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Auslobung

Full text: Auslobung

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

ULAP-Gelände Berlin - Mitte
Kooperativer landschaftsplanerischer Einladungswettbewerb

Auslobung

Kooperativer landschaftsplanerischer Einladungswettbewerb Freiraumgestaltung des ehemaligen ULAP-Geländes Berlin - Mitte Auslobung

Berlin, April 2005

Herausgeber und Wettbewerbskoordiation Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Behrenstraße 42 10117 Berlin-Mitte Digitale Bearbeitung Björn Steinhagen und Gruppe F Landschaftsarchitektur, Freiräume Titelbild Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Architekturwerkstatt Druck Ahrensfeld & Wolf Digitaldruck, Berlin

Inhaltsverzeichnis
Anlass und Ziel ........................................................................................7 Teil 1 Verfahren ........................................................................................9 1.1 Auslober, Bauherr, Nutzer ...........................................................9 1.2 Art des Verfahrens ......................................................................9 1.3 Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe..............................9 1.4 Teilnehmende Landschaftsarchitekten/innen ............................10 1.5 Preisgericht und Vorprüfung......................................................10 1.6 Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen .......................................12 1.7 Abgabe der Wettbewerbsarbeiten.............................................12 1.8 Rückfragen und Kolloquium ......................................................13 1.9 Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen...................................14 1.10 Geforderte Leistungen ..............................................................15 1.11 Beurteilungsverfahren und Vorprüfung .....................................16 1.12 Preise und Ankäufe ...................................................................16 1.13 Weitere Bearbeitung .................................................................16 1.14 Eigentum und Urheberrecht ......................................................17 1.15 Verfassererklärung ....................................................................17 1.16 Bekanntgabe des Ergebnisses / Ausstellung der Arbeiten........17 1.17 Haftung und Rückgabe .............................................................17 1.18 Zusammenfassung der Termine................................................18 Teil 2 Situation und Planungsvorgaben ..............................................19 2.1 Lage und Kennzeichnung des Wettbewerbsgebietes ...............19 2.2 Historische Entwicklung (Kurzfassung).....................................21 2.3 Städtebauliche Rahmenbedingungen und Planungsrecht ........23 2.4 Freiraumplanerische Rahmenbedingungen ..............................26 2.5 Aktuelle Vorhaben und Planungen im Umfeld...........................27 2.6 Verkehr, öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) ..................38 2.7 Das Wettbewerbsgebiet ............................................................40 2.8 Umweltbedingungen .................................................................46 Teil 3 Wettbewerbsaufgabe ..................................................................49 3.1 Übergeordnete Zielsetzung.......................................................49 3.2 Charakter und Zonierung des Freiraumes ................................50 3.3 Gestalterische Zielsetzung........................................................51 3.4 Erschließung .............................................................................51 3.5 Nutzung und Ausstattung .........................................................52 3.6 Realisierung, Kostenrahmen, Wirtschaftlichkeit........................53 3.7 Beurteilungskriterien .................................................................54 Teil 4 Anhang .........................................................................................55 4.1 Historische Entwicklung (Langfassung) ....................................55 4.2 Historische Nutzung des ULAP-Geländes ................................59 4.3 Die Stadtbahn ...........................................................................65 4.4 Fotodokumentation ...................................................................68 4.5 Gender Mainstreaming in der Freiraumplanung .......................81 4.6 Nutzerbezogenes räumlich-funktionales Konzept / Erläuterungsplan .......................................................................83 4.7 Formblatt Kostenermittlung .......................................................87 4.8 Verfassererklärung ....................................................................89 4.9 Weiterführende Informationen...................................................90 4.10 Quellenverzeichnis....................................................................90 4.11 Abbildungsverzeichnis ..............................................................91

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ULAP-Gelände / Anlass und Ziel

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Anlass und Ziel
Der Berliner Hauptbahnhof – Lehrter Bahnhof wird als zentraler Kreuzungsbahnhof in absehbarer Zeit fertiggestellt sein. Geplant ist, den Bahnhof zum Beginn der Fußballweltmeisterschaft 2006 zu eröffnen und in Betrieb zu nehmen. Das Umfeld des Berliner Hauptbahnhofes soll sich als lebendiges, großstädtisches Stadtgebiet entwickeln. Das neue Bahnhofsquartier in seiner exponierten Lage unmittelbar gegenüber dem Parlaments- und Regierungsviertel im Spreebogen wird Büros, Dienstleistungen und Einzelhandel aufnehmen. Neben dem großzügigen steinernen Bahnhofsvorplatz, der nach der Planung der Landschaftsarchitektinnen Schwartz / Kiefer realisiert werden wird, sind westlich gelegen zwischen dem Damm der Straße Alt-Moabit, dem Stadtbahnviadukt und dem noch zu errichtenden neuen Stadtquartier Lehrter Bahnhof ein eher introvertierter Stadtgarten mit einem kleinen Vorplatz geplant. Mit dem Wettbewerb werden Realisierungsvorschläge zur Gestaltung dieses „pocket parks“ gesucht. Er soll zum einen Erholungsfunktionen für das benachbarte Dienstleistungsquartier übernehmen. Zudem werden neue Verbindungen für Fußgänger geschaffen. Es werden Konzepte erwartet, die die spezifischen Bedürfnisse unterschiedlicher Nutzergruppen berücksichtigen. Bei der Gestaltungsaufgabe ist auf die Geschichte dieses besonderen Ortes aufmerksam zu machen, wo ab 1879 bis zum zweiten Weltkrieges im „Universum – Landesausstellungspark (ULAP)“ viele Großausstellungen stattfanden. In das Freiraumkonzept sind die historische Eingangstreppe zum ehemaligen Universum-Ausstellungspark von 1879 und der geschützte alte Baumbestand zu integrieren. Darüber hinaus werden Gestaltungsvorschläge erwartet, wie die Unterführungen der Straße Alt-Moabit nach Westen gestalterisch aufgewertet werden können.

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Teil 1 Verfahren 1.1 Auslober, Bauherr, Nutzer
Auslober und Bauherr Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. II, Städtebau und Projekte, Referat II B in Zusammenarbeit mit der DSK, Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, Treuhänder und Entwicklungsträger des Landes Berlin. Wettbewerbsdurchführung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Behrenstraße 42 10117 Berlin Maria Rünz, II D 22 Tel.: +49 (0)30 / 9020-5410 Fax: +49 (0)30 / 9020-5671 e-mail: maria.ruenz@senstadt.verwalt-berlin.de Technische Mitarbeit Björn Steinhagen Erstellung der Auslobung, Teil 2 und der Planunterlagen Gruppe F Landschaftsarchitektur, Freiräume Curvystr. 1 10997 Berlin Gabi Pütz, Katharina Schütze, Peter Gäbelein Mitwirkende Verwaltungen Bezirksamt Mitte von Berlin

1.2 Art des Verfahrens
Die Auslobung erfolgt als Realisierungswettbewerb nach vorgeschaltetem offenen Teilnehmerwettbewerb, in dem neun Landschaftsarchitekturbüros zur Teilnahme an einem kooperativen Verfahren ausgewählt wurden. Der kooperative Einladungswettbewerb ist, abgesehen vom Meinungsaustausch im Zwischenkolloquium, bis zum Abschluss anonym. Kommunikation Die Wettbewerbssprache ist Deutsch.

1.3 Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe
Dem Wettbewerb liegen die Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe auf den Gebieten der Raumplanung, des Städtebaus und des Bauwesens (GRW 1995, novellierte Fassung vom 22.12.2003) zugrunde, soweit nachstehend nichts anderes ausgeführt ist. Bei der Vorbereitung der Auslobung hat die Architektenkammer Berlin

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entsprechend den Regelungen der GRW beratend mitgewirkt. Der Wettbewerb wird bei der Architektenkammer Berlin unter der RegistrierNr. B-2005/05 geführt. Einverständnis Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer und Gast erklärt sich durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren mit den vorliegenden Teilnahmebedingungen und der Anwendung der GRW 1995 einverstanden. Verlautbarungen jeder Art über Inhalt und Ablauf vor und während der Laufzeit des Wettbewerbsverfahrens, einschließlich der Veröffentlichung der Wettbewerbsergebnisse, dürfen nur über die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, - II D -, abgegeben werden. Datenschutz Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer, Gast und Auftragnehmer willigt durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren ein, dass seine personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit o.g. Wettbewerb bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Form einer automatisierten Datei geführt werden. Diese Einwilligung ist auf der Verfasser- bzw. auf der Zustimmungserklärung zu bestätigen. Eingetragen werden Name, Anschrift, Telefon, Beauftragung im Wettbewerb, Kammermitgliedschaft, Berufsbezeichnung. Nach Abschluss des Verfahrens können auf Wunsch diese Daten gelöscht werden (durch Vermerk auf der Verfassererklärung). Gemäß § 6 des novellierten Datenschutzgesetzes ist die Einwilligung der Betroffenen notwendig, da eine spezielle Rechtsgrundlage für die Führung dieser Datei fehlt.

1.4 Teilnehmende Landschaftsarchitekten/innen
- atelier le balto, Berlin - BERNARD:SATTLER;Berlin - Burger Landschaftsarchitekten, München - Hager Landschaftsarchitektur AG, Zürich - Timo Herrmann, Berlin - LOMA, Kassel - Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden - Rotzler Krebs Partner und GmbH, Winterthur - TOPOTEK 1, Berlin

1.5 Preisgericht und Vorprüfung
Fachpreisrichter Barbara Hutter Landschaftsarchitektin Gabriele Kiefer Landschaftsarchitektin Norbert Müggenburg Landschaftsarchitekt

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Rolf Backmann Architekt Stellvertretende Fachpreisrichter Matthias Staubach Landschaftsarchitekt Hans Herrmann Scheidt Architekt Sachpreisrichter Dr. Hans Stimmann Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Senatsbaudirektor Annalie Schoen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Hauptstadtplaung Dorothee Dubrau Bezirksamt Mitte von Berlin Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung Stellvertretende Sachpreisrichter Claudia Reich - Schilcher Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Architekturwerkstatt Ursula Renker Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Freiraumgestaltung N.N. Bezirksamt Mitte von Berlin Sachverständige Mathias Bernard / Inge Breithaupt Vivico Real Estate Olaf Schwabe / Waldemar Hansel - Graffunder DB Services Immobilien GmbH Development Dietmar Bartholome / Stefan Josef Parschau Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Hauptstadtplanung Dr. Thomas Münzer DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft Lothar Knorr Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Freiraumgestaltung Peter Ostendorff / Patrick Weiss Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Wettbewerbe

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Barbara Willecke / Karin Ganssauge Beirat für frauenspezifische Belange der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Ingeborg Stude Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Barrierefreies Bauen Günther König Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Ingenieurbauwerke Jürgen Götte Bezirksamt Mitte von Berlin Straßen- und Grünflächenamt, Grünunterhaltung Christian Rau Bezirksamt Mitte von Berlin Amt für Umwelt und Natur Siegfried Dittrich Bezirksamt Mitte von Berlin Planung, Neubau, Entwicklung und öffentliche Beleuchtung Brunhilde Wildegans Frauenbeirat für Stadtplanung des Bezirksamtes Mitte von Berlin Vorprüfung Gabriele Pütz Landschaftsarchitektin Katharina Schütze Dipl.-Ing. Landschaftsarchitektur Björn Steinhagen Dipl.-Ing. Architektur Gäste Peter Kever Architektenkammer Berlin Vertreter der Fraktionen BVV-Mitte

1.6 Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen
Die Wettbewerbsunterlagen werden den ausgewählten Teilnehmern am 15. April 2005 per Post zugesandt.

1.7 Abgabe der Wettbewerbsarbeiten
Die Arbeiten sind am 27.Juni 2005 von 13.00 bis 16.00 Uhr bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung - II D -, Behrenstraße 42, Raum 14, 10117 Berlin abzugeben oder am selben Tag oder davor liegend per Post- oder Kurierdienst einzureichen. Der Teilnehmer ist dafür verantwort-

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lich, dass die Wettbewerbsarbeit spätestens 10 Tage vor dem Tage des Preisgerichtes dem Auslober zur Vorprüfung vorliegt. Bei der Einreichung durch Post- oder Kurierdienst ist eine Kopie des Aufgabebelegs in gleicher anonymisierter Weise wie die Arbeit selbst, mit der Kennziffer versehen an den Auslober nachzusenden. Die Wettbewerbsarbeiten sind zur Wahrung der Anonymität in verschlossenem Zustand ohne Absender oder sonstigen Hinweis auf den Verfasser, aber mit der Kennzahl und dem Vermerk „Kooperativer landschaftsplanerischer Wettbewerb ULAP-Gelände“ einzureichen. Bei Zustellung durch Kurierdienst ist der Empfänger als Absender anzugeben. Kennzeichnung der Arbeiten Die Wettbewerbsarbeiten sind in allen Stücken nur durch eine gleichlautende Kennzahl zu bezeichnen. Sie ist aus sechs arabischen Ziffern zu bilden und in einer Größe von 1 cm Höhe und 4 cm Breite auf jedem Blatt und Schriftstück in der rechten oberen Ecke anzubringen. Der Wettbewerbsverfasser hat die Verfassererklärung (siehe Anlage) mit seiner Anschrift in einem verschlossenen und undurchsichtigen Umschlag mit der gleichen Kennzahl abzugeben, mit der er seine Wettbewerbsarbeit gekennzeichnet hat. Dieser Umschlag ist gleichzeitig mit der Wettbewerbsarbeit abzugeben.

1.8 Rückfragen und Kolloquium
Rückfragen zum Verfahren können per E-Mail gestellt werden und müssen bis zum 4. Mai 2005, 9 Uhr, unter dem Betreff „Kooperativer landschaftsplanerischer Wettbewerb ULAP-Gelände“ bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Referat II D, maria.ruenz@senstadt.verwalt-berlin.de, eingegangen sein. Bei den Rückfragen ist auf die entsprechenden Teilziffern der Aufgabenstellung, auf die sie sich beziehen, Bezug zu nehmen. Die Rückfragen werden bei Bedarf mit den Sachverständigen erörtert. Die Beantwortung wird allen Teilnehmern per E-Mail zugesendet. Weitergehende Fragen können auch noch während des Zwischenkolloquiums gestellt werden. Zwischenkolloquium In der Mitte der Bearbeitungszeit, am 20. Mai 2005, wird mit den Teilnehmern, den Preisrichtern und den Sachverständigen ein Kolloquium abgehalten, bei dem (lt. 2.4.4 GRW) ein Meinungsaustausch über die Wettbewerbsaufgabe und mögliche Lösungen stattfindet. Das Programm des Wettbewerbs kann vom Auslober im Laufe des Kolloquiums weiterentwickelt werden. Dabei sind die Teilnehmer verpflichtet, Zwischenergebnisse dem Preisgericht offen zu legen. Zu diesem Zwischenkolloquium werden die teilnehmenden Büros einzeln und zu gleichlangen Vorstellungs- bzw. Diskussionszeiträumen eingeladen. Ein Anspruch auf Reisekostenerstattung besteht nicht. Zum Zwischenkolloquium werden aussagefähige zeichnerische Darstellungen in Papierform erwartet, die es erlauben, den Entwurfsansatz der jeweiligen Verfasser zu erkennen und zu beurteilen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, anhand einer Powerpoint-Präsentation (Version 97)

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digitale Pläne vorzustellen. Dies ist nur über einen Laptop und Beamer des Auslobers möglich. Eine CD-ROM mit den digitalen Daten muss hierfür am 20. Mai 2005 zwischen 8:00 und 9:00 Uhr bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Behrenstraße 42, 10117 Berlin, Zimmer 30, abgegeben werden. Änderungen der Wettbewerbsaufgabe sind bis zur Übersendung der Niederschrift des letzten Kolloquiums zulässig. Die schriftliche Beantwortung von Rückfragen und das Protokoll des Zwischenkolloquiums sind Bestandteil der Auslobung.

1.9 Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen
Unterlagen des Wettbewerbs sind: - die vorliegende Auslobung - die schriftliche Beantwortung aller Rückfragen einschließlich der im Kolloquium gestellten Fragen - analoger Faltplan: Planungen für die Hauptstadt, 10 Jahre Hauptstadtbeschluss - die im Folgenden aufgeführten Planunterlagen auf CD-ROM in den angegebenen Dateiformaten Digitale Informations- und Arbeitspläne - Informationsplan mit Eintragung der Leitungsverläufe M 1:250 (.pdf und .dwg) - Lageplan M 1:1.000 (.pdf und .dwg) - Luftbild 2004 als Pixeldatei - Lageplan „Katakomben“ (.jpg) - Regelquerschnitte der Straßen am Wettbewerbsgebiet (2x .pdf) - Querschnitt Leitungsverläufe Straße am ULAP (.pdf) - Bilddatei des digitalen Stadtmodells (.tif) Sonstige Informationen / Digitale Daten - die vorliegende Auslobung mit farbigen Abbildungen (.pdf) - Vitalitätseinschätzung der Bäume und Kontrolle der Standsicherheit mit Plan und Liste der Baumkartierung (.pdf) - Formblatt Kostenermittlung - historische Unterlagen als Bilddateien - Photodokumentation als Bilddateien (.jpg) - Straßenbenennung im Lehrter Stadtquartier (.pdf) Hinweis Jeder Teilnehmer des Wettbewerbes verpflichtet sich, die vorliegenden digitalisierten Daten und Pläne nur für die Beteiligung am Wettbewerb zu nutzen. Daten, die im Rahmen der Bearbeitung als Zwischenprodukte anfallen und nicht an den Auslober abgegeben werden, sind nach Abschluss des Wettbewerbes zu löschen.

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1.10 Geforderte Leistungen
Von den Teilnehmern werden folgende Leistungen erwartet: Verflechtungsbereich/Einbindung des Wettbewerbsgebietes in die geplante Umgebung des neuen Stadtquartiers, M 1:1000, Hauptwegeverbindungen Entwurf M 1:250 Gestaltungs- und Nutzungskonzept mit der Detaillierung der verschiedenen Aufenthaltsbereiche und Nutzungsangebote, Ausformulierung der Oberflächentexturen, ggf. Gestaltungsvorschlag bei Einfriedung, Umgang mit dem geschützten Baumbestand und der historischen Treppenanlage. Aussagefähige Details in einem geeigneten Maßstab zur Verdeutlichung der Entwurfsidee Nutzerbezogenes räumlich-funktionales Konzept/Erläuterungsplan M 1:500 als vereinfachter Entwurfsplan mit vorgegebener Symbolik (s. Anhang Pkt. 4.5 des Beirats für frauenspezifische Belange) Beleuchtungskonzept unter Berücksichtigung der DIN 5044 Entwässerungskonzept Angaben zur Ausstattung Zwei Schnitte in Ost-West- und Nord-Süd-Richtung (Maßstab frei), geringfügige Abweichungen von der Lage der Schnitte sind zulässig, wenn dadurch der Entwurf verständlicher wird. Erläuternde Darstellungen wie Ansichten und Perspektiven zur Veranschaulichung wichtiger Entwurfselemente Erläuterungsbericht mit Aussagen zur Entwurfsidee sowie zur Materialverwendung und zum baulichen Aufwand Kostenermittlung (auf beiliegendem Formblatt, Pkt. 4.7) mit Aussagen zu Kosten für Einfriedungen, Geländebearbeitung und -gestaltung, befestigte Flächen und Kanten, Vegetationsflächen und Bäume, Wirtschaftsgegenstände (Mobiliar), Entwässerung, Beleuchtung und Sonstiges, siehe Pkt. 3.6 Prüfplan mit Angabe der notwendigen Maße im Maßstab 1:250 Verzeichnis der eingereichten Unterlagen Verfassererklärung (Formblatt siehe Anhang)

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Die geforderten Leistungen sind in Papierform zu erbringen sowie zusätzlich auf CD-Rom (.dwg oder .dxf und 1x als .pdf). Für die Präsentation der Wettbewerbsarbeiten stehen zwei Rolltafeln mit einer Hängefläche von 1,96 m (Breite) x 1,46 m (Höhe) zur Verfügung. Die vom Auslober zur Verfügung gestellten Arbeitspläne sind ein Angebot, den Wettbewerbsbeitrag darzustellen; sie müssen von den Verfassern nicht verwendet werden. Jeder Teilnehmer darf nur eine Arbeit ohne Variante einreichen. Gem. GRW 5.5 werden Darstellungen, die über die in der Auslobung geforderten Leistungen hinausgehen oder gegen bindende Vorgaben des Auslobers verstoßen, von der Vorprüfung ausgesondert. Farbige Darstellungen sowie erläuternde Skizzen sind zugelassen.

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1.11 Beurteilungsverfahren und Vorprüfung
Die Vorprüfung ist unter Pkt. 5.5. und Anlage II der GRW und das Beurteilungsverfahren unter den Punkten, 5.6 sowie Anlage III der GRW 1995 dargestellt. Ergänzend gilt Folgendes: Die eingereichten Arbeiten werden mit Hilfe eines Kriterienkataloges (Beurteilungskriterien gem. GRW 5.1.5) vorgeprüft. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe können die Sachverständigen zur Unterstützung der Vorprüfer hinzugezogen werden. Dem Preisgericht werden die Ergebnisse der Vorprüfung als Entscheidungshilfe zur Verfügung gestellt, die Beurteilung der Arbeiten bleibt dem Preisgericht vorbehalten.

1.12 Preise und Ankäufe
Die Wettbewerbssumme (GRW 4.1) ist auf der Basis des § 15 HOAI in Verbindung mit der GRW 1995 ermittelt. Für Preise stehen insgesamt 19.500 Euro zur Verfügung. Vorgesehen ist folgende Aufteilung: 1. Preis 2. Preis 3. Preis 9.800 Euro 5.800 Euro 3.900 Euro

Über die Preise hinaus wird den Teilnehmern ein Bearbeitungshonorar von 2.780 Euro pro Büro bei Abgabe einer prüffähigen Arbeit ausgezahlt. Die Preise und Ankäufe werden nach Entscheidung des Preisgerichts unter Ausschluss des Rechtsweges zugeteilt. Das Preisgericht kann einstimmig eine andere Verteilung beschließen oder Preisgruppen bilden. Die Mehrwertsteuer von derzeit 16 % ist in den genannten Beträgen nicht enthalten und wird den inländischen Teilnehmern zusätzlich ausgezahlt.

1.13 Weitere Bearbeitung
Das Preisgericht gibt eine schriftliche Empfehlung für die weitere Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe. Der Bauherr wird unter Würdigung der Empfehlungen des Preisgerichts dem ersten Preisträger die weitere Bearbeitung der Aufgabe mindestens mit den Leistungen 2, 3, 5 (und 4 soweit erforderlich) nach § 15 bzw. §17 HOAI übertragen, sofern kein wichtiger Grund einer Beauftragung entgegensteht, insbesondere soweit und sobald die dem Wettbewerb zugrundeliegende Aufgabe realisiert werden soll (GRW 7.1). Voraussetzung ist, dass die Ausführung der ausgewählten Arbeit im Kostenrahmen möglich ist. Im Falle einer weiteren Bearbeitung werden durch den Wettbewerb bereits erbrachte Leistungen des Wettbewerbsteilnehmers bis zur Höhe des zuerkannten Preises und Honorars nicht erneut vergütet, wenn der Wettbewerbsentwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert der weiteren Bearbeitung zugrunde gelegt wird (GRW 7.2).

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1.14 Eigentum und Urheberrecht
Die eingereichten Unterlagen der mit Preisen ausgezeichneten Wettbewerbsarbeiten werden Eigentum des Auslobers (GRW 6.4). Das Urheberrecht und das Recht der Veröffentlichung der Entwürfe bleiben dem Verfasser erhalten (GRW 7.3). Der Auslober ist berechtigt, die zu Beurteilung zugelassenen Arbeiten nach Abschluss des Wettbewerbs ohne weitere Vergütung zu dokumentieren, auszustellen und (auch über Dritte) zu veröffentlichen. Die Namen der Verfasser werden dabei genannt.

1.15 Verfassererklärung
Durch ihre Unterschrift in der Verfassererklärung (siehe Anhang) versichern die Wettbewerbsteilnehmer, dass sie die geistigen Urheber der Wettbewerbsarbeiten, gemäß den Wettbewerbsbedingungen teilnahmeberechtigt, mit einer Beauftragung zur weiteren Bearbeitung einverstanden und zur fach- und termingerechten Durchführung in der Lage sind.

1.16 Bekanntgabe des Ergebnisses / Ausstellung der Arbeiten
Das Ergebnis des Wettbewerbs wird (unter Vorbehalt der Prüfung der Teilnahmeberechtigung) den Teilnehmern, deren Arbeit mit einem Preis ausgezeichnet wird, unmittelbar nach der Entscheidung des Preisgerichts mitgeteilt. Alle anderen werden durch Übersendung des Preisgerichtsprotokolls informiert und der Öffentlichkeit wird die Entscheidung des Preisgerichtes über die Presse bekanntgegeben (GRW 6.1) sowie unter www.stadtentwicklung-berlin.de/aktuell/wettbewerbe mitgeteilt. Die zur Beurteilung zugelassenen Wettbewerbsarbeiten werden mit den Namen der Verfasser, der Mitarbeiter und Sonderfachleute, den Preisen, der Aufnahme in die engere Wahl und dem Preisgerichtsprotokoll öffentlich ausgestellt. Eröffnung, Ort und Dauer der Ausstellung werden den Wettbewerbsteilnehmern und der Presse bekannt gegeben (GRW 6.3).

1.17 Haftung und Rückgabe
Für die Beschädigung oder den Verlust der eingereichten Arbeiten haftet der Auslober nur im Fall nachweisbar schuldhaften Verhaltens (GRW 6.5). Die nicht prämierten Arbeiten von in Berlin ansässigen Teilnehmern können zwei Wochen nach Ende der Ausstellung und unter telefonischer Vorankündigung bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Referat II D, abgeholt werden. Sind Wettbewerbsarbeiten von Berliner Teilnehmern 13 Wochen nach der Ende der Ausstellung nicht abgeholt worden, so geht der Auslober davon aus, dass die betreffenden Teilnehmer das Eigentum an ihren Arbeiten aufgegeben haben und wird dann mit diesen Arbeiten nach seinem Belieben verfahren. Im Übrigen erfolgt die Rücksendung der nicht prämierten Arbeiten von

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Teilnehmern, die nicht in Berlin ansässig sind, nur dann, wenn die Arbeiten in transportgerechter und wiederverwendbarer Verpackung eingereicht wurden.

1.18 Zusammenfassung der Termine
Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen Rückfragen schriftlich Zwischenkolloquium Abgabe der Arbeiten Sitzung des Preisgerichts 15. April 2005 4. Mai 2005 20. Mai 2005 27. Juni 2005 14. Juli 2005

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Teil 2 Situation und Planungsvorgaben 2.1 Lage und Kennzeichnung des Wettbewerbsgebietes
Lage Das Wettbewerbsgebiet liegt im westlichen Bereich des Berliner Zentrums im Bezirk Mitte, Ortsteil Moabit. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Berliner Hauptbahnhof – Lehrter Bahnhof und in fußläufiger Entfernung zum neuen Regierungsviertel. Das Wettbewerbsgebiet ist Bestandteil der Entwicklungsmaßnahme „Hauptstadt Berlin - Parlaments- und Regierungsviertel“.

Abbildung 01: Lage des Wettbewerbgebietes im Stadtraum (Planwerk Innenstadt)

Wettbewerbsgebiet Die Fläche des Wettbewerbsgebietes beträgt 12.945 m². Die zukünftige Parkfläche wird nach Nordwesten durch das 10 m hohe Stadtbahnviadukt begrenzt, nach Osten durch die Straße am ULAP bzw. die geplante Blockbebauung nach der städtebaulichen Konzeption des Architekten Ungers und nach Süden durch die fünf bis sechs Meter höher gelegene Straße Alt-Moabit. Vom ehemaligen ULAP-Gelände führen zwei Unterführungen unter der Straße Alt-Moabit nach Südwesten. Sie sind inhaltlicher Bestandteil der Wettbewerbsaufgabe und damit Teil des Wettbewerbsgebietes. Die Abgeschlossenheit des Geländes, wie sie durch die starken Raumkanten des Viadukts und der Bebauung angelegt ist, wird verstärkt durch den Höhenunterschied zur Straße Alt-Moabit. Vom umgebenden Stadtraum setzt sich das Wettbewerbsgebiet durch diese Raumkanten sowie durch seinen dichten Baumbestand ab.

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Abbildung 02: Wettbewerbsgebiet (Informationsplan 1:1000)

Abbildung 03: Luftbild 2004

Eigentum Das Gelände des Wettbewerbsgebietes befindet sich im Eigentum des Landes Berlin. Die Zuständigkeit für die spätere Unterhaltung liegt beim Bezirk Mitte von Berlin.

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2.2 Historische Entwicklung (Kurzfassung)

Abbildung 04-07: 4 Schwarzpläne von 1940, 1950, 1990, 2010

bis 1710 unbesiedeltes, unfruchtbares Heidegelände vor den Toren der Stadt 1710 Bau des Pesthauses als Vorgänger der heutigen Charité ab 1717 Ansiedlung hugenottischer Familien, die Gartenbau und Seidenraupenzucht betrieben. Errichtung der königlichen Pulverfabrik. 1746 bis 1748 Bau des Invalidenhauses 1845 bis 1848 Bau von Exerzierplätzen und Kasernen wie z.B. der Garde-Ulanen-Kaserne an der Invalidenstraße mit dem nördlich anschließenden Exerzierplatz. ab 1842 Bau der sternförmigen Anlage des Zellengefängnisses an der Invalidenstraße. Verlagerung der Pulvermühle nach Berlin-Spandau. Karl Friedrich Schinkel und Peter Joseph Lenné entwerfen Bebauungspläne für das freigewordene Gelände. Ausbau des Eisenbahnnetzes.

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1846 Errichtung des Empfangsgebäudes des Hamburger Bahnhofes zwischen 1843 und 1859 Anlage des Berlin-Spandauer-Schiffahrtskanals Humboldthafens

sowie

Bau

des

1851 Bau einer hölzernen Eisenbahndrehbrücke (Unterspreerücke) (östlich der heutigen Moltkebrücke) 1865 die hölzerne Brücke wird durch einen schmiedeeisernen fünffeldrigen Brückenneubau mit Backsteinpfeilern für Bahn- und Straßenverkehr ersetzt und 1875 in Moltkebrücke benannt 1858 bis 1865 Bau der Alsenbrücke über Humboldthafen und Spree 1871 Eröffnung des Lehrter Bahnhofes 1879 Eröffnung des „Universum-Landes-Ausstellungs-Parks“ (ULAP) mit einer Gewerbeausstellung 1882 Inbetriebnahme der Stadtbahn auf einem ca. 5,30 m hohen Viadukt und Eröffnung des dem Lehrter Fernbahnhof angegliederten Stadtbahnhofs 1883 Fertigstellung eines Ausstellungspark

neuen

Ausstellungsgebäudes

auf

dem

1883 bis 1886 Entstehung des Packhofes zwischen Hamburger-Lehrter-Güterbahnhofs und Spree 1889 Fertigstellung der Urania mit der ersten Volkssternwarte der Welt zwischen 1939 und 1945 Weitgehende Zerstörung des Lehrter Bahnhofs, der Gebäude des Packhofes, des Ausstellungsgebäudes im Ausstellungspark nach 1945 Abriss einer Vielzahl stadtbildprägender Gebäude aufgrund der Kriegsschäden wie z.B. das Gebäude des Lehrter Bahnhofs, das Zellengefängnis, die Ulanenkaserne, das Gebäude auf dem UniversumLandesausstellungspark und die Gebäude des Packhofes 1961 Bau der Berliner Mauer entlang der Spree, dem Westufer von Humboldthafen und Schiffahrtskanal

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ab 1961 überwiegende Nutzung des Gebietes durch Gewerbetreibende, als Lagerflächen, als Bahnflächen oder Kleingärten. Der Humboldthafen wird nicht mehr als Hafen genutzt 1989 Fall der Berliner Mauer 1991 „Hauptstadtbeschluss Berlin als Parlamentssitz“ mit der anschließend einsetzenden städtebaulichen Umstrukturierung

2.3 Städtebauliche Rahmenbedingungen und Planungsrecht
Planungsvorlauf Mit dem Fall der Mauer und der Entscheidung für Berlin als neue Bundeshauptstadt ergaben sich neue und umfassende Entwicklungsziele für das weitere Umfeld des Wettbewerbsgebietes. Dies war zum einen die verkehrliche Grundsatzentscheidung zum Bau des Berliner Hauptbahnhofs - Lehrter Bahnhof mit dem im Juni 1992 gefassten Beschluss der Bundesregierung zum „Pilzkonzept“ der Deutschen Bahn AG, durch den das historische gewachsene Netz der Radialstrecken nach Berlin wieder hergestellt und durch eine Nord-Süd-Verbindung ergänzt werden soll. Mit diesem Konzept wurde der Berliner Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof im System der Berliner Fernbahnhöfe als zentraler Ziel- und Umsteigebahnhof definiert. Darüber hinaus traf der städtebauliche Wettbewerb „Spreebogen“, dessen Ergebnisse die Grundzüge zur Ansiedlung von Parlament und Regierung südlich der Spree darlegten, wichtige Planungsaussagen zur zukünftigen Struktur des Gebietes (s. Abschnitt 2.4). Flächennutzungsplan Der Flächennutzungsplan Berlin in der Fassung der Neubekanntmachung vom Januar 2004 stellt die Verkehrsanlagen im Zentralen Bereich dar. Das Wettbewerbsgebiet bzw. die Flächen unmittelbar südlich des Stadtbahnviadukts sind als „Sonderbauflächen Hauptstadtfunktion“ dargestellt. Dies entspricht einer hohen Nutzungsintensität und –dichte bestehend aus Wohn- und Mischnutzungen. Landschaftsprogramm Das Landschaftsprogramm (von 1994) und der Flächennutzungsplan sind aufeinander bezogen und ergänzen einander. Die wichtigsten Aussagen zum ULAP-Gelände befinden sich in folgendem Teilplan Erholung und Freiraumnutzung: Das Wettbewerbsgebiet ist als sonstige Fläche außerhalb von Wohnquartieren dargestellt, mit dem Ziel der Erschließung von Freiflächen und Erholungspotential; der Entwicklung von Konzepten für die Erholungsnutzung, der Entwicklung von Wegeverbindungen; der Anlage von Schutzplanzungen bei angrenzenden Wohn- und Erholungsnutzungen.

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Abbildung 08: Ausschnitt aus dem Flächennutzungsplan in der Fassung der Neubekanntmachung vom Januar 2004

Bereichsentwicklungsplanung Am 18.11.2004 wurde von der Bezirksverordnetenversammlung Mitte die Bereichsentwicklungsplanung beschlossen. Das Wettbewerbsgebiet ist in dieser Planung als Grünfläche (entsprechend Zweckbestimmung) dargestellt. Planwerk Innenstadt Nach einer drei Jahre dauernden intensiven und gleichermaßen kontroversen Städtebaudebatte von 1996 an wird das Planwerk Innenstadt als städtebauliches Leitbild und überbezirkliche Planungsvorgabe 1999 vom Berliner Senat beschlossen und hat somit (nach §1 Abs. 5 Nr. 10 BauGB) Bedeutung für die verbindliche Bauleitplanung. Das Planwerk Innenstadt verfolgt unter anderem folgende Ziele: Innenentwicklung vor Außenentwicklung, Wohnen in der Innenstadt / Nutzungsmischung, Qualitätssicherung des öffentlichen Raumes, weitestgehend Vermeidung von Abrissen und Offenlegung stadthistorischer Spuren in Verbindung mit zeitgemäßen Architekturen, Umsetzung politischer Beschlüsse zum Innenstadtverkehr, Stärkung der Innenstadt als Wohnort mit der Möglichkeit der Eigentumsbildung. Für das Gebiet um den Berliner Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof wurde dem Planwerk Innenstadt das städtebauliche Konzept für den Spreebogen von den Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank zugrundegelegt, sowie das städtebauliche Konzept für das Stadtquartier am Berliner Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof der Architekten Ungers (für den Bereich südlich der Invalidenstraße) und des Architekten Dudler (für den Bereich nördlich der Invalidenstraße). Bebauungsplan Für das Areal, in dem sich das Wettbewerbsgebiet befindet, wird der Bebauungsplanentwurf II-201 erstellt, der durch den Beschluss des Senats von Berlin in vier Teilgebiete aufgeteilt wurde. Das Wettbewerbsgebiet liegt

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im Teilbereich II-201a (Berliner Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof). Der vorliegende Plan gibt den Verfahrensstand vom 29.04.1999 wieder. Der Bebauungsplanentwurf II-201a Stand wird derzeit überarbeitet. Aufgrund veränderter Rahmenbedingen haben sich einige Prämissen seit dem Stand von 1999 verändert, die im Folgenden benannt werden. Ein BPlanentwurf, der diese Veränderungen darstellt, liegt noch nicht vor.

Abbildung 09: Bebauungsplan II-201a in der Fassung vom 29.04.1999, Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr

Ein Großteil des Wettbewerbsgebietes wird im Bebauungsplanentwurf als öffentliche Parkanlage festgesetzt, mit Ausnahme einer Fläche vor dem Gebäude MK 6, die als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen ist. Über diese Fläche soll die Erschließung des Gebäudes und der Tiefgarage in Verlängerung der Straße am ULAP gesichert werden. Das im Entwurf von 1999 im Bereich des ehemaligen Landesausstellungsparks ausgewiesene Baudenkmal ist inzwischen aus der Liste genommen worden. Dieser Bereich ist demnach kein eingetragenes Baudenkmal mehr. Entlang der südlichen Kante des Stadtbahnviadukts ist ein fünf Meter breiter Raum in der ausgewiesenen Grünfläche mit einem Geh- und Fahrrecht belegt. Sie dient der Erreichbarkeit der Flächen unter dem Stadtbahnviadukt von Süden bei einer möglichen späteren Nutzung der flächen unter der Stadtbahn. Die eigentliche Ver- und Entsorgung der Grundstücke MK V4 erfolgt jedoch von Norden. Die Pfeiler des Viadukts müssen zur Wartung in den nächsten zehn Jahren frei zugänglich sein. D.h. die Stützen dürfen in dieser Zeit in einem Umfeld von zehn Metern nicht umbaut werden und ihre Zugänglichkeit darf durch mögliche Nutzungen nicht behindert werden. Eine Unterbauung des Viaduktes ist somit frühestens in zehn Jahren möglich. Die in der B-Planentwurfsfassung von 1999 für die Baublöcke am östlichen Rand des Wettbewerbgebietes MK 6 und MK 4 bzw. MK 4E festgesetzte

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Wohnanteil ist in der aktuellen Fassung nicht mehr erforderlich, wodurch eine flexiblere Nutzung möglich wird. Es ist anzunehmen, dass diese Nutzung überwiegend aus Geschäfts- und Dienstleistungseinrichtunge n bestehen wird. Daraus ergibt sich eine Änderung der zu erwartenden Nutzergruppen für das Wettbewerbsgebiet, die sich dann voraussichtlich überwiegend aus den Beschäftigten der Dienstleistungsbetriebe sowie Reisenden bzw. Bahnhofsnutzern zusammensetzen wird. Der in der Fassung von 1999 dargestellte Spielplatz entfällt.

2.4 Freiraumplanerische Rahmenbedingungen
Vom Bezirksamt Mitte von Berlin (Straßen- und Grünflächenamt) wurde für den nördlichen Cityrand von Berlin ein Strategienkonzept zur Fußund Radwegevernetzung erarbeitet (Stand: Dezember 2004). Neben der Aufwertung von Straßenräumen, die eine wichtige Verbindungsfunktion aufweisen, wie z.B. die Invalidenstraße, beinhaltet das Strategienkonzept eine gesicherte Grünverbindung beidseitig der Spree sowie entlang des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals. Die im Plan gekennzeichnete Grünverbindung südlich der Straße Alt-Moabit, die Kastanienrampe, bedarf entgegen der Planzeichnung keinen Klärungsbedarf mehr sondern ist bereits vorhanden.

Strategien nördlicher Cityrand
PankeGrünzug

Vernetzung

Grünzug am Spandauer Schifffahrtskanal/ Fernradwanderweg Berlin-Kopenhagen

!

!
! !
Berliner Mauerweg

!

!

Promenaden an der Spree

Grünverbindungen gesichert mit Klärungsbedarf wichtige Verbindungen im Straßenraum vorhanden Aufwertung erforderlich

M 1:5.000
wichtige Platzflächen wichtige Verknüpfungsknoten ! Handlungsbedarf
Quelle: BA Mitte von Berlin Amt für Umwelt und Natur Straßen- und Grünflächenamt Dez. 2004

Abbildung 10: Strategien nördlicher Cityrand - Vernetzung

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2.5 Aktuelle Vorhaben und Planungen im Umfeld
Städtebauliche Konzepte Das städtebauliche Konzept für den Spreebogen und sein Umfeld ist hervorgegangen aus dem internationalen städtebaulichen Ideenwettbewerb Spreebogen, der 1992/93 durchgeführt wurde. Erste Preisträger waren die Berliner Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank. Der Entwurf und seine Konkretisierungen verortete im Spreebogen einen Park und das „Band des Bundes“. Zwischen Spree und Invalidenstraße sieht es eine verdichtete orthogonale Blockstruktur vor, deren 50 x 60 m große Blöcke durch drei Straßen und zwei fußläufige Blockquerungen gegliedert sind. Wichtige Elemente des Spreebogenkonzeptes, die bis in den vorliegenden städtebaulichen Entwurf weitertransportiert wurden, sind der Bahnhof und seine Lage als quadratischer Baukörper mittig unter dem Stadtbahnviadukt sowie die Spreeuferstraße, die die Ost-WestDurchquerung des Spreebogens ersetzen soll.

Abbildung 11: Städtebauliches Konzept Spreebogen, Schultes und Frank 1993

Im Juli 1994 lobte das Land Berlin mit der Deutschen Bahn AG einen beschränkten städtebaulichen Wettbewerb für das Stadtquartier am Berliner Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof aus. Als Ergebnis des zweiphasigen Wettbewerbes wurden im Dezember 1994 die Arbeiten des Architekten Ungers (für den Bereich südlich der Invalidenstraße) und des Architekten Dudler (für den Bereich nördlich der Invalidenstraße) prämiert. Die städtebauliche Konzeption des Unger-Entwurfes stellt den Bahnhof frei, schafft zwei Bahnhofsvorplätze mit Solitären und bindet dieses Ensemble in die anschließende Blockstruktur ein – das westliche Geschäftsviertel und die östliche Humboldthafenumbauung. Ebenso folgt die Wohnbebauung nördlich der Invaliedenstraße im Norden, wenn auch in Variationen, dem Thema der Blockstruktur. Von Norden über Osten nach Westen entsteht demnach die Abfolge städtebaulicher Themen: Blockstruktur, Arkaden, städtebauliche Objekte, Blockstruktur. Berliner Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof Als bedeutendste und charakterprägende Nutzung des Quartiers gilt die Bahnhofsanlage nordöstlich des Wettbewerbsgebietes – der Berliner Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof. Das Bahnhofsgebäude mit kommerziellen Flächen und zwei markanten Bügelgebäuden mit Büros ist von den Architekten von Gerkan, Marg und Partner entworfen worden. Die Inbetriebnahme des Bahnhofgebäudes ist für Mitte 2006 geplant.

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Abbildung 12: Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof (Projektstudie)

Die Gestaltung der Bahnhofsvorplätze erfolgt durch die Landschaftsarchitektinnen Schwartz / Kiefer, die einen entsprechenden Wettbewerb 1998 für sich entscheiden konnten. Die bauliche Fertigstellung der Bahnhofsvorplätze ist nach 2006 vorgesehen. Der südliche Bahnhofsvorplatz ist durch eine offene und weiträumige Gestaltung geprägt und erhält entlang seiner westlichen Kante eine dreireihige Baumpflanzung. Der Platz ist Durchgangs- und Verbindungsraum zum angrenzenden Humboldthafen, der Spreeuferstraße, dem Spreebogenpark und dem Park am ehemaligen ULAP-Gelände. Darüber hinaus dient der Platz als Aufenthaltsort für Reisende und Besucher. Die Fertigstellung des Alsensteges, der als Fußgängerbrücke vom südlichen Vorplatz über die Spree direkt in den Spreebogenpark führen wird, ist für Mitte 2005 geplant.

Abbildung 13: Entwurf Schwartz / Kiefer südlicher Bahnhofsvorplatz

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Neben dem Bahnhofsgebäude selbst ist das raumwirksame Stadtbahnviadukt Teil der Bahnhofsanlage. Dem Bahnhof zugeordnet und von der Nähe des Regierungsviertels beeinflusst sind Hotels und Dienstleistungseinrichtungen geplant, die in den Solitären nördlich und südlich des Bahnhofes sowie in der Blockbebauung östlich des ehemaligen ULAPGeländes untergebracht werden sollen. Mit einer Realisierung der Blöcke wird erst nach 2006 gerechnet. Auch im Bahnhof selbst und gegebenenfalls unterhalb des Viaduktes sollen Dienstleistungs- und Einzelhandelseinrichtungen in größerem Umfang Raum finden. Insgesamt sind 15.000 m² der insgesamt 70.000 m² Geschossfläche des Bahnhofsgebäudes als Gewerbefläche vorgesehen. Die Blöcke nördlich der Invalidenstraße sind der Wohnnutzung vorbehalten. Kerngebietsnutzung (Büros, Hotels) ist außerdem in den Humboldtkolonnaden (Hafenumbauung). Der Realisierungszeitraum ist ungewiss. Spreebogenpark / Forum / Platz der Republik Im Rahmen des internationalen landschaftsplanerischen Wettbewerbs 1996/97 wurden zwei erste Preise vergeben. Während für den Bereich des inneren Spreebogens, südlich des Humboldthafens zwischen Moltke- und Kronprinzenbrücke, die Schweizer Landschaftsarchitekten Weber + Saurer den Wettbewerbsbeitrag für den Spreebogenpark (1998) entwarfen, war das Berliner Büro Lützow 7 für den Beitrag für den Platz der Republik und das Forum verantwortlich.

Abbildung 14: Ansicht der Spreeuferpromenade, im Hintergrund das Bundeskanzleramt, die Schweizer Botschaft und das Paul-Löbe-Haus

Der Spreebogenpark besteht aus einer großzügigen ebenen Rasenfläche, auf die zwei symmetrische, schräge Rasenebenen gesetzt sind, die in ihrem zentralen Teil das „Landschaftsfenster“ ausbilden, durch welches der Blick vom Park aus auf den Humboldthafen fokussiert wird. Markante Begrenzung gegen Norden sind die exakt formulierten Ränder und Übergänge zur Spree. In diesem Bereich verbinden zwei Gartenteile, der Spurengarten und die Gartenspur, ausgehend vom höchsten Punkt, in gleichmäßigem Gefälle die Ebenen Park und Spreeufer. Diese Abschnitte verstehen sich als wiederaufnehmende Elemente historischer „Funde“ ursprünglicher Bebauung. Vergangenes wird durch einzelne typische Gartenelemente wie duftende Rosenbüsche und Stauden, geschnittene Kleinhecken, Formbäumchen bzw. durch ein Staudenbeet, welches optisch einer Blumenwiese gleicht, thematisiert. Die ehemalige Ladenstraße an der Spree wird zur Uferpromenade entwickelt, die mit ihren Gestaltungselementen sich nahtlos in die sie umgebenden Ufer abschnitte einfügt. Sie erhält eine fußläufig zu nutzende Verbindung in Form des Alsenstegs hinüber zur Spreeuferstraße. Das bestehende Wäldchen im tiefer liegenden nordöstlichen Parkteil bleibt durch entsprechende Ausgestaltung der Randbereiche (Wege, Mauer) erhalten.

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Die Ausgestaltung ist einfach und zugunsten einer einheitlichen und klaren Architektursprache. Die einzelne Baumgruppen, Wäldchen, Wege und Wiesen ermöglichen zudem eine vielfältige Nutzung, wie Spiel und Sport, Konzerte, Sonnenbaden, Ausruhen, geselliges Zusammensein und vieles mehr. Der einfach und klar gestaltete neue Park bildet das Pendant zu den „mächtigen“ Neubauten in der Nachbarschaft. Vom südlichen Bahnhofsvorplatz am Berliner Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof wird bis 2005 eine Fußgängerbrücke über die Spree direkt zum Spreebogenpark realisiert. Der Spreebogenpark wird im Sommer 2005 eröffnet.

Abbildung 15: Platz der Republik

Der Platz der Republik reagiert auf die städtebauliche Figur der neuen Regierungsbauten und des Reichstagsgebäude im Spreebogen als eine offene, grüne Anlage. Er vermittelt zwischen dem landschaftlichen Raum des Tiergartens und dem städtischen Gefüge der Bundesbauten und der strengen Baumreihen der Paul-Löbe-Allee. Durch die Weitläufigkeit des Platzes, wobei die Bosquets die innere Rasenfläche der Platzanlage definieren, kann er zudem seiner Funktion als politischer und kultureller Versammlungsort gerecht werden. Unmittelbar vor der Westfassade und der dazugehörigen Treppenanlage des Reichstages befindet sich ein befestigter Bereich, der durch wieder

Abbildung 16: Forum

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verwendete Charlottenburger Gehwegplatten, die in der Form von sich zum Reichstag hin verdichtenden Plattenbändern verlegt sind, ausgestattet ist. An die Straßenräume anschließend befinden sich in der Ergänzung der Gehwege großzügige Promenadenflächen mit Tennenbelag. Das Forum in seiner Lage zwischen dem Kanzleramt und Paul-LöbeHaus nimmt deutlichen Bezug auf die Proportionen und Materialien der Gebäude. Bewusst entsteht ein Kontrast zwischen den an den nördlichen und südlichen Enden des Platzes gepflanzten Baumhainen und der leichten Verschiebung des Pflanzrasters, bestehend aus Acer rubrum, zu den exakten Baumreihen der Otto-von-Bismarck-Allee und der PaulLöbe-Allee. Der Bodenbelag wird bestimmt durch das Thema der Reihung durch den Wechsel von Plattenbelag und Rasenstreifen. Als besonderes Gestaltungselement geben spielerisch wirkende Wasserwände einen Gegenpol zu den monumentalen Bauten des Regierungsviertels ab. Moabiter Werder Auf der südlichen Straßenseite der Straße Alt-Moabit, direkt gegenüber vom ehemaligen Eingangsbereich zum ULAP-Gelände, befindet sich ein kleines, zweigeschossiges, freistehendes Gebäude (erbaut 1896), das als Kutscherkneipe genutzt wurde. Heute befindet sich dort der Restaurantbetrieb „Paris-Moskau“. Durch sein ländlich anmutendes Fachwerk setzt es sich von der sonst üblichen Bebauung des Gebietes ab. Der gesamte Stadtraum südlich der Straße Alt-Moabit bis zur Paulstraße wird durch die Uferpromenaden entlang der Spree und vor allem durch die beiden doppelten Baumalleen (Ingeborg-Drewitz-Allee und JoachimKarnatz-Allee) geprägt. Die doppelten Baumreihen sind Teil der städtebaulichen Figur des Entwurfes von Charlotte Frank und Axel Schulte, die das Band des Bundes als markanten grünes Freiraumelement begleitet und die Stadträume über die Spree hinweg miteinander verbindet. Südlich der Straße Alt-Moabit erstreckt sich entlang der Spree der sogenannte Moabiter Werder, der bis zum Ende des 2. Weltkrieges Bestandteil des Hamburg-Lehrter-Güterbahnhofes war. Für die städtebauliche Ordnung der Baufelder bis zum Kanzlerpark (Bebauungsplan II-200g), ist im Oktober 1998 ein Gutachterverfahren abgeschlossen worden. Als Ergebnis wurde das Architekturbüro Assmann, Salomon und Scheidt aus Berlin mit der Überarbeitung ihres Entwurfs beauftragt. Die Idee des Entwurfes ist es, eine „solitäre Struktur“ zu entwickeln. Es entstehen zwei kompakte, parallel zum Bahnviadukt angeordnete Baufelder, auf denen sich Baukörper und Freiräume zugleich blockartig und offen entwickeln. Mit Ausnahme der Feuerwache, die bereits fertiggestellt wurde, ist die Realisierung dieser geplanten Nutzungen und der Zeitpunkt ungewiss. Aktuell ist die Fläche des nördlichen Baufeldes (heute Busparkplatz der Bundesregierung) in der Diskussion als potentieller Standort für das Bundesinnenministerium. Eine Entscheidung für diesen Standort der Bundesregierung hätte direkte Auswirkungen auf die Frequentierung des Passantenaufkommens im Wettbewerbgebiet in Richtung Berliner Hauptbahnhof – Lehrter Bahnhof. Zwischen den Baufeldern liegt die historische „Kastanienrampe“, die von der Straße Alt-Moabit kommend auf das Band des Bundes, in die mit vier Reihen Spreeeichen (Quercus palustris) bepflanzte Ingeborg-DrewitzAllee mündet.

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Von der Ingeborg-Drewitz-Allee führt eine für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Fußgängerbrücke über die Spree zum Kanzleramt. Südlich der Ingeborg-Drewitz-Allee liegt der Kanzlerpark, vis-a-vis vom Kanzlergarten am anderen Spreeufer. Auch wenn Kanzlergarten und Kanzlerpark nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind, so stellt der Kanzlerpark durch vielfältige Blick- und Wegebeziehung ein wichtiges Bindeglied zu den angrenzenden Räumen dar (Landschaftsarchitekten: Lützow 7). Auf der seit Ende des 2. Weltkrieges nur noch als Stadtbrache vorhandenen Fläche des Park auf dem Moabiter Werder wurde in den 90er Jahren ein landschaftsarchitektonische Wettbewerb für die später nicht statt gefundene Bundesgartenschau 1995 durchgeführt, der vom im Jahre 1998 verstorbenen Schweizer Landschaftsarchitekten Dieter Kienast gewonnen wurde. Später wurde aufgrund der veränderten städtebaulichen Rahmenbedingungen, vor allem durch den Umzug der Regierung nach Berlin, eine grundlegend neue Freiraumgestaltung nötig, die von Günther Vogt (Partner von Kienast) weiter entwickelt wurde.

Abbildung 17: Promenade, Park auf dem Moabiter Werder

Hauptmerkmal des Entwurfes ist die großstädtische Promenade, an die sich großzügige Grünflächen anschließen, die sich im Frühjahr als bunte „Blütenteppiche“ darstellen und auf denen sich unterschiedliche Themeninseln befinden. Zudem ist der Park mit seiner vielfältigen Pflanzenverwendung bewusst auf gärtnerische Gestaltung fokussiert, welche innerhalb der in die Grünflächen eingefügten Gartenflächen durch jahreszeitliche Wechsel in Form, Farbe und Struktur ihre Ausprägung erfährt. Die Promenade erhält zusätzlich begleitet von vierreihigen Baumpflanzungen einen besonderen Charakter durch variierende Baumarten und Länge der Baumzeilen, die für ständige Lichtwechsel sorgen. Des Weiteren bestechen die speziell ausgesuchten und für Promenaden außergewöhnlichen Baumarten (Kirschen, Magnolien, Eisenholzbaum, Amberbaum, japanischer Schnurbaum) in den ihnen typischen Zeiträumen durch besondere Effekte.

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Abbildung 18: Park auf dem Bundespräsidentendreieck

Weitergeführt wird die Gestaltung über die Paulstraße in den Park auf dem Präsidentendreieck, der ebenfalls vom Schweizer Büro Kienast Vogt und Partner entworfen wurde. Auch hier korrespondieren Baumbestand (zumeist aus Altbaumbeständen des ehemaligen Parkplatzes) und die üppige Pflanzenverwendung miteinander und bilden Themeninseln weitere besondere Attraktionen.

Abbildung 19: Planungen für die Hauptstadt, 10 Jahre Hauptstadtbeschluss

Westlich und südlich des Kanzlerparks schließt ein Baukomplex mit ca. 750 Wohnungen für Angehörige des Bundestages und Bundesbedienstete an, der in zwei Baufiguren geteilt ist (Städtebaulicher Architekt Georg Bumiller). Westlich des Kanzlerparks liegen vier Atriumhäuser (Architekt: Urs Müller), mit vier bis acht Geschossen. Sie bilden den axialen westlichen Abschluss des „Band des Bundes“. Der südliche Baukörper, die „Schlange“ (Architekten Georg Bumiller, Kopfbauten Architekt Pampe),

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ist ca. 320 Meter lang und in der Höhe kontinuierlich ansteigend - von fünf Geschossen im östlichen Teil bis zu acht Geschossen im westlichen Teil. Auf den Baufeldern östlich der Kastanienrampe, dem Gelände des ehemaligen Hauptzollamtes, ist der Bau des Polizeiabschnitts 35 und der Feuerwache für das Parlaments- und Regierungsviertel bereits abgeschlossen (Architekten: Büro Sauerbruch und Hutton, Berlin). Der bestehende Altbau wurde in das Neubauvorhaben integriert. Der Altbau nimmt den Haupteingang zum Polizeiabschnitt auf und ist durch einen ebenerdigen Fußgängersteg mit der Straße Alt-Moabit verbunden. Der Altbau ist im Westen durch ein dreigeschossiges „glattes Glasobjekt“ mit einer fließenden Farbgestaltung in Rot und Grün ergänzt.

Abbildung 19a: Polizeiabschnitt 35 und Feuerwache

Moabit Auf der dem Wettbewerbsgebiet gegenüberliegenden nordwestlichen Seite des Stadtbahnviaduktes liegt Moabit, ein Stadtteil mit ca. 75.000 Einwohnern. Die „Insel Moabit“ ist durch die Wasserstraßen Spree, BerlinSpandauer Schifffahrtskanal, Westhafenkanal und Charlottenburger Verbindungskanal vollständig umschlossen. Die trennende Wirkung der Wasserläufe wird im Norden und Osten durch ausgedehnte Bahnanlagen und den Westhafen noch verstärkt. Im Süden, im Bereich des Moabiter Werder und des neuen Hauptbahnhofs-Lehrter Bahnhof wird die frühere Barrierewirkung der ehemaligen Bahnflächen durch die schon weitgehend vollzogene und in der nächsten Zeit noch stattfindende Umstrukturierung zu Baugebieten und öffentlichen Räumen beseitigt sein. In diesem Rahmen soll auch das Wettbewerbsgebiet einen Beitrag zur besseren Vernetzung Moabits mit seinem Umfeld leisten. Die entscheidende Entwicklungsphase Moabits lag im ausgehenden 19. Jahrhundert nach der Reichsgründung, mit der damit einhergehenden Industrialisierung und dem Bau von Mietskasernen für die rasch expandierende Hauptstadt. Als ehemaliger Arbeiterstadtteil, der nach der Teilung Berlins in eine Randlage geriet, haben zumindest die im Umfeld des Wettbewerbsgebietes liegenden Bereiche Moabits nach dem Fall der Berliner Mauer durch die Nähe zum historischen Zentrum, zum Parlaments- und Regierungsviertels sowie zum künftigen Hauptbahnhof heute wieder eine höhere Lagegunst erhalten. Unmittelbar nordwestlich des ehemaligen ULAP-Geländes bzw. des Viaduktes, südlich der Invalidenstraße, befinden sich große solitäre

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Gebäude von Landesanstalten der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales sowie der Staatsanwaltschaft. Im näheren Einzugsbereich des Wettbewerbsgebietes befinden sich zwei Wohngebiete, die zwar überwiegend schon außerhalb eines 250 m-Radius um das ULAP-Gelände liegen, der für Wege zu kleinen wohnungsnahen Grünanlagen üblicherweise in Kauf genommen wird, deren Bewohner aber doch grundsätzlich als Nutzer des Wettbewerbsgebietes in Betracht kommen. Zum einen ist dies die nördlich der Invalidenstraße im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus von 1976 bis 1981 errichtete Heinrich-Zille-Siedlung, die vom Architekten Volker Theißen entworfen wurde. Die Siedlung gehört zu einem statistischen Gebiet, das ein sehr hohes Wanderungsvolumen, hohe Arbeitslosigkeit und eine sehr hohe Sozialhilfedichte verzeichnet. Gemessen am Berliner Durchschnitt leben hier leicht überdurchschnittlich viele Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, der Anteil der Bewohner über 64 Jahre ist leicht unterdurchschnittlich. Der Ausländeranteil liegt mit mehr als 30% erheblich über dem Berliner Mittelwert von 13,3%. Mit 1,3% überwiegt der männliche Anteil der melderechtlich registrierten Einwohner leicht gegenüber dem Frauenanteil. Das zweite Wohngebiet, ein mit zahlreichen Nachkriegsbauten durchsetztes gründerzeitliches Mietskasernenquartier, wie es für Moabit typisch ist, liegt südwestlich davon zwischen der Lüneburger Straße und der Straße Alt-Moabit. Das statistische Gebiet, zu dem dieser Bereich gehört, weist ein geringes Wanderungsvolumen sowie eine durchschnittliche Arbeitslosigkeit und Sozialhilfedichte auf. Im Berliner Vergleich leben hier leicht unterdurchschnittlich viele Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Bewohner über 64 Jahren. Der Ausländeranteil liegt hier zwischen 20 und 30%. Unerheblich ist der um 0,6% erhöhte Anteil an Männern gegenüber dem Frauenanteil der melderechtlich registrierten Einwohner. Geschichtspark Zellengefängnis Auf dem Gelände des ehemaligen Zellengefängnisses gelegen, entsteht zurzeit der Geschichtspark Zellengefängnis (Landschaftsarchitekturbüro Glaser-Dagenbach). Er grenzt unmittelbar an den Kreuzungsbereich Invalidenstraße / Lehrter Straße. Im Norden wird er begrenzt durch die ehemaligen Beamten-Wohnhäuser, die mit der Mauer die noch verbliebenen Reste des ehemals modernen Zellengefängnisses darstellen. Neben seiner Bedeutung als geschichtliche Freifläche dient der Geschichtspark auch als Quartierspark und Grünverbindung und als ökologische Ausgleichsfläche in unmittelbarer Nähe zum Lehrter Bahnhof. Östlich angrenzend ist der Döberitzer Grünzug in Verlängerung der Döberitzer Straße nördlich der B96 und der Bahntrasse ebenfalls als Freifläche mit ökologischer Ausgleichsfunktion geplant. Eine Gestaltungskonzeption existiert bisher allerdings noch nicht. Freiraumnutzung / Freiraumsystem Die Freiraumnutzung orientiert sich an der baulichen Nutzung und resultiert darüber hinaus aus den jeweils besonderen Eigenarten der Räume. Der südliche Bahnhofsvorplatz ist als Aufenthalts- und Bewegungsfläche der Bahnhofsanlage zuzurechnen, so auch der Hafenplatz im Norden des Hafenbeckens. Der nördliche Bahnhofsvorplatz dient primär der

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An- und Abfahrt von Reisenden. Der Geschichtspark Zellengefängnis nördlich der Invalidenstraße wird dem Quartier Heidestraße angegliedert. Die Freiräume an der Spree erhalten ihre Bedeutung durch ihre übergeordnete Verbindungsfunktion. Von der Fußgängerbrücke am südlichen Bahnhofsvorplatz gelangt man über den Spreebogenpark zum Forum am Kanzleramt sowie den Platz der Republik bis zum Berliner Tiergarten. Der Versorgung der im Abschnitt Moabit beschriebenen beiden Wohngebiete mit wohnungsnahen Grünanlagen dienen der Fritz-Schloss-Park für die Heinrich-Zille-Siedlung sowie der Carl-von-Ossietzky-Park für das Gebiet um die Werftstraße. Es ist davon auszugehen, dass das Wettbewerbsgebiet überwiegend den Beschäftigten aus dem angrenzenden Quartier sowie ortskundigen Bahnhofsnutzern als Aufenthaltsort dienen wird, obwohl es gut an das übergeordnete Freiraumsystem angebunden ist. Durch die Unterführungen unter der Straße Alt Moabit wird das Wettbewerbsgebiet mit dem gesamten Bahnhofsquartier an das Freiraumsystem des Moabiter Werders und die Promenaden an der Spree angebunden. Damit ist es bereits heute möglich, das Bahnhofsquartier von der Jannowitzbrücke im Osten oder dem Schlosspark Charlottenburg im Westen an der Spree mit dem Rad oder zu Fuß zu erreichen. Ausstattungselemente in der Umgebung Im Rahmen der Bebauung im Bereich Regierungsviertel und Lehrter Bahnhof haben sich die bisher verwendeten Ausstattungselemente im Freiraum sowohl aus funktionaler als auch aus ästhetischer Sicht ebenso bewährt wie die verwendeten Materialien.

Abbildung 20: Absperrpoller aus Aluminium, anthrazitfarben, der Firma Hahne und Lückel in der Willy-Brandt-Str., feststehend

Abbildung 21: Papierkorb (Firma Fuchs, Inhalt 30 l, Farbe DB 703), Spreeuferpromenade

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Abbildung 22: Bänke (Kong-Design, Modell 881 mit Lehne) und Parkleuchte (Aufsatzleuchte für den Außenbereich von apLux/Konus), Bundespräsidentendreieck

Abbildung 23: Asphaltweg mit Granitabstreu, Granitplattenband, Tennenweg mit Granitabstreu, Uferpromenade Moabiter Werder

Abbildung 24: Granit-Pflasterplatte, Uferpromenade am Packhof

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Abbildung 25: Straßenleuchte

Abbildung 26: Parkleuchte

Beleuchtung Die Beleuchtung des Lehrter Stadtquartiers erfolgt mit 5 m hohen Straßenleuchten (Mastleuchten des Typs „Friedrichstadt“ mit einfacher Aufsatzleuchte). Die Parkleuchten sind Aufsatzleuchten für den Außenbereich von apLux/Konus.

2.6 Verkehr, öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)
Kfz-Verkehr Die Haupterschließung des motorisierten Verkehrs im Umfeld des Wettbewerbsgebietes erfolgt über die Straße Alt-Moabit, die Spreeuferstraße und die Invalidenstraße. Erhöhten Durchgangsverkehr nimmt vor allem die Invalidenstraße als Hauptverkehrsstraße auf. Die übrigen Straßen sind Erschließungsstraßen bzw. Anliegerstraßen oder im Bebauungsplanentwurf als verkehrsberuhigter Bereich bzw. Fußgängerbereich ausgewiesen. Östlich des Wettbewerbsgebietes verläuft die Bundesstraße B 96, die zwischen dem Reichpietschufer im Süden und der Heidestraße im Norden als Tunnel geführt wird. Die B 96 ist Teil des Innenstadtringes, der den NordSüd-Verkehr durch die Stadt leiten soll. An der Invalidenstraße, nordwestlich des Bahnhofsgebäudes, liegt die Öffnung einer Anschlussstelle des Straßentunnels, eine weitere mündet nördlich in die Heidestraße. Die B 96 wird künftig einen Teil des oberirdischen Durchgangsverkehrs im Umfeld des Wettbewerbsgebietes aufnehmen und die entsprechenden Straßen damit entlasten. Fern- und Regionalbahn / S- und U-Bahn Der Berliner Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof bildet das Herzstück des neuen Berliner Bahnhofskonzeptes und zugleich einen zentralen Umsteigeknoten innerhalb des Berliner Öffentlichen-PersonenNahverkehrs (ÖPNV). Es wird prognostiziert, dass ca. 100.000 Personen täglich am Berliner Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof umsteigen werden (Fern- und Nahverkehr). Mit dem Zielhorizont 2015 wird für die Regional-

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und Fernbahn mit einem Aufkommen von ca. 500 Zügen, für die S-Bahn von ca. 800 Zügen und für die U-Bahn von ca. 1000 Zügen gerechnet. Im unterirdischen Bahnhof halten die Züge der Nord-Süd-Trasse der Fernbahn. Daneben soll hier mittelfristig die U-Bahn-Linie 5 halten (angestrebt ist 2012), die vom Alexanderplatz her verlängert und bis zum Bahnhof Jungfernheide weitergeführt werden soll, sowie die in Aussicht genommene S-Bahnlinie 21. Kurzfristig ist der Bau der U-Bahn-Linie 55 vorgesehen, die zunächst bis zum Pariser Platz geführt wird und später an die Straße Unter den Linden, die Rathausstraße und den Alexanderplatz angeschlossen werden soll.

Abbildung 27: Übersichtsplan ÖPNV im Bereich Lehrter Bahnhof

Straßenbahn Auf der Höhe des nördlichen Bahnhofsvorplatzes wird in der Invalidenstraße eine Endstelle von 4 Straßenbahnlinien liegen. Die Trasse auf der Invalidenstraße wird zunächst bis zur Straße Alt-Moabit verlängert und erhält eine Straßenbahnaufstellfläche nördlich des Viadukts. Eine Anbindung der Straßenbahn nach Westen an den U-Bhf. Turmstraße ist langfristiges Ziel. Busverkehr Bushaltestellen sind insbesondere am nördlichen Bahnhofsvorplatz vorgesehen. Weitere werden östlich des Bahnhofs sowie an der Spreeuferstraße liegen. Ruhender Verkehr Zur Vermeidung einer zusätzlichen Belastung der umliegenden Straßen durch ein erhöhtes Ziel- und Quellverkehrsaufkommen in Folge der baulichen Verdichtung des Areals wird die Zahl der Stellplätze beschränkt. Ebenso wird derzeit die Effizienz einer Parkraumbewirtschaftung untersucht. Der Großteil der Stellplätze für den Berliner Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof soll von einer Tiefgarage aufgenommen werden, die zwischen Bahnhofsgebäude und Solitär unter dem südlichen Bahnhofsvorplatz

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liegt. Sie wird erschlossen über eine Doppelzufahrt unter dem Viadukt an der Straße am ULAP sowie über einen unterirdischen Anschluss an den Straßentunnel B 96. Die Kurzzeitparker, in der Regel „Kiss & Ride“, werden am nördlichen Bahnhofsvorplatz konzentriert. Für die Gebäude des Stadtquartiers östlich des Wettbewerbsgebietes sollen die Stellplätze in Tiefgaragen unter den Gebäuden nachgewiesen werden. Es liegen zurzeit noch keine konkreten Planungen vor, so dass über die abschließende Lage der Zufahrten keine Aussage gemacht werden kann, vorgesehen ist jedoch eine Erschließung des Baufeldes MK 6 von Westen. Taxi-Stellplätze Im Bereich unterhalb des Viadukts, westlich des Bahnhofgebäudes ist eine Taxiaufstellfläche geplant, die von der westlichen Bahnhofstraße erschlossen wird. Von dort fahren die Taxis zum Taxi-Abfahrtbereich direkt nördlich und südlich des Bahnhofgebäudes. Fußgänger und Radfahrer Die höchsten Fußgänger-Verkehrsströme in und um den Berliner Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof werden im Bereich des nördlichen Vorplatzes und im Bereich südöstlich des Hauptgebäudes erwartet, denn dort liegt die Mehrzahl der Haltestellen von Straßenbahn und Bussen bzw. die Taxivorfahrt. Der südliche Bahnhofsvorplatz dient neben einer Taxivorfahrt dagegen einerseits als Aufenthaltsort und bietet anderseits durch eine neue Fußgängerbrücke über die Spree eine fußläufige Verbindung zum Regierungsviertel. Entlang der Spreeuferstraße sind in beiden Fahrtrichtungen Radverkehrsanlagen geplant, in die Straße Alt-Moabit sind bereits Radwege integriert. Wasserwege Die Spree, der Humboldthafen und der Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal sind Teil des Berliner Wasserwegenetzes. Es steht im Mittelpunkt der Märkischen Wasserstraßen, die die beiden großen Stromgebiete der Elbe und der Oder miteinander verbinden. Von Bedeutung sind auf diesen Gewässern vor allem die Frachtschifffahrt und die Fahrgastschifffahrt. Auf der Spree herrscht reger Ausflugsverkehr: in unmittelbarer Nähe der Kongresshalle befinden sich zwei Anlegestellen der Fahrgastschifffahrt, eine weitere ist direkt am neuen südlichen Bahnhofsvorplatz angedacht und eine am Spreebogenpark. Auch für den Humboldthafen wird erwogen zukünftig eine Anlegestelle für Ausflugsdampfer, Museumsdampfer oder ähnliches einzurichten.

2.7 Das Wettbewerbsgebiet
Raumkanten und Höhenentwicklung Das Wettbewerbsgebiet wird nach Fertigstellung der östlich gelegenen 7-geschossigen Blockbebauung (max. Traufhöhe 22 m und max. Dachoberkante 30 m) nach allen Seiten durch deutliche Raumkanten begrenzt sein. Das 10 m hohe Viadukt entlang der nordwestlichen Grenze wird mittel-

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fristig (mindestens 10 Jahre) aufgrund der ungehinderten Wartung der Stützen keine seitliche Schließung erhalten. Die Pfeiler müssen gewartet, justiert und ggf. ausgetauscht werden, um Absenkungen im Boden auszugleichen. Insbesondere im Zusammenhang mit den geplanten Baumaßnahmen des benachbarten Stadtquartiers ist mit Absenkungen des Bodens zu rechnen. Dazu ist eine Fläche von 10 m um jede Stütze freizuhalten. Gegebenenfalls ist davon auszugehen, dass eine seitliche Abdeckung selbst nach Ablauf von 10-15 Jahren nicht möglich sein wird. Die Nutzung der Flächen unterhalb des Viadukts für Dienstleistungs- und Einzelhandelseinrichtungen ist daher ungewiss. An der nordöstlichen Kante des Viadukts verläuft parallel die geplante Straßenbahntrasse bzw. Aufstellfläche, deren Bau voraussichtlich 2009 abgeschlossen sein wird. Um den Anschluss an die 6 m höher gelegene Straße Alt-Moabit zu erreichen, wird sich die hintere Begrenzung des Viadukts vom ehemaligen ULAP-Gelände aus betrachtet als eine ansteigende Stützwand bzw. Straßenbahntrasse darstellen.

Abbildung 28: Raumkanten

Entlang der östlich angrenzenden Erschließungsstraße sind das ehemalige ULAP-Gelände und Straßenland niveaugleich. Die Straße ist bereits fertiggestellt. Lediglich die Gehwegbeläge sind provisorisch ausgeführt und werden erst nach der Bebauung in den Endzustand versetzt. Jenseits dieser Straße schließt die geplante 7-geschossige Blockbebauung an. Es wird nicht vor 2006 / 2007 mit Baubeginn gerechnet. Vermutlich wird nach Fertigstellung und Inbetriebnahme des Berliner Hauptbahnhofs - Lehrter Bahnhof im Jahr 2006 die Nachfrage an Dienstleistungs- und Einzelhandelseinrichtungen steigen und dadurch die weiteren baulichen Entwicklungen im Umfeld des Berliner Hauptbahnhofs - Lehrter Bahnhof vorantreiben. Dann sollen in einer ersten Bauphase die östlichen Blöcke zum Bahnhofsvorplatz realisiert werden, in einer zweiten Bauphase die Blöcke zum Park hin. Es wird von Büro- und Hotelnutzungen ausgegangen. Die Grundstückeigentümerin Vivico ist an einer Zwischennutzung der Baufelder interessiert. Es könnten z. B. dort repräsentative Veranstaltungen

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stattfinden. Die südliche Begrenzung des ehemaligen ULAP-Geländes wird durch die 6 m höher gelegene Straße Alt-Moabit markiert. Das Geländegefälle wird mittig durch die Rudimente der historischen Treppenanlage bzw. durch eine ca. 20 m breite ansteigende Böschung aufgefangen. Im Südwesten allerdings besteht ein etwa 40 m tiefer und 10 m breiter Raum, der mit Ausnahme seines Zuganges von Norden her, von allen Seiten mit Mauern bzw. baumbestandenen Böschungen umgeben ist. Durch die räumliche Gesamtsituation erhält das Wettbewerbsgebiet den Charakter einer vegetationsgeprägten Enklave, die sich deutlich von ihrem städtischen Umfeld abhebt. Zugänge / Erschließung Zugangsmöglichkeiten zum Gelände bestehen entlang der Erschließungsstraße im Osten des Wettbewerbsgebietes. Nach Süden, zum Moabiter Werder hin, wird das Gelände durch zwei bestehende Unterführungen angeschlossen. Beide Unterführungen dienten ehemals dem Schienenverkehr. Die Innenwände der Unterführungen bestehen aus Sichtklinker in rot und sandgelb, der Bodenbelag aus Sand. Die schmalere Unterführung im Südwesten führt auf eine Wegeverbindung zur Ingeborg-Drewitz-Allee bzw. den Kanzlerpark. Hier wird ein befestigter Fußweg kurzfristig realisiert werden. Ein weiterer Zugang besteht von der Straße Alt-Moabit aus, dem ehemaligen Haupteingang mit Treppenanlage zum Ausstellungsgelände. Nordwestlich des ehemaligen Haupteingans befindet sich eine abgesperrte Metalltreppe zur Erreichbarkeit des Brückenbauwerks durch Wartungspersonal. Diese verfügt nur über eine befristet Baugenehmigung und wird mit Fertigstellung des Parks rückgebaut.

Abbildung 29: Zugänge

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Historische Spuren Als Überreste des ehemaligen Ausstellungsgeländes sind heute noch Rudimente der Freitreppe (9,60 m breit und 20 m lang) mit Teilen der Balustrade erhalten. Von der ursprünglichen Einfriedung, bestehend aus einer Mauer mit schmiedeeisernem Zaun, sind nur noch Mauerreste vorhanden. Die beiden Kartenhäuschen rechts und links des Treppenzugangs sind bis auf die Fundamente zerstört. Der Bodenbelag im Eingangsbereich bestand aus Mosaikpflaster, dessen Reste teilweise noch erkennbar sind. Die zwei Löwenskulpturen wurden 1985 im Hof des Deutschen Technikmuseums aufgestellt. Von Frühjahr 2005 an sollen diese im Museum als Bestandteil der Luftfahrtausstellung integriert werden. Es ist anzunehmen, dass die Balustrade, die Stufen der Treppenanlage und die Löwenskulpturen aus dem Jahre 1882 stammen. Der Zustand der handwerklich durchaus aufwändig hergestellten Treppenanlage stellt sich in seinem historischen Kontext und aufgrund dem sich in den Fugen entwickelten Gehölzaufwuchs, der die Stufen der Treppenanlage an einigen Stellen durch sein Wurzelwerk doch erheblich angehoben und teils zerstört hat, als wertvoll und erhaltenswert dar. Allerdings kann sie in diesem momentanen Zustand nicht zur öffentlichen Zugänglichkeit freigegeben werden. Darüber hinaus hat ein natürlicher Verwitterungsprozess eingesetzt, der die aus Sandstein bestehenden Stufen in Mitleidenschaft gezogen hat (s. Fotos im Anhang). Eine Wiederherstellung wäre sicherlich verbunden mit aufwendigen Baumaßnahmen im gesamten Bereich der Böschung, doch nicht zuletzt würde die Wiederherstellung bzw. Verwendung der Treppe und der Balustrade auch ein Stück handwerklicher Qualität erhalten, die heute nicht mehr ohne weiteres zu bekommen ist.

Abbildung 30: Lage der Ausstellungshalle und Rudimente der historischen Nutzung

Baumbestand / Vegetation Das ehemalige ULAP-Gelände ist innerhalb des zukünftigen Stadtquartiers der einzige Bereich, der einen größeren, zusammenhängenden Altbaumbestand aufweist. Die Vegetation hat sich durch die seit langem aufgegebene Nutzung und damit eingestellte Pflege spontan entwickelt und

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einen waldähnlichen Charakter angenommen. In der ersten Baumschicht der älteren und höchsten Bäume finden sich vor allem Ahorn (Acer platanoides), Robinien (Robinia pseudoacacia) und Ulmen (Ulmus spec.) die zwischen 70 und 80 Jahre alt sind. In dieser ersten Baumschicht befinden sich auch einzelne Lindenreihen (Tilia cordata), deren Pflanzung noch auf die Gestaltung des Ausstellungsgeländes vor mehr als hundert Jahren zurückgeht. In der zweiten Baumschicht hat sich überwiegend Ahorn mit einzelnen Robinien ausgebreitet. Ihr Alter wird auf ca. 30 Jahre geschätzt. Sträucher finden sich im Unterwuchs nur vereinzelt. Die Krautschicht wird bestimmt von Efeu (Hedera helix), Brennessel (Urtica dioica), Clematis (Clematis vitalba), Sternmiere (Stellaria spec.), Schwarznessel (Ballota nigra) und Zierpflanzen wie der Mahonie (Mahonia aquifolium). Ein Großteil der vorhandenen Gehölze im Wettbewerbsgebiet fällt unter die Berliner Baumschutzverordnung (s. Abbildung unten). Mit einem hohen Anteil an Totholz sind insbesondere einige der alten Linden sanierungsbedürftig. Eine Vitalitätseinschätzung des schützenswerten Baumbestandes erfolgte im März 2005 nach der Methode von Roloff (2001). Ebenso wurde eine Kontrolle der Bruch- und Standsicherheit nach einer vom Institut für Baumpflege in Hamburg entwickelten Vorgehensweise, die in der kommunalen Baumkontrolle zur Verkehrssicherheit in Hamburg angewendet wird, durchgeführt. Dieses Gesamtgutachten zur Baumkontrolle der Gruppe F mit Plan und Tabelle liegt in digitaler Form vor (s. Pkt. 1.9).

Abbildung 31: geschützter Baumbestand

Katakomben Im Zuge des Brückenbauwerks der Straße Alt-Moabit, zwischen den zwei Unterführungen, befinden sich die „Katakomben“. Da die Katakomben Teil des Brückenbauwerks der Straße Alt-Moabit sind, sind aus Sicherheitsgründen nur solche Nutzungen denkbar, die über keine hohen Brandlasten verfügen. Zugangsmöglichkeiten bestehen über eine Tür in der nördlichen Stützwand des Brückenbauwerks Alt-Moabit, sowie an den

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Abbildung 32,33: Fotos der Katakomben

Abbildung 34: Katakombenplan

zwei seitlichen Stützwänden der Kastanienrampe unmittelbar südlich der Straße Alt-Moabit. Die Flächengröße der Katakomben beträgt etwa 1.200 m², die der beiden Unterführungen 1.320 m² (südwestliche Unterführung) und 390 m² (südöstliche Unterführung). Nutzungen heute Vom 13. Juni bis 25. Juli 2004 fand auf den gehölzfreien und ebenen Flächen des Geländes sowie auf den angrenzenden Baufeldern das 2. internationale Sandskulpturenfestival statt. Unter dem Thema „Elemente“ nahmen 10 internationale Künstler an diesem temporären Event teil und präsentierten der Öffentlichkeit bis zu 12 Meter hohe Sandskulpturen. Das temporäre Event Sandsation ist auch für 2005 in Vorbereitung. Darüber hinaus wird das ehemalige ULAP-Gelände heute lediglich vereinzelt von ortskundigen Bewohnern als unwegsame Abkürzung zu angrenzenden Flächen genutzt. In den gehölzgeprägten Bereichen hat sich eine große Menge an Müll und altem Hausrat angesammelt.

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2.8 Umweltbedingungen
Geologie und Boden Das Planungsgebiet liegt in der Schmelzwasserrinne des von Südosten nach Nordwesten orientierten jungzeitlichen Warschau-Berliner Urstromtals. Die Spree lässt den Verlauf der Hauptabflussrinne zwischen den Hochflächen des Barnim im Norden und des Teltow im Süden erkennen. Auch das System kleiner Schmelzwasserrinnen ist heute noch ungefähr nachvollziehbar, in der Umgebung des Wettbewerbsgebietes z.B. anhand des Verlaufs von Panke, Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal und Humboldthafen. Im Verlauf der eiszeitlichen Entwicklung wurden in der Spreeniederung ausgedehnte Talsande abgelagert. Die zum Teil von Geschiebemergel unterlagerten Sande sind schwach humos bis kiesig. Der Boden im Wettbewerbsgebiet, insbesondere auf den vegetationsfreien Flächen, ist aufgrund der intensiven Bauarbeiten im Umfeld stark überformt und verdichtet. Ist wird ein hoher Anteil Bauschutt vermutet. Insgesamt macht der Boden einen mageren und gestörten Eindruck. Genauer Bodenuntersuchungen liegen jedoch nicht vor. Altlasten Auf dem ehemaligen ULAP-Gelände wurden 1990 ca. 40 Rammkernsondierungen durchgeführt. Dabei wurden keine großflächigen, jedoch punktuell Verunreinigungen an 3 Sondierungspunkten festgestellt, die sich ihrerseits auf den Auffüllungsbereich beschränken (956 mg/kg Blei in der obersten Bodenschicht, 0,63 mg/kg extrahierbare organische Halogene und 1.117 mg/kg Mineralölkohlenwasserstoffe). Die Mächtigkeit der Auffüllungsschicht beträgt ca. 1,0 bis 1,5 m. Für den Fall, dass in den aufgezeigten Bereichen ein Bodenabtrag vorgenommen werden soll, ist von Verunreinigungen in der Auffüllungsschicht auszugehen, die zu einer Einstufung des Erdmaterials von bis zu Z 2 nach LAGA führen können.

Abbildung 35: 3 Sondierungspunkte

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Grundwasser Im Berliner Urstromtal bilden die quartären Kiese und Sande einen über 50 m mächtigen Grundwasserleiter. Im Grundwassermodell liegt die Basis des quartären Grundwasserleiters zwischen 5 m NN und -30 m NN. Die Grundwasserstände liegen im langjährigen Mittel bei etwa 30,70 m NN. Die natürliche jährliche Schwankungsbreite des Grundwasserspiegels beträgt langjährigen Durchschnittswerten zufolge ca. 40 cm. Die Höhe des Geländes beträgt in seinem Zentrum 33 m NN. Klima Berlin liegt im Warschau-Berliner-Urstromtal, das gekennzeichnet ist durch ein trockenwarmes (Sommer) bzw. trockenkaltes (Winter), kontinentales Klima mit geringen Niederschlägen zwischen 530 und 600 mm/Jahr und Jahresdurchschnittstemperaturen von 8° bis 9° C. Die Hauptwindrichtung ist West, aber auch Ost- und Südwinde treten regelmäßig auf. Besonnung Die ehemalige ULAP-Gelände ist nach Nordosten orientiert, und wird demnach in den Vormittagstunden besonnt. Der Baumbestand, die geplante Blockbebauung und die Tieflage des Geländes bewirken zusätzlichen Schattenwurf auch in den Vormittagsstunden. Bei entsprechend kühler Witterung wird dies die Aufenthaltsqualität in Teilbereichen des Geländes einschränken. Unabhängig von Jahres- und Tageszeit wird die Engstelle zwischen Viadukt und Böschung im Südwesten generell verschattet sein. Lärm Das Wettbewerbsgebiet ist nach allen Seiten unmittelbar von Verkehrsstraßen bzw. Schienenverkehr umgeben. Entsprechend ist die Lärmbelastung hoch. Die lärmarme Ausstattung der Gleisanlagen hat die Belastung durch einzelne Züge zwar reduziert, zugleich aber ist die Zugfrequenz angestiegen. Gemäß „Schalltechnischem Gutachten zu dem Bebauungsplanverfahren II-201“ von Dezember 1996 beträgt die berechnete Lärmbelastung (Beurteilungspegel) tagsüber, in einer Höhe von 2,0 m über Gelände, entlang des Bahnviaduktes und der Straße Alt-Moabit größer/gleich 70 dB. Im Zentrum des Wettbewerbgebietes werden Werte von größer/gleich 65 dB erreicht. Die vorgenommene Verkürzung des Bahnhofdachs hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Lärmbelastung entlang des Bahnviaduktes. Gemäß aktueller Verkehrsprognoseberechnungen verringert sich die Belegung auf der Straße Alt-Moabit um ca. 1/3 gegenüber 1996 und somit auch die Lärmbelastung.

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Teil 3 Wettbewerbsaufgabe 3.1 Übergeordnete Zielsetzung
Im Zuge der Planungen für das Parlaments- und Regierungsviertel sind zahlreiche öffentliche Freiräume, wie der Platz der Republik, der Spreebogenpark, die Grünanlagen des Moabiter Werders, die Bahnhofsvorplätze und die Uferzonen an Spree und Humboldthafen neu geschaffen worden oder werden in den kommenden Jahren noch entstehen. Hierzu zählt auch die kleine Grünanlage am ehemaligen ULAP-Gelände, die einen weiteren Lückenschluss des innenstädtischen Freiraumsystems am nördlichen Rand des Tiergartens und des Moabiter Werders darstellt. An der Qualität dieser öffentlichen Räume muss sich dieser Stadtgarten messen lassen. Durch seinen erhaltenswerten Baumbestand und die Möglichkeit für die Besucher, sich anhand der Relikte des ehemaligen „Universum-LandesAusstellungs-Parks“ mit der Stadtgeschichte auseinander zu setzen, kann sich der Ort zu einem markanten öffentlichen Freiraum des neuen Bahnhofsquartiers entwickeln, der vor allem im Verhältnis zum südlichen Bahnhofsvorplatz eine eigene Identität erhält. Der Freiraumentwurf für das ULAP-Gelände muss auf die Unterschiedlichkeit der topografischen und städtebaulichen Situation an seinen Rändern eingehen. Die besondere Tieflage des ehemaligen ULAP-Geländes muss als Besonderheit des Ortes berücksichtigt werden. Am Damm der Straße Alt-Moabit stehen dabei Aspekte der Nutzung weniger im Vordergrund als vielmehr die Frage, wie an dieser Seite der Grünanlage ein attraktives Erscheinungsbild hergestellt werden kann. Für die übrigen Bereiche des Wettbewerbsgebietes sind dagegen die Nutzungen bestimmend, die sich zunächst temporär und später dauerhaft an den Rändern der kleinen Grünanlage im Bereich der Baufelder der Vivico Real Estate, unter dem Stadtbahnviadukt und in der Unterbauung der Straße Alt-Moabit entwickeln werden. Diese werden maßgeblich zur Inanspruchnahme und Belebung der Grünanlage und der angrenzenden Erschließungszonen beitragen. Nicht zuletzt erhält der neue Freiraum eine verbindende Funktion. Von der Grünachse vom Moabiter Werder im Südwesten kommend, werden zukünftig Passanten unter der Straße Alt-Moabit durch zwei Unterführungen geleitet, um den direkten Weg zum Bahnhof, ins neue Bahnhofsquartier oder darüber hinaus zu finden. Dieser Weg verläuft über einen kleinen Platzbereich entlang des Stadtgartens, welcher zum Verweilen und Erholen einladen soll. Überlagert werden die vielfältigen Zielsetzungen durch die bewusste Berücksichtigung von gender mainstreaming, das eine Geschlechtergerechtigkeit für alle Nutzungsansprüche und Funktionen im öffentlichen Raum zum Ziel hat (siehe Anhang Pkt. 4.5 Gender Mainstreaming in der Freiraumplanung). Unterschiedliche Ansprüche, die aus dem „sozialen Geschlecht“ für Frauen und Männer herzuleiten sind, müssen in der Planung berücksichtigt werden und nachvollziehbar sein.

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3.2 Charakter und Zonierung des Freiraumes
Es ist von großer Bedeutung, dem Areal eine prägnante, niveauvolle Gestaltung zu geben und dabei die historischen Spuren des ehemaligen ULAP-Geländes sichtbar zu machen. Durch die introvertierte Insellage verdeutlicht die Bezeichnung „Stadtgarten“ am ehesten den Charakter der kleinen Grünanlage. Die Freiraumgestaltung soll diesem Stadtgarten eine eigene Identität verleihen, die sich unterscheidet und abhebt von den Parks und Plätzen im Bereich des neuen Berliner Hauptbahnhofs - Lehrter Bahnhof und des naheliegenden Regierungsviertel. Durch die Tieflage zur Straße Alt-Moabit und die Eingrenzung des ULAPGeländes im Norden durch den Bahnviadukt besteht die Gefahr, das der Stadtgarten nicht ohne weiteres im Stadtraum wahrgenommen wird. Durch geeignete gestalterische Maßnahmen ist dem entgegenzuwirken und ein einladender Charakter ist anzustreben. Die Qualität dieser Grünanlage, mit einem befestigten Vorplatz zu den Unterführungen unter der Straße Alt – Moabit hin, soll dem gestalterischen Niveau des großen Bahnhofsplatzes nicht nachstehen, sondern dem harten städtischen Bahnhofsentrée eine markante grüngeprägte Anlage entgegenstellen. Es ist ein öffentlicher Raum zu schaffen, der unter Beachtung des Charakters der benachbarten Quartiere einen eigenständigen Bereich von hoher Aufenthaltsqualität bildet. Es wird Wert auf eine einfache, klare Gestaltung gelegt, die ohne Überlagerung der Flächen, ansprechende Räume schafft, die der Umgebung angemessen sind. Als „pocket-park“ wird er für die zukünftigen Nutzer der angrenzenden Bebauung durch die Vivico Real Estate und die DB Services Immobilien GmbH unter dem Bahnviadukt von großer Bedeutung sein. An den Rändern des Stadtgartens soll langfristig intensiveren Nutzungen wie Dienstleistungen, Kultureinrichtungen und Gastronomie Raum geboten werden. Durch diese Nutzer und Passanten erwartet man mittelbis langfristig eine Belebung des öffentlichen Raumes im westlichen Lehrter Stadtquartier und somit auch der kleinen Grünanlage. In dieser Nachbarschaft soll der Stadtgarten zum Verweilen und Rasten im Grünen einladen, und die historischen Spuren sollten erkennbar bleiben. Historische Elemente, die nicht unter Denkmalschutz stehen, wie eine Treppenanlage, alte Lindenreihen und Mauerteile gilt es zu integrieren, um sich der Geschichte des Ortes als „Universum-Landes-AusstellungsPark“ zu erinnern. Trotz der relativ kleinen Geländefläche von ca. 11.200 m², ist davon auszugehen, dass der Freiraum unterschiedlich intensiv genutzt werden wird. So sollte dargestellt werden, wo die Grenze zwischen intensiver und extensiver Nutzung verläuft und ob bzw. an welchen Stelle es Sinn macht, Teile der Grünanlage im Hinblick auf Wohlbehagen, Sicherheit und Verhinderung von Vandalismus und Fehlnutzungen einzufrieden und ggf. in der Dunkelheit abzuschließen. Der Problematik von Angsträumen ist an diesem Ort besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Im Entwurf ist eine Lösung zu finden, die sowohl mit dem noch offenen Bahnviadukt funktioniert wie auch, in späterer Zeit, mit einer geschlos-

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senen Situation, die publikumsintensive Nutzungen aufnehmen kann. Zwischennutzungen sind auf den Flächen der noch nicht realisierten Baublöcke der Vivico Real Estate denkbar und könnten – auch im Zusammenhang mit den Flächen unter der Bahn – kulturelle/musische oder freizeitliche/sportive Aktivitäten beinhalten.

3.3 Gestalterische Zielsetzung
Ziel ist eine deutliche gestalterische Aufwertung des Wettbewerbsgebietes zu erreichen und dadurch das Bahnhofumfeld zu beleben. Alle Bereiche sollten barrierefrei gestaltet werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Gestaltung von verschiedenen Nutzern wie auch von Frauen / Mädchen und Männern / Jungen unterschiedlich empfunden wird. Die entwurflichen Vorschläge zur Platz- und Gartengestaltung müssen daher nicht nur einem hohen Qualitätsmaßstab standhalten, sondern auch integrativ wirken. Im Hinblick auf den Zeitraum der Entwicklung des Bahnhofsumfeldes und die schwierige finanzielle Lage Berlins erwartet der Auslober eine zeitlose, nachhaltige und somit solide Freiraumgestaltung, die den Ansprüchen der Benutzer auch in viele Jahren noch Rechnung trägt und die Tradition hochwertiger Stadtplätze und Parkanlagen adäquat fortsetzt. Eine intensive Auseinandersetzung mit der Gestaltung im Detail ist gewünscht. Jedoch ist die bereits ausgewählte Straßenbeleuchtung zu beachten und sich an dem bestehenden Inventar der bereits vorhandenen Parkanlagen zu orientieren.

3.4 Erschließung
Fußgänger und Radfahrer, barrierefreie Erschließung Das Wettbewerbsgebiet wird nach Abschluss der Bautätigkeit im Umfeld im wesentlichen von Fußgängern und Radfahrern frequentiert werden. Dabei ist zu beachten, dass für Fußgänger ein direkter Anschluss über eine Treppe von der Straße Alt-Moabit aus über das tieferliegende Wettbewerbsgebiet hin zum Hauptbahnhof gewährleistet ist. Eine stufenlose Wegeführung wird über die Mittelstraße, 1. Querstraße und Straße am ULAP nach unten geführt. Die Durchwegung von der Straße am ULAP unter den Unterführungen der Straße Alt-Moabit weiter in südwestlicher Richtung Moabiter Werder und Spreeuferweg ist für Fußgänger, Rollstuhl- und Radfahrer barrierefrei zu gestalten. Eine Erschließung für den geplanten Gebäudeblock MK 6 ist sowohl für Fußgänger wie auch für Kraftfahrzeuge zu ermöglichen. Deshalb wird in dem Dreieck zwischen den Unterführungen/Straße Alt-Moabit, der Westfassade MK 6 und dem Stadtpark eine befestigte Platzgestaltung erwartet, die sowohl die Wahrnehmbarkeit der Durchgänge zulässt, als auch ausreichend Freiraum für Dienstleistungsnutzungen der Erdgeschoss Zone MK 6 bzw. der gegebenenfalls zukünftig kulturell genutzten „Katakomben“ im Brückenbauwerk bietet. Der Zugang vom Platz zum grüngeprägten Raum sollte sich an den bestehenden Lindenreihen orientieren. Im Norden am Bahnviadukt sollte ein auf den Bahnhof orientierter Eingang eingerichtet werden. Zur besseren Orientierung auch im Hinblick auf sehbehinderte Nutzer

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ist eine kontrastreiche und differenzierte Oberfläche mit ggf. taktilen Bodenelementen für blinde Nutzer vorzusehen. Der verkehrsberuhigte Bereich wird gegen unzulässigen Kfz-Verkehr abzusichern sein. Die lineare Fläche entlang des Bahnviaduktes ist nach dem B-Plan-Entwurf der geplanten Grünanlage zugeordnet. Zugleich ist entlang der Bahnbrücke ein Erschließungsweg (mindestens 5 m breit, maximal im Profil der südlichen Viaduktstraße) für das im B-Plan-Entwurf eingeräumte Geh- und Fahrrecht zur Erschließung der darunter liegenden Fläche V4 vorzusehen. Die Tragfähigkeit sollte sich an der einer Regelstraße orientieren, da vermutlich zur Wartung der Bahnanlagen Lastkraftwagen verkehren werden. Es wird angestrebt, unter dem Viadukt zukünftig Dienstleistungen, Gastronomie oder kulturelle bzw. sportive Nutzungen Raum anzusiedeln, die den Erschließungsweg als Außenraum mitnutzen können (s. Pkt. 4.3 Die Stadtbahn).

3.5 Nutzung und Ausstattung
Topographische Gegebenheiten Das Relief fordert zur Ausbildung eines intimen, ausdrücklich aus der Umgebung ausgesonderten Raumes auf. Der Situation Rechnung tragend, dass über viele Jahre hinweg der Bahnviadukt nicht geschlossen werden kann, ist zumindest mittelfristig eine Raumkante zum Bahnviadukt hin zu definieren. Es sollte genau geprüft werden, ob die besondere Böschungssituation wie bisher erhalten bleibt, oder durch einen geeigneten Umgang mit den Höhenunterschieden und unter Berücksichtigung des schützeswerten Baumbestandes die Raumsituation verbessert werden kann. Dies ist besonders an der schlecht nutzbaren engen Geländespitze im Westen zu beachten. Unterführungen Beide Unterführungen sind in das Entwurfskonzept zu integrieren. Dabei wird eine angemessene und einladende Gestaltung erwartet, die barrierefrei ist und eine Durchquerung interessant und sicher macht, bzw. durch weitere gestalterische Maßnahmen die Räume aufwertet. Eine ausreichende Beleuchtung ist aus Sicherheitsgründen erforderlich und kann gleichzeitig gestalterisches Mittel sein (s. Pkt. 3 Beleuchtung). Historische Treppe und Lindenreihen Die heute ruinenhafte Treppenanlage aus der Zeit des ULAPs steht nicht unter Denkmalschutz. Trotzdem sollte auf die Rudimente der Treppe und der Qualität ihrer noch vorhandenen Materialien, die alten Mauerreste am südlichen Rand der Böschung sowie mit den historischen Lindenbestand entwurflich Bezug genommen werden. Im Umgang mit der historischen Treppe wird dem Verfasser ein breiter Gestaltungsspielraum gelassen. Es ist möglich, die gesamte Treppenanlage in ihrer Breite von fast 10 m wieder aufzubauen oder die Treppe nur zu einem Teil verkehrssicher zu rekonstruieren. Eine Demontage der Treppenteile wird ausgeschlossen. Baumbestand und zukünftige Bepflanzung Der vorhandene Baumbestand, der einzige Altbaumbestand im zukünftigen Stadtquartier, bietet die Chance der Gestaltung eines vegetationsgeprägten Kontrapunktes zum städtischen Umfeld. Die Besonderheit dieser

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Gehölze besteht im hohen Kronenansatz, die ein reizvolles Licht- und Schattenspiel erwarten lässt. Der Baumbestand, der demnach die besondere Qualität des Ortes mitbestimmt, soll daher geschützt und entwickelt werden. Einfriedung Es wird noch einige Jahre dauern, bis sich die Umgebung der neuen Parkanlage zu einem urbanen öffentlichen Raum innerhalb des geplanten Städtebaus entwickelt haben wird. Damit das Erscheinungsbild der kleinen Grünanlage bis zur Fertigstellung der Neubaukomplexe und darüber hinaus auf einem hohen Niveau gehalten werden kann bzw. gegen Vandalismus geschützt wird, ist zu prüfen, ob eine Einfriedung sogar mit abschließbaren Eingängen sinnvoll erscheint und ob dies eine zeitlich befristete Maßnahme oder eine dauerhafte Lösung sein soll. Die Lage dieser Eingänge und der Einfriedung ist aufzuzeigen. Dabei sollte auf eine transparente Gestaltung im Bezug auf das Sicherheitsempfinden der Nutzer geachtet werden. Beleuchtung Bei der Wahl der verkehrswege- und platzbegleitenden Leuchten, auch der Unterführungen, ist die DIN 5044, Ortsfeste Beleuchtung, zu beachten. Insgesamt wird von pflege- und wartungsextensiven Systemen auszugehen sein, welche sich gestalterisch ins Gesamtbild des Lehrter Stadtquartiers einfügen sollten. Material Die gewählten Materialien der neuen Grün- und Platzanlage sollen von hoher gestalterischer Qualität und einer dem Ort angemessenen Erscheinung sowie zugleich pflegeleicht und möglichst resistent gegen Zerstörung bzw. einer hohen Nutzungsintensität gewachsen sein. Bei der Wahl der Stadtmöblierung ist sich an bereits bestehenden Inventarien im freiraumplanerischen Umfeld zu orientieren. Entwässerung Die Oberflächenentwässerung des Wettbewerbsgebietes ist weitestgehend durch Versickerung in der Grünanlage zu gewährleisten. Nur im Ausnahmefall ist die Entwässerung an das vorhandene Grundleitungssystem der Straße am ULAP anzuschließen. Die Entwässerungsanlagen, soweit erforderlich, sollen kostengünstig zu warten sein. Unter diesen Gesichtspunkten sind Kastenrinnensysteme nicht zu verwenden. Das Entwässerungskonzept ist überzeugend in die Freiraumgestaltung einzubinden.

3.6 Realisierung, Kostenrahmen, Wirtschaftlichkeit
Im Vorfeld der Eröffnung des Berliner Hauptbahnhof – Lehrter Bahnhof im Frühjahr 2006 ist die Baumaßnahme Gestaltung der Grünanlage ehemaliges ULAP-Gelände geplant, so dass 2006 mit dem Baubeginn zu rechnen sein wird. Vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Situation der öffentlichen Haushalte legt der Auslober besonderen Wert auf

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kostengünstige und wirtschaftliche Lösungen, insbesondere hinsichtlich der Unterhaltungskosten. Die Grünanlage unterliegt der Pflegeaufwandsklasse III, d.h. Pflegekosten von 1,87 € pro m² würden 2005 zur Verfügung stehen. Für die Herstellung des Bearbeitungsgebietes steht eine Nettobausumme (5% für Unvorhersehbares und 15% für Nebenkosten sind bereits abgerechnet) von 1.125.000 € – bezogen auf die Fläche von ca. 1,3 ha (12.946 m²) – zur Verfügung. Kosten für evtl. Altlastensanierungen oder Munitionsräumungen sind darin nicht enthalten. Der Kostenrahmen ist als verbindlich einzuhalten.

3.7 Beurteilungskriterien
Der Kriterienkatalog nach 5.15 der GRW dient der Strukturierung der Vorprüfung und der Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten durch das Preisgericht. Grundsätzlich sind die detaillierten Formulierungen der Aufgabenstellung, der Rückfragenbeantwortung und des Protokolls des Zwischenkolloquiums ausschlaggebend. Bei der Beurteilung werden folgende Kriterien zu Grunde gelegt: Leitidee/Konzept - Entwurfsidee - Räumlich-gestalterisches und räumlich-funktionales Konzept bezogen auf unterschiedliche Nutzergruppen Gestaltung - Einbindung ins Lehrter Stadtquartier - Gestaltqualität - Einbindung der historischen Rudimente - Beachtung des Baumbestandes/Böschung - Vorzone Bahnviadukt - Vorzone Unterführungen - Aufwertung der Unterführungen Funktion - Programmerfüllung, siehe Teil 1 - Berücksichtigung spezifischer Anforderungen verschiedener Nutzergruppen - Erschließung und Durchwegung (Orientierung, Übersichtlichkeit der Wegeführung, Verkehrssicherheit) - Barrierefreiheit - unterschiedliches Sicherheitsbedürfnis der Nutzer und Passanten (Transparenz, gut einsehbare Bereiche, ausreichende Beleuchtung) - Sicherung des Areals gegen Vandalismus - Ver- und Entsorgungsanlagen (Entwässerung, Beleuchtung) Wirtschaftlichkeit - Einhaltung des Kostenrahmens - Folgekosten für Pflege und Unterhaltung

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Teil 4 Anhang 4.1 Historische Entwicklung (Langfassung)
Bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts war das Gebiet beiderseits des Spreebogens unbesiedeltes, unfruchtbares Heidegelände vor den Toren der Stadt. 1710 wurde das Pesthaus als Vorgänger der heutigen Charité erbaut, ab 1717 siedelten sich hugenottische Familien, die Gartenbau und Seidenraupenzucht betrieben, an. Hier liegt der Beginn der zivilen Nutzung des so genannten „Moabiter Landes“. Zur gleichen Zeit wurde die königliche Pulverfabrik errichtet. Sie verlieh dem Gebiet eine erste militärische Prägung, die bis in das 20. Jahrhundert hinein seinen Charakter wesentlich bestimmen sollte. Teil der militärischen Nutzung stellte z.B. das 1748 eingeweihte Invalidenhaus dar, sowie der Bau zahlreicher Kasernen (Garde-Füsilier-Kaserne, Garde-Ulanen-Kaserne, Kaserne des I. Garde-Feld-Artillerieregiments, Kaserne an der Rathenower Straße u.a.) und Exerzierplätze. Mit dem Zellengefängnis wurde 1842 ein modernes Mustergefängnis errichtet.

Abbildung 36: Historische Karte von 1825

Die Pulvermühle, die den Beginn der intensiven militärischen Nutzung markiert hatte, wurde in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts nach Spandau verlagert, da sie nun zu nahe an der sich ausdehnenden Stadt lag. Karl Friedrich Schinkel und Peter Joseph Lenné wurden mit dem Entwurf von Bebauungsplänen für das freigewordene Gelände beauftragt.

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Es sollte integriert werden in einen neuen Stadtteil mit breiten Straßen, Parkanlagen und Schmuckplätzen sowie großflächigen Militär-, Behördenund Wohnbauten. Die Gebäude sollten auf eine Nord-Süd-Achse zwischen dem alten, zum Paradeplatz umgestalteten Exerzierplatz im Tiergarten dem heutigen Platz der Republik - und einen neuen Exerzierplatz westlich vom Invalidenhaus ausgerichtet werden. Die Vorschläge Lennés und Schinkels wurden bald von der aktuellen Stadtentwicklung eingeholt und mussten mehrfach verändert werden. Die städtebauliche Ordnung, wie sie heute noch ablesbar ist, ergab sich schrittweise in Form von Einzelentscheidungen für den Bau von bestimmten Gebäuden oder Ensembles. So wurde 1841 als Standort für ein Mustergefängnis das Gelände des späteren Zellengefängnisses nördlich der Invalidenstraße festgelegt. Das Gebäude wurde sternförmig nach dem neuesten amerikanischen System der Isolationshaft in Einzelzellen gebaut. 1848 wurde die Garde-Ulanen-Kaserne nördlich der Invalidenstraße sowie ein sich anschließender Exerzieplatz errichtet. Eine bedeutende Rolle bei der Gestaltung des Gebietes spielte der Ausbau des Eisenbahnnetzes. 1846 wurde das Empfangsgebäude des Hamburger Bahnhofes als Abschluss der Nord-Süd-Achse errichtet. Der Hamburger Bahnhof wurde jedoch 1884 wieder stillgelegt und für Verwaltungs- und Wohnzwecke umgebaut. Die Entwicklung des Verkehrsnetzes führte zu weiteren einschneidenden

Abbildung 37: Historische Karte von 1857

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Veränderungen in Struktur und Gestalt des Gebietes. Zwischen 1843 und 1859 wurde der Berlin-Spandauer-Schiffahrtskanal angelegt. Entgegen früheren Planungen und entsprechend der Vorstellungen Lennés folgt der Kanal dem Bett des alten Schönhauser Grabens und mündet - als Bestandteil der Nord-Süd-Achse - südlich des Bahnhofsgebäudes in den Humboldthafen, dessen Standort ursprünglich weiter westlich konzipiert war. 1858 wurde, ebenfalls innerhalb der Nord-Süd-Achse, die Alsenbrücke gebaut, die T-förmig Humboldthafen und Spree überspannte, aber schon in den zwanziger Jahren wieder abgerissen wurde. 1869 bis 1871 wurde das Hauptgebäude des Lehrter Bahnhofs auf den Spreewiesen errichtet. Der Betriebsbahnhof wurde nördlich der Invalidenstraße und des Zellengefängnisses angelegt. 1882 wurden darüber hinaus die Stadtbahn und der dem Lehrter Bahnhof angegliederte Stadtbahnhof in Betrieb genommen. Südlich der Straße Alt-Moabit entstand der Lehrter Güterbahnhof mit direktem Zugang zur Spree. Er zog sich bis zur Paulstraße. Zwischen dem Güterbahnhof und der Spree wurde 1883-86 der Packhof errichtet. So entstand die „Moabiter Insel“ zwischen Lüneburger Straße und Spree, der heutige Moabiter Werder. Die gute Verkehrserschließung begünstigte die Anlage eines Ausstellungsgeländes südwestlich des Lehrter Bahnhofes: 1879 wurde mit der Berliner Gewerbeausstellung der „Universum-LandesAusstellungs-Park“ - kurz ULAP eröffnet (s. weitere Information im folgenden Abschnitt.) Mit dem Bau mehrerer Kasernen und einer Feuerwerkerschule fand die städtebauliche Entwicklung des Gebietes Ende des 19. Jahrhunderts ein vorläufiges Ende.

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Abbildung 38: Historische Karte von 1888, Panorama 1903

Nach 1945 wurde eine Vielzahl stadtbildprägender Gebäude abgerissen, die im Verlauf des Krieges beschädigt oder zerstört worden waren. Dies betraf unter anderen den Lehrter Bahnhof, das Zellengefängnis, die Ulanenkaserne, das Gebäude auf dem Universum-Landesausstellungspark und der Packhof als Bestandteil des Güterbahnhofes an der Spree. Auf Teilen des ehemaligen Exerzierplatzes entstand auf Trümmerschutt der Fritz-Schloß-Park. Auf dem Gelände der Ulanen-Kaserne und der Oberfeuerwerkerschule wurde Ende der siebziger Jahre die Heinrich-ZilleSiedlung errichtet. Insgesamt veränderte sich der Charakter des Quartiers seit 1945 umfassend. Hafen- und Bahnanlagen allerdings bilden ein städtebauliches Gerüst, das der mehrfachen Umstrukturierung standhielt. Durch den Bau der Mauer, die entlang der Spree, des Westufers von Humboldthafen und Schiffahrtskanal verlief, rückte das Gebiet in eine Stadtrandlage. Bis zum „Hauptstadtbeschluss Berlin als Parlamentssitz“ im Juni 1991 und der anschließenden städtebaulichen Umstrukturierung (s. Abschnitt 2.4.) wurde das Wettbewerbsgebiet und weite Teile seiner Umgebung durch Nutzungen wie etwa unstrukturierte Gewerbe- und Lagerflächen, Bahnanlagen oder Kleingärten bestimmt, die üblicherweise am Stadtrand zu finden sind. Der Humboldthafen wurden nicht mehr als Hafen genutzt.

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Abbildung 39: Karte von Berlin, 1975-1980

4.2 Historische Nutzung des ULAP-Geländes
Durch die fortschreitende Industrialisierung im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wuchs Berlin zu einer Industriemetropole heran, die ihre Leistungen darstellen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen wollte. Vor diesem Hintergrund und anlässlich der Berliner Gewerbeausstellung wurde 1879 der Universum-Landesausstellungspark eröffnet. Bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein gehörte der Park zu einem der wichtigsten Ausstellungsgelände in der Stadt, und erfreute sich einer regen Nutzung durch die Berliner Bevölkerung. 1879 erstreckte sich das Gelände über eine Fläche von etwa 7,5 ha. Es lag im Dreieck zwischen Invalidenstraße, Alt-Moabit und den Gleisanlagen des Lehrter Bahnhofes. Das damalige Ausstellungsgebäude bestand aus Holz, und brannte 1882, kurz vor der Hygiene-Ausstellung, ab. Auch wurde 1882 die Stadtbahn in Betrieb genommen und das Ausstellungsgelände mit dem Stadtbahnviadukt in zwei Teile geteilt. Es war für größere Ausstellungen nun nicht mehr geeignet. So wurde z.B. die nächste große Gewerbeausstellung 1896 bereits nach Treptow verlagert. Für kleinere Ausstellungen sollte das Gelände jedoch erhalten bleiben. Es entstand ein neues Ausstellungsgebäude, der „Glaspalast“, nach Entwürfen des Dresdner Ingenieurs Scharowsky und seines Partners Pröll. Es bestand aus einer Eisen-Glas-Konstruktion mit einer hohen, von vier Türmen flankierten Kuppel. Das Eingangstor mit der noch heute vorhandenen Treppenanlage

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lag zur Straße Alt-Moabit. 1883 wurde das Ausstellungsgelände mit der um ein Jahr verschobenen Hygiene-Ausstellung wieder eröffnet. Im durch das Stadtbahnviadukt abgetrennten, der Invalidenstraße zugewandten Teil des Parks wurde 1889 die „Urania“ mit der ersten Volkssternswarte der Welt erbaut. Im „Plan des Ausstellungsparks“ ist die Parkanlage mit zwei Freitreppen (jeweils ca. 7 m Breite) und einer Kaskade axial zum Haupteingang des Gebäudes zu sehen (Gesamtbreite ca. 38 m, Gesamtlänge ca. 47 m). Die Abbildung 44 zeigt eine Ansicht der Treppen und Kaskade. Links und rechts des Wasserbeckens sind die beiden Löwenskulpturen zu erkennen, die seit 1985 im Deutschen Technikmuseum gelagert sind und im Frühjahr 2005 in die Luftfahrtausstellung des Museums integriert werden. Die Freianlagen rund um die „Urania“ haben mit Pavillons, Wasserflächen und Springbrunnen einen parkähnlichen Charakter. 1935 wurde der Haupteingang zum Ausstellungsgebäude umgestaltet. Die bisherige Treppenanlage mit zwei Freitreppen und Kaskade wurde durch eine einzelne Freitreppe ersetzt (9,60 m breit und 20 m lang), wobei vermutlich die bisherigen Treppenteile aus Sandstein wieder verwendet wurden. Diese Treppenlage ist bis heute als Rudiment auf dem ehemaligen ULAP-Gelände erhalten. Abb. … zeigt die Treppe mit Balustrade im Querschnitt, sowie die Straßenansicht mit Kartenhäuschen von 1935. Die zwei Löwenskulpturen befanden sich auf den Sockeln am unteren Ende der Treppe. Bis 1936 wurde das Gelände für wechselnde Ausstellungen genutzt, überwiegend für Kunstausstellungen, wie die „Große Berliner Kunstausstellung“, aber auch Gartenbau- und Gewerbeausstellungen oder spezieller orientierte Veranstaltungen wie die „Hygieneausstellung“ oder die „Unfallverhütungs-Ausstellung“. 1936 / 37 wurde das Gelände umgestaltet und das Ausstellungsgebäude fortan als Reichsluftfahrtmuseum genutzt, bis es 1943 nach einem Bombenangriff zu etwa 2/3 zerstört wurde. In der Nacht zum 23. April 1945 wurden politische Gefangene von der SS aus dem Gefängnis an der Lehrter Straße auf das ULAP-Gelände geführt. Darunter Mitverschwörer des „20. Juli“, Mitglieder des „Kreisauer Kreises“ und Albrecht Haushofer. Den Gefangenen war gesagt worden, man wolle sie vom Lehrter Bahnhof aus verlegen. Als sie das von Bomben zerstörte Ausstellungsgebäude erreichten, wurden sie auf dessen Treppenstufen hinterrücks erschossen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Reste der Gebäudesubstanz an der Invalidenstraße und das Ausstellungsgebäude abgerissen. Durch die Teilung der Stadt erlebte das gesamte Gebiet einen Funktionswechsel. Das ehemalige Ausstellungsgelände wurde von Gewerbebetrieben und Speditionen genutzt und als Lagerfläche verpachtet. Als Spuren der früheren Nutzung sind heute nur noch Rudimente der Treppenanlage mit Balustraden, Mauerreste der Einfriedung, zwei (ausgelagerte) Löwenskulpturen und einzelne kurze Lindenreihen bzw. -alleen erhalten. Das kleine Parkwärterhäuschen (Fachwerk) wurde im Rahmen des Viaduktbaus abgerissen.

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Abbildung 40: Erstes, hölzernes Ausstellungsgebäude von 1879 (Berliner Gewerbeausstellung)

Abbildung 41: neues Ausstellungsgebäude von 1883 (Glas-Eisen-Konstruktion)

Abbildung 42: Grundriss des Ausstellungsgebäudes nach einem Umbau 1895/96

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Abbildung 43: Plan des Ausstellungsparks der Großen Berliner Kunstausstellung 1893

Abbildung 44: Ansicht der Freitreppen mit Kaskade und Ausstellungspavillons (HygieneAusstellung 1883)

Abbildung 45: Umbau der bisherigen Treppenanlage, 1935

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Abbildung 46: Löwenskulptur

Abbildung 47: Treppenanlagen Querschnitt

Abbildung 48: Treppenanlagen Straßenansicht

Abbildung 49: Panorama des Humboldthafens, 1903

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Abbildung 50: ULAP-Gelände und neuer Packhof von der Kuppel des Ausstellungsgebäudes aus gesehen, 1887

Abbildung 51: neue Packhofanlage, 1887

Abbildung 52: Ausstellungsgebäude und Lehrter Bahnhof, um 1900

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Abbildung 53: historische Entwicklung

4.3 Die Stadtbahn
Im Jahr 1871 erschien von dem Geheimen Baurat August Orth eine Denkschrift mit dem Titel „Berliner Zentralbahn. Eisenbahnprojekt zur Verbindung der Berliner Bahnhöfe nach der inneren Stadt von A. Orth“, in der er darlegte, das nicht das zu dieser Zeit diskutierte Projekt eines neuen Zentralbahnhofs die Berliner Verkehrsverhältnisse verbessern würde, sondern eine die Stadt durchschneidende „Central-Bahn“. „Eine solche Central-Bahn ist gewissermaßen eine große Central-Station mit zahlreichen Stellen, den Verkehr aufzunehmen, so dass nirgends eine Überlastung der Straßen eintritt, welche bei einer einzigen Central-Station notwendigerweise erfolgen würde“. Die Strecke sollte überwiegend als Viadukt erbaut werden, um ebenerdige Kreuzungen zu vermeiden. 1874 wurde zum Bau dieser Strecke die „Berliner Stadteisenbahn-Gesellschaft“ gegründet, in die die „Deutsche Stadteisenbahn-Bau-Gesellschaft“ und die Privatbahnen als Aktionäre eintraten. Mit der Leitung der Bauarbeiten wurde der Regierungs- und Baurat Ernst Dircksen betraut. Bereits 1877 wurde die „Berliner Stadteisenbahn-Gesellschaft“ wieder aufgelöst und der Bau der Stadtbahn vom preußischen Staat allein und auf eigene Kosten durchgeführt. Nach langem Drängen des Berliner Architektenvereins wurde 1878 für die Bahnhöfe ein Wettbewerb ausgeschrieben, in dem Johannes Vollmer der 1. Preis zugesprochen wurde. Nach seinem Entwurf wurden die Stationen Börse (heute Hackescher Markt) und Friedrichstraße erbaut. Für die Stationen Alexanderplatz und Bellevue verpflichtete man den Architekten Johann Eduard Jacobsthal. Alle anderen Gebäude entstanden im Baubüro unter Dircksens Leitung, wohl unter Mitwirkung dieser beiden Architekten. Am 7. Februar 1882 fuhr der erste Zug auf der Stadtbahn. Die gesamte viergleisige Strecke, deren nördliches Gleispaar dem Stadtverkehr und südliches Gleispaar dem Vorort- und Fernverkehr diente, war 12.145 Meter lang, von denen 7.964 m als steinerne Viadukte (757 Bögen), 1.823 m als eiserne Brücken, 675 m als Dammschüttung zwischen Futtermauern und 1.683 m als gewöhnliche Dammschüttung in der Charlottenburger Feldmark ausgeführt waren. Die Stadtbahntrasse ist als zusammenhängendes Bauwerk zwischen Holtzendorffstraße und Ostbahnhof in die Denkmalliste ein-

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getragen. Als Zeugnis der Eisenbahngeschichte Berlins, einst der größte Eisenbahnknotenpunkt Europas und mit dem modernsten Nahverkehrsystem ausgestattet, ist das Ensemble der Stadtbahnstrecke als erste Anlage dieser Art auf dem Kontinent von herausragendem Denkmalwert. Die Stadtbahn hat durch spätere Maßnahmen wie die Elektrifizierung für die S-Bahn, das Einfügen zusätzlicher Bahnhöfe und die Sanierung der Substanz zahlreiche Änderungen erfahren. Die letzte große Umbaumaßnahme erfolgte nach der Wiedervereinigung. Im Zuge einer umfassenden Sanierung erhielt das Stadtbahnviadukt unter anderem eine neue durchgehende Fahrbahnplatte aus Stahlbeton und eine komplett neue bahntechnische Ausstattung. Dabei wurde auf eine Gestaltung Wert gelegt, die dem Denkmal und dem Ensemblecharakter möglichst gerecht wird. Am gravierendsten waren die Veränderungen im Bereich des Humboldthafens. Hier wurde wegen des Baus des HauptbahnhofsLehrter Bahnhof als neuem Kreuzungsbahnhof die gesamte vorhandene Viadukt- und Brückenanlage einschließlich des alten S-Bahnhofs „Lehrter Stadtbahnhof“ entfernt. Sie wurde, beginnend am Wettbewerbsgebiet, durch die heutige Brückenkonstruktion ersetzt, die in einem flacheren Kurvenradius als die ehemalige Strecke verläuft.

Abbildung 54: Stadtbahnviadukt im Abschnitt Friedrichstraße - Planckstraße

In der Vergangenheit prägten Lager-, Werkstatt- und Garagennutzungen das Bild der Stadtbahnbögen. In Charlottenburg, insbesondere am Savignyplatz, wurden die Bögen bereits seit den 80er Jahren vom Immobilienbereich der damaligen Reichsbahn ausgebaut, mit begleitenden Fußgängerverbindungen erschlossen und dann von Gastronomie und Einzelhandel höherwertig genutzt. Sie entwickelten sich mit ihrem speziellen Angebot rasch zu einem viel besuchten Ziel von Berlinern und Berlintouristen. Nach der Wende wurden auch für weitere Bereiche entsprechende Konzepte entwickelt und umgesetzt. Im Bezirk Mitte ist vor allem in den Abschnitten zwischen Bahnhof Friedrichstraße und Museumsinsel, am Hackeschen Markt sowie entlang der Dircksenstraße eine Mischung aus Kunst, Kultur, Trödel, Gastronomie und Einzelhandel angesiedelt. Die Deutsche Bahn Services Immobiliengesellschaft will nach und nach alle Bereiche der zwölf Kilometer langen Strecke auf eine mögliche Nutzung der Stadtbahnbögen hin überprüfen. Ziel ist die Schaffung einer durchgehenden Verwertung der Bögen und damit die Erhaltung des

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kulturhistorischen Denkmals sowie die Aufwertung des Bauwerkes und der angrenzenden Stadtgebiete durch eine hochwertige Nutzung. In diesem Sinne ist auch der Abschnitt zwischen der Straße Alt-Moabit und dem neuen Hauptbahnhof-Lehrter Bahnhof als Potentialfläche für entsprechende Nutzungen zu verstehen, sobald das Brückenbauwerk dauerhaft unterbaut werden kann, womit in ca. zehn Jahren zu rechnen ist. Allerdings liegt für diesen Bereich, anders als für den benachbarten Bahnhof selbst, noch kein konkretes Nutzungskonzept vor. Am ehesten vergleichbar mit der räumlichen Situation des Wettbewerbsgebietes ist der Abschnitt zwischen Museumsinsel/Spree und dem Bahnhof Hackescher Markt, wo der Stadtbahn die Südfläche des Monbijou-Parks vorgelagert ist. Die Bahnbögen sind hier mit gastronomischen Einrichtungen besetzt, die auch den Weg entlang der Stadtbahn als externen Schankbereich mit nutzen. Die dortige Situation macht aber auch deutlich, dass die funktionalen und gestalterischen Chancen des Ortes nicht hinreichend ausgeschöpft worden sind.

Abbildung 54a: Stadtbahnviadukt im Monbijoupark

Abbildung 55: Stadtbahnviadukt im Monbijoupark

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4.4 Fotodokumentation
Bahnviadukt

Abbildung 56: Wettbewerbsgebiet mit Blick auf das Bahnviadukt, im Hintergrund das Café Paris-Moskau

Abbildung 57: Wettbewerbsgebiet mit Zwischenwand des Bahnviaduktes

Abbildung 58: Blick auf das Bahnviadukt von der Böschung aus

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Abbildung 59: Blick auf das Bahnviadukt

Abbildung 60: Blick entlang des Bahnviaduktes von der Straße Alt-Moabit aus

Abbildung 61: Bahnviadukt mit Lehrter Bahnhof im Hintergrund

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Abbildung 62: Blick über das Wettbewerbsgebiet von der Straße Alt-Moabit aus mit dem Lehrter Bahnhof im Hintergrund

Abbildung 63: Stützkonstruktion des Bahnviaduktes

Abbildung 64: Wettbewerbsgebiet, Blick von der Straße am ULAP aus

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Treppenanlage und Böschung

Abbildung 65: Blick auf die Treppenanlage

Abbildung 66: Treppenanlage

Abbildung 67: Treppenanlage mit Resten der Balustrade

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Abbildung 68: Treppenanlage

Abbildung 69: Gehölzaufwuchs auf der Treppenanlage

Abbildung 70: Mauerreste der ehemaligen Einfriedung

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Abbildung 71: Mauerreste

Abbildung 72: Auftritt der Treppenanlage

Abbildung 73: Balustradereste der Treppenanlage

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Abbildung 74: gegenwärtige Eingangssituation an der Straße Alt-Moabit

Abbildung 75: Mosaiksteinpflaster im Bereich der Böschungsplattform

Abbildung 76: Pfosten der ehemaligen Toranlage

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Abbildung 77: Treppenpodest

Abbildung 78: Mauerreste

Abbildung 79 Bahnviadukt und Lehrter Bahnhof von der Böschung aus

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Unterführungen

Abbildung 80: Straße Alt-Moabit, im Hintergrund das Café Paris-Moskau und das Bahnviadukt

Abbildung 81: Blick durch die süd-östliche Unterführung

Abbildung 82: süd-östliche und süd-westliche Unterführung unterhalb der Straße Alt-Moabit

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Abbildung 83: süd-östliche Unterführung

Abbildung 84: süd-westliche Unterführung

Abbildung 85: süd-östliche Unterführung mit dem Eingang zu den Katakomben unterhalb der Kastanienrampe

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Umgebung des ULAP-Geländes

Abbildung 86: Café Paris-Moskau an der Straße Alt-Moabit

Abbildung 87: Straße am ULAP und 1. Querstraße

Abbildung 88: Straße am ULAP

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Abbildung 89: Blick entlang der Kastanienrampe von der Straße Alt-Moabit

Abbildung 90: Polizei- und Feuerwache an der Platanenallee

Abbildung 91: Polizei- und Feuerwache

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Sandsation 2004

Abbildung 92: Sandsationgelände mit süd-östlicher Unterführung

Abbildung 93: Sandsationgelände

Abbildung 94: Sandsationgelände, im Hintergrund der Lehrter Bahnhof

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4.5 Gender Mainstreaming in der Freiraumplanung
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung legt besonderen Wert darauf, alle Tätigkeiten der Verwaltung auch unter dem Gesichtspunkt der Geschlechtergerechtigkeit zu betrachten (gender bedeutet soziales Geschlecht, wie es durch die jeweilige Gesellschaft und ihre Kultur geprägt wird). Gleichzeitig ist der Forschungsstand bezüglich der Berücksichtigung genderspezifischer Belange im Bereich der Gestaltung noch sehr lückenhaft. Daher werden einige Projekte als Pilotprojekte durchgeführt, in denen der Kenntnisstand erweitert und Erfahrungen gesammelt werden können, die dann in das alltägliche Verwaltungshandeln eingehen können (mainstreaming). Dazu wurde im Vorfeld des Wettbewerbs „Zwei Parks auf dem Friedrichswerder“ eine Untersuchung über das Verhalten in der ehemaligen Freifläche auf dem Friedrichswerder und den Wünschen, die sich an die neuen Parkanlagen richten, in Auftrag gegeben. Diese Untersuchung wurde von der Arbeitsgemeinschaft argus durchgeführt. Die nachstehenden allgemeinen Ausführungen zu Gender Mainstreaming stellen Auszüge aus dem Ergebnisbericht dar.1 Als allgemeine Anforderungen an eine gendergerechte Planung sind die Gleichstellung der Geschlechter, Chancengleichheit und eine angemessene Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebensbedingungen und Zwänge, unter denen die Geschlechter leben, anzusehen. Es ist insbesondere sicherzustellen, dass 1. 2. 3. 4. Orte für alle Geschlechter geschaffen werden, der Stellenwert der Reproduktion berücksichtigt wird, Sicherheit vor Gewalt und Unfällen gewährt ist, die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familienarbeit unterstützt wird 5. und Raumrepräsentationen sowie durch die Gestaltung transportierte Werte und Normen alle Geschlechter, Ethnien, Altersgruppen und Klassen einbezogen werden.2 Die Umsetzung dieser Anforderungen in der Freiraumplanung bedeutet Planinhalte, die eine Aneignung des Freiraums für Frauen und Männer bzw. Mädchen und Jungen gleichermaßen sicherstellen und die Attraktivität der Nutzung durch geeignete Gestaltung für beide Geschlechter gleichermaßen fördern insbesondere durch: Berücksichtigung der unterschiedlichen Raumaneignung der Geschlechter und der spezifischen Nutzungsansprüche unterschiedlicher Nutzergruppen (Anwohner, Arbeitsbevölkerung, Senioren Kinder etc.) hinsichtlich der Aufenthaltsqualität und Gestaltung von Kommunikationsorten, Maßnahmen, die Männern und Frauen gleichermaßen gerecht werden, sowie Einrichtung von Räumen, die zum Ausgleich von Benachteiligungen spezifisch für ein Geschlecht gestaltet werden (Unterstützung der Aneignung von Frauen, Begrenzung männlicher Aneignung), Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedürfnisse bei der Gestaltung der Verkehrswege u.a. zur Vermeidung von ungewünschter Begleitbetreuung (übersichtliche Wegeführung, Orientierung, Verkehrssicherheit, Barrierefreiheit, Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Bedarfsorientierung von Verkehrswegen,

-

-

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Bündelung von Verkehrswegen), Berücksichtigung der unterschiedlichen Nutzungsansprüche an den Freiraum hinsichtlich generations- und geschlechtergerechter Nutzungsangebote und -qualitäten (u.a. Ruhe und Erholung, sportliche Aktivitäten, Kinderspieleinrichtungen, Treffpunkte/ Kommunikationsorte, Garten-/ Landschaftserlebnis, Querung und Durchwegung, infrastrukturelle Einrichtungen zur Verknüpfung von reproduktiven Verpflichtungen in der Nähe von Freiflächen), Berücksichtigung der unterschiedlichen Sicherheits- und Schutzbedürfnisse vor physischer und psychischer Gewalt und vor der Gefahr von Unfällen (Unterstützung der Raumaneignung von Frauen und damit ihrer Kontrolle über den Raum, Herstellung von Sichtverbindungen zu Orientierungspunkten und belebten Orten, Herstellung von belebten Verkehrswegen und erforderlichenfalls Fluchtwegen, Gestaltung gut einsehbarer Bereiche, ausreichende Beleuchtung, Reduzierung von Begleitbetreuung durch Vermeidung von Vermüllung als Gefahrenquelle und unsicherer Spielgeräte), Berücksichtigung der geschlechtsspezifisch und ethnisch unterschiedlichen Wirkung von Raumrepräsentation (Symbolik der Gleichberechtigung, Nutzungsoffenheit zur Vermeidung heteronormativer Zuschreibungen durch die Gestaltung).3

1

²

³

vgl. arbeitsgruppe gemeinwesenarbeit und stadtteilplanung -argus- gmbh: Pilotprojekt Gender Mainstreaming Friedrichswerder-West - Zwischenergebnisse –, September 2004 Darstellung nach Färber, C./ Spitzner, M./ Geppert, J./ Römer, S.: Umsetzung von Gender Mainstreaming in der Städtebaupolitik des Bundes. Auszüge aus der Expertise im Auftrag des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung erstellt im November 2001, Internet-Fassung der Expertise im Auftrag des BBR: www.bbr.bund.de/exwost/pdf-files/gm_0.pdf (Zugriff: 18.10.2004) Zusammenstellung unter Verwendung von: Beirat für frauenspezifische Belange bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (E. Baranek); Arbeitspapier zur Genderanalyse

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4.6 Nutzerbezogenes räumlich-funktionales Konzept / Erläuterungsplan
Der Erläuterungsplan zum Entwurf soll als schematische Analyse � � �

1

Nutzerbezogenes räumlich-funktionales Konzept / Erläuterungsplan:

die geplanten Raumnutzungen für die unterschiedlichen Nutzergruppen, die Raumwirkungen und die Raumaneignungen

sowie deren Bezüge untereinander verdeutlichen. Ebenso können die Nutzungsqualitäten zu unterschiedlichen Wochentagen und Uhrzeiten erläutert werden. Zur Darstellung des räumlich-funktionalen Konzeptes sollen folgende Symbole verwendet werden.

Legende:
Räumliche Kategorien Schwellenbereich als Übergang unterschiedlicher Raumkategorien bzw. als bevorzugter informeller Aufenthaltsort

Bewegungsrichtungen In unterschiedlichen Intensitäten (eventuell Unterscheidung nach Nutzergruppen, Durchwegung und Bewegung im Raum)

Blickbeziehungen Blockierte Blickbeziehung

starker Puffer schwacher Puffer, räumliche Abgrenzung zwischen unterschiedlichen Nutzungen und Intensitäten
07.03.2005 barbara willecke planung•freiraum

Barbara Willecke für den Beirat für frauenspezifische Belange

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2

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Sozialräumliche Kategorien Öffentlicher Raum (blau) Halböffentlicher, gemeinschaftlicher Raum (gelb) Privater Raum (grün)

Weitere mögliche Differenzierungen

�

Orientierungselement, Merkzeichen (punktuelle Elemente wie Plastiken, Brunnen oder flächige, wie Leitpflanzungen, Belag...)

Nutzungsintensität bzw. Rückzugsorte oder Spielbereiche Ruhiger Aufenthalt Raumgreifende oder bewegungsintensive Aktivitäten, Raum mit Aufforderungscharakter zu Sport, Spiel o.ä.

Lichtexposition Schattig Halbschattig Sonnig

3
07.03.2005 Nutzergruppen barbara willecke planung•freiraum

Wenn nutzerspezifische Angebote oder Differenzierungen angestrebt werde, dann ist Kennzeichnung durch die Angabe der Nutzergruppen möglich, wie Kinder Jugendliche Erwachsene Ältere Frauen Männer...

Barbara Willecke für den Beirat für frauenspezifische Belange

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Beispielplan

Barbara Willecke für den Beirat für frauenspezifische Belange

Hinweis an die Wettbewerbsteilnehmer Der vorliegende Erläuterungsplan stellt im Rahmen der zurzeit laufenden Einführungsphase von Gender mainstreaming in der Freiraumplanung einen neu entwickelten Baustein dar, der in diesem Wettbewerb erprobt werden soll. Der Auslober und der Beirat für frauenspezifische Belange bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung werden den Prozess und die Ergebnisse anschließend daraufhin auswerten, ob hiermit die für GM relevanten Gesichtspunkte objektiver und anschaulicher vermittelt werden können und ob der Erläuterungsplan in dieser oder ggf. optimierter Form bei weiteren Planungsverfahren angewendet werden soll. In diesem Sinne ist es vom Auslober durchaus erwünscht, auch aus Sicht der Wettbewerbsteilnehmer ein Meinungsbild zu erhalten.

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4.7 Formblatt Kostenermittlung
Kostenermittlung zum WB ehem. ULAP-Gelände Berlin
* Orientierungspreise nach Bauerfahrungen der vergangenen Jahre in Berlin (SenStadt) incl. Lohnkosten und 16 % Umsatzsteuer Einheit Menge Einheitspreise Euro* Gesamtkosten

01 Einfriedungen (incl. Fundamenten)
Zaun (Metall) Tor, eintürig Metall Tor, zweitürig Metall Pfeiler, Klinkermauerwerk Pfeiler, Beton Klinkerrolle Sonstige lfm Stk. Stk. m2 m2 lfm 200,00 800,00 1.600,00 500,00 480,00 85,00

Gesamt 02 Geländebearbeitung und Gestaltung ( incl. Transportkosten und Fundamenten)
Bodenabtrag Bodenauftrag Grob- und Feinplanung Humoser Oberbodenauftrag Gehölzrodungen (Sämlinge nicht unter Baumschutz) Sonstige Mauer Sichtbetonscheibe b 25 cm Sichtbetonmauer L-Winkel b 25 cm Naturstein B 25 cm Klinkermauerwerk b 25 cm Cortenstahl Stützmauer B 0,25 m H 1,0 m Sitzmauern B 0,35 m H 0,5 m Stufen / Sitzstufen Gabione 80/80 Aufbau historische Treppe Neubau Treppe Naturstein Neubau Treppe Beton Sonstige Naturstein Betonstufen m2 m2 m3 m3 m2 lfm lfm lfm lfm lfm psch. lfm lfm 180,00 165,00 1.700,00 1.200,00 153,00 110,00 300,00 200,00 100,00 102,00 95.000,00 280,00 120,00 m3 m3 m2 m3 m2 23,00 10,00 1,00 18,00 5,00

Gesamt

03 Befestigte Flächen und Kanten (incl. Trag-und Frostschutzschicht, Fundamenten und Rückenstützen)
Natursteinbelag Platten Pflaster Betonwerksteine Platten Pflaster Klinkerpflaster Wassergebundene Wegedecke Gußasphalt Asphalt (eingefärbt / hell) Schotterrasen Sonstige klein Beton/groß m2 m2 m2 m2 m2 m2 m2 m2 40,00 60,00 35,00 55,00 30,00 35,00 92,00 22,00 groß klein groß/mittel Mosaik m2 m2 m2 m2 m2 150,00 80,00 95,00 75,00

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Einheit Naturbordstein Naturkantenstein Betonsteinkanten Betonbordstein Stahlbandeinfassung Edelstahllinie (U-Profil, ca.15cm breit) Pflasterband Naturstein Sonstige lfm lfm lfm lfm lfm lfm lfm lfm

Menge

Einheitspreise Euro* 50,00 38,00 20,00 30,00 29,00 176,00 90,00

Gesamtkosten

Gesamt 04 Vegetationsflächen und Bäume (incl. Pflanzung, Fertigstellungspflege und 1. Jahr Entwicklungspflege)
Bäume 18/20StU incl. Baumscheibe Hecken, einreihig Strauchpflanzung Pflanzflächen / Stauden / Bodendecker Rasen Baumsanierung Wurzelsicherungsmaßnahmen nach DIN 18920 Wurzelvorhang Sonstige Stk. lfm m2 m2 m2 Stk. psch. Stk. 150,00 1.000,00 35,00 35,00 30,00 15,00 250,00

Gesamt 05 Wirtschaftsgegenstände (Mobiliar)
Bänke L ca. 2m(Holz/Stahl) Abfallbehälter Absperrpoller Baumroste Sonstige Stk. Stk. Stk. Stk. 500,00 300,00 300,00 300,00

Gesamt 06 Entwässerung (incl. der Leitungen und Anschlüsse)
Entwässerung Abläufe, Anschlüsse Dränagen / Rigolen Kleinsteinpflasterrinne Sonstige psch. psch. lfm 35,00

Gesamt 07 Beleuchtung (incl. der Versorgungsleitungen und der Anschlüsse)
Bodenstrahler Mastleuchten Pollerleuchten Sonstige Stk. Stk. Stk. 1.000,00 1.500,00 500,00

Gesamt 08 Sonstiges
Baustelleneinrichtung psch. 10.000,00

Gesamt Gesamtbaumaßnahme

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Verfassererklärung 4.8 Verfassererklärung ULAP-Gelände, Berlin-Mitte
Kooperativer landschaftsplanerischer Einladungswettbewerb

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Kennzahl: Verfasser:

Mitarbeiter:

Büroname:

Straße, Hausnummer: PLZ, Ort: Land: Tel: Fax: E-Mail-Adresse: Internetadresse: Kammer-Nr: Eintragungsort / seit: Bankverbindung Institut Kontonummer: Bankleitzahl: Kontoinhaber: Anschrift:

Sonderfachleute/Berater: Fachgebiet/Büroname/ Ort/ggf. Mitarbeiter:

Erklärung Ich / wir erkläre/n mit meiner / unserer Unterschrift, dass ich / wir der / die geistige / n Urheber der Arbeit mit der oben genannten Kennzahl bin / sind und mit den Verfahrensbedingungen gemäß Teil 1 der Ausschreibung einverstanden bin / sind.

___________________________ ___________________________ ___________________________ Ort, Datum Unterschrift (Verfasser) bevollmächtigter Vertreter*
* bei juristischen Personen, Partnerschaften und Arbeitsgemeinschaften

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4.9 Weiterführende Informationen
Ausführungsvorschriften zu §7 des Berliner Straßengesetzes über Geh- und Radwege (AV Geh- und Radwege)
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/stadtgruen/gesetze/index.shtml

-

Wirtschaftliche Standards des öffentlichen BauensHinweise zu Kostenreduzierungen im Bereich des Landschaftsbaus
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe/grundlagen

-

Monitoring Soziale Stadtentwicklung Berlin 2004
http://www.stadtentwicklung.berlin.de /planen/basisdaten_stadtentwicklung/monitoring/de/2004/index.shtml

-

Berliner Hauptbahnhof – Lehrter Bahnhof
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/grosse_projekte/de/hauptbahnhof http://www.db.de

-

Vivico Real Estate
http://www.vivico.com

4.10 Quellenverzeichnis
Ausschreibung zum freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb „Südlicher Vorplatz am Lehrter Bahnhof in Berlin” (1998, ACHATZIARCHITEKTENBDA, Berlin) Auszug Altlastengutachten (Berliner Institut für Baustoffprüfung GmbH, September / Oktober 1990) Baumbewertung auf dem Gebiet des ehem. ULAP-Geländes und des Lehrter Bahnhofs (1989, Arbeitsgruppe Piela, Berlin) Bebauungsplan II-201a, Entwurf in der Fassung vom 29.04.1999, Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr Flächennutzungsplan Berlin, Neubekanntmachung, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Januar 2004 Frecot, J.; Geisert, H.: Berlin in frühen Photographien 1857-1913, Verlag Schirmer/Mosler München, 1984 Gottschalk, W.: Das große Berlin, Max Missmann Photographien 1899-1935, Argon Verlag, Berlin 1991 Koordinierte Gesamtplanung, Technische Infrastruktur im Bereich Lehrter Bahnhof, Wetbewerb „ULAP-Park“ Übersichtsplan; Blattgröße A0, Berlin 2004 Landschaftsplanerischer Fachbeitrag zum Bebauungsplan II-201 Lehrter Bahnhof (1996, Gruppe F, Büro für Landschafts- und Freiraumplanung, Berlin) Landschaftsplanerischer Fachbeitrag zum Bebauungsplan II-201 Lehrter Bahnhof – Untersuchung zur Freiraumstruktur (1996, Gruppe F, Büro für Landschafts- und Freiraumplanung, Berlin) Pitz, H.; Hofmann, W.; Tomisch, J.: Berlin-W. Geschichte und Schicksal einer Stadtmitte, Band 2, Siedler Verlag Berlin, 1984

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Planungen für die Hauptstadt, 10 Jahre Hautstadtbeschluss, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung II B, November 2001 Stadtentwicklungsplan Berlin, mobil2010, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Juli 2003 ULAP Dokumentation – über das ehemalige Landesausstellungsge lände Berlin - Moabit (ULAP-Gelände), Ingeborg Grasmäder, Berlin 1985 im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz, Gartendenkmalpflege Die Bauwerke der Berliner S-Bahn, Arbeitshefte der Berliner Denkmalpflege, Band 1; Verlag Spiess, Berlin 1984 Monitoring Soziale Stadtentwicklung, Senatsverwaltung für Stadtentwickluung, 2002-2004 Einwohnerstatistik des Statistischen Landesamtes Berlin, Dezember 2004 arbeitsgruppe gemeinwesenarbeit und stadtteilplanung -argusgmbh: Pilotprojekt Gender Mainstreaming Friedrichswerder-West - Zwischenergebnisse -, September 2004 Färber, C./ Spitzner, M./ Geppert, J./ Römer, S.: Umsetzung von Gender Mainstreaming in der Städtebaupolitik des Bundes. Auszüge aus der Expertise im Auftrag des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung erstellt im November 2001, Internet-Fassung der Expertise im Auftrag des BBR: www.bbr.bund.de/exwost/pdf-files/ gm_0.pdf (Zugriff: 18.10.2004) Beirat für frauenspezifische Belange bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (E. Baranek); Arbeitspapier zur Genderanalyse

4.11 Abbildungsverzeichnis
Abbildung 01: Auszug aus dem Planwerk Innenstadt, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin 2004 Abbildung 02: Wettbewerbsgebiet auf Grundlage der koordinierten Gesamtplanung „Hauptstadt Berlin, Parlaments- und Regierungsviertel“, Berlin 2004 Abbildung 03: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin 2004 Abbildung 04-07: Schwarzpläne von 1940, 1950, 1990, 2010, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin 2004 Abbildung 08: Ausschnitt aus dem Flächennutzungsplan Berlin, Januar 2004 Abbildung 09: Bebauungsplan II-201a, Entwurf, Berlin 29.04.1999 Abbildung 10: Strategien nördlicher Cityrand, BA Mitte, Amt für Umwelt und Natur; Straßen- und Grünflächenamt, Berlin Dez. 2004 Abbildung 11: Axel Schultes und Charlotte Frank 1993, Rückseite des Plans „Planungen für die Hauptstadt, 10 Jahre Hauptstadtbeschluss“, Berlin 2001 Abbildungen 12: Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abbildung 13: Entwurf südlicher Bahnhofsvorplatz, Schwartz / Kiefer, Berlin 2004 Abbildungen 14: Ansicht der Spreeuferpromenade, Büro Gruppe F, Berlin 2004 Abbildungen 15,16: Platz der Republik,, Forum: Cornelia Müller / Jan Wehberg, Landschaftsarchitekten, Rückseite des Plans „Planungen für die Hauptstadt, 10 Jahre Hauptstadtbeschluss“, Berlin 2001 Abbildungen 17, 18: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin 2004 Abbildung 19: Ausschnitt, Planungen für die Hauptstadt - 10 Jahre Hauptstadtbeschluss, Berlin 2001 Abbildung 19a: Wettbewerbe aktuell, Heft 1/2005 Abbildung 20-26: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin 2004

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Abbildung 27: Übersichtsplan ÖPNV, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin 2004 Abbildung 28-30: Raumkanten, Zugänge, Lage der Ausstellungshalle: auf Grundlage der koordinierten Gesamtplanung „Hauptstadt Berlin, Parlaments- und Regierungsviertel“, Berlin 2004 und des Landschaftsplanerischer Fachbeitrag – Untersuchung zur Freiraumstruktur, Büro Gruppe F, Berlin 1996

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Abbildung 31: geschützter Baumbestand auf Grundlage der koordinierten Gesamtplanung „Hauptstadt Berlin, Parlaments- und Regierungsviertel“, Berlin 2004

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Abbildung 32,33: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin 2004 Abbildung 34: Auszug aus dem Bestandsübersichtsplan „Alt-Moabiter Brücken“, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (vormals Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr), Berlin 1998

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Abbildung 35: 3 Sondierungspunkte auf Grundlage der koordinierten Gesamtplanung „Hauptstadt Berlin, Parlaments- und Regierungsviertel“, Berlin 2004 und des Auszug des Altlastengutachten, Berlin Oktober 1990

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Abbildung 36-39: Berlin West., Band 2, Berlin 1984 Abbildung 40-48: ULAP Dokumentation, Ingeborg Grasmäder,Berlin 1985 Abbildung 49: Das große Berlin, Berlin 1991 Abbildung 50-52: Berlin in frühen Photographien 1857-1913, München 1984 Abbildung 53: Ausschreibung zum freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb am Lehrter Bahnhof, Berlin 1998 Abbildung 56, 58-61, 65-70, 74-86, 89: Büro Gruppe F, Berlin 2004 Abbildung 53 , 54, 54a, 55, 57, 62-64, 71-73, 87, 88, 90-94: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin 2004
        
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