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Full text: HELIOS-EinBlicke ... Issue 2015

HELIOS EinBlicke
Finanzen 2015

Thema: Ergebnisse und Investitionen
2014 erreichte HELIOS Rekordwerte bei Umsatz und Ergebnis.
Doch was passiert mit dem Geld? Wofür wird es ausgegeben,
was passiert mit den Gewinnen und wie werden diese angelegt?
Die EinBlicke Finanzen beantworten diese Fragen.

HELIOS EINBLICKE // FINANZEN

ERGEBNISSE,
INVESTITIONEN
UND CASH-POOLING
Rekordumsatz, Dividenden und Ergebnisziele – das Thema Geld bewegt Mitarbeiter genauso wie externe
Branchenbeobachter. Dieser EinBlick schaut hinter die Kulissen der finanziellen Kennzahlen 2014 und
wirft einen Blick auf 2015. Außerdem betrachtet der EinBlick Finanzen genauer, wie sich das Budget
eines Krankenhauses aufteilt, wo und wie die Gewinne angelegt und wofür sie investiert werden.

Das HELIOS Jahresergebnis 2014
Im Geschäftsjahr 2014 wurden erstmals die 41 erworbenen Kliniken der RHÖN
Klinikum AG in die Finanzzahlen des Unternehmens einbezogen. Als Folge
stiegen sowohl Umsatz als auch Gewinn und Mitarbeiterzahlen sprunghaft an:
Der Umsatz wurde bei einem organischen
Umsatzwachstum von vier Prozent auf rund
Jahresergebnis 2014
5,2 Milliarden Euro gesteigert, der Gewinn vor
	 in Mio €	
2014	
2013	Veränderung
Steuern und Zinsen (earnings before interest
and taxes - EBIT) auf 553 Millionen Euro. Nach
Umsatz
5.244
3.393
55%
Abzug von Zinsen, Steuern und Berücksichti732
508
44%
EBITDA1
gung von Minderheitsgesellschaftern (Minder1
553
390
42%
EBIT
heiten) verblieb ein Reingewinn (earnings after
400
275
45%
Jahresergebnis2
taxes - EAT) von 400 Millionen Euro. Für 2015
1) 2014 vor Sondereinflüssen (s. FSE Jahresbericht 2014)
plant HELIOS ein organisches Umsatzwachs2) Ergebnis, das auf die Anteilseigner der HELIOS Kliniken GmbH entfällt, 2014 vor Sondereinflüssen (s.o.)
tum in Höhe von drei bis fünf Prozent sowie
ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen in Höhe
Erfolgreiches 2014: der Erwerb der neuen Kliniken steigerte Umsatz und Gewinn –
und gibt damit Raum für neue Investitionen.
von 630 bis 650 Millionen Euro.
In 2015 wird HELIOS rund 380 Millionen Euro aus selbst erwirtschaftetem Geld
in seine Kliniken investieren, umgerechnet jeden Tag etwas mehr als eine Million
Euro. Nur ein kleiner Anteil des Gewinns fließt als Dividende an die Eigentümer
des Unternehmens, also Fresenius-Aktionäre. Rund ein Viertel dieser Dividende
fließt an den Mehrheitsaktionär von Fresenius, die gemeinnützige Else-KrönerStiftung, die weltweit die Medizin fördert.

Impressum
Verleger: HELIOS Kliniken GmbH, Geschäftsführung Jörg Reschke, Friedrichstraße 136, 10117 Berlin, Tel.: (030) 52 13 21-0
Verantwortlich für den Inhalt: Natalie Erdmann (V.i.S.d.P.), c/o HELIOS Kliniken GmbH
Redaktion: Michael Maader Gestaltung und Satz: Frank Schulze Stand: Oktober 2015

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HELIOS EINBLICKE // FINANZEN

Wie wirtschaftet ein Krankenhaus?
Vereinfacht gesagt wirtschaftet ein HELIOS Krankenhaus nach ähnlichen Maßstäben wie ein durchschnittlicher privater Haushalt. Der spart nach Abzug
aller Lebenshaltungskosten, Sozialbeiträge und Steuern etwa zehn Prozent
des Einkommens für zukünftige Ausgaben, es bleibt also ein Gewinn übrig.
HELIOS strebt ebenfalls einen Überschuss an: das Ergebnis vor Steuern und
Zinsen (EBIT). Nach Abzug von Steuern und Zinsen verbleibt ein Reingewinn
von rund sieben Prozent (da kommunale und freigemeinnützige Krankenhäuser weniger Steuern, z.B. Körperschaftssteuern, zahlen müssen, haben diese
etwa 2 Prozent mehr von ihrem Umsatz zu ihrer Verfügung). Die Tabelle rechts
zeigt beispielhaft anhand einer Modellrechnung von 2014, in welche Kostenblöcke und Ausgaben sich der Umsatz eines HELIOS Krankenhauses aufteilt.

Was von 100 Euro Umsatz an
Gewinn (EAT) übrig bleibt
Umsatz

100,0

Personalkosten*

59,7

Sachkosten

24,1

Instandhaltung
EBITDA*
Abschreibung
EBIT

2,8
13,4
3,4
10,0

Zinsen

1,1

Steuern

1,7

EAT I

7,2

*

* nach Integrationskosten (erworbene RhönKliniken) und Veräußerungsgewinnen

Berechnung EAT aus 100 Euro Umsatz
mit Quoten des Jahres 2014

Wo ist das Geld?
Die Einzahlungen aller Gesellschaften der HELIOS Gruppe werden auf einem sogenannten
Cash-Pool-Konto gesammelt. Dies ist ein gängiges Finanzierungsinstrument von Großunternehmen mit vielen Tochtergesellschaften.
Täglich fließen die Guthaben der Gesellschaften in diesen Cash Pool. Als Folge der Liquiditätsübertragungen durch das Cash-Pooling sind alle Bankkonten der Kliniken am Ende
eines jeden Bankarbeitstages auf null ausgeglichen. Benötigen die Gesellschaften Geldmittel
z.B. für Investitionen oder die Gehaltsauszahlungen, decken sie ihren Bedarf durch Auszahlungen aus dem Cash Pool. Dabei werden Zinsen sowohl für Guthaben als auch Darlehen
fällig – gebende Kliniken werden durch Zinsen belohnt, während nehmende Krankenhäuser
Zinsen bezahlen müssen. Es entsteht ein internes Solidarprinzip: Kliniken erhalten Kredite
von ihren erfolgreicheren Schwesterkliniken und nicht von Banken.

HELIOS EINBLICKE // FINANZEN

Cash-Pooling bei HELIOS
positiv

verzinsliches
Darlehen an
Pooleigner

negativ

verzinsliches
Darlehen an
Poolteilnehmer

A

B

Einnahmen und Ausgaben der Kliniken

Tagesergebnis

Ausgleich

Pooleigner

Die Vorteile eines Cash Pools
·· Besseres Zinsmanagement: durch den gruppeninternen Liquiditätsausgleich wird das Geld in der Gruppe
gebündelt und nach Bedarf verteilt – dies vermindert (teure) Fremdfinanzierungen.
·· Gute Konditionen für die Kliniken: Die Zinsen für Finanzierungen bzw. Guthaben können sich mit dem freien
Kapitalmarkt messen. Darüber hinaus werden alle Gesellschaften unabhängig von ihrer jeweiligen Bonität
gleich behandelt.
·· Flexibilität: Der Zugriff auf die Liquidität erfolgt nach tatsächlichem Bedarf ohne Linien und langwierige
Bonitätsprüfungen und damit wesentlich flexibler als bei Banken.
·· Liquiditätssicherung: die Liquidität der einzelnen Gesellschaft ist durch das Cash-Pooling stets abgesichert –
externe Kapitalbeschaffung für das operative Geschäft und Investitionen sind nicht erforderlich.

Wofür verwenden wir unsere Gewinne?
Die duale Krankenhausfinanzierung sieht vor, dass die Investitionen für Modernisierungen
durch die Bundesländer getragen und die laufenden Kosten durch die Krankenkassen gedeckt
werden. Dieses System funktioniert aber aus verschiedenen Gründen nicht mehr, da die knappen Ressourcen der öffentlichen Haushalte längst nicht mehr alle notwendigen Investitionen
finanzieren. Die Autoren des „Krankenhaus Rating Report 2015“ schätzen den Investitionsstau
deutscher Akutkliniken auf mindestens zwölf Milliarden Euro. Krankenhäuser gehen deshalb
immer mehr dazu über, Gewinne zu erwirtschaften, um ihre Investitionen selbst zu finanzieren.
Im Jahr 2014 hat HELIOS zirka 67 Prozent seiner Investitionen aus eigenen Mitteln aufgebracht.

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HELIOS EINBLICKE // FINANZEN

Wie geht HELIOS mit Gewinnen und Investitionen um?
HELIOS nutzt seine Gewinne seit Jahren konsequent für Investitionen in seine Krankenhäuser. Dies schließt Investitionen in Neubauten oder neue OP-Geräte genauso ein wie Systeme
zur Qualitätsverbesserung. Betrachtet man die Entwicklung der letzten Jahre, so hat HELIOS
von 2007 bis 2014 insgesamt 1,349 Milliarden Euro in die Medizin investiert. Die Unternehmensgewinne im selben Zeitraum belaufen sich auf 1,420 Milliarden Euro. Zwischen 2007
und 2010 hat HELIOS sogar deutlich mehr investiert als eingenommen, ermöglicht durch
Mittel von Fresenius sowie Fremdfinanzierungen. Insgesamt betrachtet hat HELIOS seit
2007 fast genauso viel investiert wie verdient.
Ergebnisse - Investitionen – Qualität 2007 - 2014
[Jahreswerte in Mio. Euro] 	

2007	2008	2009	2010	 2011	2012	2013	2014

Abschreibungen

-66

-76

-81

-83

-99

-110

-118

-179

EBIT

162

173

208

236

271

322

390

553*

Finanzergebnis

-52

-61

-55

-55

-51

-67

-48

-56

EBT (Ergebnis vor Steuern)

110

112

153

181

220

255

342

497*

Steuern

-35

-30

-32

-37

-44

-42

-60

-86

Minderheiten

-11

-12

-10

-13

-13

-10

-7

-11

EAT (Ergebnis nach Steuern)

64

71

111

132

163

204

275

400*

Investitionen aus Eigenmitteln
Erfüllung HELIOS Qualitätsziele

149

135

124

166

157

180

172

266

70%

73%

82%

85%

85%

91%

91%

91%

* vor Integrationskosten

Im gleichen Zeitraum führte HELIOS ein Qualitätsmanagementsystem ein, das die Ergebnisqualität der medizinischen Behandlung misst und konkrete Verbesserungsmaßnahmen
integriert. Die medizinische Qualität in unseren Kliniken stieg eindeutig an, von 70 Prozent
Zielerreichung in 2007 bis auf 91 Prozent in 2014.

Fazit
Betrachtet man die Gewinne, die Eigenmittelinvestitionen und die medizinischen Ergebnisse, zeigt sich der positive gegenseitige Einfluss von Wirtschaftlichkeit und Qualität:
Investieren Krankenhäuser in gute Qualität, steigen die Patientenzahlen und damit der
wirtschaftliche Erfolg, was weitere Investitionen ermöglicht. Wirtschaftlichkeit und Qualität, medizinische Versorgung und Gewinnstreben sind also kein Widerspruch, sondern
bedingen sich einander.

Nutzen für alle: Das
gezielte Re-Investieren
in Medizin steigerte die
Behandlungsqualität
beträchtlich.

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