwurf schafft Bilder, die die verschiedenen Raumqualitäten und die Dynamik dieses neuen Ortes widerspiegeln. Die landwirtschaftliche Nutzung auf einem Teil der ehemaligen Deponiefläche wird kritisch gesehen. Die Umgestaltung des ehemaligen Schießplatzes in einen neuen Spielplatz- und Aktionsort wird positiv bewertet. Der zu skulptural modellierte Längswall wird kritisch angemerkt und seine Gestaltung als für den Ort nicht angemessen angesehen. 1634 Die Entwurfsidee entwickelt sich aus der räumlichen Dimension mittels gestalteter Bänder (Finger). Die gliedernde Funktion der verschiedenen Bänder führt zu einer deutlichen Gliederung und trägt zu einer Vielfalt der Funktionen bei. Damit einher geht jedoch auch eine visuelle Einengung der offenen Räume. Der urbanen Landwirtschaft kommt eine tragende zentrale Rolle sowohl in der Gestaltung als auch in der Landschaftspflege zu. Offene Wiesen und Weideflächen nehmen einen großen Teil der Gesamtfläche ein. Besondere Nutzungsangebote für Besucher   finden sich gebündelt im Bereich des ehemaligen Schießplatzes und den Gartenflächen. Auf den die ehemalige Landebahn visualisierenden Flächen finden sich Freizeitangebote für Jugendliche. Durch die bewusst gewählte Kleinteiligkeit des Konzeptes wird eine variable Nutzung eingeschränkt und eine Nachhaltigkeit erschwert. Die Wegedichte besonders im zentralen Bereich erscheint überdimensioniert. Die strukturelle Hierarchie innerhalb des Erschließungssystems ist nicht eindeutig. Der Umbau des Schießplatzes mit einer Vielzahl von Gestaltungselementen und einem breit gefächerten Nutzungsangebot wurde nicht in das Finanzierungskonzept einbezogen. Die Funktionstüchtigkeit und Finanzierbarkeit sind abhängig vom künftigen Betreiber und können nur durch diesen gewährleistet werden. Die vorgestellte Konzeption berücksichtigt in beispielhafter Weise die Ausgleichserfordernisse und den Artenschutz. Die vorhandene Vegetation

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wird weiterentwickelt und ergänzt. Der Kostenrahmen wird erkennbar überschritten. Der Pflegeaufwand   bleibt im Rahmen, solange die vorgesehenen Nutzungsvarianten umgesetzt werden können. Der Entwurf befasst sich mit allen Vorgaben. Die Umsetzung erscheint überambitioniert und kann in letzter Konsequenz nicht überzeugen. 1636 Die Arbeit zeichnet sich durch den prozesshaften Ansatz und ein engagiertes Auseinandersetzen mit der Urbanen Landwirtschaft in einer zukunftsorientierten Formensprache aus. Der prozessuale Ansatz geht weniger von einer städtebaulichen Konzeption als von einer innovativen und intensiv gestalteten Landschaftsarchitektur aus. Er inszeniert eine neue räumliche und zeitliche Abfolge der Landschaftsgestaltung. Dabei findet eine klare Zonierung der Landschaftsräume für hochproduktive Landwirtschaft, Prärieflächen mit geringen Eingriffen und extensiven Landwirtschaftsflächen statt. Die Idee einer räumlichen Infrastruktur findet eine konsequente Fortsetzung in der klaren Flächengliederung und entwickelt neue Aufgabenstellungen für die einbezogenen Akteure. Das aus der prozessualen Entwicklung resultierende Leitbild stellt sich sehr heterogen dar. Die starke Nutzung im Schießplatzbereich ist nicht im Rahmen der gesetzten Vorgaben umsetzbar. Das Wegesystem bildet ein differenziertes Nutzungsangebot für alle Gruppen. Die Beerntung der Kurzumtriebsplantagen eröffnet regelmäßig neue Sichtachsen und Raumbezüge, die belebend wirken. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit ist stark abhängig vom wissenschaftlichen und ökonomischen Erfolg der gewählten Nutzungsformen. Die Einforderung von Fördermitteln ist mit einem hohen bürokratischen Aufwand mit ungewissem Erfolg verbunden. Von der Jury wird der experimentelle Ansatz besonders gewürdigt. Ein tragfähiges Konzept müsste jedoch andere Dimensionen aufweisen. 1638 Ein lineares Wegenetz strukturiert den neuen Landschaftspark und verbindet wie selbstverständlich drei Wohnquartiere miteinander, wobei für die Waldsiedlung ein Erweiterungsvorschlag gemacht wird. Der vorgesehene Rundweg integriert sich gut in die Wegestruktur, bindet an den wichtigen Knotenpunkten an, schafft eine positiv zu bewertende Öffentlichkeit im Bereich der Schießanlage und verbindet historische und neue Strukturen durch ein Aktivitätsband zwischen Landebahn und Anger auf überzeugende Weise. Siedlung und Landschaftsraum werden durch einen grünen Übergang verbunden, der Blick in die weite Landschaft bleibt dabei erhalten. Klassische und moderne Elemente der Parkgestaltung werden in spannender Art und Weise miteinander kombiniert. Die ausgedehnten parzellierten Landschaftsflächen sind integraler Bestandteil des einheitlichen Landschaftsraumes. Der Wall der ehemaligen Schießanlage wird mit großem Aufwand topographisch verändert und im „Inneren“ umgestaltet. Einzelne Betonteile werden recycelt. Die hohe Qualität der Arbeit liegt im räumlichen Gesamtkonzept und den sensibel ausgebildeten Detailpunkten.

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1641 Die Diskussion zu dieser Arbeit war in der Jury ausführlich und kontrovers. Einvernehmen bestand darüber, dass das Konzept nicht die richtige Antwort für den konkreten Ort und die konkrete Aufgabenstellung bietet. Dennoch überwog die Zustimmung zur prägnanten räumlichen Setzung mit einer Kombination von starken Waldkanten und offener Lichtung. Der Vorschlag, die Aufforstung als differenziertes und dynamisches „Waldlabor“ zu entwickeln, findet ein starkes Interesse. Die plakative Darstellung als dichte und homogene Waldstruktur ohne Differenz zur Darstellung der bestehenden Forste hat jedoch das Vertrauen der Jury in die Ernsthaftigkeit dieses Ansatzes stark geschwächt. Dennoch überwog die Auffassung, dass dieser räumlich-konzeptionelle Ansatz als ergänzende Strategie zur urbanen Landwirtschaft in Berlin und darüber hinaus produktive Diskussionsbeiträge bieten kann. 1643 Eine alleeartige, abknickende Wegeverbindung zwischen den beiden Siedlungen bildet das Rückgrat des Gebietes und führt zu zwei voneinander getrennten Landschaftsräumen. Hauptaufenthaltsbereiche bilden der an der Landstadt Gatow angedockte „Berliner Balkon“ mit einem daran anschließenden schmalen Grünstreifen und die umgestaltete Schießanlage. Der Wall der Schießanlage wird topographisch verändert und erhält nach Süden ausgerichtete flach geneigte Aussichts- und Spielflächen mit eingeschränkter Nutzungsmöglichkeit. Die Jury ist der Meinung, dass die in den Perspektiven dargestellten Aufenthaltsqualitäten das Gesamtkonzept nicht in ausreichender Weise tragen können. 1644 Die landschaftlichen Gehölz-Strukturen im Norden werden zielgerichtet weiterentwickelt und mit den orthogonalen Wiesenflächen überschnitten. Dadurch gelingt es, den Kontrast zwischen einem Landschaftspark und einer Landwirtschaftsfläche zu überwinden. Die Ränder werden aus dem Bestand heraus nachvollziehbar gestaltet. Es wird eine gute Einbindung in den Stadt- und Landschaftsraum durch die Gehölze im Norden und die offenen Flächen im Süden erreicht. Darüber hinaus schafft die Aufnahme der ursprünglichen Landebahnen in das Entwurfsprinzip als Acker bzw. Liegewiese eine starke Verzahnung auf Basis der geschichtlichen Spuren. Die modular aufgebauten Flächen aus Hochstaudenfluren und Wiesenund Weideflächen bieten eine gute Möglichkeit, flexibel auf die Nachfrage nach Landwirtschaftsflächen zu reagieren. Die flächige Rasterdarstellung der Baumpflanzungen im Norden ist nicht überzeugend und verdeutlicht nicht das Camouflage-Prinzip. Durch das schlüssige Wegenetz mit punktuellen Angebotsflächen wird der gesamte Park nachvollziehbar erschlossen. Der ehemalige Schießplatz wird insbesondere durch die Öffnung im Süden in den Park integriert. Der innen liegende Skate Parcours bietet gute Möglichkeiten der privatwirtschaftlichen Nutzung. Der Kostenrahmen wird geringfügig überschritten, insgesamt erscheint der Entwurf jedoch unter Berücksichtigung der Pflegekosten als wirtschaftlich umsetzbar. Das überzeugende Leitbild und das starke Nutzungsgerüst in seiner Flexibilität können ein tragfähiges Gerüst für die weitere Parkentwicklung bieten.

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8. Dritter Wertungsrundgang (engere Wahl) Im Anschluss an die Verlesung der Beurteilungstexte besprechen die Preisrichter die Arbeiten der engeren Wahl und führen eine qualitative Voreinstufung durch. Um 11.11 Uhr wird der Arbeit 1644 einstimmig der 1. Preis zugewiesen. Das Preisgericht entscheidet sich daraufhin einstimmig, zwei 3. Preise zu vergeben und das Preisgeld für den 2. und 3. Preis zu je 15.000 € auf die Preisträger aufzuteilen. Den Arbeiten 1633 und 1638 wird jeweils einstimmig der 3. Preis zugewiesen. Es folgt eine Pause von 11.20 Uhr bis 11.25 Uhr. Anschließend erfolgt die Diskussion darüber, welche Arbeiten eine Anerkennung bekommen sollen. Die Entscheidung fällt auf die Arbeiten 1636 und 1641. Im dritten Wertungsrundgang kommen die stimmberechtigten Preisrichter unter Anlegung der Beurteilungskriterien der Auslobung und unter Einbeziehung der Sachverständigen zu folgenden Abstimmungsergebnissen: Tarnzahl 1633 1636 1638 1641 1644 Ja 9 9 9 8 9 Nein 0 0 0 1 0 Ergebnis 3. Preis Anerkennung 3. Preis Anerkennung 1. Preis

Das Preisgericht empfiehlt dem Auslober einstimmig, den ersten Preisträger mit der Realisierung des Projektes zu beauftragen. Sollte der erste Preisträger nicht den erforderlichen Nachweis der rechtzeitigen Abgabe erbringen können, empfiehlt das Preisgericht dem Auslober, die beiden dritten Preisträger mit einer Überarbeitung zu beauftragen und anschließend das Preisgericht erneut zur Beschlussfassung zusammen zu rufen. 9. Abschluss der Preisgerichtsitzung Die Öffnung der Umschläge der Verfassererklärungen erfolgt ab 11.35 Uhr durch die Vorsitzende, nachdem sie sich von der Unversehrtheit der Umschläge überzeugt hat. Es wurden die Verfasser der engeren Auswahl verlesen. Arbeit 1619	 		 		 Arbeit 1620	 		 		 		 Arbeit 1630	 		 		 Schmidtke + Boué, Wieland Schmidtke, Evelyna Boué, Hamburg Mitarbeit: Sonja Uhlendorf Atelier LOIDL Landschaftsarchitekten, Leonard Grosch, Bernd Joosten, Berlin Mitarbeit: Benjamin Gutsche, Michael Gareis, Stefan Grieger, Anne Mertins, Tim Erdmann BASE und atelier eem, Landschaftsarchitekten Paris Mitarbeit: Clément Willemin, Charlotte Schmidt, Mark Blume

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Arbeit 1633	 		 		 Arbeit 1634	 		 		 		 		 		 Arbeit 1636	 		 		 Arbeit 1638	 		 		 		 Arbeit 1641	 	 	 		 		 		 		 Arbeit 1643	 		 		 		 Arbeit 1644	 		 		 		

hoch C Landschaftsarchitektur, Claus Herrmann, Berlin Mitarbeit: Franz Reschke, Susanne Weber, Frederik Springer, Maximilian Drake A24 Landschaft. Landschaftarchitektur, Stefan Robel, 		 Berlin Mitarbeit: Ludivine Gragy, Giulia Rube, Shyuen-Wen Shyu, Clara Lescourret, Claudia Alvino, Elena Wichmann, Silvia Bachetti, Gianaluca Torini, Moritz Bannach, Fabian Karle Gesa Königstein, Berlin Mitarbeit: Anne-Katrin Fenk, Christopher Strein, Maria Kalmbach, Maike Nolte Bernard und Sattler Landschaftsarchitekten, Stefan Bernard, Berlin Mitarbeit: Fabian Lux, Agata Waszczuk, Michael de Witt, Maren Klöppner Arbeitsgemeinschaft Trüper Gondesen Partner (TGP) & Schirmer-Partner (SP) Landschaftsarchitekten, Lübeck, Berlin Mitarbeit: Tonio Trüper, Claus Althaus, Maria Julius, Teja Trüper, Robert Maciejewski, Andrea Schirmer, Karsten Krüger Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, Luc Monsigny, Berlin Mitarbeit: Ludivine Baruton, Roy Straahof, Christiane Wetzel, Florian Will Kiefer CS, Gabriele G. Kiefer, Tancredi Capatti, Mathias Staubach, Berlin Mitarbeit: Andreas Westendorf, Robyn Butcher, Katrin Unger

Anmerkung: Von den Arbeiten 1641 und 1644 fehlte der Nachweis der termingerechten Einlieferung. Für Arbeit 1644 konnte dieser am 27.05., für Arbeit 1641 am 30.05.2011 durch die Verfasser erbracht werden. Die Vorsitzende bedankt sich bei der Vorprüfung für die sehr gute Vorbereitung und Präsentation der Arbeiten. Die Vorprüfung wird vom Preisgericht einstimmig entlastet. Herr Kühne bedankt sich im Namen der Auslober bei der Vorsitzenden des Preisgerichts und bei allen am Verfahren beteiligten für die gute und konstruktive Zusammenarbeit.

Gez.: 		 Protokoll: 	

Andrea Gebhard Helge Herbst

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Das Protokoll wird genehmigt

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Anwesenheitsliste 25.05.2011
ANWESENHEITSLISTE 25.05.2011

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Anwesenheitsliste 26.05.2011
ANWESENHEITSLISTE 26.05.2011

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Preisträger des Wettbewerbs 1. Preis Arbeit 1644	 		 		 		 Kiefer CS, Gabriele G. Kiefer, Tancredi Capatti, Mathias Staubach, Berlin Mitarbeit: Andreas Westendorf, Robyn Butcher, Katrin Unger

Ein 3. Preis Arbeit 1633	 		 		 hoch C Landschaftsarchitektur, Claus Herrmann, Berlin Mitarbeit: Franz Reschke, Susanne Weber, Frederik Springer, Maximilian Drake

Ein 3. Preis Arbeit 1638	 		 		 		 Bernard und Sattler Landschaftsarchitekten, Stefan Bernard, Berlin Mitarbeit: Fabian Lux, Agata Waszczuk, Michael de Witt, Maren Klöppner

Eine Anerkennung Arbeit 1636	 		 		 Gesa Königstein, Berlin Mitarbeit: Anne-Katrin Fenk, Christopher Strein, Maria Kalmbach, Maike Nolte

Eine Anerkennung Arbeit 1641	 	 	 		 		 		 		 Arbeitsgemeinschaft Trüper Gondesen Partner (TGP) & Schirmer-Partner (SP) Landschaftsarchitekten, Lübeck, Berlin Mitarbeit: Tonio Trüper, Claus Althaus, Maria Julius, Teja Trüper, Robert Maciejewski, Andrea Schirmer, Karsten Krüger

Engere Wahl Arbeit 1619	 		 		 Arbeit 1620	 		 		 		 Arbeit 1630	 		 		 Schmidtke + Boué, Wieland Schmidtke, Evelyna Boué, Hamburg Mitarbeit: Sonja Uhlendorf Atelier LOIDL Landschaftsarchitekten, Leonard Grosch, Bernd Joosten, Berlin Mitarbeit: Benjamin Gutsche, Michael Gareis, Stefan Grieger, Anne Mertins, Tim Erdmann BASE und atelier eem, Landschaftsarchitekten Paris Mitarbeit: Clement Willemin, Charlotte Schmidt, Mark Blume

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Arbeit 1634	 		 		 		 		 Arbeit 1643	 		 		 		

A24 Landschaft. Landschaftarchitektur, Stefan Robel, Wolvine Gragy, Givua Robe, Shyuenwen Smyu, Berlin Mitarbeit: Clara Vescovrret, Claudia Awimo, Elena Wichmann, Silvia Braguetti, Inca Torini, Moritz Bannach, Fabian Karle Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, Luc Monsigny, Berlin Mitarbeit: Ludivine Baruton, Roy Straahof, Christiane Wetzel, Florian Will

Zweiter Rundgang Arbeit 1616	 		 		 Arbeit 1617	 		 		 Arbeit 1618	 		 		 Arbeit 1621	 		 		 		 Arbeit 1623	 		 		 		 Arbeit 1624	 		 Arbeit 1625	 		 		 Arbeit 1626	 		 		 Arbeit 1627	 		 		 Arbeit 1628	 		 		 		 		 LUZ Landschaftsarchitekten, Heiner Luz, München Mitarbeit: Martin Brunner, Johann Dresler, Phyllis Sperling, Felix Franz, Stephanie Pöllath guba + sgard Landschaftsarchiten, Tomas Guba, Matine Sgard, Berlin Mitarbeit: Anna Ludwig Landschaftsarchitektur Gerhard Rennhofer, Gerhard Rennhofer, Wien Mitarbeit: Daniela Lehner, Srdan Ivkovic Lützow 7, C. Müller, J. Wehberg Landschaftsarchitekten, Cornelia Müller, Jan Wehberg, Berlin Mitarbeit: Maria Sasse, Kristin Kebler, Piet Nolting, Fabian Fieweger lohrberg stadtlandschaftsarchitektur, Frank Lohrberg, Stuttgart Mitarbeit: Hanna Köneke, Dirk Meiser, Agnieszka Gorniak-Schulze, Andreas Balestrini bbzl böhm benfer zahiri landschaften städtebau, Ulrike Böhm, Cyrus Zahiri, Katja Benfer, Berlin bbz landschaftsarchitekten, Timo Herrmann, Berlin Mitarbeit: Ellen Kallert, Malte Stellmann, Wieschen Siewers, Charlotte Tobey Landschaft planen + bauen, Manfred Karsch, Berlin Mitarbeit: Anke Steinbrügge, Paul Junker, Wilhelm Henschel KUULA Landschaftsarchitekten Kusserow und Uphaus, Bernd Kusserow, Ulrich Uphaus, Berlin Mitarbeit: Tatjana Busch METTLER Landschaftsarchitektur, Rita Mettler, Berlin Mitarbeit: Christine Guerard, Kaja Terpinska, Jakob Kastner, Kai Beschorner, Julia Hutzler, Jennifer Winkelmann, Marcela Garcia Padilla, Katharina Wittchen, Julia Reismüller, Ion Costin

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Arbeit 1635	 		 		 Arbeit 1637	 		 		 Arbeit 1639	 		 		 		 		 		 Arbeit 1642	 		 		 		 Arbeit 1647	 		 		 		

Linhart + Aufner Landschaftsarchitektur und Urbanismus, Verena Linhart, Johanna Aufner, Wien Mitarbeit: Jennifer Zack r+b landschaft s architektur, Jens Rossa, Sonja Rossa-Banthien, Dresden Mitarbeit: Annegret Stöckert, Sophia Till PROAP LDA., João Ferreira Nunes, Giovanni Oliva, Lissabon Mitarbeit: Iñaki Zoilo, Marta Palha, Helena Palma, Veronika Gschirr, Gianni Cinquesrana, Inês Reisão, David Fonsela, Fabio Altomano, Anionin Serra, Alessandro Madau, Valentima Pala, Armando Vazquez hutterreimann Landschaftsarchitektur, Barbara Hutter, Stefan Reimann, Berlin Mitarbeit: Friedericke Lichtenthal, Jana Neumann, Sandra Woicke, Robert Nolte HAHN HERTLING VON HANTELMANN Landschaftsarchitekten, Inga Hahn, Berlin Mitarbeit: Alexander Kochan, Martin Schmitz, Katharina Lindschulte, Kristian Dahlgaard

Erster Rundgang Arbeit 1622	 		 Arbeit 1629	 		 		 Arbeit 1631	 		 		 Arbeit 1632	 		 Arbeit 1640	 		 		 Arbeit 1645	 		 		 Arbeit 1646	 		 		 Büro Freiraum und Umwelt, Andrea Wendland, Hannover Mitarbeit: Manfred Wassmann, Wielfried Hadsik BN Stadtentwicklung und Umweltplanung, Sabine Hehne, Hannover Mitarbeit: Uve Bittner, Ayse Bittner Schweingruber Zulauf, Lukas Schweingruber, Zürich Mitarbeit: Dominik Bueckers, Simon Engemaerke, Mirjam Scharnofske Fanny Guilmet Paysagiste DPLG, Fanny Guilmet, Paris Mitarbeit: Svea Heinemann, Nadya Nilina Schmidt-Seifert Landschaftsarchitektur, Peter Schmidt-Seifert, Berlin Mitarbeit: Andrea Müller, Stefan Hellmich Stefan Tischer Landschaftsarchitekt, Stefan Tischer, Rom Mitarbeit: Andrea Becca, Anusesterina Piray, Doriana Pirino, Paola Serrittu GOEP LA LTD, Rainer Preißmann, Maximilian Frhn. von Wendt, Kalkar Mitarbeit: Jolantha Zielinska

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WB Parklandschaft Gatow / Ergebnisprotokoll

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Bericht der Vorprüfung
Vorlauf und Einlieferung der Arbeiten Der Wettbewerb wurde als offener Landschaftsplanerischer Wettbewerb gemäß RPW 2008 durchgeführt. Das Verfahren ist anonym. Die Wettbewerbsunterlagen wurden ab dem 20.12.2010 zum Herunterladen unter www.wettbewerbe-aktuell.de/wettbewerbe/3/teilnehmerbereich.html ins Netz gestellt. Rückfragen zur Auslobung konnten bis zum 28.01.2011 schriftlich (über Internet) gestellt werden. Rückfragen wurden bis zum 08.02.2011 über Internet beantwortet. Das Rückfragenprotokoll plus Anlagen wurde ab dem 08.02.2011 zum Herun-terladen ins Netz gestellt und per Mail an alle registrierten Teilnehmer verschickt. Die Arbeiten konnten persönlich, per Post oder Kurier eingereicht werden. 8 Arbeiten gingen termingerecht bis zum 08.04.2011 bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Brü-ckenstraße 6, 10179 Berlin ein. Bei 19 Arbeiten wurde per Poststempel bzw. Kuriereinlieferungsschein der termingerechte Versand der Arbeit bis zum 08.04.2011 nachgewiesen. Für die Arbeiten 1620, 1621, 1639, 1641 und 1644 fehlt bisher ein Nachweis der fristgerechten Einlieferung. Der Nachweis für diese 5 Arbeiten muss nach der Preisgerichtssitzung erbracht werden. Insgesamt sind 32 Arbeiten eingegangen und wurden geprüft. Das Eingangsdatum der Arbeiten wurde in Sammellisten eingetragen. Die Arbeiten wurden durch Mitarbeiter der Vorprüfung in einem für die Öffentlichkeit und für Unbefugte nicht zugänglichen Raum des Finanzamts Wedding geöffnet. Die Kennziffern der Arbeiten wurden mit Tarnnummern von 1616 bis 1647 überklebt und auf Stelltafeln gehängt. Die Verfasserumschläge wurden unter Verschluss genommen. Vollständigkeit der Arbeiten Die eingereichten Arbeiten wurden auf die Vollständigkeit der laut Auslobung unter Punkt 1.10 Punkt aufgelisteten „Geforderten Leistungen“ überprüft. Die entsprechende Liste ist Bestandteil des Vorprüfberichtes. Die Arbeiten waren im Wesentlichen vollständig. Bei Arbeit 1618 war die CD nicht lesbar. Bei Arbeit 1623 ist die Kostenschätzung unvollständig (nur Massen und Gesamtkosten, Schießplatz fehlt), die CD-Rom ist leer. Bei Arbeit 1629 fehlt der 2. Schnitt für den Schießplatzbereich. Bei Arbeit 1640 fehlt ein Verzeichnis der Unterlagen. Ebenso bei Arbeit 1646. Alle 32 Arbeiten wurden, auch bei zum Teil unvollständigen Unterlagen, geprüft. Die Vorprüfung nahm ihre Arbeit am 20.04.2011 auf. Die Vorprüfung wurde von folgenden Personen durchgeführt: Koordination Fugmann Janotta, Landschaftsarchitekten, Berlin mit Martin Janotta und Helge Herbst Vorprüfung Eckhard Lange, Landschaftsarchitekt, Berlin Katharina Schütze, Landschaftsarchitektin, Berlin Annette Sprenger, Landschaftsarchitektin, Berlin Sachverständiger Vorprüfer für die Kosteneinschätzung Steffen Brodt, Landschaftsarchitekt, Berlin Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Vorprüfung Alice Rzezonka Lysann Pötschick Martin Tietz Nach einer Einführung in das Wettbewerbsgebiet und die Wettbewerbsaufgabe durch die Koordinatoren der Vorprüfung, wurde ein der Anzahl der Arbeiten und der zur Verfügung stehenden Zeit angemessenes Vorprüfverfahren sowie ein organisatorischer Ablauf festgelegt. Aufgrund der in Teil 3 der Wettbewerbsauslobung beschriebenen Aufgaben und der Beurteilungskriterien entwickelte die Vorprüfung eine Struktur zur Prüfung der Arbeiten, die in die Gliederungspunkte der textlichen Beschreibungen der einzelnen Wettbewerbsarbeiten eingegangen ist: -	 -	 -	 -	 -	 -	 -	 Leitidee Landschaftlich-städtebauliches Konzept Erschließung und Wegeführung Vegetations- und Habitatstrukturen Urbane Landwirtschaft Schießplatz Realisierbarkeit / Wirtschaftlichkeit

Die Mitarbeiter der Vorprüfung haben die Wettbewerbsarbeiten anhand der Vorgaben der Auslobung geprüft und in einem Kurzbericht für jede Arbeit dargelegt, wie die Wettbewerbsteilnehmer die einzlnen Gliederungspunkte umgesetzt haben. Am 20.05.2011 wurde die Vorprüfung abgeschlossen.

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Gliederung der Einzelberichte Jede Arbeit wird auf zwei Seiten vorgestellt. Auf der ersten (linken) Seite wird die Verkleinerung des Entwurfs für das gesamte Wettbewerbsgebiet dargestellt (M ca. 1:20.000). Ebenso beginnt auf dieser Seite der Erläuterungstext der Vorprüfung, der sich auf der nächsten Seite entsprechend der oben genannten Gliederungspunkte fortsetzt. Zitate der Verfasser sind kursiv wiedergegeben. Kosteneinschätzung Zur Abschätzung der durch die jeweiligen Entwürfe voraussichtlich entstehenden Bau- und Pflegekosten wurden den Wettbewerbsteilnehmern vorstrukturierte Kostentabellen ausgehändigt. Hierin wurden alle voraussichtlich relevanten Positionen nach Kostengruppen gemäß DIN 276 / 2006 aufgeführt und für eine bessere Vergleichbarkeit mit Einheitspreisen versehen. Die für die Prüfung relevanten Einheitspreise wurden auf Grundlage aktueller Ausschreibungsergebnisse ermittelt. Um Flexibilität zu ermöglichen wurde den Teilnehmern gewährt, zu jeder Kostengruppe eigene Positionen hinzuzufügen. Es wurden 3 Kostentabellen ausgehändigt: -	 Kostenermittlung für die Gestaltung der Parklandschaft (Gesamtkostenschätzung) -	 Kostenermittlung für den Rückbau der Schießplatzanlagen (fließt in die Gesamtkostenschätzung mit ein) -	 Kostenermittlung für die Pflege Die Massen wurden entsprechend für jede Arbeit durch die Vorprüfung ermittelt und als Grundlage für die Prüfung der angegebenen Massen und Kosten verwendet. Im Vergleich mit der in der Auslobung genannten Nettobausumme für den Realisierungsteil gibt der Kostenprüfer eine Einschätzung, ob die Realisierung im vorgegebenen Kostenrahmen möglich erscheint. Die Kosteneinschätzung ist im Vorprüftext unter dem Gliederungspunkt Realisierbarkeit / Wirtschaftlichkeit vermerkt. Naturschutzfachlicher Ausgleich Da die Gestaltung der Parklandschaft im Rahmen des naturschutzfachlichen Ausgleichskonzepts zum B-Plan-Verfahren VIII-422 erfolgt, mussten die Wettbewerbsteilnehmer nachweisen, inwiefern die geplante Nutzungsstruktur der Parklandschaft den Vorgaben dieses Konzepts entspricht. Hierzu wurde für vier Teilflächen der prozentuale Anteil bestimmter Vegetationsstrukturen vorgegeben und mit der geplanten Flächenstruktur verglichen. Hierzu werden Tortendiagramme genutzt, die aufgrund der Angaben der Wettbewerbsteilnehmer und der Massenermitt-

lung der Vorprüfung erstellt wurden. Unter dem Gliederungspunkt Realisierbarkeit / Wirtschaftlichkeit ist die Flächenaufteilung des jeweiligen Entwurfs für die vier Teilflächen sowie für das gesamte Wettbewerbsgebiet abgebildet, die Vorprüfung gibt eine Einschätzung, ob der naturschutzfachliche Ausgleich möglich ist. Die im B-Plan vorgegebene Flächenstruktur stellt sich wie folgt dar:

Sachverständige Während der Vorprüfung wurden die Sachverständigen am 16.05.2011 eingeladen, sich einen Eindruck über die abgegebenen Arbeiten zu verschaffen. Von den 13 Sachverständigen nahmen 7 diese Gelegenheit wahr. Die Stellungnahmen zu den Wettbewerbsbeiträgen sowie die Sachverständigen selbst stehen dem Preisgericht für vertiefende Ausführungen zur Verfügung.

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Tarnnummer

Plan 1:10.000

Entwurf 1:2.000

Entwurf (Schießplatz) 1:500 +2 Schnitte
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Entwurf (freie Wahl) 1:500

Erläuternde Darstellungen

Erläuterungsbericht (max. 4 A4)

Verkl. des Entwurfs (s/w)

(Verfassererklärung (Formblatt I)

Kostenschätzung (Formblatt II)

Nachweis Kompensation (Formblatt III)

CD-Rom

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Einzelberichte der Vorprüfung

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LUZ Landschaftsarchitekten, München / Zweiter Rundgang

rosen). Im Schnittpunkt der beiden unterschiedlichen Ausrichtungen soll am Glienicker See - auch als Pendant zum Grunewaldturm - ein Aussichtsturm entstehen, der dem Anger der Landstadt Gatow ein sichtbares Zeichen gibt. Weitere übergeordnete Blickbeziehungen ergeben sich von den Wällen der Schießanlage und im Verlauf der Landebahnen. 3. Erschließung und Wegeführung Der Dörferweg setzt die Flucht der nördlichen Siedlungskante fort und wird mit einer Baumreihe (Elsbeere, Baum des Jahres 2011) betont. Der Dörferweg bildet zugleich die Grenze zwischen den unterschiedlich ausgerichteten orthogonalen Wegesystemen. Alle Hauptwege sind asphaltiert, die Nebenwege sind aus Schotterrasen. Parallel zu einzelnen Hauptwegen werden Reitwege geführt. Rechteckige bzw. dreieckige wassergebundene Plätze werden einheitlich mit im Raster gepflanzten Gingko-Bäumen überstellt. Es ist nur eine zurückhaltende Möblierung vorgesehen. Neue Bänke und Sitzwürfel aus Beton beschränken sich auf Wegekreuzungen und den Rundweg am Schießplatz. Für die Möblierung der fortgeführten Landebahnen wird die im Wohngebiet verwendete Sitzbank vorgeschlagen. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Der Waldrand im Norden wird gebildet aus Kiefer und Eiche, Unterpflanzung mit Kornelkirsche, ergänzt an den südlichen Rändern mit Schlehen, Haselnuss und Wildrosen. Durch gezielte Untersaaten wird eine artenreiche Krautflur etabliert. Gehölzgruppen und lineare Baumstreifen finden sich auf den Wiesen und Weiden, in den Angern der Landebahnen sowie auf den Eingangsplätzen. Die vorhandene Krautschicht wird durch die Ansaat artenreicher Wiesenund Hochstaudenfluren aufgewertet. Die steilen Böschungen der Kiesgrube werden durch ein Weißdorn-SchlehenRosen-Gebüsch geschützt.

1. Leitidee Die für die ehemaligen Nutzungen Flughafen und Schießanlage typischen Figuren werden als Richtung bestimmende Elemente in die Parklandschaft übernommen und mit der Parzellierung der neuen Landstadt Gatow überlagert. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Das Wettbewerbsgebiet unterteilt sich in einen nördlichen Bereich der Wiesenlandschaft (mit Schießplatz) und in einen südlichen Bereich mit ackerbaulicher Nutzung. Ein kräftiger Rand wird durch Ergänzung des Waldbestandes im Norden gebildet. Die Ausrichtung der Wege im Norden lehnt sich an die Schießanlage an, die wegebegleitenden Pflanzungen bilden ein Raumgerüst heraus. Die Kiesgrube bleibt als „amorphes Relikt“ innerhalb einer rechtwinklig gegliederten Landschaft erhalten. Im Süden werden die Strukturen der Landstadt Gatow als „Patchwork“ weiterentwickelt. Die Landebahnen werden als baumüberstandene Wiesen (Gleditschien und Thuja) in Form eines Angers fortgeführt und unterteilen so die Ackerflächen. Um dem Wohngebiet einen einheitlichen Rahmen zu geben, werden die Böschungen am Rand mit einer Kornelkirschen-Hagebutten-Hecke bepflanzt. Der Zaun entlang des Museums verschwindet in einem 3 m tiefen Graben (Böschung 1:1, Bepflanzung mit Wild-

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Tarnnummer 1616

5. Urbane Landwirtschaft Die Wiesen (ehemalige Deponieflächen) im nördlichen Teil der Parklandschaft werden durch ein- bis zweimalige Mahd (Heugewinnung) und Weidenutzung (Pferde, Ponys, Schafe) bewirtschaftet, abschnittweise auch für extensive Erholung genutzt. Die ackerbaulichen Nutzungen konzentrieren sich auf Flächen in Fortsetzung des nördlichen Wohngebiets in Form eines Patchworks. Im Übergang von der Landstadt in die offene Landschaft finden sich Blumengärten, Gemüse- und Kräutergärten, Beerenobst, Obsthaine (Apfel, Birne, Kirsche, Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen, Quitte) bis hin zu Roggenfeldern. Zudem werden Pflück-Wiesen angelegt (Erdbeeren, Kartoffeln, Kräuter, Beeren). Die Wiesenflächen unter den Obsthainen werden 3x im Jahr gemäht. 6. Schießplatz Die Schießanlage bleibt im Wesentlichen in ihrer heutigen Form als hortus conclusus erhalten. Die Wälle werden an drei Stellen im Verlauf der bestehenden Tunnel geöffnet, wobei der mittlere Durchbruch unter der Potsdamer Chaussee hindurch als breite Unterführung fortgeführt wird (direkter Anschluss an die Waldsiedlung). Im Innern der Schießanlage wird in 1,2 m breiten Streifen autochthones Saatgut gewonnen, werden Stauden gezogen und Versuchsflächen für die TU angelegt. Daraus entsteht ein großes Blumenbild, das von dem umlaufenden Panorama-Rundweg (8 m über der Parklandschaft, 14 m über dem Innern der Schießanlage) betrachtet werden kann. An den Aussichtspunkten entlang des Weges finden sich Sitzgelegenheiten, in diesen Bereichen wird der Gehölzbestand ausgelichtet. Die Segmente der Schießanlage sollen als Kletterwände genutzt werden. Aufenthaltsflächen befinden sich z. B. im Bereich der Sitzstufen im nördlichen Kugelfang. Durch die Verpachtung der Flächen ist die Bewirtschaftung gesichert. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Der Entwurf sieht keinen Abbruch der SchießplatzWallanlagen vor. Lediglich die Tunnel werden entfernt und durch drei Schneisen ersetzt. Zusätzlicher Bodenaushub entsteht bei der Herstellung des Zaungrabens entlang des Luftwaffenmuseums. Ein umfangreiches Wegenetz ist vorgeschlagen. Alle Hauptwege werden asphaltiert angelegt, alle Nebenwege sowie die Wege im Patchwork erhalten eine Schotterrasendecke. Vier Brücken sind geplant. Eine Möblierung ist zurückhaltend vorgesehen. Der Wegebau wird kostenintensiv hergestellt, wobei die Kosten zur vorgeschlagenen Untertunnelung der Potsdamer Chaussee hier nicht berücksichtigt sind. Ohne einen Abtrag der Wallanlagen und der resultie-

renden minimierten Bodenbearbeitung erscheint der Kostenrahmen nur geringfügig überschritten. Pflegekosten Weite Teile der Wiesenflächen können beweidet werden. In Verlängerung der Siedlung entsteht eine ausgedehnte intensive Landwirtschaftsfläche. Für beide Bereiche minimiert sich der Pflegeaufwand. Hohe Pflegekosten entstehen durch die umfangreichen Gehölzpflanzungen und die Ergänzung des Waldrands. Die vorgesehenen Pflegekosten erscheinen deutlich überschritten. Ausgleich Es gibt hohe Abweichungen vor allem in Flächen A und C, vorwiegend zu Lasten von Mähwiese und teilweise Hochstaudenfluren durch extensive Landwirtschaft und Gehölze. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist nur bedingt möglich.

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guba + sgard Landschaftsarchitekten, Berlin / Zweiter Rundgang

zurücktritt. Diese Elemente formen den Raum, zwischen denen sich die offene Parklandschaft erstreckt. Von einem dreieckigen Platz an der östlichen Wettbewerbsgrenze auf Höhe der südlichen Landebahn ergeben sich weiträumige Sichtbeziehungen. 3. Erschließung und Wegeführung Das Wegesystem orientiert sich an historischen und funktionalen Beziehungen. So entsteht im Norden der Dörferweg, der den Groß-GlienickerWeg aus Richtung Gatow mit der Gutsstraße in Richtung Groß-Glienicke verbindet. Der Schülerweg führt diagonal von der Habichtwaldsiedlung über die Felder der urbanen Landwirtschaft zu den Schulen und Kitas der Landstadt Gatow. Weitere Wege erschließen das Wettbewerbsgebiet netzartig, z.T. führen die Wege auch entlang der bogenförmigen Waldkanten oder der vorhandenen Zaunanlagen. Die überwiegend geradlinige Wegeführung soll an die ehemalige Nutzung als Flugfeld erinnern, aber auch auf die zukünftige Nutzung als agrarisch geprägte Parklandschaft verweisen. Die Ost-West verlaufenden Wege werden von Baumreihen begleitet (Feldahorne, Linden entlang des Dörferwegs), die die Flucht der Landebahnen aufgreifen. Nur der Dörferweg und der Schülerweg werden asphaltiert, ein Reitweg wird parallel zum Dörferweg geführt. In den Endbereichen des Schülerwegs werden in die Parklandschaft vorgelagerte Eingangs-/Aufenthaltsbereiche im Schnittpunkt mit anderen Wegen angelegt (Ausstattung in Anlehnung an die im Anger verwendeten Elemente in Holzbauweise). 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Der nördliche Bereich wird von Trockenrasen, Hochstaudenfluren und Mähwiesen eingenommen, die von Gehölz- und Waldsäumen gerahmt werden. Die mosaikartige Struktur aus verschiedenen Vegetationstypen im Bereich der Schießanlage soll weiterentwickelt werden. Ergänzt werden die vorhandenen Strukturen um Streuobstwiesen, Baumreihen sowie um extensiv bewirtschaftete Seitenstreifen zur Förderung des Biotopverbunds.

1. Leitidee Ziel des Entwurfs ist es, eine ländliche Parklandschaft zu schaffen, die von der neuen Siedlungskante Gatows in die östlich und nördlich gelegene Kulturlandschaft der Gatower und Großglienicker Heide überleitet. Unter Ausnutzung der Potentiale des Gebiets – Weite des Raumes, Sichtbeziehungen, historische Bezüge und Relikte – soll ein Freiraum entstehen, der seine Kraft aus sich selbst bezieht und auf vordergründige Attraktionen verzichten kann. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Das Grundgerüst des Entwurfs bilden deutliche ausgeformte Raumkanten, die Strukturierung durch geradlinige Wegeverbindungen und Flächenzuweisungen, die die differenzierten Nutzungsintensitäten berücksichtigen. In Zentraler Lage – am nördlichen Rand der südlichen Landebahn in der Flucht des nördlichen Baufelds der Siedlung - wird die urbane Landwirtschaft angeordnet, weiter nördlich schließen sich Hochstaudenfluren an, der Bereich zwischen Sportplatz und Museum wird als extensive Spielwiese gestaltet. Im Nordosten und Nordwesten greifen kreisbogenförmig ausgeführte Waldsäume das geometrische Motiv der Hangars auf. Weitere Raumkanten werden durch die der Bebauung vorgelagerten Streuobstwiesen gebildet, hinter denen die heterogene Architektur

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Tarnnummer 1617

5. Urbane Landwirtschaft Den Fokus der Parklandschaft bilden die zentral gelegenen rd. 10 ha großen Flächen der urbanen Landwirtschaft mit Feldern von 1 bis 4 ha für Acker- und Gartenbau. Die Bäume der Streuobstwiesen an den Siedlungsrändern sollen im Raster von 10 x 10 m gepflanzt werden. Zwischen den Hochstämmen sollen Buschbäume gesetzt werden, um ein frühen Ertrag zu generieren. Die Buschbäume können nach Erreichung ihrer Lebenserwartung von 20 Jahren gefällt werden. Die Flächen der urbanen Landwirtschaft, die Streuobstwiesen sowie Weideflächen und Mähwiesen sollen verpachtet werden, wodurch die Pflegekosten für die öffentliche Hand reduziert werden. 6. Schießplatz Der Schießplatz soll ein besonderes Raumerlebnis und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bieten. Um die Anlage zu öffnen, wird der nördliche und südliche Stirnwall zurückgebaut und der Wall im Bereich des mittleren Tunnels eingeschnitten. Der Höhenunterschied an den Stirnseiten wird durch sanft abfallende und von Birken überstandene Rasenböschungen gebildet. Die Wallanlage wird am nördlichen Ende abgeflacht, um dort einen Weg mit 9% Steigung hochführen zu können. Der östlich angrenzende kleinere Einschnitt entlang des nördlichen Längswalls wird teilweise verfüllt, um einen neuen Weg zum Waldweg der Habichtswaldsiedlung in moderater Steigung anlegen zu können. Die vorgeschlagenen Nutzungen gliedern sich entsprechend der räumlichen Situation in einen extensiv genutzten südlichen (Picknick, Ballspiel, Aufenthalt) und einen intensiv genutzten nördlichen Bereich (Spiel- und Sport). Schaukel und Klettermöglichkeiten befinden sich in kreisförmigen Sandflächen. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Wesentliche Baukosten entstehen durch die Neuanlage des Waldsaums innerhalb der nördlichen Geländefläche, sowie die umfangreichen Bodenbewegungen. Der Süd- und der Nordwall werden abgebrochen, der Längswall mittig mit einer breiten Schneise durchtrennt. Entlang der westlichen Geländekante sind umfangreiche Streuobstwiesen vorgesehen. Die urbane Landwirtschaft beschränkt sich auf Flächen im zentralen Bereich. Der Schulweg wird in Asphalt 4 m breit ausgeführt, alle anderen Wege werden 3 m breit geschottert. Die intensiven Bodenarbeiten, das weitgreifende Wegekonzept sowie die neu anzupflanzenden   Gehölzstrukturen lassen die Vorlage im Kostenrahmen nicht realisierbar erscheinen. Die Baukosten erscheinen überschritten.

Pflegekosten Die Flächen für die urbane Landwirtschaft, die Streuobstwiese und die übrigen Weideflächen bzw. Mähwiesen sollen verpachtet werden. Zu pflegen sind die neu angelegten Flächen: Belagsund Spielflächen, die Wiesenfläche am Sportplatz, die umfangreichen Gehölzflächen, Hochstaudenfluren, Trockenrasen und Wiesenbiotopflächen. Die vorgesehenen Pflegekosten werden eingehalten. Ausgleich Hohe Abweichungen treten in Fläche B auf, wo ca. 1/3 der extensiven durch intensive Landwirtschaft und sonstige Einrichtungen ersetzt werden. Der Teilflächenübergreifende Ausgleich ist jedoch möglich.

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Landschaftsarchitektur Gerhard Rennhofer, Wien / Zweiter Rundgang

räume sollen somit ohne sichtbare Begrenzungen miteinander verknüpft werden. Als Aussichtspunkte entstehen zwei Erdpyramiden, die das vorhandene Thema der modellierten Landschaft aufnehmen: die erste Pyramide wird auf dem bestehenden Wall am südlichen Ende des Schießplatzes entwickelt, die zweite entsteht östlich der Ackerschläge aus ineinandergeschobenen Erdkeilen. Beide Erdpyramiden sind mit einer Aussichtsplattform versehen und bieten weiträumige Blickbeziehungen. Spezielle Spiel- und Aufenthaltsangebote finden sich im Bereich des Angers (Volleyballfeld, Skateanlage, Kiesplatz mit Sitzmöbeln und Pergolen) und im südlich angrenzenden Birkenhain (Holzliegen). 3. Erschließung und Wegeführung Das Fuß- und Radwegenetz verläuft sowohl in randseitiger Lage als auch in querender Richtung. An bestehende Reitwege wird angeknüpft, neue Reitwege führen durch die Parklandschaft Gatow und auf die südliche Wallanlage des Schießplatzes. In Anlehnung an die historische Dörferverbindung wird die Landstadt mit der Habichtswaldsiedlung verbunden. Der Weg wird durch eine Allee betont. Zufahrtsstraßen zu den landwirtschaftlichen Nutzflächen und zum Schießlatz erhalten einen Asphaltbelag. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Die Entwicklung bzw. Erweiterung der Gehölzbereiche im nördlichen Teilbereich orientiert sich am Bestand. Die Randzonen sollen eine reichhaltige Staffelung erfahren und werden mit lockeren Baumgruppen bzw. Solitärpflanzungen in Richtung Weidefläche aufgelöst. Im Bereich der Deponie sind Weideflächen und Obstgärten als große, zusammenhängende Grünflächen vorgesehen. Sie sollen in Teilräumen mit 30cm Bodenauftrag überdeckt werden, mit Ausnahme von ökologisch besonders wertvollen Flächen. Die Kiesgrube wird teilweise verfüllt und als Senke ausgebildet. Die Ackerschläge werden durch breite Bänder aus Hochstauden und Streuobstwiesen begleitet und gegliedert.

1. Leitidee In Zukunft soll die „Scholle“ wieder unmittelbar den Menschen, der Natur dienen. Dabei sollen die verschiedenen Spuren der unterschiedlichen Nutzungen nicht versteckt werden. Die Qualitäten im Bestand werden herausgeschält und erlebbar gemacht. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept In die Parklandschaft Gatow reichen verschiedene urbane Nutzungen sichtbar in den Freiraum – die Parklandschaft wird als Kitt in der Stadt verstanden. An erweiterte Waldstrukturen im Norden schließen sich im Bereich der Deponieflächen offene Weiden und Obstgärten an. Weiter südlich sind rechteckige Ackerschläge und Gemüsegärten vorgesehen. Sie werden durch Nutzungsangebote des Angers gefasst, der aus der Landstadt kommend im Park fortgesetzt wird. Östlich und südlich des Sportplatzes entstehen ein Birkenhain und eine Festwiese. Die Wegeverbindung nach Süden in Richtung Ritterfelddamm wird von einem Nutzgartenarboretum und von Themengärten begleitet (z.B. Beerengärten, Obstgärten, Gemüsegärten, Picknickgarten). Die Gärten sollen zusammen mit der Bevölkerung entwickelt werden. Als Abgrenzung zum Flugplatz schlagen die Verfasser einen Metallgitterzaun in einem abgesenkten Graben als „Aha“ vor. Die Teil-

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Tarnnummer 1618

5. Urbane Landwirtschaft Als landwirtschaftliche Nutzungen werden Weideflächen (Schafe, Pferde, Rinder) und ein Obstgarten auf den Deponieflächen, eine Pferdezucht und Bienenzucht (Pooh’s Corner) im Osten sowie Ackerbauund Gemüseanbauflächen nördlich des Sportplatzes vorgeschlagen. Südlich des Sportplatzes entsteht ein großer Blumengarten zur Selbsternte. Auf den Weideflächen sind Schattenbäume und punktuell Wasserstellen vorgesehen. Die Ackerschläge orientieren sich in Nord-Süd-Richtung und werden durch einen Ost-West-Wirtschaftsweg erschlossen. Es sind einzelne Wasseranschlüsse vorgesehen. Der tatsächliche Flächenzuschnitt der Schläge ist nach Angaben der Verfasser flexibel und die Entwicklung kann in mehreren Schritten bzw. unterschiedlichen Szenarien erfolgen. Die Verfasser schlagen vor, einen Verein zur Steuerung der verschiedenen Interessen einzurichten. 6. Schießplatz Der Südwall und alle drei Tunnelanlagen werden zurück gebaut. In Längsrichtung wird ein schmaler Stahlgittersteg in die verbliebenen Betonbauwerke eingehängt. Über dem Gelände schwebend kann man als Besucher die Flugbahn der Munition nachempfinden. Im nördlichen Teilbereich weitet sich der Steg zu einer stählernen Plattform als Bühne mit temporärem Bühnenbild auf. Der Bereich kann als Freilichtkino oder für Theateraufführungen genutzt werden. Der Steg führt weiter nördlich durch einen Baumhain und endet in einer gelb-orange blühenden Staudenfläche. In der Mitte des Schießplatzes entsteht im Kreuzungsbereich der Wegeflächen ein Zentraler Platz. Einige der Betonelemente können weiterhin als Kletterwand genutzt werden. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Der Südwall wird abgetragen, der Längswall mittig durchtrennt. Im Süden des Längswall entsteht eine Pyramide mit Aussichtsplateau. Eine weitere Erdskulptur ist nahe des Flugplatzes geplant. Entlang des Flugfelds wird ein Graben ausgehoben, der den dort vorhandenen Zaun `verschwinden` lassen soll. Zufahrtsstraßen in das Gelände werden mit schmalen Asphaltwegen gestaltet. Spazierwege erhalten eine Kiesdecke, Plätze werden angelegt. In der Schießanlage hängt ein Steg aus Metallgitter an den verbliebenen Betonelementen. Er weitet sich an einer Stelle zu einer stählernen Bühne. Das intensive Nutzungskonzept mit einer Vielzahl an Spiel- und Sportflächen sowie Ausstattungsgegenständen und den weiten Gehölzpflanzungen verteuert die Baumaßnahme. Die Erdarbeiten werden vergleichsweise zurückhaltend erfolgen und kompensieren die Herstellungskosten in Teilen.

Der Kostenrahmen überschritten.

erscheint

geringfügig

Pflegekosten Ackerbau und Viehzucht ist im Bereich zwischen neuem Stadtteil und Flugplatz geplant. Zur Steuerung der unterschiedlichen Nutzung wird die Gründung eines Vereins vorgeschlagen. Große Flächenteile sind intensiv zu pflegen: Arboretum, Festwiese, Birkenhain, Pyramiden, Schießanlage, Pooh`s Corner, Kieswege und -plätze. Die zu pflegende Gehölzpflanzung wird großflächig angelegt. Die Pflegekosten erscheinen überschritten. Ausgleich Hohe Abweichungen. Extensive Landwirtschaft ersetzt alle Naturflächen in Fläche B, doppelte Fläche an Gehölzen werden zu Lasten Magerrasen in Fläche C geplant. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist nur bedingt möglich.

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Schmidtke + Boué, Hamburg / Engere Wahl

midenpappeln betonen die Künstlichkeit – ein rätselhaftes Relikt. 3. Erschließung und Wegeführung Die überwiegend lineare Wegeführung in der Gatower Parklandschaft nimmt die Ausrichtung und Struktur der Umgebung auf. Ergänzend wird der Schulweg als direkte, diagonale Wegeverbindung hergestellt und mit einer einfachen Beleuchtung ausgestattet. Wege werden mit Asphalt 3,5m breit befestigt und von einer 1m breiten stabilisierten Berme für landwirtschaftliche Fahrzeuge begleitet. Zur Orientierung werden Kreuzungsbereiche zu kleinen Plätzen als Pausenstation und Informationsstellen ausgestaltet. Sitzmöbel mit in die Höhe gestapelten Sitzflächen ermöglichen weite Blicke über die Gatower Parklandschaft - Sitzen und Schauen. Einige Wege sind als Aktionslinien ausformuliert, wie z.B. die zentrale Verbindung in Ost-West-Richtung. Dort sind breite Grünstreifen zwischen Weg und Parzellenrand vorgesehen, die Raum bieten für temporäre Aktivitäten wie z.B. Früchteverkauf, Erntezeit zelebrieren, Gartenfeste feiern. Reitwege werden teilweise wege- oder parzellenbegleitend geführt und knüpfen an das übergeordnete Wegesystem an. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Südlich des Sportplatzes sind Hochstaudenfluren und mehrschichtige Gehölzbestände in Richtung Ritterfelddamm vorgesehen. Die Flächen nördlich der Baumbahnen bis zur historischen Dörferverbindung sind für eine intensive landwirtschaftliche Nutzung vorbehalten. Der nördliche Parkteil besteht aus Parzellen mit extensiv bewirtschaftetem Grünland, Mähwiesen, Hochstaudenfluren und Magerrasen. Naturbelassene Korridore zwischen den Parzellen (auch den Gartenkulturflächen) verbinden die Hochstaudenfluren und dienen als Rückzugsgebiet für Flora und Fauna in den Phasen zwischen Fruchtfolge und Brachfallen der Teilflächen. Flächen im Bereich der ehemaligen Schießanlage werden zu Magerrasen entwickelt und zeitweise durch Schafe beweidet. Zum Rand hin verdichten sich die Gehölzstrukturen bis hin zu einem geschlossenen Mischwald.

1. Leitidee Die friedliche Eroberung eines Flugfeldes und ein Park im Spannungsfeld von Stadt und Land(wirtschaft). 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Die Linien bzw. Ausrichtung der begrenzenden Straßen und Wege, des Schießplatzes, der Siedlungsränder und der Landebahnen sind strukturgebend für die Flächenaufteilung und Wegeführung des Entwurfs. Für die ehemaligen Landebahnen, unter Einbeziehung des Angers, schlagen die Verfasser eine „Landnahme“ vor, und verstehen darunter die Besetzung mit einem Obstbaumhain und versetzt angeordneten Baumreihen. Die Umkehrung der vorherigen Leere (…) macht Zusammenhang und alte Bedeutung bewusst und betont die Veränderung, das Neue. Gleichzeitig werden die beiden Baumbahnen zum inhaltlichen bzw. funktionalen Mittelpunkt ähnlich eines „Dorfplatzes“. Im Obstbaumhain werden eingefärbte, hölzerne „Teppiche“ angeboten, die als Ruhezone und für ein Picknick genutzt werden können. Zwischen den Baumreihen des verlängerten Dorfangers sind Angebote wie z.B. Streetball, eine Skaterschlange, Inlinehindernisse und eine Finnbahn vorgesehen. Nördlich der Baumbahnen sind Parzellen für die urbane Landwirtschaft angeordnet. Die Kiesgrube östlich des Schießplatzes wird zu einer präzis geformten Schüssel mit sanft geformter „Wandung“ umgestaltet. Pyra-

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5. Urbane Landwirtschaft Nördlich der Baumbahnen sind Gartenkulturflächen mit einzelnen Weideflächen, Feldern mit Beerenobst oder Blumen zum selber pflücken geplant. Zusammen mit den Baumbahnen bilden sie die intensiv genutzte Mitte. Die Verfasser schlagen vor, die Obstbäume in Verlängerung der Landebahn evtl. über Baumpatenschaften zu organisieren. Die Flächen im nördlichen Parkteil sind durch extensiv, in Rotation genutzte Viehweiden und Mähwiesen charakterisiert. In größerer Entfernung zur Parkmitte sollen die Felder vorwiegend von Schafen beweidet werden, im Bereich der Gartenkulturflächen eher von Ponys, Pferden, Galloways oder auch Lamas. Mit Ausnahme der Baumbahnen und des Klettergartens in der Schießanlage können alle Flächen landwirtschaftlich genutzt werden. Variable Parzellengrößen sollen außerdem eine Nutzung durch Vereine oder Privatpersonen ermöglichen. Nach Aussage der Verfasser ist ein Bodenaustausch nicht nötig, da im Bereich der Deponieflächen kein Ackerbau vorgesehen ist. Sonderflächen sollen mit einem Bodenauftrag von 30cm qualifiziert werden. 6. Schießplatz Die Wallanlagen am ehemaligen Schießplatz werden mit Ausnahme einer Aussichtspyramide und eines Rodelhangs zurückgebaut. Sie markieren als künstliche Objekte in der flachen Ebene die surreale, rätselhafte Landschaft der Betonscheiben und Tore. Die Betonelemente können als Klettergarten, Kletterwände, Graffitiausstellung oder Theaterkulisse genutzt werden. Dazwischen werden Sitzmöbel angeboten. Zusätzlich schlagen die Verfasser vor, eine Inline- und Skater-Strecke mit Wellen auf dem bestehenden Zufahrtsweg südlich der Schießanlage zu installieren. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Die Erdwälle der Schießplatzanlage sollen bis auf eine Pyramide und einen Rodelberg komplett abgetragen werden. Auf den anschließenden Flächen sind jedoch nur geringe Bodenbearbeitungen vorgesehen, so dass der größte Teil des anfallenden Bodens entsorgt werden muss. Wege sind als 3,5m breite Asphaltbefestigungen geplant. An Kreuzungen werden kleine Plätze gestaltet. Geordnete Gehölzpflanzungen sind auf den ehemaligen Startbahnen vorgesehen. Auf der nördlichen Fläche wird die Bepflanzung zu den Rändern hin dichter etabliert. Ausstattungsgegenstände sind zurückhaltend eingesetzt. Der Schulweg soll beleuchtet werden. Insbesondere durch die intensive Bodenbearbeitung mit großen Mengen von Bodenabfuhr sowie dem weitläufigem asphaltierten Wegenetz erscheint der Kostenrahmen deutlich überschritten.

Pflegekosten Große Flächen sollen mit unterschiedlichen Tieren beweidet oder landwirtschaftlich genutzt werden. Pflegemaßnahmen beschränken sich daher vor allem auf die neuen Gehölzstrukturen und können minimiert werden. Die vorgesehenen Pflegekosten erscheinen geringfügig überschritten. Die Unterhaltskosten für die Wegebeleuchtung sind hier nicht berücksichtigt. Ausgleich Hohe Abweichungen in Fläche B, 25% der extensiven Fläche geht durch intensive Landwirtschaft verloren. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist bedingt möglich.

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Atelier LOIDL Landschaftsarchitekten, Berlin / Engere Wahl

halten, eine Anhebung des Geländes und Weges um 2m im Übergang zum Flughafengelände ermöglicht einen erhöhten Blick aufs Rollfeld und verdeckt den bestehenden Zaun aus der Ferne. Der östliche Dorfangerzugang durch die Landstadt bis zum Großglienicker See wird ebenfalls von Gehölzstrukturen frei gehalten. Die Blickbeziehungen von der Schießanlage nach Süden ist sowohl von den Wällen aus als auch unter Öffnung der Wallanlage durch zwei breite Zugänge unterstrichen. Der Blickkeil über die südlich anschließende Gatower Heide sollte möglichst behutsam ausgelichtet werden. 3. Erschließung und Wegeführung Die Parklandschaft Gatow wird durch ein abgestuftes Wegesystem erschlossen. Die Parkrunde Gatow besteht aus einem 4,50 m breiten Ortbetonweg, der die Grenze zwischen strukturreichem Parkgürtel und offener Innenfläche markiert. Er ist zugleich Nutzweg und Erlebnisweg. Die Verbindung von der Habichtswaldsiedlung zur Landstadt orientiert sich am historischen Verlauf, der Ortbetonweg hat eine Breite von 3,50 m. 2 m breite untergeordnete Wege führen den Parknutzer auch diagonal durch die Gatower Heide. Diese Wege sind mit Glorit® (siehe Anmerkungen) befestigt. Die Schießanlage selbst bleibt frei von neuen befestigten Wegen. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Vorbild für die Gestalt und Nutzung der offenen Bereiche ist die Landschaft der Umgebung, deren Bestandteile ... auf die Parklandschaft übertragen werden. Dabei ist die Kernfläche der öffentlichen Parkanlage im nördlicheren Teil weiträumig und von großflächigen Hochstauden- und Ruderalfluren geprägt und von kleineren Gehölzgruppen durchsetzt. Die südlich exponierte Wallseite der Schießanlage wird gehölzfrei, die Sukzessionswälder in deren Vorfeld und im Kiesgrubenbereich sind zurückgenommen. Dichtere Gehölzstrukturen sind außerhalb der Parkrunde konzeptgemäß weiter entwickelt, im Bereich der Niederwaldbewirtschaftung mit Roteichen entstehen ökologisch wertvolle

1. Leitidee Ziel ist es, den Kontrast zwischen kompakten Siedlungen, dichten Waldflächen einerseits und der offenen Parklandschaft andererseits erfahrbar zu machen. Es gilt, die bestehenden Bausteine räumlich richtig in der Landschaft zu verorten und durch Hinzufügen neuer identitätsstiftender Elemente untereinander in Beziehung zu setzen. Entlang der Parkrunde sind raumgreifende, skulpturale Elemente aus möglichst massivem Holz platziert: Am Wall der Schießanlage entsteht eine 15 m hohe Himmelstreppe, im Streuobstbereich ein 13 m langer riesenhafter Picknicktisch und ein Heidecafe, in der Flucht der Rollbahnen die 5m hohe Gatow-Gangway und eine 55 m lange Rollfeldtribüne sowie in der Kiesgrube Riesenrutschen. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Die Gatower Parklandschaft erhält einen nahezu vollständigen Rahmen aus weitgehend vegetativen Strukturen, die als Gehölzflächen teilweise bereits vorhanden sind. Bestehende Lücken werden durch Flächen mit alternativer forstlicher Nutzung als Aufforstung mit Niederwald-Bewirtschaftung nördlich der Gatower Landstadt oder mit agrarischer Nutzung in Form von Streuobstwiesen an den Siedlungsbereichen und südwestlich der Schießanlage geschlossen. Der Übergang zum Flugplatzgelände wird dagegen offen ge-

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

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Gehölzstrukturen mit Saumgesellschaften. In der Schießanlage wird eine Magerrasenbahn entstehen. Durch minimierte Eingriffe in die zentrale Offenlandschaft versucht der Entwurf, den Vorgaben des Ausgleichskonzeptes gerecht zu werden. 5. Urbane Landwirtschaft Die Flächen für urbane Landwirtschaft zum Anbau von Kulturpflanzen bzw. Erzielung von Erträgen sind aus Gründen der nicht abgeschlossenen Altlastenquantifizierung auf die Bereiche nördlich der Rollbahnen beschränkt. Kleinteilige Nutzung mit Beweidung, feldartige Bewirtschaftungsmuster, Blumen zum Selbstpflücken und Anpflanzung von Energierohstoffen sind vorgeschlagen. Ein Wechsel von Beweidung und Mahd, Bestellung und Brachephasen ist vorgesehen. Die Heidelandschaft kann mit Schafen beweidet werden, Wiesen- und Hochstaudenfluren werden zweimal jährlich, teils alternierend, gemäht, das Mahdgut kann grundsätzlich entfernt werden. Die Streuobstwiesen sind durch Bewohnerpatenschaften oder durch Landwirte, möglicherweise mit sozialen Initiativen zusammen, zu pflegen. 6. Schießplatz Die Schießanlage wird als kontemplativer Ort von weiteren neuen Nutzungen freigehalten, alle Betonblenden sind ohne die Verkleidung erhalten. Der begrenzende östliche Wall wird an zwei Stellen geöffnet. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Der Süd- und Nordwall des Schießplatzes werden komplett abgetragen. Der Längswall ist an zwei Stellen von breiten abgeböschten Schneisen durchbrochen. Der Abtrag der Wallanlagen stellt einen wesentlichen Kostenfaktor dar. Der Aushubboden kann nur zu Teilen auf den Flächen verbleiben. Ein Teil wird in einem Wall quer zu den Landebahnen verbaut. Große Mengen müssen kostenintensiv entsorgt werden. Ein 4,5m breiter Rundweg umschließt die innere Wiesen- und Felderflur. Ein 3,5m breiter Weg verbindet die benachbarten Siedlungen miteinander. Die innere Erschließung erfolgt durch ein Netz von 2m breiten Wegen. Alle Wegeflächen werden befestigt hergestellt. Einzelne Einbauten aus massivem Holz sind als `wichtige Merkpunkte entlang der Parkrunde` verteilt aufgestellt. Durch diese drei wesentlichen Kostenfaktoren erscheinen die Herstellungskosten deutlich überschritten. Pflegekosten Eine Beweidung findet auf Teilen der Wiesenflächen statt. Hier soll sich die `Gatower Heide` aus Wiesenbiotopflächen und Hochstaudenflur entwickeln.

Im Süden des Geländes sind nach Bedarf große zusammenhängende landwirtschaftliche Nutzungen durch Landwirte und `sozialen Initiativen` möglich. Die Pflegekosten werden eingehalten. Ausgleich Hohe Abweichungen in Fläche A durch großflächige Waldflächen zu Lasten Mähwiese. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist möglich.

Anmerkung: Glorit Glorit® und Zement werden in zwei getrennten Arbeitsgängen auf bestehendes, auch organisches Wegematerial aufgetragen und eingearbeitet. Glorit ermöglicht die Festigungswirkung des Zementes auch bei hohem organischem Anteil des Bodenmaterials. Info www.fundu.de/pdf/info_glorit2.pdf

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Lützow 7, Berlin / Zweiter Rundgang

aufgenommen. Von der nördlichsten Plattform hat man einen Blick über die Baumkronen hinweg bis zum Grunewaldturm. Der Übergangsbereich zum Flughafengelände wird weitgehend von Gehölzpflanzungen freigehalten, während an der Kante zur Siedlungsfläche der Gatower Landstadt Straßenbaumpflanzungen und am Rand der Fliegerhorstsiedlung zusätzliche Baumpflanzungen vorgesehen sind. 3. Erschließung und Wegeführung Die Hauptwegeverbindung besteht in der aufgenommenen historischen Beziehung zwischen dem Großglienicker See und der Gatower Heide. Sie ist für alle Nutzer offen und als Allee ausgebildet. Das Parkgelände erschließt sich durch ein Wegenetz, das ebenfalls an bestehenden Wegen zur Erschließung der Schießanlage abgeleitet ist. Zwei Verbindungen führen von Nord nach Süden und weiter zur Havel. Diese Wege sind Fußgängern und Radfahrern vorbehalten. Ein geschwungener Weg durch die landwirtschaftlichen Flächen von West nach Ost sowie Wege innerhalb des agrarischen Rasters ergänzen die Erschließung. Die Aufenthalts- und Nutzungsangebote sind abseits dieser Wegestrukturen und eher im südlichen Bereich zu finden: kleine Bänke in den Wiesen, Hängematten in der Streuobstwiese, Hochsitze in den Felder- und Weidelandschaften. Beschilderungen und kleine Reisepakete in Form von Körben begleiten die Besucher auf ihrer Entdeckungsreise: dieser enthält ein lokales Bestimmungsbuch, eine Decke und Platz für selbstgepflückte Äpfel und Kräuter. An der südlichen Verbindung nach Kladow können in späteren Entwicklungsphasen Volleyballfelder, Trampoline und Grillplätze entstehen. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Artenreiche Hochstaudenfluren werden nördlich der Querallee beidseitig der Weideflächen entstehen, artenreiche Mähwiesen eher südlich der Allee beidseits der Ackerflächen. Auf weiteren Flächen im nördlichen Abschnitt in der Schießanlage und im Streuobstbereich entstehen Wiesenbiotope.

1. Leitidee „Von der Schönheit des Nutzens“ benennen die Verfasser ihren Entwurf. Die zeitgemäße Verbindung von Stadt und Land bedarf einer neuen Ästhetik von landwirtschaftlichen Elmenten. Der Nutzen dessen liegt nicht nur in der Agrarwirtschaft, sondern auch in einer Qualität des Bewusstseins und der künstlerischen Betrachtungsweise. Das Nützliche wird in eine regelmäßige Ordnung gebracht und so zum Ausdruck des Schönen. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Die Parklandschaft erhält als Gestalt- und Raumabfolge eine zentrale rasterartige Flächenaufteilung, die sich in 400m Breite von der südlichen Wallanlage des Schießplatzes bis zur Grenze des Flugplatzgeländes nach Süden erstreckt. Diese Flächen werden landwirtschaftlich genutzt. Als Abschluss nach Süden entsteht eine Streuobstwiese, deren Obstbaumreihen die Richtung der Landebahnen und der Baumpflanzungen des Angerbereichs der Landstadt Gatow aufnehmen. Den nördlichen Abschluss bildet eine Folge von vier aus der Wallanlage entwickelten Bergplateaus, deren Höhe nach Norden hin ansteigt. Ihre flächige Dimension wird durch Gehölzpflanzungen in südwestlicher Richtung parallel zur Potsdamer Chaussee nochmals

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Entlang der nördlichen Grenze des Planungsgebietes sind Eichen-Kiefern-Wälder vorhanden, entlang der Wallanlagen wird ein Waldsaum mit mehrschichtigem Gehölzbestand entstehen. Der erhaltenswerte Sandtrockenrasen im südlichen Schießplatzareal kann erhalten werden. Im kulturlandschaftlichen Bereich auf dem Flugplatzgelände entstehen Knick- und Heckenpflanzungen. Die Hangabbruchkanten in der Kiesgrube werden durch intensive Pflege von Aufwuchs freigehalten, potentiell kann dort die Uferschwalbe nisten. 5. Urbane Landwirtschaft Das landwirtschaftliche Raster besteht aus 1 ha großen Feldern, die sich zusammenschalten oder weiter unterteilen lassen. Die Nutzung innerhalb der Struktur intensiviert sich nach Süden. So ergibt sich nördlich eine eher großräumige und großflächige Nutzung mit größerem Gerät und/oder einer Nutzung durch Weidetiere, vorstellbar sind Pferde, Ponys, Schafe, Lamas und Alpakas. Die Hutungsflächen werden so von Unterholz freigehalten. Im Süden entstehen eher kleinteilige und intensivere Bearbeitungsflächen für kleineres Gerät. Die Bewässerung dieser Flächen wird mittels eines Pumpensystems erfolgen, ein Windrad liefert den nötigen Strom dazu. Das Wasser kommt aus dem bestehenden Beobachtungsbrunnen. Zudem speist der Brunnen auch die Tränken für die Weidetiere. Die Flächen beidseitig des agrarisch genutzten Bereiches bleiben großflächig offen. 6. Schießplatz Die Schießanlage wird zum landschaftlichen Genuss. Die Querelemente bleiben erhalten, sie sind mit Hopfen bewachsen, seitlich ranken Wilder Wein sowie Wildrosen. Die gesamte Anlage wird durch einen in den Rasen gemähten Weg erschlossen, Schaukeln bieten ein weiteres Aufenthaltsangebot. Die aus dem Wall entstandenen vier Berge haben unterschiedlich gestaltete Scheitelpunkte: es entsteht ein Spitzberg, ein Tafelberg, ein Zuckerhutberg und ein Vulkanberg. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Die Erschließung erfolgt über versiegelte Haupt- und offene Nebenwege sowie ein Netz von kleineren unbefestigten Wirtschaftswegen. Für die Felder- und Viehbewässerung ist ein Windrad vorgesehen. Der Einbau von Ausstattungsgegenständen erfolgt zurückhaltend. Der teilweise Abtrag der Wallanlagen und die Vertiefung der Grube stellen einen wesentlichen Kostenfaktor dar. Der Aushubboden kann nur zu Teilen auf den Flächen verbleiben. Große Mengen müssen kostenintensiv entsorgt werden. Die Baukosten erscheinen deutlich überschritten.

Pflegekosten Auf den Wiesenflächen der ehemaligen Deponie erfolgt eine großflächige Bewirtschaftung durch verschiedene Weidetiere. Die Agrarflächen sind in den landschaftlichen Raum integriert und werden kleinteilig angeordnet. Ihre Nutzungsintensität nimmt in Richtung Norden ab und geht in das Weideland über. Die zu pflegenden Flächen werden somit relativ gering gehalten, die Pflegekosten werden eingehalten. Ausgleich Hohe Abweichungen in Fläche D, doppelte Fläche für Hochstauden zu Lasten von Mähweise. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist möglich.

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Büro Freiraum und Umwelt, Hannover / Erster Rundgang

Räumlich entsteht eine im Norden durch die Wald- und Gehölzflächen gefasste offene Parklandschaft, die durch Hochstaudenfluren geprägt wird, in die Mähwiesen eingebettet sind. Dadurch sind weiträumige Blickbeziehungen möglich, zudem gibt es 2 Aussichtpunkte von den Wällen des Schießplatzes und von der Drachenrampe aus. Die Drachenrampe ist ein markantes, neu hinzugefügtes Element in Fortsetzung der nördlichen Landebahn, bestehend aus einer gegenüberliegenden kleinen und großen Rampe. Infostelen geben an markanten Punkten (Eingangsbereiche, Spurenfelder) Hinweise auf das „internetgesteuerte Leitsystem“. Über die „extensiv zu pflegende“ Internetseite www.spurenpark. de erhält der Besucher standortbezogene Informationen, „die als Text oder Audiodatei mit GPS-Daten auf Kleincomputer, Mobiltelefon oder GPS-Geräte heruntergeladen werden können. 3. Erschließung und Wegeführung Das Wegesystem gliedert sich in Wirtschafts-, Fuß-, Rad- und Reitwege. Die neuen Wegenetze entstehen unter Berücksichtigung der vorhandenen Anschlusspunkte und verknüpfen diese in geschwungener Führung. Nur der Radweg RR2 entlang der Potsdamer Chaussee, der an den Aussichtspunkt der Schießanlage herangeführt wird, wird asphaltiert. Alle anderen Wege erhalten wasserdurchlässige Beläge. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Die Wald – und Gehölzflächen am nördlichen Rand gehen in den Unterhalt von der Forstverwaltung über. Die BMX-Anlage im Süden ist als Gehölzfläche dargestellt. Die Hochstaudenfluren, die sich über das gesamte Plangebiet verteilen mit Schwerpunkt in der Mitte, werden im Abstand von 2 bis 3 Jahren, die von einer Baumreihe (Säuleneichen) gerahmte Drachenwiese wird 2 x jährlich gemäht. Der Magerrasen im Bereich der Schießanlage wird erhalten. 5. Urbane Landwirtschaft Im Sinne eines weitgehenden Erhalts der Hochstaudenflur setzen die Verfasser auf eine partielle Beweidung und verzichten auf ackerbauliche Nutzungen. Etwa 30 % des Spurenparks

1. Leitidee Das Gelände des … Landschaftsparks ist eine Kulturlandschaft mit ausgeprägten Spuren menschlicher Nutzung. ….. Weitere Spuren sind von dort aus wahrnehmbar (Blickbeziehungen). ….. Diese Spuren … bilden das Gerüst für den „Spurenpark Gatow“ 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Dem Konzept sind 7 Bereiche (S I bis S VII) zu entnehmen, bei denen auf Spuren menschlicher Nutzung verwiesen wird. Der Umgang mit diesen Bereichen ist überwiegend bestandsorientiert. Die möglichst geringen Veränderungen sowie die extensive Gestaltung und Pflege soll der „Bewahrung, der Identität“ dienen. So werden die Schießanlage und der Bereich der Kiesgrube kaum verändert (S I und S II), auf die Dörferverbindung (S IV) wird mit einer „rudimentären“ Alleepflanzung reagiert, der Bereich der Deponie / ehemalige Brunnenhäuschen (S III) wird mit einem Stelenfeld (Basalt) markiert. Auf den ehemaligen Landebahnen (S V) wird eine Drachenrampe und eine Drachenwiese angelegt, im Übergangsbereich zum Museum (S VI) findet sich eine BMX-Strecke, die ein weiteres Freizeitangebot darstellt. Im landschaftlich-städtebaulichen Konzept dominieren organische Formen, auch die Wege schlängeln sich durch die Landschaft und nehmen bewusst keine axialen Bezüge aus der Umgebung auf.

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

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bestehen aus Mähwiesen (alternierende Mahd 2 x jährlich) oder Weiden (Pferde) und werden an Bauern verpachtet. Diese befinden sich im zentralen und nördlichen Bereich des Plangebiets. Auf den Wällen, innerhalb der Schießanlage und im Bereich der Drachenrampe wird eine Beweidung von Schafen vorgeschlagen. Die Beweidungsflächen auf der Deponie werden bezüglich der Kupferbelastung überprüft und mit einer 30 cm starken Schicht Boden überdeckt. 6. Schießplatz Vom Schießplatz werden nur der mittlere und der südliche Tunnelbereich geöffnet und die direkt angrenzenden Wallbereiche zurückgebaut. Entsiegelt und zurückgebaut werden zudem die Betonseitenelemente, die betonierten Zuwegungen, sämtliche Gebäude und sonstigen Einbauten. Im nördlichen Kugelfangbereich wird Boden aufgetragen. In Anlehnung an die vorhandenen Vegetationsstrukturen wird im Innenbereich Kiefernwald und Magerrasen entwickelt. Auf dem Kamm der Wälle wird ein Rundweg angelegt, der an drei markanten Stellen weite Sichtbeziehungen Richtung Osten ermöglicht. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Die Bodenmengen, die bei dem punktuellem Abbruch der Wallanlagen anfallen, reichen nicht aus, um den Bedarf an Boden für die 2 geplanten Aussichtspunkte zu decken. Nach Verfasserangaben müssen umfangreiche Bodenmengen angeliefert werden. Das Wegekonzept stellt eine Vielzahl von Wegebeziehungen her. Befestigte und unbefestigte Wegedecken halten sich hierbei die Waage. Ein internetgesteuertes Leitsystem soll entstehen. Für die hierzu vorgesehenen `Info-Stelen` fehlt der Kostenansatz. Insbesondere durch die intensive Bodenbearbeitung mit großen Mengen von Bodenanfuhr erscheint der Kostenrahmen deutlich überschritten. Pflegekosten Die Wiesenflächen sollen an Landwirte verpachtet und von diesen 2x jährlich gemäht oder als Pferdeweiden genutzt werden. Für die anderen Flächen ist eine extensive Pflege vorgegeben. Die vorgesehenen Pflegekosten können eingehalten werden.

Ausgleich Nur mittlere Abweichungen durch vermehrt geplante Gehölzflächen. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist möglich.

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lohrberg stadtlandschaftsarchitektur, Stuttgart / Zweiter Rundgang

(„Prismen“). 3. Erschließung und Wegeführung Das Wegenetz leitet sich aus bestehenden informellen Pfaden ab. Die verschiedenen Parkeingänge und Anknüpfungspunkte werden zu einem Netz geradliniger Wege verbunden. Es entstehen Wegesterne und Kreuzungen, die durch Baumgruppen markiert werden. Das Wegenetz nimmt die übergeordneten Verbindungen vom Glienicker See, zur Havel und zu den westlich und nördlich angrenzenden Wäldern auf. Zudem werden die umgebenen Quartiere (Landstadt Gatow, Waldsiedlung, Ritterfeldsiedlung, Siedlung Habichtswald) und das Luftwaffenmuseum untereinander verbunden. Zwei besondere Wege stechen hervor: Der Panoramaweg auf den Schießwällen, von dem sich über die von Bewuchs freigehaltenen Böschungen ungestörte Blicke in die Parklandschaft ergeben. Und ein Weg von der Waldsiedlung über die Potsdamer Chaussee in die Parklandschaft, der die Schießanlage mittig auf dem Geländeniveau der Parklandschaft durchschneidet. Daraus ergeben sich im Bereich der Schießanlage Brücken und von Stahlwänden gefasste Einschnitte in die Wälle. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Entlang der Potsdamer Chaussee kann sich ein Eichen-Kiefern-Wald entwickeln. Im Schutz der Waldsäume und unter den in der Wiesenlandschaft eingestreuten Baumgruppen befinden sich die großflächigen Hochstaudenfluren. Diese werden durch mobile Zäune von der Beweidung freigehalten und alle 2 Jahre gemäht. Die Gehölzbestände auf den Schießwällen werden zugunsten von südexponierten Magerrasenbiotopen gerodet, Gehölzaufwuchs wird regelmäßig entfernt. Die nur als Grünland bewirtschafteten großen Wiesenflächen rund um das „Plagg-In“ werden 2x jährlich gemäht. 5. Urbane Landwirtschaft Zentrales Element der urbanen Landwirtschaft ist eine etwas höher liegende, 5 ha große, nahezu quadratische Ackerfläche (220 x 220 m), das „Plagg-In“. Das Plagg-In hebt sich als

1. Leitidee Unser Konzept setzt sich das Ziel, den offenen Heide-Charakter zu erhalten, die Besonderheiten des Gebiets herauszuarbeiten und dabei eine tragfähige landwirtschaftliche Nutzung zu etablieren. …. Das bestimmende Thema der Parklandschaft ist eine offene Wiesenlandschaft, in die sich mehrere besondere Orte einschreiben. … Der Ackerbau wird in Form eines Plagg-In als besonderes Parkelement inszeniert. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Das landschaftlich-städtebauliche Konzept beruht auf den vier Bausteinen Wegenetz, Landwirtschaft, Freizeit- und Erholungsinfrastruktur sowie Arten- und Biotopschutz. Die räumliche Grundstruktur der offenen Landschaft mit den „mehr oder weniger klaren Ränder“ (Waldrändern, Siedlungskanten und Flugplatzgebäuden) wird weiterentwickelt. Die Waldränder lösen sich nach Innen langsam auf, während sie zu den Wällen des Schießplatzes eine klare Kante ausbilden. Die linearen, der südlichen Landebahn folgenden Baumstrukturen der Landstadt Gatow werden in die Parklandschaft hinausgeführt. In der offenen Parklandschaft selbst dominieren unterschiedlich große geometrische Formen mit dem rechteckigen „Plagg-In-Feld“ in der Mitte und den umgebenden triangular geschnittenen Wiesen- und Weidenflächen

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Tarnnummer 1623

Erdskulptur aus der umgebenden Wiesenlandschaft heraus (+0,5 bis +1,5 m). Der Entwurf will das Prinzip der in kargen Heidelandschaften angewandten Plaggen-Kultur in eine moderne nachhaltige Form überführen. „An die Stelle der plaggenden Bauern tritt die Kompostwirtschaft, an der sich auch die Bürger der umliegenden Wohnquartiere beteiligen können“. Aufbereiteter Biomüll wird als hochwertiger Kompost dem „Plagg-In“ zugeführt. Verschiedene, in wechselnden Fruchtfolgen gezogene Ackerfrüchte sollen vor Ort vermarktet werden. Das „Plagg-In“ wird gerahmt von einem breiten umlaufenden Weg mit Sitzgelegenheiten. Ein Wegerecht in Fortsetzung der Hauptwegeachse soll einen temporären Trampelpfad entstehen lassen, auf dem man „den Kulturen sehr nahe kommen kann“. Die umgebenen Wiesen werden als Weideland (Schafe) und als Mähwiese zur Futtererzeugung genutzt. In der tiefer liegenden Schießanlage wird auf unterschiedlich großen Feldern (insgesamt rd. 1 ha) die mehrjährige Silphie als trockenheitsresistente Energiepflanze angebaut. 6. Schießplatz Die Wälle werden vom Gehölzbewuchs befreit und erhalten nur einen mittigen Einschnitt im Bereich der querenden Weg-Brückenkonstruktion. An den Stirnseiten führen Treppen zum Panoramaweg hinauf. Die nördliche Kugelfangwand wird zur Kletterwand, an der südlichen Stirnwand werden Hängeschaukeln installiert, die Betonbrücken dienen als Gerüst für einen Hochseilgarten im Norden und für Riesenschaukeln im Süden. In einer feinkörnigen Schotterfläche liegen im Innern die Silphie-Felder, die mit ihren „ornamentalen Blattwerk und den gelben Blüten die Kulisse für den Kletterpark bilden“. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Der Entwurf sieht ein komplexes Wegenetz vor, das die Flächen in Prismen aufteilt. Welche Wege befestigt bzw. unbefestigt sind, ist nicht dargestellt. Die Wallanlagen des Schießplatzes bleiben komplett erhalten. Es erfolgt lediglich ein mit Mauerscheiben abgefangener Durchstich in der Mitte des Längswalls. Nennenswerter Bodenaushub entsteht hier nicht. Der Boden, der für das Plagg-In-Feld sowie als Ausgleichsschicht für die beweideten Flächen benötigt wird, muss daher kostenintensiv angeliefert werden. Innerhalb der Schießplatzanlage sind die Seitenteile entfernt, die Querriegel bleiben bestehen und werden in Aktionsfelder integriert. Die Kostenschätzung der Verfasser beschränkt sich auf Aussagen zu den Kostengruppen. Der Kostenrahmen erscheint geringfügig überschritten.

Pflegekosten Auf weiten Wiesenflächen erfolgt eine Beweidung mit Schafen. Das Plagg-In- Feld wird landwirtschaftlich genutzt. Die offene Landschaft ist extensiv zu pflegen. Pflegekosten verursachen vor allem die weiten Gehölzflächen. Die Pflegekosten erscheinen deutlich überschritten. Ausgleich Auf allen Flächen nur mittlere Abweichungen, vorwiegend ersetzt extensive Landwirtschaft naturnahe Flächen, teilweise erhöhter Gehölzbewuchs. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist bedingt möglich.

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bbzl böhm benfer zahiri landschaften städtebau, Berlin / Zweiter Rundgang

3. Als kontrastierende Landschaftsfragmente zum offenen Flugfeld sollen die spezifischen Merkmale der Schießanlage, der Kiesgrube und des Erholungswaldes verstärkt werden. 4. Am westlichen und östlichen Rand des offenen Feldes sind jeweils Inseln als Experimentierfelder für eine urbane Landwirtschaft vorgesehen. 3. Erschließung und Wegeführung Eine Wegeumfassung (Asphalt) rahmt das offene Flugfeld. Im Norden und Süden verläuft innenseitig parallel jeweils ein Reitweg. Eine Reihe von Querungen bieten Abkürzungen oder verbinden die Siedlungsflächen miteinander (Dörferverbindung). Die Wegeumfassung, die beiden Hauptwege in Ost-West-Richtung und der Weg entlang der Grenze zum Luftwaffenmuseum werden durch einen Streifen Mähwiese begleitet. Die Streifen fungieren als Sicht-Korridore, bieten visuelle Verknüpfung und Orientierung. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Auf dem offenen Flugfeld wird der Biotopverbund der Hochstaudenfluren durch weitestgehend zusammenhängende Flächen erhalten bleiben. Der Gehölzaufwuchs auf dem südlichen Wall der Schießanlage wird zurückgenommen und ermöglicht die Entwicklung ruderaler Wiesen und Hochstaudenfluren zwischen den Gehölzstreifen. Am nördlichen Wall ist ein mehrstufiger, lockerer Gehölzsaum vorgesehen, der von Mähwiesen durchsetzt ist. Die Kiesgrube soll so verfüllt werden, dass sie als Senke erkennbar bleibt. Der Bereich wird mit mehrschichtigem Gehölzbestand, ruderalen Hochstaudenfluren und Wiesen weiterentwickelt. Die Gehölze verdichten sich dabei in Richtung Habichtwaldsiedlung und öffnen sich in Richtung Parklandschaft. Der Erholungswald im Westen wird als Kiefern-Eichen-Mischwald entwickelt und ist durch zwei Wiesenlichtungen gegliedert. Die Wiesenbereiche auf Deponieflächen sollen 30-40 cm stark aufgeschüttet werden. 5. Urbane Landwirtschaft An den Rändern des Feldes sind zwei Experimentier-Flächen für urbane Landwirtschaft angeordnet. Auf dem westlichen Inselstandort ist ein

1. Leitidee Die Parklandschaft Gatow ist Teil eines Gefüges, das sich aus unterschiedlichen Landschafts- und Siedlungselementen zusammensetzt. (…) Innerhalb dieser Flächen nimmt das ehemalige Flugfeld eine besondere Stellung ein. Durch seine charakteristische Weite und Offenheit ermöglicht es die Orientierung in dem sonst eher kleinteiligen Flächen-Patchwork. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Anknüpfend an die Qualitäten des Flächen-Patchworks sieht das Konzept vier Interventionen vor: 1. Das Flugfeld bleibt als offenes Feld erhalten und erhält eine umlaufende Wegefassung. Punktuell sind der Umfassung kleine Aufenthalts-Pontons vorgelagert, mit Sitz- und Spielangeboten. Im Übergang zu angrenzenden Räumen sind Trittsteine als weitere Aufenthaltsbereiche vorgesehen. 2. In das offene Feld eingefügt sind intensiver gepflegte Bereiche mit zweimaliger Mahd pro Jahr (Mähwiesen) und extensivere Bereiche mit Mahd alle zwei Jahre (Hochstaudenfluren). Das Wechselspiel dieser beiden Vegetationsbereiche kann variiert werden, so dass im Laufe der Jahre verschiedene Landschaftsbilder entstehen. Vereinzelt sind Bäume oder Baumgruppen im Feld platziert.

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Tarnnummer 1624

Anbauschwerpunkt für Früchte und Gemüse vorgesehen, auf dem östlichen Standort eine Beweidung. Zwischen den Inseln und den Siedlungsflächen sind Wiesen als Pufferbereiche eingefügt. Das Wachstum der landwirtschaftlichen Nutzflächen soll durch Festlegung auf eine maximale Ausdehnung beschränkt werden. Die Inselflächen sind in Zuschnitt und Parzellierung anpassbar und ggf. rückbaubar. Wesentliches Gliederungselement stellen querende Wegeverbindungen dar. Zufahrt von Westen besteht über die Verlängerung des Groß-Glienicker-Weges, von Osten über die Straße An der Gatower Heide. 6. Schießplatz Die Schießanlage bleibt als Zeitzeugnis und charakteristisches Landschaftselement erhalten. Zur Öffnung der Anlage werden alle drei Tunnelanlagen und der Südwall zurück gebaut. Zusätzlich wird ein kurzer Abschnitt des Längswalls (im Südwesten) entfernt und das tiefer gelegte Niveau der Anlage bis an die Querverbindung (Richtung Potsdamer Chaussee) fortgeführt. Die ersten beiden Querblenden werden dadurch sichtbar und es besteht Einblick von der Parklandschaft in die Anlage. In dem freigelegten Teil entsteht ein neuer Eingangsbereich in die Schießanlage. An der Potsdamer Chaussee wird der Übergang in Richtung Waldsiedlung durch den Platz am Mauerweg markiert. Die geplanten Plätze und Wege sollen über barrierefreie Rampen mit dem Eingangsbereich zur Schießanlage verbunden werden. Die Böschungen werden teilweise über Trittstufen erschlossen und sind mit Sitzelementen ausgestattet. Das Pendant zum westlichen Eingangsbereich bildet ein leicht erhabener Platz vor dem Kugelfang am östlichen Ende der Anlage. Denkbar ist eine teilprivate Nutzung der Anlage als Kletter- bzw. Hochseilgarten oder als Abenteuerspielplatz. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Der Süd- und Nordwall des Schießplatzes werden komplett abgetragen. Der Längswall wird in der Mitte geöffnet, die Tunnelanlagen entfernt. Der hieraus entstehende Bodenabtrag reicht rechnerisch nicht zur Auffüllung der Flächen und der Kiesgrube. Die befestigten Flächen sind ein das zentrale ehemalige Flugfeld umlaufender Weg, mehrere Querungen und der ehemalige Schießplatz wird mit Treppen, Sitzstufen und Plätzen intensiv entwickelt. Die zurückhaltende Entwicklung des inneren Raums kompensiert die kostenintensive Gestaltung des äußeren Rings. Der vorgegebene Kostenrahmen kann eingehalten werden, wenn kein zusätzlicher Boden angefahren werden muss. Pflegekosten Innerhalb des ehemaligen Flugfelds entstehen offene Flächen mit intensiv (artenreiche Mähwiesen) und extensiv zu pflegenden (ruderale Hochstaudenfluren) Bereichen, deren Zuschnitt im Laufe der Zeit

variieren kann. Zwei `Inseln urbaner Landwirtschaft` sind als `Experimentier- Flächen` außerhalb des umlaufenden Wegs geplant und reduzieren die Pflegekosten. Eine Beweidung der offenen Flächen ist nicht vorgesehen, aber als potentiell möglich dargestellt. Kostenintensiv wirkt sich vor allem die Pflege der neuen Waldstrukturen aus. Die Pflegekosten erscheinen geringfügig überschritten. Ausgleich Es gibt nur geringe Abweichungen. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist möglich

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bbz landschaftsarchitekten, Berlin / Zweiter Rundgang

einer naturnahen Parklandschaft. Entlang der Ränder und südlich der Schießanlage entstehen größere, zusammenhängende Waldflächen. Es schließen sich extensive Mäh- und Weideflächen an und im Innern eine große Fläche mit Hochstauden als Vogelschutzzone. Die Flächen sind locker mit Gehölzen bestanden. 3. Erschließung und Wegeführung Ein hierarchisches Wegesystem verbindet die beiden Parkteile miteinander und mit ihrer Umgebung. Der Hauptweg (aus Asphalt) ist als Rundweg ausgebildet. Versetzt verläuft ein weiterer Rundweg für Reiter. Stichwege (Schotter/Splitt) binden jeweils an das übergeordnete Wegesystem an. An ihren Endpunkten liegen Attraktionsorte. Dabei handelt es sich um kleine Platzflächen (Schotterbelag), die jeweils mit unterschiedlichen Holzmöbeln (Lärche) gestaltet sind: einer hohen Schaukel, Picknickmöbeln, einem Podest, Sonnenliegen, einem Landschaftsfenster und einer Treppe als Ausguck. Zusätzlich sind besondere Orte im Verlauf des Haupt-Rundwegs mit robusten Sitzbänken (Lärche) ausgestattet. In Anlehnung an die historische Dörferverbindung verknüpft ein weiterer Hauptweg (Asphalt) in OstWest-Richtung die Landstadt mit den östlichen Siedlungsflächen. Die Parkeingänge werden mit pfeilförmigen, richtungweisenden Objekten (Beton mit farbiger Epoxitharz-Beschichtung) ausgestattet. Als zusätzliche Orientierung wird eine Markierungslinie aus Kaltplastikauftrag auf der Asphaltfläche mit richtungsweisendem Wegeleitsystem an den Kreuzungspunkten aufgebracht. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Im nördlichen Parkteil bleiben die Waldstrukturen erhalten und werden entlang der Ränder mit neuen Gehölzflächen ergänzt. Die anschließenden Wiesen- und Weideflächen (außerhalb der Rundwege) sind mit kleinen Gehölzinseln oder Einzelbäumen überstanden. Den Siedlungsrändern im südlichen Parkteil werden Saum- und Mantelgesellschaften aus einheimischen Blütensträuchern vorgelagert. Die Flächen sollen mit einer Rotationsbeweidung gepflegt werden, um die Ausbildung von Säumen zu stärken

1. Leitidee Eine einfache und robuste Flächenstruktur ermöglicht es, die Freizeitnutzung mit urbaner Landwirtschaft zu einer Parklandschaft zu kombinieren, in der auch große Areale für den Arten- und Biotopschutz vorgehalten werden können. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Die Parklandschaft gliedert sich in zwei weich ineinander greifende Parkteile mit verschiedenen Nutzungsschwerpunkten und –intensitäten. Der südliche Parkteil ist mit wenigen Baumsetzungen weitgehend offen gehalten und es bieten sich weiträumige Sichtbeziehungen. In Siedlungsnähe (Ost und West) dienen große Allmendeflächen der intensiven Erholungsnutzung. Sie sind als extensive Mäh- und Weideflächen, teilweise als Hochstaudenfluren dargestellt, in die Gehölzpflanzungen und Obstbäume (im Süden) locker eingestreut sind. Von Osten wird die Gestaltung des Angers, mit kurzen Gehölzreihen und Spiel- und Sportfeldern (z.B. Tischtennis, Beachvolleyball, Boule) in Richtung Flugbahn fortgesetzt. Betonaufkantungen markieren die ehemalige Landebahn. Entgegen dieser definierten Spiel- und Sportangebote sind die Allmendeflächen dem Freizeiterlebnis unbestimmter Nutzung gewidmet. Zentrum des südlichen Parkteils bildet eine große Mähwiese. Die Gestaltung des nördlichen Parkteils orientiert sich am Leitbild

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Tarnnummer 1625

und einer Sukzession entgegenzuwirken. Die Fläche innerhalb der Rundwege ist mit Hochstaudenfluren und Mähwiesen besetzt und nimmt die bestehenden Bäume und Sträucher auf. Sie soll dem Biotop- und Artenschutz vorbehalten bleiben. 5. Urbane Landwirtschaft Die vorgeschlagene Parkstruktur lässt verschiedene Formen der urbanen Landwirtschaft zu. Die Nutzungsintensität nimmt dabei von Außen nach Innen und von Süden nach Norden hin ab. Die Bereiche außerhalb der Rundwege können als Weideland (für z.B. Pferde, Ponys, Lamas, Schafe, Ziegen, Rinder) mit Rotationsbeweidung genutzt werden (Sicherung durch mobile Zäune). Dort wo die Grünlandnutzung auf ehemaligen Deponieflächen liegt, kann ein Bodenauftrag von 10-30cm vorgenommen werden. Im südlichen Parkteil sind als landwirtschaftliche Nutzflächen außerdem Mähwiesen vorgesehen (innerhalb der Rundwege). 6. Schießplatz Der Südwall und alle drei Tunnelanlagen werden zurückgebaut. Die Betonelemente werden als Kletterlandschaft umgenutzt. Darüber hinaus kann der Bereich für verschiedene Freizeitaktivitäten, zum Experimentieren, für Konzerte, Freiluftkino oder als DirtBike-Strecke genutzt werden. Vorhandene Vegetationsstrukturen sollen erhalten und weiterentwickelt werden. Sichtachsen in der Gehölzstruktur dienen der Einsehbarkeit in die Anlage. Der Haupt-Rundweg führt durch die Anlage hindurch, während der Reitweg zwischen den bestehenden Böschungen verläuft. Die Topographie der benachbarten Kiesgrube bleibt erhalten. Der Bereich wird mit Ruderalfluren und Gehölzen weiter entwickelt und der Hauptweg durch die neu gestaltete Senke geführt. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Große Areale sind dem Arten- und Biotopschutz vorbehalten und werden zurückhaltend inszeniert. Zwei parallel verlaufende Rundwege, ein Asphaltweg und ein Reitweg, umschließen die südlichen und die nördlichen Teilflächen. Ein ebenfalls asphaltierter Weg verbindet die beiden Siedlungen nahe des Geländes. Stichwege aus einem Schotter- Splittbelag binden die Rundwege an das übergeordnete Wegesystem an. Alle Wege (außer den Reitwegen) werden befahrbar zwischen 3-5m breit hergestellt. Intensiven Gehölzpflanzungen umschließen das Gebiet nördlich der ehemaligen Landebahnen. Die beschriebenen Landschaftsmöbel und die `mobilen Zäune` sind in den Baukosten nicht erfasst. Die Baukosten erscheinen deutlich überschritten Pflegekosten Es sind unterschiedlich intensive und extensive Bereiche formuliert, deren Nutzungsintensität und Pflegeaufwand von den Rändern ins Zentrum und von Süden nach Norden kontinuierlich abnimmt.

Große Bereiche außerhalb der Rundwege sind für eine Nutzung als Weideland mit Rotationsbeweidung vorgesehen. Die verbleibenden Pflegeaufwendungen resultieren vor allem aus der Pflege der Gehölzflächen. Die Pflegekosten werden eingehalten. Ausgleich Mittlere Abweichungen auf allen Teilflächen, vorwiegend durch extensive Landwirtschaft und Gehölzflächen zu Lasten ungenutzter Biotopflächen. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist bedingt möglich.

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Landschaft planen + bauen, Berlin / Zweiter Rundgang

werden mit roten Sitzkugeln als Zitat der Leuchtfeuer ausgestattet. Die Verbindung zur Kladower Feldflur ist durch einen Streuobstwiesenstreifen mit optionalen Gartenparzellen hergestellt. 3. Erschließung und Wegeführung Das Wegenetz ist netzartig ausgebildet, schnelle und langsame Weg sind vorgesehen. Als 4m breite Hauptwege sind zwei Längs- und sechs Querwege vorgesehen, die asphaltiert sind. Spazierwege sind ungebunden, 2m breit und verdichten das Wegenetz. Die Schießanlage ist durch einen solchen Spazierweg über die ganze Länge erschlossen. Für Reiter sind Wege entlang der Waldkanten am östlichen Siedlungsgebiet und entlang des Flugplatzzaunes geführt, außerdem quer durch das Planungsgebiet in Verlängerung des Groß-Glienicker Weges. Der landwirtschaftliche Verkehr wird über die ehemalige Zufahrt zum Schießplatz zu den zugehörenden Flächen geführt. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen In der Kernzone befinden sich um die landwirtschaftlichen Flächen 5m breite Ackerrandstreifen, Feldgehölzcluster und Gebüschstrukturen mit Überhältern erweitern das Habitatangebot. Weitere Feldgehölzflächen finden sich im Übergangsbereich von der Gehölzkante des Planungsgebietes im Übergang zu den extensiven Wiesenflächen. Rund um die zentralen landwirtschaftlichen Flächen wird eine Mantelzone aus ruderalen Hochstaudenfluren vorgeschlagen. Dieser Streifen ist im Mittel 70 m breit und alle 2-3 Jahre alternierend gemäht, das Mahdgut wird entfernt. Um diese Mantelzone dehnen sich extensive Wiesenflächen, sie sind flächendeckend 10 cm mit Boden aufgefüllt. Die Kiesgrube wird teilweise verfüllt und als Senke ausgebildet. In der Schießanlage werden die Flächen als artenreiche Mähwiesen und Recyclingschotterstreifen ausgebildet. Die Drachenwiese ist ein Trockenrasenstreifen.

1. Leitidee Es entsteht ein Landschaftspark, der die Aspekte von Kurz- und Langzeiterholung, die Anforderungen von landwirtschaftlicher Nutzung und die Erlebbarkeit von Geschichtsspuren synergetisch in einem neuen Raumkonzept zusammenführt. ... Das räumliche Neben- und Miteinander von Stadt und Land-Wirtschaft wird als Chance verstanden und neu in Wert gesetzt. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Die Gatower Parklandschaft erhält einen grünen Gehölzgürtel, der die offen gehaltene innere Parklandschaft umschließt. Landwirtschaftliche Flächen und Weiden werden auf eine Kernzone begrenzt, wobei die Beweidungsflächen in allen Himmelsrichtungen an die bestehenden Grünstrukturen anknüpfen. Die ehemaligen militärisch genutzten Flächen werden zu Erholungsorten. Aus dem ehemaligen südlich begrenzenden Wall der Schießanlage werden sieben 13 m hohe landschaftliche Skulpturen, die von Gehölzen freigehalten sind und Magerrasenböschungen im Verhältnis von 1:1,5 bis zu 1:4 aufweisen. Von diesem Belvedere sind weite Blickbeziehungen möglich. Die südliche Landebahn wird in Fortführung des Duktus des Angers mit Spiel- und Aufenthaltsangeboten ausgestattet, die nördliche Landebahn ist als Drachenwiese ausgebildet. Beide Landebahnen

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Tarnnummer 1626

5. Urbane Landwirtschaft Die zentral gelegenen Landwirtschaftsflächen sind 30 cm mit Boden aufgefüllt, da sie sich teilweise auf ehemaligen Deponieflächen befinden. Die Zuschnitte können flexibel gehandhabt werden, Ackerland oder Viehweide sind möglich. Bei der Rotationsbeweidung würde mit mobilen Weidezäunen eine abschnittsweise, über das Jahr versetzte Beweidung der Flächen erfolgen. Parallel zur Straße Am Donnersberg wird eine Streuobstwiese geplant. Teilbereiche der Streuobstwiese können als Gartenbaufläche genutzt werden. 6. Schießplatz Neben dem Abtrag und der Umgestaltung der Wälle der Schießanlage wird die innere Fläche als gestalteter Raum einer neuen Erholungsnutzung zugeführt. Die nördliche Begrenzung aus Eichen-Kiefern-Mischwald wird in Teilen bis in die Schießanlage hineingeführt, Neupflanzungen bedürfen der Entwicklungspflege. Die Wiesenfelder der Fläche sind rhythmisiert durch Schotterstreifen, die virtuellen Schattenfugen der ehemaligen Kugelfänge. Die Wiesenflächen können temporär als Freilichtbühnenbereich oder Skulpturengarten der UDK genutzt werden. Als permanenter Anziehungspunkt dient ein Klettergarten. Die erhaltenen Kugelfänge werden mit Wildem Wein berankt und mit Zitaten von Nobelpreisträgern beschriftet. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Aus dem Abtrag des Südwalls und der Entwicklung des Längswalls zu Landschaftsskulpturen fallen große Bodenmengen an, die auf der Fläche verteilt werden. Ein Hauptwegesystem verknüpft die offene Parklandschaft mit dem Landschaftsraum. Die Wegeführung basiert auf der Trennung verschiedener Erholungsansprüche: `Schnelle` Hauptwege sind asphaltiert in 4m Breite hergestellt, `langsame` 2m breite Spazierwege den Fußgängern. Auch ein Reitweg wird separat geführt. Das dichte Wegenetz sowie die intensive Bodenbearbeitung führen zu deutlich überhöhten Baukosten Pflegekosten Der Entwurf gliedert die Flächen in verschieden zu bearbeitende Zonen: -	 Kernzone mit intensiver Landwirtschaft (Pflege durch Landwirte), -	 einer umschließenden Mantelzone aus ruderalen Hochstaudenfluren und -	 einer extensiv genutzten, teilweise beweideten Grünlandzone. Die großen extern zu pflegenden Agrarflächen und die klare Trennung der Nutzungszonen kann die Pflegekosten minimieren. Der vorgegebene Kostenrahmen für die Pflegemaßnahmen wird eingehalten.

Ausgleich Mittlere Abweichungen durch Zunahme Gehölzflächen, intensive und extensive Landwirtschaft (v.a. Fläche B). Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist bedingt möglich.

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KUULA Landschaftsarchitekten, Berlin / Zweiter Rundgang

der südlichen Landebahn sowie des Schießstandes. Ebenso ist die Blickbeziehung von der Siedlungskante der Landstadt aus über die nördliche Landbahn nach Osten hin durch eine Erdmodellierung betont. 3. Erschließung und Wegeführung Die Parklandschaft Gatow ist durch ein abgestuftes Wegesystem erschlossen. Gerahmt wird sie durch einen unterschiedlich breiten Rundweg mit fugenlosem Belag, der ca. 3,5km lang ist. Er führt von der Potsdamer Chaussee quer durch die Schießanlage zum östlichen Siedlungsgebiet Habichtswald, folgt der Siedlungskante nach Süden und führt dann durch die Gatower Landstadt wieder bis zur Potsdamer Chaussee. In Verlängerung des die Landstadt querenden Dorfangers ist die südliche Landebahn mit Betonplatten, Rasenflächen und Baumreihen gestaltet. Den östlichen Abschluss bildet eine Skateranlage. Die Dörferverbindung zur Fliegerhorstsiedlung wird als gradliniger Weg ausgeführt, er ist rhythmisiert mit Bäumen bepflanzt. Heimische Blüh- und Fruchtgehölze ergänzen die Bepflanzung. Ergänzend gibt es direkte diagonale Wegeverbindungen mit Tennenbelag sowie Reit- und Wanderwege, die unbefestigt sind. An der Potsdamer Chaussee ist ein Parkplatz für 12 PKW vorgesehen. Zur Orientierung dient ein Leitsystem mit Wegweisern entlang des Hauptweges und den Zugangsbereichen. Aus derselben Gestaltfamilie werden auch die Ausstattungselemente wie Bänke und Unterstände/ Pavillons vorgeschlagen. Drei Unterstände tragen an Masten elliptische, nachts illuminierte Körper (Leit-Lights). 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Gehölzflächen, Hochstauden- und Wiesenflächen finden sich in den Bereichen rings um die landwirtschaftlich genutzten Flächen in der Kernzone der Parklandschaft. In den offenen Flächenarealen werden die vorhandenen Biotopstrukturen erhalten bzw. wieder hergestellt. Im nördlich an die Siedlungsfläche der Landstadt Gatow angrenzenden Be-

1. Leitidee Bewegung zwischen Stadt und Landschaft benennen die Verfasser ihren Entwurf. In der Parklandschaft werden Bewegungsräume ... geschaffen, die ... als erweiterter Gartenraum dienen, aber auch ... als attraktives Naherholungsareal ... (an)geboten wird. Die Parklandschaft Gatow macht den „Bewegungsraum Landschaft“ mit extensiven Gehölzflächen, offenen Landschaftsbereichen und urbaner Landwirtschaft sowie den „Bewegungsraum Stadt“ mit intensiv gestalteten Freiraumarealen an der Siedlungskante und im Schießstand in einzigartiger Weise erlebbar. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Die Parklandschaft Gatow ist im nördlichen Teil im Umfeld des Schießstandes und der Kiesgrube mit einem Wald- und Gehölzsaum geplant, der sich aus dem vorhandenen Gehölzstrukturen (weiter) entwickeln wird. Diese Gehölze verklammern das Planungsgebiet mit den nördlich angrenzenden Flächen über die Potsdamer Chaussee hinweg und auch mit dem Siedlungsgebiet der Landstadt. Im Übergangsbereich zum Kladower Dörferweg sowie auf der inneren Fläche des Planungsgebietes sind Gehölze eher linear entlang der Wegeverläufe vorgesehen. Große Teilflächen bleiben offen. Intensiv gestaltete Bereiche liegen im Bereich der Verlängerung

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Tarnnummer 1627

reich zur Potdamer Chaussee ist eine Streuobstwiese geplant. Entlang des Siedlungssaumes werden heimische Frucht- und Blühhecken gepflanzt. Die nördliche Landebahn ist als Blumenwiesenansaat in der Wiesenfläche nachgezeichnet. Die offenen Landschaftsflächen werden jährlich, die Flächen im Siedlungssaum 2-3 mal jährlich gemäht, die Heckengehölze im 3-jährigen Turnus. In den intensiv gestalteten Bereichen werden die Flächen aus Magerrasen/ Landschaftsrasen mehrmals jährlich geschnitten. 5. Urbane Landwirtschaft Auf den ehemaligen Deponieflächen wird Oberboden aufgetragen. Als Ackerland sind Flächen nördlich der west-östlichen Dörferverbindung vorgesehen. Die Flächen südlich dieses Weges sind als Weideflächen mit temporär gekoppelten Schafen bzw. Pferden oder als Mahdflächen entwickelt. 6. Schießplatz Hier ist der südliche Stirnwall entfernt und der südliche Teil des Längswalles lang auslaufend rückgebaut. Von der noch bestehenden Wallkrone sind überörtliche Blickbeziehungen Richtung Süden möglich. Der Schießstand wird durch ein Sport- und Spielangebot zu einem intensiv genutztem Aufenthaltsbereich. Vorgesehen sind ein Open-Air-Theater/ Kino vor dem Kugelfang, weiter Möglichkeiten zum rutschen, schaukeln, free-climbing, Seilbahn fahren, Trampolin springen und Volleyball spielen. Punktuell gepflanzte solitäre Gehölze fallen durch prägnantes Laub, Rinde oder Habitus auf. Durch eine Licht- und Schallinstallation wird in den Sommermonaten die Funktion des Schießstandes durch körperlose Kugeln aus Licht, Lauflichter und Klangläufe nachgezeichnet. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Das Rückgrat der inneren Wegeerschließung bildet der unterschiedlich breite `Rundweg` (aus fugenlosem Belag) und die Dörferverbindung. Untergeordnete Wege ergänzen als wassergebundene Tennenwege die Erschließung. Bodenmodellierungen erfolgen sowohl im Bereich des Schießplatzes als auch in der Verlängerung der Landebahnen. Die südliche Wallanlage des Schießplatzes ist entfernt. Der Längswall wird in seinem südlichen Teil auf das Geländeniveau abgesenkt. Der nördliche Bereich bleibt im Bestand erhalten. In der inneren nördlichen Schießplatzanlage wird ein intensives Spiel- und Sportangebot geschaffen. Eine `Licht- und Schallinstallation` soll die ehem. Funktion des Schießstands erlebbar machen. Große befestigte Flächen, eine intensive Bodenmodellierung und umfangreiche Gehölzpflanzungen

führen zu einer Überschreitung der zur Verfügung stehenden Kostenrahmen. Pflegekosten Die wesentlichen Flächen der Parklandschaft sind extensiv zu pflegen. Der zentrale Bereich wird landwirtschaftlich genutzt und extern gepflegt. Intensiv gestaltete Bereiche der Landebahnachsen und innerhalb des Schießstands sind mehrfach jährlich zu mähen. Kostenintensiv ist auch die Pflege der Gehölzpflanzungen. Die Pflegekosten erscheinen geringfügig überschritten. Ausgleich Mittlere und hohe Abweichungen, v.a. durch 25 % intensive Landwirtschaft in Fläche B. Der Teilflächenübergreifende Ausgleich ist bedingt möglich.

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METTLER Landschaftsarchitektur, Berlin / Zweiter Rundgang

Der südliche Abschnitt des „Rings“ wird bewusst freigehalten, um Sichtbeziehungen über die offenen Wiesenflächen des ehemaligen Flughafens zu ermöglichen. Die Bäume innerhalb des Rings werden mit weißer Kreide markiert. Damit soll beim Durchlaufen ein dynamisches Bild erzeugt werden, das sich in Abhängigkeit von der Laufgeschwindigkeit ändert. Die Waldkante, die das Plangebiet im Nordwesten begrenzt, löst sich langsam Richtung Süden bis zur Flucht des nördlichen Baufeldes der Landstadt Gatow auf. Lineare Gehölzstreifen entlang der Wege verdichten sich im Bereich von Kreuzungen zu kleineren Baumgruppen. 3. Erschließung und Wegeführung Das Netz der Hauptwege wird als Rückgrat des Entwurfs gesehen. Das feinmaschige Erschließungsnetz soll sich demgegenüber flexibel an sich verändernde Nutzungen anpassen (z.B. Zusammenlegen von Acker oder Weideland). Neben den im „Ring“ liegenden Wegen gilt die neue Wegeverbindung zwischen der Habichtswaldsiedlung und der Landstadt Gatow als wichtig. Die wichtigen Wege werden neu befestigt, so dass sie die Funktion der schnellen Wegeverbindungen erfüllen. Die Wegehierarchie endet bei unbefestigten Pfaden zwischen den Weiden. Angeboten werden – zum Teil in Parallelführung – Fuß-, Rad- und Reiterweg sowie Wege für die Landwirtschaft. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Die im Norden z.T. verdichteten waldartigen Strukturen lösen sich nach Süden hin langsam in Baumgruppen und frei stehende Bäume auf. Die Flächen außerhalb des Rings sollen mit Hecken abgegrenzt werden, die als Lebensraum, Nist- und Futterplatz für viele Tierarten dienen. Der Wiesen- und Weideraum besteht aus Hochstaudenfluren und artenreichen Mähwiesen. Der südliche Bereich des Schießplatzes und der Bereich der Kiesgrube sollen als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. 5. Urbane Landwirtschaft Die Flächen für den Ackerbau werden zunächst in großen Schlägen hergestellt, die später bei Bedarf noch teil-

1. Leitidee Mit der Parklandschaft Gatow entsteht auf der Fläche des ehemaligen Flughafengeländes eine Kulturlandschaft ganz besonderer Art, bei deren Entwicklung die Bedürfnisse des Menschen nach Erholung und die Funktion der Landwirtschaft gemeinsam betrachtet werden. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Prägendes und Orientierung gebendes Element des Entwurfs ist ein intensiv gestalteter, ca. 35 m breiter „Ring“, der sich um den Kernbereich der Parklandschaft zieht. Im Süden setzt der „Ring“ die Landebahn fort, im Westen orientiert er sich an der Flucht der Landstadt Gatow, im Nordwesten folgt er dem Innenraum der Schießanlagen und im Nordosten den Wettbewerbsgebietsgrenzen. Der „Ring“ soll als Puffer einen sanften Übergang zwischen den intensiven Nutzungszonen der Landwirtschaft und dem städtischen Bereich bilden. Er wird als Eingang und soziale Begegnungszone gesehen. Das Spektrum der hier angebotenen Funktionen reicht von Spielplatz und Aufenthaltsbereich bis zum Marktplatz. Es gibt aber auch freie Flächen, die sich die Anwohner für gemeinschaftliche Nutzungen aneignen sollen. Der „Ring“ stellt in seiner Randlage zudem die Bezüge zu den angrenzenden Wohnquartieren, zu den Landschaftsräumen und zum Museum her.

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Tarnnummer 1628

bar sind. Es handelt sich dabei um die östlich an die Siedlungskante der Landstadt angrenzenden Flächen und ein größeres Feld, das sich in Fortsetzung der Fliegerhorstsiedlung erstreckt. Vorgeschlagen werden Obst- und Gemüseanbau unter dem Gütesiegel Gärten von Gatow sowie Blumenfelder zum Selberpflücken. Die Böden der nördlich anschließenden Weideflächen und Mähwiesen sollen über „Phytosanierung“ gereinigt werden. Bis zur Regeneration der Böden wird deshalb ein Phasenkonzept vorgeschlagen, das eine stufenweise Inanspruchnahme vorsieht. Als Endphase werden 2 Varianten dargestellt, die sich im Wesentlichen durch verschiedene Anteile von Landwirtschaft zur Weide- und Wiesenwirtschaft unterscheiden. Um die Flächen entlang des „Rings“ zu schützen, werden Zäune benötigt. Diese sind Bestandteil eines modularen Möblierungskonzeptes aus Holz bestehend aus Zäunen, Bänken und Picknicktischen. 6. Schießplatz Der Schießplatz wird so gering wie möglich zurückgebaut. Der Eingriff in die Wälle beschränkt sich auf einen gewaltigen Schnitt im südlichen Stirnwall, wo ein 33 m breiter, von senkrechten Wänden eingefasster Zugang angelegt wird. Ein weiterer Zugang entsteht im Norden, hier wird der Eingang in Serpentinen über den Wall geführt. Von dort wird auch der bestehende Höhenweg über den Kamm angebunden. Der nördliche Teil der Schießanlage mit einer Bühne an der Kugelfangwand soll für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden (Ausstellungen, Konzerte, Theater, Kino, Märkte und weitere Veranstaltungen). Die gesamte Fläche ist begehbar. Der südliche Bereich wird durch einen - in leichten Versätzen geführten – mittig verlaufenden Holzsteg erschlossen. Dieser Bereich soll nahezu sich selbst überlassen sein und wie ein Freilichtmuseum wirken. Auf einen Rückbau der verbliebenen Betonelemente und seitlichen Blenden wird verzichtet. Die wertvollen Hochstauden- und Ruderalfluren sollen auch durch die Ausweisung als Naturschutzgebiet von einem Betreten geschützt werden. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Ein 35m breiter Ring aus befestigten Wegen und intensiv gestalteten Flächen umschließt den Kernbereich des Geländes. Ein feingliedriges Netz von breiten Fuß- und Radwegen bis hin zu schmalen unbefestigten Pfaden durchzieht den Raum. Der Rückbau der Schießanlage erfolgt minimal. Der anfallende Boden kann auf den angrenzenden Flächen verbaut werden. Durch die Schießanlage führt ein Holzsteg, am nördlichen Ende begrenzt eine Bühne das Gelände. Durch die intensive Flächengestaltung, das umfangreiche Wegenetz sowie die großflächigen Gehölz-

pflanzungen überschreitet der Entwurf den gesetzten Kostenrahmen deutlich. Pflegekosten Ackerbau und Weideland dominieren die Flächen innerhalb des `Rings`. Diese sollen durch Landwirte aber auch durch Anwohner bestellt und gepflegt werden. Intensive Pflegekosten entstehen durch die umfangreichen Pflanzungen sowie die Pflege des `Rings`. Die vorgesehenen Pflegekosten können aufgrund der ausgedehnten landwirtschaftlich genutzten Flächen eingehalten werden. Ausgleich Hohe Abweichungen in 3 von 4 Teilflächen, vorwiegend durch großflächige intensive Landwirtschaft und Gehölzpflanzungen zu Lasten naturnaher Flächen. teilflächenübergreifender Ausgleich nicht möglich

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BN Stadtentwicklung und Umweltplanung / Erster Rundgang

Zur Unterstützung der räumlichen Wahrnehmung der Landebahn werden Holz-Stahl-Stelen an die Grenzen der Landebahnen positioniert. Abstandsvergrößerungen sollen die Dimensionierung der Landebahnen zusätzlich verdeutlichen. Durch Obstwiesen - mit korridorartigen Durchlässen zum Erhalt der Sichtbeziehungen - sollen die Siedlungsränder eingebunden werden. Neben den extensiv in der Parklandschaft verteilten Erholungsangeboten sehen die Verfasser zusätzlich westlich der Erschließungsstraße von der Potsdamer Chaussee einen Bereich für intensive Erholungsnutzung mit einem kleinen Gewässer vor. 3. Erschließung und Wegeführung Die o.g. 3,5 m breiten Hauptwegverbindungen werden für den Landwirtschaftsverkehr asphaltiert und dienen so auch als Fahrrad- und Skaterstrecke. Der Bogenweg soll südlich des Kontaktplatzes mit vandalismussicheren Fitnessgeräten ausgestattet werden, über die Deponie verläuft er auf einem Damm. Zur direkten Verbindung der Fliegerhorstsiedlung mit dem Anger der Landstadt Gatow wird ein weiterer Weg angelegt, der auch den Kontaktplatz mit anbindet. Ergänzt wird das Hauptwegenetz durch z.T. schon vorhandene wassergebundene Fußwege. Ein Reitweg wird entlang des Bogenweges, ein weiterer östlich der Schießanlage geführt. Das Erschließungssystem wird insgesamt bewusst grobmaschig und damit unaufwändig gehalten. An ausgewählten Punkten, vor allem im Bereich von Kreuzungen, finden sich Stein-Gitterbänke und ein Info-Leitsystem. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Im nördlichen (Deponie-)Bereich bleiben die Hochstaudenfluren im Wesentlichen erhalten (alternierende Mahd alle 2 Jahre). Eingestreut sind dort extensive Wiesen, die von Schafen beweidet werden (Hutung). Erhalten bleibt auch die Hochstaudenflur im Bereich der Kiesgrube. Ebenso bleiben die vorhandenen Trocken-Magerrasen im südlichen Bereich des Schießplatzes erhalten (Entkusseln alle 3-5 Jahre). Die Fläche entlang der Zufahrt von der Potsdamer Chaussee wird

1. Leitidee Die .. Fläche des Wettbewerbsgebietes weist …. wesentliche Zwangspunkte für die Verteilung der Nutzungsstrukturen auf (Deponie, Ackerbau, Weide, Erholung). Aus diesen Vorgaben ergibt sich zwangsläufig eine Raumaufteilung in einen extensiven und einen intensiver genutzten Teilbereich. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Das landschaftlich-städtebauliche Konzept setzt auf eine Verzahnung der Parklandschaft mit den umliegenden Quartieren durch die Fortführung von Wegeachsen. Markant im Bogen geführt durchquert eine neue Nord-Süd gerichtete Wegverbindung – den Bogen des Seekorsos aufgreifend - die Parklandschaft entlang der Straße Am Donnerberg bis zur Potsdamer Chaussee und weiter in Richtung Waldsiedlung. Eine weitere wichtige, auch durch Baumpflanzung (Linden) betonte Querverbindung stellt der Weg zwischen der Fliegerhorstsiedlung und der Landstadt Gatow dar. Der Schnittpunkt des Bogenwegs mit der nördlichen Landbahn wird als zentraler Aufenthaltsbereich (Kontaktplatz) angelegt, zusätzlich hervorgehoben durch einen rd. 10 m hohen Aussichtsturm (der schiefe Turm von Gatow), der Blicke in alle Richtungen erlaubt (Seh-Stern). Als weiterer Akzent bzw. Pendant ist an der südlichen Landebahn eine Flug-Skulptur vorgesehen.

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

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komplett mit einem lichten Eichen-Kiefern-Mischwald aufgeforstet (Bodenauftrag 50 cm). Auch der nördliche Abschnitt des Schießplatzes soll entsprechend zum Mischwald entwickelt werden. Südlich der Deponieflächen zeichnen sich die Mähund Obstwiesen durch überdurchschnittlichen Artenreichtum aus. Einzelne Gehölz- und Baumgruppen in der Hochstaudenflur und in den Mähwiesen tragen zur Anreicherung der Biotopstrukturen bei. 5. Urbane Landwirtschaft Für landwirtschaftliche Nutzungen ist der gesamte Bereich südlich der Deponiegrenze vorgesehen. Nördlich dieser Grenze finden sich nur am Rand der Schießanlage einzelne extensiv genutzte Mähwiesen (Schafhutung), die mit 50 cm Bodenauftrag versehen werden. Das Konzept der extensiven Mähwirtschaft / Obstwiesen und intensiven Landwirtschaft (Grünland / Acker) mit einzelnen Koppeln im Süden kann sich flexibel den Nutzerwünschen anpassen. Ergänzt werden diese Flächen durch zwischen den Landebahnen gelegenen Sondernutzungen (Kleingärten / interkulturelle Gärten, Blumenfelder, Maislabyrinth). In ihrer räumlichen Wirkung sollen sie sich gegenüber der kurz gehaltenen Vegetation der Landebahnen (Wiese, Weide) absetzen. 6. Schießplatz Der südliche Stirnwall und der südliche Teil des Längswalls werden zurückgebaut. Ein Teil des anfallenden Bodens wird im südlichen Teil der Schießanlage verfüllt, der Rest zur Abdeckung der Deponieflächen (bei landwirtschaftlicher Nutzung) verwendet. Der nördliche Teil bleibt im Wesentlichen als Denkmal in seinem heutigen Zustand erhalten, nur einzelne Kugelfangwände werden entfernt. Ein Weg führt über das Entree zur Schlucht im Bereich des abgetragenen Walls hinab, weitere Wege erschließen den Schießplatz über die Wälle. Die geschwungene Linienführung soll das starke geometrische Maß der Anlage brechen. Angeboten werden ein bewirtschafteter Kletter-Treff, Spiel- und Sportfelder und ein Heide-Biker-Parcour. Im südlichen Bereich sollen die vorhandenen Trocken-Magerrasen erhalten und entwickelt werden. Daran anschließend soll der Hundeverein einen neuen Übungsplatz erhalten. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Die Erschließung des Gebiets erfolgt im Wesentlichen über zwei Hauptachsen, die in 3,5m Breite asphaltiert werden. Ein Aussichtsturm entsteht an der Hauptwegekreuzung. Ein großer Teil der Baukosten wird für die intensiven Bodenarbeiten benötigt. Die Querbauwerke werden zum Teil abgebrochen. Der reduzierte Wegebau und der zurückhaltende Einbau von Ausstattungsgegenständen kann die Herstellungskosten zum Teil kompensieren. Die Baukosten erscheinen geringfügig

überschritten. Pflegekosten Mähwiesen und Hochstaudenfluren sind im nördlichen Geländeteil vorgesehen. Ackerflächen und Sonderkulturen schließen südlich der Deponiekante großflächig an. Neue Gehölzflächen werden in vergleichsweise geringem Umfang etabliert. Der entstehende Pflegeaufwand für die öffentliche Hand ist gering, die Pflegekosten werden eingehalten. Ausgleich Mittlere Abweichungen auf Fläche B und D durch intensive Landwirtschaft und erhöhten Anteil Mähwiesen. Teilflächenübergreifender Ausgleich ist möglich.

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BASE und atelier eem, Landschaftsarchitekten Paris / Engere Wahl

Rampen, Rutschen, ein Trampolin, ein Netz und auch eine Terrasse für Große integriert sind. Dem Satellit ist ein Garten für Kinder vorgelagert, mit Hochbeet, Kompost, Samen-Silo. Der Vorschlag für den Satelliten beruht auf Beobachtungen vor Ort sowie eigenen Kindheitserfahrungen. Kindern macht es Vergnügen ihre eigene Welt zu erfinden. Dies geschieht am Besten in „undefinierten Räumen“. Dieser Vorstellung folgend wird auf Elemente wie Architektur und Fortbewegung zurückgegriffen und diese werden zu einem Raum von Möglichkeiten kombiniert. Die Vertiefung der Kiesgrube bleibt in ihrer jetzigen Form erhalten. Nach Ansicht der Verfasser bedarf der Gebrauch einer Landschaft der Sensibilität der Nutzer. Es wird daher vorgeschlagen, Landschaftsentwicklungsprozesse sowie Pflege sichtbar in die Aufmerksamkeit der Nutzer zu stellen. Dies wird z.B. durch die präsente Lage der pflegeintensiven Streifen aus Landschaftsrasen am Boulevard und eine regelmäßige Umverteilung der Rendezvous-Gärten umgesetzt. Außerdem wird vorgeschlagen, auf Informationstafeln über Entwicklungsziele allgemeinverständlich zu informieren. 3. Erschließung und Wegeführung Der Landschafts-Boulevard erschließt das Wettbewerbsgebiet randseitig und knüpft über Querverbindungen an die Siedlungsflächen und übergeordneten Wege an. Er besteht aus einem 3m breiten Asphaltbelag und beidseitig begleitenden, ca. 12m breiten Streifen aus Landschaftsrasen. Die Haupteingänge in den Park werden durch großzügig angelegte Heidelbeerpflanzungen markiert. Zwei Reitwege binden an das bestehende Reitwegesystem an. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Die Entwicklung eines Gehölzstreifens (Eichen-Kiefern-Mischwald) ist an der Potsdamer Chaussee, am Außenweg Nord und auf der südlichen Wallanlage des Schießplatzes vorgesehen. Parzellierte Hochstaudenfluren sind im Bereich der Deponieflächen verortet, westlich und südlich schließen sich Wiesen- und Weideflächen an. Ackerrandstreifen um die Parzellen sollen einen konstanten Lebensraum für weniger anpassungsfähige Lebewe-

1. Leitidee Das Projekt besteht aus drei wesentlichen Elementen: erstens einer Landschaft als Ort der Bewegung, zweitens einer Ausstellung bzw. monumentalen Freiluft-Galerie im Bereich des Schießplatzes und drittens einem Objekt bzw. Satelliten als Spielort für Kinder. Zentraler Punkt für die Nutzung dieser Landschaft bleibt die Vorstellungskraft und die aktive Gestaltung durch den Nutzer. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Die Parklandschaft wird durch einen ca. 25m breiten LandschaftsBoulevard erschlossen. Entlang seiner netzartig angelegten Struktur sollen sich die Nutzungen konzentrieren: es entsteht Raum um nebeneinander zu spazieren, joggen, Fahrrad zu fahren oder einfach nur im Gras zu liegen. Punktuell werden Rendezvous-Gärten entlang des Boulevards als intimere Räume angeboten. Eine rurale Möblierung und ausgewiesene Grillplätze ergänzen die Nutzungsmöglichkeiten. Die ehemalige Schießanlage wird als Kunsthalle bzw. monumentale Freiluft-Galerie mit Skulpturenpark umfunktioniert. Dem Besucher wird ein ungezwungener Spaziergang zwischen Kunst, Kultur und Landschaft geboten. Südwestlich der Schießanlage entsteht ein Satellit als Spielort. Es handelt sich dabei um eine Holz-Metall-Konstruktion, in die z.B.

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sen bilden. An drei Orten (südlich der Schießanlage, südlich des Sportplatzes und westlich der Straße Am Landschaftspark Gatow) ist eine Biotopentwicklung geplant. 5. Urbane Landwirtschaft Den lokalen Akteuren (aus der Landwirtschaft und Landespflege) sollen im Zuge eines basisdemokratischen Prozesses einige Rahmenvorgaben zur Seite gestellt werden, wie z.B. die Verortung der Hochstaudenfluren und Ackerrandstreifen sowie Schnitt- und Beweidungshäufigkeit. Wesentliche Bewirtschaftungsformen sind: Beweidung, Mähwiesen, Schutzäcker sowie das Heranpflegen von Magerrasen. Darüber hinaus sollen Pachtverträge nicht flächengebunden sein, sondern die Pächter einen prozentualen Anteil an der Gesamtfläche erhalten. Fall- und Flugobstwiesen sind in Verlängerung der Flugbahnen und der Schießanlage im Südwesten vorgesehen. Sie dienen als raumbildende Elemente und sind ein Geschenk engagierter Landespfleger an die hungrigen LandParkbewohner. Auch die Beerengärten an den Eingängen laden zur Selbstbedienung ein. Open-Source-Gemüsegärten (in der Nähe der Landstadt) bieten darüber hinaus Anbauflächen für Jedermann. 6. Schießplatz Der Südwall und die drei Tunelanlagen werden zurückgebaut und die Schnittkanten im Längswall mit Gabionen gesichert. Die Verfasser schlagen vor, die Schießanlage künftig als Kunsthalle mit FreiluftGalerie zu nutzen. Die vorhandenen Betonwände dienen dabei als Präsentationsfläche. Es soll ein fachübergreifendes Ausstellungskonzept entstehen, das die verschiedenen Aspekte des Ortes reflektiert (Geschichte, ehemalige Nutzung, räumliche Situation). Ziel dabei ist die Schaffung eines Anziehungspunktes für Kunst und Landschaft mit internationalem Anspruch. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Der Südwall wird abgetragen, der Schießplatz visuell geradlinig verlängert. Zwei Wege durchschneiden den Längswall. Die Schnittkanten sind mit Gabionen gesichert. Der entstehende Bodenaushub kann auf den anschließenden Flächen der ehemaligen Deponie verbaut werden. Das Wegesystem ist zurückhaltend in die Fläche integriert. Es besteht aus 3m breiten befestigten Wegen. Trotz der reduzierten Wegeflächen, die relativ geringe Bodenmodulation und die zurückhaltend integrierten Ausstattungsgegenstände erscheinen die Baukosten überschritten. Pflegekosten Auf weiten Flächen erstreckt sich in Felder gegliederte Landwirtschaftsfläche. Eine Gehölzpflanzung

beschränkt sich auf vergleichsweise kleine Flächen. Diese Faktoren reduzieren den Pflegeaufwand. Die Pflegekosten können eingehalten werden. Ausgleich Mittlere bis hohe Abweichungen in allen Teilflächen durch extensive Landwirtschaft. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist bedingt möglich.

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Schweingruber Zulauf, Zürich / Erster Rundgang

Berg ist das fehlende Stück, das die bestehenden Zeichen zu einem System zusammenführt, das miteinander in Beziehung tritt. Auf dem Berg entsteht eine Plattform mit einem kreisrunden Holzdeck als Aussichtspunkt und zum Aufenthalt. Im Winter kann der Berghang als Rodelbahn genutzt werden. Ein weiteres Nutzungsangebot wird im Bereich der ehemaligen Kiesgrube im Nordosten geschaffen. Die Grube wird soweit vertieft, dass dort ein Badesee entsteht. Sämtliche Folies sind mit blühenden Obstbäumen (Apfel, Birne, Prunus-Arten) gestaltet und werden so zu Gärten in der Weite der Naturlandschaft. 3. Erschließung und Wegeführung Die verschiedenen Parkteile sind durch eine Parkpromenade als Rundweg miteinander verbunden. Er besteht aus einer Wegebahn für Fußgänger (Asphalt) und einer Wegebahn für Reiter. Stichwege knüpfen an das übergeordnete Wegenetz an. Im Norden wird die Waldsiedlung vom Eintritt des Schießplatzes aus angebunden. Die historische Dörferverbindung wird wiederhergestellt und soll künftig von einer Buslinie befahren werden. Am Berg ist ein Haltepunkt vorgesehen. Der Berg ist durch einen Spiralweg erschlossen. Durch die umliegenden Biotopflächen führen informelle Wege. 1. Leitidee Die Landschaft des Wettbewerbsgebietes liest sich als Landschaft der Fragmente aus unterschiedlichen Zeitschichten, die bezugslos nebeneinander stehen. Die Parklandschaft Gatow bietet die Chance, das bestehende Patchwork in einen Gesamtkontext zu stellen, der die unterschiedlichen Stücke zu einem Gesamten formt und ihnen trotzdem ihre Einzigartigkeit lässt. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Die offene Mitte der Gatower Parklandschaft wird von einem räumlich wirksamen Gehölzrahmen entlang der Ränder gefasst (außer am Flugfeld). Im Osten und Westen sind den Rändern jeweils Flächen für die urbane Landwirtschaft vorgelagert, während die Mitte als nutzungsoffene Naturschutzfläche freigehalten wird. Innerhalb der Kultur- und Naturlandschaft sind die Schießanlage, das Flugfeld, der Tower, der Sportplatz und die Kiesgrube Zeichen einer Landschaft im Umbruch. Sie lassen sich als Folies lesen, die Sichtachsen aufbauen und Orte aktivieren. In Ergänzung zu diesen Folies wird inmitten der Naturschutzfläche ein ca. 22m hoher Berg aus dem Material der Wallanlagen des Schießplatzes aufgeschüttet. Als neues Zeichen nimmt er die Maßstäblichkeit der bestehenden Elemente auf, entfernt sich jedoch von der militärischen Vergangenheit und wird so zum Symbol der neuen Parklandschaft. Der zentral gesetzte 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Naturschutzflächen liegen im Zentrum des Parks. Sie bestehen überwiegend aus artenreichen Mähwiesen, in die Inseln aus ruderalen Kraut- und Hochstaudenfluren sowie Auengehölze (z.B. Schwarz-Erle, Esche) eingestreut sind. Östlich und westlich schließen sich landwirtschaftliche Nutzflächen an, mit einer extensiven Weidebewirtschaftung auf ehemaligen Deponieflächen. An den Rändern des Wettbewerbsgebietes werden die Bestandsbäume durch Laubbäume ergänzt (z.B. Bergahorn, Stieleiche, Rotbuche). 5. Urbane Landwirtschaft Die Flächen für urbane Landwirtschaft sind den Rändern im Osten und Westen vorgelagert. Südlich der Dörferverbindung sind sie als Agrarflächen intensiv nutzbar, im nördlichen Parkteil entstehen dagegen extensiv nutzbare Weiden. Linear verlaufende Wegestreifen mit begleitenden Bäumen

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gliedern die Flächen. Die baumbestandenen Ränder der Parklandschaft sind ebenfalls als Weideflächen nutzbar. 6. Schießplatz Die Wallanlagen des Schießplatzes werden abgeräumt, die Betonelemente bleiben erhalten. Es werden Spiel- und Sportflächen und Gärten mit Sitzgelegenheiten angeboten. Der Rundweg führt wellenförmig durch die Anlage hindurch. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Der Schießplatz wird komplett frei gelegt, die Kiesgrube zu einem Badesee vertieft. Aus dem Bodenaushub entsteht ein Berg an zentraler Stelle. Boden zur Abdeckung der Deponiefläche für die vorgesehene landwirtschaftliche Nutzung bleibt hier unberücksichtigt. Das Wegesystem stützt sich auf einen befestigten Rundweg, der von einem Reitweg begleitet wird. `Verbindungswege` erschließen die innere Struktur. Befestigte Flächen sind zurückhaltend angeordnet. Vor allem die umfangreiche Bodenmodulation führt zu einer deutlichen Überschreitung der Bausumme, die durch die reduzierten Wegeflächen und Ausstattungselemente nicht kompensiert werden kann. Pflegekosten Die umfangreichen Gehölzpflanzungen benötigen einen hohen Pflegeaufwand. Dem gegenüber stehen großflächige landwirtschaftliche Nutzflächen an den westlichen und östlichen Raumgrenzen, deren Intensität von außen nach innen abnimmt. Im zentralen Bereich befinden sich vor allem Mähwiesen und Staudenfluren. Die Pflegekosten werden eingehalten.

Ausgleich Hohe Abweichungen in 3 von 4 Teilflächen, vorwiegend durch extensive und intensive Landwirtschaft. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist nicht möglich.

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Fanny Guilmet Paysagiste DPLG, Paris / Erster Rundgang

Abschluss bildet eine ca. 2ha große Streuobstwiese. Im nördlichen Teil des Planungsgebietes liegen ineinander verschränkte Wiesen- und Weideflächen. Sie sind im westlichen und nördlichen Bereich von Gehölzstreifen umgeben. Südlich der Schießanlage wird unter Abräumung des südlichen Stirnwalls eine Parkplatzfläche angelegt, der Schießplatz selbst dient im südlichen Teil als Logistikfläche und als In-situ Baumschule. Der Längswall ist im südlichen Teil abgetragen, im nördlichen Teil überformt. Der Übergang der Siedlungsfläche der Gatower Landstadt nach Osten zur Feldflur wird durch einen grünen Deich gestaltet, der als Damm bis zur Habichtswaldsiedlung weiter geführt wird. 3. Erschließung und Wegeführung Das Wegesystem verläuft entsprechend der Nutzungsverteilung und Durchwegungsnotwendigkeit im südlichen Teil orthogonal und engmaschig, nördlich des auf dem Damm liegenden Schulweges zwischen Gatow und der Habichtswaldsiedlung sind die Wege dagegen geschwungen angelegt und gliedern die Fläche in sehr große Wieseneinheiten. Der Rundweg ist durch Stichwege von bestehenden Erschließungen erreichbar. Alle Wegetypen sind drei Meter breit dargestellt. Entlang des Rundweges laden Bänke zu Atempausen und Blicke(n) in die Ferne ein. Die südlich der Schießanlage liegende 80x100m große Parkplatzfläche ist mit Schotterrasen befestigt. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Im nördlichen Teilgebiet sind die Bestandsgehölze in den Wiesenflächen und durch die Umformung des Längswalles entfernt. Die Verfasser schlagen Aussaat der Wiesen (Hochstaudenflur außerhalb, Grünland innerhalb des Rundweges vor, da auf großen Flächen des Gesamtgebietes ein Bodenauftrag erfolgt. Zur Bodenverbesserung ist Trifolium und Lupinus vorgeschlagen. Im Wiesenland werden Crataegus und Hippophae gepflanzt. Der Schulweg erhält eine Bepflanzung aus Acer campestre.

1. Leitidee Dieser Park ist kein Produkt, sondern ein ökologischer und sozialer Prozess. Er ist kein vollendetes Meisterwerk, sondern ein klar umrissenes Stück Land mit einer speziellen Vergangenheit, das sich einem langwierigen Wandlungsprozess hin zu einer gesunden Landschaft unterzieht und in der künftig Freizeitaktivitäten und Nahrungsmittelproduktion nebeneinander stattfinden sollen. Über den passiven Genuss hinaus bietet der Park eine Plattform für bürgerschaftliches Engagement. Als Teil des Entwicklungs- und Betriebskonzeptes ist die Gründung eines gemeinnützigen Vereines vorgesehen, dessen Ziel die langfristige Mitwirkung bei der Gestaltung des Geländes ist. Die Arbeit des Vereins wird durch Fachleute und Freiwillige unterstützt, ... 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Die Gatower Parklandschaft wird in ihrem südlichen Teil als landwirtschaftlich und gartenbaulich genutzte, offene Fläche entwickelt. Gestaltprägend sind dabei drei gradlinige Bewässerungskanäle von etwa 300-450m Länge, die in der Verlängerung der Landebahnen angelegt sind. Die Flächen zur gartenbaulichen Nutzung sind orthogonal ausgerichtet und haben unterschiedliche Flächengrößen. Es verbleiben zwischen den intensiv genutzten Flächen zwei bis zwanzig Meter breite Ackerrandstreifen oder Obstgehölze. Den südlichen

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Im Bereich der Kiesgrube ist eine Eidechsenfigur als Chiffre dargestellt. Avifaunabiotope für Uferschwalben sollen an den Oberkanten der Betonrahmen im Schießplatz angelegt werden. 5. Urbane Landwirtschaft Nördlich des Schulweges ist eine Pferdekoppel dargestellt, auf dem mittigen Wiesenbereich innerhalb des Rundweges eine Schafweide und Wiesenland. Auf dem Felderdreieck werden Heckenstrukturen angelegt, vorgeschlagene Arten sind Sambucus canadensis, Rosa canina und Crataegus monogyna. Bei der Bewirtschaftung des Felderdreieckes werden die Standards des ökologischen Landbaus zu Grunde gelegt. Im Vorfeld dazu müssen die Böden auf dem Flughafengelände aufgewertet und eventuell vorhandene Schadstoffe mit Hilfe von Pflanzen (Phytosanierung) abgebaut werden. Die Flächen können dann von Landwirten aus der Umgebung und Wochenendgärtnern bestellt werden. Versuchsfelder werden von Wissenschaftlern betrieben. 6. Schießplatz Der Schießplatz wird zur Aufenthaltszone, hier entsteht im Bereich des Kugelfanges eine grüne Grotte, davor ein Reitplatz und ein Kletterpark. Eine Skaterlandschaft ist im Text erwähnt und bildlich chiffriert dargestellt. Die Mitglieder des Klettervereines können unter Anleitung von Wissenschaftlern die Betonblenden begrünen: Alle Nord- und ein Teil der Südseiten werden mit einer Nährmittellösung gestrichen, die Flechtenwachstum stimuliert. Die Südseiten erhalten Kletterhilfen für Efeu, Hopfen und Wein. Im südlichen Teilbereich liegt die Logistikfläche für Materialrecycling, Bodensanierung, Lager und in-situBaumschule. Auf 10% der Schießplatzfläche werden Ahorn, Eichen, Birken und Obstbäume verschult. Veranstaltungen und Festivals (Musik, Theater, Zirkus) sollen in der Ruine stattfinden. Ein dauerhafter Betreiber eines Klettergartens soll gesucht werden. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Es ist ein Phasenkonzept beigefügt, das die bauliche und soziale Umsetzung in Einzelschritten umreißt. Die ausgebauten Schallschutzmatten aus der Schießanlage werden als weiche Tragschicht im Rundweg eingebaut. Das Grundmodul für die Möblierung des Parkes sind die Betonfertigteile der rückzubauenden Tunnel. Baukosten Das Konzept sieht den Abbruch des Süd- und von Teilen des Längswalls vor. Die Bodenmengen sollen im `Deich` für den Schulweg verbaut werden. Des weiteren sind abzubrechende Materialien vor Ort wiederzuverwenden. Die Herstellungskosten bewegen sich im vorgegebenen Rahmen. Nicht berücksichtigt wurden die herzustellenden `Bewässerungskanäle`, sodass im Gesamtkontext

die Baukosten den Kostenrahmen zu überschreiten scheinen. Pflegekosten Die zusammenhängenden Agrarflächen im Süden des Geländes und die kleinteiligen Parzellen werden extern betrieben. Eine Beweidung der nördlich anschließenden Flächen findet nur in Teilen statt, so dass von relativ hohen Pflegekosten für die Gesamtanlage auszugehen ist. Der Kostenrahmen erscheint hier geringfügig überschritten. Ausgleich Hohe Abweichungen in Fläche A und B durch Reduktion von Wald und intensive Landwirtschaft. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist bedingt möglich.

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hoch C Landschaftsarchitekten, Berlin / 3. Preis

strukturiert, der Feldsaum im Übergang zum Flugfeld ist dagegen transparent. Das als Dorfanger im Siedlungsgebiet Gatower Landstadt geführte Parkband ist nach Osten verlängert, die nördliche Landebahn als Aussichtsbalkon mit Magerrasen bewachsen. Im südlichen Bereich des Feldsaumes ist eine Hundeauslauffläche eingeordnet. Eine Fläche mit parkähnlichen Aufenthaltsangeboten findet sich innerhalb der Schießanlage. Blickbezüge sind vom nördlichen Teil des Längswalles der Schießanlage nach Süden möglich. Durch die Staffelung der Feldgehölzreihen werden auch innerhalb der landwirtschaftlich genutzten Bereiche lange Sichten unterstützt. 3. Erschließung und Wegeführung Die historische Dörferverbindung wird als Promenadenweg neu erstellt. Dabei gliedert sich das Profil in einen 3,5m breiten Asphaltweg mit 1,5m begleitendem Rasenbankett, die Promenade liegt um 50cm erhöht auf dem Gelände. Eine einreihige Allee aus Sandbirken wird gepflanzt, die Promenade beginnt und endet an baumbestanden Plätzen. Ein 3m breiter und 3,5km langer, asphaltierter Rundweg umschließt die landwirtschaftlich genutzte Fläche sowie das Gebiet der Wiesenflächen im Norden. Parallel dazu verlaufen um 50cm abgesenkte Reitwege. Zwei Verbindungswege queren die nördliche Wiesenfläche und bieten eine Abkürzungsmöglichkeit. Schmalere Nebenwege aus Schotter oder mit wassergebundener Wegedecke ergänzen die Erschließungsstruktur. Ein Möblierungssystem basiert auf dem Prinzip des Lagern und Stapelns von forstwirtschaftlichen Erzeugnissen: aus massiven Holzblöcken von 20x20x300cm werden Bänke, Holzdecks, Tische, Informationsobjekte sowie Aussichtstreppen gestapelt. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Der Waldrand wird nördlich der Schießanlage und im Bereich der Kiesgrube weiter entwickelt, im südwestlichen Bereich zusätzlich durch einen größeren Niederwald ergänzt. Die nördliche Wiesenfläche ist als artenreiche Flur zur Beweidung vorgese-

1. Leitidee Vor der Kulisse der jüngeren Kulturlandschaftsgeschichte werden die Gatower Felder ein Modell für einen Stadtrandpark des 21. Jahrhunderts: Naherholung, Nutzpflanzenanbau und Naturschutz werden in einen klaren Gestaltungsrahmen eingebettet, die garten- und landwirtschaftlichen Flächen passen sich flexibel der Nachfrage an. Durch die vormals landwirtschaftliche und später militärische Nutzung ist das Gebiet als offene Fläche erhalten geblieben – eine weite Lichtung im Kulturlandschaftsraum. Der Lichtungsraum und die gleichzeitige Fassung des Horizontes stellen eine wesentliche qualitätvolle Eigenart der Ortes dar. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Die Verfasser arbeiten drei Lichtungsräume heraus: Die Weite der Offenland- Wiesenlandschaft im Nordosten wird durch die Felderpromenade von der Felderlandschaft differenziert. Die landwirtschaftlich genutzten Felder werden in Nord-Süd-Richtung durch Feldgehölze gegliedert, im Südosten bestimmt das Flugfeld mit den Landebahnen das Bild. Entsprechend der Raumeigenschaften und Nutzungen werden drei verschiedene Ränder entwickelt: Der Waldrand aus bestehendem Laub- und Kiefernwald und ergänztem Niederwald sowie der Siedlungsrand als gartenbaulicher Grüngürtel sind dicht und kleinteilig

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hen. Schafweiden werden inselartig auf max. einem Viertel der Fläche als Rotationsweide integriert. Einzelne Gehölzgruppen werden von der Beweidung ausgenommen. Die nordöstliche Fläche wird aus Trockenrasen, inselartigen Hochstaudenfluren und lockeren Gehölzgruppen als geschützter Biotopkompex entwickelt und nur durch Pfade erschlossen. Im Wallbereich werden nahezu alle Bäume mit Ausnahme von Kiefern werden entfernt. Betonbrocken und Totholzhaufen erhöhen die Habitatvielfalt. Auf Hochstaudenfluren soll eine Glättung/ Einebnung des Bodens ausdrücklich nicht stattfinden. Die Felder sind durch Feldgehölzstreifen und Ackerrandflur gegliedert. Der Feldsaum im Übergang zum ehemaligen Flugfeld besteht aus Magerrasen. 5. Urbane Landwirtschaft Die nordwestliche Ecke der landwirtschaftlichen genutzten Felder liegen auf ehemaligen Deponieflächen, hier soll Boden ausgetauscht werden. Der Übergangsbereich zu den Siedlungsflächen ist als gartenbaulicher Grüngürtel entwickelt. Er ist der Entwässerungsmulde vorgelagert. Streuobstwiesen und modellhafte Formen des stadtbezogenen Kulturpflanzenanbaus wie Sonderkulturen, Tierweideflächen sowie von Initiativen betriebene Gärten sind vorgesehen, Eine Bewirtschaftung der Niederwaldbestände ist perspektivisch möglich. Die Streuobstwiesen werden mit Kirsch-, Pflaumen- und Apfelbäumen bepflanzt. Die Bestellung der Felder erfolgt durch regionale Akteure extensiv bis mäßig intensiv. Auch innovative Anbauverfahren wie Alley-Cropping und andere Forstsysteme sind denkbar. 6. Schießplatz Der südliche Stirnwall sowie der südliche Teil des Längswalls werden abgetragen, das Gelände sehr gleichmäßig skulptural modelliert. Die Fläche wird zum Konversionspark entwickelt: die zentrale Rasenfläche mit begleitender Erschießung aus Schotterrasen wird durch drei breitere Ortbetonflächen quer gegliedert, zwischen den Betonelementen besteht die Möglichkeit für vielfältige Aneignung und Bespielung. Die vorhandenen Ortbetonelemente erhalten eine Holzauflage. Veranstaltungen sind denkbar. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Es ist eine Erdmassenskizze dargestellt. Baukosten Die aus dem Abbruch des Walls anfallenden Erdmassen werden nur zu einem Teil auf dem Gelände wieder verbaut. Die Erschließung erfolgt über einen erhöhten 5m breiten Promenadenweg, der von Rasenbanketten begleitet wird. Ein 3m breiter befahrbarer Rundweg aus Asphalt umschließt das Gelände. Zur inneren Erschließung sind Nebenwege aus Schotter oder

wassergebundener Wegedecke vorgesehen.Die Bodenentsorgung und der Wegebau sind wesentliche Kostenfaktoren. Der Kostenrahmen erscheint überschritten. Pflegekosten Dem intensiv zu pflegenden nördlichen Teil des Geländes mit neu zu entwickelnden Wiesen und intensiv zu pflegenden Rasenbanketten, die 6-8 mal pro Jahr gemäht werden sollen, steht eine ausgedehnte landwirtschaftlich genutzte Fläche im südlichen Teil des Geländes gegenüber. In der Addition können die Pflegekosten eingehalten werden. Ausgleich Hohe und mittlere Abweichungen in allen Teilflächen durch intensive Landwirtschaft und sonstige Flächennutzungen. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist nicht möglich.

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A24 Landschaft. Landschaftsarchitektur, Berlin / Engere Wahl

3. Erschließung und Wegeführung Ein asphaltierter Rundweg umschließt die Parklandschaft und führt auch auf Wälle der Schießanlage. Der GroßGlienicker-Weg wird geradlinig als Dörferweg durch die Parklandschaft geführt und trifft kurz vor der Siedlungskante der Landstadt Gatow auf die experimentellen Felder. Ein gestalterisch hervorgehobener Eingang befindet sich an der Potsdamer Chaussee. Ein Reit- und Finnweg schwingt sich durch die Weiden der nördlichen Parklandschaft. Die innere, im Bereich der landwirtschaftlichen Nutzung engmaschige Erschließung wird durch ein orthogonales Wegenetz übernommen, das z.T. zu kleineren Plätzen in der Agrarlandschaft führt. Einzelne, NordSüd-gerichtete Wege werden von Baumreihen (Quercus robur „Fastigiata“, Prunus avium) begleitet. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Zum Erhalt der Hochstauden- und Wiesenflächen werden sämtliche Weiden extensiv bewirtschaftet. Die Baumreihen des Angers der Landstadt Gatow werden in Richtung der südlichen Landebahn fortgeführt. Im Bereich der Kiesgrube bilden dichtere Baumpflanzungen einen räumlichen Akzent. Waldartige Strukturen rahmen den nördlichen Bereich der Parklandschaft. 5. Urbane Landwirtschaft Die Urbane Landwirtschaft umfasst Agroparzellen, Beweidung, Obst- und Erlebnisgärten. Die nördlich gelegenen Wiesenflächen werden im Rotationsprinzip durch Schafe und Ziegen beweidet, ergänzt durch Ponys und Pferde. Exotische Weidetiere wie Lamas, Urrinder oder Urpferde sollen besondere Attraktionen darstellen. Bei den Erlebnisgärten wird auf erfolgreiche Strategien verwiesen, die z.B. unter www.meine-ernte-de dokumentiert sind. Der Parzelleninhaber übernimmt als Gruppe oder allein die Pflege und die Ernte für eine Saison. Zudem werden Selbstpflücker Blumengärten und Erdbeerfelder vorgeschlagen. Obstplantagen mit integrierten Holzdecks ergänzen das Erlebnis-Angebot. Größere Schläge werden mit wechselnden Fruchtfolgen im Rotationsprinzip bewirtschaftet, auch um immer wieder neue Landschaftsbilder zu generieren.

1. Leitidee Aus dem Zusammenspiel von weiten naturnahen Wiesen, urbaner Landwirtschaft und Relikten der historischen Flugplatznutzung entsteht eine einzigartige Parklandschaft. Die komprimierte ländliche Atmosphäre .. in Kombination mit einem vielseitigen Sport- und Freizeitangebot bietet eine hohe Erlebnisdichte. Dieses Landschaftskonzentrat verbindet die neu entstandenen umliegenden Stadtrandsiedlungen .... 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Die Parklandschaft Gatow gliedert sich in eine nördliche Wiesenund Weidelandschaft mit locker verteilten Baumgruppen, deren Abschluss das Landschafts-Entrée des ehemaligen Schießplatzes bildet sowie in einen mittleren und südlichen Bereich mit Ackerflächen. Beide Bereiche verzahnen sich im Bereich des Dörferweges. Die Gatowfinger - längliche rechteckige Felder unterschiedlicher Nutzungen - stellen die Bezüge zu den Rändern der Parklandschaft her. Die kleinteilige Struktur und räumliche Gliederung durch Gehölze bildet einen starken Kontrast zu der offenen Landschaft mit ihrer großflächigen Parzellenstruktur. Die Fortführungen der Landebahnen als Finger beherbergen einen Jugendspielbereich (Skaten, Streetball, Beachvolleyball) und einen Gärtnertreff als kommunikatives Zentrum.

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

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Eine Besonderheit stellen die experimentellen Gärten dar: Von der biologischen Reinigung schwermetallbelasteter Böden bis zum pädagogisch betreutem Gärtnern oder interkulturellen Gärtern. Hyperakkumulator-Pflanzen im Bereich der ehemaligen Deponie sollen über mehrere Jahre Schadstoffe aus dem Boden lösen. 6. Schießplatz Der Schießplatz wird zum Landschafts-Entree, zur zentralen Anlaufstelle für Besucher. Eine neue Zufahrt von der Potsdamer Chaussee führt zu einem Parkplatz am nördlichen Zugang zum LandschaftsEntrée. Unter den Betonelementen befinden sich dort ein überdachter Marktplatz für regionale Produkte und ein überdachter Veranstaltungsplatz mit angrenzenden, in den Nordwall integrierten Sitzstufen. Ergänzt wird das Angebot durch gastronomische Einrichtungen, einen Info-Point und Angebote zum Verleih von Mobilitätsgeräten und Reitpferden. Der Innenraum des Schießplatzes wird von einem Kornfeld eingenommen, das sich noch nach Süden hinausschiebt und in das Spielflächen und Sitzfelder eingebettet sind. Die Betonelemente dienen als Gerüst für vielfältige Nutzungen (Schaukeln, Klettergerüste und -seile). Der Südwall wird komplett abgetragen, der Ostwall mehrfach eingeschnitten mit dem größten Einschnitt im Bereich des nördlichen Haupteinganges. Ein Weg - Teil des Parkrundwegs – führt über Treppen auf den Kamm der Wälle, die durch Brücken verbunden sind. Von dort eröffnen sich weite Panoramarundblicke. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Die komplexen Nutzerstrukturen, das umfangreiche Wegesystem und die differenzierten Räume lassen intensive Baukosten erwarten. In den Kostenangaben der Entwurfsverfasser sind wesentliche Elemente nicht enthalten: Die Modellierung der Kiesgrube, die Membrandächer sowie die Kletteranlagen und Seilverspannungen in der Schießanlage, die Gebäude wie Infopunkte, Markstände etc., Platzflächen in den Feldern und Spielgeräte Der Bodenaushub der Wallanlagen verbleibt auf den Flächen. Der Kostenrahmen erscheint überschritten. Pflegekosten Die Pflege der Felder soll über Landwirte erfolgen, die Nutzung der Parzellen durch Interessenten. Die Fläche der ehemaligen Deponie wird mit verschiedenen Tieren beweidet. Die zu pflegenden Bereiche sind somit relativ gering, was die Pflegekosten minimiert. Das Konzept sieht vor, potentielle Erlöse aus der Landwirtschaft in die Entwicklung des Raums und in die Pflege einzubinden, die kostenneutral geleistet werden soll.

Der vorgesehene Kostenrahmen wird eingehalten. Ausgleich Mittlere Abweichungen auf Fläche B und C durch intensive Landwirtschaft. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist bedingt möglich.

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Linhart + Aufner Landschaftsarchitektur und Urbanismus, Wien / Zweiter Rundgang

reichen der Solarfelder überwiegen niedrige Paneele. Einzelne gestaltete hohe Paneele sind in die Felder eingebettet, diese fließen – dem Raster folgend – in die umliegenden Flächen aus. Die Gestaltung der Paneele ist im besonderen Maß dem o.g. Park-Motto verpflichtet, sie sollen als „aufsehenerregendes und identitätsstiftendes Vorzeigeprojekt“ realisiert werden. Besondere Eingangsbereiche an der Potsdamer Chaussee, am Ritterfelddamm und in Fortsetzung des Angers der Landstadt Gatow sowie östlich des Sportplatzes werden platzartig gestaltet und mit veredelten Wildstaudenbeeten, Bänken und Beleuchtung ausgestattet. Markant tritt der eingeschnittene Längswall in der Parklandschaft hervor, der als Landmarke Orientierung bieten soll. Entlang der Einschnitte ergeben sich weiträumige, auch von axialen Wegen geleitete Sichtbeziehungen. 3. Erschließung und Wegeführung Es wird ein orthogonales Wegenetz in unterschiedlichen Maschenweiten für Fußgänger, Radfahrer, Reiter und den landwirtschaftlichen Verkehr angeboten. Die die gesamte Parklandschaft durchquerenden 2,4 bzw. 3,0 m breiten Hauptwege werden befestigt (Fertigbetonelemente) und 15 cm angehoben, um die Wirkung eines Steges zu erzielen. Die übrigen 1,2 bzw. 3,0 m breiten Wege erhalten eine Kalkschotterdecke. Ein kombinierter Fuß-/Radweg mit parallelem Reitweg wird entlang der östlichen Wettbewerbesgebietsgrenze geführt. Vom Eingang Luftwaffenmuseum ausgehend wird ein Nord-SüdHauptweg angelegt, der die Parklandschaft mittig erschließt, die Wälle durchschneidet und die Waldsiedlung auf der Brandenburgischen Seite anbindet. Ost-West-Verbindungen verlaufen in Fortsetzung des Angers der Landstadt Gatow und in der Flucht der nördlichen Siedlungskante der Landstadt in Richtung Fliegerhorstsiedlung. Nördlich des Schießplatzes wird ein Parkplatz errichtet. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Die artenreiche Hochstaudenflur auf der Deponie und damit die Habitate bodenbrütender Vogelarten werden im Wesentlichen erhalten. Ebenso

1. Leitidee Das Konzept steht unter dem Motto „Neue Landschaftsästhetik – hybride Energielandschaft Gatow – ein Pionierprojekt für Berlin“. Die urbane Landwirtschaft wird durch einen Ort bereichert, dessen Besonderheiten im Verweben von Landschaft und Energieinfrastruktur besteht. Der Entwurf integriert durch eine neue ästhetische Gestaltungssprache Solarmodule in eine Parklandschaft .... Der Entwurf hebt gleichermaßen historische und zukünftige Infrastrukturen auf eine Bedeutungsebene, auf der alle Landschaftselemente durch landschaftsarchitektonische Gestaltungsmaßnahmen in Wert gesetzt werden. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Der Entwurf entwickelt vorhandene Raumstrukturen weiter. Im NordWesten wird die bandartige Struktur der Schießanlage in einem Wechsel aus Wald, Wiesen und Ackerflächen fortgeführt. Es entstehen so neben der Schießanlage ein Vielzahl unterschiedlicher, von Waldstreifen begrenzter linear-offener Räume. Nach Süden schließt sich die offene Hochstaudenflur an, die wiederum begrenzt wird von den bandartig verlängerten Landebahnen, die sich als Ackerflächen absetzen. Zwei rasterförmige Solarfelder, eines zentral in der Parklandschaft, das andere am südlichen Rand der Landstadt Gatow, stellen weitere räumliche Dominanten dar. In den Kernbe-

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

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werden die Mager- und Trockenrasen im Bereich der Schießanlage entwickelt (Mahd jeweils 1x in 2 Jahren). Eine rd. 1.500 m² große Schotterfläche am Rand der Hochstaudenflur soll z.B. Zauneidechsen als Lebensraum dienen. Eichen-Kiefern-Mischwald entwickelt sich in einem breiten Streifen entlang der Potsdamer Chaussee westlich der Schießanlage. Lockere Gehölzstreifen in mehrschichtigem Aufbau gliedern die südlich anschließenden Mähwiesen und Hochstaudenfluren. Extensive Stauden und Gräser-Mischungen finden sich an den o.g. Eingangsbereichen. Die Kiesgrube wird als Naturspielplatz gestaltet. 5. Urbane Landwirtschaft Mähwiesen befinden sich in der Schießanlage und auf Flächen der Deponie, zwischen den Landbahnen und im südlichen Bereich entlang der Landstadt. Im Bereich der Solarfelder erfolgt die Beweidung mit Schafen. In Fortsetzung der Landebahnen und in Fortsetzung der Schießwälle – teilweise auf den Deponieflächen - werden Ackerflächen für Energiepflanzen angelegt. Es wird eine Kultivierung von Winterraps in Fruchtfolge mit Getreidesorten oder mehrjähriger Anbau von Chinaschilf vorgeschlagen. 6. Schießplatz In den Längswall werden zwei jeweils 20 m breite Schneisen eingeschnitten, die auch die parallel verlaufende Geländekante durchdringen. Damit entstehen zwei lange Rampen, die vom Landschaftsparkniveau hinunter führen zum Innenraum der Schießanlage. Da der Stirnwall Süd abgetragen wird, erhält der südliche Abschluss des Längswalls ebenfalls eine skulpturale, scharf abgeschnittene Kante. Im Schnittbereich mit der inneren Schießanlage befindet sich dort der schräg verlaufende „Zugang Schießplatz West“. Am anderen Ende der Schießanlage, an der Wand des Kugelfangs, wird ein Event-Gebäude errichtet. Der Event-Freiraum (Mähwiese) erstreckt sich bis zum mittleren Durchstich. Nach Süd-Westen schließen sich ein Badeteich mit Kiesstrand und Trockenrasenbereiche an, die auch die westliche Böschung bedecken. Der Schießplatz wird von einem wassergebundenen Weg gerahmt. Die Betonelemente sollen angestrahlt werden. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Die Höhenversprünge des dreifach durchschnittenen Längswalls sind durch Mauern gesichert und stellen einen wesentlichen Kostenfaktor dar. Der Erdaushub soll zur Verfüllung der Kiesgrube verwendet werden. Eine Abfuhr von Boden ist nicht vorgesehen. In den Baukosten sind -	 die gesamte Solaranlage, -	 der Teich mit Badestrand -	 das Eventgebäude -	 sowie die Parkplätze (rd. 3.000m²)

nicht berücksichtigt, die zu den angegebenen Kosten addiert werden müssen. Ein Betreiberkonzept für die Solaranlage und das Eventgebäude ist nicht dargestellt. Der Kostenrahmen erscheint deutlich überschritten. Pflegekosten Die rd. 7 ha agrarwirtschaftlich genutzten Flächen sollen mit Energiepflanzen bestellt werden. Für weitere 27 ha ist eine Beweidung mit Schafen vorgesehen. Wesentliche Pflegekosten verursachen die befestigten Wege- und die Gehölzflächen. Die Pflegekosten erscheinen geringfügig überschritten. Ausgleich Hohe und mittlere Abweichungen in Flächen A und B durch intensive Landwirtschaft. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist bedingt möglich.

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Gesa Königstein, Berlin / Anerkennung

aus Sukzessionsflächen (Prärie) mit eingestreuten Landschaftsterminals im nördlichen Parkteil und aus einer Intensivlandschaft mit Kultur- und Wissenschaftslaboren im Bereich der ehemaligen Schießanlage. Die Prärie-Landschaft im Norden ist eine Neuinterpretation der klassischen Allmende, Sukzessionsfläche und Brache. Die hier clusterartig angeordneten Landschaftsterminals können als kleine Veranstaltungsorte, Kulturräume, Galerien, Picknickorte und Kleinstfarmen (z.B. Imker) genutzt werden. Im westlichen Teil der Prärie werden Experimentierfelder als Freilandlabore angelegt und können zur Forschung und für Gartenexperimente genutzt werden. In die Flächen für Alley Cropping sind Schulgärten und kleine Selbstversorgergärten für z.B. Genossenschaften integriert. 3. Erschließung und Wegeführung Der Landschaftspark Gatow wird über ein differenziertes Wegesystem mit seinem Umfeld verknüpft. Es entstehen Wege für Fußgänger, ein separater Weg für Skater, Reitwege und ein Landwirtschaftweg, der auch durch Radfahrer genutzt werden kann. Die Wege in Nord-Süd- und Ost-WestRichtung werden jeweils von Kurzumtriebsplantagen und Saumbiotopen begleitet. Neben der Schaffung von dauerhaften Sichtachsen und Blickbezügen entstehen durch räumlich temporärer Landnutzungen (Ernte der Kurzumtriebsgehölze) immer wieder neue Sichtbeziehungen in den Raum. Die Landschaftsterminals im Norden sind über Trampelpfade erreichbar. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Die Prärie dient als faunistischer Lebensraum und Standort unterschiedlichster Habitate (Urban Wild Life Value). Abgestimmt auf die Sukzessionsstadien und Jahreszeiten werden Seedballs an Automaten angeboten und so eine teilweise gesteuerte Sukzession in Gang gesetzt. Das Saatgut der Initialphase soll zu einer Verbesserung der schwermetallhaltigen Böden beitragen und später von Wiesen- und Prärievegetation abgelöst werden. Nach 5 Jahren soll der angeregte Sukzessionsprozess als neues Landschaftsbild ablesbar sein (Blühstadien,

1. Leitidee Urbane Landwirtschaft (UL) hat das Potential ‚Neue Aufgaben von Freiräumen im urbanen Kontext’ zu entwickeln und zu übernehmen – sowohl räumlich wie auch soziokulturell. Um diese optimal zu entwickeln ist UL nicht mehr als singuläres Element / Moment zu sehen, sondern als ein eigenständiger Stadt- und Freiraumlayer (…) zu definieren (s. dazu Neue Typologien UL in Berlin). Urbane Landwirtschaft (UL) wird von den Verfassern als grüne, produktive Infrastruktur beschrieben und über folgende Parameter definiert: multifunktional; prozessual / periodizär; multi-produktiv (von gestaltend partizipativ bis hin zu Forschung und Intensivlandwirtschaft); hybride Morphologien; rural-urbane Kontraste. Vergleichbar mit der GFZ in der Architektur bilden die Parameter einen ‚Urban agriculture spatial index’ (UASI), der Auskunft über Produktivität, Dichte, Kontrast und Prozesse gibt. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Der Landschaftspark Gatow wird prozesshaft bzw. phasenweise entwickelt. Dabei schreiben die Verfasser den künftigen Betreibern, Nutzern und Akteuren eine starke gestalterische Rolle zu. Initial wird ein Raumgerüst in Form einer multifunktionalen ’grünen Infrastruktur’ vorgeschlagen. Es besteht aus einem Wegesystem, mit Kurzumtriebsplantagen, aus Flächen für Alley Cropping im Übergang zu den Siedlungsgebieten, aus Agrarflächen im südlichen Parkteil,

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Tarnnummer 1636

Höhe des Bewuchses). 5. Urbane Landwirtschaft Die genannte ’grüne Infrastruktur’ wird von vier Hauptakteuren initiiert und entwickelt: 1. dem Energiebauer, der z.B. Ölfrüchte auf der Agrarfläche oder Kurzumtriebsplantagen entlang von Wegen anbaut; 2. dem Technobauer, der sich auf den Flächen der ehemaligen Schießanlage im Bereich der Intensivlandwirtschaft, Forschung und Freizeit betätigt (s.u.); 3. dem Kulturbauer, der die Sukzessionsfläche bzw. Prärie im Norden mit Allmendeflächen, Experimentierfeldern und Landschaftsterminals entwickelt und 4. dem UA Bauer, der die Agrarflächen im südlichen Parkteil unter Verwendung von innovativer Anbaumethoden bestellt. Durch das An- / Ab- und Ausschalten von Feldern innerhalb der Agrarflächen im südlichen Parkteil wird Variationsreichtum geschaffen und eine dynamische Parzellierung ermöglicht. Integriert werden können auch Flächen für Selbstpflückerfelder und individuelle Pacht. Aufgrund der angestrebten pfluglosen Anbaumethode wird die Nutzung von Großmaschinen ausgeschlossen. 6. Schießplatz Der Südwall und die Hälfte des Längswalls werden abgetragen. Mittel- bis langfristig wird das Areal zu einem hochproduktiven IntensivlandwirtschaftsCampus entwickelt. Im Westen entsteht unter Einbeziehung der Betonelemente ein Farmers Market zur Direktvermarktung lokaler Produkte. Benachbart sind ein Wochenmarkt; ein Cafe, eine Fläche mit Hochstauden und eine Pferdekoppel vorgesehen. In die vorhandenen Betonelemente werden in Leichtbauweise Stallungen, Ateliers und Werkstätten integriert. Südlich in Richtung Prärie entsteht ein Apfelbaumhain mit der Möglichkeit für Baumpatenschaften. Im östlichen Bereich der Anlage sind Hydroponics (substratloser Anbau), Gewächshäuser, Dächer mit bodenunabhängigen Anbaumethoden und vertikale Gärten geplant. Den nördlichen Abschluss bildet eine Kletterwand (ehem. Kugelfang). 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Umfangreiche bauliche Anlagen entstehen in der Schießplatzanlage, sowie auf der anschließenden Prärie. Der komplette Südwall sowie der südliche Teil des Längswalls werden abgetragen. Der Kostenrahmen erscheint überschritten. Pflegekosten Südlich des Längswalls entsteht eine weite Prärie, die extensiv zu pflegen ist. Südlich der Prärie erstrecken sich weite Agrarflächen mit unterschiedlicher Felderwirtschaft, deren Pflege durch die Bewirtschafter übernommen wird. Beweidung ist in Teilen der nördlichen Fläche vorgesehen. Nur im Bereich der `Infrastruktur` und des ehemaligen Schießplatzes werden intensivere Pfle-

geanwendungen erfolgen. Die Pflegekosten werden eingehalten. Ausgleich Überwiegend hohe und mittlere Abweichungen, durch die v.a. extensiv genutzte Wiesenflächen durch intensive Landwirtschaft und sonstige Nutzungen überformt werden. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist nicht möglich.

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r+b landschaft s architektur, Dresden / Zweiter Rundgang

re Nutzer, erfolgt über zwei 5m breite Wege (Asphalt mit Bankettstreifen). Der Panoramaweg verläuft bogenförmig in Nord-Süd-Richtung und der Groß-Glienicker-Weg in Anlehnung an die historische Dörferverbindung in Ost-West-Richtung. Beide Wege werden von einer Reitspur aus Rindenhäcksel begleitet. Unbefestigte Wege (Kies, Schotter) erschließen die parallel angeordneten Parzellen. Sie können von Fußgängern und landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt werden. An Kreuzungspunkten sollen kleine Aufenthaltsplätze entstehen, die mit Einbauten aus den Abbruchelementen der Schießanlage ausgestattet werden. Maximal 1,5m breite Trampel- und Erkundungspfade (Beton) führen durch die unterschiedlichen Landschaftstypologien. Sie stehen dem unmittelbaren Naturerleben, dem Innehalten und Entdecken zur Verfügung. An wichtigen Querungspunkten sollen in Betonelemente geprägte Pflanzenund Tierreliefs auf das Vorkommen der ortstypischen Flora und Fauna verweisen. Im Norden, am Außenweg, wird optional ein mit Schotterrasen belegter Parkplatz vorgeschlagen. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Die parzellierten Flächen im nördlichen Parkteil bestehen im Wechsel aus Mähwiesen, Weiden und Hochstaudenfluren. Es soll eine Umtriebsund Rotationsbeweidung stattfinden und die Beweidungsintensität auf zwei Großvieheinheiten pro ha beschränkt werden. Die Ausbildung von Saumund Mantelgesellschaften schafft zusätzliche Lebensräume und stärkt die Biotopverbundfunktion. An den Waldsäumen bleiben 1-2m breite Staudensäume ungemäht. Sie bieten Winterfutter für Vögel und Überwinterungshabitate für Insekten. Einzelne Gehölzstreifen und –inseln dienen als Trittsteine und landschaftsbildprägende Elemente. Flächen im Bereich der Schießanlage werden zu artenreichen Mähwiesen, Magerrasen und Hochstaudenfluren entwickelt. Einjährige Gesellschaften sollen einmal im Jahr gemäht werden. Optional ist eine Beweidung durch Ziegen möglich. Die ehemalige Kies-

1. Leitidee Die Akzeptanz und Weiterentwicklung der Charaktereigenschaften der bestehenden Flächen und Raumkanten zu einem vielfältigen und flexibel nutzbaren urbanen Landschaftsbild sind das Ziel. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Die Gatower Parklandschaft erhält einen landschaftlichen Rahmen, der im nördlichen Parkteil aus einem Waldsaum und im südlichen Parkteil aus Hochstaudenfluren besteht. Nach innen schließen sich parzellierte Felder an. Die Flächen im Norden werden extensiv bewirtschaftet. Im südlichen Parkteil ist eine intensive Landwirtschaft mit Parzellen für Dauerkulturen und Ackerbau vorgesehen. Die ehemaligen Landebahnen sind mit Gartenparzellen und Blumenfeldern besetzt, dazwischen liegt eine Allmendefläche bzw. Festwiese. Die Verfasser schlagen vor, die Allmende an einen Verein (z.B. Grüne Landstadt Gatow) zu verpachten, dem alle Bewohner angehören, sei es aktiv oder passiv. Der Verein kann über die Nutzung der Flächen abstimmen und dabei sowohl individuelle Wünsche als auch gemeinschaftliche Zwecke berücksichtigen. Am Rand der Landstadt entsteht ein Aussichtsbalkon mit Blick über die Allmendeflächen. 3. Erschließung und Wegeführung Es wird ein hierarchisches Wegesystem vorgeschlagen. Die Haupterschließung, für landwirtschaftliche Fahrzeuge und ande-

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Tarnnummer 1637

grube wird zu einem Feuchtbiotop mit Wiesenraum und mehrschichtigem Gehölzbestand umgewandelt. Natürliche Sukzession soll zugelassen und durch gezieltes Entkusseln gestärkt werden. Die Acker- und Allmendeflächen im südlichen Parkteil erhalten einen Randstreifen mit Ackerwildkräutern. Vor den Siedlungsflächen und im Übergang zum Flugfeld sind Hochstaudenfluren vorgesehen. Am Rand der Fliegerhorstsiedlung entsteht ein Hutewald. 5. Urbane Landwirtschaft Die Flächen im nördlichen Parkteil werden extensiv und unter ökologischen Gesichtspunkten als Grünland bewirtschaftet. Flexible Flächenzuschnitte von 2 bis 4 ha sollen eine tragfähige Bewirtschaftung ermöglichen. Für Standweiden wird eine Rotationsbeweidung durch Schafe vorgeschlagen. Auf ehemaligen Deponieflächen soll eine gezielte Auffüllung und Oberbodenverbesserung zur Grünlandnutzung vorgenommen werden. Die Erweiterungsflächen des Waldrandes im Norden können in Form einer Niederwaldwirtschaft betrieben werden. Ackerbau- und Sonderkulturflächen für eine intensive Bewirtschaftung sind im südlichen Parkteil vorgesehen. Die dort erzeugten Produkte könnten in einem der Siedlung zugeordneten Hofladen verkauft werden. Die Flächen südlich des Sportplatzes sind als Streuobstwiese ausgebildet. 6. Schießplatz Der Südwall, Nordwall und die Nordhälfte des Längswalls werden abgetragen. Die Einkerbung im Bereich des Tunnel B wird durch Gabionen abgefangen. Weiter südlich entsteht auf dem Wall eine Aussichtsplattform. Das nördliche Kopfende der Schießanlage wird mit einer Terrasse gefasst. Der östliche Teil der ehemaligen Schießanlage soll in Abhängigkeit eines geeigneten Betreibers zu einem Kletterpark umfunktioniert werden. Diverse informelle Sport- und Freizeitnutzungen können integriert werden. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit. Baukosten Die Erschließung erfolgt über zwei 5m breite asphaltierte Hauptachsen, die von Rasenbanketten und einer 1m breiten `Trittspur` aus Rindenhäcksel als Reitweg begleitet werden. Die inneren Wege bestehen aus `offenporigen Belägen`. Unbefestigte 1,5m breite `Trampelpfade` führen durch die unterschiedlichen Landschaften. Ein Parkplatz im Norden wird vorgeschlagen, ist bei den Baukosten jedoch nicht berücksichtigt. Ausstattungsgegenstände sind zurückhaltend dargestellt. Es entstehen im Norden ein Waldsaum und Entwicklung von Grünland, sowie vielschichtige landwirtschaftliche Produktionsflächen im Süden. Eine Verpachtung der Agrarflächen sowie ein Hofladen werden vorgeschlagen.

Die Wallanlagen werden in Teilen rückgebaut, der Boden soll auf den anschließenden Flächen verbleiben. Die Baukosten erscheinen überschritten. Pflegekosten Die Pflegekosten sollen durch extensive Pflegemaßnahmen und Verpachtung weiter Flächen und Räume gering gehalten werden. Im nördlichen Teil erfolgt zudem eine Beweidung der Flächen. Die Pflegekosten werden eingehalten. Ausgleich Mittlere Abweichung in Fläche B durch 20% intensive Landwirtschaft. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist möglich.

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Bernard und Sattler Landschaftsarchitekten, Berlin / 3. Preis

größere Streuobstwiesen. Naturnahe, extensive Flächen finden sich im Bereich der Kiesgrube und vermittelnd im Bereich der Grenzen zu Wegen, Siedlungsräumen und Waldflächen. Die zwei Bereiche mit intensiven Aufenthaltsangeboten liegen in Verlängerung der südlichen Landebahn Fliegerpark und in der Schießanlage Panzerpark. Vom rampenartig überformten Längswall der Schießanlage sind weite Blickbeziehungen möglich, Landmarken außerhalb des Planungsgebietes werden über Sichtbeziehungen in das Gesamtkonzept der Parklandschaft eingebunden. 3. Erschließung und Wegeführung Die Parklandschaft wird durch ein abgestuftes Wegesystem erschlossen. Der circa 3km lange Rundweg Gatowskate umfasst das innere Kerngelände mit den landwirtschaftlichen Flächen und führt beide intensiv genutzten Parkbänder zusammen. Die Wegebreite beträgt 4m, die Oberfläche ist fein asphaltiert. Die Schnittpunkte des Gatowskate mit weiteren Wegen sind platzartig erweitert. Im Bereich des Fliegerparkes weitet sich die Fläche über eine Länge von 300m auf 16m auf. Landschaftswege bilden die überörtlichen Verbindungen in Nord-Süd bzw. Ost-West-Richtung, sie sind 3m breit und sind mit grobem Dränasphalt befestigt. Der in Nord-Süd-Richtung verlaufende Landschaftsweg schneidet den Längswall der Schießanlage und wird selbst wiederum durch einen hoch auf der Krone des Walles geführten Steg überspannt. Agrarwege werden erst nach Konsolidierung der Agrarnutzung erstellt, zwei 60cm breite Fahrspuren werden aus Ortbeton erstellt. Die drei Wege dieses Typs, die zwischen der Fliegerhorstsiedlung und der Siedlung Gatower Landstadt verlaufen, werden von Obstbäumen begleitet. Sie stellen eine Orientierungshilfe in der naturbelassenen Wiesen- und Heidelandschaft dar, spenden (Wind)Schatten und Früchte für Spaziergänger, Pferde und die ansässige Fauna. Gartenwege führen innerhalb der Schießanlage am Hangfuß entlang

1. Leitidee Mit ihrer charakteristischen Weite, den prägenden Raumfolgen, Blick- und Wegebeziehungen wird die neue Landschaftsstruktur als komplementärer Freiraum zu den angrenzenden Landschafts- und Siedlungsräumen gelesen und etabliert: Die offene Parklandschaft als räumliche Ergänzung zu den umliegenden kleinteiligen und kompakten Siedlungs- und Waldstrukturen. Wichtiger Teil der künftigen Parklandschaft Gatow ist die Integration von unterschiedlichen privaten bzw. teilöffentlichen Gemeinschaften, welche strategisch zur Unterhaltung der Parkflächen herangezogen werden können. Ziel ist es, unterschiedliche Ansprüche an die Parklandschaft ebenso wie die zeitliche Unwägbarkeit der Besetzung gewisser Flächen zu integrieren. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Die Gatower Parklandschaft ist als Offenlandschaft konzipiert, die zukünftig zentral die Flächen der urbanen Landwirtschaft aufnimmt. Diese Kernzone ist durch übergreifende Wegeverbindungen in unterschiedlich große Schläge unterteilt. Gehölz- und Waldstrukturen fassen den nördlichen Bereich und den Übergang zur Fliegerhorstsiedlung, die Siedlungskante der Gatower Landstadt ist dagegen durch Straßenbaumpflanzungen nachgezeichnet. Den Übergang zur Kladower Feldflur, Kladower Heide und Döberitzer Heide bilden

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Tarnnummer 1638

sowie im Bereich nördlich der nördlichen Landebahn zur Erschließung von kleinteiligen urbanen Landwirtschaftsflächen. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Der Bereich der ehemaligen Kiesgrube sowie umgebend der gesamte Bereich der ehemaligen Deponiefläche im nordöstlichen Bereich wird als Biotopfläche vorgesehen. Die Kiesgrube wird mit Abtrag vom südlichen Stirnwall der Schießanlage teilweise verfüllt. Zwischen den Landwirtschaftsflächen liegen 15-40m breite Pufferstreifen mit extensiven Wiesenstrukturen und Gehölzen. Im westlichen Planungsgebiet wird aufgeforstet. 5. Urbane Landwirtschaft Zwischen den gedachten Verlängerungen der Landebahnen sind wildschweinsicher umzäunte, ca. 300500qm große Flächen für kleinteilige urbane Landwirtschaft wie Kleintierzucht (Kaninchen, Tauben), Schul- und Gemeinschaftsgärten vorgesehen. Die Flächen innerhalb des Gatowskates sind mit Ausnahme der Schießanlage und der nordöstlichen Teilfläche komplett potentielle urbane Landwirtschaftsflächen. Die Flächen sind mit Gattern umgeben. Eine monokulturelle ackerbauliche Bewirtschaftung ist auszuschließen. Zugelassen werden ausschließlich Nutzungen, die den hohen ökologischen Anforderungen gerecht werden, wie z.B. Weidewirtschaft, Mahdwiesen, Forst, Streuobstwiesen und Pferdekoppeln. Für Forstflächen und Streuobstwiesen im Übergang zu den Siedlungsbereichen ist eine kommerzielle Nutzung denkbar. 6. Schießplatz Die von zwei Wegen längs erschlossene Schießanlage bietet zahlreiche Möglichkeitsfelder: Mittig liegt eine durch Sitzstufen gegliederte Rasen-/ Wiesenfläche. Als Nutzungsangebote sind ein Balkon auf dem nördlichen Stirnwall und eine davor liegende Skateranlage vorgesehen, mittig in der Schießanlage ein Spielplatz und am südwestlichen Ende eine Sportplatz. Nutzungen, die im weitesten Sinn bedingt verträglich sind mit anderen Ansprüchen sind oder die die bestehende martialische Struktur neu interpretieren können, können hier eine Bleibe finden. Die abgebrochenen Betonelemente werden als prägende Bestandteile des Parkes wieder verwendet: als Skaterskulptur, Ausstellungswand, Sitzblock, Treppe, Bühne. Der neu modellierte Längswall ist innenseitig ebenfalls mit Sitzstufen aus transformierten Mauerelementen gegliedert. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Der das Gelände umschließende, z.T. aufgeweitete Weg besteht aus Asphalt, die Landschaftswege aus Drainasphalt, die Agrarwege sind mit parallel verlaufenden je 60cm breiten Betonplattenwegen befestigt,

Gartenwege bestehen aus 60cm breitem Ortbeton und die `Agrarspuren` bleiben unbefestigt. Der Längswall wird nach Norden hin abgeflacht und von einem Weg durchtrennt. Eine Brücke überspannt diesen Weg. Der Südwall wird entfernt. Die Bodenmengen verbleiben auf dem Gelände. Der Kostenrahmen erscheint überschritten. Pflegekosten Relativ kleinflächig intensiv zu pflegende Bereiche stehen großen extern und extensiv zu pflegenden Flächen gegenüber. Die vorgesehenen Pflegekosten können eingehalten werden. Ausgleich Fläche A und D weisen hohe, die anderen Flächen mittlere Abweichungen auf, vorwiegend durch extensive Landwirtschaft. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist nur bedingt möglich.

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PROAP LDA, Lissabon / Zweiter Rundgang

an die Siedlungsgebiete heran wird als waldreiche Fläche mit großen Lichtungen entwickelt. Dabei sind im Übergang zu den Siedlungsbereichen die Gehölzstrukturen dichter dargestellt, im Bereich südlich des Längswalls der Schießanlage sind Bäume in Reihen gepflanzt. Diese Baumreihen gliedern die bestehenden Ausrichtungen und definieren (in einer späteren Phase) die Lichtungen mit landwirtschaftlicher Nutzfläche. Es ist an Vermehrung der bestehenden Gehölzarten durch Aussaat bzw. Stecklingsvermehrung gedacht. Der südlich angrenzende Bereich bis zum Sportstadion wird als Fläche für eine intensive Agrarproduktion ausgebildet. Noch weiter südlich entlang der Wegeverbindung nach Kladow werden kleinere Flächen für urbane Landwirtschaft, genannt sind Obstgärten, wohnungsnah erstellt. Blickbeziehungen in die weitere Umgebung sind von der zentralen Lichtung aus möglich. 3. Erschließung und Wegeführung Die Gatower Parklandschaft ist entsprechend ihrer Nutzung angelegt: die Obstgärten im Süden und die landwirtschaftlichen Flächen sind durch gradlinige und kleinteilige Wege erschlossen. Sie sind erhöht, und 4m breit für den landwirtschaftlichen Fahrverkehr bzw. 3m breit als Radweg. Der Hauptweg vom Siedlungsgebiet der Gatower Landstadt zur Fliegerhorstsiedlung ist an der nördlichen Seite mit einem Gehölzstreifen versehen. Entlang der Siedlungskanten und südlich der Kiesgrube führen geschwungene Erschließungswege in den nördlich angrenzenden Bereich der Wald- und Lichtungsfläche. Der Bereich südlich der Kiesgrube wird durch auf dem Gelände liegende, 2m breite Holzstege erschlossen. Diese sind orthogonal geführt und an ihren Kreuzungen platzartig aufgeweitet. Die Schießanlage wird durch die Bestandswege erschlossen. Südlich der Schießanlage sind zwei befestigte Parkplatzflächen, an der Potsdamer Chaussee eine weitere ausgewiesen. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Für große Teile des nördlichen Planungsgebietes wird eine Vergrößerung

1. Leitidee „Die Landschaft sind wir und die neue Landschaft hat vielleicht ein wenig mit unseren Träumen zu tun“ übertiteln die Verfasser ihren Entwurf. Das Ziel ist es, mit dem geringsten Aufwand an Mitteln einen „wunderbaren Alltag“ zu schaffen, d.h. aus dem schon Vorhandenen ein neues Wunder zu schaffen: Äcker und Biotope, Wälder und Lichtungen werden in einem dynamischen Prozess entsprechend den ökologischen Eigenschaften des Ortes, des Klimas, der Bodenqualität und unter Berücksichtigung von begrenzten finanziellen Mitteln und erklärtem Willen zur Umwandlung des Ortes entwickelt. Die räumliche Situation wird verändert. Vertiefungen, die durch Höhlen und außergewöhnliche Räume verursacht worden sind (wie die ehemalige Schießanlage) werden dagegen als architektonische Räume gesehen, die seltsam sind wegen ihrer Größe und Ihrer Eigenheit als Erinnerungs- und Anregungsraum. Die spezifische Funktion hat ... keine ... Bedeutung, weil sie im Laufe der Zeit mit neuen Aktivitäten ersetzt werden kann. Die räumliche Situation bleibt erhalten. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Die Gatower Parklandschaft wird in drei großflächige Bereiche unterteilt: Der nördliche Bereich auf der ehemaligen Deponiefläche bis

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Tarnnummer 1639

der waldreichen Fläche vorgeschlagen. Lichtungen für Vogelhabitate sollen erhalten bleiben. Ein Bodenauftrag erfolgt nicht. Die ausgesäten und gepflanzten Gehölze werden zu regenerativem Wald. In weiteren Phasen können in den Lichtungen nördlich des querenden Hauptweges ebenfalls landwirtschaftliche Flächen ausgewiesen werden. Entlang der südlichen Grundstücksgrenze der Schießanlage markiert ein dichter Gehölzstreifen eine offen zu haltende Fläche. 5. Urbane Landwirtschaft Im Bereich der Landwirtschaftsflächen sind Obstbaumkulturen, Gemüseanbauflächen, Sonnenblumen und Raps als Ölfrüchte dargestellt. Weideflächen sind hier ebenfalls vorgesehen. Im Süden befinden sich kleinere Flächen für die Urbane Landwirtschaft, die die Anwohner privat nutzen können. 6. Schießplatz Der Schießplatz bleibt in seiner Ausdehnung, mit seinen umgebenden Wällen mit deren Bepflanzung, Tunnelzugängen und Betonbrücken komplett erhalten. Als neues vertikales Element wird ein Aussichtsturm von etwa 23m Höhe erstellt. Dieser liegt am südlichen Ende der Schießanlage und ist über den südlichen Tunneleingang zugänglich. Die Fläche der Schießanlage ist im südlichen Teil als Wiese ausgebildet, für den nördlichen Teil sind abschnittsweise saisonale Gärten, Wasser und experimentelle Gärten genannt. In den Räumen zwischen den Betonwänden seitlich wird es niedrige Strauchvegetation geben. Jede Funktion kann eingefügt werden. Es ist definitiv ein Raum, der sich für eine Vielzahl von Aneignungen eignet: Zusammentreffen, Konzerte, Shows verschiedener Art, Öko-Experimente, Reitturniere, Kunstinstallationen, Graffiti, Freeclimbing, Märkte, außergewöhnliche Ereignisse wie Guiness World Record, Extremsport, Flugexperimente, eine Lesung „Landung des Himmels über Berlin ... 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Der Entwurf sieht keinen Abbruch der SchießplatzWallanlagen vor. Auch die Tunnel bleiben erhalten. Vor dem Südwall ist eine Turmanlage geplant. Ein Parkplatz entsteht parallel zum Längswall mit Ein- und Ausfahrten zur Potsdamer Chaussee. Ohne eine Bearbeitung der Wallanlagen und der resultierenden Bodenbearbeitung erscheint der Kostenrahmen nur geringfügig überschritten. Pflegekosten Auf dem zentralen Bereich zwischen Hauptweg und Stadion entstehen Agrarflächen, die durch Landwirte bewirtschaftet werden. Nördlich des Hauptwegs schließen sich Grasland und Hochstaudenfluren an, die extensiv zu pflegen sind. Im nördlichen Teil der Schießplatzanlage sind diffe-

renzierte Nutzungen mit hohem Pflegeaufwand vorgeschlagen. Die vorgesehenen Pflegekosten können eingehalten werden. Ausgleich Mittlere Abweichungen in Fläche A und B (vorwiegend durch Planung von Gehölzflächen). Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist bedingt möglich.

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Schmidt-Seifert Landschaftsarchitektur, Berlin / Erster Rundgang

Zusammenhänge erlebbar gemacht. 3. Erschließung und Wegeführung An signifikanten Orten werden Eingangssituationen von den angrenzenden Straßen her geschaffen, die durch Pyramidenpappeln und z.T. durch Gabionenmauern markiert werden: Am Gutshof Ritterfeld (Eingang Ritterburg), am Ritterfelddamm und an der Potsdamer Chaussee (Grüner Markt und Waldparkplatz). Der mit Kleinsteinpflaster befestigte Grüne Markt soll am Wochenende zu einem regionalen Markt mit Gastronomie einladen, an der benachbarten Zufahrt zur Habichtswaldsiedlung wird ein Waldparkplatz mit Fahrradverleih vorgeschlagen. Der Grüne Ring dient der inneren Erschließung und Orientierung. Er ist als 3m breiter Asphaltweg (mit 40 % Aufhellgestein) gestaltet mit einem begleitenden 2m breiten Sommerweg (wassergebunden). Im Schnittpunkt mit kreuzenden Hauptwegen, wie z.B. mit dem neuen Dörferweg, sind rechteckige bzw. trapezförmige Plätze angeordnet (Reiterlounge, Bouleplatz, Waldspielplatz, Freitreppe am Gatower Fenster), die von Bäumen (z.B. Acer platanoides Cleveland) gerahmt sind. Die Hauptwege sind durch einen 3m breiter Asphaltweg mit einem getrennt parallel verlaufenen Reitweg gekennzeichnet. Besonders betont wird der Dörferweg zusätzlich durch eine Allee aus Prunus padus Schloss Tieffurt, die besonders im Herbst (Rotfärbung) eine weithin sichtbare Orientierung bietet. Weitere für Landmaschinen befahrbare Schotterwege queren die Parklandschaft z.B. vom Eingang Luftwaffenmuseum zum Grünen Markt oder von der Habichtswaldsiedlung zur Landstadt Gatow. Die Feinerschließung übernehmen schmale wassergebundene Wege. Die Feldwege werden z.T. von schmalen Salbeiwiesen-, Schmetterlings-Wildbienen- und Blumenwiesensäumen begleitet. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Mehrschichtige Gehölzstreifen und Waldbestände - immer wieder unterbrochen durch Wiesenstreifen - rahmen das Wettbewerbsgebiet nördlich des Dörferweges. Artenreiche Hochstaudenfluren sollen sich im Innern des Grünen Rings auf den Deponieflä-

1. Leitidee Vorgeschlagen wird ein gestalterischer Rahmen, der „Grüne Ring“, der im Verbund mit „kleinen und großen Attraktionen“ wie dem „Gatower Fenster“, den Feldlaboren, Wiesenstationen und der Kiesgrube, die Wiesen-, Felder- und Ackerlandschaft als Teil des Landschaftsparks erlebbar macht....Der neue Landschaftspark wird zu einem Experimentierfeld aus Naturschutz, Landwirtschaft und Erholungsnutzung. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Der Grüne Ring bildet das strukturgebende Grundgerüst des Entwurfs. Angedockt an diesen Rundweg befinden sich verschiedene Themenschwerpunkte wie das Weidenband, das Spiel- und Liegewiesenband und das Aktivitätenband. Strukturell bildet sich ein 30 bis 50 m breites Band mit unterschiedlichen Nutzungsformen und –angeboten heraus, das einen offenen Landschaftsraum mit Feldern, Weiden, Hochstaudenfluren, Mähund Streuobstwiesen sowie Spielwiesen umschließt. Der Grüne Ring folgt im Wesentlichen den Wettbewerbgebietsgrenzen. Außerhalb des Grünen Rings befinden sich der zum Gatower Fenster umgestaltete Bereich der Schießanlage und der Erholungswald beidseitig der nördlichen Zufahrtsstraße zur Landstadt Gatow. Von den Aussichtshügeln des Gatower Fensters werden .... die neuen

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Tarnnummer 1640

chen entwickeln. Die übrigen Vegetationsstrukturen werden im Rahmen der urbanen Landwirtschaft bewirtchaftet. 5. Urbane Landwirtschaft Das den Grünen Ring im Norden begleitende Weideband (Ziegen, Schafe, Ponys, auch Galloways) ist von Schattbäumen überstellt und z.T. als Waldsaum gestaltet,. Die Weideflächen werden extensiv bewirtschaftet und sollen zwischendurch immer wieder einmal brach fallen, um eine Hochstaudenentwicklung zu ermöglichen. Eine Beweidung durch einen Wanderschäfer ist auch für die Erholungswaldflächen und für die Aussichtshügel des Gatower Fenster vorgesehen. Im Osten verläuft parallel zum Grünen Ring bis zum Eingang Ritterfelddamm das Ackerblumenwiesenband, das auch der Heugewinnung dienen kann. Das Ackerband bildet den Übergang vom Grünen Ring an der Siedlungskante der Landstadt Gatow zur zentralen Feldlandschaft. Benachbart zum Spiel- und Liegewiesenband soll sich das kleinteilige Ackerland zu einer Erlebnis-Landwirtschaft entwickeln. Das Ackerband soll ein Angebot zum Gärtnern und Wirtschaften sein für die Anwohner, Schulen, Kitas, Vereine und Initiativen. Denkbar sind Kraut-, Gemüse-, Selbstpflück- und Schaugärten sowie Feldlabore. Einzelne, von Obstbäumen begleitete Wege führen vom Grünen Ring durch das Ackerband in die größeren Schläge der landwirtschaftlichen Flächen und enden dort mit leicht erhöhten Podesten. Diese mit Feldsteinen eingefassten Rasenbastionen dienen als Aussichts- und Informationspunkt. Das Thema des Ackerbands mit in die Landschaft führenden Wegen wird an der Habichtswaldsiedlung noch einmal aufgegriffen. 6. Schießplatz Der Nord- und Südwall wird abgetragen, der östliche Wall neu modelliert und zu 6 Aussichtshügeln umgeformt, die das Gatower Fenster bilden. Schotterwege führen kreisförmig zur Spitze, Einfassungen aus Cortenstahl und Sitzmauern setzen Akzente. Der Schießplatz wird zum Aktivitätenband umgebaut mit einem Reiter-Parcour, einer Skaterstrecke, Spiel, Liege- und Picknickwiesen und befestigten Aufenthaltsbereichen. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Die hierbei Umgestaltung des Walls anfallenden Bodenmengen können nicht komplett auf dem Grundstück verteilt werden. Große Mengen sind zu entsorgen. Die Randbereiche des nördlichen Bereichs sind mit Gehölzen verdichtet. Der `Ring` ist ein Asphaltweg mit einem 2m breitem wassergebundenem Randstreifen und mehreren kleinen Plätzen. Eine Skaterbahn aus Gussasphalt ist vorgesehen. Wegen der intensiven Gestaltung mit vielen Aktions-

angeboten und umfangreichen Erdarbeiten sowie dem weitgreifenden Wegekonzept erscheint der Kostenrahmen deutlich überschritten. Pflegekosten Der Pflegeaufwand für die öffentliche Hand soll sich auf das Spiel- und Liegewiesenband im `Grünen Ring` und auf das `Aktivitätenband` am ehemaligen Schießstand konzentrieren. Weite Wiesenflächen werden durch Wanderschäfer beweidet. Die Gehölzpflanzungen benötigen eine intensive Pflege vor allem in den ersten Jahren. Die Pflegekosten werden geringfügig überschritten. Ausgleich Geringe bis mittlere Abweichungen durch ungünstige Flächenaufteilung und intensive Landwirtschaft. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist bedingt möglich.

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Trüper Gondesen Partner & Schirmer-Partner Landschaftsarchitekten, Lübeck, Berlin / Anerkennung

hungen ergeben sich vorrangig in west-östlicher Richtung im Verlauf der Landebahnen. 3. Erschließung und Wegeführung Historische Wegeführungen und Wege aus der angrenzenden Landschaft und Siedlung heraus werden aufgenommen und zu einem netzartigen, orthogonalen Wegsystem verknüpft. Neben der Dörferverbindung in Fortsetzung des Groß-Glienicker-Weges gibt es einen Rundweg, der auch die Flächen des Museums mit einbindet. Hauptwege und Rundweg sind asphaltiert, die übrigen Wege haben wassergebundene Beläge. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Der Waldpark soll als Waldlabor neue Konzepte des Waldbaus auch unter gestalterischen Gesichtspunkten demonstrieren. Es soll mit neuen Baumarten, Pflanzdichten und –qualitäten experimentiert werden. Unterschiedliche Baumarten wie Eichen, Kiefern, Buchen, Birken, Vogelkirschen und Speierling sowie unterschiedliche Waldtypologien (Hallenwald, Parkwald, Buschwald) erzeugen abwechslungsreiche Atmosphären (dicht und dunkel, locker und hell, hoch, eng). Im Wiesen- und Hochstaudenpark sollen die Hochstaudenfluren, Magerrasen und Heideflächen entwickelt werden. Es wird vorgeschlagen, ein gemeinsames Pflegekonzept mit dem Luftwaffenmuseum zu erarbeiten. Für kurzrasige Bereiche ist auch eine Beweidung durch Schafe oder Ziegen, im kleinen Waldauge durch Robustrinder denkbar. 5. Urbane Landwirtschaft Die urbane Landwirtschaft beschränkt sich auf Teilflächen des Wiesen- und Hochstaudenparks, die beweidet werden. Diese befinden sich an den Siedlungsrändern der Landstadt Gatow und in den Waldaugen. Auf intensivere Formen urbaner Landwirtschaft wird verzichtet. 6. Schießplatz Der Schießplatz liegt teilweise im nördlichen Waldauge, teilweise im Waldpark. Die Wallanlagen im Waldauge werden komplett abgetragen. Der Boden wird zur Modellierung einer leicht gewellten Rasenlandschaft im großen Waldauge genutzt. Der Kugelfang und

1. Leitidee Der Wettbewerbsraum ... erhält eine eigne Identität und wird im Kontrast zu den Havelseen und den kleinteiligen Rieselfeldern entwickelt. Dabei werden die Ursprungselemente der Kulturlandschaft: Wald – Heide und Weidelandschaft wieder aufgenommen. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Ausgehend von der Abfolge der vorhandenen Landschaftsräume am Stadtrand Rieselfelder – Ackerflur – Wald – offene Flächen – (Wald)Siedlung sollen im Wettbewerbsgebiet zwei deutlich voneinander zu unterscheidende Raumtypen entstehen: der nördliche Waldpark mit seinen Augen und der zentrale Wiesen- und Hochstaudenpark in Erweiterung des verbliebenen Flugfeldes. Der Waldpark erhält nach Süden ein klare Grenze, die die Flucht des nördlichen Siedlungsfeldes der Landstadt Gatow aufnimmt. Die Siedlungen Habichtswald und Siedlungshorst erhalten so eine vorgelagerte Waldkante. Innerhalb des Waldparks sollen zwei Augen (400 x 400 m bzw.270 x 270 m) neue Raumerlebnisse ermöglichen und eigene Atmosphären erzeugen. Der Waldpark kontrastiert den offenen Wiesen- und Hochstaudenpark. Der südlich angrenzende Bereich des Sportplatzes bis zum Luftwaffenmuseum wird ebenfalls als Wald gestaltet. Dadurch wird die Flucht der südlichen Landebahn zusätzlich betont. Blickbezie-

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Tarnnummer 1641

die Betonelemente werden fast vollständig überschüttet, nur ca. ein bis drei Meter der Betonbrücken bleiben als Relikte sichtbar. Aus einzelnen Betonelementen werden kreisförmige Segmente ausgeschnitten. Der gesamte Raum soll zu vielfältiger Aneignung einladen: Mountainbiking, Beach-Volleyball, Klettern, Naturerleben, Sonnen, etc.). Das große Waldauge bezieht den Raum der Kiesgrube mit ein. Die Kiesgrube verbleibt als Hohlform und als Relikt der ehemaligen Nutzung. In das Waldauge ragt südlich der verbleibende Schießwall hinein. Über ein Treppe ist dort ein Aussichtspunkt zu erreichen. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Rein rechnerisch konstatieren die Verfasser eine negative Ausgleichsbilanz für die Biotoptypen „artenreiche Mähwiese“ und „artenreiche Hochstaudenflur“. Die auf die Habitate angewiesenen Vogelarten finden jedoch auf dem angrenzenden eingezäunten Gelände des Luftwaffenmuseums vergleichbare und vor allem ungestörte Flächen vor, die durch Pflegeund Entwicklungsmaßnahmen noch aufgewertet werden können. Damit wäre den Ausgleicherfordernissen des B-Plans nach Auffassung der Verfasser trotz einer Aufforstung von 50 ha im Plangebiet entsprochen. Baukosten Die Wallanlage im Süden sowie zwei Drittel des Längswalls werden abgetragen, ein Aussichtspunkt aus Stahl hergestellt. Der Boden wird zur Auffüllung und Einebnung der Senke des Schießplatzes verwendet. Eine großflächige Aufforstung bedeckt weite Teile des nördlichen Geländeteils und stellt einen wesentlichen Kostenfaktor dar. Das Asphaltband des Rundwegs bindet an die übergeordneten Straßen und Wege an. Nebenwege werden aus wassergebundener Wegedecke hergestellt. Die Baukosten erscheinen überschritten. Pflegekosten Die weiten zu entwickelnden Forstflächen stellen kostenintensive Pflegeanforderungen, denen ohne extern zu pflegende Agrarflächen und den kleinteilig beweideten Flächen nur geringe Kompensationsmöglichkeiten gegenüber stehen. Für die durch Mahd zu pflegenden offenen Staudenflächen im Süden des Geländes wird ein gemeinsames Pflegekonzept mit dem Luftwaffenmuseum empfohlen. Die Pflegekosten erscheinen deutlich überschritten.

Ausgleich Hohe Abweichungen in Flächen B und D durch massive Gehölzpflanzungen. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist nicht möglich.

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hutterreimann Landschaftsarchitektur, Berlin/ Zweiter Rundgang

hungspunkte bzw. Blickfelder sind mit skulpturalen Sonderbauten ausgestattet, die modular aus zwei Rahmen hergestellt werden. Durch sie entstehen unterschiedliche Aufenthaltsbereiche und Nutzungsmöglichkeiten wie z.B. ein Feldsitz, eine Gemüsetheke, ein Bett im Kornfeld, ein Trinkfeld, ein Weideblick. Die Blickfelder werden durch hohe Schilder (Cortenstahl) mit ausgestanzten Nummern markiert und sind von weitem sichtbar. An Eingängen sollen kleine Metallscheiben mit Zahlen in den Asphalt eingelassen werden, die in die Richtung der kommenden Blickfelder weisen. 3. Erschließung und Wegeführung Es wird ein hierarchisches Wegekonzept entwickelt. Die verschiedenen Teilbereiche des Parks werden vom Gatower Landweg erschlossen. Als Hauptweg mäandriert er durch den Park und zeigt sich in seinem Verlauf in drei unterschiedlichen Faltungen: als Hohlweg südlich der Wallanlage am Schießplatz, als Weg am Aha in der Parklandschaft, und als Dammweg in Nachbarschaft zum Luftfahrtmuseum. Entlang von Dämmen und Gräben werden dem Besucher neue Blickfelder eröffnet. Mit einer Breite von 3m (Asphalt) steht der Gatower Landweg Fußgängern, Radfahrern und Skatern zur Verfügung. Zubringer in gleicher Breite und Materialität knüpfen an das übergeordnete Wegesystem an. Schmalere Wege (Schotter) führen vom Hauptweg als Stichwege in die Feldund Weidelandschaft. Sie werden von einzelnen Ertragshecken aus Obstgehölzen begleitet. Separat von diesen Wegen werden zwei 3m breite Landwirtschaftswege (Schotter mit Mittelstreifen aus historischem Wildpflaster) und Reitwege (Sand) angeboten. Der Zaun zum Luftwaffenmuseum verläuft in einem abgesenkten ‚Aha-Graben’. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Im Nordwesten werden die bestehenden Gehölzflächen mit Kiefern, Eichen und mehrschichtigem Gehölzbestand ergänzt und verdichtet. Das Ereignisfeld im südlichen Teilbereich des Schießplatzes wird zu einer artenreichen Mähwiese (Mahd 1x jährlich) entwickelt. Südlich der Schießanlage dient ein großes Feld mit Hochstauden als Biotop und Rückzugsmöglichkeit

1. Leitidee Der zukünftige Ort bewegt sich hinsichtlich seiner Nutzungen und seiner Atmosphäre an der Grenze zwischen Stadtraum und freier Landschaft, an der Peripherie. Der bewusste Maßstabswechsel des neuen Parks zwischen großräumiger Feldflur mit Freizeit-, Bewegungspotential und kleinteiliger Parkstruktur mit Aufenthaltsqualität spielt mit dieser Ambivalenz. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Die räumliche Zweiteilung des Parks mit seinem rahmenden Baumbestand im Norden und der offenen Feldflur wird beibehalten und verstärkt. Der Übergang zwischen beiden Bereichen wird mit einzelnen Baumgruppen fließend gestaltet. Die offene Feldflur im nördlichen Parkteil ist in vier große Weideflächen gegliedert. Zusätzlich wird im Westen eine Fläche für Wohnen mit Pferd angeboten, im Bereich der Kiesgrube entsteht ein Dirt-Park für Mountainbiker. Die Felder im südlichen Parkteil sind kleinteiliger strukturiert und parallel zu den Landebahnen angeordnet. Südlich des Sportplatzes schließt sich eine Streuobstwiese an und in Richtung Ritterfelddamm werden vereinzelt Spiel- und Sportflächen angeboten. Mittels Anziehungspunkten und Stichwegen soll der Besucher in die landwirtschaftlich genutzten Flächen gelockt werden und nicht nur als Zuschauer „am Rand“ stehen bleiben. Die insgesamt 15 Anzie-

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der Fauna. Bei einer nicht landwirtschaftlichen Nutzung oder Rotationsbeweidung der ausgewiesenen Weideflächen können diese in artenreiche Staudenfluren übergehen. 5. Urbane Landwirtschaft Die Weideflächen im nördlichen Teilbereich des Parks können durch Kühe, Schafe oder Lamas beweidet werden. Die Flächen können flexibel zusammengelegt und verpachtet werden. Die kleinteiligeren Flächen im Süden sind in variabler Aufteilung für den Ackerbau nutzbar. Die Bewohner der Landstadt sollen die Möglichkeit bekommen, direkt vom Feld vor der Haustür Lebensmittel zu kaufen oder als Selbstpflücker tätig zu werden. Entsprechend werden südlich des Sportplatzes Blumenfelder und eine Obstbaumplantage angeboten. 6. Schießplatz Mit Ausnahme des Südwalls und der Tunnel bleiben die Elemente des ehemaligen Schießplatzes erhalten. Er wird zum Park des Abenteuers umgestaltet. Im nördlichen Teilbereich entsteht ein Kletterparcours (Sandboden). Dort verläuft der Blendenpfad als Hängestegkonstruktion mit Seilen, Hängebrücken und Klettergriffen unter und zwischen den Betonblenden entlang. Die Blenden dienen als Kletterfelsen. Das Plateau vor dem Kugelfang kann als Strandbar genutzt werden und die benötigte Infrastruktur für die Kletteranlage aufnehmen. Ein in die Böschung integriertes Dach wird als begehbarer Terrassengarten ausgebildet. Die Flächen südlich der Blenden stehen für z.B. Beachvolleyball oder Beachsoccer zur Verfügung. Bei einer Einzäunung des nördlichen Bereichs könnten Eintrittsgelder für die Nutzung des Klettergartens bezogen werden. Das Ereignisfeld im südlichen Teilbereich der Anlage dient als temporärer Veranstaltungsort für z.B. Freiluftkino oder Konzerte. Sitzstufen (Beton) zwischen den bestehenden Mauern bieten kleine, intime Logenplätze. Auf der Wallkrone verläuft ein Weg mit Sitzangeboten an den Blickfeldern. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Ein 3m breiter asphaltierter Rundweg verläuft in unterschiedlichen Höhen um die Teilräume. `Zubringer`, ebenfalls 3m breit und asphaltiert, verlaufen ebenflächig. Zudem wird ein funktionales Wegenetz aus 3m breiten geschotterten Wegen für Landmaschinen etabliert. Die Mitte dieser Wege wird mit historischem Wildpflaster befestigt. Gesandete Reitwege ergänzen das Wegesystem. Die geplante Strandbar ist in den Kosten nicht berücksichtigt. Trotz des zurückhaltenden Eingriffs in die Wallanlagen des Schießplatzes lässt das weitgreifende Wegesystem sowie die aufwendigen Ausstattungsgegenstände den Kostenrahmen überschritten scheinen.

Pflegekosten Der dichte Baumbestand am nördlichen Rand sowie die weite offene Flur im Süden werden erhalten und verstärkt. Die großflächige Felderbewirtschaftung minimiert die Pflegekosten und kann die aufwendigeren Pflegeleistungen für die Gehölzflächen kompensieren. Die Pflegekosten können eingehalten werden. Ausgleich Hohe Abweichungen in Flächen B und C durch intensive Landwirtschaft und sonstige Nutzungen. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist nicht möglich.

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Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, Berlin/ Engere Wahl

Das größte Feld im südlichen Parkteil kann für Ackerbau genutzt werden. Westlich schließt sich eine Obstplantage an, im Osten eine Weide und im Süden eine Blumenwiese. Im Bereich der Blumenwiese sind auch Sondenutzungen wie temporäre Gärten und Installationen denkbar, die in Zusammenarbeit mit Vereinen, Bewohnern oder lokalen Akteuren organisiert werden können. Im Eckbereich der Johann-Landefeldt-Straße entsteht der Berliner Balkon als baumbestandene Platzfläche. Von dort führt eine Freitreppe hinab auf die multifunktionale Wiese zwischen den Flugbahnen. Die gestalterische Geste des Angers wird im Park fortgesetzt. Auf Höhe des Sportplatzes ist ein Skaterplatz integriert. Im Süden schließen Wiesenbiotope an, die in Richtung Ritterfelddamm von lockeren Baumpflanzungen überstellt sind. An besonderen Knotenpunkten entstehen kleine Plätze zum Aufenthalt. Sie sind mit Bänken und Infotafeln ausgestattet. Sämtliche vorgeschlagenen Ausstattungselemente sind als Möbelfamilie (Beton) geplant und in Anlehnung an die ehemalige Nutzung des Areals mit einem heiteren Camouflagemuster bedruckt. 3. Erschließung und Wegeführung Das Wegesystem ist hierarchisch gegliedert. Die historische Dörferverbindung wird als Hauptweg (Drainasphalt) im Sinne einer traditionellen brandenburgischen Baumallee (Eschen) gestaltet. Sie stellt das Rückrat des Wegesystems dar und quert von weitem sichtbar die offene Feldflur. In nordsüdlicher Richtung führt ein Hauptweg von der Waldsiedlung kommend zum Eingang des Luftwaffenmuseums und weiter bis an den Ritterfelddamm. Die zwei Hauptwege können von Fußgängern, Radfahrern, Skatern und teilweise Landmaschinen genutzt werden. Ergänzend werden Fußwege (Schotter) angeboten, die die Felder in verschiedene Größen unterteilen. Das Reitwegenetz verläuft parallel zu den Wegen und wird durch einen Abstandsstreifen von ihnen getrennt. In Nachbarschaft zum Luftwaffenmuseum wird der Weg vom Zaun abgerückt. Der Zaun soll begradigt und in Camouflagemuster lackiert werden.

1. Leitidee Der Entwurf versucht, das landschaftliche Potential dieser außergewöhnlichen Brachfläche auszunutzen, um ein klares Grundgerüst für den neuen Stadtrandpark zu schaffen. Die Landwirtschaft wird hier inszenierte urbane Agrarlandschaft vor der kontrastvollen Kulisse des ehemaligen Flughafens und der Schiessanlage. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Die Verfasser wollen eine deutliche Kulisse für die Felder mit unterschiedlicher Nutzung schaffen. Dazu wird der Waldsaum im Norden ergänzt, die Wallanlage des Schießplatzes als künstlicher, länglicher Erdhügel neu modelliert und ein Großteil des südlich anschließenden Gehölzaufwuchses entfernt. Kontrapunkt bildet der südliche Parkrand, mit seiner Siedlungskante, dem Luftwaffenmuseum und der Kladower Feldflur. Im nördlichen Parkteil sind Felder mit Wiesenbiotopen, Hochstaudenfluren und Weide-/ Grünlandflächen vorgesehen. Im Bereich von Wegeflächen werden drei kleine Remisen (Baumgruppen) angelegt, die mit Picknicktischen ausgestattet sind. Sie dienen als Rückzugsort für Tiere und Menschen. Auf dem neu modellierten Südhang der Schießanlage entsteht eine Streuobstwiese mit Liegestühlen, Schaukeln und Bänken. Im Bereich der Kiesgrube werden steile Hänge abgeböscht und ein Beobachtungsdeck angelegt.

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Tarnnummer 1643

4. Vegetations- und Habitatstrukturen Die Randbereiche im nördlichen Parkteil sind mit Gehölz- und Waldsukzessionsflächen besetzt. Ihre Pflege soll teilweise als Hutung erfolgen. Flächen mit Trockenrasen in der Senke des Schießplatzes bleiben erhalten, ebenso ein Teil des Kiefernbestands auf dem Südwall, der im Übrigen als weitläufige Streuobstwiese entwickelt wird. Nach Entfernen des Gehölzaufwuchses südlich der Schießanlage wird ein Großteil der Fläche von Hochstauden und Wiesenbiotopen eingenommen. Die Hochstaudenfluren im Bereich der Kiesgrube sind als Flächen für den Biotop- und Artenschutz ausgewiesen. Die Flächen im südlichen Parkteil werden mit Ausnahme der Flächen südlich des Angers bis zum Ritterfelddamm als Wiesenbiotope gepflegt und mit Bäumen bepflanzt. 5. Urbane Landwirtschaft Flächen für eine intensive landwirtschaftliche Nutzung liegen im südlichen Parkteil. Am Siedlungsrand der Landstadt entsteht ein Obsthain. Östlich schließt sich eine große Ackerfläche und eine Weide an. Die zwei Grünland- / Weideflächen nördlich der Dörferverbindung können eine feste Holzeinzäunung bekommen. Der Boden auf ehemaligen Deponieflächen soll hier ausgetauscht werden. 6. Schießplatz Der Südwall und die drei Tunnelanlagen werden zurückgebaut. Der Längswall wird als sanft abfallende Böschung neu modelliert und als Aufenthaltsbereich gestaltet. Am ehemaligen Kugelfang entsteht eine große Kletterwand. Dazu wird der Stirnwall abgeböscht und die Seiten des Kugelfangs mit Stützmauern aus Gabionen (Betonbruch) ausgebildet. Am Fuß der Kletterwand entsteht eine Bühne mit Sitzstufen zur Senke hin. Die Verfasser schlagen vor, die querliegenden und seitlichen Betonteile, die einen staunenswerten und einzigartigen Raum schaffen, in diesem Bereich der Senke zu erhalten. Sie können von wildem Wein und Efeu berankt werden. Die Anlage soll durch einen privaten Betreiber bewirtschaftet werden. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Die umfangreichen Bodenarbeiten an der Schießplatzanlage wirken sich belastend auf die Bausumme aus. Einzelne dominante Merkmale werden inszeniert. Zusammen mit dem großzügigen Wegeflächen und den Ausstattungselementen stellen sie einen wesentlichen Kostenpunkt dar. Der historische Dorfweg ist als traditionelle brandenburgische Baumallee konzipiert. Als Wegebeläge sind heller Drainasphalt und Schotter vorgesehen. Der Kostenrahmen erscheint deutlich überschritten.

Pflegekosten Die Pflegekosten können aufgrund der weiten agrarwirtschaftlichen Nutzflächen reduziert werden. Die großen offenen Wiesen- und Hochstaudenfluren werden extensiv gepflegt. Verteuernd wirken sich die Pflegekosten für die Gehölzflächen aus. Der Kostenrahmen für die Pflegemaßnahmen wird eingehalten. Ausgleich Hohe Abweichungen in Fläche B zu Lasten Hochstauden werden in Flächen C und D teilweise kompensiert. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist möglich.

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Kiefer CS, Berlin/ 1. Preis

Die Siedlungskante wird durch lückenlose Straßenbaumpflanzungen gerahmt, der in die Siedlung führende Angerbereich ist mit kurzen Baumreihen strukturiert. Der Raum zwischen der neuen Siedlung Landstadt Gatow und dem historischen Flughafengelände bliebt frei von Bäumen. Die nördliche Landebahn selbst wird Ackerfläche. Nach Süden hin schließen sich Flächen eines extensiven Parkes an, Liegewiesen und weiter südlich mehrschürige Wiesenflächen bilden einen offenen Übergang zu den offenen östlich angrenzenden Flächen des Luftwaffenmuseums-Geländes. Die Blickbeziehungen sind sowohl von dem gehölzfrei gehaltenen Längswall der Schießanlage aus zu Blickpunkten außerhalb des Planungsgebietes als auch von einem östlich des Landstadt-Siedlungsgebietes erstellten Aussichtsplatz über die freie Feldflur möglich. 3. Erschließung und Wegeführung Die Betretbarkeit, Durchlässigkeit und Erreichbarkeit des peripheren Raumes muss hergestellt und verbessert werden. Auf bereits vorhandenen Wegetrassen durchzieht ein System von asphaltierten, 4m breiten Hauptwegen und einfachen Feldwegen die Parklandschaft. Teilweise werden die Wege von 3m breiten Reitwegen begleitet. Die beiden Nord-Süd-Achsen beginnen an der Potsdamer Chaussee bzw. am Außenweg nördlich der Schießanlage und führen an den Grenzen des Planungsgebietes nach Süden, sechs Ost-Weg-Verbindungen liegen zwischen den Hauptachsen. Sechs kleine Plätze werden an den Siedlungsrändern bzw. an Wegekreuzungen vorgeschlagen. Sie sind als Vorhaltefläche für intensive Nutzungen vorgesehen: im Westen ein Platz am historischen Weg, der Aussichtsplatz, südlich davon ein Sport-Platz für informelle Freizeitsportarten, im Schießanlagenbereich ein baumüberstandener Parkplatz und ein Picknickplatz am Fuß des Längswalls sowie im östlichen Parkbereich ein siedlungsnaher Grillplatz. Bänke auf Wegeerweiterungen sind jeweils an den Querwegen platziert, eventuell nötige Unterstände und

1. Leitidee Grünflächen in der Peripherie liegen im Mittelfeld zwischen ästhetischer Gestaltung (Urban Design) und dem historisch-funktionalen Landschaftsbild der offenen Landschaft. ... Dieser Kontrast zwischen den ökonomischen Anforderungen einer landwirtschaftlichen Nutzung und der Ästhetik des Englischen Landschaftsgartens soll auch in unserem Konzept zum Ausdruck kommen. Die Verfasser entwickeln ein Konzept, das mit den bestehenden Strukturen arbeitet, vorhandene Qualitäten stärkt und sie hinsichtlich einer höheren funktionalen, ökologischen und ästhetischen Vielfalt behutsam ergänzt und bereichert. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Die Gatower Parklandschaft erhält im Nordwesten, Norden und Nordosten einen Camouflage-Saum, in dem sich die vorhandenen Baumarten zu einem Waldsaum verdichten. Baumarten der potentiell natürlichen Vegetation werden zusätzlich gepflanzt. Einzelne Bäume und Gruppen sind, vom Waldrand ausgehend ins Innere der Parklandschaft, in einem Pflanzraster gesetzt. Nach Süden hin werden diese Baumpflanzungen immer aufgelockerter und weniger durchmischt, Rotbuchen und Hainbuchen werden in artengleichen Gruppen zusammengepflanzt. Die Verfasser bezeichnen den nördlichen Bereich des Planungsgebietes als extensive Parklandschaft.

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Tarnnummer 1644

Tiertränken sind ebenfalls hier eingeordnet. Die Bänke, die als langgezogene Betonquader von 45x45cm konzipiert sind, übernehmen zusätzlich eine abschirmende Wirkung der rückwärtig gelegenen Hochstaudenstreifen. Die ehemalige Kiesgrube stellt sich einer Wegeverbindung in den Weg. Der Weg führt entweder um die Grube herum oder über zwei Treppen direkt nach Süden. Innerhalb der Kiesgrube wird eine Hundeauslaufzone und ein Agility-parcour vorgeschlagen. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Im nördlichen Bereich innerhalb der extensiven Parklandschaft finden sich auf der Fläche zweischürige Wiesen und Weiden. Es können Schafe zur Pflege eingesetzt werden, insbesondere im Bereich der Trockenrasen der Wallanlage. In dem straßenbegleitenden Bereich Am Donnerberg im südlichen Planungsgebiet sind ebenfalls mehrschürige Wiesen vorgesehen. Auf der südlichen Landebahn wird dagegen eine Liegewiese vorgeschlagen. Zwischen den Parzellen der Wiesen und Weiden sind nord-südlich ausgedehnte Streifen von Hochstaudenfluren vorgesehen. Sie werden nur ca. alle drei Jahre gemäht. Der Flächenanteil dieser Streifen im Verhältnis zu den Grünlandflächen nimmt nach Norden hin zu. 5. Urbane Landwirtschaft Die nicht baumbestandenen Flächen im nördlichen Planungsgebiet sind als mehrschürige Wiesen und Weiden landwirtschaftlich extensiv nutzbar. Weiter südlich sind die Flächen außerhalb potentiell belasteter Deponiebereiche ebenfalls als extensive Wiese, aber auch optional als Grabeland, als community gardens oder als Kleingärten mit einer Mischung aus Obst- und Gemüseanbau nutzbar. Für den Bereich der nördlichen Landebahn wird eine Ackerfläche für Roggen, Raps oder Sonnenblumen. 6. Schießplatz An der ehemaligen Schießanlage wird der südliche Stirnwall entfernt, der Längswall erhält mittig einen großen Einschnitt in die Böschung. Der Wall ist durch eine Treppe und eine Hangrutsche erfahrbar, auf der Krone führt ein Erschließungsweg zu einem Lesezeichen. Solche Betonplattformen von 6x6m Größe gibt es im Gelände an mehreren Stellen als Aufenthaltsangebot. Aus einigen der erhaltenen Betonbrücken werden Kletterwände erstellt, an anderen Schaukeln und Kletterseile angebracht, um das ehemalige Schussfeld herum führt eine Skaterbahn. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Trotz der reduzierten Bodenbearbeitung und zurückhaltenden Ausstattung des Geländes mit Wegeflächen und Gegenständen, erscheint der Kostenrahmen geringfügig überschritten.

Pflegekosten Die Pflege des `extensiven Parks` im Süden und der urbanen Landwirtschaft im Norden sollen Landwirte übernehmen. Die südliche Landebahn ist als Liegewiese mehrmals jährlich zu mähen. Auch die erweiterten Gehölzsäume im Norden der Anlage bedürfen in den ersten Jahren einer intensiven Pflege. Die Pflegekosten werden eingehalten. Ausgleich Hohe Abweichung in Fläche A durch Zunahme von Gehölzen, mittlere Abweichungen in Flächen B und C zu Lasten extensiver Flächen. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist bedingt möglich.

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Stefan Tischer Landschaftsarchitekt, Rom/ Erster Rundgang

gramme auf Picknick, Ballspielen und Jogging hin. Weitere öffentliche Grünflächen befinden sich innerhalb der Lichtungen in den Waldinseln, entlang der straßenbegleitenden Fläche Am Donnerberg und im nördlichen Schießplatzbereich. Ausblicke sind vom nördlichen Ende des den Schießplatz umgebenden Schutzwalles möglich, Hauptblickbeziehungen über große Ackerflächen und weiter über das Planungsgebiet hinaus ergeben sich von der südlichen Landebahn aus. 3. Erschließung und Wegeführung Die Parklandschaft Gatow wird durch ein markantes Wegekreuz erschlossen. Als Oberfläche ist wassergebundene Decke, in Teilbereichen auch Belagsmastixdecke vorgeschlagen, die Wegebreite beträgt 3-5m. Der OstWeg zeichnet die historische Dörferverbindung nach, der Nord-Süd-Weg mit Fahrradweg verbindet die Potsdamer Chaussee über den nördlichen Teil der Schießanlage, knickt dann Richtung Süden ab und führt am südöstlichen Rand des Planungsgebietes bis zum Ritterfelddamm. Im Bereich der Schießanlage wird der Hauptweg ebenerdig-plan weiter geführt, so dass er innerhalb der Schießanlage über eine 6m hohe Steganlage und durch den Wall innerhalb eines 8 m tiefen Einschnittes geführt wird. Stellplatzanlagen für Parkbesucher sind am nördlichen und südlichen Ende und außerhalb des südlichen Längswalls der Schießanlage erstellt, nördlich wird auch eine Bushaltestelle vorgesehen. Nebenwege ergänzen das Erschließungssystem als kaum oder unbefestigte Feld- und Reitwege. Sie führen gradlinig durch die Parklandschaft oder erschließen den Längswall. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Wiesen und Hochstaudenfluren mit Einzelgehölzen befinden sich in den Bereichen zwischen den Waldinseln nördlich des historischen Dörferweges. Die umliegend der Schießanlage vorhandenen fragmentierten Gehölze dagegen werden zu einem artenreichen Mischwald entwickelt. Ökologische Sukzession wird als Mittel zur Entwicklung der Parklandschaft eingesetzt. Das Prinzip: Schutz durch

1. Leitidee Die klassischen Landnutzungen Land- und Forstwirtschaft als Gestaltungskräfte zu nutzen, um eine faszinierende erlebbare und benutzbare Landschaft zu höchster kultureller und ästhetischer Qualität zu schaffen: das ist es, was auch die neue Parklandschaft in Gatow ausmachen soll, auch ohne künstliche Ruinen, Säulen und Remisen. Oder vielleicht sogar doch mit ganz Ähnlichem? 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Die Verfasser übersetzen die Waldflächen aus dem B-Plan 422 unter präziser Beibehaltung der Flächengrößen in fünf unterschiedliche Waldinseln, die teilweise die umliegenden Wälder der Gatower und Döberitzer Heide fortsetzen, teilweise die Siedlungsränder der Landstadt Gatow bzw. der Fliegerhorstsiedlung einbinden. So wird der ortstypische Charakter von Waldsiedlungen verstärkt. Die sich zwischen den Waldinseln befindlichen Flächen werden als Felder, Mahdwiesen, Weiden oder Hochstaudenfluren landwirtschaftlich verpachtet oder landschaftspflegerisch entwickelt. Die nördliche Landebahn wird als Weidefläche nachgezeichnet. Die südliche Landebahn wird als öffentliche Grünfläche vorgesehen und bindet an den die Landstadt querenden Anger an. Das schmale Parkband bis zum Ritterfelddamm wird mit Gehölzhainen bepflanzt. Für die nördlich und südlich angrenzende Waldinsel weisen Pikto-

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

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Wald bedeutet, dass besonders schützenswerte Bereiche in Gehölzstrukutren eingebunden werden und dadurch unzugänglich sind. Aus Artenschutzgründen wird kein Bodenauftrag auf Flächen erfolgen, auf denen sich bereits eine Vegetation zu entwickeln begonnen hat. 5. Urbane Landwirtschaft Wirtschafts- und Hofflächen für landwirtschaftliche Betriebe werden in einer Waldlichtung und im südlichen Bereich der Schießanlage angeboten. Am westlichen Ende der nördlichen Landebahn befindet sich ein Reiterhof. Der Bereich südlich des historischen Dörferweges außerhalb der Waldbereiche bis zum Übergang an das Flugfeld wird ackerbaulich und als Weidefläche genutzt. Dabei werden in zentraler Lage größere landwirtschaftliche Schläge angeboten, Weideflächen liegen in den winklig geschnittenen Randbereichen. Als Weidetieren sind Pferde und Schafe gezeichnet. 6. Schießplatz Die Schießanlage wird nicht zurückgebaut. Unter Beibehaltung der Nachvollziehbarkeit der Dimension des Bauwerkes wird der südliche Bereich der Dynamik des Sukzessionsprozesses, dem bewussten und bisweilen auch inszenierten Verfall preisgegeben. Am südlichen Ende liegt eine Hofstelle. Der nördliche Teil dagegen wird potentiellen Nutzungen und temporären Veranstaltungen zugänglich gemacht: Die Öffnung von der Potsdamer Chaussee führt in die Schießanlage hinein, wobei vorhandene statische Strukturen genutzt werden können, um z.B. einen Aussichtsturm, einfache Räume für Vereine oder Gastronomie anzubieten. Die Bauweise beruht auf forstlich gewonnenem Holz, die Bäume werden zersägt und die Einzelteile wieder neu zusammengesetzt. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Ein Abbruch der Wallanlagen ist nur an der Nord-Westecke vorgesehen. Ein `Steg` überquert die Schießplatzanlage. Für Besucher sind umfangreiche Stellplatzanlagen vorgesehen. Der nördliche Raum des Schießplatzes soll einen Aussichtsturm sowie Räume für Vereine und Gastronomie erhalten. Obwohl das innere Wegekonzept minimiert dargestellt ist, lassen die beiden Wegeachsen, die Stellplatzanlagen mit Zufahrten sowie die neuen baulichen Anlagen den Kostenrahmen als deutlich überschritten erscheinen. Pflegekosten Der Raum wird durch fünf neu zu pflanzende Waldinseln landschaftlich gegliedert. Die gesamten offenen Flächen außerhalb der Felder sollen landwirtschaftlich verpachtet oder entwickelt werden.

Die Pflege der umfangreichen neuen Gehölzflächen ist kostenintensiv und kann durch die zu verpachtenden agrarwirtschaftlich zu nutzenden Flächen nicht kompensiert werden. Die Pflegekosten erscheinen deutlich überschritten. Ausgleich Hohe Abweichungen in Flächen A, B und D durch massive Gehölzpflanzungen. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist nicht möglich.

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GOEP LA LTD, Kalkar/ Erster Rundgang

de „Erlebnisachse“ geht an der Straße Am Landschaftspark in einen Bauermarkt mit mobilen Markständen über, an den ein Parkplatz angeschlossen ist. Vier begehbare Landschaftsbauwerke (Schnecke, Pyramiden- und Kegelstrumpf, Kubus) stehen im zentralen Bereich des Parks an Orten, von denen aus sich weiträumige Sichtbeziehungen ergeben. Zudem werden Sichtschneisen freigehalten. Sichtbarrieren wie der Zaun des Luftwaffenmuseums sollen in einem Graben optisch verschwinden. Auf eine Möblierung der Landschaft wird weitgehend verzichtet. 3. Erschließung und Wegeführung Das Rückgrat der Erschließung bildet ein kombinierter Fuß- und Radweg (2 m breiter wassergebundener Fußweg, 3 m breiter asphaltierter Radweg), der „die Orte des Geschehens“ miteinander verbindet. Dieses Wegesystem verläuft am östlichen, nördlichen und westlichen Rand des Wettbewerbsgebiets und erschließt die Parklandschaft mittig zusätzlich in Nord-Süd und abknickend in Ost-West-Richtung. Ein Serviceweg für die Landwirtschaft wird am Rand der Erlebnisachse geführt. Ergänzt wird das Wegenetz durch Reitwege, die an die vorhandenen Reitwege anschließen. 1. Leitidee Die Wettbewerbsaufgabe .... wird Bearbeiter, Preisgericht und Auslober dazu zwingen, den ein oder anderen Anspruch über Bord zu werfen. Unsere Antwort: So wenig Regelungen .. wie nötig, so viel Flexibilität … wie möglich in Verbindung mit einer stabilen Struktur, die auf den Elementen …. „zentrale Erlebnis- und Erholungsachse“ und „Umnutzung des Schießplatzbereiches zu einer öffentlichen Familien-Golfanlage“ aufbaut. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Hauptelemente des landschaftlich-städtebaulichen Konzeptes sind der Golfplatz im Norden, die „Erlebnisachse“ im Verlauf der historischen Dörferverbindung, der Bauernmarkt an der Zufahrtstraße Am Landschaftspark sowie Wiesen- und Grünlandflächen überwiegend im Süden. In die südliche Offenlandschaft wird der Verlauf der Landebahnen durch eine kontrastierende Bepflanzung eingeschnitten Die ca. 75 m breite „Erlebnisachse“ wird im Süden von einem Reitweg und im Norden von einem „kombinierten Service/Rad- und Fußweg“ begrenzt. „Zwischen den Wegeachsen liegen Erholungsund Erlebnisräume unterschiedlichster Intensität und Ausstattung“ mit Bezug zu den angrenzenden Wohnquartieren. Als Themen werden u.a. genannt: bäuerliche Kulturlandschaft erleben, Spiel- und Sportaktivitäten ausüben oder beobachten. Die leicht erhöht liegen4. Vegetations- und Habitatstrukturen Die Spielbahnen der Golfanlage sollen nach den Vorgaben des BfNHandbuches „Biotopmanagement auf Golfanlagen“ zu wertvollen Biotopstrukturen entwickelt werden. Dazu gehörten extensiv zu pflegende Wiesen und abgemagerte Rohbodenflächen (Wastebunker). Überwiegend Nord-Süd ausgerichtete Streifen (im Wechsel mit Grünland) stehen als artenreiche Extensivwiesen (Hochstaudenfluren) außerhalb der Golfanlage zur Verfügung. Die waldartigen Bestände werden im Wesentlichen erhalten bzw. im Nord-Westen verdichtet, Obstbäume begleiten den Hauptweg im Süden im Übergang zur Landstadt Gatow. Nach Auffassung der Verfasser werden die artenschutzrechtlichen Anforderungen vollinhaltlich abgedeckt.

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Tarnnummer 1646

5. Urbane Landwirtschaft Anbauflächen (Acker) befinden sich in Zuordnung zum Bauernmark entlang der Zufahrtsstraße Am Landschaftspark. Im Bereich der Deponie wird ein entsprechender Bodenauftrag aufgebracht. Die übrigen Flächen südlich des Golfplatzes werden bis auf die „Erlebnisachse“ und eine Pferdekoppel an der Fliegerhorstsiedlung als Grünland bzw. Extensivwiesen genutzt. 6. Schießplatz Der Bereich des Schießplatzes und der Kiesgrube wird in einen 32 ha großen öffentlichen FamilienGolfplatz umgewandelt. Für den Bau und die Unterhaltung stehen nach Einschätzung der Verfasser genug potentielle Betreiber zur Verfügung. Auch die Nachfrage in der Bevölkerung sei vorhanden. Folgende Maßnahmen sind vorgesehen: Teilrückbau des südlichen und nördlichen Stirnwalles, Teilabsenkung im Längswall, Teileinschnitte randlicher Böschungen und überwiegender Rückbau der Betonelemente. Der Längswall wird im Bereich des mittleren Tunnels und im südlichen Bereich um 5 bis 7 m abgeflacht, um ein Überspielen zu ermöglichen. Die Tunnel bleiben als Zufahrt bzw. Unterstand für Pflegemaschinen erhalten, der nördliche Tunnel wird zum Fledermausquartier umgebaut. Es wird ein Golfplatz mit 9 abwechslungsreichen Spielbahnen in landschaftsorientierter Formensprache und ein Übungsbereich angeboten. Reste der Schießanlage werden in den Parcours integriert. Das Golfgelände erhält aus Sicherheitsgründen einen umlaufenden Graben mit Bepflanzung als Dorngehölzen. Erschlossen wird der Golfplatz über die bestehende Zufahrt von der Potsdamer Chaussee im Süden mit einem Parkplatz am Eingangsbereich mit dem neuen Service- und Clubhaus. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Ein 2m breiter Fußweg, kombiniert mit einem 3m breiten asphaltierten Radweg, verbindet alle `Orte des Geschehens` miteinander. Parkplätze sind an drei Stellen vorgesehen. Eine `Erlebnis- und Erholungsachse` wird aus dem Gelände erhöht angelegt und intensiv gestaltet. Zwei `begehbare Landschaftsbauwerke` sind vorgesehen. Die Erdarbeiten zur Herstellung des Golfplatzes sowie der ihn umgebenden Grabenanlage nehmen einen großen Teil der Baukosten ein. Gebäude in Pavillonform, eine Überdachung der Abschlagplätze und Räumlichkeiten für eine Golfschule sind in den Baukosten nicht enthalten. Auf eine Möblierung der Landschaft wird verzichtet. Aufgrund des intensiven Nutzungskonzepts mit einer Vielzahl an Spiel- und Sportflächen und den umfangreichen Erdarbeiten erscheint der Kostenrahmen deutlich überschritten.

Pflegekosten Die Pflege der Golfplatzfläche soll durch die Betreiber der Anlage erfolgen. Die Pflege der `Erlebnis- und Erholungsachse` ist intensiv. Die verbleibenden Flächen sollen vorwiegend extensiv gepflegt werden. Der Pflegeaufwand für die öffentliche Hand ist vergleichsweise gering, die Pflegekosten werden eingehalten. Ausgleich Hohe Abweichungen in Fläche D durch sonstige Nutzungen, mittlere Abweichungen in allen anderen Flächen v.a. durch intensive Landwirtschaft und sonstige Nutzungen. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist bedingt möglich.

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HAHN HERTLING VON HANTELMANN	 Landschaftsarchitekten, Berlin/ Zweiter Rundgang

1. Leitidee Der Entwurf arbeitet den vorhandenen Offenlandcharakter des Areals klar heraus (…) und versteht sich auch als vielgestaltiges Bindeglied zwischen urbanen und landschaftlichen Erfahrungswelten. 2. Landschaftlich-städtebauliches Konzept Die Wälle um die ehemalige Schießanlage werden vollständig abgetragen und die Betonelemente als prägnante Landmarke freigestellt. Im Norden, Osten und Westen werden die bestehenden Gehölze zu einer rahmenden Waldkante ergänzt. Das Offenland besteht aus extensiv genutzten Wiesen- und Weideflächen, strukturiert durch einzelne Gehölzgruppen. Die Randbereiche sind von Hochstaudenfluren geprägt. Das ehemalige Flugfeld wird in Fortführung der Felderstruktur der Landstadt Gatow mit Ackerrandstreifen und Grünwegen strukturiert bzw. erschlossen. Hier sind intensiv nutzbare Ackerbauflächen vorgesehen. Obstwiesen stellen einen Übergang zur Landstadt her. Der Anger wird im Park fortgesetzt und punktuell mit Spielelementen ausgestattet. Mit dem Feldmarktplatz im Osten erhält der Anger einen räumlichen Abschluss. Der Platz bildet eine wichtige Schnittstelle zwischen Park und Siedlung. 3. Erschließung und Wegeführung Ein Beltwalk umrundet die Offenlandschaft. Er besteht aus zwei Ma-

terialstreifen: Asphalt für Skater und wassergebundene Decke für Fußgänger. Im Bereich der Betonblenden am ehemaligen Schießplatz wird der Skaterweg in engen Schwüngen geführt. Die drei Gatower Giganten bilden als übergroße Spielelemente (Hochsitz, Schaukel, Wippe) punktuelle Hochelemente und damit Orientierungspunkte entlang des Rundweges. Zusätzlich werden entlang des Beltwalks rechteckige Holzbalken und in den Wiesenflächen kleine Holzplateaus zum Aufenthalt angeboten. Ergänzend zum Beltwalk bietet der Dörferweg in Ost-West-Richtung eine direkte Verbindung zwischen Landstadt und Habichtswaldsiedlung. Die Unterbrechung der Allee im Bereich der Offenlandschaft ermöglicht dort ungehinderte Sichtbeziehungen. In NordSüd-Richtung führt eine Spurbahn (mit zwei Fahrstreifen aus Betonplatten) von der Potsdamer Chaussee direkt auf den Feldmarktplatz im Süden. Sie ist die Hauptzufahrt für Landmaschinen. Die Felder sind von einfach befestigten Grünwegen umrandet und sollen je nach Bedarf befestigt werden. Kreuzungsbereiche sind mit bodenbündigen, hellen Betonschwellen markiert. Sie bieten ein Raster- und Orientierungssystem zum Abstecken flexibel abgrenzbarer Weideflächen. Für Reiter werden Wege als Reiterparcours mit Natursprüngen angeboten. 4. Vegetations- und Habitatstrukturen Die offenen Flächen im nördlichen Parkteil werden extensiv als Weideland genutzt, Hochstaudenfluren in den Randbereichen bleiben bestehen. Nach einem Bodenauftrag auf ehemaligen Deponieflächen soll eine Wiederbesiedlung mit Stauden und Gräsern aus den Randbereichen beginnen, unterstützt durch die Ansaat mit einer standortgerechten Samenmischung. Im Bereich der Kiesgrube werden drastische Unebenheiten ausgeglichen, einzelne Abbruchkanten sollen allerdings erhalten bleiben und Lebensraum für die Fauna bieten. Die Ackerflächen im Süden werden von artenreichen Ackerrandstreifen begleitet, die eine Biotopvernetzung ermöglichen.

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Tarnnummer 1647

5. Urbane Landwirtschaft Die Flächen im Norden stehen einer extensiven Beweidung zur Verfügung und können je nach Bedarf als Rotations- oder Standweide genutzt werden. Das abgetragene Wallmaterial der Schießanlage wird auf den Flächen der ehemaligen Deponie verteilt (im Mittel 40 cm) und schafft so eine Grundlage für die Nutzung als Weideland. Unebenheiten sollen ausgeglichen und bereits etablierte Gehölzinseln integriert werden. Im südlichen Parkteil sind intensiv nutzbare Ackerbauflächen untergebracht. Der Feldmarktplatz (Schotterrasen) in Verlängerung des Angers kann optional mit Marktständen ausgestattet werden. Er bietet die Möglichkeit für einen Direktverkauf und den Austausch von landwirtschaftlichen Waren. 6. Schießplatz Die Wallanlagen am Schießplatz werden abgetragen, die Betonelemente freigestellt. Die Verfasser schlagen vor, die vorgegebene Parzellenstruktur zwischen den Betonelementen an Betreiber wie z.B. den Deutschen Alpenverein, einen Hundeverein und Kleingärtner zu verpachten. Sie sollen die Verkehrsicherheit der Flächen gewährleisten. Falls sich die Parzellen nicht vermarkten lassen, sollen die Betonelemente demontiert und als Schotter auf die rechteckige Grundfläche aufgetragen werden, um einen besonderen Sukzessionsgarten zu gestalten. Die Senke der Anlage wird mit locker gesetzten, mehrstämmigen Birkensolitären gestaltet und ist mit einzelnen Sitzelementen ausgestattet. Am südlichen Ende der Schießanlage liegt ein zentraler Eingangsbereich in die Parkfläche und die ehemalige Schießanlage. Optional können dort auch Stellplätze untergebracht werden. 7. Realisierbarkeit/ Wirtschaftlichkeit Baukosten Ein `Belt Walk` umrundet die Offenlandschaft für Freizeitnutzungen. Er besteht aus Asphalt und wassergebundener Wegedecke. Ein orthogonales Wegenetz erschließt die inneren Flächen. Der `Dörferweg`, die Spurbahnen der Landwirtschaft und der Belt Walk werden befestigt angelegt. Die Befestigung aller anderen Wege erfolgt nach Bedarf. Punktuelle Hochelemente bilden prägende, kostenintensive Orientierungspunkte. Wesentliche Baukosten entstehen aus der Umgestaltung der gesamten Schießplatzanlage. Alle Wälle werden abgetragen, die Anlage mit ihren Betonelementen zur offenen Landschaft hin frei gestellt. Der abgetragene Boden wird auf der Fläche der ehemaligen Deponie großflächig verteilt. Dadurch erscheint der Kostenrahmen deutlich überschritten. Pflegekosten Die Anlage von pflegeintensiven Gehölzstrukturen beschränkt sich auf einzelne inselartige Flächen. Die wesentlichen Offenlandbereiche können extensiv

gepflegt werden. Zudem sind weite Ackerflächen und Weideland im zentralen Bereich angeordnet, deren Pflege extern erfolgt.   Die Pflegekosten werden eingehalten. Ausgleich Mittlere Abweichungen in Fläche B durch intensive Landwirtschaft zu Lasten Hochstauden. Der teilflächenübergreifende Ausgleich ist möglich.

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Vergleich der Flächenkulisse mit den Vorgaben des A+E-Konzepts des B-Plan
Fläche A (halboffener	Wiesenraum) Größe: 71.430	m² mehrschichtiger Eichen-Kiefernextensive urbane Gehölzbestand Mischwald Landwirtschaft 0,00% 12,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 18,00% 0,00% 3,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 5,00% 0,00% 20,00% 0,00% 0,00% 30,00% 30,00% 0,00% 0,00% 0,00% 40,00% 60,00% 29,00% 3,00% 50,00% 13,00% 50,00% 50,00% 50,00% 88,00% 52,00% 60,30% 8,00% 47,00% 45,00% 67,00% 27,00% 18,00% 65,00% 2,00% 10,00% 0,00% 20,00% 40,00% 42,00% 0,00% 50,00% 90,00% 5,00% 20,00% 70,00% 23,00% 50,00% 47,00% 10,00% 13,00% 50,00% 0,00% 75,00% 10,00% 50,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 6,00% 0,00% 46,00% 0,00% 23,00% 73,00% 0,00% 62,00% 83,00% 0,00% 36,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 30,00% 18,00% 0,00% 0,00% 0,00% 43,00% 0,00%

artenreiche Mähwiese Vorgabe B-Plan Tarnnummer 1616 1617 1618 1619 1620 1621 1622 1623 1624 1625 1626 1627 1628 1629 1630 1631 1632 1633 1634 1635 1636 1637 1638 1639 1640 1641 1642 1643 1644 1645 1646 1647 50,00% 0,00% 39,00% 0,00% 50,00% 12,00% 48,00% 31,80% 50,00% 53,00% 6,00% 33,00% 50,00% 9,00% 35,00% 36,00% 0,00% 100,00% 38,00% 50,00% 5,00% 52,00% 50,00% 10,00% 60,00% 50,00% 0,00% 59,00% 50,00% 13,00% 15,00% 7,00% 35,00%

artenreiche Hochstaudenflur 0,00% 0,00% 1,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 7,90% 18,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 5,00% 15,00% 28,00% 0,00% 0,00% 5,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 15,00% 0,00% 12,00%

intensive urbane Landwirtschaft 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 7,00% 0,00% 6,00% 0,00% 38,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00%

Sonstiges 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 8,00% 0,00%

artenreiche Mähwiese Vorgabe B-Plan Tarnnummer 1616 1617 1618 1619 1620 1621 1622 1623 1624 1625 1626 1627 1628 1629 1630 1631 1632 1633 1634 1635 1636 1637 1638 1639 1640 1641 1642 1643 1644 1645 1646 1647 55,00% 20,00% 20,00% 0,00% 12,00% 33,00% 20,00% 39,00% 15,00% 35,00% 46,00% 30,00% 30,00% 6,00% 32,00% 13,00% 33,00% 45,00% 25,00% 55,00% 32,00% 10,00% 25,00% 22,00% 15,00% 14,00% 16,50% 10,00% 35,00% 28,00% 13,00% 6,00% 12,00%

artenreiche Hochstaudenflur 40,00% 0,00% 33,00% 2,00% 14,00% 33,00% 18,00% 54,00% 20,00% 41,00% 18,00% 15,00% 25,00% 5,00% 41,00% 9,00% 21,00% 25,00% 17,00% 15,00% 38,00% 28,00% 28,00% 22,00% 15,00% 31,00% 22,00% 0,00% 5,00% 17,00% 13,00% 31,00% 17,00%

Fläche B (offener	Wiesenraum) Größe:	508.880	m² mehrschichtiger Eichen-Kiefernextensive urbane Gehölzbestand Mischwald Landwirtschaft 5,00% 2,00% 5,00% 5,00% 5,00% 7,00% 0,00% 0,00% 5,00% 8,00% 12,00% 10,00% 0,00% 0,00% 1,00% 0,00% 4,00% 5,00% 3,00% 5,00% 3,00% 5,00% 5,00% 0,00% 30,00% 3,00% 54,00% 0,00% 3,00% 6,00% 35,00% 3,00% 5,00% 0,00% 3,00% 1,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 3,00% 5,00% 2,00% 3,00% 0,00% 0,00% 1,00% 0,00% 2,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 3,00% 0,00% 2,00% 0,00% 5,00% 0,00% 0,00% 6,00% 0,00% 6,00% 0,00% 0,00% 5,00% 0,00% 51,00% 12,00% 70,00% 43,00% 27,00% 40,00% 4,00% 45,00% 0,00% 21,00% 25,00% 15,00% 38,00% 14,00% 71,00% 16,00% 0,00% 0,00% 0,00% 9,00% 0,00% 15,00% 50,00% 30,00% 15,00% 7,50% 45,00% 27,00% 37,00% 8,00% 34,00% 38,00%

intensive urbane Landwirtschaft 0,00% 21,00% 20,00% 21,00% 22,00% 0,00% 22,00% 0,00% 10,00% 10,00% 0,00% 15,00% 25,00% 37,00% 12,00% 0,00% 26,00% 25,00% 45,00% 25,00% 11,00% 50,00% 20,00% 3,00% 5,00% 30,00% 0,00% 34,00% 21,00% 3,00% 20,00% 16,00% 23,00%

Sonstiges 0,00% 3,00% 9,00% 2,00% 4,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 4,00% 0,00% 5,00% 5,00% 13,00% 0,00% 5,00% 0,00% 0,00% 10,00% 0,00% 4,00% 7,00% 5,00% 3,00% 0,00% 7,00% 0,00% 5,00% 9,00% 3,00% 11,00% 10,00% 0,00%

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Vorgabe B-Plan Tarnnummer 1616 1617 1618 1619 1620 1621 1622 1623 1624 1625 1626 1627 1628 1629 1630 1631 1632 1633 1634 1635 1636 1637 1638 1639 1640 1641 1642 1643 1644 1645 1646 1647

Magerrasen 25,00% 4,00% 19,00% 10,00% 32,00% 25,00% 24,00% 14,00% 30,00% 25,00% 5,00% 15,00% 25,00% 5,00% 22,00% 8,00% 8,00% 20,00% 20,00% 25,00% 23,50% 14,00% 20,00% 13,00% 25,00% 22,00% 19,00% 0,00% 25,00% 20,00% 13,00% 20,00% 22,00%

artenreiche Mähwiese 25,00% 0,00% 28,50% 20,00% 25,00% 25,00% 0,00% 9,60% 0,00% 34,00% 0,00% 20,00% 25,00% 2,50% 30,00% 26,00% 51,00% 25,00% 25,00% 30,00% 27,80% 9,00% 24,00% 23,50% 20,00% 15,50% 29,50% 4,00% 20,00% 37,00% 12,00% 0,00% 32,00%

artenreiche Hochstaudenflur 25,00% 12,50% 17,50% 10,00% 25,00% 25,00% 38,00% 25,70% 30,00% 13,00% 20,00% 25,00% 25,00% 3,50% 11,00% 26,00% 25,00% 25,00% 10,00% 30,00% 24,50% 37,00% 20,00% 23,50% 25,00% 21,00% 1,00% 33,00% 30,00% 12,00% 10,00% 34,00% 22,00%

Fläche C (Schießplatz) Größe:	232.900	m² mehrschichtiger extensive urbane Gehölzbestand Landwirtschaft 25,00% 50,00% 25,00% 55,00% 18,00% 25,00% 16,00% 50,70% 16,00% 28,00% 46,00% 20,00% 25,00% 67,00% 37,00% 40,00% 14,00% 20,00% 20,00% 6,00% 24,20% 18,00% 23,00% 0,00% 30,00% 24,00% 50,00% 48,00% 15,00% 25,00% 65,00% 26,00% 16,00% 0,00% 26,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 22,00% 0,00% 15,00% 0,00% 29,00% 18,00% 0,00% 12,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 6,00% 13,00% 30,00% 0,00% 7,50% 0,00% 0,00% 10,00% 6,00% 0,00% 0,00% 8,00%

intensive urbane Landwirtschaft 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 5,00% 0,00% 0,00% 2,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 9,00% 0,00% 7,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00%

Sonstiges 0,00% 7,50% 10,00% 5,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 4,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 10,00% 0,00% 0,00% 2,00% 10,00% 25,00% 0,00% 0,00% 9,00% 0,00% 10,00% 0,00% 10,00% 0,50% 15,00% 0,00% 0,00% 0,00% 20,00% 0,00%

artenreiche Mähwiese Vorgabe B-Plan Tarnnummer 1616 1617 1618 1619 1620 1621 1622 1623 1624 1625 1626 1627 1628 1629 1630 1631 1632 1633 1634 1635 1636 1637 1638 1639 1640 1641 1642 1643 1644 1645 1646 1647 41,00% 0,00% 22,00% 31,00% 24,00% 47,50% 0,00% 5,00% 0,00% 36,00% 9,00% 70,00% 10,00% 55,00% 58,00% 0,00% 18,00% 40,00% 32,00% 41,00% 40,70% 22,00% 30,00% 15,00% 32,00% 17,00% 5,00% 0,00% 32,00% 19,00% 10,00% 0,00% 41,00%

artenreiche Hochstaudenflur 41,00% 40,00% 58,00% 41,00% 0,00% 47,50% 90,00% 78,00% 41,00% 40,00% 30,00% 10,00% 55,00% 18,00% 42,00% 68,00% 19,00% 45,00% 32,00% 41,00% 40,50% 48,00% 42,00% 15,00% 32,00% 55,00% 40,00% 37,00% 50,00% 40,00% 44,00% 33,00% 41,00%

mehrschichtiger Gehölzbestand 18,00% 20,00% 20,00% 28,00% 18,00% 5,00% 4,00% 17,00% 41,00% 17,00% 35,00% 20,00% 25,00% 27,00% 0,00% 0,00% 12,00% 15,00% 36,00% 18,00% 18,80% 30,00% 15,00% 0,00% 36,00% 9,00% 55,00% 15,00% 18,00% 0,00% 36,00% 5,00% 18,00%

Fläche D (Kiesgrube) Größe:	40.770	m² Eichen-Kiefernextensive urbane Mischwald Landwirtschaft 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 2,00% 7,00% 5,00% 0,00% 10,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 2,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 13,00% 10,00% 0,00% 0,00% 0,00% 40,00% 0,00% 0,00% 58,00% 0,00% 6,00% 0,00% 16,00% 0,00% 21,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 26,00% 12,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 70,00% 0,00% 13,00% 0,00% 40,00% 0,00% 28,00% 0,00% 0,00% 0,00%

intensive urbane Landwirtschaft 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 39,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00%

Sonstiges 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 6,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 0,00% 11,00% 0,00% 0,00% 6,00% 0,00% 8,00% 0,00% 0,00% 0,00% 62,00% 0,00%

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WB Parklandschaft Gatow / Bericht der Vorprüfung

Vorgabe B-Plan Tarnnummer 1616 1617 1618 1619 1620 1621 1622 1623 1624 1625 1626 1627 1628 1629 1630 1631 1632 1633 1634 1635 1636 1637 1638 1639 1640 1641 1642 1643 1644 1645 1646 1647

Magerrasen 6,82% 1,09% 5,18% 2,73% 8,73% 6,82% 6,55% 3,82% 8,18% 6,82% 1,36% 4,09% 6,82% 1,36% 6,00% 2,18% 2,18% 5,45% 5,45% 6,82% 6,41% 3,82% 5,45% 3,55% 6,82% 6,00% 5,18% 0,00% 6,82% 5,45% 3,55% 5,45% 6,00%

artenreiche Mähwiese 45,73% 11,92% 24,00% 6,93% 19,30% 29,75% 15,93% 28,76% 13,12% 36,28% 28,34% 29,43% 29,35% 7,64% 32,95% 17,85% 34,43% 43,91% 26,42% 47,10% 29,01% 13,81% 27,06% 21,07% 20,94% 17,56% 18,12% 11,98% 32,02% 28,77% 12,75% 4,16% 20,76%

artenreiche Hochstaudenflur 32,61% 5,32% 27,29% 5,88% 15,16% 28,75% 25,39% 43,57% 23,56% 29,89% 17,61% 16,23% 24,34% 4,79% 29,44% 15,70% 20,24% 23,86% 14,39% 19,50% 32,51% 31,41% 24,14% 20,23% 17,70% 26,83% 15,29% 10,77% 13,55% 15,31% 13,83% 29,32% 19,09%

Gesamt Fläche:	853.980	m² mehrschichtiger Eichen-KiefernGehölzbestand Mischwald 10,66% 16,79% 10,75% 19,32% 8,75% 11,23% 4,55% 14,64% 10,81% 13,21% 21,62% 12,37% 8,01% 19,56% 10,69% 10,91% 6,77% 9,15% 8,96% 5,89% 9,29% 10,99% 9,97% 0,00% 30,29% 11,27% 48,44% 13,81% 6,74% 13,74% 45,32% 11,54% 8,45% 4,18% 2,88% 4,78% 4,18% 4,18% 7,36% 4,35% 6,83% 3,74% 5,46% 5,79% 5,60% 2,74% 2,10% 5,44% 1,36% 0,84% 0,00% 1,67% 3,35% 5,30% 0,00% 5,47% 7,53% 3,40% 1,67% 5,86% 5,50% 4,18% 8,13% 1,31% 1,09% 7,16%

extensive urbane Landwirtschaft 0,00% 45,66% 7,99% 45,89% 28,39% 16,09% 30,12% 2,38% 32,17% 0,00% 25,27% 19,81% 10,86% 32,02% 8,34% 48,74% 17,05% 0,00% 3,01% 0,00% 5,36% 1,64% 12,48% 41,32% 17,88% 11,60% 6,98% 30,23% 18,82% 25,02% 4,77% 23,86% 24,83%

intensive urbane Landwirtschaft 0,00% 12,51% 11,92% 12,51% 13,11% 0,00% 13,11% 0,00% 7,32% 5,96% 0,00% 9,48% 14,90% 22,05% 7,15% 0,00% 17,94% 14,90% 27,32% 17,35% 9,73% 31,70% 11,92% 1,79% 2,98% 17,88% 0,00% 20,26% 12,51% 1,79% 11,92% 9,53% 13,71%

Sonstiges 0,00% 3,83% 8,09% 2,56% 2,38% 0,00% 0,00% 0,00% 1,09% 2,38% 0,00% 2,98% 2,98% 10,47% 0,00% 3,27% 0,55% 2,73% 12,78% 0,00% 2,38% 6,63% 3,50% 4,51% 0,00% 7,18% 0,14% 7,45% 5,36% 1,79% 6,55% 15,04% 0,00%

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