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Ausschreibung

Full text: Ausschreibung

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Nachbarschaftshaus Kiezspinne Berlin-Lichtenberg
Eingeladener Realisierungswettbewerb Ausschreibung

Eingeladener Realisierungswettbewerb Neubau eines Nachbarschaftshauses Kiezspinne Schulze-Boysenstraße 38, Lichtenberg Ausschreibung

Berlin, Juni 2003

Wettbewerbsdurchführung

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Behrenstraße 42 10117 Berlin-Mitte Büro Dipl. Ing. Ariane Röntz, Landschaftsarchitektur

Titelbilder

Inhalt Anlass und Ziel Teil 1 Verfahren Auslober, Bauherr und Nutzer 9 Art des Verfahrens 9 Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe 9 Wettbewerbsteilnehmer 10 Preisgericht und Vorprüfung 10 Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen 12 Abgabe der Wettbewerbsarbeiten 12 Rückfragen und Rückfragenkolloquium 12 Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen 12 Geforderte Leistungen 13 Beurteilungsverfahren 14 Bearbeitungshonorar, Preise 14 Weitere Bearbeitung 14 Eigentum und Urheberrecht 14 Verfassererklärung 15 Bekanntgabe des Ergebnisses/Ausstellung der Arbeiten 15 Haftung 15 Zusammenfassung der Termine 15 Teil 2 Situation und Planungsvorgaben Städtebauliche Entwicklung und Situation 19 Das Nachbarschaftshaus 20 Das Wettbewerbsgrundstück 20 Ver- und Entsorgung 21 Freiflächen, Vegetation 21 Infrastruktur 21 Planungsrecht 22 Teil 3 Wettbewerbsaufgabe Städtebauliche Zielsetzung 23 Bauliche Zielsetzung 23 Nutzungskonzept 23 Erschließung/Stellplätze 23 Freiraumgestaltung 24 Baukosten/Wirtschaftlichkeit 24 Ökologische Zielsetzung 24 Barrierefreies Bauen 24 Baurechtliche Vorschriften, Normen und Richtlinien 24 Beurteilungskriterien des Preisgerichts 24 Teil 4 Anhang Raumprogramm 25 Formblätter für Berechnungen 28 Farbige Kennzeichnung der Programmbereiche 29 Verfassererklärung 30

1.01 1.02 1.03 1.04 1.05 1.06 1.07 1.08 1.09 1.10 1.11 1.12 1.13 1.14 1.15 1.16 1.17 1.18

2.01 2.02 2.03 2.04 2.05 2.06 2.07

3.01 3.02 3.03 3.04 3.05 3.06 3.07 3.08 3.09 3.10

4.01 4.02 4.03 4.04

Anlass und Ziel

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Anlass und Ziel Die auf europäischer Ebene angesiedelte Gemeinschaftsinitiative Urban II steht in Berlin unter dem Motto „Barrieren überwinden“. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung ein Nachbarschaftsgebäude auf dem ehemaligen Schulgrundstück an der Schulze-Boysen-Straße 38 in BerlinLichtenberg zu errichten. Es ist geplant, das nicht mehr benötigte Schulgebäude, das von der nördlich gelegenen Mildred-Harnack-Oberschule genutzt wurde, abzubrechen und an dieser Stelle das „Nachbarschaftshaus Kiezspinne“ zu errichten. Leitziel des Urban II-Programms ist die nachhaltige Stärkung wirtschaftlicher und sozialer Potentiale, denn Bevölkerungsrückgang, hohe Arbeitslosigkeit und strukturelle Nachteile kennzeichnen das Programmgebiet, so dass nicht nur im europäischen Maßstab sondern auch innerhalb der Stadtstruktur Berlins ein erheblicher Entwicklungsrückstand festgestellt werden kann. Ein erklärtes Ziel des Landes Berlin ist es, die Koordinierung und Umsetzung von Anwohnerinitiativen zu unterstützen und die Zusammenarbeit der Betroffenen und der Verwaltung im Sinne einer „public-private-partnership“ zu fördern. Die Realisierung des Projektes soll eine Stärkung der Identität der Bewohner mit dem Gebiet bewirken. Für den Wettbewerb bedeutet dies, dass die Bürger frühzeitig in das Wettbewerbsverfahren eingebunden werden, in dem ihnen die Entwürfe vor der Entscheidung des Preisgerichts vorgestellt und erläutert werden. Die Ideen und Diskussionsbeiträge aus dem Bürgerforum werden dem Preisgericht übermittelt. Ziel des Wettbewerbs ist ein innovativer Lösungsansatz, der sowohl städtebaulich, architektonisch, funktional, konstruktiv und insbesondere wirtschaftlich die Bauaufgabe umsetzt.

Teil 1 Verfahren

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Teil 1 Verfahren 1.01 Auslober, Bauherr und Nutzer Auslober, Bauherr und Nutzer Kiezspinne FAS e. V. Nachbarschaftlicher Interessenverbund Schulze-Boysen-Straße 38 10365 Berlin Birgit Monteiro, Geschäftsführerin Tel.: 030/ 55 48 96 35 Fax: 030/ 55 48 96 34 e-mail: kiezspinne@t-online.de Bezirksamt Lichtenberg von Berlin Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Behrenstraße 42 10117 Berlin Erika Melzer Tel.: 030/9020 5149 Fax: 030/9020 5653 e-mail: erika.melzer@senstadt.verwalt-berlin.de 1.02 Art des Verfahrens Die Auslobung erfolgt als eingeladener einstufiger Realisierungswettbewerb im vereinfachten Verfahren (GRW 2.5), zu dem insgesamt 8 Architekturbüros aufgefordert sind. Das gesamte Verfahren ist bis zum Abschluss anonym. Die Wettbewerbssprache ist Deutsch. 1.03 Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe Dem Wettbewerb liegen die Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe auf den Gebieten der Raumplanung, des Städtebaus und des Bauwesens (GRW 1995) zugrunde, soweit nachstehend nichts anderes ausgeführt ist. Bei der Ausschreibung des Wettbewerbs hat die Architektenkammer Berlin entsprechend den Regelungen der GRW beratend mitgewirkt. Der Wettbewerb wird bei der Architektenkammer Berlin unter der Registrier-Nr. B-2003-1 geführt. Einverständnis Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer und Gast erklärt sich durch seine Beteiligung und Mitwirkung am Verfahren mit den vorliegenden Teilnahmebedingungen und der Anwendung der GRW 1995 einverstanden. Verlautbarungen jeder Art über Inhalt und Ablauf vor und während der Laufzeit des Wettbewerbsverfahrens einschließlich der Veröffentlichung der Wettbewerbsergebnisse dürfen nur über die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, II D, abgegeben werden. Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer, Gast und Auftragnehmer willigt durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren ein, dass seine personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit o.g. Wettbewerb bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Form einer automatisierten Datei geführt werden. Diese Einwilligung ist auf der Verfasser- bzw. auf der Zustimmungserklärung zu bestätigen. Eingetragen werden Name, Anschrift, Telefon, Bankverbindung, Beauftragung im Wett-bewerb, Kammermitgliedschaft, Berufsbezeichnung. Nach Abschluss des Verfahrens können auf Wunsch diese Daten gelöscht werden (durch Vermerk auf der Verfassererklärung). Gemäß § 6 des novellierten Datenschutzgesetzes ist die Einwilligung der Betroffenen notwendig, da eine spezielle Rechtsgrundlage für die Führung dieser Datei fehlt.

Mitwirkende Verwaltung Wettbewerbsausschreibung/Durchführung

Datenschutz

Teil 1 Verfahren

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1.04 Wettbewerbsteilnehmer Zur Teilnahme am Wettbewerb werden folgende 8 Architekturbüros eingeladen: Buddensieg Ockert Architekturbüro, Berlin Ern Heinzl Architekturbüro Berlin Hopro Architekten Bauplanung GmbH, Berlin Wolf von Horlacher, Margot Gehrke, Gabriele Ruoff (Linie 5) Architekturbüro, Berlin Jirka+Nadansky Architekturbüro, Berlin Meier/Große/Sommerer/Hebestreit Architekturbüro, Berlin Feli Moßmann Architektin, Berlin Marina Stankovic Architektin, Berlin 1.05 Preisgericht und Vorprüfung Fachpreisrichter Almut Grüntuch-Ernst Architektin, Berlin Torsten Krüger Architekt, Berlin Stefan Scholz Architekt, Berlin Werner Schmitz Stadtplaner, Bezirk Lichtenberg, Stadtplanungsamt Stellvertretende Fachpreisrichter Matthias Beyer Architekt, Berlin Hans-Ulrich Lehmann Bezirk Lichtenberg, Technische Gebäudeverwaltung Sachpreisrichter Maja-Helen Feustel Kiezspinne e.V Wilfried Nünthel Bezirksamt Lichtenberg, Bezirksstadtrat Bürgerdienste und Soziales Monica Schümer-Strucksberg Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Referat Soziale Stadt

Teil 1 Verfahren

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Stellvertretende Sachpreisrichter

Birgit Monteiro Kiezspinne e. V Jörg Neander Bezirksamt Lichtenberg, Abt. Bürgerdienste und Soziales Peter Spahn Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Referat Soziale Stadt

Sachverständige

Martina Becker Bezirksamt Lichtenberg, Abteilung Stadtentwicklung Wilfried Repke Bezirksamt Lichtenberg, Bauaufsichtsamt, BWA 3 Hartmut Körner Bezirksamt Lichtenberg, Abt. Wirtschaft und Immobilien Knut Henkel Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Referat Soziale Ingeborg Stude Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Barrierefreies Bauen Ulrich Bergner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Projektvorbereitung- und prüfung Siegfried Kleimeier Stadtentwicklungsgesellschaft mbH, Berlin

Vorprüfer

Peter Ostendorff, Inge Schmidt-Rathert, Erika Melzer Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Referat Wettbewerbe Marcel Lasnia (Kostenprüfung) Büro Wohnstatt + Machleidt

Gäste

Cornelia Müller stellvertretende LWA-Vorsitzende, Berlin Dagmar Müller Betroffenenvertretung Kaskelkiez Horst Baer Mieterbeirat Manfred Klunker Interessengemeinschaft der Bürger FAS Heike Mattern Bezirksamt Lichtenberg, Behindertenbeauftragte Vertreter der in der Bezirksverordneten Versammlung des Bezirkes Lichtenberg vertretenen Fraktionen.

Teil 1 Verfahren

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1.06 Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen Die Wettbewerbsunterlagen werden den ausgewählten Teilnehmern am 18. 06.2003 zugesandt. 1.07 Abgabe der Wettbewerbsarbeiten Die Arbeiten sind am 11. 08. 2003 von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Referat II D, Zimmer 14, Behrenstraße 42, 10117 Berlin-Mitte, abzugeben. Der Postweg ist ausgeschlossen. Die Wettbewerbsarbeiten sind zur Wahrung der Anonymität in verschlossenem Zustand ohne Absender oder sonstigen Hinweis auf den Verfasser, aber mit der Kennzahl und dem Vermerk Realisierungswettbewerb „Nachbarschaftshaus Kiezspinne“ einzureichen. Kennzeichnung der Arbeiten Die Wettbewerbsarbeiten sind in allen Stücken nur durch eine gleichlautende Kennzahl zu bezeichnen. Sie ist aus sechs arabischen Ziffern zu bilden und in einer Größe von 1 cm Höhe und 4 cm Breite auf jedem Blatt und auf jedem Schriftstück in der rechten oberen Ecke anzubringen. Der Wettbewerbsverfasser hat die Verfassererklärung (s. Anhang) mit seiner Anschrift in einem verschlossenen und undurchsichtigen Umschlag mit der gleichen Kennzahl abzugeben, mit der er seine Wettbewerbsarbeit gekennzeichnet hat. Dieser Umschlag ist gleichzeitig mit der Wettbewerbsarbeit abzugeben. 1.08 Rückfragen und Rückfragenkolloquium Rückfragen Rückfragen (GRW 5.3) zur Auslobung können schriftlich gestellt werden und müssen bis zum 25.06.2003 unter dem Kennwort Realisierungswettbewerb „Nachbarschaftshaus Kiezspinne“ bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Referat II D, Behrenstraße 42, 10117 Berlin, eingegangen sein. Bei den Rückfragen ist auf die entsprechenden Teilziffern der Ausschreibung Bezug zu nehmen. Die Rückfragen werden mit dem Preisgericht erörtert und während des Rückfragenkolloquiums beantwortet. Das Rückfragenkolloquium mit den Teilnehmern findet am Montag, dem 30.06.2003 um 10.00 Uhr statt. Ort: Wettbewerbsstandort Schulze-Boysen-Straße 38, 1. OG in 10365 Berlin-Lichtenberg. Das Preisgericht tritt bereits um 9.00 Uhr zusammen. Das Ergebnisprotokoll mit der Zusammenstellung der Fragen und Antworten wird anschließend allen am Verfahren Beteiligten zugesandt. Es ist Bestandteil der Ausschreibung. 1.09 Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen Unterlagen des Wettbewerbs sind • die vorliegende Ausschreibung • das Protokoll der Rückfragen und Antworten • Konzeption der Kiezspinne FAS e. V (s. CD-ROM) • die folgenden aufgeführten Planunterlagen Arbeitsplan Informationspläne 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. Lageplan M 1 : 500 Karte von Berlin, Ausschnitt M 1 : 5000 Luftbild M 1 : 10000; Luftbild M 1 : 2500 Vorentwurf/Grünzug Frankfurter Allee Süd, Büro Röntz, Landschaftsarchitektur M 1 : 500 Baumkartierungsplan M 1 : 500 Abb. Glasfenster Leitungspläne Übersichtsplan Programmgebiet Ostkreuz/Urban II

Rückfragenkolloquium

Teil 1 Verfahren

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Alle Pläne werden als .tif, .pdf, .dxf, .pln, .dwg Dateien auf CD-ROM übergeben. 1.10 Geforderte Leistungen 1. Lageplan M 1 : 500 mit Darstellung der Gesamtsituation; Baukörper, Erschließung/ Zugänge 2. Grundrisse M 1 : 200 3. Ansichten und Schnitte M 1 : 200, soweit zum Verständnis erforderlich 4. ein Satz Prüfpläne der Grundrisse mit Einzeichnung der Funktionszusammenhänge mit rechnungsrelevanten Maßen 5. Erläuterungsbericht (max. 2 Seiten DIN A 4) inkl. Angaben zu Konstruktion und Material 6. Formblatt-Raumprogramm (siehe Anhang) 7. Planunterlagen entsprechend Pkt. 1-3 sind zusätzlich auf CD-ROM einzureichen. 8. Verzeichnis der eingereichten Unterlagen 9. Verfassererklärung (Formblatt siehe Anhang) Hinweise Als verbindliche Form der Arbeit gilt der Papierausdruck. Zusätzlich ist eine Kopie der geforderten Planungsleistungen von 1-3 auf CD-ROM für Vorprüfbericht, Ergebnisprotokoll und Veröffentlichung einzureichen. Auf der CD-ROM sind die geforderten Leistungen im TIF-Format für PC abzuspeichern. Die Pläne müssen eine Auflösung von 300 dpi aufweisen. Es werden nur TIF-Formate akzeptiert, „offene Dateien“ wie Vektordateien (z. B. CAD-Pläne), Dateien aus Layout-Programmen (z. B. InDesign, QuarkExpress, Illustrator etc.) können nicht berücksichtigt werden. Bildmaterial, das nicht im genannten TIF-Format für PC vorliegt, kann nicht berücksichtigt werden. Die CD-ROM selbst trägt als Titel nur die sechsstellige Kennzahl, mit der auch die schriftlichen Pläne gekennzeichnet werden (z. B. 123456). Die einzelnen Dateien auf der CD-ROM müssen wie folgt benannt werden: Der erste Teil des Dateinamens ist die sechsstellige Kennzahl, danach folgt ein Unterstrich und anschließend der eigentliche Plantitel, gefolgt von der Formatangabe „TIF“. Beispiele: • Lageplan: kennzahl_lageplan.TIF (z. B. 123456_lageplan.TIF) • Grundrisszeichnung Erdgeschoss: kennzahl_grundriss_eg.TIF (z. B. 123456_grundriss_eg.TIF) • Ansichten: kennzahl_ansicht01.TIF (z. B. 123456_ansicht01.TIF) • Schnitte: kennzahl_schnitt01.TIF (z. B. 123456_schnitt01.TIF) In den Dateinamen dürfen keine Leer- und Sonderzeichen vorkommen. Die CD-ROM ist für PC zu erstellen. Macintosh-Formate können grundsätzlich nicht verwendet werden. Für die Präsentation der Wettbewerbsarbeiten stehen 2 m hohe Rolltafeln mit einer Hängefläche von 1,96 (Breite) x 1,46 (Höhe) zur Verfügung. Die vom Auslober zur Verfügung gestellten Arbeitspläne sind ein Angebot, den Wettbewerbsbeitrag darzustellen; sie müssen von den Verfassern nicht verwendet werden. Um die Arbeiten jedoch ggf. bei einer späteren Ausstellung in Wechselrahmen präsentieren zu können, sollte kein größeres Blattformat als 1,20 x 0,90 gewählt werden. Jeder Teilnehmer darf nur eine Arbeit ohne Variante einreichen. Gem. GRW 5.5 werden Darstellungen, die über die in der Auslobung geforderten Leistungen hinausgehen oder gegen bindende Vorgaben des Auslobers verstoßen, von der Vorprüfung ausgesondert.

Teil 1 Verfahren

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1.11 Beurteilungsverfahren Die Vorprüfung und das Beurteilungsverfahren sind unter den Punkten 5.5, 5.6 und 5.7 sowie in den Anlagen II und III der GRW 1995 dargestellt. Ergänzend gilt folgendes: Die eingereichten Arbeiten werden mit Hilfe eines Kriterienkataloges vorgeprüft. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe können die Sachverständigen zur Unterstützung der Vorprüfung hinzugezogen werden. Dem Preisgericht werden die Ergebnisse der Vorprüfung als Entscheidungshilfe zur Verfügung gestellt, die Beurteilung der Arbeiten bleibt dem Preisgericht vorbehalten. Zu den Beurteilungskriterien des Preisgerichts sh. Teil 3 Wettbewerbsaufgabe, Pkt. 3.10. 1.12 Bearbeitungshonorar, Preise Die Wettbewerbssumme (GRW 4.1) wurde auf der Basis des § 15 HOAI in Verbindung mit der GRW 1995 ermittelt. Für Preise und Bearbeitungshonorar stehen insgesamt 18.400,00 Euro zuzüglich MwSt. zur Verfügung. Jedes Architekturbüro erhält ein Bearbeitungshonorar in Höhe von 1.300,00 Euro. Für Preise stehen 8.000,00 Euro zur Verfügung. Vorgesehen ist folgende Aufteilung: 1. Preis 2. Preis 3. Preis 4.000,00 Euro 2.400,00 Euro 1.600,00 Euro

Die Mehrwertsteuer wird zusätzlich auf die Bearbeitungshonorare und Preise gezahlt. Über die Preise und Bearbeitungshonorare hinaus ist eine Kostenerstattung nicht vorgesehen. Die Preise werden nach Entscheidung des Preisgerichts unter Ausschluss des Rechtsweges zugeteilt. Das Preisgericht kann einstimmig eine andere Verteilung beschließen oder Preisgruppen bilden. 1.13 Weitere Bearbeitung Das Preisgericht gibt eine schriftliche Empfehlung für die weitere Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe. Der Bauherr wird unter Würdigung der Empfehlungen des Preisgerichts dem ersten Preisträger die weitere Bearbeitung der Aufgabe mit den Leistungen 2-9 nach § 15 HOAI übertragen, • sofern kein wichtiger Grund einer Beauftragung entgegensteht, insbesondere • soweit und sobald die dem Wettbewerb zugrundeliegende Aufgabe realisiert werden soll (GRW 7.1). Voraussetzung ist, dass die Ausführung der ausgewählten Arbeit im Kostenrahmen möglich ist. Im Falle einer weiteren Bearbeitung werden durch den Wettbewerb bereits erbrachte Leistungen des Wettbewerbsteilnehmers bis zur Höhe des zuerkannten Preises und des Bearbeitungshonorars nicht erneut vergütet, wenn und soweit der Wettbewerbsentwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert der weiteren Bearbeitung zugrundegelegt wird (gem. GRW 7.2). 1.14 Eigentum und Urheberrecht Die Unterlagen der eingereichten Wettbewerbsarbeiten werden Eigentum des Auslobers. Das Urheberrecht und das Recht der Veröffentlichung der Entwürfe bleibt den Verfassern erhalten (GRW 7.3). Der Auslober ist berechtigt, die zur Beurteilung zugelassenen Arbeiten nach Abschluss des Wettbewerbs ohne weitere Vergütung zu dokumentieren, auszustellen und (auch über Dritte) zu veröffentlichen. Die Namen der Verfasser werden dabei genannt.

Teil 1 Verfahren

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1.15 Verfassererklärung Durch ihre Unterschrift in der Verfassererklärung (siehe Anhang) versichern die Wettbewerbsteilnehmer, dass sie die geistigen Urheber der Wettbewerbsarbeiten, gemäß den Wettbewerbsbedingungen teilnahmeberechtigt, mit einer Beauftragung zur weiteren Bearbeitung einverstanden und zur termin- und fachgerechten Durchführung in der Lage sind. 1.16 Bekanntgabe des Ergebnisses/Ausstellung der Arbeiten Das Ergebnis des Wettbewerbs wird den Teilnehmern, deren Arbeit mit einem Preis ausgezeichnet wird, unmittelbar nach der Entscheidung des Preisgerichts, allen anderen Teilnehmern durch Übersendung des Preisgerichtsprotokolls mitgeteilt und der Öffentlichkeit über die Presse bekannt gegeben (GRW 6.1). Die zur Beurteilung zugelassenen Wettbewerbsarbeiten werden mit den Namen der Verfasser, der Mitarbeiter und Sonderfachleute, den Preisen und der Aufnahme in die engere Wahl und dem Preisgerichtsprotokoll öffentlich ausgestellt. Eröffnung, Ort und Dauer der Ausstellung werden den Wettbewerbsteilnehmern und der Presse bekannt gegeben (GRW 6.3). 1.17 Haftung Für die Beschädigung oder den Verlust der eingereichten Arbeiten haftet der Auslober nur im Fall nachweisbar schuldhaften Verhaltens. 1.18 Zusammenfassung der Termine Versand der Wettbewerbsunterlagen Rückfragen schriftlich bis Rückfragenkolloquium Abgabe der Wettbewerbsarbeiten Ausstellung der Arbeiten für die Bürger Vorstellung der Arbeiten im Bürgerforum durch die Vorprüfer am Wettbewerbsstandort Sitzung des Preisgerichts

18. 06.2003 25.06.2003 30.06.2003 11. 08.2003 27. 08.2003 28. 08.2003 29. 08.2003

Der Termin der Ausstellungseröffnung wird noch bekannt gegeben.

Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Luftbild, M 1:10000

Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Lageplan, M 1:5000

Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Teil 2 Situation und Planungsvorgaben 2.01 Städtebauliche Entwicklung und Situation In den Jahren 1969-1974 entstand der von Heinz Mehlan u.a. projektierte Wohnkomplex Frankfurter Allee Süd (FAS) in industrieller Plattenbauweise mit 11 bis 21 Geschossen inkl. großzügiger Grünflächen. Das in sich geschlossene Gebiet wird im Norden durch die Frankfurter Allee, in den anderen Richtungen im wesentlichen durch Bahnanlagen begrenzt. Ziel der Wohnungsbaupolitik in der DDR war es, gut ausgestattete Wohnungen zu errichten, die soziale Unterschiede vermeiden sollten. Es wurde damit ganz bewusst ein Bruch zu überkommenen Siedlungsmustern der Gründerzeit (verbunden mit der Kaiserzeit) und den Zwischenkriegsjahren (verbunden mit der Diktatur des Naziregimes) vollzogen. Ähnliche städtebauliche Entwicklungen gab es mit dem Bau der Großsiedlungen im Westteil Berlins (vgl. u. a. Märkisches Viertel). Das Wohngebiet Frankfurter Allee Süd beherbergt heute rund 10.000 Einwohner auf einer Fläche von 44 ha. In den letzten 10 Jahren sind viele Spätaussiedler aus den ehemaligen GUSStaaten zugezogen. Benachbart zum FAS ist im Süden die älteste Wohnanlage Lichtenbergs, der Kaskelkiez (Viktoriastadt), ein ebenfalls in sich abgeschlossenes Gebiet. Im Westen schließt sich ein Altbaugebiet des Bezirks Friedrichshain/ Kreuzberg an. Beide gehören ebenfalls zum URBAN IIGebiet. Die Wohnblöcke in der Frankfurter Allee Süd wurden in den letzten Jahren mehrheitlich saniert, Freiflächen durch Maßnahmen des Wohnumfeldprogramms weitgehend neu gestaltet. Nach Verkäufen des Wohnungsbestandes gibt es Tendenzen zur Einzäunung privater Freiflächen und Ausgrenzung ungewünschter Öffentlichkeit. Da öffentliche Freiflächen nahezu ausschließlich in Form von Spielplätzen existieren, besteht ein Bedarf an allgemein nutzbaren öffentlichen Freiflächen. .

Übersichtsplan

Um diesem Defizit entgegenzuwirken, wurde das Büro Röntz, Landschaftsarchitektur, von der Baufachfrau Berlin e. V. mit der Planung des Grünzugs Frankfurter Allee beauftragt.

Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Der Projektinhalt besteht in der • Neugestaltung der vorhandenen Grünanlage zwischen Tasdorfer Straße und Parkplatz an der Frankfurter Allee; • Schaffung eines durchgehenden Grünzuges vom Parkplatz Frankfurter Allee bis zur SchulzeBoysen-Straße entlang des Bahndamms; • Umgestaltung des derzeitigen Polizeiparkplatzes zu Grün- und Aktionsflächen unter Einbeziehung vorhandener Baulichkeiten; • Schaffung von Angeboten für Jugendliche (z. B. Bolzplatz, Skateranlage, Fahrradwerkstätten). Die Zielgruppen sind alle Anwohner des Gebiets, vor allem Kinder und Jugendliche, sowie Besucher des zukünftigen Nachbarschaftszentrums „Kiezspinne“. 2.02 Das Nachbarschaftshaus Die Idee zum Projekt Nachbarschaftshaus entstand 1999 auf Grund des von den Einwohnern des Wohngebiets artikulierten Bedarfs. Unter Bürgerbeteiligung - Arbeitsgruppe, Kiezblatt, Mieterversammlungen, Befragungen wurde und wird das Projekt entwickelt. Der Neubau zu einem generationsübergreifenden Nachbarschaftshaus mit vielfältigen sozialen und kulturellen Angeboten soll ein positives Beispiel für den Umgang mit brachliegender Infrastruktur geben. Durch seine unmittelbar an den Kaskelkiez angrenzende Lage sollen die kommunikativen, kulturellen und sozialen Barrieren zwischen diesen beiden Kiezen abgebaut werden. Im zukünftigen Stadtteilzentrum werden vielfältige generationsübergreifende Freizeit- und Beratungsangebote sowie Projekte zur Integration der Aussiedler und Ausländer im Kiez angeboten und untereinander koordiniert werden. 2.03 Das Wettbewerbsgrundstück

Lageplan

Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Grundstücksgröße

Das Wettbewerbsgrundstück, Flurstück 1390, hat eine Grundstücksfläche (ohne nördliche Durchwegung, die nicht zur Wettbewerbsaufgabe gehört) von 3 934 m². Eigentümer des Grundstücks ist das Land Berlin. Das Grundstück wird aus dem Fachvermögen des Bezirksamtsamtes, Abt. Bildung, Kultur und Sport, in das Fachvermögen der Abt. Soziales übernommen. Es ist vorgesehen, mit der Kiezspinne e. V. einen Grundstücksüberlassungsvertrag abzuschließen. Das in den 70er Jahren in industrieller Bauweise errichtete Schulgebäude wird aufgrund rückläufiger Schülerzahlen in Zukunft nicht mehr benötigt. Am 07.02. 2003 wurde von der Kiezspinne FAS e. V. die Grundsatzentscheidung getroffen, an Stelle des Schulgebäudes einen Neubau zu errichten, der den Raumansprüchen eines Nachbarschaftshauses gerecht wird. Ausschlaggebend für die Entscheidung waren der Gesamtkostenrahmen, der enge Zeitrahmen sowie die Chancen einer Nutzungsoptimierung durch Doppel- und Mehrfachnutzungen bei gleichzeitiger Reduzierung der laufenden Kosten. Das Bezirksamt Lichtenberg hat am 24.02.2003 ebenfalls für einen Neubau als Vorzugsvariante plädiert. Das Grundstück liegt im weiteren Absenkungsbereich von Brunnenanlagen der Wasserwerke Wuhlheide (Westgalerie) und Friedrichsfelde. Die Ermittlung der Grundwasserstände beruht auf Interpolation von Mess-Ergebnissen, die an Grundwassermess-Stellen in der Umgebung des Grundstücks ab Februar 1934 festgestellt wurden. Der höchste beeinflusste Grundwasserspiegel seit Beginn der Messungen trat im Jahre 1948 bei etwa NHN + 34,6 m auf. Im Mai 2003 stand der beeinflusste Grundwasserspiegel bei etwa NHN + 34,1 m. 2.04 Ver- und Entsorgung Es ist davon auszugehen, dass alle für den Standort erforderlichen technischen Infrastruktureinrichtungen vorhanden sind. Die Fernwärmeleitung verläuft durch das Gebäude und muss umverlegt werden. Der Verlauf der Leitungen ist den Leitungsplänen auf CD-ROM zu entnehmen. 2.05 Freiflächen, Vegetation

Eigentümer

Vorhandene Bebauung

Grundwasser

Freiflächen/ Baumbestand

Der heutige Hof besteht aus einer versiegelten begehbaren Fläche. An der Straßenseite des Grundstücks stehen 11 Bäume in einer Reihe mit einem durchschnittlichen Abstand von 6 m. Auf dem Hof befinden sich 14 Bäume sowie jeweils 2 Bäume an den Stirnseiten der jetzigen Bebauung. Die genaue Lage ist dem Baumkartierungsplan auf CD-ROM zu entnehmen. 2.06 Infrastruktur Mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln ist das Wohngebiet gut zu erreichen. Im Norden liegen der Verkehrsknotenpunkt Frankfurter Allee mit U- und S-Bahnhof Frankfurter Allee und Straßenbahn sowie die U-Bahn-Station Magdalenenstraße, im Süden sind die S-Bahnhöfe Nöldnerplatz und Bahnhof Rummelsburg sowie Straßenbahn und Bus nicht weit entfernt. Das Einkaufszentrum Mauritius-Kirch-Center und Lebensmittelmärkte bieten die notwendigen Waren für den täglichen Bedarf. Arztpraxen und Apotheke sind vorhanden. Das Ring-Center ist nicht weit entfernt. Es mangelt jedoch an gastronomischen Einrichtungen, kleinen Geschäften, handwerklichen Dienstleistungsbetrieben. Hinsichtlich der sozialen Infrastruktur sind erhebliche Versorgungsdefizite festzustellen. In dem Großsiedlungsgebiet Frankfurter Allee Süd ist bislang nur wenig Raum für integrative, soziale und kulturelle Projekte vorhanden.

Teil 2 Situation und Planungsvorgaben

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Hier wirkende Einrichtungen sind: • Kiezspinne FAS - Sozio-kulturelles Zentrum • Schülerclub „Lichtpunkt“ • Studio Bildende Kunst • Familienplanungszentrum und Schwangerschaftsberatung BALANCE • Caritas Jugendclub „Magdalena“ • Jugendfreizeiteinrichtung „Steinhaus“ 2.07 Planungsrecht Beurteilung des Bauvorhabens Das Grundstück Schulze-Boysen-Straße 38 liegt nicht im Geltungsbereich eines Bebauungsplanes im Sinne des § 30 Baugesetzbuch. Die städtebauliche Beurteilung des Vorhabens richtet sich nach § 34 BauGB, da es sich um einem „im Zusammenhang bebauten Ortsteil“ handelt. Die Art der baulichen Nutzung ist gem. § 34 Abs. 2 BauGB i. V. m § 4 BauNVO zu beurteilen, da die nähere Umgebung sich dem Gebietstyp eines allgemeinen Wohngebietes zuordnen lässt. Darüber hinaus muss sich ein Vorhaben gem. § 34 (1) nach dem Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen. Planungsvorlauf Grünzug Frankfurter Allee Süd, Vorentwurf II, vom 23. 04.2003 des Büros Dipl. Ing. Ariane Röntz, Landschaftsarchitektur (siehe CD-ROM).

Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

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Teil 3 Wettbewerbsaufgabe 3.01 Städtebauliche Zielsetzung Die baurechtliche Genehmigung nach § 34 ermöglicht kreative, bauliche Lösungen. Städtebaulich sollte das geplante Gebäude sich an die Bauflucht der vorhandenen Schule orientieren. Es bleibt den Teilnehmern überlassen, das Gebäude ein- oder zweigeschossig auszubilden. Inhaltlich soll der Neubau des Nachbarschaftshauses ein kultureller Impuls für den Stadtbereich sein. Das Motto für das Haus „Offen für Alle, Offen für das Wohngebiet“ soll darin eingeschlossen sein. 3.02 Bauliche Zielsetzung Auf Grund des engen Kostenrahmens ist vorgesehen, das Bauvorhaben in Massivfertigteilbauweise bzw. in preislich vergleichbarer Herstellungsart zu errichten. Auf ein Kellergeschoss wird verzichtet. Glasmalerei Wunsch des Bezirkes ist, dass die Fenster mit Glasmalerei im Foyer des EG der heutigen Schule nach Möglichkeit in den zukünftigen Neubau integriert werden. Er sieht darin die Verbindung von der heutigen Schule zum Nachbarschaftszentrum. Die Teilnehmer werden aufgefordert, hierzu Ideen zu entwickeln. Die Fenster haben eine Breite von insgesamt 790 cm und eine Höhe von 238 cm, jeweils inkl. Metallrahmen. Die einzelnen Elemente messen mit Rahmen 112 x 139 cm (oberes Teil) und 112 x 99 cm (unteres Teil), die Innenmaße sind 104,5 x 131 cm und 104,5 x 90,5 cm. Schallschutz Bei der Konzeption des Gebäudes muss der Lärmschutz unbedingt berücksichtigt werden. Die Nutzerbelange sind in Einklang zu bringen. 3.03 Nutzungskonzept Flächenkategorie Nach dem Nutzungskonzept wurde einem Raumprogramm mit einer Hauptnutzfläche von 900 m² zugestimmt. Davon werden 685 m² durch die Kiezspinne e.V. genutzt und 215 m² an sozial-kulturelle Einrichtungen vermietet, die inhaltlich eingebettet sind. Zuzüglich wurden als NNF 120 m², VF 300 m² und FF 40 m² anerkannt. Es ist von einer BGF von 1500 m² auszugehen. Der nachgewiesene Bedarf verteilt sich nach Flächenkategorien wie unter 4.02 aufgelistet. Die Verkehrsfläche sollte Aufenthaltsqualität erhalten, so dass sie die knappen Nutzflächen im Sinne eines Treffpunkts, Marktplatz, Cafè etc. sinnvoll ergänzt. Die Umkleiden sollten in der Nähe des Saales und des Gymnastikraumes angeordnet werden. Die Zielgruppen, Doppel- und Mehrfachnutzungen sowie die Projektinhalte sind dem Raumprogramm gem. Teil 4 (Anhang) der Ausschreibung zu entnehmen. 3.04 Erschließung/ Stellplätze Erschließung Die Haupterschließung sollte von der Schulze-Boysen-Straße erfolgen. Der Bauherr und Nutzer wünscht sich für die unterschiedlichen Zielgruppen und Nutzungen mindestens zwei Zugänge. Dabei sind die Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen. Die Andienung sowie die Stellplätze für Behinderte sollen spannungsfrei und rücksichtsvoll im Sinne des § 34 eingefügt werden (z. B. im südlichen Bereich des Grundstücks). Die öffentliche Durchwegung entlang der nördlichen Grundstücksgrenze bleibt erhalten und ist nicht Teil der Wettbewerbsaufgabe.

Teil 3 Wettbewerbsaufgabe

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Stellplätze

Der Nutzer möchte zwei Behinderten-Stellplätze angeordnet haben. Weitere Stellplätze sind nicht erforderlich. 3.05 Freiraumgestaltung Die Erhaltung des Baumbestandes (gem. Baumbestandsplan) parallel zur SchulzeBoysen-Straße und auf dem Hof des Grundstücks sollte angestrebt werden. Für eine spätere Gestaltung der Freiflächen (übernimmt der Bauherr selbst) sollte berücksichtigt werden, dass im Rahmen des Urban II-Projektes „Grünzug Frankfurter Allee Süd“ (Plan vom Büro Dipl. Ing. Ariane Röntz, Landschaftsarchitektur, auf CD-ROM) der Rückbau des Polizeiparkplatzes vorgesehen ist und die jeweiligen Freiflächen sich aufeinander beziehen sollten. 3.06 Baukosten/ Wirtschaftlichkeit Die Gesamtbaukosten (inkl. 16 % MwSt.) wurden mit einem gedeckelten Betrag von ca. 1,8 Mio Euro einschließlich Abriss und Neuverlegung der Fernwärmeleitung (ohne Gebäudeabriss) veranschlagt. Der Baukörper muss sowohl in der Realisierung als auch in der Betreibung wirtschaftlich sein. 3.07 Ökologische Zielsetzung Im Sinne des Urban-Querschnittzieles „Entlastung der Umwelt und Schonung der Ressourcen“ sind die Grundprinzipien ökologischen Bauens zu beachten. Dabei geht es nicht um den Einsatz aufwendiger Techniken, sondern vielmehr um Fragen der Gebäudekonzeption, wie z.B. die Minimierung von Wärmeverlusten durch ein günstiges Oberflächen-/ Volumenverhältnis, die Wärmespeicherfähigkeit der Bauteile, die Orientierung der unterschiedlichen Funktionsbereiche, die natürliche Belichtung und Belüftung der Räume usw. Für Konstruktion und Bauausführung sollen nur Materialien und Bauteile zur Anwendung kommen, die hinsichtlich ihrer Gewinnung, Transport, Verarbeitung, Funktion und Entsorgung eine hohe Gesundheits- und Umweltverträglichkeit sowie eine hohe Lebensdauer aufweisen. Darüber hinaus gehende innovative Ansätze wären wünschenswert. 3.08 Barrierefreies Bauen Planungsgrundlage ist die als technische Baubestimmung eingeführte DIN 18 024 Teil 2. Danach ist das Gebäude in allen Funktionen barrierefrei anzulegen, d. h., dass neben den Anforderungen mobilitätsbehinderter Personen (hier besonders Rollstuhlbenutzer) auch die Belange seh- und hörbehinderter Nutzer zu beachten sind, wobei soweit als möglich eine integrative Form zu wählen ist. 3.09 Baurechtliche Vorschriften, Normen und Richtlinien Grundlage ist die Bauordnung von Berlin mit ihren entsprechenden Ausführungsvorschriften, die Musterverordnung über den Bau und Betrieb von Versammlungsstätten in der Fassung von November 2001. 3.10 Beurteilungskriterien des Preisgerichts • Architektonische, städtebauliche Qualität des Gebäudes • Funktionalität und Nutzungsflexibilität • Ablesbarkeit der Nutzungen in der Architektur (Bürgerhaus sollte erkennbar sein) • Berücksichtigung des Grünzuges Frankfurter Allee Süd • Wirtschaftlichkeit sowohl des Baukörpers als auch der Betreibung • Angebot zum ökologischen Bauen

Teil 4 Anhang

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4. 01 Raumprogramm Projekt Zielgruppen Inhalte Personal Raumbedarf / Personen 125 m² / 90 Träger/ Kooperationspartner

Veranstaltungssaal

alle

multifunktionale Nutzung: Bürgerversammlungen/ Foren/ Kiez-, Stadtteil-, Gesundheitskonferenzen, Kultur- und Bildungsveranstaltungen, Ausstellungen, Familienfeiern u.a. Kochkurse, Schulung gesunde Ernährung, Versorgung Café, Catering 2 Vollzeit

Küche Bürgertreff Geschäftsführung (Projektbüros, Beratungsraum, PC-Raum Treff) Aussiedlerintegration generationsübergreifend sozial Benachteiligte

20 m² / 10 155 m² / Beratung: 30 Büro Gf: 6 Projektbüro 1: 3 Projektbüro 2: 3 Projektbüro 3: 3 PC-Raum: 10
V . K i e z s p i n n e F A S e .

Geschäftsführung, Verwaltung, Förderung von 3 Vollzeit Selbsthilfe und ehrenamtlichem Engagement, 50 EhrenBündelung vorhandener Angebote und amtliche Ressourcen, kulturelle Angebote, Interessengruppen, Beratungen und Sprechstunden

Aussiedler generationsübergreifend gemeinwesenorientiert

Orientierung der Aussiedler im neuen Lebensumfeld, Einbeziehung in die bestehenden Strukturen der Nachbarschaftsarbeit, Förderung eines friedlichen Miteinanders im Kiez

3 Vollzeit 10 Ehrenamtliche

Mitnutzung Bürgertreff

Hilfeservice und familienbegleitende Dienste

mobilitätseinge- Hilfe und Unterstützung für Menschen, die schränkte infolge ihres gesundheitlichen, geistigen oder Menschen seelischen Zustandes sowie Alters auf Hilfe anderer angewiesen sind, für ein selbstbestimmtes Leben Senioren Angebot für Senioren im unmittelbaren Wohnumfeld (Kultur, Gesundheit, Sport, Bildung, usw.), Einbeziehung der Lebenserfahrungen von Älteren in die Gemeinwesenarbeit Zeitzeugenarchiv ergänzendes Freizeitangebot, Gestalten, Formen, Bearbeiten unterschiedlicher Materialien, Förderung der Kreativität, künstlerischer und feinmotorischer Fähigkeiten, Hilfe/ Selbsthilfe, Aneignung von Kenntnissen und Fähigkeiten in Nähen und Schneidern, gegenseitiges Lernen und sozialer Austausch

8 Vollzeit 4 Ehrenamtliche

Mitnutzung Bürgertreff

Seniorentreff

1 Vollzeit 10 Ehrenamtliche

35 m² / 30

Kreativwerkstatt, Nähstübchen

generationsübergreifend sozial Benachteiligte, Migranten Kinder und Jugendliche Kinder und Jugendliche multikulturell, integrationsfördernd

1 Geringfügig Beschäftigte 6 Ehrenamtliche

65 m² / 15

Afro-KulturZentrum „Kubata“

Information, Beratung und interkulturelle 2 Honorar Begegnung, 5 EhrenPflege afrikanischer Kultur und Tradition, amtliche Völkerverständigung, kulturelle Förderung der in Deutschland geborenen Afro-Kinder, Trommel- und Tanzkurse für Behinderte

70 m² / 30 Mitnutzung Tanzund Gymnastikraum

Teil 4 Anhang

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Projekt

Zielgruppen

Inhalte

Personal

Raumbedarf / Personen 55 m² / 20

Träger/ Kooperationspartner

Familienhilfe, -beratung und -bildung

Familien

Begleitung/ Beratung von Familien, Sucht- und 1 Vollzeit Gewaltprävention, Erarbeitung von Problem- 3 Ehrenund Konfliktlösungsstrategien amtliche Unterstützung und Koordinierung tier- und umweltschützerischer Aktivitäten in Berlin, Beratung und Qualifizierung der Ehrenamtlichen Bewegungsangebote: Gymnastik, Tanz/ Ballett, kulturell, künstlerisch und gesundheitsfördernd, familienunterstützend 4 Vollzeit 50 Ehrenamtliche

Gymnastik und Tanz, Gesundheitsprävention

Kinder, Jugendliche, Familien Senioren, Behinderte

Nach-/ Hausauf- Kinder und gabenhilfe Jugendliche Bildung Weiterbildung Migranten, sozial Benachteiligte

Gruppen- und Einzelangebote Kursangebote: Deutsch, Fremdsprachen, Computer, Interkulturelle Kompetenz, politische Bildung, theoret. Kenntnisse, ServicePoint, Berufsvorbereitung, Bewerbungstraining, individuelle Angebote

2 Ehrenamtliche 3 Honorar 2 Ehrenamtliche

45 m² / 20

Hausverwaltung Treff Volkssolidarität Umwelt- und zielgruppenNaturschutzklub übergreifend Organisation vielfältiger Veranstaltungen, Treff, Vermittlung von Alltagshilfen Aufklärung, Vermittlung von Verhaltensweisen, Anregungen für praktisches Verhalten im Alltag, Ausstellungen, Projekttage, Arbeit mit Naturmaterialien Beratung und Moderation bei Kiezproblemen, -konflikten, Koordinierung Bürgerbeteiligung, Öffentlichkeitsarbeit Soziale Beratung, Hilfe bei Behördenangelegenheiten, psycho-soziale Beratung und Betreuung, Familienbetreuung, Hilfe bei Arbeitssuche, kulturelle Veranstaltungen Aufbau einer multimedialen Kunstschule als Lern- und Begegnungsstätte zur künstlerischen und sozio-kulturellen Bildung

30 m² / 3 Mitnutzung Saal und Bürgertreff Ortsgruppe Volkssolidarität

Mitnutzung Saal, Arbli Bürgertreff, Kursräume, Küche, Kreativwerkstatt 8 Ehrenamtliche Mitnutzung Saal und Bürgertreff / 40 Mitnutzung Saal Wohngebietsrat Mieterbeirat Völkerball e.V.

Bürgervertretung Interkulturelles Begegnungszentrum Novamedia

Einwohner FAS

Migranten

Kinder und Jugendliche

Mitnutzung Tanz- Cool Tour House und Gymnastik- e. V. raum / 30 Mitnutzung Bürgertreff SuSel e.V.

Selbsthilfegruppe Suchtkranke und Beratung, Gruppen- und Einzelgespräche, SuSel mißbrauchte Organisation med. Betreuung, Hilfe bei Kinder Behördengängen, Hilfe bei Integration (Betroffene und Familien)

K i e z s p i n n e

F A S

85 m² / 20

e .

V .

Umwelt- und generationsTierschutzprojekt übergreifend

Mitnutzung Bürgertreff

Teil 4 Anhang

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Projekt

Zielgruppen

Inhalte

Personal

Raumbedarf / Personen Mitnutzung Bürgertreff und Kursraum

Träger/ Kooperationspartner Vereinigung der Vietnamesen in Berlin & Brandenburg e.V.

Integration vietnamesischer Jugendlicher

vietnamesische Jugendliche

Freizeit- und Kulturangebote, Bildung/ Nachhilfeunterricht, Beratung und Hilfe in schwierigen Situationen, Unterstützung bei Berufsorientierung und Ausbildungsplatzsuche, Kommunikations- und Bewerbungstraining, Hilfe bei Kontakten zwischen Familie und Schule berufsvorbereitende Vertiefung bildkünstlerischer Fähigkeiten und Voraussetzungen, Integration und soziale Interaktion, Sozialisation durch Festigung gemeinsamer kultureller Werte Selbsthilfe und Hilfe zur Verbesserung der Lebensbedingungen und Integration der Mosambikaner in Deutschland

Kunstwerkstatt

Schüler, junge Erwachsene, Senioren verschiedener ethnischer und sozialer Herkunft Erwachsene mit ihren Familien

Mitnutzung Kursräume

Inventor e.V.

Treff ehem. mosambikanischer Vertragsarbeiter Schuldnerberatung

Mitnutzung Saal

MONARDA e.V.

überschuldete und von Überschuldung bedrohte Personen

Mitnutzung

Julateg Finsolv Lichtenberg e.V.

Bedarf Kiezspinne Vorhaltefläche für externe Nutzer Projektbüro I (130 m² ) Projektbüro II (85 m² ) HNF NNF VF FF (Lager, WC und Umkleiden) inkl. Foyer, Café

685 m² 215 m²

900 m² 120 m² 300 m² / 20 (1) 40 m²

Bemerkung: (1)

Die Umkleiden sind in der Nähe des Veranstaltungs- und Gymnastikraumes anzuordnen. Personenzahl bezieht sich auf das Café im Foyer

Teil 4 Anhang

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4. 02 Formblätter für Berechnungen

Raumbezeichnung Veranstaltungssaal Küche Bürgertreff, Geschäftsführung (Projektbüros, Beratungsraum, PC-Raum) Seniorentreff Kreativwerkstatt, Nähstübchen Afro-Kulturzentrum „Kubata“ Familienhilfe, -beratung u. -bildung Gymnastik und Tanz, Gesundheitsprävention Nach-/ Hausaufgabenhilfe; Bildung, Weiterbildung Hausverwaltung Bedarf Kiezspinne gesamt Vorhaltefläche für externe Nutzer Projektbüro I (130 m²) Projektbüro II (85 m²) HNF NNF (Lager, WC und Umkleiden) (9 %) VF (22 %) FF (3 %) NGF KGF BGF (gerundet)

Soll-m² 125 m² 20 m²

Ist-m²

Bemerkung der Vorprüfer

155 m² 35 m² 65 m² 70 m² 55 m² 85 m² 45 m² 30 m² 685 m²

215 m² 900 m² 120 m² 300 m² 40 m² 1360 m² 150 m² 1500 m²

Teil 4 Anhang

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4.03 Farbige Kennzeichnung der Programmbereiche

Veranstaltungssaal Küche Bürgertreff/ Geschäftsführung Seniorentreff Kreativwerkstatt, Nähstübchen Afro-Kultur-Zentrum „Kubata“ Familienhilfe, -beratung und -bildung Gymnastik, Tanz, Gesundheitsprävention Nach-/ Hausaufgabenhilfe Hausverwaltung Lager, WC, Umkleiden Foyer/Café

rot dunkelblau hellgrün violett dunkelgrün gelb hellblau braun rosa orange grau schwarz

Teil 4 Anhang

30

4.04 Verfassererklärung Wettbewerb Kennzahl Verfasser Anschrift (Büro) Nachbarschaftshaus Kiezspinne, Berlin-Lichtenberg ............................................................................................ .............................................................................................................................................. .............................................................................................................................................. .............................................................................................................................................. .............................................................................................................................................. Telefon ................................ Fax .............................. e-mail ........................................... ggf. Architektenkammer-Nr. ................... ggf. Baukammer-Nr. ............................... Eintragungsort ....................................... Eintragungsort ......................................

Mitarbeiter

.............................................................................................................................................. .............................................................................................................................................. .............................................................................................................................................. .............................................................................................................................................. .............................................................................................................................................. .............................................................................................................................................. .............................................................................................................................................. .............................................................................................................................................. .............................................................................................................................................. .............................................................................................................................................. .............................................................................................................................................. ..............................................................................................................................................

Sonderfachleute

Erklärung

Ich (Wir) erkläre(n), dass ich (wir) in ................................................. meinen (unseren) Wohn- und /oder Geschäftssitz habe(n). Mit der Teilnahme am Wettbewerb verpflichte(n) ich mich (wir uns), im Falle einer Beauftragung durch den Auslober ausschließlich Planungsleistungen nach HOAI zu übernehmen (GRW 7.2) sowie in der Lage zu sein, diese Planungsleistungen gemäß Auslobung in persönlicher Verantwortung zu erbringen. Ich (wir) erkläre(n) mit meiner (unserer) Unterschrift, dass ich (wir) der (die) geistigen Urheber der Arbeit mit der oben genannten Kennzahl bin (sind) und dass weder ich noch der (die) oben genannte(n) Mitarbeiter gegen die ausschließenden Bestimmungen für Teilnehmer gemäß Ausschreibung verstoßen. Die Verfasser erklären sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten, die in diesem Vordruck enthalten sind, im Zusammenhang mit o. g. Wettbewerb bei der Senatsverwaltung in Form einer automatisierten Datei geführt werden.

................................................................................................................................................................. Datum / Unterschrift
        
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