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Bericht der Vorprüfung

Full text: Bericht der Vorprüfung

Aufbau der Aula der Max-Taut-Schule
Verhandlungsverfahren (gem. VOF) Bericht der Vorprüfung

Verhandlungsverfahren mit Lösungsvorschlägen für die Planungsaufgabe gem. VOF, § 24 Aufbau der Aula der Max-Taut-Schule in Berlin-Lichtenberg zum multifunktionalen Veranstaltungsraum Bericht der Vorprüfung zur Sitzung des Auswahlgremiums am 06. Mai 2002

Berlin, Mai 2002

Herausgeber

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung - Kommunikation Württembergische Straße 6 10702 Berlin Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D sowie Architekturwerkstatt Behrenstraße 42 10117 Berlin Susanne Walter Bernd Hagelberg Katrin Grünert

Verfahrensdurchführung

Vorprüfer

Fotos, Bild- und Layoutbearbeitung

Inhalt
Vorlauf Einlieferung der Lösungsvorschläge Vollständigkeit der Beiträge Verfahren der Vorprüfung Sachverständige Gliederung der Einzelberichte Die fünf Einzelberichte Stellungnahme der Denkmalbehörden

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Bericht der Vorprüfung zur Sitzung des Auswahlgremiums am 06. Mai 2002 Vorlauf Zur Teilnahme am Verhandlungsverfahren mit Planungsleistungen wurden 5 Architektenbüros eingeladen. Diese wurden in einem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren durch ein unabhängiges Gremium ausgewählt. Die Verfahrensunterlagen wurden auf einem Ortsbesichtigungs- und Ausgabekolloquium am 05. März 2002 ausgegeben. Dabei wurde auf Wunsch der Bewerber die Frist für die Abgabe der Lösungsvorschläge um ca. 2 Wochen auf den 22. April 2002 verlängert. Außerdem wurde dem Wunsch entsprochen, die Bestandspläne mit Grundrissen und Schnitten außer in der Papierfassung auch als Pixel-Dateien auf CD kurzfristig nachgereicht zu erhalten. Auch wurden schriftliche Rückfragen binnen einer Woche zugelassen. Die Rückfragen und deren Beantwortungen wurden den Verfahrensbeteiligten am 14. März 2002 zugesandt. Mit gleicher Post erhielten die Mitglieder des Auswahlgremiums und Sachverständige einen relevanten Auszug aus dem restauratorischen Farbgutachten zu Aula und Foyer, wie ihn die Bewerber schon kurz zuvor zugesandt erhalten hatten. Einlieferung der Lösungsvorschläge Abgabetermin für die Planungen war Montag, der 22. April 2002. Alle 5 Beiträge wurden am 22. April 2002 abgegeben. Die Auftragsbewerber werden ihre Lösungsvorschläge selbst vorstellen, Anonymitätsvorkehrungen waren also nicht zu treffen. Eine Eingangsliste wurde geführt. Vollständigkeit der Beiträge Die Vollständigkeit der Beiträge wurde anhand Ziffer 1.08 des Verfahrenspapiers geprüft und gab hinsichtlich Beanstandungen den einen Anlass, dass in den Plänen des Büros Kahlfeldt sämtliche Raumbezeichnungen fehlen. Das vom Büro Arnke und Häntsch eingereichte Arbeitsmodell stellt keine auszuschließende Zusatzleistung dar, da eine solche Leistung mit der Rückfragenbeantwortung zugelassen wurde. Verfahren der Vorprüfung Die Lösungsvorschläge wurden in den Räumen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Behrenstraße 42, 10117 Berlin-Mitte, in der Zeit vom 22. April bis 05. Mai 2002 vorgeprüft. Leitfaden der Vorprüfung war die Checkliste für die Vorprüfung im Teil 4 Anhang des Verfahrenspapiers, die auf dem Kriterienkatalog des Auswahlgremiums unter Ziffer 3.08 des Verfahrenspapiers aufbaut. Die Ergebnisse der Vorprüfung sind in den nachfolgenden Berichten zu jedem Lösungsvorschlag als Entscheidungshilfe für das Auswahlgremium enthalten. Berechnungen waren von den Bewerbern als Leistung nicht verlangt worden. Die Büros Dudler sowie Hufnagel, Pütz, Rafaelian haben Berechnungen zum Raumprogramm eingereicht. Im Zuge der Gleichbehandlung der Bewerber nahm die Vorprüfung keine Nachoder Berechnungen vor. Größere Ausweitungen des historischen Raumangebotes wurden im Prüftext vermerkt.

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Sachverständige Für Montag, dem 29. April 2002, von ca. 10.00 bis 13.00 Uhr, war allen Sachverständigen im Verfahren Gelegenheit gegeben worden, die Lösungsvorschläge auf die von ihnen vertretenen Belange hin kennen zu lernen und zu überprüfen. Es waren erschienen: Frau Schramm vom Landesschulamt (Hausherr) Herr Henkel, SenStadt, Referat Soziale Stadt Herr Bergner, SenStadt, Projektvorbereitung und -prüfung Herr Dr. Dunger, Landesdenkmalamt Berlin Frau Blankenfeld, Untere Denkmalschutzbehörde Frau Kuhnert (nachbenannte Sachverständige), Leiterin Bau- und Wohnungsaufsichtsamt Lichtenberg Frau Langer, Bau- und Wohnungsaufsichtsamt Lichtenberg Herr Lang, Betroffenenvertretung Kaskelstraße Den Sachverständigen wurden die Lösungsvorschläge von den jeweiligen Vorprüfern vorgestellt, anschließend vertieften sich die Sachverständigen in die einzelnen Beiträge. Zu den denkmalpflegerischen Belangen wurde eine Stellungnahme eingereicht, die am Ende dieses Vorprüfberichts wiedergegeben wird. Die Sachverständigen für die weiteren Prüffelder möchten ihre Stellungnahmen dem Auswahlgremium vortragen. Gliederung der Einzelberichte Jeder Lösungsvorschlag wird von der Vorprüfung auf einer Doppelseite vorgestellt und geprüft. Die linke Seite zeigt in zwei Abbildungen typische Inhalte des jeweiligen Planungsbeitrags. Die rechte Seite enthält die Erläuterungs- und Prüfbemerkungen der Vorprüfer zu dem jeweiligen Lösungsvorschlag in der Gliederung der Checkliste für die Vorprüfung aus dem Teil 4 Anhang des Aufgabenstellungspapiers. Zitierungen aus dem Erläuterungsbericht der Planverfasser werden durch Anführungszeichen kenntlich gemacht. Berlin, 03. Mai 2002

Die fünf Einzelberichte

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Verfasser: Kahlfeldt Architekten, Berlin

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Lösungsvorschlag vom Büro Kahlfeldt Architekten

A Gestaltung Äußere Erschließung - Der historische Eingang wird beibehalten. - Das außenliegende Podest vorm Eingangsbereich wird abweichend von der historischen Form beidseitig mit Rampen versehen. - Auf der gesamten Breite der Aula erhält der Eingang ein Vordach oberhalb der Dachkonstruktion des Eingangsbereiches. - Die historischen Zufahrten in die Innenhöfe (mit Toren geschlossen) bleiben erhalten. Außenanlagen - Die Innenhöfe bilden eine homogene Fläche. - (Historisches Pflaster?) - Im EG bleiben historische Öffnungen zum Innenhof erhalten. - Die ehemaligen Trafostation wird abgerissen. (keine Aussage) Rekonstruktion der Aula - Beibehaltung der historischen Fassade im Sockelbereich, Austausch lediglich von schadhaften Klinkersteinen, um neu und alt sichtbar werden zu lassen. - Ummantelung der historischen Fassade oberhalb des Sockelbereichs durch eine Leichtbaufassade aus matt emaillierten Blechen. - Die Öffnung in der neuen Fassade sind eine Projektion der historischen Öffnungen. - Ergänzung des Baukörpers durch ein breites Dach zum Straßenraum. - Im Innenraum Beibehaltung der historischen sichtbaren Betonkonstruktion. - Das grafische Bild der durch den Bombenkrieg verborgenen Fenster wird als Erinnerung auf Vorhänge gedruckt und am Ort der historischen Fassade aufgehängt. - Keine detaillierten Angaben zu Materialien im Innenraum. - Der Bühnenraum behält seine historische Form. - Vergrößerung des Podestes im Vorbereich der Bühne. - Der Zuschauerraum ist durch eine absenkbare Trennwand teilbar (keine weiteren Angaben). - 313 Personen können im vorderen Saalbereich, 409 im hinteren Bereich des Saals und auf der Galerie 107 Personen untergebracht werden; insgesamt sind im Saal 829 Plätze vorhanden. - Hinzukommen Stehplätze seitlich im Zwischenraum zwischen neuer und historischer Fassade.

- Im Foyer bleibt die historische Raumform mit seitlichen Treppen zum Rang erhalten, ebenso die drei großen Oberlichter im Deckenbereich. - Garderoben werden ins Untergeschoss verlagert, anstelle der Garderoben vermutlich Bar, Info oder ähnliches. - Anbindung des Saals an das Foyer über höhere Türöffnungen. Integration von neuer Technik und Haustechnik: - Quellluftanlage, Frischluft wird über regelmäßig verteilte Bodenauslässe turbulenzarm dem Raum zugeführt, Abluft über Dach. Keine mechanische Lüftung möglich. - Neue Technikbereiche im Keller erforderlich. - Veranstaltungsraum mit Deckenstrahlheizung ausgestattet. Detailgestaltung: - Raumtrennung versenkbar, keine näheren Detailangaben. - Der Saalboden bleibt in der historischen Kubatur erhalten, eine ebene Fläche soll durch mobile Podeste geschaffen werden. - Oberhalb der vorhandenen Tragkonstruktion wird eine neue Deckenkonstruktion aufgebracht mit beweglichen Akustikelementen und Beleuchtungskörpern. - Verdunkelung durch bedruckte Vorhänge? B Funktionen Innere Erschließung - Die Haupterschließung für den Saal orientiert sich am historischen Konzept. - Zusätzlich ist es Rollstuhlfahrern möglich, den Rang über zwei Aufzüge zu erreichen. - Der Regieraum im 2. OG kann über zwei zusätzliche Treppen erreicht werden. Störungsfreiheit: - Die Mittelgänge sind nicht wie bei dem historischen Konzept durchlaufend, sondern verspringen. - Die Auffindbarkeit der Räume ist übersichtlich. Räumliche Organisation - Garderobe und WC‘s befinden sich im UG. (Raumhöhe?) - Die Zuordnung der übrigen Räume ist nicht prüfbar. - Der Bühnenraum behält die historische Kubatur. - Durch die neue Fassade im Bereich des Nöldnerplatzes kann der Regiebereich neu geordnet und großzügig gestaltet werden. - Auch das Foyer im Bereich des Rangs wird großzügig dimensioniert.

- Die optische Verkleinerbarkeit des Zuschauerraumes kann in Querrichtung (Halbierung des Saals) erfolgen, dann ist die Wegeführung nur seitlich entlang der Fassade möglich. - Veränderbarkeit des Saalbodens ist über mobile Podeste möglich, keine genauen Ausführungen. - Die Belichtung und Belüftung der Räume, die für einen längeren Aufenthalt bestimmt sind, erfolgt ausreichend über eine Quellluftanlage. - Innen- / Außenraumbeziehung über Anbindung des Saals an die Höfe über die historisch vorhandenen Öffnungen möglich. C Realisierbarkeit Programmerfüllung - Darstellung des Saaltrennmöglichkeit und Saaltopografie im M 1 : 20 fehlt. - Innenraumperspektive ohne Beleuchtung und Bühnentechnik dargestellt. - Die Grundrisse sind schwer prüfbar, keine Kennzeichnung der Räume. - Die Plausibilität des Raumprogramms ist nicht prüfbar. - Kein 2. Fkuchtweg im Bereich des neuen Ranges vorhanden. Einhaltung des Kostenrahmens: - Zusätzliche Maßnahmen in Form von neuer Fassade und Vordach. - Aufwendige Raumtrennung durch versenkbare Wand. - Aufwendige Haustechnik durch Quellluftanlage in Saal-, Foyer- und Bühnenbereich.

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Verfasser: Arnke und Häntsch, Berlin

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Lösungsvorschlag vom Büro Arnke + Häntsch

Leitideen „Weitgehender Erhalt bzw. Wiederherstellung der architektonischen Konzeption von Max Taut mit all ihren Ausstattungsmerkmalen.“ Nutzungserweiterung des Foyers, z.B. für Café und Ausstellungen, durch Verlegung der Garderobe und WC‘s in den Keller. Nutzungserweiterung des Saals durch Hubpodien im Vorbühnenbereich (Orchestergraben), durch ebene Absenkung des Rohfußbodens im hohen Parkettbereich für zwei ver- und ausfahrbare Tribünenblöcke mit hochfahrbaren Raumteilern an ihren Enden - „multiple choice“. A Gestaltung Äußere Erschließung - Historische Situationen beibehalten. Außenanlagen - Keine gestalterische Aussagen (außer: Osthof öffentlich als Biergarten / Caféerweiterung, Trafohaus als Lager, WC; Westhof gegen Eintritt für Events, z.B. Freiluftkino). Rekonstruktion der Aula - „Der von Tageslicht durchflutete Raumeindruck und die Ausstattung der Taut-Aula wird in Farb- und Materialwahl entsprechend der historischen Befunde wiederhergestellt.“ - Z.B. Plattenteilung der Unterdecke (jetzt schallschluckend), Kugelleuchten (plus Ergänzungsbeleuchtung), Verdunklungsvorhänge, Bodengefälle in den Gängen und unter dem Rang belassen. - Erdgeschossige Seitenbühnen mittels breiter Öffnungen, schließbar durch - offen schallreflektierende Holz-“Schals“. - Bühnenboden waagerecht. - Dreiseitige Arbeitsgalerie in Höhe 1. OG. - Vorbühnenausladung verdoppelbar, zwei Hubbühnensektionen, auch zur Herstellung eines Orchestergrabens. - Im Zuschauerraum Absenkung des hohen Parkettbereichs für Ebene auf - 80 cm gegenüber Foyer bzw. - 110 cm gegenüber Bühne. - Auf maximal 2/3 der Länge dieser Ebene zwei ver- und ausfahrbare Tribünenblöcke mit ein- oder zweireihig ausklappbaren Sitzen sowie mit hochfahrbarer, textiler, transluzenter Trennwand am Rücken der Tribünenblöcke. - Durch Verfahrbarkeit der Blöcke sind verschiedene Zuschauerzahlen gut auffangbar (im neuen Parkett maximal 551 Plätze gezeichnet, im Rang - rekonstruierte Klappsitze - 196, mithin maximal 747 Plätze).

- Die zusammengeschobenen Tribünenblöcke sollen sich mittels der Vorbühnenhubpodien in den Lagerraum unter der Bühne verfahren lassen. - Verstellbare, gläserne Schallleitsegel sollen den Blick auf die Decke nach historischem Vorbild möglichst wenig verstellen. - Eine neue Isolierglasschale nimmt die Sprossenteilung der Saalfenster auf; die früheren Scheibengardinen sollen durch Gläser mit umschaltbarer Glasoptik (von transparent bis milchig-weiß) ersetzt werden. Gestaltung des Foyers: - In ehemaligen Garderobennischen jetzt Bar bzw. Kassen, wieder hinter Tresen. - Unter den Rang-Treppen jetzt Treppen zu den verlegten Garderoben (-Schließfächern) und WC-Anlagen im Keller. - Möblierung des Foyers z.B. mit BistroStehtischen sowie Ausstellungssystem. - Keine wesentlichen baulichen Veränderungen. Integration von neuer Technik und Haustechnik: - Die Lüftungszentrale wurde unter das Foyer gelegt, jedoch relativ weit entfernt vom Saal und von diesem durch den neuen, nur niedrigen Garderobenbereich getrennt (wohl unterfahrende neue Bodenkanäle erforderlich). - Die historischen Bodenkanäle sollen herangezogen werden. - Im Keller werden weitere vier Technikräume von je ca. 24 - 30 qm angeboten. Detailgestaltung: - Saaltrennelement im Rücken der Tribüne, mittels Scherengestänge vollautomatisch hochfahrbar, beidseits aus schallabsorbierendem, mehrlagigem, mikroperforiertem, transluzentem Gewebe; Kopfplatte wie Tribüne aus Eichenholz hell. - Neuer ebener Saalboden ebenfalls Eiche hell („in Linoleum-Umgänge eingelegter Teppich“). - Weitere Raumelemente wie zuvor beschrieben. B Funktionen Innere Erschließung - Sie wurde weitgehend beibehalten; die ehem. Notstiegen für den Filmvorführer wurden zu notwendigen Treppenräumen aufgeweitet und sind damit auch Fluchttreppen vom Rang sowie aus dem KG. - Rollstuhlfahrer müssen Nebeneingänge benutzen und können die Garderobenschränke im KG mangels Aufzug nicht erreichen.

- Einen gewissen Störfaktor kann die Betretbarkeit der Saaltribünen nur von unten (vorn) darstellen. - Übersichtlichkeit ist beibehalten. Räumliche Organisation - Die An- und Zuordnung der Funktionsbereiche entspricht im wesentlichen der Historie. - Neu sind im Saal die ebene Nutzbarkeit, die Möglichkeit eines Orchestergrabens, eine alternative zentrale Bühnenlage, die „multiple choice“-Tribünen; im Foyer das Café sowie im Keller die Garderoben / WC‘s und die Konzentrierung der Technikräume. - Neue Raumdimensionierungen, soweit permanent, entstehen nicht. - Die optische Verkleinerbarkeit des Saals durch die hochfahrbare, textile Tribünenrückwand und die herunterfahrbaren, transparenten Schallsegel kann ganz der Raumfrequentierung folgen und verstellt die Raumarchitektur wenig. - Der nunmehr im Parkettbereich ebene Saalboden lässt mittels der Vorbühnenhubpodien und verfahrbaren Tribünen Veränderungen zu, darunter jedoch nicht die historische Neigung. - Die Belichtung aller Aufenthaltsräume ist gegeben. Die Belüftung des Saals ist noch näher zu erarbeiten (neue Lage der Zentrale). - Die Innen- / Außenbeziehungen halten sich an die Taut‘schen Vorgaben. C Realisierbarkeit Programmerfüllung - Die Leistungen sind erbracht. - Das Raumprogramm wurde plausibel umgesetzt. - Baurechtlich ist noch zu klären, ob für das Cafépersonal gesonderte WC-Anlagen und eine Aufenthaltsraum erforderlich sind und ob für Behinderte ein Aufzug in den Keller zu den Garderobenschränken gefordert wird. - Der Haupteingang sollte eine Rampe für Rollstuhlfahrer erhalten. - Der Kostenrahmen wird nach einer überschlägigen Berechnung eingehalten, schreiben die Verfasser. Sie setzen sich für eine sehr genaue Bau- und Ausstattungsbedarfsanalyse ein und sehen eine Kostenspannweite beim Automatisierungsgrad des „multiple choice“.

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Verfasser: Prof. HG Merz, Berlin

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Lösungsvorschlag vom Büro HG Merz

Leitideen „Das Konzept sieht eine weitest gehende Rekonstruierung nach Befund und Originalplanung vor, unter Einhaltung der Raumsequenzen. Die andienenden Funktionen erhalten strukturelle Neudefinitionen.“ Nutzungserweiterung des Saals durch Raster von „Grob“- und „Fein“-Hubpodien im hohen Parkettbereich. Optische Saalverkleinerung durch Stoffbahnen. A Gestaltung Äußere Erschließung - Historische Situation gestärkt durch Vorfelderweiterung mittels Straßenpflasteranhebung sowie Eingangsrampen für Rollstuhlfahrer. Außenanlagen - Gemäß Taut‘scher Planung werden die Höfe gleichmäßig mit Natursteinpflaster befestigt. - Eingelassene Metalllinien folgen den Gebäudeschwüngen. - Bewegliche Behälter mit filigranen Großsträuchern, farbverschieden nach Jahreszeiten, strukturieren diese Räume. - Trafo in den Hauskeller verlegt; -häuschen beseitigt. Rekonstruktion der Aula - Weitgehende Rekonstruktion, z.B. Deckenfeldraster, Fensterteilung, Farben, historisches Bodengefälle herstellbar, bzw. sogar stärkende Neuinterpretation: Hubpodienraster ist identische mit Deckenfeldraster. - Erdgeschossige Seitenbühnen mit mittelgroßen Öffnungen geschaffen. - In Hauptbühne schieb- und drehbare Akustikwand. - Ebener Bühnenboden; feste Vergrößerung der Vorbühne zuzüglich beweglicher mittels Hubpodest, auch für Orchestergraben. Gestaltung des Zuschauerraums: - Im hohen Parkettbereich 30 größere und darauf 170 kleinere Hubpodeste zur Variabilität vom seinerzeitigen geneigten Saalboden über ebenem Boden bis zur Zuschauertribüne (max. Hubhöhe 160 cm). - Unter der kassettierten Decke (gem. Historie) abgehängte Schallreflektoren. - Unter den Bindern, auch quer zu diesen, Schienen für transluzente Vorhänge zur optischen Verkleinerung des Raumes. - Beleuchtungstechnik als im Deckenbereich beschrieben, aber nicht dargestellt. - Im nach Materialität und Farben weitgehend rekonstruiertem Foyer Einbau von zwei eigenständigen Treppen zu den in das

KG verlegten WC-Anlagen. - Zonen beidseits des Foyers entkernt für großzügiges Café sowie Mehrzweckraum. Integration von neuer Technik und Haustechnik: - Die haustechnischen Räume wurden überwiegend unter dem Foyerbereich angeordnet, so jetzt auch die Lüftungszentrale mit direktem Anschluss an das frühere Luftkanalsystem. Detailgestaltung: - Raumverkleinerungsvorhänge zweilagig, außen weiß transluzent, innen beige transparent, an Schienen verfahrbar, jedoch nicht zum Hochziehen beschrieben. - Das Material wird als eine Interpretation der früheren Gardinen und Vorhänge gesehen. - Sonnenschutz nunmehr aus innenliegenden alu-beschichtetem, reflektierendem Gewebe; Verdunkelung mittels Rollos, beides motorisch gesteuert. - Weiter Raumelemente wie zuvor beschrieben. B Funktionen Innere Erschließung - Sie wurde weitgehend beibehalten, bleibt damit weitgehend übersichtlich und störungsfrei, von der Betretbarkeit hochausgefahrener Zuschauertribüne von unten (vorn) einmal abgesehen. - Im 2. OG des Südflügels wurde ein Treppenraum zum Raum für die Technische Leitung umgeplant. - Die Spindeltreppen zu den Regieräumen sind nur von der Galerie aus zugänglich. - Von ihr und aus den Regieräumen führen zweite Fluchtwege jetzt über beide Vordächer zu neuen Außenfluchttreppen vor dem Schul-Südflügel. Räumliche Organisation - Die An- und Zuordnung der Funktionsbereiche entspricht im wesentlichen der Historie. - Neu sind im Saal die zusätzlich ebene wie auch tribünenartige Nutzbarkeit des Bodens und die Möglichkeit eines Orchestergrabens. - Beidseits des Foyers ist die Entkernung zugunsten größerer Räume für das Café und Seminare etc. neu; im Keller unter dem Foyer sind es die Anordnung der Lüftungszentrale und der Besucher-WC‘s. - Im EG hinter der Bühne wurden zwei Räume der Schule für die Werkstatt und den Personalraum Technik hinzugenommen.

- Wesentliche neue Raumdimensionierungen, soweit permanent, entstehen nicht. - Die raumhohe und den jeweiligen Zuschauerbereich ganz umschließende textile Abgrenzung erscheint in innenarchitektonischer und akustischer Hinsicht noch näher zu überprüfen zu sein. - Andere Nutzungen des Saals als diejenige mit Guckkastenbühne wurden nicht dargestellt. - Die Belichtung aller Aufenthaltsräume ist gegeben. - Die Belüftung des Saals geht von einer Klimaanlage aus. - Deren Zentrale wäre derzeit mit max. 2 m lichter Höhe niedrig und zudem mit einigen mittigen Stützen besetzt. - Die vorhandenen, randlagigen Bodenkanäle werden sowohl für den Frischlufttransport als auch für die Klimakanäle benutzt. - Die Innen- / Außenbeziehungen halten sich an die Taut‘schen Vorgaben. - Die gestalteten Höfe können zu den Veranstaltungen und dem Café genutzt werden. C Realisierbarkeit Programmerfüllung - Die Leistungen sind erbracht. - Das Raumprogramm wurde plausibel umgesetzt unter Heranziehung von zwei ca. 30 qm großen Räumen im EG sowie einer Treppenraumebene im 2. OG aus dem Schulbereich (Südflügel). - Baurechtlich ist die Stichflurlänge zu beurteilen, die durch die o.g. Kappung des Treppenraums entsteht. - Der Kostenrahmen wird vom Verfasser als eng vorstrukturiert bezeichnet und er schlägt vor, die raumbildenden Elemente, Grobtopografie, Feintopografie je nach Betreiber und Anspruch auszubauen. - Zur Aufnahme technischer Ausstattungen an der Saaldecke hält der Verfasser Ertüchtigungsmaßnahmen an den Bindern für notwendig, wozu deren Verstärkung mit Kohlefaser denkbar sei. (Diese Methode wurde vom Statik-Gutachter als kostenaufwändig geschildert.) - Das ressourcenschonende Klimakonzept (s. Erläuterungsbericht) ermögliche, die Betriebskosten so gering als möglich zu halten.

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Verfasser: Hufnagel, Pütz, Rafaelian, Berlin

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Lösungsvorschlag vom Büro Hufnagel, Pütz, Rafaelian

Leitideen „Ziel ist, bei der Umgestaltung der Aula in einen multifunktionalen Veranstaltungsort die Faszination der Ruine als einen besonderen Ort - ähnlich alten Industriearchitek-turen, in denen sich heute Kultur einrichtet... - spürbar bleiben zu lassen.“ Schaffung eines zusätzlichen Kleinen Saals aus dem Bühneraum und / oder des dahinter geöffneten Bereichs. Weitreichende Verwendung von Metallgewebe. Z.B. für die black-box im Kleinen Saal, für den aufgeständerten ebenen Boden im Großen Saal, für bewegliche Multifunktionsbehälter und die Verdunkelungsvorhänge dort, für die Staubdecken im Foyer. Zur Flexibilität im Großen Saal bewegliche Teleskoptribünen und Multifunktionsbehälter (s. später), Hubpodien im Vorbühnenbereich. A Gestaltung Äußere Erschließung - Historische Situation zuzüglich Behindertenrampen und Zugängen zum Kleinen Saal über die Höfe (‚bei Bedarf‘). Außenanlagen - Innenhöfe als grün beschrieben und für Biergarten / Café sowie Sommerbühne gedacht. - Trafostation in den Keller verlegt, zum bisherigen Hofgebäude keine Aussage. Rekonstruktion der Aula - „Außen denkmalgerechte Wiederherstellung. Für das Innere steht die Wiederherstellung des Originalzustands nicht im Vordergrund. ...Originale Details und Materialien werden gesichert und in besonderen Bereichen, z.B. Windfang oder Empore, ergänzt... Originalbefunde an Putz und Farbflächen werden konserviert, ansonsten werden die Oberflächen gereinigt und in ihrer vorhandenen Materialität belassen... Die Materialität der unterschiedlich strukturierten Metallgewebe ist das verbindende Element des neuen Gesamtentwurfs innerhalb der dreiteiligen räumlichen Sequenz.“ Integration von neuen Elementen - Im Bühnenraum Ersatz der Rückwand durch zweischalige Faltwand (ohne Koffer) für neuen Kleinen Saal. - Deshalb auch Klapptorwand im Bühnenloch. - Bühnenportalanlage und Beleuchtungsgalerie. - Öffnung zu Seitenbühnen bzw. wahlweise Foyers zum Kleinen Saal. - Ebener, fester Bühnenboden. - Im großen Vorbühnenbereich Hubbühne als Bühnenaufzug und Orchestergraben sowie Hubpodien.

- Im Zuschauerraum im hohen Parkettbereich permanent aufgeständerter ebener Metallgewebeboden z.B. zur Aufnahme von Medienanschlüssen, Heizung, Technik für Lichtboden, z.B. bei Ausstellungen, Schallschluckmaterial. - Mobile, gleichgeformte Metallgewebe-Kuben als Multifunktionsbehälter für Raumteiler, Leuchtkörper, Garderobenschrank, Schallschutz, Stellwand für Ausstellungen, Tribünenhafen, mit aufsteckbarem Beleuchtungsgerüst. - Deckenplatten - ohne Rohdecke - auch zur Schallabsorbtion aus Heraklith. - Metallgewebevorhänge zur Verdunkelung. - Im Foyer neue Treppen unter den vorhandenen Läufen zu den verlegten WC-Anlagen im KG, Tresen durchleuchtet, Lichtdeckenfelder mit Bespannung aus variierend bronzenem Geflecht, filigrane Sesselskulpturen aus vernikkeltem Metallgewebe (von Shiro Kuramatra). Integration von neuer Technik und Haustechnik: - Der Sonderfachmann schreibt: „Lediglich bei ungünstigen Wetterverhältnissen sowie einer hohen Anzahl von Personen im Gebäude kann die mechanische Teilklimaanlage in Betrieb genommen werden... Der Große Saal, der Kleine Saal sowie Foyer / Cafeteria erhalten eigene raumlufttechnische Anlagen, letztgenannte kann dem Nutzerausbau zugeordnet werden.“ - Verlegung der Lüftungszentrale - bei vielfältigem Anschluss an das vorhandene Luftkanalsystem - in einen großen, stützenarmen, z.Z. teils nicht unterkellerten KG-Bereich. - Der Ansaugpunkt für Frischluft ist unklar. - Im KG auch alle anderen technischen Zentralen. - Grundheizung z.B. im Gitterrost-Saalboden. - Niedrigtemperaturtechnik und für günstigen Tarif Nutzung von Fernwärme-Rücklauf empfohlen. Detailgestaltung: - Trennmöglichkeit des Zuschauerraums durch die beweglichen, ca. 3 m hohen Multifunktionsbehälter beschrieben, jedoch primär am gleichen Ort zwischen aufgeständertem neuen ebenen Boden und den in der Neigung belassenen Umgängen dargestellt. - Weitere gewisse Raumtrennung durch verschieden aufstell- und -ausfahrbare Teleskoptribünen. - Neuer Saalboden im Parkettbereich nicht veränderbar gedacht, außer im Vorbühnenbereich. - Akustikmaßnahmen wie zuvor beschrieben. - Verdunkelung und Deckengestaltung wie

zuvor beschrieben. B Funktionen Innere Erschließung - Das frühere Erschließungssystem wurde im Prinzip beibehalten bei Heranziehung der Saalseitengänge und Seitenbühnen zur Erschließung des neuen Kleinen Saals. - In diesem Zuge auch Verbindungsräume zwischen Saalseitengängen und Nebenraumzonen des Foyers, die Verbindungsräume stellen eine wenig attraktive Übererschließung dar. - Störungsfreiheit wäre bei zeitgleichen Veranstaltungen in den Sälen nicht gegeben. - Übersichtlich erscheinen die Wege zum Kleinen Saal am ehesten noch über die Höfe. Räumliche Organisation - Die An- und Zuordnung der Funktionsbereiche folgt im wesentlichen der Tradition. - Die Einfügung des Kleinen Saals führt zu einer „Vertreibung“ von Programmräumen, z.B. in den neuen Keller unter dem Saal. - Bei den Raumzuschnitten erscheinen die Künstlergarderoben im 2. OG beengt und untererschlossen. - Die optische Verkleinerbarkeit des Zuschauerraums sowie die (Nicht-) Veränderbarkeit des Saalbodens wurden unter A Gestaltung beschrieben. - Die Belichtung und Belüftung von Aufenthaltsräumen erscheint bei den Personalräumen Technik und Küche unzulänglich. - Die Innen- / Außenbeziehungen übernehmen die Taut‘schen Vorgaben, wobei die Höfe jetzt als grün beschrieben werden. C Realisierbarkeit Programmerfüllung - Die Leistungen sind erbracht. - Das Raumprogramm wurde plausibel umgesetzt bei einer nicht unerheblichen Kellererweiterung, zu der das Zusatzangebot eines Kleinen Saals im EG beiträgt. - Baurechtlich wird festgestellt, dass Rollstuhlfahrer den Kleinen Saal bisher nicht stufenlos erreichen können. - Die Einhaltung des Kostenrahmens sehen die Verfasser über eine punktuelle Konservierung einzelner Bauteile und Raumbereiche, wenige Eingriffe in die Bausubstanz, einfachen technischen Ausbau und eine zeitliche Staffelung der Sanierung als möglich an. - Dagegen sprechen die neuen Kellerräume und die Erläuterungen des Sonderfachmanns für das Tragwerk zu den erforderlichen Maßnahmen zum Bau des Orchestergrabens im Grundwasser.

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Verfasser: Max Dudler, Berlin

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Lösungsvorschlag vom Büro Max Dudler

A Gestaltung Äußere Erschließung - Der historische Eingang wird beibehalten. - Das außenliegende Podest vorm Eingangsbereich wird abweichend von der historischen Form beidseitig mit Rampen versehen. - Die historischen Zufahrten in die Innenhöfe bleiben (mit Toren geschlossen) erhalten. Außenanlagen - Innenhöfe homogene Fläche mit historischem Pflaster versehen. - Im EG bleiben die historischen Öffnungen zum Innenhof erhalten. - Die Trafostation wird umgenutzt als Jugendraum und -café. (Im Plan nicht dargestellt.) Rekonstruktion der Aula - Die äußere Kubatur der Aula bleibt im historischen Erscheinungsbild erhalten und wird rekonstruiert. - Die einzige Änderung bezieht sich auf die Dachhaut, die mit Zinkblech versehen wird. Innenraum: - Der Eingangsbereich und das Foyer werden rekonstruiert. - Die Tragkonstruktion wird ebenfalls in der historischen Form rekonstruiert. - Die Saaldecke wird in den beiden äußeren Achsen wieder hergestellt und mit akustisch wirksamen Paneelen und den historischen Kugelleuchten versehen. - In den eingeschossigen Bereichen (seitlich) bleibt die historische Saalneigung erhalten. - Foyerbereich wird mit der materiellen Gestaltung rekonstruiert, der Saalbereich wird punktuell mit historischen Materialien ausgestattet, dazu gehören Linoleum und Vorhänge im Bereich der Fenster. - Der Rang soll seine historische Bestuhlung zurückerhalten. - Das Foyer, Saal und Rang werden farblich rekonstruiert. - Der Bühnenraum bleibt in seiner historischen Form erhalten, seitlich werden größere Öffnungen für Kulissen vorgesehen. - Durch die Teilung der beidseitig angeordneten Räume entsteht eine Art „Schleuse“. - Die Vorbühne kann durch Streifenpodien erweitert werden. - Eine zentrale Bühne in Raummitte ist möglich (ansteigendes Gestühl Im Bühnenraum möglich). - Der Zuschauerraum ist durch raumhohe, bedruckte aus der Decke absenkbare Vorhänge teilbar. Im Bereich der Vorbühne ist die Integration in die Deckenkons-truktion schwierig.)

- 578 Sitzplätze sind im Saal untergebracht, abgetrennter Saal 152 Zuschauer, im Rang 192 Sitzplätze, zusätzliche 31 Sitzplätze zwischen den Pfeilern. - Die Sitzreihen sind in fünf Blöcken untergebracht. - Der Zuschauerraum einschließlich des Bühnenraums weist eine hohe Flexibilität auf. - Kasse und dahinterliegende Bar sind beidseitig des Eingangs angeordnet. - Das Foyer kann beidseitig des Eingangs durch Vorhänge für kleinere Veranstaltungen abgetrennt werden. - Bestimmend für den Raumeindruck ist die neue Möblierung mit Sitzgruppen. Integration von Neuer Technik und Haustechnik: - Die alten Lüftungskanäle werden weitgehend weitergenutzt, eine neue Lüftungsanlage ist unterhalb des Foyers angeordnet. - Der Saal wird über eine Fußbodenheizung und Heizkörper in den Nischen beheizt. - Der Saal im mittleren Bereich erhält eine neue Lichtdecke als Grundbeleuchtung, diese setzt sich an der hinteren Saalwand fort. - Sechs Felder sind als mobile Deckenelemente gestaltet (zusätzliche Beleuchtung). - Über der Staubdecke wird die Technik mit Punktzügen, Entrauchung, Abluft usw. untergebracht. Detailgestaltung: - Die Trennmöglichkeit des Zuschauerraums ist mit elektrisch hochziehbaren, raumhohen Vorhängen (im hochgezogenen Zustand deckenbündig) möglich. - Veränderbarkeit des Saalbodens: sehr flexible Möglichkeiten. Im Mittelbereich des Saals wird ein komplett neuer, horizontaler Betonboden auf dem Niveau von ca. - 1,10 m eingebracht. Bühne und Vorbühne können ebenfalls auf dieses Niveau abgesenkt werden. - Auf der Betonplatte können Teleskoptribünenelemente ausgefahren werden. Historische Bodenneigung herstellbar. Teleskoptribüne kann als zusammengeschobenes Paket auf Bodenniveau versenkt werden. - Eine weitere Theatersteigung kann auf diesem Element ausgefahren werden. Im zusammengestellten Zustand als Möbel unterhalb der Tribüne. - Akustikmaßnahmen: Holzverkleidung oberhalb des Rangs in Saalrückenwand, Schallsegel (nicht erkennbar), Akustikpaneel in Wand und Decke. - Verdunkelung: Vorhänge. - Deckengestaltung: zwischen den Unter-

zügen ebene Fläche, dominant die Lichtdecke im mittleren Saalbereich. B Funktionen Innere Erschließung - Die Haupterschließung für den Saal orientiert sich am historischen Konzept. - Zusätzliche Treppenhäuser gibt es beidseitig des Foyers. - Die Mittelgänge im Saal sind nicht wie bei dem historischen Konzept von den Türen aus durchgängig zu erreichen. - Die Auffindbarkeit der Räume ist übersichtlich. Räumliche Organisation - Die Anordnung und Zuordnung der Funktionsbereiche ist plausibel. - Ton- und Lichtregie ist auseinandergezogen und in drei Räumen untergebracht. - Raumzuschnitte sind in Anlehnung an das vorgegebene Raumprogramm dimensioniert. - Garderobe eindeutig zu klein. - Die Verkleinerbarkeit des Zuschauerraums ist optisch durch Vorhänge möglich, räumliche Wirkung durch die raumhohen Vorhänge fraglich. Veränderbarkeit des Saalbodens - sehr flexibel, damit verbunden eine aufwendige Konstruktion. - Die Teleskoptribünenelemente, die im zusammengeschobenen Zustand unter dem Rang stehen, versperren nicht nur optisch die Zugänglichkeit des Saals. Belichtung und Belüftung der Räume, die für einen längeren Aufenthalt bestimmt sind, sind ausreichend möglich, soweit ersichtlich. - Saal wird über Lüftungsanlage versorgt, die Zuluft wird in den Innenhöfen angesogen und über Quellaustritte und Düsen in den Saal abgegeben, die Abluft wird über Decke und Dach nach draußen geführt. Innen- / Außenbeziehungen über Anbindung des Saals an die Höfe über die historisch vorhandenen Öffnungen möglich. C Realisierbarkeit Programmerfüllung - Die Leistungen sind erbracht. - Die Plausibilität des Raumprogramms ist nachgewiesen. - Das Baurecht ist soweit ersichtlich eingehalten. - Einhaltung des Kostenrahmens: aufwendige Lösung im Bereich der Teleskoptribüne und im mittleren Saalbereich durch die Installation einer neuen Lichtdecke.

Bericht der Vorprüfung

Verhandlungsverfahren Wiederaufbau der Max-Taut-Schul-Aula Stellungnahme der Denkmalbehörden (LDA und UDSchBeh Lichtenberg) zu den eingereichten Arbeiten der 5 Büros Arnke + Häntsch Aus Denkmalpflege-Sicht in allen Punkten akzeptabel. Besonders hervorzuheben die denkmalgerechte Lösung der Saaltrennung (einschließlich akustisch abschirmender Funktion). Das denkmalpflegerische Konzept erscheint hier insgesamt überzeugend und es werden bis auf die Lösung mit den außenliegenden Fluchttreppen keine Bedenken vorgetragen. Aus denkmalpflegerischer Sicht anerkennenswert erscheint uns hier das ästhetische wie das denkmalpflegerische Konzept mit der Idee der Integration und Konservierung von Teilen der Originalsubstanz in ihrem derzeit ruinösen Zustand. Fragwürdig erscheint uns die bauliche Lösung für den Nutzungsvorschlag des Bühnenraumes als Veranstaltungsort und die Lösung seiner Abgrenzung. Auf Grund ihrer Dimensionierung erscheinen allerdings die vorgesehenen Kuben um einiges zu prägnant im Raum. Sie geben dadurch dem Raum ein u.E. zu „technizistisches“ Ambiente und verfremden auf diese Weise die Taut‘sche Raumqualität. Aus denkmalpflegerischer Sicht wird das Konzept, das die Absicht verfolgt den Denkmalbestand zu schützen, indem man eine äußere Schale darüber zieht, hier anerkannt, ebenso, dass diese Schale sich in der Formsprache der Jetztzeit präsentiert. Die hier gewählte Metallverblendung erscheint uns gerade in der Hauptansichtsfront allerdings zu sehr als neu hinzugefügter Baukörper, da seine geschlossene Hülle den Originalbestand nach außen vollkommen verdeckt. Ebenso erscheint uns anders als im Erläuterungsbericht dargestellt, das hier vorgesehene Vordach weniger als Verdeutlichung des von Taut zum Platz hin entwickelten Bogenschwunges, sondern als seine Verunklärung desselben. Ebenso bleibt die Vergrößerung des Baukörpers im 1. OG der Hoffronten nicht ohne Konsequenzen auf die Hofgeometrie. Als nicht akzeptable Überformung der Architektursprache Tauts wird die dargestellte Veränderung der Öffnungen der Saalzugangstüren gesehen. In die funktionsbezogene Sachlichkeit der klassischen Moderne wird hier mit Mitteln, die z. B. eher der klassizistischen Auffassung folgen, eingegriffen. Wünschenswert wäre im Übrigen auch eine Bezugnahme auf das Tautsche Farbkonzept. Als besonders positiv wird hier das detailliert dargestellte denkmalpflegerische Konzept gesehen mit einer deutlich abgegrenzten neuen Schicht im Innern bei Wahrung des Gesamterscheinungsbildes einschließlich der Hofräume mit dem Trafo-Häuschen (ohne Fluchttreppen im Freien!) und der Taut‘schen Raumqualitäten mit ihrem Farbkonzept. Anzumerken wäre lediglich, dass der funktionale Bedarf der vorgeschlagenen Raster-Lichtdecke nicht unbedingt überzeugt.

Prof. Merz

Hufnagel Pütz Rafaelian

Kahlfeldt

Dudler

Im Auftrag

M. Blankenfeld
        
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