Publication:
2012
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-opus-202421
Path:
Abfallwirtschaftsbericht
Landkreis Aschaffenburg

2012

Inhaltsverzeichnis
Teil 1
Seite Abfallwirtschaft im Landkreis Aschaffenburg Historie Einrichtungen zur Verwertung und Beseitigung der Abfälle Maßnahmen an der Deponie Stockstadt Abschluss der Deponie Stockstadt Deponiegaserfassung Rekultivierung Deponieabschnitt II und III Sickerwassererfassung, Infiltration von Sickerwasser Umladestation und Kreisrecyclinghof Behandlung und Verwertung der Bio- und Grünabfälle Förderung abfallwirtschaftlicher Maßnahmen in den Gemeinden Haus- und Sperrmüllentsorgung mit Wiegesystem Gründe für die Umstellung der Hausmüllabfuhr Beschreibung des Wiegesystems Vergleich der Basisdaten von 1997 bis 2015 Behälterdaten Fahrzeugdaten Ergebnisse der Bio- und Restmüllabfuhr von 1997 – 2012 Restmüll Biomüll Die Ergebnisse in den einzelnen Gemeinden Sperrmüllabfuhr auf Abruf 1 4 4 4 5 5 6 6 7

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Entwicklung der Hausmüllgebühren Zuschüsse Zuschüsse zur Eigenkompostierung Zuschüsse zur Nutzung von Mehrwegwindeln Zuschüsse bei Inkontinenz Bewertung der bisherigen Erfahrungen mit dem Wiegesystem Haus- und Sperrmüllanalyse Öffentlichkeitsarbeit, Abfallberatung Aktion Sauberer Landkreis Börse für historische Baustoffe Verschenk- und Tauschbörse Reparatur- und Verleihführer Umwelterziehung Image-Kampagne Abfallwirtschaftliche Ziele des Landkreises Aschaffenburg Überwachung bestehender Verwertungswege Erhalt der geringen Kosten der kommunalen Abfallwirtschaft Vereinbarung mit der DSD GmbH („Grüner Punkt“) und den anderen neun Systembetreibern

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Teil 2

Seite Abfallmengen, Statistik Abfallbeseitigung Definition der Abfallarten Hausmüll Sperrmüll Gewerbemüll Problemabfälle Illegale Abfallbeseitigung Abfallverwertung Papier, Pappe, Kartonagen Hohlglas Metalle Eisenmetalle Aluminium Kabelreste, Messing, Blei, Zink, Kupfer und VA-Stahl Elektro- und Elektronikaltgeräte Kunststoffe, Verbundstoffe Styropor Grünabfälle Biomüll Holz Fenster, Flachglas und A-IV-Holz Bauschutt Textilien Schuhe Korken CDs PU-Schaumdosen Altreifen Tonerkartuschen Speisefett 40 40 40 43 43 45 46 48 50 52 53 53 54 55 56 56 57 58 58 59 60 60 61 62 62 62 62 63 63 64 64

Teil 3

Seite Gesetzgeberische Maßgaben Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz Deponieverordnung Abfallverzeichnisverordnung (AVV) Nachweisverordnung Elektro-und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) Batteriegesetz Bayerisches Abfallwirtschaftsgesetz Abfallwirtschaftssatzung und Gebührensatzung des Landkreises Aschaffenburg 71 65 66 68 68 69 69 70 71

Anhang (Tabellen) Abfalldaten Haus- und Sperrmüll und verwertbare Abfälle für die Jahre 1993 bis 2012 Vergleich des Aufkommens verwerteter, beseitigter und Gesamtabfälle in den Jahren 1991 bis 2012 Alle Wertstoffe insgesamt und als pro-Kopf-Aufkommen von 1995 bis 2003 Alle Wertstoffe insgesamt und als pro-Kopf-Aufkommen von 2004 bis 2012

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Bildnachweis Fa. Bär, Stockstadt: S. 4; LK Aschaffenburg: S. 7; 9, 11, 30, 31, 33 oben; GBAB: S. 8; Fa. MOBA, S. 13; Burkhard Mahlmeister: S. 33 unten; Alexandra Kellner: S. 34; FAKS: S. 35; Agentur Marketing Art: S. 36, 37; GKS Schweinfurt: S. 41

Herausgeber: Landratsamt Aschaffenburg, Bayernstraße 18, 63739 Aschaffenburg, 2013

Vorwort
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
im Jahr 2011 wurde intensiv über den Entwurf eines neuen Abfallgesetzes diskutiert und gestritten. Letztendlich konnten sich Bundesrat und Bundestag über den Vermittlungsausschuss auf das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz einigen, das mit Wirkung vom 01.06.2012 in Kraft trat. In der im Bundestag gefundenen „Kompromissformel“ konnten wichtige kommunale Interessen weitgehend berücksichtigt werden. So sind gemischte Haushaltsabfälle einer gewerblichen Sammlung weiterhin nicht zugänglich. Getrennt erfassbare Wertstoffe wie Papier, Altkleider, Metalle etc. dürfen nur dann von gewerblichen Sammlern erfasst werden, wenn deren Sammlung wesentlich leistungsfähiger als die des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers ist. Im neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz wird zudem noch mehr Wert auf ein hochwertiges Recycling gelegt. So sind Papier-, Metall-, Kunststoff-, Bio- und Glasabfälle, soweit dies für die Gebietskörperschaft umsetzbar ist, spätestens ab dem 1. Januar 2015 getrennt zu sammeln. Für die einzelnen Wertstoffe sind außerdem Recyclingquoten vorgegeben, die ab dem Jahre 2020 eingehalten werden müssen. Den Landkreis Aschaffenburg stellt das neue Gesetz nicht vor besonders schwierige Aufgaben. Denn wir haben schon seit vielen Jahren meist die höchste Recyclingquote in Bayern. Nur bei wenigen Wertstofffraktionen kann hier noch nachgebessert werden. Dies betrifft z. B. Kunststoffe, die keine Verpackungen sind. Diese sollen voraussichtlich ab dem Jahr 2015 landkreisweit über eine neue Wertstoff- und Sperrmüllabfuhr auf Abruf kostenfrei erfasst und verwertet werden. Ein Versuch hierzu wird ab Juni 2013 in den Marktgemeinden Goldbach und Hösbach durchgeführt. Auch das neue Grünabfallkonzept, das im Juli 2012 in fast allen Landkeisgemeinden eingeführt wurde, ermöglicht eine nochmalige Mengensteigerung bei der Erfassung der Grünabfälle. Weil Sie uns die Sortierung durch getrennte Anlieferung erleichtern, können wir kostengünstig eine heizwertreiche Fraktion zur Energiegewinnung separieren. Hierfür nicht geeignete Grünabfälle werden kompostiert und zu hochwertigem Dünger verarbeitet, der die Humusversorgung landwirtschaftlich genutzter Böden sichert. So schaffen wir es mit Ihrer Hilfe spielend, die Recyclingvorgaben des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes einzuhalten, und können zudem weiterhin hochwertige Entsorgungsdienstleistungen bei niedrigen Müllgebühren anbieten. Für den vorliegenden Abfallwirtschaftsbericht wünsche ich Ihnen eine anregende und informative Lektüre. Ihr

Dr. Ulrich Reuter Landrat

Teil 1 Abfallwirtschaft im Landkreis Aschaffenburg
Historie
Mit dem Inkrafttreten des ersten bundesweiten Abfallgesetzes im Jahr 1972 wurden erstmals besondere Anforderungen an die Ablagerung von Abfällen gestellt, die die bis dahin zumeist von den Gemeinden genutzten „Kippen“ nicht mehr erfüllen konnten. Außerdem ging in der Folge der neuen Abfallgesetzgebung in Bayern die Zuständigkeit der Abfallentsorgung von den Gemeinden auf die Landkreise über. Für den Landkreis Aschaffenburg ergab sich die Möglichkeit, eine geordnete Abfalldeponie durch die Firma Bär auf einem ihrer Grundstücke in Stockstadt errichten zu lassen, auf dem diese zuvor Kies abgebaut hatte. Damit kam man den Vorschlägen aus einem Projektgutachten des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz zur Neuordnung der Abfallbeseitigung im Raum Aschaffenburg vom Mai 1972 nach, das die Errichtung und den Betrieb einer geordneten Deponie auf dem Gelände der Firma Bär als schnell zu realisierende Übergangslösung empfahl. Zudem hatte die Gemeinde Stockstadt einen Teil des Geländes bereits zur Ablagerung der gemeindlichen Abfälle genutzt. So schlossen der Landkreis und später auch die Stadt Aschaffenburg mit der Firma Bär, die später die Tochterfirma Mülldeponie KG gründete, einen Vertrag über den Betrieb einer geordneten Mülldeponie ab. Nach und nach schlossen die Gemeinden des Landkreises ihre ungeordneten Müllkippen und lieferten die Abfälle zur Deponie nach Stockstadt. Der Landkreis Aschaffenburg hat schon früh begonnen, die Abfallentsorgung nach dem jeweils neuesten Stand zu organisieren, was auch die Trennung von Wertstoffen vom Restmüll und Bemühungen um Abfallvermeidung einschloss. Für das Jahr 1987 wurde erstmals ein Abfallwirtschaftsbericht erstellt, der die Mengen der erfassten Abfälle und Wertstoffe sowie die Ermittlung der Recyclingquote beinhaltete. Die Ziele der Abfallwirtschaft lagen damals darin, das Netz der Wertstoffcontainer, mit denen farbsortiertes Glas, Dosen und Papier erfasst wurde und die Anzahl der Recyclinghöfe und Kompostplätze in den Gemeinden zu erweitern, um die Müllmengen, die abgelagert werden mussten, zu reduzieren. 1989 wurde eine Waage an der Mülldeponie Stockstadt eingerichtet, die erstmals die Ermittlung der genauen Müllmengen ermöglichte. Ferner wurde 1990 mit der Einführung einer flächendeckenden Sammlung verwertbarer Kunststoffe (Thermoplaste und Styropor) begonnen. Das Netz der Mehrkammercontainer zur Erfassung von Glas, Dosen und Papier wurde erweitert, nachdem Metallschrott im Rahmen der allgemeinen Sperrmüllabfuhr, die viermal im Jahr in jeder Gemeinde durchgeführt wurde, bereits seit 1985 separat erfasst wurde. Zudem wurde im Rahmen der Sperrmüllsammlung 1989 mit der getrennten Erfassung und Verwertung von Kühlgeräten begonnen, um die umweltgefährdenden FCKW-haltigen Kühlmittel unschädlich zu machen. Grünabfälle wurden nun neben der Annahme an den Kompostplätzen in Stockstadt und Sailauf ebenfalls im Rahmen der Sperrmüllabfuhr erfasst. Die Recyclingquote betrug 1990 26,5 %. Im Abfallwirtschaftsbericht des Jahres 1989 wird außerdem auf den sich abzeichnenden „Müllnotstand“ hingewiesen, da die steigenden Müllmengen die

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Kapazitäten der Deponie Stockstadt zu überschreiten drohten. Dabei machte der Hausmüll mit 26 % nur einen kleinen Anteil aus. Die weitaus größeren Mengen waren Gewerbemüll. Über 43 % aller Abfälle wurden in diesem Jahr aus der Stadt Aschaffenburg in Stockstadt angeliefert. Um die Müllmengen in den Griff zu bekommen wurde 1990 eine neue Abfallwirtschaftssatzung erlassen, die eine Reihe von Wertstoffen von der Deponierung ausschloss. Die Einhaltung dieser Satzungsvorgabe wurde nun mit Hilfe zusätzlicher Mitarbeiter kontrolliert und erbrachte erste Rückgänge der Gewerbeabfallmengen. Trotz dieser Bemühungen rechnete man mit dem Ende der Deponierungskapazitäten in Stockstadt zum Jahr 1995 und begann 1992 mit der Suche nach neuen Deponierungsmöglichkeiten. Mit der neuen Abfallwirtschaftssatzung wurde außerdem als kleinstes mögliches Müllgefäß die 35-Liter-Restmülltonne eingeführt. Hierdurch erhoffte man sich, Anreize zur Müllvermeidung und besseren Abfalltrennung zu schaffen. Die Müllbehälter mussten von den Bürgern selbst gekauft und mittels Kauf einer Müllmarke für jeweils ein Jahr zur Entsorgung „zugelassen“ werden. Im Juni 1991 trat die Verpackungsverordnung in Kraft, in deren Folge die Duale System Deutschland GmbH gegründet wurde, welche die Einsammlung und Verwertung der Verpackungsabfälle in den Gebietskörperschaften übernahm. Im Landkreis Aschaffenburg wurde das Duale System im September 1992 eingeführt, woraufhin die Sammlung und Verwertung der Kunststoffe (Polyolefine) eingestellt und der „Gelbe Sack“ zur ausschließlichen Erfassung von Verpackungen aus Kunststoffen und Verbundmaterial eingeführt wurde. Obwohl der Landkreis der Stadt Aschaffenburg die Mitnutzung der Deponie Stockstadt zum 31.12.1992 gekündigt hatte, drohte weiter der Entsorgungsnotstand. Das Jahr 1993 stand daher ganz im Zeichen der Standortsuche für eine neue Hausmülldeponie, was zu großem Unmut in der Bevölkerung führte. Bereits 1991 hatten Landkreis und Stadt Aschaffenburg ein Konzept für die zukünftige Abfallbehandlung und –entsorgung erstellen lassen. Das Ende 1992 abgeschlossene Gutachten präsentierte als Ergebnis das „Schaffhauser Modell“, das vorsah, die gut brennbaren Abfälle auszusortieren, in einer Schwelbrennanlage zu verbrennen und den Rest zu verrotten. Die Reste aus diesen Behandlungsschritten sollten dann gemeinsam mit den nicht verwertbaren inerten Abfällen abgelagert werden. Die Realisierung dieser Planung wurde allerdings durch Inkrafttreten der TASiedlungsabfall im Juni 1993 hinfällig, da diese nur noch Abfälle mit einem Glühverlust unter 5% zur Ablagerung zuließ. Dies war mit den „kalten“ Behandlungsverfahren Vergärung und Verrottung jedoch nicht zu leisten. Daher waren alle Beteiligten froh, als der Landkreis Aschaffenburg zum 01.01.1994 die Möglichkeit erhielt, als Mitgesellschafter dem Müllheizkraftwerk Schweinfurt (GKS) beizutreten. Mit für die Verbrennung zugesagten 25.000 Tonnen Abfall pro Jahr war eine neue Abfalldeponie nun nicht mehr nötig. Die Abfälle wurden nun auf einer auf dem Gelände der Deponie Stockstadt errichteten Umladestation angeliefert, auf LKW verladen und nach Schweinfurt gebracht. Mit dem Anschluss an das GKS waren die Müllentsorgungskosten jedoch stark gestiegen, was viele Gewerbebetriebe veranlasste, billigere Entsorgungsmöglichkeiten, oft außerhalb des Landkreises Aschaffenburg, wahrzunehmen, zumal das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz von 1994 zu einer Liberalisierung der Gewerbeabfallentsorgung führte. Dadurch nahm der prozentuale Anteil des Hausmülls am Gesamtmüll stark zu, der 1994

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zusammen mit dem Sperrmüll ca. 60 % der entsorgten Abfälle ausmachte. Da über den gebührenfinanzierten Müllhaushalt nun immer mehr Leistungen abgedeckt werden mussten, führte dies zwangsläufig zu Gebührensteigerungen. Daher versuchte man, weitere Wertstoffe getrennt zu erfassen. So wurde 1994 die getrennte Erfassung von Altholz im Rahmen der Sperrmüllsammlung, die jetzt nur noch zweimal jährlich statt fand, eingeführt, was die Sperrmüllmengen um ca. 2000 t Holz entlastete. Im Juli 1994 konnte in Stockstadt als erster Landkreisgemeinde Biomüll getrennt abgefahren und kompostiert werden. Bis zum März 1997 wurden alle Landkreisgemeinden an die Biotonne angeschlossen. Ab 1996 konzentrierte sich die Verwaltung verstärkt auf die Einführung des Wiegesystems für Bio- und Restmülltonnen, das auch zuvor in der Gemeinde Stockstadt getestet wurde. Im Juli 1997 konnte es landkreisweit eingeführt werden. Hierdurch und durch die Einführung der Biotonne konnten die Hausmüllmengen drastisch gesenkt werden. Sie reduzierten sich gegenüber 1989 um ca. 70 %. Der drohende Müllnotstand der 80er Jahre war somit endgültig abgewendet. Restmüllentsorgungsanlagen mussten im Landkreis Aschaffenburg keine mehr errichtet werden. 1998 wurde die Deponie Stockstadt geschlossen, da aufgrund der stark gesunkenen Müllmengen ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich war. Alle brennbaren Abfälle wurden nun im GKS Schweinfurt, kleinere Mengen auch in der Müllverbrennungsanlage Würzburg entsorgt. Die immer geringer werdenden inerten Abfälle wurden bis zum 31.05. 2005 im Bereich der ehemaligen Umladestation auf der Deponie Stockstadt eingelagert. Nach Einführung des Wiegesystems fielen weiterhin hohe Sperrmüllmengen an, da dieser im Gegensatz zum nicht sperrigen Restmüll noch nicht gewogen wurde. Dies änderte sich im April 1999. Seit diesem Datum wurde die Sperrmüllabfuhr auf Abruf mit Verwiegung eingeführt, was auch bei dieser Abfallfraktion zu großen Mengenreduktionen führte. Die meisten Bürger konnten nach Einführung des Wiegesystems und dadurch ermöglichter, individueller, verbrauchsabhängiger Gebühren ihre Abfallentsorgungskosten reduzieren. Die Haus-, Sperr-. und Gewerbemüllmenge betrug jetzt nur noch ca. ein Zehntel der im Jahr 1989 angefallenen Abfälle. Die Recyclingquote lag bei fast 85 %. Doch nicht in allen Bereichen wurden die hohen Wertstoffmengen ausschließlich positiv bewertet. Da die Mengen des über öffentlich zugängliche Container gesammelten Altpapiers ständig zunahmen, wurde hier ein gewisser Missbrauch durch nicht an der Zahlung der Müllgebühren beteiligten auswärtigen Bürger und Gewerbetreibender befürchtet. Nach einem Versuch in der Gemeinde Stockstadt in den Jahren 2001 und 2002 wurde daher ab 2004 die separate Papiertonne landkreisweit eingeführt und gleichzeitig die Papiercontainer von den Containerstandplätzen entfernt. Der 1. Juni 2005 war ein von vielen Gebietskörperschaften gefürchtetes Datum, da spätestens ab diesem Zeitpunkt nach den Bestimmungen der TASiedlungsabfall (TASi) kein brennbarer Müll mehr unbehandelt abgelagert werden durfte. Für den Landkreis Aschaffenburg ergaben sich jedoch keine Probleme, da alle brennbaren Abfälle seit langem im GKS entsorgt wurden. Die wenigen inerten Abfälle wurden, nachdem der Abschnitt der ehemaligen Umladestation der Kreismülldeponie verfüllt war, ab dem 1.6.2005 zur Deponie Rothmühle in den Landkreis Schweinfurt gebracht. Im Folgenden werden einige Einrichtungen zur Verwertung und Beseitigung von Abfällen aus dem Landkreis Aschaffenburg ausführlicher beschrieben.

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Einrichtungen zur Verwertung und Beseitigung der Abfälle
Maßnahmen an der Deponie Stockstadt
In den vergangenen Jahren unterlag die Deponie aufgrund des Einbaufortschritts ständig Veränderungen. Nachdem in der Vergangenheit die Herstellung der Basisabdichtung von Deponieabschnitt IV sowie in den letzten Jahren die Verfüllung, die Oberflächenabdichtung und der Abschluss der Deponie zentrale Themen waren, stehen heute die abschließende Rekultivierung, Gaserfassung und die Infiltration von Sickerwasser sowie die Sanierung des Sickerwassererfassungssystems im Vordergrund.

Gelände der rekultivierten Deponie Stockstadt

Abschluss der Deponie Stockstadt
Aufgrund der stark zurückgegangenen Müllmengen - die Einführung des Wiegesystems hat diese Entwicklung noch verstärkt - wäre ein betriebswirtschaftlich sinnvoller Deponiebetrieb nicht mehr möglich gewesen. Um die hohen Betriebskosten zu vermeiden, hat der Kreistag daher bereits im Juli 1997 beschlossen, Deponieabschnitt II und III schnellstmöglich zu verfüllen und Deponieabschnitt IV nicht zu aktivieren. Dieser Abschnitt ist derzeit mit einer Folie abgedeckt, um die Sickerwasserproduktion zu reduzieren. Durch o.g. Maßnahmen konnten Deponie II und III zügig oberflächenabgedichtet werden, was den Sickerwasseranfall und dadurch die Betriebskosten erheblich senkt. Alle brennbaren Abfälle werden seit April 1999 zum GKS nach Schweinfurt verbracht, während inerte, nicht brennbare Abfälle noch bis Ende Mai 2005 auf dem Gelände der ehemaligen Umladestation der Deponie Stockstadt entsorgt wurden. Durch diese Maßnahme konnten alle Abfälle bereits ab April 1999 TASi-konform entsorgt werden. Eine neue Deponie wird vor diesem Hintergrund im Landkreis Aschaffenburg u.U. auf Jahrzehnte nicht mehr benötigt. Was mit Deponieabschnitt IV, der auch nach 2009 unbefristet weiter betrieben werden kann, geschieht, ist derzeit noch nicht absehbar. Im Bereich der Erddeponie wurde noch bis Ende Juli 2006 Erdaushub eingelagert. Seit dieser Zeit sind Deponieabschnitt II und III vollständig verfüllt.

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Deponiegaserfassung
Nach der Planungsphase Anfang der 90er Jahre wurde ab 1992 mit der Realisierung der gezielten Deponiegaserfassung begonnen. 1996 wurde ein Gasmotor installiert, der es ermöglicht, das Deponiegas zu verstromen und zu nutzen bzw. ins E-Netz einzuspeisen. Der Motor war im Jahr 2005 für die gesunkene Deponiegasmenge überdimensioniert und zudem defekt und wurde schließlich durch zwei Motoren mit jeweils geringerer Leistung ersetzt. Für ca. ein halbes Jahr konnte jedoch kein Deponiegas verstromt werden. Es wurde stattdessen abgefackelt. Wurden 2004 insgesamt noch 2.557 MW/h Strom erzeugt, wovon 2.441 MW/h ins Stromnetz eingespeist wurden, waren es 2005 technisch bedingt nur 966 MW/h von denen 218 MW/h selbst verbraucht und 748 MW/h ins Netz eingespeist wurden. Im Jahr 2012 wurden zusammen ca. 829 MW/h erzeugt. Etwa 800 MW/h wurde ins Stromnetz eingespeist, der Rest selbst verbraucht. Hierzu liefen die Motoren insgesamt 15.000 Stunden. Der Rückgang der Deponiegas- und Strommenge ist ein normaler Vorgang, da die organischen Inhaltsstoffe der Deponie (Biomüll, Grünabfälle, Klärschlamm) zunehmend abgebaut und in Deponiegas umgewandelt werden. In 10 bis 20 Jahren wird die Deponiegasbildung ganz zum Erliegen kommen. 2009 wurden 8 Gasbrunnen auf dem Deponieabschnitt 3 neu errichtet, indem zwischen 11 und 13 m tiefe Bohrungen niedergebracht wurden, in die Filterrohre gestellt wurden, über die das Deponiegas abgesaugt wird. Hintergrund dieser Erneuerung war, dass mehrere Gasbrunnen nicht mehr funktionstüchtig waren, da das Filterrohr zusammen gedrückt oder abgeschert war. 2011 wurden ca. 1.045.934 m3 Gas, 2012 ca. 721.500 m3 erfasst. Die Optimierung der Deponiegaserfassung durch regelmäßige Instandhaltungsmaßnahmen an Gasbrunnen, Gasleitungen, Kondensatschächten und Gasmotoren ist für die kommenden Jahre vorgesehen.

Rekultivierung Deponieabschnitt II und III
1995 wurde begonnen, Deponieabschnitt III gemäß den Vorgaben des Planfeststellungsbeschlusses der Genehmigungsbehörde, der Regierung von Unterfranken, von 1987 zu rekultivieren. Die Rekultivierung beinhaltet nicht nur ein Abdecken und Anpflanzen der Deponie, sondern in erster Linie ein Abdichten der Oberfläche mit einer 2 x 0,25 m dicken Lehmschicht, die verhindert, dass Gase aus- und Regenwasser eintreten können. Das Gas wird gezielt erfasst und genutzt, während die Sickerwassermenge reduziert wird. Bis 2000 waren Deponie II und III im Wesentlichen rekultiviert. 2001 und 2002 wurden die verbleibenden Randbereiche an den Böschungen abgedichtet. Dazu mussten sogenannte Gabionen aufgebaut werden, die das Abdichtungssystem mit Bentonitmatten an den Deponieflanken statisch sichern. Die Abdichtung der restlichen Abschnitte und des Eingangsbereichs wurden 2003 abgeschlossen, so dass Ende 2003 nur noch ca. 6000 m² im Bereich der ehemaligen Umladestation und ca. 14.000 m² im Bereich der Erddeponie abgedichtet werden mussten. Die Arbeiten, mit denen 2006 begonnen wurde, konnten auf Grund der schlechten Witterung bis Herbst 2006 aber erst im August 2007 fertig gestellt werden. Seit dieser Zeit ist die gesamte Deponieoberfläche „temporär“ abgedichtet. In den kommenden Jahren wird die endgültige Oberflächenabdichtung noch herzustellen sein. Wie dies technisch ausgestaltet wird, ist derzeit noch nicht abschließend entschieden. Durch die neue Deponieverordnung ergeben sich Alternativen zur Kombinationsabdichtung mit mineralischer Dichtung und Kunststoffdichtungsbahn nach alten Vorgaben der TA-Siedlungsabfall von 1993. Derzeit wird allerdings schon unbelasteter Erdaushub gesammelt, da auf

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jeden Fall eine Rekultivierungsschicht von min. 1m Mächtigkeit auf die gesamte Deponie aufgebracht werden muss, wofür mindestens ca. 250.000m³ Erdaushub benötigt werden.

Sickerwassererfassung, Infiltration von Sickerwasser
1996 und 1997 wurden sechs 100 m³-Tanks als zusätzliche Sickerwasserspeicher installiert, um nach starken, andauernden Regenfällen und den daraus resultierenden höheren Sickerwassermengen über ausreichende Pufferkapazitäten zu verfügen. Bislang wurden diese Tanks allerdings noch nicht benötigt, da die voranschreitende Oberflächenabdichtung ein Einsickern von Regenwasser in den Deponiekörper weitgehend verhindert und die Sickerwassermenge entsprechend reduziert werden konnte. Durch die abgeschlossene Oberflächenabdichtung ist die Nutzung der Speichertanks als Puffer überflüssig geworden. Allerdings wirkt sich mittlerweile die zunehmende Abdichtung der Deponieoberfläche negativ auf die Gasproduktion aus, da dem Deponiekörper nur noch wenig Wasser von außen zugeführt wird. Dies ist aber unbedingt erforderlich, um die Gasproduktion im Deponiekörper aufrecht zu erhalten. Daher begann man 2005 mit Genehmigung der Regierung von Unterfranken die Infiltration von Sickerwasser in die Deponie vorzubereiten, um im Sommer 2006 mit der Maßnahme selbst beginnen zu können. So kann der Deponiekörper in einem Teilbereich auf Deponieabschnitt III befeuchtet und die Gasproduktion angekurbelt oder wenigstens stabil gehalten werden. Je eher die Abbauprozesse in der Deponie abgeschlossen sind, desto geringer werden die Nachsorgekosten sein. Im Rahmen der Infiltration wurden 2005 die Sickerwasserableitungen aus den Sammelschächten auf Deponieabschnitt III mit einem australischen Wickelrohrsystem namens Ribloc saniert, das hier erstmals auf einer deutschen Deponie zum Einsatz kam. Die Wartung und Instandhaltung der Sickerwassererfassung steht im Vordergund der Maßnahmen, die heute auf der Deponie durchgeführt werden müssen. Das Entwässerungssystem der Deponie Stockstadt wird gegelmäßig mittels Hochdruckspülung gereinigt und mit Kanalkamera untersucht. Um eine funktionsgerecht Entwässerung des Deponiekörpers langfristig sicher zu stellen, ist es unumgänglich, die Sickerwasser-Sammelschächte zu erneuern. Im Rahmen eines Pilotprojektes wurde 2011 zunächst der 20 m tiefe Sammelschacht erneuert, da hier die Schäden am Größten waren. Weitere Sammelschächte werden in den nächsten Jahren ebenfalls erneuert werden müssen (nähere Informationen siehe unter www.abfallwirtschaft-ab.de unter Veröffentlichungen/Links).

Umladestation und Kreisrecyclinghof
Im Jahr 2000 begann die GBAB, eine gemeinsame Tochter von Stadt und Landkreis Aschaffenburg, mit dem Bau einer neuen Umladestation, unmittelbar angrenzend an das Kompostwerk in Aschaffenburg-Nilkheim. Hier werden seit April 2001 alle Restabfälle aus Stadt und Landkreis Aschaffenburg angeliefert und in Container bzw. LKW´s zur Entsorgung im Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt (brennbare Abfälle aus Stadt und Landkreis), auf der Deponie Stockstadt bzw. ab dem 1.6.2005 auf der Deponie Rothmühle im Landkreis Schweinfurt (inerte Abfälle aus dem Landkreis) umgeladen. Auf dem gleichen Gelände der GBAB, wurde neben der Umladestation zum selben Zeitpunkt wie diese der neue Kreisrecyclinghof errichtet und in Betrieb genommen. Bis März 2001 wurden die Abfälle von Stadt und Landkreis Aschaffenburg auf der Deponie in Stockstadt umgeschlagen. Der Kreisrecyclinghof befand sich ebenfalls auf der Deponie.

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Eingangsbereich der Umladestation auf dem Gelände der GBAB in AschaffenburgNilkheim

Behandlung und Verwertung der Bio- und Grünabfälle
Mitte 1991 war noch ein zentrales Kompostwerk in Großostheim für den Landkreis Aschaffenburg geplant. Diese Planung sah eine eingehauste technische Vorrotte mittels Rottetrommel und anschließende Haupt- und Nachrotte in überdachter Mietenkompostierung vor. Kompostiert werden sollten in dieser Anlage sämtliche organischen Haushaltsabfälle und ein Teil der Grünabfälle aus dem Landkreis Aschaffenburg sowie die gewerblichen organischen Abfälle. Für die oben beschriebene Anlage wurde ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet, das im Frühsommer 1993 abgeschlossen wurde. Danach konnte allerdings keine Entscheidung in den Kreisgremien getroffen werden, ob die Anlage in der genehmigten Form realisiert werden sollte. 1994 wurde daher geprüft, inwieweit die Biomüllkompostierung gemeinsam mit der Stadt Aschaffenburg in der bestehenden städtischen Anlage durchgeführt werden kann. Ein Gutachten des Kommunalen Prüfungsverbandes ergab, dass eine GmbH die geeignetste Betriebsform eines gemeinsamen Kompostwerkes darstellt. 1995 wurden alle verwaltungs- und privatrechtlichen Vorbereitungen getroffen, damit die neu gegründete Gesellschaft für Bioabfallwirtschaft im Landkreis und in der Stadt Aschaffenburg mbH (GBAB) zum 01.01.1996 den Betrieb aufnehmen konnte. Stadt und Landkreis sind paritätisch Gesellschafter dieser GmbH. Der technische Leiter der Stadtwerke und der Leiter der Abfallwirtschaftsabteilung im Landratsamt Aschaffenburg stellen die Geschäftsführung. Mit der Gesellschaftsgründung wurden auch die beiden vom Landkreis Aschaffenburg betriebenen Kompostplätze in Stockstadt und Sailauf ab Juli bzw. August 1996 von der GBAB übernommen und betrieben. Aufgrund der geringen Biomüllmengen aus dem Landkreis Aschaffenburg und ständiger Prozessoptimierungen musste das Kompostwerk nicht erweitert werden.

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Absieben und Vorbereitung der Nachrotte kompostierter Grünabfälle

2010 wurde mit dem Bau einer Biomüllvergärungsanlage im Bereich der Hauptrottehalle begonnen. Im April 2011 wurde die Anlage als Deutschlands erste thermophile Tockenfermentationsanlage für Bioabfälle in Betrieb genommen. Hier sollen nun jährlich etwa 15.000 Tonnen Bioabfälle aus den Biotonnen der Haushalte aus Stadt und Landkreis Aschaffenburg zu Biogas (Methan) verarbeitet werden. Dazu werden die angelieferten Bioabfälle in fünf Fermentationsbehälter gefüllt, die zunächst für etwa drei Wochen unter Luftabschluss der Gärung überlassen werden. Dies geschieht mit Hilfe anaerober Bakterien, die bei Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit aus der organischen Masse energiereiches Methangas erzeugen. Unterstützt wird der Vorgang durch eine Berieselung mit Perkolat, einer wässrigen Flüssigkeit, die anaerobe Bakterien aus vorhergegangenen Arbeitszyklen enthält und in der Anlage ständig im Kreislauf geführt wird. Nach drei Wochen ist die Gasbildung abgeschlossen. Während dieser Zeit wird das Biogas ständig aus dem Fermenter abgesaugt und in zwei Blockheizkraftwerken mittels Gasmotoren in elektrische Energie und Abwärme umgewandelt. Aus den angelieferten 15.000 Tonnen Biomüll werden ca. 1,4 Mio Kubikmeter Gas erzeugt woraus wiederum etwa drei Mio Kilowattstunden Strom generiert werden können. Der Strom wird in das lokale Netz der Aschaffenburger Versorgungs GmbH eingespeist, die Abwärme z. T für den Betrieb der Anlage und zur Heizung umliegender Betriebsgebäude genutzt. Die Gärreste werden anschließend gemeinsam mit frischen Grünabfällen durch beauftragte Dritte kompostiert und können somit noch als Dünger verwendet werden. Nur Grünabfälle werden jetzt noch direkt bei der GBAB zu Kompost verarbeitet.

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Verstromung des Biogases bei der GBAB

Grünabfälle, die bei den Bürgern, aber auch bei gemeindlichen Pflegemaßnahmen anfallen, wurden bis zum Jahr 2011 von den jeweiligen Gemeinden auf eigenen Sammelplätzen erfasst und nach den örtlichen Gegebenheiten unterschiedlich verarbeitet und verwertet. Die hierbei erfassten Mengen wurden nur zum Teil gewogen. Größtenteils wurden lediglich die angefallenen Raummengen geschätzt. Um eine landkreisweit hochwertige Sammlung und Verwertung der Grünabfälle bei gleichzeitiger finanzieller Entlastung der Gemeinden und einen Beitrag zur Energiewende zu erreichen, hat der Kreistag in seiner Sitzung am 27.02.2012 ein neues Grünabfallkonzept für den gesamten Landkreis Aschaffenburg beschlossen. Es sieht vor, dass die Grünabfälle von den Bürgern in maximal drei verschieden Kategorien (strukturarme, nicht holzige, strukturreiche, holzige Grünabfälle mit Laub und Nadeln und einer „Premiumqualität,“ bestehend aus strukturreichen Grünabfälle ohne Laub und Nadeln), vorsortiert an den gemeindlichen Sammelplätzen angeliefert werden. Die strukturarmen Grünabfälle werden geshreddert, gesiebt und kompostiert, die „Premiumqualität“ im Heizkraftwerk mit Verstromung verbrannt und zur Energiegewinnung genutzt. Die strukturreichen Grünabfälle mit Laub und Nadeln werden nach dem Shreddern gesichtet und je nach Qualität kompostiert oder zur Energiegewinnung genutzt. Das neue Grünabfallkonzept wird vom 1.7.2012 bis zum 31.12.2013 zunächst als Versuch geführt. Für die Landkreisgemeinden war die Teilnahme freiwillig. Da die Gemeinden vom Landkreis finanziell großzügig unterstützt und intensiv und individuell beraten wurden, haben sich bis auf Großostheim, Kahl, Laufach, Stockstadt und Geiselbach alle für eine Teilnahme entschieden. Die nicht teilnehmenden Gemeinden haben eigene, gut funktionierende Verwertungsmöglichkeiten, die sie beibehalten wollen oder keinen eigenen Grünabfallsammelplatz (Stockstadt).

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Ende 2012 waren die Anfangsschwierigkeiten wie Probleme bei der Befüllung der Sammelcontainer für strukturarme Grünabfälle über Podeste weitgehend überwunden. Es zeigte sich, dass eine kostengünstige Premiumqualität erzeugt werden kann, wenn die Gemeinden auf eine konsequente Trennung achten. Die Gesamtmengen an Grünabfällen übertrafen die Erwartungen, was auch zu insgesamt höheren Kosten führte. Eine abschließende Bilanzierung kann erst nach Ablauf der Versuchsphase Ende 2013 gezogen werden.

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Strukturarme Grünabfälle (oben links), strukturreiche Grünabfälle mit Laub und Nadeln (oben rechts) und strukturreiche Grünabfälle ohne Laub und Nadeln, sog. Premiumqualität, (unten rechts)

Förderung abfallwirtschaftlicher Maßnahmen in den Gemeinden
Mit der Novellierung des Bayerischen Abfallwirtschafts- und Altlastengesetzes (Inkrafttreten 01.03.1991) wurden die entsorgungspflichtigen Gebietskörperschaften zur Anlage und zum Betrieb diverser Abfallverwertungseinrichtungen verpflichtet (Wertstoffhöfe, Wertstoff-Container u. a.). Bei diesen Maßnahmen sollen die Gemeinden die Landkreise durch Personal und durch Bereitstellung von Flächen unterstützen. Dies war im Landkreis Aschaffenburg bereits vor Inkrafttreten des neuen Abfallgesetzes geschehen. Allerdings wurden nur Zuschüsse bis max. 60% der Investitionssumme an die Gemeinden gewährt, während die Betriebskosten den Gemeinden oblagen. Um die oben erwähnte Gesetzesänderung einheitlich zu regeln, wurde mit den/r Bürgermeistern/in des Landkreises 1991 ein Regelwerk entworfen, das die abfallwirtschaftlichen Aufgaben und deren Finanzierung festlegt - die sogenannten Kostenübernahmerichtlinien. Festgelegt wurden z. B. die Größe der Recyclinghöfe und Containerstandplätze und die Obergrenze der Investitionskosten, die Anzahl der Öffnungsstunden von Recyclinghöfen, die Reinhaltung von Containerstandplätzen, die Einrichtung der gemeindlichen Sammel- und Shredderplätze für Grünabfälle und vieles mehr. Der Landkreis Aschaffenburg gehörte damit zu den ersten Gebietskörperschaften, die die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Gemeinden so umfassend regelten und die gesetzlichen Maßnahmen so zügig in die Tat umsetzten.

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1993 wurde dieses Regelwerk grundlegend überarbeitet. So wurden beispielsweise neue Regelgrößen für Recyclinghöfe, neue Stundensätze für den Betreuungsaufwand durch die Gemeinden und neue Höchstsätze für die Anschaffung von Geschirrmobilen durch Gemeinden bzw. Vereinsringe festgelegt. Verabschiedet wurden die sogenannten Kostenübernahmerichtlinien im März 1994 durch den Kreistag des Landkreises Aschaffenburg. Wegen der Einführung der Elektrogerätesammlung auf Grund des ElektroG und weiterer zusätzlicher Aufgaben, die die Gemeinden übernehmen mussten, mussten die Kostenübernahmerichtlinien 2006 grundlegend überarbeitet werden, um zum 01.01.2007 in Kraft treten zu können. Am 27.02.2012 hat der Kreistag nochmals neu überarbeitete Kostenübernahmerichtlinien beschlossen, die u. a. die Kosten des Grünabfallkonzeptes für die Gemeinden beinhalteten. Diese traten zum 01.07.2012 in Kraft. 2009 bestanden im Landkreis 32 gemeindliche Wertstoffannahmestellen in 32 Gemeinden, davon 29 in Form von gemeindlichen Recyclinghöfen und 1 Kreisrecyclinghof, ferner 41 gemeindliche Sammel- und Shredderplätze bzw. Annahmestellen für Grünabfälle in 31 Gemeinden und ca. 180 Containerstandplätze für Glas und Dosen in allen Gemeinden. Die Papiercontainer wurden bereits 2004 mit Einführung der flächendeckenden Papiertonne von den Containerstandplätzen abgezogen. Sie werden nur noch auf den Recyclinghöfen vorgehalten.

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Haus- und Sperrmüllentsorgung mit Wiegesystem
Nach einem 1994 in der Gemeinde Stockstadt erfolgreich durchgeführten Versuch wurde zum 1. Juli 1997 im gesamten Landkreis Aschaffenburg die Verwiegung von Bio- und Restmülltonnen am Müllfahrzeug eingeführt. Zudem wurden von diesem Zeitpunkt an die Abfallgebühren nach den tatsächlich in Anspruch genommenen Leistungen, der Anzahl der Leerungen und dem Abfallgewicht berechnet. Ab dem 1. April 1999 wurde auch die Sperrmüllabfuhr in das Wiegesystem integriert und nur noch auf Abruf durchgeführt. In den Abfallwirtschaftsberichten von 1997 und 1998 sind sowohl die Versuchsphasen wie auch die umfangreichen Maßnahmen zur landkreisweiten Einführung des Wiegesystems ausführlich beschrieben. Daher soll hier nicht mehr im Einzelnen darauf eingegangen werden.

Gründe für die Umstellung der Hausmüllabfuhr
Das neue System der Hausmüllentsorgung umfasste zunächst: • • • • die Einführung der Biotonne die Einführung neuer, rollbarer Tonnen für Bio- und Restmüll, die vom Landkreis zur Verfügung gestellt wurden die Einführung der Verwiegung von Bio- und Restmülltonnen und die Einführung individueller Abfallgebühren, die sich aus einer Grundgebühr, der jeweiligen Inanspruchnahme der Leerungen und dem Abfallgewicht errechneten.

Die Einführung der Biotonne und die Verwiegung von Bio- und Restmüll ermöglichten eine Verringerung des zu beseitigenden Hausmülls um ca. 60 %. Die Verarbeitung des Biomülls zu Kompost ersparte Entsorgungskosten und ermöglichte zudem die Gewinnung eines wertvollen Produktes zur natürlichen Bodenverbesserung. Neue Tonnen wurden eingeführt, weil die alten nicht den technischen Anforderungen an das Wiegesystem genügten. Außerdem entsprachen sie nicht der neuen EG-Richtlinie „Manuelle Handhabung von Lasten“, die aus arbeitsmedizinischen Gründen für Müllgefäße Rollen und eine Griffhöhe von 90 cm vorschreibt. Trotz hoher Investitions- und Umstellungskosten konnten seit 1998 jährlich durch das Wiegesystem schätzungsweise zwischen 1,0 und 2,0 Mio € pro Jahr gegenüber dem vorherigen System eingespart werden.

Größenvergleich eines Mikrochips mit einer 2-EuroMünze

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Beschreibung des Wiegesystems
Jede Tonne wurde mit einem Mikrochip ausgestattet, der es ermöglicht, jedes Gefäß einem bestimmten Grundstück zuzuordnen. Die Zuordnung der Gefäße zu den Anwesen erfolgt mittels Barcodesystem. Die Mülltonnennummer sowie das Anwesen (Straße und Hausnummer) sind als Strichcode (Barcode) separat voneinander codiert. Bei der Aufstellung der Tonnen wird die Codierung des Anwesens mit der Codierung der Tonne verknüpft, so dass eine bestimmte Tonne nun einem bestimmten Anwesen eindeutig zugeordnet ist. In gleicher Weise lässt sich diese Zuordnung wieder lösen, so dass abgezogene Gefäße ohne Probleme auch an anderer Stelle wieder eingesetzt werden können.

Mittels einer sogenannten „schwarzen Liste“ können vermisste oder falsch aufgestellte Tonnen ausfindig gemacht werden. Dabei werden die Nummern der gesuchten Tonnen eingegeben, was zur Folge hat, dass beim Versuch der Entleerung dieser Tonnen die Schüttung stehen bleibt und die Lader zusätzlich durch optische und akustische Signale darauf aufmerksam gemacht werden. Bei der ordnungsgemäßen Leerung der Tonnen wird der codierte Chip automatisch gelesen, das ermittelte Abfallgewicht entsprechend zugeordnet und im Bordcomputer des Sammelfahrzeuges abgespeichert. Das Gewicht der Tonne wird vor und nach der Leerung registriert. Als gebührenpflichtiges Abfallgewicht wird nun die Differenz zwischen beiden Wiegungen angesetzt. Sollte eine Tonne einmal nicht völlig entleert werden können, wird der zurückgebliebene Müll nicht berechnet. Wie sich gezeigt hat, funktioniert die Wiegetechnik auch unter schwierigen Gegebenheiten einwandfrei. Die geeichte Waage befindet sich an der Schüttung des Sammelfahrzeugs und wird in regelmäßigen Abständen auf ihre Funktionsfähigkeit untersucht.

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Vergleich der Basisdaten von 1997 bis 2012
Anzahl der abrechnungsrelevant angeschlossenen Grundstücke (Bescheidempfänger): davon über Dritte angeschl. (z.B. Eigentumsw.), die Tonnengemeinschaften innerhalb eines Hauses bilden: Anzahl Grundst. mit Biotonne, abrechnungsrelevant angeschlossen: Anzahl bebauter Grundstücke im Landkreis Aschaffenburg: Anteil erteilter Einzugsermächtigungen in %: 88,0 87,8 87,7 87,6 87,8 87,6 87,4 87,2 87,1 87,1 87,1 87,0 87,1 87,0 87,1 87,2 davon Eigentumswohnungen (geschätzt)

Anzahl an die kommunale Müllabfuhr angeschlossener Grundst.

1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012

48.884 49.920 50.821 51.761 52.507 53.169 53.878 54.528 55.072 55.600 56.143 56.614 57.024 57.406 57.883 58.314

6.585 6.724 6.900 7.000 7.100 7.200 7.300 7.350 7.400 7.450 7.500 7.550 7.600 7.650 7.700 7.750

48.112 49.007 49.817 50.552 51.175 51.746 52.236 52.784 53.219 53.564 53.929 54.275 54.499 54.799 55.102 55.483

3.762 3.828 3.882 3.971 4.090 4.209 4.278 4.292 4.327 4.374 4.410 4.432 4.463 4.514 4.528 4.599

44.350 45.179 45.935 46.581 47.058 47.537 47.958 48.492 48.892 49.190 49.519 49.843 50.036 50.285 50.574 50.884

24.622 25.299 24.755 24.825 25.319 25.498 25.546 25.763 26.074 26.631 27.096 27.590 28.025 28.313 28.800 29.364

Grundstücksdaten von 1997 bis 2012. Der Rückgang der Biotonnen 1999 war auf eine Aktion des Landratsamtes zurückzuführen, in der alle Tonnenbesitzer, die die Tonne bislang nicht genutzt hatten, gebeten wurden, diese zurückzugeben.

Behälterdaten
Die Gefäße für Bio- und Restmüll wurden werkseitig von der Firma Otto Entsorgungssysteme mit Chip, Barcode, Heißsiegelung, fortlaufender Gefäßnummer und Bohrungen für den Einbau von Schlössern, sog. Automatikschlössern, versehen. Die Chips wurden ebenfalls werkseitig programmiert. Die ab 2003 verteilten Papiertonnen wurden von der Firma Sulo mit Barcode, fortlaufender Gefäßnummer und Bohrung für den Einbau von Mülltonnenschlössern, sogenannten Schwerkraftschlössern, geliefert. Da die Papiertonnen im Gegensatz zu Bio- und Restmülltonnen nicht gewogen wurden, erhielten sie auch keinen Mikrochip. Damit ließen sich die Papiertonnen aber auch nur durch den aufgeklebten Barcode einem bestimmten Anwesen zuordnen. Im Jahr 2009 wurden schließlich auch die Papiertonnen nachträglich mit einem Microchip ausgestattet, obwohl sie auch weiter nicht gewogen werden. Auffallend ist der prozentuale Rückgang der Tonnen mit Schloss in den Jahren 2003 und 2004 gegenüber den Vorjahren. Dies erklärt sich dadurch, dass durch die Einführung der Papiertonnen die Gesamtzahl der vorgehaltenen Tonnen stark gestiegen ist, diese Tonnen jedoch häufiger als die anderen ohne Schloss bestellt wurden, da hier keine Abfallgebühr nach Gewicht berechnet wird. Im Jahr 2011 wurden die 1100 Liter-Behälter gegen solche mit einem Deckel im Deckel ausgetauscht, die den Vorgaben der Kindersicherheit entsprechen. In der Vergangenheit war es in Frankreich und Deutschland immer wieder zu Unfällen, zum Teil mit

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Anschluss in %: 55,5 56,0 53,9 53,3 53,8 53,6 53,3 53,1 53,3 54,2 54,7 55,4 56,0 56,3 56,9 57,7

Todesfolge, gekommen. Die Kinder hatten sich durch den zufallenden Deckel selbst stranguliert, da sie diesen wegen des relativ hohen Gewichtes nicht selbst wieder öffnen konnten.

Folgende Anzahl an Tonnen der jeweiligen Behältergrößen wurde vorgehalten:
Jahr 120 l 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 51.424 52.572 53.403 53.891 54.369 54.925 55.469 56.065 56.401 56.910 57.211 57.328 57.536 57.801 58.125 58.428 240l 2.189 2.282 2.351 2.329 2.308 2.295 2.327 2.419 2.499 2.537 2.551 2.587 2.613 2.667 2.708 2.755 Restmülltonnen 660 l 49 55 62 59 59 59 62 62 58 56 58 59 61 58 60 57 1.100 l 194 197 201 186 167 166 159 159 164 170 172 175 176 186 186 190 Summe 53.856 55.106 56.017 56.465 56.903 57.445 58.017 58.705 59.122 59.673 59.992 60.149 60.386 60.712 61.079 61.430 60l 24.437 25.137 24.842 24.526 25.018 25.206 25.239 25.342 25.510 26.027 26.412 26.722 27.098 27.298 27.727 28.194 Biotonnen 120 l 4.602 4.806 4.856 4.860 4.941 5.032 5.099 5.223 5.354 5.549 5.706 5.840 6.021 6.172 6.338 6.512 Summe 29.039 29.943 29.698 29.386 29.959 30.238 30.338 30.565 30.864 31.576 32.118 32.562 33.119 33.470 34.064 34.706 47.336 49.190 49.818 50.555 51.110 51.222 51.835 52.308 52.850 53.387 525 684 696 715 740 540 778 804 823 826 47.861 49.874 50.514 51.270 51.850 52.236 52.613 53.112 53.673 54.204 240 l Papiertonnen 1.100 l Summe Tonnen Anteil Gesamt Schlösser 82.895 85.049 85.715 85.851 86.862 87.683 136.216 139.144 140.501 142.519 143.961 144.948 146.119 147.295 148.816 150.340 55,98% 56,02% 56,43% 56,82% 55,84% 55,82% 39,85% 39,59% 39,63% 39,50% 39,64% 39,90% 40,37% 40,75% 41,07% 41,55%

Behälterdaten für Restmüll, Biomüll und Papier

Fahrzeugdaten
Für die Abfuhr der Müllgefäße wurden 7 Fahrzeuge für den täglichen Einsatz und zwei Ersatzfahrzeuge durch den Entsorger neu angeschafft. Ein Fahrzeug wurde im 1. Halbjahr 1997 nachträglich beschafft. Ab September 2003 wurde in einigen, für diese Technik geeigneten Gemeinden, ein Seitenladerfahrzeug eingesetzt. Es hob und leerte die Bio- und Restmülltonnen ohne Ladepersonal seitlich am Fahrzeug. Dieses Fahrzeug ist derzeit nicht mehr im Einsatz. Die Touren wurden vom Entsorger so optimiert, dass in der Regel die Entleerung der Gefäße und die Entleerung der Fahrzeuge an der Umladestation bzw. im Kompostwerk innerhalb der normalen Arbeitszeiten bis 17 Uhr gewährleistet ist.

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Ergebnisse der Bio- und Restmüllabfuhr von 1997 bis 2012 Restmüll:
Jahr 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 pro 120 l-Tonne pro 240 l-Tonne pro 660 l-Cont. pro 1100 l-Cont. 14,70 kg 31,90 kg 87,40 kg 149,50 kg 17,50 kg 35,40 kg 103,50 kg 150,50 kg 17,00 kg 33,80 kg 97,40 kg 149,70 kg 18,10 kg 35,00 kg 95,40 kg 153,50 kg 17,96 kg 34,75 kg 90,59 kg 151,51 kg 17,86 kg 34,00 kg 92,52 kg 150,67 kg 17,54 kg 32,60 kg 85,21 kg 145,60 kg 17,52 kg 32,70 kg 90,85 kg 145,82 kg 17,43 kg 32,30 kg 87,38 kg 149,22 kg 17,12 kg 31,94 kg 84,13 kg 147,01 kg 17,20 kg 32,41 kg 81,20 kg 145,48 kg 17,32 kg 32,70 kg 73,94 kg 140,57 kg 17,38 kg 33,05 kg 75,07 kg 139,95 kg 17,18 kg 31,54 kg 78,58 kg 138,06 kg 17,14 kg 31,71 kg 74,27 kg 137,18 kg 16,73 kg 30,62 kg 71,78 kg 127,33 kg

Durchschnittsgewichte der einzelnen Restmüllgefäßarten pro Leerung

Restmüllgefäßarten Jahr 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 120 l 6,5* 6,3 6,1 6,3 6,1 6,0 6,1 6,4 6,5 6,5 6,5 6,5 6,5 6,4 6,6 6,6 240 l 11,3* 11,0 11,1 12,1 11,4 11,6 11,5 11,7 11,8 12,0 12,2 12,2 12,2 12,2 12,6 12,6 660 l 19,4* 18,8 20,2 26,2 21,2 19,8 19,1 19,0 19,5 19,5 19,7 19,6 19,4 19,7 19,5 20,4 1100 l 23,9* 23,3 22,7 25,5 23,5 22,5 23,1 23,2 22,5 22,5 22,7 22,1 22,2 21,4 21,9 21,8

durchschnittliche Entleerungsanzahl aller Restmüllgefäße 6,8* 6,6 6,4 6,6 6,4 6,3 6,4 6,7 6,8 6,8 6,8 6,8 6,8 6,7 6,9 6,9

* Hochgerechnet vom 2. Halbjahr 1997 auf das gesamte Jahr 1997

Anzahl Entleerungen der einzelnen Restmüllgefäßarten pro Jahr

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Jahr 1997** 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012

nicht zur Entleerung bereitgestellte Restmülltonnen 9.782 7.177 8.317 8.075 7.880 8.596 8.879 8.868 9.001 9.331 9.741 9.886 10.157 10.572 10.464 10.703

Grundstücke ohne Bereitstellung von Restmülltonnen 4.926 3.162 3.668 3.659 3.443 3.884 4.003 4.135 4.194 4.410 4.577 4.684 4.846 5.063 5.017 5.208

** Hochgerechnet vom 2. Halbjahr 1997 auf das gesamte Jahr 1997

Bereitstellung von Restmüllgefäßen pro Jahr

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Jahr 1997** 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012

Gesamtmenge* (kg pro EW u.a) 39,56 42,59 44,14 43,75 43,93 42,79 42,85 45,35 45,85 45,73 46,21 46,19 46,99 46,91 48,11 47,26

Waage Umladestation 3.404,03 t 7.359,41 t 7.647,56 t 7.606,68 t 7.652,97 t 7.475,27 t 7.493,93 t 7.945,94 t 8.034,97 t 7.996,05 t 8.047,46 t 8.034,74 t 8.143,10 t 8.101,45 t 8.296,07 t 8.142,52 t

Fahrzeugwaagen 3.434,68 t 7.491,03 t 7.611,49 t 7.721,86 t 7.575,18 t 7.493,33 t 7.422,82 t 7.861,36 t 7.972,86 t 7.966,88 t 8.049,09 t 8.104,82 t 8.181,36 t 8.037,00 t 8.254,25 t 8.112,63 t

Abweichung 30,65 t = 0,90% 131,62 t = 1,79% 36,07 t = 0,47% 115,18 t = 1,51% 77,79 t = 1,02% 18,06 t = 0,24% 71,11 t = 0,95% 84,58 t = 1,06% 62,11 t = 0,77% 0,83 t = 0,01% 1,63 t = 0,02% 70,08 t = 0,86% 38,26 t = 0,47% 64,45 t = 0,80% 41,82 t = 0,50% 29,89 t = 0,37%

Geb.relevant abrechenbar 3.431,20 t 7.490,42 t 7.605,69 t 7.721,11 t 7.573,65 t 7.478,49 t 7.421,23 t 7.859,11 t 7.967,71 t 7.963,98 t 8.037,41 t 8.096,01 t 8.180,36 t 8.033,34 t 8.253,42 t 8.111,94 t

nicht Geb.-rel. abrechenbar *** 3,48 t = 0,10% 0,61 t = 0,008% 5,80 t = 0,076% 0,75 t = 0,009% 1,53 t = 0,02% 14.84 t = 0,20% 1,59 t = 0,02% 2,26 t = 0,03 % 5,15 t = 0,06% 2,9 t = 0,04% 11,68 t = 0,15% 8,80 t = 0,11% 1,00 t = 0,01% 3,66 t = 0,05% 0,83 t = 0,01% 0,69 = 0,009%

* Bezogen auf das Gewicht der Waage an der Umladestation bzw. des Kompostwerkes ** Hochgerechnet vom 2. Halbjahr 1997 auf das gesamte Jahr 1997. *** Diese Gewichte sind in erster Linie deshalb nicht abrechenbar, weil die Gefäße vom Anwesen entfernt wurden und an anderer, dem Landratsamt nicht bekannter Stelle (z.T. illegal oder aus Unkenntnis eines Mieters bei Wohnungswechsel) genutzt wurden. Diese Gefäße müssen über die "Schwarze Liste" ermittelt werden.

Wiegedaten Restmüll

Die hohe Anzahl der nicht bzw. noch nicht geleerten Restmüllgefäße beruht zum einen darauf, dass zahlreiche kleinere Gewerbebetriebe bzw. Freiberufler neben der Wohnnutzung für ihr Gewerbe eine zweite 120 l-Restmülltonne erhalten haben, aber nur ein Gefäß in Gebrauch haben, da die Gesamtmüllmenge an diesem Anwesen dies zulässt. Zum anderen handelt es sich um Gefäße, die erst im Laufe des Jahres 2012 gestellt wurden und somit wegen der kurzen Nutzungsdauer noch keine Entleerung aufweisen. Allerdings gibt es einen hohen Anteil an Grundstücken, für die seit 01.01. 2012, z. T. sogar seit 01.07.1997, noch keine Entleerung registriert wurde. 1999 wurden diese Grundstückseigentümer angeschrieben und darauf hingewiesen, keine illegalen Entsorgungswege zu beschreiten, was offensichtlich zu einer Erhöhung der Anzahl bereitgestellter Gefäße führte. Diese Aktion sollte evt. von Zeit zu Zeit wiederholt werden.

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Biomüll:

Jahr 1997** 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012

Gesamtmenge* 23,28 24,16 24,35 24,16 23,74 23,47 23,63 25,66 25,86 26,67 26,46 27,03 27,23 28,01 29,09 29,00

Waage Kompostwerk 2.002,99t 4.174,25t 4.218,48t 4.200,31t 4.135,32t 4.099,61t 4.132,26t 4.495,67t 4.532,59t 4.662,91t 4.607,21t 4.701,57t 4.760,37t 4.838,21t 5.015,84t 4.996,21

Fahrzeugwaagen 2.068,68t 4.245,58t 4.313,70t 4.320,08t 4.219,07t 4.238,79t 4.142,69t 4.517,69t 4.506,88t 4.560,35t 4.598,25t 4.753,64t 4.904,51t 4.825,18t 5.066,52t 5.032,03 t

Abweichung 65,69t = 3,28% 71,33t = 1,71% 95,22t = 2,26% 119,77t = 2,85% 83,75t = 2,03% 139,18t = 3,39% 10,43t = 0,25% 22,02t = 0,49% 25,71t = 0,57% 102,65t = 2,20% 17,96t = 0,39% 52,07t = 1,10% 144,14t = 2,94% 13,03t = 0,27% 50,68t = 1,01% 35,82 t = 0,71 %

Geb.-rel. abrechenbar 2.066,95t 4.245,26t 4.313,25t 4.317,85t 4.212,87t 4.231,61t 4.140,12t 4.514,44t 4.502,29t 4.557,57t 4.586,40t 4.752,36t 4.903,44t 4.824,91 t 5.065,50t 5.031,84

nicht Geb.-rel. abrechenbar *** 1,73 t = 0,08% 0,32 t = 0,018% 0,45t = 0,01% 2,23t = 0,05% 6,20 t = 0,147% 7,18 t = 0,17% 2,57 t = 0,06% 3,25 t = 0,07% 4,59t = 0,10% 2,78t = 0,06% 11,85t = 0,26% 1,28t = 0,03% 1,07t 0,02% 0,27t = 0,006% 1,02t = 0,02% 0,19 t = 0,004 %

* in kg/EW,a bezogen auf das Gewicht der Waage an der Umladestation bzw. des Kompostwerkes ** Hochgerechnet vom 2. Halbjahr 1997 auf das gesamte Jahr 1997. **** Diese Gewichte sind in erster Linie deshalb nicht abrechenbar, weil die Gefäße vom Anwesen entfernt wurden und an anderer, dem Landratsamt nicht bekannter Stelle (z.T. illegal oder aus Unkenntnis eines Mieters bei Wohnungswechsel) genutzt wurden. Diese Gefäße müssen über die „Schwarze Liste“ ermittelt werden.

Wiegedaten Biomüll

20

Jahr

1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012

durchschnittliche Entleerungsanzahl von Biomüllgefäßen 60 l 120 l alle 11,8 13,8 12,1 10,1 12,1 10,4 10,2 12,2 10,5 10,6 12,7 10,9 9,9 11,7 10,2 9,9 11,6 10,2 10,2 11,8 10,5 10,9 12,4 11,1 10,8 12,1 11,0 10,9 12,1 11,1 10,7 11,9 10,9 10,8 12,0 11,0 10,9 12,0 11,1 10,9 12,0 11,1 11,0 12,1 11,2 10,9 12,1 11,2

Tonnen ohne Entleerung 6.173 6.500 7.579 7.227 7.212 7.664 7.879 7.477 7.358 7.581 8.057 8.245 8.369 8.571 8.469 8.692

Grundstücke ohne Tonnenbereitstellung 3.715 4.274 4.943 4.712 4.559 4.658 4.578 4.170 4.158 4.406 4.630 4.765 4.778 4.681 4.644 4.769

Durchschnittsgewicht pro Leerung der einzelnen Biomüllgefäßarten 60 l 120 l 9,0 kg 20,5 kg 11,2 kg 24,3 kg 10,7 kg 23,0 kg 11,6 kg 24,5 kg 11,4 kg 24,2 kg 11,4 kg 23,5 kg 10,8 kg 22,7 kg 11,0 kg 22,9 kg 11,0 kg 22,6 kg 10,8 kg 22,5 kg 10,9 kg 22,4 kg 11,0 kg 22,5 kg 11,0 kg 22,7 kg 11,0 kg 22,1 kg 11,0 kg 22,5 kg 10,7 kg 21,9 kg

* Hochgerechnet vom 2. Halbjahr 1997 auf das gesamte Jahr 1997 ** Unabhängig von der Standzeit der Tonne

Anzahl Entleerungen und Durchschnittsgewichte der einzelnen Biomüllgefäßarten pro Jahr

Gesamtmenge Bio- und Restmüll in kg/EW pro Jahr

Da für die Biotonne keine Grundgebühr erhoben wird, kann angenommen werden, dass viele Bürger bei Einführung des Wiegesystems „vorsichtshalber“ ein Biomüllgefäß mitbestellt haben. Im Laufe des Jahres 1999 wurden alle diejenigen Anwesen angeschrieben, die die Biotonne bislang noch nicht genutzt hatten, ob diese überhaupt benötigt wird. Durch einen Abzug „überflüssiger“ Gefäße konnten Kosten reduziert werden, da Mieten entfielen und Neubeschaffungen durch den 1996: 131,30 kg/EW,a Entsorger für einen gewissen 1997 nach 13 Zeitraum überflüssig wurden. Wie 62,84 kg/EW,a Abfuhren * die statistische Auswertung zeigt, 1998 66,75 kg/EW,a ist die durchschnittliche Entlee1999 68,49 kg/EW,a rungshäufigkeit der Biotonnen 2000 67,91 kg/EW,a 2011 gegenüber 2010 kaum 2001 67,67 kg/EW,a verändert. Auch das Gewicht der 2002 66,26 kg/EW,a Tonnen wies kaum Verän2003 66,20 kg/EW,a derungen auf. 2004 70,62 kg/EW,a Die Gesamtmenge an Bio- und 2005 71,71 kg/EW,a Restmüll liegt 2012 mit 76,29 2006 71,62 kg/EW,a kg/EW nur um 0,95 kg/EW unter 2007 72,49 kg/EW,a der Vorjahresmenge und hat damit 2008 73,86 kg/EW,a den zweithöchsten Wert seit Einführung des Wiegesystems 2009 75,50 kg/EW,a * hochgerechnet auf das gesamte Jahr erreicht. 2010 74,44 kg/EW,a Wenn bei Entleerungen kein bzw. 2011 77,24 kg/EW,a kein plausibles Gewicht ermittelt 2012 76,29 kg/EW,a werden kann, müssen gemäß Satzungsregelung die Gewichte der letzten 3 Entleerungen gemittelt und als abzurechnendes Gewicht veranschlagt werden. Dies war bisher im Durchschnitt aller Sammeljahre bei ca. 0,2 % der Entleerungen erforderlich.

21

Die Ergebnisse in den einzelnen Gemeinden
Die Bandbreite der Bio- und Restmüllmengen in kg pro Einwohner und Jahr in den jeweiligen Gemeinden ist in der folgenden Tabelle dargestellt. Dabei wies wiederum jeweils eine Gemeinde die beiden Maximum- und Minimumwerte auf. Zumeist wurden in den städtischen und stadtnahen Gebieten die höheren Restmüllund Biomüllmengen verwogen, während die Unterschiede zwischen ländlichem Gebiet und stark ländlichem Gebiet weniger deutlich ausfallen. Jahr Biomüll Restmüll 1999 4,2-41,3 25,9-51,9 2000 4,1-40,8 26,5-52,9 2001 4,1-40,7 25,9-52,7 2002 4,9-41,2 26,3-52,5 2003 5,0-39,3 25,6-50,3 2004 6,7-42,0 28,6-53,9 2005 6,3-41,9 29,9-54,4 2006 8,0-42,7 30,6-54,4 2007 9,8-41,9 30,8-58,1 2008 9,8-42,5 33,6-56,5 2009 10,5-44,7 32,3-57,8 Besonders markant unter2010 10,1-43,7 35,0-57,6 schieden sich die Biomüllgewich2011 11,1-44,2 34,7-57,7 te. Im stadtnahen Gebiet fielen 2012 10,2-44,3 36,2-56,7 im Durchschnitt ca. 34,7 kg/EW, im ländlichen Gebiet 21,6 kg/EW und im stark ländlichen Gebiet nur 16,8 kg/EW an. Der Durchschnitt der Restmüllmengen lag bei den stadtnahen Gemeinden bei 49,6 kg/EW, bei den ländlichen bei 43,1 kg/EW und bei den stark ländlichen Gemeinden bei 40,2 kg/EW. Der Vergleich der Müllmengen in den einzelnen Gemeinden und den jeweiligen Siedlungsstrukturen zwischen 1991 und 2012 zeigt, dass 2012 wie auch 1991 städtische bzw. stadtnahe Gemeinden erwartungsgemäß wegen höherer Gewerbedichte und eventuell etwas "großzügigerem" Sortierverhalten höhere Müllmengen aufweisen als die ländlichen und stark ländlichen Gebiete. Erwartungsgemäß wiesen die stadtnahen bzw. städtischen Gemeinden wieder den höchsten Anschlussgrad an die Biomüllabfuhr und die höchsten Biomüllmengen auf. Bei den stadtnahen Gemeinden wurde nur in Alzenau mit 29,2 kg pro Einwohner eine Biomüllmenge unter 30 kg pro Einwohner gesammelt. Die folgende Abbildung zeigt die im Jahr 2012 angefallenen Rest- und Biomüllaufkommen in kg pro Einwohner und Jahr in allen 32 Gemeinden, unterteilt in die Gebietsstrukturen stadtnah, ländlich und stark ländlich. Im Vergleich dazu ist die Gesamtrestmüllmenge 1991, die Biomüll und verschiedene Verpackungsabfälle noch beinhaltete, wiedergegeben. Hier wurden jeweils die Daten der Fahrzeugwaagen berücksichtigt. Ferner sind die Anschlussgrade der Grundstücke an die Biomüllabfuhr in % aufgeführt.

Bandbreite der Bio- und Restmüllmengen in kg/EW und Jahr

22

250,0 stadtnah ländlich stark ländlich 207,8 200,0 172,6 161,4 150,1 153,6 150,0 134,9 162,8 195,4 171,5 164,4 144,5 135,6 128,1 108,3 100,0 103,0 126,9 124,0 111,1 103,2 87,3 100,5 123,0 126,9 124,0 115,5 143,8 132,9

169,1 160,1 148,7 151,2

168,7 166,5

50,0

52,3 49,9 47,1 49,7

56,7 54,4 44,5

49,5 49,5

44,6

51,1 43,0 34,1 36,3

54,5

49,1 43,9 41,3 45,8

51,8 36,9 43,1 42,6 42,1 44,3 38,2 39,6 38,6 37,9 38,1 44,2 37,8 37,1 38,8 36,2

29,2 31,4

44,3 29,2 41,2

35,1 32,5 30,5 34,4 32,2

28,0

20,1 28,2 22,1 19,6 19,7 19,1 26,2 21,2 28,2 22,8 14,2 11,5 16,0 14,2 20,5 17,0 19,1 22,5 14,5 10,2
Waldaschaff 53,2 Heigenbrücken 40,8 Westerngrund 44,2 43,9 48,2 38,7 Heinrichsthal Sommerkahl 39,1 51,5 53,9 Weibersbrunn 56,7 54,4 51,5 51,6 Kleinkahl 38,0 53,5 45,6 44,9 38,7 49,1 23,0 Dammbach

0,0
Großostheim 62,1 Landkreis 52,7 Mainaschaff 68,6 Hösbach 60,1 66,9 59,6 68,1 63,3 67,2 67,9 58,6 68,4 53,8

Geiselbach

Krombach

Heimbuchenthal

Schöllkrippen

Blankenbach

Säulendiagramm des 2012 angefallenen Restmüll- (grau) und Biomüllaufkommens (schwarz) in kg pro Kopf und Jahr aller 32 Gemeinden unterteilt in verschiedene Gebietsstrukturen. Im Vergleich dazu die Gesamtrestmüllmenge 1991, die Biomüll und verschiedene Verpackungsabfälle noch beinhaltete (weiß). Ferner die Anschlussgrade der Grundstücke an die Biomüllabfuhr in % (unterste Datenreihe)

23

Johannesberg

Kleinostheim

Mespelbrunn

Sailauf

Goldbach

Mömbris

Bessenbach

Glattbach

Wiesen

Rothenbuch

Alzenau

Stockstadt

Karlstein

Haibach

Laufach

Kahl

Sperrmüllabfuhr auf Abruf
Nach Einführung des Wiegesystems für Bio- und Restmülltonnen nahmen die Sperrmüllmengen, die noch nicht gewogen wurden, stark zu. Erst nachdem die Sperrmüllentsorgung in das Wiegesystem integriert wurde, gingen auch hier die erfassten Mengen stark zurück. Ab April 1999 wird Sperrmüll nur noch auf Abruf vor der Haustüre abgeholt. Altholz, Altmetall, Kühlgeräte und ab 2006 neben den Elektrogroßgeräten auch Fernseher und Monitore werden jedoch weiterhin in einer gemeinsamen Sammlung ohne gesonderte Gebührenberechnung in jeder Gemeinde an zwei festen Terminen im Jahr abgeholt.
Direktanlieferung von Sperrmüll zur Umladestation [ t ] bei Sperrmüllabfuhr auf Abruf erfaßte Menge (t)] ] Anzahl der Haushalte, die Sperrmüllabfuhr beantragten Gesamtmenge [t]

Jahr

Anzahl der Anlieferer

1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012

239,50 338,72 138,92 63,79 52,81 57,92 57,61 79,51 94,71 95,10 104,59 131,06 129,84 140,69

1.126 1.415 1.217 961 691 722 862 1.192 1.433 1.400 1.442 1.617 1.592 1.732

79,46 124,56 91,67 78,34 66,36 69,19 92,36 117,29 119,39 159,87 149,46 160,67 133,21 137,25

396 549 448 363 296 281 418 501 525 611 599 658 581 589

318,96 463,28 230,59 142,13 119,17 127,11 149,97 196,80 214,10 254,97 254,05 291,73 263,05 277,94

Wer die Sperrmüllabfuhr auf Abruf in Anspruch nehmen möchte, muss eine Anforderungskarte ausfüllen. Zwei befinden sich im Abfallkalender, der zum Jahreswechsel an alle Haushalte verteilt wird und ist in den Gemeindeverwaltungen erhältlich. Auf der Karte müssen Art und Menge des abzuholenden Sperrmülls genau angegeben werden. Innerhalb von zwei Wochen, bei Beantragung der Expressabfuhr auch innerhalb von drei Werktagen, wird der Sperrmüll dann abgeholt. Er wird vor Ort mit einer im Fahrzeug integrierten Waage gewogen. Es wird ein Wiegebeleg ausgedruckt, den der Auftraggeber erhält. Im Landratsamt werden die Gebühren für die Sperrmüllabholung berechnet und die Abrechnung dem Anforderer direkt zugesandt, unabhängig davon, ob dieser auch den Bescheid über die Hausmüllgebühren erhält oder nicht. 2005 wurde die Pauschale für die Anfahrt von 12,80 € auf 10,00 € gesenkt. Diese wurde mit der ebenfalls von 0,35 €/ kg auf 0,22 €/ kg reduzierten Gewichtsgebühr voll verrechnet. Auf die Expressabholung wurde nun ein Zuschlag von 25,00 € (vorher 25,50 €) erhoben. Ab 2008 wurde die Gewichtsgebühr auf 0,20 € pro kg verringert, die anderen Gebührenbestandteile bleiben gleich.

24

Entwicklung der Hausmüllgebühren
Im bayernweiten Vergleich waren die Müllgebühren im Landkreis Aschaffenburg schon früher niedrig. Durch die Einführung des Wiegesystems verringerten sie sich für die meisten Bürger nochmals deutlich. Vor Einführung des Wiegesystems nutzte ein 4-Personenhaushalt in der Regel eine 35L-oder eine 50L-Mülltonne, die zuletzt 157,99 € bzw. 225,48 € Jahresgebühr kostete. Allerdings war bis 1996 die Anzahl der Nutzer einer bestimmten Tonnengröße noch nicht festgelegt, so dass auch wesentlich mehr als vier Personen eine Restmülltonne gemeinsam nutzen durften. Ab 1997 durften mit Einführung des Wiegesystems nur noch bis zu sechs Personen gemeinsam eine 120L-Restmülltonne nutzen. 1999 waren die Gebühren erhöht worden, weil sich die aufgrund des Wiegeversuches errechnete Gebühr als nicht kostendeckend erwiesen hatte, da das Entsorgungsverhalten der Bürger im Gesamtlandkreis nicht völlig dem der Bürger in der Versuchsgemeinde Stockstadt entsprach. Ab 2002 konnte die Gewichtsgebühr, ab 2005 alle Gebührenbestandteile wieder gesenkt werden. Zum 1. Januar 2008 konnten die Grund- und Gewichtsgebühren insgesamt nochmals um ca. 8% gesenkt werden. Im Jahr 2011 zahlte ein 4-Personenhaushalt mit Biotonne im Durchschnitt jetzt nur noch 140,94 € und 111,92 € ohne Biotonne (errechnet aus durchschnittlichen, statistischen Nutzungswerten und jeweiligen Gebührensätzen). Damit lag die Müllgebühr weiter auf einem sehr niedrigen Stand. Das Abfallvermeiden fördert der Landkreis außerdem mit der Bezuschussung von Mehrwegwindeln und Kompostern. Wer wegen Inkontinenz gezwungenermaßen ein höheres Abfallaufkommen hat, kann ebenfalls unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss erhalten.
Grund-Geb. 120 l RM 50,31 € 50,31 € 55,22 € 62,58 € 62,58 € 63,00 € 63,00 € 63,00 € 60,00 € 60,00 € 60,00 € 54,00 € 54,00 € 54,00 € 54,00 € 54,00 € Gewicht kg/EW. 39,6 42,6 43,9 44,4 43,9 42,8 42,4 44,9 45,5 45,6 46,2 46,6 47,2 46,5 47,9 47,1 LeerungsGeb. RM 21,47 € 18,41 € 20,25 € 21,47 € 21,47 € 21,60 € 21,60 € 21,60 € 19,60 € 19,60 € 19,60 € 19,60 € 19,60 € 19,60 € 19,60 € 19,60 € Leerungs Gesamt-Geb. ohne Anzahl Biomüll 7 116,33 € 6 116,64 € 6 129,34 € 6 143,99 € 6 143,36 € 6 130,82 € 6 130,40 € 6 133,10 € 7 119,64 € 7 119,73 € 7 120,26 € 7 110,88 € 7 111,36 € 7 110,80 € 7 111,92 € 7 111,28 €

Jahr 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012

Gew-Geb. RM 44,54 € 47,92 € 53,87 € 59,93 € 59,30 € 46,22 € 45,80 € 48,50 € 40,04 € 40,13 € 40,66 € 37,28 € 37,76 € 37,20 € 38,32 € 37,68 €

Entwicklung der Höhe der Müllgebühren für einen durchschnittlichen 4-Personenhaushalt (RM = Restmüll)

25

Jahr 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012

Entwicklung der Höhe der Müllgebühren mit Biomüllgebühren für einen durchschnittlichen 4Personenhaushalt (BM = Biomüll)

Gew-Geb. BM 26,21 € 27,22 € 30,55 € 33,61 € 32,04 € 25,38 € 25,60 € 27,86 € 22,62 € 22,97 € 23,23 € 21,84 € 22,64 € 22,35 € 23,52 € 23,36 €

Gewicht in kg pro Einw. 23,3 24,2 24,9 24,9 23,7 23,5 23,7 28,8 25,7 26,1 26,4 27,3 28,3 27,9 29,4 29,2

Leerungs-Geb. BM (60 l) 6,14 € 5,11 € 5,62 € 7,31 € 6,65 € 6,70 € 6,70 € 7,37 € 5,50 € 5,50 € 6,00 € 6,00 € 5,50 € 5,50 € 5,50 € 5,50 €

Leerungs Anzahl 12 10 10 11 10 10 10 11 11 11 12 12 11 11 11 11

Gesamt-Geb. mit BM 148,67 € 148,97 € 165,52 € 184,91 € 182,05 € 162,90 € 162,70 € 168,33 € 147,76 € 148,20 € 149,49 € 138,72 € 139,50 € 138,65 € 140,94 € 140,14 €

1977-81 1982-86 1987-88 1989-90 1991 35 l 50 l 120 l 240 l 21,47 42,95 25,56 51,13 30,68 61,36 40,90

1992 78,74 112,48 269,96 539,92

1993 1994-95 1996-97 ab 1.7.93 ab 1.4.94 bis 30.6.97 96,12 137,03 328,76 171,79 245,42 589,01 157,99 225,48 541,46 1082,92 4.963,62

54,71 109,42 218,83 1.026,67 4.106,70 1,43

85,90 102,23 122,71

657,52 1.178,02

1.100 l 409,03 470,39 562,42 5.000 l 1.636,13 1.881,55 2.249,68
Restmüllsack

2.473,12 3.013,04 5.408,45

11.241,26 13.695,98 24.584,96 22.563,31 5,11 5,11 7,67 7,67

0,77

1,02

1,28

Müllgebührenentwicklung ohne (bis Juni 1997) und mit Verwiegung (ab Juli 1997) 1997-98 Grundgebühr 120 l-RM 240 l-RM 660 l-RM 1.100 l-RM Gewichtsgebühr Entleerungsgebühr 60 l-/120 l-BM 120 l-/240 l-RM 660 l-/1.100 l-RM Restmüllsack 0,51 3,07 8,95 11,25 0,56 3,37 9,84 12,27 0,66 3,58 10,74 13,29 0,67 3,60 10,80 12,00 0,50 2,80 10,00 12,00 0,50 2,80 10,00 12,00 50,31 100,62 276,71 461,70 0,28 55,22 110,44 344,20 508,02 0,31 62,58 63,00 60,00 54,00 1999 2000-01 2002-04 2005-07 2008-2012

125,16 126,00 304,32 345,00 573,67 576,00 0,34 0,27

120,00 108,00 330,00 297,00 552,00 498,00 0,22 0,20

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Zuschüsse
Die für die Jahre 1997 bis 2001 in den Tabellen aufgeführten Beträge wurden zur besseren Vergleichbarkeit in € umgerechnet

Zuschüsse zur Eigenkompostierung
Bereits seit 1989 bezuschusst der Landkreis Aschaffenburg die Anschaffung von Kompostern mit bis zu 40,90 € pro Stück. Ab dem Jahr 2012 wurde der Zuschuss auf 60,00 € erhöht. Im Juli 1996 hatte die Anzahl der Zuschussanträge stark zugenommen, da mit der Bedarfsanfrage über Anzahl und Art der gewünschten Gefäße auch ein Komposterzuschussantrag versandt wurde. Danach ging die Zahl der Anträge wieder zurück.
Jahr 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 zuschussfähige Fälle 2.176 1.022 710 729 593 482 346 257 243 139 134 128 197 144 145 184 Zuschusshöhe 81.896,50 € 38.979,04 € 26.007,13 € 27.023,86 € 21.406,17 € 14.408,08 € 10.553,09 € 7.825,50 € 7.678,05 € 4.494,90 € 4.297,68 € 4.107,00 € 6.740,51 € 4.908,49 € 5.057,86 € 7.849,92 €

Anzahl und Höhe der ausgezahlten Komposterzuschüsse in den Jahren 1997 bis 2012

Zuschüsse zur Nutzung von Mehrwegwindeln
Seit 01. 07. 1997 wurde gemäß Kreistagsbeschluss bis zu 51,13 € pro Kind und Lebensjahr bis zur Vollendung des 2. Lebensjahres als Zuschuss gewährt, wenn ein Windeldienst genutzt oder Mehrwegwindeln angeschafft wurden. Ab dem 01.07.2004 wurde der Zuschuss auf 70,00 €, ab 2012 auf 100,00 € pro Kind erhöht. Bis zum 31.12.1997 wurden 356 Anträge von statistisch möglichen ca. 4.100 bewilligt. 2012 waren es 4.372,53 € bei 44 Anträgen.

Jahr 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012

Zuschüsse zur Nutzung von Mehrwegwindeln in den Jahren 1997 bis 2012

zuschussfähige Fälle 356 471 355 324 260 229 169 236 138 121 114 102 71 50 46 44

Zuschusshöhe 18.185,63 € 23.878,86 € 18.011,28 € 15.953,84 € 12.973,52 € 11.401,33 € 8.461,56 € 13.543,87 € 9.300,72 € 8.333,48 € 7.707,10 € 7.041,35 € 4.742,10 € 3.258,44 € 3.246,10 € 4.372,53 €

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Für die so geförderten Wickelkinder wurden damit wenigstens über einen gewissen Zeitraum Mehrwegwindeln genutzt. Bei deren konsequenter Verwendung kann dies eine Verringerung der Einwegwindelmenge von bis zu 200 t/a bedeuten.

Zuschüsse bei Inkontinenz
Personen, die unter Inkontinenz leiden, deshalb Windeln und Einlagen tragen müssen und dadurch ein erhöhtes Müllaufkommen haben, erhalten unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss. Bis zum 30.06.2004 betrug der Zuschuss 5,11 € pro Monat. Ab dem 01.07.2004 wurde er auf 7,00 € pro Monat erhöht. 1997, zu Beginn der Zuschusszahlungen, musste lediglich die vorhandene Inkontinenz nachgewiesen werden, was dazu führte, dass teilweise Zuschüsse gewährt wurden, obwohl gar kein Restmüll über die Restmülltonne entsorgt worden war.
Jahr 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 zuschussfähige Fälle 230 233 159 154 145 133 123 135 141 133 140 116 109 126 132 100 Zuschusshöhe 14.111,66 € 14.295,72 € 8.937,38 € 8.922,04 € 8.422,00 € 7.358,98 € 6.884,24 € 9.357,24 € 9.226,42 € 8.614,40 € 9.253,48 € 7.291,50 € 7.139,80 € 7.386,30 € 7.673,50 € 6.896,80 €

Zuschüsse bei Inkontinenz in den Jahren 1997 bis 2012

Danach musste ein tatsächlich angefallenes Mindestabfallgewicht von 30 kg pro Person und das Vorliegen eines finanziellen Härtefalles nachgewiesen werden. Die betroffenen Personen mussten gemäß § 61 Sozialgesetzbuch V von den Krankenkassen als Härtefall anerkannt und somit von Zuzahlungen zu Medikamenten befreit sein. Diese Regelung wurde von 1999 bis Ende 2003 praktiziert. Da nach der Gesundheitsreform ab Januar 2004 die Befreiung von der Zuzahlung für Medikamente nicht mehr nur aufgrund geringer Einkommen gewährt wird, muss das Vorliegen eines finanziellen Härtefalles nun direkt, über die Vorlage von Einkommensnachweisen, dargelegt werden. 2012 belief sich die Zahl der bewilligten Anträge auf 100. 13 Anträge mussten abgelehnt werden, weil entweder kein finanzieller Härtefall oder kein erhöhtes Abfallaufkommen nachgewiesen werden konnte.

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Bewertung der bisherigen Erfahrungen mit dem Wiegesystem
Nach derzeitigem Erfahrungsstand kann die Einführung der Verwiegung von Bio- und Restmülltonnen insgesamt positiv bewertet werden. Besonders positiv herauszustellen sind folgende Fakten: • Die Restmüllmenge wurde auf Dauer drastisch gesenkt und ist seit 1998 die niedrigste in ganz Bayern, womit eines der wichtigsten ökologischen Ziele der Abfallwirtschaft erreicht wurde. Neue Entsorgungs- und Behandlungsanlagen werden dadurch im Landkreis Aschaffenburg dauerhaft überflüssig. • Biotonnen und neue arbeitsschutzrichtlinienkonforme Müllgefäße wurden eingeführt. Die erfasste Biomüllmenge ist so gering, dass Gebührensteigerungen für diesen Bereich nicht zu erwarten sind. • Die Gesamtkostenersparnis mit ca.1,00 bis 2,00 Mio € pro Jahr gegenüber 1996 ist dermaßen groß, dass der Gebührenzahler in den meisten Fällen Gebührenreduzierungen erfahren hat und die Müllgebühr im bayern- und bundesweiten Vergleich sehr niedrig ist. • Eine bessere Umsetzung des Anschluss- und Benutzungszwangs und höhere Gebührengerechtigkeit wurden erreicht. Negativ zu bewerten sind: • Enormer Aufwand für Verwaltung und Entsorger das Abfuhrsystem umzustellen, der nur mit überdurchschnittlichem Engagement und Arbeitseinsatz aller Beteiligten zu bewältigen war. Relativ hoher, permanenter Betreuungsaufwand des Systems für Verwaltung und Entsorger, um die höhere Störanfälligkeit (Software, Hardware, Fahrzeugtechnik, Fahrzeugpersonal) zu kompensieren. Anreiz zur illegalen Abfallentsorgung.

•

•

Nach Einführung der Verwiegung fielen bedeutend geringere Abfallmengen als vorher an. Eine Erklärung hierfür liegt sicher auch im größeren Anreiz zur Abfallvermeidung, der durch das neue Abrechnungssystem für die Müllgebühren gegeben wird, wenn auch eine genaue Quantifizierung nicht möglich ist. Der Nachweis, dass eine Reduzierung des Restmülls auf 45-50 kg/EW,a realitätsnah ist, wurde bereits durch eine Hausmüllanalyse des Landkreises Schweinfurt vom Frühjahr 1996 belegt, bei der ein nicht verwertbarer Rest von ca.45 kg/EW,a festgestellt wurde. Ferner weisen auch andere bayerische Gebietskörperschaften wie die Landkreise Wunsiedel, Haßberge und Schweinfurt teils mit, teils ohne Wiegesystem, ebenfalls sehr niedrige Hausmüllmengen auf. Abschließend ist festzustellen, dass die positiven Aspekte klar überwiegen und für den Landkreis Aschaffenburg die richtige Entscheidung getroffen wurde.

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Haus- und Sperrmüllanalyse
Im Jahr 2011 führte der Landkreis Aschaffenburg eine Haus- und Sperrmüllanalyse durch um u.a. festzustellen, ob ein messbares Wertstoffpotential für eine Wertstofftonne vorhanden ist. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass das Wiegesystem dazu geführt hat, dass es für alle Abfallfraktionen, für die es ein Verwertungsangebot des Landkreises gibt im Vergleich mit anderen bayerischen Kommunen nur noch ein sehr geringes nutzbares Wertstoffpotential im Haus- und Sperrmüll vorhanden ist. Dagegen entsprechen die Mengen an tatsächlich nicht weiter verwertbaren Restabfällen wie z. B. Windeln und andere Hygieneartikel den Mengen dieser Fraktionen, die auch in anderen bayerischen Gebietskörperschaften gefunden wurden. Hieraus kann geschlossen werden, dass keine nennenswerten Restmüllmengen auf illegalem Wege entsorgt werden (vergleiche hierzu auch Kapitel Illegale Abfallentsorgung).

Sortierung von Haus- und Sperrmüll nach Restmüll und Wertstofffraktionen

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Öffentlichkeitsarbeit, Abfallberatung
Während mit der Abfallberatung vor allem konkrete Informationen über vorhandene Entsorgungseinrichtungen, Sammelsysteme u. ä. auf Anfrage weitergegeben werden, ist das wichtigste Ziel der Öffentlichkeitsarbeit, auf breiter Basis ein Problembewusstsein zu schaffen und langfristig zum Umdenken und entsprechenden Handeln zu motivieren. Dazu ist kontinuierliche Aufklärungs- und Motivationsarbeit nötig, die auf langfristige Wirkung abzielt. Hierzu wird regelmäßig das vorhandene Info-Material überprüft und auf den neuesten Stand gebracht. Gesetzliche Neuregelungen, wie Veränderungen in der Abfallsatzung, erfordern immer wieder neue Informationsmaterialien. Schwerpunkte der Abfallberatung und Öffentlichkeitsarbeit 2012 waren: • Erstellung eines Abfallkalenders mit allen wichtigen Abfall-Infos für die Landkreisbürger incl. aller Entsorgungstermine und für alle 32 Landkreisgemeinden individuell erstellten Innenseiten • Erarbeitung von neuen Infobroschüren zur Entsorgung von Asbest, künstlichen Mineralfasern (KMF) und zum Umgang mit Recyclingbaustoffen sowie Überarbeitung der Infobroschüren zu Mehrwegwindeln und Komposterzuschüssen. • Teilnahme mit dem Info-Mobil bzw. eigenem Stand an örtlichen Verkaufsmessen wie dem Aschaffenburger Ökomarkt. Dazu wurde das Infomobil mit einer neuen Einrichtung ausgestattet und neue Poster sowie Roll-ups und Beach-Flags zur moderneren Präsentation erarbeitet.

Info-Mobil mit neuer Einrichtung auf dem Aschaffenburger Ökomarkt im September 2012

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• Herausgabe des Familienmagazins "Buntspecht" und Verteilung an alle Haushalte im Landkreis. • Telefonische und bei Bedarf persönliche Beratung ratsuchender Bürger. • Beratung und Kontrolle von Gewerbebetrieben. • Beratung von Schulen bei der Entsorgung von Gefahrgütern, hauptsächlich Chemikalien, die für den Chemieunterricht angeschafft worden waren. • Abfalltermine „App“ für Smartphones Die Abfuhrkalender-App „MyMüll“ ist ein zusätzliches ServiceAngebot für Smartphones. Die App ist für die Nutzer kostenlos und steht derzeit für die Betriebssysteme Android und iOS (Apple) zur Verfügung. Sie zeigt aktuelle Informationen über die Müll- und Wertstoffentsorgung im Landkreis Aschaffenburg und erinnert zu einem individuell festzulegenden Zeitpunkt an die Abfuhrtermine für die ausgewählten Abfallfraktionen. Außerdem können alle Standorte von Wertstoffsammelcontainern und Recyclinghöfen im Landkreis angezeigt werden. • Die ab dem Frühjahr 2000 ins Internet gestellten eigenen Seiten der Abfallwirtschaft wurden auch 2012 weiter aktualisiert. Die Seiten enthalten alle Informationen des Abfallkalenders und geben außerdem den Bürgern die Möglichkeit, mit den Abfallberatern per email in Kontakt zu treten, sich Formulare ausdrucken zu lassen und Info-Material online zu bestellen. Ein von einem externen Büro programmierter Abfallkalender ermöglicht nun den Firmen, die mit Entsorgungsdienstleistungen beauftragt sind, ihre Entsorgungstermine online einzutragen. Die Bürger erhalten so die Möglichkeit, sich ausschließlich die Entleerungsdaten der eigenen Gemeinde auszudrucken. Zur Zeit wird noch daran gearbeitet, den Bürgern außerdem die Möglichkeit zu geben, eigene grundstücksbezogene Daten über das Internet direkt einsehen zu können und Änderungen online zu veranlassen. Darüber hinaus können Veröffentlichungen zu verschiedenen Themen (Verwertungssystem, Deponiebau, Einführung Papiertonne) kostenlos herunter geladen werden.

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Aktion Sauberer Landkreis
Wie bereits seit fast 40 Jahren wurde auch im Frühjahr 2012 wieder die Aktion Sauberer Landkreis durchgeführt, an der sich 31 Landkreisgemeinden beteiligten.

freiwillige Helfer bei der Aktion Sauberer Landkreis

Dabei schwärmten landkreisweit engagierte freiwillige Helfer aus, um Natur und Landschaft vom Unrat zu befreien, den weniger umweltbewusste Zeitgenossen dort hinterlassen hatten. Insgesamt waren 2.778 Personen im Einsatz, die mit ca. 217 Fahrzeugen 56 t Abfälle einsammelten. Der Anteil des Restmülls betrug dabei durchschnittlich ca. 40 %. Die größte Menge war den verschiedenen Wertstoffkategorien zuzuordnen, für die es in den Recyclinghöfen kostenlose Entsorgungsmöglichkeiten gibt.

Börse für historische Baustoffe
Die im März 2000 ins Leben gerufene Börse für historische Baustoffe fand bisher guten Anklang und wurde daher auch 2012 weiter betrieben. Sie soll zwischen Anbietern und Suchenden von alten Baustoffen wie Pflastersteinen, Balken, Türen, Dielenböden, Dachziegeln usw. vermitteln. Die Börse wendet sich nicht nur an Interessenten aus dem Landkreis Aschaffenburg, sondern nimmt Anbieter und Suchende aus ganz Deutschland in ihre Liste auf.

Verschenk- und Tauschbörse
Da viele Bürger noch gut erhaltene Gegenstände nicht wegwerfen, sondern lieber anderen kostenlos zur Verfügung stellen wollen, aber oft nicht wissen, wer sich noch für die alten Stücke interessiert und wie ein Kontakt zu ihnen zu Stande kommen soll, hat der Landkreis Aschaffenburg im Dezember 2006 eine nicht-kommerzielle Online-Börse eingerichtet. Hier finden die Interessenten unkompliziert zusammen und den Gedanken der Abfallvermeidung und Nachhaltigkeit wird somit Rechnung getragen. Unter www.verschenkboerse-lk-aschaffenburg.de kann jeder, der im Landkreis Aschaffenburg wohnt, kostenlos seine Angebote und Gesuche für Dinge, die

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getauscht oder verschenkt werden sollen, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr unkompliziert selbst eintragen und auch wieder löschen. In der Regel finden sich dort mehr als 100 Tausch- und Verschenkartikel. Dass Tausch- und Verschenkbörsen bei den Bürgern gut ankommen zeigt auch das Ergebnis des bundesweiten Wettbewerbs „Deutschland-Land der Ideen“. Der Gewinner des Jahres 2009 war Bernd Maibaum, der Anbieter der Internetplattform, der diese neben dem Landkreis Aschaffenburg auch für viele weitere Gebietskörperschaften in Deutschland, z. B. die Bundeshauptstadt Berlin, betreut.

Reparatur- und Verleihführer
Da Abfallvermeidung die wichtigste Maßnahme ist, um Ressourcen zu schonen und damit Umwelt und Klima zu schützen, haben Landkreis und Stadt Aschaffenburg 2011 mit dem "Reparatur- und Verleihführer" eine neue Internetplattform geschaffen, die Firmen aus Stadt und Landkreis Aschaffenburg die Möglichkeit gibt, ihre Angebote zu Reparatur bzw. Verleih von Gegenständen darzustellen. Auf diese Weise wollen Landkreis und Stadt Aschaffenburg insbesondere kleinen und mittleren Betrieben helfen, ihre Leistungen bekannter zu machen und gleichzeitig einen weiteren Beitrag zum Vermeiden von Abfällen und einem sparsameren Umgang mit Ressourcen leisten. Denn Gegenstände die repariert werden, müssen nicht weggeworfen und solche die geliehen, nicht gekauft werden. Jeder, der eine Firma im Landkreis oder der Stadt Aschaffenburg betreibt, kann kostenfrei seine Angebote zu Reparatur und Verleih von Gegenständen eintragen. Die Angaben werden nach Prüfung durch die Gebietskörperschaften in den eigentlichen Internet Reparatur- und Verleihführer übernommen, der ab April 2012 allen Interessierten unter www.reparaturfuehrer-aschaffenburg.de zur Verfügung steht. So können interessierte Bürgerinnen und Bürger über einfache Suchfunktionen aus einer Vielzahl von Rubriken die benötigten Dienstleistungen im gesuchten Ort schnell und einfach finden.

Umwelterziehung
schon Kinder ein „Umweltbewusstsein“ entwickeln können, muss dieses bereits frühzeitig geweckt und kultiviert werden. Um das zu erreichen bietet der Landkreis Aschaffenburg seit Juni 2010 in Zusammenarbeit mit einer Pädagogin den Kindergärten des Landkreises Aschaffenburg die Durchführung von Unterrichtsstunden zur Umwelterziehung an. Unterricht soll bereits Kindergartenkindern vermitteln, was es bedeutet, nachhaltig und bewusst zu leben und wie sie diese Prinzipien in ihrem eigenen Alltag umsetzen können. In spielerischer Weise lernen die Kinder Abfallvermeidung, Stoffkreisläufe, nachwachsende Der Damit

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Rohstoffe, Mülltrennung und Recycling kennen und werden mittels geeigneter pädagogischer Maßnahmen zur Abfallvermeidung und -sortierung motiviert. Dabei wird auch das Abfallentsorgungssystem des Landkreises Aschaffenburg vorgestellt und kindgerecht erläutert. Angeboten werden zwei Unterrichtsstunden pro Kindergartengruppe (ca. 15 Kinder), abgestimmt auf die jeweilige Altersstufe der Kinder. Die Unterrichtseinheiten sind für die Kindergärten in der Regel kostenfrei und werden unter Berücksichtigung der individuellen Erfordernisse der Kindergärten geplant und durchgeführt. Sie bestehen aus einem Grundmodul zum Thema Abfall, in dem zum Beispiel vermittelt wird, wie man Abfälle vermeiden und richtig trennen kann und welche Stoffe nachwachsen und welche nicht. Das Grundmodul, das immer nur einen ersten „Einstieg“ ins Thema vermittelt, kann dann durch ein Aufbaumodul ergänzt werden. Für letzteres kann aus vier Themenbereichen einer ausgewählt werden. Angeboten werden die Themen: • • • • Kindergartenfrühstück ohne Abfälle Natürliche Kreisläufe Papierarten und Papier selbst schöpfen Basteln mit Abfällen und Naturmaterialien

Um auch Grundschulkinder zu erreichen konnte auch 2012 wieder mit der Fachakademie für Sozialpädagogik in Aschaffenburg (FAKS) eine Vereinbarung über die stundenweise Durchführung von Umweltunterricht an Landkreisschulen getroffen werden.

Eine Studentin der FAKS hat sich für den Umweltunterricht als „Müllmann“ verkleidet.

Im Rahmen von Praktika, die die Studierenden der Sozialpädagogik für ihre Ausbildung leisten müssen, erarbeiten sie Unterrichtseinheiten zum Thema Abfallvermeiden, -sortieren und –verwerten und führen diese unter Anleitung eines FAKSDozenten und Beratung des Landkreises Aschaffenburg selbstständig durch.

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Image-Kampagne
Um die Leistungen der Abfallwirtschaft mehr als bisher in der Öffentlichkeit zu kommunizieren, wurde 2009 eine Image-Kampagne gestartet. Insbesondere sollten folgende Botschaften vermittelt werden: • • • Der Landkreis erbringt gute Leistungen, die sich sehen lassen können; Dank und Lob an die Bürgerinnen und Bürger für ihre sehr gute Beteiligung am Abfallentsorgungssystem; Bekanntmachung neuer Angebote der Abfallwirtschaft wie z. B. die Verschenkbörse oder erweiterte Abgabemöglichkeiten von Wertstoffen usw..

Um diese Botschaften zu transportieren, werden sukzessive die im Landkreis eingesetzten Müllfahrzeuge mit Plakaten, die mit einem Slogan und einem dazu passenden Bild bedruckt sind, ausgerüstet. Die Poster wurden von der in Miltenberg ansässigen Werbeagentur „Marketing-Art“ erarbeitet. Zunächst wurden 6 Fahrzeuge der Fa. Werner, die bei der Bio- und Restmüllabfuhr und der Sperrmüllabfuhr eingesetzt werden, auf jeder Seite mit einem Plakat bestückt. Später folgten 3 Fahrzeuge der Fa. Emde, die zur Papiertonnenleerung eingesetzt werden. Da die Fahrzeuge überall im Landkreis unterwegs sind, ist gewährleistet, dass sehr viele Bürgerinnen und Bürger sie ständig sehen.

Poster zur ImageKampagne, die auf Müllfahrzeugen angebracht wurden.

Die Umsetzung dieser Kampagne ist deshalb problemlos möglich, weil der Landkreis die mit der Abholung von Abfällen und Wertstoffen beauftragten Firmen bereits bei der Auftragsvergabe vertraglich verpflichtet hat, entsprechende Plakatierungen an ihren Fahrzeugen vornehmen zu lassen. In die Vorgaben für zukünftige Ausschreibungen zur Tonnenabfuhr wird ebenfalls die Verpflichtung zur Ausrüstung der Fahrzeuge mit Plakaten aufgenommen.

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Außerdem erhielten alle Bürger als Beilage zu ihren Gebührenbescheiden für die Jahre 2009, 2010, 2011 und 2012 eine Karte, mit der sich der Landkreis für ihre Mitwirkung an den Getrenntsammelsystemen bedankt und gleichzeitig auf die Erfolge des Abfallwirtschaftssystems im Landkreis hinweist.

Motiv der Beilage zum Gebührenbescheid 2012

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Abfallwirtschaftliche Ziele des Landkreises Aschaffenburg
Überwachung bestehender Verwertungswege
Weiterhin müssen die Verwertungswege, die der Landkreis Aschaffenburg in Eigenregie erschlossen hat und die derzeit beschritten werden, überwacht und regelmäßig kontrolliert werden. Ferner gilt es, neue Verwertungswege zu erschließen bzw. bestehende zu optimieren. Dies ist besonders im Hinblick auf die Vorgaben des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes von Bedeutung das verlangt, dass spätestens ab dem 1. Januar 2015 Papier-, Metall-, Kunststoff- und Glasabfälle getrennt zu sammeln sind, soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist. Der Landkreis plant daher, sperrige Kunststoffteile wie z.B. Gartenmöbel und großes Kinderspielzeug ab 2015 im Rahmen der Sperrmüllabfuhr auf Abruf kostenfrei anzunehmen und einer Verwertung zuzuführen. Dieses Rücknahesystem wird bereits ab Juni 2013 im Rahmen des Pilotprojektes „Neue Wertstoff- und Sperrmüllabfuhr auf Abruf“ in den Gemeinden Goldbach und Hösbach getestet. Das im Juli 2012 als Versuch gestartete neue Grünabfallkonzept ermöglicht außerdem die flächendeckende Erfassung und Verwertung der Grünabfälle aus dem Landkreis Aschaffenburg und erfüllt somit eine weitere Vorgabe des neuen KrWG.

Erhalt der geringen Kosten der kommunalen Abfallwirtschaft
Die Verwaltung des Landkreises Aschaffenburg wird, wie schon in der Vergangenheit, alle Anstrengungen unternehmen, neben ökologischen auch ökonomische Ziele mit Nachdruck zu verfolgen. Ziel ist es, die im Vergleich zu anderen Gebietskörperschaften geringen spezifischen Abfallwirtschafts-kosten pro Einwohner und Jahr zu halten oder sogar noch zu verringern. Zu diesem Zweck nimmt der Landkreis Aschaffenburg u. a. seit 1997 an einem sogenannten Benchmarking teil, bei dem verschiedene abfallwirtschaftliche Leistungen wie z. B. die Biomüllsammlung oder die Papiererfassung sowie die abfallwirtschaftlichen Gesamtkosten mit denen anderer Gebietskörperschaften regelmäßig verglichen werden. Um diese Kostenvergleiche und den Nutzen daraus zu optimieren wurde 2010 ein Arbeitskreis mit Vertretern aus sechs Bundesländern gebildet, dem der Landkreis Aschaffenburg vorsteht. Durch die Einführung der Papiertonne und anderer Maßnahmen konnten die Kosten weiter gesenkt werden, was sich ab 2005 auch durch eine Gebührensenkung bemerkbar machte. Durch die Einführung der Doppik (Kaufmännische Buchführung) zum 01.01.2009 im Landratsamt Aschaffenburg kann es auf Grund der verbesserten Transparenz und dem Einsatz eines umfangreichen Controllings zu weiteren, allerdings wohl nur noch kleinen, Einsparungen kommen. Eine zunehmende Rolle spielt die Vermarktung der Wertstoffe bei den Gesamtkosten der Abfallwirtschaft. Durch die Weltwirtschaftskrise 2008 waren die Preise für viele Wertstoffe regelrecht abgestürzt, so dass die Altpapiererlöse 2009 gegenüber 2008 um über 500.000 € sanken. Mit der Erholung der Wirtschaft in 2010 haben die Preise wieder angezogen und zum Teil 2011 wieder das Niveau vor der Krise erreicht. 2012 gingen die Wertstofferlöse wieder leicht zurück, da der Sekundärrohstoffmarkt ein globaler Markt ist, der auch durch die Eurokrise und die Weltkonjunktur beeinflusst wird.

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Hier gilt es zukünftig, die Wertstoffe optimal zu vermarkten und mögliche Schwankungen in der Gebührenkalkulation entsprechend zu berücksichtigen.

Vereinbarungen mit der DSD-GmbH („Grüner Punkt“) und den anderen neun Systembetreibern
Ab 01.01.2004 waren mit der DSD GmbH bzw. anderen Entsorgungsorganisationen neue Vereinbarungen über die Entsorgung von Verkaufsverpackungen zu treffen, die u. U. Auswirkungen auf das Wertstofferfassungssystem des Landkreises haben können. Seit 1998 treten mit der Landbell AG und seit 2002 mit der Interseroh GmbH zwei weitere Konkurrenten um die Erfassung von Verkaufsverpackungen auf. Mittlerweile sind insgesamt zehn duale Systeme deutschlandweit zugelassen, die um die Lizenzentgelte und die günstigsten Entsorgungspreise konkurrieren. Auch der Landkreis Aschaffenburg ist zunehmend davon betroffen, da er mit dem Altpapier auch Verpackungen aus Papier und Karton erfasst, wofür er eine Vergütung erhält. Da die Dualen Systeme ständig versuchen, ihre Kosten zu reduzieren und ihre Erlöse zu steigern, werden die Verhandlungen zwischen dem Landkreis und den Systembetreibern zunehmend schwieriger. Insgesamt betrachtet wurden die Kostenerstattungen für den Landkreis Aschaffenburg im Altpapierbereich in den vergangenen Jahren immer geringer.

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Teil 2 Abfallmengen, Statistik
Abfallbeseitigung
Definition der Abfallarten
Die Abfallarten, die in der Vergangenheit an der Kreismülldeponie bzw. der Umladestation in Stockstadt angeliefert und gewogen wurden, waren in verschiedene Stoffgruppen gegliedert, um eine Gebührenstaffelung der unterschiedlichen Abfallarten entsprechend der Inanspruchnahme von Deponieraum vornehmen zu können. Ferner traten Stoffe auf, die nur von einem oder wenigen Anlieferern stammten und die keiner anderen Stoffgruppe zuzuordnen waren, wie z.B. Glasvlies. Diese Untergliederung machte es auch möglich, Stoffströme zu verfolgen, zu analysieren und daraus entsprechende Konsequenzen abzuleiten. Die Einteilung wurde zwischenzeitlich mehrmals geändert: Bis 31.12.1993 Altsande, Stäube, Schlacken Bauschutt, Erdaushub Schlämme Verpackungsmaterial Glasvliesabfälle Gewerbeabfälle Sperrmüll Hausmüll Garten- und Parkabfälle, Grünabfälle Hartschaumabfälle Ab 01.01.1994 • Altsande, Stäube, Schlacken • Bauschutt, Erdaushub • Schlämme • Leichtfraktionen mit den Untergruppen: o Verpackungen o Folienabfälle o Faserabfälle • Vliesabfälle • Gewerbemüll • Sperrmüll • Hausmüll • Garten- und Parkabfälle, sonstige Grünabfälle • Schaumstoffabfälle Ab 01.01.1996 • Haus- und Sperrmüll, brennbar • Gewerbemüll, brennbar • Haus- und Sperrmüll, nicht brennbar • Gewerbemüll, nicht brennbar

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Entwicklung der Einwohnerzahlen im Landkreis Aschaffenburg von 1989 bis 2012. Stand ist jeweils der 30.06. eines Jahres.

Müllheizkraftwerk der GKS (Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt)

Seit Inbetriebnahme der Umladestation bei der Fa. GBAB in Aschaffenburg-Nilkheim und gleichzeitiger Schließung der Umladestation auf dem Gelände der Deponie Stockstadt zum 01.04.2001 wurde auf die detaillierte Auflistung der angelieferten Abfallarten verzichtet, da mittlerweile keine interessanten Schlussfolgerungen mehr hieraus gezogen werden können. Es wird nunmehr nur noch zwischen brennbaren und nicht brennbaren Gewerbeabfällen unterschieden. Außerdem werden nach wie vor die Haus- und Sperrmüllmengen erfasst. Sie gehören vollständig zu den brennbaren Abfällen. Um die Mengenentwicklung besser vergleichen zu können wurden die Tonnagen auch in kg pro Einwohner im jeweiligen Jahr umgerechnet. Als Stichtag wird die Einwohnerzahl am 30. Juni jeden Jahres gewählt, da es in etwa das Jahresmittel darstellt. Die nebenstehende Tabelle gibt die Einwohnerzahlenentwicklung seit 1989 wieder, dem Zeitpunkt, seit dem der Abfall an der Deponie in Stockstadt gewogen wurde. Die Gesamtmenge aller beseitigten Abfälle ist 2012 gegenüber 2011 um 421,74 t gesunken und lag bei 10.854,97 Tonnen. Den überwiegenden Anteil davon machten mit 10.113,04 t (93 %) die brennbaren Abfälle aus, die gemäß vertraglicher Regelungen im GKS Schweinfurt und im MHKW Würzburg entsorgt wurden. Von den insgesamt 10.113,04 t wurden 7.838,81 t nach Schweinfurt und 2.216,18 t nach Würzburg gebracht. In den 2.216,18 t ist der gesamte Sperrmüll enthalten, da er in Würzburg vor der Verbrennung nicht zerkleinert werden muss, was Kosten spart. Die im Jahr 2012 angefallenen 741,93 t (7 %) inerter Gewerbeabfall wurden zur Deponie Rothmühle im Landkreis Schweinfurt gebracht. Da die Deponie Stockstadt (Landkreis Aschaffenburg) zum 31.5.2005 verfüllt war, wurden dort auch keine Inertabfälle mehr abgelagert.
1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 155.627 159.338 162.495 164.874 167.247 168.118 169.576 171.156 172.106 172.783 173.252 173.880 174.226 174.702 174.887 175.218 175.255 174.843 174.141 173.946 173.301 172.722 172.429 172.292

Die Gewichtsdifferenz zwischen den 10.113,04 t in 2012 angefallenen und 10.054,99 t brennbarer Abfälle die zur Beseitigung nach Würzburg und Schweinfurt geliefert wurden erklärt sich durch das Verbleiben von Restmengen in der Halle der Umladestation, die im nächsten Jahr abgefahren werden.

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Gesamtmenge aller Abfälle im Vergleich und Pro-KopfAufkommen für die Zeit zwischen 1992 und 2012

1992 in Tonnen Kg/EW, Jahr % 1995 in Tonnen Kg/EW, Jahr % 1997 in Tonnen Kg/EW, Jahr % 1998 in Tonnen Kg/EW, Jahr % 1999 in Tonnen Kg/EW, Jahr % 2000 in Tonnen Kg/EW, Jahr % 2001 in Tonnen Kg/EW, Jahr % 2002 in Tonnen Kg/EW, Jahr % 2003 in Tonnen Kg/EW, Jahr % 2004 in Tonnen Kg/EW, Jahr % 2005 in Tonnen Kg/EW, Jahr % 2006 In Tonnen Kg/EW, Jahr % 2007 In Tonnen Kg/EW, Jahr % 2008 In Tonnen Kg/EW, Jahr % 2009 In Tonnen Kg/EW, Jahr % 2010 In Tonnen Kg/EW, Jahr % 2011 In Tonnen Kg/EW, Jahr % 2012 In Tonnen Kg/EW, Jahr %

Gesamtmenge Anteil brennbar Anteil inert Einwohnerzahl 74.900,38 47.740,10 27.160,28 454,29 289,56 164,73 164.874 100 64 36 38.563,86 34.546,62 4.017,24 227,41 203,72 23,69 169.576 100 90 10 21.182,66 19.925,96 1.256,70 123,08 115,78 7,30 172.106 100 94 6 17.446,37 16.591,92 854,45 100,97 96,03 4,95 172.783 100 95 5 11.069,52 10.480,52 589,00 63,89 60,49 3,40 173.252 100 95 5 10.673,18 10.226,84 446,34 61,38 58,82 2,57 173.880 100 96 4 10.192,68 9.720,16 472,52 58,50 55,79 2,71 174.226 100 95 5 9.882,99 9.483,29 399,70 56,57 54,28 2,29 174.702 100 96 4 9.581,78 9.322,83 258,95 54,79 53,31 1,49 174.887 100 97 3 9.698,56 9.528,30 170,26 55,46 54,38 0,97 175.218 100 98 2 10.212,36 9.836,09 376,27 58,27 56,12 2,15 175.255 100 96 4 10.764,17 9.851,32 912,85 61,56 56,34 5,22 174.843 100 92 8 10.310,80 9.698,76 612,04 59,21 55,69 3,51 174.141 100 94 6 10.453,75 9.692,01 761,74 60,10 55,72 4,38 173.946 100 93 7 10.831,88 9.999,82 832,06 62,50 57,70 4,80 173.301 100 92 8 10.901,44 10.018,41 883,03 63,12 58,00 5,11 172.722 100 92 8 11.276,71 10.255,62 1.021,09 65,40 59,48 5,92 172.429 100 91 9 10.854,97 10.113,04 741,93 63,00 58,70 4,31 172.292 100 93 7

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Hausmüll
Hausmüll ist der Abfall, der über die dafür zugelassenen Abfallgefäße im Rahmen der kommunalen Hausmüllabfuhr entsorgt wird. Zugelassene Gefäße sind seit 01.07.1997 nur noch 120 l-, 240 l-, 660 l- und 1.100 l-Gefäße. Mit den 660 l- und 1.100 l-Containern werden meistens Gewerbebetriebe entsorgt, für die aufgrund der geringen Menge eine Entsorgung über private Großcontainer nicht in Frage kommt. Der Hausmüll umfasst somit Hausmüll aus Privathaushaltungen und hausmüllähnlichen Gewerbeabfall aus Kleinbetrieben, der oft auch als Geschäftsmüll bezeichnet wird. Die Hausmüllmenge hat sich 2012 mit 9.014,39 t (52,32 kg/EW) gegenüber 2011 um 95,8 t verringert. Ab 1999 wurde der Müll der privaten Direktanlieferer an die Deponie bzw. die Umladestation vor dem Umschlag zum GKS verwogen und den Wiegedaten der Hausmüllabfuhr zugeschlagen, was bis 1998 nicht der Fall war, so dass es dadurch zu einer statistischen Erhöhung der Abfallmengen kam. Ferner wurden die in der Landschaft und an den Containerstandplätzen illegal entsorgten Abfallmengen ebenfalls der Hausmüllmenge zugerechnet.

Mengenentwicklung des Hausmülls von 1993 bis 2012

Sperrmüll
Sperrmüll ist die Fraktion des Hausmülls von Privatbürgern und aus dem Kleingewerbe, die aufgrund ihres Gewichtes und der Sperrigkeit nicht im Rahmen der Hausmüllabfuhr in den zugelassenen Abfallgefäßen entsorgt werden kann. Nicht zum Sperrmüll gehören Bauschutt und gemischte Baustellenabfälle wie z.B. Ziegel, Fenster und andere Materialien, die aus Umbauarbeiten und Neubaumaßnahmen stammen. Altmetall, verwertbares Altholz und ein Teil der Elektrogeräte werden bei der Altholz- und Altmetallsammlung separat erfasst und der Verwertung zugeführt. Ein Großteil des Sperrmülls besteht aus Polstermöbeln, Matratzen, Sprungrahmen, Teppichböden und anderen Verbundstoffen, für die es ohne kosten- und arbeitsintensive Vorbehandlung meist keine Verwertungsmöglichkeit gibt. Seit dem 01.04.1999 wird Sperrmüll nur noch auf Abruf abgeholt oder kann selbst von den Bürgern zur Umladestation gebracht werden. Die angefallenen

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Mengen werden im Fahrzeug gewogen und den jeweiligen Abfallerzeugern separat in Rechnung gestellt. Die Sperrmüllmenge war 1994 durch die Einführung der Altholzsammlung erstmals seit 1989, dem Beginn der Verwiegung aller deponierten Abfälle an der Deponie Stockstadt, deutlich rückläufig. So wurden 1994 2.678,14 t weniger sperrige Abfälle deponiert als 1993 (6.030,46 t bzw. 36kg/EW und Jahr). 1995 waren wieder 4.489,96 t (26,5kg/EW und Jahr) Sperrmüll zu entsorgen. Diese Entwicklung hielt auch 1996 (4.188,78 t bzw. 24,5 kg/EW und Jahr) und 1997 (4.709,32 t bzw. 27,4 kg/EW und Jahr) an. 1998 stieg die Menge exorbitant auf 6.129,54 t (35,5 kg/EW und Jahr) an, da bekannt wurde, dass ab 01.04.1999 die kostenpflichtige Sperrmüllverwiegung eingeführt wurde. Dies bewegte offenbar viele Landkreisbürger dazu, alle „Lager“ zu räumen, was sich auch bei der Altholzmenge und der Anzahl der Kühlgeräte bemerkbar machte. Beim Altmetall wurden große Mengen durch Schrotthändler „abgesammelt“, weshalb diese Mengen nicht im selben Maß anstiegen bzw. sogar sanken. 1999 ging, wie zu erwarten war, die Sperrmüllmenge nach Einführung der Sperrmüllabfuhr auf Abruf mit Verwiegung stark zurück auf 318,96 t (1,8 kg/EW und Jahr). 2003 wurde mit 119,17 t (0,70 Kg/EW und Jahr) die bisher niedrigste Sperrmüllmenge erfasst. 2005 stieg die Sperrmüllmenge wieder auf 149,97 t (0,86 kg/EW), 2012 auf 277,94 t (1,61 kg/EW) an. Mittlerweile hat sich die Sperrmüllmenge auf 250-300 t pro Jahr eingependelt. Zu beachten ist dabei allerdings dass einige Sperrmüllfraktionen wie Elektrogroßgeräte und belastetes Altholz, die heute separat als Wertstoffe erfasst werden, Mitte der 90er Jahre noch als Sperrmüll zur Beseitigung gesammelt wurden.

Mengenentwicklung des Sperrmülls von 2000 bis 2012

Haus- und Sperrmüll machten im Jahr 2012 ca. 85,60 % aller an der Umladestation angelieferten Abfälle aus. Ihr Anteil ist gegenüber dem Vorjahr (83,12 %) leicht gestiegen. Im Jahr 1991 lag der Anteil noch bei ca. 31%, 1997 bereits bei 77,7%.

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Gewerbemüll
Gewerbemüll ist der gewerbliche Abfall, der von den Betrieben direkt oder über Transporteure zur Umladestation gebracht und nicht über die kommunale Hausmüllabfuhr entsorgt wird. Gewerbemüll stellt eine besonders heterogene Abfallart dar, die eine hausmüllähnliche Zusammensetzung aufweisen kann, aber auch rein produktionsspezifische Stoffe enthält wie z.B. Kunststoffreste. Da die Abfallarten Schlacken, Bauschutt, Schlämme, Leichtfraktion, Vliesabfälle und Schaumstoffe wegen ihrer nunmehr nur geringen Mengen nicht mehr separat aufgeführt werden, sind sie mengenmäßig unter den Gewerbeabfällen erfasst. Schlacken, Bauschutt und Schlämme zählen zur inerten, Vliesabfälle und Schaumstoffe zur brennbaren Fraktion. In den in der Tabelle angegebenen Mengen sind sowohl brennbare als auch inerte Gewerbeabfälle enthalten. Nachdem 1997 noch 4.730,06 t (27,48 kg/EW) zu verzeichnen waren, fielen 2000 nur noch 1.733,68 t (9,97 kg/EW) an. Im Jahr 2012 waren 1.562,64 t (9,07 kg/EW) Gewerbeabfälle zu verzeichnen, was gegenüber 2011 eine Mengenabnahme um 340,76 t darstellt. Die Abnahme betrifft hauptsächlich die inerten, im geringeren Maß auch die brennbaren Gewerbeabfälle. Dabei ist zu bedenken, dass heizwertreiche Abfallarten weiterhin meist kostengünstiger thermisch, z.B. in Zementwerken, verwertet und nicht beseitigt werden.

Mengenentwicklung des Gewerbemülls von 1997 bis 2012

Da mit dem Anschluss an das GKS die Entsorgungskosten stark gestiegen sind, können Gewerbebetriebe so nicht unerhebliche Kosten einsparen. Damit verbunden ist aber auch ein Rückzug des Gewerbes aus der Beteiligung an den Vorhaltekosten abfallwirtschaftlicher Einrichtungen (z.B. Kreismülldeponie) und Maßnahmen, die der Landkreis Aschaffenburg unterhalten muss, um seinen gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen.

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1989 1992 1995 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 Gesamtabfallmengen zur Beseitigung in den Jahren 1989 bis 2012 2009 2010 2011 2012

in Tonnen Kg/EW, Jahr in Tonnen Kg/EW, Jahr in Tonnen Kg/EW, Jahr in Tonnen Kg/EW, Jahr in Tonnen Kg/EW, Jahr in Tonnen Kg/EW, Jahr in Tonnen Kg/EW, Jahr in Tonnen Kg/EW, Jahr in Tonnen Kg/EW, Jahr in Tonnen Kg/EW, Jahr in Tonnen Kg/EW, Jahr in Tonnen Kg/EW, Jahr in Tonnen Kg/EW, Jahr in Tonnen Kg/EW, Jahr in Tonnen Kg/EW, Jahr in Tonnen Kg/EW, Jahr in Tonnen Kg/EW, Jahr in Tonnen Kg/EW, Jahr in Tonnen Kg/EW, Jahr

Gewerbemüll Sperrmüll Hausmüll Summe 69.595,70 4.005,36 29.783,44 103.384,50 444,20 25,74 191,38 664,30 44.973,04 6.008,74 23.918,60 74.900,38 272,77 36,44 145,07 454,29 11.343,86 4.489,96 22.730,04 38,563,86 66,90 26,48 134,04 227,41 4.730,06 4.709,32 11.743,28 21.182,66 27,48 27,36 68,23 123,08 3.611,57 6.129,54 7.705,08 17.446,37 20,90 35,48 44,59 100,97 2.483,44 318,96 8.267,12 11.069,52 14,33 1,84 47,72 63,89 1.733,68 463,28 8.476,22 10.673,18 9,97 2,66 48,75 61,38 1.665,48 230,59 8.296,61 10.192,68 9,56 1,32 47,62 58,50 1.511,06 142,13 8.229,80 9.882,99 8,65 0,81 47,11 56,57 1.403,15 119,17 8.059,46 9.581,78 8,02 0,68 46,08 54,79 1.202,09 127,11 8.369,36 9.690,49 6,86 0,73 47,86 55,45 1.596,58 149,97 8.465,81 10.212,36 9,11 0,86 48,31 58,27 1.952,82 196,80 8.614,55 10.764,17 11,16 1,13 49,27 61,56 1.377,30 214,10 8.719,40 10.310,80 7,91 1,23 50,07 59,21 1.440,70 254,97 8.758,08 10.453,75 8,28 1,47 50,35 60,10 1.576,43 254,05 9.001,40 10.831,88 9,00 1,47 51,94 62,50 1.672,47 291,73 8.937,24 10.901,44 9,68 1,69 51,74 63,12 1.903,47 263,05 9.110,19 11.276,71 11,04 1,53 52,83 65,40 1.562,64 277,94 9.014,39 10.854,97 9,07 1,61 52,32 63,00

Problemabfälle
Der Landkreis Aschaffenburg führt seit 1985 regelmäßige Sammlungen von Problemabfällen aus Haushaltungen durch. 1992 wurde die Problemabfallsammlung grundlegend modifiziert. So gibt es seit dieser Zeit in 17 Gemeinden die Möglichkeit, samstags Problemabfälle an der mobilen Sammelstelle abzugeben. Ab dem Jahr 2000 werden aus Kostengründen die Problemabfallsammlungen nur noch zweimal jährlich durchgeführt.

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Zur Einsammlung gelangen insbesondere folgende Abfälle: Pflanzen- und SchädlingsProblemabfälle Leuchtstoffröhren Anlieferer bekämpfungsmittel ölhaltige Abfälle wie z. B. t kg/EW t kg/EW Personen Ölfilter, Ölschlämme, mineralölhaltige Fette 1990 194,13 1,22 2,808 0,018 9.361 lösungsmittelhaltige 1991 254,55 1,54 3,181 0,021 19.226 Abfälle und Substanzen 1992 296,05 1,80 3,573 0,021 25.423 wie z. B. Benzin, 1993 352,04 2,10 3,558 0.021 24.292 Spiritus, Pinselreiniger, 1994 331,10 1,97 3,686 0.022 20.219 Kleber, flüssige Lack1995 298,58 1,76 3,613 0,021 19.286 rückstände, Kaltreiniger, 1996 252,79 1,48 3,573 0,021 14.625 Frostschutz-mittel und 1997 269,14 1,56 3,388 0,020 15.235 Bremsflüssigkeit 1998 242,67 1,40 3,840 0,022 14.057 Altfarben und Altlacke in 1999 187,85 1,08 3,229 0,019 13.720 flüssiger und fester Form 0,56 2,701 0,016 10.181 Desinfektionsmittel und 2000 98,20 2001 151,70 0,87 1,13 0,006 8.278 Holzschutzmittel 2002 101,95 0,58 1,91 0,011 7.401 Laborchemikalien und 1,80 0,010 6.964 Gifte im engeren Sinn 2003 129,13 0,74 1,33 0,008 6.252 wie z. B. cyanid-, 2004 144,72 0,83 2,79 0,016 5.979 cadmium-, arsen- und 2005 135,18 0,77 2006 150,29 0,86 2,16 0,012 6.254 quecksilberhaltige Substanzen 2007 133,82 0,77 2,57 0,015 4.996 Abfälle mit metallischem 2008 144,47 0,83 2,93 0,017 5.829 Quecksilber wie z. B. 3,67 0,021 6.018 Schalter und Ther- 2009 162,50 0,94 2010 173,17 1,00 3,74 0,022 6.227 mometer Quecksilberoxidbatterien 2011 173,20 1,00 3,54 0,020 5.790 wie z. B. Knopfzellen 2012 171,27 0,99 3,89 0,023 5.967 sonstige Batterien wie z. B. Monobatterien, Autobatterien und Akkumulatoren Leuchtstoffröhren, Quecksilberdampflampen und Energiesparlampen Säuren, Laugen, Salze und Chemikalienreste aus dem Hobbybereich wie z. B. verbrauchte Fotobäder Altarzneimittel. Außerdem betrieb der Landkreis Aschaffenburg bis zum 01.04.1994 noch 21 Altölsammelstellen in den Gemeinden. Durch die Rücknahmeverpflichtungen für Batterien sind deren Mengen verhältnismäßig gering. Wo Möglichkeiten bestehen, wie z. B. bei Bleiakkumulatoren, Leuchtstoffröhren oder Farben und Lacken, werden auch Problemabfälle verwertet. Des weiteren wurden ab 2000 alle restentleerten Gebinde mit grünem Punkt der Duales System Deutschland GmbH über-lassen. Durch das ab dem 24. März 2006 umzusetzende Elektro- und Elektronikgerätegesetz werden ab diesem Zeitpunkt noch mehr schadstoffhaltige Gerätebestandteile über die Hersteller einer Verwertung zugeführt. Außerdem enthält dieses Gesetz Bestimmungen, wonach einige Schadstoffe nicht mehr im Gerätebau eingesetzt werden dürfen. Die Problemabfälle werden zur Beseitigung an die GSB (Gesellschaft zur Entsorgung von Sondermüll in Bayern) und zur Verwertung auch an private Entsorger weitergegeben.

Mengenentwicklung der schadstoffhaltigen Abfälle, die bei der mobilen Problemabfallsammlung (und bis 31.03.1994, den Altölsammelstellen) erfasst wurden.

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Pro-KopfAufkommen der schadstoffhaltigen Abfälle von 1990 bis 2012

Illegale Abfallbeseitigung
Bei der Einführung des Wiegesystems wurde häufig die Befürchtung geäußert, dass durch die Berechnung der individuellen Müllgebühr nach tatsächlich entsorgtem Abfallgewicht ein starker Anreiz geschaffen würde, Abfälle auch illegal zu entsorgen. Dass diese Befürchtung letztlich nicht begründet ist, zeigt die Statistik der illegal entsorgten Abfallmengen in der Betrachtung von 1995 bis mittlerweile 2012.
Aktion Sauberer Landkreis* 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 46,70 56,94 50,02 60,78 58,80 70,93 69,07 67,60 66,38 70,54 58,69 50,74 67,68 69,02 56,25 57,45 66,32 55,93 wilde Ablagerungen (LKMitarbeiter) k. A. k. A. 4,93 9,07 12,32 15,07 8,47 7,08 7,79 7,71 6,54 8,42 13,56 12,50 6,86 10,90 6,21 6,51 Kreisstraßenverwaltung k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. 25,00 18,00 18,00 16,00 17,00 20,00 18,00 20,00 18,00 16,00 17,00 16,00 22,00 Straßenbauamt 46,03 35,15 44,23 61,65 56,50 55,85 52,91 50,31 53,02 51,50 52,00 53,50 52,00 51,00 51,50 50,00 52,00 50,50 Autobahnmeisterei 379,36 365,76 411,64 435,32 386,00 387,58 328,40 323,30 267,00 272,37 251,00 205,00 250,00 365,00 451,44 424,00 450,00 392,00 Containerstandplätze 112,14 133,68 182,14 198,26 230,40 285,78 276,80 311,97 264,71 172,11 139,29 144,19 145,24 133,74 136,04 140,99 147,34 134,78 DSD – Sortierreste** 340,98 430,18 340,00 249,66 337,66 165,86 196,14 219,96 230,62 223,69 250,37 218,96 k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. k. A. Summe 925,21 1021,71 1032,96 1014,74 1081,68 1006,07 949,79 998,22 905,52 814,92 777,13 698,81 548,48 649,26 718,09 700,34 737,87 661,72

* die Abfallmengen, die im jeweiligen Jahr wild in der Landschaft entsorgt wurden, werden erst bei der Aktion „Sauberer Landkreis“ im darauffolgenden Jahr eingesammelt. ** Der von DSD beauftragte Entsorger konnte ab 2007 keine Angaben mehr zu den Resten aus der Sortierung machen, da diese nun zu verschiedenen großen Firmen an unterschiedlichen Orten verbracht werden.

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In der tabellarischen Übersicht wird versucht, die verfolgbaren „wilden“ Abfallentsorgungswege zu beziffern. Berücksichtigt wurden DSD-Sortierreste, wilde Müllablagerungen in der Landschaft, (beseitigt durch die Aktion „Sauberer Landkreis“ und Mitarbeiter des Landkreises), an Containerstandplätzen (beseitigt durch die Gemeinden), an Straßen, (beseitigt durch das Straßenbauamt, zuständig für Bundes- und Staatsstraßen), die Autobahnmeisterei und die Kreisstraßenverwaltung. Entsorgungswege wie z.B. Hausbrand, Kanalisation, Arbeitgeber, Verwandte oder Freunde außerhalb des Landkreises Aschaffenburg lassen sich mengenmäßig nicht beziffern und blieben deshalb unberücksichtigt. Die Hausmüllanalyse von 2011 zeigte allerdings mittelbar, dass über diese Wege nicht mehr Abfälle entsorgt wurden als andernorts in Bayern (siehe Kapitel Erfahrungen mit dem Wiegesystem). 2012 wurden bei der Aktion Sauberer Landkreis sowie bei den Sammlungen entlang der Autobahn und den Bundes- und Staatsstraßen etwas weniger Abfälle eingesammelt als im Vorjahr. Bei den entlang der Autobahn gesammelten Mengen ist allerdings zu bedenken, dass diese durch eine Fremdfirma erfasst wurden, die keine getrennte Statistik über Abfälle, die entlang der Autobahn anfielen und solche, die aus den Rastanlagen stammten, führte. Ebenfalls ab nahmen die neben den Containerstandorten eingesammelten Abfälle. Leichte Zunahmen waren dagegen bei den neben den Kreisstraßen von den Mitarbeitern des Landkreises und der Kreisstraßenverwaltung gesammelten Mengen. Die Sortierreste der „Gelben-Sack“-Sammlung werden seit 2007 nicht mehr statistisch erfasst, da die Verpackungsabfälle außerhalb des Landkreises Aschaffenburg, zusammen mit den Verpackungsabfällen aus anderen Gebietskörperschaften sortiert werden. Weiterhin haben an Autobahnen und Bundesstraßen Sperrmüll, Altholz, Altmetall und Kühlgeräte so wie Verpackungsabfälle einen hohen Anteil am Abfallaufkommen. Dieser hat jedoch ursächlich nichts mit dem Wiegesystem zu tun, da ein Großteil dieser Abfälle ohne gesonderte Berechnung entsorgt werden kann. Als zuverlässiger Anzeiger für die Entwicklung illegaler Abfallentsorgung dienen somit in erster Linie die „Aktion Sauberer Landkreis“ und die Abfallmengen an den Containerstandplatzen. Dort sind jedoch keine signifikanten Veränderungen gegenüber der Zeit vor Einführung des Wiegesystems zu verzeichnen. Auch die Betrachtung der Entwicklung von Häufigkeit und Schwere im Bereich Abfallentsorgung begangener Ordnungswidrigkeiten zeigt keine Zunahme in den letzten Jahren.
Eingestellte Verfahren Verwarn. Bußgeld Verwarn. Bußgeld Verwarn. 280,00 € 47 8 17 1 225,00 € 35 7 4 225,00 € 35 6 2 35,00 € 26 1 28 35,00 € 25 1 30 70,00 € 24 2 30 200,00 € 28 5 1 150,00 € 29 5 1 1 Bezahlte Fälle

Fälle gesamt 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Bußgeld Verwarn. 64 9 55 7 55 7 51 1 48 1 37 2 38 7 36 6

Buß-/Verwarn.Gelder Bußgeld 24.415,00 € 12.720,00 € 8.235,00 € 6.160,00 € 5.655,00 € 3.665,00 € 3.490,00 € 5.800,00 €

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Abfallverwertung
Die Abfallverwertungsmaßnahmen und -systeme, die der Landkreis Aschaffenburg unternimmt bzw. unterhält, zielen in erster Linie auf die Bereiche Hausmüll, Sperrmüll und hausmüllähnlichen „Geschäftsmüll“ ab. Letzterer stammt aus Betrieben des Kleingewerbes und wird mit der kommunalen Müllabfuhr entsorgt. Größere Unternehmen sind ebenso wie beim Restmüll selbst für die Wertstoffentsorgung verantwortlich. Das Landratsamt Aschaffenburg berät allerdings auch vor Ort wo und wie die Abfälle und Wertstoffe getrennt gesammelt, beseitigt, verwertet und vermieden werden können. Eine genaue Betrachtung der Entwicklung aller im Landkreis Aschaffenburg anfallenden Abfallmengen lässt sich nur schwer vornehmen. So sind die Verwertungsbemühungen der Industrie und des Gewerbes insofern nur vage zu quantifizieren, indem durch die reduzierten Mengen an der Umladestation auf Verwertungsmengen zu schließen ist. Andere Faktoren bleiben dabei unberücksichtigt, z. B. Konjunkturlage, technologischer Fortschritt, Produktionsumstellungen, thermische Verwertung, "Müllflucht" etc.. Lediglich bei einigen Großbetrieben mit großen Abfallmengen konnte eine Abfallvermeidung beobachtet werden, wie z.B. bei der ehemaligen Goldbach GmbH, die den Anfall von nicht verwertbarem Gipsstaub 1994 durch Veränderung von Verarbeitung und Produktwahl von ca. 2.000 auf ca. 1.000 t gesenkt hatte. Die Abfallverwertungsmaßnahmen der Gewerbe- und Industriebetriebe lassen sich auch deshalb nur in den seltensten Fällen genau beziffern, da nahezu alle Wertstoffe in privat betriebenen Anlagen sortiert, klassiert, gebrochen, gepresst und auf andere Weise vorbehandelt werden. Genaue und verlässliche Daten sind kaum zu erhalten, da auch viele Verwerterbetriebe außerhalb des Landkreises Aschaffenburg angedient werden und die Stoffströme somit schwer zu verfolgen sind. Bei vielen Betrieben wird die Erfassung der Mengen unterschiedlich und ungenau gehandhabt (Angaben in Tonnen, m³, LKW-Ladungen usw.) und vieles mehr. Der Aufwand für eine Recherche seitens des Landratsamtes Aschaffenburg würde in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen und wurde daher nicht vorgenommen. Gewerbebetriebe verwerten neben den klassischen Wertstoffen Metall, Papier, Glas und Kunststoff auch Grünabfälle, Holz, Textilien und vor allem Bauschutt, Gießereialtsand, Gießerei- und Verbrennungsschlacken, Schlämme und Stäube. Nach Angaben der ortsansässigen Verwerter wurden auch 2012 wieder mehr als 100.000 t Bauschutt, Straßen- und Betonaufbruch verwertet. Schon 1995 und 1996 waren die Mengen der auf der Deponie abgelagerten Schlacken und Schlämme deutlich zurückgegangen. In diesem Bereich ist es den Firmen gelungen, Verwertungswege aufzutun, wobei die steigenden Deponiegebühren in der Regel stärkere Anreize gaben als ökologische Motive. Durch die drastische Gebührenerhöhung zum 01.04.1994 im Zuge der Mitverbrennung von jährlich bis zu 25.000 t Abfall aus dem Landkreis Aschaffenburg im Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt (GKS) gingen seit dieser Zeit auch andere gewerbliche und industrielle Abfallmengen weiter stark zurück. Teils wurde dies durch Verwertung und Vermeidung von Abfällen, teils durch die Nutzung günstiger Entsorgungswege außerhalb des Landkreises Aschaffenburg erreicht. Neben den Standardwertstoffen Glas und Dosen, die mit den öffentlich zugänglichen Wertstoff-Container Systemen gesammelt werden, wurde seit

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1990 die Kunststoffsacksammlung für Kunststoffe aus Polyethylen und Polypropylen durchgeführt, die seit Oktober 1992 mit Einführung des Dualen Systems durch die Gelbe-Sack-Sammlung ersetzt wurde. Ferner wurde im Herbst 1990 eine flächendeckende Styroporsammlung eingerichtet, die zuvor von einigen Gemeinden in Eigeninitiative begonnen worden war. 1994 wurde im gesamten Landkreis bei der Sperrmüllabfuhr die separate Altholzerfassung analog der Altmetallsammlung und in Stockstadt als erster Landkreis-Gemeinde die Biomüllsammlung eingeführt. Ab 1996 wurde auch der Biomüll in Stockstadt verwogen, so dass sich die Biomüllmenge 1996 gegenüber 1995 verringerte. Ab Frühjahr 1997 war ein flächendeckender Anschluss an die Biotonne im Landkreis erreicht. Durch die Förderung abfallwirtschaftlicher Maßnahmen in den Gemeinden wurden weitere Recyclinghöfe so wie Sammel- und Shredderplätze für Grünabfälle in den Landkreisgemeinden errichtet. Sie komplettieren das Verwertungsangebot mit Containern für Altholz, Altmetall, Bauschutt, Fenster und Flachglas sowie Kabel, Schuhe, Korken usw. Heute bestehen 29 Recyclinghöfe und 41 Sammel- und Shredderplätze für Grünabfälle. Ab dem Jahr 2004 wurde die Papiertonne landkreisweit eingeführt. Hierdurch wurde der Service für die Bürger weiter verbessert und gleichzeitig Kosten eingespart. Ein ab 2001 in der Gemeinde Stockstadt durchgeführter Versuch hierzu hatte sich bestens bewährt. Die bis Ende 2003 an den Containerstandplätzen öffentlich zugänglichen Papiercontainer wurden abgezogen. Weiterhin wurde durch Zahlung von Zuschüssen die Befestigung von Containerstandplätzen durch die Gemeinden und die Eigenkompostierung durch die Bürger unterstützt. Auf Grund einer EU-Richtlinie erließ der Bund ein Gesetz, das die Rücknahme und Verwertung von Elektro- und Elektronikaltgeräten regelt. Im Rahmen einer geteilten Produktverantwortung sind die öffentlich-rechtlichen Entsorger seit dem 24. März 2006 verpflichtet, für alle Elektro- und Elektronikgeräte unentgeltliche Rücknahmesysteme anzubieten, während die Hersteller für die weitere Aufbereitung und Entsorgung zuständig sind. Seit dem werden alle hierunter fallenden Altgeräte separat erfasst und einer gesonderten Verwertung zugeführt. Gegenüber 2011 sind die eingesammelten Wertstoffmengen im Jahr 2012 insgesamt um ca. 980 t gesunken. Dies lag vor allem an der Abnahme des Bauschutts und der DSD Kunststoffe die allein schon 571,42 bzw. 525,00 t betrugen. Auch bei den Wertstoffen Altpapier (-164,98 t), Altmetall (-157,87 t), Textilien (-128,29 t) und Altholz (-85,35 t) waren größere Abnahmen zu verzeichnen. Die größte Zunahme war mit 71,22 t bei der Fraktion Fenster/ Flachglas/ A IVHolz zu verzeichnen. An Elektrogeräten wurden 2012 24,71 t, an Altglas 13,42 t mehr als im Vorjahr gesammelt. Neu war die getrennte Erfassung und Verwertung von Altreifen von denen 19,75 t gesammelt wurden. Bei den übrigen Wertstofffraktionen gab es nur geringfügige Veränderungen. Die Mengen aller Verpackungswertstoffe sind gegenüber 2011 um 547,04 t gesunken. Insgesamt wurden 2012 ca. 11.655,07 t Verpackungswertstoffe getrennt erfasst. Im Jahr 2011 waren es noch 12.202,11 t.

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Ein Vergleich mit den bundesweit pro Kopf gesammelten VerpackungsWertstoffmengen war für 2012 nicht möglich, da das Duale System Deutschland keine entsprechende Statistik veröffentlicht hat. Als Grund hierfür gab DSD an, dass sie durch die Beauftragung vieler anderer dualer Systeme mit Wertstoffsammlungen nur noch ca. 60% aller Verpackungen selbst eingesammelt hätten und daher keine Aussage mehr über die bundesweit erfassten Mengen machen könnten. Zwar konnten die Papiermengen im Landkreis Aschaffenburg durch die Einführung der Papiertonne zunächst deutlich gesenkt werden, stiegen jedoch bis 2007 wieder stetig an. Ab dem Jahr 2008 gingen sie dagegen wieder zurück. Im Jahr 2012 wurden ca. 2.128,79 t Papier aus Verpackungen gesammelt. Dabei ist zu beachten, dass bis einschließlich 2003 pauschal 25 % der erfassten Papiergesamtmenge als DSD-Verpackungsanteil angenommen wurde. Ab 2004 wurde der DSD-Anteil mit ca.15% für den Bundesdurchschnitt und 15,17%, (im Jahr 2012 mit 13,50 %) für den Landkreis Aschaffenburg berechnet. Der verringerte prozentuale Anteil soll berücksichtigen, dass immer mehr Papierverpackungen nicht DSD-lizensiert sind. Trotz der insgesamt etwas rückläufigen Wertstoffmengenentwicklung lag die Recyclingquote im Jahr 2012 bei 86,00 %, also noch der leicht über der des Vorjahres mit 85,98 %, was an den ebenfalls leicht gesunkenen Abfallmengen zur Beseitigung lag. Somit kann der Landkreis Aschaffenburg auch weiterhin seinen Spitzenplatz in Bayern mit geringer Restmüllmenge bei gleichzeitig hoher Recyclingquote halten. In den folgenden Kapiteln werden die über die einzelnen Sammelsysteme erfassten Mengen im Einzelnen aufgeführt und erläutert.

Papier, Pappe, Kartonagen
Im Jahr 2012 wurden über die Sammelsysteme [t] ] [kg/EW,a] ] Papiertonnen, die Vereins- Papiertonne 12.116,85 70,33 sammlungen und die Container Vereinssammlungen 2.556,70 14,84 auf den Recyclinghöfen Recyclinghöfe 1.092,78 6,34 15.766,33 Tonnen Altpapier Gesamt 15.766,33 91,51 eingesammelt. Dies bedeutet gegenüber 2011 eine geringe Abnahme um 164,98 t. Die Vereine konnten ihre Sammelmenge gegenüber dem Vorjahr allerdings gut halten. Die Befürchtung, die Einführung der Papiertonne könne die Vereinssammlungen gefährden, ist damit weiter unbegründet.

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Mengenentwicklung Pro-KopfAufkommen Papier, Pappe, Kartonagen

Hohlglas
Die erfasste Glasmenge stieg gegenüber 2011 wieder geringfügig um 13,42 t. In den letzten Jahren war der bundesweite Rückgang der Glasmengen auf den verstärkten Einsatz von PET-Flaschen und Einwegdosen zurückgeführt worden. Auch die Einführung des Pflichtpfandes wurde als Grund für den Rückgang angenommen. Der vergleichsweise starke Mengenrückgang in 2009 war allerdings nicht nachvollziehbar.

Mengenentwicklung Pro-Kopf-Aufkommen Hohlglas

Metalle
Die Erfassung von Altmetallen wurde in den letzten Jahren immer mehr ausgeweitet; nicht zuletzt deshalb, weil sich für diese Altstoffe immer höhere

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Preise erzielen lassen. So werden mittlerweile in allen Recyclinghöfen des Landkreises Buntmetalle wie Kupfer, Messing und Aluminium sowie Kabelreste neben dem Eisenschrott erfasst. Auch im Rahmen der seit März 2006 durchzuführenden separaten Elektro- und Elektronikgeräteerfassung werden viele Haushaltsgroßgeräte (Elektrogeräte der sogenannten Gruppe 1) eingesammelt, die in der Statistik der Altmetallsammelmengen enthalten sind. Daneben werden über die Dosencontainer und den Gelben Sack Weißblech und Aluminium erfasst. Im Folgenden werden die einzelnen Wertstoffgruppen ihrer Erfassung gemäß zugeordnet und aufgelistet.

Eisenmetalle
Sowohl in den unter „Altmetallsammlung“ als auch unter „RC-Höfe; Eisenschrott“ aufgelisteten Mengen sind Haushaltsgroßgeräte der Gruppe 1 nach ElektroG enthalten, da der Landkreis von der Möglichkeit Gebrauch macht, diese Elektrogeräte selbst zu vermarkten, um hierfür von den hohen Altmetallpreisen zu profitieren. Welche Mengen an Elektrogeräten im Einzelnen erfasst wurden, wird im Unterkapitel „Elektro- und Elektronikgeräte“ beschrieben. Die Kühlgeräte, die in der Vergangenheit dem Altmetall zugeordnet wurden, sind nunmehr bei den Elektrogeräten aufgelistet, da der Landkreis diese nicht mehr selbst verwertet. Gute Altmetallerlöse haben auch 2012 wieder dazu geführt, dass bei den Straßensammlungen Schrottmengen guter Qualität bereits durch gewerbliche Sammler abgesammelt wurden, wie die extrem geringe bei der Altmetallsammlung des Landkreises erfasste Menge von 21,38 t zeigt, die gegenüber dem Vorjahr nochmals um 8,55 t abgenommen hat. Auch die an den Recyclinghöfen erfassten Schrottmengen sind gegenüber 2011 um insgesamt 38,07 t, die separat erfassten Dosenmengen um 66,25 t gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Dosen werden allerdings als Leichtverpackungen von den Dualen Systemen t kg/EW,a erfasst, weswegen der Landkreis Sammelsystem 684,50 3,97 für sie keine Erlöse erzielen Dosencontainer Altmetallsammlung* 21,38 0,12 kann. 1.207,70 7,01 Insgesamt hat die Menge der RC-Höfe; Eisenschrott* 1.913,58 11,11 Eisenmetalle um 157,87 t Summe abgenommen.
* In diesen Mengen sind insgesamt 263,11 t Haushaltsgroßgeräte enthalten, die der Landkreis Aschaffenburg selbst vermarktet und nicht gemäß ElektroG den Herstellern übergibt.

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Mengenentwicklung Pro-Kopf-Aufkommen Fe-Metalle (ohne Kühlgeräte)

Aluminium
Aluminium wurde 2012 über die Dosencontainer, den Gelben Sack und die Aluminiumschrott-Sammlung in den Recyclinghöfen erfasst. Schulen haben Verpackungsaluminium kaum noch gesammelt, da der von DSD beauftragte Entsorger (Fa. Werner), dieses nicht mehr entlohnte. Außerdem wurde von Fa. Werner das im Gelben Sack und den Dosencontainern gesammelte Aluminium nicht mehr separat ausgewiesen. Es ist nun in die Menge des Dosenschrotts (aufgeführt unter Eisenmetalle) eingegangen. Inwieweit sich das Dosenpfand langfristig auswirkt, bleibt noch abzuwarten. Als Reaktion auf das ab Anfang 2003 geltende Dosenpfand wurden viele Dosen über den Handel zurückgenommen bzw. auch insgesamt weniger verkauft, um das Pfand völlig zu umgehen. Die große Mengensteigerung, die Mitte der 90-iger Jahre zu beobachten war, war dagegen auf die größere Sortiertiefe bei den Verpackungen aus dem „Gelben Sack“ zurückzuführen. Seit 2007 ist die separat ausgewiesene Aluminiummenge (nur Schrott, ohne Dosen) daher deutlich niedriger als in den Jahren davor, in denen die Dosen noch mitgerechnet wurden. Sie betrug 2012 13,86 t (0,08kg/EW), was eine Abnahme um 2,32 t gegenüber 2011 entspricht.

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Mengenentwicklung Pro-Kopf-Aufkommen Aluminium

Kabelreste, Messing, Blei, Zink, Kupfer und VA-Stahl
Ende 1993 wurde begonnen, in den Gemeinden Kabelreste, deren Kern aus Kupfer besteht, zu sammeln. 2012 wurden 17,90 t erfasst. Die anderen Buntmetalle wurden ab 2005 im Kreisrecyclinghof und ab 2006 gezielt in allen gemeindlichen Recyclinghöfen gesammelt, wobei für VAStahl in den Gemeinden keine gesonderten Behälter vorgehalten werden. 2012 wurden die neben stehenden Mengen erfasst. Obwohl diese verhältnismäßig gering sind wird Sortenreinheit ein hoher Erlös erzielt.
Metall Messing Blei Zink Zinn VA-Stahl Kupfer Kabelreste Gesamt t 3,58 0,66 0,55 0,03 1,43 1,08 17,90 25,23

mit ihnen wegen der

Elektro- und Elektronikgeräte
Zur Umsetzung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) ist der Landkreis Aschaffenburg ab dem 24. März 2006 verpflichtet, alle unter dieses Gesetz fallenden Elektro- und Elektronikgeräte zu sammeln und über eine Übergabestelle den Herstellern zuzuleiten, die die Geräte verwerten müssen. Nach dem ElektroG müssen die Geräte in den Gruppen Kühl- und Gefriergeräte, Haushaltsgroßgeräte und Ölradiatoren, IT- und Unterhaltungselektronikgeräte und Bildschirme, Haushaltskleingeräte sowie Leuchtstoffröhren getrennt erfasst und dokumentiert werden. Bild-schirme sowie IT- und Haushaltskleingeräte wurden vorher nicht als Wertstoffe erfasst, sondern als Rest- bzw. Sperrmüll beseitigt. Sie erhöhen nun nochmals die im Landkreis Aschaffenburg verwerteten Abfallmengen und damit die Recyclingquote.

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Die in der nebenstehenden Gerät Sammelsystem [t] ] [kg/E Tabelle blau hinterlegten W,a] ] Mengen der Haushalts- Kühlgeräte Straßensamml. 174,30 1,01 großgeräte und Ölradiatoren Bildschirme Kreis-RC-Hof, 301,38 1,75 sind unter dem Punkt Straßensamml. „Eisenmetalle“ bereits IT-u.URC-Höfe 272,78 1,58 aufgeführt, da der Landkreis Geräte diese selbst vermarktet. Um Kleingeräte RC-Höfe 210,48 1,22 die Gesamtmenge der nach Leuchtstoff- Problemabfalls. 3,89 0,02 ElektroG gesammelten Elek- lampen trogeräte aber auch bilan- Haushalts- Straßensamml., 263,11 1,53 zieren zu können, sind diese Großgeräte Kreis-RC-Hof hier nochmals aufgeführt. Ölradiatoren Straßensamml. 4,23 0,02 Leuchtstoffröhren wurden in Summe 1.230,17 7,14 der Vergangenheit zwar im Kapitel „Problemabfälle“ aufgeführt, in der Gesamtstatistik aber nicht berücksichtigt

Kunststoffe, Verbundstoffe
2012 wurden 4.170,02 t (24,20 kg/EW) Kunst- und Verbundstoffe aus Verpackungen erfasst. 4.136,06 t stammten aus der „Gelbe-Sack-Sammlung“, 33,96 t aus der separaten Styroporsammlung auf den Recyclinghöfen. Gegenüber 2011 sanken die gesamten Kunststoffmengen um 525,00 t. Dies steht im deutlichen Gegensatz zu den Mengensteigerungen der vergangenen Jahre. Dennoch werden weiterhin große Mengen dieser leichten Wertstoffe aus den Haushalten erfasst. Durch den Wettbewerb, der seit Anfang 2000 zugenommen hat, steht die kostengünstige Erfassung und Verwertung der Verpackungen im Vordergrund und nicht mehr deren Vermeidung.

Mengenentwicklung Pro-KopfAufkommen Kunststoffe und Verbundstoffe

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Styropor
2012 wurden über die Styroporsacksammlung auf den Recyclinghöfen 33,96 t (0,20 kg/EW) erfasst. Dies entspricht einer nur geringen Steigerung gegenüber 2011. .

Mengenentwicklung Pro-KopfAufkommen Styropor

Grünabfälle
2012 wurden im Kreisrecyclinghof 789,75 t Grünabfälle erfasst. Zusätzlich wurden bei den Grünabfallsammlungen in den Gemeinden im Frühjahr und Herbst 2012 497,86 t abgefahren. Die bei den gemeindlichen Sammelplätzen erfassten Mengen betrugen ca. 15.496,91 Tonnen. Die gesamte Grünabfallmenge überschritt die des Vorjahres um 521,46 t.
[t] ] [kg/EW,a] ] Hierbei ist zu beachten, dass die Sammelsystem Grünabfallsammlung 497,86 2,89 Grünabfallsammlung ab Juli 2012 89,95 neu organisiert wurde. Fast alle Sammel- und Shred- 15.496,91 derplätze der GeLandkreisgemeinden beteiligten meinden sich an einem von Landkreis Kreisrecyclinghof 789,75 4,58 organsierten Sammelsystem das Summe 16.784,52 97,42 es erstmalig erlaubte, alle hierüber erfassten Mengen zu wiegen. Die Schätzfehler der vergangenen Jahre können nun ausgeschlossen werden.

.

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Mengenentwicklung Pro-KopfAufkommen Grünabfälle

Biomüll

Mengenentwicklung Pro-KopfAufkommen Bioabfälle

2012 wurden 4.996,21 t Biomüll über die Biotonnenabfuhr erfasst, 19,63 t weniger als 2011. Mit 29,0 kg/EW blieb die Bioabfallmenge somit bei dem im Vorjahr erreichten hohen Wert.

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Holz
Alle Recyclinghöfe in den Sammelsystem [t] ] [kg/EW,a] ] Gemeinden sind mit Altholzsammlung 880,39 5,11 Containern für Altholz der Gemeindliche Recyclinghöfe 3.620,00 21,01 Gruppe AI bis AIII nach Kreisrecyclinghof 617,97 3,59 Altholzverordnung Summe 5.118,36 29,71 ausgestattet. Zusätzlich wird Altholz dieser Qualität wie Altmetall zweimal jährlich vor der Haustüre abgeholt. Die Sammelmenge sank 2012 gegenüber 2011 um 85,35 t, blieb mit 29,71 kg/EW nur gering unter dem Wert von 2011 mit 30,18 kg/EW.

Mengenentwicklung Pro-KopfAufkommen Holz

Fenster, Flachglas und A-IV Holz
Ab dem Jahr 2006 sind sämtliche gemeindliche Recyclinghöfe mit Containern zur Erfassung von Fenstern mit Rahmen und Flachglas ausgestattet. Das Glas wird herausgeschlagen und als Flachglas verwertet, die Fensterrahmen aus Holz, Metall und Kunststoff stofflich bzw. thermisch verwertet. Außerdem wurden in diesen Containern Hölzer der Gruppe A IV (z.B. Hölzer aus dem Außenbereich) nach Altholzverordnung gesammelt und thermisch verwertet. In 2012 stieg die Menge gegenüber 2011 um 71,22 t auf 1.683,29 t an.

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Mengenentwicklung Pro-KopfAufkommen Fenster und Flachglas

Bauschutt
2012 wurden 9.030,69 t Bauschutt in den gemeindlichen Bau- und Recyclinghöfen sowie dem Kreisrecyclinghof in haushaltsüblichen Kleinmengen gesammelt und verwertet, was einer Gesamtmenge von 52,42 kg pro Einwohner und Jahr und damit einer Abnahme um 571,42 t gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Mengenentwicklung Pro-Kopf-Aufkommen Bauschutt

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Textilien
Auch im Jahr 2012 wurden Alttextilien sowohl über Straßensammlungen in Säcken durch die caritativen Verbände und gewerbliche Sammler und andererseits über Textilcontainer der Firma FWS, Bremen und der CAJ ("FairWertung") erfasst. Insgesamt wurden 919,62 t gesammelt. Die Menge enthält allerdings auch Schuhe, die z. T. gemeinsam mit den Textilien gesammelt und nicht separat gewogen wurden. Dies entspricht einer Abnahme gegenüber dem Vorjahr um 128,29 t. Bei dieser Menge konnten jedoch die zahlreichen privaten Straßensammlungen nicht berücksichtigt werden, da hierüber keine vollständigen Sammeldaten erhältlich sind.

Mengenentwicklung Pro-KopfAufkommen Textilien

Schuhe
2012 wurden ca. 18,09 t Altschuhe separat in den Recyclinghöfen der Gemeinden erfasst und der Wiederverwertung zugeführt. Dies entspricht einer Zunahme um 10,05 t gegenüber 2011. Korken In den gemeindlichen Sammelstellen und Schulen wurden 2012 mit 0,73 t 70 kg mehr Korken als 2011 erfasst. CD´s Ende des Jahres 2000 wurde mit der Sammlung von CD´s, die aus dem hochwertigen Kunststoff Polycarbonat bestehen, begonnen. Seitdem werden in den meisten Recyclinghöfen auch EDV- und Musik-CD´s getrennt gesammelt und einer hochwertigen Verwertung zugeführt. Von den zunächst eingesammelten CD´s wurden etliche von interessierten Bürgern jedoch wieder aussortiert. Insgesamt wurden 2012 ca. 2,63 t CD´s einer Verwertung zugeführt, 210 kg weniger als 2011.

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Mengenentwicklung der getrennt erfassten CDs

PU-Schaumdosen
Seit einigen Jahren werden PU-Schaumdosen getrennt erfasst und einer Wiederverwertung zugeführt. Mittlerweile werden sie auf allen gemeindlichen Recyclinghöfen gesammelt. Im Jahr 2012 waren es insgesamt 1,54 t, 10 kg mehr als im Jahr 2011.

Menge der getrennt erfassten PU-Schaumdosen in kg

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Altreifen
Ab dem Jahr 2012 werden am Kreisrecyclinghof Altreifen in einem gesonderten Container erfasst und verwertet. 2012 konnten bereits 19,75 t gesammelt werden.

Tonerkartuschen
Seit 2008 werden auch Tonerkartuschen aus Druckern und Kopiergeräten in allen Recyclinghöfen separat eingesammelt und den Firmen Pelican und Interseroh zur Wiederverwertung übergeben. 2012 wurden 4,95t, also 1,65 t mehr als im Vorjahr an Tonerkartuschen eingesammelt.

Speisefett
Seit dem Jahr 2006 wurden in den Recyclinghöfen der Gemeinden und im Kreisrecyclinghof in speziellen Fässern flüssige Speiseöle und Fette angenommen. Diese werden von einer Spezialfirma zu Biodiesel weiter verarbeitet. Im Jahr 2012 wurden 7,51 t an Speisefett eingesammelt, 190 kg mehr als im Vorjahr.

Mengenentwicklung Speisefette

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Teil 3
Gesetzgeberische Maßgaben
In den letzten Jahren sind zahlreiche abfallrelevante Gesetze, Verordnungen und Satzungen neu in Kraft getreten bzw. wurden novelliert, so dass an dieser Stelle nur ein Überblick über die Gesetzeswerke gegeben werden kann: • • • • • • • • • • • • • • • • • •

Kreislaufwirtschaftsgesetz Altholzverordnung Bioabfallverordnung Batteriegesetz Altölverordnung Nachweisverordnung Entsorgungsfachbetriebeverordnung Beförderungserlaubnisverordnung Abfallverzeichnisverordnung Abfallverbringungsgesetz Verordnung über Betriebsbeauftragte für Abfall Klärschlammverordnung Verpackungsverordnung Verordnung über die Entsorgung gebrauchter halogenierter Lösemittel Deponieverordnung Altfahrzeugverordnung Elektro- und Elektronikgerätegesetz Bayerisches Abfallwirtschaftsgesetz

Ferner berühren andere Rechtsbereiche abfallwirtschaftliche Belange, z. B.: • • • • • Bundesimmissionsschutzgesetz Wasserhaushaltsgesetz Baugesetz Bodenschutzgesetz Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung.

und

Gesetze

Im nachfolgenden wird nur auf einige für den Landkreis Aschaffenburg wesentliche Neuerungen eingegangen.

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Kreislaufwirtschafts- und -Abfallgesetz
Am 07.10.1996 trat das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz in vollem Umfang in Kraft. Im Kreislaufwirtschaftsgesetz wurde geregelt, dass eine Vielzahl von Verordnungen bis Oktober 1996 zu erlassen waren, damit die nur grundlegend formulierten Zielbestimmungen des neuen Abfallrechts vollziehbar werden konnten. An deren Erlass war der Bundesrat zum Teil zu beteiligen. Kreislaufwirtschaftsgesetz Im Jahr 2011 wurde intensiv über den Entwurf eines neuen Abfallgesetzes diskutiert und gestritten. Letztendlich konnten sich Bundesrat und Bundestag über einen Vermittlungsausschuss über das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz einigen. Mit Wirkung vom 01.06.2012 trat das neue Kreislaufwirtschaftgesetz mit wichtigen Neuerungen in Kraft. Geändert wurden gegenüber dem bisherigen Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz der Abfallbegriff, die Verwertungshierarchie, die Einführung der Produktverantwortung sowie der Wegfall von Überlassungspflichten bei Abfällen zur Verwertung. § 6 Abs. 1 KrWG sieht eine neue fünfstufige Abfallhierarchie vor: • Vermeidung • Vorbereitung zur Wiederverwendung • Stoffliches Recycling • sonstige Verwertung, (insbesondere energetische), Verfüllung • Beseitigung Die Gebietskörperschaften (und somit auch der Landkreis Aschaffenburg) müssen nun prüfen, ob die bestehenden Entsorgungswege noch dem Hochwertigkeitsgebot des § 8 KrWG entsprechen. § 11 Abs. 1 KrWG: Neue Getrenntsammlungspflicht für Bioabfälle ab dem 01.01.2015 Bioabfälle, die einer Überlassungspflicht nach § 17 Absatz 1 unterliegen, sind spätestens ab dem 1. Januar 2015 getrennt zu sammeln. Für Kommunen, die bereits über eine Bioabfallsammlung verfügen, ist zu prüfen, ob der Anschlussgrad ausreicht, um die gesetzlichen Vorgaben nach Flächendeckung zu erfüllen. Die getrennte Bioabfallsammlung ist in das bestehende Abfallwirtschaftskonzept zu integrieren und insbesondere mit der Grünschnitterfassung zu harmonisieren. § 14 Abs. 1 KrWG: Getrenntsammlungsgebote für Papier, Metall, Kunststoff und Glas Zum Zweck des ordnungsgemäßen, schadlosen und hochwertigen Recyclings sind Papier-, Metall-, Kunststoff- und Glasabfälle spätestens ab dem 1. Januar 2015 getrennt zu sammeln, soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist. Dabei ist die Einhaltung der Recyclingquoten ab dem Jahre 2020 zu beachten (Siedlungsabfälle mind. 65 %, Bau- und Abbruchabfälle mind. 70 %). Eine separate Wertstofftonne schreibt das KrWG jedoch nicht vor. § 17 Abs. 1 KrWG: Konkretisierung der Eigenverwertung als Ausnahme von der grundsätzlichen Überlassungspflicht Die im Grunde unveränderte Überlassungspflicht von Siedlungsabfällen an den öffentlich rechtlichen Entsorger (ÖRE) wird hinsichtlich der Ausnahme der Eigenverwertung konkretisiert. Diese muss auf dem

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eigenen privaten Grundstück stattfinden. Gedacht ist diese Regelung vor allem für die Eigenkompostierer. § 17 Abs. 2 Nr. 4 u. Abs. 3 i.V.m § 3 Abs. 18 KrWG: Neuregelung der Zulässigkeit von gewerblichen Sammlungen Die Überlassungspflicht für Abfälle aus Haushaltungen gegenüber dem ÖRE besteht nicht für Abfälle, die durch gewerbliche Sammlung einer ordnungsgemäßen und schadlosen Verwertung zugeführt werden, soweit überwiegende öffentliche Interessen dieser Sammlung nicht entgegenstehen. Dies gilt nicht für gemischte Abfälle aus privaten Haushaltungen und gefährliche Abfälle. Mit dieser „Kompromissformel“ des Bundestages konnten die kommunalen Interessen weitestgehend durchgesetzt werden. Zunächst sind gemischte Haushaltsabfälle einer gewerblichen Sammlung nicht zugänglich. Somit verbleiben für diese nur die getrennt erfassbaren Abfälle wie Papier, Altkleider, Metalle, etc. Ob eine gewerbliche Sammlung zulässig ist, hängt im Wesentlichen davon ab, welche Erfassungssysteme und Entsorgungswege vom ÖRE bereits heute bereitgestellt oder geplant sind. Nur wenn die gewerbliche Sammlung wesentlich leistungsfähiger ist, kann diese erfolgen. Dennoch bietet diese Regelung keinen umfassenden Schutz vor gewerblichen Sammlungen. So ist es z. B. denkbar, dass gewerbliche Sammlungen im Holsystem ein bestehendes Bringsystem ersetzen könnten. § 53 KrWG: Anzeigepflicht für Sammler, Beförderer, Händler und Makler von Abfällen Bei nicht gefährlichen Abfällen gilt eine generelle Pflicht zur Anzeige der Tätigkeit als Sammler und Beförderer, aber auch als Händler und Makler von Abfällen. Unter die Anzeigepflicht fallen auch Entsorgungsfachbetriebe und Sammler, Beförderer, Händler und Makler von Abfällen im Rahmen freiwilliger, gesetzlich oder per Verordnung geregelter Rücknahme- und Rückgabesysteme (z.B. Altbatterien, Elektroaltgeräte). Befreit von der Anzeigepflicht sind lediglich Betriebe, die über eine Erlaubnis nach § 54 KrWG verfügen. Ab dem 01.06.2014 sind auch Unternehmen, bei denen im Rahmen ihrer Dienstleistung ungefährliche Abfälle anfallen und transportiert werden (z. B. Handwerksbetriebe) anzeigepflichtig. Erlaubnispflicht für Sammler, Beförderer, Händler und Makler von gefährlichen Abfällen ( § 54 KrWG) Bei gefährlichen Abfällen gilt auch künftig für Sammler, Beförderer, Händler und Makler eine Pflicht zur behördlichen Erlaubnis (bisher: Transportgenehmigung). Die bisher erteilten Transportgenehmigungen gelten (ggf. bis zur Beendigung ihrer Befristung) fort. Kennzeichnung der Fahrzeuge mit dem A-Schild (§ 55 KrWG) Sammler und Beförderer haben Fahrzeuge, mit denen sie gefährliche oder ungefährliche Abfälle in Ausübung ihrer Tätigkeit auf öffentlichen Straßen befördern, vor Antritt der Fahrt mit A-Schildern zu versehen. Nicht gemeint sind dabei die Fahrzeuge der Unternehmen, bei denen im Rahmen ihrer eigentlichen Tätigkeit Abfälle anfallen und transportiert werden (z.B. Handwerksbetriebe wie Dachdecker, Maler usw.). Anzeigepflicht für gemeinnützige und gewerbliche Sammlungen von Abfällen (§ 18 KrWG) Gemeinnützige und gewerbliche Sammlungen bei privaten

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Haushaltungen sind ab dem 01.06.2012 spätestens 3 Monate vor ihrem Beginn der zuständigen Behörde anzuzeigen.

Deponieverordnung
Zum 16.07.2009 trat die Verordnung über Deponien und Langzeitlager in Kraft und löste damit die alte Deponieverordnung ab. Darüber hinaus fasst die neue Deponieverordnung neben der alten Verordnung auch die Abfallablagerungsverordnung und die Deponieverwertungsverordnung sowie die technischen Anleitungen Abfall und Siedlungsabfall in einer Verordnung zusammen. Neben der größeren Übersichtlichkeit des neuen Regelwerkes wurde auch eine Reihe von Neuerungen aufgenommen, womit man den deponiebautechnischen Fortschritten der letzten Jahre Rechnung trug. So wird zukünftig die Ausgestaltung der Oberflächenabdichtung flexibler gehandhabt werden können, indem man die besonderen klimatischen Bedingungen berücksichtigen und z.B. eine Wasserhaushaltsschicht statt eines Dichtungselementes wie eine Kunststoffdichtungsbahn aufbringen kann. Die neue Deponieverordnung wird somit auch Auswirkungen auf die Kreismülldeponie in Stockstadt haben, da dort eine abschließende Oberflächenabdichtung noch aufzubringen ist, nachdem die Deponie seit Mitte der 90er Jahre Zug um Zug temporär mit einer mineralischen Dichtung abgedichtet wurde. Deponieabschnitt 4 der Kreismülldeponie, der derzeit qualifiziert stillgelegt ist, kann gemäß Bescheid der zuständigen Behörde, der Regierung von Unterfranken, unbefristet weiter betrieben werden. Dem Landkreis steht somit auf absehbare Zeit ausreichend Deponievolumen zur Verfügung, auch wenn der Wiederbetrieb des Abschnittes 4 derzeit nicht zur Diskussion steht, da die nicht brennbaren Abfälle aus dem Landkreis seit Juni 2005 auf die Deponie Rothmühle des Landkreises Schweinfurt gebracht werden. Auf Basis des alten Deponierechts wurden zahlreiche gemeindliche Erdaushubdeponien im Landkreis zum 15.07.2009 stillgelegt und mit der Rekultivierung begonnen, da diese Deponien die geologischen und hydrogeologischen Anforderungen an den Standort nicht erfüllen. Lediglich die Deponien in Laufach und Schöllkrippen werden weiter betrieben bzw. wurden erweitert. Bereits zum 01.12.2011 wurde die Deponieverordnung novelliert, wobei einige Unklarheiten und Fehler beseitigt und Anpassungen vorgenommen wurden. Der Grundtenor der Verordnung wurde aber nicht geändert. Am 01.05.2013 ist die zweite Verordnung zur Änderung der Deponieverordnung in Kraft getreten. Inhalte sind die ermöglichte Langzeitablagerung metallischer Quecksilberabfälle, die Langzeitablagerung von Asche aus der Klärschlammverbrennung zur späteren Rückgewinnung von Phosphor sowie die Anpassung an das europäische Deponiegesetz.

Abfallverzeichnisverordnung (AVV)
Nach der europäischen Abfallrahmenrichtlinie sollen Abfälle in einem Abfallverzeichnis aufgeführt werden. Jedes Land der EU ist aufgefordert, diese Vorgabe in nationales Recht umzusetzen. Am 10.12.2001 hatte daher der Bundesgesetzgeber die Abfallverzeichnisverordnung beschlossen. Die Verordnung bestimmt, wie Abfälle zu bezeichnen sind und wie die neuen Abfallbezeichnungen den jeweiligen Abfallarten zugeordnet werden müssen. Jeder Abfall erhält so seine bestimmte

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Abfallschlüsselnummer und eine dieser zugeordneten Abfallbezeichnung. Die Abfallschlüsselnummern werden EU-weit in gleicher Weise zugeordnet. Der alte europäische Abfallartenkatalog (EAK) wurde in die Abfallverzeichnisverordnung integriert. Außerdem ist in der AVV festgelegt, welche Abfälle gefährlich und welche nicht gefährlich sind.

Nachweisverordnung
Die Erzeuger, Besitzer, Sammler, Beförderer und Entsorger von gefährlichen Abfällen haben sowohl der zuständigen Behörde gegenüber als auch untereinander die ordnungsgemäße Entsorgung dieser Abfälle nachzuweisen. Dieser Nachweis wird mittels des Abfallnachweisverfahrens geführt, in dem die Zulässigkeit der vorgesehenen Entsorgung sowie die durchgeführte Entsorgung über Erklärungen des Abfallerzeugers, Beförderers und des Entsorgers bestätigt wird. Zum 01. April 2010 wurde das elektronische Nachweisverfahren eingeführt. Seit dem müssen die Entsorgungsnachweise, Sammelentsorgungsnachweise, Begleitscheine und die Register nachweispflichtiger Abfälle (gefährliche Abfälle) in elektronischer Form geführt werden. Ab dem 1. Februar 2011 ist die Nutzung der qualifizierten elektronischen Signatur im Nachweisverfahren anstelle der handschriftlichen Unterschrift auch für alle Abfallerzeuger und Abfallbeförderer verpflichtend. Ausgenommen von der elektronischen Nachweisführung (kurz: eANV) sind lediglich Übernahmescheine im Rahmen der Sammelentsorgung und Abfallerzeuger, bei denen jährlich nicht mehr als 2 t an gefährlichen Abfällen anfallen. Wie funktioniert die elektronische Nachweisführung? Verfahren und Inhalte des bisherigen Nachweisverfahrens hinsichtlich der Führung von Entsorgungsnachweisen und Begleitscheinen bleiben im Prinzip erhalten. Im elektronischen Nachweisverfahren werden die Formulare jedoch in elektronischer Form ausgetauscht. Die Unterzeichnung der elektronischen Formulare erfolgt mittels elektronischer Signatur, die die manuelle Unterschrift unter den Papierformularen ersetzt. Der Datenaustausch zwischen den Nachweispflichtigen und den Überwachungsbehörden erfolgt per Internet unter Verwendung von elektronischen Postfächern über die Zentrale Koordinierungsstelle Abfall (ZKS-Abfall). Die ZKS-Abfall ist damit die zentrale Datendrehscheibe für das elektronische Nachweisverfahren.

Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG)
Aufgrund einer EG-Richtlinie (WEEE) hätte bis 13.08.2004 eine bundesweite Verordnung erlassen werden müssen, die die Rücknahme und Verwertung von Elektro- und Elektronikaltgeräten regelt. Diese Verordnung muss zum Ziel haben, dass alle diese Geräte von den Endverbrauchern kostenlos zurückgegeben werden können. Wegen dem verspäteten Erlass des ElektroG wurden jedoch Übergangsfristen erlassen. Danach wurden die Gebietskörperschaften (Landkreise und

69

kreisfreie Städte) verpflichtet, ab dem 24. März 2006 für alle Elektro- und Elektronikschrottteile unentgeltliche Rücknahmesysteme anzubieten, während die Hersteller für die weitere Aufbereitung und Entsorgung aller Elektround Elektronikgeräte zuständig sind (geteilte Produktverantwortung). Pünktlich zum 24.03.2006 wurde ein auf den Landkreis Aschaffenburg abgestimmtes Erfassungssystem eingeführt, das bis heute reibungslos funktioniert und keiner Anpassung bedurfte. Erfasst werden dürfen Elektroaltgeräte ausschließlich durch öffentlichrechtliche Entsorgungsträger, Vertreiber und Hersteller. Die Rücknahme muss so erfolgen, dass eine spätere Wiederverwendung, Demontage und Verwertung nicht verhindert werden.

Batteriegesetz
Zum 1. Dezember 2009 trat das neue Batteriegesetz in Kraft und löste die seit 1998 geltende Batterieverordnung ab. Die Bundesregierung setzte hiermit die europäische Altbatterierichtlinie in nationales Recht um. Neben Grenzwerten für den Einsatz von Cadmium und Quecksilber beinhaltet das Gesetz erstmals verbindliche Rücknahmequoten für Geräte-Altbatterien und verpflichtet die am deutschen Markt tätigen Hersteller und Importeure, sich gegenüber einem nationalen Herstellerregister anzuzeigen. Seit dem Inkrafttreten der Batterieverordnung im Jahre 1998 liegt die Rücknahme- und Entsorgungsverantwortung für Altbatterien und Altakkumulatoren in Deutschland grundsätzlich in den Händen der Hersteller, Importeure und Vertreiber. Die Rücknahme der Altbatterien wird dabei weitgehend über den Handel abgewickelt. Für das Segment Gerätebatterien haben die Hersteller und Importeure ein eigenes Rücknahmesystem in Gestalt der Stiftung GRS (www.grs-batterien.de) aufgebaut. Kernstück der Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht ist das Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Batterien und Akkumulatoren (Batteriegesetz – BattG). Das Gesetz beschränkt den Einsatz von Quecksilber und Cadmium in Batterien und Akkumulatoren und legt für Gerätebatterien verbindliche Rücknahmequoten von 35% bis zum Jahr 2012 und 45% bis zum Jahr 2016 fest, die von den Herstellern und Importeuren über flächendeckend tätige Rücknahmesysteme erreicht werden müssen. Für Fahrzeug- und Industriebatterien werden die bewährten Rücknahmestrukturen des Handels beibehalten. Die korrekte Wahrnehmung dieser abfallwirtschaftlichen Produktverantwortung durch die Hersteller und Importeure wird über ein staatliches Herstellerregister abgesichert. Das Inverkehrbringen von Batterien und Akkumulatoren ist ab dem 1. Dezember 2009 nur noch Herstellern und Importeuren gestattet, die sich zuvor gegenüber dem beim Umweltbundesamt (www.umweltbundesamt.de) geführten Register angezeigt und dabei Angaben zur Wahrnehmung ihrer Produktverantwortung hinterlegt haben.

70

Bayerisches Abfallwirtschaftsgesetz
Mit Inkrafttreten des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes wurde das bayerische Abfallwirtschafts- und Altlastengesetz neu gefasst. Zum 01.03.1991 trat das neue Abfallwirtschaftsgesetz des Freistaats Bayern in Kraft. Dieses Gesetz sieht u.a. die Wertstofferfassung zwingend vor, z. B. mittels Einrichtung von Wertstoffhöfen (im Landkreis Aschaffenburg als Recyclinghöfe geläufig). Ferner werden die Gemeinden verpflichtet, die Landkreise entsprechend zu unterstützen. Aus diesen Veränderungen heraus resultieren Regelungen zwischen Gemeinden und Landkreis über die abfallwirtschaftliche Zusammenarbeit, die kurz als "Kostenübernahmerichtlinien" die Arbeitsgrundlage zwischen den Kommunen darstellen. Erstmalig wurde außerdem der Themenbereich Altlasten in einem Bayerischen Gesetz geregelt. Im Oktober 1996 wurde dieses Gesetz in Anpassung an das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz novelliert. Mit dem Erlass der bodenschutzrechtlichen Vorschriften im Jahr 1999 wurde die Problematik der Altlasten wieder aus dem Abfallwirtschaftsgesetz herausgenommen und im Bodenschutzrecht geregelt.

Abfallwirtschaftssatzung und Gebührensatzung des Landkreises Aschaffenburg
Am 30.10.1991 trat die novellierte Abfallwirtschaftssatzung des Landkreises Aschaffenburg in Kraft, die u. a. die Abfallvermeidung, die Zulassung der 35l-Tonne für jedes Grundstück ohne Personenbegrenzung, die Pflicht zur Abfallverwertung und das Abstellen von Abfällen und Wertstoffen neben Wertstoffcontainern regelte. Zum 01.01.1992 wurden der Müllgebühreneinzug und die Müllmarkenausgabe durch die Gemeinden übernommen, nachdem dies in der Vergangenheit die Banken für den Landkreis durchgeführt hatten. In einer Änderung der Satzung zum 01.04.1993 wurde die Möglichkeit der Nutzung einer Mülltonne durch zwei benachbarte Grundstücke aufgehoben. Zum 01.07.1993 wurden die Müllgebühren um 20% erhöht, nachdem die Gebühren bereits zum 01.01.1992 um fast 100 % angehoben worden waren. Zum 01.04.1994 mussten die Müllgebühren abermals erhöht werden, da die hohen Behandlungskosten des Abfalls im Gemeinschaftskraftwerk in Schweinfurt auch auf die Hausmüllgebühren durchschlugen. Neben den Gebührenerhöhungen wurde ferner festgelegt, dass Gewerbebetriebe, die weniger als 50 m³ oder 10 t Abfälle pro Jahr erzeugen, sich an die kommunale Müllabfuhr anschließen müssen. Als Datengrundlage diente hier der vereinfachte Entsorgungsnachweis. Dessen Auswertung ergab, dass ca. 180 Betriebe nur ca. 600 Tonnen Abfälle im Jahr zur Deponie anlieferten. Zum 01.01.1996 wurde eine zweigeteilte Gebührensatzung verabschiedet, da in der Gemeinde Stockstadt ab 01.01.1996 das Wiegesystem versuchsweise eingeführt wurde. Ebenfalls zum 01.01.1996 wurde der Müllgebühreneinzug von den Gemeinden zum Landkreis zurückverlagert und wird nun zentral im

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Landratsamt abgewickelt. Als Hauptgrund war, neben dem Auslaufen der Vereinbarung mit den Gemeinden, die landkreisweite Einführung der Verwiegung der Bio- und Restmülltonnen zu sehen, die sinnvollerweise nur zentral verwaltet werden kann. Zum 01.07.1997 trat für den gesamten Landkreis die modifizierte Gebührensatzung der Gemeinde Stockstadt und eine neue Abfallwirtschaftssatzung in Kraft. Wesentliche Neuerungen dieser Abfallsatzungen stellen die Regelungen zur Abfallverwiegung und die Anpassung an das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz dar. Aufgrund der Schließung der Deponie in Stockstadt mussten zum 01.01.1999 erstmals seit April 1994 die Hausmüllgebühren um 10% erhöht werden, nachdem die Gebühren seit 1994 sogar zweimal gesenkt werden konnten - einmal direkt, das andere Mal indirekt durch Einführung der Verwiegung der Restmüll- und Biomülltonnen. Da die Höhe der neuen Abfallgebühren des Wiegesystems nach den Ergebnissen des Versuches in der Gemeinde Stockstadt kalkuliert waren, war schon zu erwarten, dass sie geändert werden müssten, wenn die Gesamtsituation im Landkreis nicht völlig der in der Versuchsgemeinde entsprechen würde. Dies war schließlich auch der Fall. Da bis 1999 ein Defizit entstanden war mussten die Gebühren zum 1.1.2000 nochmals angehoben werden. Diese Erhöhung konnte zum 01.01.2002 teilweise rückgängig gemacht werden. Das Ergebnis einer Nachkalkulation ergab, dass das Defizit bis zum Ende des Jahres 2001 abgebaut war. Daher beschloss der Kreistag, die Gewichtsgebühren ab Januar 2002 zu reduzieren. Hierdurch wurde das Gesamtgebührenaufkommen um 4,4 Prozent gesenkt. Bis einschließlich 2004 blieb die Gebührenhöhe auf diesem Niveau. Die günstige Kosten- bzw. Erlössituation bei der Wertstoffentsorgung, der Neugestaltung der Altpapiererfassung und –entsorgung sowie geringere Entsorgungskosten beim Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt und höhere Einnahmen vom Dualen System Deutschland ermöglichten es, die Gebühren ab 2005 nochmals zu senken; diesmal um 11,7 %. Ab Januar 2008 konnte nochmals die Gewichtsgebühr für Bio- und Restmüll sowie die Grundgebühr für alle Restmüllbehälter gesenkt werden. Insgesamt wurden die Abfallgebühren zum 01.01.2008 nochmals um 8 % gesenkt und sind bis heute stabil geblieben. Am 13.12.2005 wurden die mit der Umsetzung des ElektroG verbundenen Neuerungen in die Abfallwirtschaftssatzung aufgenommen. Sie trat am 24.03.2006 in Kraft.

72

Anhang

73

Abfalldaten Haus- und Sperrmüll und verwertbare Abfälle für die Jahre 1993 – 2012
1993 Einwohnerzahl beseitigte Abfälle [t] * verwertete Abfälle [t] *2 Summe [t] Pro-Kopf-Aufkommen beseitigte Abfälle [kg] Pro-Kopf-Aufkomme verwertete Abfälle [kg] Pro-Kopf-Aufkommen Gesamtabfälle [kg] Reclingquote [%] ] 167.247 29.075,14 31.411,43 60.486,57 173,85 1994 168.118 26.755,58 37.725,47 64.481,05 159,15 1995 169.576 1996 171.156 1997 172.106 1998 172.783 1999 173.252 8.586,08 2000 173.880 8.930,50 51.647,58 60.578,08 51,36 2001 174.226 8.527,20 52.965,76 61.492,96 48,94 2002 174.702 8.371,93 53.198,85 61.570,78 47,92

27.220,00 26.251,12 16.452,60 13.834,62

43.270,07 44.229,61 51.038,18 50.359,40 47.004,18 70.490,07 70.480,73 67.490,78 64.194,02 55.590,26 160,52 153,38 95,60 80,07 49,56

187,81 361,66 51,93

224,40 383,55 58,51

255,17 415,69 61,38

258,42 411,80 62,76

296,55 392,15 75,62

291,46 371,53 78,45

271,31 320,87 84,55

297,03 348,39 85,26

304,01 352,95 86,13

304,51 352,43 86,40

2003 Einwohnerzahl beseitigte Abfälle [t] *1 verwertete Abfälle [t] *2 Summe [t] Pro-Kopf-Aufkommen beseitigte Abfälle [kg] Pro-Kopf-Aufkommen verwertete Abfälle [kg] Pro-Kopf-Aufkommen Gesamtabfälle [kg] Recyclingquote [%] ] 174.887 8.178,64 52.277,48 60.456,12 46,77

2004 175.218 8.496,47

2005 175.255 8.615,78

2006 174.843 8.811,35

2007 174.141 8.933,50

2008 173.946 9.013,05

2009 173.301 9.255,45 47.750,27 57.005,72 53,41

2010 172.722 9.228,97 56.071,78 65.300,75 53,43

2011 172.429 9.373,24 57.503,04 66.876,28 54,36

2012 172.292 9.292,33 57.093,86 66.386,19 53,93

50.193,77 51.522,73 54.176,54 52.774,37 52.053,33 58.690,24 60.138,51 62.987,89 61.707,87 61.066,38 48,49 49,16 50,40 51,30 51,83

298,92 345,69 86,47

286,46 334,95 85,52

293,99 343,21 85,67

309,86 360,26 86,01

303,06 354,36 85,52

299,25 351,02 85,24

275,53 328,94 83,76

324,64 378,07 85,87

333,49 387,85 85,98

331,38 385,31 86,00

*1

Haus- und Sperrmüll ohne Sonderabfälle aus Haushaltungen; *2 ohne Bauschutt

74

Pro-Kopf-Aufkommen
450 400 350 300
kg/EW,a

250 200 150
entsorgte Abfälle

100
verwertete Abfälle

50 0

Gesamtabfälle

Jahr

Vergleich des Aufkommens verwerteter, beseitigter und Gesamtabfälle in den Jahren 1991-2012 in kg/EW

75

Alle Wertstoffmengen insgesamt und als Pro-Kopf-Aufkommen von 1995 bis 2003
1997 t 5.650,07 15.337,74 3.761,96 2.860,91 535,87 14,78 14.006,91 4.298,29 4.368,76 63,54 28,78 107,47 1,14 1,96 6.965,00 40,47 7.319,00 42,36 8.728,50 50,38 0,01 1,54 0,01 2,05 0,01 0,01 1,03 0,01 1,26 0,01 2,50 7.764,95 0,01 44,66 1,57 8.044,00 0,01 46,17 1,94 9.448,54 0,01 54,08 2,14 8.877,61 0,01 50,76 0,62 140,41 0,81 150,40 0,87 3,52 0,17 2,34 0,01 -,--,-170,86 0,37 166,42 0,96 240,50 1,39 272,15 1,57 0,98 0,02 25,38 5.255,93 30,42 2.997,18 17,30 3.499,27 20,12 24,97 4.174,25 24,16 4.218,48 24,35 4.200,31 24,16 81,39 10.795,92 62,48 10.229,56 59,04 12.859,92 73,96 0,08 12,78 0,07 12,03 0,07 17,78 0,10 15,57 13.891,66 4.135,32 3.908,68 239,27 153,41 5,09 3,11 547,50 3,17 336,72 1,94 386,73 2,22 557,80 3,20 0,09 79,73 23,74 22,43 1,37 0,88 0,03 16,62 2.820,37 16,32 3.445,23 19,89 3.711,57 21,35 3.845,09 22,07 21,86 3.783,36 21,90 2.961,20 17,09 3.423,92 19,69 3.505,64 20,12 89,12 16.873,21 97,66 16.761,35 96,75 17.524,01 100,78 17.341,57 99,53 32,83 5.784,34 33,48 5.648,22 32,60 5.575,04 32,06 5.365,09 30,79 5.090,91 17.234,18 3.547,60 4.060,12 531,21 9,97 14.179,13 4.099,61 4.009,38 279,66 145,16 9,98 kg/EW,a t kg/EW,a t kg/EW,a t kg/EW,a t kg/EW,a t 1998 1999 2000 2001 2002 Kg/EW,a 29,14 98,65 20,31 23,24 3,04 0,06 81,16 23,47 22,95 1,60 0,83 0,06 t 4.710,00 2003 Kg/EW,a 26,93 16.579,74 94,80 3.335,65 3.829,17 596,30 5,69 19,07 21,90 3,41 0,03 14.554,53 83,22 4.132,26 4.041,14 312,04 126,50 11,49 23,63 23,11 1,78 0,72 0,07

1995

1996

t

kg/EW,a

t

kg/EW,a

Altglas

5.769,82

34,02

5.818,79

34,00

Altpapier

13.607,33

80,20

14.064,27

82,17

Altmetall

3.479,95

20,52

3.745,49

21,88

Kunststoffe

2.438,28

14,38

2.279,30

13,32

Textilien

445,42

2,63

914,38

5,34

Schuhe

15,79

0,09

12,46

0,07

Grünabfälle

12.751,62

75,20

13.589,00

79,40

Biomüll

676,48

3,99

416,62

2,43

Altholz

4.005,57

23,62

3.267,48

19,09

Fenster

29,30

0,17

33,02

0,19

Flachglas

21,76

0,13

24,62

0,14

Aluminium

26,10

0,15

62,33

0,36

Kabelreste

1,83

0,01

1,31

0,01

Korken

0,82

0,01

0,64

0,00

Bauschutt

4.766,00

28,11

4.676,00

27,32

E-Geräte

Sonstiges 58.003,18 337,01 57.678,40 333,83 55.732,68 321,69 59.412,53 341,69 61.009,76 350,18 62.676,32 358,76 61.155,09 349,68

Summe

48.036,07

283,23

48.905,71

285,74

76

Alle Wertstoffmengen insgesamt und als Pro-Kopf-Aufkommen von 2004 bis 2012
2006 t 5.130,66 16.183,83 2.357,21 13,48 1.968,44 11,30 2.114,20 12,15 2.458,11 14,18 2.203,76 12,76 2.071,45 12,01 92,56 16.429,71 94,35 16.393,94 94,25 16.020,66 92,44 15.804,63 91,50 29,34 4.945,18 28,40 4.564,54 26,24 3.176,35 18,33 4.705,70 27,24 4.658,34 27,02 kg/EW,a t Kg/EW,a t Kg/EW,a t Kg/EW,a t Kg/EW,a t Kg/EW,a t 4.671,76 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Kg/EW,a 27,12

2004

2005

t 28,55 89,14 14,20

kg/EW,a

t

kg/EW,a

Altglas

4.332,48

24,73

5.002,78

Altpapier

14.725,52

84,04

15.621,51

15.931,31 92,39 15.766,33 91,51 1.913,58 19,75 11,11 0,11 27,23 6,08 8,04 0,05 4.170,02 919,62 18,09 24,20 5,34 0,10 16.263,06 94,32 16.784,52 97,42

Altmetall

2.693,18

15,37

2.489,04

Altreifen 22,11 4,81 0,07 82,57 25,86 24,01 1,76 0,60 0,06 0,01 0,01 49,41 953,92 0,23 21,86 0,13 8,31 0,05 7,45 0,04 5,46 850,50 4,88 991,58 5,70 8.638,76 49,41 8.211,17 47,15 8.167,17 46,95 0,93 0,01 1,21 0,01 1,10 0,01 0,56 8.612,77 1.049,46 9,63 3,95 0,02 7,74 0,04 6,18 0,04 11,33 28,47 0,16 21,06 0,12 15,94 0,09 26,32 0,15 0,07 0,00 49,70 6,06 0,06 94,63 0,54 13,39 0,08 14,84 0,09 16,41 0,09 1.031,42 5,90 1.133,70 6,51 1.306,66 7,51 1.412,77 8,15 4.038,93 23,10 4.421,83 25,39 4.557,40 26,20 4.778,63 27,57 4.921,80 1.464,70 16,04 19,89 9,67 1,36 8.662,57 971,10 9,10 4.662,91 26,67 4.607,21 26,46 4.701,57 27,03 4.760,37 27,47 4.838,21 14.657,85 83,83 13.262,55 76,16 12.528,26 72,02 8.841,81 51,02 15.577,77 9,12 0,05 9,45 0,05 11,62 0,07 10,90 0,06 7,56 0,04 90,19 28,01 28,50 8,48 0,09 0,12 0,06 0,01 50,15 5,62 0,05 1.153,83 6,60 945,41 5,43 494,98 2,85 640,15 3,69 956,60 5,54 3.846,85 22,00 4.148,68 23,82 4.343,07 24,97 4.536,81 26,18 4.563,89 26,42 4.695,02 1.047,91

DSD-Kunststoffe

3.856,58

22,01

3.875,06

Textilien

657,42

3,75

843,05

Schuhe

8,32

0,05

12,66

Grünabfälle

14.941,18

85,27

14.471,55

Biomüll

4.495,67

25,66

4.532,59

5.015,84 5.203,71 1.612,07 16,18 17,62 9,61 0,66 9.602,11 937,23 14,99

29,09 30,18 9,35 0,09 0,10 0,06 0,00 55,69 5,44 0,09

4.996,21 5.118,36 1.683,29 13,86 17,90 7,33 0,73 9.030,69 961,94 30,57

29,00 29,71 9,77 0,08 0,10 0,04 0,00 52,42 5,58 0,18

Altholz

4.008,71

22,88

4.208,14

Fenster/Flachglas

300,74

1,72

307,74

Aluminium

132,16

0,75

105,77

Kabelreste

11,32

0,06

10,45

Buntmetalle

0,38

Korken

1,68

0,01

1,46

Bauschutt

8.939,51

51,02

8.659,15

E-Geräte

Sonstiges

28,81

0,16

40,55

Summe

59.133,28

337,48 60.181,88 343,40 62.815,13 359,27 60.985,54 350,21 60.220,50 346,20 56.363,04 325,23 64.734,35 374,79 67.105,15 389,18 66.124,55 383,79

Fenster und Flachglas werden ab 2003 gemeinsam erfasst Buntmetalle in 2005 sind Kupfer und Messing Buntmetalle ab 2006 sind Kupfer, Messing, Blei, Zink und VA-Stahl Aluminium bis 2006 inkl. Verpackungsaluminium, ab 2007 ausschließlich Nicht-Verpackungsaluminium E-Geräte: Mengen der Kühlgeräte, Leuchtstoffröhren, IT-u. Kleingeräte sowie Bildschirme; (HH-Großgeräte und Ölradiatoren bereits unter Altmetalle aufgeführt) Altreifen werden erst ab 2012 gesondert am Kreisrecyclinghof erfasst Sonstiges bis 24.03.2006: Teppichboden, E-Schrott, PU-Schaumdosen, CDs Sonstiges nach dem 24.03.2006: Teppichboden, PU-Schaumdosen, CDs, Speisefette Sonstiges ab 2007: PU-Schaumdosen, CDs, Speisefette Sonstiges ab 2012: PU-Schaumdosen, CDs, Speisefette, Mischkunststoffe

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