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Auslobung

Full text: Auslobung

Temporäre Freiraumgestaltung Schlossareal Berlin Mitte
Begrenzt offener freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb

Auslobung

Begrenzt offener freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb Temporäre Freiraumgestaltung Schlossareal Berlin Mitte Auslobung

Berlin, Juni 2006

Herausgeber und Wettbewerbsdurchführung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin Wettbewerbsausschreibung Maria Rünz II D 22 Janne Westermann Digitale Bearbeitung Björn Steinhagen Titelbild © Berlin Partner GmbH / FTB-Werbefotografie Druck copyhaus, Berlin

Inhaltsverzeichnis
Anlass und Ziel ........................................................................................7 Teil 1 Verfahren ........................................................................................9 1.1 Auslober, Bauherr und Verfahrenskoordination ..........................9 1.2 Art des Verfahrens ......................................................................9 1.3 Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe..............................9 1.4 Teilnahmeberechtigung .............................................................10 1.5 Preisgericht und Vorprüfung......................................................10 1.6 Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen .......................................13 1.7 Abgabe der Wettbewerbsarbeiten.............................................13 1.8 Rückfragen ...............................................................................14 1.9 Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen...................................14 1.10 Geforderte Leistungen ..............................................................15 1.11 Beurteilungsverfahren und Vorprüfung .....................................16 1.12 Preise und Ankäufe ...................................................................16 1.13 Weitere Bearbeitung .................................................................17 1.14 Eigentum und Urheberrecht ......................................................17 1.15 Verfassererklärung ....................................................................17 1.16 Bekanntgabe des Ergebnisses /Ausstellung der Arbeiten ........18 1.17 Haftung und Rückgabe .............................................................18 1.18 Zusammenfassung der Termine................................................18 Teil 2 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 2.6 2.7 2.8 2.9 2.10 2.11 2.12 2.13 Situation und Planungsvorgaben..........................................19 Lage und Kennzeichnung des Wettbewerbsgebietes ...............19 Eigentum ..................................................................................22 Historische Entwicklung ............................................................22 Bedeutende Gebäude in der Umgebung des Wettbewerbsgebietes................................................................28 Bedeutende Freiflächen in der Umgebung des Wettbewerbsgebietes................................................................33 Städtebauliche Rahmenbedingungen .......................................35 Planungsrecht ...........................................................................36 Denkmalschutz..........................................................................37 Verkehr......................................................................................38 Freiraumplanerische Rahmenbedingungen ..............................40 Aktuelle Planungen und Nutzungen im Umfeld.........................42 Aktuelle Planungen und Zwischennutzungen im Wettbewerbsgebiet ...................................................................43 Umweltbedingungen und Technische Vorgaben .......................45

Teil 3 Wettbewerbsaufgabe ..................................................................49 3.1 Übergeordnete Zielsetzung.......................................................49 3.2 Charakter und Zonierung des Freiraumes ................................50 3.3 Gestalterische Zielsetzung........................................................51 3.4 Erschließung und Barrierefreiheit..............................................51 3.5 Ausstattung ...............................................................................52 3.6 Realisierung, Kostenrahmen, Wirtschaftlichkeit........................52 3.7 Beurteilungskriterien .................................................................52 Teil 4 Anhang .........................................................................................55 4.1 Gender Mainstreaming in der Freiraumplanung .......................55 4.2 Nutzerbezogenes räumlich-funktionales Konzept / Erläuterungsplan .......................................................................57 4.3 Verfassererklärung ....................................................................59 4.4 Weiterführende Informationen...................................................60 4.5 Quellenangaben........................................................................60 4.6 Digitale Anlagen .......................................................................61 4.7 Fotodokumentation ...................................................................64

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Tempöräre Freiraumgestaltung Schlossareal / Anlass und Ziel

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Anlass und Ziel
Nach der langjährigen Diskussion um die gestalterische und nutzungsprogrammatische Zukunft des Berliner Schlossareals wird der „Palast der Republik“, der zu DDR-Zeiten erbaut wurde, bis Frühjahr 2007 abgerissen sein. Auf Empfehlung einer internationalen Expertenkommission plant die Bundesrepublik Deutschland gemeinsam mit dem Land Berlin die Spreeinsel mit dem Humboldt-Forum, einem internationalen Forum der Kunst, Kultur und Wissenschaft, in der städtebaulichen Dimension des zerstörten barocken Schlosses wieder zu bebauen. Konzipiert ist das HumboldtForum als ein Ort der Information, Bildung und Begegnung für Berlin und sein internationales Publikum. Im Zentrum wird ein faszinierendes Angebot an Ausstellungen, Lesungen, Vorträgen, Theater, Film, Musik und Tanz stehen. Die Umsetzung dieses finanziell aufwendigen Projekts wird voraussichtlich im Jahr 2012 beginnen. Bis zu diesem Zeitpunkt soll der freie Stadtraum des Schlossareals für die Öffentlichkeit nutzbar und erlebbar sein. Ein Informationspavillon (Humboldt-Box) wird der Öffentlichkeit die Idee des zukünftigen Humboldt-Forums nahe bringen, und eine ansprechende Freiraumarchitektur soll der Bedeutung des besonderen Ortes bis zum Baubeginn des Forums Gestalt verleihen. Eine schlichte aber angemessene Freiraumgestaltung soll Berliner und Besucher zum Verweilen einladen. Es ist vorstellbar, innerhalb des öffentlich zugänglichen Freiraumes zeitlich befristete Open Air Kultur- oder Freizeitveranstaltungen zu integrieren. Eine kommerzielle Vereinnahmung des Ortes ist jedoch nicht erwünscht. Bei dieser temporären Gestaltung sind sowohl der besondere Untergrund (Betonwanne) im Bereich des abgetragenen Palastgebäudes wie auch die archäologischen Grabungen im Zeitraum 2007 bis 2008 an den Schlossfundamenten und die Baustelleneinrichtung zum Bau des U-Bahnhofes zu berücksichtigen.

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Tempöräre Freiraumgestaltung Schlossareal / Teil 1 Verfahren

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Teil 1 Verfahren 1.1 Auslober, Bauherr und Verfahrenskoordination

Auslober und Bauherr Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. II, Städtebau und Projekte, Referat II B in Zusammenarbeit mit der DSK, Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, Treuhänder und Entwicklungsträger des Landes Berlin. Wettbewerbsdurchführung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstr. 6 10179 Berlin Maria Rünz, II D 22 Tel.: +49 (0)30 / 9025-2021 Fax: +49 (0)30 / 9025-2533 e-mail: maria.ruenz@senstadt.verwalt-berlin.de Technische und inhaltliche Mitarbeit Björn Steinhagen Janne Westermann Mitwirkende Verwaltungen Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Bezirksamt Mitte von Berlin

1.2

Art des Verfahrens

Die Auslobung erfolgt als einstufiger, begrenzt offener Realisierungswettbewerb. Die Auswahl der Teilnehmer erfolgte in einem vorangegangenen Teilnehmerwettbewerb gemäß der Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen (VOF). Das gesamte Verfahren ist bis zum Abschluss anonym. Kommunikation Die Wettbewerbssprache ist Deutsch.

1.3

Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe

Dem Wettbewerb liegen die Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe auf den Gebieten der Raumplanung, des Städtebaus und des Bauwesens (GRW 1995 in der novellierten Fassung vom 22. Dezember 2003) zugrunde, soweit nachstehend nichts anderes ausgeführt ist. Bei der Vorbereitung der Ausschreibung hat die Architektenkammer Berlin entsprechend den Regelungen der GRW beratend mitgewirkt. Der Wettbewerb wird bei der Architektenkammer Berlin unter der RegistrierNr. B-2006-03 geführt.

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Einverständnis Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer und Gast erklärt sich durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren mit den vorliegenden Teilnahmebedingungen und der Anwendung der GRW 1995 einverstanden. Verlautbarungen jeder Art über Inhalt und Ablauf vor und während der Laufzeit des Wettbewerbsverfahrens, einschließlich der Veröffentlichung der Wettbewerbsergebnisse, dürfen nur über die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung - II D - abgegeben werden. Datenschutz Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer, Gast und Auftragnehmer willigt durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren ein, dass seine personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit o.g. Wettbewerb bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Form einer automatisierten Datei geführt werden. Diese Einwilligung ist auf der Verfasser- bzw. auf der Zustimmungserklärung zu bestätigen. Eingetragen werden Name, Anschrift, Telefon, Bankverbindung, Beauftragung im Wettbewerb, Kammermitgliedschaft, Berufsbezeichnung. Nach Abschluss des Verfahrens können auf Wunsch diese Daten gelöscht werden (durch Vermerk auf der Verfassererklärung). Gemäß § 6 des novellierten Datenschutzgesetzes ist die Einwilligung der Betroffenen notwendig, da eine spezielle Rechtsgrundlage für die Führung dieser Datei fehlt.

1.4

Teilnahmeberechtigung

Zur Teilnahme am Wettbewerb wurden entsprechend der Ankündigung im Europäischen Amtsblatt in einem vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren 10 Landschaftsarchitekturbüros ausgewählt und 15 Landschaftsarchitekturbüros unter Anwesenheit der Architektenkammer Berlin gelost.

1.5

Preisgericht und Vorprüfung
Andrea Gebhard Landschaftsarchitektin, München Barbara Willecke Landschaftsarchitektin, Berlin Toni Weber Landschaftsarchitekt, Solothurn N.N. Landschaftsarchitekt Bernd Niebuhr Architekt, Berlin

FachpreisrichterInnen

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Stellvertretende FachpreisrichterInnen

Marc Pouzol Landschaftsarchitekt, Berlin Regina Poly Landschaftsarchitektin, Berlin Salomon Schindler Architekt, Berlin
Über die entgültige Besetzung des Fachpreisgerichtes wird gesondert informiert.

SachpreisrichterInnen

Dr. Engelbert Lütke Daldrup Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Klaus-Dieter Lehmann Stiftung Preußischer Kulturbesitz Dr. Hans Stimmann Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Dorothee Dubrau Bezirksamt Mitte von Berlin

Stellvertretende SachpreisrichterInnen

Michael Halstenberg Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Norbert Zimmermann Stiftung Preußischer Kulturbesitz Beate Profé Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Frank Baumgart Bezirksamt Mitte von Berlin

Sachverständige

Horst Grothues / Klaus Hölscher Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Bernt-Joachim Giese Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Arno Pluschke / Lutz Steinmann DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH Annalie Schoen / Ellen Mickley Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Hauptstadtreferat

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Claudia Reich-Schilcher Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Architekturwerkstatt Ursula Renker Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Freiraumgestaltung und Stadtgrün Peter Ostendorff / Patrick Weiss Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Auswahlverfahren und Wettbewerbe Dr. Peter R. Fuchs Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Landesdenkmalamt Manfred Walk Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Infrastruktur ÖPNV Ingeborg Stude Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Barrierefreies Bauen Kristina Laduch Bezirksamt Mitte von Berlin LuV, Planen, Genehmigen, Stadtplanung Siegfried Dittrich Bezirksamt Mitte von Berlin LuV, Bauen, Straßen- und Grünflächenamt/Umwelt u. Natur Elisabeth Knebelkamp Berliner Verkehrsbetriebe, U-Bahn N.N. Specht, Kalleja+Partner ARGE Palastrückbau Gäste Peter Kever Architektenkammer Berlin Dr. Lutz Spandau Allianz-Umweltstiftung Vertreter der Fraktionen BVV Mitte Vorprüfung N.N. Landschaftsarchitekt Die Vorprüfung wird bei Bedarf verstärkt.

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1.6

Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen

Die Wettbewerbsunterlagen werden den gelosten und ausgewählten Teilnehmern am 03.07.2006 zugesandt.

1.7

Abgabe der Wettbewerbsarbeiten

Die Arbeiten sind am 23.08.2006 von 14.00 bis 17.00 Uhr bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung - II D -, Brückenstraße 6, 10179 Berlin, Raum 4.022 abzugeben oder am selben Tag oder davor liegend per Postoder Kurierdienst einzureichen. Die Wettbewerbsarbeiten sind zur Wahrung der Anonymität in verschlossenem Zustand ohne Absender oder sonstigen Hinweis auf den Verfasser, aber mit der Kennzahl und dem Vermerk „Realisierungswettbewerb Temporäre Freiraumgestaltung Schlossareal“ einzureichen. Bei Zustellung durch Post- oder Kurierdienst ist der Empfänger als Absender anzugeben. Bei Einreichung durch Post- oder Kurierdienst ist eine Kopie des Aufgabebeleges in gleicher anonymisierter Weise wie die Arbeit selbst, mit der Kennziffer versehen, an den Auslober nachzusenden. Bei Einlieferung durch Post- oder Kurierdienst (porto- und zustellungsfrei für den Empfänger) gilt die Einlieferungsfrist als erfüllt, wenn der Aufgabestempel das Datum des 23.08.2006 oder eines davor liegenden Tages trägt. Der Verfasser trägt die Verantwortung, dass die geforderten Leistungen am 6. Tag nach Abgabedatum vorliegen. Der Verfasser selbst ist für die Lesbarkeit des Aufgabestempels auf der Sendung verantwortlich. Verspätet eingegangene Arbeiten, deren Aufgabestempel/Aufgabebeleg fehlt, unleserlich oder unvollständig ist oder dessen Richtigkeit angezweifelt wird, werden vorbehaltlich des späteren Nachweises zeitgerechter Einlieferung, den der Teilnehmer zu erbringen hat, mitbeurteilt. Kennzeichnung der Arbeiten Die Wettbewerbsarbeiten sind in allen Stücken nur durch eine gleichlautende Kennzahl zu bezeichnen. Sie ist aus sechs arabischen Ziffern zu bilden und in einer Größe von 1 cm Höhe und 4 cm Breite auf jedem Blatt und Schriftstück in der rechten oberen Ecke anzubringen. Der Wettbewerbsverfasser hat die Verfassererklärung (siehe Anhang) mit seiner Anschrift in einem verschlossenen und undurchsichtigen Umschlag mit der gleichen Kennzahl abzugeben, mit der er seine Wettbewerbsarbeit gekennzeichnet hat. Dieser Umschlag ist gleichzeitig mit der Wettbewerbsarbeit abzugeben.

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1.8

Rückfragen

Rückfragen (GRW 5.3) zur Auslobung können ausschließlich schriftlich per E-Mail gestellt werden und müssen bis zum 12.07.2006 10:00 Uhr unter dem Kennwort „Realisierungswettbewerb Temporäre Freiraumgestaltung Schlossareal“ bei folgender E-Mail-Adresse eingegangen sein: maria.ruenz@senstadt.verwalt-berlin.de Bei den Rückfragen ist auf die entsprechenden Teilziffern der Auslobung, auf die sie sich beziehen, Bezug zu nehmen. Die Rückfragen werden bei Bedarf mit den Sachverständigen erörtert. Die Beantwortung wird allen Teilnehmern per E-Mail zugesendet. Ein Rückfragenkolloquium mit den Teilnehmern findet nicht statt. Das Ergebnis des Rückfragenbeantwortung wird anschließend allen am Verfahren Beteiligten zugesandt. Die Beantwortung ist Bestandteil der Auslobung.

1.9

Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen

Unterlagen des Wettbewerbs sind: die vorliegende Auslobung die schriftliche Beantwortung der Rückfragen unter anderem die im Folgenden aufgeführten Planunterlagen auf CD-ROM in den angegebenen Dateiformaten (s. auch Anhang)

Digitale Informationspläne - Luftbild, Stand 08/2004 als .jpg-Datei - Luftbild, CIR-Falschfarbenaufnahme, Stand 2002, als .jpg-Datei - Lageplan des Leitungsbestands als .pdf-Datei, M 1:500 - Informationspläne ARGE Rückbau Palast der Republik (verbleibende Bauteile Palast der Republik, Draufsicht, Schnitte, Ansichten, Details geplante Geländeoberfläche) als .pdf-Dateien, M 1:25 bis M 1:250 - Skizze Brunnenanlage Palastwanne als .pdf-Datei - Straßengestaltung Unter den Linden und Schlossareal als .pdf-Datei - Umplanung der Breite Straße als .pdf-Dateien - Archäologischer Bestandsplan des Landesdenkmalamtes, .pdf-Datei - Situationsplan geplante U-Bahn Linie 5 und deren Zugänge im Schlossareal Digitale Arbeitspläne - Übersichts-/Arbeitsplan als CAD-Datei in den Formaten .dwg, .dxf und .pla (v8) - Übersichtsplan als .pdf-Datei, M 1:1.000 - Arbeitsplan als .pdf-Datei, M 1:500 Hinweis Jeder Teilnehmer des Wettbewerbes verpflichtet sich, die vorliegenden digitalisierten Daten und Pläne nur für die Beteiligung am Wettbewerb zu nutzen. Daten, die im Rahmen der Bearbeitung als Zwischenprodukte anfallen und nicht an den Auslober abgegeben werden, sind nach Abschluss des Wettbewerbes zu löschen.

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1.10

Geforderte Leistungen

Von den Teilnehmern werden folgende Leistungen erwartet: Verflechtungsbereich/Einbindung in die Umgebung M 1:1.000 Entwurf M 1:500 Gestaltungs- und Nutzungskonzept mit Hauptwegeverbindungen und Ausformulierung der Oberflächentexturen aussagefähige Details im M 1:200 oder größer zur Verdeutlichung der Entwurfsidee je zwei Schnitte in Ost-West-Richtung und Nord-Süd-Richtung, M 1:200, geringfügige Abweichungen von der Lage der Schnitte sind zulässig, wenn dadurch der Entwurf verständlicher wird. nutzerbezogenes, räumlich-funktionales Konzept (Gender Mainstreaming) M 1:1.000, siehe Anhang erläuternde Darstellungen wie Ansichten und Perspektiven zur Veranschaulichung der Entwurfsidee Angaben zur Ausstattung Erläuterungsbericht mit Begründung des vorgeschlagenen Entwurfskonzeptes sowie zur Material- bzw. Pflanzenverwendung und zum baulichen Aufwand, Aussagen zum Nutzungskonzept, Aussagen zur Entwässerung Prüfplan mit Angabe der notwendigen Maße im M 1:200 Kostenermittlung (auf beiliegendem Formblatt, s. digitaler Anhang) Verzeichnis der eingereichten Unterlagen Verfassererklärung (Formblatt siehe Anhang)

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Die geforderten Leistungen sind in Papierform zu erbringen. Für die Präsentation der Wettbewerbsarbeiten stehen pro Arbeit zwei 2 m hohe Rolltafeln mit einer Hängefläche von 1,96 m x 1,46 m zur Verfügung. Die vom Auslober zur Verfügung gestellten Arbeitspläne sind ein Angebot, den Wettbewerbsbeitrag darzustellen; sie müssen von den Verfassern nicht verwendet werden. Um die Arbeiten jedoch gegebenenfalls bei einer späteren Ausstellung in Wechselrahmen präsentieren zu können, sollte kein größeres Blattformat als 1,20 m x 0,90 m gewählt werden. Jeder Teilnehmer darf nur eine Arbeit ohne Variante einreichen. Gemäß GRW 5.5 werden Darstellungen, die über die in der Auslobung geforderten Leistungen hinausgehen oder gegen bindende Vorgaben des Auslobers verstoßen, von der Vorprüfung ausgesondert. Farbige Darstellungen sowie erläuternde Skizzen sind zugelassen. Zusätzlich geforderte Leistungen in digitaler Form Zusätzlich sind folgende Leistungen in digitaler Form auf CD-Rom zu erbringen (für Vorprüfung, Ergebnisprotokoll und Veröffentlichung): - die Präsentationspläne als Windows-kompatible .tif-Dateien in einer Auflösung von bevorzugt 300dpi - die Präsentationspläne als .pdf-Datei(en) mit eingebundenen Pixeldarstellungen in einer Auflösung von bevorzugt 300dpi - den Prüfplan als Windows-kompatible .dxf- oder .dwg-Datei (AutoCAD 2000 oder tiefer) - Das ausgefüllte/ergänzte Formblatt (Kostenermittlung) als Windowskompatible .xls-Datei (MS Excel)

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Hinweise zu den geforderten digitalen Leistungen „Offene“ Dateien aus Layout-Programmen (z.B. InDesign, QuarkExpress, Illustrator etc.) können nicht berücksichtigt werden. Bildmaterial, das nicht im genannten Windows-kompatiblen .tif-Format vorliegt, kann nicht berücksichtigt werden. Die CD-ROM selbst trägt als Titel nur die sechsstellige Kennzahl, mit der auch die schriftlichen Pläne gekennzeichnet werden (z.B. 123456). Die einzelnen Dateien auf der CD-ROM müssen wie folgt benannt werden: Der erste Teil des Dateinamens ist die sechsstellige Kennzahl, danach folgt ein Unterstrich und anschließend der eigentliche Dateititel, gefolgt von der Formatangabe, z.B. „tif“. Beispiele: - Lageplan: - Grundrisszeichnung: - Ansichten: - Präsentationsplan:

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In den Dateinamen dürfen keine Leer- und Sonderzeichen vorkommen. Die CD-ROM ist für Windows-kompatiblen PC zu erstellen. MacintoshFormate können grundsätzlich nicht verwendet werden.

1.11

Beurteilungsverfahren und Vorprüfung

Das Beurteilungsverfahren ist unter den Punkten 5.5, 5.6 und 5.7 sowie in den Anlagen II und III der GRW 1995 dargestellt. Ergänzend gilt Folgendes: Die eingereichten Arbeiten werden mit Hilfe eines Kriterienkataloges (Beurteilungskriterien gem. GRW 5.1.5) vorgeprüft. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe können die Sachverständigen zur Unterstützung der Vorprüfer hinzugezogen werden. Dem Preisgericht werden die Ergebnisse der Vorprüfung als Entscheidungshilfe zur Verfügung gestellt, die Beurteilung der Arbeiten bleibt dem Preisgericht vorbehalten.

1.12

Preise und Ankäufe

Die Wettbewerbssumme (GRW 4.1) ist auf der Basis des § 15 HOAI in Verbindung mit der GRW 1995 ermittelt. Für Preise und Ankäufe stehen insgesamt 49.500,- Euro zur Verfügung. Vorgesehen ist folgende Aufteilung: 1. Preis 2. Preis 3. Preis 4. Preis drei Ankäufe mit je 16.300 Euro 10.600 Euro 7.200 Euro 4.800 Euro 3.200 Euro

Über die Preise und Ankäufe hinaus ist eine Kostenerstattung nicht vorgesehen. Die Preise und Ankäufe werden nach Entscheidung des Preisgerichts unter Ausschluss des Rechtsweges zugeteilt. Das Preisgericht kann ein-

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stimmig eine andere Verteilung beschließen oder Preisgruppen bilden. Die Mehrwertsteuer von derzeit 16 % ist in den genannten Beträgen nicht enthalten und wird den inländischen Teilnehmern zusätzlich ausgezahlt.

1.13

Weitere Bearbeitung

Das Preisgericht gibt eine schriftliche Empfehlung für die weitere Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe. Der Bauherr wird unter Würdigung der Empfehlungen des Preisgerichts dem ersten Preisträger die weitere Bearbeitung der Aufgabe mindestens mit den Leistungen 2, 3, 5 (und 4 soweit erforderlich) nach § 17 HOAI übertragen, sofern kein wichtiger Grund einer Beauftragung entgegensteht, insbesondere soweit und sobald die dem Wettbewerb zugrundeliegende Aufgabe realisiert werden soll (GRW 7.1). Voraussetzung ist, dass die Ausführung der ausgewählten Arbeit im Kostenrahmen möglich ist. Im Falle einer weiteren Bearbeitung werden durch den Wettbewerb bereits erbrachte Leistungen des Wettbewerbsteilnehmers bis zur Höhe des zuerkannten Preises oder Ankaufs nicht erneut vergütet, wenn der Wettbewerbsentwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert der weiteren Bearbeitung zugrunde gelegt wird (GRW 7.2). Landschaftsarchitekten, die nicht Mitglieder der Berliner Architektenkammer sind, werden gemäß § 6 Bau- und Architektenkammergesetz verpflichtet, sich bei Auftragserteilung im Verzeichnis auswärtigen Architekten der Architektenkammer Berlin eintragen zu lassen. Bei Bedarf wird die Hinzuziehung eines Kontaktlandschaftsarchitekturbüros empfohlen.

1.14

Eigentum und Urheberrecht

Die eingereichten Unterlagen der mit Preisen ausgezeichneten und angekauften Wettbewerbsarbeiten werden Eigentum des Auslobers (GRW 6.4). Das Urheberrecht und das Recht der Veröffentlichung der Entwürfe bleiben dem Verfasser erhalten (GRW 7.3). Der Auslober ist berechtigt, die zu Beurteilung zugelassenen Arbeiten nach Abschluss des Wettbewerbs ohne weitere Vergütung zu dokumentieren, auszustellen und (auch über Dritte) zu veröffentlichen. Die Namen der Verfasser werden dabei genannt.

1.15

Verfassererklärung

Durch ihre Unterschrift in der Verfassererklärung (siehe Anhang) versichern die Wettbewerbsteilnehmer, dass sie die geistigen Urheber der Wettbewerbsarbeiten, gemäß den Wettbewerbsbedingungen teilnahmeberechtigt, mit einer Beauftragung zur weiteren Bearbeitung einverstanden und zur fach- und termingerechten Durchführung in der Lage sind.

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1.16

Bekanntgabe des Ergebnisses / Ausstellung der Arbeiten

Das Ergebnis des Wettbewerbs wird (unter Vorbehalt der Prüfung der Teilnahmeberechtigung) den Teilnehmern, deren Arbeit mit einem Preis oder Ankauf ausgezeichnet wird, unmittelbar nach der Entscheidung des Preisgerichts mitgeteilt. Alle anderen werden durch Übersendung des Preisgerichtsprotokolls informiert und der Öffentlichkeit wird die Entscheidung des Preisgerichtes über die Presse bekannt gegeben (GRW 6.1) sowie unter www.stadtentwicklung-berlin.de/aktuell/wettbewerbe mitgeteilt. Die zur Beurteilung zugelassenen Wettbewerbsarbeiten werden mit den Namen der Verfasser, der Mitarbeiter und Sonderfachleute, den Preisen und Ankäufen, der Aufnahme in die engere Wahl und dem Preisgerichtsprotokoll öffentlich ausgestellt. Eröffnung, Ort und Dauer der Ausstellung werden den Wettbewerbsteilnehmern und der Presse bekanntgegeben (GRW 6.3).

1.17

Haftung und Rückgabe

Für die Beschädigung oder den Verlust der eingereichten Arbeiten haftet der Auslober nur im Fall nachweisbar schuldhaften Verhaltens (GRW 6.5). Die nicht prämierten Arbeiten von in Berlin ansässigen Teilnehmern können zu einem Zeitpunkt, der ihnen rechtzeitig mitgeteilt wird, bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung - II D - abgeholt werden. Sind diese Arbeiten, trotz einer Erinnerung 13 Wochen nach dem genannten Termin nicht abgeholt worden, so geht der Auslober davon aus, dass die betreffenden Teilnehmer das Eigentum an ihren Arbeiten aufgegeben haben und wird dann mit diesen Arbeiten nach seinem Belieben verfahren. Im Übrigen erfolgt die Rücksendung der nicht prämierten Arbeiten von Teilnehmern, die nicht in Berlin ansässig sind, nur dann, wenn die Arbeiten in transportgerechter und wiederverwendbarer Verpackung eingereicht wurden.

1.18

Zusammenfassung der Termine
03. Juli 2006 12. Juli 2006 17. Juli 2006 23. August 2006 22. September 2006 Oktober 2006

Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen Rückfragen schriftlich per E-Mail bis Rückfragenbeantwortung schriftlich per E-Mail Abgabe der Arbeiten Sitzung des Preisgerichts Ausstellung der Arbeiten

Tempöräre Freiraumgestaltung Schlossareal / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Teil 2 Situation und Planungsvorgaben 2.1 Lage und Kennzeichnung des Wettbewerbsgebietes

Lage im Stadtraum Das Schlossareal liegt im historischen Zentrum Berlins im Bezirk Mitte. Es befindet sich auf der Spreeinsel, einem der Siedlungskerne Berlins und wird im Osten durch die Spree, im Westen durch den Spreekanal begrenzt.

Abb. 1:

Schwarzplan (mit Darstellung geplanter Gebäude)

M 1:8.000

Nördlich des Wettbewerbsgebietes verläuft die überregional bedeutende Hauptverkehrsverbindung Unter den Linden / Karl-Liebknecht-Straße mit der Schlossbrücke und der Liebknechtbrücke, im Süden schließt die Straße Werderscher Markt / Rathausstraße mit Schleusenbrücke und Rathausbrücke an. Das Areal liegt innerhalb einer Achse gesamtstädtisch wichtiger Freiräume, die vom Pariser Platz am Brandenburger Tor über die Straße Unter den Linden, vorbei an Bebelplatz und Neuer Wache zum Lustgarten und dem Schlossareal führt. Die historische Achse „Unter den Linden“ endete hier am Standort des Berliner Schlosses, dessen durch Kriegseinwirkungen beschädigte Substanz aus ideologischen Gründen 1950 gesprengt und abgetragen wurde. Nach Osten folgen das Marx-Engels-Forum und die Grünanlagen am Fernsehturm, an die sich der Alexanderplatz anschließt. Der Ort ist geprägt durch die ihn umgebenden repräsentativen Bauten der Berliner Stadtgeschichte: das Alte Museum und der Berliner Dom im Norden, der Marstall und das ehemalige Staatsratsgebäude im Süden, der Neubau des Auswärtigen Amtes, die Friedrichswerdersche Kirche, die wiedererrichtete Kommandantur und das Zeughaus im Westen jenseits des Spreekanals.

Tempöräre Freiraumgestaltung Schlossareal / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Wettbewerbsbereich I

Wettbewerbsbereich II

Fläche für Ausgrabungen Dominikanerkloster

Abb. 2:

Luftbild aus dem Jahr 2004

M 1:4.000

Tempöräre Freiraumgestaltung Schlossareal / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Standort der Bauakademie

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Auswärtiges Amt

Abb. 3:

Lageplan mit geplanten Gebäuden auf Grundlage des Planwerks Innenstadt und Wettbewerbsbereich

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Tempöräre Freiraumgestaltung Schlossareal / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Wettbewerbsgebiet Das Wettbewerbsgebiet gliedert sich in den Wettbewerbsbereich I mit einer Größe von ca. 20.700 m² und den Wettbewerbsbereich II mit einer Größe von ca. 12.900 m². Der östliche Bereich I ist heute noch Standort des Palastes der Republik, dessen Abriss zur Zeit erfolgt und im Frühsommer 2007 beendet sein wird. Er wird umgeben von der Karl-Liebknecht-Straße im Norden, der Spree im Osten und der Straße Werderscher Markt / Rathausstraße im Süden. Der Wettbewerbsbereich II schließt direkt westlich an Bereich I an (s. Plan). Nördlich davon befindet sich der Standort der geplanten Humboldt-Box. Die westliche Begrenzung bildet die Straße an der ehemaligen Schlossfreiheit. Auf dem Gelände des Wettbewerbsbereiches II sind weitere archäologische Grabungen des Landesdenkmalamtes geplant, erst im Anschluss daran nach Zuschüttung der Grabungsfelder wird ab 2009 auch dieser Bereich temporär gestaltet.

2.2

Eigentum

Das Wettbewerbsgebiet befindet sich in der Verfügungsberechtigung der öffentlichen Hand (Bund/Land). Die Fläche des im Abriss befindlichen Palastes der Republik bis zur Spree ist im Besitz der Bundesrepublik Deutschland, die übrige Fläche gehört dem Land Berlin.

2.3
1232

Historische Entwicklung
Die Fernhandelssiedlung Cölln, auf der Spreeinsel gelegen, erhält Stadtrecht Gründung der Stadt Berlin auf dem rechten Spreeufer gegenüber Baubeginn des Schlosses im Bereich des Schlossareals. Aus dieser 1443-45 errichteten Burg und einem seit 1438 erbauten Wasserschloss entstand das durch namhafte Baumeister über die Jahrhunderte erweiterte und veränderte Stadtschloss. 1538-1540 Umbau zum Renaissanceschloss durch Krebs und Theiß 1699-1707 Erweiterung zum Barockschloss durch Schlüter 1707-1713 Bau des Nord- und Westflügels mit Eosanderportal durch J.F. Eosander von Goethe 1714-1716 Bau des West- und Südflügels durch Böhme, Ende der barocken Erweiterung nach Plänen Schlüters 1745-1903 weitere Aus- und Umbauten durch von Knobelsdorff, Nahl, von Gontard, Erdmannsdorff, Langhans, Schinkel, Stüler, von Ihne Der Lustgarten und die Straße Unter den Linden entstehen, die Schlossfreiheit wird bebaut

1230-40

1443

1647

Tempöräre Freiraumgestaltung Schlossareal / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

23

Abb. 4:

Stadtschloss und Bebauung der Schlossfreiheit, Blick über die Schlossbrücke, vor 1897

1662

Der Friedrichswerder wird als erste Stadterweiterung auf dem linken Spreeufer gegründet. Nach dem Dreißigjährigen Krieg werden die drei Stadtgebiete mit einer Festungsanlage umgeben, deren Umriss noch heute im Stadtbild ablesbar ist. Die restlichen Festungsanlagen weichen dem „Forum Fridericianum“, dessen erste Bauten am Opernplatz entstehen (Oper, Kronprinzen- und Prinzessinnenpalais, Preußische Bibliothek). Die Universität (1748-53) und die St. Hedwigskathedrale wenig später ergänzen das Forum und unterstreichen den Charakter der Residenzstadt über den Schlossbezirk hinaus. Bau des Brandenburger Tores als westlicher Abschluss der Straße Unter den Linden. Die so vollendete Grundrissfigur mit dem Schloss und dem Lustgarten, der Straße Unter den Linden und dem nördlichen Teil des Friedrichswerder bleibt bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus erhalten.

ab 1650

1735-40

1788-91

Beginn 19. Jh. Karl Friedrich Schinkel gibt dem Schloss und seiner Umgebung eine neue, klassizistische Gestalt durch zahlreiche Bauten (Neue Wache, Umbau des Doms, Altes Museum, Friedrichswerdersche Kirche, Bauakademie) und die Neuplanung der Schlossbrücke. Der Lustgarten als städtischer Platz wird von Schinkel und Lenné neugestaltet. Eingerahmt vom Alten Museum und dem Dom erstreckt er sich bis an die Nordfassade des Schlosses und die Uferbebauung der Schlossfreiheit im Süden. 1871 Baubeginn der Stadtbahn auf dem Festungsgraben Der Teilabriss eines Schlossflügels zur Herstellung einer Verbindung zwischen der Straße Unter den Linden und

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24

Kaiser-Wilhelm-Straße (heute Karl-Liebknecht-Straße) durch den Lustgarten verändern die bisherige städtebauliche Struktur. Die mittelalterliche und barocke, kleinteilige Parzellenstruktur wird zunehmend aufgegeben. 1897 Abriss der Uferbebauung der Schlossfreiheit. Einweihung des monumentalen Nationaldenkmals Kaiser Wilhelm I. Das Schloss ist jetzt nach allen Seiten freigestellt.

Abb. 5:

Schlossbrücke und Stadtschloss, 1913

1918/19

Ende der Monarchie Das Schloss, schon immer eher symbolischer als politischer Machtmittelpunkt, verliert seine politische und repräsentative Funktion endgültig. Nutzung durch vielfältige öffentliche Einrichtungen, Behörden und Vereine.

Abb. 6:

Stadtschloss, um 1930, Blickrichtung Westen

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25

1930er Jahre

Während des Nationalsozialismus kurzzeitig Sitz der „Reichskammer für bildende Künste“, sonst bleibt die Rolle des Schlosses unbedeutend. Nachhaltige Veränderungen durch Kriegszerstörungen

2. Weltkrieg

Abb. 7:

Durch Kriegseinwirkungen beschädigtes Stadtschloss, 1946

ab 1950

Flächendeckender Abriss des beschädigten Baubestandes durch die DDR-Regierung Das Zentralkomitee der SED beschließt die Rekonstruktion der beschädigten historischen Gebäude Unter den Linden, entscheidet sich aber aus ideologischen Gründen für die Sprengung des Schlosses. Obwohl schon 1946 in hergerichteten Räumen des Schlosses Ausstellungen stattfanden, muss das Schloss den Planungen für das neue politische Zentrum der DDR weichen. Trotz Protesten aus Ost- und Westdeutschland wird es 1950 gesprengt, im gleichen Zuge erfolgt die Abtragung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals an der Schlossfreiheit. Das Schlossareal erhält den Namen Marx-Engels Platz und dient zweimal im Jahr als Aufmarschplatz für große Kundgebungen und Demonstrationen (Maidemonstration). Die übrige Zeit wird es als Parkplatz genutzt. Bundestag und Senat schreiben einen Wettbewerb für das gesamte Berliner Zentrum aus, die DDR reagiert mit dem Wettbewerb „zur sozialistischen Umgestaltung des Zentrums der Hauptstadt der DDR, Berlin“. Die Ergebnisse beider Seiten zeigen, dass ein Wiederaufbau des Schlosses für die Teilnehmer nicht zur Diskussion steht. „Ideenwettbewerb zur Sozialistischen Umgestaltung des Zentrums der Hauptstadt der DDR, Berlin“ Hermann Henselmann schlägt anstelle eines zentralen

1950/51

1951-77

1957

1959

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Regierungshochhauses auf dem Marx-Engels-Platz (heutiges Schlossareal) einen 360m hohen Fernsehturm am Rande des Schlossareals an der Spree vor. 1961 Abriss der Bauakademie Anfängliche Pläne der DDR-Regierung für den Aufbau des Berliner Zentrums beinhalten den Wiederaufbau der Bauakademie. Der 1953/54 bis auf das Dach wiederhergestellte Rohbau wird jedoch 1961/62 zugunsten des neuen Außenministeriums abgetragen. Bau des Staatsratsgebäudes, Sitz des Staatsrats der DDR In die Hauptfassade wird das Eosanderportal des Berliner Schlosses integriert. Errichtung des Außenministeriums der DDR am Standort der ehemaligen Bauakademie Bau des Palastes der Republik von Graffunder und Swora als Volkshaus (Großer Saal, Theater, Restaurants, Bowlingbahn) mit Sitz der Volkskammer sofortige Schließung des Palastes wegen Asbestbelastung

1962/63

1964-67

1973-76

1990

Abb. 8:

Marx-Engels-Platz 1991 mit Staatsratsgebäude und Palast der Republik; links das 1996 abgerissene Gebäude des DDR-Außenministeriums

1990er Jahre

Der Platz vor dem Palast wird für vielfältige Veranstaltungen kultureller Art genutzt Errichtung einer Kulisse des Berliner Schlosses an seinem historischen Standort im Maßstab 1:1 Internationaler Städtebaulicher Ideenwettbewerb Spreeinsel Abriss des DDR-Außenministeriums

1993

1993

1996

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27

1997

Ausschreibung eines europaweiten Interessensbekundu ngsverfahrens durch Bundesregierung und Senat für ein Puplic-Private-Partnership Modell Asbestsanierung des Palastes der Republik Nach den verschiedensten Verfahren, Initiativen und Diskussionsbeiträgen, die ohne mehrheitsfähiges Ergebnis bleiben, erfolgt die Einrichtung eines Expertengremiums durch Bundesregierung und Senat. Dieser Internationalen Expertenkommission „Historische Mitte Berlin“ gehören 17 Mitglieder unterschiedlicher Disziplinen und sechs Moderatoren aus Politik und Wirtschaft an. Abstimmung im Deutschen Bundestag über die erarbeiteten Empfehlungen der Kommission: Mehrheitlicher Beschluss für folgende Punkte: weitgehender Rückgriff auf den historischen Stadtgrundriss im Sinne einer „Kritischen Rekonstruktion“ Rückbau des Palastes der Republik Errichtung eines kulturell und wissenschaftlich genutzten Neubaus, des „Humboldt-Forums“, das sich an der Stereometrie des Schlosses orientiert Wiedererrichtung der barocken Fassaden der Nord-, West- und Südseite und des Schlüterhofs

1997-2002 1999/2000

4. Juli 2002

2002-2006

Zwischennutzung des Palastes durch Ausstellungen und Kulturfestival Der Bundestag lehnt einen Antrag von Die Linke.PDS und Bündnis 90/Die Grünen ab, den Rückbau des Palastes zu stoppen.

Januar 2006

Abb. 9:

Schwarzpläne: zerstörte/abgerissene Gebäude bis 2006 - Neubauten 1945-2000

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28

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Abb. 10: Eingetragene Denkmale in der Umgebung des Wettbewerbsbereiches
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1 Altes Museum...............1825-1830 | um 1880, 1958-1966, 1976-1984 2 Dom ..............................1894-1905 | 1944, nach 1975 3 Neuer Marstall ..............1896-1901 | um 1920, nach 1950 4 Staatsratsgebäude .......1962-1964 5 Zeughaus......................1706 | 1730, um 1950 6 Friedrichswerdersche Kirche ...........................1824-1830 | um 1985 7 Schlossbrücke ..............1821-1824, 1842-1857 | 1912, um 1955, um 1985 8 Schleusenbrücke ..........1914-1916 | 1936-1937, 1951, 1972-1973

Altes Museum Das Alte Museum, der älteste Bau auf der Museumsinsel, gilt als eines der künstlerisch bedeutendsten Werke Karl Friedrich Schinkels. Es entstand 1825-30 für die königlichen Kunstsammlungen als städtebauliches Gegenüber zur Nordseite des Schlosses auf einem Teil des Lustgartens. Berliner Dom Der erste Dom am Lustgarten wurde 1747-50 von Johann Boumann nach Plänen von Knobelsdorff errichtet und 1817-22 von Schinkel umgestaltet. Nach einem langen Planungsvorlauf und einem Wettbewerb 1867 für den Neubau wurde dieser erst 1893-1905 durch Julius Raschdorff und seinen Sohn Otto erbaut. Es entstand ein dem Zeitgeschmack entsprechender Kolossalbau im Stil der Hochrenaissance und des Barock, als Oberpfarrund Domkirche die bedeutendste evangelische Kirche des Landes und Grabkirche der Hohenzollern.

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9 Fundamentgewölbe ehem. Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelm I. .....1895-1897 | 1950 10 Stadtschloss (Bodendenkmal, teilweise freiliegend) Außenmauern ...............1707/1713 Kellerräume ..................1891/1894 Terrassenmauern..........1844/1846 und 1901 11 Dominikanerkloster Fundamente und Bestattungen (Bodendenkmal, zzt. nicht freiliegend) 12 Cöllner Stadtmauer Fundamente mit Turm (Bodendenkmal, zzt. nicht freiliegend) 13 Marx-Engels-Forum......1984-1986

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Errichtung | Änderungen

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Abb. 11: Altes Museum, 2006, Ansicht vom Lustgarten

Abb. 12: Berliner Dom, 2006

Alter und Neuer Marstall Der von Hofbaurat Ernst Eberhard von Ihne 1896-1901 errichtete, mehrflügelige neobarocke Bau des Neuen Marstalls knüpfte in seiner Formsprache an die Fassade des Stadtschlosses zum historischen Schlossplatz an. Der wilhelminische Repräsentationsbau ist in seinem heutigen Erscheinungsbild geprägt durch die überformende Neugestaltung im Zuge des Wiederaufbaus von 1950-54 und 1961-65. Mit dem langgestreckten Spreeflügel und drei Innenhöfen umfasst der Gebäudekomplex kammartig die älteren Gebäude an der Breite Straße: den Alten Marstall, das Ribbeck-Haus sowie ursprünglich die Ritterakademie, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. 1921 wurden die Pferdeställe im Spreeflügel zu Büchermagazinen umgebaut und zusammen mit dem Quergebäude von der Berliner Stadtbibliothek genutzt. Heute einer der drei Standorte der Zentral- und Landesbibliothek und der Musikhochschule Hanns-Eisler.

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30

Abb. 13: Marstall, 2006

Ehemaliges Staatsratsgebäude Für den Bau des Amtssitzes des höchsten staatlichen Gremiums der DDR, 1962-64 vom Architektenkollektiv Roland Korn und Hans-Erich Bogatzky errichtet, wurden Wohnquartiere der Cöllner Altstadt und der nördliche Teil der Brüderstraße völlig entfernt. Der mit Sandstein und rotem Granit verkleidete Stahlskelettbau ist in seinen Proportionen und seiner inneren Aufteilung ganz auf das ehemalige Portal IV der Lustgartenseite des Berliner Schlosses (1706-13 von J. F. Eosander von Goethe) ausgerichtet. Das Schlossportal wurde, mehr als zehn Jahre nach dem Abriss des Schlosses, in die Fassade eingefügt, weil von seinem Balkon aus Karl Liebknecht am 9. November 1918 die Sozialistische Republik ausgerufen hatte. Heute Sitz der European School of Management and Technology (ESMT).

Abb. 14: Ehemaliges Staatsratsgebäude, 2006

Fundamentgewölbe des ehemaligen Nationaldenkmals für Kaiser Wilhelm I. Von dem 1895-97 nach Entwürfen des Bildhauers Reinhold Begas und den Architekten Ernst von Ihne und Gustav Halmhuber entstandenen monumentalen Reiterdenkmal ist heute nur noch die Plattform des Sockels erhalten. Für den Bau der Denkmalanlage musste die Bebauung der Schlossfreiheit weichen.

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Die Säulenhalle, die flankierenden Pavillons und das Standbild selbst wurden im Krieg stark beschädigt und zeitgleich mit der Sprengung des Schlosses abgerissen. Unter dem Denkmal mündete ursprünglich der Mühlengraben in den Kupfergraben. Die erhaltenen Gewölbe, bereits zu ihrer Entstehung als „Meisterleistung des Ingenieurbaus“ bezeichnet, weisen auf eine den Ort bis zum Ende des 19. Jahrhunderts prägende Situation hin.

Abb. 15: Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelm I., 1900

Friedrichswerdersche Kirche Der 1824-31 entstandene einschiffige Backsteinbau Karl Friedrich Schinkels stellt die erste neogotische Kirche Berlins dar und nahm damit wesentlichen Einfluss auf den Kirchenbau des 19. Jahrhunderts und die Wiederaufnahme traditioneller märkischer Backsteinkunst. Seit 1987 beherbergt die Friedrichswerdersche Kirche die ständige Ausstellung der Sammlung „Plastik des 19. Jahrhunderts“ der Nationalgalerie.

Abb. 16: Werderscher Markt und Friedrichswerdersche Kirche, um 1930

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Kommandantur Die Bausubstanz der ehemaligen Kommandantur, einem Barockpalais am Anfang der Allee Unter den Linden, war nach dem Krieg 1946 äußerlich noch erhalten. Wie auch die Bauakademie wurde sie im Zuge der Planungen für das neue Außenministerium der DDR abgerissen. Ihre Rekonstruktion fand in den Jahren 2000-2003 statt. Dabei wurde die Nord-, Ost- und Westfassade nach historischem Vorbild wiedererrichtet und die Südfassade modern gestaltet. Das ehemalige Kommandantenhaus beherbergt heute die Stiftung Bertelsmann und die Hauptstadtrepräsentanz der Bertelsmann AG.

Abb. 17: Rekonstruktion der Kommandantur, 2006

Zeughaus Das Zeughaus, als preußisches Waffenarsenal 1695-1706 von Johann Arnold Nering, Martin Grünberg, Andreas Schlüter und Jean de Bodt erbaut, ist das älteste Gebäude Unter den Linden und neben dem ehemaligen Schlossbau einer der bedeutendsten Barockbauten Berlins. 1871, nach der Reichsgründung, bestimmte Kaiser Wilhelm I. das Zeughaus zu einem Waffenmuseum mit Ruhmeshalle. 1950 wurde das Zeughaus zum „Museum für deutsche Geschichte“. Der im Krieg schwer beschädigte Außenbau wurde wiederhergestellt. Mit der Fassadensanierung und der Restaurierung der Bauplastik erhielt er 2001 sein barockes Erscheinungsbild zurück. Im Zuge der Planung für

Abb. 18: Zeughaus, 2006, Blick über die Schlossbrücke

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den Erweiterungsbau des Deutschen Historischen Museums „Hinter dem Zeughaus“ (Architekt I. M. Pei) 1998-2004 wurde der Hof des Zeughauses überdacht. Schlossbrücke Der Bau der Schlossbrücke war Teil der städtebaulichen Neuordnung des gesamten Bereiches zwischen Schloss und Opernplatz, die auf Schinkel zurückgeht. Zusammen mit der gleichzeitigen Umgestaltung des Lustgartens und dem Neubau der Wache schuf Schinkel eine großzügige und stimmige Stadtanlage. Durch den Neubau der Brücke 1821-24, ihre Verbreiterung und den monumentalen Aufbau mit Figurengruppen und Reliefs (s. Abb. 5) erschien die Straße Unter den Linden erstmals als durchgehende Achse zwischen Brandenburger Tor und Stadtschloss. Die Standbilder der Generäle ließen die Hauptstraße als „via triumphalis“ erscheinen.

2.5

Bedeutende Freiflächen in der Umgebung des Wettbewerbsgebietes

Lustgarten Auf der nördlichen Spitze der Spreeinsel befanden sich seit Mitte des 17. Jahrhunderts zwei Gärten, der Lustgarten und der nördlich an ihn anschließende Küchengarten (heutiger Standort der Museumsinsel). Beide Gärten wurden nach holländischem Vorbild auf sumpfigem Gelände angelegt. Im Laufe der Geschichte wurde der Lustgarten mehrfach umgestaltet und veränderte sich zum Stadtplatz. Karl Friedrich Schinkel gab dem Platz nach dem Bau des Alten Museums die Form, auf der auch die heutige Gestaltung basiert. Der Lustgarten stellte als Stadtplatz das verbindende Element zwischen Altem Museum, Berliner Dom und dem Stadtschloss dar. Die größte Umgestaltung erfuhr er im Zuge des Umbaus von Berliner Stadtplätzen für die Olympiade 1935 mit der Pflasterung als Aufmarschplatz. Bis 1998 blieb dieser Zustand mit kleinen Veränderungen erhalten. (s. Abb. 8) Die heutige Neuinterpretation des Lustgartens reagiert auf die gegenwärtigen Bedingungen: die veränderte Lage des Berliner Doms, das Fehlen des Schlosses und die verbreiterte Straßenführung der Karl-LiebknechtStraße. Die Achsen und Proportionen des Schinkelentwurfes wurden verändert. Schinkelplatz Der markante Gebäudekubus der 1831-35 von Schinkel entworfenen Bauakademie bezog sich mit dem vorgelagerten Schinkelplatz auf die Achse Unter den Linden im Norden und leitete die Neuordnung des unübersichtlichen Umfeldes des Werderschen Marktes im Süden ein. Für den Bau wurde das alte Packhofgebäude abgerissen und der Spreekanal begradigt. Mit ihrer strengen Architektur stellt die Bauakademie, für die Schinkel im Erdgeschoss Läden vorgesehen hatte, die 1874 zu Büroräumen umgebaut wurden, einen Prototyp für Büro- und Geschäftshäuser dar. An der nördlichen Spitze des Schinkelplatzes befand sich ein Brunnenbecken, südlich davon standen die Denkmäler für Beuth

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Abb. 19: Lustgarten, Altes Museum und Berliner Dom, 2005

Abb. 20: Schinkelplatz, 2006, Blick auf die Schaufassade der Bauakademie

(Gewerbeorganisation), Schinkel (Staatliche Kontrolle des Bauwesens), und Thaer (Reorganisation der Landwirtschaft). Eine Uferpromenade verband die Schleusenbrücke mit der Schlossbrücke, wie es auch der heutigen Situation entspricht. Der Schinkelplatz wurde, angelehnt an seine historische Form, wiederhergestellt und soll an seiner westlichen Seite durch eine Neubebauung gefasst werden. Ehemaliger Schlossplatz Der ehemalige Schlossplatz, auf der Südseite des Schlossareals gelegen, ist heute räumlich nicht gefasst und dadurch als städtischer Platz nicht mehr erfahrbar. Im Gegensatz zu dem riesigen Areal, das heute den Namen „Schlossplatz“ trägt, wurde die historische Platzanlage durch die imposante Südfassade des Schlosses und den Eingangsbau des Neuen Marstalls begrenzt. In der Mitte des Schlossplatzes befand sich der Neptunbrunnen, der heute vor dem Roten Rathaus steht, aber wieder an seinen ursprünglichen Ort zurückkehren soll.

Tempöräre Freiraumgestaltung Schlossareal / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Abb. 21: Schlossplatz um 1930, Blickrichtung Westen, in Bildmitte der Neptunbrunnen

2.6

Städtebauliche Rahmenbedingungen

Planwerk Innenstadt Auch für die Umgebung des Schlosses gilt das seit 1999 vom Berliner Senat beschlossene Planwerk Innenstadt als überbezirkliche Planungsvorgabe. Leitbild des Planwerks ist die Wiederherstellung einer kompakten und durchmischten Berliner Innenstadt nach dem Vorbild der europäischen Stadt und in Anlehnung an den historischen Stadtgrundriss.

Abb. 22: Expertenkommision Historische Mitte Berlin 2002, Stadträumliche Einbindung Schlossareal

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Tempöräre Freiraumgestaltung Schlossareal / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Reurbanisierung und Nutzungsmischung sollen den öffentlichen Raum qualifizieren, die innerstädtischen Grün- und Freiflächen erhalten eine erhöhte Aufenthalts- und Nutzungsqualität durch Neugestaltung. Das Schlossareal wird in neuer Fassung wiederhergestellt, ein Gebäude in der Kubatur des Schlosses - das Humboldt-Forum - gibt den erhaltenen Bauten ihre Mitte zurück. Der ehemalige Schlossplatz, südlich des Schlossareals gelegen, ist heute durch die starke Aufweitung der Breite Straße vom Verkehr dominiert. Ein Baukörper, der sich an der historischen Stechbahnbebauung östlich der Schleusenbrücke orientiert, fasst den Platz an der Südostseite. Der Neptunbrunnen kehrt in das Zentrum des Platzes zurück. Die Straßenführung wird auf den ursprünglichen Verlauf zurückgebaut und die südlich einmündende Breite Straße, früher ein repräsentativer Straßenzug, erhält ihren alten schmaleren Querschnitt zurück (Beginn der Arbeiten ab 2007). Auch westlich des Spreekanals wird der alte Stadtgrundriss wieder aufgenommen. Die Kommandantur, Unter den Linden 1, wurde bereits in ihrer Kubatur und der Nord-, Ost- und Westfassade nach historischem Vorbild rekonstruiert. Auch die Bauakademie soll wiedererrichtet und der anschließende Schinkelplatz an seiner westlichen Seite durch eine Bebauung, aufgeteilt in einzelne Parzellen, abgeschlossen werden. Der Umgang mit der ehemaligen Schlossfreiheit, ursprünglich bis zur Errichtung des monumentalen Nationaldenkmals Kaiser Wilhelm I. dicht bebaut mit Bürgerhäusern, ist noch offen. Bisherige Überlegungen beinhalten sowohl eine Bebauung, als auch eine Freihaltung des Areals und die Nutzung des erhaltenen Denkmalsockels für kulturelle Zwecke.

2.7

Planungsrecht

Entwicklungsmaßnahme „Hauptstadt Berlin – Parlaments- und Regierungsviertel Das Schlossareal liegt im Entwicklungsbereich „Hauptstadt Berlin – Parlaments- und Regierungsviertel“, der am 4. Juli 1993 förmlich festgelegt wurde. Mit dieser städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme soll außer der Ansiedlung der Hauptstadtfunktionen eine Durchmischung mit Wohnungen, wohnungsnaher Infrastruktur, Einzelhandel, Handwerk, Gastronomie und Einrichtungen von Kultur und Wissenschaft zur Vermeidung von monofunktionalen Strukturen erfolgen. Flächennutzungsplan Der FNP Berlin in der Fassung der Neubekanntmachung vom 08.01.2004 sieht für die Fläche des Schlossareals „Sonderbaufläche Hauptstadtfunktionen“ vor. Bebauungsplan Für das Wettbewerbsgebiet existiert momentan kein Bebauungsplan. U-Bahnlinie 5, Planfeststellungsbeschluss Der Planfeststellungsbeschluss vom Oktober 1999 legt die Lage des U-Bahnhofes „Museumsinsel“ der U-Bahnlinie U5 förmlich fest. Das Verfahren für einen Änderungsbeschluss ist eingeleitet. Geplant ist eine Verkürzung der Bahnsteige und die Verlegung der Zugänge. Je nach Lage des Bahnhofes und der Ausgänge wird sich die Fläche für

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37

die Baustelleneinrichtung auf der Ost- und Westseite der Straße an der ehemaligen Schlossfreiheit befinden und voraussichtlich ab 2009 benötigt (s. Abb. 3). Derzeit ist ein Ausgang des U-Bahnhofes nordöstlich der Straße an der ehemaligen Schlossfreiheit vorgesehen. Die Arbeiten für die Tunnelanlage auf dem Wettbewerbsgebiet werden in bergmännischer Bauweise durchgeführt.

2.8

Denkmalschutz

Die denkmalpflegerische Zielsetzung besteht in der Einbeziehung der in der Landesdenkmalliste eingetragenen Objekte in die städtebauliche Neugliederung des Schlossareals und seiner Umgebung. Im Wettbewerbsgebiet und im näheren Umfeld sind folgende Objekte und Anlagen als Baudenkmale eingetragen und geschützt im Sinne des Denkmalschutzgesetzes Berlin (DSchG Berlin), s. Abb. 10, Pkt. 2.4: Altes Museum Berliner Dom Alter und Neuer Marstall Ehemaliges Staatsratsgebäude Fundamentgewölbe des ehemaligen Nationaldenkmals für Kaiser Wilhelm I. Friedrichswerdersche Kirche Zeughaus Schleusenbrücke Schlossbrücke Fundamente des Berliner Schlosses (Bodendenkmal), zum Teil freiliegend Fundamente der Cöllner Stadtmauer mit Turm (Bodendenkmal), momentan nicht freiliegend Fundamente und Bestattungen des Dominikanerklosters (Bodendenkmal), momentan nicht freiliegend

Auf dem Wettbewerbsgelände wurden zu verschiedenen Zeitpunkten archäologische Grabungen durchgeführt. Bei Grabungen um 1880 und 1928-30 wurden Überreste eines Dominikanerklosters aus dem 13. Jahrhundert (abgerissen um 1750) sowie Teile der alten (Cöllner) Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert mit einem Turm (Grüner Hut) freigelegt. Neuere Grabungen aus den Jahren 1995-97 beschäftigten sich unter anderem mit dem Schlosskeller im nordwestlichen Bereich des Schlossareals. Das Landesdenkmalamt plant ab Herbst 2006-2008 weitere Grabungen im Wettbewerbsbereich II (Feld 1-3), um die Schlossfundamente zu untersuchen. Die Grabungsfelder werden nach Abschluss der Untersuchungen wieder zugeschüttet. Im Anschluss daran werden 2009-2010 Grabungen bei Dominikanerkloster und -kirche durchgeführt (Feld 4). (s. auch Pkt 2.12 Aktuelle Planungen und Zwischennutzungen im Wettbewerbsgebiet)

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Feld 1

Feld 2

Feld 3

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Abb. 23: Archäologische Grabungen im Schlossareal Feld 1: Feld 2: Feld 3: Feld 4: Grabungsbeginn Oktober 2006 Erweiterung des bestehenden Grabungsfeldes nach Entfernung

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Baustelleneinrichtung Rückbau Palast der Republik; nach Abschluss Verfüllung Grabung nach Entfernung Baustelleneinrichtung Rückbau Palast der Republik; nach Abschluss Verfüllung Grabung Bereich Dominikanerkloster ab 2009

2.9

Verkehr

Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) Die S-Bahnlinien 5, 7 und 9 befahren auf dem sogenannten StadtbahnAbschnitt zwischen Ostbahnhof und Zoologischem Garten eine der leistungsfähigsten Trassen der Stadt. Die S-Bahnhöfe Hackescher Markt und Alexanderplatz liegen nördlich, bzw. östlich des Wettbewerbsgebiets. Sie sind vom Schlossareal in ca. zehn Minuten Fußweg zu erreichen. Der Bereich Alexanderplatz gehört neben dem Bahnhof Zoologischer Garten zu den am besten durch den ÖPNV erschlossenen Gebieten in Berlin. Die U-Bahnlinie U2, von Ruhleben über den Potsdamer Platz nach Pankow umfährt das Gebiet im Süden, die Stationen liegen jedoch nicht in unmittelbarer Nähe. Die geplante Trasse der U-Bahnlinie 5, vom Alexanderplatz über die Straße Unter den Linden bis zum Hauptbahnhof führend, erhält unmittelbar westlich des Wettbewerbsareals einen Ausgang der Station „Museumsinsel“. Ihre Fertigstellung ist für das Jahr 2012 vorgesehen. Das Wettbewerbsgebiet ist nicht direkt an das Straßenbahnnetz angeschlossen, der Alexanderplatz und der Hackesche Markt stellen aber Knotenpunkte des Tram-Netzes dar. Eine direkte Erschließung des Gebietes erfolgt nördlich des Areals durch zwei Stadtbuslinien, eine Schnellbuslinie zum Flughafen Tegel/TXL und eine Nachtbuslinie (entlang der Straße Unter den Linden / Karl-Liebknecht-Straße), südlich durch eine weitere Stadtbuslinie (entlang der Werderstraße). Alle Buslinien sind mit der S- oder U-Bahn verknüpft.

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Motorisierter Individualverkehr (MIV) Der Straßenzug Straße des 17. Juni / Unter den Linden / Karl-Lieb-knechtStraße, die nördliche Begrenzung des Wettbewerbsareals, stellt eine wichtige Verkehrsachse für den motorisierten Individualverkehr (MIV) dar. Sie ist eine der großen Hauptverkehrsstraßen, die in Ost-West-Richtung durch die Berliner Stadtmitte führen. Auch der weniger stark befahrene, abknickende Straßenzug Werderscher Markt / Schlossplatz / Breite Straße nimmt innenstadtbezogenen Verkehr in Ost-West-Richtung auf. Durch die Gestaltung der Rathausstraße als Fußgängerbereich hat der Straßenzug Französische Straße / Werderscher Markt / Rathausstraße seine frühere Verbindungsfunktion verloren. Die Straße an der ehemaligen Schlossfreiheit spielt eine untergeordnete Rolle. Der Fernverkehr wird über den Berliner Außenring, der überörtliche Durchgangsverkehr hauptsächlich über die mittlere Ringstraße (Stadtautobahn) geführt. Auch der innerstädtische Durchgangsverkehr soll in Zukunft über den kürzlich vervollständigten Inneren Ring (mit Tiergartentunnel) um die Innenstadt herumgeführt werden, sodass mit einer Entlastung der Ost-West-Achsen zu rechnen ist. Für die gesamte Umgebung des Wettbewerbsgebietes besteht eine Parkraumbewirtschaftung. Fuß- und Fahrradverkehr Die Straße Unter den Linden wurde in den letzten Jahren nach historischem Vorbild umgebaut. In ihrer Mitte existiert jetzt wieder ein breiter, beiderseits von einer Reihe Linden gesäumter Streifen, der zum Flanieren einlädt und am monumentalen Reiterstandbild König Friedrich II. von Preußen endet. Die Achse vom Brandenburger Tor bis zum Lustgarten ist von Fußgängern, vor allem von Touristen, stark frequentiert. Der Umbau des Abschnittes vor der Staatsoper ist abgeschlossen, die Fahrspuren wurden von vier auf zwei je Richtung reduziert und die Gehwege verbreitert. Der Ende der 1990er Jahre umgebaute Lustgarten ist durch Fußgänger sehr belebt und wird als städtischer Freiraum intensiv genutzt. Alle das Wettbewerbsgebiet umgebenden Straßen besitzen Gehwege. Die Fahrbahnübergänge, nördlich des Areals zum Lustgarten und südlich zum Marstall und dem ehemaligen Staatsratsgebäude (heute ESMT) hin, stellen wichtige fußläufige Verbindungen und Wegebeziehungen zwischen dem Schlossareal und den umgebenden Bereichen dar. Im Zuge der vielfältigen Baumaßnahmen (U-Bahnbau, archäologische Grabungen, zukünftige Baustellen der Humbodt-Box und des Humboldt-Forums) ist mit Umverlegungen der Übergänge zu rechnen. Ausgehend vom Zentrum der Stadt (Schlossareal) führen sternförmig zwölf Fahrradrouten in die Außenbezirke, acht Tangentialrouten verknüpfen die radialen Routen. Mit der Wannsee-Route RR1 wurde die erste vollständige Route im Frühjahr 2005 eröffnet. Zusätzlich zu den Berliner Radrouten führen drei überregionale Radfernwege durch das Berliner Zentrum (Europaradweg R1, Radfernwege Berlin-Kopenhagen, BerlinUsedom). Eine Knotenpunktzählung von 1996 zum Fahrradverkehr zeigt, dass die Karl-Liebknecht-Straße ein hohes Radverkehrsaufkommen aufweist. Den Radfahrern stehen in der unmittelbaren Umgebung nur wenige Radwege zur Verfügung, entlang der Straße Unter den Linden und Karl-LiebknechtStraße kann der Bussonderfahrstreifen von Radfahrern genutzt werden.

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2.10

Freiraumplanerische Rahmenbedingungen

Unter den Linden Bereits Mitte des 17. Jahrhunderts entstand der historische Straßenzug Unter den Linden als ehemaliger Weg des Großen Kurfürsten zu seinem Jagdrevier im Tiergarten. Mit dem Bau des Brandenburger Tores Ende des 18. Jahrhunderts erhielt die Prachtstraße ihren westlichen Abschluss. Die Platzfolge der Straße Unter den Linden, beginnend am Brandenburger Tor mit dem Pariser Platz bis zum Endpunkt am Stadtschloss mit dem Lustgarten, bestand aus unterschiedlichen Plätzen und Gärten als inszenierte öffentliche Räume. Heute stellt sich der Straßenzug als ein stark belebter, besonders auch von Touristen besuchter Ort dar. In Anlehnung an die historische Lindenallee wurde ein breiter, von Linden und Parkbänken gesäumter Mittelstreifen mit wassergebundener Wegedecke für Fußgänger geschaffen. Auch die Fahrspuren werden von einer Reihe Linden begleitet. Forum Fridericianum In der Hälfte des 18. Jahrhunderts wichen die restlichen Festungsanlagen aus dem dreißigjährigen Krieg dem „Forum Fridericianum“ und machten Platz für dessen erste Bauten am Opernplatz (Oper, Kronprinzen- und Prinzessinnenpalais, Preußische Bibliothek). Die Universität und die St. Hedwigskathedrale wenig später ergänzten das Forum und unterstrichen den Anspruch Friedrich II., an diesem Ort sein Königtum mit den Wissenschaften, den Künsten und der Kirche zu verbinden. Alle Bauten wurden nach dem Krieg erhalten, bzw. ihre Fassaden rekonstruiert. Das Forum wird von mehreren Freiräumen gegliedert: dem Bebelplatz westlich und östlich der Staatsoper (der östliche Teil ist als Prinzessinnengarten bekannt), dem Vorhof der Humboldt-Universität gegenüber und dem Kastanienwäldchen rings um die Neue Wache. Alle Freiräume sind durch die Achse Unter den Linden verbunden. (s. Abb. 24)

Abb. 24: Unter den Linden und „Forum Fridericianum“ - Oberflächengestaltung

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Marx-Engels-Forum Östlich des Wettbewerbsgebietes und der Spree liegt die Grünanlage des Marx-Engels-Forums. In der Mitte der groß angelegten Freifläche befindet sich ein kreisrunder Platz von 60 Metern Durchmesser, in dessen Zentrum die knapp vier Meter hohen Bronzefiguren von Karl Marx und Friedrich Engels stehen. Sie bilden zusammen mit einem fünfteiligen Marmorrelief, vier Doppelstelen aus Edelstahl und zwei doppelseitigen Bronzereliefs die in den 1980er Jahren entstandene zentrale Denkmalanlage der ehemaligen DDR. An prominenter Stelle des Staates sollte hier die Bedeutung des wissenschaftlichen Kommunismus für die Überwindung von Unterdrückung und Ausbeutung und das Ideal des befreiten Menschen dargestellt werden. Die Grünanlagen des Marx-Engels-Forums wie des Fernsehturms in unmittelbarer Nachbarschaft zum Alexanderplatz sind symmetrisch und in der Formensprache der sechziger und siebziger Jahre gestaltet. Die Mittelachse der Freianlagen am Fernsehturm wird durch geometrische Schmuckrabatten und Brunnenanlagen betont. Sie ordnen sich dessen expressiven Sockelbauten und Treppenanlagen, dem Neptunbrunnen (ursprünglicher Standort auf dem historischen Schlossplatz) und dem MarxEngels-Denkmal unter. Die Marienkirche ist durch ihre Tieflage und die Abpflanzung in ihrer Wirkung reduziert.

Abb. 25: Marx-Engels-Forum, 2005

Innere Stadtspree, Spreekanal Im Flächennutzungsplan und im Landschaftsprogramm werden die Spreeufer als durchgängige, uferbegleitende Freiflächen dargestellt. Die 2001 erarbeiteten Gestaltungsleitlinien „Die Innere Stadtspree“ haben die Sicherung der Ufer als bezirksübergreifende Freiraumverbindung zum Ziel. Eine einheitliche Gestaltung der Uferabschnitte soll den öffentlichen Charakter des Uferraums verdeutlichen. Die Spreeinsel, auf der das Wettbewerbsgebiet liegt, behält ihren repräsentativen Charakter bei. Auf die bestehende Inhomogenität wird mit durchgängigen Ausstattungsmodellen reagiert, die sich in Proportion und Form an historische Vorbilder anlehnen, aber zeitgemäß gestaltet werden. Eine historische Rekonstruktion und der Erhalt historischer Relikte ist für einzelne Bereiche denkbar, soll aber nicht bestimmend für die Spreeufer sein.

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Für den Bereich des Schlossareals sehen die Gestaltungsleitlinien entlang des Spreekanals die Fortführung der am Alten Museum beginnenden Promenade vor. An der Spreeseite, dem ehemaligen Standort des Palastes der Republik, ist ähnlich dem Bereich des Berliner Doms im Norden eine Verbindung zwischen Gebäude und Uferbereich denkbar. Für die zukünftige Neubebauung soll die Möglichkeit eines Weges entlang der Spree geprüft werden.

2.11

Aktuelle Planungen und Nutzungen im Umfeld

Museumsinsel Die Entstehung der Museumsinsel als Stadtkrone im Zentrum Berlins geht auf einen Erlass König Friedrich Wilhelm IV. zurück, „die ganze Spreeinsel hinter dem (Alten) Museum zu einer Freistätte für Kunst und Wissenschaft umzuschaffen“. Das so entstandene bau- und stadtbaukünstlerische Ensemble ist in seiner topographischen Dichte, seiner Nutzungsstruktur, der bewegten Physiognomie seiner Bauten und mit seiner stadträumlichen Wirkung einzigartig. Um dem erhöhten Besucheraufkommen sowie den Erfordernissen moderner Ausstellungspräsentation gerecht zu werden, wird das Museumsensemble momentan bis voraussichtlich 2010 umfassend saniert. Der Masterplan sieht eine sammlungsübergreifende Präsentation der Ausstellungen vor. Die einzelnen Solitärbauten sollen durch eine unterirdische Promenade verbunden und so durch einen Hauptrundgang begehbar werden. Parallel zur Rückseite des Neuen Museums entsteht ein neues Eingangsgebäude.

Abb. 26: Museumsinsel, 2005, Blickrichtung Norden

Bauakademie Im Jahr 2001 wurde die Internationale Bauakademie Berlin mit dem Ziel gegründet, die Schinkelsche Bauakademie wieder aufzubauen und durch intensive Werbung nationale und internationale Investoren zu gewinnen. Neben bekannten Architekten zählen Vertreter der Staatlichen Museen zu Berlin und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zu ihren Mitgliedern und

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ferner wichtige kulturelle Institutionen wie das Bauhaus-Archiv oder die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Im August 2004 wurde die Schaufassade der Bauakademie fertiggestellt, die gegenwärtig einen Eindruck der historischen Fassadengestaltung und der stadträumlichen Wirkung vermittelt. Nach Norden, zum Schinkelplatz gelegen, ist eine 16 x 12 Meter große Projektionsfläche in die Fassade integriert, deren Programm die Auseinandersetzung mit Architektur zum Gegenstand hat, aber auch Live-Übertragungen von Sportveranstaltungen zeigt.

Abb. 27: Bauakademie, 1905, Blick von der Schlossfreiheit

Historische Stechbahn, Platz vor dem Staatsratsgebäude Für die Bebauung an der ehemaligen Stechbahn, einem solitären Kubus (s. Abb. Planwerk Innenstadt), ist die Umsetzung durch einen privaten Investor in der mittelfristigen Planung. U-Bahnlinie 5 Mit dem Bau der U-Bahnlinie 5, vom Alexanderplatz zum Hauptbahnhof führend, wird in diesem Jahr begonnen. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2012 geplant. (s. auch Pkt. 2.7 Planungsrecht)

2.12

Aktuelle Planungen und Zwischennutzungen im Wettbewerbsgebiet

Zukünftiges Humboldt-Forum Das Humboldt-Forum ist konzipiert als Forum der außereuropäischen Kunst und Kulturen. In direkter Verbindung mit der gegenüberliegenden Museumsinsel als Vermittler der Ideengeschichte Europas, steht das Humboldt-Forum für ein neues kulturpolitisches Denken der gleichrangigen Zeitgenossenschaft der Weltkulturen und ihrer wechselseitigen Beziehungen. Es vereinigt die bedeutenden Sammlungen der außereuropäischen Kunst und Kulturen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die wissenschaftsgeschichtlichen Sammlungen der Humboldt-Universität Berlin und die themenspezifischen Bestände der Berliner Zentralund Landesbibliothek in sich und wird durch einen gemeinsamen

Aus urheberrechtlichen Gründen keine Bilddarstellung

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Veranstaltungsbereich, die „Agora“ mit Theater, Kino, Konferenzbereich, Museumsshop sowie Restaurants und Cafes ergänzt. Als Stätte des Dialogs der Kulturen und der Wissenschaft wird das integrative Museumskonzept des Humboldt-Forums eine eigene Anziehungskraft entfalten, die über die Grenzen Berlins hinaus wirken und dem Schlossareal zu einer neuen Identität verhelfen wird. Das Forum ist konzipiert als Ort der Information, Bildung und Begegnung für Berlin und sein internationales Publikum. Im Zentrum wird ein faszinierendes Angebot aus Ausstellungen, Veranstaltungen, Lesungen, Vorträgen, Theater, Film, Musik und Tanz stehen. Der Neubau stellt die historische Stadtgestalt wieder her, er orientiert sich an der Stereometrie des Schlosses. Die barocken Fassaden der Nord-, West- und Südseite sowie der Schlüterhof sollen wiedererrichtet werden. (s. Abb. 22) Temporäre Humboldt-Box Auf einer ca. 1.200 m² großen, nordwestlich des Wettbewerbsbereiches II vis-a-vis des Lustgartens gelegenen Fläche, soll die Humboldt-Box entstehen. Der gewählte Standort ist aufgrund der komplizierten Untergrundverhältnisse (Leitungsverlauf) und der geplanten archäologischen Grabungen auf dem Areal als unveränderbar anzusehen. Wenn mit dem Bau des zukünftigen Humboldt-Forums begonnen wird, kann die Humboldt-Box an diesem Standort weiterhin als Anlaufpunkt für Informationen zu Inhalt und Baugeschehen des Humboldt-Forums fungieren. Für die Humboldt-Box ist die Durchführung eines Realisierungswettbewerbs geplant. Aus Zeit- und Kostengründen (die Oberflächengestaltung des ehemaligen Palaststandortes muss zeitnah erfolgen) wurde der Freiraumwettbewerb vorgezogen. Das Nutzungskonzept der Humboldt-Box sieht eine Plattform für Informationen zum geplanten Humboldt-Forum in Verbindung mit einer Restauration vor. Im Obergeschoss wird sich eine große Ausstellungsfläche befinden, im Erdgeschoss sind ein Restaurant, eine Bildhauerwerkstatt, ein Buchshop, eine Ausstellungsfläche für das Land Berlin sowie WCAnlagen vorgesehen. Die Geschossfläche beträgt nach derzeitigem Stand ca. 2.500 m² BGF, die Finanzierung des Vorhabens ist noch nicht endgültig gesichert. Denkmalpflegerische Grabungen und gegenwärtige Freiraumgestaltung Das Landesdenkmalamt plant ab Herbst 2006 - Ende 2008 archäologische Grabungen, um im Wettbewerbsbereich II mit weiteren Untersuchungen zu den Schlossfundamenten zu beginnen (Feld 1-3), ab 2009-Mitte 2010 werden Grabungen bei Dominikanerkloster und -kirche durchgeführt (Feld 4, s. Abb. 23). Die Grabungen 1995-97, bei denen die Nord-Westecke des Schlosskellers freigelegt wurde, zeigen eine weitgehend intakte Bausubstanz des Kellergeschosses sowie Reste des Münzturmfundamentes, der von Schlüter aufgrund statischer Probleme nie vollendet wurde. Ein Rasenspiegel und achtzehn Säulenhainbuchen (Carpinus betulus ‚Fastigiata‘) von ca. acht Metern Höhe symbolisieren an diesem freiliegenden Grabungsfeld die damalige Schlossbebauung. Die Bäume sitzen in Containern und sind einfach zu verpflanzen.

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Im nördlichen Außenbereich des Schlosses zum Lustgarten hin konnte der älteste Siedlungshorizont der nördlichen Spreeinsel (12.-14. Jahrhundert) nachgewiesen werden. Direkt südlich neben dem Schloss, zwischen den ehemaligen Einmündungen von Breite Straße und Brüderstraße (der nördliche Teil der Brüderstraße existiert nicht mehr), befanden sich Kirche und Kloster des Dominikanerordens. Die Kirche wurde noch bis zum Bau des Domes am Lustgarten als Schlosskirche genutzt und 1747 abgerissen. Bei geophysikalischen Messungen und verschiedenen Grabungen konnten Fundamente und Bestattungen des Klosters, Fundamentreste der Klostersüdmauer, Pfeilerfundamente der Kirche und Reste des Mühlengrabens nachgewiesen werden (s. Archäologischer Bestandsplan des Landesdenkmalamtes im digitalen Anhang).

2.13

Umweltbedingungen und Technische Vorgaben

Untergrundbeschaffenheit Das alte Berliner Zentrum liegt in einem jungeiszeitlichen Urstromtal. Den Schichtenaufbau bilden tiefgrundige Ablagerungen des Urstromtals in Form von Schmelzwassersanden unterschiedlicher Korngrößen sowie sandige, tonige und humose Bindungen in Form von Torf, Faulschlamm und Sand. Die Topographie des Wettbewerbsgebietes wird durch die Lage im weitgehend ebenen Spreetal bestimmt, das durch die Hochflächen der Grundmoränenplatten des Barnim im Norden und des Teltow im Süden begrenzt wird. Das Grundwasser auf dem Wettbewerbsgebiet steht sehr hoch, etwa drei bis vier Meter unter Straßenniveau. Die 180 x 120 Meter große Bodenwanne des ehemaligen Palastes im Wettbewerbsbereich I, die bis zu acht Metern unter die Oberfläche reicht, wird erhalten. Parallel zur ersten Rückbauphase spült eine hydraulische Anlage am Spreeufer ein Sand-Wasser-Gemisch in die Kellergeschosse, um das Aufschwemmen der Wanne zu verhindern. Eventuelle Untergrundbewegungen, die den benachbarten Museumsgebäuden Schaden zufügen könnten, werden so vermieden. Die schwarzgedichtete Wannenkonstruktion bleibt zu drei Seiten hin erhalten, außerdem verbleiben innerhalb der Wanne zahlreiche Bauteile, wie z.B. Stahlstützen und -träger, Teile von Treppenhauskernen, als Ballast dienende Stahlbetonplatten. Mit den verbleibenden Bauteilen des Palastes ist in einer Tiefe von ca. 30-50 cm unterhalb der Geländeoberfläche zu rechnen. Der detaillierte Verlauf der Außenwand der Bodenwanne und die Lage der übrigen Bauteile können den Planunterlagen (Geländeschnitte und Topographie der Oberfläche, Grundriss Kellergeschoss 2 und Lage der Drainage, Verbleibende Bauteile) entnommen werden. Diese Planung, im Zuge des Palastrückbaus entstanden, bildet die Grundlage für alle nötigen technischen Informationen, stellt jedoch keine gestalterische Vorgabe dar (s. dazu auch Punkt 3.2). Um den Wasserhaushalt in der geschlossenen Wanne zu regulieren, insbesondere die Abführung des Niederschlagswassers, wird eine Drainage aus Rigolenelementen verlegt. Eine Brunnenanlage pumpt das überschüssige Wasser bei erhöhtem Trogwasserstand ab. Nach dem Rückbau des Palastes bis auf die Bodenwanne wird weiterer Füllboden trocken aufgefüllt. Das Gelände innerhalb der Palastwanne

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fällt zur Spree hin gleichmäßig und zum großen Teil nur gering ab. Zu den Treppen hin liegt das maximale Gefälle bei ca. 10%. Nach der oben genannten Planung des Palastrückbaus wird die Wand zur Spree bis auf Gehwegniveau abgerissen. Das ehemalige Metallgeländer (in neuer Bauart) soll am Spreeufer wieder angebracht werden (s. Abb. F 14, Pkt. 4.7 Fotodokumentation) Unter dem Wettbewerbsbereich II befinden sich die Überreste des Schlosskellers von 1710 und 1890 (s. Abb. F 8). Mit Altlasten und Munitionsfunden muss nicht gerechnet werden. Leitungsbestand Der Leitungsbestand auf dem Wettbewerbsgebiet (Trinkwasser, Mischwasser, Abwasser, Elektrokabelnetz, Fernwärme, Gas, Telekommunikationsanlagen) verläuft hauptsächlich entlang der Palastwanne. Im Norden und Süden folgt er dem Straßenverlauf, im Westen verteilt er sich parallel zur Straße an der ehemaligen Schlossfreiheit über den Wettbewerbsbereich II. Die technische Infrastrukturversorgung des Wettbewerbsgebietes mit Fernwärme-, Abwasser- und Elektroleitungen ist gewährleistet. Im Wettbewerbsbereich II besteht eine hohe Leitungsdichte (vgl. Lageplan Leitungsbestand im digitalen Anhang). Hervorzuheben ist der Verlauf der Fernwärmeleitung, die den Wettbewerbsbereich II in Nord-Süd-Richtung westlich der Palastwanne quert und schon vor der Straße Werderscher Markt nach Westen abzweigt. Aus wirtschaftlichen Gründen wird auch in Zukunft von dem vorhandenen Versorgungsnetz ausgegangen. Lediglich die dringend notwendigen Änderungen, die die Entwässerung und Stromversorgung des neu zu gestaltenden Areals erforderlich machen, werden durchgeführt. Belichtung und Klima Die Besonnungsverhältnisse auf dem Wettbewerbsgebiet können aufgrund der umgebenden Freiflächen im Osten und Westen sowie des Abstandes der Bebauung im Süden (Neuer Marstall, Ehemaliges Staatsratsgebäude/ ESMT) als sehr günstig bezeichnet werden. Das Klima in Berlin ist gekennzeichnet durch ein trockenwarmes (Sommer) und trockenkaltes (Winter) kontinentales Klima mit geringen Niederschlägen zwischen 530 und 600 mm/Jahr. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 9°C, die Hauptwindrichtung ist westlich, aber auch trockene Ostwinde und Südwinde treten auf. Im näheren Umfeld des Schlossareals befinden sich einige Grün- und Freiflächen, die von hoher stadtklimatischer Bedeutung sind und die bioklimatische Belastung des Wettbewerbsgebietes positiv beeinflussen. Hierzu zählen vor allem das Marx-Engels-Forum, die Grünanlagen auf dem Friedrichswerder und die Flussarme von Spree und Spreekanal. Sie versorgen die umgebenden Gebiete mit Kaltluft und stellen bio-klimatische Ausgleichsgebiete dar. Entsprechend dem Berliner Umweltatlas ist das Wettbewerbsgebiet gut durchlüftet und geringer bis keiner bioklimatischen Belastung ausgesetzt. Die Häufigkeit des Luftaustausches nimmt von der Nord-West-Seite (6-9 mal pro Stunde) des Schlossareals bis zur Süd-West-Seite (0-3/h) ab. Auf der Ostseite des Areals liegt der Luftaustausch bei 3-6/h.

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Lärm Der Berliner Umweltatlas zeigt bei der Untersuchung des Kfz- und Straßenbahnverkehrslärms im übergeordneten Straßennetz einen deutlichen Unterschied zwischen der Nordseite des Schlossareals, KarlLiebknecht-Straße (> 70-75 db am Tag zwischen 6-22 Uhr) und der Südseite, Werderscher Markt / Rathausstraße (< 55 db). Gemessen wurde der durch Kfz und Straßenbahn verursachte Verkehrslärm eines Straßenabschnittes an den nächstgelegenen straßenbegleitenden Gebäudefassaden (Messungen von 1998/99 und 2003). Zu berücksichtigen ist, dass in die Messungen die Nordfassade des im Abriss befindlichen Palastes der Republik miteinbezogen wurde.

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Teil 3 Wettbewerbsaufgabe 3.1 Übergeordnete Zielsetzung

Der Deutsche Bundestag hat am 13.11.2003 folgende Empfehlung (Drucksache 15/2002) nach der Vorlage des Abschlussberichtes der Arbeitsgruppe „Schlossareal“ beschlossen und fordert die Bundesregierung auf: Nr. 3 „ . . . den Abriss des Palastes der Republik öffentlich auszuschreiben, zu beauftragen und gemeinsam mit dem Land Berlin für eine gärtnerische Übergangsgestaltung des gesamten Areals zu sorgen“. Das Schlossareal im historischen Zentrum von Berlin wird nach dem Abriss des Palastes der Republik für eine überschaubare Zeit ein öffentlicher Freiraum sein. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Humboldt-Forum errichtet werden wird, voraussichtlich 2012, kann sowohl der Bereich I, die ehemalige Palastfläche und ab 2009 der Bereich II, die restliche ehemalige Schlossfläche, den Berlinern und Besuchern zur Nutzung und Erholung zur Verfügung stehen. Zur Errichtung des Informationspavillons, der Humboldt-Box, ist ein Architekturwettbewerb in Vorbereitung. Der Standort der Humboldt-Box ist nicht Bestandteil dieses Wettbewerbs zur temporären Freiraumgestaltung und die Lage steht nicht zur Disposition. Die Intensität der Freiraumgestaltung und des Unterhaltungsaufwandes sollen dem besonderen Ort gerecht werden ohne dabei zu vergessen, dass die gesamte Anlage innerhalb weniger Jahre wieder aus der Stadtstruktur verschwunden sein wird. Es soll ein Ort voll kreativer Offenheit sein, ein Freiraum, der kulturell oder für Freizeitaktivitäten genutzt werden kann, ohne kommerziell vereinnahmt zu werden. Im öffentlichen Raum der Innenstadt sollen die Freiflächen des Schlossareals eine Möglichkeit bieten, sich vom Sight Seeing, von Museumsbesuchen, vom Einkaufen, Arbeiten oder Studium zu erholen und gegebenenfalls auch kulturelle Veranstaltungen unter freiem Himmel zu erleben. Für eine begrenzte Zeit wird hier ein Freiraum in Berlins Mitte sein, dem man nach den vielen Diskussionen der vergangen Jahre eine Entspannungsphase gönnt, an dem man aber als Betrachter immer die städtebauliche Unvollkommenheit spüren wird. Nicht nur wegen der Grabungen, sondern auch wegen des U-Bahnbaus mit der erforderlichen Baustelleneinrichtung und der noch nicht konkretisierten Planung für die Humboldt-Box, muss das Freiraumkonzept eine besondere Flexibilität aufzeigen. Bis voraussichtlich Ende 2008 werden die bodendenkmalpflegerischen Grabungen im Wettbewerbsbereich II mitzuverfolgen sein. Danach sind weitere Grabungen südlich des Wettbewerbsbereiches II zur Untersuchung der Klosterspuren aus dem 14. Jahrhundert zu erwarten. Überlagert werden die Zielsetzungen durch die bewusste Umsetzung von Gender Mainstreaming, das eine Geschlechtergerechtigkeit für alle Nutzungsansprüche zum Ziel hat (s. Anhang Gender Mainstreaming in der Freiraumplanung). Unterschiedliche Ansprüche, die aus dem „sozia-

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50

len Geschlecht“ für Frauen und Männer herzuleiten sind, müssen in der Planung berücksichtigt werden und nachvollziehbar sein.

3.2

Charakter und Zonierung des Freiraumes

Der Freiraum kann neben der Erholungsnutzung urbaner aktiver Erlebnisraum und eine Adresse für Kultur im Freien werden, ohne dass der öffentliche Raum an dieser Stelle im Zentrum Berlins zu stark kommerziell belastet wird. Es sind zeitlich überschaubare Kunst,- Musik- oder Freizeit sportveranstaltungen mit vertretbaren, kostendeckenden Eintrittsgeldern, die auch junge Besucher finanzieren können, denkbar. Veranstaltungen, wie der Berliner Weihnachtsmarkt mit Fahrgastgeschäften u.ä. sind an dieser Stelle nicht mehr erwünscht. Kultur- und Nutzungskonzepte können im Rahmen des Wettbewerbs erarbeitet werden. Die Teilnehmer sollten in diesem Falle neben der Nutzungsart, die Lage des Bereichs und die Größe definieren. Unter dem Aspekt der zeitlichen Befristung und der Finanzierbarkeit wird auf das Herausarbeiten des angemessenen Gestaltungsaufwandes großen Wert gelegt. Aufgrund der Größe des Wettbewerbsgebietes ist eine Unterteilung in repräsentative, intensiver zu unterhaltende Bereiche wie auch in einfache Flächen und Materialien mit geringem Unterhaltungsaufwand denkbar. Die Verwendung von hochwertigen raumprägenden Parkbäumen scheint aufgrund der zeitlichen Befristung nicht angemessen. Die Berücksichtigung der Säulenhainbuchen im Wettbewerbsbereich II ist nicht zwingend erforderlich. Bei der Planung im Wettbewerbsbereich I ist die bestehende Betonkellerwanne des Palastbaus einschließlich ihrer statisch erforderlichen Verfüllung (ca. 80.000 m³ Füllboden) und den damit ca. 0,3 m überdeckten aufragenden Bauteilen zu berücksichtigen. Dieses Volumen darf nicht großvolumig umverteilt werden. Ebenso ist die Lage der Pumpenschächte des Entwässerungssystems nicht zu verändern. Die Planung des Ingenieurbüros, das mit dem Rückbau des Palastgebäudes beauftragt ist und dessen Pläne sich im digitalen Anhang befinden, ist zur Berechnung der Rückbaumaßnahmen im Vorfeld dieses Wettbewerbs erstellt worden. Diese Planung wird im Bezug auf die Modellierung und Freiflächengestaltung durch das Wettbewerbsergebnis ersetzt. Die Unterlagen dienen hier der Information zu den technischen Daten und zum Verständnis des Rückbaus bzw. der Entwässerung. Mit einer ergänzenden Verfüllung darüber hinaus in einer Größenordnung von ca. 20.000 m³ kann gestalterisch umgegangen werden. Die aufragenden Gebäudeteile in der Palastwanne können entsprechend der Freiraumplanung des Wettbewerbsergebnisses in der Höhe angepasst werden. Sowohl für diese Höhenanpassung wie auch für die Oberflächenmodellierung entstehen keine zusätzlichen Kosten im Rahmen der angegebene Baukosten (s. Pkt. 3.6.), wenn sie noch zeitlich innerhalb der Rückbaumaßnahme Palastabriss durchgeführt werden können. Vor diesem Hintergrund erwartet der Auslober eine planerische Auseinandersetzung mit der Topographie im Wettbewerbsbereich I

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Der Wettbewerbsbereich II wird 2008 durch bodendenkmalpflegerische Arbeiten geprägt sein. Diese Grabungen sollen der interessierten Öffentlichkeit über einfache Wegeverbindungen nahe gebracht und über Ausstellungstafeln fachkundlich vermittelt werden. Nach der Schließung der Grabungsfelder ist dieser Bereich ebenso zeitlich befristet anzulegen und nutzbar zu gestalten. Im Rahmen der Baumaßnahmen zur Errichtung des U-Bahnhofes Museumsinsel wird ab 2009 im Bereich der ehemaligen Schlossfreiheit (Wettbewerbsbereich II) mit einer Baustelleneinrichtung zu rechnen sein, deren Umfang und genaue Lage zur Zeit noch nicht feststeht, sich jedoch auf ein Minimum an Fläche beschränken soll.

3.3

Gestalterische Zielsetzung

Es ist von großer Bedeutung, dem temporären Freiraum eine schlichte aber trotzdem prägnante und der Bedeutung des Ortes angemessene Gestaltung zu verleihen. Neben der Funktionalität sollte der Umgang mit kostengünstigen Materialien auch ästhetischen Anforderungen an den Ort Rechnung tragen. Gestalterische Aussagen zum Umgang mit der Oberflächenmodellierung innerhalb der Betonwanne werden befürwortet, müssen jedoch technisch und wirtschaftlich realisierbar sein. Dabei ist die Absenkung zur Spree hin zu beachten. Die gewählten Materialien sollen pflegeleicht und möglichst resistent gegen Zerstörung sowie einem hohen Nutzungsdruck gewachsen sein. Zugunsten der Finanzierung des später an dieser Stelle bestehenden Humboldt-Forums ist die Verwendung von Natursteinbelägen auf ein Minimum zu beschränken. In diesem Fall ist darauf zu achten, dass die Materialien nach dem Rückbau der Anlage wiederverwendet werden können.

3.4

Erschließung und Barrierefreiheit

Die Freifläche soll für alle Besucher und Passanten öffentlich zugänglich sein. Das Wettbewerbsgebiet wird bis zur Umsetzung des Humboldt-Forums ausschließlich von Fußgängern jeden Alters, Rad- und Rollstuhlfahrern, Eltern mit Kinderwagen ggf. Skatern genutzt werden. Deshalb wird auf eine barrierefreie Erschließung innerhalb des Geländes ebenso Wert gelegt wie auf eine gute Passierbarkeit zwischen den Achsen Unter den Linden/Karl-Liebknechtstraße und Rathausbrücke/Werderstraße. Die bestehende Wegeführung entlang der Spree in Tieflage soll mit ihren Treppen erhalten und der Weg neu befestigt werden. Schäden an den Treppen werden im Rahmen der Freiraumgestaltung behoben werden müssen. Einen direkten Zugang muss das Wettbewerbsgebiet vom Areal der Humboldt-Box erhalten. Ein flexibler Planungsansatz ist erforderlich, da genaue Unterlagen zur Humboldt-Box noch nicht existieren.

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3.5

Ausstattung

Der Auslober erwartet nutzungsprogrammatische Aussagen, die ggf. eine spezifische Ausstattung (Elektrik, Zu- und Abwasser, Medienanschluss) notwendig erscheinen lassen. Die Notwendigkeit muss inhaltlich begründet und nachvollziehbar sein. Dabei ist besonders darauf zu achten, dass es sich um max. zwei Anschlüsse in günstiger Lage handelt, die wartungsextensiv und unkompliziert zu bewirtschaften (d.h. für die Betreiber kostengünstig abzurechnen) sind. Ein Minimum an funktionaler Ausstattung, wie Ruhebänke und Abfallbehälter, ggf. Radstellplätze wird erwartet. Die Standorte sollten eingeplant werden, Produkt-Typen werden bei Realisierung vom Auftraggeber vorgegeben, damit die Ausstattungsgegenstände später wiederverwendet werden können. Die Entwässerung der Erschließungsflächen wird ausschließlich über Versickerung in die Grünflächen erfolgen. Im Bereich der Betonwanne ist ein extra betriebenes Entwässerungssystem vorhanden, welches zu berücksichtigen gilt.

3.6

Realisierung, Kostenrahmen, Wirtschaftlichkeit

Nach dem Abriss des Palastes der Republik im Frühjahr 2007 kann mit der temporären Freiraumgestaltung begonnen werden. Zur Zeit ist eine sicherheitstechnische Zwischenbegrünung des Geländes geplant, die aber unter Berücksichtigung des Wettbewerbsergebnisses und seiner technischen Umsetzbarkeit an die neue Situation angepasst wird. Nach Errichtung der Humboldt-Box behält sich der Bauherr vor, dass auch die dazu gehörende Freifläche von dem beauftragten Landschaftsarchitekten der Temporären Freiraumgestaltung Schlossareal gestaltet wird. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Situation der öffentlichen Haushalte legt der Auslober besonderen Wert auf kostengünstige und wirtschaftliche Lösungen, insbesondere hinsichtlich der Unterhaltungskosten. Nach der Kostengruppe 500 der DIN 276 stehen für die Freiraumgestaltung 2,1 Mio € (inkl. 19 % MwSt) zur Verfügung. Diese Summe ist als Kostenobergrenze verbindlich einzuhalten und entspricht bei einer Fläche von ca. 33.600 m² einem m²-Preis von 62,- € (inkl. 19 % MwSt). In der Kostenberechnung nicht enthalten sind Baukosten für die bodendenkmalpflegerischen Grabungen und die Gestaltung der Umgebungsfläche der Humboldt-Box.

3.7

Beurteilungskriterien

Der Kriterienkatalog nach 5.15 der GRW dient der Strukturierung der Vorprüfung und der Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten durch das Preisgericht. Grundsätzlich sind die detaillierten Formulierungen der Aufgabenstellung und der Rückfragenbeantwortung ausschlaggebend. Bei der Beurteilung werden folgende Kriterien zu Grunde gelegt:

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Leitidee/Konzept - Entwurfsidee - Flexibilität des Konzeptes Gestaltung - Einbindung in die Umgebung - Gestaltqualität - Umgang mit den Grabungsfeldern/Erlebbarkeit - Umgang mit der Palastwanne - Spreeufer Funktion - Programmerfüllung Teil 1, Verfahren - Nutzungskonzept - Räumlich-gestalterisches und räumlich-funktionales Konzept bezogen auf unterschiedliche Nutzergruppen (Gender Mainstreaming) - Erschließung und Durchwegung - Barrierefreiheit - Ver- und Entsorgungsanlagen Wirtschaftlichkeit - Einhaltung der vorgegebenen Kosten - Folgekosten für Pflege und Unterhaltung

Tempöräre Freiraumgestaltung Schlossareal

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Temporäre Freiraumgestaltung Schlossareal / Teil 4 Anhang

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Teil 4 Anhang 4.1 Gender Mainstreaming in der Freiraumplanung

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung legt besonderen Wert darauf, alle Tätigkeiten der Verwaltung auch unter dem Gesichtspunkt der Geschlechtergerechtigkeit zu betrachten (gender bedeutet soziales Geschlecht, wie es durch die jeweilige Gesellschaft und ihre Kultur geprägt wird). Gleichzeitig ist der Forschungsstand bezüglich der Berücksichtigung genderspezifischer Belange im Bereich der Gestaltung noch sehr lückenhaft. Daher werden einige Projekte als Pilotprojekte durchgeführt, in denen der Kenntnisstand erweitert und Erfahrungen gesammelt werden können, die dann in das alltägliche Verwaltungshandeln eingehen können (mainstreaming). Dazu wurde im Vorfeld des Wettbewerbs „Zwei Parks auf dem Friedrichswerder“ eine Untersuchung über das Verhalten in der ehemaligen Freifläche auf dem Friedrichswerder und den Wünschen, die sich an die neuen Parkanlagen richten, in Auftrag gegeben. Diese Untersuchung wurde von der Arbeitsgemeinschaft argus durchgeführt. Die nachstehenden allgemeinen Ausführungen zu Gender Mainstreaming stellen Auszüge aus dem Ergebnisbericht dar.1 Als allgemeine Anforderungen an eine gendergerechte Planung sind die Gleichstellung der Geschlechter, Chancengleichheit und eine angemessene Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebensbedingungen und Zwänge, unter denen die Geschlechter leben, anzusehen. Es ist insbesondere sicherzustellen, dass 1. 2. 3. 4. Orte für alle Geschlechter geschaffen werden, der Stellenwert der Reproduktion berücksichtigt wird, Sicherheit vor Gewalt und Unfällen gewährt ist, die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familienarbeit unterstützt wird 5. und Raumrepräsentationen sowie durch die Gestaltung transportierte Werte und Normen alle Geschlechter, Ethnien, Altersgruppen und Klassen einbezogen werden.2 Die Umsetzung dieser Anforderungen in der Freiraumplanung bedeutet Planinhalte, die eine Aneignung des Freiraums für Frauen und Männer bzw. Mädchen und Jungen gleichermaßen sicherstellen und die Attraktivität der Nutzung durch geeignete Gestaltung für beide Geschlechter gleichermaßen fördern insbesondere durch: Berücksichtigung der unterschiedlichen Raumaneignung der Geschlechter und der spezifischen Nutzungsansprüche unterschiedlicher Nutzergruppen (Anwohner, Arbeitsbevölkerung, Senioren Kinder etc.) hinsichtlich der Aufenthaltsqualität und Gestaltung von Kommunikationsorten, Maßnahmen, die Männern und Frauen gleichermaßen gerecht werden, sowie Einrichtung von Räumen, die zum Ausgleich von Benachteiligungen spezifisch für ein Geschlecht gestaltet werden (Unterstützung der Aneignung von Frauen, Begrenzung männlicher Aneignung), Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedürfnisse bei der Gestaltung der Verkehrswege u.a. zur Vermeidung von ungewünschter

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Begleitbetreuung (übersichtliche Wegeführung, Orientierung, Verkehrssicherheit, Barrierefreiheit, Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Bedarfsorientierung von Verkehrswegen, Bündelung von Verkehrswegen), Berücksichtigung der unterschiedlichen Nutzungsansprüche an den Freiraum hinsichtlich generations- und geschlechtergerechter Nutzungsangebote und -qualitäten (u.a. Ruhe und Erholung, sportliche Aktivitäten, Kinderspieleinrichtungen, Treffpunkte/ Kommunikationsorte, Garten-/ Landschaftserlebnis, Querung und Durchwegung, infrastrukturelle Einrichtungen zur Verknüpfung von reproduktiven Verpflichtungen in der Nähe von Freiflächen), Berücksichtigung der unterschiedlichen Sicherheits- und Schutzbedürfnisse vor physischer und psychischer Gewalt und vor der Gefahr von Unfällen (Unterstützung der Raumaneignung von Frauen und damit ihrer Kontrolle über den Raum, Herstellung von Sichtverbindungen zu Orientierungspunkten und belebten Orten, Herstellung von belebten Verkehrswegen und erforderlichenfalls Fluchtwegen, Gestaltung gut einsehbarer Bereiche, ausreichende Beleuchtung, Reduzierung von Begleitbetreuung durch Vermeidung von Vermüllung als Gefahrenquelle und unsicherer Spielgeräte), Berücksichtigung der geschlechtsspezifisch und ethnisch unterschiedlichen Wirkung von Raumrepräsentation (Symbolik der Gleichberechtigung, Nutzungsoffenheit zur Vermeidung heteronormativer Zuschreibungen durch die Gestaltung).3

1

²

³

vgl. arbeitsgruppe gemeinwesenarbeit und stadtteilplanung -argus- gmbh: Pilotprojekt Gender Mainstreaming Friedrichswerder-West - Zwischenergebnisse –, September 2004 Darstellung nach Färber, C./ Spitzner, M./ Geppert, J./ Römer, S.: Umsetzung von Gender Mainstreaming in der Städtebaupolitik des Bundes. Auszüge aus der Expertise im Auftrag des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung erstellt im November 2001, Internet-Fassung der Expertise im Auftrag des BBR: www.bbr.bund.de/exwost/pdf-files/gm_0.pdf (Zugriff: 18.10.2004) Zusammenstellung unter Verwendung von: Beirat für frauenspezifische Belange bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (E. Baranek); Arbeitspapier zur Genderanalyse

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57

4.2

Nutzerbezogenes räumlich-funktionales Konzept / Erläuterungsplan: Der Erläuterungsplan zum Entwurf soll als schematische Analyse � � �

Nutzerbezogenes räumlich-funktionales Konzept / Erläuterungsplan

1

die geplanten Raumnutzungen für die unterschiedlichen Nutzergruppen, die Raumwirkungen und die Raumaneignungen

sowie deren Bezüge untereinander verdeutlichen. Ebenso können die Nutzungsqualitäten zu unterschiedlichen Wochentagen und Uhrzeiten erläutert werden.
können folgende Symbole Zur Darstellung des räumlich-funktionalen Konzeptes sollen folgende Symbole verwendet werden.

Legende:
Räumliche Kategorien Schwellenbereich als Übergang unterschiedlicher Raumkategorien bzw. als bevorzugter informeller Aufenthaltsort

Bewegungsrichtungen In unterschiedlichen Intensitäten (eventuell Unterscheidung nach Nutzergruppen, Durchwegung und Bewegung im Raum)

Blickbeziehungen Blockierte Blickbeziehung

starker Puffer schwacher Puffer, räumliche Abgrenzung zwischen unterschiedlichen Nutzungen und Intensitäten
07.03.2005 barbara willecke planung•freiraum

Barbara Willecke für den Beirat für frauenspezifische Belange

Temporäre Freiraumgestaltung Schlossareal / Teil 4 Anhang
2

58

Sozialräumliche Kategorien Öffentlicher Raum (blau) Halböffentlicher, gemeinschaftlicher Raum (gelb) Privater Raum (grün)

Weitere mögliche Differenzierungen

�

Orientierungselement, Merkzeichen (punktuelle Elemente wie Plastiken, Brunnen oder flächige, wie Leitpflanzungen, Belag...)

Nutzungsintensität bzw. Rückzugsorte oder Spielbereiche Ruhiger Aufenthalt Raumgreifende oder bewegungsintensive Aktivitäten, Raum mit Aufforderungscharakter zu Sport, Spiel o.ä.

Lichtexposition Schattig Halbschattig Sonnig
3

Nutzergruppen Wenn nutzerspezifische Angebote oder Differenzierungen angestrebt werde, dann ist Kennzeichnung durch die Angabe der Nutzergruppen möglich, wie Kinder
07.03.2005 barbara willecke planung•freiraum

Jugendliche Erwachsene Ältere Frauen Männer...
Barbara Willecke für den Beirat für frauenspezifische Belange

Hinweis an die Wettbewerbsteilnehmer Eine von diesen Beispielen abweichende aber nachvollziehbare plangraphische Darstellung ist möglich.

Temporäre Freiraumgestaltung Schlossareal / Teil 4 Anhang

59

Verfassererklärung 4.3 Verfassererklärung Temporäre Freiraumgestaltung Schlossareal, Berlin Mitte Temporäre Freiraumgestaltung Schlossareal, Berlin Mitte Begrenzt offener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb
Begrenzt offener freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb

Kennzahl: Verfasser:

Mitarbeiter:

Büroname:

Straße, Hausnummer: PLZ, Ort: Land: Tel: Fax: E-Mail-Adresse: Internetadresse: Kammer-Nr: Eintragungsort / seit: Bankverbindung Institut Kontonummer: Bankleitzahl: Kontoinhaber: Anschrift:

Sonderfachleute/Berater: Fachgebiet/Büroname/ Ort/ggf. Mitarbeiter:

Erklärung Ich / wir erkläre/n mit meiner / unserer Unterschrift, dass ich / wir der / die geistige / n Urheber der Arbeit mit der oben genannten Kennzahl bin / sind und mit den Verfahrensbedingungen gemäß Teil 1 der Ausschreibung einverstanden bin / sind.

___________________________ ___________________________ ___________________________ Ort, Datum Unterschrift (Verfasser) bevollmächtigter Vertreter*
* bei juristischen Personen, Partnerschaften und Arbeitsgemeinschaften

Temporäre Freiraumgestaltung Schlossareal / Teil 4 Anhang

60

4.4

Weiterführende Informationen

Internet - Stiftung Preußischer Kulturbesitz in fachlicher Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen: Historische Mitte Berlin Schlossplatz-Ideen und Entwürfe 1991-2001
www.schlossberlin.de

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Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im Internet
www.stadtentwicklung.berlin.de

-

Denkmalliste, Denkmaldatenbank
www.stadtentwickling.berlin.de/denkmal

-

Verkehr
www.stadtentwicklung.berlin.de/verkehr

4.5

Quellenangaben

Literatur - Katalog zur Ausstellung „Historische Mitte Berlin – Schlossplatz, Ideen und Entwürfe 1991-2001“ Herausgeber: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (SenStadt) in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen (BMVBW) Abschlussbericht der Internationalen Expertenkommission „Historische Mitte Berlin“ Materialien der Internationalen Expertenkommission „Historische Mitte Berlin“ Herausgeber: Internationale Expertenkommission „Historische Mitte Berlin“, i.A. der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das BMVBW und SenStadt „Die Innere Stadtspree“, Gestaltungsleitlinien - 2001 Herausgeber: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung „Schlossfreiheit – vor den Toren des Stadtschlosses“, Dietmar Arnold, Ingmar Arnold Herausgeber: be.bra verlag GmbH, Berlin-Brandenburg, 1998 „Berlin – Auf der Suche nach der Stadt – Gestern, Heute, Morgen“, Rainer Haubrich Herausgeber: Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Beuermann GmbH, Berlin 1997 „Internationaler Städtebaulicher Ideenwettbewerb Spreeinsel – 2. Phase“, Auslobung 1994 Herausgeber: Bundesrepublik Deutschland und Land Berlin, vertreten durch das BMVBW und SenStadt

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Abbildungsnachweis Titelbild: Abb. 1: Berlin Partner GmbH / FTB Werbefotografie Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Architekturwerkstatt/II D) Abb. 2 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Abt. III/II D) Abb. 3: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Architekturwerkstatt/II D) Abb. 4: Landesarchiv Berlin, 24 Rbau 57 418 Abb. 5: Landesarchiv Berlin/Waldemar Titzenthaler, 24 Rbau II 3058 Abb. 6; 7: Landesarchiv Berlin, 04 LuA II, 13 070 und 24 LuA 282280 Abb. 8: Landesarchiv Berlin/Klaus Lehnartz, 104 LuA C17943 Abb. 9: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Architekturwerkstatt) Abb. 10: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Architekturwerkstatt/II D) Abb. 11-14: Björn Steinhagen Abb. 15: Landesarchiv Berlin/Waldemar Titzenthaler, 04 MIT II 6334 Abb. 16: Landesarchiv Berlin, 04 LuA II, 13 110 Abb. 17-18: Björn Steinhagen Abb. 19: Berlin Partner GmbH / FTB Werbefotografie Abb. 20: Björn Steinhagen Abb. 21: Landesarchiv Berlin, 04 MIT 208 073 Abb. 22: Internationale Expertenkommission Historische Mitte Berlin 2002, Stadträumliche Einbindung des Schlossareals, Dipl. Architekt Marc Jordi Abb. 23: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Architekturwerkstatt/II D) Abb. 24: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Architekturwerkstatt) Abb. 25; 26: Berlin Partner GmbH / FTB Werbefotografie Abb. 27: Landesarchiv Berlin/Waldemar Titzenthaler, 016 Ho II, 3 413 Abb. F1-F13 Björn Steinhagen Abb. F14 Specht, Kalleja + Partner GmbH Abb. F15-F17 Björn Steinhagen

4.6

Digitale Anlagen

Auf beiliegender CD-ROM 4.6.0 Auslobung - Vorliegende Auslobung als .pdf-Datei mit farbigen Abbildungen in 300dpi Auflösung
00_auslobung_temp_freiraum_schloss.pdf

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4.6.1 Arbeitspläne - Übersichts-/Arbeitsplan auf Basis verschiedener Planunterlagen als CAD-Datei in verschiedenen Dateiformaten (maßstabsunabhängig) und als .pdf-Dateien (im angegebenen Maßstab)
00_freir_schloss_ueb_arb_plan.dwg 00_freir_schloss_ueb_arb_plan.dxf 00_freir_schloss_ueb_arb_plan.pla 01_freir_schloss_uebersichtsplan.pdf 02_freir_schloss_arbeitsplan.pdf (v 8.0) (M 1:1.000) (M 1:500)

4.6.2 Informationspläne - Luftbild, Stand 08/2004 als .tif-Datei
lb01_schlossplatz_08_2004_luftbild_5000_200pxcm.tif (M 1:5.000 bei 200pxcm)

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Luftbild, CIR-Falschfarbenaufnahme, Stand 2002, als .tif-Datei
lb02_schlossplatz_CIR_2002_5000_450dpi.tif (M 1:5.000 bei 450 dpi)

-

Lageplan des Leitungsbestands als .pdf-Datei
info_01_lage_leitungsbestand_schlossplatz.pdf (M 1:500)

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ARGE Selektiver Rückbau Palast der Republik, Informationspläne, .pdf-Dateien
info_02_arge_palast_lage_und_drainage.pdf info_03_arge_palast_gelaendeschnitte.pdf info_04_arge_palast_gelaende_ansicht.pdf info_05_arge_palast_lage_detail_treppe_1.pdf info_06_arge_palast_lage_detail_treppe_2.pdf info_07_brunnenanlage palastwanne.pdf (M 1:250) (M 1:250) (M 1:125) (M 1:25) (M 1:25) (o. M)

-

Landesdenkmalamt Berlin, archäologischer Bestandsplan, .pdf-Datei
info_08_lda_archaeologischer_best_plan.pdf

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Lage der geplanten U-Bahn-Eingänge der Linie U5 als .pdf-Datei
info_09_bvg_u_bahn_linie_5.pdf (M 1:1.500)

-

Oberflächengestaltung Unter den Linden/ Forum Fridericianum, Lage der Zugänge zur U-Bahn Linie 5 als .pdf-Datei
info_10_oberflaechengest_forum_fridericianum.pdf (M 1:2.000)

-

Entwurfsplanung der Breite Straße als .pdf-Dateien
info_11_planung_breite_strasse.pdf info_12_planung_breite_strasse_schnitt.pdf

4.6.3 Vorschriften - Bauordnung Berlin in der Fassung vom 29.09.2005
01_bauobln_29.09.2005.pdf www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/bauen.shtml

-

Ausführungsvorschriften zu §7 des Berliner Straßengesetzes über Geh- und Radwege (AV Geh- und Radwege) vom 11. Dezember 1998 als pdf.-Datei
02_AV_geh_u_radwege.pdf www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe/grundlagen/index.shtml

Temporäre Freiraumgestaltung Schlossareal / Teil 4 Anhang

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4.6.4 Richtlinien - Wirtschaftliche Standards des öffentlichen Bauens, Rundschreiben SenUmTech III 1/1997
01_WiSt_Landschaftsbau.pdf

-

Ökologische Planungskriterien für Wettbewerbe, Arbeitspapier SenBauWohn 08/01
02_oekolog_planungskriterien.pdf www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe/grundlagen/

-

Verwendungsverbote und Verwendungsbeschränkungen von Baustoffen, Rundschreiben SenBauWohnV VI Nr. 10/1998
03_verbote_baustoffe.pdf

-

Verwendungsverbote und Verwendungsbeschränkungen von Baustoffen, Rundschreiben SenStadt VI A Nr. 14/2004
04_verbote_baustoffe_tropenholz.pdf

4.6.5 Formblätter - Verfassererklärung (s. Teil 1.10) (pdf-Formular, d.h. Text kann direkt in das Formblatt eingeben und danach ausgedruckt werden. Das pdf-Formular kann mit dem Acrobat-Reader aber nicht gespeichert werden)
verfassererklaerung_temp_freiraum_schlossareal.pdf

-

Formblatt Kostenermittlung nach Teil 1.10 (sechsstellige Tarnnummer voranstellen)
000000_Formblatt_Kostenermittlung.xls

4.6.6 Bilddokumentation - Bilddokumentation mit Panoramaaufnahmen (hohe Auflösung) als .jpg-Dateien
►01_bild_doku

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4.7

Fotodokumentation

Standpunkte der Fotoaufnahmen

F10

F1 F13 F17 F14 F3

F2

F9

F16 F15 F11

F5 F7 F12

F8 F6 F4

Abb. :

Standpunkte der Fotoaufnahmen

M 1:1.4.000

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F1

Blick vom Lustgarten iin Richtung Schlossareal

F2

Unter den Linden, Blick Richtung Osten auf den Wettbewerbsbereich

F3

Blick auf Unter den Linden, Blickrichtung Westen

F4

Auswärtiges Amt, Blick vom Schlossplatz Richtung Westen

F5

Friedrichswerdersche Kirche, Blick von der ehemaligen Schlossfreiheit

F6

Blick in die Breite Straße Richtung Süden im gegewärtigen Zustand

Temporäre Freiraumgestaltung Schlossareal / Teil 4 Anhang

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F7

Panorama Teil 1: Blick über die ehemalige Schlossfreiheit, von links: Schlossbrücke, Altes Museum, Dom, Palast der Republik

F8

Baumreihe am zurzeit offenen Grabungsfeld, Blickrichtung Nordosten

F9

Baumreihe am zurzeit offenen Grabungsfeld, Blickrichtung Osten

F 10

Blick von der Karl-Liebknecht-Straße in Richtung Palast der Republik

F 11

Spreeufer am Marx-Engels-Forum vis á vis dem Spreeufer am Palast der Republik

Temporäre Freiraumgestaltung Schlossareal / Teil 4 Anhang

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F 12

Panorama Teil 2: Blick über Denkmalsockel, von links: Palast der Republik, Marstall, ehemaliges Staatsratsgebäude, Auswärtiges Amt

F 13

Spreeufer Palast der Republik, Blickrichtung Süden

F 14

Geländer am Spreeufer des Palastes der Republik, 2002 - Geländer in gleicher Optik wird wiedererrichtet

F 15

Spreeufer am Palast der Republik, Blick in nördliche Richtung

F 16

Treppenaufgang am südlichen Ende des Spreeufers

F 17

Treppenaufgang am nördlichen Ende des Spreeufers
        
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