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Ergebnisprotokoll

Full text: Ergebnisprotokoll

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering Großbeeren
Begrenzt offener Realisierungswettbewerb

Ergebnisprotokoll

Begrenzt offener Realisierungswettbewerb Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering Großbeeren Ergebnisprotokoll

Koordination Inge Schmidt-Rathert, II D 1 Vorprüfung Ulrike Poeverlein Norbert Giebels Kostenprüfung Jan-Willem Stein Marc Wandtke Mitarbeit bei der Vorprüfung Lars Krokowski Frauke Röth Gunnar Tessin Digitale Bearbeitung Lars Krokowski Druck A&W, Berlin Berlin, Januar 2008

Inhaltsverzeichnis

1. 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 1.7 1.8 1.9 1.10 1.11 1.12 1.15 1.13 1.14 2. 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 2.6 2.7

Protokoll der Preisgerichtssitzung am 20.12.2007 Konstituierung des Preisgerichts Eröffnung der Preisgerichtssitzung Bericht der Vorprüfung Informationsrundgang Erster Wertungsrundgang Zweiter Wertungsrundgang Engere Wahl Einzelbeurteilungen Festlegung der Rangfolge und Preise Empfehlung des Preisgerichtes Öffnung Verfasserumschläge Abschluss der Sitzung Teilnehmer des Wettbewerbs Protokollfreigabe der Preisrichter Anwesenheitsliste Bericht der Vorprüfung Einlieferung der Arbeiten Anonymisierung Vollständigkeit der Arbeiten Vorprüfung Balkendiagramme Zusammenstellung der Daten Einzelberichte der Arbeiten 1336 bis 1350

7 7 7 8 8 8 9 10 10 15 15 16 16 16 17 18 27 27 27 28 28 30 32 35

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1. Protokoll der Preisgerichtssitzung am 20.12.2007
Beginn der Sitzung : 09:15 Uhr

Frau Lüscher, die Senatsbaudirektorin von Berlin, begrüßt die Sitzungsteilnehmer und stellt die Anwesenheit (s. Anwesenheitsliste) und die Vollzähligkeit des Preisgerichts fest.

1.1 Konstituierung des Preisgerichts
Auf Vorschlag aus dem Kreis der stimmberechtigten Preisrichter wird Herr Krüger einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Herr Ritter vertritt Herrn Ahlgrimm als stimmberechtiger Fachpreisrichter.

Stimmberechtigte Fachpreisrichter/-innen Torsten Krüger Architekt, Berlin Regula Lüscher Senatsbaudirektorin Prof. Hannelore Deubzer Architektin, Berlin Jan Spreen Architekt, München Stimmberechtigte Sachpreisrichter/-innen Hasso Lieber Staatssekretär Senatsverwaltung für Justiz Konrad Zander Abteilungsleiter Ministerielle Angelegenheiten des Bauwesens Lutz Ritter Leiter Bau- und Planungsamt Gemeinde Großbeeren

1.2 Eröffnung der Preisgerichtssitzung
Der Vorsitzende übernimmt die Leitung der Sitzung und lässt sich von den Mitgliedern des Preisgerichts versichern, dass - sie keinen Meinungsaustausch mit Wettbewerbsteilnehmern über die Wettbewerbsaufgabe und deren Lösung seit der Beantwortung der Rückfragen geführt haben und während der Dauer der Preisgerichtssitzung führen werden,

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- sie bis zum Preisgericht keine Kenntnis von Wettbewerbsarbeiten erhalten haben, soweit sie nicht als Vorprüfer oder Sachverständiger bei der Vorprüfung mitgewirkt haben, - sie die Beratung des Preisgerichts vertraulich behandeln werden, - die Anonymität der Arbeiten aus ihrer Sicht gewahrt ist, - sie es unterlassen werden, Vermutungen über die Verfasser anzustellen. Die Vorsitzende weist auf die persönliche Verantwortlichkeit der Preisrichter und Preisrichterinnen gegenüber Auslober, Wettbewerbsteilnehmern und Öffentlichkeit hin. Er bittet darum, die Leistung aller Teilnehmer durch entsprechend intensive und konzentrierte Bewertung aller vorhandenen Arbeiten zu honorieren.

1.3 Bericht der Vorprüfung
Frau Schmidt-Rathert (Koordinatorin des Verfahrens) beschreibt die städtebauliche Situation, die Grundzüge der Aufgabenstellung, die Vorgaben durch den Bebauungsplan und fasst den Vorlauf des Verfahrens zusammen und erläutert die Vorgehensweise der Vorprüfung. Der schriftliche Bericht liegt vor. Die eingereichten Arbeiten wurden nach folgenden Kriterien geprüft: 1. Kontrolle der fristgemäßen Ablieferung der Wettbewerbsarbeiten und Modelle 2. Öffnung der Wettbewerbsarbeiten, Überkleben der Kennzahlen durch Tarnzahlen und Anlegen einer Sammelliste 3. Überprüfung der formalen Anforderungen, Feststellen der Vollständigkeit der geforderten Leistung 4. Quantitative Vorprüfung 5. Qualitative Vorprüfung Das Preisgericht beschließt, alle 15 eingereichten Arbeiten zur weiteren Beurteilung zuzulassen.

1.4 Informationsrundgang
Ab 09:35 Uhr stellen abwechselnd Herr Giebels und Frau Poeverlein (Vorprüfer/in Städtebau/ Gebäude) die Arbeiten in der Reihenfolge der Tarnzahlen ohne jede Wertung anhand der Planunterlagen, Modelle und den Erläuterungsberichten vor. Für Fragen zu wirtschaftlichen Besonderheiten stehen Herr Stein und Herr Wandtke (Vorprüfung Kosten) zur Verfügung. Der Informationsrundgang endet um 12:30 Uhr.

1.5 Erster Wertungsrundgang
Der erste Wertungsrundgang beginnt nach der Mittagspause um 13: 15 Uhr. Der Vorsitzende weist darauf hin, dass im ersten Wertungsrundgang Arbeiten nur einstimmig ausgeschieden werden können. Stimmenthaltungen sind nicht zugelassen.

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Vorab werden die wichtigsten Präferenzen, die ein Entwurf berücksichtigt haben sollte, von der Justizverwaltung benannt. - aus Gründen einer personalintensiveren Bewirtschaftung der Teilanstalten sind den L-, Y- und X-Formen der Vorzug zu gegeben - Anbindung der Teilanstalten an die Magistrale - Erschließung der Gesamtanlage/ Funktionalitäten müssen gewahrt sein - große zusammenhängende Flächen im Bereich des Arbeitswesens (höhere Flexibilität) - die Hafthäuser stehen in der Wertigkeit vor dem Komplex der Arbeitshallen - eine bauliche Separierung der Hauptverwaltung ist vorzuziehen - die in der Auslobung genannten Vollzugsziele müssen eingehalten werden Herr Ritter (Leiter Bau- und Planungsamt Großbeeren) erklärt noch einmal die Vorgaben des Bebauungsplans und weist auf die Festsetzung der III Geschossigkeit und der GR von 25.000m² + 10 % hin. Aufgrund konzeptioneller und funktionaler Mängel bzw. aus den vorab genannten Kriterien werden folgende Arbeiten einstimmig im ersten Wertungsrundgang aus dem Verfahren ausgeschieden: Arbeit 1341 Arbeit 1342 Arbeit 1343 Die übrigen 12 Arbeiten verbleiben im Verfahren. Der erste Wertungsrundgang endet um 14:15 Uhr.

1.6 Zweiter Wertungsrundgang
In diesem Wertungsrundgang werden die im Verfahren verbliebenen 12 Wettbewerbsarbeiten vertiefend betrachtet und die besonderen funktionalen und gestalterischen Aspekte, die Belichtungssituation der Teilanstalten sowie die Baukörperstellung der Entwürfe erläutert und diskutiert. Nach der Diskussion scheiden folgende 6 Arbeiten im zweiten Wertungsrundgang aus: Stimmenverhältnis (für Verbleib : gegen Verbleib): Arbeit 1336 Arbeit 1337 Arbeit 1340 Arbeit 1347 Arbeit 1349 Arbeit 1350 2 0 0 0 2 0 : : : : : : 5 7 7 7 5 7

Herr Spreen stellt einen Rückholantrag für die im 2. Wertungsrundgang ausgeschiedene Arbeit 1349. Der Antrag wird mit 6 : 1 Stimmen angenom-

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men. Die Arbeit 1349 verbleibt somit im Verfahren. Nach dem 2. Wertungsrundgang verbleiben 7 Arbeiten im Verfahren: Arbeit 1338 Arbeit 1339 Arbeit 1344 Arbeit 1345 Arbeit 1346 Arbeit 1348 Arbeit 1349 Der zweite Wertungsrundgang endet um 16:00 Uhr.

1.7 Engere Wahl
Das Preisgericht beschließt, die Arbeiten der engeren Wahl schriftlich nach den Kriterien der Auslobung zu bearbeiten. Die Arbeiten werden Gruppen aus Fach-, Sachpreisrichtern und Sachverständigen zugeteilt. Ab 17:30 Uhr werden die Einzelbeurteilungen vor den Arbeiten vorgetragen, diskutiert, ergänzt und verabschiedet.

1.8 Einzelbeurteilungen
Arbeit 1338 Der Entwurf bettet die Gebäude der JVA in einem orthogonalen Raumkonzept in die Landschaft ein. Die Jury überzeugt insbesondere die Gliederung der Gesamtanlage durch offene Höfe, welche in sinnvollem Zusammenhang mit den Funktionen stehen. Die Magistrale in Ost-West Richtung erschließt alle Gebäude. Durch die Lage der Sportanlagen im Zentrum des Gebäudeensembles entsteht eine gemeinsame, von allen Häftlingen nutzbare Fläche, welche durch die nach beiden Seiten gerichteten Freiganghöfe weitergeführt wird. Durch diese Anordnung entsteht eine Magistrale von ca. 300 m Länge. Die Organisation der Haftanstalten als L-Typ ist grundsätzlich machbar. Mängel bestehen in der Anordnung des Haftpersonals sowie in den nach Norden gerichteten Haftzellen. Die Arbeitsstätten sind kompakt und flexibel nutzbar, jedoch überzeugen die kleinteiligen Höfe innerhalb der Flächen nicht. Die Ver- und Entsorgung der Hallen sowie der Küche sollte im Norden der Hallen organisiert werden, um den Versiegelungsgrad der notwendig befestigten Flächen zu minimieren. Das Fassadenkonzept mit horizontal gegliederten Flächen in Klinkern, Glas- und Metallpaneelen ist funktional und zurückhaltend gestaltet. Die Auskragung des Drempels von 1,2m direkt über den Fenstern im 3. OG verleiht dem Konzept eine Schwere, welche das Gestaltungskonzept, sowie die Belichtung der Hafträume beeinträchtigt.

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Insgesamt ist das Konzept eine in sich stimmige Lösung. Der Entwurf überschreitet die vorgegebene Nutzfläche sowie die überbaubare Fläche deutlich. Arbeit 1339 Die Erschließung des Haftgeländes ist unter Inkaufnahme einer umständlichen Wegeführung sehr tief ins Gelände eingerückt und nutzt dadurch das günstige ebene Geländeniveau für die Gebäudeanordnung. Der Entwurf ist eine kompakte Lösung: alle Einrichtungen der Verwaltung und des Arbeitswesens sind an der Magistrale aufgereiht und werden aber durch Höhenstaffelungen differenziert. Die Hafträume sind symmetrisch mit großen Freibereichen auf der Südseite der Magistrale positioniert. Hierdurch ergibt sich eine gute funktionale Anordnung mit eindeutiger Wegezuweisung. Die Stationsanordung bezieht sich auf einen klassischen Typ neuzeitlicher Haftunterbringung in V-Form und erfüllt die vollzugstechnischen Anforderungen. Die Fassadengestaltung wirkt zweckrational und zeitgemäß. Die geschossweise leicht asymmetrische Fensteranordnung bewirkt eine Auflockerung der langen Fassadenfläche. Der aus Sicherheitsgründen geforderte Dachüberstand wird durch eine horizontale Attikaabdeckung erreicht, die an den Stationsenden gestalterisch als Verbindungsband genutzt wird. Die Sportfreiflächen sind zu weit von den gedeckten Sportflächen entfernt und liegen zu dicht an der Außensicherung. Arbeit 1344 Der Entwurf spannt entlang der Magistrale parallel zum Höhenverlauf eine kleine Stadtlandschaft auf, die aus Bauten, Höfen und Zwischenräumen gebildet wird. Diese versuchen in einen räumlichen Dialog zur Umfriedung zu treten. Durch Enge und Weite entstehen qualitativ und nutzungsmäßig sehr unterschiedliche Orte. Die Anlage ist streng axial, bildet aber durch ein kluges Gleichgewicht zwischen Wiederholung und Ausnahme dennoch ein abwechslungsreiches Raumgebilde. Die Außenräume und Höfe sind sorgfältig gestaltet. Aktivierende Nutzungen wie Sport und Spiel sind den Wohnhöfen und den Gemeinschaftsanlagen zugeordnet. Eher kontemplative Höfe werden zwischen der offenen Magistrale und den Nordwesttrakten der Zellen vorgeschlagen. Obwohl diese Enge kritisch gesehen wird, ist die Orientierung auf die Magistrale und die dadurch entstehende Nachbarschaft, im Gegensatz zum Blick in die Weite der Landschaft, eine mögliche Wohnsituation. Wenig attraktiv sind die Abstandshöfe zwischen den Werkhallen, so dass sich das Mehr an Abwicklung kaum aufwiegt durch ein Mehr an Qualität. Im Gegensatz ergibt sich eine Einschränkung der Flexibilität im sich wechselnden Gebrauch. Die Teilanstalten sind in einer L-förmigen Disposition mit vorgelagerten

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Funktionsräumen an die Magistrale angebunden. Die Einsehbarkeit der Flure in die zweischenklig organisierten Wohngruppen wird erheblich durch die zwischengeschalteten Aufenthaltsräume gestört, was so nicht zu akzeptieren ist. Insgesamt zeichnet sich die Arbeit durch eine problemlose Orientierung aus. Durch das Heranrücken der Gesamtanlage an den südlichen Rand des Grundstücks muss das leicht abfallende Gelände aufgenommen werden, was jedoch ganz unaufgeregt gelingt, in dem das Gelände ausgeglättet wird und zur Nordseite ein Wall entsteht, der gleichzeitig Einfriedung ist. Die architektonische Sprache mit Bundmauerwerk und farbigen Blechen in nicht vandalengefährdeten Zonen erinnert eher an Schulbauten, was eine gewisse Verfremdung und Irritation auslöst. Bei einer zweiten Betrachtung strahlen die Bauten trotz Strenge aber auch eine gewisse Freundlichkeit aus, welche durchaus angenehm ist. Leider fehlt der aus Sicherheitsgründen geforderte Dachüberstand. Die innenliegenden Langzeitbesucherräume sind zu bemängeln. Die Arbeit liegt im unteren Kostenrahmen und lässt durchschnittliche Betriebskosten erwarten. Die Arbeit überzeugt durch das Zusammenspiel von Innen und Außen. Die Wohntrakte können aus betrieblicher Sicht nicht genügen. Arbeit 1345 Der Entwurf 1345 überzeugt durch eine klar gegliederte Struktur. Die kompakte Anordnung der Hafthäuser, des Verwaltungsgebäudes und des Arbeitshallenkomplexes gewährleistet größtmögliche Übersichtlichkeit. Die Zuordnung der Innen- und Außensportflächen ist bedarfsgerecht. Die Fassade ist einerseits klar gegliedert und andererseits durch die Wahl verschiedener Materialien abwechslungsreich gestaltet. Die künstlich angelegte Böschung nördlich vor den Unterkunftsbereichen bedarf aufgrund der Beeinträchtigung der Aufenthaltsqualität einer grundlegenden Überarbeitung. Alle Funktionsbereiche sind geradlinig und den Zusammenhängen entsprechend erschlossen. Durch die sehr funktionale Anbindung sowohl der Unterkunftsbereiche, der Werkstätten und der übrigen Bereiche insbesondere entlang der transparenten Magistrale, wird ein hohes Maß an Orientierung erzeugt. Die bauliche Gestaltung der Unterkunftsbereiche ermöglicht eine optimale Organisation der Vollzugsabläufe. Durch die geringe Länge der Stationsflure wird der Wohngruppencharakter betont und zugleich wird dem Erfordernis der Kontrollierbarkeit Rechnung getragen. Sämtliche Vorgaben sowohl des Funktionsprogramms als auch des Bebauungsplans sind erfüllt. Insgesamt ist die Arbeit ein äußerst praktikabler und wirtschaftlicher Entwurf. Arbeit 1346 Der Entwurf verknüpft in gelungener Weise städtebauliche, architektoni-

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sche und vollzugliche Anforderungen. Anders als alle anderen Entwürfe positioniert er die Freistundenhöfe nicht vor den Hafträumen. Architektonisch ist hervorzuheben, dass die Gestaltung zu einer guten Belichtung und Belüftung der Hafträume führt. Die Anordnung der Haftbereiche sorgt für eine weitgehend gleichmäßige Qualität der Hafträume. Die Wohngruppen sind kompakt aufgeteilt und gegeneinander gut getrennt. Die Wegeführung ist kurz und trägt zur Funktionalität und Übersichtlichkeit bei. Optimierungspotential wird im Bereich der Arbeitsbetriebe in funktionaler und gestalterischer Hinsicht gesehen. Hier fällt die Qualität des Entwurfes deutlich gegenüber den Hafthäusern ab. Positiv ist hervorzuheben, dass die Arbeitsbetriebe gegenüber der Bahntrasse als Schallschutz positioniert werden und damit zur Reduzierung der Lärmbelastung in den Wohnbereichen beitragen. Die Gestaltung der Vollzugsmagistrale schafft Transparenz und unterstreicht die Weitläufigkeit der Anlage. Dies ermöglicht eine positive Wirkung des Gebäudes auf die psychosoziale Situation der Gefangenen und Bediensteten. Der Pflegeaufwand ist hierbei nicht negativ zu bewerten, da er Möglichkeiten für einen qualifizierten Ausbildungseinsatz (Gebäudereiniger) für Gefangene bietet. Allerdings sollte die Vollzugsmagistrale mit Blick auf die Übersichtlichkeit und das A/V-Verhältnis optimiert werden. Gelungen ist die Freiflächenzuordnung, insbesondere im Hinblick auf die funktionale Nähe der Sportflächen zur Mehrzweckhalle. Gleiches gilt für die räumliche Trennung der Ver- und Entsorgung und für die Abtrennung der Verkehrswege für Besucher und Bedienstete. Die Individualität des Entwurfs gewährleistet einen hohen Wiedererkennungswert. Der Entwurf ist jedoch im Hinblick auf einen gesonderten Zugang für SEK-Beamte und eine Personalkantine zu ergänzen. Gleiches gilt für die Rettungswegesituation. Die Planung ist teilweise viergeschossig ausgebildet. Die Genehmigungsfähigkeit des Entwurfes ist unter Berücksichtigung der Planungsrechtlichen Vorgaben nachzuweisen. Arbeit 1348 Der Verfasser schlägt eine Anlage orthogonal zur Straße nach Struveshof vor. Der Besucherbereich wird als Kopfpunkt der Magistrale auf einfache Weise erreicht. Die Magistrale erschließt alle Bereiche direkt. Die Unterkunftsbereiche werden von der Magistrale in der mittleren Ebene erschlossen. Die Unterkünfte werden in Baukörpern mit Y-Form angeordnet. Grundsätzlich können die Vorgaben der Justiz zur Überwachung der Haftgruppen eingehalten werden, allerdings ist die Lage und Ausrichtung der Aufsichtsräume zu optimieren. Durch eine differenzierte Ausformung der Haftraumbaukörper wird die Gesamtanlage aufgelockert. Es gelingt dem Verfasser ein eigenständiges Erscheinungsbild der JVA zu erzeugen. Durch die unterschiedli-

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chen Baukörper entstehen interessante Außenbereiche zwischen den Unterkunftsgebäuden. In den Eckbereichen liegen die gegenüberliegenden Hafträume sehr nahe aneinander. Dies führt zur schlechten Besonnung und gegenseitiger Beeinträchtigung. Der Geländevorsprung zwischen Magistrale und Unterkunftsbereichen ist im Geländeverlauf nicht plausibel begründet. Die in den unteren Geschoss der Geländekante befindlichen Räume bedürfen eines zusätzlichen Bewachungsaufwandes. Die Arbeitsstätten sind kompakt und richtig entwickelt. Am Ende der Magistrale sind die Bereiche Sport, Andacht und Bildung angeordnet. Insgesamt wird eine nachvollziehbare Baukörperstruktur vorgeschlagen. Die Fassadengestaltung wird kontrovers diskutiert. Annerkannt wird das Bemühen aus der Vorgabe eines Dachüberstandes durch das Herauskippen der Fassade des obersten Geschosses einen eigenständigen Ausdruck zu entwickeln. Ob die schmalen Fenster eine ausreichende Belichtung gewährleisten wird bezweifelt. Durch die Kompaktheit der Anlage ist eine wirtschaftliche Erstellung und ein wirtschaftlicher Betrieb zu erwarten. Arbeit 1349 Die bauliche Struktur dieses Entwurfes basiert auf einem disziplinierten Grundprinzip, einer flächigen Zuweisung für Produktion, Sport und Versorgung und einer stringenten Abfolge gleicher Wohntypen. Alle Baukörper scheinen eingeschrieben in ein übergeordnetes System von neugesetzten Baulinien und Gebäudefluchten. Diese Regeln lassen eine angemessene Gesamtanlage entstehen, die mit den faktischen Abgrenzungen und Sicherungsvorkehrungen die Aufgabe in diesem Landschaftsraum überzeugend und maßvoll präsentieren kann. Und damit muss man akzeptieren, dass nicht alle Wohnräume eine privilegierte Gartenlage haben, sondern vis-a-vis der Magistrale sind einige Räume auf einen kleinen Innenhof orientiert angeordnet. Der Eingangsbereich der den Vorgaben entsprechend ausdrücklich keine bauliche Verbindung mit dem Hauptgebäude eingehen sollte ist hier falsch gelöst. Auch baulich riegelt dieses Eingangsbauwerk über eine enorme Länge die Gesamtanlage ab und fällt an dieser Stelle deutlich aus der feinen Körnung der Anlage. Die Überwachung der Wohnflure und die Länge dieser Flure ist nicht optimal. Die Ausrichtung der Wohngebäude nach Westen ist prinzipiell eine gute Entscheidung. Der Schnitt belegt den Höhenversatz der Bauteile entlang der Magistrale, berücksichtigt jedoch nicht den tatsächlichen Geländeverlauf. Der Entwurf ist eine schöne Arbeit, die wesentliche Bindungen hinsichtlich Nutzung wie der örtlichen Gegebenheiten ignoriert. Im Detail wiederum präsentiert sich ein gut ausbalanciertes, freundliches und gleichzeitig robustes Image. Allerdings fehlt der in der Auslobung ge-

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forderte Dachüberstand. Die Baukosten- und Flächenbilanz liegen im vorgegebenen Rahmen.

1.9 Festlegung der Rangfolge und Preise
Nach Verabschiedung der schriftlichen Beurteilungen werden die Arbeiten der engeren Wahl erneut vergleichend diskutiert und bewertet. Zunächst wird ein Meinungsbild über die Einteilung der Arbeiten in die Ankauf- und Preisgruppe gemäß der in der Auslobung genannten Anzahl von 4 Preisen und 3 Ankäufen erstellt. Frau Deubzer regt die Bildung einer Ankaufsgruppe an. Es wird abgestimmt, ob die Arbeiten 1344, 1348 und 1349 diese Ankaufsgruppe bilden sollen. Mit 2 : 5 Stimmen wird die Bildung dieser Ankaufsgruppe abgelehnt. Nach einer Diskussion mit dem Nutzer über funktionale Mängel bestimmter Arbeiten wird vorgeschlagen, die Preissummen anders zu verteilen. Diesem Vorschlag folgt das Preisgericht einstimmig mit 7 : 0 Stimmen für die neue Verteilung. Es werden nun 3 Preise und 4 Ankäufe vergeben. Die Ankaufssummen werden neu berechnet und erhöhen sich auf jeweils 14.200,00€. Stimmenverhältnis (für Ankauf : gegen Ankauf): Arbeit 1344 Arbeit 1345 Arbeit 1348 Arbeit 1349 7 5 7 7 : : : : 0 2 0 0

Mit einem Stimmverhältnis 6 : 1 wird die Arbeit 1338 als 3. Preis ausgezeichnet. Zur Rangfolge der verbliebenen 2 Wettbewerbsarbeiten wird eine eingehende Diskussion im Preisgericht geführt. Beide Arbeiten werden vergleichend diskutiert. Der Nutzer präferiert eindeutig die Arbeit 1346. Das Preisgericht beschließt mit 6 :1 Stimmen, die Preise wie folgend zu vergeben: 1. Preis 2. Preis Arbeit 1346 Arbeit 1339

1.10

Empfehlung des Preisgerichtes

Die Jury empfiehlt dem Auslober einstimmig, die mit dem 1. Preis ausgezeichnete Arbeit überarbeiten zu lassen. Folgende Überarbeitungshinweise sind zu berücksichtigen: 1. Überarbeitung der Funktionstrakte unter Berücksichtigung der Gestaltung der Wohntrakte im Hinblick auf den architektonischen Ausdruck der Gesamtanlage

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2. gestalterische Überarbeitung/ Ausarbeitung des Übergangs von den Funktionsbereichen zu den Wohnbereichen 3. Kubische Überarbeitung der Magistrale mit dem Ziel einer schlüssigeren kompositorischen Aussage und Stringenz 4. Die Fassadenaufteilung der Hallen mit den Metallfassade und den bodenschlüssigen Großverglasungen ist im Hinblick auf die Funktionalität zu überarbeiten. 5. Die Französischen Fenster in den Wohntrakten sind in Bezug auf die Einsicht zu überprüfen. 6. Die planungrechtliche Genehmigungsfähigkeit muss erreicht werden. Diese Hinweise und die Kritik des Preisgerichts, wie sie in der schriftlichen Beurteilung der Arbeit zusammengefasst wurden, sind zu berücksichtigen.

1.11

Öffnung Verfasserumschläge

Die Umschläge mit den Verfassererklärungen werden zum Abschluss der Sitzung geöffnet. Die Namen der 15 Wettbewerbsteilnehmer werden verlesen.

1.12

Abschluss der Sitzung

Der Vorsitzende entlastet die Vorprüfung und bedankt sich für die sorgfältige Vorbereitung und bei allen Mitarbeitern für die gute Durchführung des Verfahrens. Er dankt allen Mitgliedern des Preisgerichtes für die engagierte und konstruktive Mitarbeit und gibt mit dem Wunsch nach einer guten Verwirklichung des Projektes den Vorsitz an Frau Lüscher zurück. Diese bedankt sich ebenfalls für die geleistete Arbeit und schließt die Sitzung.

Ende der Sitzung Die Sitzung endet um 20:15 Uhr. Das Protokoll wurde vom Vorsitzenden des Preisgerichts gelesen und genehmigt. Die Wettbewerbsarbeiten werden in den Räumen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Württembergische Straße 6, ab dem 07. Februar 2008 ausgestellt.

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1.13

Protokollfreigabe der Preisrichter

vertreten durch Lutz Ritter

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1.14

Anwesenheitsliste

09:15

20:15 Uhr

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1.15

Teilnehmer des Wettbewerbs

Preisträger
Arbeit 1346 1. Preis Mitarbeiter: Hohensinn Architektur ZT GmbH, Graz Dipl.-Ing. Bernd Schittelkopf, Dipl.-Ing. Irene Falkner, Stephanie Lindmayer, Magdalena Neubauer, Dipl.-Ing. Christian Haas, Dipl.-Ing. Martin Urmann, Karlheinz Boiger, Boris Bratic, Dipl.-Ing. Gerhard Breuss, Dipl.-Ing. Robert Mair Rosenfelder & Höfler, Graz PI-Planungs GmbH, Graz TB Ing. Karl Pechmann, Kumberg

Bauphysik: Elektrotechnik: Haustechnik:

Arbeit 1339 2. Preis

Thomas Müller Ivan Reimann Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin Ivan Reimann Anna Lemme, Hanà Michálková, Jens Wesche, Torsten Glasenapp, Matej Dobis

Mitarbeiter:

Landschaftsarchitektur: Dipl.-Ing. Inga Hahn, Dipl.-Ing. Nicolaus von Hantelmann, Berlin Brandschutzgutachter: Peter Stanek, Berlin Technische Anlagen: Ingenieurbüro für technische Anlagen Alhäuser + König, Berlin Herr Dünschmann Tragwerksplanung: GSE Ingenieur-Gesellschaft mbH Saar Enseleit und Partner, Berlin Dr. Jörg Enseleit

Arbeit 1338 3. Preis

DÖMGES Architekten AG Architektur und Stadtplanung, Regensburg Dipl.-Ing. Architekt Thomas Eckert Dipl.-Ing. Architekt D.P.L.G. Eric Frisch, Dipl.-Ing. Thomas Mergel, Dipl.-Ing. Matthias Haus, Dipl.Ing. Eva Rothmeier

Mitarbeiter:

Landschaftsarchitektur: Wartner & Zeitzler Landschaftsarchitekten BDLA, Landshut Helmut Wartner, Rupert Zeitzler Dipl.-Ing. Bernhard Vilzmann Hydrologie: Schulte Ingenieure GmbH, Unterschleißheim Energiekonzept: dezentral, Berlin Prof. Dr. Birgit Lenzen

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Ankäufe
Arbeit 1344 Ankauf Stefan Ludes Architekten, Berlin Dipl.-Ing. Stefan Ludes Dipl.-Ing. Christof Walter, Dipl.-Ing. Kai Kendzierski, Dipl.-Ing. Annkatrin Kirschner, Dipl.Ing. Matthias Kohls, Dipl.-Ing. Sandra Schulze, Frank Wilhelm

Mitarbeiter:

Landschaftsarchitektur: Lützow 7, Berlin Großküchentechnik: Ingenieurbüro Flügel, Essen Haustechnik: Fröhling + Köddermann, Münster Blitzschutzanlagen: Ingenieurbüro Tenbieg, Münster

Arbeit 1345 Ankauf

Frick Krüger Nusser Plan2 Architekten/ Generalplaner, München Markus Frick, Axel Krüger, Michael Nusser N. Führbacher, K. Hümmer, J. Kostic, S. Mohry, M. Voit

Mitarbeiter:

Arbeit 1348 Ankauf

APB. Architekten BDA Wilkens Grossmann-Hensel Schneider, Hamburg Dipl.-Ing. Günter Wilkens Dipl.-Ing. Moritz Schneider Sönke Andresen, Julia Fiebig, Hanna Freimann, Lars Heider, Helge Hormann, Mareike Krautheim, Petra Martin

Mitarbeiter:

Landschaftsarchitektur: RMP Landschaftsarchitekten, Bonn/ Hamburg Dipl.-Ing. Philip Haggeney Haustechnik: Ebert-Ingenieure, Hamburg Dipl.-Ing. Zunft Tragwerksplanung: Ingenieurbüro Dr. Binnewies, Hamburg Dipl.-Ing. Christian Drescher

Arbeit 1349 Ankauf

MGF Architekten GmbH, Stuttgart Dipl.-Ing Josef Hämmerl Dipl.-Ing. Armin Günster Jochen Schmelz Alex Streit, Stephan Gratzer

Mitarbeiter: CAD: Modell:

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2. Rundgang
Arbeit 1336 2. Rundgang Höhne Architekten BDA, Berlin Dipl.-Ing. Stephan Höhne Manfred Kunz, Karsten Schubert, Alexander J. Pithis, Dirk Heldmann, Björn Weizel, Martin Klingner, Karina Wahrmann, Ralf Erdmann, Franziska Albrecht, Anna Voigt Brendel Ingenieure, Berlin Dipl.-Ing. Andreas Windmüller

Mitarbeiter:

Haustechnik:

Arbeit 1337 2. Rundgang

Rauh Damm Stiller Partner Planungsgesellschaft mbH Architekten BDA, Hattingen Rémi Bonnefous, Architekt DESA/BDA Dipl.-Ing.André Ernst, Dipl.-Ing. Marco Zepper

Mitarbeiter:

Landschaftsarchitektur: Planung Freiraum, Berlin Barbara Willecke Haustechnik: Cosanne Ingenieure GmbH, Dorsten Modellbau: Modellbau Ahlemann, Dortmund

Arbeit 1340 2. Rundgang Mitarbeiter:

Léon Wohlhage Wernik Architekten GmbH, Berlin

Julius von Holst, Ajna Mareike Krüger, Peter Czekay Landschaftsarchitektur: Thomanek Duquesnoy Boemans Landschaftsarchitektur, Berlin Karl Thomanek Tragwerksplanung: ahw Ingenieure GmbH, Münster Herr Audick Haustechnik: Happold Ingenieurbüro GmbH, Berlin Herr Willner, Herr Tagoe Arbeit 1347 2. Rundgang

KSP Engel und Zimmermann GmbH, Berlin Jürgen Engel Jorge Veiga, Anete Bajrami, Sebastian Brecht, Diana Schieler

Mitarbeiter:

Landschaftsarchitektur: Rainer Schmidt, Berlin Tragwerksplanung: Breuninger, Stuttgart Haustechnik: Lemon Consult, Zürich Sicherheitstechnik: Kraiss Security Consult Visualisierung: Marc Winkler, Berlin Modellbau: Werk 5, Berlin

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Arbeit 1350 2. Rundgang

Gerber Architekten, Dortmund Eckhard Gerber

Mitarbeiter:

Nicole Juchems, Caroline Ting, Malte Krohn, Benjamin Sieber, Eugen Schmidt, Stefan Lemke, Siegbert Hennecke, Ullrich Scheinhardt Landschaftsarchitektur: Gerber Architekten, Dortmund Dipl.-Ing. Birgit Hassenteufel Sicherheitstechnik: PIW Windfuhr GbR, Halle Haustechnik: Ingenieurbüro Happold GmbH, Berlin Dipl.-Ing. Andy Tagoe Modellbau: Blixt and friends, Dortmund Christian Jochheim

1. Rundgang
Arbeit 1341 1. Rundgang Karl + Probst, München Dipl.Ing. Architekt BDA Karl Probst

Mitarbeiter: Dipl.-Ing. Architektin Carolin Ruckdeschel Landschaftsarchitektur: Topos Landschaftsarchitektur, Berlin S. Buddatsch, Freisch. Landschaftsarch. BDLA Mitarbeit: Natalija Ravel Haustechnik: AHS Ingenieurgesellschaft mbH, Falkenberg/Elster Tragwerksplanung: ISP Scholz Beratende Ingenieure AG, München Dr. Ulrich Scholz

Arbeit 1342 1. Rundgang

HPP Hentrich-Petschnigg & Partner GmbH + Co. KG, Düsseldorf Dipl.-Ing. Architekt BDA Gerd Heise Dipl.-Ing. Architekt Martin Reichel, Dipl.-Ing. Architekt Sebastian Helm, Dipl.-Ing.Alexander Lebe, Dipl.-Ing. Architektur Uta Kielstein, Dipl.-Ing. Architektur Fabian Römisch, Katja Bethmann, Catherina Jahn Ingenieurbüro Dr. Binnewies, Hamburg Dipl.-Ing. Stephan Schmidt Ridder Meyn Ingenieurgesellschaft, Hamburg Herr Schröder Ridder Meyn Nuckel mbH, Norderstedt Herr Battefeld

Mitarbeiter:

Tragwerksplanung: Haustechnik:

Arbeit 1343 1. Rundgang

Schuster Architekten, Düsseldorf Prof. Dipl.-Ing. J. Schuster Dipl.-Ing. J. Bretz Stahl + Weiss, Freiburg

Mitarbeiter: Energieberatung:

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2. Bericht der Vorprüfung 2.1 Einlieferung der Arbeiten
Der Abgabetermin für die Pläne war der 30. November 2007; das Modell konnte bis zum 11. Dezember 2007 abgegeben werden. Die 15 eingereichten Arbeiten wurden bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in der Brückenstraße 6 entgegengenommen, quittiert und Datum und Uhrzeit sowie Art der Unterlagen in einer Sammelliste notiert. Die Wettbewerbsarbeiten wurden ungeöffnet in die Räume der Vorprüfung, alte Kantine, Raum 560, Württembergische Straße 6, transportiert. Alle 15 Wettbewerbsarbeiten gingen in allen Teilen erkennbar termingerecht ein.

2.2 Anonymisierung
Die eingegangenen Arbeiten sowie die dazugehörigen Verfassererklärungen und alle sonstigen abgegebenen Unterlagen wurden nach dem Zufallsprinzip mit einer 4-stelligen Tarnzahl von 1336 bis 1350 gekennzeichnet. Die Reihenfolge des Eingangs ist aus der Reihenfolge der vergebenen Tarnzahlen nicht erkennbar. In einer angelegten Sammelliste ist die Zuordnung zwischen den Kennzahlen der Verfasser und den Tarnzahlen notiert. Eingangsdatum sowie Art und Zustand der Verpackung wurden erfasst und die Verfassererklärungen unter Verschluss genommen.

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2.3 Vollständigkeit der Arbeiten
Die Vollständigkeit der Arbeiten wurde gemäß Punkt 1.10 der Auslobung geprüft. Das Ergebnis wurde in einer Prüftabelle notiert.
1 2 3 4 5 6 7 8 9 (Werkstattbereich mit Teilansicht, Informationsgehalt annähernd Schnitt M 1:50) 10 11 12 13 14 15 16 17 18

Ansichten / erforderliche Schnitte M 1:500

Verzeichnis der eingereichten Unterlagen

CD-ROM ausgefüllte Formblätter als .xls-Datei x x x x x x x x x x x x x x x
(im Format .dwg/.dxf/.pln Version 7.0 oder tiefer)

(Unterbringungsbereich, Teilanstaltsverwaltung und Anschluss Vollzugsmagistrale)

(Unterbringungsbereich, Teilanstaltsverwaltung und Anschluss Vollzugsmagistrale)

gesonderte Aussage zur Energieeffizienz

Isometrie Erdgeschossbereich M 1:200

Baubeschreibung analog DIN 276 (neu)

(1 Satz der verlangten Grundrisse und Schnitte)

EG-Grundriss einschließlich äußere Erschließung M 1:500

Fassaden- bzw. Systemschnitt M 1:20

Fassaden- bzw. Systemschnitt M 1:20

Städtebauliches Konzept M 1:1.000

.pdf-Dteien der Präsentationspläne x x x x x x x x x x x x x x x

.tif-Dateien der Präsentationspläne

(Unterbringungsbereich mit Teilansicht, Informationsgehalt annähernd Schnitt M 1:50)

alle anderen Grundrisse M 1:500

Isometrie Besucherbereich M 1:200

Flächenermittlung/ Gebäudekennwerte

Grundrissausschnitt M 1:200

Formblätter A, B, C, D

(Darstellung mit Möblierung)

Erläuterungsbericht

Verfassererklärung

Modell M 1:1.000

(max. 2 DinA 4 Seiten)

Prüfpläne

1336 1337 1338 1339 1340 1341 1342 1343 1344 1345 1346 1347 1348 1349 1350

x x x x x x x x x x x x x x x

x x x x x x x x x x x x x x x

x x x x x x x x x x x x x x x

x x x x x x x x x x x x x x x

x x x x x x x x x x x x x x x

x x x x x x x x x 1 x x x x x

x x x x x x x x x x x x x x x

x x x x x x x x x x x x x x x

x x x x x x x x x x x x x x x

x x x x x x x x x x x x x x x

x x x x x x x x x x x x x x x

x x x x x x x x x x x x x x x

x x x x x x x x x x x x x x x

x x x x x 2 x x x x x x x x x

x x x x x x x x x x x x

x x x x x x x x x x x x x x

x x x x x x x x x x x x x x x

x x x x x x x x x x x x x x

x 1 2

Leistung liegt vor Leistung liegt nicht vor liegt nicht vor, der Maßstab ist aber 1:100 Gesonderte Aussage zur Energieeffizienz im Erläuterungsbericht

2.4 Vorprüfung
Verfahren Die Vorprüfung wurde vom 3.Dezember 2007 bis zum 18. Dezember 2007 in der Alten Kantine der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Württembergische Straße 6, durchgeführt. Die Prüfung der Wettbewerbsarbeiten erfolgte durch 2 Vorprüfer, 1 Kostenprüfer und 3 Mitarbeiter der Vorprüfung.

Prüfung der quantitativen Daten Die in der Ausschreibung geforderten quantitativen Nachweise wurden von der Vorprüfung berechnet bzw. anhand der Verfasserangaben auf Plausibilität geprüft. Sofern eine nachweisliche Diskrepanz zwischen Verfasserangaben und geprüften Werten vorhanden war, wurden die ermittelten Werte der Vorprüfung dargestellt. Folgende Nachweise wurden berechnet:

Prüfpläne

Tarnzahl

x x x x x x x x x x x x x x x

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

29

-

Nutzfläche NF Bruttogrundfläche BGF Überbaute Fläche GRZ Verhältnis BGF / NF Hüllfläche zu Volumen A/V Kosten

Darstellung der quantitativen Daten Die Ergebnisse der quantitativen Prüfung sind in einer vorangestellten Tabelle und auszugsweise in den Einzelberichten zu den Arbeiten gesondert ausgewiesen. Die den Einzelberichten vorangestellten Balkendiagramme zeigen die Ergebnisse der Berechnungen im vergleichenden Überblick. Prüfung der qualitativen Daten Die für die Vorprüfung angelegten Prüfkriterien sind aus den in der Auslobung unter 3.11 benannten Kriterien zur Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten abgeleitet und durch die Vorprüferinnen in Zusammenarbeit mit den Sachverständigen überprüft worden. Folgende Kriterienbereiche wurden im Rahmen der Vorprüfung bearbeitet und finden sich entsprechend als Gliederung in den Einzelberichten wieder:

Leitidee Städtebau und Gestaltung - Städtebau / stadträumliche Gestaltung - Baukörper, Gestaltung, Ablesbarkeit Funktionen - Erschließung - Funktionale Zuordnung - Räumliche Qualität - Raumzuschnitte, Belichtung, Belüftung - Außenraumnutzung Realisierbarkeit - Programmerfüllung - Planungsrecht, Baurecht - Wirtschaftlichkeit von Bau und Betrieb - Maßnahmen für besonders kurze Bauzeit Wirtschaftlichkeit - energieeffizientes Bauen - Kubatur - Materialwahl/ Baustoffe

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

30

Einbeziehung der Sachverständigen Im Rahmen der Vorprüfung hatten die Sachverständigen die Gelegenheit die Wettbewerbsarbeiten zu begutachten. Folgende Sachverständige haben die Arbeiten im Rahmen der Vorprüfung begutachtet: Herr Hensel, SenStadt, Leiter Organisationseinheit VH Frau Baumgärtner, SenStadt, Projektmanagement VH Herr Kellinghaus, SenStadt, Projektmanagement VH Herr Dèchene, SenStadt, Leiter Arbeitsgruppe Sonderfinanzierungen und Sonderbauvorhaben Herr Model, SenStadt, Projektvorbereitung und -prüfung Frau Gerlach, SenJust, Referatsleiterin Justizvollzug Frau Stein, SenJust, Projektleiterin „JVA Heidering“ Herr Heitmann, SenJustiz, Baureferent MIA Projektgruppe „JVA Heidering“ Herr Borchert, SenJust, Referent MIA Projektgruppe „JVA Heidering“ Herr Adam, JVA Tegel, Stellvertretender Leiter Herr Schulze, JVA Moabit, Abteilungsleiter Sicherheit und zentrale Aufgaben

2.5 Balkendiagramme
-

Zum Quervergleich wurden 3 Balkendiagramme erstellt. Gesamtkosten BGF ist und NF ist Relation BGF/NF ist, A/V

KG 300+400 soll 68.750.000,- €

KG 100-700 soll 118.500.000,- €

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

31

NF soll 28.007,- m²

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

32

2.6 Zusammenstellung der Daten

Nummer der Wettbewerbsarbeit

1336 1337 1338 1339 1340 1341 1342 1343
m² m² m² m² m³ 30.339 28.007 52.263 56.014 154.392 1,72 2,00 0,47 28.222 28.007 48.064 56.014 202.934 1,70 2,00 0,40 29.855 28.007 45.011 56.014 171.531 1,51 2,00 0,45 28.289 28.007 46.668 56.014 228.334 1,65 2,00 0,33 29.452 28.007 47.646 56.014 227.934 1,62 2,00 0,34 27.912 28.007 42.228 56.014 169.889 1,51 2,00 0,41 28.996 28.007 44.736 56.014 182.605 1,54 2,00 0,40 28.648 28.007 45.966 56.014 201.739 1,60 2,00 0,35

Flächen und Rauminhalte NF ist NF soll BGF ist BGF soll BRI ist BGF / NF ist BGF / NF soll A/V

Kosten Gesamtkosten KGr. 100 - 700 ist Gesamtkosten KGr. 100 - 700 Mittelwert Gesamtkosten KGr. 100 - 700 soll Gesamtkosten KGr. 300+400 ist Gesamtkosten KGr. 300+400 Mittelwert Gesamtkosten KGr. 300+400 soll Kostenkennzahlen KGr. 100 - 700 Gesamtkosten KGr. 100 - 700 / BGF ist Gesamtkosten KGr. 100 - 700 / BGF soll Gesamtkosten KGr. 100 - 700 / NF ist Gesamtkosten KGr. 100 - 700 / NF soll Gesamtkosten KGr. 100 - 700 / BRI ist Kostenkennzahlen KGr. 300 + 400 Gesamtkosten KGr. 300 + 400 / BGF ist Gesamtkosten KGr. 300 + 400 / BGF soll Gesamtkosten KGr. 300 + 400 / NF ist Gesamtkosten KGr. 300 + 400 / NF soll Gesamtkosten KGr. 300 + 400 / BRI ist €/m² brutto €/m² brutto
1.399 1.227 1.424 1.227 1.382 1.227 1.373 1.227 1.373 1.227 1.432 1.227 1.407 1.227 1.391 1.227

€ brutto € brutto € brutto

117.100.416 107.525.654 118.500.000

111.804.301 107.525.654 118.500.000

103.411.609 107.525.654 118.500.000

106.183.859 107.525.654 118.500.000

108.446.905 107.525.654 118.500.000

100.189.749 107.525.654 118.500.000

103.685.087 107.525.654 118.500.000

104.533.310 107.525.654 118.500.000

€ brutto € brutto € brutto

73.124.201 65.217.942 68.750.000

68.434.057 65.217.942 68.750.000

62.190.821 65.217.942 68.750.000

64.082.294 65.217.942 68.750.000

65.425.906 65.217.942 68.750.000

60.465.325 65.217.942 68.750.000

62.948.702 65.217.942 68.750.000

63.935.239 65.217.942 68.750.000

€/m² brutto €/m² brutto

2.241 2.116

2.326 2.116

2.297 2.116

2.275 2.116

2.276 2.116

2.373 2.116

2.318 2.116

2.274 2.116

€/m² brutto €/m² brutto

3.860 4.231

3.962 4.231

3.464 4.231

3.754 4.231

3.682 4.231

3.589 4.231

3.576 4.231

3.649 4.231

€/m² brutto

758

551

603

465

476

590

568

518

€/m² brutto €/m² brutto

2.410 2.455

2.425 2.455

2.083 2.455

2.265 2.455

2.221 2.455

2.166 2.455

2.171 2.455

2.232 2.455

€/m² brutto

474

337

363

281

287

356

345

317

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

33

Nummer der Wettbewerbsarbeit

1344 1345 1346 1347 1348 1349 1350
m² m² m² m² m² 28.243 28.007 43.999 56.014 194.005 1,56 2,00 0,42 28.568 28.007 44.511 56.014 202.374 1,56 2,00 0,38 27.846 28.007 44.530 56.014 227.453 1,60 2,00 0,41 28.448 28.007 46.326 56.014 251.416 1,63 2,00 0,37 28.174 28.007 40.401 56.014 182.067 1,43 2,00 0,37 29.412 28.007 47.415 56.014 209.669 1,61 2,00 0,33 27.955 28.007 51.272 56.014 224.063 1,83 2,00 0,35

Flächen und Rauminhalte NF ist NF soll BGF ist BGF soll BRI ist BGF / NF ist BGF / NF soll A/V

Kosten Gesamtkosten KGr. 100 - 700 ist Gesamtkosten KGr. 100 - 700 Mittelwert Gesamtkosten KGr. 100 - 700 soll Gesamtkosten KGr. 300+400 ist Gesamtkosten KGr. 300+400 Mittelwert Gesamtkosten KGr. 300+400 soll Kostenkennzahlen KGr. 100 - 700 Gesamtkosten KGr. 100 - 700 / BGF ist Gesamtkosten KGr. 100 - 700 / BGF soll Gesamtkosten KGr. 100 - 700 / NF ist Gesamtkosten KGr. 100 - 700 / NF soll Gesamtkosten KGr. 100 - 700 / BRI ist Kostenkennzahlen KGr. 300 + 400 Gesamtkosten KGr. 300 + 400 / BGF ist Gesamtkosten KGr. 300 + 400 / BGF ist Gesamtkosten KGr. 300 + 400 / NF ist Gesamtkosten KGr. 300 + 400 / NF soll Gesamtkosten KGr. 300 + 400 / BRI ist €/m² brutto €/m² brutto
1.406 1.227 1.406 1.227 1.469 1.227 1.503 1.227 1.465 1.227 1.365 1.227 1.448 1.227

€ brutto € brutto € brutto

102.891.681 107.525.654 118.500.000

103.233.892 107.525.654 118.500.000

108.119.114 107.525.654 118.500.000

117.914.225 107.525.654 118.500.000

99.051.123 107.525.654 118.500.000

107.754.233 107.525.654 118.500.000

118.565.301 107.525.654 118.500.000

€ brutto € brutto € brutto

61.867.509 65.217.942 68.750.000

62.584.647 65.217.942 68.750.000

65.414.427 65.217.942 68.750.000

69.628.950 65.217.942 68.750.000

59.199.391 65.217.942 68.750.000

64.718.063 65.217.942 68.750.000

74.249.598 65.217.942 68.750.000

€/m² brutto €/m² brutto

2.339 2.116

2.319 2.116

2.428 2.116

2.545 2.116

2.452 2.116

2.273 2.116

2.312 2.116

€/m² brutto €/m² brutto

3.643 4.231

3.614 4.231

3.883 4.231

4.145 4.231

3.516 4.231

3.664 4.231

4.241 4.231

€/m² brutto

530

510

475

469

544

514

529

€/m² brutto €/m² brutto

2.191 2.455

2.191 2.455

2.349 2.455

2.448 2.455

2.101 2.455

2.200 2.455

2.656 2.455

€/m² brutto

319

309

288

277

325

309

331

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

34

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

35

2.7 Einzelberichte der Arbeiten 1336 bis 1350
Jede Wettbewerbsarbeit wird auf zwei Seiten (3 Abbildungen, Kenndaten und Einzelbericht) dargestellt. Die Abbildungen umfassen: Modellfoto, Grundrissplan EG, Ansicht

Höhne Architekten BDA, Berlin | 2. Rundgang

1336

Planungsdaten NF (Gesamtraumprogramm) BGF A inkl. KG BGFA/NF (max.) A/V überbaute Fläche Kosten € (KG 100-700)

Vorgabe 28.007 m²

Entwurf 30.339 m² 52.263 m²

2,0

1,72 0,47

25.000 m² 118.500.000,-

25.419 m² 117.100.416,-

Ansicht Nord / Eingang

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

1336

Städtebau und Gestaltung • Axial und orthogonal geordneter Gebäudekomplex mit zentraler, senkrecht zur Straße nach Struveshof ausgerichteter Magistrale als Determinante für die Zonierung der Funktionen und die bauliche Strukturierung. Die Anordnung der als 3-geschossige Hofhäuser ausgebildeten Teilanstalten bzw. der Arbeitsbereiche resultiert insbesondere aus der Lärmsituation. • Geschlossen wirkende Gebäudeausformung mit einfachen, nur auf der NO-Seite unterbrochenen Raumkanten, durchgängig nahezu gleichen Gebäudehöhen und allseitigen Klinkerfassaden. • Verwaltungsgebäude mit Hauptzugang, Besucherzentrum etc. dominant durch Freistellung, Anordnung in der Hauptachse und Höhenlage. Separates 2-geschossiges Pfortengebäude. • Einfache stereometrische Bauformen. Verwaltungsgebäude, Teilanstalten etc. mit flach geneigten Satteldächern, Hallen mit Flachdächern und Oberlichtaufbauten; Dachüberstände gem. Vorgaben. Klinkerfassaden mit Betonfertigteilen für Fensterfaschen und Gesimsbänder. Holzfenster. • Im Vorfeld zur Straße Parkplätze und Zufahrtsstraße. Zusammenfassung von Biotop und Wäldchen sowie Ergänzungspflanzungen. • Weiträumig gefasste Außensicherungsanlage gem. Vorgaben mit Doppelzaun. Außenraum weitgehend ohne Nutzung dargestellt. Funktion Erschließung • System der Erschließung insgesamt einfach, problemlose Orientierung. Ca. 250m lange Magistrale mit Galerieebene; kopfseitiger Außenzugang. Einsehbarkeit wegen eingestellter Bauteile eingeschränkt. Zusätzlich im 2. OG eine der Magistralenbreite entsprechende Flurzone. • Separierung der Besucherwege, Wegeführung entlang der Sicherheitslinie bedenklich. Personalwege Pforte-Magistrale weitläufig durchs Freie. Funktionale Zuordnung • Zuordnung der Funktionsbereiche gem. Vorgabe, jedoch Küche in Randlage. Nutzungen mit Lieferverkehr (Küche, Lager, Arbeitswesen) nordöstlich, Unterkunftsbereiche, Schule, Arzt, Sport, Religion südwestlich der Magistrale. Hauptverwaltung kopfseitig an der Magistrale angegliedert. Räumliche Organisation / Räumliche Qualität • Pfortengebäude: Funktionsgerecht. Alarmzentrale im OG. • Hauptverwaltungsgebäude: Weitgehend funktionsgerecht. Ein innenliegender Langzeitbesuchsraum ungünstig.

• Teilanstalten I, II, III: Teilanstaltsverwaltungen überwiegend auf der oberen Magistralenebene (2. OG). Wegebeziehung zu den Teilanstalten teilweise ungünstig. Identische L-förmige Ausbildung der 3 Teilanstalten in baulicher Verknüpfung. Funktionsräume teilweise in Bereich der Magistrale (EG und 1. OG) außerhalb der abgeschlossenen Stationszonen. Aufenthaltsräume und Küchen in den Randzonen der Gruppenbereiche. Aufsichtsbüros am Knotenpunkt der Flure. Aufgrund der 2-bündigen Grundrissstruktur lange Wege. Relativ unterschiedliche Ausblicks- und Besonnungsqualität der Hafträume. • Arztgeschäftsstelle, Schule / Bildung, Religion, Sport / Freizeit / Kultur: Zusammenfassung in 2 Gebäudeflügeln am südöstlichen Ende der Magistrale. Bereiche weitgehend funktionsgerecht. 2-geschosshohe Räume im EG. Kein separater Pausenhof. • Arbeitswesen: Weitgehend funktionsgerecht. Nebenräume auf 2 Ebenen in Zuordnung zur Magistrale. Ausreichend dimensionierter Wirtschaftshof. Flexibilität der Hallen aufgrund der schmalseitigen Erschließung eingeschränkt. • Versorgung: Küche im 2. OG, aufwendige Ver- und Entsorgung. Speisentransport nur über EG und untere Magistralenebene vorgesehen. Ansonsten funktionsgerecht. 2-geschosshohe Lagerzonen. • Außenanlagen: Freistundenhöfe als zentral angeordnete Teilflächen der ca. 3.800m² großen Innenhöfe der Teilanstalten ausgewiesen. Sportfelder in Zuordnung zur Sporthalle nahe an der Sicherheitslinie. Realisierbarkeit • Raumprogramm nachgewiesen, jedoch vielfach erhebliche Flächenüberschreitungen. Technikflächen im Versorgungsgebäude (EG) und im Sportgebäude (OG). Medienführung im DG. • Brandschutzprobleme im Unterkunftsbereich. • Gesamtbaukosten im Kostenrahmen. • Bauzeiteffizienter Einsatz von Betonfertig- und Halbfertigteilen. Wartungsarme hinterlüftete Klinkerfassade. Wartungsarme Zinkdachdeckung, teilweise extensiv begrünte Dächer. • Einsatz umweltverträglicher und langlebiger Materialien, Nutzung regenerativer Energien. • Betriebskosten aufgrund der hohen BGF überdurchschnittlich, Instandhaltungskosten leicht unterdurchschnittlich.

Rauh Damm Stiller Partner Planungsgesellschaft mbH Architekten BDA, Hattingen | 2. Rundgang

1337

Planungsdaten NF (Gesamtraumprogramm) BGF A inkl. KG BGFA/NF (max.) A/V überbaute Fläche Kosten € (KG 100-700)

Vorgabe 28.007 m²

Entwurf 28.222 m² 48.064 m²

2,0

1,70 0,40

25.000 m² 118.500.000,-

26.966 m² 111.804.301,-

Ansicht Nord

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

1337

Städtebau und Gestaltung • Der Gebäudekomplex der JVA erhält eine klare Nord-Süd-Ausrichtung. Die orthogonalen Gebäudestrukturen der einzelnen Bereiche lagern sich an die Ost-West-verlaufende Magistrale, die das Rückgrat der Anlage bildet. • Im Norden schließen sich durch Lichthöfe strukturierte Hallenbauten an, im Süden als Kammstruktur die 1 Geschoss tiefer liegenden Wohnbereiche. Durch Ausnutzung der Topografie relativ gleichmäßige Höhenentwicklung der Gebäude. Die Dächer werden als Flachdächer mit Überstand gemäß Vorgaben ausgebildet. • Pforte, Besucherbereich und Verwaltungsriegel bilden einen dreiseitig umschlossenen Eingangshof im Westen. Die 1- bzw. 2-geschossigen Hallen im Norden erhalten ebenso wie die südlich angeordneten, 3-geschossigen Wohnriegel, Innenhöfe zur besseren Belichtung und Belüftung, aber auch als Sinnbild für die Introvertiertheit der Gesamtanlage und als Modell für gemeinschaftsorientierte Kommunikation. Den östlichen Abschluss bildet ein 2-geschossiger Komplex mit Sport, Freizeit und Kultur im Norden und Schule und Bildung im Süden. Die Fassaden bestehen aus vorgefertigten Sichtbeton-Sandwich-Elementen mit horizontaler Gliederung. Fenster werden in Holz mit Streckmetallvergitterung ausgeführt. • Die Erschließung erfolgt von Nordwesten über die Straße nach Struveshof. Entlang der Zufahrt werden westlich des Biotops Stellplätze angeordnet. • Nach Norden wird das Areal durch Mauer (Sichtund Lärmschutz) und einen inneren Zaun, nach Süden hin durch einen Doppelzaun abgesichert. Funktion Erschließung • Klares Erschließungssystem mit großflächig verglaster Magistrale. Getrenntes Wegesystem nur teilweise gewährleistet. • Wege in den Teilanstalten durch 3-Bund unübersichtlich. Südliche Wohngruppen als Durchgangsstation ungünstig. Funktionale Zuordnung • Anordnung der Bereiche und Zuordnung der Funktionen im Wesentlichen gemäß Vorgaben. Räumliche Organisation / Räumliche Qualität • Pfortengebäude: 2-geschossiger Baukörper mit separater Wegeführung Besucher und Bedienstete; Umkleiden im KG mit Tunnelanbindung zur Verwaltung; Alarmzentrale im OG. • Hauptverwaltungsgebäude: Organisation über 3 Geschosse als zweihüf-

•

•

•

•

tige Anlage mit Mittelflur, der im Süden an die Magistrale anschließt. Die Büroräume sind nach Westen bzw. Osten orientiert. Teilanstalten I, II, III: Die Wohngruppen sind in drei nord-süd-gerichteten Gebäuderiegeln angeordnet, die von der Magistrale im 1. OG erschlossen werden und als dreihüftige Anlage mit Lichthöfen organisiert sind was die Übersichtlichkeit einschränkt. Teilanstaltsverwaltungen liegen jeweils zur Magistrale. Die vertikale Erschließung erfolgt über ein Haupttreppenhaus nahe der Magistrale und zwei weitere Treppenräume in der Mitte und am südlichen Ende. Arztgeschäftsstelle, Schule / Bildung, Religion, Sport / Freizeit / Kultur: Dieser Bereich bildet den westlichen Abschluss der Magistrale. Im Norden liegen die Sporthalle mit Umkleide- und Sanitärbereichen sowie Andachtsraum und Räume für kulturelle und sportliche Aktivitäten, im Süden Räume für Bildung und Schule sowie ärztliche Versorgung. Arbeitswesen/Versorgung: Nördlich der Magistrale angeordnet liegen im Westen die Versorgungsküche, nach Osten die Multifunktionshallen für Produktion und Lager. Der Logistikbereich liegt nördlich der Küche, zum Wirtschaftshof orientiert. Eingeschnittene Innenhöfe sorgen für natürliche Belichtung und Belüftung, schränken aber die Übersichtlichkeit ein. Die Anordnung der Hallen führt zu langen Wegen. Außenanlagen: An die Pforte schließen Eingangs- und Wirtschaftshof an. Die Sportflächen sind dem Bereich Bildung und Sport im Osten vorgelagert, die Freistundenhöfe liegen in den Zwischenräumen der Kammstruktur, den einzelnen Teilanstalten jeweils westlich vorgelagert. Die große Freifläche im Norden wird als extensive Rasenfläche angelegt und kann optional als Gärtnerei genutzt werden.

Realisierbarkeit • Das Raumprogramm ist im Wesentlichen erfülllt. • Gesamtbaukosten liegen im Kostenrahmen. • Kompakte Stahlbetonschottenbauweise; bauzeiteffizienter Einsatz von geschosshohen BetonSandwich-Fassadenelementen; • Dachflächen extensiv begrünt; günstiges A/VVerhältnis; Geländetopografie berücksichtigt; Es wird ein ökologisches Konzept zur Energieeffizienz durch Baukörperanordnung und Anlagetechnik ebenso wie zu Freiflächen und Umgang mit Oberflächenwässern vorgeschlagen. • Betriebs- und Instandhaltungskosten sind als leicht unterdurchschnittlich einzuschätzen.

DÖMGES Architekten AG - Architektur und Stadtplanung, Regensburg | 3. Preis

1338

Planungsdaten NF (Gesamtraumprogramm) BGF A inkl. KG BGFA/NF (max.) A/V überbaute Fläche Kosten € (KG 100-700)

Vorgabe 28.007 m²

Entwurf 29.855 m² 45.011 m²

2,0

1,51 0,45

25.000 m² 118.500.000,-

28.865 m² 103.411.609,-

Ansicht Nord

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

1338

Städtebau und Gestaltung • Axial und orthogonal geordneter Gebäudekomplex mit parallel zur Straße ausgerichteter Magistrale. 3-geschossige Teilanstaltsgebäude südöstlich der Magistrale. • Bildung tiefer, gartenarchitektonisch vielfältig ge-stalteter Höfe mit klaren Raumkanten. Pfortengebäude und Logistikzentrum / Technikzentrale freistehend. • Einfache stereometrische Bauformen. Flachdächer mit Dachüberständen gemäß Vorgaben. Fassaden derTeilanstalten, der Schule und der Hauptverwaltung horizontal gegliedert: Sichtmauerwerksbänder, Metallverkleidungen zwischen den Fensteröffnungen. Aluminiumfenster. Fassaden der Hallen: im Sockelbereich Sichtmauerwerk, darüber Metallverkleidungen. Fassaden Pforte und Magistrale: Stahlbeton-Vorsatzschale. • Im Vorfeld zur Straße zusammengefasster Grünraum aus Wäldchen, Biotop und Ergänzungspflanzungen sowie Zufahrt und Parkplatz. • Außensicherungsanlage mit Doppelzaun gemäß Vorgaben. Funktion Erschließung • System der Erschließung insgesamt einfach, problemlose Orientierung. Ca. 315m lange Magistrale mit Galerieebene im 1. OG. Vielfach relativ große Wegelängen aufgrund der 2-bündigen Grundrissstruktur in den meisten Gebäuden. • Separierung der Besucherwege gegeben. Personalwege Pforte-Magistrale über das EG des Hauptverwaltungsgebäudes. Funktionale Zuordnung • Zuordnungen der Funktionsbereiche gemäß Vorgaben. Teilanstalten südöstlich, Arbeitsbereiche, Schule, Arzt, Hauptverwaltung nordwestlich der Magistrale. Sport, Freizeit, Kultur sowie Küche in zentraler Position. Räumliche Organisation / Räumliche Qualität • Pfortengebäude: Fahrzeugschleuse überdimensioniert. Ansonsten funktionsgerecht organisiert. Alarmzentrale im OG. • Hauptverwaltungsgebäude: Funktionsgerecht organisiert. Personalkantine mit Terrasse im 2. OG. • Teilanstalten I, II, III: Teilanstaltsverwaltungen zentral im 1. OG in enger Wegebeziehung zur Hauptverwaltung, funktionsgerecht organisiert. . Identische Ausbildung aller 3 Teilanstalten als rechtwinklige 3-flügelige Häuser. Funktionsräume an den Zugängen (Magistrale bzw. Treppenräume)

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der Ebenen. Aufenthaltsräume, Küchen an den Zugängen der Wohngruppenbereiche. Aufsichtsbüros zentral am Knotenpunkt der beiden Flure. Einsehbarkeit der Flure von dort nur eingeschränkt gegeben. Lange Wege aufgrund der 2-bündigen Grundrissfigur. Relativ gleichmäßige Ausblicks- und Besonnungsqualität für die meisten Hafträume, zur Magistrale gerichtete Hafträume jedoch benachteiligt. Arztgeschäftsstelle, Schule / Bildung, Religion, Sport / Freizeit / Kultur: Arzt, Schule, Religion im Gebäudeflügel am südwestlichen Ende der Magistrale, Sport / Freizeit / Kultur in zentraler Lage. Bereiche funktionsgerecht organisiert. Arbeitswesen: Weitgehend funktionsgerecht. Büros und Aufenthaltsbereiche auf 2 Ebenen an Lichthöfen in den Randbereichen der Hallen. Wirtschaftshof knapp bemessen, kein Wendemöglichkeit für große LKW. Flexibilität der Hallen aufgrund der schmalseitigen Erschließung eingeschränkt. Versorgung: Lager und Küche in zentraler Lage, funktionsgerecht organisiert. Außenanlagen: Baulich 2-seitig gefasste Freistundenhöfe in direkter Zuordnung zu den Unterkunftsbereichen, von jeder Wohngruppe separat erreichbar. Dimensionierung bis zu ca. 3.900 m² möglich. Nutzgärten südlich vorgelagert. Sportfreiflächen in Zuordnung zur Sporthalle.

Realisierbarkeit • Raumprogramm nachgewiesen. Technikflächen in einem gesonderten Gebäudeteil. Medienführung unterhalb der EG-Sohle. • Gesamtbaukosten im Kostenrahmen. • Stahlbetonbauweise teilweise mit Halbfertigteilen, wartungsarme Sichtmauerwerk- / Stahlkassettenfassade. Konventionelle Betonflachdächer mit bituminöser Abdichtung. • Einbeziehung regenerativer Energien, Regenwasserzisternen. • Betriebs-und Instandhaltungskosten leicht unterdurchschnittlich.

Thomas Müller Ivan Reimann - Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin | 2. Preis

1339

Planungsdaten NF (Gesamtraumprogramm) BGF A inkl. KG BGFA/NF (max.) A/V überbaute Fläche Kosten € (KG 100-700)

Vorgabe 28.007 m²

Entwurf 28.289 m² 46.668 m²

2,0

1,65 0,33

25.000 m²

25.034 m²

118.500.000,- 106.183.859,-

Ansicht Nord

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

1339

Städtebau und Gestaltung • Kompakter, parallel zur Straße angeordneter Gebäudekomplex im Südosten des Grundstücks. • Die Funktionsbereiche der Haftanstalt werden im Wesentlichen in zwei Großformen untergebracht, die über die Magistrale zusammengefasst werden: Ein orthogonaler, in der Höhenentwicklung variierender Gebäudekomplex im Norden und drei winkelförmige 3-geschossige Baukörper, die durch ein durchlaufendes Dach eine Mäanderform bilden, im Süden. Separate Baukörper für Pforte und Logistikcenter. • Die mäanderförmigen Unterkunftsbereiche erhalten eine horizontale Fassadengliederung aus farbig behandelten Betonplatten, die Fassaden des nördlichen Gebäudekomplexes werden als Putzfassade mit stehenden Fensterelementen über einem Sockel aus Betonfertigteilen ausgebildet. Die Gebäude erhalten Flachdächer mit Dachüberstand gemäß Vorgaben. • Das nördliche Vorfeld wird in eine, aus der bestehenden Landschaft entlehnten, Felderstruktur gegliedert. Die Zufahrt erfolgt westlich des Biotops, PKW-Stellplätze werden nordwestlich des Pfortengebäudes angeordnet. • Kompakte Außensicherungsanlage durch Wall und Doppelzaun. Funktion Erschließung • Einfaches und übersichtliches Erschließungssystem mit großflächig verglaster Magistrale als Rückgrat der Anlage, an die alle Bereiche angebunden sind. • Getrenntes Wegesystem vorhanden. Funktionale Zuordnung • Anordnung und Zuordnung der Funktionsbereiche und Anbindung an die Magistrale gemäß Vorgaben. Nutzungen mit Lieferverkehr sowie ein separater Baukörper für Logistik werden im Norden angeordnet. Nördlich der Magistrale werden von West nach Ost Schule etc., Verwaltung, Versorgung und Arbeitswesen angeordnet und südlich in drei, sich winkelförmig zur Landschaft öffnenden Baukörpern die Teilanstalten. Räumliche Organisation / Räumliche Qualität • Pfortengebäude: 2-geschossiges Pfortengebäude mit separater Wegeführung für Besucher und Bedienstete; Umkleiden im KG mit Tunnelanbindung zur Verwaltung; Alarmzentrale im OG. • Hauptverwaltungsgebäude: Die Verwaltung belegt einen Teil des 3-geschossigen Komplexes im Norden. Die Obergeschosse

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sind als zweihüftige Anlage mit Mittelflur organisiert. Der Besucherbereich im EG ist zum westlichen Innenhof orientiert. Teilanstalten I, II, III: Die Y-Form des Grundrisses ermöglicht die Anordnung jeweils einer Station je Flügel mit gemeinsamem Dienstraum im Zentrum. Teilanstaltsverwaltung ist im 1. OG über der Magistrale angeordnet. Die Gebäude sind als zweihüftige Anlage mit Mittelflur organisiert und über ein Haupttreppenhaus mit Aufzug im zentralen Bereich und ein Treppenhaus am Gebäudeende erschlossen. Die Hafträume sind beiderseits des Flurs angeordnet, Gemeinschaftsbereiche sind zum Freistundenhof orientiert. Arztgeschäftsstelle, Schule / Bildung, Religion, Sport / Freizeit / Kultur: Die Bereiche sind 3-geschossig im westlichen Gebäude zusammengefasst; im EG Sport, Freizeit und Kultur, im 1. OG ärztliche Versorgung und im 2. OG Schule und Bildung. Arbeitswesen: Das Arbeitswesen ist eingeschossig im östlichen Teil des Hallenkomplexes untergebracht: Produktion zur Magistrale und Lagerbereich zum nördlichen Wirtschaftshof orientiert. Versorgung: Der Versorgungsbereich liegt zwischen Verwaltung und Arbeitswesen, mit z. T. langen Anlieferungswegen. Natürliche Belichtung und Belüftung wird durch Innenhöfe ermöglicht. Außenanlagen: Der nördliche Freibereich dient der Ver- und Entsorgung. Im südlichen Bereich werden jeweils in der sich öffnenden Y-Form, gut besonnt, die Freistundenhöfe angeordnet, im Westen mit langen Wegen zu den Innensporteinrichtungen, die Sportfreiflächen vorgelagert.

Realisierbarkeit • Das Raumprogramm ist im Wesentlichen erfüllt. • Gesamtbaukosten liegen im Kostenrahmen. • Kompakte Bauweise, bauzeiteffizienter Einsatz von Betonfertig- und Halbfertigteilen; Fassaden teilweise als hinterlüftete Betonfertigteile, teilweise in Putz- und Wärmedämmputz ausgeführt. • Nutzung regenerativer Energien, Dächer teilw. intensiv begrünt, kompakte Baukörperanordnung und ein hoher Anteil an Speichermasse ermöglichen einen ökologischen und Energie sparenden Betrieb ohne aufwendige Technik. • Betriebskosten sind als leicht unterdurchschnittlich, Instandhaltungskosten durchschnittlich einzuschätzen.

Léon Wohlhage Wernik Architekten GmbH, Berlin | 2. Rundgang

1340

Planungsdaten NF (Gesamtraumprogramm) BGF A inkl. KG BGFA/NF (max.) A/V überbaute Fläche Kosten € (KG 100-700)

Vorgabe 28.007 m²

Entwurf 29.452 m² 47.646 m²

2,0

1,62 0,34

25.000 m²

23.510 m²

118.500.000,- 108.446.905,-

Ansicht Nord

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

1340

Städtebau und Gestaltung • Die bauliche Konzeption nimmt die topografische Situation des Geländes auf. Zentrale abgewinkelte Magistrale in West-Ost-Richtung. Die Höhenlage der Eingangsebene im Norden und der Magistrale entspricht der Höhenlage der mittleren Geschossebenen der Teilanstalten im Süden. • Bildung tiefer Höfe mit klaren Raumkanten. Pforte und Entsorgungsgebäude freistehend. Südlich der Magistrale Bildung differenzierter Außenräume durch die V-förmigen 3-geschossigen Teilanstaltsgebäude. • Einfache stereometrische Bauformen. Flachdächer mit Dachüberständen gemäß Vorgaben. Fassaden: mehrfarbig eingefärbte Sichtbeton-Ober-flächen, gesäuert oder sandgestrahlt. Holzfenster, bei den Hallen Stahlfenster. Magistrale mit transparenter Fassade in Pfosten-Riegel-Konstruktion. • Im Vorfeld zur Straße Zufahrt und Parkplatz. • Außensicherungsanlage mit Doppelzaun gem. Vorgaben. Anschluss des Walls an die Pforte problematisch. Funktion Erschließung • System der Erschließung mit Ausnahme der Besucherwege insgesamt einfach, problemlose Orientierung. Ca. 255m lange Magistrale. Vielfach relativ große Wegelängen aufgrund der 2-bündigen Grundrissstrukturen in den meisten Gebäuden. • Komplizierte Führung der Besucherwege und Überlagerung mit den Personalwegen im Tunnel zwischen Pforte und Hauptverwaltungsgebäude. Der Tunnel darf nur für SEK verfügbar sein. Funktionale Zuordnung • Zuordnungen der Funktionsbereiche gem. Vorgaben, jedoch Küche in Randlage. Teilanstalten südlich, alle anderen Funktionsbereiche nördlich der Magistrale. Räumliche Organisation / Räumliche Qualität • Pfortengebäude: Weitgehend funktionsgerecht. Alarmzentrale im OG. Innere Erschließung teilweise nicht nachvollziehbar. • Hauptverwaltungsgebäude: Weitgehend funktionsgerecht. Besuchszentrum und Vollzugsgeschäftststelle im EG, Verwaltung im 1. und 2. OG. Wegeführung beim Aufnahme- und Entlassungsverfahren umständlich. Ein innenliegender Langzeitbesuchsraum ungünstig. • Teilanstalten I, II, III: Teilanstaltsverwaltungen an den Zugängen (Magistrale bzw. Treppenräume). Weitere Räume der Teilanstaltsverwaltungen in der Hauptverwaltung.

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Aufteilung nicht funktionsgerecht. Identische Ausbildung der Teilanstalten als zweiflügelige Häuser. Funktionsräume an den Zugängen. Aufenthaltsräume und Küchen in den Randzonen der Wohngruppenbereiche. Aufsichtsbüros zentral an den Knotenpunkten der Flure. Lange Wege aufgrund der 2-bündigen Grundrissstruktur. Relativ gleichmäßige Ausblicks- und Besonnungsqualität der meisten Hafträume. Arztgeschäftsstelle, Schule / Bildung, Religion, Sport / Freizeit / Kultur: Arzt, Schule, Religion im 1. und 2. OG des Hauptverwaltungsgebäudes. Sport / Freizeit / Kultur im 1. OG oberhalb der Küche am westlichen Ende der Magistrale. Lage der Biblithek im Verwaltungsbereich der Schule ungünstig. Ansonsten funktionsgerechte Organisation der Bereiche. Arbeitswesen: Weitgehend funktionsgerecht. Logistikcenter in Randlage. Nebenräume separiert im 1. OG. Flexibilität der Hallen aufgrund der schmalseitigen Erschließung eingeschränkt. Versorgung: Küche in Randlage am westlichen Ende der Magistrale. Ansonsten funktionsgerecht. Lager im EG des Hauptverwaltungsgebäudes. Außenanlagen: Freistundenhöfe im Winkel der Teilanstaltsflügel auf dreieckiger Grundfläche. Sportflächen im südwestlichen Grundstücksteil nahe der Sporthalle.

Realisierbarkeit • Raumprogramm mit geringfügigen Flächenabweichungen nachgewiesen. Technikräume im UG des Logistikcenters. Medienführung unterhalb der Gebäudesohle. • Gesamtbaukosten im Kostenrahmen. • Bauzeiteffizienter Einsatz von Beton-SandwichFertigbauteilen. Berücksichtigung der Geländetopografie. • Nutzung regenerativer Energien und Regenwassernutzung. • Betriebskosten leicht unterdurchschnittlich, Instandhaltungskosten durchschnittlich.

Karl + Probst, München | 1. Rundgang

1341

Planungsdaten NF (Gesamtraumprogramm) BGF A inkl. KG BGFA/NF (max.) A/V überbaute Fläche Kosten € (KG 100-700)

Vorgabe 28.007 m²

Entwurf 27.912 m² 42.228 m²

2,0

1,51 0,41

25.000 m²

25.101 m²

118.500.000,- 100.189.749,-

Ansicht Unterbringungs- und Arbeitsbereich

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

1341

Städtebau und Gestaltung • Kompakter, orthogonal zur Straße nach Struveshof angeordneter Gebäudekomplex im Südosten des Grundstücks. • Das Bauvolumen wird in zwei parallelen Schienen im Wechsel mit Freiräumen angeordnet. 3-geschossige, H-förmige Baukörper in der Westlichen Schiene und in der östlichen Schiene im Norden ein 1-geschossiger Hallenbaukörper und im Süden ein 2-geschossiger Baukörper. Durch einheitliche Gestaltung der Fassaden soll eine Ensemblewirkung erzielt werden. Im Osten vorgelagert bilden drei Einzelbaukörper das Entree. • Die Fassaden erhalten eine Klinkervorsatzschale und stehende Fensterelemente, der Hallenkomplex wird als Fertigteilbau in Beton-Sandwichbauweise errichtet. Die Gebäude erhalten fassadenbündige Flachdächer mit extensiver Begrünung (Kletterschutz fehlt). • Form und Abgrenzung der JVA führt die geometrische Formensprache des Landschaftsraumes fort. Die Zufahrt erfolgt östlich des Biotops von der Straße nach Struveshof. Im Osten werden, dem Pfortengebäude zugeordnet, PKW-Stellplätze angeordnet. • Kompakte, rechteckige Außensicherungsanlage mit Wall und Doppelzaun. Funktion Erschließung • Klares internes Erschließungssystem mit großflächig verglaster, ein Geschoss hoher Magistrale, die alle Bereiche anbindet. • Zweites Wegesystem vorhanden. Funktionale Zuordnung • Anordnung und Zuordnung der Funktionsbereiche und Anbindung an die Magistrale gemäß Vorgaben. Nutzungen mit Lieferverkehr sind im Nordosten der Anlage angeordnet. Östlich der Magistrale werden im Norden die Hallenkomplexe für Arbeitswesen und Versorgung und südlich des zentralen Grünraums Sport, Freizeit etc. sowie die Verwaltung in einem 2-geschossigen Gebäude angeordnet. Westlich der Magistrale nehmen 3-geschossige H-förmige Gebäude den Unterkunftsbereich auf. Organisation / Räumliche Qualität • Pfortengebäude: 2-geschossiges Pfortengebäude mit separater Wegeführung für Besucher und Bedienstete; Alarmzentrale im OG, Umkleiden im KG, gewünschte Tunnelanbindung nicht erkennbar. • Hauptverwaltungsgebäude: Die Verwaltung belegt das 1. OG des 2-geschossi-

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gen Gebäudes südlich des zentralen Grünraums. Der Bereich ist als zweihüftige Anlage mit Mittelflur organisiert. Raumzuordnungen sind nicht immer optimal. Die vertikale Erschließung erfolgt über zwei Treppenräume an den Flurenden. Teilanstalten I, II, III: Die Teilanstaltsverwaltung ist im 1. OG über der Magistrale angeordnet. In dem H-förmigen Grundriss der Wohngebäude liegt je Etage eine Station mit Gemeinschaftsbereichen im Querverbinder. Gewünschte Einsicht in alle Flurbereiche aus einem Dienstraum ist nicht gewährleistet. Die Riegel sind als zweihüftige Anlagen mit Mittelflur organisiert und über zwei Haupttreppenhäuser im Verbinder und 4 weitere Treppenräume an den Enden erschlossen. Arztgeschäftsstelle, Schule / Bildung, Religion, Sport / Freizeit / Kultur: Die Bereiche sind im südlich des zentralen Grünraums gelegenen Gebäudeteil angeordnet und gruppieren sich um Innenhöfe. Der Arztbereich kann nicht von Rettungsfahrzeugen angefahren werden. Arbeitswesen: Das Arbeitswesen ist eingeschossig im nördlichen Teil des Hallenkomplexes untergebracht: Produktion zur Magistrale und Logistikcenter zum östlichen Wirtschaftshof orientiert. Versorgung: Der Versorgungsbereich ist nördlich des zentralen Grünraums auf einer Ebene angeordnet. Außenanlagen: Der zentrale Grünraum soll intensiv gestaltet werden und von den Gefangenen gärtnerisch angelegt und gepflegt werden. Durch die H-Form der Unterkunftsgebäude erhält jede Teilanstalt einen nach Süden orientierten Freistundenhof für Bewegung und Kommunikation und einen nördlichen für Ruhe und Entspannung.

Realisierbarkeit • Das Raumprogramm ist im Wesentlichen erfüllt. • Gesamtkosten im Kostenrahmen. • Kompakte, bauzeiteffiziente Stahlbetonschottenb auweise; überwiegend wartungsarme hinterlüftete Klinkerfassaden. • Extensiv begrünte Flachdächer, Einbeziehung regenerativer Energien, Regenwasserzisternen. • Betriebskosten als durchschnittlich, Instandhaltungskosten als leicht unterdurchschnittlich einzuschätzen.

HPP Hentrich-Petschnigg & Partner GmbH + Co. KG, Düsseldorf | 1. Rundgang

1342

Planungsdaten NF (Gesamtraumprogramm) BGF A inkl. KG BGFA/NF (max.) A/V überbaute Fläche Kosten € (KG 100-700)

Vorgabe 28.007 m²

Entwurf 28.996 m² 44.736 m²

2,0

1,54 0,40

25.000 m²

25.823 m²

118.500.000,- 103.685.087,-

Teilnsicht Nord

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

1342

Städtebau und Gestaltung • Ost-West-gerichteter, axial und orthogonal geordneter Gebäudekomplex mit zentraler Magistrale. Unterkunftsbereiche südlich, alle anderen Funktionsbereiche nördlich der Magistrale. Aufnahme der topografischen Situation bei der Höhenentwicklung Nord-Süd. Die Höhenlage der Magistrale entspricht der Höhelage der mittleren Ebenen der 3-geschossigen Teilanstaltsgebäude. • Bildung einer Vielzahl von (Licht-) Höfen mit klaren Raumkanten. Pfortengebäude freigestellt. • Einfache stereometrische Bauformen. Flachdächer mit Dachüberständen gemäß Vorgaben. Fassaden horizontal gegliedert in Sichtbetonbänder und Fensterbänder mit Faserzementplatten zwischen den Fensteröffnungen. Holzfenster. • Im Vorfeld zur Straße nach Struveshof Biotop, Parkplatz und Zufahrtsstraße. • Außensicherungsanlage mit Doppelzaun gemäß Vorgaben. Funktion Erschließung • System der Erschließung insgesamt einfach, problemlose Orientierung. Ca. 270m lange Magistrale ohne 2. Ebene bzw. 2. Wegesystem. Anbindung der mittleren Geschosse der Teilanstaltsgebäude an die Magistralenebene. • Separierung der Besucherwege gegeben. Personalwege Pforte - Magistrale nicht eindeutig. Gefangenenwege im Besuchszentrum problematisch. Funktionale Zuordnung • Zuordnungen der Funktionsbereiche gem. Vorgaben. Teilanstalten südlich, Hallen und sonstige Bereiche nördlich der Magistrale. Hauptverwaltung, Versorgung und Schule am westlichen, Sport am östlichen Ende der Magistrale. Küche in Randlage. Räumliche Organisation / Räumliche Qualität • Pfortengebäude: Funktionsgerecht organisiert. Alarmzentrale im OG. • Hauptverwaltungsgebäude: Funktionsgerecht organisiert. Besuchszentrum und Vollzugsgeschäftsstelle im EG, Verwaltungsräume im OG. • Teilanstalten I, II, III: Teilanstaltsverwaltungen in Zuordnung zur Magistrale, jedoch ungünstige Wegebeziehungen zu den Unterkunftsbereichen. Gemeinsam genutzte Räume in Randlage. Identische Ausbildung der 3 Teilanstalten in unmittelbarer baulicher Verknüpfung. Jede Station

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umfasst zwei rechtwinklig zueinander gestellte Gebäudeflügel mit je einer Wohngruppe. Aufenthaltsräume / Küchen am Zugang zu den Gruppenbereichen. Aufsichtsbüros zentral am Knotenpunkt der Flure, jedoch ist von dort nicht die geforderte Aufsicht über 2 Stationen möglich. Relativ unterschiedliche Ausblicks- und Besonnungsqualität der Hafträume. Arztgeschäftsstelle, Schule / Bildung, Religion, Sport / Freizeit / Kultur: Arztgeschäftsstelle und Schule im 1. OG oberhalb der Küche funktionsgerecht organisiert. Pausenhof in einem Atrium direkt zugeordnet. Wegeführung für Krankentransporte unklar. Religion und Sport am östlichen Ende der Magistrale funktionsgerecht organisiert. Arbeitswesen: Funktionsgerecht organisiert. Nebenräume auf 2 Ebenen. Flexible Grundflächenzuschnitte. 2-seitige Belichtung der Hallen. Großzügig dimensionierte Anlieferungszone. Versorgung: Auf 1 Ebene im westlichen Abschnitt der Magistrale weitgehend funktionsgerecht organisiert. Belichtungs- / Ausblicksituation der Personalkantine ungünstig. Außenanlagen: Freistundenhöfe von den Unterkunftsbereichen 3-seitig baulich gefasst. Sportfelder im östlichen Grundstücksrandbereich nahe an der Sicherheitslinie.

Realisierbarkeit • Raumprogramm mit geringfügigen Flächenabweichungen nachgewiesen. Technikflächen im UG der Hauptverwaltung. Medienführung unterhalb der Gebäudesohlen. • Gesamtkosten im Kostenrahmen. • Bauzeiteffiziente Stahlbetonfertigteilbauweise, Außenwände als Beton-Sandwich-Fertigteile. Fassadenfensterbänder aus Faserzementplatten. • Einsatz natürlicher Baustoffe, ausschließlich extensiv begrünte Dachflächen. Einbeziehung regenerativer Energien, Regenwasserzisternen. • Berücksichtigung der Geländetopografie. • Betriebs- und Instandhaltungskosten leicht unterdurchschnittlich.

Schuster Architekten, Düsseldorf | 1. Rundgang

1343

Planungsdaten NF (Gesamtraumprogramm) BGF A inkl. KG BGFA/NF (max.) A/V überbaute Fläche Kosten € (KG 100-700)

Vorgabe 28.007 m²

Entwurf 28.648 m² 45.966 m²

2,0

1,60 0,35

25.000 m²

25.127 m²

118.500.000,- 104.533.310,-

Teilansicht Osten

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

1343

Städtebau und Gestaltung • Kompakter, orthogonal zur Straße angeordneter Gebäudekomplex im Südwesten des Grundstücks. • Das Bauvolumen gliedert sich in 1- bzw. 2-geschossige Baukörper, die westlich der nord-südverlaufenden Magistrale aufgereiht sind und den drei Teilanstalten, die sich mit 3-geschossigen, strahlenförmigen Baukörpern nach Osten öffnen. Den Auftakt der Anlage bildet das Pfortengebäude im Norden, dem nach Süden ein lang gestreckter Wirtschaftshof vorgelagert wird, der nach Westen durch Garagen und Logistikcenter begrenzt wird. • Als Fassadenmaterial werden großformatige, unterschiedlich eingefärbte Stahlbetonfertigteile vorgesehen, mit horizontaler Gliederung im Bereich der westlichen Baukörper und vertikaler Gliederung im Bereich der Wohngruppen. Die Gebäude erhalten Flachdächer mit extensiver Begrünung, der geforderte Dachüberstand wird eingehalten. • Die Zufahrt erfolgt westlich des Biotops. Zwischen zwei Erschließungsstraßen werden axial zum Pfortengebäude die Stellplätze angeordnet. Platzsparende, kompakte Anordnung der Anlage auf dem Grundstück, mit südlich der Pforte gelegenem Wirtschaftshof und Freistundenhöfen im Osten. • Kompakte, rechteckige Außensicherungsanlage mit Wall und Doppelzaun, im Norden als Mauer. Funktion Erschließung • Klares internes Erschließungssystem mit großflächig verglaster Magistrale, über die alle Bereiche angebunden werden, Anbindung an die Magistrale teilweise unklar. • Zweites Wegesystem nicht dargestellt. Funktionale Zuordnung • Anordnung und Zuordnung der Bereiche im Wesentlichen funktionsgerecht. Nutzungen mit Lieferverkehr sind im Westen der Anlage, zum Wirtschaftshof, angeordnet. Westlich der Magistrale werden von Norden nach Süden Verwaltungstrakt und Besucherbereich, Versorgung, Produktionshallen und als Abschluss das Gebäude für Freizeit, Bildung und Kultur als kompakte Baukörper, jeweils durch grüne Höfe von einander getrennt, angeordnet. Östlich der Magistrale werden die Unterkunftsbereiche in drei sich flügelförmig nach Osten öffnenden Baukörpern vorgesehen. Organisation / Räumliche Qualität • Pfortengebäude: Das 2-geschossige Pfortengebäude wird in die Außenmauer integriert. Separate Wegeführung für Besucher und Bedienstete vorhanden, jedoch nicht immer funktional. Alarmzentrale im OG,

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Umkleiden im KG mit Tunnel zur Verwaltung. Hauptverwaltungsgebäude: Die Verwaltung ist im nördlichen, 2-geschossigen, unterkellerten Baukörper als zweihüftige Anlage mit Mittelflur organisiert. Die vertikale Erschließung erfolgt über zwei Treppenräume und Aufzüge an den Flurenden. Besucherbereich im EG in Teilbereichen nicht funktionsgerecht. Teilanstalten I, II, III: In jedem Geschoss der sich strahlenförmig aufweitenden Gebäudeflügel ist jeweils eine Station untergebracht. Grundrissorganisation als dreihüftige Anlage mit Hafträumen nach außen und Gemeinschaftsbereichen in der, über grüne Höfe belichteten Mittelzone. Überschaubarkeit der Flure durch eine Person nicht gewährleistet. Teilanstaltsverwaltungen dezentral im Kopf zur Magistrale hin angeordnet. Die vertikale Erschließung erfolgt über ein Haupttreppenhaus mit Aufzug im Kopf und je ein Treppenhaus an den Gebäudeenden. Arztgeschäftsstelle, Schule / Bildung, Religion, Sport / Freizeit / Kultur: Die Bereiche sind im südlichen Gebäudeblock, um einen Schulhof angeordnet, mit Sport, Bildung und Andacht im Erdgeschoss und Arzt- und Lehrerbereich im OG. Arbeitswesen: Funktionsgerechte Anordnung in 1-geschossigen Hallen im mittleren Bereich. Versorgung: Weitgehend funktionsgerechte Anordnung südlich der Verwaltung, teilweise 2-geschossig (Kantine Bedienstete). Außenanlagen: Die kompakten Außenflächen gliedern sich in den Wirtschaftshof, der im Süden durch die Sportfreiflächen begrenzt wird, kleinere grüne Höfe zwischen den einzelnen Gebäuden, und die Freistundenhöfe zwischen den Gebäudeflügeln. Durch Gebäude umschlossene Freiflächen werden als Retensionsflächen ausgebildet.

Realisierbarkeit • Das Raumprogramm ist im Wesentlichen erfüllt. • Gesamtkosten im Kostenrahmen, erhöhte Scha llschutzanforderungen durch Positionierung der Unterkunftsbereiche. • Kompakte Stahlbeton- (Ortbeton) bzw. KSSystemmauerwerkskonstruktion mit vorgehängter Stahlbetonfertigteilfassade. • Extensive Dachflächenbegrünung, Einbeziehung regenerativer Energien, Regenwasserzisternen. • Betriebs- und Instandhaltungskosten als leicht unterdurchschnittlich einzuschätzen

Stefan Ludes Architekten, Berlin | Ankauf

1344

Planungsdaten NF (Gesamtraumprogramm) BGF A inkl. KG BGFA/NF (max.) A/V überbaute Fläche Kosten € (KG 100-700)

Vorgabe 28.007 m²

Entwurf 28.243 m² 43.999 m²

2,0

1,56 0,42

25.000 m²

27.101 m²

118.500.000,- 102.891.681,-

Ansicht Nord-Ost

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

1344

Städtebau und Gestaltung • Gebäudekomplex im südlichen Teil des Grundstücks mit axialer und orthogonaler baulichräumlicher Struktur. Zentrale Magistrale parallel zur Straße nach Struveshof bzw. zur südlichen Grundstücksgrenze ausgerichtet. Ruhige Bereiche südöstlich, von Erschließungsverkehr betroffene Bereiche nordwestlich der Magistrale. • Vielzahl von offenen, gartenarchitektonisch gestalteten Höfen mit klaren Raumkanten. Pfortengebäude, Logistikcenter und Entsorgungs/ Technikgebäude freistehend. • Einfache stereometrische Bauformen. Flachdächer ohne Dachüberstände. Fassaden aus Verblendmauerwerk, Hallen mit Stahlblechverkleidung. Holzfenster. Geschossweise wechselnde Anordnung der Fensteröffnungen. • Im Vorfeld zur Straße Parkplatz und Zufahrtsstraße. Zusammenfassung von Biotop und Wäldchen, Ergänzungspflanzungen. • Außensicherungsanlage in der Regel mit Doppelzaun, teilweise mit Mauer (Angaben uneindeutig). Funktion Erschließung • System der Erschließung insgesamt einfach, problemlose Orientierung. Ca. 320m lange Magistrale ohne 2. Ebene, lichte Höhe ca. 3,75m. • Separierung der Besucherwege gegeben. Personalwege Pforte-Magistrale weitläufig über das EG des Hauptverwaltungsgebäudes. Funktionale Zuordnung • Zuordnungen der Funktionsbereiche gem. Vorgaben. Teilanstalten und gemeinsames Gebäude für Arztdienstelle, Schule, Sport sowie separates Gebäude für Religion südöstlich, Küche (in Randlage), Lager und Hallen nordwestlich an die Magistrale angebunden. Logistikcenter, Technik- / Entsorgungsgebäude freistehend in der nordöstlichen Randzone des JVA-Geländes. Räumliche Organisation / Räumliche Qualität • Pfortengebäude: Fahrzeugschleuse überdimensioniert. Ansonsten funktionsgerecht. Alarmzentrale im OG. • Hauptverwaltungsgebäude: Weitgehend funktionsgerecht, geringfügige Mängel. Besucherzentrum und Vollzugsgeschäftsstelle im EG. Verwaltungsräume im OG. Innenliegende Langzeitbesuchsräume und Zugang Zahlstelle ungünstig. • Teilanstalten I, II, III: Teilanstaltsverwaltungen im Hauptverwaltungsgebäude (1. OG), ungünstige Wegebeziehung zu den Unterkunftsbereichen.

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Identische Ausbildung der 3 Teilanstalten in eigenen 3-flügeligen Häusern. Der kurze, an die Magistrale anbindende Flügel enthält Funktionsräume, die beiden langen Flügel jeweils eine Station pro Geschoss mit klarer Separierung der Wohngruppen. 3-bündige Grundrissorganisation der Stationen. Aufenthaltsräume (Durchgangsräume) und Küchen im Zugangsbereich. Aufsichtsbüros am Knotenpunkt der Flure. Einsehbarkeit der Flure von dort aufgrund der zwischengeschalteten Aufenthaltsräume nur eingeschränkt gegeben. Lage der Teilanstaltszentralen im 2. OG ungünstig. Relativ gleichmäßige Ausblicks- und Besonnungsqualität für die meisten Hafträume, zur Magistrale gerichtete Hafträume jedoch benachteiligt. Arztgeschäftsstelle, Schule / Bildung, Religion, Sport / Freizeit / Kultur: Religion in eigenem Bauteil direkt an der Magistrale. Ansonsten Zusammenfassung der Bereiche am südwestlichen Ende der Magistrale. Arzt und Sport im EG, Schule im OG. Trennung der Schulverwaltung von den Unterrichtsräumen. Pausenhof auf dem Dach des Sporttraktes. Weitgehend funktionsgerechte Grundrissorganisation der Bereiche. Arbeitswesen: Vier eigenständig Hallen. Belichtung über Oberlichter. Nebenräume in Zuordnung zur Magistrale auf einer Ebene. Flexible Grundflächenzuschnitte. Ausreichend dimensionierte Anlieferungszonen. Versorgung: Lager und Küche auf 1 Ebene funktionsgerecht organisiert. Allgemeine Entsorgung in separatem Gebäude. Außenanlagen: Freistundenhöfe von den Unterkunftsbereichen 3seitig baulich gefasst. Sportflächen in Zuordnung zur Sporthalle nahe der Sicherheitslinie.

Realisierbarkeit • Raumprogramm mit geringfügigen Flächenabweichungen nachgewiesen. Technikflächen in eigenem Gebäude. • Gesamtkosten im Kostenrahmen. • Bauzeiteffizienter Einsatz von Stahlbetonfertigund Halbfertigteilen. Überwiegend wartungsarme hinterlüftete Verblendmauerwerkfassade, teilweise Blechfassadenverkleidung. • Einsatz natürlicher Materialien. Teilweise extensiv begrünte Dächer und konventionelle Flachdächer mit Kunststoffbahnabdichtung. • Betriebskosten durchschnittlich. Instandhaltungskosten leicht unterdurchschnittlich.

Frick Krüger Nusser Plan2 Architekten / Generalplaner, München | Ankauf

1345

Planungsdaten NF (Gesamtraumprogramm) BGF A inkl. KG BGFA/NF (max.) A/V überbaute Fläche Kosten € (KG 100-700)

Vorgabe 28.007 m²

Entwurf 28.568 m² 44.511 m²

2,0

1,56 0,38

25.000 m²

26.301 m²

118.500.000,- 103.233.892,-

Ansicht Nord

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

1345

Städtebau und Gestaltung • Kompakter, parallel zur Straße angeordneter Gebäudekomplex im Süden des Grundstücks. • Das Bauvolumen gliedert sich in kompakte 2- bzw. 3-geschossige Baukörper nördlich der Magistrale und 3-geschossige, den Höhensprung des Geländes nutzende, sternförmige Gebäude für die Teilanstalten. Den Auftakt der Anlage bildet das Pfortengebäude im Nordosten, dem nach Süden der 3-geschossige Verwaltungsriegel und westlich angrenzend der Wirtschaftshof vorgelagert wird. • Ein bewusster Wechsel verschiedener Materialien und Texturen soll das Bild eines spannungsreichen Gesamtkomplexes erzeugen. Beschrieben werden Faserzementplatten, durchgefärbte Betonfertigteile und Blechverkleidungen in unterschiedlichen Farben. Die Wohngebäude erhalten Flachdächer mit extensiver Begrünung, der geforderte Dachüberstand wird eingehalten. • Die Zufahrt erfolgt östlich des Biotops von der Straße nach Struveshof. Entlang der Zufahrt werden im Osten PKW-Stellplätze angeordnet. Die offene Landschaft mit den ehemaligen Rieselfeldern wird bei der Freiflächengestaltung, insbesondere im Bereich der terrassierten Freistundenhöfe, thematisiert. • Kompakte, rechteckige Außensicherungsanlage mit Wall und Doppelzaun. Funktion Erschließung • Klares internes Erschließungssystem mit großflächig verglaster Magistrale, über die alle Bereiche angebunden werden. • Getrennte Wegeführung vorhanden. Funktionale Zuordnung • Anordnung und Zuordnung der Funktionsbereiche und Anbindung an die Magistrale gemäß Vorgaben. Nutzungen mit Lieferverkehr sind im Osten der Anlage zum Wirtschaftshof orientiert. Nördlich der Magistrale werden von Osten nach Westen Verwaltungstrakt, Versorgung, Produktionshallen und, durch einen schmalen Hofraum getrennt, das Gebäude für Freizeit, Bildung und Kultur angeordnet. Südlich der Magistrale werden die Unterkunftsbereiche in drei sich sternförmig nach Süden öffnenden Baukörpern untergebracht. Organisation / Räumliche Qualität • Pfortengebäude: Das Pfortengebäude im Norden bietet separate Zugänge für Besucher und Bedienstete; Alarmzentrale im OG, Umkleiden im UG mit Verbindung zur Verwaltung. • Hauptverwaltungsgebäude:

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Die Verwaltung liegt im östlichen Gebäuderiegel, über 3 Geschosse organisiert, mit Besucherbereich ebenerdig an die Pforte angebunden. Der Bereich ist als zweihüftige Anlage mit Mittelflur organisiert. Auf Ebene 0 liegen zum Wirtschaftshof hin Lagerflächen. Teilanstalten I, II, III: Der sternförmige Grundriss nimmt je Geschoss 4 Wohngruppen auf, die Teilanstaltsverwaltung liegt im Verbinder zur Magistrale. Die Wohngruppen sind als zweihüftige Anlage mit Mittelflur organisiert. Der im Zentrum angeordnete Dienstraum bietet Einblick in alle Flurbereiche. Die vertikale Erschließung erfolgt über ein Haupttreppenhaus mit Aufzug im Zentrum und je ein Treppenhaus am Gebäudeende. Arztgeschäftsstelle, Schule / Bildung, Religion, Sport / Freizeit / Kultur: Die Bereiche sind funktionsgerecht im westlichen Gebäudekomplex um einen kleinen Pausenhof angeordnet: Sport, Freizeit und Kultur auf Ebene U1, Schule auf Ebene 0 und ärztliche Versorgung im OG. Arbeitswesen: Die Bereiche sind auf einem Geschoss im mittleren Bereich der nördlichen Gebäudeschiene funktionsgerecht organisiert. Versorgung: Der Versorgungsbereich schließt nach Osten, zum Wirtschaftshof hin orientiert, an und ist teilweise 2geschossig organisiert (Bedienstetenkantine). Außenanlagen: Die kompakten Außenflächen gliedern sich in den Wirtschaftshof, die der Sporthalle westlich vorgelagerten Sportfreiflächen sowie den terrassierten Freistundenhöfen im Süden.

Realisierbarkeit • Das Raumprogramm ist im Wesentlichen erfüllt. • Gesamtkosten liegen im Kostenrahmen. • Kompakte, flächensparende Bauform und der überwiegende Einsatz von Betonfertigteilelementen lassen eine kostengünstige Erstellung und zügigen Bauablauf erwarten. • Kompakte Stahlbetonschottenbauweise, bauzeiteffizienter Einsatz von Stahlbetonfertig- und Halbfertigteilen, Außenwände Beton-SandwichFertigteile. • Überwiegend extensive Dachbegrünung, Einbeziehung regenerativer Energien, Regenwasserzisternen, Berücksichtigung der Geländetopografie. • Betriebs- und Instandhaltungskosten sind als leicht unterdurchschnittlich einzuschätzen.

Hohensinn Architektur ZT GmbH, Graz / 1. Preis

1346

Planungsdaten NF (Gesamtraumprogramm) BGF A inkl. KG BGFA/NF (max.) A/V überbaute Fläche Kosten € (KG 100-700)

Vorgabe 28.007 m²

Entwurf 27.846 m² 44.530 m²

2,0

1,60 0,41

25.000 m² 118.500.000,-

24.448 m² 108.119.114,-

Ausschnitt 1. Obergeschoss

Ansicht-Schnitt Nord

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

1346

Städtebau und Gestaltung • Aufnahme der topografischen Gegebenheiten bei der Ausrichtung der Gesamtanlage bzw. der Magistrale und bei der Höhenbeziehung der nördlich bzw. südlich der Magistrale gelegenen Bauteile. Wohnfunktionen nördlich, alle anderen Bereiche südlich bzw. kopfseitig an die Magistrale angebunden. • Differenzierte Raumbildung im Bereich der Teilanstalten mit klaren Raumkanten. Höfe zwischen den Teilanstalten auf das Niveau der Magistrale abgesenkt. Pforte und Sporthalle freistehend. • Einfache stereometrische Bauformen. Flachdächer mit Dachüberstand gem. Vorgabe. Fassaden aus Sichtbeton-Fertigteilen in unterschiedlichen Breiten und Farbschattierungen. Hallen mit Metallblechfassaden. Raumhohe Stahl-Fenster. Großflächige Verglasung der Magistrale, der Atrien und der Aufenthaltsräume der Teilanstalten. • Im Vorfeld zur Straße im nordöstlichen Grundstücksteil Parkplätze und Zufahrtsstraße, Ergänzungspflanzungen im nordwestlichen Außenraum. • Außensicherungsanlage mit Doppelzaun. Funktion Erschließung • System der Erschließung insgesamt einfach, problemlose Orientierung. Ca. 280m lange Magistrale mit Galerieebene („Alarmgang“); Differenzierung durch eingebaute Lichthöfe und Aufweitungen, dadurch eingeschränkte Übersichtlichkeit. • Separierung der Besucherwege gegeben. Personalwege Pforte-Magistrale über das EG des Hauptverwaltungsgebäudes. Funktionale Zuordnung • Zuordnungen der Funktionsbereiche gem. Vorgaben. Teilanstalten nördlich, Hauptverwaltung am östlichen Ende der Magistrale. Arzt, Schule, Religion in gemeinsamem Gebäude am westlichen Ende der Magistrale. Sport in einem freistehenden Gebäude südlich der Schule. Hallen in zentraler Lage südlich der Magistrale. Küche und Lager in Randlage am östlichen Ende der Magistrale. Räumliche Organisation / Räumliche Qualität • Pfortengebäude: Funktionsgerecht. Alarmzentrale im OG. • Hauptverwaltungsgebäude: Besuchszentrum in eigenem Gebäudeflügel auf 2 Geschossebenen. Vollzugsgeschäftsstelle im EG des anderen Flügels, Verwaltung auf 2 Geschossebenen darüber. Insgesamt funktionsgerecht. • Teilanstalten I, II, III: Teilanstaltsverwaltung auf der Galerieebene in der Magistrale. Ungünstige Wegebeziehung zu den Teilanstalten über Treppen. Gemeinsame Räume

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auf 2 Geschossebenen in zentraler Lage auf der Galerieebene. Identische Ausbildung der Teilanstalten in jeweils eigenen 4-flügeligen Häusern auf X-förmiger Grundfläche. Funktionsräume im Zugangsbereich an der Magistrale (Sockelgeschossebene). Gruppenweise Gliederung der Geschossebenen. Aufenthaltsräume, Küchen, Duschen im Zugangsbereich der Wohngruppen. Aufsichtsbüros am Knotenpunkt der Flure. Einsehbarkeit der Flure gegeben. Großzügiger hallenartiger Zugangsbereich. Relativ unterschiedlicheAusblicks- und Besonnungsqualität der Hafträume. Arztgeschäftsstelle, Schule / Bildung, Religion, Sport / Freizeit / Kultur: Gemeinsames Gebäude für Arzt (2. OG), Schule (EG, 1. OG) und Religion (1. OG) mit funktionsgerechter Organisation. Sport in eigenem Gebäude südlich davon, funktionsgerecht. Pausenhof zwischen Schule und Sportgebäude. Arbeitswesen: Hallenmodule baukörperlich zusammengefasst, jeweils mit einem Atrium ausgestattet. Nebenräume auf 2 Ebenen an der Magistrale. Flexibilität der Grundflächen durch Atrien eingeschränkt. Ausreichend dimensionierte Anlieferungszone. Versorgung: Küche und Lager auf einer Ebene funktionsgerecht organisiert. Außenanlagen: Freistundenhöfe abgesenkt zwischen Teilanstaltsgebäuden und Magistrale, 3-seitig baulich gefasst. Angebot eines gedeckten Bereichs. Alternativ: andere räumlich definierte Hofbereiche im Umfeld der Teilanstalten. Sportfreiflächen im südwestlichen Geländeeck in Zuordnung zur Sporthalle nahe der Sicherheitslinie.

Realisierbarkeit • Personalkantine nicht auffindbar. Raumprogramm ansonsten mit geringfügigen Flächenabweichungen nachgewiesen. • Rettungswege teilweise problematisch (Stichflure in den Teilanstalten). • Gesamtkosten im Kostenrahmen. • Bauzeiteffiziente Stahlbetonwandkonstruktionen mit hinterlüfteter Betonfertigteilfassade. Bekieste Folienflachdächer. • Einbeziehung regenerativer Energien. • Berücksichtigung der Geländetopografie. • Betriebskosten aufgrund des erhöhten Glasflächenanteils leicht überdurchschnittlich. Instandhaltungskosten leicht unterdurchschnittlich.

KSP Engel und Zimmermann GmbH, Berlin | 2. Rundgang

1347

Planungsdaten NF (Gesamtraumprogramm) BGF A inkl. KG BGFA/NF (max.) A/V überbaute Fläche Kosten € (KG 100-700)

Vorgabe 28.007 m²

Entwurf 28.448 m² 46.326 m²

2,0

1,63 0,37

25.000 m² 118.500.000,-

30.034 m² 117.914.225,-

Ansicht Nord

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

1347

Städtebau und Gestaltung • Kompakter, parallel zur Straße nach Struveshof angeordneter Gebäudekomplex im Süden des Grundstücks. • Die ost-west-verlaufende Magistrale bildet das Rückgrat der Anlage. Im Norden umschließt ein U-förmiger Gebäudekomplex den Eingangshof gegenüber dem Pfortengebäude. Durch einen schmalen Hofraum getrennt, schließt nach Osten ein 1bzw. 2-geschossiger kompakter Hallenbaukörper mit Sheds an. Südlich der Magistrale liegen die Wohnbereiche in drei 3-geschossigen, kreuzförmig angeordneten Baukörpern, die im Westen vom 2geschossigen Baukörper der Sporthalle begrenzt werden. Die Ränder des Komplexes werden durch die Gebäude und einen umlaufenden Mauersockel umfasst, es entstehen klar definierte Innenräume. • Es werden unterschiedliche Fassadenmaterialien eingesetzt: raue Oberflächen betonen die Vertikalität, glatte Oberflächen binden den Komplex horizontal zusammen. Der geforderte Dachüberstand ist Teil dieses Bandes, das auch die Stirnseiten der Gebäude umfasst. • Die Zufahrt erfolgt westlich des Biotops von der Straße nach Struveshof. Beiderseits der Zufahrt werden PKW-Stellplätze angeordnet, die durch Baumpflanzungen die räumliche Wirkung des Biotops erweitern. Bestimmendes Gestaltungselement sowohl des Eingangshofes als auch der Freistundenhöfe und der südlich angeordneten Versickerungsflächen sind linear angeordnete farbige Buschhecken. • Außensicherungsanlage mit Wall und Doppelzaun. Das Herausragen des Pfortengebäudes ist aus Sicherheitsgründen problematisch (Wall als Kletterhilfe). Funktion Erschließung • Klares internes Erschließungssystem mit großflächig verglaster Magistrale, über die alle Bereiche angebunden werden. • Getrenntes Wegesystem vorhanden. Funktionale Zuordnung • Zuordnung der Bereiche und Anbindung an die Magistrale im Wesentlichen funktionsgerecht. Nutzungen mit Lieferverkehr sind nach Norden zum Wirtschaftshof orientiert. Der U-förmige Gebäudekomplex, der den Eingangshof umschließt, umfasst Besucherbereich und Verwaltung, ärztliche Versorgung sowie Schule und Bildung. Südlich der Magistrale werden die Wohngruppen angeordnet. Organisation / Räumliche Qualität • Pfortengebäude:

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Das Pfortengebäude bietet separate Zugänge für Besucher und Bedienstete; Alarmzentrale im OG, Umkleiden im KG mit Anbindung an Verwaltung. Hauptverwaltungsgebäude: Die Verwaltung ist im westlichen L-förmigen Baukörper über 2 Geschosse organisiert mit Besucherbereich und ärztlicher Versorgung im EG. Der Bereich ist als zwei- bzw. dreihüftige Anlage organisiert. Die vertikale Erschließung erfolgt über ein Treppenhaus mit Aufzug an der Magistrale und ein weiteres am nördlichen Ende. Teilanstalten I, II, III: In jedem Geschoss der kreuzförmigen Grundrissform sind jeweils vier Wohngruppen mit einem Aufsichtskern im Zentrum angeordnet, die übrigen Bereiche liegen in einem 1-geschossigen Verbinder zur Magistrale. Die einzelnen Wohngruppen sind als zweihüftige Anlage mit Mittelflur organisiert. Die vertikale Erschließung erfolgt über ein Haupttreppenhaus im Zentrum und je ein Treppenhaus an den Gebäudeenden. Lage der Teilanstaltsverwaltung im Verwaltungstrakt ungünstig. Schule / Bildung, Religion, Sport / Freizeit / Kultur: Schule und Bildung sind im östlichen Riegel der U-Form auf einem Geschoss angeordnet. Der Andachtsraum liegt südlich der Magistrale als Solitär. Der Sportbereich bildet, südlich der Magistrale, den westlichen Abschluss. Versorgung /Arbeitswesen: Beide Bereiche werden in einem kompakten Baukörper nördlich der Magistrale funktionsgerecht angeordnet. Lieferverkehr ausschließlich über Logistikbereich problematisch. Außenanlagen: Die kompakten Außenflächen gliedern sich in den grünen Eingangshof, den Wirtschaftshof im Norden, ruhige, introvertierte Freistundenhöfe sowie die abgesenkten Sportfreiflächen im Westen und abgeböschte Versickerungsflächen im Süden.

Realisierbarkeit • Das Raumprogramm ist im Wesentlichen erfüllt. • Gesamtbaukosten liegen im Kostenrahmen; überdurchschnittlich hohes Gebäudevolumen, große Hüllfläche, lange Außensicherung. • Bauzeiteffiziente Stahlbetonskelettbauweise mit KS-Mauerwerksausfachung, Beton-SandwichFertigelemente, wartungsarme hinterlüftete Betonsteinverblendung. • Einbeziehung regenerativer Energien. • Betriebs- und Instandhaltungskosten sind als leicht überdurchschnittlich einzuschätzen

APB. Architekten BDA Wilkens Grossmann-Hensel Schneider, Hamburg | Ankauf

1348

Planungsdaten NF (Gesamtraumprogramm) BGF A inkl. KG BGFA/NF (max.) A/V überbaute Fläche Kosten € (KG 100-700)

Vorgabe 28.007 m²

Entwurf 28.174 m² 40.401 m²

2,0

1,43 0,37

25.000 m² 118.500.000,-

23.951 m² 99.051.123,-

Ansicht Nord

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

1348

Städtebau und Gestaltung • Gebäudekomplex senkrecht zur Straße nach Struveshof ausgerichtet mit zentraler Magistrale. Ruhige Bereiche lärmabgewandt südwestlich, Arbeits- und Versorgungsbereiche nordöstlich der Magistrale. Aufnahme der topografischen Situation; die Höhenlage der Magistrale und der im NO angegliederten Gebäude entspricht der Höhenlage der mittleren Geschosse der Häuser im SW. • Differenzierte Raumbildung südwestlich der Magistrale mit einer Vielzahl von offenen und geschlossenen Höfen in unterschiedlichen Höhenlagen. Pfortengebäude freistehend. • Einfache stereometrische Baukörper mit eingefärbten Sichtbetonfassaden. Flachdächer. Anstelle von Dachüberständen werden die Fassaden, mit Ausnahme der Hallen, im oberen Geschoss als Überhang ausgebildet. Metallfenster. • Im Vorfeld zur Straße Parkplatz und Zufahrtsstraße. Zusammenfassung von Wäldchen und Biotop. • Außensicherungsanlage mit Doppelzaun. Funktion Erschließung • System der Erschließung insgesamt einfach, problemlose Orientierung. Ca. 230m lange Magistrale mit Galerieebene sowie einer zusätzlichen, natürlich belichteten Sockelgeschossebene. • Separierung der Besucherwege gegeben. Personalwege Pforte-Magistrale kurzwegig. Direkter Zugang von außen in die Magistrale. Funktionale Zuordnung • Zuordnungen der Funktionsbereiche gem. Vorgaben. Teilanstalten südwestlich, Arbeitswesen und Versorgung nordöstlich an die Magistrale angegliedert. Hauptverwaltung am nördlichen, Arzt, Schule, Sport, Religion am südlichen Ende der Magistrale. Küche in Randlage. Räumliche Organisation / Räumliche Qualität • Pfortengebäude: Funktionsgerecht organisiert. Alarmzentrale im OG, das über den Personalzugang und die Fahrzeugschleuse auskragt. EG mit ca. 6m Geschosshöhe. • Hauptverwaltungsgebäude: Bis auf Zahlstelle funktionsgerecht organisiert. Besuchszentrum und Vollzugsgeschäftsstelle im EG. Verwaltung überwiegend im OG sowie teilweise im natürlich belichteten Sockelgeschoss. • Teilanstalten I, II, III: Teilanstaltsverwaltungen dezentral im 1. OG (Galerieebene), gemeinsame Räume in zentraler Lage. Anbindung an die Hauptverwaltung über die Galerie.

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Nahezu identische Ausbildung der 3 Teilanstalten in jeweils eigenen V-förmigen Häusern. Ein kurzer, an die Magistralenebenen anbindender Gebäudeflügel enthält die Funktionsräume. Weitere Funktionsräume im Sockelgeschoss der Magistrale (Sicherheitsproblem). Aufenthaltsräume, Küchen, Duschen in den Randzonen der Gruppenbereiche an den Enden der Gebäudeflügel. Aufsichtsbüros an den Knotenpunkten der Flure. Einsehbarkeit der Unterkunftsbereiche von dort nur eingeschränkt gegeben. Weite Wege aufgrund der 2-bündigen Grundrissstruktur. Flurbreite nur 2m. Relativ unterschiedliche Ausblicks- und Belichtungsqualität der Hafträume. Arztgeschäftsstelle, Schule / Bildung, Religion, Sport / Freizeit / Kultur: Schule (EG und Sockelgeschoss) und Arzt (1.OG) im Gebäudeteil am südlichen Ende der Magistrale funktionsgerecht organisiert. 2-geschossiges Bauteil für Religion als Abschluss der Magistrale. Sporträume im benachbarten Gebäudeflügel mit ungünstiger Anordnung von Geräteräumen und Sporthalle auf 2 Ebenen. Arbeitswesen: Funktionsgerecht. Zusammenfassung von 4 Hallenmodulen. Nebenräume auf 2 Ebenen. Flexible Grundflächenzuschnitte. Ausreichend dimensionierte Anlieferungszonen. Versorgung: Lager und Küche sowie Entsorgung in einem 1geschossigen Hallenbaukörper funktionsgerecht organisiert. Belichtungs- bzw. Ausblickssituation der Personalkantine unbefriedigend. Außenanlagen: Freistundenhöfe mit dreieckiger Grundfläche, 2-seitig baulich gefasst und leicht abgesenkt. Sportflächen in Zuordnung zur Sporthalle nahe der Sicherheitslinie.

Realisierbarkeit • Raumprogramm nachgewiesen. Technikflächen im Sockelgeschoss unterhalb der Magistrale sowie im Versorgungsgebäude. • Gesamtbaukosten im Kostenrahmen. • Bauzeiteffizienter Einsatz von Stahlbetonfertigund Halbfertigteilen. Wartungsarme geschosshohe Betonvorsatzfassade. Überwiegend extensiv begrünte Dächer, Restdächer in konventioneller bituminöser Flachdachabdichtung. • Einbeziehung regenerativer Energien. • Berücksichtigung der Geländetopografie. • Betriebs- und Instandhaltungskosten durchschnittlich.

MGF Architekten GmbH, Stuttgart | Ankauf

1349

Planungsdaten NF (Gesamtraumprogramm) BGF A inkl. KG BGFA/NF (max.) A/V überbaute Fläche Kosten € (KG 100-700)

Vorgabe 28.007 m²

Entwurf 29.412 m² 47.415 m²

2,0

1,61 0,33

25.000 m²

26.927 m²

118.500.000,- 107.745.233,-

Ansicht Nord-Ost

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

1349

Städtebau und Gestaltung • Orthogonal zur Straße nach Struveshof angeordneter Gebäudekomplex, der seine Struktur von der Magistrale aus entwickelt und sich als Netzwerk von Raum und Funktion auf sein Umfeld ausbreitet. • Die Nord-Süd-verlaufende Magistrale bildet das Rückgrat der Anlage. Anfangspunkt der Anlage bildet im Norden der 3-geschossige Ost-West-gerichtete Riegel der Verwaltung, Endpunkt im Süden der kompakte 2-geschossige Baukörper für Sport, Freizeit und Kultur. Dazwischen spannen sich nach Westen, ein Geschoss absenkt, die 3-geschossigen, L-förmigen Gebäude der Teilanstalten und nach Osten die 2-geschosshohen Hallen für Versorgung und Produktion. Durch Ausnutzung der Topografie erhält der Gesamtkomplex einheitliche Gebäudehöhen. • Die Fassaden werden in Klinkermauerwerk ausgeführt, mit stehenden Fensterformaten im Wohnbereich und horizontalen Fensterbändern im Bereich der Hallen. Vergitterungen werden ebenengleich mit der Fassade ausgeführt. Die Flachdächer sind ohne den geforderten Dachüberstand ausgebildet. • Die Zufahrt erfolgt östlich des Biotops von der Straße nach Struveshof, östlich der Zufahrt werden die PKW-Stellplätze durch Baumreihen gegliedert. • Außensicherungsanlage mit Wall und Doppelzaun. Funktion Erschließung • Internes Erschließungssystem mit großflächig verglaster Magistrale, über die alle Bereiche angebunden werden. Getrennte Wegeführung im Bereich Pforte/Verwaltung unklar. Funktionale Zuordnung • Angaben und Zuordnung der Funktionsbereiche und Anbindung an die Magistrale gemäß Vorgaben. Zusammenlegung von Pforte und Verwaltung in einem Gebäude unzulässig. Nutzungen mit Lieferverkehr sind nach Osten zum Wirtschaftshof orientiert. Organisation / Räumliche Qualität • Pfortengebäude: Das Pfortengebäude im Norden bietet separate Zugänge für Besucher und Bedienstete; Alarmzentrale im OG, Umkleiden im KG, die geforderte Tunnelanbindung fehlt. • Hauptverwaltungsgebäude: Die 2-geschossige Verwaltung liegt zwischen Pfortengebäude und Magistrale. Der Bereich ist als zweihüftige Anlage mit Mittelflur mit

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Besucherbereich im EG organisiert. Die vertikale Erschließung erfolgt über ein Treppenhaus mit Aufzug an der Magistrale und ein weiteres am östlichen Gebäudeende. Teilanstalten I, II, III: Die 3-geschossigen winkelförmigen Teilanstalten nehmen je Geschoss zwei Stationen auf und sind über einen 1-geschossigen Riegel an die Magistrale angebunden. Die einzelnen Wohngruppen sind als zweihüftige Anlage mit Mittelflur organisiert. Die vertikale Erschließung erfolgt über ein Haupttreppenhaus und Aufzug im Kern und je ein Treppenhaus an den Gebäudeenden. Anordnung der Teilanstaltsverwaltung im nördlichen Verwaltungsgebäude funktional problematisch. Arztgeschäftsstelle, Schule / Bildung, Religion, Sport / Freizeit / Kultur: Dieser Komplex bildet den südlichen Abschluss der Magistrale mit Sport, Freizeit und Kultur sowie ärztlicher Versorgung in der unteren und Schule und Bildung in der oberen Ebene. Der Pausenbereich für Gefangene ist nicht dargestellt. Arbeitswesen: Funktionsgerechte Anordnung in einem kompakten Hallenbaukörper östlich der Magistrale mit Logistikbereich nach Norden und Produktionshallen nach Süden. Versorgung: Funktionsgerechte Anordnung des Bereichs im nordöstlichen, kleineren Hallenbaukörper. Außenanlagen: Die Außenflächen gliedern sich in den Wirtschaftshof im Osten, nach Westen orientierte Freistundenhöfe, die in Teilbereichen das Thema der Rieselfelder mit Schilfpflanzungen aufnehmen. Die Sportfreiflächen sind westlich der Sporthalle angeordnet.

Realisierbarkeit • Das Raumprogramm ist im Wesentlichen erfüllt, einige Räume sind kleiner dimensioniert. • Gesamtbaukosten im Kostenrahmen. • Bauzeiteffizienter Einsatz von Stahlbetonfertigund Halbfertigteilen, wartungsarme hinterlüftete Klinkerfassaden. • Betriebs- und Instandhaltungskosten sind als leicht unterdurchschnittlich einzuschätzen.

Gerber Architekten, Dortmund | 2. Rundgang

1350

Planungsdaten NF (Gesamtraumprogramm) BGF A inkl. KG BGFA/NF (max.) A/V überbaute Fläche Kosten € (KG 100-700)

Vorgabe 28.007 m²

Entwurf 27.955 m² 51.272 m²

2,0

1,83 0,35

25.000 m² 118.500.000,-

24.618 m² 118.565.301,-

Ansicht Nord

Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering / Ergebnisprotokoll

1350

Städtebau und Gestaltung • Gebäudekomplex mit zentraler Magistrale parallel zur südlichen Grundstücksgrenze. Teilanstalten südöstlich, alle anderen Funktionsbereiche nordwestlich der Magistrale. Aufnahme der topografischen Situation durch Höhensplit entlang der Magistrale. • Im Vorfeld zur Straße Parkplatz und Zufahrtsstraße. Ergänzungspflanzungen im nordöstlichen Grundstückseck. • Bildung offener und geschlossener Höfe mit klaren Raumkanten. Abgesenkter Wirtschaftshof. Pforte und Lager-/Garagengebäude freistehend. • Einfache stereometrische Bauformen. Flachdächer mit Dachüberstand gemäß Vorgaben. Fassaden in der Regel in Ziegelmauerwerk, bei der Magistrale Sichtbeton bzw. Pfosten-Riegel-Konstruktion. Fenster in Holz-Aluminium oder Aluminium. • Außensicherungsanlage mit Doppelzaun. Funktion Erschließung • System der Erschließung insgesamt einfach, problemlose Orientierung. Ca. 270m lange Magistrale mit Galerieebene (Anbindung TeilanstaltenHauptverwaltung) sowie einer zusätzlichen „Versorgungsmagistrale“ (Essensverteilung, Entsorgung, Medienführung) im Sockelgeschoss. Die Höhenlage der Magistrale entspricht der Höhenlage der mittleren Ebenen der Teilanstalten. • Separierung der Besucherwege gegeben. Personalwege Pforte-Magistrale weitläufig über das EG des Hauptverwaltungsgebäudes. Funktionale Zuordnung • Zuordnung der Funktionsbereiche gem. Vorgaben. Teilanstalten südöstlich der Magistrale. Zusammenfassung von Hauptverwaltung, Arzt, Schule und Versorgung in einem großformatigen 3- bis 4-geschossigen Gebäudeflügel. Sport und Religion am südwestlichen Ende der Magistrale. Hallen bzw. Arbeitswesen um einen gemeinsamen Innenhof angeordnet. Räumliche Organisation / Räumliche Qualität • Pfortengebäude: Funktionsgerecht. Alarmzentrale im OG. • Hauptverwaltungsgebäude: Besuchszentrum und Vollzugsgeschäftsstelle im EG, Verwaltung im 1. und 2. OG. Die Bereiche sind funktionsgerecht organisiert. • Teilanstalten I, II, III: Teilanstaltsverwaltungen im Zugangsbereich im 1. OG in Zuordnung zur Magistrale (Galerieebene). Gemeinsame Räume in der Hauptverwaltung, teilweise weit entfernt. Identische Ausbildung der 3 Teilanstalten in ei-

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genen V-förmigen Häusern. Ein kurzer, an die Magistrale anbindender Gebäudeflügel enthält die Funktionsräume. Aufenthaltsräume, Küchen, Duschen in den Randzonen der Gruppenbereiche. Aufsichtsbüros an den Kontenpunkten der Flure. Einsehbarkeit der Flure von dort eingeschränkt. Relativ gleichmäßige Ausblicks- und Belichtungsqualität für die meisten Hafträume. Arztgeschäftsstelle, Schule / Bildung, Religion, Sport / Freizeit / Kultur: Arzt im EG des Hauptverwaltungsgebäudes in direkter Anbindung an die Magistrale funktionsgerecht organisiert. Schule auf 2 Ebenen (1. und 2. OG) des Hauptv erwaltungsgebäudes. Kein Pausenhof. Ansonsten funktionsgerecht. Religion und Sport am südwestlichen Ende der Magistrale weitgehend funktionsgerecht organisiert. Audio-Video nicht an der Mehrzweckhalle. Arbeitswesen: Funktionsgerechte Anordnung der 4 Hallenmodule um einen abschließbaren Innenhof. Nebenräume auf 2 Ebenen, teilweise weitläufig zur Magistrale. Flexible Grundflächenzuschnitte. Ausreichend dimensionierte Anlieferungszone. Versorgung: Küche im Sockelgeschoss des Hauptverwaltungsgebäudes in direkter Zuordnung zur Versorgungsmagistrale. Abgesenkter Wirtschaftshof. 2-geschosshohe Lager im EG, nur über Aufzug belieferbar. Kantine bei der Hauptverwaltung. Funktionsgerechte Organisation der Bereiche. Entsorgungsräume in separatem Gebäude weit entfernt. Außenanlagen: Freistundenhöfe mit dreieckiger Grundfläche, 2seitig baulich gefasst. Sportflächen in Zuordnung zur Sporthalle.

Realisierbarkeit • Raumprogramm mit geringfügigen Flächenabweichungen nachgewiesen. Technikflächen im Sockelgeschoss des Sportgebäudes. • Rettungswege teilweise problematisch. • Gesamtbaukostenrahmen leicht überschritten. • Stahlbetonwandkonstruktion mit hinterlüfteter Klinkerfassade. • Nutzung regenerativer Energien, Regenwasserzisternen. Teilweise extensive Dachbegrünung. • Berücksichtigung der Geländetopografie. • Betriebskosten aufgrund der hohen BGF überdurchschnittlich. Instandhaltungskosten durchschnittlich.
        
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