Path:
Periodical volume

Full text: Geschäftsbericht des Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. Issue 2014/15

Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V.

Geschäftsbericht
Berichtszeitraum 2014 / 2015

www.kinderdorf-berlin.de
ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

„Es kommt in der Welt
vor allem
auf die Helfer an –
und auf die Helfer der Helfer.“
Albert Schweitzer

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

INHALT Seite 3

5

Vorwort

7

Das Kinderdorf auf einen Blick

8

Rückblick

10

Unsere Angebote im Berichtszeitraum
Stationärer Bereich - Familienanaloge Gruppen
Betreutes Einzelwohnen / Ambulante Hilfen
Kindertagesstätten mit Familienzentrum

16

Qualitätssicherung und -entwicklung
Qualitätsentwicklung im stationären Bereich
Qualitätsentwicklung in Kitas und Familienzentren

18

Kommunikation
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fundraising

20

Beteiligungen, Vernetzung, Kooperation
Kooperation im Stationären Bereich
Zusammenarbeit im Sozialraum der Kitas
Mitarbeit in Fachverbänden und Arbeitsgemeinschaften
Beteiligungen
Stiftung Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin

22

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Anzahl, Geschlecht und Beschäftigungsumfang
Qualifikation und Fortbildungen

26

Wirtschaftlichkeit und Finanzen
Entgelte und Belegung
Finanzierung der Kitas und Familienzentren
Zuwendungen und Erträge
Aufwendungen
Jahresabschluss 2014
Prognose 2015

31

Vereinstätigkeit

32

Ausblick 2015 / 2016

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

VORWORT Seite 5

Liebe Leserin, lieber Leser,
sehr geehrte Damen und Herren,
wie wichtig ein sicherer Ort zum Leben ist,
wird uns durch die vielen Flüchtlinge, die
derzeit in unserem Land Schutz suchen, ganz
besonders deutlich vor Augen geführt.
Der Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V.
möchte mit seinen Kinderdorfhäusern einen
sicheren Ort für Kinder bieten. Jedes Kind
bringt seine ganz eigene Herkunftsgeschichte,
die häufig durch Gewalterfahrungen und das
Gefühl der Schutzlosigkeit geprägt ist, in das
Kinderdorf mit. Die meisten unserer Kinder
sind deutscher Herkunft, aber auch Kinder aus
anderen Kulturkreisen finden Aufnahme. All die
unterschiedlichen Erfahrungen, Gewohnheiten
und Bräuche gilt es in unseren Familiengruppen zu integrieren. Erwachsene und Kinder
stellen sich Tag für Tag der Herausforderung,
als Gemeinschaft zusammenzuleben, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu
unterstützen.
Diese solidarische Grundhaltung und unsere
humanistischen Werte - in Anlehnung an die
Philosophie Albert Schweitzers „Ehrfurcht
vor dem Leben“ - sind Grundlage unseres
Handelns. Sie finden sich in unserem Leitbild
wieder, das wir im Berichtszeitraum noch einmal aktualisiert haben und das Sie auf unserer
Homepage nachlesen können. Ein Zitat aus
diesem Leitbild lautet:
„Kindern ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen
und sie für das Leben zu stärken, ist das
Leitprinzip unserer Arbeit in den Kinderdorffamilien, Erziehungsstellen, Kitas und Familienzentren.“
Damit wir diesen Satz einlösen können, bedarf
es einer starken Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft setzt sich aus den Kindern, Familien,
Mitarbeiter/innen und den vielen ehrenamtlichen Unterstützern, sowie Freunden und
Förder/innen zusammen.
Nur gemeinsam können wir auch die schwierigen Herausforderungen bewältigen. So sind
wir froh, dass nach dem schweren Brand im
August 2014, bei dem eines unserer Kinderdorfhäuser in Heiligensee komplett zerstört

wurde, der Wiederaufbau jetzt abgeschlossen
ist. Auch die beiden anliegenden Apartments,
die den Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen zum Einüben einer selbstständigen Lebensführung dienen sollen und die durch den
Brand ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen
wurden, sind mittlerweile fertig gestellt. Zwei
junge Frauen sind inzwischen dort eingezogen.
Die Neugestaltung des Außengeländes des
Kita- und Familienzentrums „Die Brücke“, die
ihren krönenden Abschluss in einer gemeinschaftlichen Pflanzaktion fand, war einer der
weiteren erfreulichen Höhepunkte in diesem
Jahr.
Unsere beiden Familienzentren in Lichtenberg haben ganz konkret nach Möglichkeiten
gesucht, wie sie Flüchtlingsfamilien helfen
können und haben Kontakt mit einem Flüchtlingsheim in der Nachbarschaft aufgenommen.
Sie werden dabei helfen, Familien mit kleinen
Kindern zu unterstützen und sie mit ihrer neuen Umgebung vertraut zu machen.
Bei all den gemeinschaftlichen Anstrengungen
darf das Feiern nicht vergessen werden und so
nahmen wir das 50-jährige Bestehen unseres
Kinderdorfstandortes Gatow zum Anlass für
eine fröhliche Sommerfeier.
Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Bericht
einen umfassenden, informativen und lebendigen Einblick in die Arbeit des AlbertSchweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. für den Zeitraum von Juli 2014 bis Juni 2015 geben
können und bedanken uns für Ihr Interesse
und Ihre Unterstützung!

Thomas Grahn

Cornelia Piekarski

Geschäftsführer
Wirtschaft und Finanzen

Geschäftsführerin
Pädagogik

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Das Kinderdorf auf einen Blick

KURATORIUM

VORSTAND
Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit
Geschäftsführung
Finanzen

Assistenz der
Geschäftsführung

Pädagogische
Geschäftsführung

Qualitätsmanagement
KitaFachberatung

Pädagogische
Bereichsleitung
Gatow

Pädagogische
Bereichsleitung
Heiligensee

Pädagogische
Bereichsleitung
Hermsdorf

Pädagogische
Bereichsleitung
Karlshorst

Bereichsleitung
Erziehungsstellen

Leitung
Die Brücke

Leitung
Kikiflo

Buchhaltung

Haus 1

Haus A

Haus Gö 8

Haus KH 1

EST Wittenau

Kita

Kita

Personalabrechnung

Haus 2

Haus B

Haus Gö 10

Haus KH 4

EST Wittenau

Familienzentrum

Familienzentrum

Abrechnung
Kostenträger

Haus 3

Haus C

Haus Gö 12

Haus KH 6

EST Gatow

Verwaltung
Gatow

Haus 4

Haus D

BEW / amb. Hilfen
nach Bedarf

Haus KH 7

Verwaltung
Lichtenberg

Haus 5

Haus F

Haus KH 8

Haus 6

BEW / amb. Hilfen
nach Bedarf

BEW / amb. Hilfen
nach Bedarf

BEW / amb. Hilfen
nach Bedarf
Stand: Oktober 2015

Einrichtungen

Plätze

8 Familienwohngruppen in Reinickendorf
6 Familienwohngruppen in Spandau
5 Familienwohngruppen in Lichtenberg
3 Erziehungsstellen
Kindertagesstätte „Die Brücke“ in Lichtenberg
Familienzentrum „Die Brücke“ in Lichtenberg
Kindertagesstätte „Kikiflo“ in Lichtenberg
Familienzentrum „Kikiflo“ in Lichtenberg

46 Plätze
35 Plätze
30 Plätze
4 Plätze
180 Plätze
85 Plätze

Tochtergesellschaft:
JuLi Jugendhilfe in Lichtenberg gGmbH

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Seite 8

RÜCKBLICK

Ein ereignisreiches Jahr
Neuaufbau nach Großbrand
Eines unserer Kinderdorfhäuser in Heiligensee
brannte am 1. August 2014 fast vollständig aus.
Zum Glück wurden weder Kinder, Jugendliche
noch Betreuer verletzt. Im Dach des 230 Quadratmeter großen Bungalows war ein Feuer
ausgebrochen, das anschließend auf das
gesamte Haus übergriff. Rund 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Ein Jahr später ist die
einstige Ruine längst Vergangenheit. Das Haus
wurde wieder aufgebaut, die Kinderdorffamilie
zieht im Oktober ein.

Zusammenarbeit mit dem Verband des TÜV
Der Verband des TÜV (VdTÜV) lud zum
Jahresempfang ins Schloss Charlottenburg
mit rund 600 geladenen Gästen. Im Rahmen
unseres Projektes „Elektromobilität für soziale Einrichtungen“ stellten wir unsere Erfahrungen mit den drei Mercedes Vitos E-Cells
vor. Auch Kuratorium und Geschäftsführung
zeigten Flagge. Das Engagement beeindruckte
EU-Kommissar Günther Oettinger und die
TÜV-Entscheider: „Den Kontakt zum AlbertSchweitzer-Kinderdorf werden wir halten.“

Gedenkfeier für Albert Schweitzer
Das Kinderdorf würdigte Albert Schweitzer
anlässlich seines 140. Geburtstages mit einer
stimmungsvollen Gedenkfeier unter dem
besonderen Motto: „100 Jahre Ehrfurcht vor
dem Leben.“ Über 400 Besucher und Besucherinnen erlebten am 14. Januar 2015
einen besinnlichen Abend mit Tiefgang in der
Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Professor
Dr. Reinhard Staats, dessen Vater mit Albert
Schweitzer befreundet war, erinnerte in lebhaften Worten an das Leben und Wirken des
großen Humanisten. Wir haben die Rede in
einer neuen Broschüre aufgelegt.

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

RÜCKBLICK Seite 9

Ladies Lions Club hilft Familienzentrum
Riesenfreude bei Anja Schielke, Leiterin
unseres Familienzentrums „Die Brücke“ in
Berlin-Lichtenberg. Ihre Arbeit für Familien im
Gensinger Viertel wird vom Ladies Lions Club
Berlin-Roseneck unterstützt. Sie erhielt einen
Scheck in Höhe von 4000 Euro, um die Musikprojekte für Kinder mit und ohne Behinderung
im Familienzentrum weiter zu ermöglichen. Vor
allem die „Zwergenmusik“, die musikalische
Früherziehung für Kinder im ersten Lebensjahr,
ist dadurch wieder für eine Weile gesichert.

Neues Außengelände für Kita „Die Brücke“
Das Außengelände der Kita „Die Brücke“
erstrahlt in neuem Glanz. Hier hat der Verein
eine Spieloase für Kinder geschaffen. Dank
einer zusätzlichen Spende von Fielmann grünt
und blüht es nun entsprechend der Jahreszeit. 431 Solitäre, Sträucher und Stauden im
Gesamtwert von 3600 Euro wurden bei einer
gemeinsamen Aktion von Erzieherinnen, Eltern
und Kindern auf dem Gelände angepflanzt. Die
Freude über „ihre schöne Kita“ ist bei allen groß.

Sommerfest im Kinderdorf
Kleine Superstars rockten die Bühne. Beim
Sommerfest anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Kinderdorf-Standortes Gatow wurde
tänzerisch und musikalisch viel geboten. Ob
Cheerleader-Gruppe, Einrad-Artistik oder
Breakdance – das Programm war bunt wie
nie. Vorstandsvorsitzender Rainer Haßelmann
freute sich mit rund 200 Kinderdorfkindern,
Erziehern und Freunden des Kinderdorfes über
viele tolle Aktivitäten wie Hüpfburg, Spieleparcours, Strohballenlabyrinth, Kinderschminken,
Torwandschießen oder Tombola.

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Seite 10 UNSERE ANGEBOTE

Familienanaloge Betreuung:
Familienwohngruppen und Erziehungsstellen
Das Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin umfasst
derzeit 19 Kinderdorfhäuser und vier Erziehungsstellen. In der Regel werden in den Familiengruppen sechs Kinder bzw. Jugendliche von
einer Hausleitung, zwei hinzukommenden pädagogischen Fachkräften und einer Hauswirtschaftskraft betreut und versorgt. Die Hausleitung hat als innewohnende pädagogische
Fachkraft ggf. mit Partner und eigenen Kindern
ihren Lebensmittelpunkt im Kinderdorfhaus. Jede
Familiengruppe bildet somit eine Lebens- und
Erziehungsgemeinschaft. Drei der neunzehn
Familienwohngruppen haben eine Betriebserlaubnis als sogenannte Intensivgruppe. Hier
werden jeweils fünf Kinder betreut.
Ergänzt wird unser familienanaloges Angebot
um vier Erziehungsstellen. In den Erziehungsstellen leben jeweils ein oder zwei Kinder, die
einer besonders intensiven Betreuung bedürfen, im Haushalt der pädagogischen Fachkraft.
Unsere Familienwohngruppen und Erziehungsstellen befinden sich in den Berliner Bezirken
Spandau, Reinickendorf und Lichtenberg.
Entsprechend der Betriebserlaubnis können
wir in unseren familienanalogen Angeboten bis
zu 117 Kinder und Jugendliche betreuen.
Anfragen und Anlässe für die Unterbringung
Der Bedarf an familienanaloger Betreuung ist
in unserer Stadt ungebrochen hoch. Da im Berichtszeitraum nur wenige Kinder entlassen
wurden, war auch die Anzahl der aufgenommenen Kinder mit acht Mädchen und Jungen
vergleichsweise niedrig.
Die Kinder kommen aus schwerwiegenden familiären Problemlagen zu uns und weisen eine
Vielzahl von Symptomen auf, die Ausdruck der
psychosozialen Belastungssituation sind, der
sie ausgesetzt waren. Zu Hilfebeginn beobachten wir am häufigsten folgende Symptome:
•	 Mangelndes / undifferenziertes Bindungs	verhalten
•	 Soziale Unsicherheit
•	 Aufmerksamkeitsdefizit / motorische Unruhe
•	 Auffälligkeiten im Essverhalten
•	 Schlafprobleme

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

•	 Trennungsängste / Unselbstständigkeit
•	 Probleme mit der Sprache und Artikulation
•	 Leistungsschwäche in der Schule

UNSERE ANGEBOTE Seite 11

Gemeinschaft als Ort der Entwicklung und
des gemeinsamen Lernens
Im Albert-Schweitzer-Kinderdorf sind wir davon überzeugt, dass wir Kindern durch das
Leben in Gemeinschaft wichtige soziale Kompetenzen für ihr zukünftiges Leben vermitteln
können.
Viele Kinder haben in ihrem bisherigen familiären Umfeld keine positiven Gemeinschaftserfahrungen kennenlernen können. Sich in einer Gemeinschaft wohlzufühlen, geschieht
nicht von selbst. Hierfür braucht man Absprachen, Regeln und Rituale, die Orientierung und
Sicherheit bieten.
Die aktive Beteiligung und Mitgestaltung der
Kinder am Alltag stärkt das Erleben der eigenen Wirksamkeit und Bedeutung für das Gelingen eines gemeinschaftlichen Zusammenlebens. Deswegen ermutigen wir die Kinder zum
Gedanken- und Meinungsaustausch. Sie sollen
erleben, dass sie gehört und ernstgenommen
werden. Wichtig ist es, dass alle Gruppenmitglieder Verantwortung für das Zusammenleben übernehmen und nach ihren jeweiligen
Möglichkeiten dazu beitragen. Die Mithilfe und
Übernahme von Aufgaben und „Ämtern“ bereiten zwar nicht durchgängig Freude und Spaß.
Aber das Erleben, dass durch den Beitrag jedes Einzelnen auch viele Anforderungen und
Herausforderungen gemeistert werden können
und alle davon profitieren, stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder und die Identifikation mit
der Gruppe.
Gemeinschaft bedeutet auch Zusammenhalt.
Nimmt ein Kind in seinem Verein an einem
sportlichen Wettkampf teil, kann es mit der
Unterstützung seiner „Fangemeinde“ rechnen;
seine Familiengruppe feuert es an und tröstet
bei Niederlagen.
Gemeinsam Reisen
Wir möchten auch die Gemeinschaft aller Kinderdorfkinder standortübergreifend fördern.
Deshalb führten wir im September 2014 nun
schon zum vierten Mal eine Wochenendreise
für die Kinder aller Kinderdorfgruppen durch.
Diesmal fuhren 50 Kinder und zehn Erzieher/
innen in den Naturpark Dahme-Heideseen.
Die Freude beginnt schon im Vorfeld bei der
Zimmerverteilung und der Planung der Aktivitäten. Mit wem will ich zusammen ins Zimmer?

Was wollen wir zusammen unternehmen? Mit
wem bin ich befreundet und kann eine schöne
Zeit verbringen? Wen will ich näher kennenlernen? Beeindruckend ist, dass die Kinder
– egal von welchem Standort sie kommen –
ganz selbstverständlich zueinander finden.
Viele Kinder kennen sich schon, neue kommen
dazu. Doch niemand steht am Rand. Es wird
gemeinsam gewerkelt, geklettert, ein Schatz
muss gefunden werden und am abendlichen
Lagerfeuer sitzen alle beieinander. Am Ende
tauscht man Telefonnummern aus, vereinbart
Treffen und verabredet sich schon einmal für
die nächste Wochenendreise.
Gemeinsam Feiern
Ein weiterer Ort der Begegnung und der Kinderdorfgemeinschaft war das Sommerfest im
Juni diesen Jahres anlässlich des 50-jährigen
Bestehens der Kinderdorfhäuser in Gatow.
Kinder und Mitarbeiter/innen hatten die Initiative ergriffen und die Festplanung in die Hand
genommen. Auch hier konnten wir erleben,
dass wir gemeinsam viel Freude haben, wenn
sich alle an der Vorbereitung und Gestaltung
aktiv beteiligen. Mit insgesamt neun Bühnenpräsentationen von Tanzen, Singen, Musizieren bis hin zu Akrobatik begeisterten die Kinder
und Jugendlichen ihre Zuschauer. Vielfältige
Spielangebote sorgten für Spaß und bei der
großen Tombola ging keiner mit leeren Händen
nach Hause.
Besonders freuen wir uns auch, wenn ehemalige Kinderdorfkinder bei solchen Anlässen zu
uns kommen und wir uns gemeinsam an die
„alten Zeiten“ erinnern können.
Die Ehemaligen als Teil der Kinderdorfgemeinschaft
Als Kinderdorfgemeinschaft wollen wir sowohl
für ehemalige Betreute als auch für ehemalige
Mitarbeiter/innen Raum für Begegnung und
Austausch bieten. Im Herbst 2014 luden wir
deshalb zu einem Treffen nach Gatow ein, bei
dem wir Ideen sammelten, welche Angebote
das Kinderdorf zukünftig für Ehemalige machen könnte. Ganz oben auf der Liste standen
jährliche Treffen oder auch die Teilnahme an
Festen sowie eine Anlaufstelle für ehemalige
Betreute, wenn sie Beratung und Unterstützung benötigen. In einer kleinen Arbeitsgruppe
soll nun an der Konkretisierung dieser Vorschläge gearbeitet werden.

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Seite 12 UNSERE ANGEBOTE

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

UNSERE ANGEBOTE Seite 13

Betreutes Einzelwohnen / Ambulante Hilfen
Diese Hilfen dienen der Verselbstständigung
von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Sie begleiten den Übergang aus den Familienwohngruppen in ein selbst verantwortetes
Leben. Junge Menschen, die in ihren Familienwohngruppen genügend Eigenständigkeit
entwickelt haben und sich verselbstständigen,

können für den Übergang in die erste eigene
Wohnung und den Aufbau einer gesicherten
eigenständigen Lebensführung sozialpädagogische Unterstützung erhalten. Im Berichtszeitraum haben wir eine junge Frau auf dem Weg
in die eigenständige Lebensführung erfolgreich
unterstützen können.

Kindertagesstätten mit Familienzentrum
Der Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V.
betreibt im Bezirk Lichtenberg zwei Kindertagesstätten mit Familienzentrum.
Kita und Familienzentrum „Die Brücke“
Die Neugestaltung des Außengeländes in 2014/
2015 war für unsere große Kindertagesstätte
mit 180 Plätzen in Friedrichsfelde-Ost im Bezirk Lichtenberg zur Freude der Kinder, Eltern
und Erzieher ein Höhepunkt des Kitajahres. Unter aktiver Beteiligung der Elternschaft und des
Erzieherteams konnte ein anregungsreicher Erlebnisraum für die Kinder geplant und geschaffen werden. Der wunderschöne Wasserspielbereich wird durch eigens für die Kita gebaute
Spielgeräte komplettiert. Hierzu gehört ein großes Schiff, das die Kinder in Seefahrerabenteuer eintauchen lässt. In einer gemeinsamen
Pflanzaktion konnte auch die Begrünung des
Geländes dank hilfreicher Spenden um eine
Vielzahl von Pflanzen erweitert werden.
Auch die pädagogische Arbeit befindet sich
in einer Phase der konzeptionellen Weiterentwicklung. Ausgenommen der Krippen- und
Vorschulbereich wurde ein Konzept zur altersgemischten Gruppenarbeit entwickelt.
Die inhaltliche Erarbeitung erfolgte durch das
Erzieherteam mit Unterstützung der KitaFachberaterin und in Zusammenarbeit mit den
Elternvertretern.
Durch die Altersmischung kann jedes Kind die
Bildungsangebote entsprechend seines individuellen Entwicklungsstandes nutzen und darüber hinaus Erfahrungen im sozialen Miteinander
mit Kindern unterschiedlicher Altersgruppen

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Seite 14 UNSERE ANGEBOTE

sammeln, was auch deswegen als wichtiger
Erfahrungswert gesehen wird, da viele Kinder
heute, wenn überhaupt, nur wenige Geschwister haben.
Familienzentrum „Die Brücke“
Die regelmäßig stattfindenden Angebote,
wie die Krabbelgruppe, die Kochgruppe, das
Familien-Frühstück und die Café-Nachmittage
wurden erfolgreich weitergeführt. Hinzu kam die
Babymassage, ein Eltern-Kind-Treff für Kinder
ab einem Jahr und die „Zwergenmusik“. Dieses
Musikangebot konnte nach Ablauf des Projektes „Familienbühne Kunterbunt“ – Tanz- und
Musikwerksatt für Kinder mit und ohne Behinderung, gefördert durch Aktion Mensch – nachhaltig in das Programm des Familienzentrums
aufgenommen werden. Finanziert wird das
Musikprojekt derzeit durch den Kiezfonds und
eine Spende des Ladies Lions Club BerlinRoseneck.
Die Familien nutzen zunehmend den unkomplizierten Zugang zur Beratung durch die Sozialpädagoginnen im Familienzentrum. Besonders
gefragt ist die Unterstützung im Umgang mit
Ämtern und Hilfen bei Überforderung in Erziehungsfragen.
Im Bereich der frühen Hilfen wurde die Zusammenarbeit mit den Jugendämtern und Jugendhilfeträgern weiter ausgebaut. Familien aus
sozialpädagogischen Hilfen wurden in die Angebote des Familienzentrums integriert.
In Kooperation mit der Deutschen Postbank AG
und „Save the Children e.V.“ konnte der Vorgartenbereich des Familienzentrums verschönert
werden. Die Besucher und Besucherinnen halfen bei dem Anlegen und Bepflanzen von Erdhügeln, bei der Verschönerung der Beete und
des gesamten Außenbereiches, so dass er nun
wieder zum Verweilen einlädt und eine kleine
Wohlfühloase für die Familien im Gensinger
Kiez darstellt.
Kinder- und Familienzentrum „Kikiflo“
Im Mai dieses Jahres hat eine neue Kitaleitung
die Arbeit im Kikiflo aufgenommen. Mit hoher
Fachkompetenz und viel Elan entwickelt sie
gemeinsam mit den Erziehern und Erzieherinnen die Gestaltung der offenen pädagogischen
Arbeit weiter. Unsere Kita möchte Kindern mit
erhöhtem Förderbedarf offen stehen und so
hat die Anzahl an Kindern, die der besonderen

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Förderung bedürfen, seit der Eröffnung der Kita
in 2012 kontinuierlich zugenommen. Durch die
Einstellung von Facherziehern für Integration
aber auch durch Weiterqualifizierung der Mitarbeiterinnen können wir dem Bedarf entsprechen.
In diesem Jahr hatten wir besonders viele
Kinder, die vom Schulbesuch zurückgestellt
wurden, so dass wir trotz vieler Anfragen nur
im begrenzten Maße neue Kinder aufnehmen
konnten.
Berliner Familienzentren - Familienzentrum
„Kikiflo“
Finanziert durch das Förderprogramm der Berliner Senatsverwaltung für Berliner Familienzentren wird das Familienzentrum „Kikiflo“ in
zunehmendem Maße von den Familien der Kita
und aus dem Kiez genutzt. Insbesondere die
Zielgruppe der Familien mit kleinen Kindern sowie der Alleinerziehenden nutzen die Angebote
von Babytreff, Krabbelgruppe, Elternfrühstück,
Musikgruppe und Erziehungsberatung. An den
Café-Nachmittagen kommen auch viele Senioren gerne ins Familienzentrum. Hier haben sich
die Kontakte zwischen „Jung und Alt“ vertieft.
Viele Familien konnten neue soziale Kontakte
knüpfen.
Die Angebote im Familienzentrum werden von
einer Sozialpädagogin mit 32 Wochenstunden
gestaltet und koordiniert. Dabei unterstützten
neben einzelnen Honorarkräften 15 ehrenamtliche Mitarbeiter/innen die Arbeit. Ohne sie wäre
es nicht möglich, die Vielzahl der Angebote für
die Familien zu realisieren.
Regelmäßige Veranstaltungen wie zum Beispiel
das Nachbarschaftsfest und Osterfeuer haben
dazu beigetragen, die Zusammenarbeit zwischen Familienzentrum und Kita zu festigen.
Sie haben sich darüber hinaus zu wichtigen
Höhepunkten im Jahresverlauf für die Familien
etabliert.
Familienpaten im Familienzentrum „Kikiflo“
Das Familienpatenprojekt läuft weiterhin konstant und unter fachlich professioneller Begleitung mit sieben ehrenamtlichen Familienpaten, die sich sehr engagiert ein- bis zwei Mal
wöchentlich um Familien und deren Kinder im
Kiez kümmern. Auch wenn die Nachfrage nach
Familienpaten sehr hoch ist, konnten wir das
Projekt auf Grund fehlender Finanzmittel leider
nicht weiter ausbauen.

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Seite 16 QUALITÄTSSICHERUNG

Qualitätsentwicklung im stationären Bereich
Die Projektgruppe „Beteiligung von Kindern
und Jugendlichen“ hat in Zusammenarbeit mit
den Kindern und Jugendlichen die Erarbeitung der Kinderrechtebroschüre abgeschlossen. Sie soll möglichst dieses Jahr noch in
Druck gehen. Die Aufklärung der Kinder über
die UN-Kinderrechtskonvention und ihre ganz
konkreten Rechte im Alltagskontext stärkt ihre
Handlungskompetenz. Das Wissen, dass sie
unterstützt werden, wenn sie Kritik, Sorgen und
Beschwerden vorbringen möchten, gibt ihnen
Sicherheit und Schutz.
Symptome zu Hilfebeginn
67

Schulangst / massive Prüfungsängste

67

Psychosomatische Symptome

38

Relative Leistungsschwäche in der Schule

37

Ängste / Panikattacken (z.B. vor Tod, Kontrollverlust)

50

Auffälligkeiten im Sexualverhalten

47

Probleme der motorischen Funktion

46

Probleme mit Sprache / Artikulation

0

10

20

30

40

50

60

70

80

90 100

Grad der Verbesserung in %

Bei der Betreuung der Kinder und Jugendlichen
nimmt die Zusammenarbeit mit deren Eltern und
Familienangehörigen einen hohen Stellenwert ein.
Unser fachliches Handeln orientiert sich neben
wissenschaftlichen und empirischen Erkenntnissen an unseren Erfahrungswerten. In einem
Prozess der Reflexion und Auswertung haben
wir unsere bisherige thematische Dokumentation
„Elternarbeit - Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie“ überarbeitet und weiterentwickelt.
Auch die Aktualisierung unseres Leitbildes
konnte in diesem Jahr unter der Mitwirkung
aller Mitarbeiter/innen abgeschlossen werden.
Mittlerweile haben wir 137 Kinder und Jugendliche in unserem Dokumentations- und Auswertungsverfahren EVAS vom Institut für Kinder- und Jugendhilfe in Mainz erfasst. Von der
Aufnahme eines Kindes über den Zeitraum des
Entwicklungsverlaufes bis zur Beendigung der
Hilfe begleiten differenzierte Fragestellungen
des Evaluationsverfahrens eine halbjährliche
umfängliche Betrachtung der Entwicklung des
Kindes, seines Hilfebedarfes sowie die Mitwirkung der Herkunftsfamilie.
Im aktuellen jährlichen Einrichtungsbericht
erhalten wir beispielsweise Aussagen über
Verbesserungen bei interventionsbedürftigen
psycho-sozialen
Problemlagen/Symptomen,
die wir in der Anamnese zu Hilfebeginn und bei
Beendigung der Hilfe feststellen.

Qualitätsentwicklung in den Kitas mit Familienzentrum
Auch in diesem Berichtszeitraum trafen sich die
Erzieher/innen in einrichtungsübergreifenden
Arbeitsgruppen, um die gemeinsame Erarbeitung der Qualitätsstandards für die pädagogischen Prozesse der Kitas fortzusetzen. Bei
einem zweitägigen Arbeitstreffen aller Kita-Mitarbeiterinnen verständigten wir uns auf gemeinsame Standards in der Zusammenarbeit mit
den Eltern, der Beobachtung und Dokumentation der Bildungs-und Entwicklungsverläufe und
der Beteiligungskultur in der Kindertagesstätte.

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Die regelmäßige Überprüfung der pädagogischen Arbeit und Arbeitsprozesse erfolgt durch
die interne Evaluation, die nach einem standardisierten Verfahren in beiden Kitas durchgeführt
wird. Diesmal wurden die Themenbereiche „Anregungsreiche Räume“ und „Gestaltung des
alltäglichen Lebens in der Kita“ ausgewählt. So
nutzte die Kita „Brücke“ die interne fachliche
Überprüfung, um ein neues Raumkonzept für
die altersübergreifende Gruppenarbeit zu entwickeln.

LEITBILD

des Albert-Schweitzer-Kinderdorfes Berlin e.V.
- Auszüge -

„Es ist besser hohe
Grundsätze zu haben,
die man befolgt, als
noch höhere, die man
außer Acht lässt.“
Albert Schweitzer

Unser Menschenbild
Der Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V.
wurde 1960 als zweites Albert-SchweitzerKinderdorf in Deutschland gegründet.
Die christlich-humanistischen Wertvorstellungen Albert Schweitzers, insbesondere seine
gelebte Mitmenschlichkeit und sein konsequentes Eintreten für alles Leben, waren Vorbild für die Gründergeneration und begleiten
uns bis heute.
Die Idee, Kinder und Jugendliche, die nicht in
ihren Herkunftsfamilien aufwachsen können,
in familienähnlichen Gemeinschaften zu betreuen und zu erziehen, wurde von unserem
Namensgeber ausdrücklich unterstützt.
Kindern ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen und sie für das Leben zu stärken, ist das
Leitprinzip unserer Arbeit in den Kinderdorffamilien, Erziehungsstellen, Kitas und Familienzentren.
Dabei ist es uns wichtig, dass sich sowohl
Kinder als auch Erwachsene bei uns willkommen und angenommen fühlen, unabhängig
von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft und
Religion.

Wir stärken Kinder und Familien
Jedes Kind und jede Familie ist einzigartig.
Die Hilfen und Bildungsangebote in unseren
Einrichtungen richten sich nach deren individuellem Bedarf.
Wir schaffen Raum für Begegnung, Austausch
und das Erleben positiver Beziehungserfahrungen.
Wir wollen Kindern wie Erwachsenen Mut machen, sich auszuprobieren und neue Herausforderungen anzugehen.
Wir nehmen Eltern als Erziehungspartner ernst
und bestärken sie in der Wahrnehmung ihrer
Elternrolle.
Wir beteiligen die Kinder und Jugendlichen an der
Gestaltung ihres Lebensalltages. Dadurch stärken
wir ihre Entscheidungsfähigkeit.
Wir unterstützen sie dabei, sich zu selbstbestimmten Persönlichkeiten zu entwickeln, die ihr
Leben auch zukünftig meistern werden.
Wir vermitteln ihnen ihre Rechte entsprechend
der UN-Kinderechtskonvention und unterstützen
sie bei deren Wahrnehmung.
Die von uns erarbeiteten Richtlinien zum Kinderschutz geben uns in unserem Handeln Sicherheit
und Orientierung und sind für alle Mitarbeiter/
innen verpflichtend.

Wir stärken uns gegenseitig
Wir bringen in die jeweiligen Aufgabenbereiche unsere individuellen Fähigkeiten und Ideen ein und gestalten den Arbeitsalltag aktiv mit. Dabei lernen
und profitieren wir voneinander.
In unseren Team- und Dienstbesprechungen reflektieren wir unsere Arbeit
und entwickeln Handlungsstrategien. Dafür nutzen wir auch externe Supervision und Beratung.
Durch Fort- und Weiterbildung erweitern wir unser Fachwissen und unsere
Kompetenzen.
Wir begreifen Fehler als Möglichkeit und Chance, herauszufinden, wie wir
unsere Arbeit verbessern können. Dabei verhalten wir uns unterstützend und
kollegial.
Ein gutes Betriebsklima ist uns wichtig. Wir fördern und pflegen unsere
Dienstgemeinschaft, in dem wir durch gemeinsame Unternehmungen und
Veranstaltungen Raum für Begegnung schaffen . . .
Das gesamte Leitbild unter www.kinderdorf-berlin.de

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Seite 18 KOMMUNIKATION

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit war es uns besonders wichtig, bei den
Menschen, die in der Nähe unserer Einrichtungen wohnen, eine Verbundenheit zum AlbertSchweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. zu erzeugen.
Wir haben enge Kontakte zu mehreren Lions
Clubs, Rotary Clubs und einigen Schulen geknüpft. Anlässlich des Internationalen Kindertages nutzten wir die Gelegenheit, uns in den
Schönhauser Allee Arcaden zu präsentieren.
Auch veranstalteten wir eine Gedenkfeier zum
140. Geburtstag Albert Schweitzers in der
Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Motto: „100
Jahre Ehrfurcht vor dem Leben.“ Immer wieder
berichteten außerdem die „Berliner Woche“
und das „Berliner Abendblatt“ ausführlich über
unsere Arbeit.
Im Rahmen der Teilnahme am Projekt „Elektromobilität für soziale Einrichtungen“ wurden wir
im Juni 2015 vom Verband des TÜV zum Jahresempfang ins Schloß Charlottenburg eingeladen.
EU-Kommissar Günther Oettinger zeigte dabei
im Gespräch großes Interesse an unserer Arbeit. Wir haben die Zusage einer weiteren Zusammenarbeit und Förderung durch den Dachverband des TÜV. Gemeinsam arbeiten wir
zudem an einem E-Mobil-Blog ( www.vdtuev.
de/blog.e-fahrzeuge-im-einsatz) und veröffentlichen unsere Erfahrungen als Kinderdorf mit
den Mercedes Vitos E-Cells im Internet.

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Um die Sichtbarkeit der Albert SchweitzerKinderdörfer und Familienwerke zu erhöhen,
haben wir uns in diesem Jahr um weitere prominente Botschafter für unsere Anliegen bemüht.
Wir konnten Boxer Sven Ottke und Sänger
Bernhard Brink als Paten für uns gewinnen.
Wir forcieren weiterhin den Einsatz unseres
neuen Erscheinungsbildes in unseren PRMaterialien.
Alle kommunikativen Maßnahmen werden mit
großzügig bebilderten Artikeln auf unserer publikumsnahen Website www.kinderdorf-berlin.
de begleitet.
Durch die Unterstützung des Bundesverbandes
der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke können wir auf Informationsmaterialien und Know How für unsere tägliche Arbeit
zurückgreifen und wichtige Informationen über
die Facebook-Seite des Verbandes einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

KOMMUNIKATION Seite 19

Fundraising

Auch im vergangenen Jahr trugen vor allem
private Spenden, Mitgliedsbeiträge und Firmenspenden zur Unterstützung der Kinderdorfarbeit bei.
So erhielten wir unter anderem 4.000 Euro
vom Ladies Lions Club Berlin-Roseneck
für unser Angebot der „Zwergenmusik“ im
Familienzentrum „Die Brücke.“
In unserem Kita- und Familienzentrum „Die
Brücke“ in Lichtenberg konnte Kita-Leiterin
Marion Saatweber dank einer Spende der Firma
Fielmann 431 Bäume, Sträucher und Stauden
im Gesamtwert von 3.600 Euro entgegennehmen.
Bei einer weiteren Pflanzaktion gemeinsam mit
Familien im Gensinger Kiez wurde der Vorgartenbereich des Familienzentrums „Die Brücke“
verschönert. Dieses Projekt konnte durch eine
Kooperation mit der Deutschen Postbank AG
und „Save the Children e.V.“ realisiert werden.

Unser Dank gilt den zahlreichen Förderinnen
und Förderern. Aus Ihren Mitteln konnten viele
Wünsche der Kinder und Jugendlichen erfüllt
werden: Nachhilfeunterricht, gezielte therapeutische Maßnahmen, Besuche von kulturellen
Veranstaltungen, die Einrichtung zweier Apartments (Verselbstständigungs-Einheiten) für Jugendliche auf dem Weg ins Erwachsenenleben.
Auch unser diesjähriges Sommerfest wurde
durch zahlreiche Spenden unterstützt, etwa von
Vattenfall, Nike, Telefónica oder Block House.
Den Dialog mit unseren Förderern pflegen wir
weiterhin mit unserem Freundesbrief „Kinderland“. Berlin war mit vielen Beiträgen vertreten:
Unter anderem mit einem Kinderdorfhaus aus
Karlshorst („Einzug ins Kinderdorf“) und einer
Titelgeschichte aus Gatow („Lernen fürs Leben“).

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Seite 20 KOOPERATIONEN

Kooperationen im stationären Bereich
Die Familiengruppen an den Standorten Gatow,
Lichtenberg und Reinickendorf sind gut im
Sozialraum vernetzt und nutzen die regional
vorhandenen Angebote. Sie kooperieren eng
mit Schulen und Kitas, mit Vereinen und anderen Freizeiteinrichtungen. Dies ist unerlässlich,
um die Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern
und zu unterstützen. So können sie sich gut

in den Sozialraum vor Ort integrieren. Darüber
hinaus gibt es eine auf den Einzelfall abgestimmte Zusammenarbeit mit den Kinder- und
Jugendpsychiatrischen Diensten, mit Kinderund Jugendgesundheitsdiensten, Beratungsstellen der Behindertenhilfe, den Erziehungsund Familienberatungsstellen sowie mit Ärzten
und Therapeuten in der jeweiligen Region.

Zusammenarbeit im Sozialraum der Kitas
Die Vernetzung der Einrichtungen im Sozialraum wird weiterhin fortgesetzt und vertieft.
Insbesondere mit der Adam-Ries-Grundschule,
mit der in diesem Jahr ein Kooperationsvertrag
abgeschlossen werden konnte, den Jugendeinrichtungen „Haus der zwei Türen“ und „Eastside“, dem Bürger- und Begegnungszentrum
Libezem und der Sportjugend Lichtenberg findet ein regelmäßiger Austausch statt. Gemein-

sam mit den Kooperationspartnern organisieren
wir auch Kiezfeste, die ein wichtiger Moment
der gemeinsamen Begegnung und Verbundenheit geworden sind.
Weitere wichtige Partner sind das Jugendamt, die Erziehungs- und Familienberatung
des Bezirksamts Lichtenberg, der Kinder- und
Jugendgesundheitsdienst und auch die Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE.

Mitarbeit in Fachverbänden / Arbeitsgemeinschaften
Der Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. ist
Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband
Berlin e.V. - Der PARITÄTische - sowie in unterschiedlichen Fachverbänden.
Geschäftsführer Thomas Grahn engagiert sich
in der Steuerungsgruppe Hilfen zur Erziehung
und im Beirat des PARITÄTischen Berlin.
Als Mitglied des „Albert-Schweitzer-Verband
der Familienwerke und Kinderdörfer e.V.“
haben wir uns das Ziel gesetzt, bundesweit
auf die wichtige Arbeit der Albert-SchweitzerKinderdörfer aufmerksam zu machen und für
Unterstützung zu werben. Der fachliche Austausch unter den Kinderdörfern erfolgt ergänzend in der Bundesarbeitsgemeinschaft der
Kinderdörfer - BAG. Einmal im Jahr treffen sich
die Vertreter der Kinderdörfer zu einer gemeinsamen Fachtagung.

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Regelmäßig beteiligen wir uns am Fachaustausch der Berliner Regionalgruppe der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen
- IGFH. Zudem sind wir Mitglied des AFET, dem
Bundesverband für Erziehungshilfe e.V..
In Lichtenberg, Reinickendorf und Spandau
sind wir in den Arbeitsgemeinschaften nach
§78 Hilfen zur Erziehung und in den Unterarbeitsgruppen der stationären Träger vertreten.
In Karlshorst und Reinickendorf beteiligen wir
uns an jeweils einem regionalen Fallteam.
Die Kita-Leiterinnen sind Mitglied der Arbeitsgemeinschaft nach § 78 Kindertageseinrichtungen in Lichtenberg. Die Mitarbeiterinnen der
Familienzentren sind in der AG nach §78 Familienförderung vertreten. Ferner nehmen wir aktiv
an Stadtteilkonferenzen und Planungsraumrunden in den drei Bezirken teil.

KOOPERATIONEN Seite 21

Beteiligungen – Jugendhilfe in Lichtenberg gGmbH
Der Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V.
ist alleiniger Gesellschafter der „Jugendhilfe in
Lichtenberg gGmbH“ (JuLi ).
JuLi arbeitet vorrangig mit sozial benachteiligten Kindern, Jugendlichen und Familien im
Bezirk Lichtenberg. Schwerpunkte der Arbeit
sind ambulante Hilfen zur Erziehung, Angebote
im Rahmen der Schulsozialarbeit und der Behindertenhilfe. Ergänzt werden diese Angebote
durch offene Kinder-, Jugend- und Familienarbeit in der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung
„Eastside“ sowie der stationären Wohngruppe
„Rückenwind“, einer Fünf-Tage-Wohngruppe,
in der Kinder maximal für neun Monate mit dem
Ziel der Rückführung in die Herkunftsfamilie
aufgenommen werden.

Beteiligungen – Fachpool Berlin gGmbH
Im Juni 2015 hat der Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. zusammen mit der Tochtergesellschaft JuLi gGmbH und dem Jugendhilfeträger JaKuS e.V. sowie dem Fortbildungsträger
Fachpool gGmbH die gemeinsame Gesellschaft
„Fachpool Berlin gGmbH“ gegründet. Ziel dieser
Gesellschaft ist es, passgenaue Fortbildungs-

angebote für unsere Arbeitsbereiche in der
Jugendhilfe zu kreieren und anzubieten. Hierzu
gehören Workshops, Seminare und Tagungen
zur Vermittlung von aktuellem Fachwissen im
Bereich Bildung und Erziehung von jungen Menschen – wie beispielsweise gewaltfreie Erziehung und systemische Interaktionstherapie.

Stiftung Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin
Um die Arbeit des Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. langfristig und nachhaltig zu sichern, hat der Verein im Jahr 2005 die Stiftung
Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin gegründet.
Es handelt sich um eine selbstständige, gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts.
Leitidee der Stiftung ist gemäß Satzung die
Förderung der Jugendhilfe und Erziehung,
insbesondere die finanzielle Förderung der
satzungsgemäßen Zielsetzungen des AlbertSchweitzer-Kinderdorf Berlin e.V..

Die Stiftung unterstützt regelmäßig bestimmte
Vorhaben des Kinderdorfes, die nicht durch die
Regelfinanzierung der Jugendämter gedeckt sind.
Das können Maßnahmen zum Um- und Ausbau
von Einrichtungen sein, die individuelle Förderung
von Betreuten oder die Unterstützung von Gruppenaktivitäten. Auch die Öffentlichkeitsarbeit des
Vereins und die Entwicklung neuer Vorhaben können gefördert werden. In den letzten zwei Jahren
hat die Stiftung jeweils zweckgebundene Rückstellungen zur Unterstützung des geplanten Projektes „Familienhaus“ gebildet.

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Seite 22 MITARBEITER

Anzahl, Geschlecht und Beschäftigungsumfang
Zum Ende des Berichtszeitraumes stellt sich
die Mitarbeiterschaft im Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin so dar wie im Schaubild rechts.
Die 156 vorhandenen Personalstellen entsprechen rund 131 Vollzeitäquivalenten.
Alle Wirtschaftshilfen des Kinderdorfes sind
Teilzeitkräfte. Die Erzieher/innen im Kinderdorf
und in den Kitas arbeiten in der Regel zwischen
30 und 39 Wochenstunden.
88% der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im
Kinderdorf sind weiblich. Die männlichen Kollegen machen im Bereich der Hausleitungen
11%, im Bereich der Kinderdorferzieher 19%,
im Bereich der Kitaerzieher 19% und im Bereich Leitung und Geschäftsführung (incl. Kitaleitung und Koordination „Brücke“) 17% der
Mitarbeiter aus.

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Mitarbeiter/innen:

Anzahl

Anteil

18

Hausleitungen Kinderdorf

11,6 %

36

Erzieher/innen Kinderdorf

18

Wirtschaftskräfte Kinderdorf

23,1 %
11,6 %

Mitarbeiter Erziehungsstellen

5

3,2 %

FSJler und Bundesfreiwillige

3

1,9 %

47 30,1 %

Erzieher/innen Kitas
Wirtschaftskräfte, techn. MA Kitas

10

6,4 %

Leitungskräfte incl. GF

12

7,7 %

7

4,4 %

MA Verwaltung und ÖA

Summe:

156

100 %

MITARBEITER Seite 23

Qualifikation und Fortbildungen
Kontinuierliche Mitarbeiterqualifikation kennzeichnet unseren Träger und hilft uns, die Qualität unserer Arbeit zu sichern.
Ein inhaltlicher Schwerpunkt im stationären Bereich war, uns auf den unterschiedlichen Ebenen von Geschäftsführung, Bereichsleitung
und Hausleitungen mit dem Thema der Personalführung intensiver auseinanderzusetzen.
An mehreren Tagen und in unterschiedlichen
Workshops beschäftigten wir uns mit unserem
Führungsverständnis, unserer Rolle als Leitungskraft und den konkreten Führungsinstrumenten, die wir anwenden wollen, um in den
unterschiedlichen Arbeitsbezügen die Mitarbeiter/innen bei der Bewältigung der Aufgaben zu
stärken.
Für die fachliche Weiterentwicklung ist die
regelmäßige Reflektion der Arbeit unerlässlich.
Hierfür steht neben der internen Fachberatung

durch die Bereichsleitungen und der Kita-Fachberaterin die regelmäßige externe Supervision
zur Verfügung, die sowohl im stationären als
auch im Kitabereich genutzt wird.
Darüber hinaus unterstützt der Träger die individuelle fachliche Weiterentwicklung der pädagogischen Fachkräfte als auch die der Verwaltungsfachkräfte. So nahmen die Mitarbeiter/
innen auch an unterschiedlichen externen Fortbildungsveranstaltungen teil.
Zu einer festen Tradition ist der Einführungstag
für neue Mitarbeiter/innen geworden. Die Teilnehmer/innen gaben uns sehr positive Rückmeldungen zu dieser Möglichkeit, den Träger
mit seiner Geschichte und seinen unterschiedlichen Aufgabenbereichen intensiver kennenzulernen.

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

„Wer viel Schönes im Leben
erhalten hat, muß entsprechend
viel dafür hergeben.
Wer von eigenem Leid verschont
ist, hat sich berufen zu fühlen,
zu helfen, das Leid der andern
zu lindern.
Alle müssen wir an der Last
von Weh, die auf der Welt liegt,
mittragen.“
Albert Schweitzer

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Seite 26 WIRTSCHAFTLICHKEIT

Entgelte und Belegung
Die Auslastung der Familienwohngruppen und
Erziehungsstellen betrug im Geschäftsjahr
2014 rund 92% und war damit erneut höher als
im Vorjahr.
Im Jahr 2014 wurden insgesamt 39.132 Kostentage abgerechnet, so dass die Einnahmen in
diesem Bereich auf rund 4,97 Millionen Euro
gestiegen sind (Vorjahr 4,66 Millionen Euro). Für
20 Betreute wurde bis Ende 2014 ein „Intensivkostensatz“ vereinbart, da der Betreuungsaufwand aufgrund des Alters oder besonderer
pädagogischer Erfordernisse erhöht war.

STAND 1.8.2014

LEISTUNGSENTGELTE

gemäß Entgeltvereinbarung und Trägervertrag
Familienwohngruppe Regelleistung West

123,59 €

Familienwohngruppe Regelleistung Ost

120,30 €

Familienwohngruppe Intensivleistung West

134,28 €

Familienwohngruppe Intensivleistung Ost

130,80 €

Erziehungsstellen

Die Fortschreibung/Erhöhung der Leistungsentgelte unserer stationären Jugendhilfeangebote
erfolgte zuletzt per 1. August 2014. Für 2015 ist
keine Erhöhung der Entgelte vorgesehen.
Mitte 2015 lag die Auslastung der Familienwohngruppen bei rund 90%.

von 133,63
bis 183,94 €

Betreutes Wohnen

61,10 €

Betreutes Wohnen für junge Volljährige

34,17 €

Fachleistungsstunde gemäß §§ 30, 31 und
35 SGB VII (Ost und West)

52,12 €

Finanzierung der Kitas und Familienzentren
Die durchschnittliche Belegung des Kita- und
Familienzentrums „Die Brücke“ in der Gensinger
Straße lag 2014 bei 177 Kindern. In der Kita in
der Volkradstraße, dem Kinder- und Familienzentrum „Kikiflo“ waren jahresdurchschnittlich
83 Plätze belegt. Die beiden Kitas erzielten in
2014 Einnahmen von insgesamt rund 2,47 Millionen Euro (Senatszuschüsse + Elternbeiträge).
Das Kita- und Familienzentrum „Die Brücke“
wird seit September 2012 durch den Bezirk
Lichtenberg im Rahmen von Zuwendungen aus
der Familienförderung und seit 2014 zusätzlich
mit Mitteln aus der „Fallunspezifischen Arbeit“
unterstützt.

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Die Projektförderung von „Aktion Mensch“ für
unser Musik- und Tanzprojekt „Familienbühne
Kunterbunt“ für Kinder mit und ohne Behinderungen endete im Dezember 2014. Hier suchen
wir derzeit intensiv nach einer Anschlussfinanzierung.
Das zum 01. Oktober 2012 in der Kita „Kikiflo“
eröffnete Familienzentrum in der Volkradstraße
ist durch das Senatsprogramm „Berliner Familienzentren“ finanziell abgesichert.

WIRTSCHAFTLICHKEIT Seite 27

Zuwendungen und Erträge
Vereinsbeiträge und Spenden an den AlbertSchweitzer-Kinderdorf-Berlin e.V. beliefen sich
per 31.12.2014 auf 38.966,18 Euro. Die Einnahmen aus Bußgeldern betrugen 900 Euro.
Erträge aus der Vermögensverwaltung und
Zinserträge machten, saldiert mit entsprechenden Aufwendungen (u.a. Verwaltungsgebühren,
Abschreibungen auf Wertpapiere) rund 150.000
Euro aus. Zuwendungen aus Nachlässen fielen
in Höhe von 91.240,60 Euro an.
Der Albert-Schweitzer-Verband unterstützte
unser Kinderdorf durch Zuwendungen, unter
anderem zweckgebunden für das durch einen
Brandschaden komplett zerstörte Kinderdorfhaus in Heiligensee, mit 45.000 Euro.

Aufwendungen
Die Personalkosten lagen im Berichtszeitraum
deutlich höher als im Vorjahr und beliefen sich
auf gut 5,852 Millionen Euro (Vorjahr 5,094 Millionen Euro). Gründe dafür waren die höhere
Auslastung und der entsprechend höhere Personalbedarf im Kinderdorf sowie betriebsintern
vereinbarte Gehaltsanpassungen und Abfindungszahlungen. In den Kitas waren durch weitere Neueinstellungen ebenfalls höhere Personalkosten die Folge.
Wir orientieren uns bei den Gehaltsleistungen
an den Arbeitsvertragsrichtlinien (AVB) in Anlehnung an die Regelungen des Paritätischen
Bundesverbandes. Alle neuen Beschäftigten
erhalten seit dem 01.01.2011 Arbeitsverträge
und Gehaltszahlungen auf Basis dieser Entgeltstruktur, die Elemente des TVL und vergleichbarer modernisierter Tarifsysteme beinhaltet. Der
Übertritt zu den AVB für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit BAT-Verträgen erfolgt weiterhin
auf freiwilliger Basis. Zum 01.07.2015 hatten
mehr als 90% der Belegschaft AVB-orientierte
Arbeitsverträge.

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Seite 28 WIRTSCHAFTLICHKEIT

Jahresabschluss 2014
Die Einnahmen aus den Entgelten für unsere
Erziehungswohngruppen und Erziehungsstellen reichen regelmäßig nicht aus, um die Einrichtungen und pädagogischen Standards des
Kinderdorfes zu finanzieren. Der Verein ist daher
zur vollständigen Deckung seiner Kosten und
zur qualitativen Entwicklung seiner Angebote
auf Zuwendungen aus Spenden, Beiträgen und
Nachlässen sowie Zinserträgen angewiesen.

Der Jahresüberschuss im Geschäftsjahr 2014
ist in erster Linie durch die Versicherungserstattung nach dem Brandschaden in einem
Kinderdorfhaus in Heiligensee im August 2014
begründet. Der Aufwand zur Wiedererrichtung
des Hauses wird nach dessen Fertigstellung im
Herbst 2015 in den Folgejahren anteilig über
die bauliche Abschreibung verbucht.

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 2014
in Euro

2013 in T

Entgelte, Spenden, Mitgliedsbeiträge und Nachlässe

7.806.791,95

7.207

Sonstige betriebliche Erträge

1.032.872,44

402

in Euro

2013 in T

-1.665.540,16

-1.476

-4.856.364,60

-4.180

-996.188,93

-915

-363.877,70

-349

-538.015,82

-328

140.243,15

143

Erträge

Aufwendungen
Unterhalts-, Haus- und Grundstücksaufwendungen
Personalaufwand
Löhne und Gehälter
Soziale Abgaben und Aufwand Altersvorsorge
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände
und Sachanlagen
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Erträge aus Wertpapieren des Finanzanlagevermögens
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

216,39

0

Abschreibungen auf Finanzanlagen

-11.805,81

-35

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

-6.252,47

-7

542.078,44

462

-4.974,12

-5

537.104,32

457

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Sonstige Steuern
Jahresüberschuss

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

WIRTSCHAFTLICHKEIT Seite 29

BILANZ ZUM 31.12.2014
AKTIVA

in Euro

Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Sachanlagen
Finanzanlagen
Total Anlagevermögen

10.378,00
8.267.818,97
6.502.308,64
14.780.505,61

Umlaufvermögen
Zum Verkauf bestimmte Grundstücke und andere Vorräte
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
Total Umlaufvermögen
Rechnungsabgrenzungsposten
Summe Aktiva
PASSIVA
Eigenkapital
Vereinskapital
Rücklagen
Total Eigenkapital
Sonderposten
Zweckgebundene Zuwendungen
Investitionszuschüsse
Total Sonderposten
Rückstellungen
Verbindlichkeiten
Rechnungsabgrenzungsposten
Summe Passiva

Vorjahr T Euro
14
8.249
5.917
14.180

25.241,87
446.891,42
747.040,86
1.219.174,15

1.052

63.814,15

66

16.063.493,91

15.298

in Euro

Vorjahr T Euro

10.959.710,36
1.963.664,61
12.923.374,97

10.423

32.631,21
1.837.261,94
1.869.893,15

29

26
320
706

1.964
12.387

1.944
1.973

569.468,15
461.232,19
239.525,45

262

16.063.493,91

15.298

451
225

Prognose 2015
Die Belegung unserer Erziehungswohngruppen
und Erziehungsstellen war bis Mitte 2015 zufriedenstellend. Auch die insgesamt mehr als
260 Kitaplätze in der Gensinger Straße und der
Volkradstraße sind weiterhin gut nachgefragt.

Auf Grund der aktuellen Belegungssituation
und einer bislang guten Entwicklung bei den
Finanz- und Nachlasserträgen erwarten wir für
2015 ein positives Jahresergebnis.

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

VEREINSTÄTIGKEIT Seite 31

Kuratorium
Die Mitgliederversammlung wählt gemäß Satzung alle drei Jahre das Kuratorium des Vereins. Das Kuratorium wurde am 21. November
2014 neu gewählt. Es besteht seitdem aus folgenden Mitgliedern:
•	 Christian Schiller (Kuratoriumsvorsitzender)
•	 Peter Barthelmes (Schriftführer)
•	 Maria Baring (zugewählt im September 2015)
•	 Ulrich Dassel
•	 Rainer Haßelmann
•	 Dörthe Joite
•	 Ursula Meys
•	 Bettina Pag

•	
•	
•	
•	
•	
•	

Susanne Romeiß
Gerhard Schmidt-Burda
Dr. Corinna Schmude
Torsten Schmude
Heiner Wüstenberg
Leonore Wüstenberg

Satzungsgemäß wurden die beiden Mitarbeiter Falk Hofmann und Michael Wagner sowie
der Hausvater Andreas Moorkamp als Kuratoriumsmitglieder mit beratender Stimme hinzugewählt.

Vorstand
Der Vorstand wird vom Kuratorium für drei Jahre
aus den Reihen seiner Mitglieder gewählt. Er
erfüllt seine satzungsgemäßen Aufgaben gemäß § 26 BGB. Der Vorstand tagt regelmäßig in
den Räumen des Kinderdorfes.
Derzeit bilden folgende Personen den Vereinsvorstand:
•	 Rainer Haßelmann (Vorstandsvorsitzender)
•	 Ursula Meys (stellv. Vorstandsvorsitzende)
•	 Gerhard Schmidt-Burda (Schatzmeister)

Ausschüsse
Das Kuratorium kann Mitglieder für verschiedene Ausschüsse und Arbeitsgruppen benennen.
Finanz- und Vermögensausschuss
Der Finanz- und Vermögensausschuss beschäftigt sich traditionell mindestens einmal im
Jahr mit der Vermögensverwaltung des Vereins
und dem Jahresabschluss.

Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit
Der Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit berät
bei Bedarf die zuständigen Mitarbeiter im Bereich der Vereinswerbung und Außendarstellung und gibt Anregungen für die Gewinnung
von Spendern und Unterstützern.
Pädagogischer Ausschuss
Der pädagogische Ausschuss widmet sich insbesondere der fachlichen Weiterentwicklung
der Kitaarbeit und der stationären Angebote
des Kinderdorfes.

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Seite 32 AUSBLICK

kleinen Kindern im Rahmen unserer Familienzentrumsarbeit soll verstetigt und zu einem
festen Bestandteil des Angebotsprofils werden.
Zumindest für die kommenden Jahre gehen wir
hier von einem kontinuierlich hohen Bedarf aus.
Sowohl in unseren Kitas wie in unseren Familienwohngruppen werden wir einzelne Plätze für
junge Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten vorhalten, sofern eine Aufnahme möglich
und von der Altersstruktur her passend ist. Das
Problem der „Unbegleiteten minderjährigen
Flüchtlinge“ belastet derzeit unsere Stadt sehr
stark.

Ausblick 2015 / 2016
Im Herbst 2015 zieht unsere Familiengruppe
aus dem Haus Mümmelmannweg 30 nach gut
einem Jahr der „Umsiedlung“ von Berlin-Frohnau
wieder zurück in ihr angestammtes Quartier in
Heiligensee. Der Wiederaufbau des Kinderdorfhauses ist dann endgültig abgeschlossen und
man kann mit Fug und Recht von einem gelungenen Neubau berichten.
Nachdem wir in diesem Jahr einige Bauprojekte,
inklusive einer komplett neu gestalteten Außenanlage des Kita- und Familienzentrums in
der Gensinger Straße, erfolgreich abschließen
konnten, scheint nunmehr unser seit längerem
geplantes großes Vorhaben, das „Familienhaus“, endlich Konturen zu bekommen.
Im September haben wir die Verhandlungen um
einen Erbbaurechtsvertrag für ein Grundstück
in der Spandauer Schürstraße mit der Berliner
Immobilien Management (BIM) zu Ende bringen
können. Wenn weiterhin alles gut verläuft, beginnen wir Anfang 2016 mit der Errichtung eines
fünfgeschossigen Mehrfamilienhauses, in dem
bis zu neun Familien mit ihren Kindern einziehen und von uns betreut werden können. Das
Jugendamt Spandau ist seinerzeit mit diesem
Wunsch an uns herangetreten und wir freuen
uns, dass es nun hoffentlich bald realisiert wird.
Auch das Thema „Flüchtlinge“ wird uns im
kommenden Jahr stärker denn je beschäftigen.
Unser im Oktober 2015 beginnendes Projekt
zur Unterstützung von Flüchtlingsfamilien mit

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Nichts desto trotz dürfen wir unsere sonstige
laufende Arbeit nicht vernachlässigen. Die Suche nach geeigneten Hauseltern ist eine ständige Herausforderung und wird uns in den nächsten Monaten sicherlich stark beschäftigen.
Ein Schwerpunkt bei der Mitarbeiterinternen
Schulung ist eine dreiteilige Fortbildungsreihe
zum Thema „Grenzwahrender Umgang mit
Kindern und Jugendlichen in der stationären
Jugendhilfe“, den wir für alle pädagogischen
Mitarbeiter/innen einschließlich aller Leitungskräfte im Kinderdorf zwischen September und
November 2015 anbieten.
Auch der Abschluss der Projektgruppe „Kinderrechte“ einschließlich der Erstellung einer
Kinderdorf-internen Kinderrechtebroschüre
steht bis zum Jahresende 2015 an.
Die bislang erfolgreiche Zusammenarbeit mit
dem Verband der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke werden wir weiter
fortsetzen, damit noch mehr Menschen von unseren Aktivitäten erfahren und uns helfen, den
anstehenden Herausforderungen gerecht zu
werden.

AUSBLICK Seite 33

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

Impressum:

Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V.
Weiter Blick 46
14089 Berlin
Registergericht:
Amtsgericht Charlottenburg
Registernummer: VR 3090 Nz
Vertretungsberechtigter Vorstand:
Rainer Haßelmann (Vorsitzender), Ursula Meys
(Stellvertreterin), Gerhard Schmidt-Burda (Schatzmeister)
Redaktion:
Cornelia Piekarski, Thomas Grahn, Silke Beuningh
Satz und Gestaltung:
Mone Volke
Wir danken allen Mitarbeiter/innen, die sich an der
Erstellung des Geschäftsberichts beteiligt haben.
Berlin im November 2015

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.

www.kinderdorf-berlin.de
Hauptgeschäftsstelle
Weiter Blick 46
14089 Berlin-Gatow
Tel: 030 362 30 44
Fax: 030 362 48 15
ask@kinderdorf-berlin.de

Regionale Geschäftsstelle Lichtenberg
Sewanstraße 43
10319 Berlin
Tel: 030 509 00 56
Fax: 030 509 76 92
lichtenberg@kinderdorf-berlin.de
Mitglied im:

ALBERT-SCHWEITZER-KINDERDORF BERLIN E.V.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.