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Ergebnisprotokoll

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Häfner / Jeminez

GMP / WES und Partner

AV1 Architekten

Alexanderplatz Berlin - Mitte
Begrenzt-offener freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Ergebnisprotokoll

Impressum Herausgeber Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Servicebereich Kommunikation Würtembergische Straße 6 10709 Berlin Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtbau und Projekte Behrenstraße 42 10117 Berlin © Dezember 2003 Copy Art

Wettbewerbsdurchführung

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Alexanderplatz Berlin - Mitte
Begrenzt-offener freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Ergebnisprotokoll

Protokoll der Preisgerichtssitzung

Ergebnisprotokoll der Sitzung des Preisgerichtes vom 8. Dezember 2003

Das Preisgericht tritt am 8. Dezember 2003 um 9.15 Uhr in den Räumen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Württembergische Straße 6, „Alte Kantine“ in 10707 Berlin zusammen. Herr von Lojewski, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, begrüßt für den Auslober die Anwesenden und weist auf die Bedeutung des Wettbewerbsverfahrens für die Entwicklung des städtebaulichen Projektes Alexanderplatz hin. Herr von Lojewski stellt anschließend die Anwesenheit der Preisrichter, Sachverständigen, Gäste Vorprüfer und Mitarbeiter namentlich fest. Herr Thomanek vertritt Herrn Girot, Frau Kalthöner Herrn Stimmann, Herr von Lojewski Frau Dubrau, Herr Goslar Herrn Ernst und Herr Cesarz Herrn Pütmann. Als ständig anwesende, stellvertretende Fachpreisrichterin wird Frau Chesnutt bestimmt. Die Vollzähligkeit des Preisgerichtes wird festgestellt, das sich wie folgt zusammensetzt:

Fachpreisrichter Birgit Hammer Dr. Gabriele Schultheiß Ariane Röntz Karl Thomanek Hans Kollhoff Prof. Manfred Ortner Landschaftsarchitektin, Berlin Landschaftsarchitektin, Berlin Landschaftsarchitektin, Berlin Landschaftsarchitekt, Berlin Architekt, Berlin Architekt, Berlin

ständig anwesende stellvertretende Fachpreisrichterin Rebecca Chestnutt Architektin, Berlin

Sachpreisrichter Karl Franz Wambach Michael Cesarz Peter Goslar Birgitt Kalthöner Hilmar von Lojewski Hines Immobilien GmbH Kaufhof Warenhaus AG Deutsche Interhotel Holding GmbH & Co. KG Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

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stellvertretender Sachpreisrichter Robert Leibl Hines Immobilien GmbH

Sachverständige Beate Profé SenStadt, Freiraumplanung und Stadtgrün SenStadt, Auswahlverfahren, Wettbewerbe SenStadt, Zentrale Angelegenheiten Innerer Bereich SenStadt, Planung Straßenbahn SenStadt, Planung und Gest. von Straßen und Plätzen SenStadt, Architekturwerkstatt SenStadt, Behindertengerechtes Bauen Frauenbeirat SenStadt BA Mitte, Öffentliche Beleuchtung BA Mitte, Straßen- und Grünflächenamt BA Mitte, Amt für Umwelt und Natur BA Mitte, Kinder- und Jugendbüro BA Mitte, Kommission Kunst im Stadtraum BVG, Unternehmensbereich U-Bahn BVG, Unternehmensbereich Straßenbahn city+bits, Interaktive Bürgerbeteiligung Platzmanagement Alex, Jugendarbeit

Peter Ostendorff Ulrich von Bismarck

Julia Ingelmann Karin Irmscher

Claudia Reich-Schilcher Rolf-Manfred Jacob Karin Ganssauge Werner Schlömer Siegfried Dittrich Frank Baumgart Marcus Lehmann Helga Lucius Rolf Eichholz Holger Orb Hans Hagedorn Heiko Wiechert

Gäste Georg Bumiller Mechtild Janssen Architektenkammer Berlin Frauenbeirat SenStadt

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Koordination der Vorprüfung Patrick Weiss Maria Rünz SenStadt, Wettbewerbe SenStadt, Wettbewerbe

Vorprüfung Christian Franke Rabea Seibert Timo Herrmann Florian Zimmermann Volkmar Nickol Björn Steinhagen Daniel Huffschmidt Patrick Fitzner Landschaftsplaner Landschaftsplanerin Landschaftsarchitekt Landschaftsarchitekt Technischer Mitarbeiter Technischer Mitarbeiter Technischer Mitarbeiter Technischer Mitarbeiter

Auf Vorschlag wird Frau Ariane Röntz bei eigener Stimmenthaltung zur Vorsitzenden des Preisgerichts gewählt. Die Vorsitzende nimmt den Mitgliedern des Preisgerichtes die Versicherung ab, dass sie • • • • • • keinen Meinungsaustausch mit Wettbewerbsteilnehmern über die Wettbewerbsaufgabe und deren Lösung geführt haben, während der Dauer des Preisgerichts führen werden, bis zum Preisgerichtstermin keine Kenntnis von Wettbewerbsarbeiten erhalten haben, die vertrauliche Behandlung der Beratung des Preisgerichts gewährleisten werden, die Anonymität gewahrt haben, es unterlassen werden, sich über vermutete Verfasser zu äußern.

Die Vorsitzende erläutert das weitere Verfahren entsprechend der GRW. Den Bericht der Vorprüfung erläutert Herr Weiss. Er gibt bekannt, dass von den 30 Teilnahmeberechtigten 26 Arbeiten unter Wahrung der Anonymität abgegeben worden sind. Die rechtzeitige Einlieferung war bei den Arbeiten 1361 und 1374 nicht feststellbar. Der erbrachte Leistungsumfang, der im einzelnen tabellarisch auf Seite 3 des Vorprüfberichts erfasst ist, war bei allen Arbeiten soweit erfüllt,

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dass sie prüfbar waren. Bei der Arbeit 1396 wurde außerhalb der Frist ein Plan nachgereicht, der einen unvollständigen Plan ersetzen soll. Der nachgereichte Plan wurde von der Vorprüfung verdeckt aufgehängt. Das Preisgericht beschließt einstimmig, diesen Plan nicht zur Kenntnis zu nehmen. Die Arbeit 1369 hat darüber hinaus die geforderten Leistungen unvollständig erbracht, indem der Ideenteil nicht bearbeitet wurde. Das Preisgericht beschließt mit 6 :5 Stimmen, die Arbeit 1369 deshalb nicht zuzulassen Alle weiteren eingereichten Arbeiten lässt das Preisgericht zur Beurteilung zu mit der Voraussetzung, dass der Verfasser einer prämierten Arbeit, deren Aufgabetermin nicht eindeutig feststand, nachträglich den Nachweis der rechtzeitigen Einlieferung erbringt. Damit sind 25 Arbeiten zum Verfahren zugelassen. Herr Weiss erläutert dann den Aufbau der Vorprüfung, deren Ergebnisse jedem Preisrichter als schriftlicher Bericht vorliegen. Um 9.45 Uhr beginnt das Preisgericht einen Informationsrundgang ohne Wertung, bei welchem die Arbeiten in ihren charakteristischen Grundzügen von den Vorprüfern im Wechsel vorgestellt und Verständnisfragen beantwortet werden. Ab 10.25 Uhr ist Frau Bezirksstadträtin Dubrau anwesend und nimmt für Herrn von Lojewski, der sie bis dahin vertreten hat, als stimmberechtigte Sachpreisrichterin am Verfahren teil. Auf Vorschlag von Herrn Weiss befasst sich das Preisgericht nach dem Informationsrundgang nochmals mit der ausgeschlossenen Arbeit 1369. Auf Grund einer vergleichbar geringen Durcharbeitung des Ideenteils in zahlreichen anderen Beiträgen und der Möglichkeit, die bestehende öffentliche Entwurfsplanung für die Dircksenstraße zu übernehmen, beschließt das Preisgericht einstimmig, die Arbeit 1369 wieder zuzulassen. Somit sind alle eingereichten 26 Arbeiten im Verfahren. Unterbrochen von einer kurzen Kaffeepause wird der Informationsrundgang um 12.50 Uhr abgeschlossen. Im anschließenden ersten Wertungsrundgang scheidet das Preisgericht nach jeweils kurzer Diskussion diejenigen Arbeiten aus, die nach Auffassung des Preisgerichts keinen geeigneten Beitrag für die gestellte Aufgabe geliefert haben. Für das Ausscheiden im ersten Wertungsrundgang ist Einstimmigkeit erforderlich. Folgende acht Arbeiten werden ausgeschieden: 1351 1359 1362 1364 1371 1373 1374 1379 Der erste Wertungsrundgang ist um 13.20 Uhr abgeschlossen. Nach einer Mittagspause nimmt das Preisgericht um 13.55 Uhr mit einer ausführlichen Kriteriendiskussion die Arbeit wieder auf (Themen u.a. Angemessenheit der Entwurfslösung für einen großstädtischen Platz, insbesondere auch im Kontext mit der zukünftigen Bebauung; Beibehaltung eines großzügigen, offenen Platzraumes; Konformität von Höhenentwicklung, gewählten Bodenbelägen und Entwässerung). Dabei erhalten Preisrichter, Sachverständige, Gäste und die Vorprüfung Gelegenheit, in Kurzbeiträgen ihre Belange zu erläutern. • Aus Sicht der Investoren ist eine gute Wahrnehmbar- und Zugänglichkeit des Einzelhandels an den Platzrändern zu gewährleisten, insbesondere durch

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Barrierefreiheit vor den Ladenzonen und Freihaltung von Sichtachsen. Aus Sicht der Sachverständigen für die Belange von Kindern und Jugendlichen ist zu beachten, ob sich die Entwürfe mit diesem Thema auseinandergesetzt haben und ob spezifische Angebote wie nichtkommerzielle Sitzmöglichkeiten, Bereiche und Einrichtungen zum Aufenthalt, Spiel; Klettern, Bühne, Grünflächen etc. vorhanden sind. Die Entwürfe wurden dem entsprechend bewertet (s. Seiten 76-78 des Vorprüfberichts). Unter dem Gesichtspunkt des Gender Mainstreaming bevorzugen die Vertreterinnen des Frauenbeirates Entwürfe, in deren Gestaltung Zentralität und Urbanität betont und gleichzeitig Orientierung und Sicherheit angeboten werden. Befürwortet wird eher der offene Platz, der in seiner Offenheit und Zugänglichkeit individuelle und gesellschaftliche Nutzungsoptionen für unterschiedlichste Interessengruppen und Altersklassen bietet, ohne vielfältige spezifische Nutzungsangebote enthalten zu müssen. Die Entwürfe wurden dem entsprechend bewertet (siehe Seiten 60-72 des Vorprüfberichtes). Der Sachverständige zur interaktiven Bürgerbeteiligung hat die Entwürfe danach bewertet, in wie weit in ihnen Argumente und Anregungen aus den sieben Diskussionsforen der Internetbeteiligung aufgegriffen worden sind. Die Entwürfe mit der höchsten Punktzahl wurden genauer untersucht (s. Seiten 74/75 des Vorprüfberichtes). Für den Bau des Realisierungsteils steht eine Brutto-Bausumme von 9,89 Mio. Euro zur Verfügung. Die für die Wettbewerbsteilnehmer maßgebliche NettoBausumme beträgt 5,4 Mio. Euro. In der Differenz sind die Mehrwertsteuer, alle Baunebenkosten wie Honorare, Fachgutachten und Ähnliches, Unvorhersehbares sowie die Kostenpositionen Entsiegelung einschließlich Abfuhr und Leitungsumlegungen enthalten. Die Einhaltung des Kostenrahmens von 5,4 Mio. Euro (= 207 Euro/m²) für Oberflächenbelag, Entwässerung, Bäume, Ausstattung und Beleuchtung wurde von der Vorprüfung an Hand eines einheitlichen Preisliste geprüft. Nicht einbezogen wurden Sonderelemente und –bauten, für die eine objektive Prüfung der angebgebenee Kosten nicht möglich ist sowie Anschlussleitungen der Entwässerung an das Hauptleitungsnetz. Für jede Arbeit ist der dafür noch zur Verfügung stehende Kostenrahmen (Differenz zwischen den berechneten Kosten und dem Gesamtkostenrahmen) ermittelt worden, so dass hierüber im Preisgericht eine Einschätzung getroffen werden kann. Die BVG weist auf die technischen und finanziellen Konsequenzen hin, die bei einem Ersatz der derzeitigen Eindeckung der über den Platz verlaufenden Straßenbahntrasse entstehen (siehe Seite 62 der Auslobung). Durchgängige Beläge werden zudem wegen der fehlenden Wahrnehmbarkeit für Sehbehinderte nicht gewünscht. Kritisch gesehen werden auch diejenigen Entwürfe, die Passantenströme in der Nähe der Trasse bündeln. Bei den unterirdischen Anlagen der U-Bahn, die nur eine geringe Bodenüberdeckung aufweisen, sind Baumpflanzungen ausgeschlossen. Von der Verlagerung der UBahn-Eingänge ist abzusehen. Der Bezirk legt zur Vermeidung eines hohen Wartungsaufwandes Wert darauf, dass das Entwässerungskonzept möglichst nicht auf KastenrinnenSystemen basiert, in geringem Umfang und besonderen Situationen können diese jedoch verwendet werden. Der Brunnen der Völkerfreundschaft, die Weltzeituhr und die Toilettenanlage sind an ihren Standorten zu erhalten. Für die Markt- und Veranstaltungsfläche und die Medienanschlüsse wurden keine quantitativen Vorgaben gemacht. Die Zahl der auf den öffentlichen Flächen des Wettbewerbsgebietes gemäß B-Plan nachzuweisenden Bäume beträgt 41.

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Das Preisgericht diskutiert ab14.45 Uhr die verbliebenen Arbeiten in einem zweiten Wertungsrundgang, bei welchem unter Anlegen schärferer Bewertungsmaßstäbe und vor dem Hintergrund der oben dargestellten Diskussion wie folgt über den Verbleib im Verfahren abgestimmt wird. ja 1352 1353 1354 1355 1356 1357 1358 1360 1361 1363 1365 1366 1367 1368 1369 1370 1372 1375 0 4 5 0 10 10 0 2 0 0 0 4 5 0 0 0 7 0 : : : : : : : : : : : : : : : : : : nein 11 7 6 11 1 1 11 9 11 11 11 7 6 11 11 11 4 11

Somit sind zunächst die Arbeiten 1356, 1357 und 1372 noch im Verfahren. Bei der vertieften Diskussion über die verbliebenen Arbeiten wird festgestellt, dass Arbeit 1372 gegen bindende Vorgaben der Auslobung verstößt, indem sie den Brunnen der Völkerfreundschaft auf dem Alexanderplatz beseitigt und westlich des S- und Regionalbahnhofs neben dem Fernsehturm neu anordnet. Eine Translozierung des Brunnens wurde jedoch im Protokoll des Rückfragenkolloquiums ausdrücklich ausgeschlossen. Die Arbeit 1372 wird deshalb aus formalen Gründen einstimmig ausgeschlossen. Somit sind noch die Arbeiten 1356 und 1357 im Verfahren. Angesichts der geringen Anzahl der im Verfahren gebliebenen Arbeiten im Verhältnis zu den ausgelobten vier Preisen und drei Ankäufen diskutiert das Preisgericht darüber, eine von der Auslobung abweichende Prämierung vorzunehmen. Das Preisgericht beschließt, mit der nach der GRW in dieser Frage erforderlichen Einstimmigkeit, dass eine andere Verteilung möglich ist. Herr Kollhoff scheidet um 17.00 Uhr aus dem Preisgericht aus, sein Stimmrecht geht auf Frau Chestnutt über. Nach einer eingehenden Erörterung des weiteren Vorgehens wird der Antrag gestellt, die Arbeiten 1353, 1354, 1366 und 1367, die im zweiten Wertungsrundgang mit den knappsten Stimmverhältnissen ausgeschieden waren, im Block als Rückholantrag abzustimmen. Dieser Antrag wird vom Preisgericht einstimmig bestätigt. Somit verbleiben die Arbeiten 1353, 1354, 1356, 1357, 1366 und 1367 im Verfahren. Diese Arbeiten bilden die engere Wahl.

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Die wegen Verstoßes gegen bindende Vorgaben ausgeschiedene Arbeit 1372 wird vom Preisgericht in einem Sonderrundgang erneut betrachtet. Der Antrag, diesen Entwurf wegen seiner radikalen Freilegung des Platzes mit einem Sonderpreis zu versehen, wird mit 5:6 Stimmen abgelehnt. Das Preisgericht teilt sich um 17.50 Uhr in Kleingruppen aus Fach- und Sachpreisrichtern zur schriftlichen Beurteilung der Arbeiten der engeren Wahl ein. Die Beurteilungstexte werden im Plenum verlesen, diskutiert, und in der folgenden Form verabschiedet. 1353 Der Entwurf zeichnet sich im Wesentlichen durch einen einheitlichen Plattenbelag aus, der sowohl den Platzraum umfasst als auch in die nördlich angrenzenden Zwischenräume zwischen den platzbegrenzenden Gebäuden hineinreicht. Die relativ sparsame Möblierung ist an der Nordseite des Platzes richtig gesetzt, wobei sich die Aufenthaltsqualität durch die monotone Reihung der Bänke nicht gänzlich erschließt. Die langgestreckte Steinbank vor dem Kaufhof führt zu einer nicht gewünschten Zonierung vor der Schaufensterfront. Die ungerichteten Einsprengsel der kreisrunden Betonplatten verleihen dem Platz eine unerwartete Heiterkeit. Bei genauer Betrachtung bleibt dieses Gestaltungselement jedoch hinter seinen Möglichkeiten zurück, da es weder Einblicke in den darunter liegenden U-Bahnhof erlaubt noch in den Nachtstunden als Leuchtkörper fungiert. Diese an sich reizvollen Möglichkeiten wären freilich unter Kostengesichtspunkten nicht zu vertreten. Die leichte Erhabenheit dieser kreisrunden Betonflächen führt hingegen eher zu einer unangenehmen Irritation der Passanten. Der kontrapunktisch zum Brunnen der Völkerfreundschaft gesetzte kleine Baumhain an der Südostseite des Platzes wirkt in seiner Dimensionierung an dieser Stelle eher zwanghaft. In seiner unprätentiösen Pflasterung bietet der Platz Spielraum für die unterschiedlichsten Bewegungsrichtungen und –arten insbesondere für Kinder und Jugendliche. Ein spezielles Möblierungsangebot für diese Klientel fehlt hingegen gänzlich. Der entwurfliche Eingriff in den neuen U-Bahneingang relativiert die finanzielle Machbarkeit der vorliegenden Arbeit. Die Großzügigkeit der Platzfläche und die Akzeptanz der baulichen Platzgrenzen erscheint dem Preisgericht das wesentliche Gestaltkriterium der Arbeit zu sein und führt dazu, dass sie als ein wünschenswerter Beitrag zur zukünftigen Gestaltung des Alexanderplatzes betrachtet wird. 1354 Der Entwurf zeichnet sich insbesondere durch das markante Element der Loge oder Tribüne aus. Der Verfasser unternimmt hier den positiv zu wertenden Versuch, die vielfältigen Nutzungsanforderungen und unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten in einem Element zusammenzuführen. Im Ergebnis dieser Konzentration entsteht ein offener südorientierter Platzraum, dessen mit großformatigen Betonplatten befestigter Kernbereich Bezug auf die denkmalgeschützten Bauten, das Berolina- und das Alexanderhaus nimmt.

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Die Tribüne, eine topographische Plastik, weist unterschiedlich geneigte Flächen mit bis zu 4m Höhe auf. Die U-Bahneingänge werden umverlegt und Teil der Plastik. In diesem einerseits als positiv zu bewertenden Ansatz liegt gleichzeitig auch die große Problematik des Entwurfs – es entsteht eine in vielerlei Hinsicht als negativ zu bewertende Barriere. Diese Barriere stört die räumlich-funktionalen Bezüge insbesondere zu den nördlich anschließenden Gebäuden. Der Einzelhandel ist in diesem Bereich massiv beeinträchtigt. Das Spiel zwischen Platzwand und Platzboden das wesentlich für den städtebaulichen Entwurf des Alexanderplatzes ist wird gestört. Im Bereich der Straßenbahn ist ein erhöhtes Gefährdungspotential für Fußgänger zu erwarten. Die Belange der Behinderten sind nicht berücksichtigt. Weiterhin ist mit einem erhöhten Reinigungsaufwand sowie mit Sicherheitsproblemen zu rechnen. Kritisch ist die Verschiebung der U-Bahneingänge sowie die Verlegung der Aufzüge zu bewerten. Die Kosten hierfür sind nicht erfasst. Eine Realisierung erscheint nicht möglich. Die Aussagen des Entwurfs sind im wesentlichen auf die Tribüne reduziert, während andere Platzbereiche nicht ausformuliert werden. Es erfolgen somit keine Aussagen zur Beleuchtung, Aussagen zum Entwässerungskonzept fehlen gänzlich. Das Preisgericht würdigt die Idee der Tribüne insbesondere im Hinblick auf eine vielfältige Platznutzung. Unter dem Aspekt einer kinder- und jugendfreundliche Platzgestaltung ist dieser Beitrag diskussionswürdig. 1356 Die Verfasser entwickeln einen einheitlichen Platzraum, der die deutliche Rahmung durch die bestehenden Behrens-Bauten und die geplante Bebauung aufnimmt und weiter entwickelt. Diese soll durch die Ausbildung der Platzfläche mit einem homogenen Plattenbelag erzielt werden, auf dem die einzelnen Baukörper stehen. Die polygonale Platzgeometrie wird durch eine dezente „innere Rahmung“ wiederholt. Hierdurch entwickeln die Verfasser unangestrengt einen freien „inneren“ Bereich mit großer Nutzungsoffenheit und einen äußeren Platzbereich, der gleichermaßen als Transit- wie als Aufenthalts- und Gastronomiefläche geeignet ist. Der innere Rahmen wird durch eine „Entwässerungsgosse“ gebildet, die im Norden des Platzes eine Fortsetzung in Form einer Treppenanlage erfährt. Die Abgrenzung zur Randbebauung erfolgt durch ein der Kubatur der Gebäude folgendes „Plattenband.“ Hier erkennt das Preisgericht einen gewissen Widerspruch zur gestalterischen Absicht, den Platz durch einen homogenen Belag räumlich zu vereinheitlichen. Die städtebauliche Anbindung von der Rathausstraße wird von den Verfassern mitgedacht, indem sie deren Trasse in den Platzraum schieben. Hierbei kommt es jedoch formal zu Anschlussproblemen zwischen den unterschiedlichen Belägen. Der nördliche Abschluss des Platzes im Bereich des neuen U-Bahneingangs kann nicht durchgängig mit Bäumen bepflanzt werden. Nicht unproblematisch erscheint auch die Aussage im Ideenteil, die Dircksenstraße durchgängig als Fußgängerzone mit einem homogenen Belag zu gestalten. Das Preisgericht würde

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hier durchaus einer historischeren Interpretation des Straßenverlaufs folgen. Im weiteren folgt das Preisgericht den Ideen der Verfasser, zwischen den Baufeldern D1 bis D3 Bäume in linearer Reihung zu pflanzen. Die Verfasser räumen der Berolina im nordöstlichen Platzbereich eine prominente Lage ein. Ein Entfall täte dem Entwurf nach Auffassung des Preisgerichts keinen Abbruch. Die Platzgestaltung eröffnet aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer vielfältige Dispositionen, ohne hierfür unverrückbare bauliche und bautechnische Dispositionen zu treffen. Die technischen Bindungen (U-Bahneingang/-ausgang, Entrauchung, WC-Pavillon) werden sinnfällig integriert. Zu Konflikten kann es allerdings im Randbereich der zwei U-Bahneingänge kommen, für die die Verfasser Sitzmöglichkeiten vorsehen. Insgesamt teilt die Jury das verfolgte Entwurfsprinzip, mit der Platzgestaltung nicht in Konkurrenz zur vorhandenen und geplanten Bebauung zu treten, sondern die vorgegebene Platzgeometrie weiter herauszuarbeiten. Hierdurch entsteht ein nutzungsoffener Raum, der unterschiedlichsten Anforderungen Rechnung tragen kann und zudem innerhalb der vorgegebenen Kostengrenzen realisierbar erscheint. Die Nutzungsoffenheit kann auch in Anwendung der Gender-Kriterien positiv betrachtet werden. Allerdings mangelt es dem Entwurf aus dieser Perspektive an hervorstechenden Merkmalen und Gestaltungselementen mit Aufforderungscharakter. Auch für das jugendliche Klientel mangelte es an Aufenthaltsmöglichkeiten, wenn die umlaufenden Bänke an den U-Bahneingängen nicht realisiert werden können. 1357 Die Verfasser formulieren einen Entwurf von großer Klarheit und unverwechselbarer Gestalt. Sie sehen den Alexanderplatz als „Treffpunkt, Bühne, politischen Raum und Spielraum“ und geben ihm dazu durch gezielte, richtige Maßnahmen, die notwendige Basis. Den identitätsspendenden Elementen Brunnen der Völkerfreundschaft und Weltzeituhr werden zwei attraktive Baumhaine mit stark kontrastierenden Baumarten (Ahorn und Gleditschie) hinzugestellt. Das Hauptaugenmerk legen die Verfasser jedoch auf den „Stadtboden“. Mit ungewöhnlichen, an Kristalle erinnernden Plattenformaten wird mit großer Selbstverständlichkeit ein barrierefreier Gesamtraum aufgespannt, wobei die Gebäude einen umlaufenden Fries aus Bernburger Mosaik erhalten, was eine angenehme Zonierung und Überleitung erzeugt. Diese Dialektik zwischen den strengen Platzfassaden mit dem Plattenmuster wird als höchst reizvoll betrachtet, besitzt zudem rein baupraktische Vorteile, da Anschlüsse unproblematisch herstellbar sind – mit Ausnahme der Straßenbahntrasse. Eine derartige Neugestaltung der Gleisstraße erscheint nicht machbar, was allerdings auch den Nebeneffekt von Kosteneinsparung und besserer Orientierbarkeit für Sehbehinderte hätte (Gefahrenstelle, taktile Orientierung notwendig)

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Ungeklärt bleibt momentan die wirkliche Umsetzung der Entwässerung, sowie eine funktionierende Lenkung blinder Menschen über den Platz. Die Baumsetzungen sind auf die Möglichkeiten des Untergrundes abgestimmt. Die großzügige Aufastung ist nur als langfristige, doch fragliche Perspektive zu verstehen, im Sinne der Transparenz dennoch wünschenswert. Der Entwurf erzeugt im wirklichen Sinne Platz, auch für größere Veranstaltungen. Er bleibt nutzungsoffen ohne auf Nutzungsanreize zu verzichten. Das Konzept erscheint über das Regulativ des tatsächlich auszuwählenden Natursteins im Kostenrahmen umsetzbar. Insgesamt präsentiert sich eine überzeugende, im guten Sinne einfache Lösung für einen großstädtischen Platz, der auf allzu Extrovertiertes und Effekthascherei verzichtet 1366 Die Wettbewerbsarbeit leistet einen möglichen Beitrag zur Identitätsbildung des neuen Alexanderplatzes. Er erreicht dies durch die Entwicklung einer Geometrie, die sich einerseits an die historisch beabsichtigte Platzgestaltung (Wagner/Behrens) anlehnt und andererseits die Ausrichtung der ehemaligen Königsstraße in die neue Platzgestaltung einbindet. Leider wirkt dieses Erscheinungsbild durch übertriebene Historisierung etwas zweideutig. Es mangelt dem Entwurf deshalb an einer Unverwechselbarkeit seiner neu zu schaffenden Identität. Durch die ruhige Gliederung der Pflasterflächen im städtischen Raum erreicht die Arbeit eine hohe Qualität der Verflechtung mit den benachbarten Straßen und Freiräumen. Die Wegeführung und Orientierung ist sehr übersichtlich. Beides wird durch wenige, gezielt eingesetzte Mittel erreicht. Die subtile Zonierung unterstützt eine angemessene Nutzung der Gebäude und ihrer Vorflächen sowie eine ausgewogene Funktionalität der zentralen Platzfläche.Dennoch erscheint die Materialwahl einer sehr kleinteiligen Pflasterung weniger geeignet für Ausübung spontaner Aktivitäten. Ebenso bietet die Gesamtgestaltung eher wenig Anreize für den Aufenthalt von Jugendlichen. Die Platzaneignung durch jegliche behinderte Mitnutzer sowie deren optimale Wegeleitung wird vorbildlich ermöglicht. Ebenso erscheint der Entwurf gendergerecht. Die Einbindung der vorhandenen Straßenbahnanlage ist gut gelungen. Mit den denkmalgeschützten Einzelobjekten wird respektvoll umgegangen. Das Beleuchtungskonzept der großen Stelen akzentuiert und unterstreicht den bogenförmigen Verlauf der Platzgeometrie. Eine artifiziell wirkende, zu starke Bepflanzung der städtisch wirkenden Platzfläche wird vermieden. Eine Umsetzung des Entwurfs im vorgegebenen Kostenrahmen erscheint möglich. Insgesamt betrachtet verfügt der Entwurf über eine in sich stimmige Logik, die der Nutzungsvielfalt eine wohltuende gestalterische Gesamtheitlichkeit verleiht.

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1367 Die Arbeit zeichnet sich durch Stringenz und Klarheit aus: Der Alexanderplatz wird als steinerner Platz ausformuliert, die Passagen zur Planstraße 1 werden folgerichtig mit Bäumen bestückt, was jedoch nur teilweise zu realisieren ist. Der Platz selbst bekommt eine großzügigen, hochwertigen Granitbelag und wird bestimmt von großen Objekten: Der Brunnen der Völkerfreundschaft bekommt ein Pedant auf der östlichen Platzhälfte, eine Verdoppelung, die kontrovers gesehen wird: dem Vorwurf des „Trivialen“ steht die positive Einschätzung einer Neuinterpretation und Einbindung des Bestehenden im neuen Platz gegenüber. Als Pedant zur Weltzeituhr wird ein Medienkubus gesetzt, der - ebenfalls sehr plakativ – das Medienzeitalter mit weltweitem Netzwerk beschwört. Dieser Kubus erscheint weder in seiner Dimension noch in seiner möglichen Wirkung dem Platz angemessen. Positiv wird die großzügige Nutzungsmöglichkeit gesehen, für Großveranstaltungen genauso geeignet wie für kleinere Aktivitäten und private Treffs. Dafür empfehlen sich insbesondere die beiden Augen des Platzes, die Brunnen. Auch die Nutzung der rückzubauenden Unterführung als Jugendtreff wird als positive Ergänzung des Angebots gesehen. Ein wesentlicher Aspekt des Entwurfs wird in den unterschiedlichen Tag- und Nachträumen gesehen, die hier zumindest angedacht sind. Der ganze Alexanderplatz soll nachts durch die Ausleuchtung zu einer Art Idealplatz, die Verfasser sprechen von einem Circus Maximus – werden: Eine Idee, die fasziniert, deren Machbarkeit über die dargestellten Leuchten aber angezweifelt wird. Kritisch wird die Arbeit unter dem Aspekt der gender mainstreaming Auflagen gesehen:Die angesprochene Duplizität der Brunnen beispielsweise wird eher als gelungener Versuch einer Darstellung gesehen als eine gendergerechte Unverwechselbarkeit. Dieses wird allerdings in der Jury äußerst kontrovers diskutiert. Die Wegeführung auf und über den Platz ist barrierefrei möglich, wenn gleich gewisse notwendige Teilelemente – z.B. Pflasterbelagsanforderungen für Blinde entweder fehlen oder nicht ablesbar sind. Der Entwurf liegt sowohl nach den Angeben des Verfassers wie nach überschlägiger Prüfung durch den Auslober im vorgegebenen Kostenrahmen. Insgesamt stellt der Entwurf einen guten Ansatz für einen großstädtischen Alexanderplatz dar, dessen Stärke – trotz aller Diskussion in der stereometrischen Brunnenanlage im steinernen Platz liegt.

Festlegung der Preise und Ankäufe Frau Dubrau hat das Preisgericht um 18.00 Uhr verlassen und ihr Stimmrecht wieder auf Herrn von Lojewski übertragen. Um 19.10 Uhr verlässt Herr Cesarz das Preisgericht. An seine Stelle tritt Herr Leibl. Die Bildung der Rangfolge beginnt um 19.35 Uhr. Nach weiterer Diskussion

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benennt jeder Preisrichter, in welche der drei Kategorien Preise – Ankäufe – Engere Wahl er die verbliebenen Arbeiten aus seiner Sicht einstufen würde. Aus der sich hieraus ergebenden Häufigkeitsverteilung werden die Arbeiten einzeln wie folgt abgestimmt. Für die Arbeit 1353 wird der Antrag auf Verbleib in der Engeren Wahl mit 11:0 angenommen. Für die Arbeit 1356 wird der Antrag auf Einstufung in die Preisgruppe mit 9:2 angenommen. Für die Arbeit 1357 wird der Antrag auf Einstufung in die Preisgruppe mit 10:1 angenommen. Für die Arbeit 1366 wird der Antrag auf Einstufung in die Preisgruppe mit 9:2 angenommen. Für die Arbeit 1367 wird der Antrag auf Einstufung in die Preisgruppe mit 4:7 abgelehnt. Die Arbeiten 1354 und 1367 werden jeweils mit einstimmigem Beschluss in der Ankaufsgruppe eingestuft. Im Rahmen der anschließenden Diskussion über die Rangfolge innerhalb der Preisgruppe wird von der Jury überwiegend festgestellt, dass keine Arbeit die Probleme der Aufgabenstellung herausragend und ohne Mängel zu lösen vermag. Deshalb wird der Antrag, keinen ersten Preis zu vergeben, mit 9:2 Stimmen angenommen. Der Antrag, Arbeit 1357 als zweiten Preis einzustufen, wird mit 9:2 angenommen. Der Antrag, Arbeit 1356 ebenfalls als zweiten Preis einzustufen, wird mit 6:5 angenommen. Der Antrag, auch Arbeit 1366 als zweiten Preis einzustufen, wird mit 7:4 angenommen. Den anschließenden Antrag, die Arbeiten 1356, 1357 und 1366 nicht als zweite Preise, sondern als Preisgruppe ohne Rangfolge einzustufen, beschließt das Preisgericht mit Einstimmigkeit. Der Antrag, auch die als Ankäufe beschlossenen Arbeiten 1354 und 1367 gleichrangig einzustufen, wird ebenfalls einstimmig beschlossen. Somit ergibt sich folgendes Ergebnis: 1356 1357 1366 1354 Preisgruppe Preisgruppe Preisgruppe Ankauf

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1367 1353

Ankauf Engere Wahl

Auf Grund der veränderten Prämierung ist auch eine Neuverteilung der Preise erforderlich. Es wird einstimmig beschlossen, die zur Verfügung stehende Preissumme von 70.000 Euro folgendermaßen zu verteilen: Jeweils 18.000 Euro für die drei Arbeiten der Preisgruppe Jeweils 8.000 Euro für die beiden Ankäufe Das Preisgericht empfiehlt dem Auslober einstimmig, die drei Verfasser der Preisgruppe in einem diskursiven Verfahren mit der Überarbeitung ihrer Entwürfe zu beauftragen. Dabei sollten das Bezirksamt Mitte und die Investoren beteiligt und auch ein Vertreter des Fachpreisgerichts hinzugezogen werden. Neben den in den schriftlichen Beurteilungen der Arbeiten enthaltenen Anhaltspunkten sollten folgende Punkte im Überarbeitungsverfahren überprüft oder geändert werden. 1356 · Die Plattenbänder um die Baukörper und Platzeinbauten · Die Position des südlichen Baumhains und die Bäume auf dem U-BahnTunnel an der neuen nördlichen Treppenanlage • Der Anschluss an die Bürgersteige der umliegenden Straßen • Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten bei den U-Bahn-Treppenanlagen und den dort vorgeschlagenen Sitzgelegenheiten • Verzicht auf die Berolina-Statue 1357 • Die Machbarkeit des polygonen Plattenbelags in Hinblick auf die Herstellungskosten und die bautechnische Nachhaltigkeit • Die Lösung der Detailanschlüsse • Der durchgehende Plattenbelag im Bereich der Straßenbahntrasse und die fehlende taktile Wegeführung über den Platz • Die Punktentwässerung • Die Baumhaine in Hinblick auf die Gewährleistung von Sichtbeziehungen und die verwendeten Baumarten 1366 • Das Kleinsteinpflaster in Hinblick auf Nutzbarkeit und Maßstäblichkeit • Die Angemessenheit und Dimensionierung der Lichtstelen • Die Bäume auf dem U-Bahn-Tunnel an der neuen nördlichen Treppenanlage und am Berolina-Haus Die Umschläge mit den Verfasserumschlägen werden geöffnet und die Namen der Wettbewerbsteilnehmer verlesen (siehe Anlage). Frau Röntz dankt den Mitgliedern des Preisgerichts und den weiteren Beteiligten für ihre engagierte Mitwirkung und gibt die Leitung an den Auslober zurück. In einem Schlusswort zieht Herr Hagedorn als Sachverständiger für die interaktive Internetbeteiligung eine erste Bilanz. Der Senat habe mit diesem Wettbewerb ein Experiment für neue Formen der Bürgerbeteiligung unternommen. Viele Bürger

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konnten sich durch das Kommunikationsmedium Internet stärker mit der Materie auseinandersetzen und detaillierte Anregungen zur gewünschten Nutzung des Platzes geben. Die unterschiedlichen Sicht- und Beurteilungsweisen von Frauen und Männern seien als Pilotvorhaben zum Gender Mainstreaming stärker einbezogen worden. Und auch die Interessen von Kindern und Jugendlichen konnten durch die Arbeit des Platzmanagement an mehreren Stellen artikuliert werden. Dadurch, dass diese Gesichtspunkte neben den ohnehin sehr komplexen planerischen Rahmenbedingungen für den Alexanderplatz zu bedenken waren, sei die Arbeit der Jury nicht leichter geworden. Das Experiment habe aus seiner Sicht sehr interessante Erkenntnisse erbracht. So sei bei künftigen Verfahren darauf zu achten, dass die Jury nicht erst in der Preisgerichtssitzung alle Anforderungen erfassen muss, sondern möglichst früh die Gelegenheit erhält, z. B. durch Teilnahme an der Bürgerdiskussion, sich in die Vorüberlegungen einzudenken. Herr von Lojewski dankt nochmals im Namen des Auslobers der Vorsitzenden, den weiteren Preisrichtern, Sachverständigen, Vorprüfern, Gäste und Mitarbeitern des eigenen Hauses für die geleistete Arbeit und schließt die Sitzung des Preisgerichts um 21.40 Uhr.

Protokoll: Patrick Weiss Das Protokoll wurde von der Vorsitzenden des Preisgerichtes durchgesehen und in der vorliegenden Fassung genehmigt.

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Stimmberechtigte Preisrichter

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Anlagen: Liste der Wettbewerbsteilnehmer Anwesenheitsliste der Preisgerichtssitzung Bericht der Vorprüfung

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Liste der Wettbewerbsteilnehmer Preisgruppe Arbeit 1356 Gerkan, Marg und Partner: Hubert Nienhoff Berlin WES + Partner: Hinnerk Wehberg, Michael Kaschke, Wolfgang Betz Hamburg Mitarbeiter: C. Dorndorf, M. Pfisterer (gmp), F. Holzapfel-Herz, T. Clasen, E. Boue , H. Wehberg-Krafft, H.-H. Krafft, S. Priefling (WES)

Arbeit 1357 AV1 Architekten: J. Butz, B. Dujmovic, M. Schanne´, A. Urig Kaiserslautern Mitarbeiter: Rita Mettler, Mauro Hagel, Dirk Richter, Liselotte Schachner, Christian Glüse, Jacqueline Prasser Sonderfachleute: Dr. L. Danzer (Math. Institut Uni Dortmund), Günter M. Ziegler, Ulrich H. Kortenkamp, Enno Brehm (alle Institut für Mathematik der TU Berlin), Schlotfeld Licht Berlin

Arbeit 1366 Häfner/Jimenez: Winfried Häfner Berlin Mitarbeiter: Jens Betcke, Carlos Miquel Zurita, Christina Kautz, Thomas Jarosch Sonderfachleute: Edgar Schlaefle (Lichtdesign)

Ankauf Arbeit 1354 Bureau Alle Hosper: Peter de Ruyter NL-Haarlem

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Mitarbeiter: Ronald Bron, Berrie van Elderen, Josina Hageman, Frits van Loon, Mark van Rijnberk, Remco Rolvink, Frank Arnold, Hilke Floris, Gerrie Hoogland, Hanneke Kijne, Marike Oudijk, Patrick Verhoeven, Carmela Bogman, Silvia Mayr, Jutta Böckenhüser

Arbeit 1367 Regina Poly, Klaus Theo Brenner Berlin Mitarbeiter: Maja Neumann, Katja Naumann, Ralph Witte, Claudia Zimmermann Sonderfachleute: Zibell Willner & Partner (Lichtplanung)

Engere Wahl 1353 Topotek 1 Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH: Martin Rein-Cano, Lorenz Dexler Berlin Mitarbeiter: Sofia Petersson, Anna Lundquist, Thilo Folkerts Sonderfachleute: Bega Lichttechnische Spezialfabrik

2. Rundgang Arbeit 1352 Planungsbüro Drecker: Peter Drecker Bottrop Greenbox: Hubertus Schäfer Bochum Mitarbeiter: Sasa Vukasinovic (greenbox) Sonderfachleute: Thomas Spiegelhalter (Architekt und Stadtplaner), L-Plan: M. Rhode (Lichtplanung)

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Arbeit 1355 BSS Boyer Schulze Strassen: Klaus Schulze Duisburg Mitarbeiter: Torsten Tölle, Marc Hennenberg, Ursula Hardes

Arbeit 1358 Heinz Gerbl A-Wien Mitarbeiter: Clemens Kolar, Martin Enzinger, Angela Muralter, Eva Diem

Arbeit 1360 Vogt Landschaftsarchitekten AG Zürich Bernd Albers Berlin Olafur Eliasson Berlin Mitarbeiter: Günther Vogt, Rita Illien, Laurent Brunier

Arbeit 1361 Gross.Max: Bridget Baines, Nigel Sampey, Eelco Hooftman GB-Edingburgh Mitarbeiter: Ross Ballard, Ryochiro Noda, Daniel Reiser, Kenton Wilson

Arbeit 1363 Stig L. Andersson DK-Kopenhagen Mitarbeiter: Lisbeth Westergaard, Mavin Blomquist, Elina Moreau-Braunstein, Christian RestorffLiliegreen, Filippa Berglund, Svava Riesto

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Arbeit 1365 Mr. Fung: Frank P. Thomas, Richard Woditsch, Frank Menzel Berlin Mitarbeiter: Anna Kalvelage Emma Rave Sonderfachleute: Jörn Siebke (Licht)

Arbeit 1368 Mario Bobsien Berlin Mitarbeiter: Marcel Wehland

Arbeit 1369 BFM-Architekten: Jürgen Flohre, Maria Mocanu Köln Mitarbeiter: Martin Berg, Hendrik Bruns, Zurine Celaya Arroyabe Sonderfachleute: Lill + Sparla (Landschaftsarchitekten)

Arbeit 1370 IPL Landschaftsarchitekten: Dirk Junker Hamburg Mitarbeiter: Norman Dietrich, Sebastian Hartmann, Mark Krieger, Kolja Naumann Sonderfachleute: Lichttechnik ISR Helmut Schlegel

Arbeit 1375 Walter Zierhut, Udo Bode Potsdam
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Mitarbeiter: Peter Braun, Mario Berrios, Matthis Nägele Sonderfachleute: Gunter Schreckenbach Lichttechnische Beratung / Fa. Hess

1. Rundgang Arbeit 1351 Freie Planungsgruppe 7: Peter Halmburger, Gerhard Heuser, Heinz Lermann Büro für Stadtplanung und Architektur: Arne Mayer-Eming, Jens Mayer-Eming, Lothar Seeburger Freie Architekten BDA/SRL: Ulrike Beckmann, Peter Pechloff, Petra Zeese Alle Stuttgart Mitarbeiter: Galyna Beseda, Sandra Lippold, Volker Kleppel, Annelene Seeburger, Eva Oppenländer, Daniela Pfeiffer

Arbeit 1359 Michael Triebswetter Kassel Mitarbeiter Lydia Ziegurum, Uta Gehrhardt, Kirsten Kiene, Miriam Kühn, Janine Hurum, Karolin Kaiser Sonderfachleute: Ulrike Brandi (Licht), Horst Peseke (Tragwerksplanung), Hiroshi Hirayama (Perspektivzeichnung)

Arbeit 1362 Kamel Louafi Berlin Mitarbeiter: Patrick Bairston, Dörte Ekkert, Gunter Maser, Udo Miltner Sonderfachleute: Licht-raum-stadt: Uwe Knappschneider, Rüdiger Dunkolt, Helmut Wehmeyer (Licht), Joachim Kudler (Wassertechnik)

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Arbeit 1364 Andreas Benzing Berlin

Arbeit 1371 Büro Menke: Angelika Menke, Everhard Menke Dortmund Mitarbeiter: Angelika Menke jun.

Arbeit 1373 Falk Trillitzsch Berlin Mitarbeiter: Wiebke Trillitzsch, Tobias Trillitzsch, Matthias Espenhahn, Dirk Stendel, Dou Young Kwon, Brigitte Gwosdz Sonderfachleute: Fa. Sill: Herr Priesemuth, Fa. Mico-Pumpen: Herr Abel, Fa. Frankenschotter: Herr Tratz, Gustav Hillmann (Architekt)

Arbeit 1374 Tilmann Schalk Stuttgart Stefan Helleckes Karlsruhe

Arbeit 1379 Imke Woelk, Martin Cors Berlin Mitarbeiter: Martin Eichholz Sonderfachleute: Gregor Grunwald (Tragwerksplanung)

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Ausgeschlossen wegen Verstoßes gegen bindende Vorgaben Arbeit 1372 Carsten Krohn, Jochen Manz Berlin Mitarbeiter: Dirk Peters Sonderfachleute: Torsten Rullmann (Lichtplanung)

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Begrenzt-offener freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Bericht der Vorprüfung

Impressum Herausgeber Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Servicebereich Kommunikation Würtembergische Straße 6 10709 Berlin Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtbau und Projekte Behrenstraße 42 10117 Berlin © Dezember 2003 Copy Art

Wettbewerbsdurchführung

Druck

Freirauplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb

Alexanderplatz Berlin Mitte

Bericht der Vorprüfung Zur Sitzung des Preisgerichtes am 8. Dezember 2003

Seite Inhaltsverzeichnis Vorlauf Einlieferung der Wettbewerbsarbeiten Vollständigkeit der Wettbewerbsarbeiten Verfahren der Vorprüfung Kriterienkatalog Sachverständige Gliederung der Einzelberichte 1351 – 1375,1379 Einzelberichte zu den Wettbewerbsarbeiten Sachverständigenbeitrag Gender Mainstreaming Sachverständigenbeitrag Interaktive Bürgerbeteiligung Sachverständigenbeitrag Kinder und Jugendliche Sachverständigenbeitrag Behindertengerechtes Bauen Sachverständigenbeitrag Straßenbahn 2 2 2 4 4 5 6 7 60 74 76 79 81

Vorprüfung Christian Franke Timo Herrmann Rabea Seibert Florian Zimmermann Mitarbeiter der Vorprüfung Patrick Fitzner Daniel Huffschmid Volkmar Nickol Björn Steinhagen Wettbewerbskoordination und Leitung der Vorprüfung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung II D 2, Patrick Weiss II D 22, Maria Rünz

Dezember 2003
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Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz

Bericht der Vorprüfung Zur Sitzung des Preisgerichts am 8. Dezember 2003

Vorlauf Die Auslobung des Wettbewerbs zur Umgestaltung des Alexanderplatzes erfolgte als begrenzt offener freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb. Teilnahmeberechtigt waren Landschaftsarchitekten und Architekten. In einem vorgeschalteten, EU-weit annoncierten Bewerbungsverfahren wurden 7 Teilnehmer durch ein Auswahlgremium ausgewählt, weitere 23 Teilnehmer wurden aus den Bewerbungen durch Los ermittelt. Aus den gelosten Teilnehmern wurde nach einer Absage ein Nachrücker benannt. Somit waren 30 Büros teilnahmeberechtigt. Die Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen erfolgte am 1. September 2003.

Einlieferung der Wettbewerbsarbeiten Abgabetermin für die Wettbewerbsarbeiten war der 13.11.2003. Es sind 26 Wettbewerbsarbeiten eingereicht worden. Zwei ausgewählte Büros haben auf anonyme Nachfrage erklärt, nicht teilgenommen zu haben. Die Arbeiten wurden per Kurierdienst oder per Post eingesandt und von Mitarbeitern der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung entgegengenommen. Die Arbeiten wurden in einer Sammelliste mit den Eingangsdaten, Kennziffern sowie Art und Zustand der Verpackung erfasst. Die Arbeiten wurden von Mitarbeitern der Vorprüfung ausgepackt, auf Vollständigkeit überprüft und mit den Tarnzahlen 1351 bis 1375, sowie 1379 gekennzeichnet. Die Tarnzahlen wurden so vergeben, dass die Eingangsfolge der Wettbewerbsarbeiten nicht erkennbar ist. Die Tarnzahlen 1376 bis 1378 wurden nicht vergeben. Bei Arbeiten, die nicht direkt am 13.11.2003 abgegeben wurden, wurde das Absendedatum überprüft. Die Verfasserumschläge wurden unter Verschluss genommen. Bei den Arbeiten 1361 und 1374 fehlte das Datum der Einlieferung, bzw. der Nachweis der rechtzeitigen Einlieferung. Der Nachweis der rechtzeitigen Einlieferung ist von den Verfassern im Falle der Preisvergabe nachzuweisen. Die Arbeit 1369 hat einen Plan nachgeliefert (Eingang 01.12.2003), der bei der fristgemäßen Einlieferung unvollständig war. Der nachgelieferte Plan wurde von der Vorprüfung separat aufgehängt und kann dem Preisgericht auf Nachfrage gezeigt werden. Vollständigkeit der Wettbewerbsarbeiten Die Vollständigkeit der Arbeiten wurde gemäß Punkt 1.10 Geforderte Leistungen der Auslobung geprüft. Folgende Arbeiten haben Teilleistungen nicht erbracht: Entwurf M 1:250: 1354 und 1364. Die Teilnehmer haben Teilbereiche im M 1:200 dargestellt. Bei der Arbeit1369 wurde der Ideenteil nicht bearbeitet und Schnitte fehlen.
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Nachweis der Einhaltung des Kostenrahmens: 1352, 1354, 1355, 1356, 1361, 1370 und 1372. Prüfplan M 1:250: 1354, 1362 (stattdessen Plan M 1:500), 1372 (stattdessen Plan M 1:2.500), 1373 (stattdessen Plan M 1:1000) Hängeplan: 1364, 1374 CD-ROM: 1369

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Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz

Verfahren der Vorprüfung Die Vorprüfung wurde in der ehem. Kantine der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Württembergische Straße 6, durchgeführt. Grundlage der Vorprüfung waren die in der Auslobung geforderten Leistungen und die im Kriterienkatalog (siehe unten) aufgeführten Anforderungen. Die Ergebnisse der Vorprüfung wurden für jede Wettbewerbsarbeiten protokolliert und in vorliegendem Bericht dokumentiert. Für die Vergleichbarkeit des Kostenaufwandes wurden die Flächen und Elemente der Wettbewerbsarbeiten neu berechnet und bewertet, sowie mit den Angaben der Verfasser verglichen. Die Einhaltung der Kostenrahmens wurde an Hand eines Katalogs von Standardpreisen geprüft. Nicht in der Kostenschätzung enthalten sind: - unterirdische Anschlüsse der Entwässerung an die Hauptleitungen - Sonderelemente (diese sind aber im jeweiligen Prüfbericht aufgelistet

Kriterienkatalog für die Vorprüfung 1. Programmerfüllung · Termin- und formgerechte Einlieferung der Wettbewerbsarbeiten · Vollständigkeit der geforderten Leistungen 2. Entwurfsidee · Leitgedanke 3. Städtebauliche Einbindung · Beziehung innerer Alexanderplatz, Dircksenstraße, Passagen und private Freiräume · Verflechtung mit den benachbarten Straßen- und Freiräumen · Raumbildung · Blickbeziehungen · Wegeführung, Orientierung 4. · · · Nutzungen Nutzungsspektrum Nutzungsanordnung Berücksichtigung von Sondernutzungen (Märkte, Veranstaltungen, gastronomische Außenbereiche) Gestaltung Höhenprofil Baumkonzept Materialwahl Stadtmöbel: Bänke, Abfallbehälter etc. Entwässerung Beleuchtungskonzept Umgang mit dem Brunnen der Völkerfreundschaft und der Weltzeituhr

5. · · · · · · ·

6. Verkehr · Straßenbahn · Radweg, Abstellmöglichkeiten für Fahrräder

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· · 7. · · ·

U-Bahn-Treppen und -Aufzüge Befahrbarkeit / Nichtbefahrbarkeit durch KFZ Realisierbarkeit Einhaltung der Herstellungskosten Wirtschaftlichkeit Realisierbarkeit in Bauabschnitten

Der im Kriterienkatalog der Auslobung benannte Themenkreis „Berücksichtigung besonderer Anforderungen verschiedener Nutzergruppen“ (Gender mainstreaming, Bürgerbeteiligung, Kinder und Jugendliche, Behinderte) wurde von der Vorprüfung ausgeklammert und von den hierfür vorgesehenen Sachverständigen abgedeckt.

Sachverständige Während der Vorprüfung wurde den Sachverständigen die Gelegenheit gegeben, die Wettbewerbsarbeiten einzusehen. Folgende Sachverständige haben hiervon Gebrauch gemacht: Beate Profé SenStadt, Freiraumplanung und Stadtgrün Peter Ostendorff SenStadt, Auswahlverfahren, Wettbewerbe Ulrich von Bismark SenStadt, Zentrale Angelegenheiten Innerer Bereich Heribert Guggenthaler SenStadt, Planung und Gestaltung von Straßen Claudia Reich-Schilcher SenStadt, Architekturwerkstatt Wolfgang Granow (i.V. Kristina Laduch) BA Mitte, Stadtplanung Jürgen von Gfug BA Mitte, Öffentliche Beleuchtung Siegfried Dittrich (i.V. Harald Büttner) BA Mitte, Straßen- und Grünflächenamt Frank Baumgart BA Mitte, Amt für Umwelt und Natur

Folgende Sachverständige haben darüberhinaus einen eigenständigen schriftlichen Beitrag verfasst, der Bestandteil des Vorprüfberichtes ist: Karin Dietz, Karin Ganssauge, Elke Bharanek, Mechtild Jansen Frauenbeirat SenStadt, Gender Mainstreaming
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Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz

Hans Hagedorn, Daniela Riedel City+bits, Interaktive Bürgerbeteilig Heiko Wiechert Platzmanagement Alexanderplatz, Kinder und Jugendliche mit Marcus Lehmann BA Mitte, Kinder- und Jugendbüro Rolf-Manfred Jacob SenStadt, Behindertengerechtes Bauen Holger Orb BVG, Straßenbahn mit Julia Ingelmann SenStadt, Planung Straßenbahn Für die von der Vorprüfung vorgenommene Prüfung der Einhaltung des Kostenrahmens wurde der Kostenkatalog mit dem Sachverständigen abgestimmt: Michael Steinfurth SenStadt, Projektvorbereitung und –prüfung

Gliederung der Einzelberichte Jede Arbeit wird auf einer Doppelseite dargestellt. Die textliche Beschreibung, strukturiert nach der Gliederung des Kriterienkatalogs, wird ergänzt durch eine Verkleinerung des Lageplans M 1:250 auf M 1:2500. Neben diesen Informationen werden in einer tabellarischen Zusammenstellung Bäume, wesentliche Beläge und Ausstattungselemente erfasst. Zitate der Verfasser wurden im Bericht der Vorprüfung kursiv kenntlich gemacht.

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Einzelberichte

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Freie Planungsgruppe 7, Stuttgart

Leitidee: Bezugnehmend auf die asymetrische städtebauliche Ordnung erhält der Platz durch fünf schwebende Baumdächer in Dreiecksform eine unverwechselbare Prägung, die den Platz in unterschiedliche Nutzungsbereiche gliedern und verzahnen. Ein neuer Wasserkanal mit Glasbrücken und Baumreihe bildet dazu ein räumliches Pendant. Städtebauliche Einbindung • Entsprechend der Idee, den Platz auch räumlich in unterschiedliche Nutzungsbereiche zu differenzieren, entstehen vier Hauptnutzungsbereiche: - der sogenannte Alexander-Boulevard in Verlängerung der Alexanderstraße – über den Platz – zur Memhardstraße - fünf mit Baumgruppen bepflanzte Dreiecksbereiche - die große freigehaltene Platzfläche mit Brunnen und U-Bahn-Eingängen - der neue Wasserkanal entlang des Berolinahauses. Nutzungen • Die große zusammenhängende Platzfläche ist stufenlos für Fußgänger erreichbar. • Der Entwurf sieht Bereiche zum Flanieren, für
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• • •

Gastronomiestützpunkte und zum Aufenthalt vor (z.B. Sitzstufen am Kanal). Zwei dreieckige Glashäuser dienen als Rückzugsorte und Merkzeichen auf dem Platz. Unter dem südlich gelegenen Baumdach ist eine Ballspielbox mit Kunstrasen integriert. Aufstellflächen für Zelte, Sondernutzungen wie Markt und Veranstaltungen befinden sich in der Platzmitte.

Gestaltung • Die Platzoberfläche besteht aus Pflasterplatten mit Natursteinvorsatz, Format 60x40x14 cm, im Läuferverband verlegt, alternativ: Hautzenberger Granit. • Im Boulevard wird das gleiche Material im Farbton „goldfarben“ verwendet. • Granitbandierungen und Entwässerungsrinnen (Granitpflaster) strukturieren die Platzfläche in ihrer Längsausrichtung. • Die Weltzeituhr erhält einen neuen „freieren“ Standort in der Mitte des Platzes • Die Beleuchtung des Platzes erfolgt mit drei unterschiedlichen Systemen: - entlang der Gebäude und im Boulevard durch 5m hohe Lichtstelen

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz sowie mit sanftem Reflexionslicht (Mondleuchten) - Baumkronen werden mit Bodeneinbaustrahlern beleuchtet Das Dreiecksmotiv wird gestalterisch auch in den Passagen fortgeführt: Die Bänder aus Bänken, Hecken und Schmuckpflasterflächen sind in den Dreiecksgrundformen organisiert. Standorte der Entrauchungstürme sind im Grundriss vorgeschlagen; die Türme sind jedoch gestalterisch nicht differenziert dargestellt. Die Toilettenanlage wird aufgegeben. Ein Kiosk findet einen neuen Standort in Kombination mit einem Fahrradparkhaus an der Straßenbahnhaltestelle bei der Planstraße 1. -

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•

•

•

Verkehr • 2 U-Bahn-Eingänge werden (fakultativ) verlegt • Die Tragschicht des Bodenbelages des Alexanderplatzes ist so konzipiert, dass auch Schwerlastverkehr aufgenommen werden kann. • Fahrrad-Abstellmöglichkeit im Fahrradparkhaus in der öffentlichen Passage zur Planstraße 1. • Eine eigene Fahrspur für Radfahrer ist nicht ausgewiesen, jedoch funktional entlang der Straßenbahntrasse möglich. • Zulieferverkehr konzentriert sich auf dem AlexanderBoulevard. Realisierbarkeit • Der Entwurf kann in Bauabschnitten realisiert werden, wobei der Boulevard zweckmäßig einen zusammenhängenden Realisierungsabschnitt darstellt. • Die Möglichkeit einer Herstellung im vorgegebenen Kostenrahmen erscheint in Abhängigkeit der Kosten für Wasserkanal und dem Standard der Glasbrücken und Glashäuser fraglich. • Wasserkanal und Spielplatz evozieren hohe Unterhaltungskosten.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, öffentl. Fläche) - Realisierungsteil 120 Stck. - Ideenteil Dircksenstr. 10 Stck. - Ideenteil privat 11 Stck. Platzbelag - Betonsteinpflasterplatten mit Natursteinvorsatz, incl. Granitpflasterrinnen 19.326 m² - Wassergebundener Belag mit verschiedenen Deckungen 3.018 m² - Wasserbecken 917 m² - Mosaikpflaster/Schmuckpflaster 840 m² - Sandstein 585 m² Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) 76 Stck. - Sitzmöglichkeiten individuell Besondere Objekte - Pflanzenglashäuser 1.340 m³ - Glas-Stahl-Stege über Wasserbecken 140 m² - Fahrradparkhaus mit Kiosk und öfftl. WC - „Berolina“-Statue

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Planungsbüro Drecker, Bottrop/ greenbox, Bochum

Leitidee Im Mittelpunkt des Entwurfes steht eine sparsam inszenierte Kommunikations- und Aktionsplattform, die als frei bespielbare Stadtbühne maximale Offenheit und Multifunktionalität bietet. In diesen „Monolithen“ sind historische Elemente ...sowie Bauwerke ... als „Intarsien“ integriert. Der Platz ist bewusst offen konzipiert, er soll die entstehende und sich verändernde Umgebung zur Wirkung kommen lassen. Städtebauliche Einbindung • Ein einheitlicher parallel zu Baufeld D7 geführter, gebänderter Bodenbelag kennzeichnet den gesamten Wettbewerbsbereich als zusammengehörigen Stadtraum. • Ausgenommen davon sind Teil- Bereiche der Diercksenstrasse, sie entwickeln durch Baumstellung (Lindenallee) und Belag (Beton mit Granit) einen eigenen Raum-Charakter • Als zentrales und räumlich präsentes Element wirkt die durch die Strassenbahn- und Fahrradtrasse zwei geteilte um ca. 45 cm erhöhte, rechteckige urban platform. Sie orientiert sich in ihrer Ausrichtung ebenfalls an Baufeld D7 und ist so platziert, dass der Brunnen der Völkerfreundschaft im Querverlauf mittig
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•

• •

liegt. Die Elemente auf der Plattform (U-Bahneingang, Brunnen der Völkerfreundschaft) sind als Intarsien quasi eingegraben und sollen Orientierungsfunktion übernehmen. Lichtlinien im Plattenbelag und Licht scratches auf der Plattform symbolisieren die Bewegungsrichtungen über den Platz Die Plattform stellt eine „leicht zu überwindende Überhöhung“ dar, die an mehreren Stellen durch Integration von Rampen und Treppen reduziert wird.

Nutzung • Die urban platform ist als multifunktionale Bühne für z.B. Märkte, Veranstaltungen, Spiel konzipiert. • Zudem bieten die durch die Erhöhung entstehenden Sitzstufen, Treppen und Rampen verschiedene Aufenthaltsmöglichkeiten. • Als neues bespielbares Element wird auf der östlichen Platzhälfte ein Wasserspiel aus 11 Wasserdüsen angeordnet. • Die Platz-Intarsien sollen als Treffpunkte, Orte der Verabredung...speakers corner genutzt werden • Zusätzliche Möblierung in den Bereichen vor den Geschäften werden nicht näher erläutert, sind jedoch

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz im Plan als locker gestreute Möblierung dargestellt. Gestaltung • Im Stadtraum zwischen Baufeld D3 und D4 ist ein Lindenhain geplant. • Die Verwendung des Elementes Stein soll Stabilität, Dauerhaftigkeit, Würde und Erinnerung symbolisieren. • Die Bänderung des Plattenbelages wird durch Aufeinanderfolge von je 2 großformatigen Plattenreihen aus hellem Beton mit je 1 schmalformatiger Plattenreihe aus dunklem Beton erwirkt. • Die Oberfläche der monolithischen Plattform wird als langformatige granitartige Steinplatten beschrieben. • Die Plattform sitzt auf dem Lichtsee, einem 1,5 m breiten Rahmen aus hellem Betonstein • Die differenzierte Lichtgestaltung soll die Moderne des Alexanderplatzes symbolisieren. Folgende Elemente illuminieren den Platz: • indirekt strahlende Leuchten unter der Plattform lassen sie als schwebend erscheinen • Reflektion des Umgebungslichtes durch glänzende Oberfläche der Plattform • Die geschwungenen Lichtlinien und scratches werden als hinterleuchtete Glas-Linien bzw. LED-Linien mit warmweißer Farbe beschrieben. • Umgestaltung der Entrauchungstürme zu Lichtsäulen mit diffuser Lichtstrahlung. • Bei Bedarf (z.B. Großveranstaltung) Zusatzbeleuchtung durch Fassadenstrahler. • Hinterleuchtung der verglasten U-Bahneingänge. • Akzentuierung der Intarsien mittels Lichtkränzen. • Die Entwässerung erfolgt gemäß Piktogramm an den Kanten der Plattform. Weitere Angaben werden hierzu nicht gemacht. Verkehr • Im Bereich zwischen Baufeld D3 und D4 stehen ca. 5 Bäume, in der Diercksenstrasse insgesamt ca. 16 Bäume auf der U-Bahntrasse. Einige Bäume stehen vor dem U-Bahneingang. • Die Fahrradständer sind zentral als Fläche nördl. des U-Bahneingangs U5 ausgewiesen. • Der Verlauf der Lichtlinien durch/zwischen der Tramtrasse erscheint technisch und funktional schwierig • Das Erreichen des U-Bahneingangs auf der Plattform für Rettungs-fahrzeuge erscheint kaum möglich. Realisierbarkeit • Die Umsetzbarkeit innerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens erscheint möglich. Die Kosten für die Lichtlinien, die Illumination der Plattform und des Brunnens, das Wasserspiel, die Entwässerung sowie für die U-Bahn-Glasbrüstungen sind nicht in der Kosteneinschätzung enthalten • Es ist zu überprüfen, ob die bestehenden Leitungen • • • • •

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unter der Plattform in dieser Form beibehalten werden können Ein erhöhter Pflege- und Unterhaltungsaufwand ist zu erwarten für: Wasserspieldüsen Lichtlinien und scratches, Hinterleuchtung U-Bahnaufgänge Das vorgeschlagene System zur Selbstreinigung der Plattform mittels temporärem Wasserfilm Die Angaben zur Realisierung in Bauabschnitten sind nicht komplett nachvollziehbar bzw. praktikabel. Eine Realisierung in Baustufen ist jedoch gemäß Auslobung möglich.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, - Realisierungsteil - Ideenteil Dircksenstr. - Ideenteil privat Platzbelag - Betonplattenstreifen - Ebene: Granitplatten - Lichtlinien Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) - Sitzmöglichkeiten Besondere Objekte - Wasserdüsen

öffentl. Fläche) 20 Stck. 25 Stck. keine 18.014 m² 7.371 m² 1.317 lfdm. 223 Stck. ca. 243 lfdm. 11 Stck.

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Topotek 1, Martin Rein-Cano, Lorenz Dexler, Berlin

Leitidee Das Freiraumkonzept begreift den neuen Alexanderplatz als einen offenen, großzügigen, städtischen Platzraum, der neben der klaren Fassung der städtebaulichen Kanten in Abhängigkeit seiner dynamischen Fließrichtungen interpretiert wird. Der starken städtebaulichen Rahmengebung wird eine lockere Gliederung des Freiraums beigefügt. Der Platz wird offen und einladend gestaltet; einprägsam und gleichzeitig alltagstauglich. Städtebauliche Einbindung • Dem Ereignis zentraler Urbanität wird ein frei bespielbares Parkett ausgelegt, welches von der Platzmitte bis an die angrenzenden Straßenzüge reicht. • In dieses Parkett sind akzentuierende Kreisflächen als Kennmale des Platzes eingefügt, welche Zonen rhythmischer Verdichtung und Auflösung schaffen sollen. Als verwebende formale Elemente fügen sie bestehende Raumobjekte in den Platzrhythmus ein und reagieren mit ihrer Verteilung im Raum auf die freien Bewegungsflüsse auf dem Platz. • Drei Gruppen von Sitzelementen und ein freier Baumhain vor dem Alexanderhaus schaffen in Ergänzung der bestehenden Einbauten räumliche punktuel12

• • •

le Akzentuierungen des Platzes. Zusätzlich bilden multifunktionale Mastleuchten eigene Raumelemente. Die Passagen zur Karl-Liebknecht- und Planstraße 1 werden mit regelmäßigen Ahorn-Gruppen als Entrée markiert. Die Dircksenstraße, als Vorplatz zwischen S-Bahn und Alexanderplatz, wird als eigenständiger Straßenraum mit raumprägenden Bäumen begriffen.

Nutzung • Großflächige und interpretierbare Freiräume stehen für temporäre Aktivitäten und Veranstaltungen zur Verfügung. • Aufenthalts- und Treffpunkte bilden 3 Sitzgruppen (vor den Fassaden zum Platzinneren Baufeld D3, D7 und zwischen Baufeld D4 und Alexanderhaus) Sie sind gleichzeitig Bühne und Beobachtungsort in Zuordnung der Raumqualitäten Sonne, Schatten und Anziehungspunkt (Brunnen). • Der Baumhain bietet eine geschützte Aufenthaltsqualität und steht dem Brunnen der Völkerfreundschaft als räumlich- thematisches Pendant gegenüber. • Flächen für temporäre Nutzungen werden explizit

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz ausgewiesen (Cafeterrassen vor Baufeld D4 und D2, Biergarten im Bereich Baumhain, Markt vor dem Berolinerhaus). Medienanschlüsse sind vor dem Berolinahaus vorgesehen.

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• •

Gestaltung • Die verwendeten Materialien bilden eine abgestimmte Materialfamilie in zurückhaltender Farbigkeit und alltagstauglicher Eleganz. • Der Platz ist homogen bis an die Fassaden der angrenzenden Gebäude mit mittelformatigen grüngrauen Granitplatten in 3 Rechtecksformaten belegt (Kreuzfugen). Baumscheiben und Entwässerungseinläufe sind aus gleichem, perforiertem Granit in den Belag integriert. • Kreisflächen aus leicht gewölbten Beton mit einer Bronzeringeinfassung sind spielerisch in den Grundbelag eingefügt und interpretieren in ihrer Materialität u.a. den Charakter von Brunnen und Uhr. • Das Areal Dircksenstraße wird durch einen kleinformatigen Granitplattenbelag mit anderer Oberflächenbehandlung markiert. Eingangs vermittelt eine Baumreihe zwischen Strassen- und Platzraum. • Der freien Baumgruppe aus solitären Platanen (StU 50) im südöstlichen Platzbereich sowie der platzseitigen Fassade Baufeld D7 sind lineare Platzmöbel aus dunkelgefärbtem Sichtbeton zugeordnet. Ihre asymmetrische Gestaltung ermöglicht variable Sitz- und Nutzungsmöglichkeiten. • Dem entgegengesetzt werden mehrere Rechen von leichten, schwarzlackierten (Absorption Sonnenwärme) Holzbänken (Holz auf Edelstahlkonstruktion) platzseitig vor Baufeld D3 angeboten. • Poller und Abfallbehälter sind analog der weiteren Ausstattungselemente aus eloxiertem, anthrazitfarbigen Edelstahl • Mit Metallzylindern umhüllte Entrauchungstürme dienen als Informationssäulen. 4 Türme stehen als Gruppe der Weltzeituhr gegenüber. • Das Beleuchtungskonzept sieht die Ausleuchtung des Platzes über acht 15m hohe Mastleuchten vor. Die multifunktionalen Masten sind mit einer Vielzahl von Rund-Strahlern bestückt und im regelmäßigem Abstand vor den Fassaden positioniert. Die flexible Bestückung erlaubt eine atmosphärische Beleuchtungsdramaturgie zu besonderen Anlässen (z.B. Weihnachtsveranstaltung). Die seitlichen Bereiche werden mit analog gestalteten, einfacheren 6m hohen Mastleuchten illuminiert. • Die Entwässerung erfolgt über ein Netz aus Punkteinläufen. Verkehr • Der neue U-Bahnzugang erhält eine transparente

Glasbalustrade. Die Ausrichtung wurde im Zuge einer ruhigen Raumsituation verändert. Fahrradstellplätze werden dezentralen den U-Bahneingängen zugeordnet. Der Europa-Radweg R1 wird durch eine partiell andersartige Oberflächenbehandlung der Granitplatten in das Gesamtbild integriert.

Realisierbarkeit • Die veränderte Ausrichtung des neuen U-BahnZugangs scheint unrealistisch. • Die Realisierung des Entwurfes im vorgegebenen Kostenrahmen scheint möglich. • Die Realisierung des Entwurfes in Teilabschnitten ist anhand einer Skizze plausibel nachvollziehbar und erscheint realistisch.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, - Realisierungsteil - Ideenteil Dircksenstr. - Ideenteil privat Platzbelag - Granitplatten - gewölbte, kreisförmige Betonplatten Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) - Sitzmöglichkeiten Besondere Objekte

öffentl. 18 7 6

Fläche) Stck. Stck. Stck.

25.385 m² 310 Stck.

210 Stck. ca. 259 lfdm.

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Bureau Alle Hosper, NL-Haarlem

Leitidee „Bewegung ist ein zentrales Motiv. (...) der Platz muss vor allem seine Bewegungsfreiheit behalten um sich als weiteres Stadtzentrum Berlins durchsetzten zu können und für Einige der wichtigste Ort in ihrem täglichen Umfeld zu werden oder zu bleiben.“ Städtebauliche Einbindung • Entsprechend der Leitidee, den Raum als Bewegungsraum auszubilden wird eine niveaugleiche Platzebene geschaffen. • Die Dircksenstraße wird als eigenständiger Straßenraum entwickelt. Der Alexanderplatz gliedert sich in zwei Bereiche: Einen Platz im Zentrum, der Bühne, die sich direkt an das Alexander- und Berolinahaus anschließt und eine Zwischenzone, dem Bühnenraum zwischen der Neubebauung und der Fläche im Zentrum. • Eine Loge bzw. Tribüne bietet als räumlich wirksames Element Aufenthaltsqualität und Spielmöglichkeit. Zudem verbindet sie die beiden Platzbereiche. • Ein Baumdach aus Platanen schließt die städtebauliche Lücke zwischen den beiden Baublöcken D3 und D4 und springt auf den zentralen Platzbereich über.

Nutzung • Die Ausdifferenzierung der beiden Zonen auf der Belagsebene und das städtebauliche Leitmotiv der ungehinderten Querung führt zu einem offenen, flexibel nutzbaren Veranstaltungsort und Bewegungsraum, frei von topographischen Hindernissen. • Einzig im Bereich der Tribüne wird die Querungsmöglichkeit in gewissen Bereichen durch Aufenthaltsorte eingeschränkt. • Die große, offene Platzfläche steht als Freifläche für vielfältige Nutzungen wie Märkte und Veranstaltungen zur Verfügung. • Die Aufenthaltsfläche konzentriert sich im nordöstlichen Bereich des Platzes auf die Tribüne, die darüber hinaus Flächen für Sport und Spiel bereithält. Der Bühnenraum vor den Gebäuden ist ebenfalls offen und frei von vorbestimmten Nutzungen. • Medienanschlüsse für Veranstaltungen sind nicht explizit vorgesehen. Gestaltung • Als Bühne fügt sich die komplette Platzfläche niveaugleich in den Stadtraum ein. • Die Tribüne liegt unabhängig zu den Gebäuden und richtungslos zu den Fassaden.

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Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz • Zentraler Platz und Zwischenzone setzen sich im Bereich der Straßenbahnlinie Alex I mit ihrer Belagsoberfläche über die Gleisanlagen fort und bilden eine homogene Platzfläche aus. Die Belegsoberfläche der Bühne sind 2 x 4m große Betonplatten. Der Bühnenraum erhält eine einheitliche Belagsstruktur aus 20 x 20cm Basaltplatten, die sich in den überdachten Passagen zwischen den Gebäudeblöcken D7/ D1 undD1/D2 fortsetzt. Die Tribüne wird in unterschiedlichen Materialien wie Holz, Stahl, Glas und Beton ausgeführt. Sie dient als Spiel- und Sitzgelegenheit. Die Entwässerung der Platzflächen erfolgt über Schlitzrinnen. Die Schlitzrinnen sind im Plan nicht quantifiziert. 48 Bäume bilden einen Baumhain zwischen den Gebäudeblöcken D3 und D4. Der südliche Bereich des Baumhains liegt auf Anlagen der U-Bahn. Das Beleuchtungskonzept sieht die Beleuchtung der Tribüne mit 13 großen Mastleuchten vor. •

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Die stufenweise Realisierung des Entwurfes in Bauabschnitten ist möglich.

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Verkehr • Der Europa–Radweg R1 wurde gestalterisch nicht weiter thematisiert. • Aussagen zum Standort von Fahrradabstellanlagen wurden nicht getroffen. • Die beiden U-Bahneingänge zur U-Bahnlinie U2 wurden zur Integration in die Tribüne in ihrer Lage geändert. Die beiden Fahrstühle zur U-Bahn wurden in ihrer Lage ebenfalls geändert und den U-BahnEingängen zugeordnet. • Die Belagsfläche zwischen den Gleisen der Straßenbahnlinie Alex I wurde zu Gunsten einer homogenen Belagsart durch die jeweils angrenzende Belagsart ersetzt. • Durch die niveaugleiche Lage im Stadtgefüge ist eine uneingeschränkte Erreichbarkeit aller Einrichtungen durch Feuerwehr-, Service-, und Wartungsfahrzeuge möglich. Realisierbarkeit • Der Verfasser sieht die Verlegung der U-Bahn Eingänge und Fahrstühle vor. • Die Realisierung des Entwurfes im vorgegeben Kostenrahmen erscheint möglich. Die Kosten für die Tribüne und Entwässerungselemente und die Umverlegung der U-Bahn Eingänge und Fahrstühle sind in der Kosteneinschätzung nicht berücksichtigt. • Ein erhöhter Kostenaufwand wird in der Belagsänderung der bestehenden Straßenbahn Alex I gesehen. • Einen besonderen Kostenfaktor in Wartung und Unterhalt stellen die Schlitzrinnen zur Entwässerung der Platzflächen dar.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, öffentl. Fläche) - Realisierungsteil 48 Stck. - Ideenteil Dircksenstr. keine - Ideenteil privat keine Platzbelag - Betonplatten 13.551 m² - Basaltplatten 10.976 m² - topographisches Objekt (Beton / Holz / Glas) 858 m² Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) nicht dargestellt - Sitzmöglichkeiten individuell Besondere Objekte - topographisches Objekt mit U-Bahn-Eingängen, Jugendtreffpunkt und Kiosk (s.o.)

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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BSS Boyer Schulz Strassen, Duisburg

Leitidee: Was (dem Alexanderplatz) fehlt, ist der Stadtboden, der als verbindendes Kontinuum alle Teile diesseits und jenseits der Straßenbahntrasse und alle auf dem Platz eher zufällig angeordneten Einzelelemente (...) zusammenführt. Dieses Defizit wird mit der signifikanten einheitlichen Gestaltung der gesamten Platzoberfläche aufgehoben. Städtebauliche Einbindung • Die beiden identitätsstiftenden Elemente des Platzes, der Brunnen der Völkerfreundschaft und die Weltzeituhr verbleiben an ihren Standorten. • Die U-Bahn-Eingänge und die Toilettenanlage sind jeweils am derzeitigen Standort in den neuen Platzbelag integriert. • Als neue raumbildende Elemente dienen drei Baumreihen auf den der Sonne abgewandten Seiten des Platzes, sowie Bänke und Mastleuchten. • Die einheitliche gestreifte Gestaltung der Platzoberfläche verbindet in gleicher Ausführung die Passagen (Flächen G1 und G2) mit dem Platz. Nutzungen • Die gesamte Platzfläche ist öffentlich für Fußgänger
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zugänglich. Ein Nutzungsschwerpunkt für Sondernutzungen befindet sich vor dem Berolinahaus in Form eines temporären Spielfeldes oder einer Eisbahnfläche. Mögliche Zonierungen für gastronomische Außenbereiche ergeben sich durch leicht abgesenkte Entwässerungsrinnen in der Platzoberfläche.

Gestaltung • Der Plattenbelag besteht aus 2-reihig verlegten hellgrauen und anthrazitfarbenen Granitplatten im Format 60/60 cm. • Für temporäre Absperrungen dienen absenkbare Poller (Granit). • Die angrenzenden Gehwege in der Grunerstraße, Dircksenstraße, Planstraße 1, sind einheitlich mit den gleichen Granitplatten (hellgrau) ausgestattet. • Die Baumscheiben sind als perforierten Granitplatten ausgeführt. • Die U-Bahn-Eingänge werden mit Lichtbögen aus Edelstahl-Glas-Konstruktionen betont. • Die Entrauchungstürme der U-Bahn sind im Entwurf nicht dargestellt. • Im Bodenbelag vor den Bänken befindet sich ein Lichtband mit Texten aus Alfred Döblins „Berlin

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz Alexanderplatz“, ohne jedoch in raumgreifende Konkurenz zu treten. Als Bäume werden Birken (Betula jaquemontii) gepflanzt. (Analog der Plattenstruktur: Schwarzweisse Stämme). Zum Höhenprofil des Platzes wurden noch keine Angaben gemacht. Die Entwässerung soll über Rinnen und Straßenabläufe erfolgen, mit Abdeckungen aus Granit (vgl. Erläuterungsbericht). Die Dircksenstraße wird außerhalb der Straßenbahntrasse einheitlich mit Granitplatten gestaltet.

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Verkehr • Die Straßenbahntrasse wird mit Riffelplatten in den gestreiften Bodenbelag integriert. • Die Fahrradstellplätze sind in der Dircksenstraße und am Berolinahaus konzentriert. • Die Querung des Platzes für Fahrradfahrer ist möglich; jedoch nicht gestalterisch auf eine Fahrspur konzentriert. • Die Befahrbarkeit für Kfz soll mit versenkbaren Pollern temporär eingeschränkt möglich sein. • Taxistand und Straßenbahnhaltestelle sind nicht dargestellt. Realisierbarkeit • Die Herstellung erscheint im vorgegebenen Kostenrahmen möglich. • Eine Kostenschätzung wurde nicht abgegeben. • Eine Realisierung in Bauabschnitten ist möglich.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, - Realisierungsteil - Ideenteil Dircksenstr. - Ideenteil privat Platzbelag - Granitplattenstreifen Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) - Sitzmöglichkeiten Besondere Objekte - temporäres Spielfeld / Eisbahn

öffentl. Fläche) 18 Stck. 10 Stck. keine 25.385 m² 146 Stck. ca. 24 lfdm. 468 m²

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Gerkan, Marg und Partner; Hubert Nienhoff, Berlin / WES + Partner, Wehberg, Kaschke, Betz, Hamburg

Leitidee Ziel ist es, einen Platz zu schaffen, der ein bürgerlicher Weltstadtplatz bleibt und wird. Ein Platz aller Bevölkerungsschichten, ein Ort, der zu Kommunikation und Festen anregen soll. Ein Platz als Bühne für die Bürger. Hier trifft Mann/Frau die Welt. Städtebauliche Einbindung • Im städtebaulichen Konzept wird den Behrensbauten als Torsituation zur historischen Stadtmitte das Halbrund der neuen Gebäude mit ihren...hochaufragenden Hochhäusern gegenübergestellt. • Als platzgestalterische Reaktion auf diese Asymetrie stehen einerseits raumbildende Flutlichtmasten vor den Behrensbauten und auf der anderen Seite eine Treppenanlage vor Baufeld D3 und D4. • Die Platzfläche an sich ist inkl. der Passagen mit einem einheitlichen Plattenbelag als ruhiger, steinerner Platz ausgebildet. Die Ausrichtung des Belages orientiert sich an der Fassade des Baufeldes D7. Der Platz wird zum Gegenpol des grün geprägten Marx-EngelsForum. • Alle Elemente auf dem Platz (U-Bahneingänge, Toilettenanlage, Weltzeituhr, Aufzüge und Gebäude
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erhalten einen Teppich als flächenbündigen Sockel, so daß sie wie über den Platz verteilte Spielfiguren wirken In Erinnerung an die historische Königsstr. schiebt sich der Belag der Rathausstr. einige Meter auf die Platzfläche und verstärkt somit die Torsituation der Behrensbauten. Die Dircksenstr. wird am Bestand orientiert gestaltet und als eigener Strassenraum entwickelt.

Nutzung • Der Platz ist als große, multifunktional nutzbare Fläche angedacht. • Die maximal 3-stufige Treppenanlage soll zum Aufenthaltsbereich und Treffpunkt werden. Sie wird ergänzt durch neugestaltete Sitzelemente, die einige der U-Bahn-Abgänge u-förmig umfassen. • Als teilweise erhöht zum Platz liegende Laden- und Möblierungszonen sind die Bereiche vor den Fassaden angedacht (Abstand ca. 16-18m), die durch die Treppenanlage bzw. die Entwässerungsgosse abgegrenzt werden. • Die Entrauchungstürme werden zu Informationsstelen umgestaltetet. • Bei Marktnutzung sollen die Stände sich parallel zu

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz den Häuserfassaden, um eine innere Kernzone des Platzes formieren. Gestaltung • Das Konzept der Baumgestaltung sieht drei Baumreihen in Verlängerung der Allee der Rathausstr. als Reminiszenz an die Königsstr. vor. Einige Bäume stehen vor dem U-Bahneingang. • Die Passagen G1 und G2 werden einseitig mit Baumreihen verschiedener Baumarten bepflanzt. • Eine Präzisierung bezügl. Baumart und Wuchsform wird nicht gemacht. • Südlich vor dem Alexanderhaus werden eine unbestimmte Anzahl Bestandsbäume als Baumhain erhalten und neu ergänzt. • Als Material des Platzbelages sind 1m x 1m große, in Anlehnung an die Behrensbauten beige-braune Platten sein (Beton- oder Naturstein), im Sockelbereich in einem helleren Farbton. • Sonstige Materialangaben zu Ausstattungselementen, Beläge... werden nicht gemacht • Die Statue der Berolina soll als zusätzliches Platzelement wieder aufgestellt werden (ohne Sockel) • Das Lichtkonzept beschreibt die stadion- bzw. bühnenartige Platzausleuchtung durch 20m hohe Flutlichtmasten, die durch Einzelstrahler differenzierte Lichtbilder erlauben. • Der Platz wird zusätzlich durch ein Raster von Lichtpunkten akzentuiert. • Nicht näher beschriebene Lichtstelen sollen die Haltestellen, sowie die Passagen beleuchten. • Der Platz ist laut Angaben mit einer in Längsrichtung mittig angeordneten Hochpunktachse ausgestattet. Zudem ist aufgrund der Treppenanordnung eine muldenartige Profilierung im Bereich vor den Stufen zu erwarten. • Die Entwässerung erfolgt in süd-westl. Richtung und in den Passagen mittig in eine 80cm breite „Gosse“. Eine präzisere Darstellung der Gosse erfolgt nicht, ebenso wird nicht beschrieben, wie die Entwässerung des Platzes Richtung nord-west vor den Stufen bzw. vor den Fassaden funktioniert. Verkehr • Zu Lage, Anzahl und Gestaltung der Fahrradstellplätze werden keine Aussagen getroffen. • Die Fahrradroute ist nicht ausformuliert • Zwischen Baufeld D3 und D4 stehen ca. 6 Bäume im Bereich der U-Bahntrasse. • Die U-Bahneingänge werden in Anlehnung an Grenander mit einer Bügelkonstruktion gestaltet und durch umlaufende Sitzelemente ergänzt.

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Realisierbarkeit • Die Umsetzbarkeit innerhalb des vorgegebenen Kostenrahmen erscheint möglich. Die Kosten für das Aufstellen der Berolina-Statue wurden in der Kosteneinschätzung nicht berücksichtigt. • In Bezug auf das Lichtrasters sind erhöhte Wartungsund Unterhaltungskosten zu erwarten. • Die angegeben Realisierung in 2 Bauabschnitten erscheint nicht differenziert genug. Das Konzept ermöglicht jedoch auch eine Realisierung in mehreren Bauabschnitten

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, öffentl. Fläche) - Realisierungsteil 22 - 25 Stck. - Ideenteil Dircksenstr. 6 Stck. - Ideenteil privat 16 Stck. Platzbelag - Betonsteinplatten 20.761 m² - „Plattenband“ um Baufelder 3.539 m² - Bodenbelag zwischen Baufeldern D5/D6 747 m² Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) nicht dargestellt - Sitzmöglichkeiten ca. 44 lfdm. Besondere Objekte - U-Bahn-Eingang als Sitzelement ausgeformt ca. 44 lfdm. - „Berolina“-Statue

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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AV 1 Architekten, Butz, Dujmovic, Schanné, Urig, Kaiserslautern

Leitidee Aufgrund der Vielfalt an Ansprüchen und Vorstellungen der unterschiedlichsten Menschen an den Alexanderplatz besteht das Konzept darin, ein ruhiges aber dennoch eindrückliches Erscheinungsbild zu schaffen. ... Ziel ist die Schaffung eines unverwechselbaren Ortes mit hoher Aufenthaltsqualität für alle Berliner und die zahlreichen Besucher der Hauptstadt. Die Autoren sehen ... die Idee eines großen, zusammenhängenden Raumes, der wiederum in einem weiteren Schritt der Feindifferenzierung in Bereiche mit unterschiedlichen Raumeindrücken und Stimmungen gegliedert ist. Städtebauliche Einbindung • Die Hauptelemente des Platzes ergeben sich aus einem einheitlichen, ungerichteten Platzbelag, welcher auf die Polygonalität der Platzkanten reagiert, einem Teilbereich mit Gruppen hoch aufgeasteter Bäume, sowie dem Brunnen der Völkerfreundschaft als deutliches Zeichen. • Der einheitliche Bodenbelag zieht sich durch sämtliche Passagen bis an die angrenzenden Straßenräume sowie bis in den Bereich Dircksenstraße. • Ein schmales Pflasterband führt als Fries um die Gebäudefassaden.
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Vorhandene Elemente (Kiosk, U-Bahnzugänge, etc.) werden in ihrer verstreuten Anordnung thematisch aufgegriffen und durch locker verteilte Ausstattungselemente und Baumgruppen ergänzt.

Nutzung • Der Platz ist als offene und multifunktionale Fläche konzipiert. • Die Aufenthalts- und Verweilzonen konzentrieren sich im Umfeld der Baumgruppen. • Senkelektranten und Senkhydranten sind in der Platzmitte vorgesehen. Gestaltung • Die Platzfläche setzt sich aus großformatigen, polygonalen Granitplatten (graugelb, geflammt) in 3 verschiedenen Maßen zusammen die ein ungerichtetes, quasiperiodisches Muster ergeben. Die Plattenformate wurden speziell mit Mathematikern und Kristallographen in Anlehnung an Vorbildern aus der Natur (Eiskristalle, Rosenblüten) entwickelt. Mit zunehmender Betrachtungsdistanz entfaltet sich ein floral anmutendes Formenspiel. • Die Belagsmaterialien, so auch das Fassadenband aus Bernburger Mosaiksteinpflaster als feine Fuge zwi-

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz schen Gebäude und Plattenfläche, sind von den typischen Berliner Materialien abgeleitet. Locker verteilte Baumgruppen aus Ahorn (Acer freemann ’Autumn Blaz’) und Gleditschie (Gleditsia triacanthos) strukturieren den Platzbereich vor den Behrensbauten. Die lichten Kronen, mit einem Kronenansatz in einer Höhe von 8-10m, scheinen über dem Platz zu schweben. Das jahreszeitliche Farbspiel der Belaubung waren für die Artenwahl ausschlaggebend. Den in freier Form gesetzten Baumgruppen werden Gruppen aus Sitzhockern, Podest und Trinkbrunnen (alles aus Granit) ungerichtet zugeordnet. Linear angeordnete Granitquader (Sitzhocker) und Wasserspiele im einheitlichen Grundmaß gliedern Passage G1 und Passage zur Karl-Liebknecht-Straße. Linear angeordnete Fahrradbügel aus anthrazitfarbenen Flachstahl gliedern Passage G2. Ein Block aus Fahrradständern akzentuiert den Auftaktsbereich zwischen Baufeld D3/D4. Die Entrauchungstürme werden bewusst nicht gestaltet. Die Skulptur „Die Brücke“ wurde zwischen Baufeld D3/D4 gesetzt. Das Beleuchtungskonzept sieht die Ausleuchtung des Platzes über 3 Schwerpunkte vor: Passagen und Straßen zwischen den Gebäuden werden mittels Pendelleuchten illuminiert; südwestlicher Platzbereich mit Baumgruppen mittels Lichtmasten mit 3-4 Spots in ungerichteter Anordnung; nord-westlicher und nordöstlicher Bereich mittels montierten Strahlern an den Fassaden. Die Entwässerung erfolgt über ein Netz aus Punkteinläufen. Einläufe und Baumscheiben werden mit perforierten Granitplatten versehen und in den Plattenbelag integriert.

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Skulptur und Strahler an den Gebäudefassaden sind in der Kostenschätzung nicht berücksichtigt. Zur Realisierung in Bauabschnitten wird keine Aussage getroffen, erscheint aber generell möglich.

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Verkehr • Der Belag der Straßenbahntrasse wird überplant und in das Gesamtkonzept integriert. • Der neue U-Bahneingang wird überdacht. • Weitere Fahrradbügel werden als lineare Elemente zu den U-Bahneingängen gesetzt. • Der Europa-Radweg R1 wird mit Markierungsnägel aus Leichtmetall gekennzeichnet. • Markierung für Sehbehinderte zwischen Bahnhof Alex und Straßenbahnhaltestelle D3/D4 (helle Punkte erhabene Markierungsfarbe) Realisierbarkeit • Die Realisierung des Entwurfes im vorgegebenen Kostenrahmen erscheint mit Einschränkungen möglich. Kosten für die Positionen Markierung, Senkelektrant und -hydrant, Wasserspiel, Umsetzung

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, - Realisierungsteil - Ideenteil Dircksenstr. - Ideenteil privat Platzbelag - Granitsteinplatten, hell, polygonal - Bernburger Mosaiksteinpflaster als Fries um Gebäude Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) - Sitzmöglichkeiten Besondere Objekte - Skulptur „Die Brücke“

öffentl. Fläche) 38 Stck. keine keine 25.358 m² 905 lfdm.

212 Stck. ca. 90 lfdm.

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Heinz Gerbl, A-Wien

Leitidee Im städtebaulichen Rahmen der Gebäudefassaden wird ein „von den Platzbenutzern aktiv benutzbarer und in seiner Dimension auch erfahrbarer Zwischenraum geschaffen, der als eine Art von Spange dem Platz eine in seiner Dimension angenehme Rahmung gibt und gleichzeitig neue Räume entstehen läßt.“ Städtebauliche Einbindung • Aus der Idee der Rahmung eines offenen Platzinneren ergibt sich eine räumliche Zonierung des Alexanderplatzes in drei Bereiche: Offenes Platzzentrum, Aktiver Zwischenraum und Äußerer Bewegungsraum. • Im nordöstlichen Platzbereich wird der aktiver Zwischenraum als Spange aus einem Lichtbankellipsoid gebildet. Zusammen mit der Passage zwischen den Gebäudeblöcken D7/D1 setzt sich die Achse Alexanderstraße über den Platz bis zur Karl-LiebknechtStraße fort. • Im südwestlichen Platzbereich wird die Spange als Grüne Spange aus vegetativen Flächen und linearen Baumreihen gebildet. • In ihrer Oberflächengestaltung setzt sich die innere Platzfläche über den gesamten Bereich des Alexanderplatzes bis in die Zwischenzonen der Gebäude fort
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und bindet den Platz direkt an die Hauptzugänge an. Die gesamte Platzfläche wird durch unterschiedliche Belagsarten gegliedert und zoniert. Dabei nehmen diese Bänder die Flucht der Durchgänge in dem Ellipsoid auf, strukturieren die Platzfläche und stellen die Verbindung der beiden Platzbereiche über die Straßenbahnlinie Alex I hinweg her. Baumreihen schließen die städtebaulichen Lücken der Platzbebauung und stärken die innere Platzkante.

Nutzung • Die offene Mitte erlaubt vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für temporäre Veranstaltungen wie Märkte oder Kundgebungen. • Die Nutzungen konzentrieren sich überwiegend in der Zwischenzone der Spange. Das Lichtband dient überwiegend dem Verweilen. Die Grüne Spange entlang des Berolina- und Alexanderhauses schafft im Gegensatz zur formalen Lichtspange vielfältige Aufenthalts- und Erlebnisräume für verschiedene Nutzergruppen. • Eine ausgewiesene Sport- und Spielfläche bietet die Möglichkeit der sportlichen Betätigung. • Medienanschlüsse für Veranstaltungen sind nicht explizit vorgesehen, jedoch in der inneren Platzfläche

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz realisierbar. Gestaltung • Die Ausformung der Platzfläche erfolgt niveaugleich zur angrenzenden Bebauung, so dass ein barrierefreier Zugang überall möglich wird. • Einzig die beiden Spangen treten in Teilen räumlich in Erscheinung und lenken Besucher und Nutzer. • Die Platzfläche wird aus großformatigen Betonplatten (1,5 x 1,5m) gebildet und durch Streifen kleinformatiger Betonplatten gegliedert. Dunkle Betonplatten heben besonders gestaltete Bereiche hervor. • Den Bäumen zugeordnet finden sich Sitzbänke aus Sichtbeton. Hauptsitzbereich ist das Lichtbankellipsoid, welches auf den umgebenden Flächen durch weitere Sitzbänke ergänzt wird. • Elliptische Flächen mit Rasen, Sand und Schotter bilden Spiel- und Aufenthaltsinseln im Grünen Band. • Im Grünen Band finden sich locker verteilte Steinsessel. • Die Entwässerung des Platzes erfolgt über ein Netz von Punkteinläufen, das die Platzfläche gleichmäßig überzieht. • Neben lichten Baumpflanzungen in der Grünen Spange Gleditschien (Gleditsia triacanthos) finden sich Baumstandorte in den angrenzenden Seitenstraßen der platzbegrenzenden Bebauung mit Spitz-Ahorn (Acer platanoides). Der südliche Bereich des Baumhains zwischen den Blöcken D3 und D4 liegt auf Anlagen der U-Bahn. • Ein Jugendcorner in der südöstlichen Platzhälfte ergänzt den Brunnen der Völkerfreundschaft und die Weltzeituhr. • Das Beleuchtungskonzept sieht die Ausleuchtung des Platzes über Mastleuchten mit indirekter Beleuchtung vor. Darüber hinaus bildet das Lichtbankellipsoid abends eine Lichtspange zur Begrenzung des inneren Platzes. Verkehr • Die Straßenbahn der Linie Alex I wird durch eine lineare Begleitung durch Mastleuchten betont. • Aussagen zur Ausgestaltung der Straßenbahnhaltestellen werden nicht getroffen. • 148 Fahrradstellplätze sind dem Realisierungsteil und 40 Fahrradstellplätze der Dircksenstr. zugeordnet. • Aufgrund der räumlichen Ausbildung der Spange ist die Befahrbarkeit einiger Randbereiche nur bedingt bzw. mit Umwegen möglich. Realisierbarkeit • Die Realisierung des Entwurfes im vorgegebenen Kostenrahmen erscheint möglich. Die Kosten für das Lichtbankellipsoid sind in der Kosteneinschätzung nicht berücksichtigt. • •

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Im Bereich der Spangen wird durch die Nutzungsund Ausstattungsvielfalt ein erhöhter Wartungs- und Unterhaltungsaufwand gesehen. Die Realisierung des Entwurfes in Teilabschnitten ist anhand einer Skizze plausibel nachzuvollziehen und erscheint realistisch.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, - Realisierungsteil - Ideenteil Dircksenstr. - Ideenteil privat Platzbelag - Betonpflasterplatten - wassergebundene Decke - eingefärbter Asphalt - Rasen - Schotter - Sand Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) - Sitzmöglichkeiten Besondere Objekte - Lichtbankellipsoid

öffentl. 37 2 7 23.534 1.159 436 120 80 56

Fläche) Stck. Stck. Stck. m² m² m² m² m² m²

188 Stck. ca. 179 lfdm.

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Michael Triebswetter, Kassel

Leitidee: Der Besucher erlebt den neuen Alexanderplatz als einen offenen, sehr großstädtischen Raum, der angenehm leer gehalten ist und Luft zum Atmen läßt – trotz aller Menschenströme, die aus allen Richtungen über den Platz flanieren. Einige dieser Hauptbewegungsströme der zukünftigen Fußgänger werden in der Platzoberfläche durch eingelassene Schriftzitate aus Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“ vorgezeichnet. Städtebauliche Einbindung • Entsprechend der Idee, den Platz in seinen inneren Konturen frei zu halten, werden die Zwischenräume und Platzzugänge, sowie Abschnitte der Dirksenstraße als Grünräume mit Bäumen bepflanzt. • An den Übergängen zu den Passagen findet ein Materialwechsel statt um den räumlichen Zusammenhang zu betonen. • Als dominante neue Objekte befinden sich drei 35 m hohe Lichstelen auf dem Platz, die die angrenzende Bebauung geringfügig überragen. • Die bestehenden Einbauten (Brunnen, Toilettenanlage und U-Bahn-Eingänge) bleiben erhalten.

Nutzungen • Die gesamte Platzfläche ist für Fußgänger öffentlich zugänglich. • An den Platzrandbereichen sind Freiräume für Außenbestuhlungen vorgesehen. • Eine Veranstaltungsfläche für Sondernutzungen (Markt, etc.) befindet sich in der Mitte des Platzes. • Zum Verweilen befinden sich lange Doppelbänke an den Randzonen und fest installierte Drehstühle am Brunnen der Völkerfreundschaft. Gestaltung • Die innere Platzoberfläche wird aus quadratischen Betonplatten (anthrazitfarben, glimmerhaltiger Zuschlag) im Format 1,80 x 1,80 m gestaltet. • Für die übrigen Beriche werden kleinformatigere Betonplatten (lichtgrau) im Format 0,75 x 0,375 m verwendet. • Die drei Lichtstelen übernehmen die Hauptbeleuchtung des Platzes (sie sind mit unterschiedlichen Strahlern bestückt: breitstrahlige Reflektoren, Punktstrahler, Moving-lights, Projektionen. • In den Randbereichen übernehmen Mastleuchten zusätzliche Beleuchtungsfunktionen.

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Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz • Als Baumart wird Platane gepflanzt; einzelne Exemplare befinden sich auch über den U-BahnSchächten. Für die Entrauchungstürme der U-Bahn sind keine detaillierten Gestaltungsvorschläge dargestellt. Die Platzoberfläche ist im Mittel um 2,0 % geneigt. Mit einem doppelten Dachgefälle erfolgt die Entwässerung über Pendelrinnen. Die Schriftbänder bestehen aus 150 cm breiten Buchstaben (Schrifttyp vgl. Detailplan), die aus Bronce in die Platzoberfläche nivaugleich eingelassen sind. Einzelne Wörten und Buchstaben erheben sich aus der Oberfläche und sind auch als Sitzmöbel nutzbar.

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Verkehr • Die Straßenbahntrasse ist im Entwurf mit dem vorhandenen Belag dargestellt. • Die Befahrbarkeit der Platzfläche für Versorgungsund Rettungsfahrzeuge ist gegeben. • Alle vorhandenen Einbauten- und U-Bahn-Eingänge bleiben erhalten. • Ein barrierefreier Fahrradweg entlang der Straßenbahnlinie ist nachgewiesen. • Fahrradstellplätze sind im Entwurf nicht lokalisiert. • Die geforderten Taxi- und Behindertenstellplätze sind in der Dircksenstraße nachgewiesen. Realisierbarkeit • Die innere Platzfläche sollte aus der Kostenperspektive (Sonderanfertigung Betonplatten) in einem Arbeitsgang hergestellt werden. • Mit dieser Einschränkung ist eine Realisierbarkeit in Bauabschnitten möglich. • Die Einhaltung des vorgegebenen Kostenrahmens für die Platzoberfläche erscheint gegeben. Für die Sonderelemente (Lichtstelen/Gründung und künstlerisch gestalteten Bauteilen (Buchstaben) müssten die Kosten nach weiterer Detaillierung noch überprüft werden.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, öffentl. Fläche) - Realisierungsteil 25 Stck. - Ideenteil Dircksenstr. 9 Stck. - Ideenteil privat 11 Stck. Platzbelag - Betonplatten, dunkel, veredelt 18.315 m² - Betonplatten, hell, gestrahlt 7.070 m² Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) nicht dargestellt - Sitzmöglichkeiten ca. 273 lfdm. Besondere Objekte - in den Platzbelag eingelassene Bronzebuchstaben 587 Stck. - 35m hohe Lichtmasten 3 Stck.

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich/ Bernd Albers, Berlin / Olafur Eliasson, Berlin

Leitidee Höhe und Präsenz der Platzwände, in Kombination mit den Hochhäusern im Hintergrund, verleihen dem Stadt-Raum eine ganz eigenständige großstädtische Intimität und Ruhe, die wir mit dem Konzept von „Platz-Raum-Bühne“ komplementär verstärken wollen. Die Betrachtung des Platzinneren als einen Salon der Stadt - eines grösseren repräsentativen Raumes als Gesellschafts- oder Empfangszimmer – lenkt den Blick auf die Elemente der Platzfläche und deren Szenographie. Städtebauliche Einbindung • Die Interpretation des Platz-Raumes als Salon findet seine Umsetzung im Entwurf durch unterschiedliche Ausformulierung des als räumlich wirksam beschriebene Bodenbelages: • Die untere Schicht ist das großformatig gemusterte Parkett, das von den Außenbereichen bis ins Platzinnere reicht • Als Kernbereich wird im Inneren des Platzes der Teppich mit kleinerer Musterung hervorgehoben, die Kanten verlaufen parallel zu den Fassaden • Die Behrensbauten platzieren sich am Rande auf den Teppich, die Neubauten haben einen Fassaden26

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Abstand von ca. 12m zu ihm. Auf dem Teppich (Bühne) werden 4 Objekte als Möbel im Raum angeordnet: Der umgestaltete Brunnen der Völkerfreundschaft mit erweiterter Wasserfläche Die Weltzeituhr Eine neukonzipierte Mastleuchte in Verlängerung der Flucht Toilettenanlage – U-Bahnzugang . Das 4 eckige Podest mit Baumhain, das sich formell ebenfalls auf die es umgebenden Fassadenfronten bezieht Die Gestaltung und räumliche Verflechtung der Diercksenstrasse wird nicht näher erläutert

Nutzung • Aufenthaltsbereiche werden durch Bänke auf dem Teppich vor dem Berolinahaus (ca. 12m Abstand) vor Baufeld D3 (ca. 15m Abstand) und seitlich des neuen äußeren Brunnenbeckens geschaffen • Weiterhin werden Sitzstufen an der Kante des Podestes angeboten • Als Einkaufs- und Geschäftszonen werden die Bereiche des Parkett-Belages, sowie der Raum vor der platzinneren Fassade des Alexander- und Berolinahauses ausgewiesen

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz • • Weltzeituhr und neue Mastleuchten sollen als Treffund Orientierungspunkt dienen Sonderveranstaltungen und Märkte können südwestl. des Brunnens Richtung Berolinahaus aufgestellt werden.

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Gestaltung • Der Platz stellt sich als ebene, leicht von Süd-Ost nach Nord-West geneigte Fläche dar • Das Podest ist mit Sitzstufen und Treppen gefasst und erhebt sich ca. 1,1-1,2 m über die Platzfläche • Vegetativ gestaltet wird der gesamte Platz ausschließlich durch den Robinienhain, der auf dem Podest in wassergebundener Decke steht. • Das Grundmuster der unterschiedlichen Bodenbeläge ist bei allen wabenähnlich-hexagonal. Die Differenzierung findet durch die jeweilige Mustergröße statt: • Parkett: großformatig aus hell/dunklen Betonplatten, hellen Natursteinplatten und Kleinsteinpflaster • Teppich: halb groß-formativ aus Betonplatten hell/ dunkel, Natursteinplatten hell/dunkel • Mosaik (Belag auf Podest): kleinformatig entspricht Teppich • Der Rückbau des äußeren Ringes des Brunnen der Völkerfreundschaft ermöglicht die Erweiterung des Brunnens zu einer größeren, 4 eckigen Wasserfläche. Die Wasserfläche ist maximal 30 cm tief und der Boden ebenfalls als Teppich-Musterung ausgeführt. • Zur Gestaltung der Bänke, Abfallbehälter, Fahrradparker, Entrauchungstürme und U-Bahneingänge werden keine Angaben gemacht. • Die Toilettenanlage wird leicht gedreht • Vier Lichtelemente akzentuieren den Platz: • Mastleuchte: ca. 21m hoher Mast mit Beleuchtungskranz • Stelenleuchten (6m hoch) im Abstand von ca. 12m zu den Fassaden und entlang der Strassenbahntrasse aufgereiht • Bodenleuchten in der Wasserfläche des Brunnens • Bodenstrahler zur Illumination des Baumhains • Der Teppich wird mittels Trichtergefälle in spezialformatige Einlaufschächte entwässert. Sie sind formal auf das Belagsmuster abgestimmt. • Zwischen den Fassaden wird der Bereich des Parketts in eine Tiefpunktlinie mit nicht näher beschriebenen Einlaufschächten entwässert. Verkehr • Die Fahrradstellplätze sind, ohne einheitliche Zuordnung, dezentral angeordnet. • Die Fahrradroute wird gestalterisch nicht ausformuliert. • Der Belag der Strassenbahntrasse wird überplant und in das Gesamtkonzept integriert

Realisierbarkeit • Die Umsetzbarkeit im vorgegebenen Kostenrahmen erscheint mit Einschränkungen möglich. Kosten für den Teilabriss des Brunnens, Verlegung des WC, sowie Ausstattungselemente (Trinkbrunnen, Papierkörbe, Poller) sind in der Kosteneinschätzung nicht berücksichtigt • Für die Wasserfläche mit Beleuchtung ist ein erhöhter Pflege- und Betriebsaufwand zu erwarten. • Eine Realisierbarkeit in Bauabschnitten ist, wie vorgeschlagen, möglich

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, - Realisierungsteil - Ideenteil Dircksenstr. - Ideenteil privat Platzbelag - „Teppich“ aus Betonsteinplatten und Natursteinplatten, polygonal - „Parkett“ aus Betonplatten, Natursteinplatten und kleinformatigem Natursteinpflaster - Natursteinplatten Brunnen („Teppich“) - wassergebundene Decke - kleinformatiges „Mosaik“ Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) - Sitzmöglichkeiten Besondere Objekte - Mastleuchte - Trinkbrunnen - Erweiterung des Brunnens der Völkerverständigung

öffentl. Fläche) 34 Stck. 8 Stck. keine

14.548 m²

10.429 660 563 430

m² m² m² m²

254 Stck. ca. 105 lfdm. 1 1 Stck. Stck.

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Gross. Max: Baines, Sampey, Hooftman, Edingburgh

Leitidee Wir glauben, dass Platzentwurf sich mit Schichten, Sichtbeziehungen, Bedeutungsebenen, Brüchen, Höhenunterschieden, Perspektiven, Silhouetten, Komplexität, Erwartungen, Kontinuum, Raum, Begrenzung, Verdeckung und Enthüllung beschäftigen muss. Wir glauben, dass die Weite des Platzes den größten Wert darstellt. Dadurch ist Flexibilität möglich ... die räumliche Erfahrung wird die Nutzung provozieren. Leere als höchste Form der Nützlichkeit für das Stadtleben. Die Verbesserung öffentlichen Raumes beruht auf der Sichtbarmachung der Raumes selbst .... Einfachheit wird durch einen Prozess hoher Komplexität erreicht. Die platzzugewandten Fassaden werden als Textanzeigetafeln genutzt. Via Handy und Internet kann mit dem Platz global kommuniziert werden ....das Projekt einer multikulturellen, kommunizierenden Gesellschaft....die Gebäude fangen an miteinander zu sprechen. Wir mögen den Doppelcharakter des Platzes: Klassischer Stadtplatz am Tage, HipHop in der Nacht. Städtebauliche Einbindung • Ziel ist die Schaffung eines weiten, multifunktionalen Raumes. Das Gesamtgebiet wird durch 3 verschiedene Bodenbelagszonen gefasst und miteinander verzahnt.
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Die Zonen sind so angeordnet, dass sie gleichzeitig Teil des Kernbereiches und der Randbereiche sind. Die Grundformen dieser Zonen sowie die Fugenbilder leiten sich von den verschiedenen Baufluchten ab, ohne im direkten Zusammenhang mit den angrenzenden Gebäude zu stehen. Die Weite und Leere des Platzes dient als Plattform für die drei skulpturalen Elemente (ménage a trois) Weltzeituhr, Brunnen der Völkerfreundschaft und Periskopenhain vor Baufeld D4. Eine Kante aus Belagsband & Stufenanlage, gefasst von einer Baumreihe entlang Berolinahaus und Baumhain vor dem Alexanderhaus, bildet einen weiteren räumlichen Schwerpunkt. End- & Anfangspunkte Dircksenstraße werden mit einseitig gesetzten Baumreihen betont. Der Zugang zum Platz wird in Passage G2 durch einen Himmel aus Lichtern betont.

Nutzung • Der Platz ist als offene, multifunktionale und weitestgehend „nutzungsneutrale“ Bühne konzipiert. Aussagen zu Sondernutzungen werden in Form von Pictogrammen getroffen. • Weltzeituhr & Brunnen der Völkerfreundschaft als

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz Erbstücke sowie der Periskopenhain dienen als Anziehungs-, Aufenthalts- und Treffpunkt. Weitere Aufenthaltsorte werden im südlichen Kernbereich vor den Behrensbauten unter den Bäumen mittels Stufenband und Sitzelementen ausgewiesen. Im Bereich Freifläche zwischen Baufeld D3/D4 sowie in den Passagen G1, G2 stehen Sitzelemente zur Verfügung. Die den platzseitigen Fassaden zugeordnete Einkaufszone wird, bis auf Baufeld D4, durch Belagswechsel ablesbar Zur Projektierung von Textnachrichten werden die platzzugewandten Fassaden genutzt. Weltweit können Nutzer interaktiv über Handy und Internet Botschaften gen Himmel schicken und somit mit dem gesamten Platz kommunizieren. Der Besucher des Alexanderplatzes wird Zeuge der Kommunikation von Menschen auf der ganzen Welt. Unterirdisch können Fahrgäste der U2 mittels Periskopen die Stadt bzw. den Alexanderplatz beobachten.

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programmiert werden. Passage G2: Himmel aus Lichtern – Leuchtenhimmel im Rasterformat. Die Textnachrichten auf Fassaden und fünf Periskopen sollen die aufstrebe Richtung betonen und illuminieren indirekt. Ein nicht näher erläutertes Drainageband läuft in westöstlicher Richtung, den Baufeldern D1/D2/D3 vorgelagert. Weitere Entwässerungsangaben liegen nicht vor.

Verkehr • Die Straßenbahntrasse wird in ihrer Oberflächengestaltung neu überplant • Fahrradabstellplätze konzentrieren sich im Bereich Dircksenstraße sowie in den umgebenden Straßenräumen. Im Realisierungsteil werden 28 Fahrradstellplätze dezentral ausgewiesen. • ca. 4 Bäume befinden sich im U-Bahnbereich. Realisierbarkeit • Die Realisierung des Entwurfes im vorgegebenen Kostenrahmen erscheint nicht möglich. Die Kosten für die Positionen Periskopenhain und Fassadenscreens wurden jedoch nicht berücksichtigt. • Der Wartungs- und Unterhaltungsaufwand von Leuchtenteppich, Leuchtenhimmel und Periskope ist zu prüfen. • Realisierung in Bauabschnitten ist nicht ausformuliert, jedoch möglich.

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Gestaltung • Die Belagsebenen im südlichen Kernbereich, den Behrensbauten vorgelagert, verschneiden sich, so dass durch auslaufende Stufenbänder ein max. Höhensprung von ca. 0,45 m entsteht. • Die Platzoberfläche wird durch 3 Belagsarten charakterisiert: Südliche Belagsfläche in hellem Granit mit linearer Verlegestruktur. Nördliche Fläche in großformatigen, hellen, quadratischen, Granitplatten (2,2x2,2m); Kernzone aus dunklen Granitplatten im dreieckigen Grundformat – 2 Platten ergeben das Quadratformat 2,2x2,2m. • Der Brunnen der Völkerfreundschaft wird mit einem 4m breiten Steinring (Belag) gefasst. • Pflasterbänder und Borde gliedern den einheitlichen Granitbelag der Dircksenstraße in seine funktionalen Bereiche. • Lindenreihen säumen den Bereich Dircksenstraße und platzseitige Vorzone Berolinahaus. Ein Robinienhain wird vor dem Alexanderhaus platziert. • Die auf das Fugenbild abgestimmten Baumscheiben als Gitterroste im Bereich Robinienhain werden in Teilbereichen zu Sitzgelegenheiten weiterentwickelt. • Zur Gestaltung und Materialität der elipsenförmigen Bänke in den Passagen, im Zwischenraum Baufeld D3/ D4 & der Sitzelemente entlang Lindenreihe Berolinahaus werden keine Angaben gemacht. Gleiches gilt für Abfallbehälter, Fahrradparker, Entrauchungstürme und U-Bahneingänge. • Die Beleuchtung erfolgt durch 4 Elemente: Lichtkranz: mittels Leuchten an den Gebäuden wird der Platzrand erhellt. Lichtteppich: Zahlreiche im Belag eingelassene Bodenstrahler in Rasteranordnung illuminieren den inneren Platzbereich. Muster können

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, - Realisierungsteil - Ideenteil Dircksenstr. - Ideenteil privat Platzbelag - Granitbelag, dreieckig, dunkel, eingelassene Leuchten - Granitbelag (Streifen), hell - Granitbelag (quadratisch), hell Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) - Sitzmöglichkeiten Besondere Objekte - „Periskope“ - bis 50m hohe Lauflichtmasten - Fassadenscreens an umliegenden Gebäuden zur Anzeige von Textnachrichten (außerhalb des Wettbewerbsgebietes)

öffentl. Fläche) 36 Stck. 13 Stck. keine

15.871 m² 7.033 m² 2.090 m² 80 Stck. ca. 245 lfdm.

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Stck.

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Kamel Louafi, Berlin

Leitidee „Die städtebauliche Figur wird linear mit Sitzelementen, einem leicht geneigten Rasenpodest und flachen Treppen im Halbrund aufgenommen. Die komplementäre Form verleiht dem von vielen Querbezügen durchschnittenen Raum Kohärenz, gliedert ihn zugleich subtil in verschiedene Bereiche und unterstützt markant die Identität des Alexanderplatzes innerhalb des Stadtzentrums.“ Städtebauliche Einbindung • Entsprechend der Idee, eine eigenständige Figur des Alexanderplatzes zu schaffen, wird die Platzmitte und die Raumzone zwischen der Platzmitte und den Gebäuden als eigenständige räumliche Einheit betont. • Sitzquader, Leuchtstelen und ein leicht geneigtes Rasenpodest mit flachen Treppen konturieren die niveaugleiche, innere Platzfläche und bilden unterschiedliche Aufenthaltsbereiche aus. • Als Pendant zum Brunnen der Völkerfreundschaft findet sich als Abschluss der Platzfläche im Südosten ein begehbares Wasserspiel. • Die südwestliche Kante des inneren Platzes wird durch eine Baumreihe zusätzlich betont. • Die Zugänge zum Platz von der Planstraße 1 und der Grunerstraße werden durch Baumgruppen betont.
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Nutzung • Die offene Mitte, in deren Boden Medienanschlüsse integriert sind, bietet Platz für Veranstaltungen aller Art. • Die Zone zwischen Gebäude und innerer Platzfläche soll Raum für Ladenbummel und Gastronomie bieten. • Die räumliche Fassung der Platzmitte soll durch die Sitzquaderreihen und das Rasenpodest mit flachen Stufen vielfältige Aufenthaltsqualitäten bieten. • Das Wasserspiel in der südöstlichen Platzhälfte ermöglicht spielerische Interaktion. Gestaltung • Im niveaugleichen Gesamtraum Alexanderplatz wird die Platzmitte durch großformatige Natursteinplatten (b=1m) hervorgehoben. Die Verlegerichtung nimmt Bezug auf das Alexander- und Berolinahaus. • Die übrigen Flächen werden homogen mit Mosaikpflaster oder kleinformatigen Betonwerksteinplatten gestaltet. Die Dircksenstraße wird über den selben Belag in den Gesamtraum Alexanderplatz integriert. • Die linear zur inneren Platzkante verlaufenden Sitzquaderreihen aus Naturstein sind durch Wegebezüge strukturiert.

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz • Das leicht geneigte Rasenpodest wird von Sitzstufen aus Naturstein begrenzt. Die Belagsfläche des Wasserspiels ist aus Naturstein. • Der Brunnen der Völkerfreundschaft ist in seiner Dimension verkleinert dargestellt. Eine entsprechende Kostenposition ist in der Kostenschätzung des Verfassers enthalten. • Die Gestaltung des neuen U-Bahnhof-Zugangs ist der historischen Gestaltung Greanders angepasst. • Die Passagen zwischen den Baufeldern werden mit einem hochwertigen Natursteinbelag, Leuchten und Kübelpflanzen ausgestaltet und setzen die Freiflächen des Alexanderplatzes in diese Bereiche fort. • Die Entwässerung der gesamten Platzfläche erfolgt über Punkteinläufe. • Die Baumgruppen der Entrees sowie eine, die südwestliche innere Platzkante begleitende Baumreihe sollen mit unterschiedlichen Sorten einer Laubbaumart (z.B.Spitz-Ahorn) Acer platanoides gebildet werden. • Die Baumgruppe an der Grunerstraße und am Berolinahaus stehen auf Anlagen der U-Bahn. • Das Beleuchtungskonzept sieht eine differenzierte Beleuchtung der Geschäftsbereiche und der inneren Platzfläche vor. Um die Intention der eigenständigen städtebaulichen Figur zu stärken wird die innere Platzkante durch Leuchtstelen gerahmt. • Die Ausleuchtung des inneren Platzes erfolgt darüber hinaus über feine Lichtlinien, die in die Belagsfläche integriert sind. • Die Geschäftszone wird hell und freundlich ausgeleuchtet; Streiflichter auf dem Belag strukturieren die Fläche bei Nacht. • Einzelne Beleuchtungsschwerpunkte bilden der Brunnen der Völkerfreundschaft, das Wasserspiel und die Bäume. Verkehr • Aussagen zur Ausgestaltung der Straßenbahnhaltestellen werden nicht getroffen. • Der Verlauf des Europa-Radwegs R1 ist entlang der Straßenbahnlinie Alex I vorgesehen, gestalterisch jedoch nicht thematisiert. • 108 Fahrradstellplätze sind im Realisierungsteil den Gebäuden und den Ein- und Ausgängen der U-Bahn zugeordnet. • Durch eine niveaugleiche Lage der gesamten Flächen ist die uneingeschränkte Erreichbarkeit aller Einrichtungen durch Service- und Wartungsfahrzeuge gewährleistet. Realisierbarkeit • Die Realisierung des Entwurfs im vorgegebenen Kostenrahmen erscheint möglich. Die Kosten für den Umbau des Brunnens der Völkerfreundschaft, das Wasserspiel, Kübelpflanzen und Medienanschlüsse sind

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in der Kosteneinschätzung nicht berücksichtigt. • Ein erhöhter Wartungs- und Unterhaltsaufwand wird in dem begehbaren Wasserspiel in der südöstlichen Platzhälfte gesehen. • Vom Verfasser sind zwei Bauabschnitte, die innere Platzfläche und der Geschäftsbereich zwischen innerer Platzfläche und der Bebauung vorgesehen.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, - Realisierungsteil - Ideenteil Dircksenstr. - Ideenteil privat Platzbelag - Betonwerksteinplatten, Mosaiksteinpflaster, eingelassene LED-Lichtlinien - Natursteinplatten - Rasenfläche - Wasserspiel, Naturstein Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) - Sitzmöglichkeiten Besondere Objekte - Wasserspiel (s.o.) - Kübelpflanzen - Medienanschlüsse

öffentl. 46 7 4

Fläche) Stck. Stck. Stck.

16.226 7.939 833 387

m² m² m² m²

108 Stck. ca. 528 lfdm.

47 12

Stck. Stck.

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Stig L. Andersson, DK-Kopenhagen

Leitidee: Dieses Projekt holt landschaftliche Qualitäten in das zentrale Einkaufsgebiet im Osten Berlins hinein. Stimmungswechsel der Jahreszeiten werden wahrnehmbar und ergänzen das Großstädtische. (...) Vier gestalterische Elemente sind prägend: Höhenstaffelung, Wasser, Wind und Licht. Städtebauliche Einbindung • Mit der Gestaltung einer taktilen Oberfläche, in Form einer subtilen Faltung der gesamten Platzfläche, entstehen Höhenunterschiede bis ca. 1,20 m • Als zusätzliche raumbildende Elemente dienen die skulpturalen Entrauchungstürme und kompakte Bauminseln. Sie entwickeln zusammen mit den vorhandenen Einbauten eine weitgehend unhierarchische Raumbildung. • Die in den Boden leicht vertieften runden Wasserpfützen bilden zusammen mit den ServiceStreifen aus Naturstein ein kleinteiliges Geflecht von neuen Wegebeziehungen und Aufenthaltsräumen, die den Alexanderplatz als einzigartigen Ort charakterisieren sollen.

Nutzungen • Die verschiedenen Größen, Formen und Platzierungen der Bänke und Sitzstufen ermöglichen vielfältige Orte zum Verweilen, Skaten, im Winter Schlittschuhlaufen, auf den gefrorenen Wasserpfützen. • Die in den Platz integrierten Service-Streifen enthalten Medienanschlüsse für Sondernutzungen • Für Veranstaltungen sind zwei Schauplätze ausgewiesen. • Für Straßencafés sind drei Bereiche vor den Baufeldern D3, D4 und dem Berolinahaus vorgesehen. Gestaltung • Die verbindende einheitliche Platzoberfläche wird aus großformatigen Betonfliesen (ca.100 x 200 cm) geformt; kleinformatige Betonfliesen in den überdachten Passagen (ca. 50 x 100 cm). • In die Fläche integriert sind Streifen aus Naturstein (Service-Streifen). • Die Bänke sind mit Sitzflächen aus Holz oder evt. Plastik ausgestattet. • Sitzmöglichkeiten entstehen auch an den Kanten der „gefalteten“ Platzoberfläche.

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Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz • Neben dem Brunnen der Völkerfreundschaft bestehen auch einige permanente Wasserspiegel und eine Vielzahl runder Vertiefungen im Platz, die sich spontan mit Wasser füllen können. Die Entrauchungstürme sind plastisch gestaltet (ineinandergefügte Romben) mit integrierten Scheinwerfern; weitere Lichtsäulen (mit pulsierender Lichtintensität) sind identisch gestaltet. Weitere Beleuchtungsquellen bilden die Erdgeschosszonen der angrenzenden Bebauung, die Bauminseln, ein beleuchtetes Wasserbecken und die punktförmigen grünen Bodenstrahler im Fahrradweg. Ideenteil: Der Bahnhofsvorplatz ist in Naturstein ausgebildet. Die Bauminseln bestehen aus jeweils unterschiedlichen Baumarten (Buche, Robinie, Ahorn, Ginko, Platane).

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Verkehr • Die Befahrbarkeit für Kfz ist ausschließlich in den Gebäudevorzonen möglich. • Für Behinderte sind taktile Leitlinien im Platzbelag integriert. • Der Fahrradweg ist beidseitig der Straßenbahntrasse durch Bodenleuchten gekennzeichnet. • Die Gestaltung der vorhandenen Straßenbahntrasse wird ohne Änderungen übernommen. Realisierbarkeit • Ein Diagramm zeigt die möglichen Realisierungsphasen in vier, den Baufeldern zugeordneten Bauabschnitten. • Eine Realisierung im vorgegebenen Kostenrahmen erscheint möglich. • Zu den Unterhaltungs- und Pflegekosten werden keine Angaben gemacht; sie erscheinen im Hinblick der vielen Wasserflächen und den schrägen Platzoberflächen jedoch vergleichsweise hoch.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, öffentl. Fläche) - Realisierungsteil 58Stck. - Ideenteil Dircksenstr. 19Stck. - Ideenteil privat 2Stck. Platzbelag - Betonplatten, Belag topographisch „gefaltet“ 23,915m² - Natursteinstreifen 1,470m² - „Wasserpfützen“ Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) nicht dargestellt - Sitzmöglichkeiten individuell Besondere Objekte - als Leuchtobjekte ausgeformte Entrauchungstürme 7Stck.

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Andreas Benzig, Berlin

Leitidee Der Alexanderplatz ist die Transformation vom allgemeinen zum eigentümlichen . Allgemein ist ein offener Platz...Eigentümlich ist ein zurückgezogener Platz...Der eigentümliche Platz ist durch Gebäude klar definiert. Es ist ein verkehrsfreier Platz. Sein Charakter ist Präsentation und Repräsentation. Es ist ein Platz der Versammlung. Der eigentümlichePlatz ist ein Forumsplatz. Städtebauliche Einbindung • Das Gebiet ist in zwei Stadträume gegliedert • Vorplätze: Die Zonen zwischen den Gebäuden sind als dicht gestaltete Aufenthalts- und Vorbereitungszonen (Lobbies) zum Hauptplatz konzipiert • Hauptplatz: Er stellt sich gemäß Entwurfsidee als eigentümlicher, leerer Forumsplatz dar, der bis an die Häuserfassaden herangeführt wird. Er ist durch 3 Hauptelemente gegliedert: Bestehender Brunnen der Völkerfreundschaft, Weltzeituhr und neugestaltete Platzrosette mit Kunstwerk als Konzentrationspunkt der Blick- und Wegebeziehungen der Vorplätze.

Nutzung • Durch die Ausstattung mit Bänken und Bäumen wird den Vorplätzen die Haupt-Aufenthaltsfunktion zugeordnet. • Der Hauptplatz stellt eine einheitliche und multifunktionale Fläche dar. Die Platzränder sollen nur in einer Zone von ca. 6m vor den Gebäuden zusätzlich möbliert werden. Gestaltung • Bäume (Birken) stehen ausschließlich im Bereich der Vorplätze inkl. der überdachten Passagen und sind dort geometrisch (Reihe, Allee, Block) oder gestreut wirkend angeordnet. • Der Belag der Vorplätze ist als Kreuzverband aus quadratischen, hell-grauen Granit-Platten (1m x 1m) mit linearem Einfassungsband (Platten ca. 1m breit) aus grauem Granit gestaltet. • Das rautenförmige Muster des Hauptplatzes besteht aus je 4 Dreiecksplatten aus je 2 rötlichen Granitplatten und 2 hellen, weißen Granitplatten • Die Richtung der Bänderung des Rautenmusters mit dunklen Schieferplatten leitet sich von der jeweils ca. rechtwinkligen Anordnung zu den Behrensgebäuden ab.

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Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz • • Innerhalb des Musters hebt sich die Platzrosette durch Belegung mit farbigen Kacheln als dekorativer Teppich für das Kunstwerk ab. Die Entrauchungstürme werden zu einem Hauptentlüftungsturm zusammengefaßt. Dieser Hauptentlüfter soll in ein Kunstwerk integriert sein, dessen Entwurf aus einem Wettbewerb hervorgehen soll. Die Knotenpunkte der Rautenbänderung sind mit Messingabdeckungen ausgestattet, diese integrieren wahlweise Entwässerungseinläufe oder Lichtpunkte Entwässerungseinläufe: regelmäßige Anordnung erlaubt eine gleichmäßige Platzoberfläche Lichtpunkte: Der Hauptplatz wirkt wie ein Sternenhimmel Die Beleuchtung der Vorplätze erfolgt mittels nicht näher erläuterter gusseiserner Straßenlampen und soll einen gemütlichen Charakter vermitteln Die Bänke sind als lehnenlose Blöcke aus grünem Marmor angedacht. •

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Eine Realisierung in Bauabschnitten ist nicht ausformuliert, jedoch möglich.

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Verkehr • Zu Anzahl, Lage und Ausformung der Farradstellplätze werden keine Angaben gemacht • Der Verlauf der Fahrradroute wird gestalterisch nicht ausgewiesen. • Der U-Bahnzugang zur U5 wird als 5m hohe überdachte Bronze-Glas-Konstruktion gestaltet. • Die Straßenbahntrasse soll in der Oberflächengestaltung neu überplant und in das Gestaltungskonzept integriert werden. • 3 U-Bahneingänge und ein Aufzug werden vom Hauptplatz auf die Vorplätze verlegt. In G2 verläuft jedoch kein U-Bahnschacht und zwischen Berolinaund Alexanderhaus werden die Ausgänge direkt auf den Schacht verlegt. • Die 2 Eingänge zwischen D3/D4 und D4/Alexanderhaus werden in ihrer Ausrichtung verändert (gedreht). • Ca. 40 der geplanten Bäume stehen im Bereich der unterirdischen U-Bahnanlagen • Durch die Bank- und Baumstellung zwischen Baufeld D7 und Berolinahaus ist die dortige Zufahrt zur TG nicht möglich. Realisierbarkeit • Aufgrund der starken Eingriffe des Verfassers (Verlegung U-Bahn-Eingänge, Überplanung der Straßenbahntrasse, Zusammenlegung der Entrauchungstürme) und aufgrund der eingesetzten Materialien (Granitplatten, Schieferplatten, Messingabdeckungen, Marmorbänke, Bronze-Glas-Konstruktion) erscheint eine Realisierung innerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens nicht möglich. Der Verfasser schätzt selbst die Baukosten auf 8.985.000 • • Für die Lichtpunkte sind erhöhte Betriebs- und Unterhaltungskosten zu erwarten.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, öffentl. Fläche) - Realisierungsteil 96 Stck. - Ideenteil Dircksenstr. keine - Ideenteil privat 55 Stck. Platzbelag - Granit, rötlich/weiß, dreieckig, m² eingelassene Leuchten 18.078 m² - Granit, hellgrau 6.743 m² - Granit, grau 964 m² - Rosette „farbige Kacheln“ 893 m² Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) nicht dargestellt - Sitzmöglichkeiten ca. 304 lfdm. Besondere Objekte - Entrauchungsturm als Kunstwerk ausgeformt 1 Stck

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Mr. Fung: Frank P. Thomas, Richard Woditsch, Frank Menzel, Berlin

Leitidee Oberdeck Alexanderplatz: Ein Band definiert den Alexanderplatz von morgen. Die Fläche vereinigt vorhandene Identifikationspunkte wie Brunnen der Völkerfreundschaft, Weltzeituhr, Kiosk und zukünftiges Programm zu einem urbanen Aufenthalts- und Erlebnisraum für Reisende, Touristen, Flaneure, Akteure. Der Entwurf interpretiert den Alexanderplatz als einen Ort großstädtischen Charakters, der sowohl durch seine Dimension als auch Materialität den Platz als ganzes definiert. Die Nutzung ist im wesentlichen durch Gebäude und Verkehrsknotenpunkt geprägt und verlangt nach vielschichtigen Möglichkeiten. Aus den dadurch entstehenden Bewegungsrichtungen ergeben sich drei Nutzungszonen: Erdgeschosszone, Oberdeck, Marktplatz. Städtebauliche Einbindung • Das gesamte Quartier wird mit einem einheitlichen Belag definiert. • Ein ringförmiges, topographisches Band = Oberdeck markiert die Kernzone. Verschiedenste Elemente und Nutzungsansprüche werden gebündelt und in das Band integriert. • Die Ausrichtung und Dimension des Bandes reagiert
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auf örtliche Begebenheiten und städtebauliche Anordnung der Gebäude. Die Platzmitte bildet der Marktplatz mit räumlich prägnantem Baumhain. Passagen und Zwischenraum Baufeld D3/D4, definieren sich durch verschiedenartige Ausstattung als individuelle Stadträume. Der Bereich Dircksenstraße wird als Einheit verstanden und gestalterisch eigenständig behandelt.

Nutzung • Die Einkaufs- und Geschäftszonen werden zwischen Gebäude und Band integriert. • Der mittige Marktplatz soll Fläche für vielfältige Veranstaltungen wie Kundgebungen und Markt bieten. • Aufenthalts- und Erlebnisräume für verschiedene Nutzergruppen konzentrieren sich auf dem Band. Diese Aktivzone beinhaltet Kleinspielfeld, Speakers Corner, Snack und Kioskpavillons, Treff- und Aufenthaltszonen, Modellierungen und eine Fläche für temporäre Installationen wie z.B. Eislaufbahn. • Medienpoller für Veranstaltungen sind im Bereich „Marktplatz“ vorgesehen.

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz Gestaltung • Das Oberdeck / Band soll in Teilen räumlich (max. Erhebung 0,8m) in Erscheinung treten und den Besucher und Nutzer lenken. • Die Grundfläche des Platzes bildet dunkles Mosaiksteinpflaster aus Granit. Dieses soll großstädtische Eleganz in seiner Feinheit ausdrücken. • In das dreidimensionale Oberdeck aus Beton mit veredelter Oberfläche werden Holzauflagen zum Sitzen und Liegen („Stadtsofas“) integriert. • Weitere Ausstattungselemente wie Fahrradparker, Abfallbehälter und Entrauchungsturm werden ebenfalls auf dem Band untergebracht. • Auf dem steinernen Marktplatz vereinen sich die typischen Straßenbäume Berlins: Platane (Platanus x hispanica), Rot-Eiche (Quercus rubra), Silber-Ahorn (Acer saccharum ’Luisa Lad’), Esche (Fraxinus exelsior), Blumen-Esche (Fraxinus ornus), Silber-Linde (Tilia tomentosa). Die Auswahl der Bäume ist für den Standort kritisch prüfenswert ! Qualitäten von bis zu 45 Stammumfang sollen ein bereits lebhafteres Bild erzeugen. Die Anordnung in Baumgruppen soll differenzierte Räume schaffen. • Die Platzzugänge erhalten eigene Adressen: Passage G1 Sodasee mit Flamingos; Passage G2 Riesentöpfe mit Zierkirschen; Fläche zwischen Baufeld D3/D4 Rasterfeld aus Lichtsäulen; Sofas in der öffentlichen Passage; Dircksenstraße Belagsmuster in Anlehnung an die jeweilige Fassaden-struktur angrenzender Gebäude. • Das Beleuchtungskonzept sieht die Ausleuchtung des Platzes über 4 Elemente vor: Raumbildendes Feld aus 6,5m hohen Mastleuchten zwischen Baufeld D3/D4; Ausleuchtung der Platzränder über die Fassaden; punktuelle Illuminierung der mittigen Baumgruppen. Ergänzend zum Konzept wird das Oberdeck durch überrollbare Bodeneinbauleuchten mit horizontaler Lichtausbreitung flächig ausgeleuchtet um die dreidimensionale Wirkung des Bandes zu unterstützten. • Die Entwässerung erfolgt über ein Netz aus Punkteinläufen welches die Platzfläche gleichmäßig überzieht. • Zur Orientierung wird ein nicht näher beschriebenes Leitsystem aus „Stehfiguren“ vorgeschlagen. Verkehr • Der Belag der Straßenbahntrasse wird überplant und in das Gesamtkonzept integriert. • Fahrradstellplätze werden in linearen Gruppen den UBahneingängen zugeordnet. Weiter Fahrradparker finden sich gebündelt auf dem Oberdeck / Band. • Der Europa-Radweg R1 wird ohne weitere Gestaltungsangaben mit einer neuen Wegeführung zwischen Neubau U-Bahnzugang und Baufeld D4 ausgewiesen. • Baumstandorte liegen teilweise auf der U-Bahnanlage. (8 Stück) •

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topographische Erhebung des Ortbetonbandes (+80) teilweise auf U-Bahntrasse

Realisierbarkeit • Die Realisierung im vorgegebenen Kostenrahmen scheint möglich. • Im Bereich Oberdeck / Band ist ein möglicher erhöhter Wartungs- und Unterhaltungsaufwand aufgrund der Ausstattungsvielfalt zu prüfen. • Die Realisierung in Teilabschnitten ist anhand einer Skizze nachzuvollziehen und erscheint plausibel.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, - Realisierungsteil - Ideenteil Dircksenstr. - Ideenteil privat Platzbelag - Mosaiksteinpflaster, Granit dunkel - Betonband, topograhish geformt, eingelassene Leuchten Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) - Sitzmöglichkeiten Besondere Objekte - Kleinspielfeld - Snackpavillon - Kiosk

öffentl. 32 11 18

Fläche) Stck. Stck. Stck.

21.530 m² 5.520 m²

256 Stck. ca. 271 lfdm.

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Häfner / Jimenez, Winnfried Häfner, Berlin

Leitidee Der„(...) Beitrag zur Entwicklung des Platzes schließt sich den Konzepten von Martin Wagners Idee des Weltstadtplatzes und seiner Interpretation durch Peter Behrens an. Von diesem Ansatz eines einheitlichen, d.h. aus einem Guss gestalteten Platzes zeugt das Berolina- und das Alexanderhaus. Es ist Ziel unserer Überlegungen, den Behrensbauten und ihrer asymmetrischen Torsituation einen Halt zu geben und in den Platzraum einzubinden.“ Städtebauliche Einbindung • In Anlehnung an das nördliche Halbrund der Wagnerschen Planung spannt sich ein Bogen in Form von sechs 10m hohen Lichtstelen über den Platz. • Eine innere, von der Bebauung abgelöste Platzfläche nimmt die Raumkanten von Berolina- und Alexanderhaus auf. • Entsprechend der historischen Verteilerfunktion des Alexanderplatzes von der Rathausstraße in die radialen Ausfallstraßen erfährt die niveaugleiche innere Platzfläche eine radiale Gliederung. • Die nördliche Raumkante der inneren Platzfläche wird durch das Halbrund der 10m hohen Lichtstelen gebildet. • Die Dircksenstraße wird als eigenständiger Straßenraum
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losgelöst von den Flächen des Alexanderplatzes entwikkelt. • Gliedernde Baumreihen und der Baumhain in den Passagen der Bebauung schließen die städtebauliche Figur und stärken die nördliche Raumkante des Platzes. • Ein Baumblock aus zehn geschnittenen Platanen vor dem Berolinahaus nimmt den Standort des ehemaligen Kaufhauses auf. Nutzung • Die offene Platzfläche erlaubt vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für temporäre Veranstaltungen, Märkte und Kundgebungen. • Im Verlauf des nördlichen, durch Lichtstelen gebildeten Halbrunds finden sich anschließend an die innere Platzkante Sitzgelegenheiten und Ausstattungselemente. • Bereiche mit erhöhter Aufenthaltsqualität sollen der Baumblock am Berolinahaus, der Baumhain in der Passage zwischen den Gebäudeblöcken D3 und D4 und die Baumreihe in der Passage G2 darstellen. • Die radiale Strukturierung der zentralen Platzfläche gibt das Raumgerüst für die Organisation von Märkten vor. Gleichmäßig verteilte Medienanschlüsse im Boden versorgen dabei die temporären Einrichtungen.

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz Gestaltung • Auf Höhendifferenzierungen innerhalb der Flächen des Alexanderplatzes wurde verzichtet. • Die niveaugleiche innere Figur des Alexanderplatzes löst sich als fächerförmige Fläche aus Granitkleinsteinpflaster von den städtebaulichen Kanten des Platzes. • Radial verlaufende Granitplattenbänder (1,2 x 0.75m) strukturieren die richtungslos verlegte Oberfläche des Platzes und unterstreichen den fächerformigen Verlauf der Binnenfläche. • Ein glatter Belag aus Granitplatten(1,2 x 0,6m) bildet die homogene Zone zwischen Binnenfläche und Gebäudefassade aus. • Entlang der nördöstlichen Platzkante der Binnenfläche finden sich im Halbrund durch Sitzbänke aus Betonwerkstein (1,2 x 6,0m). • Im entstandenen Halbrund konzentrieren sich alle raumwirksamen Ausstattungs- und Infrastrukturelemente wie Bänke, Papierkörbe, Fahrradständer, Telefonstelen und Briefkästen. • Weitere Sitzgelegenheiten aus Betonwerkstein mit Holzauflage und weitere Ausstattungselemente finden sich in Zuordnung zu den Baumpflanzungen. • Die Baumpflanzungen sind mit gusseisernen Baumscheiben bündig in den Belag eingebunden. • In die Granitplattenbänder der Binnenfläche sind Einläufe aus Gusseisen zur Platzentwässerung integriert. Die übrige Platzfläche wird ebenfalls über Punkteinläufe entwässert. • Der Baumblock vor dem Berolinahaus soll durch 10 geschnittene Platanen (Platanus acerifolia) gebildet werden. Die Arten des Baumhains und der Baumreihen sind nicht benannt. Der südliche Bereich des Baumhains zwischen den Blöcken D3 und D4 liegt auf Anlagen der sU-Bahn. • Der Bogen der Lichtstelen ergänzt die Lichtskulpturen der Behrensbauten. Farbige Leuchtmittel sollen den Platz in ein differenziertes Licht tauchen. • Die Ausleuchtung der übrigen Flächen erfolgt über Leuchten mit variablen Strahlern. Diese finden sich überwiegend an der inneren Platzkante und in den Passagen zwischen den Baukörpern. • Ergänzt wird dieses Beleuchtungskonzept durch die Ausleuchtung der U-Bahn Ein- und Ausgänge, der Aufzugs- und Toilettenhäuschen, des Brunnens der Völkerfreundschaft und der Weltzeituhr. Verkehr • Die Lage der Straßenbahnhaltestellen der Linien Alex I und Alex II werden unverändert übernommen. Aussagen zur Ausgestaltung der Straßenbahnhaltestellen werden nicht getroffen. • 172 Fahrradstellplätze sind dem Realisierungsteil, 32 Fahrradstellplätze dem privaten Bereich der Passage G2

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zugeordnet. • Die beiden von der BVG geplanten Fahrstühle wurden durch parallel liegende Bauten ergänzt. Eine Funktionszuweisung ist aus den Plänen nicht ersichtlich. • Durch die niveaugleiche Lage der gesamten Flächen ist eine uneingeschränkte Erreichbarkeit aller Einrichtungen durch Service- und Wartungsfahrzeuge gewährleistet. Realisierbarkeit • Die Realisierung des Entwurfs im vorgegebenen Kostenrahmen erscheint möglich. Die Kosten für die Leuchtstelen, die parallel zu den Fahrstühlen liegenden Servicebauten und die Medienanschlüsse in der Platzfläche sind in der Kosteneinschätzung nicht berücksichtigt. • Ein erhöhter Wartungs- und Unterhaltsaufwand wird in dem differenzierten Beleuchtungskonzept gesehen. • Vom Verfasser werden zwei Bauabschnitte vorgeschlagen. Bauabschnitt 1beinhaltet die innere Platzfläche mit dem Halbrund der Leuchtstelen. Bauabschnitt 2 den Geschäftsbereich zur Bebauung. Das Halbrund der Leuchtstelen wird den vorübergehenden Abschluss des Platzes nach Norden bilden. • Die in der Auslobuung vorgegebenen Realisierungsabschnitte wären prinzipell möglich.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, - Realisierungsteil - Ideenteil Dircksenstr. - Ideenteil privat Platzbelag - Granitpflaster, grau - Granitplatten, grau Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) - Sitzmöglichkeiten Besondere Objekte - 10m hohe Lichtstelen - Infrastrukturpunkt

öffentl. 36 9 6

Fläche) Stck. Stck. Stck.

12.981 m² 12.404 m² 204 Stck. ca. 156 lfdm. 6 29 Stck. Stck.

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Regina Poly / Klaus Theo Brenner, Berlin

Leitidee: Die Stadtmitte von Berlin wird als steinerner Platz gesehen.Die vier Festpunkte des Platzes sind Treffpunkte (Brunnen der Völkerfreundschaft, Wasserspiegel, Medienkubus, Weltzeituhr. Dem Brunnen der Völkerfreundschaft wird ein Wasserelement, ein „Himmelsauge“ in gleicher Form und Größe gegenübergestellt. Städtebauliche Einbindung • Durch das Hineinziehen der Bäume in die Bebauungsfugen entsteht ein klarer räumlicher Kontrast zwischen der großzügigen offenen Platzfläche und den geschützten Aufenthaltsbereichen in den Passagen zur Planstraße 1. • Mit der zweiten Brunnenanlage soll eine Betonung der Längsausrichtung des Platzes und eine visuelle Verbindung der beiden durch die Straßenbahntrasse geteilten Platzhälften entstehen . • Der Zusammenhang der beiden Platzflächen wird durch die einheitliche Gestaltung des Bodenbelages gestärkt. Nutzungen • Die vier Festpunkte des Platzes generieren unterschiedliche Nutzungsschwerpunkte:
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•

• •

Aufenthaltsbereiche (Sitzen an den beiden Brunnenschalen), Information (Videoscreen an der Glasbox), Bühnen für Meinungsäußerung, LiveÜbertragungen, Speakerscorner, etc., Weltzeituhr. Die gesamte innere Platzfläche ist freigehalten als Durchgangsraum, bzw. für Märkte oder als Veranstaltungsraum. In den hausnahen Bereichen ist eine (mobile) Bestuhlung für Außenbewirtschaftung dargestellt. Eine Nutzung der alten Unterführung (unter der Planstraße 1) wird für Jugendtreff und Infopunkt vorgeschlagen.

Gestaltung (Material) • Die Platzoberfläche wird innerhalb quadratischer Segmente (ca. 4,0 x 4,0 m) aus Naturverbundsteinplatten (Granit) in unterschiedlichen Längen, Läuferverband, hergestellt. Die Bänderung besteht aus helleren Granitplatten. • Höhenangaben zur Platzoberfläche sind nicht dargestellt. • Der Kiosk und die Toilettenanlage wird mit einem gläsernen Medienkubus umbaut. • Unterschiedliche Ahornarten (Acer palmatum, monspessulanum, rubrum) prägen den Charakter je

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz einer Hauspassage. Doppelte Mastleuchten verbinden und umrahmen beide Brunnenschalen. Die nächtliche Lichtintensität konzentriert sich auf die Platzmitte. Der Medienkubus ermöglicht Interaktionen mit anderen Hauptstadtplätzen der Welt. Zusätzliche Entrauchungstürme der U-Bahn werden in Edelstahl (nach derzeitigem Vorbild) ausgeführt. Der Brunnen der Völkerfreundschaft erhält einen neuen Fontänenring. Der Stufenring am neuen Brunnen ermöglicht sowohl nach innen, als auch nach außen gerichtetes Sitzen. Bänke (lehnenlos) befinden sich in den Passagen, analog der Pflasterstruktur angeordnet. Die Behrensplastik erhält einen neuen Standort am Marx-Engels-Forum.

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•

• • • • • •

Verkehr • Die gesamte Platzfläche ist potentiell auch für Kfz, bzw. Rettungsfahrzeuge befahrbar. • Ein Fahrradweg wird seitlich der Straßenbahntrasse als Fahrbahn ausgebildet. • Fahrradstellplätze befinden sich am Bahnhof, am Berolinahaus, am U-Bahn-Eingang Alexanderstraße und an der Straßenbahnhaltestelle. Realisierbarkeit • Eine Realisierbarkeit im vorgegebenen Kostenrahmen erscheint möglich. • Die Realisierung in einzelnen Bauabschnitten ist möglich. Eine Pflasterfuge in 6m Abstand zu den Häusern wird als Grenzziehung der Bauabschnitte vorgeschlagen. • Es erhöhen sich Unterhaltungskosten für den Betrieb einer zweite Brunnenanlage.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, - Realisierungsteil - Ideenteil Dircksenstr. - Ideenteil privat Platzbelag - Verbundsteinplatten mit Granitvorsatz, verschiedene Farben Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) - Sitzmöglichkeiten Besondere Objekte - Wasserspiegel - Medienkubus

öffentl. Fläche) 23 Stck. keine 32 Stck.

25.733 m² 176 Stck. ca. 33 lfdm. 249 216 m² m³

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Mario Bobsien, Berlin

Leitidee Unser Ziel ist ein metropolitaner Platz, der die beeindrukkende Skyline der umstehenden Gebäude aufgreift und inszeniert. Wichtige Bestandteile sind daher die offene Mitte mit der klaren Konturierung durch einen rechteckigen Teppich, der durch zwei gegenüberliegende Pole gespannt wird. Städtebauliche Einbindung • Das gesamte Wettbewerbsgebiet wird als Einheit verstanden und mit einem einheitlichen Pflasterbelag als solche gekennzeichnet. • Ein zentraler Platzbereich setzt sich als frei auf der Fläche liegender rechteckiger, zum Baufeld D7 orthogonal angeordneter Teppich (ca. 140 x 45m) aus Plattenbelag ab. • Auf diesem Teppich steht dem Brunnen der Völkerfreundschaft die neuplatzierte Weltzeituhr mit radial zu ihr gelegener Panoramabank als Pendant gegenüber. • Konzeptionell wird der Platz zudem in eine Sonnenund eine Schattenseite untergliedert, was durch entsprechende Baumstellungen verstärkt wird: an der nördlichen Platzkante (=Sonnenseite) stehen vor den Gebäudefassaden keine Bäume, die Schattenseite der
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•

südlichen Platzkante wird durch die Fassung der Behrensbauten mit Baumreihen und einer Allee in der Dircksenstrasse betont. Besondere Leuchten mit Sockel markieren die Platzeingänge an den Schnittstellen zu den umgebenden Straßen

Nutzung • Der Platz ist als offene, multifunktionale und weitestgehend nutzungsneutrale Bühne konzipiert • Durch Neuinszenierung der Weltzeituhr mit Ergänzung durch eine um die Uhr rotierende Panoramabank (360° Rotation/Std), wird ein zusätzlicher Anziehungs- und Aufenthaltspunkt geschaffen • Süd-westl. des Brunnens der Völkerfreundschaft sind Wasser-Spielelemente für Kinder als bodenbündige Fontänen angedacht. • Die Laden- und Geschäftszonen sind platzseitig in einem Bereich bis zu 12m vor den Fassaden vorgesehen. Eine Abgrenzung dieser Zone erfolgt mittels linear angeordneter Bank-Leuchten. Gestaltung • Die gesamte Fläche ist mit dem gleichen Material in verschiedenen Farben und Formaten gestaltet. Es soll

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz ein verschleißfester Hartsteinbelag (graublau oder graugelb) Verwendung finden: Zentraler Teppich aus großformatigen Platten (2,13 x 2,13 x 0,2 m) 60 cm breite Diagonal-Bänderung des Teppichs mit Platten aus dunklerem Material übrige Fläche als Pflaster ( 0,4 x 0,2 x 0,18m). Querneigung der Pflasterrichtung zum Teppich ca. 45°. Die Panoramabank ist als doppelseitig besitzbare bequeme Holzbank mit einem Durchmesser von ca. 26-27 m geplant. Die Kreisbogenform weist eine Öffnung von ca. 14 m auf. Unter der hölzernen Drehscheibe sitzt das Riemengetriebe, das durch einen Elektromotor angetrieben wird. Bänke, Leuchten und Entrauchungstürme sind speziell für den Alexanderplatz gestaltet und als sog. Metropolenleuchten teilweise miteinander kombiniert. Es werden 4 Typen der Metropolenleuchten dargestellt, die auch die Ladenzone vor den Geschäften abgrenzen. Der Körper der Leuchten ist aus Edelstahl, der Leuchtzylinder aus weißmattem Plexiglas: M1: Aufsatzleuchte auf Entrauchungsturm M2: Aufsatzleuchte auf Steinsockel zur Markierung der Platzeingänge M3: Einzelleuchte M4: Bankleuchte mit lehnenloser Bank aus Edelstahl und Lärchenholz Der Belags-Teppich wird zusätzlich mittels eines zeitweise pulsierenden Lichtteppichs aus Flächenleuchten (6m lang, 0,2 m breit) und einem Leuchtring an der Drehscheibe der Panoramabank illuminiert. Die Leuchtimpulse sind auf das Intervall der rotierenden Bank abgestimmt. Die Entwässerung des leicht quergeneigten Teppichs (nord-west nach süd-ost) wird über Schlitzrinnen gewährleistet, diese sind in das Muster der Querbänderung integriert. Die äußere Fläche erhält Straßenabläufe in den Gefälletiefpunkten zwischen den Leuchtenreihen.

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• • • •

Realisierbarkeit • Die Realisierbarkeit im vorgegebenen Kostenrahmen erscheint ohne Berücksichtigung der Kosten für die Konstruktion und Drehmechanik der Panoramabank mit Weltzeituhr und den Spielfontänen möglich. • Für die Mechanik der Drehscheibe und des Lichtteppichs sind ferner erhöhte Wartungs- und Betriebskosten zu erwarten • Eine Realisierung in Bauabschnitten ist nicht ausformuliert, jedoch möglich.

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• • • •
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Verkehr • Die Fahrradstellplätze werden als einfache Bügel aus Edelstahl jeweils den S- und U-Bahneingängen zugeordnet. • Der Verlauf der Fahrradroute wurde gestalterisch nicht thematisiert. • Ca. 60 Baumstandorte liegen auf der U-Bahntrasse. Dies verteilt sich auf die Dircksenstr., Fläche zwischen Baufeld D3 und D4 und die Fläche zwischen D4 und Alexanderhaus. • Der Verlauf der Bestandsleitungen unterhalb der Panoramabank-Konstruktion ist zu überprüfen

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, - Realisierungsteil - Ideenteil Dircksenstr. - Ideenteil privat Platzbelag - Natursteinplatten, kleinformatig - Natursteinplatten, großformatig Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) - Sitzmöglichkeiten Besondere Objekte - mechanisches Hozplateau mit Panoramabank - „Metropolenleuchten“ - Spielfontänen

öffentl. 37 46 15

Fläche) Stck. Stck. Stck.

17.735 m² 7.650 m² 262 Stck. ca. 366 lfdm.

95 37 14

m² Stck. Stck.

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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BFM-Architekten: Flohre, Mocann, Köln

Leitidee Unser Vorschlag unterstützt den sehr großstädtischen Charakters der Bebauung auf eigene Weise. Wir schlagen die Schaffung eines großzügigen, eingefassten Platzraumes vor. Der Belag ... betont den steinernen Charakter der Gebäude. Durch Baumreihen welche die Platzmitte einfassen kommt ein natürliches Element ins Spiel. Die chaotische Geometrie des Belages im Gegensatz zur organischen Struktur der Baumreihen bilden zusammen einen Kontrast zur strengen Ordnung der Bebauung. Farbige Lichtbänder und Entrauchungstürme setzen frische Akzente und erleichtern die Orientierung. Städtebauliche Einbindung • Das Gesamtareal erhält einen einheitlichen Plattenbelag. Ausgenommen sind Dircksenstraße und die beiden überdachten Passagen – hierzu werden keine weiteren Aussagen getroffen. • Die Platzfläche wird durch gebogene Baumreihen, Weltzeituhr, Brunnen der Völkerfreundschaft und seinen Gegenpol Pavillon räumlich gegliedert. • Die Baumreihen fassen die Platzmitte ein, dabei bildet sich ein äußerer Bereich (Geschäfts- und Ladenbereich) und eine innere Zone.
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• •

Akzente setzen farbige Bänderungen und als Farbund Klangskulpturen verkleidet Entrauchungstürme. An den Stirnseiten der Behrensbauten stehen sich zwei Baumgruppen gegenüber (Verlängerung Rathausstraße).

Nutzung • Aufenthalts- und Erlebnisräume konzentrieren sich unter den Baumreihen, Brunnen der Völkerfreundschaft und Pavillon. • Durch die Zonierung der Baumreihen mittels zugeordneten Sitzelementen, welche zum Verweilen oder für sportliche Aktivitäten dienen, werden einzelne Nischen für unterschiedliche Nutzergruppen gebildet. Ein ungestörtes Nebeneinander soll geschaffen werden. • Zur stärkeren Identifikation sollen bestimmte Bereiche von Jugendlichen gestaltet oder temporär möbliert werden. • Ein Pavillon für Kinder und Jugendliche als Regenschutz mit Sozialstation, Kiosk, WC-Anlage wird mittig zwischen Alexander-haus und Baufeld D4 angeordnet. • Weitere punktuelle Aufenthaltsbereiche werden durch verstreut angeordnete dreiecksförmige Sitzelemente

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz auf dem Gesamtareal angeboten. Vor den Gebäuden werden Laden- und Gastronomiebereiche vorgeschlagen.

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Gestaltung • Aussagen zur Höhenentwicklung werden nicht näher dargestellt. • Die Platzfläche wird mit veredelten, großformatigen (3x4m) Ortbetonplatten mit Edelstahlfugen gestaltet. • 0,5m breite Lichtbänder und Edelstahllinien durchschneiden den Platzbelag. • Dreiecksförmige Sitzelemente aus massiven Holzbohlen werden in das Fugenbild der sich kreuzenden Linien integriert. Rechteckige Sitzelemente (3x1,5m) aus gleichem Material werden unter den Baumreihen angeordnet. • Der Pavillon besteht aus einer Glas-Stahl-Konstruktion (transluzentes, keramisch bedrucktes Glas) • Abfallbehälter, Fahrradständer, Baumscheiben werden analog zu Pavillon und Mastleuchten in anthrazitfarbenen Metall (Oberfläche: Glimmer 701) gehalten (handelsübliche Fabrikate). • Die gebogenen Baumreihen werden durch Schnurbaum (Sophora japonica) & Rote Rosskastanie (Aesculus x carnea) gebildet. • Die Beleuchtung des Platzes erfolgt über 3 Elemente: flächig im Raster angeordnete Mastleuchten (4,60m Höhe); Entrauchungstürme in Form von Lichtsäulen für Nachrichten; different gerichtete Bodenlichtbänder im gesamten Areal. • Die Entwässerung erfolgt über ein Netz aus Punkteinläufen. Verkehr • Der Belag der Straßenbahntrasse wird überplant und in das Gesamtkonzept integriert. • Fahrradstellplätze werden jeweils den Gebäudeecken, den U-Bahneingängen und dem Pavillon in Gruppen zugeordnet. • Aussagen zum Europa-Radweg R1 werden nicht getroffen. • Ca. 23 Bäume befinden sich im U-Bahnbereich. Realisierbarkeit • Die Realisierung des Entwurfes im vorgegebenen Kostenrahmen scheint mit Einschränkung möglich. Aufgrund des heterogenen Fugenbildes und der großformatigen Platten sind die zu erwartenden Schnittmaßnahmen beim Einbau / Sonderanfertigungen kostentechnisch zu prüfen. • Durch die Gestaltung mit Lichtbändern ist mit einem erhöhten Wartungs- und Unterhaltungsaufwand zurechnen. • Zur Realisierung des Entwurfes werden keine Angaben gemacht.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, - Realisierungsteil - Ideenteil Dircksenstr. - Ideenteil privat Platzbelag - Ortbeton mit Edelstahlfugen - glasgedeckte Leuchtstreifen Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) - Sitzmöglichkeiten Besondere Objekte - Pavillon mir Sozialstation, öfftl. WC öfftl. WC und Kiosk

öffentl. Fläche) 54 - 60 Stck. keine keine 27.050 m² 3.186 lfdm. 396 Stck. ca. 126 lfdm.

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Dirk Junker, Hamburg

Leitidee „Die Proportionen des architektonischen Raums vermitteln dem Betrachter einen geschlossenen Raumeindruck, der sich auf die in diesem Entwurf hervorgehobenen Ränder des zentralen Platzes konzentriert. Es entsteht ein im klassischen Sinne gegliederter Platz, der in seiner homogenen Gestaltung nur wenige spielerisch ergänzte Elemente benötigt. Aus dem großen Platzraum entsteht im Sinne einer Raumhierarchie eine Unterteilung in kleinräumigere Orte als Teil eines großen Ganzen.“ Städtebauliche Einbindung • Eine geometrische Platzfläche, der Festsaal Berlins senkt sich durch Treppenstufen, die den Platz südwestlich und nordöstlich begrenzen, leicht in die umgebenden Flächen ein. • Die Flächen zwischen zentralem Platz und städtebaulicher Figur sind aus einem einheitlichen Material gestaltet. • Der Straßenraum der Dircksenstr. wird über die selbe Belagsart an den Großraum Alexanderplatz angebunden. • Baumarkaden verstärken die Raumkanten des inneren Platzbereiches und schließen die städtebaulichen Lücken der umgebenden Bebauung.
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• Lichtmasten spannen ein Lichtnetz über die zentrale Platzfläche. • In den Randbereichen des zentralen Platzes bilden sich kleinräumige Bereiche. • Die beiden Elemente Brunnen der Völkerfreundschaft und Weltzeituhr werden durch ein neues drittes Element, eine interaktive Mediensäule ergänzt. • Die Passagen zwischen den Gebäudeblöcken bilden die Fortführung des Alexanderplatzes in Belagsart und Funktionalität. Nutzung • Die offene Platzfläche, der Festsaal, wird an beiden Flanken niveaugleich angebunden. Er bietet Raum für vielfältige Veranstaltungen wie Märkte und Kundgebungen. • Die durch Baumreihen und Baumhain definierten Zonen zwischen innerer Platzfläche und Gebäudefassaden bilden kleinräumige Aktions- und Kontemplationsbereiche. • Der lichte Baumhain im Südosten des Platzes wird durch Kleinbauten dauerhafter Läden und Gastronomie funktional ergänzt. • Die Sitzstufen unter den, die Längsseiten des Platzes begleitenden Baumreihen, bieten Aufenthaltsräume an

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz der inneren Platzfläche. Gestaltung • Der Festsaal, die zentrale Platzfläche, vertieft sich leicht gegenüber den umgebenden Flächen und bildet an seinen Längsseiten Sitzstufen aus Naturstein zur Platzfläche hin aus. • Als Oberflächenbelag ist ein einheitliches Natursteinmaterial vorgesehen, welches im zentralen Bereich aus großformatigen, glatten (1,2 x 1,0m) und in den Umgebungsbereichen aus kleinformatigen, gestockten Plattenbändern (3 unterschiedliche Formate) gebildet wird. • Großformatige lineare Plattenbänder (1,5 x 0,75m) liegen vor den Gebäuden der Randbebauung. • 3,0 x 0.6m große Natursteinbänke mit Schattenfuge kommen in den Aufenthaltsbereichen zum Einsatz. Fahrradständer und Mülleimer werden in verzinktem Stahl ausgeführt. • Die Kleinbauten sollen in einer Konstruktion aus Stahl und Glas ausgeführt werden. • Als Baumarten sind Platanen (Platanus acerifolia) vorgesehen. Die Platanen der Baumreihen und Baumhaine stehen niveaugleich mit Unterflurbaumrosten oder gusseisernen Baumrosten im Belag. • Die Baumreihe vor dem Gebäudeblock D3 und große Bereiche des östlichen Baumhains zur Grunerstraße stehen auf Anlagen der U-Bahn. • Die Entwässerung erfolgt über Entwässerungsrinnen bzw. gemuldete Kleinsteinpflasterstreifen mit Punkteinläufen, die den Gebäudefassaden vorgelagert sind. Die Einläufe sind nicht quantifiziert. • Lichtmasten, die mit Naturstein verkleidet werden, bilden die Konstruktion für ein, den zentralen Platz überspannendes, Lichtnetz. • Mastleuchten illuminieren die Baumreihen und den Baumhain. • Kioske, Litfaßsäule und Kleinbauten leuchten aus sich heraus. Der Brunnen der Völkerfreundschaft, die Weltzeituhr und die Mediensäule werden als Einzelobjekte direkt angestrahlt. Verkehr • Die Lage der Straßenbahnhaltestellen der Linien Alex I und Alex II werden unverändert übernommen. • Die Belagsfläche zwischen den Gleisen der Straßenbahnlinie Alex I wurde zu Gunsten einer homogenen Belagsart durch die jeweils angrenzende Belagsart ersetzt. • 30 Fahrradstellplätze sind im Realisierungsteil, 28 Fahrradstellplätze in der Dircksenstr. und 30 Fahrradstellplätze in den privaten Passagen vorgesehen. • Die uneingeschränkte Erreichbarkeit von Einrichtungen durch Service- und Wartungsfahrzeuge ist durch den Niveauunterschied zwischen innerer und äußerer

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Platzfläche sowie die kleinräumige Strukturierung der äußeren Platzfläche im Bereich Grunerstr. erschwert. Realisierbarkeit • Die Realisierung des Entwurfs im vorgegebenen Kostenrahmen erscheint nicht möglich. Die Kosten für Kioske, Mediensäule und das Lichtnetz sind in der Kosteneinschätzung nicht berücksichtigt. • Ein erhöhter Kostenaufwand wird in der Belagsänderung der bestehenden Straßenbahn Alex I gesehen. • Vom Verfasser werden keine Aussagen zu einer stufenweisen Realisierung der Baumaßnahme getroffen. Eine phasenweise Realisierung des Entwurfes erscheint möglich.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, - Realisierungsteil - Ideenteil Dircksenstr. - Ideenteil privat Platzbelag - Granit- oder Granitwackerplatten - Kleinpflasterstreifen vor Gebäuden - Kleinpflasterstreifen als Entwässerungsrinne Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) - Sitzmöglichkeiten Besondere Objekte - Kioske / Imbisse - Mediensäule

öffentl. 48 17 20

Fläche) Stck. Stck. Stck.

26.605 m² 262 m² 183 m²

88 Stck. ca. 36 lfdm. 8 1 Stck. Stck.

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Büro Menke, Dortmund

Leitidee: Den neuen Alexanderplatz prägen drei Elemente: Der Brunnen, die Bäume, eine skulpturale Steinbank, die beide (Bereiche) miteinander verbindet. Die Steinbank begleitet die Fußläufigkeit West-Ost über den Platz, von der Glaspassage beim Kaufhof bis zur Platzkante am Alexanderhaus. Städtebauliche Einbindung • Die skulpturale Sitzbank betont die Verbindung über den Platz von der Alexanderstraße zur Memhardstraße • Die große offene Platzfläche ermöglicht freie Blickbeziehungen; der Platz ist für alle möglichen Wegebeziehungen offen gehalten. • Mit dem Kastanienhain und dem davor liegendem abgesenkten Platzbereich entsteht gegenüber dem Brunnen der Völkerfreundschaft ein entsprechender Aufenthaltsbereich, der auch die beiden Platzseiten räumlich akzentuiert. • Alle bestehenden Einbauten bleiben erhalten. Nutzungen • Der zentrale Platz ist frei nutzbar für Märkte, Feste und Veranstaltungen.
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Durch eine Vertiefung/Sitzstufe im Platzbelag ist ein Open-air-Bereich für spontane Aktionen vorgesehen (z.B. Breakdance, Beachvolleyball, Speakerscorner). Standorte für Außengastronomie und Biergarten befinden sich unter dem neuen (ergänzten) Kastanienhain. Die Passagen dienen als Ruhezonen und sind für Sondernutzungen, wie Skulpturen im öffentlichen Raum (mit wechselnden Ausstellungen) vorbehalten.

Gestaltung (Material) • Die Platzoberfläche wird im zentralen Bereich durch Betonpflaster, 15/15 cm, gestockt grau, ausgebildet. • Die Gehzonen und der Bereich um den Brunnen der Völkerfreundschaft, sowie alle übrigen Flächen sind mit rechteckformatigen Gehwegplatten (Betonplatten, 20-40 b, 14 cm stark, geschliffene Oberfläche, lichtgrau) im Läuferverband ausgebildet. • Der topograph. Hochpunkt liegt in der Platzmitte mit durchschnittlich 3 % Gefälle zu den Platzrändern. • Die Entwässerung erfolgt über Punkteinläufe. • Vier Lichtsysteme mit unterschiedlichen Funktionen werden eingesetzt: Mastleuchten mit reflektierenden Lichtsegeln zur Grundausleuchtung des Platzes, Lichbänder in den Bänken (objektbezogen),

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz Bodenleuchten im Kastanienhain, leuchtender Schriftzug „Alex“ aus LED- Bodensteinen. Entlüftungen der U-Bahn sind im Grundriss nachgewiesen, jedoch gestalterisch nicht detailliert dargestellt.

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Verkehr • Zufahrten für Rettungsfahrzeuge sind über die Gehzonen funktional möglich, jedoch im Bereich der Passagen durch die Anordnung der Bänke und Lichtmasten nur eingeschränkt möglich. • Taktile Streifen (im Entwurf nicht dargestellt) kennzeichnen den Radweg. • Fahrradstellplätze werden in den Gehzonen am Bahnhof und dem Bereich zwischen Baufeld D3 + D4 vorgeschlagen (Anzahl nicht dargestellt). Realisierbarkeit • Eine Realisierung im vorgegebenen Kostenrahmen erscheint möglich. • Die Realisierung nach Baufortschritt der Hochbauten ist auch in Teilabschnitten möglich. Die Verfasser schlagen vor, mit dem zentralen Bereich zu beginnen. • Die Unterhaltungskosten bewegen sich im durchschnittlichen Rahmen.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, öffentl. Fläche) - Realisierungsteil 14 Stck. - Ideenteil Dircksenstr. 6 Stck. - Ideenteil privat 20 Stck. Platzbelag - Betonplatten, großformatig 15.635 m² - Betonpflaster, eingelassene LED-Bausteine 9.308 m² - wassergebundene Decke 792 m² Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) nicht dargestellt - Sitzmöglichkeiten ca. 436 lfdm. Besondere Objekte - geschwungene Granitbank mit Leuchtband

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Carsten Krohn, Jochen Manz, Berlin

Leitidee Wir wollen einen freien und städtischen Platz schaffen. Um ein Höchstmaß an Flexibilität zu erreichen, soll nur das, was absolut notwendig ist, fest installiert sein. Der Alexanderplatz wird dadurch einen Freiraum bilden, der unterschiedliche Nutzungen ermöglicht... Deshalb sieht unser Konzept nicht das Hinzufügen, sondern das Reduzieren vor. Städtebauliche Einbindung • Gemäß der Entwurfsidee wird ein betont freigeräumter Platz im Inneren als große multifunktionale, einheitlich gestaltete Fläche geschaffen, der bis an die Fassaden herangeführt wird. • Durch Materialwechsel des Bodenbelages in Flucht der Gebäudekanten soll das Überschreiten einer Schwelle zum äußeren Platz verdeutlicht werden. • Alle Bereiche zwischen den Gebäuden, die Passagen und die Dircksenstrasse erhalten demzufolge als äußere Platz eine eigene städtebaulich-gestalterische Zuordnung. • Der zukünftig als standort- und nutzungsbezogen fehlplatziert empfundene Brunnen der Völkerfreundschaft wird auf die Freifläche zwischen Fernsehturm und Bahnhof verlagert.
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Nutzung • Zwischen Baufeld D3 und D4 wird im östlichen Bereich ein Aufenthaltsbereich durch Aufstellen von Bänken angeboten • Die offene Platzfläche lässt vielfältige Nutzungen zu: • Märkte, Theater, Konzerte finden auf der nord-/ westlichen Platzseite Aufstellung • Für zusätzliche events (live- Übertragung Fußballspiele, Konzerte) wird die Installation einer Großbildleinwand an der Platzfassade Baufeld D7 vorgeschlagen • Für gastronomische Außenbereiche sind optional Zonen vor den Gebäuden D3 und D4 (ca. 15m) vorgesehen Gestaltung • Die innere Platzfläche wird als einheitliche ebene Fläche aus hellen Granitplatten im freien Verband, also ungerichtet gestaltet • In den angrenzenden Bereichen (inkl. Dircksenstr.) werden großformatige (1,2x1,2m) Platten aus Beton bzw. in den überdachten Passagen aus dunklem Granit in Reihe verlegt. • Unterschiedliche Baumarten sollen als lineare Pflanzung den Zonen zwischen den Gebäuden verschiede-

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz ne Charaktere zuordnen. Zwischen Baufeld D3 und D4, sowie in der Dircksenstrasse werden Platanen, in der Passage G2 Sommerlinden gepflanzt. Die Bereiche um die Behrensbauten werden von Gehölzen freigehalten, so dass sie frei zum Platz stehen. Die reduzierte Gestaltung mit Stadtmobiliar (Baumscheiben, Bänke, Abfallbehälter) erfolgt mit handelsüblichen Elementen diverser Hersteller Zur Vereinheitlichung sollen Entrauchungstürme, Brüstungen der U-Bahn-Eingänge, Oberleitungs- und Lichtmasten mit Eisenglimmer gestrichen werden. Weitere Gestaltungsvorschläge werden nicht gemacht. Der oberirdische Erschließungsteil der Toilettenanlage wird rückgebaut und als Zugang durch die Passage im Untergeschoß neukonzipiert. Das Lichtkonzept beschränkt sich auf 3 Elemente: Gleichmäßige Ausleuchtung des zentralen Platzes mittels zwei je 17m hohen Lichtmaste. Die vorhandenen Leuchten Typ Leipzig mit 5 Auslegern werden mit moderner Lichttechnik ausgestattet. Bodenaufhellung und Anstrahlung der Baumkronen durch 6m hohe Mastleuchten mit je 3 variablen Einzelleuchten in Verbindung mit der Bepflanzung entlang der Straßenbahnschienen und im Bahnhofsund Haltestellenbereich. Differenzierte Beleuchtung von Aufenthaltszonen und Effektbeleuchtung mittels an Seilen abgespannten Pendelleuchten mit je 4 variablen Einzelleuchten in den Passagen G1 und G2 Zur Entwässerung des Gebietes werden keine Angaben gemacht

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Verkehr • Die Fahrradstellplätze sind dezentral jeweils den UBahneingängen und Straßenbahn-Haltestellen zugeordnet. • Der Verlauf der Fahrradroute wird gestalterisch nicht berücksichtigt. • Zwischen Baufeld D3 und D4 sind ca. 7 Baumstandorte auf dem U-Bahnschacht geplant Realisierbarkeit • Die Realisierbarkeit im vorgegebenen Kostenrahmen erscheint ohne Berücksichtigung der Umsetzkosten für den Brunnen der Völkerfreundschaft und die unterirdische Neuerschließung der Toiletten-Anlage, sowie die Entwässerung möglich. • Eine Realisierung in Bauabschnitten wie vorgeschlagen ist möglich.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, - Realisierungsteil - Ideenteil Dircksenstr. - Ideenteil privat Platzbelag - Granit, chinesisch, hell - Betonplatten Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) - Sitzmöglichkeiten Besondere Objekte - keine

öffentl. 16 7 16

Fläche) Stck. Stck. Stck.

18.765 m² 7.419 m² 118 Stck. ca. 48 lfdm.

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Falk Trillitsch, Berlin

Leitidee Die Nutzungsformen der neuen Gebäude und die dort Arbeitenden werden den Platz mitprägen. Die Platzränder werden mit Leben erfüllt sein: Cafés, Restaurants, Einkauf und Unterhaltung strahlen auf den Platz aus. Die Platzfläche ist dem kurzfristigen Verweilen, dem Überqueren, der schnellen Information, dem Einkaufsvergnügen, dem „Käffchen“ beim Kurzplausch gewidmet. Städtebauliche Einbindung • Die innere Platzfläche wird durch 2 Belagsarten in 10m breiten Streifen gebändert. Die Ausrichtung der Bänder erfolgt parallel zu den Behrensbauten, d.h. die Straßenbahntrasse stellt gewissermaßen eine Knickpunktlinie des Belagsmusters dar. • Die umliegenden Passagen / Platzeingänge und der Bereich Dircksenstraße sollen als Zugangs- und Straßenräume mit eigenständigem Belagscharakter erkennbar bleiben. • Die Endpunkte der Passagen sowie der Zwischenraum Baufeld D3/D4 werden durch Baumblöcke zum Straßenraum und durch Solitärbäume zum Platzinneren markiert. • Der Raum wird durch die Elemente Brunnen der Völkerfreundschaft, Wassergarten und 2 Baumreihen
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als Fassung gegliedert. Nachts wird der Platz von einer Lichtwolke überzogen, die mit Hilfe von prägnanten, frei im Raum verteilten Mastleuchten gebildet wird.

Nutzung • Für den gesamten Platz wird eine multifunktionale Steinfläche vorgeschlagen. Großveranstaltungen wie Märkte und Kundgebungen sind möglich. • Aufenthalts- und Erlebnisschwerpunkte setzen die Weltzeituhr, der Brunnen der Völkerfreundschaft und der Wassergarten. • Sitzplateaus zum Verweilen werden den Baumreihen entlang der platzseitigen Fassade Baufeld D2/D3 zugeordnet. • Spezielle Sitzelemente sind an den im Raum verteilten Leuchtmasten fixiert. • Medienpoller werden nicht ausgewiesen Gestaltung • Im Umfeld des Brunnens der Völkerfreund-schaft wird die Platzfläche angehoben, um den Blickkontakt auf beide Wasserflächen des Brunnens zu ermöglichen. • Die innere gebänderte Belagsfläche wird aus, in Reihe verlegten, Jurakalk- bzw. Jura Dolomit-Platten in

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz unterschiedlichen Rechtecksformaten (freie Längen) gebildet. Der Belag umliegender Platzzugänge sowie Bereich Dircksenstraße setzt sich aus Dolomit Pflasterplatten im freien Verband zusammen. Der Wassergarten/Sprudlerfeld tritt als gestaffelte Skulptur räumlich in Erscheinung. Die leicht verkippten Krustenplatten (mit anpolierten Seitenflächen) aus Jura-Kalk beinhalten kühlende Wassersprudler und sind von locker verteilten Bäumen (Gleditsia triacanthos ’Sunburst’) überstellt. Gingko biloba bildet die Bepflanzung der restlichen inneren Platzfläche, sowie der Passage zwischen Baufeld D7/D1+ D3/D4. Sitzplateaus sind in Kambala-Holz gehalten; Entwässerungsrinnen und Baumscheiben in Gusseisen ausgeführt. Den Entrauchungstürmen wird eine einheitliche, zurückhaltende, vertikale Rillenstruktur aus Metall gegeben. Zu weiteren Ausstattungselementen wie Abfallbehälter und Fahrradständer werden keine Aussagen getroffen. Die Illuminierung des Platzes wird über ein Leuchtenfeld aus leicht gebogenen Masten mit Tropfenleuchten geschaffen. Darüber hinaus wird der Wassergarten durch geschichtetes Licht in den Felsspalten ausgeleuchtet. Die Platzentwässerung erfolgt in Form linearer Kastenrinnen, die in Abstimmung mit der Belagsstruktur angeordnet sind. Für die Entwässerung des Platzes und der Gebäudedachflächen wird eine unterirdische Großzisterne (Kreislauf, Wasseraufbereitung) vorgeschlagen.(Rückführung Gebäude)

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Verkehr • Die Sockelbereiche der U-Bahneingänge sollen mit dem Belagsmaterial des Platzes verblendet werden. Vorhandene Geländer erhalten einen neuen Anstrich. • Die U-Bahnzugänge werden mit Fahrradabstellplätzen ergänzt. • Eine markierte Fahrradroute über den Platz halten die Autoren für nicht sinnvoll. • Über der U-Bahntrasse U2 sind ca. 12 Bäume angeordnet. Die Realisierung ist zu prüfen. Realisierbarkeit • Die Realisierung des Entwurfes im vorgegebenen Kostenrahmen scheint möglich. Die Großzisterne als unterirdisches Bauwerk ist in der Kostenschätzung nicht berücksichtigt. • Der Wassergarten inkl. Beleuchtung lässt einen erhöhten Wartungs- und Unterhaltungsaufwand erwarten. • Die stufenweise Realisierung des Entwurfes ist möglich.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, - Realisierungsteil - Ideenteil Dircksenstr. - Ideenteil privat Platzbelag - Dolomitpflaster - Kalksteinpflaster - Dolomitplatten - Kalkkrustenplatten Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) - Sitzmöglichkeiten Besondere Objekte - Wassergarten / Sprudlerplatten

öffentl. 36 8 10 8.638 8.540 5.847 2.360

Fläche) Stck. Stck. Stck. m² m² m² m²

214 Stck. ca. 303 lfdm. 390 m²

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Tilmann Schalk, Stuttgart / Stefan Helleckes, Karlsruhe

Leitidee „Der Entwurf möchte im Gleichklang mit den neuen Gebäuden einen städtischen Platzraum schaffen, in dem nur wenige Elemente inszeniert werden. (...) In der Mitte des Platzes entsteht das Forum als Belagsfläche aus einem hochwertigen Plattenbelag, der wie ein Teppich den Brunnen der Völkerfreundschaft umschließt und diesen als Treffpunkt vor den Läden zum kurzzeitigen Verweilen aufwertet.“ Städtebauliche Einbindung • Entsprechend der Leitidee wird eine überwiegend niveaugleiche Platzebene geschaffen, die von den platzbegrenzenden Gebäuden städtebaulich gefasst wird. Die Achse der Rathausstraße wird bis zum Hochbahnviadukt und der Alexanderstraße über den Belag mit dieser homogenen Fläche verbunden. • Die Passagen, die Gebäudezwischenzone G2 und die Dircksenstr. werden als eigenständige Bereiche entwikkelt und über eine hochwertige Gestaltung an den Alexanderplatz angeglichen. • In der Mitte des Alexanderplatzes entsteht „das Forum“ als Belagsfläche aus Naturstein, das im nordwestlichen Bereich durch 15m hohe Leuchtstelen konturiert wird. • Die südöstliche Platzfläche der inneren Platzfigur wird
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als erhöhte Platzfläche gestaltet. Eine Stadtloggia grenzt die unterschiedlichen Bereiche ab und gilt als Verweis auf die ehemaligen Königskollonaden. • Punktuell eingesetzte Baumgruppen und -reihen finden sich auf der höher gelegenen Platzfläche zur Grunerstraße, im Gebäudezwischenraum G2 und vor dem Berolinahaus. Nutzung • Das Forum in der Mitte des Platzes erlaubt als offener Platz vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für temporäre Veranstaltungen, Kundgebungen und Märkte. Das Belagsmuster des Forums ermöglicht die einfache Ausrichtung von Markständen. • Der Bewegungsraum zwischen innerer Platzfläche und den Gebäudefassaden erlaubt das Flanieren und schnellere Fortbewegen während Veranstaltungen auf dem Forum. • Definierte Zonen innerhalb des Bewegungsraumes bilden Bereiche hoher Aufenthaltsqualität aus. • Die Stadtloggia, die Sitzstufen der erhöhten Platzfläche sowie die Rasenfläche dieses erhöhten Bereiches bieten Aufenthalts- und Erlebnisräume für verschiedene Nutzergruppen.

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz Gestaltung • Die Ausformulierung der Platzfläche erfolgt niveaugleich zur angrenzenden Bebauung. • Einzig der südöstliche innere Platzbereich tritt durch Sitzstufen aus Beton topografisch hervor. • Das innere Forum wird aus einem hochwertigen Natursteinbelag (diverse polygonale Formate) gebildet und durch ein breites Betonplattenband (2,5 x 1,5m) gefasst. • Die umgebenden Flächen der inneren Platzfläche werden homogen mit einer Mischung aus Granit- und Basalt- Kleinsteinpflaster gepflastert. • Aufenthalts- und Gastronomiebereiche in den umgebenden Flächen werden durch Kalk-Kleinsteinpflasterbänder markiert. • Der Eingangsbereich zur Grunerstraße sowie der Straßenraum der Dircksenstraße erhalten einen homogenen Belag aus Mosaikstein. • Die überdachten Passagen und die offene Passage G2 werden mit hochwertigen Natursteinbelägen gestaltet, die durch Basaltstreifen gegliedert werden. • Sitzbänke aus schwarzem Sichtbeton finden sich unter den Baumdächern und in den überdachten Passagen. • Das Toilettenhaus vor dem Berolinahaus ist im Plan nicht dargestellt. • Gegenüber der Bepflanzung aus Säulengleditschien (Gleditsia triacanthos) in der Vorzone des Berolinahauses und der Passage G2 findet sich ein Platanenhain (Platanus acerifolia) auf dem erhöhten Platzbereich. • Der Platz wird mit einem Gefälle zur Platzmitte ausgebildet. Das Forum als gewölbte innere Platzfläche leitet das Wasser zu der, das umlaufende Betonplattenband begleitenden Entwässerungsrinne mit Entwässerungseinläufen. • Das Beleuchtungskonzept sieht die Ausleuchtung des Forums durch 15m hohe Stahlstelen mit Reflektorleuchten vor. Diese integrieren Strahler für die Beleuchtung der Fassaden. • Die atmosphärische Ausleuchtung des erhöhten Platzbereiches und der Loggia erfolgt über Bodenstrahler. Verkehr • Die Lage der Straßenbahnhaltestellen der Linien Alex I und Alex II werden unverändert übernommen. • Die Straßenbahnhaltestellen erhalten einen Bodenbelag aus Betonwerkstein und die Warteunterstände sind mittig angeordnet. Zur Beleuchtung reihen sich Mastleuchten entlang der Bahnsteige. • 64 Fahrradstellplätze sind im Bereich der Dircksenstraße zur Karl-Liebknecht-Straße dargestellt. • Die niveaugleiche Lage der überwiegenden Flächen gewährleistet die uneingeschränkte Erreichbarkeit aller Einrichtungen durch Service- und Wartungsfahrzeuge.

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Realisierbarkeit • Die Realisierung des Entwurfs im vorgegebenen Kostenrahmen erscheint möglich. Die Kosten für die Lichtstelen und die Loggia sind in der Kosteneinschätzung nicht berücksichtigt. • Ein erhöhter Kostenfaktor wird in dem mosaikartigen Natursteinplattenbelag aus polygonalen Formaten verschiedener Natursteinmaterialien gesehen. • Vom Verfasser werden keine Aussagen zu einer stufenweisen Realisierung der Baumaßnahme getroffen. Eine phasenweise Realisierung des Entwurfes erscheint möglich.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, - Realisierungsteil - Ideenteil Dircksenstr. - Ideenteil privat Platzbelag - Basaltkleinsteinpflaster - Natursteinplatten - Basaltplatten - Mosaiksteinpflaster - wassergebundene Decke - Betonplatten - Kalksteinpflaster Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) - Sitzmöglichkeiten Besondere Objekte - Stadtloggia

öffentl. 31 8 10 12.881 7.066 2.524 1.200 1.198 516 65

Fläche) Stck. Stck. Stck. m² m² m² m² m² m² m²

64 Stck. ca. 105 lfdm.

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Walter Zierhut, Udo Bode, Potsdam

Leitidee Das Wesen des Alexanderplatzes liegt in der ungezwungenen Bewegungsmöglichkeit des Bürgers innerhalb einer klaren und zusammenhängenden Figur. Diese Figur ist innerhalb der Raumkanten vorgegeben, so dass das Erlebnis des Ortes durch einfache bauliche Maßnahmen wesentlich verstärkt und verbessert werden kann. Städtebauliche Einbindung • Mit der Anhebung des Platzbodens an den beiden Seiten der Straßenbahntrasse werden auf dem künftigen Alexanderplatz zwei Platten, die die Platzoberfläche durchdringen, hinzugefügt. • Die geneigten Platzflächen orientieren sich zum Berolinahaus, bzw zum Alexanderhaus. • Die an den Platzkanten vorgesehenen Stufen verlangsamen die Geschwindigkeit der Fußgänger und lenken die Bewegungsströme um die neu gewonnenen Aufenthaltsbereiche herum. • Die Gebäudevorzonen bleiben niveaugleich und barrierefrei. • Vor dem Alexanderhaus bleiben die vorhandenen Kastanien erhalten und bilden neben dem Brunnen der Volkerfreundschaft den zweiten räumlichen
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Schwerpunkt des Platzes. Bestehende Einbauten (Brunnen der Völkerfreundschaft, Weltzeituhr und die U-BahnEingänge) verbleiben an ihren vorhandenen Standorten. Die offenen Passagen werden mit Baumreihen aus Platanen räumlich akzentuiert.

Nutzungen • Neben den für Kinder und Jugendliche gestalteten Spielobjekten (aus glasfaserverstärktem Kunsstoff) unter den Kastanien werden weitere Aufenthaltsbereiche durch unterschiedlich lange Sitzbänke geschaffen, die auf den schrägen Platzflächen senkrecht zu den Höhenlinien frei angeordnet sind. • Für die Ansprüche behinderter Menschen werden entlang der Durchwegung vom Bahnhof zur Straßenbahnhaltestelle taktile Materialien in der Platzoberfläche eingelassen. Ebenso entlang der Straßenbahntrasse und –haltestelle. • Die Fußgängerströme werden durch die neue geplante (topographische) Platzfigur neu organisiert und gelenkt. • Flächen für Sonderveranstaltungen liegen auf den

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz zwischen den geneigten Flächen gelegenen Bereichen des Platzes. Gestaltung (Material) • Die Platzoberfläche ist mit hellen Granitplatten (sandgestrahlt, in verschiedenen Größen und Helligkeit) ausgeführt. • Die Entwässerung der Platzfläche erfolgt mittels in den Gebäudevorzonen liegenden Entwässerungsrinnen (offene Rinnen im Plattenbelag). • Zur Beleuchtung der Platzfläche dienen Mastleuchten der Fa. Hess, Leuchte Faro, oder gleichwertig. • Zur Objektbeleuchtung dienen LED-Bänder, diese sind in den Treppen und Steinbänken integriert. • Bodenstrahler mit geringerer Lichtintensität beleuchten die Bäume von unten. • Die U-Bahn-Eingänge sind farblich entsprechend der Farbcodierung der U-Bahnlinien gestaltet. • Weitere Möblierungen entsprechen weitgehend Standardobjekten der Produktlinie Hess; oder gleichwertig (Holzbänke, Papierkörbe, Trinkbrunnen, Fahrradständer, Poller). • Als Spielobjekte werden amorphe, farbige (rote?) Glasfaserobjektre mit integrierten Rutschen, Wippen, etc. angeboten. Verkehr • Die Zugänglichkeit für Rettungsfahrzeuge und Servicefahrzeuge ist in den Mobilitätszonen vor den Gebäuden ermöglicht. • Die Überquerung des Platzes ist mit dem Fahrrad auf den gekennzeichneten Streifen entlang der Straßenbahntrasse gegeben. • Unterbringung von Fahrradständern an den U-BahnEingängen und in deren unmittelbarer Umgebung. Realisierbarkeit • Die Realisierung in Bauabschnitten ist möglich und wird von den Verfassern entsprechend dem Realisierungsfortschritt der Hochbauten vorgeschlagen. • Die prognostizierten Herstellungskosten bewegen sich im vorgegebenen Kostenrahmen. • Mit den vorgeschlagenen Spielplatzobjekten erhöhen sich der Unterhaltungsaufwand.

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Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, - Realisierungsteil - Ideenteil Dircksenstr. - Ideenteil privat Platzbelag - Granit, hell - Spielbereich mit Fallschutz Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) - Sitzmöglichkeiten Besondere Objekte - amorphe Spielobjekte, GFK - Spielobjekte - gestaltete U-Bahn-Eingänge, GFK - Trinkbrunnen

öffentl. 26 6 12

Fläche) Stck. Stck. Stck.

24.308 m² 1.077 m² 221 Stck. ca. 144 lfdm. 4 4 3 1 Stck. Stck. Stck. Stck.

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Imke Woelk, Martin Cors, Berlin

Leitidee: Die Grundstruktur unterstützt ein breites Spektrum von festen und veränderbaren Aktivitäten des Platzes. Sie organisiert sich nicht durch Objekte und Räume, sondern durch dynamische Prozesse und Ereignisse, die sich durch sie hindurchbewegen. Städtebauliche Einbindung • Im Zentrum des Platzes (von der Straßenbahntrasse geteilt) wird eine leicht vertiefte runde Betonschale als Podium, bzw. für Scater- und Schlittschuhläufer nutzbar, eingefügt. • Baumreihen, im Abstand von 6m zu den Gebäudefassaden gepflanzt, halten den Platzraum offen. • Eine Reihe von 6m hohen Mastleuchten betont die Wegebeziehung von der Alexanderstraße – über den Platz – zur Memhardstraße. • Der nördliche Platzrand wird durch eine leichte Absenkung der Platzfläche (1-3 Sitzstufen) topographisch abgesetzt. • Die Durchlässigkeit der privaten Passagen wird durch mittig geführte Baumreihen unterstützt. • Alle bereits vorhandenen Einbauten (Brunnen der Volkerfreundschaft, Weltzeituhr und die U-Bahn58

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Eingänge) bleiben erhalten. Die neue Berolina-Statue bildet einen räumlichen Schwerpunkt vor dem Baufeld D3.

Nutzungen • Für temporäre Ereignisse werden drei Programmfelder in der Platzfläche integriert, diese enthalten flexible Plug-in-Elemente zur Aufnahme von Schirmen und Wandscreens. • Einen neuen Nutzungsschwerpunkt bildet die zentrale Eissport- und Skaterfläche mit Veranstaltungspodium. • Insgesamt bestimmen den Entwurf nutzungsneutrale Felder. Eine sich aus der Nutzung ergebene Typologie ist in der Stadtstruktur weniger auffällig. Ihre Auffälligkeit liegt weniger in den gebauten Objekten als in der Nutzung selbst. Gestaltung (Material) • Die Platzfläche wird aus regelmäßig gelochten, wasserdurchlässigen Betonplatten (Format 200 x 200 cm) hergestellt. In den Aktionsfeldern befinden sich in diesen Platten größere Aussparungen zur Aufnahme von Bodenleuchten, Mastleuchten und Oberlichtern der U-Bahn-Passagen. • Die Entwässerung des Platzes erolgt über die Kies-

Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz Schottertragschicht unter den Betonplatten. Die Entrauchungstürme der U-Bahn übertragen digitale Fahrzeitenpläne, oder dienen als Lichtkörper auf dem Platz. Betonblockstufen bilden Sitzstufen entlang der Durchwegung Alexanderstraße-Memhardstraße. Mastleuchten bilden einen leichten Bogen mit den Sitzstufen aus. Punktuell aufgestellte Leuchten beleuchten die U-Bahn-Eingänge. Aus den perforierten Betonplatten vor dem Kaufhof entwickeln sich nachts Lichtfelder im Boden. Für das Oberlichtfeld der U-Bahn-Passagen werden Lichtschächte eingebaut. Je eine Reihe von Linden vor dem Alexanderhaus, dem Berolinahaus und in der Passage zur Planstraße 1 sind mit quadratischen Baumscheiben, die teilweise als Sitzpodeste (h = 40cm) ausgebildet sind, ausgestattet. Der Brunnen der Völkerfreundschaft wird mit zwei weiteren Sitzstufenringen eingefasst.

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Verkehr • Die Straßenbahntrasse bleibt mit der vorhandenen Gleiseindeckung erhalten. • Ein barrierefreier Weg (für behinderte Menschen) ist entlang der Kaufhofpassage und dem Baufeld D3 möglich. • Fahrradstellplätze sind an den südlichen Platzzugängen und vor dem Alexanderhaus angeordnet. • Eine Radwegespur ist im Belag unterschiedlich ausgeführt und wird parallel zur Straßenbahntrasse geführt. Realisierbarkeit • Die Realisierung in vier Bauabschnitten ist Teil des Konzeptes. Vorgesehen sind: Aktionsfelder – Platzfläche vor dem Berolinahaus – Platzfläche vor dem Alexanderhaus – Gebäudepassagen. • Eine Realisierung im vorgegebenen Kostenrahmen erscheint möglich. • Einsparpotentiale ergeben sich durch die vorgeschlagene Wiederverwendung von vorhandenem Material (Blaubasaltsteine) und durch die Versickerung der Platzentässerung in der Tragschicht des Platzbelages (vor Ort). • Zusätzliche Unterhaltungskosten können durch die Unterhaltung der mobilen Schirme und Wandscreens entstehen. • Die neuen Lichtschächte der U-Bahn-Passagen sind nicht in der Kostenkalkulation enthalten.

Bäume (Soll: 41 im Wettbewerbsgebiet, öffentl. Fläche) - Realisierungsteil 23Stck. - Ideenteil Dircksenstr. 18Stck. - Ideenteil privat 16Stck. Platzbelag - Betonsteinplatten, gelocht, teils mit Lichtöffnungen für U-Bahn-Oberbelicht. 13.097m² - Blaubasaltpflaster 8.365m² - Eislauf- / Skaterfläche 2.376m² - Granitplatten 32m² Mobiliar - Fahrradstellplätze (Soll: 250) 160Stck. - Sitzmöglichkeiten ca. 138 lfdm. Besondere Objekte - flexibles Platzmobiliar: Schirme, groß 6Stck. Schirme, klein 37Stck. Windscreens 22Stck. - „Berolina“-Statue

Bäume: Angaben beziehen sich auf den Ist-Wert des Entwurfs, d.h. incl. evtl erhaltener Bäume Fahrradstellplätze: Anzahl im Realisierungsteil und Ideenteil Sitzmöglichkeiten: Sitzflächen am Brunnen der Völkerfreundschaft sind außer acht gelassen

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Freiraumplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz

Wettbewerb Alexanderplatz – Einschätzung der Arbeiten durch den Beirat für frauenspezifische Belange Der Wettbewerb zur Neugestaltung des Alexanderplatzes ist als Pilotprojekt zum Gender Mainstreaming ausgewiesen. Dieser Fakt betont einmal mehr den hohen Stellenwert, der der Gleichstellung der Geschlechter in ihrer sozialen Rolle an diesem Ort zugewiesen wird. Im Rahmen der Vorprüfung konnten sich Vertreterinnen des Fachfrauenbeirates einen Eindruck über die vorgelegten Arbeiten verschaffen. Entsprechend der in der Auslobung formulierten Kriterien geben wir zusammenfassend folgende Einschätzung ab: Die Gestaltung des Alexanderplatzes sollte seine städtische und urbane Funktion unterstützen – zumal er im Zusammenhang mit den benachbarten Grünflächen am Fernsehturm, am Neptunbrunnen und am Marx-Engels-Forum gesehen werden muss. Der Frauenbeirat präferiert die Entwürfe, die in ihrer Gestaltung Zentralität und Urbanität betonen und dabei gleichzeitig Orientierung und Sicherheit anbieten. Das heißt, der Platz sollte in seiner Ausprägung eine klare Gestalt annehmen, die unterschiedlichsten Nutzungsansprüchen gerecht wird. Dabei muss es sich allerdings nicht um vielfältige Nutzungsangebote handeln – im Gegenteil, einige der eingereichten Arbeiten verorten zahlreiche Nutzungsangebote, die einer Strukturierung und Orientierung entgegenwirken und häufig im krassen Gegensatz zur (geplanten) umliegenden Bebauung stehen. Bevorzugt wird vielmehr der offene Platz, der in seiner Offenheit und Zugänglichkeit individuelle und gesellschaftliche Nutzungsoptionen für unterschiedlichste Interessengruppen und Altersklassen bietet. Die (geplante) Bebauung gibt die Platz / Raumkanten vor. Diese wurden von den Entwerfer/innen in unterschiedlicher Art und Weise aufgegriffen. Aus Gendersicht, werden die Entwürfe positiv eingeschätzt, die in ihrer Ausprägung auf die Raumkanten direkten Bezug nehmen – bspw. auch durch Überlagerung mit einer geometrischen Form. Diese akzentuiert die Fläche, verstärkt somit eine klare Orientierung und erzeugt eine klare Zentrierung des Platzes sowie ein Gefühl von „Ruhe“ inmitten des pulsierenden Lebens. Unterstützt werden darüber hinaus Funktionszuweisungen an die Erdgeschosse der Gebäude (Cafes, Läden, „Bummeln“ etc) und Möglichkeiten der Bewegung in den zentralen Platzbereichen. Dabei sollten möglichst barrierefreie Bewegungen gewährleistet werden. Besondere Beachtung wurde der Beleuchtung des Platzes geschenkt. Positiv bewertet werden die Entwürfe, die eine „indirekte“ Beleuchtung vorsehen und damit eine angenehme Atmosphäre schaffen. Da der Platz weder die Ausprägung eines Schmuckplatzes noch einer städtischen Grünfläche einnehmen kann, spielen Grünbereiche auf dem Platz eine untergeordnete Rolle. Positiv beachtet wurden allerdings Grünzüge, die eine Verbindung zu den umliegenden Straßen aufbauen. Aus Sicht des Frauenbeirates werden die Entwürfe – 1370, 1352 –besonders „positiv“ bewertet, die in den Grundelementen Gleichheit in der Stadt und Geschlechtergerechtigkeit in einem neuen Entwurf von Platz-Gestalt(ung) zulassen. Doch auch wenn die Entwürfe nicht mit Genderbewusstsein erfolgt sein sollten, so kommt es doch darauf an, dass sie im Akt der Gestaltung die moderne Stadtgesellschaft aufnehmen und auszudrücken verstehen. Der Entwurf 1370
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Freirauplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz

arbeitet eher mit einer klassisch-traditionellen Ausformung, während der Entwurf 1352 traditionelle Platzstrukturen mit einer modernen Identität verbindet. Nur ein einziger Entwurf (1354) bezieht sich explizit und positiv auf „Gender Mainstreaming“. Die anderen sind in ihren Projekt- und Werbebeschreibungen nicht mit irgendeinem Stichwort auf dieses ja als besonders zentral hervorgehobene Merkmal der Ausschreibung eingegangen. Mit diesem Hinweis auf ihr Bewusstsein und ihre Bewusstheit stellen sich die Entwerfer/innen ein schlechtes Zeugnis aus. Kein Entwerfer und keine Entwerferin ist auf die Idee gekommen, ein Symbol für den demokratischen Anspruch der modernen Stadtgesellschaft – und damit der umfassenden Gleichheit und Freiheit ihrer Bürgerinnen und Bürger bei aller auch krassen Verschiedenheit – zu schaffen. Das ist bedauerlich – vielleicht aber eine künftige Aufgabe für eine Künstlerin. Im Folgenden werden die von vier Vertreterinnen des Beirates abgegebenen Einschätzungen zu den einzelnen Entwürfen dargestellt. Dabei ist selbstverständlich zu Beachten, dass einen gewisse Subjektivität in der Meinungsäußerung nicht ausgeschlossen werden kann. Kennziffer 1351 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? · Zu viel an Gestaltungselementen schränkt die Nutzungsvielfalt und Bewegungsfreiheit ein und kann zu Desorientierung und Unsicherheit führen. Eine gendergerechte Unverwechselbarkeit bietet der Entwurf nicht. 2. Aufenthaltsqualität: · Nutzungsvielfalt vorhanden, jedoch Übersichtlichkeit, flexible Nutzung , Orientierung und Bewegungsfreiheit eingeschränkt · starke Gliederung und Zonierung erschwert die integrative Nutzung und Multifunktionalität 3. Erreichbarkeit / Zugänglichkeit · Ausrichtung der Fußgängerströme auf bestimmte relativ enge Wegeführungen. 4. Sicherheit · Ggf. Wasserbecken, Baumhaine ... zu unübersichtlich durch zuviel Gestaltungselemente und Nutzungsangebote Gesamtbewertung: Tiefschwebende Baumdächer in Dreiecksform und Wasserstreifen vor dem Berolinahaus sollen dem Platz eine unverwechselbare Prägung geben. Die Dreiecksform steht im Widerspruch zu den raumbildenden Kanten schafft eher Verwirrung und Desorientierung. „Natur in die Stadt holen“ wird an dieser Stelle als falsch empfunden. Nutzungsangebot zu stark verortet, nicht gestaltungs- und nutzungsoffen, dadurch gendergerechte Raumaneignung nur bedingt möglich. Kennziffer 1352 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? · Unverwechselbarkeit durch Hervorhebung der Zentralität (Plattform mit Einschnitten), Aufforderungscharakter zur Raumaneignung
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2. Aufenthaltsqualität · Gleichwertiges Angebot für Aufenthalt, konzentriert auf der Plattform, Nutzungsvielfalt möglich, Differenzierungen nicht ausgeprägt · Integrierende Flächengestaltung 3. Erreichbarkeit / Zugänglichkeit · Orientierung durch Lichtbänder vorgegeben, deren Vielfalt aber den Überblick einschränken · Fußgängerfreundlichkeit bedingt, Plattform ist auch Barriere Gesamtbewertung: Der Entwurf hat eine klare bestechende neue Idee: Er bietet eine hohe Klarheit, Ganzheitlichkeit, Markanz und Offenheit, Durchlässigkeit – er hat eine eigene unverwechselbare Gestalt. - Ihn kennzeichnet Modernität. So klar umrissen der Platz mit diesem Entwurf wird, so unterlässt er Abschließung und bietet rundum verschiedene Zugänge, die zugleich zur Aufnahme und zum Niederlassen (rundherum und innendrin) einladen. Er bietet verschiedene Bewegungsformen, verbindet eckige und runde Formen, weich-glänzende Oberfläche und hartes Material – auch hier Spannung wie Pluralität (und sogar Eleganz als seine sehr spezifische und kultivierte Bewegungsform). Die Gestalt des Platzes im Entwurf ermöglicht zugleich Sammlung und Konzentration und ermöglicht damit trotz aller „Glattheit“ und Geschwindigkeit, mit der über ihn gegleitet werden kann, eine Element der Ruhe. Die Hervorhebung des Platzes schafft eine eigene Plattform für Darstellung, Bewegung, Begegnung, Verweilen, hervorragend auch als öffentlicher Ort der Auseinandersetzung, des Streites oder der politischen Demonstration. In seiner Klarheit, Durchsichtigkeit und pluralen Nutzbarkeit repräsentiert der Entwurf ein demokratisches Element, einer Schlüsselfrage für Gendergerechtigkeit. Der Platzentwurf ist in seiner „Härte“ – die an dieser Stelle keine Zugeständnisse an Natur macht, die wohl nur etwas künstlich hereinzuholen wäre – der Umgebung und dem spezifischen historischen Charakter des Alexanderplatzes angepasst. Kennziffer 1353 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? · Der offene städtische Platzraum konzipiert als „frei bespielbares Parkett“- ist in seiner Offenheit und Durchlässigkeit gendergerecht, bietet aber keine gendergerechte Unverwechselbarkeit. 2. Aufenthaltsqualität: · Offen für vielfältige Nutzmöglichkeiten, Gestaltung hat jedoch kein Aufforderungscharakter 3. Erreichbarkeit / Zugänglichkeit / · Die leicht gewölbten Kreisflächen im Bodenbelag sollen den Platzraumakzentuieren, könnten aber eher verwirrend wirken (erschweren Orientierung) und behindern die Sicherheit, schränken Nutzbarkeit (sportliche Aktivitäten) ein 4. Sicherheit · Sicherheitsaspekte Straßenbahn - nicht ausreichend berücksichtigt · Beleuchtung wirkt positiv
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Gesamtbewertung: Die Platzfläche ist nicht eindeutig definiert (Zugänge gleiches Pflaster), dominante Gestaltung des Bodenbelags erschwert Orientierung und Sicherheit, offen für Nutzungsvielfalt aber kein Aufforderungscharakter zur Raumaneignung, dadurch nur bedingt gendergerecht. Kennziffer 1354 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? · Das Aktionsband gestaltet als prägnante, interessante Skulptur bietet eine Unverwechselbarkeit, schränkt aber durch seine Dominanz und Barrierenwirkung eine gendergerechte Raumaneignung ein. 2. Aufenthaltsqualität: · Konzentration unterschiedlicher Nutzungen in „Aktionsband“ (integrierendes Element) bietet Nutzungsvielfalt für unterschiedliche Nutzergruppen auf zu kleinem Raum; verhindert jedoch Transparenz und Durchlässigkeit

3. Erreichbarkeit/ Zugänglichkeit · Orientierung durch Pflasterung und Licht · Wege hierarchisiert– Hauptzugänge gut sichtbar 4. Sicherheit · Fußgängerfreundlichkeit / Bewegungsfreiheit durch Barrierenwirkung des Aktionsbandes eingeschränkt Gesamtbewertung: Einzige Arbeit, die explizit gender mainstreaming erwähnt und zumindest im Anspruch (verbal) berücksichtigt. Dies ist im Entwurf nur bedingt umgesetzt: keine Ganzheitlichkeit des Raumes erfahrbar, Nutzungsangebot zu konzentriert und determiniert, starke und zu dominante Formensprache in abgesetzter Pflasterung. Das skulpturale Aktionsband Band verhindert Transparenz und Durchlässigkeit. Kennziffer 1355 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? Die Leitidee die Einheitlichkeit des Platzes durch einen dominanten Streifenbodenbelag zu betonen bietet keine Unverwechselbarkeit unter Genderaspekten. 2. · · · · · Aufenthaltsqualität: Keine ausgewiesenen Treffpunkte und differenzierten Nutzungen Wenige Angebote zum Sitzen und Treffen Licht schafft Atmosphäre und damit auch Aufenthaltsqualität Angebote zur Orientierung nur durch Licht Objekte /Möblierung (Bänke, Polder) gehen im „Streifenmuster“ unter, verhindern die Wahrnehmung und stellen Gefahr dar

Gesamtbewertung: Zusammenziehen des Platzes durch „Streifen“ als dynamisches Element unterstützt den Charakter als Verkehrsplatz. Aufforderungscharakter zum Verweilen nur bedingt vorhanden, dadurch gendergerechte Raumaneignung erschwert.

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Kennziffer 1356 5. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? Die offener Platzgestaltung mit einheitlichem ruhigen Bodenbelag ist in seiner Nutzungsoffenheit gendergerecht., bietet aber keine hervorstechenden Elemente, die integrierend wirken und damit eine gendergerechte Unverwechselbarkeit herstellen. 6. Aufenthaltsqualität: · Nutzungsvielfalt gegeben, Sitzstufen bieten Treffpunkte 7. Erreichbarkeit/ Zugänglichkeit/Sicherheit · Stufenband bildet Barriere, schränkt Bewegungsfreiheit ein · Sicherheitsaspekte (Angsträume) berücksichtigt Gesamtbewertung: In seiner einheitlichen Gestaltung bietet der Raum Ruhe bei weitestgehender Bewegungsfreiheit. Hervorstechende Merkmale und Gestaltungselement mit Aufforderungscharakter zur vielfältigen Raumaneignung sind nicht unbedingt vorhanden. Kennziffer 1357 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? Der Entwurf ist in seiner Gestaltung offen, ungerichtet. Der spielerische Umgang mit vorhandenen und neuen Objekten - hochstielige Bäume, Lichtmasten, Trinkbrunnen, Sitzquader auf dem Platz gruppiert - bieten Nutzungsvielfalt, ist damit gendergerecht, bietet aber noch keine gendergerechte Unverwechselbarkeit an. 2. Aufenthaltsqualität: · Nutzungsvielfalt durch Zonierung in Bewegungs- und Veranstaltungsbereich auf dem zentralen Platzbereich und Verweilbereich unter den Bäumen, dadurch gendergerechte Raumaneignung möglich. · Atmosphäre durch differenziertes Beleuchtungssystem 5. Erreichbarkeit / Zugänglichkeit · Fußgängerfreundlichkeit durch eben gestaltete Fläche ein, bietet aber ausreichende Umgehungsmöglichkeiten 6. Sicherheit · Fahrradweg markiert, Straßenbahn nicht abgesetzt. · Vermeidung von Angsträumen durch Transparenz, hochstielige Bäume Gesamtbewertung: Der Entwurf bietet eine Nutzungsvielfalt durch Zonierung in Bewegungs- und Veranstaltungsbereich auf der offenen Fläche und Verweilbereich unter den Bäumen, dadurch gendergerechte Raumaneignung möglich. Die Sicherheitsaspekte - Vermeidung von Angsträumen und Stolpersteinen sind berücksichtigt. Gendergerechte Unverwechselbarkeit in Idee und Gestaltung fehlen. Kennziffer 1358 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? · Die Vielzahl der Nutzungsangebote und Elemente der Gestaltung stellen keine gendergerechte Unverwechselbarkeit dar: die Spange ist es nicht, da zu dominant.
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2. Aufenthaltsqualität: · Vorstrukturierte Aktionsräume, zu determiniert, schränkt Flexibilität und Nutzungsvielfalt ein, keine Durchlässigkeit 3. Erreichbarkeit / Zugänglichkeit · Orientierung eingeschränkt durch zu starke Ausformung unterschiedlicher Aktionsräume, Orientierung eingeschränkt durch Möblierung 4. Sicherheit · keine Angsträume Gesamtbewertung: Raumdifferenzierung, Möblierung auf Kosten der Offenheit. Keine Unverwechselbarkeit, kein spezielles Gender-angebot. Ganzheitlichkeit des Platzes zerstört, gleichwertige Nutzung erschwert.. Formbildung zu dominant. Kennziffer 1359 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? · Keine gendergerechte Unverwechselbarkeit: Schriftzüge (Döblin – Zitate) zu dominant , zu vergangenheitsorientiert, sie wirken als Barriere, inhaltlich durch ihre Größe nicht erfassbar.

2. Aufenthaltsqualität: · Offener, kalter Raum, Nutzungsvielfalt eingeschränkt durch erhobenen Schriftzüge, kein Angebot zum Verweilen 3. Erreichbarkeit / Zugänglichkeit / Sicherheit · Orientierung eingeschränkt durch dominante Schriftzüge · Schriftzüge als Stolpersteine · keine Angsträume Gesamtbewertung: Bewegung dominiert, keine Nutzungsvielfalt trotz Offenheit, Formbildung (Schriftzüge) zu dominant, Beleuchtung zu zentriert, schafft keine Atmosphäre, erschwert dadurch die Raumaneignung. Kennziffer 1360 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? Gendergerechtigkeit ist ermöglicht, unverwechselbar ist das noch nicht. 2. Aufenthaltsqualität Durch Differenzierung positiv zu beurteilen. Es gibt einen akzentuierten Aufenthaltsraum, wenn auch u.U. mit zwiespältiger Wirkung. Genderorte und –objekte: fehlen 3. Erreichbarkeit/Zugänglichkeit Es konnte nichts Hinderliches gefunden werden. 4. Sicherheit Es konnte nichts Hinderliches gefunden werden.

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Gesamtbewertung Der Entwurf schafft eine Ganzheitlichkeit des Platzes, Zentralität, Pluralität und Entschleunigung von Bewegung ohne gleichzeitige Einschränkungen. Er sieht zwei Zusatzelemente als „Wahrzeichen“ vor und hat so ein gewisses innovatives Profil. Vier Elemente sind repräsentiert: Uhr, Wasser, Licht, Wald. Ob dies zwingend ist für einen Platz wie den Alexanderplatz, steht auf einem anderen Blatt. Dem Entwurf fehlt es jedoch an Einfallsreichtum, Innovation und Markanz. Unter Gendergesichtspunkten kann er bestehen, ohne einen neuen Ausdruck insgesamt zu finden. Kennziffer 1361 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? Der Entwurf ist nicht gendergerecht, nicht unverwechselbar. Der Platzentwurf bietet keine Nutzervielfalt bei Integration, keine Orientierung, führt zur „Schluchtbildung“, technische Skulpturen haben Übergewicht, ohne wesentliche Funktion zu erfüllen, in der Konnotation ist er „männerlastig“. 2. Aufenthaltsqualität Es gibt keine auffallenden Hindernisse gemessen an den von Frauenbeirat aufgestellten Kriterien, bis auf technische Spielereien, die Aufenthaltsqualität einschränken. Genderobjekte: fehlen bzw. Männer dominieren stark die Abbildungen, d.h. hier sind die Sichtweisen offenkundig sehr eingeschränkt. 3. Erreichbarkeit/Zugänglichkeit/Sicherheit keine Einwände Gesamtbewertung: Der Platzentwurf ist nicht klar und zentriert, der Platz „zerläuft“ unter ihm, findet kein Gleichgewicht. Da eine erkennbare Gestalt fehlt, Beliebigkeit vorherrscht, kann der Entwurf nicht von einer guten Kenntnisse der Stadtbedürfnisse von Frauen und Männern ausgegangen sein. Der Entwurf weist mehrere Insignien auf, die einseitig männlich konnotiert sind und modernen Leben über die Mode des Tages hinaus schwer entsprechen. Kennziffer 1362 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? Der Entwurf verstößt nicht unmittelbar gegen Erfordernisse der Gendergerechtigkeit, eine gendergerechte Unverwechselbarkeit hat er jedoch nicht. 2. Aufenthaltsqualität positiv, Genderobjekte: fehlen. Der Integration stehen keine offenkundigen Hindernisse im Weg, sie fällt jedoch auch nicht positiv aus. Atmosphäre: etwas weihevoll und sakral, nicht moderner Stadt entsprechend. 3. Erreichbarkeit/Zugänglichkeit/Sicherheit keine Einwände Gesamtbewertung Zentrierung und Zonierung sind gelungen. Der Entwurf unterscheidet sich durch runde Form an der einen Seite, was an einen Grundriss wie bei einer Basilika
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erinnert. Er bekommt dadurch und die Art der (Grün-Ausgestaltung) etwas Kopflastigkeit. Der Entwurf arbeitet mit verschiedenen Elementen: Wasser, Grün, Erde, Licht. Er bietet Pluralität und Verweilqualität, bringt Ruhe hinein. Inwieweit dies dem Charakter eines Mobilitätsknotenpunkt in eher härterer Umgebung entspricht oder ob es als Kontrapunkt gelesen wird, muss separat beurteilt werden. Für unterschiedliche Bedürfnisse bietet der Entwurf Raum. Unter Genderaspekten kann der Entwurf standhalten, neue Integration und Klarheit lassen es an Vollendung fehlen. Kennziffer 1363 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? Der Entwurf muss unter diesem Gesichtspunkt negativ beurteilt werden. Der Platz zerfließt, zerfällt und ist zerstückelt in ihm, statt Integration zu bieten. Eine solche kleinteilige „Wohn- und Spiellandschaft“ gehört nicht auf den Platz, der u.a. auch als Bürger- und auch politischer Öffentlichkeitsraum tradiert ist und als solcher unbedingt für beide Geschlechter fortgeführt werden soll. 2. Aufenthaltsqualität Alles ist vorgegeben, wenn auch mit verschiedenen Einzeloptionen. Gleichwohl bietet er gerade hierin keinen wirklichen (Frei-)Raum. Genderobjekte: fehlen 3. Erreichbarkeit/Zugänglichkeit Die Kleinteiligkeit und Verbautheit verhindert Orientierung, allemal zur Umgebung und U-Bahn-Nutzung hin. 4. Sicherheit Durch Zerstückelung und viele Kanten keine Sicherheit zu erwarten. Gesamtbewertung Die Zerstückeltheit des Platzes zerstört Ganzheitlichkeit und Integration, fördert Separierung und Festlegung statt Beweglichkeit und Durchlässigkeit. Der Anspruch sinnlicher Erfahrbarkeiten von Umwelt und Platzaufenthalt, die im Detail noch gegeben sein mag, wird durch die Gesamtkonstruktion konterkariert. Unter Genieraspekten muss der Gesamtentwurf negativ bewertet werden. Kennziffer 1364 1. Leitidee: geniergerechte Unverwechselbarkeit? Der Entwurf ist geniergerecht, an klarer Unverwechselbarkeit fehlt es ihm noch. Er bietet Offenheit, Orientierung und Verbindung. 2. Aufenthaltsqualität Positiv, bietet Möglichkeiten für alles, Vorplätze eigens nutzbar. Genierobjekte: fehlen 3. Erreichbarkeit/Zugänglichkeit/Sicherheit positiv Gesamtbewertung Der Entwurf bietet eine Einheitlichkeit des Platzes. Die Pflasterung (Rauten) ist das Wesentliche, sie bietet eine gewisse Entschleunigjung durch Struktur. Die Zugänge voller Bäume verlangsamen und führen hin zum Platz, können Anspruch „Lobmies zum Hauptplatz“ zu sein, einlösen. Der Brunnen und die Platzrosette bieten zur eckigen Platz einen Kontrast, eine Dualität, die nicht allein steht,
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sondern durch Struktur des Platz in Vielheit gebrochen ist. Ein Aufforderungscharakter, einen eigenen Entwurf, eine Sensibilität für die Moderne gerade unter Geschlechteraspekten spiegelt der Entwurf noch nicht. Kennziffer 1365 1. Leitidee: geniergerechte Unverwechselbarkeit? Der Entwurf kann nicht als geniergerecht bewertet werden. Statt Integration kennzeichnet ihn Addition verschiedener Aspekte. Zeitgeistigkeit macht ihn nicht zum innovativen Werk. Die Determiniertheit der Nutzung stellt eine Barriere für Offenheit dar. Gesamtbewertung Der Entwurf mit einer Art (Aktions-)Insel im Platz mit Kleinteilung und vielfältiger Nutzung für Spiel, Natur, Aufenthalt, Markt etc. stellt einen Kontrapunkt zur Offenheit der Bürgerinnen-Begegnung dar. Ihm mangelt es an Ganzheitlichkeit, er engst im Einzelnen gemäß der jeweiligen Festlegungen der „Aktionsrote“ ein. Er erinnert mehr an einen Volkspark und vernachlässigt den Aspekt von Öffentlichkeit, politischer Äußerung, Umschlagplatz, Auseinandersetzung und Bewegung etc.. Um genderkompatibel zu sein, legt der Entwurf sich viel zu sehr fest. Kennziffer 1366 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? Der Entwurf ist gendergerecht, ohne neue Ganzheitlichkeit herstellen zu können. Durch einseitige Gerichtetheit im Halbrund wird letztere verhindert. Umgekehrt gelingt es dem Entwurf nicht, Mobilität und Bewegungsdynamik in seiner Bauweise auszudrücken. Diese Aspekte gehören jedoch auch zum künftigen Geschlechterverhältnisse der Gleichheit, Veränderbarkeit und Vielfalt. 2. Aufenthaltsqualität positiv Genderobjekte: keine 3. Erreichbarkeit/Zugänglichkeit/Sicherheit positiv Gesamtbewertung Durch die Bodenstruktur entsteht eine Theaterforums-Form, aufgefächert und angepasst an den vorgegebenen Raum, die ihren eigene Reiz zur Herstellung von pluraler Öffentlichkeit und deren Betrachtung hat. Durch die Ausrichtung in eine Himmelsrichtung gibt es zwar eine Zusammenbindung und Zentrierung, aber auch eine Einseitigkeit und eingeschränkte Sammlungs- und Darstellungsart. Als eine rundum abgerundete, so offene wie klare Platzgestaltung im Blick auf die Rundum-Vielseitigkeit heutiger Nutzung kann der Entwurf deshalb nicht bewertet werden. Kennziffer 1367 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? Der Entwurf muss hinsichtlich einer „gendergerechten Unverwechselbarkeit“ negativ beurteilt werden. Er ist nicht auf realen Gebrauch, sondern auf Showeffekte ausgerichtet, in zudem recht simpler Weise. Die technische Lichtspielereien sind nicht innovativ und in der Konnotation eher männerlastig.

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2. Aufenthaltsqualität negativ, weil durch negative Leere und fehlende Anhalts- und Orientierungspunkte gekennzeichnet Nutzungsvielfalt und Differenziertheit fehlen Genderobjekte: fehlen od. (neg. Medienpuristerei) Gesamtbewertung Der Entwurf bleibt in der Raumdefinition unklar, er zerstört die Platzstruktur durch die Hineinnahme der Platzzugänge. Seine Zentrierung liegt allein in einer eher plumpen Dualität (Brunnen und Wasserspiegel) und wird der gewünschten Pluralität und Differenziertheit nicht gerecht, geschweige denn es zu einem eigenen Gestaltungsentwurf gebracht zu haben. Kennziffer Nr. 1368 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? Der Entwurf wird als nicht gendergerecht beurteilt – wie bei 1367. Offenheit wird zerstört, es fehlen Innovation und Kreativität. 2. Aufenthaltsqualität Technische Determiniertheit durch Lichtsäulen und –sitze. Einseitig männlich konnotiert, keine Urbanität für alle BürgerInnen. Genderobjekte: keine Gesamtbewertung Der Entwurf des Platzes mit den zwei Polen – Brunnen und in Achse versetzter Uhr mit Sitzplätzen – ist simpel und zieht alle Schwerkraft an die beiden Punkte und wird damit zur Unoffenheit. Dem Entwurf fehlt Originalität und Ausdruckskraft. Er steht für nichts. Kennziffer 1369 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? Der Entwurf ist nicht gendergerecht, findet keine Gestalt, keine Zentralität, keine Ganzheitlichkeit. Seine Wirkung ist eher einengend anstatt für Neues aufgeschlossen. 2. Aufenthaltsqualität Nutzungsvielfalt ist zu festgelegt, zu genau verortet. Die technischen Bodenlichtbilder sind „Schnick-Schnack“ und einseitig männlich konnotiert. Genderobjekte: fehlen ansonsten Gesamtbewertung Der Entwurf ist durch Spielerei, Einengung und Beliebigkeit gekennzeichnet, uninspiriert und nicht innovativ, ohne Gespür für die realen Lebensbedürfnisse in einer modernen Stadt. Er führt weg und nicht hin zu neuen Stadtverhältnissen. Kennziffer 1370 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? Der Entwurf ist in seiner Klarheit in Gestaltung und Angebot von Nutzungszonen ohne die Einheitlichkeit des Platzes zu mindern gendergerecht. Ein klassischer
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urbaner Platz in europäischer Tradition. Das Innovative – Unverwechselbare fehlt noch. 2. Aufenthaltsqualität: · Aufenthaltsqualität durch Differenzierung des Raumes: Platz -Bewegungsraum, Veranstaltungen-; Platzränder und Hain –Verweilbereich· · Differenzierung des Raumes bei einheitlicher Gestaltung wird unterstützt durch Lichtkonzept. Infosäule gendergerecht

3. Erreichbarkeit / Zugänglichkeit · Orientierung sehr klar, frei überquerbarer Platz, ohne Stufen und Hindernisse 4. Sicherheit · Durch die absolute Offenheit des Platzes und die zentrale Beleuchtung entstehen keine Angsträume Gesamtbewertung: Die Nutzungsvielfalt bei einheitlicher Gestaltung ermöglicht eine gleichwertige Raumaneignung für alle NutzerInnen,; die Durchlässigkeit bietet Sicherheit und Orientierung. Die Mediensäule als drittes Element der Identifikation und Kommunikation stellt ein innovatives Angebot dar. Der Entwurf wird unter Genderaspekten positiv bewertet. Kennziffer 1371 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? · Gendergerecht durch vielfältiges Angebot, aber keine spezielle Unverwechselbarkeit im Nutzungsangebot und in der Gestaltung 2. Aufenthaltsqualität: · Nutzungsangebot: Gehzone, Aufenthaltszone, Aktivitätszone, Zugänge Kunstmeile, dennoch zu differenziert. Durch Möblierung geht die Offenheit und Ganzheitlichkeit des Platzraumes verloren · Offenheit, Orientierung eingeschränkt durch Zonierung (dominante Sitzbank) 3. Erreichbarkeit / Zugänglichkeit · Orientierung eingeschränkt durch Möblierung Gesamtbewertung: Die Zonierung der Platzfläche bietet eine Nutzungsvielfalt, schränkt aber die Offenheit, Transparenz und Durchlässigkeit ein. Die 180 m lange Sitzbank wirkt als Barriere und schränkt die Multifunktionalität des Platzes ein. Die Ganzheitlichkeit des Platzraumes ist nur bedingt erfahrbar. Kennziffer 1372 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? · Freier städtischer Platz mit einer homogenen, nicht gerichteten Oberfläche, offen für unterschiedliche Nutzungen ohne differenzierte Aufenthaltsbereiche · ·
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Reduzierung auf wenige Objekte, Verlagerung des Brunnen in Bereich Fernsehturm, dadurch reduziert auf Verkehrsplatz und Veranstaltungsort Keine gendergerechte Unverwechselbarkeit im Nutzungsangebot und in der Gestaltung

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2. Aufenthaltsqualität: · Dominante Nutzung ist Mobilität und Veranstaltung, ruhige Zonen sind bewusst ausgeschlossen · der Platz ist zu offen, dadurch keine Aufenthaltsqualität, keine Differenzierung im Nutzungsangebot, dadurch ist eine gendergerechte Raumaneignung erschwert. Durch zentrierte Beleuchtung (zwei Lichtmasten für den gesamten Platz) entsteht eine kalte Atmosphäre (Fußballfeld).

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3. Erreichbarkeit / Zugänglichkeit · Orientierung im Raum wird durch kein speziellen Leitsystem oder Markierung der U-Bahneingänge unterstützt. · Durch die Vermeidung von Höhenunterschieden ist eine Fußgängerfreundlichkeit (Kinder, Alte) gegeben.

4. Sicherheit · Durch die absolute Offenheit des Platzes und die zentrale Beleuchtung entstehen keine Angsträume Gesamtbewertung: Gendergerechte Unverwechselbarkeit weder durch Angebote spezieller Nutzungen, Gestaltung und zur Raumaneignung dargestellt. Der Platz in seiner absoluten Offenheit unterstützt durch eine kalte Beleuchtung reduziert sich auf die Funktion eines Verkehrsraumes ohne spezielle Hervorhebung des Raumes und ohne differenzierte Aufenthaltsqualität. Kennziffer 1373 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? · gendergerechte Unverwechselbarkeit ggf. in der Gestaltung durch Dualität Wassergarten und urbaner Raum, Stadt und Natur, jedoch fraglich, ob das prägende Naturelement an diesem in Gestaltung und Funktion städtisch geprägtem Ort ein richtiges Gestaltungselement darstellt. 2. Aufenthaltsqualität: · Kein differenziertes Nutzugsangebot, Bewegungsraum für alle, Wassergarten ggf. atmosphärisch interessant (ruhige Zonen), bietet aber keine speziellen Aufenthaltsqualität · Durch gleichmäßige Beleuchtung (Lichtwolke) nachts positive Atmosphäre 3. Erreichbarkeit / Zugänglichkeit · Orientierung im Raum wird durch kein speziellen Leitsystem oder Markierung der U-Bahneingänge unterstützt. · Durch die Vermeidung von Höhenunterschieden ist eine Fußgängerfreundlichkeit (Kinder, Alte) gegeben.

4. Sicherheit · Angsträume: ggf. Wassergarten Gesamtbewertung: Durch die Differenzierung des Platzes in zwei Zonen wird die Ganzheitlichkeit und Offenheit des eingeschränkt. Der Wassergarten als durchaus interessantes Gestaltungselement verkleinert den Raum erschwert Multifunktionalität und Durchlässigkeit des Platzes.
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Kennziffer 1374 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? · Keine Unverwechselbarkeit, die sich in einer markanten großzügigen Form, Klarheit und Offenheit darstellt. 2. Aufenthaltsqualität: · Durch differenziertes Nutzungsangebot Aufenthaltsqualität in „ruhigen und lauten Zonen“ gendergerechte Raumaneignung möglich. 3. Erreichbarkeit / Zugänglichkeit · Orientierung im Raum wird durch kein spezielles Leitsystem oder Markierung der U-Bahneingänge unterstützt. · Stadtloggia mit Stufen schränkt die Bewegungsfreiheit ein, bietet aber ausreichende Umgehungsmöglichkeiten

4. Sicherheit · Keine Angsträume Gesamtbewertung: Offenheit und Transparenz durch Differenzierung des Raumes (Forum, Stadtloggia, Hain) eingeschränkt. Partiell ist in den Nutzungszonen eine gendergerechte Raumaneignung möglich. Kennziffer 1375 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? · Nur beding gendergerecht. In seiner Vielfältigkeit in Gestaltung und Nutzungsangeboten (schiefe Ebenen mit Stufen, Spielbereich mit Spielobjekten...) bietet der Entwurf keine eindeutige Unverwechselbarkeit. Die schiefen Ebenen als ein wesentliches raumbildendes Element mindern die Einheitlichkeit des städtischen Raumes und schränken die Durchlässigkeit und Orientierung ein. 2. Aufenthaltsqualität: · differenzierte Nutzungsangebot, Nutzungsvielfalt und Aufenthaltsqualität durch Stufen insbesondere durch die ihre Ausrichtung (zur Straßenbahn) eingeschränkt 3. Erreichbarkeit / Zugänglichkeit · Orientierung im Raum wird durch differenziertes Beleuchtungssystem, Farbigkeit unterschiedliche Pflasterung der Hauptwegeführung gegeben, insbesondere selbstleuchtende U-Bahneingänge positiv . · Stufen schränken die Bewegungsfreiheit und Fußgängerfreundlichkeit ein 4. Sicherheit · Angsträume: ggf. Spielzone Gesamtbewertung: Keine gendergerechte Raumbildung. Gestaltungselement „schiefe Ebenen“ zu dominant, mindern eine erfahrbare Ganzheitlichkeit des Raumes und erschweren die Nutzbarkeit und Orientierung.

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Kennziffer 1379 1. Leitidee: gendergerechte Unverwechselbarkeit? · Multifunktionalität - alles ist möglich in Zeit und Raum lässt eine Unverwechselbarkeit in der Gestaltung nicht zu. 2. Aufenthaltsqualität: · Nur bedingt für spezielle NutzerInnen positiv · · · Angebot unterschiedlicher Aktionsfelder durch technische Infrastruktur im Boden. Die Nutzbarkeit der Arena an der Straßenbahn wird angezweifelt. Übersichtlichkeit, Orientierung und Bewegungsfreiheit temporär eingeschränkt

3. Erreichbarkeit / Zugänglichkeit · Die verschiedenen Aktionsfelder schränken die Durchlässigkeit und die gezielte Ausrichtung der Fußgängerströme ein Gesamtbewertung: Eine gendergerechte Raumaneignung ist nur bedingt, temporär und für spezielle NutzerInnen möglich. Die Idee der absoluten Multifunktionalität - alles ist möglich in Zeit und Raum - , erfordert einen hohen technischen Aufwand und mobile Elemente für verschiedene Aktivitäten. Der Platz wird jugenddominiert, überaktiv durch vorrangige Besetzung durch sportliche Aktivitäten, wirkt eher zerstückelt als einheitlich.

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Interaktive Bürgerbeteiligung Sachverständigenbeitrag der Moderation Die Wettbewerbsbeiträge gehen in unterschiedlicher Weise auf die 7 Themen der Bürgerdiskussion ein. Die nachstehende Tabelle zeigt, in welchen Entwürfen Argumente aus den Themen nachvollziehbar aufgegriffen worden sind.

Im folgenden werden die 4 Entwürfe mit den meisten Punkten (grau unterlegt) genauer erörtert. 1352 urban platform (5 Punkte) Durch die Schaffung einer großen und leicht erhöhten Platzfläche ermöglicht dieser Entwurf auf ansprechende Art und Weise verschiedene Nutzungen und eine maximale Multifunktionalität. Den auch in der interaktiven Bürgerbeteiligung oft aufgetauchten Spagat zwischen ‚Kleinteiligkeit’ und ‚Großstadtplatz’ schafft der Entwurf durch das Wechselspiel von großer Platzfläche und verschiedenen Teilbereichen auf der erhöhten Platzfläche, die durch Abstufungen (Treppen; Rampen) und Lichteffekten erzeugt werden. Eine freie Raumaneignung und eine Flexibilität der Nutzungen werden durch die Offenheit ermöglicht. Durch die Verstärkung der Hauptwegeverbindungen durch Lichtstreifen wird die Bewegung und Dynamik des Platzes unterstrichen, die den Alexanderplatz so prägen. Ungünstig könnte sich auswirken, wenn die aufwändige Gestaltung einen zu „noblen“ Platz erzeugen würde, was in der Diskussion oftmals negativ bewertet wurde.
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1354 Frei für Bewegung (4 Punkte) Bei diesem Entwurf ist die sehr genaue und realistischen Bestandsanalyse hervorzuheben, die auch in Beiträgen der Bürgerbeteiligung beschrieben wurde: „Wichtig ist der Gebrauchswert des Platzes für möglichst viele Gruppen. Möglichst nicht zu viel von woanders kopieren. Das proletarische Image des Alex sollte man nicht wegschminken. Schrittweises , experimentelles Vorgehen mit viel Freiräumen und viel Bürgergesprächen statt ein großer Wurf mit Katzenjammer.“ (jo 1726) Im Entwurf wurde das Motiv der ‚Bewegung’ aufgegriffen und die Bewegungsströme zum bestimmenden Element gemacht. Die genaue gestalterische Umsetzung bleibt jedoch noch unklar. Eine interessante Einzelidee besteht darin, dem Berolinahaus ein transparentes Erdgeschoss zu geben und dadurch einen freien Blick auf den Bahnhof zu ermöglichen. Dieser Wunsch nach einer Verbindung von Alexanderplatz und Bahnhof wurde auch in der Bürgerbeteiligung geäußert. 1358 Lichtbankelipsoid (5 Punkte) Diesem Entwurf gelingt es, sehr widersprüchliche Anforderungen der verschiedenen Bürgermeinungen überzeugend zu verbinden. Den Ansprüchen der verschiedenen Zielgruppen wird durch unterschiedliche Nutzungsräume Rechnung getragen. Bestimmende Elemente sind die Lichtspange (sehen und gesehen werden) und die „Grüne Spange“ mit Sitzbänken und Rasenflächen (erholen, spielen) sowie der große Platzinnenraum, der für Demos, Aktivitäten, Veranstaltungen etc. gedacht ist. An den Rändern des Platzes finden sich eher kleinteilige Nutzungen. Hervorhebenswert ist die Integration von bereits bestehenden Nutzungen. So wird eine Sport- u. Spielfläche sowie eine Jugendcorner vor dem Alexanderhaus vorgeschlagen. Dies wirkt zum einen als sinnvolle Integration von bestehenden Nutzungen aber auch als abwechslungsreiches Element für das Einkaufspublikum. Der Entwurf löst den Anspruch ein, den Alexanderplatz als attraktiven Begegnungsort unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen zu stärken. 1367 Spiegelbrunnen und Medienkubus (5 Punkte) Bestimmend für den Entwurf sind der Erhalt des großen Platz und seine Aufwertung mit wenigen aber bestimmenden und vielfältig nutzbaren gestalterischen Mitteln. Durch das Platzieren eines Brunnens, der ohne Wasser auch als Bühne genutzt werden kann, auf der unteren Platzhälfte vor dem Alexanderhaus wird eine Pendant zum Brunnen der Völkerfreundschaft geschaffen. Gleichzeit erfolgt die Errichtung eines Medienkubus als Spiegelung der Weltzeituhr. So wird ein Umgang mit dem Bestand geschaffen und gleichzeitig eine Neuinterpretation der Platzelemente vorgenommen. Die Idee des Medienkubus greift ebenfalls die Vorschläge der interaktiven Bürgerbeteiligung auf und versucht dadurch eine Verbindung zu anderen Städten herzustellen bzw. die Wände als Speakers’ Corner oder für Kunstinstallationen zu nutzen. Weiterhin wird vorgeschlagen, die Tunnelanlagen und Unterführungen für jugendliche Aktivitäten zu nutzen, somit kann ‚leer stehender Raum’ einem geeigneten Zweck zugeführt werden und verschiedene Nutzungen auf und unter dem Platz spannend kombiniert.

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Sachverständigenstellungnahme zur Auslobung Alexanderplatz durch Marcus Lehmann, Kinder und Jugendbüro, Bezirksamt Mitte von Berlin und Heiko Wichert, Platzmanagement Alexanderplatz Die Wettbewerbsbeiträge wurden wie folgt begutachtet und bewertet: · Hat der Entwurf Kinder und Jugendliche berücksichtigt? · Sind genügend nichtkommerzielle Sitzmöglichkeiten geplant? · Sind Ausweichbereiche zur Nutzung durch verschiedene NutzerInnengruppen vorgeschlagen? · Gibt es Bereiche zum spielen Klettern oder um sich aufzuhalten · Wie viel Grün ist eingeplant? · Sind ein oder mehrere nutzbare Bühnenbereiche berücksichtigt? Die jeweilige Bewertung orientiert sich an den für Kinder und _Jugendliche gewohnte Schulsystem in einer Benotung 1-6. Diese Benotung bezieht sich einzig auf die Nutzbarkeit der vorgeschlagenen Gestaltung. In der folgenden Auflistung werden Besonderheiten nochmals deutlich hervorgehoben. Auffällig ist allgemein, dass nur ein Entwurf eine „Untersitzmöglichkeit“ vorsieht und dies auch nur sehr begrenzt. Zu dem Thema kostenfrei für junge Menschen nutzbare Räume ist hervorzuheben, dass ein Entwurf, eine durch den Wettbewerb realisierbare Räumlichkeit für junge Menschen skizziert. Diese Nutzung einer der jetzigen Unterführungen könnte eventuell auch auf andere Entwürfe übertragen werden. Dazu ist zu sagen, dass eine auch vorgeschlagene Pavillonnutzung , die in die Platzgestaltung oberirdisch integriert ist, aus unserer Sicht bedeutend reiz- und sinnvoller ist. 1351 Bewertung: 1,5 Die unterschiedlichen Sitzbereiche sind gut nutzbar, positiv ist der integrierte Ballspielbereich. Auch die zwei Bühnenbereiche sind für Veranstaltungen gut einsetzbar. Das fließende Gewässer mit den Sitzstufen ist auch für Kinder interessant. 1352 Bewertung: 3 Viele Sitzmöglichkeiten und ein nutzbares Wasserspiel sind auffällig. Die Fläche ist beskatebar. 1353 Bewertung: 2,5 Viele Sitzmöglichkeiten, multifunktionaler Bereich, der auch die Nutzung junger Menschen zulässt sind hervorzuheben. Zudem gibt es einen gut nutzbaren Bühnenbereich 1354 Bewertung: 2 Leider gibt es kein Grün. Dafür aber einen nutzbaren Bühnen- und Tribünenbereich. Deutlich zu benennen ist auch die Vielfalt an Sitzmöglichkeiten, die unterschiedlichsten Aufenthalt verschiedener NutzerInnengruppen ermöglicht. Insgesamt ein sehr multifunktionaler Entwurf. 1355 Bewertung: 4 Sehr positiv ist das temporäre Spielfeld. Die entstehenden Folgekosten sind aber nicht geklärt. Insgesamt sind aber wenig Sitzmöglichkeiten vorhanden. 1356 Bewertung: 2 Bemerkenswert ist die Nutzbarkeit der U-Bahneingänge, die auch als Sitz76

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möglichkeit dienen. Eventuelle Nutzungskonflikte in einem „Engbereich“ müssen aber gesehen werden. Die Sitzstufe bietet gute Sitzmöglichkeiten. Leider gibt es keine Bänke die auch bequemes Sitzen ermöglicht und kein Grün. Ein Bühnenbereich ist nicht klar definiert Bewertung: 2,5 Die flexiblen Sitzmöglichkeiten sind positiv, da sie immer wieder verändert und werden können und dementsprechend experimentiert werden kann. Ein zentraler Multifunktionsbereich ist gut nutzbar. Die lockere Begrünung wirkt einladend. Hervorzuheben ist der Trinkbrunnen, Bewertung: 1 Die Einbeziehung eines Spielfeldes ist sehr positiv. Die Elipsoide sind gut nutzbar. Die vielen Sitzmöglichkeiten und auch die beleuchtete Lichtbank sind positiv zu bewerten. Bewertung: 2,5 Die angedachten Lichtmasten können je nach Nutzung für junge Menschen interessant sein. Die nutzbaren Sitzbuchstaben ermöglichen unterschiedliche Nutzungen durch verschiedene NutzerInnen. Bewertung: 3 Die entstandene, erhöhte grüne Insel mit Sitzstufen ist gut nutzbar. Zudem befinden sich weitere Sitzmöglichkeiten auf dem gesamten Platz, die verschiedene Nutzungen ermöglichen. Bewertung: 3,5 Die Textlichtbänder sind nur begrenzt attraktiv. Ansonsten ist der Platz multifunktional nutzbar mit viel Grün Bewertung: 2 Die vielen Sitzquader sind gut nutzbar. Das Wasserspiel ist auch durch Kinder nutzbar, fraglich ist die Nähe zur Tram. Das Rasenpodest könnte attraktiver Treffpunkt sein. Die Freifläche ist durch Medienanschlüsse flexibel nutzbar. Bewertung: 1 Die multifunktionale Lichtbank mit vielfältigen Sitzmöglichkeiten ist hervorzuheben. Die angedachte Platzgestaltung mit den möglichen Veränderungen (Beleuchtung, Eisbahn...) machen den Platz auch für Kinder gut erlebbar. Bewertung: 5 Es gibt keine richtige Nutzbarkeit des eigentlichen Platzes, nur in Nebenbereichen und „Engbereichen“ gibt es Möglichkeiten. Bewertung: 1 Der Platzbelag ist begrenzt nutzbar. Der Entwurf bietet aber ansonsten unzählige Nutzbarkeiten für junge Menschen. Bewertung: 5 Durch die Pflasterung entsteht keine spezielle Nutzbarkeit. Die Bänke sind gut verteilt. Bewertung: 1,5 Hervorzuheben ist bei diesem Entwurf die Einbeziehung eines Treffpunktes für junge Menschen, inklusive der Finanzierungsmöglichkeit. Auch der Medienkubus ist für junge Menschen sehr interessant. Der zweite Brunnen als Treffpunkt ist auch attraktiv. Die Medienanschlüsse für Veranstaltungen sind gut verteilt Bewertung: 1,5 Die Panoramabank ist für Begegnungen hervorragend geeignet. Positiv sind auch die weiteren Sitzmöglichkeiten Zudem gibt es eine gut nutzbare Freifläche. Die Wasserfontäne ist für Kinder gut nutzbar und interessant
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Bewertung: 1,5 Die Pavillons berücksichtigen deutlich die Belange junger Menschen. Auch die Sitzmöbel sind sehr positiv nutzbar. Das viele Grün entspricht auch den Erwartungen junger Menschen. Bewertung: 2 Auch hier gibt es viel Grün. Der Medientreffpunkt www.alex.de kann von jungen Menschen positiv angenommen werden. Es gibt eine attraktive Veranstaltungsfläche und nutzbare Sitzstufen am „Hain“. Zudem kann die Marktfläche zu nicht Marktzeiten genutzt werden. Bewertung: 2,5 Die beleuchtete Sitzskulptur lässt aufgrund ihrer weiten Ausdehnung viele Sitzmöglichkeiten für unterschiedliche Nutzergruppen zu. Der Bühnenbereich mit Sitzsockel ist auch positiv zu erwähnen. Die Nutzung des Berolinahauses auch für junge Menschen ist eine gute Idee, aber nicht festlegbar. Bewertung: 5 Es sind fast keine Nutzungen in der Eingangs beschriebenen Art möglich. Bewertung: 3 Auffallend sind das viele Grün und das viele Wasser. Die Nutzbarkeit durch junge Menschen ist aber ungeklärt. Zudem gibt es viele Sitzmöglichkeiten, aber leider kein Bühnenbereich Bewertung: 3 Positiv ist der Bühnenbereich, aber leider in der Nutzbarkeit nur für kleine Veranstaltungen möglich, da die Begrenzung durch die Straßenbahntrasse erfolgt. Zudem fällt positiv die Berücksichtigung eines auch für junge Menschen Nutzbaren Bereich auf. Bewertung: 2,5 Die unterschiedlichsten Sitzmöglichkeiten sind positiv. Die Nachtbeleuchtung ist sehr attraktiv auch für die späte Platznutzungen, Bewertung: 2 Bewertung: 3 Positiv ist die Bereitstellung verschiedener Treffpunkte. Der Skatebereich ist deutlich hervorzuheben, muss aber deutlich abgegrenzt werden. Die Infosäule und die Speakers Corner können interessante Anlaufpunkte für Jugendliche werden.

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Stellungnahme aus Sicht der Barrierefreiheit und StraßenbahnInfrastruktur Grundsätzliche Einschätzung: Die Straßenbahn ist grundsätzlich in allen Entwürfen in ihrer Lage erhalten geblieben. Es sind z.T. jedoch andere Materialien in den Gleisbereich eingefügt worden. Ob die Entwässerung der Bahnanlage Veränderungen unterworfen wurde, war nicht erkennbar. Im nächsten Schritt muss der Betreiber (BVG) einbezogen werden und seine expliziten Vorgaben für den Gleisbereich formulieren. Die Aufgabenstellung sah vor, eine blindengerechte, d.h. taktil wahrnehmbare, Verbindung vom Bahnhofszugang R- und S-Bf Alexanderplatz in der Dircksenstraße zu den Straßenbahnhaltestellen im Bereich der Straße Am Alexanderplatz über die Unterwegsziele “Warenhaus” und nordwestlicher Zugang U-Bf Alexanderplatz der U2 vorzusehen. Dieses Ziel ist in keinem Entwurf konsequent erfüllt worden. Allenfalls ist bei einem Teil der Entwürfe durch die gewählte Bodenstruktur und Materialwahl eher indirekt, bei einigen anscheinend eher zufällig, eine gewisse Führung zu einem oder zwei Ziele gegeben. Auch war vorgegeben, den Gefahrenbereich der Straßenbahntrasse taktil wahrnehmbar zu gestalten. Dies ist bei einem Teil der Entwürfe, v.a. die eine homogene, den Gleisbereich einschließende, Materialwahl enthalten, nicht erfüllt. Bei der Weiterbearbeitung ist auf die Barrierefreiheit hinzuwirken. Die Entwürfe, die bereits Ansätze zeigen, sind hier m.E. auch entwicklungsfähig. Folgende Entwürfe zeigen hinsichtlich der Barrierefreiheit Ansätze, die entwickelt werden können: Wahrnehmbarkeit Wegeleitung Straßenbahntrasse x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x

Bemerkung

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insgesamt schwierig

insgesamt schwierig guter Ansatz nicht optimal guter Materialansatz nicht optimal entwicklungsfähig

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Folgende Entwürfe bieten interessante Ansätze und könnten aus meiner Sicht mit Hinweisen in die engere Wahl kommen: 1356 1360 1362 1366 wenn Höhensprung nicht nach unten führt (Absturzmöglichkeit) wenn Materialwahl ‘glatt’ für Laufbereich und ‘grob’ für Gefahrenbereich wenn Materialkontrast (wie vor) wenn innen bspw. Mosaikpflaster u. Außenbereich glatt, Straßenbahn durch Aufkantung als Gefahrenbereich abgrenzen 1371 wenn Sitzbänke so platziert werden, dass sie keine Barriere darstellen und U2 auffindbar ist 1374 hier kann durch Entwässerungsrinne und Materialkontrast eine Wegeleitung entwickelt werden

Eine ideale Wegeleitung für Blinde wäre die ‘Berliner Verlegeordnung’ nach der AV Geh- und Radwege: glatte Plattenbahn mit Unter- und Oberstreifen (beiderseitigem Begleitstreifen) mit Mosaikpflaster. Ob dieses Prinzip hier am Alexanderplatz anzuwenden ist, oder im Rahmen der weiteren Präzisierungen entwurfsseitig geschickt ersetzt werden kann, ist im weiteren Verfahren festzulegen. Die Straßenbahntrasse ist jedem Fall zur Gefahrenabwehr deutlich hervorzuheben.

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Vorprüfung: Belange der Straßenbahn Gemeinsame Stellungnahme SenStadt X PB 1 / BVG BS-GP2 Grundsätzlich gilt aus Sicht der BVG für die Bestandsstrecke: · Der Ersatz der derzeitigen Eindeckung wird aus technischen und finanziellen Gesichtspunkten abgelehnt. Bei Wettbewerbsarbeiten, die dies ganz oder in Teilbereichen vorsehen, muss mit erheblichen Folgekosten gerechnet werden, da aufgrund der Gleisbauweise im Platzbereich (schwingungsgedämpftes Gleis) die Eindeckung ohne Gefährdung bzw. Zerstörung des statischen Systems des Gleisoberbaus nicht entfernt werden kann. Arbeiten, die sowohl für den Platzbereich als auch für die Straßenbahntrasse den selben Belag verwenden, berücksichtigen zudem nicht die Belange der Sehbehinderten, die den Granittiefbord bzw. eine veränderte Oberfläche als Erkennungszeichen für den Gleisbereich benötigen. · Bei Arbeiten, bei denen keine Eingriffe in den Gleisbereich erkennbar waren, wird vom Erhalt des bestehenden Belages ausgegangen. · Der Einbau von im Boden eingelassenen Lichtstreifen ist im Gleisbereich (Zone zwischen den Granittiefborden) weder technisch möglich noch aus Sicht auf die Betriebskosten realisierbar. · Die Einschränkung der Passierbarkeit des Platzes für Fußgänger durch Bodenerhebungen insbesondere in der Nähe des Gleisbereichs wird aus funktionalen und städtebaulichen Gründen abgelehnt. Eine Kanalisierung der Fußgängerströme auf den Gleisbereich führt zu unnötigen Konflikten. · Eine Führung des Radwegs im Bereich der Haltestelle U Alexanderplatz zwischen Bahnsteig und U-Bahn-Eingang muss aus Fahrgastsicht abgelehnt werden, da es hier zu Konflikten zwischen den Umsteigeströmen und durchaus schnell fahrenden Radfahrern kommen kann. Für die Neubaustrecke gilt: · Grundlage für den freiraumplanerischen Wettbewerb Alexanderplatz, Ideenteil Dircksenstraße war die Entwurfsplanung Gleisbau vom Juli 2001. Lage und Höhe der Gleisanlage (Gradiente) sind unveränderbar. Ebenso ist die Lage der Haltestelle mit ihren technischen Randbedingungen (Rampen, erforderliche Blindenleiteinrichtungen) als fest vorgegeben anzusehen. · Veränderungen der verwendeten Materialen sowie Ausstattungselemente der Haltestelle (z. B. Wetterschutz) dürfen den Kostenrahmen der bestätigten Bauplanungsunterlage nicht überschreiten. Ebenso dürfen die laufenden Wartungs- und Unterhaltungskosten gegenüber den bislang geplanten Elementen nicht überschritten werden. Das Corporate Design der BVG ist zu beachten.

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