Publication:
2008
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-opus-217533
Path:
Jahresbericht 2008

Jahresbericht 2008

Inhalt

Inhalt
Vorwort des Verbandsvorsitzenden Reduzierung des Naturflächenverbrauchs als gesellschaftliche Aufgabe Vorwort des Geschäftsführers Rückblick auf das Jahr 2008 20 Jahre AAVG 20 Jahre AAV-Gesetz Clearingstelle Die Clearingstelle im „Dialog Wirtschaft und Umwelt in NRW“ Rechtsfragen bei der Altlastensanierung Aktuelle Rechtsprobleme bei der Altlastensanierung Altlastensanierung und Flächenrecycling Maßnahmenplan Büdericher Ziegelwerke - Sanierungsziel Renaturierung Neue Mitte - Der Gewerbestandort Lüdenscheid Mitte Zurück zur Natur Ehemalige chemische Firma Rüsges in Eschweiler: Erstellung eines MNA-Konzeptes Innovative Verfahren - aktuelle Erfahrungen des AAV bei laufenden Sanierungsprojekten Mitgliederberatung Beratung der AAV-Mitglieder bei Altlasten und schädlichen Bodenveränderungen Mitgliederinformation Mitgliederinformation und Öffentlichkeitsarbeit Der Verband und seine Mitglieder Altlastensanierungsallianz NRW Die Gremien des AAV Die Geschäftsstelle Anfahrtsskizze Impressum Bildnachweis 4 5

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Vorwort des Verbandsvorsitzenden

Jahresbericht 2008

Insgesamt ca. 340.000 m² Fläche an fünf Standorten konnte der AAV im Jahr 2008 durch Abschluss der Bodensanierungsarbeiten wieder nutzbar machen für Zwecke der Wohnnutzung, als Gewerbeflächen oder für eine Renaturierung. Auch wenn diese Zahl auf den ersten Blick eindrucksvoll sein mag, so entspricht sie doch gerade einmal dem Verbrauch an Natur- und landwirtschaftlicher Fläche in Nordrhein-Westfalen an zwei Tagen!
Dr. Jochen Rudolph Verbandsvorsitzender des AAV

nahme bis zum Jahr 2020 um zwei Drittel, d. h. auf bundesweit ca. 30 Hektar/Tag zu erreichen. Der AAV bringt in diesem Diskussionsprozess vor allem seine Erfahrungen und Vorschläge zur Intensivierung des Flächenrecyclings ein. Durch den Abschluss des neuen Kooperationsvertrages im April 2008 und die Novellierung des AAV-Gesetzes im Mai d. J. wurden die Voraussetzungen für die weitere Tätigkeit des AAV in den nächsten Jahren geschaffen. Um die im Rahmen des Kooperationsvertrages verfügbaren Finanzmittel weiterhin möglichst gerecht und nachvollziehbar einzusetzen, hat der AAVVorstand das bestehende Dringlichkeitsbewertungssystems in Verbindung mit einer Prioritätenbildung für die Reihenfolge der zu bearbeitenden Altlastenprojekte überprüft und angepasst. Die Zahl der beim AAV angefragten und letztendlich angemeldeten Altlastenprojekte hat in der Folge weiter zugenommen. Das wird letzlich dazu führen, dass – bei begrenzten Mitteln – in Zukunft nicht mehr alle in den Maßnahmenplan aufgenommenen Projekte sofort kurzfristig bearbeitet und finanziert werden können. Andererseits sehen wir die große Nachfrage nach einer Mitwirkung als Beweis für die Akzeptanz, die der AAV bei den Kommunen und allen anderen Beteiligten gefunden hat. Ich danke daher ausdrücklich allen, die durch ihre Mitgliedschaft, durch fachliche Beiträge oder als Mitarbeiter beim AAV zum Erfolg unserer Arbeit beitragen Wir werden auch künftig alles daran setzen, diese partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Kommunen, den Landesbehörden und den Mitgliederunternehmen der Wirtschaft erfolgreich fortzusetzen.

In NRW werden täglich immer noch ca. 15 ha für neue Siedlungsflächen benötigt, in ganz Deutschland ca. 110 ha/Tag. Dieser “Naturflächenverbrauch“ ist in den letzten 15 Jahren nahezu konstant hoch geblieben. Wurde dieses Problem früher noch als Aktionsfeld berufsmäßiger Umweltschützer gesehen, so wird inzwischen vielen Verantwortlichen die Bedeutung des Bodens für die biologische Vielfalt von Flora und Fauna, für die Erzeugung von Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen und nicht zuletzt auch als zweitgrößter Kohlenstoffspeicher neben den Meeren für den Klimaschutz zunehmend bewusst. Die Europäische Union will deshalb den gesamten Bereich des Bodenschutzes einschließlich der Altlastenproblematik in einer EU-Bodenrahmenrichtlinie regeln, die dann von den einzelnen Mitgliedsländern ausgefüllt und umgesetzt werden soll. In NRW hat das Ministerium für Umwelt- und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) vor zwei Jahren die „Allianz für die Fläche“ ins Leben gerufen. Am runden Tisch diskutieren hier Vertreter gesellschaftlicher Gruppen über Methoden und Aktivitäten zur zukünftigen Verminderung des Naturflächenverbrauchs mit dem Ziel, die politisch vorgegebene Reduzierung der Flächeninanspruch-

als gesellschaftliche Aufgabe

Reduzierung des Naturflächenverbrauchs

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Jahresbericht 2008

Vorwort des Geschäftsführers

auf das Jahr 2008

Rückblick
Schwerpunkte der Projektbearbeitung im Jahr 2008 waren wieder das Flächenrecycling zur Schaffung von Wohnund Gewerbeflächen und bei zwei Standorten die Renaturierung ehemaliger Gewerbestandorte und deren spätere Nutzung als Ausgleichsflächen für Baumaßnahmen in anderen Gebieten der jeweiligen Kommunen. Ein weiterer Projektschwerpunkt waren Sanierungsmaßnahmen zur Beseitigung von Grundwasserschäden, überwiegend verursacht durch leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe. Dazu betreibt der AAV an sechs Standorten konventionelle Grundwassersanierungsanlagen, an vier Standorten wurde der Einsatz innovativer Verfahren untersucht und erprobt. Gespräche mit anderen Sanierungsträgern und mit Sanierungsfirmen haben uns in unserer Ansicht bestätigt, dass sich die technologische Basis bei Sanierungsmaßnahmen weiter entwickeln wird. Durch die mit großen Finanzmitteln geförderten BMBF-Forschungsvorhaben, wie z. B. KORA, RUBIN und REFINA, sind viele neue Impulse gegeben worden, die sich in neuen Untersuchungsmethoden, Möglichkeiten einer besseren Standortmodellierung und in einer vertieften Kenntnis des natürlichen Schadstoffabbaus im Untergrund niedergeschlagen haben. Es wird nun in einer zweiten Phase nötig sein, die neuen Erkenntnisse und Methoden in die Praxis zu transferieren, damit die Gutachterbüros und Sanierungsfirmen mit diesen neuen Verfahren umzugehen lernen und die Bodenschutzbehörden diese Methoden anerkennen. Ab Seite 33 in diesem Jahresbericht berichten wir von drei innovativen Verfahren, die wir bei AAV-Projekten eingesetzt haben.

Was noch vor der Sanierung kommt
Vor Beginn von Sanierungsprojekten müssen immer öffentlich-rechtliche Verträge zwischen dem AAV, der anmeldenden Kommune und ggf. mit Dritten abgeschlossen werden, um das geplante Sanierungsprojekt und vor allem die Finanzierung eindeutig zu beschreiben und zu vereinbaren. In manchen Fällen werden zusätzlich sogenannte Vergleichsverträge benötigt, wenn die zuständige Bodenschutzbehörde Ordnungspflichtige nicht im Rahmen einer Sanierungsverfügung heranziehen will. Dies ist immer dann sinnvoll, wenn die Ordnungspflicht nicht eindeutig zuordenbar ist oder wenn der Ordnungspflichtige nur begrenzt leistungsfähig ist. Das AAV-Gesetz sieht hier die Beteiligung des AAV ausdrücklich vor, wenn es sich um einen der Sachlage angemessenen Vergleich handelt, der den gesetzlichen Kriterien (Landeshaushaltsordnung, Verwaltungsverfahrensgesetz) genügt. Solche Vergleichsverträge ersetzen langjährige Gerichtsverfahren mit ungewissem Ausgang und erlauben ein schnelles Tätigwerden, meist mit aktiver Beteiligung des Ordnungspflichtigen. In 2008 konnte so ein langjähriges Streitverfahren zwischen zwei Bodenschutzbehörden und einem Wirtschaftsunternehmen im Rahmen eines gerichtlichen Mediationsverfahrens abgeschlossen werden, an dem auch der AAV maßgeblich beteiligt war. Entsprechend seinem gesetzlichen Auftrag versucht der AAV in Zusammenarbeit mit der zuständigen Bodenschutzbehörde die Projektfinanzierung soweit als möglich durch Beiträge von Ordnungspflichtigen und/oder durch Rückflüsse aus der Vermarktung der sanierten Altlasten zu realisieren. Nach Abschluss der Sanierung wird daher bei praktisch allen Projekten das Wertausgleichsverfahren nach § 25 BBodSchG durchgeführt, bei dem die Wertsteigerung des Grundstücks durch die Sanierung ermittelt wird. Zuständige Behörden für dieses Verfahren sind in NRW die Bezirksregierungen, bei denen ein entsprechender Antrag gestellt werden muss. Da dieses gesetzlich vorgegebene Verfahren in der Praxis einige Nachteile aufweist, sichert sich der AAV seine Ansprüche zusätzlich vertraglich, z. B. in Form einer Beteiligung am Verkaufserlös der sanierten Grundstücke, sofern eine Vermarktung vorgesehen ist.
Gerhard Kmoch Geschäftsführer des AAV

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20 Jahre AAVG

Jahresbericht 2008

AAVGesetz
Der damalige NRWUmweltminister Klaus Matthiesen sprach zu den Teilnehmern...

20 Jahre

Wie bereits auf der letzten Delegiertenversammlung am 20.11.2008 mitgeteilt, wird der AAV im Jahr 2009 sein 20-jähriges Bestehen feiern. Grund genug, an dieser Stelle – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – einen kurzen Blick auf die wechselvolle Geschichte des AAV-Gesetzes (AAVG) zu werfen. Bei genauer Betrachtung ist festzuhalten, dass das AAVG von 1988, das frühere Abfallentsorgungs- und Altlastensanierungsverbandsgesetz, das in den Jahren 1995, 2000 und 2001 geändert wurde, gar nicht mehr existiert. Der Gesetzgeber hat es mit Erlass des „Gesetzes über den Verband zur Sanierung und Aufbereitung von Altlasten Nordrhein-Westfalen und zur Änderung des Landesabfallgesetzes vom 26.11.2002 aufgehoben, mit dem gleichzeitig der bisherige AAV – manch langjährigen Weggefährten des Verbandes noch unter der etwas missverständlichen Bezeichnung

Dass der AAV dennoch im Jahr 2009 sein 20-jähriges Bestehen feiern darf, lässt sich damit erklären, dass die konstituierende Delegiertenversammlung des damals noch jungen AAV am 08.05.1989 in Hattingen stattfand. Juristisch gewendet lässt sich sagen, dass der heutige AAV nach dem Willen des Gesetzgebers der Gesamtrechtsnachfolger des alten AAV ist und auf diese Weise zwischen beiden Körperschaften Kontinuität besteht. Befasst man sich näher mit den in den vergangenen 20 Jahren immer wieder geänderten Vorschriften des AAVG, lässt sich weiter feststellen, dass dieses Gesetz gleichsam parallel die Entwicklung des „klassischen“ Altlastenrechts vom rein ordnungsrechtlich geprägten Ansatz bis zum „modernen“, inzwischen vom Flächenrecycling beeinflussten Bodenschutzrecht nachvollzogen hat.

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„Entsorgungsverband“ geläufig – aufgelöst wurde.

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20 Jahre AAVG

Ursprünglich kannte das AAVG von 1988 als Eintrittsvoraussetzung für ein Tätigwerden des AAV nur die Fälle der behördlichen Ersatzvornahme und des Fehlens eines (finanziell leistungsfähigen) Ordnungspflichtigen. Der Gesetzgeber hat dem AAV aber in den Folgejahren größeren Handlungsspielraum verliehen, indem er ihm zusätzliche Eintrittsmöglichkeiten zur Seite stellte, etwa bei Abschluss von Vergleichsverträgen in Altlastenfällen oder in Fällen, in denen die Gemeinde oder der Kreis Altlastengrundstücke selbst erworben hat. Erst in diesem Jahr hat der Gesetzgeber darauf reagiert, dass Grundstücke, die für eine gemeindliche Entwicklung bzw. Sanierung vorgesehen sind, in zunehmendem Umfang nicht mehr durch die Gemeinde selbst erworben werden, sondern der Erwerb und die Entwicklung der Grundstücke in das operative Geschäft von kommunal beherrschten Gesellschaften verlagert wurde. Der AAV kann nunmehr auch in den zuletzt genannten Fällen tätig werden. Festzuhalten ist auch, dass sich das im alten AAVG verankerte Modell des reinen Pflichtverbandes, bedingt durch die im Jahr 2000 notwendig gewordene Änderung der Finanzierungsgrundlage der Verbandsaufgaben, zu einem – man kann sagen – Verband sui generis, d. h. mit teils freiwilliger, teils gesetzlicher Mitgliedschaft geändert hat. Dies ist wohl die einschneidenste Änderung in der Geschichte des AAVG. Sie ist aber gleichzeitig die Grundlage für die erfolgreich praktizierte Zusammenarbeit von Privatwirtschaft und öffentlicher Hand im AAV.

So gesehen ist es nur folgerichtig, dass der Gesetzgeber dem AAV mit den in diesem Jahr erfolgten weiteren Änderungen im AAVG neue Aufgaben übertragen hat. Hervorzuheben ist hierbei, dass der AAV die Tätigkeit der im Rahmen des „Dialogs Wirtschaft und Umwelt Nordrhein-Westfalen“ eingerichteten Clearingstelle unterstützt. Erwähnenswert ist auch, dass das AAVG dem AAV nunmehr aufgibt, neue Technologien und innovative Verfahren zur Altlastensanierung und zur Förderung des Flächenrecyclings zu entwickeln und zu erproben. Insgesamt gesehen ist das AAVG im Laufe seiner Entwicklungsgeschichte deutlich kürzer geworden. Das „erste“ AAVG besaß beinahe doppelt so viele Paragrafen. Auch dies ist ein Beleg dafür, dass im AAV öffentliche und private Hand erfolgreich, nämlich ohne allzu große Verwaltung, Aufgaben lösen können.

...auf der konstituierenden Delegiertenversammlung des AAV am 08.05.1989

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Clearingstelle

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fälische Wirtschaft, vertreten durch im „Dialog Wirtschaft und Umwelt den Bundesverband der deutin NRW“ schen Industrie, mern, die Handwerkskammern sowie

Clearingstelle

Die

Die Landesregierung in NRW, vertreten durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie und die nordrhein-west-

„neutralen Vorsitzenden“ und je einem Vertreter des Landes und der Wirtschaft. Solange die Clearingstelle einen Sachverhalt bearbeitet, können die entsprechenden Vorgänge auf der Vollzugsebene bei den betroffenen Behörden ausgesetzt werden, wenn eine zeitnahe Bearbeitung durch die Clearingstelle möglich und sichergestellt ist. Einzelheiten zur Tätigkeit der Clearingstelle sind in einer vom Dialog Wirtschaft und Umwelt verabschiedeten Geschäftsordnung festgelegt, die unter der Internetadresse www.dwu. nrw.de/clearing/index.php eingesehen und heruntergeladen werden kann.

die Industrie- und Handelskam-

Unternehmer und Führungskräfte der Wirtschaft haben vor zwei Jahren den Dialog Anträge zu einem Clearingverfahren können bei der Geschäftsstelle des Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverbandes Nordrhein-Westfalen Werksstraße 15 45527 Hattingen Telefon: 02324 5094-0 Telefax: 02324 5094-10 E-Mail:	 g.kmoch@aav-nrw.de eingereicht werden. Die im Frühjahr 2007 eingerichtete Clearingstelle stellt eine weitere Kommunikations- und Handlungsplattform zwischen Landesverwaltung und Wirtschaft in NRW dar. Sie dient als Vermittler, um Streitfälle zwischen Unternehmen und Behörden im Umweltbereich unbürokratisch und unabhängig von gerichtlichen Verfahren einvernehmlich zu lösen. Wirtschaft und Umwelt in NRW ins Leben gerufen. Hier diskutieren Fachleute aus Wirtschaft und Verwaltung über wichtige Themenbereiche der Umweltpolitik. Grundlage dieses Dialog-Prozesses ist ein subsidiäres und freiheitliches Verständnis von Gesellschaft, Wirtschaft und Staat, das der Freiwilligkeit, Eigenverantwortung und Zusammenarbeit Vorrang und Vorfahrt gibt.

Nach ihrer Konstituierung hat die Clearingstelle sofort ihre Arbeit aufgenommen und erste Clearingverfahren bearbeitet. Die antragstellenden Unternehmen bzw. Behörden teilen der Clearingstelle in einem formlosen Schreiben den Sachverhalt mit. Die Clearingstelle holt dann auch Stellungnahmen der anderen Partei und gegebenenfalls von Dritten ein und führt bei Bedarf eine Anhörung der Beteiligten durch. Danach formuliert sie eine Empfehlung, die allerdings für die beteiligten Parteien nicht bindend ist. Bisher sind Fälle aus dem Wasserrecht (Wasserentnahmeentgelt) und dem Bau- bzw. Bodenschutzrecht von der Clearingstelle bearbeitet worden. Nach dem Wegfall der Widerspruchs-

Geschäftsstelle für die Clearingstelle ist der Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband NRW mit Sitz in Hattingen. Die Clearingstelle besteht derzeit aus drei vom Dialog Wirtschaft und Umwelt bestellten Mitgliedern, einem so genannten

verfahren gegen Behördenbescheide im Umweltschutz ist das Verfahren bei der Clearingstelle ein geeigneter Weg, um Streitfälle im Umweltschutz von grundsätzlicher Bedeutung außergerichtlich klären zu lassen.

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Rechtsfragen bei der Altlastensanierung

Rechtsprobleme
Abbruch- und Entsorgungsleistungen bei Altlastensanierungsprojekten können auch künftig trotz Verschärfung der so genannten Mittelstandsklausel im Vergaberecht unter bestimmten Voraussetzungen zusammen als gemischttypische Leistungen von der Vergabestelle ausgeschrieben und vergeben werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Vergabestelle zunächst versucht hat, die von ihr beabsichtigte Ausschreibung in Teil- und Fachlosen zu planen. Die Gesamtvergabe an einen Bieter muss dann aber aus wirtschaftlichen oder technischen Gründen erforderlich sein. Wie immer kommt es hierbei auf den Einzelfall an. Der Begründungsaufwand für Vergabestellen an gemischttypische Vergaben steigt. Diese Bewertung der Zukunft der gemeinsamen Ausschreibung von VOB- und VOL-Leistungen bei Altlastensanierungsprojekten durch einen Vergaberechtsexperten dürfte – trotz der sich abzeichnenden weiter steigenden formalen Anforderungen an Vergabeverfahren – im Ergebnis bei vielen der über 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der AAV-Fachtagung „Aktuelle Rechtsprobleme bei der Altlastenbearbeitung“ am 11.06.2008 in Hattingen für Erleichterung gesorgt haben. Geschäftsführer Gerhard Kmoch begrüßte die zahlreich erschienenen Vertreterinnen und Vertreter aus den Reihen der Bezirksregierungen, Kreise und kreisangehörigen Gemeinden sowie der kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen, der chemischen Industrie, der Stahlindustrie, Energieerzeugung und Entsorgungswirtschaft sowie der Ingenieur- und Gutachterbüros. Er informierte die Anwesenden über die nach langen Verhandlungen am 24.04.2008 endlich erfolgte Unterzeichnung der neuen Kooperationsvereinbarung, mit der der AAV in die Lage versetzt werde, seine Arbeit zunächst bis 2011 fortzusetzen. Mit der – inzwischen erfolgten – Veröffentlichung der vom Landtag Nordrhein-Westfalen am 14.05.2008 beschlossenen Novelle des AAV-Gesetzes verfüge der Verband wieder über alle notwendigen Voraussetzungen, neue Altlastensanierungsund Flächenrecyclingprojekte in Nordrhein-Westfalen in Angriff zu nehmen.

Aktuelle

bei der Altlastensanierung

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Rechtsfragen bei der Altlastensanierung

Jahresbericht 2008

Neu im AAV-Gesetz sei, so Kmoch, dass der AAV den ausdrücklichen Auftrag zur Entwicklung und Erprobung neuer Technologien und innovativer Verfahren zur Altlastensanierung erhalten habe. Erwähnenswert sei weiter, dass der AAV nunmehr auch in Fällen tätig werden könne, in denen eine Kommune nicht nur Eigentümerin eines Altlastengrundstücks, sondern selbst als Verursacherin der Altlast feststehe. Kmoch wies außerdem darauf hin, dass der AAV ab sofort die Geschäftsstelle der im Rahmen des Dialogs Wirtschaft und Umwelt in Nordrhein-Westfalen neu geschaffenen Clearingstelle sei. Die Clearingstelle könne von jedem Unternehmen und jeder Behörde – unabhängig von gerichtlichen Verfahren – angerufen werden und habe die Aufgabe, Streitfälle zwischen Unternehmen und Behörden im Bereich von Genehmigungs- und Überwachungsfragen möglichst unbürokratisch und schnell zu lösen.

Einen Überblick über relevante Fördermöglichkeiten für Altlastensanierungsprojekte in NordrheinWestfalen gab Professor Dr. Wilhelm König vom Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNLV). Professor König stellte klar, dass Fördermöglichkeiten bei Altlastensanierungsprojekten prinzipiell nur dann in Betracht kommen, sofern entweder kein Sanierungsverantwortlicher vorhanden oder dieser zu deren Durchführung finanziell nicht oder nur teilweise in der Lage sei. Maßnahmen zur Gefahrenabwehr bei Altlasten müsse man, so König, von anderen Fragestellungen, wie z. B. Flächenrecycling, Technologieförderung oder grenzüberschreitende Zusammenarbeit, abgrenzen, für die sich besondere Fördermöglichkeiten ergeben könnten. Von allen Bundesländern liege Nordrhein-Westfalen an der Spitze, was abgeschlossene bzw. laufende Altlastensanierungsmaßnahmen angehe. Man dürfe, so Professor König, jedoch nicht außer Acht lassen, dass die Zahl der in Nordrhein-Westfalen abgeschlossenen Sanierungsmaßnahmen gerade mal 10 % der in Nordrhein-Westfalen insgesamt erfassten altlastverdächtigen Flächen ausmache. Seit 1983 habe man in NordrheinWestfalen mehr als 1 Mrd. € für die Altlastensanierung eingesetzt.

Finanzielle Unterstützung der Gemeinden in NRW durch Land und EU seit 1983
MUNLV-Förderprogramm Altlasten Kofinanzierung zu EU-Ziel-2-Programm Ökologieprogramm für den Emscher-Lippe-Raum (ÖPEL), anteilig für Altlastensanierung Grundstücksfond NRW: Aufwendungen für die Altlastensanierung rd. 340 Mio. € rd. 10 Mio. € rd. 75 Mio. €

rd. 302 Mio. €

Beitrag des AAV zur Altlastensanierung seit 1989 rd. 100 Mio. € Zuzüglich Anteile Pflichtiger In der Summe sind bisher wesentlich mehr als 1 Mrd. € für die Altlastensanierung in NRW eingesetzt worden!

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Rechtsfragen bei der Altlastensanierung

Förderfähig seien nach der aktuellen Förderrichtlinie des MUNLV, so Professor König, sowohl Maßnahmen zur Gefahrenabwehr, beginnend mit der Gefährdungsabschätzung, als auch Flächenrecyclingmaßnahmen. Die Altlastenförderung beim AAV beginne mit dem Stadium der Sanierungsuntersuchung, sodass schon häufiger Altlastensanierungsprojekte zunächst mit Mitteln des Landes NordrheinWestfalen und zu einem späteren Zeitpunkt durch den AAV erfolgreich gefördert worden seien. Das bei der Bezirksregierung Münster angesiedelte Ökologieprogramm Emscher-Lippe (ÖPEL) habe dagegen einen spezifischen regionalen Bezug. Förderfähig seien danach auch Altlastensanierungs- und Flächenrecyclingmaßnahmen. Weiterhin stünden, so Professor König, zusätzliche Fördermöglichkeiten auf EU-Ebene, insbesondere auch für Altlastensanierungs- und Flächenrecyclingprojekte, bereit, wie z. B. das EU-Ziel-2-Programm „Europäische Förderung für die regionale Entwicklung (EFRE)“ oder das so genannte „LIFE +“-Programm, mit dem unter anderem Umwelttechnologien und damit ein ganz wesentlicher Bereich der Altlastensanierung gefördert werden könnte. Professor König resümierte, dass zahlreiche Altlastensanierungsmaßnahmen in ressortübergreifende Entwicklungsvorhaben anderer Bereiche, wie z. B. Städtebau oder Wirtschaftsförderung, integriert werden könnten.

Dass gerade Förder- bzw. Zuwendungsbescheide der öffentlichen Hand regelmäßig Nebenbestimmungen in Form von verwaltungsrechtlichen Bedingungen und Auflagen enthalten, die es zu kennen und zu beachten gilt, will man sich nicht der Gefahr einer Rückforderung aussetzen, legte Dr. Stefan Mager von AULINGER Rechtsanwälte in seinem Vortrag „Aktuelle Entwicklungen im Vergaberecht“ ausführlich dar. Gerade bei Zuwendungsbescheiden existierten eine Reihe von (vergabe-)rechtlichen Fallstricken, die Zuwendungsempfänger tunlichst vermeiden sollten.

Hieraus resultierende Kernfragen des Zuwendungsempfängers
Welches Vergaberecht ist anzuwenden/ zu beachten? Welche Folgen treten im Falle eines Verstoßes gegen das Vergaberecht mit Blick auf den Zuwendungsbescheid ein?

Bei Auftragsvergaben unterhalb der Schwellenwerte müsse, so Dr. Mager, der Empfänger gemeindlicher Zuwendungen die Vergabegrundsätze des Gemeindehaushaltsrechts mit ihren Besonderheiten beachten. Bei Auftragsvergaben oberhalb der Schwellenwerte bestehe zum einen die Beachtenspflicht des Haushaltsvergaberechts fort. Zum anderen gelte zusätzlich das Kartellvergaberecht. Bereits die falsche Verfahrensart führe in der Regel – so die einschlägige Rechtsprechung – zur Rückforderung der Zuwendung. Zwar trage, so Dr. Mager, die Zuwendungsgeberin grundsätzlich die Beweislast für das Vorliegen des Vergabeverstoßes.

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Rechtsfragen bei der Altlastensanierung

Jahresbericht 2008

Bei mangelnder Beachtung der Dokumentationspflichten durch die Vergabestelle bzw. den Zuwendungsempfänger könnte sich jedoch die Beweislast umkehren. Gerade im oberschwelligen Bereich ziehe ein Nachprüfungsverfahren die Akteneinsicht des Bieters nach sich. Die Einhaltung des Vergaberechts als Zuwendungsempfänger sei letztlich Chefsache. Vergabeverstöße könnten – so die einschlägige Rechtsprechung – bis hin zur persönlichen Haftung des Geschäftsführers führen. Haftungsfragen, vornehmlich aus Sicht der Abfallerzeuger und Abfallbesitzer und damit auch der Altlastensanierer, berührte letztlich der Vortrag „Tongrubenurteile und kein Ende?“ von Thorsten Attendorn, Bezirksregierung Arnsberg. Attendorn befasste sich intensiv mit den bodenschutzrelevanten Fragen der Rechtsprechung infolge des so genannten „Tongrubenurteils II“ aus dem Jahr 2005 und zeigte Widersprüche in aktuellen Folgeentscheidungen der Verwaltungsgerichte auf. Er legte im einzelnen dar, dass es seit der als „Mutter aller Tongruben-

urteile“ zu bezeichnenden Leitentscheidung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) vom 14.04.2005 eine Reihe von Instanzentscheidungen gegeben habe, die belegen würden, dass die neue Rechtsprechung nicht durchgängig rezipiert worden sei. Bis zur Einführung des sich gegenwärtig im Verordnungssetzungsverfahren befindlichen neuen § 12a Bundes-Bodenschutz- und Altlasten verordnung (Regelung der Einbringung von Material unter- oder außerhalb der durchwurzelbaren Bodenschicht) sei es, so Attendorn, geboten, sich bei Verfüllmaßnahmen und anderen bodenähnlichen Anwendungen immer wieder dessen zu vergewissern, was das BVerwG entschieden habe. Die von dem Gericht aufgestellten Grundsätze zur Geltung des Vorsorgeregimes und zur Unbeachtlichkeit der alten Technischen Regeln der LAGA legten, so Attendorn, die (übergangsweise gemeinte) Empfehlung nahe, sich in „Verfüllungsfällen“ an der LAGA M 20 Allgemeiner Teil und Technische Regeln Boden (neue Fassung) zu orientieren, bis der Verordnungsgeber für die in Rede stehenden Fälle hoffentlich Rechtsklarheit geschafft habe. Mit dem Vortrag „Persönliche Haftung des Geschäftsführers in Altlastenfällen“ stimmte Dr. Egon Peus, AULINGER Rechtsanwälte, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf das Thema des Nachmittages der AAV-Fachtagung, der ganz in das Zeichen der Verantwortung in Altlastenfällen gerückt war, ein. Dr. Peus legte anhand aktueller Beispiele aus der Rechtsprechung dar, unter welchen Voraussetzungen Organe und Organwalter von Unternehmen bei Erlass einer Sanierungsverfügung in namhafte und ernst zu nehmende Haftungsfragen geraten können.

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Jahresbericht 2008

Rechtsfragen bei der Altlastensanierung

Diese beginnen beispielsweise mit der Frage, unter welchen Voraussetzungen der von der Behörde in der Verfügung bezifferte Sanierungsaufwand als bestehende Verbindlichkeit des Unternehmens anzunehmen sei. Dr. Peus führte weiter aus, dass – entgegen einer irrtümlich weit verbreiteten Auffassung – der GmbHGeschäftsführer verpflichtet sei, bei Überschuldung seines Unternehmens unverzüglich Insolvenz zu beantragen. Die gesetzliche „Drei-Wochen-Frist“ im GmbH-Gesetz dürfe nur ausgeschöpft werden, wenn ernsthaft Aussichten bestünden, innerhalb der drei Wochen den Insolvenzgrund zu beseitigen. Erscheine Letzteres aber von vornherein als aussichtslos, habe man als Geschäftsführer, so Dr. Peus, keineswegs drei Wochen Zeit. Dies werde indirekt durch die Praxis bestätigt. In einem erst vor kurzem entschiedenen Fall habe das im Wege des Eilverfahrens angerufene Verwaltungsgericht noch vor (!) Ablauf der Drei-Wochen-Frist, gerechnet vom Datum der Ordnungsverfügung, seine Eilentscheidung getroffen. Ergänzend zu dem Kernbestand an Pflichten, um den sich die Geschäftsführung jederzeit persönlich kümmern müsse, trete, so Dr. Peus, im Einzelfall die öffentlich-rechtliche Störerhaftung des Geschäftsführers, bei der es auf Verschulden nicht ankomme und die zeitlich unbefristet eingreife, hinzu.

Öffentlich-rechtliche Störerhaftung
(des Geschäftsführers persönlich):
Gefährdung durch Abfall, Emissionen, Verursachung einer Bodenverunreinigung, Gewässerverunreinigung (Altlasten) Verschulden wird nicht vorausgesetzt; schlichte „logische“ Verursachung genügt zwar nicht. Jedoch genügt „wertende Bestimmung der Zusammenhänge“. Störerhaftung tritt nicht nur dann ein, wenn Bewusstsein oder Wille des Geschäftsführers vorhanden ist, einen rechtswidrigen Zustand herbeizuführen. Es genügt für die Störerschaft, dass der Geschäftsführer allgemeine Weisungen erteilt und durch generelle Anweisungen das betriebliche Geschehen gesteuert hat.
OVG Münster, Beschluss vom 26.03.2007, AZ.: 20 B 61/07

Mit dem „Risikomanagement nach dem Umweltschadensgesetz“ befasste sich der Vortrag von Dr. Andreas Zühlsdorff, Köhler & Klett Rechtsanwälte. Dr. Zühlsdorff führte zunächst mit einigen grundsätzlichen Hinweisen zum Risikomanagement in das Thema seines Referates ein. Da es beim Risikomanagement darum gehe, unternehmerische Risiken zu identifizieren und zu minimieren, müsse man, so Dr. Zühlsdorff, die Frage klären, inwieweit sich durch das Umweltschadensgesetz gegenüber der bisherigen Rechtslage Verschärfungen ergeben. Insofern sei festzustellen, dass das Umweltschadensgesetz eine öffentlich-rechtliche Haftung aufstelle, die in Bezug auf die Schutzgüter Boden und Wasser keine strengeren Anforderungen formuliere als dies nach Bundes-Bodenschutzgesetz und Wasserhaushaltsgesetz der Fall sei. Eine Verschärfung der Rechtslage trete hingegen durch die erstmals neu eingeführte Haftung für Schäden betreffend die Biodiversität ein.

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Rechtsfragen bei der Altlastensanierung

Jahresbericht 2008

Welche Verschärfungen treten gegenüber dem bestehenden Recht ein?
Schutzgüter/Schädigung von Arten und natürlichen Lebensräumen
Lebensräume, die zum Europäischen Biotopverbund Natura 2000 zählen (sog. FFH-Gebiete und Vogelschutzgebiete – circa 13 % der Landfläche in Deutschland gemeldet) die in § 21a BNatSchG genannten Arten der Vogelschutz- und der FFH-Richtlinie sind unabhängig von konkreten Schutzgebieten vor Schäden zu bewahren (Anhang IV FFH-Richtlinie sowie Anhang I Vogelschutz-Richtlinie – in Deutschland etwa 134 Tier- und Pflanzenarten sowie rund 68 Vogelarten) Verschärfung der Verantwortlichkeit

Risikoerfassung:

Hier könne man gespannt sein, so Dr. Zühlsdorff, wie diese Vorgabe in der Praxis umgesetzt werde, denn eine Naturalrestitution setze ja gerade die Kenntnis des früheren Zustandes voraus. Maßnahmen zur Risikominimierung müssten immer konkret an der jeweiligen Situation des Unternehmens ansetzen. Insofern sei von Bedeutung, dass das Unternehmen die eigene Gefahrensituation bzw. das eigene Gefahrenpotenzial und dessen Auswirkungen bei einem Störfall für sich selbst analysiere und entsprechende Alarm-

Risikominimierung:
Klärung der persönlichen Verantwortlichkeiten
USchadG stärkt die Bedeutung der Haftung des Verursachers: erhöhte Anforderungen an die Definition von Verantwortungsbereichen, um den Kreis der „Verantwortlichen“ zu begrenzen Grundsätzliche Anforderungen an betriebliche Organisation: eindeutige, vollständige, überschneidungsfreie Linienstruktur in relevanten Bereichen vollumfängliche, selbsterklärende, veröffentlichte Betriebsanweisungen ordnungsgemäße Auswahl und Überwachung Informationsfluss: vertikal und horizontal Krisenmanagement

und Gefahrenabwehrpläne aufstelle. Ferner sei eine klare Unternehmensorganisation geboten. Im letzten Vortrag ging Martin Wischott, AXA Risk & Claims Services GmbH, auf „Versicherungstechnische Fragen beim neuen Umweltschadensgesetz“ ein. Wischott hob eingangs hervor, dass aufgrund der Regelungen im Umweltschadensgesetz prinzipiell keine Berufsgruppe per se als „nicht betroffen“ identifiziert werden könne. Er führte aus, dass man bei der gebotenen eigenen Risikobewertung im Hinblick auf Biodiversitätsschäden leicht übersehen könnte, dass es ca. 130 geschützte

Hervorzuheben sei weiter, so Dr. Zühlsdorff, das die Verantwortlichkeit von Leistungsorganen stärker als bisher in den behördlichen Fokus gerückt werde. Erheblich verschärft werde die bisherige Rechtslage durch die Pflichten zur Sanierung von Schäden an Gewässern und geschützten Arten oder natürlichen Lebensräumen, weil gerade derjenige Zustand wiederhergestellt werden solle, welcher vor dem schädigenden Ereignis bestanden habe.

Arten gebe, deren Vorkommen außerhalb festgelegter FFH-Gebiete geschützt sei. Insofern sei es für Anlagenbetreiber oder für ein Unternehmen schwierig, überhaupt zu erkennen, ob in der Nähe der eigenen Betriebsstätte eine geschützte Art vorkomme.

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Jahresbericht 2008

Rechtsfragen bei der Altlastensanierung

Versicherungslösungen im Bereich des Umweltschadensgesetzes orientierten sich nach dem vom Gesamtverband der Versicherungswirtschaft empfohlenen Modell der neuen Umweltschadensversicherung. Dieses Modell sei in Module gegliedert. Die Grunddeckung der Umweltschadensversicherung umfasse Boden-, Gewässer- und Biodiversitätsschäden außerhalb des eigenen Grundstücks ausgehend von Anlagen bzw. Tätigkeiten auf dem eigenen Betriebsgrundstück sowie Tätigkeiten auf fremden Grundstücken. Grundwasserschäden seien nur über die weiteren Zusatzbausteine versicherbar. Die Versicherungs-

leistungen umfassten, so Wischott, neben der Prüfung der sich aus dem Umweltschadensgesetz ergebenden Verpflichtungen des Versicherungsnehmers einschließlich der Abwehr der unberechtigten Inanspruchnahme die Freistellung von berechtigten Sanierungsverpflichtungen gegenüber der Behörde oder einem sonstigen Dritten. Alle Vorträge wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aufmerksam verfolgt und durch viele Fragen aktiv begleitet. Tagungsbände der Fachtagung können über die Geschäftsstelle des AAV bezogen werden.

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Altlastensanierung und Flächenrecycling

Jahresbericht 2008

Maßnahmenplan 2009 (Stand 20.11.2008)
Projekt-Nr. Projektname	 7001	 7003	 7004	 7005	 7006	 7008	 7009	 7010	 7014	 7016	 7022	 7023	 7024	 7025	 7027	 7031	 7032	 7034	 7035	 7037	 7038	 7039	 7040	 7041	 7042	 7043	 7044	 7045	 7046	 7047	 7048	 7049	 7050	 7051	 7052	 7054	 7056	 7057	 7058	 7059	 7060	 7061	 7062	 Schönebecker Schlucht/ehem. chemischer Kleinbetrieb Fa. Heßling in Essen Ehemalige Zeche und Kokerei Massen ¾ in Unna	 Ehemalige Großwäscherei Ferster in Bornheim-Roisdorf	 Ehemalige Färberei und Großwäscherei Salzbergener Straße in Rheine Ehemalige Wäscherei und Chemische Reinigung Hoff in Hilden Elektrochemische Fabrik in Kempen (ECF) Rhenania-Halde in Stolberg-Atsch Ehemalige chemische Fabrik Rüsges & Co. in Eschweiler Ehemalige Schachtanlage und Kokerei Rheinpreußen IV in Moers Ehemalige Knochenmühle Brand in Langenfeld Ehemalige Dachpappenfabrik der Fa. Ranke in Dortmund Ehemalige Chemische Reinigung Volz in Mönchengladbach-Giesenkiese CKW-Grundwasserschaden Bahnstraße in Kaarst-Büttgen Ehemaliges Werksgelände der Fa. UNION in Werl Tankstelle Heeger in Hörstel-Dreierwalde Baaske Hartchrom in Wuppertal Lackfabrik Brocolor in Gronau	 m Altablagerung „An der Schlinke“ in Witten-Annen	 Ehemaliger Metallverarbeitungsbetrieb Wortmann in Iserlohn Ehemalige chemische Reinigung Schaefer in Mönchengladbach-Rheydt Ehemalige Galvanik Goldau in Solingen Ohligs Ehemalige Büdericher Ziegelwerke in Wesel-Büderich Ehemalige Industriewäscherei Hünerbein in Düren Ehemalige Metallverarbeitungsfirma Susan in Netphen Chemische Reinigung Hemesath in Kempen Ehemalige Galvanik Greitemann in Olpe Ehemalige Wäscherei und chemische Reinigung Raupach in Gladbeck Ehemalige Warps-Spinnerei II in Borghorst		 Gewerbestandort Bahnhof Lüdenscheid Mitte in Lüdenscheid	 Ehemaliges Werksgelände der Dachpappenfabrik Raschig in Bochum	 Ehemalige Dachpappenfabrik Dr. Kohl in Dorsten	 Grundwasserverunreinigung Hilden/Benrath		 Sägewerk Stellberg in Overath		 Ehemalige chemische Reinigung Schurmann in Hamm		 Metallwarenfabrik August de Haer in Troisdorf		 Ehemalige Zeche und Kokerei Prosper I in Bottrop			 Altdeponie Brandheide in Castrop-Rauxel			 Ehemalige Büromöbelfabrik Fermata in Welver		 Altablagerung „Am Welschenhof“ in Duisburg		 Ehemalige Gießerei Görges in Ennigerloh		 Ehemalige Dachpappenfabrik Therstappen in Neuss		 Ehemalige Zeche und Kokerei Julia in Herne Ehemaliges Gaswerk Sedanstraße/Stadtumbaugebiet City West in Hamm 	 	 Anmeldende Behörde	 Art der Altlast SU SP S Stadt Essen Kreis Unna	 Rhein-Sieg-Kreis	 Kreis Steinfurt	 Kreis Mettmann	 	 Kreis Viersen	 Kreis Aachen	 Kreis Aachen	 Kreis Wesel	 Kreis Mettmann	 Stadt Dortmund	 Stadt Mönchengladbach Rhein-Kreis Neuss	 Stadt Werl Kreis Steinfurt	 Stadt Wuppertal	 Kreis Borken	 	 Ennepe-Ruhr-Kreis	 	 Stadt Iserlohn	 Stadt Mönchengladbach Stadt Solingen	 Kreis Wesel	 Kreis Düren	 Kreis Siegen-Wittgenstein Kreis Viersen	 Kreis Olpe	 Kreis Recklinghausen Kreis Steinfurt	 Stadt Lüdenscheid	 Stadt Bochum	 Kreis Recklinghausen Kreis Mettmann	 Stadt Hamm	 Rhein-Sieg-Kreis	 Stadt Bottrop	 Kreis Recklinghausen Kreis Soest	 Stadt Duisburg	 Kreis Warendorf	 Rhein-Kreis Neuss	 Stadt Herne	 Stadt Hamm	 AS mit GW	 AS mit GW	 AS mit GW	 AS mit GW	 AS mit GW	 AS mit GW	 AA mit GW	 AS mit GW	 AS mit GW	 AS mit GW	 AS mit GW AS mit GW	 AS mit GW	 AS mit GW	 AS mit GW	 LB mit GW	 AS mit GW	 AA mit GW	 AS mit GW	 AS mit GW	 AS mit GW	 AS mit GW	 AS mit GW	 AS mit GW	 LB mit GW AS mit GW	 AS mit GW	 AS mit GW	 AS 	 AS mit GW AS mit GW AS mit GW	 AS mit GW	 LB mit GW	 	 	 	 	 	 	 	 X X X X X X X X 	 	 	 	 	 	 X X X

X X X

X X X X X X X X X X X X 	 X 	 X X X X X X X X X X X X X X X X X X X 	 X X X X X X X X X X X X X X

X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X

Rheinisch-Bergischer Kreis LB mit GW	

AS mit GW			 X AA mit GW		 X X AS mit GW	 AA mit GW	 AS mit GW	 AS mit GW	 AS mit GW	 AS mit GW X X X X X X X X X X X X X X X X X

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Jahresbericht 2008

Altlastensanierung und Flächenrecycling

Abgeschlossene und zurückgestellte Projekte
Projekt-Nr. Projektname	
7007	 7011	 7012	 7015	 7018	 7019	 7020	 7026	 7029	 7030	 7053	 7055	

Anmeldende Behörde	 Art der Altlast SU SP S
Stadt Mönchengladbach AS mit GW AS mit GW 	 X AS mit GW AS mit GW AS mit GW AS mit GW AS mit GW AA	 AS mit GW AS mit GW AS mit GW AS mit GW

Ehemalige Großwäscherei „An der Waldesruh“ in Mönchengladbach
- abgeschlossen -	

X X

Ehemalige Schachtanlage und Kokerei Emscher in Essen - abgeschlossen -	 Stadt Essen	 Ehemalige Weberei Goost in Steinfurt-Borghorst - abgeschlossen -		 Kreis Steinfurt	
Pilotvorhaben zum mikrobiologischen in-situ-Abbau von LCKW am Standort „Große Holtforth“ in Kamp-Lintfort - abgeschlossen - 	 Ehemalige Zinkhütte Eppinghofen in Mülheim an der Ruhr - abgeschlossen - 		 	 	 Stadt Halle (Westf.)	 Stadt Bonn	 	 Stadt Lüdenscheid	 Kreis Höxter	 Stadt Hamm	 Kreis Aachen	 	 Kreis Wesel	

X

X X X X

Ehemaliges Chemikalienlager der Fa. Kertess in Bocholt - zurückgestellt -	 Kreis Borken	 Stadt Mülheim	

Ehemalige Gerberei Imsande in Halle (Westf.) - abgeschlossen -	
Arsenschadensfall III Real- und Sonderschule in Bonn-Beuel - abgeschlossen - 		 	 	 Gewerbegebiet Brügge in Lüdenscheid - abgeschlossen -	 	 Holz- und Imprägnierwerk Strasser in Willebadessen-Borlinghausen - abgeschlossen -	 Ehemalige chem. Großreinigung Helmrich in Hamm - zurückgestellt -		 Gewerbepark Münsterbusch in Stolberg - zurückgestellt -

X

X X X X

X X

X X

X X X

Verwendete Abkürzungen: SU = Sanierungsuntersuchung SP = Sanierungsplanung S = Sanierung AA = Altablagerung AS = Altstandort GW = Grundwasserverunreinigung LB = Laufender Betrieb

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Altlastensanierung und Flächenrecycling

Jahresbericht 2008

Büdericher
Sanierungsziel Renaturierung

So wird die renaturierte Kernfläche der ehemaligen Ziegelei in Kürze aussehen

Ziegelwerke

Nach der Flächensanierung der Büdericher Ziegelwerke entsteht eine Ausgleichsfläche Eine Aktivierung von Brachflächen im Sinne einer baulichen Nachnutzung lässt sich nicht für alle aufgelassenen Industrieareale realisieren. Dies gilt besonders für Flächen in peripheren, nicht integrierten Lagen. Um ein solches Gelände handelt es sich bei den ehemaligen Ziegelwerken am Rande des zum niederrheinischen Wesel gehörenden Ortsteils Büderich. Nach Beendigung der Altlastensanierung durch den AAV, Stadt und Kreis Wesel entsteht durch Renaturierung auf einer Fläche von 13 Hektar ein Sekundärbiotop.
Ein neues Zuhause für die gefährdete Kreuzkröte

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Altlastensanierung und Flächenrecycling

Chronologie der Ziegelei
Am westlichen Ortsrand bestanden seit 1920 die Ziegelwerke Stepken, deren „Stepken-Steine“ seinerzeit am ganzen Niederrhein bis in das Ruhrgebiet als Markenprodukt bekannt waren. Der insgesamt etwa 13 ha große Standort mit seinem 60.000 m² umfassenden Kernbereich befindet sich heute in einem Landschaftsschutzgebiet sowie im Trinkwasserschutzgebiet Ginderich. In westlicher Richtung grenzt das Gelände an die „Menzelener Seen“ an, die zum Teil als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind. In den 1980er- und 1990er-Jahren gab es in Deutschland Bestrebungen, schadstoffbelastete Materialien wie Fluss- und Hafenbaggergut in Ziegel einzubacken und somit unschädlich zu machen. Das Verfahren wurde auf Gießereialtsande und ölverunreinigte Böden erweitert, und so nahm auch in Büderich das Unheil seinen Lauf. Größere Mengen dieses Materials wurden angenommen, jedoch auf dem Gelände belassen und gelagert oder vergraben. Im Zuge des Betriebs kam es ab 1990 immer wieder zu polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen aufgrund von Bodenverunreinigungen. So wurde damals bereits ein kleinerer Ölschaden untersucht und Boden durch das Unternehmen ausgetauscht. 1993/94 meldete die Firma Stepken Konkurs an. Der Bauunternehmer Werner Frantzen übernahm die Ziegelei und führte ab Juli 1994 die Ziegelproduktion unter der Firmierung Büdericher Ziegelsteinwerke GmbH weiter. Das Vorhaben, kontaminiertes Material in Ziegeln zu verarbeiten, fand 1996 den Beifall

der damaligen Landesminister Vesper (Bau) und Clement (Wirtschaft) sowie von Bundesumweltminister Töpfer, und so erhielt das Unternehmen eine zeitlich auf ein Jahr und mengenmäßig begrenzte Genehmigung, verunreinigte Böden als Einsatzmaterial zu verwenden. Frantzen wurde als Vorzeigeunternehmer gefeiert, ehe das Unternehmen 1998 endgültig in Konkurs ging und das Gelände unter Zwangsverwaltung gestellt wurde. 1999 leitete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen unerlaubter Abfallbeseitigung ein. Im beauftragten Gutachten zur Gefährdungsabschätzung von 2000 wird festgestellt, dass an diversen Orten auf dem Gelände große Mengen kontaminierter Böden abgelagert wurden, u. a. in einem Lärmschutzwall und im Außenbereich vor den Hallen. Weitere Massen lagerten in den Hallen. Dabei handelte es sich überwiegend um Material, das mit Kohlenwasserstoffen (KW) oder/ und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet war. Die genaue Lokalisierung der Ablagerungen war aufgrund der Akten nur in Einzelfällen möglich.
Büdericher Ziegelsteinwerke, Luftbild aus den 90er Jahren

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Jahresbericht 2008

Im Zuge der Gefährdungsabschätzung wurde auch das mit einem Flurabstand von 5 m anstehende Grundwasser untersucht. Mit der Ausnahme der Grundwasserbelastungen im Abstrom der Kippe Büderich (PAK, Sulfat) und einer undeutlichen Erhöhung von Salzund Borgehalten im Abstrom existiert keine Grundwasserbeeinträchtigung, die auf die Ziegelei und die Auffüllungen im Außenbereich zurückzuführen ist.

Kölner Haufen abgelagerten Bodenmaterialien für rund 1 Mio. € entsorgt. Diese Arbeiten erfolgten im Auftrag des damaligen StUA Duisburg bzw. der Bezirksregierung Düsseldorf mit finanzieller Beteiligung des Kreises. Im Jahr 2005 wurde dann für die noch die bestehenden Kontaminationen sowie die Rekultivierung des Geländes ein Sanierungsplan aufgestellt. Auf der Basis dieses Sanierungsplanes wurde das Projekt in den Maßnahmenplan des AAV aufgenommen und ein öffentlichrechtlicher Vertrag zwischen AAV, Kreis und Stadt Wesel geschlossen. Danach wurden für die weitere Sanierung 2 Mio. € bereitge stellt, von denen der AAV 1,2 Mio. € trägt. Den Rest teilen sich Stadt und Kreis Wesel. Sanierungsziel sollte die naturnahe Wiederherstellung des Geländes und die Integration in das benachbarte Naturschutzgebiet sein. Ebenfalls

Ofenhalle mit Kamin

Für eine mögliche Trinkwassernutzung – die Fläche liegt in der Schutzzone III A des Wasserschutzgebietes Ginderich – sind keine Auswirkungen erkennbar. Es ist jedoch ein Monitoring des Grundwassers vorgesehen. Die Sanierung des Standortes zwischen der Zwangsverwaltung im Jahr 2000 und der endgültigen Sanierung im Jahr 2008 erfolgte in mehreren Teilschritten, deren Gesamtkosten den Betrag von 4,15 Mio. € ausmacht. Zunächst wurde im Jahr 2000 der sogenannte Lärmschutzwall im Auftrag der Stadt Wesel für 960.000 € entsorgt. Im Anschluss finanzierte der Kreis eine detaillierte Gefährdungsabschätzung des Geländes

soll eine Nutzung durch die Bevölkerung möglich sein. Da das Gelände inzwischen auch zur Ablagerung von Abfällen sowie als Abenteuerspielplatz genutzt wurde, waren die Gebäude zunehmend dem Verfall preisgegeben. Auch gab es seit dem Jahr 2000 an verschiedenen Stellen in den Hallen Brände mit unterschiedlich großem Umfang. Hinzu kamen die zunehmenden Diebstähle insbesondere von Eisenschrott auf dem Gelände und aus den Hallen. So wurden aus einigen Hallen fast alle Maschinen demontiert, verladen und abtransportiert, ebenso große Teile eines Hallendachs. Um diese Aktivitäten zu unterbinden, wurde seit 2007 ein Wachdienst eingesetzt.

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für ca. 155.000 €. Im Jahr 2003 wurden dann die im sogenannten

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Altlastensanierung und Flächenrecycling

Im September 2007 wurde die letzte Hürde vor der Sanierung genommen. In einer Zwangsversteigerung erwarben Stadt und Kreis das 13 ha große Gelände zum Mindestgebot von rund 7.600 €.

öfen und von zwei Trockenkammerblöcken die Hauptmassen bei der Entkernung bildeten. Dazu kam noch der 33 m hohe Hauptschornstein, dessen unterste 3 m als gefährlicher Abfall entsorgt wurden. An einigen Stellen in und unter den Gebäuden befanden

Sanierungsdurchführung
Im Sanierungsgebiet waren der Abriss der ehemaligen Ziegelei und eine Bodensanierung zur Gefahrenabwehr durchzuführen. Nach der Sanierung sollte die gesamte Fläche renaturiert werden. Die Arbeiten begannen Anfang April 2008 mit der Räumung des Außenbereichs von wild abgelagerten Abfällen; gleiches geschah mit den hausmüllähnlichen Abfällen sowie Spermüll in den Hallen. Insgesamtwurden 50 m3 derartiger Abfälle entsorgt. Von zwei Flächen war rund 2.000 t KW-haltiges Bodenmaterial im südwestlichen Bereich des Freigeländes bis in ca. 5 m Tiefe auszuheben und zu entsorgen. Weiterhin mussten alle oberirdischen und unterirdischen baulichen Anlagen abgebrochen sowie befestigte Flächen, Lichtmaste, Ver- und Entsorgungsanlagen rückgebaut werden. Der beim Rückbau anfallende belastete Bauschutt wurde entsprechend den gesetzlichen Vorgaben entsorgt. In den Hallen lagerten darüber hinaus ca. 4500 t belastetes Bodenmaterial in Mieten, der zuvor fachgerecht zu entsorgen war. Der abzubrechende Gebäudebestand auf dem Ziegeleigelände setzte sich aus mehreren zusammenhängenden Hallentrakten und zwei einzeln stehenden Gebäuden zusammen, wobei der Abbruch der beiden 100 m langen Tunnel-

sich Bereiche, die aufgrund ihrer Belastung mit Kohlenwasserstoffen einer Sanierung bedurften.

Abbruch der Trockenkammern

Rückbau von entleerten Gruben

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Jahresbericht 2008

Wie bei größeren Sanierungsbaustellen üblich, ergaben sich immer wieder unliebsame „Überraschungen“, auf die unmittelbar reagiert werden musste. So waren u. a. in Wände nicht einsehbare Isolierschichten aus Mineralfasern eingebaut, oder es fanden sich noch Asbestzementplatten bzw. Mineralfaserabfälle auf den Trockenkammern. Gegen Ende der Sanierungsarbeiten wurden dann noch eine massive Bodenkontamination durch Schweröl sowie ein 50 m³ großer unterirdischer Tank aufgefunden, welcher noch zum Teil gefüllt war. Zwei Hallen aus Stahlkonstruktionen befanden sich noch in einem guten Zustand und konnten durch den Auftragnehmer demontiert und im Ort vermarktet werden.

Außerdem ließ sich der beim Rückbau anfallende Eisen- und Stahlschrott wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückführen. Der Abbruch aller Gebäude (umbauter Raum = ca. 90.000 m³) einschließlich Bodenplatten, Gruben und Fundamente sowie der Aufbruch der befestigten Freiflächen des Hallenvorplatzes erforderte die Einrichtung einer mobilen Bauschuttaufbereitungsanlage zur Aufbereitung von insgesamt ca. 14.300 m³ Stahlbeton und Mauerwerk. Nach der Aufbereitung ist ein Teil des gebrochenen Mauerwerks zur Verfüllung der Baugruben, Keller und Gruben eingesetzt worden. Der übrige Teil des Mauerwerks wurde auf dem Baufeld flächig eingebaut und verdichtet. Über diese Ziegelschicht ist zur Geländeanhebung im Bereich der abgebrochenen Ziegeleigebäude um ca. 30-50 cm und zur Neuprofilierung unbelasteter Aushubboden (insgesamt 12.500 m³), der zwei Wällen auf dem Gelände entnommen wurde, mit einer Einbaudicke ca. 30 bis 50 cm grob einplaniert worden. Dabei wurde eine Reliefbildung des Geländes mit Hügeln und Mulden angestrebt, in denen sich Wasser führende Rinnen und Feuchtbiotope ausbilden können. Die neu eingebaute Oberbodenkru-

Weitgehend abgewickelter Rückbau der Hallen

me soll nährstoffarm sein.
Aufgeschüttete Haufen als Unterschlupf für Amphibien

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Zukunft als Ausgleichsfläche
Für Flächen in peripheren, nicht integrierten Lagen ist die Renaturierung häufig die einzige Entwicklungsmöglichkeit. Für Stadt und Kreis Wesel gab es bei dem Gelände der Büdericher Ziegelsteinwerke auch keine Alternative, da zwei Gründe für die Renaturierung sprachen. So müssen unvermeidliche Eingriffe in Natur und Landschaft wie zum Beispiel Flächenversiegelungen bei Straßenbauprojekten nach dem Naturschutzrecht ausgeglichen werden. Nicht immer ist dies im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang mit dem Projekt selbst möglich oder sinnvoll. Die hier betrachtete Fläche dient als Ausgleich für den Landschaftsverbrauch beim Neubau der Bundesstraße B 58n im Zuge der neuen Niederrheinbrücke Wesel. Zusätzlich ist die Entwicklung des früheren Ziegeleigeländes als Maßnahme in den Entwurf des Landschaftsplans Wesel aufgenommen worden. Die Fläche wird durch den teilweisen Rückbau von zwei Wällen zur Borthschen Ley, einem Relikt eines früheren Altrheinarms, und zu den Menzelener Seen in den lokalen Biotopverbund eingegliedert. Zu den Entwicklungsmaßnahmen gehört die Herstellung und Entwicklung eines vegetationsarmen Sekundärbiotops mit offenen und flachen, temporären Wasserflächen sowie lockeren, grabfähigen Sandflächen als Lebensraum für die gefährdete Kreuzkröte und andere gefährdete Pflanzen- und Tierarten. Für die Bevölkerung ist ein Rundwanderweg für Zwecke der Erholungsnutzung angelegt worden, wobei die schutzwürdigen Lebensräume zu berücksichtigen sind.
Fläche zurück an die Natur: Heinz-Dieter Bartels, stellv. Landrat Kreis Wesel, Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, AAV-Vorstandsmitglied Dr. Christian Schmidt und Umweltminister Eckhard Uhlenberg (v. l. n. r.) Kreuzkröte

INFO Allianz für die Fläche
Am 18. Oktober 2008 konnte unter Mitwirkung von NRWUmweltminister Eckhard Uhlenberg sowie Vertretern von Stadt, Kreis und Land das ehemalige Ziegeleigelände der Natur zurückgegeben werden. Der Minister bezeichnete diese Renaturierung als Besonderheit der Altlastensanierung, die in der Zukunft in Nordrhein-Westfalen noch häufiger angewandt werden müsse, ganz im Sinne der 2006 gegründeten „Allianz für die Fläche“ zur Begrenzung der Flächeninanspruchnahme. Die dauerhafte Umwidmung von Wohn- und Gewerbebauland sowie von Flächen der sozialen und technischen Infrastruktur in Grün- und Freiflächen ist ein neue städtebauliche Aufgabe, die mit dem Bevölkerungsrückgang und der damit einhergehenden nachlassenden Flächennachfrage in städtischen Räumen verbunden ist. Zudem kann der gezielte Rückbau von Siedlungs- und Verkehrsflächen zu Gunsten einer nachhaltigen Freiraumentwicklung im Stadtumbau einen wichtigen Beitrag zum „Ziel-30-ha“ leisten.

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Neue Mitte –

Der Gewerbestandort Bahnhof Lüdenscheid Mitte
Mit dem ersten Umbauabschnitt wird im Dezember 2008, nach Abschluss der Rückbau- und Bodensanierungsmaßnahmen, begonnen. Nach Inbetriebnahme des neuen

Abzubrechende Gebäude im Bereich der Bodenkontaminationen

Bereits seit dem Jahr 1995 gab es Bestrebungen der Stadt Lüdenscheid, das seit langem brachliegende, in unmittelbarer, fußläufiger Entfernung zur Innenstadt gelegene Gelände um den Bahnhof Lüdenscheid Mitte mit einer Gesamtfläche von 70.000 m² zu einem hochwertigen Dienstleistungs- und Gewerbestandort zu entwickeln. Dazu kaufte sie das Areal in den Jahren 2002 bis 2004. Vorgesehen sind im Umfeld des Bahnhofes die Ansiedlung von Service-Einrichtungen, Einzelhandel und Dienstleistungen sowie untergeordnet auch die Entstehung von Wohnraum. Um das Gelände nach der Altlastensanierung besser entwickeln und vermarkten zu können, wird das Grundstück in drei Abschnitten komplett neu gestaltet. Zunächst erfolgt die Verlegung der Bahngleise, die das Gelände mittig durchschneiden, an den westlichen Rand. Danach werden Bahnsteig und Busbahnhof gebaut, und abschließend die neue Bahnhofsallee im Bereich der alten Schienen.

Bahngleises Mitte 2009 erfolgt der Ausbau der Bahnhofsallee in der Zeit von Sommer 2009 bis Sommer 2010.

Altlastensanierung in Schritten
Auf dem Bahnhofsgelände fand von Juli bis Dezember 2007 eine Sanierungsuntersuchung statt. Dabei wurden Bodenkontaminationen durch Mineralölkohlenwasserstoffe und Schwermetalle aus verschiedenen gewerblichen Nutzungen, die teilweise bereits bekannt waren, näher erkundet und eingegrenzt. Die Sanierungsplanung erfolgte von Januar bis April 2008. Die Untersuchung ergab drei sanierungsrelevante Areale auf dem westlichen Geländeteil mit einer Gesamtgröße von rund 5.000 m². Diese Flächen werden seit Juli 2008 durch die Stadt Lüdenscheid und den AAV, in Abstimmung mit dem Märkischen Kreis, umfassend saniert.

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Altlastensanierung und Flächenrecycling

Bereits im Mai und Juni 2008 wurde die für die bevorstehenden Sanierungsarbeiten erforderliche Baustraße errichtet. Von Juli bis September 2008 erfolgte der Gebäuderückbau im Bereich der Bodenkontaminationen, bei dem die Bauwerke nur bis Oberkante Keller abgebrochen wurden, um darunter liegende Schadstoffbereiche gegen Auswaschung durch Niederschläge zu schützen. Der unbelastete Bauschutt wird gebrochen und teilweise zur Verfüllung der Baugruben nach der Bodensanierung verwendet. Bei den Arbeiten wurden auch zwei unterirdische Tanks gefunden, die teilweise mit einem Öl-WasserGemisch gefüllt waren. Seit September 2008 wird nach einer EU-weiten Ausschreibung der kontaminierte Boden auf dem Gelände ausgetauscht und die verbliebenen Gebäudereste sowie die Schwarzdecken abgebrochen und entfernt. Der Boden wird durch unbelastetes Material ersetzt – insgesamt werden dabei voraussichtlich 10.000 m³ Erde bewegt, was rund 900 LKW-Ladungen entspricht. Diese Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende des Jahres 2008. Projektpartner bei der Sanierungsmaßnahme inklusive Baustraßenerstellung und Rückbau sind die Stadt Lüdenscheid und der Altlastensanierungsverband NRW; der Märkische Kreis unterstützt das Vorhaben fachtechnisch und als zuständige Umweltbehörde. Die Gesamtkosten werden auf ca. 1,5 Mio. Euro geschätzt, von denen der AAV 80 % und die Stadt Lüdenscheid 20 % tragen. Der AAV ist darüber hinaus auch Projektträger der Maßnahme.
Ölgetränkte Fundamente Während der Bodensanierung Während des Abbruchs

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Betriebsgelände der ehemaligen „Borghorster WarpsSpinnerei“ (1. Sanierungsabschnitt)

Zurück zur

Natur

Der AAV bemüht sich in seinen Sanierungsprojekten nicht nur um die Beseitigung einer Gefahr durch Altlasten und Altablagerungen für die Schutzgüter Boden und Grundwasser, sondern ist darüber hinaus bestrebt, seine Projekte so zu steuern, dass die sanierte Fläche am Ende einer neuen Nutzung zugeführt werden kann. Auf diese Weise wurden bereits einige, vor allem interstädtische Industriebrachen recycelt und dem Wirtschaftskreislauf wiedergegeben. Dass der AAV auch Projekte unterstützt, an deren Ende nicht eine erneute Nutzung durch den Menschen steht, sondern Lebensräume naturnah wiederhergestellt werden, soll hier am Beispiel des Altstandortes der ehemaligen „Borghorster Warps-Spinnerei“ gezeigt werden.

Gleichzeitig sollte der damit verbundene Gewässerausbau dem schnelleren Abfluss und auf diese Weise dem Hochwasserschutz dienen. Ein Kardinalfehler, wie sich zeigte. Heute weiß man, dass es für den Hochwasserschutz besser ist, das Wasser zurückzuhalten. Hierfür wird Platz für sogenannte Retentionsflächen (lat. retinere = zurückhalten) benötigt. Nach den Plänen des Kreises Steinfurt ist daher vorgesehen, die Aa im Bereich des Altstandortes der Natur weitgehend wieder zurückzugeben. Im Zuge der vom Kreis Steinfurt und AAV geplanten Sanierungsmaßnahme steht daher am Ende nicht nur die Beseitigung einer Schadens- und Gefahrenquelle, sondern auch die Schaffung eines neuen alten Naturraumes. Ende September 2008 haben

Der Altstandort liegt direkt am Ufer der Steinfurter Aa. Dieses Flüsschen wurde im Zuge der Flurbereinigung – wie viele andere Bäche im Münsterland – begradigt, um so größere zusammen-

unter Federführung des AAV die Arbeiten zur Sanierung des früheren Betriebsgeländes der ehemaligen Warps-Spinnerei in Borghorst-Dumte begonnen. Bei dem Altstandort handelt es sich um den knapp 16 ha großen Betriebsteil II der ehemaligen

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hängende Ackerflächen zu bekommen.

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„Borghorster Warps-Spinnerei GmbH & Co. KG“ (BWS). In den Jahren zwischen 1908 und 2003 wurden hier in verschiedenen Arbeitsschritten (Bleichen, Färben, Schlichten etc.) Garne hergestellt. Vor allem aber Kettfäden (engl. Warps) für Webereien, die der Fabrik ihren Namen gaben. Die anfallenden Abwässer wurden bis in die 1960er Jahre großflächig im Umfeld des Werksgeländes in Klärteichen versickert. Erst später wurden die Produktionsabwässer vorbehandelt und weitgehend geklärt in die Aa eingeleitet. Das Gelände liegt seit der Insolvenz der Firma BWS im Jahr 2005 brach. In den Jahren 2003 und 2004 wurden auf dem Gelände mehrere Untersuchungen zur Gefährdungsabschätzung durchgeführt. Diese zeigten, dass im Bereich des früheren Farbstoff- und Chemikalienlagers der Untergrund mit PAK und Kohlenwasserstoffen kontaminiert ist. Darüber hinaus gab es erste Hinweise auf eine Verunreinigung des Grundwassers. Die ab 2006 im Auftrag des AAV durchgeführten Sanierungsuntersuchungen bestätigten diesen Verdacht. Im Grundwasserabstrom wurden erhöhte Werte an Phenol, Chlorphenol, Sulfat, PAK, Quecksilber und Zink gemessen. Darüber hinaus wurde eine Verschmutzung des Untergrundes im Bereich der ehemaligen Klärteiche, vor allem durch Phenole sowie aliphatischen und chlororganischen Kohlenwasserstoffen festgestellt. Zur Sicherstellung des Sanierungserfolges wird im Anschluss an die Sanierungsarbeiten ein sogenanntes Grundwassermonitoring erfolgen, das die Qualität des Grundwassers im Umfeld der sanierten Fläche überwacht. Mit den Sanierungsarbeiten wurde mit der Einrichtung der Baustelle Ende August 2008 begonnen. Es ist geplant, die Bauarbeiten für den 1. Sanierungsabschnitt noch im Dezember des gleichen Jahres zu beenden.
Konventioneller Rückbau der Klärbecken Rückbau der früheren Wasseraufbereitung der BWS

Zur Sanierung des Betriebsgeländes der früheren BWS GmbH bzw. der Beseitigung der Bodenverunreinigung und der Quelle der Grundwassergefährdung wird die vorhandene Bausubstanz rückgebaut und fachgerecht entsorgt. Im Anschluss daran wird die Kontamination des Bodens durch einen Bodenaustausch saniert. Dabei werden die ausgekofferten Sanierungsbereiche nicht wieder an die vorherige Geländehöhe angeglichen. Stattdessen wird das Gelände dem ehemaligen Flusslauf mit seinen Überschwemmungsflächen angepasst und so wieder Retentionsräume für die Steinfurter Aa geschaffen. Der so wiederhergestellte Naturraum soll nach Plänen des Kreises Steinfurt an das bestehende Radnetz angebunden und touristisch erschlossen werden.
Sprengung des BWSWahrzeichens Rückbau der Produktionshallen

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Ehemalige chemische Firma

Rüsges in Eschweiler:

Erstellung eines

MNA/ENAKonzeptes
Getrennt durch eine Straße schließt sich nördlich ein Gelände mit Bahngeleisen an, auf dem das Unternehmen eine Umfüllanlage betrieben hat. Dieses Gelände gehört heute einer Verkehrsgesellschaft. Der Untergrund dieser Teilfläche ist mit erheblichen Teeröl- und Kraftstoffverunreinigungen kontaminiert. Stellenweise ist eine auf dem Grundwasser
Bohrarbeiten in Kontrollebene C

aufschwimmende Ölphase vorhanden. Die gelösten Kontaminanten werden mit dem Grundwasser nach Norden ausgetragen. Es ist ein quartärer, gespannter Grundwasserleiter in ca. 4-10 m Tiefe Der Standort der ehemaligen chemischen Fabrik Fa. Rüsges & Co. GmbH liegt mitten in Eschweiler, wo die Firma in der Zeit zwischen 1936 und 1989 chemische Erzeugnisse, Öle, Fette, Teeröl, Lösemittel und Pflanzenschutzmittel produzierte, mischte und vertrieb. Daneben wurde auf dem etwa 25.000 m² großen Betriebsgelände auch Teerpappe produziert und bis 1996 eine Tankstelle betrieben. Auf dem Betriebsgrundstück ist es zu großflächigen Belastungen des Bodens und Grundwassers insbesondere mit Mineralölprodukten, Teerölen und Lösemitteln gekommen, die örtlich den gesamten grundwasserfreien und grundDas Gesamtprojekt wurde in zwei Teile (Rüsges I und II) aufgegliedert. Nachdem bereits im Vorfeld durch den Kreis Aachen verschiedene unterirdische und oberirdische Tankanlagen stillgelegt worden waren, wurde im Jahr 2007 bei ergänzenden Untersuchungen ein bis dahin unbekannter, mit Produktionsresten gefüllter unterirdischer Tank entdeckt. Dieser Tank und mit Mineralölprodukten gefüllte Leitungen wurden entfernt sowie der umliegende Boden ausgetauscht. unter Geländeoberkante ausgebildet, der an der Basis durch eine Braunkohleschicht und im oberen Bereich durch eine lehmige Deckschicht begrenzt ist.

Der Standort

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wassergesättigen Boden bzw. den Grundwasserleiter erfassen.

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Altlastensanierung und Flächenrecycling

Weitere Sanierungmaßnahmen (Demontage von Hochtanks, Entsorgung von Chemikaliengebinden, Bodenaustausch auf einer schwermetallbelasteten Teilfläche, Instandsetzung des Kanalsystems zur Unterbindung weiterer Schadstoffeinträge) werden bis Ende des ersten Quartals 2009 abgeschlossen.

Die Untersuchung erfolgt in zwei Arbeitspaketen
Arbeitspaket 1 2008
Stufenweise Errichtung des Messfeldes Ermittlung hydraulischer Modellparameter Verständnis der Strömungssituation Orientierende Bewertung der natürlichen Abbauprozesse (NA) Orientierende Bewertung des Stimulationspotenzials (ENA)

Arbeitspaket 2 2009
Ermittlung der Schadstofffrachten Untersuchung der zeitlichen Variabilität Nachweis des Abbaus durch Laborversuche und Isotopenuntersuchungen Untersuchung der Sorption Überarbeitung des Strömungsmodells Transport und Reaktionsmodellierung Prognose der Schadstoffausbreitung

Teilprojekt Rüsges II
Das Teilprojekt Rüsges II umfasst die nördlich des Betriebsgeländes gelegenen Flächen. Im Laufe der Untersuchungen hatte sich herausgestellt, dass auf dem Eisenbahngelände und im Abstrom der Verunreinigungen sehr deutliche Hinweise darauf vorhanden waren, dass am Standort natürliche Abbau- und Rückhalteprozesse stattfinden, die bei der Festlegung der Vorgehensweise hinsichtlich der Grundwassersanierung berücksichtigt werden sollten. Hierzu wurde in Zusammenarbeit von Kreis Aachen, AAV und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz eine ergänzende Untersuchung geplant, mit der die Ausdehnung der Abstromfahne erkundet und die im Untergrund stattfindenden Abbau- und Rückhalteprozesse, auch „natural attenuation“ (NA) genannt, charakterisiert und mögliche Maßnahmen zu deren Unterstützung („enhanced natural attenuation“, kurz ENA) untersucht werden. Die Vorgehensweise orientiert sich dabei am Positionspapier „Berücksichtigung natürlicher Schadstoffminderungsprozesse bei der Altlastenbearbeitung“ der Länderarbeitsgemeinschaft Boden (LABO).

Im ersten Schritt, der in 2008 abgeschlosssen wurde, wurde zunächst schrittweise das Messfeld im Abstrom installiert. Es wurden 20 Messstellen in vier Kontrollebenen errichtet, wobei die Lage der Messstellen in der folgenden Kontrollebene jeweils nach Vorliegen der Ergebnisse aus den bestehenden Kontrollebenen festgelegt wurde. Da das Gelände, in dem sich die Abstrommessstellen befinden, durch einen Produktionsbetrieb mit ständigem Lieferverkehr genutzt wird, war eine enge Abstimmung der Bohrarbeiten mit der betroffenen Firma erforderlich. Trotz der zum Teil sehr beengten Verhältnisse, die sich aus der intensiven Flächennutzung ergaben, gelang es Dank der guten Zusammenarbeit, die Arbeiten planmäßig auszuführen und Störungen des Betriebsablaufes – auch mit Hilfe von Wochenendarbeit – zu minimieren.
Bohrarbeiten in Kontrollebene B

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Altlastensanierung und Flächenrecycling

Jahresbericht 2008

Die schrittweise Anpassung des Messfeldes an die Schadstoffsituation erwies sich als sehr vorteilhaft, da sich im Verlauf der Untersuchung herausstellte, dass sich die im Schadenskern nördlich gerichtete Grundwasserfließrichtung im Abstrom nicht weiter fortsetzte. Dort ist die Fließrichtung und damit auch der Schadstofftransport nach Nordwesten gerichtet. Als ebenso vorteilhaft erwies sich die engmaschige Bestimmung der hydraulischen Durchlässigkeiten. Mit zunehmender Entfernung von der Schadstoffquelle nimmt die Transmissivität zu, wobei innerhalb der Kontrollebenen C und D die Transmissivitäten im Westen jeweils höher waren als im Osten. Bei einer geringeren Messstellendichte besteht unter solchen komHochauflösende horizontierte Probenahme mit einem Schlauchpacker

Im Rahmen des Arbeitspaketes 1 wurden außerdem vorbereitende Untersuchungen durchgeführt, die für die Bilanzierung der Schadstofffrachten und für die Ermittlung von Eingangsparametern für die Reaktions- und Transportmodellierung erforderlich sind. Um bei der Bilanzierung der Schadstofffrachten eine möglichst genaue Aussage zu erhalten, dürfen zum einen die Messstellen nicht zu große Abstände aufweisen. Zum anderen müssen aber auch Zonen mit höherer oder niedriger Schadstoffkonzentration innerhalb des Grundwasserleiters berücksichtigt werden. Diese lassen sich nur mit einer horizontierten Beprobung feststellen. Um die zu beprobenden Schichten für die Beprobungskampagnen optimal festlegen zu können, wurden in 2008 horizontierte Beprobungen an vier Messstellen durchgeführt. In jeweils fünf Horizonten wurden die Schadstoffkonzentrationen sowie die Konzentrationen von Parametern bestimmt, die die vorherrschenden Redoxbedingungen anzeigen (Sauerstoff, Nitrat, Nitrit, Ammonium, Eisen, Mangan, Sulfat und Sulfid). Es wurde je eine Messstelle pro Kontrollebene B und D sowie in der Kontrollebene C jeweils eine in der Fahnenmitte und am Fahnenrand gelegene Messstelle einbezogen. Zusätzlich zu den Standard-PAK und BTEX wurde eine Reihe von heterozyklischen und alkylierten aromatischen Kohlenwasserstoffen analysiert. Hierbei zeigte sich, dass die Konzentrationen der heterozyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe in der gleichen

plexen Ausgangsbedingungen die Gefahr von Fehlinterpretationen, wenn nur eine geringe Anzahl von Messpunkten vorhanden ist.

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Größenordnung liegen wie die der PAK.

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Altlastensanierung und Flächenrecycling

Mit zunehmender Entfernung von der Schadstoffquelle nehmen die Konzentrationen jedoch gleicher maßen ab. Es gibt daher hier keinen Hinweis darauf, dass die heterozyklischen Verbindungen gegenüber den routinemäßig analysierte PAK ein schlechteres Abbau- oder Sorptionsverhalten aufweisen. Insgesamt war nur eine gering ausgeprägte Schichtung zu verzeichnen. Redoxmilieuindikatoren, die über einen Zeitraum von 30 Tagen in die Grundwassermessstellen eingebaut wurden, lieferten zusätzlich noch höher aufgelöste Erkenntnisse. Sie zeigten an, dass hinsichtlich der herrschenden Redoxbedingungen vertikale Schichtungen vorhanden sind. Im Bereich der Abstromfahne dominieren Eisen- und Manganreduzierende Verhältnisse. Mit Flowmeteruntersuchungen wurden die Zuflussanteile der einzelnen Schichten innerhalb des Grundwasserleites bestimmt. Auf der Basis dieser Messergebnisse wurden die Beprobungshorizonte für die folgenden Messkampagnen festgelegt. Als Ergebnis der im ersten Arbeitspaket durchgeführten Grundwasseranalysen lässt sich die Schadstoffausbreitung in der Abstromfahne folgendermaßen beschreiben: Durch den heterogenen Schadstoffeintrag aus mehreren Quellen hat sich eine verhältnismäßig breite Fahne von ca. 200 Metern herausgebildet. Die PAK-Konzentrationen (konventionelle Beprobung) betragen in der unmittelbar abstromig des Bahngeländes gelegenen Kontrollebene B in der

Fahnenmitte 390 µg/l, die BTEXKonzentrationen bis zu 430 µg/l. Zwischen den einzelnen Kontrollebenen, die sich in ca. 50-70 Meter Entfernung befinden, nehmen die Konzentrationen um jeweils ca. eine Zehnerpotenz ab. In den Kontrollebenen D und E sind die PAK-Konzentrationen (mit Ausnahme einer Messstelle) geringer als 1 µg/l. BTEX sind in den Kontrollebenen D und E nicht mehr nachweisbar. Mit zunehmender Entfernung vom Schadenszentrum steigt der Anteil der schlechter abbaubaren Komponenten Acenaphthen und Benzol. Bestandteil des ersten Arbeitspaketes war auch eine erste orientierende Bewertung des aeroben Abbaupotentials in Kontrollebene B im Hinblick auf eine mögliche Stimulierung der natürlichen Abbauprozesse. Durch Laborversuche mit Standortwässern, die standorteigene aerobe Schadstoffverwerter enthalten, wurde nachgewiesen, dass durch die Zugabe von Luftsauerstoff bzw. Wasserstoffperoxid ein vollständiger aerober Abbau der PAK und BTEX durch die standorteigenen Mikroorganismen möglich ist. Die Zugabe von Ammonium und Phosphat als Stickstoff- bzw. Phosphat-Quellen wirkt sich zusätzlich beschleunigend auf den Abbauprozess aus. Ob eine Sauerstoffzugabe zur Unterstützung der bereits natürlicherweise stattfindenden Abbauprozesse zielführend ist, wird Gegenstand der Betrachtungen im zweiten Arbeitspaket sein.
Horizontierte Probenahme

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Jahresbericht 2008

Auf der Grundlage dieser Ergebnisse wird eine Transport- und Reaktionsmodellierung erstellt. Auf der Basis der Prognosen zur zukünftigen Schadstoffentwicklung und der Bewertung der Laboruntersuchungen zur Unterstützung der Abbauprozesse wird die weitere Vorgehensweise in einem MNA-/ENA-Konzept (MNA = „monitored natural attenuation“) festgelegt. Für eine solide Prognose und ein
BTEX-Konzentration im Abstrom

qualifiziertes ENA-/MNA-Konzept ist ein grundlegendes Verständnis der am Standort ablaufenden Prozesse erforderlich. Die bisher im Projekt gewonnenen Erfahrungen zeigen, dass nur durch eine gute Messstellendichte und ein umfangreiches Analysenprogramm eine belastbare Datengrundlage für die daraus folgenden Bewertungschritte geschaffen werden kann. Ziel des Projektes, das in Zusammenarbeit zwischen dem Kreis Aachen, dem AAV, der Bezirksregierung Köln bzw. dem MUNLV sowie unter Beteiligung eines Dritten aus einem öffentlichrechtlichen Vertrag finanziert wird,

PAK-Konzentration im Abstrom

ist es auch, die methodischen

Zwischenbilanz und Ausblick
Im zweiten Arbeitspaket wird durch weitere Beprobungskampagnen untersucht, ob die Strömungsverhältnisse, Redoxzonierung und Schadstoffkonzentrationen zeitlichen Schwankungen unterliegen. Die Abbauraten im Gelände sollen durch
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und inhaltlichen Erkenntnisse aus diesem Projekt für die Bearbeitung weiterer Schadensfälle mit ähnlichem Schadensbild zu nutzen.

C-Isoto-

penuntersuchen quantifiziert werden. Parallel dazu werden Laborversuche zur Sorption und zum Abbau unter den natürlicherweise

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vorliegenden Redoxbedingungen durchgeführt.

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Altlastensanierung und Flächenrecycling

Innovative
Der Stand der Technik eines Sanierungsverfahrens wird nicht nur durch die im Labor oder Technikumsmaßstab beschriebenen Möglichkeiten der Sanierung bestimmt sondern vielmehr durch die (erfolgreiche) Ausführung im Großmaßstab. Viele auf dem Markt angebotenen Sanierungsverfahren, ob in-situ oder ex-situ, befinden sich noch in der Entwicklungsphase. Aussagefähige Referenzen aus erfolgreich abgeschlossenen Sanierungsmaßnahmen in Deutschland oder Europa fehlen häufig. Ein Blick über den Teich zeigt, dass auch in Amerika viele der eingesetzten Verfahren lediglich im Pilotmaßstab eingesetzt werden bzw. wurden, so dass eine kritische Bewertung der Leistungsfähigkeit von Sanierungsverfahren in jedem Fall durchzuführen ist. Aus den o. g. Gründen steigt für den interessierten Anwender gleichzeitig das Risiko, dass Sanierungszielwerte nicht erreicht werden und kostenträchtige Ergänzungsmaßnahmen erforderlich werden. Nach den Erfahrungen des AAV sind die Anbieter nur begrenzt bereit, eine umfassende Gewährleistung für das Erreichen geforderter Sanierungsziele zu übernehmen. Trotz dieser aus Sicht des AAV sehr unbefriedigenden Situation kann es aber in vielen Sanierungsprojekten sinnvoll werden, im Rahmen einer Machbarkeitsstudie auch den Einsatz von sogenannten innovativen Verfahren zu überprüfen, die

– aktuelle Erfahrungen des AAV bei laufenden Sanierungsprojekten
eine hohe Wirtschaftlichkeit versprechen. Um die Erfolgsaussichten der innovativen Verfahren besser einschätzen zu können, sind in jedem Fall ausreichende Kenntnisse der aktuellen Schadstoffverteilung im Untergrund sowie der Standortrahmenbedingungen notwendig. Vorlaufende Laborstudien sowie Feldversuche können ergänzende Informationen zur Eignung eines bestimmten Sanierungsverfahrens liefern. Aufgrund des „open-end“-Charakters von hydraulischen Sanierungsmaßnahmen überprüft der AAV seit einigen Jahren, ob durch die gezielte Anwendung von innovativen in-situMaßnahmen eine Optimierung der Maßnahmen erreicht werden kann. In den vorangegangenen vier Jahren wurden vom AAV mehrere in-situMaßnahmen auf Standorten in Rheine (Tenside), Kamp-Lintfort (ISCO) und Bornheim (Nano-Eisen) durchgeführt. Alle Standorte haben gemeinsam, dass es sich hier um Altstandorte von ehemaligen Chemischreinigungen handelt, die durch den AAV und die beteiligten Kommunen schon seit vielen Jahren saniert werden. Obwohl in allen Fällen mithilfe der klassischen hydraulischen Verfahren eine erhebliche Entfrachtung erzielt wurde, konnten die zuvor gesetzten Sanierungszielwerte in keinem Fall erreicht werden. Aus Sicht des AAV sollten die Sanierungsergebnisse einer laufenden Maßnahme kontinuierlich einer kritischen Bewertung unterzogen werden, um ggf. ergänzende Maßnahmen zur Optimierung einleiten zu können. Besonders in den Fällen, wo auch nach mehreren Jahren Sanierungsdauer immer noch massive Schadstoffgehalte im Boden und Grundwasser gemessen werden, ist eine Neubewertung der eingeleiteten Maßnahmen erforderlich. Im Folgenden sollen beispielhaft die Erfahrungen des AAV bei den drei Pilotmaßnahmen beschrieben werden.

Verfahren

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Altlastensanierung und Flächenrecycling

Jahresbericht 2008

Einsatz von Tensiden zur gezielten Mobilisierung von CKW in Phase (DNAPL)

nahmen mit WasserstoffperoxidLösung durchgeführt. Zusätzlich wurde in einigen Brunnen ein cometabolischer Abbau des Perchlorethen zu cis-Dichlorethen nachgewiesen, der allerdings nach der Tensidanwendung wieder zurückging, so dass die Gehalte an Perchlorethen wieder auf das Ausgangsniveau anstiegen, während das cis-Dichlorethen nur noch in kleinen Konzentrationen nachweisbar war.

Isokonzenplan 2003

In 2007 wurde eine zweite TensidinDurch die seit 1993 laufende Bodenluftabsaugung und die ab 1996 eingeleitete Grundwassersanierung wurden auf dem Standort inzwischen mehr als 5.000 kg CKW gefördert. Eine hydraulische Optimierung der Sanierung erfolgte bereits in 2004, bei der unterhalb der Wohnbebauung drei Schrägbrunnen errichtet wurden. Aufgrund der massiven CKW-Belastungen im Grundfiltration mit 69 m³ einer 0,2 %-igen Lösung durchgeführt, bei der im Bereich der Brunnen durch Zugabe von Lauge ein stark basisches Milieu (pH-Wert > 11) erzeugt wurde, um die mikrobiologischen Prozesse zu stoppen und die Mobilisierung der CKW zu fördern. Zusätzlich erfolgte die Infiltration auch in der ungesättigten Bodenzone, um residuale CKW-Phase zu mobilisieren. Gleichzeitig wurde auch die hydraulische Förderung in den vorhandenen Brunnen verändert, um eine verbesserte Verteilung der Tenside im Sanierungsbereich zu bekommen. Auch bei dieser zweiten Tensidanwendung wurde jedoch das Ziel einer Mobilisierung von CKW-Phase Zur gezielten Mobilisierung der CKW-Phase wurde seitens des AAV in 2006 eine Tensidanwendung durchgeführt, bei der ca. 27 m³ einer 0,25 – 1 %-igen Tensidlösung (Faliten 10) in das Grundwasser infiltriert wurden. Entgegen den Erwartungen wurde durch das Tensid jedoch nur eine sehr kurzzeitige Mobilisierung von CKW beobachtet. Innerhalb kurzer Zeit entwickelten sich mikrobiologische Prozesse, die zu einer starken Verschleimung der Sanierungsanlage und der Brunnen führten. Da hierdurch die Förderrate der Sanierungsbrunnen erheblich abfiel, wurden Regenerationsmaßnicht erreicht, da sich die geförderten CKW-Frachten nicht wesentlich erhöhten. Die mikrobiologischen Prozesse wurden durch die Zugabe der Lauge nur temporär verlangsamt und führten wieder innerhalb weniger Monate zur Verschleimung der Anlage und der Brunnen, was erneute Regenerationen notwendig machte. Insgesamt sind durch die Tensidanwendungen die CKW-Konzentrationen im geförderten Grundwasser des am höchsten belasteten Brunnens von 20.000 µg/l auf aktuell ca. 10.000 µg/l gesunken, was nur als Teilerfolg gewertet werden kann.

Bakterienschlamm Strippanlage

wasser von > 20.000 µg/l war allerdings davon auszugehen, dass das Grundwasser wegen der DNAPL nicht über eine hydraulische Maßnahme allein saniert werden kann, da diese nur die gelösten Schadstoffe erfasst.

Erstellung Schrägbrunnen

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Jahresbericht 2008

Altlastensanierung und Flächenrecycling

Eine im Auftrag des AAV erstellte Machbarkeitsstudie kommt zum Ergebnis, dass die bei der Tensidanwendung beobachteten Abbauprozesse gezeigt haben, dass eine mikrobiologische Sanierung des kontaminierten Grundwassers möglich ist. Folgerichtig wird derzeit im Auftrag des AAV ein Konzept zur mikrobiologischen in-situSanierung erarbeitet. Anfang 2009 sollen zunächst Bohrmaßnahmen zur Erstellung von Injektionspegeln durchgeführt werden. Die erste Injektion des Cosubstrates soll dann bereits im Frühjahr des nächsten Jahres erfolgen. Die Dauer der mikrobiologischen Sanierung wird derzeit auf ca. 2 – 3 Jahre abgeschätzt. Der Erfolg der mikrobiologischen Sanierung wird entscheidend davon abhängen, ob es gelingt, das Cosubstrat ausreichend zu verteilen.

Die erste Infiltration erfolgte im Zeitraum März / April 2005 und dauerte sechs Wochen. Nach der Infiltrationsphase wurde jedoch wieder ein Ansteigen der Schadstoffkonzentrationen beobachtet (sog. „Rebound Effekt“). Die CKW-Konzentrationen pendelten sich dann auf einem Niveau ein, das etwa 50 % der anfänglichen Konzentrationen entspricht.

Kamp-Lintfort – Infiltration von NaKMn04

In-situ-chemischen Oxidation (ISCO) zur Sanierung kontaminierter Grundwässer
Im Rahmen des Pilotvorhabens in Kamp-Lintfort zur in-situ-Oxidation von CKW wurden seit März 2005 in Abstimmung mit der zuständigen Wasserbehörde in zwei Injektionsphasen je ca. 18.000 l einer 4 %-igen Lösung von Natriumpermanganat über mehrere Infiltrationsbrunnen dem Grundwasserleiter zugeführt. Die Infiltration erfolgte dabei durch direktes Zudosieren und Einleiten der 4 %-igen Lösung in die jeweiligen Infiltrationsbrunnen (1.000 l Lösung pro Woche und Brunnen). Nach Abschluss der Infiltrationskampagnen wurde jeweils die Sanierungsanlage ausgeschaltet, um die Schadstoffentwicklung bei ungestörten natürlichen Verhältnissen zu beobachten.
Werl – Befüllen der Vorlagebehälter mit KMn04 Kamp-Lintfort – Schadstoffentwicklung

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Altlastensanierung und Flächenrecycling

Jahresbericht 2008

Jahr 1997 2004 2006
Werl – Injektionsanlage innen

Schadstofffracht - Herd 50 - 60 kg CKW/a 1,2 kg CKW/a 0,08 - 0,15 kg CKW/a

Schadstofffracht - naher Unterstrom 50 - 60 kg/a 0,5 kg CKW/a 0,05 - 0,07 kg CKW/a

Neben dem Ansteigen der CKW-Konzentrationen wurde zudem für wenige Tage auch ein leichtes Ansteigen der Konzentrationen von einigen Schwermetallen beobachtet. Aus Sicht der zuständigen Wasserbehörde war dies tolerabel, da die Konzentrationen spätestens nach 14 Tagen wieder auf dem alten Niveau waren. Von November bis Dezember 2005 wurde eine zweite Infiltrationskampagne mit den gleichen Mengen an Oxidationsmitteln durchgeführt, um die Restbelastungen an LHKW aus dem Grundwasser zu entfernen. Durch Wechsel des Produktes konnten die Kosten für die Beschaffung des Oxidationsmittels um mehr als 40 % gesenkt werden. Die Schadstoffreduktion lag bei der Größenordnung von 90 %, so dass angesichts des sehr guten Sanierungserfolgs der Betrieb der Grundwassersanierungsanlage eingestellt werden konnte. Ende 2006 wurde eine weitere Infiltrationskampagne in einem Brunnen durchgeführt, um mobilisierte Anteile an CKW zu oxidieren. 1997 wurde die Grundwassersanierung aufgenommen, als die Schadstofffracht im Herd noch zwischen 50 und 60 kg CKW/a betrug. Bis zur Einleitung der ISCO-Maßnahme konnte die CKW-Fracht bereits durch die kombinierte Bodenluftabsaugung/ Grundwassersanierung auf nur noch 1,2 kg CKW/a reduziert werden.

Durch das Pilotvorhaben wurde die CKW-Fracht nochmals deutlich auf nur noch 0,05 – 0,08 kg CKW/a gesenkt. Die guten Erfahrungen des AAV mit dem ISCO-Verfahren führten dazu, dass der AAV sich inzwischen bereits für eine zweite ISCO-Anwendung entschieden hat, die seit Ende des Jahres 2008 in Werl zur Sanierung eines lokalen CKW-Schadens läuft. Während bei der ersten ISCO-Sanierung NaMnO4 als Oxidationsmittel eingesetzt wurde hat man sich hier für das kostengünstigere KMnO4 entschieden. Dieses Oxidationsmit tel besitzt die gleiche Reaktivität wie NaMnO4. Während NaMnO4 als 40%-ige Lösung angeliefert wurde, ist KMnO4 nur als Feststoff erhältlich und muss vor Ort noch angemischt werden. Darüber hinaus handelt es sich in Werl um einen gespannten Grundwasserleiter, so dass das Oxidationsmittel unter Druck injiziert werden muss. Entsprechend besteht die Sanierungsanlage aus den drei Komponenten Lagerraum für Feststoffe, Anmischstation und Injektionsanlage. Das vorliegende Injektionskonzept sieht zunächst zwei Injektionen vor, die im Abstand von einigen Monaten durchgeführt werden sollen, wobei die Anlage nach jeder Injektion wieder abgebaut wird. Im Gegensatz zum ersten Fall wird hier auf eine hydraulische Maßnahme in Abstimmung mit der zuständigen Unteren Wasserbehörde bewusst verzichtet.

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Jahresbericht 2008

Altlastensanierung und Flächenrecycling

Grundwassersanierung mit Nano-Eisen
Auf dem Gelände einer ehemaligen Chemischen Großreinigung in Bornheim läuft bereits seit 1995 eine hydraulische Maßnahme in Kombination mit einer Bodenluftabsaugung, womit inzwischen mehr als 3.000 kg CKW aus dem Untergrund entfernt werden konnten. Trotz des relativ guten Sanierungserfolgs wurden im Schadenszentrum innerhalb der ehemaligen Betriebshalle immer noch massive Restbelastungen von > 1 Tonne CKW (geschätzt) vorgefunden, so dass der AAV und der Rhein-Sieg-Kreis sich zur Durchführung einer unterstützenden in-situ-Maßnahme entschlossen, um die Sanierungsdauer zu verkürzen. Der Standort ist praktisch vollständig mit Gebäuden bedeckt, so dass die Sanierungsmaßnahmen innerhalb der ehemaligen Betriebshalle erfolgen mussten, die derzeit durch einen Installateurbetrieb genutzt wird. Mittels MIP-Sondierungen wurde der CKW-Schaden in einer Tiefe von 16 bis 21 m lokalisiert. Der Sanierungsbereich ist nur etwa 120 m2 groß. Für die Injektionsmaßnahme wurden insgesamt 10 Injektionspegel erstellt, die eine horizontierte Injektion der Eisensuspension über jeweils 18 Manschetten erlauben. Zusätzlich wurden im unmittelbaren Abstrom zur Kontrolle des Sanierungserfolgs CMT-Pegel erstellt, die horizontierte Probnahmen in 17, 19 und 21 m Tiefe ermöglichen. Nach Abstimmung des Injektionskonzeptes erfolgte die Injektionsmaßnahme im August/September 2007, wobei eine Suspension aus 1.000 kg NanoEisen und 2.000 kg Mikroeisen in den Untergrund injiziert wurde. Zur Injektion wurde eine Injektionsanlage eingesetzt, die eine simultane Injektion in 6 Pegeln erlaubte.
Schadstoffentwicklung CMT-Pegel Port 3 Schadstoffentwicklung CMT-Pegel Port 2 Schadstoffentwicklung GWMS Kernschaden

Schadstoffentwicklung CMT-Pegel Port 1

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Altlastensanierung und Flächenrecycling

Jahresbericht 2008

Die Injektionsmaßnahme erfolgte zu einem Zeitpunkt mit hohem Grundwasserstand, so dass die Nano-Eisenpartikel mit den Schadstoffen im Grundwasserschwankungsbereich reagieren konnten. Bei der Injektion wurden speziell in zwei Injektionspegeln größere Rückflüsse an Eisensuspension beobachtet, was auf Inhomogenitäten im Untergrund hinweist. Zusätzlich konnten einige wenige Manschetten für die Injektion nicht aufgesprengt werden, so dass hier keine Injektionen stattfinden konnten. Nach Aussage des Fachgutachters wurde allerdings eine zufrieden stellende Verteilung der Eisenteilchen im Untergrund erreicht.

Ein Vergleich der aktuell gemessenen CKW-Konzentrationen in den CMTPegeln mit den CKW-Konzentrationen vor der Injektionsmaßnahme zeigt, dass im oberen Bereich der CMT-Pegel (Port 1) speziell bei der 3. CMT immer noch massive CKW-Belastungen nahe der Löslichkeitsgrenze von Perchlorethen gemessen werden, die auf CKW in Phase hindeuten. Dagegen sind die CKW-Konzentrationen in den mittleren und unteren Ports stark rückläufig. Eine Frachtenbilanzierung zeigt, dass eine 60 %-ige Entfrachtung erreicht wurde, was zumindest als Teilerfolg gewertet werden kann.

Fazit und Ausblick
Trotz dieses Ergebnisses ist davon auszugehen, dass die ursprünglichen Ziele nur teilweise erreicht wurden. Während die unteren Bereiche des Aquifers deutliche Schadstoffreduktionen von > 80 % zeigen, werden im Grundwasserschwankungsbereich nach wie vor massive CKW-Belastungen gemessen, die nahe an der Löslichkeitsgrenze sind. Anfang 2009 wird ein Tracerversuch mit Uranin als Markierungsstoff durchgeführt, um detaillierte Aussagen zu den Fließverhältnissen im GrundwasBau der CMT-Pegel

Die Schadstoffentwicklung in den beiden zentralen Grundwassermessstellen zeigen ein sehr uneinheitliches Bild, obwohl sie nur wenige Meter auseinander liegen. Während der eine Pegel eine deutliche Schadstoffreduktion von ca. 13.000 µg/l auf unterhalb 4.000 µg/l zeigt, werden bei dem anderen Pegel über den gesamten Zeitraum CKW-Konzentrationen im Bereich 2.000 µg/l bis 4.000 µg/l gemessen.

serleiter zu bekommen. Anschließend ist über weitere Maßnahmen zur Unterstützung der laufenden hydraulischen Maßnahme zu entscheiden.

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Jahresbericht 2008

Mitgliederberatung

Beratung der AAV-Mitglieder bei Altlasten
und schädlichen Bodenveränderungen
bzw. Problemen im Zusammenhang mit Altlasten an den AAV. Dass die Beratungsleistung des AAV erforderlich und gewünscht ist, zeigt die seit Jahren steigende Anzahl von Anfragen. Die Probleme, die in den Anfragen geschildert werden, sind sehr unterschiedlich, und jeweils auf den EinZu den Beratungsfeldern gehören: Beratung bei der Auswahl und Bewertung von Sanierungskonzepten und -verfahren sowie bei der Beurteilung von Gutachten zu Altlasten- und Flächenrecyclingmaßnahmen Unterstützung bei der Auswahl von Gutachtern und Sachverständigen, Verfahrensanbietern und Sanierungsunternehmen Beratung zum Projektmanagement bei Sanierungsprojekten Fördermöglichkeiten und -programme zur Altlastensanierung und zum Flächenrecycling In manchen Fällen kann der AAV im Rahmen der Beratung als Moderator zwischen Wirtschaftsunternehmen und staatlichen Stellen zur Lösung von Altlastenproblemen beitragen. Weiterhin bietet der AAV seinen Mitgliedern Informationen zu aktuellen Themen im Rahmen von Fachtagungen, Seminaren und Workshops. Wie die statistische Darstellung (Abbildung) verdeutlicht, wenden sich neben den Kommunen erfreulicherweise viele Mitglieder aus der Wirtschaft mit einer Vielzahl von Themen zelfall bezogen. Neben rein technisch ausgerichteten Fragestellungen zum Ablauf und Inhalt von Altlastensanierungsmaßnahmen sind vielfach auch Probleme aus dem rechtlichen Bereich zu diskutieren.
Der AAV will das Beratungsangebot für seine Mitglieder verbessern und überarbeitet derzeit seinen Internetauftritt komplett. Dabei sollen Unternehmen und Kommunen, die „altlastenspezifische Fragen oder Probleme“ haben, die Möglichkeit erhalten, diese im Rahmen der geplanten Internetplattform zu formulieren. Das gesamte Verfahren wird dann über einen besonderen Zugang für die Mitglieder gesteuert und abgewickelt. Die Fertigstellung der neuen Webseiten wird im Laufe des Jahres 2009 erfolgen und dann allen Mitgliedern sowie einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gegeben.

Die Beratung bei Altlastensanierungsproblemen gehört bereits seit langem zu den Aufgaben des AAV. In der Fassung des AAV-Gesetzes von 2003 wurde die Beratung der AAV-Mitglieder um den Bereich der schädlichen Bodenveränderungen (§ 2 (3) AAVG) erweitert.

Neues Internetangebot
für AAV-Mitglieder in Vorbereitung

Beratung durch den AAV 1994 - 2008
85 Sonstige/Private 131 Wirtschaft

80 Kommunen

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Mitgliederinformation

Jahresbericht 2008

Mitgliederinformationen und Öffentlichkeitsarbeit
In der Zeitschrift TerraTech 1/2 2009 erscheint ein Beitrag zur Tagung. Auch die Beiträge dieser Veranstaltung finden sich inzwischen im Internet unter www.aav-nrw.de. Weiterhin beteiligt sich der AAV an Tagungen in Kooperation mit anderen Institutionen. So zum Beispiel am DECHEMA-Symposium „Strategien zur Boden- & GrundWesel-Büderich: Umweltminister Eckhard Uhlenberg zwischen Dr. Christian Schmidt (vorne) und Annelie Franzen, beide Mitglied im AAV-Vorstand

wassersanierung“ am 24.-25.

Fachveranstaltungen
Im Juni 2008 konnten sich fast über 160 Teilnehmer über „Aktuelle Rechtsprobleme bei der Altlastenbearbeitung“ informieren. Einen ausführlichen Beitrag zu dieser Tagung findet sich in diesem Jahresbericht ab Seite 9. Außerdem können die Tagungsvorträge von der Homepage des AAV heruntergeladen werden. Am 04.12.2008 stand die jährlich stattfindende Fachtagung zu Altlastenthemen auf der Agenda. Diesmal wurde neben den praktischen Erfahrungen aus laufenden Sanierungsmaßnahmen ein besonderer Schwerpunkt auf die Planung und Ausführung von in situ-Maßnahmen gelegt. Weitere Themenkomplexe beschäftigen sich mit den Zielen und Aufgaben der Allianz für die Fläche, dem Stand des Verfahrens zur Inkraftsetzung der Deponievereinfachungsverordnung sowie mit

November 2008 in Frankfurt am Main.

Ausschreibungen
Auf der Homepage finden sich sämtliche Ausschreibungen des Fachbereichs Altlastensanierung/ Flächenrecycling, sobald diese in den einschlägigen Publikationen veröffentlicht wurden. Ein Blick auf diese Seiten lohnt sich also für Unternehmen, die z. B. Sanierungs- und/oder Entsorgungsdienstleistungen anbieten. Die aktuellen Veränderungen im Internetangebot werden bereits auf der Startseite des AAV angezeigt.

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der in Vorbereitung befindlichen Ersatzbaustoffverordnung.

Jahresbericht 2008

Mitgliederinformation

Bürgerinformationen vor Ort
Eine weitere wichtige Aktivität des AAV sind Bürgerinformationen vor Ort. Dabei werden Betroffene und Nachbarn von AAV-Projekten über anstehende und laufende Sanierungsmaßnahmen informiert. Diese Informationsveranstaltungen werden immer in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden geplant. Wenn es sich nur um eine geringe Zahl Betroffener vor Ort handelt, werden diese in der Regel schriftlich per Brief informiert.

Im Jahr 2008 wurden z. B. Pressegespräche in Werl, Kempen, Wesel, Lüdenscheid und Steinfurt durchgeführt. Umweltminister Eckhard Uhlenberg war gleich zweimal vor Ort, um sich über Sanierungsprojekte des Verbandes zu informieren. In Werl übergab er das sanierte Gelände der ehemaligen Union-Werke der Öffentlichkeit, auf dem künftig ein kinderfreundliches und zentrumsnah gelegenes Wohngebiet entstehen wird. In Wesel-Büderich weihte der Minister einen Rundweg um das sanierte Gelände der ehemaligen Büdericher Ziegelwerke ein. Die renaturierte Fläche ist nun an einen Biotopverbund angeschlossen und soll seltenen Pflanzen und Tieren zur Ansiedlung dienen.

Pressearbeit
Die Öffentlichkeit wird durch regelmäßige Pressemitteilungen und Pressegespräche auf dem Laufenden gehalten. Diese wenden sich sowohl an die lokalen Medien vor Ort, die bei laufenden Sanierungsmaßnahmen natürlich über den neuesten Stand informiert werden, aber auch an die Fachpresse, die diese Mitteilungen immer wieder aufgreift und dann auch zum Anlass nimmt, umfassender über ein Sanierungsprojekt zu berichten. Aber auch überregionale Medien haben bereits mehrfach über die Arbeit des AAV berichtet, so zum Beispiel die Westdeutsche Allgemeine Zeitung oder der öffentlich-rechtliche wie private Rundfunk. Alle Pressemitteilungen finden sich im Internet auf den Presseseiten des AAV.

In Werl konnten die ersten beiden Bauherren auf dem ehemaligen UnionGelände mit ihren Familien begrüßt werden. V.l.n.r. hinten: Ulrich Canisius (Stadt Werl), Dr. Jochen Rudolph (AAVVerbandsvorsitzender), Umweltminister Eckhard Uhlenberg, ein Bauherr, Bürgermeister Michael Grossmann, Dr. Jürgen Wutschka (Kreis Soest).

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Der Verband und seine Mitglieder

Jahresbericht 2008

Altlastensanierungsallianz NRW
Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband NRW

Rechtsaufsicht MUNLV

Geschäftsstelle

Kommissionen
Kommission für Altlasten und Bodenschutz Rechnungsprüfer

Der AAV und das
nordrhein-westfälische

Vorstand

Kooperationsmodell
„Der Dialog Wirtschaft und Umwelt, den die nordrhein-westfälische Landesregierung und Vertreter der nordrhein-westfälischen Wirtschaft seit Juni 2006 führen, ist Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung von Staat und Wirtschaft für ein umweltverträgliches Wachstum; er eröffnet neue Wege zum Abbau überflüssiger staatlicher Regulierungen, strebt Vertrauensbildung zwischen den Partnern an und baut eine neue gemeinsame Kommunikationsund Handlungsplattform in Nordrhein-Westfalen auf. Ziel ist es, Nordrhein-Westfalen zum Land der neuen Chancen zu machen und dem Grundsatz „privat vor Staat“ Geltung zu verschaffen. Kooperativer Umweltschutz setzt auf freiwillige Lösungen. Unter diesem Vorzeichen soll die Kooperationsvereinbarung zur Finanzierung der Aufgaben des Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverbandes (AAV) fortgesetzt werden.

Delegiertenversammlung

Haushaltskommission Satzungskommission

Wirtschaft NRW

Land NRW

Kommunen NRW

Zitat aus dem neuen Kooperationsvertrag:
Sie soll auch weiterhin dazu beizutragen, die in Nordrhein-Westfalen besonders dringliche Aufgabe zu erfüllen, Altlasten aufzubereiten, Grundwasserverschmutzungen vorzubeugen und bisherige Industriebrachen für neue Nutzungen bereitzustellen. Damit leistet die Vereinbarung auch einen Beitrag zu weniger Flächenverbrauch in Nordrhein-Westfalen. Die effektive und effiziente Zusammenarbeit von Land, Wirtschaft und Kommunen hat den AAV zu einem weit über Nordrhein-Westfalen hinaus hoch angesehenen Partner in allen Fragen der Flächenaufbereitung gemacht. Vor diesem Hintergrund stimmen die Kooperationspartner darin überein, dass nicht nur zum Zweck der Weitergabe von Expertenwissen, sondern auch mit dem Ziel einer Vermittlung zwischen unterschiedlichen Interressen der Aufgabenkatalog des AAV um die Wahrnehmung der Aufgaben der Clearingstelle erweitert werden könnte.“

Neben dem Land und den Kommunen in Nordrhein-Westfalen engagieren sich in diesem in Deutschland einmaligen Kooperationsmodell vor allem die Entsorgungswirtschaft, Unternehmen der chemischen und der Stahlindustrie sowie Energieversorger. Die Mittel aus dem Kooperationsvertrag, bis zum Jahr 2011 insgesamt 37,5 Mio. Euro, werden vom Land Nordrhein-Westfalen, von den beteiligten Unternehmen sowie den nordrhein-westfälischen Kommunen aufgebracht. Hinzuzurechnen ist der Eigenanteil der Kommunen, den diese bei der Altlastensanierung mit dem AAV zu leisten haben. In der Regel handelt es sich dabei um 20 % der anfallenden Kosten. Erlöse aus dem Verkauf sanierter Flächen fließen zu dem Teil an den AAV zurück, mit dem er sich an der Sanierung beteiligt hat. Diese Mittel stehen dann wieder für neue Projekte zur Verfügung.

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Jahresbericht 2008

Der Verband und seine Mitglieder

Die AAV-Mitglieder
Der AAV ist als sondergesetzlicher Verband eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die sich selbst verwaltet. AAV-Mitglieder sind nach dem AAV-Gesetz: Freiwillige Mitglieder (alle juristischen Personen des Privatrechts und Vereinigungen von juristischen Personen, die sich auf Grundlage der Kooperationsvertrages zu freiwilligen Beiträgen gegenüber dem Verband verpflichtet haben), die Kreise und kreisfreien Städte, das Land Nordrhein-Westfalen. Natürliche und juristische Personen sowie Körperschaften des öffentlichen Rechts, die nicht Mitglieder nach den oben genannten Kriterien sind, können die Aufnahme in den Verband beantragen. Eine Aufnahmepflicht besteht jedoch nicht. Näheres ist in der Satzung des AAV geregelt. Die Mitglieder sind in den Gremien des Verbandes, wie dem Vorstand, der Delegiertenversammlung und den Kommissionen vertreten und wirken bei allen Entscheidungen mit, die die Umsetzung der AAVAufgaben zum Gegenstand haben. Entscheidungen können nur mit 2/3-Mehrheit getroffen werden.
Sondergesetzlicher Verband Körperschaft des öffentlichen Rechts
Vorstand
Stahlunternehmen Energieversorger Sonstige Branchen

Das Kooperationsmodell
Freiwillige Mitglieder nach AAV-Gesetz
Wirtschaftsunternehmen, die Kooperationsvertrag geschlossen haben
Förderverein AAV e.V. (Entsorgungswirtschaft) Förderverein AAV der Chemischen Kooperationsvertrag Industrie e.V.

Pflichtmitglied nach AAV-Gesetz

Pflichtmitglieder nach AAV-Gesetz

Land NRW

Kreise und kreisfreie Städte des Landes NRW

Weitere freiwillige Mitglieder nach AAVG/ Maßgabe der Satzung

Natürliche und juristische Pesonen sowie Körperschaften des öffentlichen Rechts

Delegiertenversammlung

Geschäftsstelle

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Der Verband und seine Mitglieder

Jahresbericht 2008

Altlastensanierung, Flächenrecycling, Beratung – wichtige Aufgaben des AAV Vertragspartner der Kooperationsvereinbarung sind derzeit:
• die Landesregierung Nordrhein-Westfalen, vertreten durch das NRW-Umweltministerium, • der Förderverein AAV e. V. (ein Zusammenschluss verschiedener Entsorgungsunternehmen), • der Förderverein AAV der Chemischen Industrie in NRW. Die Kreise und kreisfreien Städte von NRW sind über das AAVGesetz Partner im Kooperationsmodell. Unternehmen der Stahlbranche: • ThyssenKrupp Steel AG, • ThyssenKrupp Nirosta GmbH, • Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, • Mittal Steel Ruhrort GmbH, • Salzgitter AG, • Deutsche Edelstahlwerke GmbH, • V & M Deutschland GmbH, • SCHMOLZ + BICKENBACH Distributions GmbH, • Benteler Stahl/Rohr GmbH. Nichteisenmetallerzeugung: Norddeutsche Affinerie AG Hüttenwerke Kayser Energieversorger: • E.ON Kraftwerke GmbH, • Evonik Power Minerals GmbH, • • • RheinEnergie AG, RWE Power AG, Stadtwerke Düsseldorf AG Nach dem AAVG kann der Verband in Fällen der Sanierungsuntersuchung, -planung und Sanierung schädlicher Bodenveränderungen und Altlasten tätig werden. Dabei muss es sich um Maßnahmen handeln, die von den zuständigen Behörden im Wege der Ersatzvornahme durchgeführt werden, oder über deren Durchführung mit dem Pflichtigen ein öffentlichrechtlicher Vertrag geschlossen ist, oder zu deren Durchführung ein Pflichtiger nicht herangezogen werden kann oder finanziell nicht – oder nur teilweise – in der Lage ist, oder im Vorgriff auf eine spätere Feststellung des Pflichtigen nach § 4 Abs. 3, 5 und 6 BBodSchG, oder auf Grundstücken, bei denen die Ordnungspflicht im Wege des Erwerbs auf die Gemeinde oder den Kreis übergegangen ist. Über Maßnahmen zur Gefahrenabwehr hinaus darf der Verband, wie schon nach alter Rechtslage, Maßnahmen zum Flächenrecycling finanzieren. Außerdem berät er seine Mitglieder bei Fragen der Sanierung von Altlasten und schädlichen Bodenveränderungen. Zusätzliche Arbeiten und Maßnahmen kann der

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AAV im Auftrag Dritter übernehmen.

Jahresbericht 2008

Der Verband und seine Mitglieder

Die Besonderheit liegt darin, dass der Verband nicht nur finanzielle Mittel bereitstellt – bis zu 80 % der Sanierungskosten bei Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und bei der Aufbereitung von Altlasten –, sondern auch altlastenspezifisches Know-how, das er bei seinen bisher durchgeführten Projekten gesammelt hat. Hervorzuheben ist, dass neben der gemeinsamen Finanzierung der Arbeiten des AAV die Vertreter des Landes, der Wirtschaft und Industrie sowie der Kommunen in allen Entscheidungsgremien mitwirken und damit neben der Finanzierung zugleich wichtige fachliche Beiträge zur Sanierung und Aufbereitung von Altlastenflächen erbringen. Aus der Verbandsstruktur (siehe S. 42) wird deutlich, dass die von den Beteiligten entwickelte Lösung eine konsequente Umsetzung des Kooperationsprinzips darstellt.

Die operative Durchführung der Sanierungstätigkeit des Verbandes erfolgt durch die Geschäftsstelle des AAV, in der ein interdisziplinäres Team von Fachleuten tätig ist. Im Rahmen der eigentlichen Projektdurchführung tritt der AAV in der Regel als Maßnahmenträger auf. Die fachliche Projektdurchführung erfolgt auf vertraglicher Basis in enger Abstimmung mit der zuständigen Bodenschutzbehörde.

Clearingstelle
Im Rahmen des Dialogs Wirtschaft und Umwelt der Landesregierung NRW wurde eine Clearingstelle eingerichtet, die Konflikte bei Genehmigungs- und Überwachungsverfahren lösen und damit langjährige Gerichtsverfahren überflüssig machen soll. Ziel ist dabei, kontroverse Themen - insbesondere von allgemeiner Bedeutung - zwischen Verwaltung und Wirtschaft zu einer möglichst einvernehmlichen Lösung zu bringen. Das Verfahren ist unabhängig von Rechtsmittelverfahren nach den gesetzlichen Bestimmungen, so dass Rechtsmittelfristen nicht gehemmt werden. Sitz der Clearingstelle ist die Geschäftsstelle des AAV. Streitige Fälle können dort eingereicht werden.

Gruppenbild mit Damen. V. l. n. r.: Dr. Bernhard Schulze Langenhorst, Dr. Walter Leidinger, Dr. Thorsten Zisowski, Gerhard Kmoch, Andreas Theuer, Dr. Jochen Rudolph, Annelie Franzen, Sabine Valenti, Dr. Arnim Brux, Thomas Buch, Prof. Dr. Wilhelm König, Dr. Christian Schmidt

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Der Verband und seine Mitglieder

Jahresbericht 2008

AAV Vorstand

Die

Gremien

Dr. Jochen Rudolph Verbandsvorsitzender für Evonik Degussa GmbH, Düsseldorf

des AAV

Dr. Arnim Brux Stv. Verbandsvorsitzender Ennepe-Ruhr-Kreis Seit 21.11.2007

Thomas Buch Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW, Düsseldorf

Annelie Franzen Ministerium für Umwelt und Natuschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW, Düsseldorf

Prof. Dr. Wilhelm König Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW, Düsseldorf

Dr. Walter Leidinger CURRENTA GmbH & Co. OHG, Dormagen Seit 21.11.2007

Dr. Christian Schmidt Stadt Hagen

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Dr. Bernhard Schulze Langenhorst REMONDIS Industrie Service GmbH & Co. KG, Lünen

Andreas Theuer ThyssenKrupp Steel AG, Duisburg

Dr. Thorsten Zisowski AGR Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet mbH, Herten Seit 21.11.2007

Jahresbericht 2008

Der Verband und seine Mitglieder

Kommission für Altlasten und Bodenschutz
Harald Bayer Stadt Wuppertal Wolf-Dietrich Bertges Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, Düsseldorf Dr. Reinhard Eisermann Lobbe Industrieservice GmbH & Co KG, Iserlohn Andreas Friese REMONDIS ProTerra GmbH, Lünen Dr. Stephanus Jakobs ThyssenKrupp Steel AG, Duisburg Dieter Kumstel Kreis Viersen Dr. Lutz-Dieter Naake Evonik Degussa GmbH, Essen Dr. Wolfgang Schmitt Henkel KGaA, Düsseldorf Markus Schröer AGR AbfallentsorgungsGesellschaft Ruhrgebiet mbH, Herten Carola Winkelmüller CURRENTA GmbH & Co. OHG, Leverkusen

Haushaltskommission
Harald Bayer Stadt Wuppertal Dr. Arnold Feldmann REMONDIS Industrie Service GmbH & Co. KG, Lünen Dr. Stephanus Jakobs ThyssenKrupp Steel AG, Duisburg Dr. Gert Schwarzlose für Shell Deutschland Oil GmbH, Wesseling Martin Sträßer Förderverein AAV e. V. der Chemischen Industrie in NRW, Düsseldorf Dr. Detlef Timpe Kreis Unna

Satzungskommission
Dr. Arnold Feldmann REMONDIS Industrie Service GmbH & Co. KG, Lünen Christian Hein Evonik Degussa GmbH, Marl Dr. Friedrich Ossendot Eyller-Berg Abfallbeseitigungsgesellschaft mbH, Kamp-Lintfort Dr. Peter Queitsch Städte- und Gemeindebund NRW, Düsseldorf Dr. Frank Andreas Schendel für CURRENTA GmbH & Co. OHG, Leverkusen Martina Schürmann AGR Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet mbH, Essen Martin Sträßer Förderverein AAV e. V. der Chemischen Industrie in NRW, Düsseldorf Dr. Christian von Kraack, Landkreistag Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Rechnungsprüfer
Dr. Horst Ferfers Stadt Neuss Dr. Klaus Formella Stahlinstitut VdEh/Wirtschaftsvereinigung Stahl (WVS), Düsseldorf Arno Frevert-von Heusinger Bayer Schering Pharma AG, Bergkamen Jürgen Schulte-Derne H. Brühne Entsorgung GmbH & Co. KG, Dortmund

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Geschäftsstelle

Jahresbericht 2008

Geschäftsstelle
Geschäftsführung
Geschäftsführer Gerhard Kmoch

Die

Mitgliederinformation/ Öffentlichkeitsarbeit Ausbildung
Sabine Schidlowski-Boos

Bereich Altlasten
Altlastensanierung, Flächenaufbereitung

Bereich Recht
Verträge, Rechtsfragen, Personal, Mitgliederverwaltung, Gremien Bereichsleiter Nikolaus Söntgerath

Kaufm. Bereich
Kaufm. Projektmanagement, Finanzen, Controlling, Verwaltung Bereichsleiter Dietmar Hinzberg

Bereichsleiter Dr. Ernst-Werner Hoffmann

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Jahresbericht 2008

Anfahrtsskizze

Anfahrtsskizze
Ruhr

So erreichen Sie uns:
Mit dem PKW:
Von Norden: Ausfahrt: Witten-Herbede Von Osten: über die A2 - A43 über die A44 - B1/A40 - A43 Ausfahrt: Witten-Herbede Von Süden: über die A45 - A40 - A43 Ausfahrt: Witten-Herbede über die A2 - A40 - A43 Ausfahrt: Witten-Herbede über die A3 - A1 - A43 Ausfahrt: Sprockhövel über die A42 - A43 Ausfahrt: Witten-Herbede Die S-Bahn fährt im 20-Minuten-Takt.
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Gelände der ehemaligen Henrichshütte
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Ausfahrt Witten/Herbede ca. 6 km über Blankenstein

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im Gebäude des ZEK
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Ausfahrt Sprockhövel ca. 9 km

Hattingen

A 43 Ausfahrt Witten/Herbede Wittener Straße über Blankenstein Richtung Hattingen

Ausfahrt Sprockhövel

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Mit der Deutschen Bahn AG bis Essen-Hauptbahnhof. Von dort die S3 bis zur Endstation Hattingen/Mitte. (Achtung: Die Haltestelle davor heißt Hattingen/Ruhr). Den AAV finden Sie im Gebäude des ZEK – Zentrum für Entsorgungstechnik und Kreislaufwirtschaft.

Vom Bahnhof Hattingen in 5 Minuten mit dem Taxi zum AAV oder mit den Bus-Linien 335 (Haltestelle Werksstraße), 358 (Haltestelle Henrichshütte Wendeschleife) oder CE 31 bzw. SB 37 bis Haltestelle Henrichshütte.

Werksstraße 15 45527 Hattingen Tel.: 02324 5094-0 Fax: 02324 5094-10 E-Mail: info@aav-nrw.de Internet: www.aav-nrw.de

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Impressum

Jahresbericht 2008

Impressum
Jahresbericht 2008
des AAV Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverbandes Nordrhein-Westfalen Geschäftsführer: Gerhard Kmoch Redaktion: Dr. Rita Bettmann Dr. Michael Herholz Dr. Ernst-Werner Hoffmann Dr. Uwe Hoffmann Gerhard Kmoch Christiane Maxin Dr. Engelbert Müller Sabine Schidlowski-Boos (verantw.) Nikolaus Söntgerath Anschrift: AAV Altlastensanierungsverband NRW Werksstraße 15 45527 Hattingen Telefon: 02324 5094-0 Telefax: 02324 5094-10 E-Mail: info@aav-nrw.de Internet: www.aav-nrw.de Auflage: 3.000 Gestaltung: Angelika Grothues, Bochum Druck: Rath Druck GmbH, Wetter Druck auf Cycluscoat (100 % Recycling)

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Stand: Dezember 2008

Jahresbericht 2008

Bildnachweis

Bildnachweis
Seite 18 und 23: Holger Gröschel, www.naturspektrum.de Seite 48: ZEK Zentrum für Entsorgungstechnik und Kreislaufwirtschaft Alle übrigen: AAV

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