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Periodical volume

Full text: Geschäftsbericht des Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. Issue 2009/10(2010)

Geschäftsbericht Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V.
Berichtszeitraum 2009 /2010

Inhaltsverzeichnis:
1. 2. 2.1 2.2 2.3 2.4 3. 3.1 3.2 3.3 3.4 4. 4.1 4.2 4.3 4.4 5. 5.1 5.2 5.3 5.4 5.5 6. 6.1 6.2 7. 7.1 7.2 7.3 7.4 7.5 8. 9. 10. Vorbemerkungen Leistungsspektrum des Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. Stationärer Bereich - Familienanaloge Gruppenangebote Betreutes Einzelwohnen / Ambulante Hilfen Kindertagesstätte Gensinger Straße Kinder-, Familien- und Begegnungszentrum „Die Brücke“ Entwicklungen im Berichtszeitraum Familiengruppen / Kinder im stationären Bereich Betreutes Einzelwohnen / Ambulante Hilfen Kindertagesstätte Gensinger Straße Kinder-, Familien- und Begegnungszentrum „Die Brücke“ Qualitätssicherung und Projektentwicklung im ASK Projektgruppen Qualitätsentwicklungsverfahren im stationären Bereich (EVAS) Qualitätssicherung Qualitätsentwicklung in Kita und „Die Brücke“ Beteiligungen, Vernetzung und Kooperation Beteiligungen und Mitgliedschaften Stiftung Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin Mitarbeit in Dach- und Fachverbänden und Arbeitsgemeinschaften Kooperationen im stationären Bereich Zusammenarbeit im Sozialraum Gensinger Viertel Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. Anzahl, Alter, Beschäftigungsumfang der MitarbeiterInnen Mitarbeiterqualifikation / Fortbildungen Wirtschaft und Finanzen Entgelte und Belegung Familienwohngruppen sowie Ambulante Nachbetreuung Finanzierung Kita und Familienzentrum Zuwendungen und Erträge Aufwendungen im Berichtszeitraum Jahresabschluss 2009 / Prognose 2010 Vereinstätigkeit Öffentlichkeitsarbeit Ausblick 2010/2011

1. Vorbemerkungen

Zur Mitgliederversammlung 2010 legen wir unseren aktuellen Geschäftsbericht 2009/2010 vor. Auch in diesem Jahr wollen wir Mitgliedern, Freunden, Förderern und Kooperationspartnern einen Überblick über unsere vielfältigen Aufgaben und unsere laufende Arbeit geben. Der Bericht umfasst den Zeitraum vom 01.07.2009 bis zum 30.06.2010 einschließlich des Jahresabschlusses für 2009. Wir wünschen Ihnen interessante Einblicke in unsere Arbeit. Im Berichtszeitraum stand kontinuierlich ein Ereignis im Vordergrund, dessen Höhepunkt erst im nächsten Geschäftsbericht seinen gebührenden Platzt finden wird: die Vorbereitungen zum 50-jährigen Vereinsjubiläum im September 2010. Viele haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen haben sich engagiert, Anregungen gegeben und Aufgaben übernommen. Ihnen allen hierfür schon einmal ein Dankeschön. Was an Jubiläumsaktivitäten bereits in der ersten Jahreshälfte 2010 stattgefunden hat, können Sie im Kapitel „9. Öffentlichkeitsarbeit“ nachlesen. Der Beginn der Sanierung unserer Kita war ein weiteres wichtiges Ereignis, das uns seit März 2010 beschäftigt. Eine komplette Modernisierung im laufenden Kitabetrieb stellt eine ganz besondere organisatorische Herausforderung dar und wurde von den Betroffenen bis dato sehr gut gemeistert. Unser Dank gilt den MitarbeiterInnen, den Planern und Bauleuten. „Berlin ist pleite“ – so einfach möchte man Politik manchmal auf den Punkt bringen. Der Gesamtetat, aus dem unsere Arbeit finanziert wird, ist nach einer drastischen Absenkung in den Jahren 2003 bis 2005 zwar in 2009 und 2010 wieder etwas gestiegen – die Hilfebedarfe sind aber

weitaus stärker gewachsen. Im Ergebnis haben viele Bezirke weiterhin erhebliche Defizite im Etat ihrer „Hilfen zur Erziehung“. Wir können froh sein, dass unser Kinderdorf im Entgeltbereich nicht zu den hochpreisigen Anbietern zählt. Aber der Kostendruck wird auch in den kommenden Jahren nicht nachlassen. Gleichzeitig wird die Gewinnung qualifizierter MitarbeiterInnen im sozialpädagogischen Bereich nicht einfacher, der Fachkräftemangel wird sich verstärken. Im kommenden Jahr tritt das Land Berlin dem Tarifvertrag der Länder (TVL) bei. Die Freien Träger dürfen von der tariflichen Einkommensentwicklung nicht abgekoppelt werden, sonst wird es noch schwieriger sein, geeignete MitarbeiterInnen zu finden. Der Berichtszeitraum 2009/2010 war über Berlin hinaus von der Diskussion um die „Treberhilfe“ und ihren umstrittenen Geschäftsführer geprägt. Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat als Reaktion auf die anhaltenden und teilweise pauschalisierende Kritik an Einrichtungen aus der Sozialwirtschaft seine Mitgliedorganisationen aufgefordert, sich der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ anzuschließen. Damit gehen die Träger eine Selbstverpflichtung zur Veröffentlichung wichtiger Unternehmensdaten ein. Sie zeigen, dass ihre Strukturen transparent sind und sowohl die öffentlichen Gelder als auch die Zuwendungen von privater Seite ausschließlich und nachvollziehbar dem sozialen Zweck ihrer Arbeit zukommen. Das Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin wird sich dieser Initiative anschließen und damit einen zusätzlichen Beleg liefern, dass das Vertrauen in unsere Arbeit in jeder Hinsicht gerechtfertigt ist.

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2. Leistungsspektrum des Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V

2.1 Stationärer Bereich – Familienanaloge Gruppenangebote Derzeit verfügt der Albert-SchweitzerKinderdorf Berlin e.V. über 20 familenanaloge Wohngruppen in entsprechend ausgestatteten Kinderdorfhäusern. In der Regel werden in den Familiengruppen sechs Kinder bzw. Jugendliche von einer Hausleitung, zwei hinzukommenden pädagogischen Fachkräften und einer Hauswirtschaftskraft betreut und versorgt. Vier der zwanzig Familienwohngruppen haben eine Betriebserlaubnis als so genannte Intensivgruppe. Hier werden jeweils fünf Kinder betreut. Die im Kinderdorf lebenden Kinder stammen häufig aus Familien, in denen sie Vernachlässigung oder sogar Gewalt ausgesetzt waren. Bei diesen Kindern haben sich in der Folge Verhaltensauffälligkeiten ausgeprägt. Aufgrund ihrer Biografien zeigen sie teilweise erhebliche Entwicklungsdefizite. In einigen Fällen gilt es zudem, Traumata zu verarbeiten, die sich z.B. in körperlichen Symptomen, Bindungsstörungen oder ADS manifestiert haben. Das Hauptaugenmerk der pädagogischen Arbeit liegt zunächst auf der Integration der Kinder in die Familiengruppe. Sie hat ihren Schwerpunkt im Beziehungsaufbau und der Beziehungsfestigung, in der Vermittlung von verlässlichen Alltagsstrukturen und darauf aufbauend in der individuell bedarfsgerechten Förderung. Hierzu gehören insbesondere die Vermittlung von angemessenem Sozialverhalten, die schulische Förderung, die Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit den bisherigen Lebenserfahrungen und der daraus resultierenden Fremdunterbringungssituation. Weiterhin kommt der Initiierung, Begleitung und Umsetzung therapeutischer Maßnahmen – in Zusammenarbeit

mit entsprechenden Fachdiensten, z .B. Therapeuten, KJPD, Kliniken – große Bedeutung zu. Neben einer förderlichen Alltagsstruktur und individuellen Fördermaßnahmen im medizinischen und/oder therapeutischen Bereich legen wir Wert auf eine gute Freizeiteinbindung jedes einzelnen Kindes/ Jugendlichen. Mit den Jüngsten werden z.B. Eltern-Kind-Turngruppen oder Musikgruppen im Umfeld besucht, viele Schulkinder des ASK besuchen regelmäßig den Miniclub der Kirchengemeinde, eine städtische Kinderfreizeitstätte oder sind Mitglied eines Sportvereins. Auch Angebote musikalischer Freizeitgestaltung bzw. die Mitgliedschaft in Organisationen wie den Pfadfindern oder der freiwilligen Feuerwehr werden gerne wahrgenommen. Das Spektrum der organisierten Freizeitgestaltung reicht vom Fußballverein, über Jazzdance und Rudern bis hin zum Klavierunterricht oder dem Voltigieren. Die Integration in ein regelmäßiges Freizeitangebot dient einerseits dem Spaß und der Freude an der Beschäftigung, die den eigenen Neigungen und Begabungen entspricht, andererseits auch der sozialen Integration mit Gleichaltrigen außerhalb des Kinderdorfes. Elternarbeit Elternarbeit ist ein wichtiger Bestandteil unseres professionellen Handelns. Umfang und Intensität richten sich individuell nach der familiären Situation und Zielstellung der Hilfeplanung. Die Zielstellung der Elternarbeit liegt in der Akzeptanz der Hilfe, in der Förderung der Verantwortlichkeit der Eltern sowie der Nutzung ihrer Ressourcen und die Prüfung der Rückkehroption und ggf. die Begleitung der Wiederaufnahme in die Familie. Angestrebt wird der Aufbau einer Kooperationsbeziehung, auch wenn es zum Teil erhebliche Widerstände zu überwinden gilt. Hausleitungen und pädagogische MitarbeiterInnen gestalten die Kontak-

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te mit den Kindern und deren Angehörigen. Besuchskontakte werden gemeinsam vor- und nachbereitet. Bei Familien, bei denen eine Rückkehr des Kindes in den elterlichen Haushalt möglich erscheint, erfolgt eine kontinuierliche Ausweitung der Kontakte und somit der Erziehungsverantwortung der Eltern. In der Arbeit mit den Herkunftssystemen kooperieren wir mit den leiblichen Eltern, mit neuen Partnern eines Elternteils, mit Großeltern, Tanten, Onkels, Geschwistern, Ex-Pflegemüttern und MitarbeiterInnen von Einrichtungen, in denen die Kinder vor der Aufnahme im Kinderdorf lebten. Das bedeutet eine Vielzahl von Beratungsgesprächen im Kinderdorf und auch in den Wohnungen der Eltern. In einigen Fällen ist der Kontakt zwischen Kindern und Eltern nur möglich, wenn dieser von einer Fachkraft begleitet wird. Dies wird entweder von MitarbeiterInnen im Kinderdorf oder durch andere Träger geleistet. An allen Standorten zeigt es sich, dass insbesondere bei schwieriger Elternarbeit und bei krisenhaften Entwicklungsverläufen einzelner Kinder die Unterstützung der MitarbeiterInnen in Form von Gesprächen, der gemeinsamen Erarbeitung von Handlungsstrategien und die Begleitung von Besuchskontakten erforderlich ist. Daher werden sie bei ihren komplexen und fachlich anspruchsvollen Aufgaben durch die pädagogische Bereichsleitungen unterstützt. Diese koordinieren die fachliche Umsetzung des Hilfeprozesses. 2.2 Betreutes Einzelwohnen / Ambulante Hilfen Diese Hilfen dienen der Verselbstständigung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie begleiten den Über-

gang aus den Familienwohngruppen in ein selbst verantwortetes Leben. Junge Menschen, die in ihren Familienwohngruppengenügend Eigenständigkeit entwickelt haben und zunehmenden selbständiger werden, können für den Übergang in die erste eigene Wohnung und den Aufbau einer gesicherten eigenständigen Lebensführung sozialpädagogische Unterstützung erhalten. Diese Hilfe kann, je nach dem individuellen Hilfebedarf, in unterschiedlicher Form, bspw. als Betreutes Einzelwohnen oder als ambulante Hilfe erfolgen. 2.3 Kindertagesstätte (Kita) im Gensinger Viertel Um die bestehende Vernetzung und Kooperation mit Institutionen im Berliner Bezirk Lichtenberg auszubauen und das eigene Leistungsspektrum auf die Unterstützung von Familien außerhalb des Kinderdorfes auszuweiten, hat der AlbertSchweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. im Jahr 2005 die Kindertagesstätte in der Gensinger Straße in seine Trägerschaft übernommen. Die Kita ist die einzige Einrichtung ihrer Art im Stadtteil. Bis zu 150 Kinder werden in altershomogenen Gruppen betreut. Die Kita ist eine Integrationseinrichtung, d. h. auch Kinder mit besonderem Förderbedarf werden hier aufgenommen. Zusammenarbeit mit den Eltern Besonderes Augenmerk legt die Einrichtung auf die Beteiligung der Eltern am Geschehen der Kindertagesstätte. So wählen sich die Eltern jeder Gruppe zwei VertreterInnen, die sie bei den regelmäßig stattfindenden Zusammenkünften mit den Erzieherinnen und der Leiterin repräsentieren. Im so genannten „Kita-Ausschuss“ erörtern die Eltern gemeinsam mit den MitarbeiterInnen und dem Pädagogischen Geschäftsführer des Vereins alle die Kita betreffende Themen. Regelmäßig finden

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zudem Elternabende bzw. Elterngespräche statt. Veranstaltungen der Kindertagesstätte werden zusammen mit den Eltern gestaltet. Zusammenarbeit mit der „Brücke“ Mit dem Kinder-, Familien- und Begegnungszentrum „Die Brücke“ pflegt die Kindertagesstätte eine enge Zusammenarbeit. Quartalsweise finden Koordinationstreffen statt, an denen auch der pädagogische Geschäftsführer teilnimmt. Schnelle bedarfsgerechte Abstimmungen erfolgen darüber hinaus „auf dem kurzen Weg“ zwischen Koordinatorin und Kitaleiterin, hier geht es dann um Fragen des laufenden Betriebs und die Gestaltung von Einzelprojekten. 2.4 Das Kinder-, Familien- und Begegnungszentrum „Die Brücke“ Im Gebäude der Kindertagesstätte hat der Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. im Jahr 2008 das Kinder-, Familien- und Begegnungszentrum „Die Brücke“ eröffnet. Es hält in enger Kooperation mit der Kita unterschiedliche Angebote der Familienbildung nach § 16 SGB VIII bereit. Zu ihren Besucherzielgruppen gehören Eltern, Babys, Kleinkinder, Kinder im Kindergartenalter, Vorschulkinder, Grundschulkinder sowie Großeltern und andere an der Erziehung beteiligte Personen und Fachkräfte. Ältere Menschen, insbesondere BewohnerInnen des Gensinger Viertels, besuchen „Die Brücke“, um generationsübergreifende Kontakte zu knüpfen, Familien zu unterstützen und sich ehrenamtlich zu engagieren. Auch die Familien stammen in der Regel aus dem Gensinger Viertel, zum Teil sind sie BesucherInnen aus den angrenzenden Wohngebieten in Friedrichsfelde-Nord. Ziel aller Angebote ist es, Familien dabei zu unterstützen,

ihren Alltag positiv zu bewältigen und eine gesunde Entwicklung ihrer Kinder zu fördern. „Die Brücke“ bietet vielfältige Veranstaltungen und Projekte zur Bildung, Beratung, Unterstützung und Begleitung an. Die Angebote sind präventiv ausgerichtet und sollen Kinder und Familien aller Bildungsschichten und mit verschiedenen ethnischen Hintergründen möglichst frühzeitig erreichen und greifen, bevor Hilfen zur Erziehung nötig werden bzw. diese ergänzen. Im Gensinger Viertel lebt ein relativ hoher und wachsender Anteil von Familien mit kleinen Kindern mit Migrationshintergrund sowie Familien in schwierigen sozialen Lebenslagen. Auch der Anteil von Familien, in denen bereits über einen längeren Zeitraum Hilfen zur Erziehung eingesetzt sind, ist gestiegen. Dies geht aus den Ergebnissen des Kindergesundheitsberichtes 2008 im Stadtteil Friedrichsfelde-Nord hervor und wird von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in ihrem 2008 veröffentlichten Monitoring bestätigt.

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3. Entwicklungen im Berichtszeitraum

3.1 Familiengruppen / Kinder im Stationären Bereich In den zwanzig Familienwohngruppen des Albert-Schweitzer-Kinderdorfes Berlin e.V. wurden zum Stichtag 30.06.2010 108 Kinder und Jugendliche im Alter von 0-18 Jahren betreut. Im Berichtszeitraum haben wir 21 Kinder in unseren Familiengruppen aufgenommen. 19 Kinder haben das Kinderdorf in dieser Zeit verlassen. Nach intensiver Suche hat am 01.01.2010 im Haus 6 in Gatow eine neue Mitarbeiterin als Hausleitung ihre Tätigkeit aufgenommen. Ursachen für die Unterbringung In den Herkunftsfamilien der Kinder, die bei uns betreut werden, gab es häufig Erziehungsprobleme aufgrund von psychischen Erkrankungen und geistigen Behinderungen, gekoppelt mit entsprechenden Mutiproblemlagen. Soziale und emotionale Probleme der Eltern mit parallel laufenden Bildungsdefiziten und schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen sind schlechte Voraussetzungen für das Aufwachsen von Kindern, denn entsprechend eingeschränkt sind die Möglichkeiten und Fähigkeiten der Eltern, angemessene Erziehungsverantwortung zu übernehmen. Weitere Gründe für Fremdunterbringung sind Problemfelder wie Drogenabhängigkeit, Kriminalität und massive Paarkonflikte. Anlass für Aufnahmen waren im Berichtszeitraum auch gescheiterte bzw. ungeeignete stationäre Hilfen im Vorfeld. So kamen Kinder aus anderen Wohngruppen oder auch Pflegefamilien zu uns. Häufig haben wir die Kinder über Krisenund Clearinggruppen aufgenommen. Bei einem Kind war die Mutter verstorben.

Anfragesituation Im Berichtszeitraum ist ein leichter Rückgang der Nachfrage für freie Plätze zu verzeichnen, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte 2010. Der Bedarf scheint durchaus gegeben, aber die knappen Kassen der Jugendämter führen zu einer sehr restriktiven Ausgabenpolitik. Unterbringungen werden zunehmend nur noch dann eingeleitet, wenn eine nicht mehr zu übersehende schwere Kindeswohlgefährdung eingetreten ist. Der Trend, dass unsere Familiengruppen für kleine Kinder nachgefragt werden, hielt auch im vorliegenden Berichtszeitraum an. Im ersten Halbjahr 2010 betraf die Hälfte aller Anfragen Kinder unter fünf Jahren. Wenn es die Betreuungssituation und Gruppenzusammensetzung ermöglichte, haben wir diese kleinen Kinder aufgenommen. So waren im ersten Halbjahr 2010 analog der Anfragesituation die Hälfte aller aufgenommenen Kinder unter 5 Jahre alt. Das jüngste Kind war bei der Aufnahme fünf Monate alt. Die Hälfte aller Anfragen – im Berichtszeitraum waren es 53 – erfolgten für Geschwistergruppen. Im wieder eröffneten Haus 6 in Gatow konnten wir drei Schwestern aufnehmen. In den anderen Gruppen konnten wir lediglich Geschwisterpaaren einen Platz anbieten. Mehrheitlich stehen Einzelplätze zur Verfügung, die jedoch schwerer zu belegen sind. 3.2 Betreutes Einzelwohnen / Ambulante Hilfen Vier Jugendliche und junge Erwachsene aus den Familiengruppen haben sich auf den Weg der Verselbstständigung gemacht. Unterstützt wurden sie durch das Betreute Einzelwohnen bzw. durch

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ambulante Hilfen. Zwei junge Erwachsene wurden dabei weiterhin von ErzieherInnen des ASK betreut. Die beiden anderen wechselten in die Betreuung durch andere Träger. Schwerpunkte der Arbeit mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen waren unter anderem: - Unterstützung beim Übergang in eigenen Wohnraum - Finanzplanung und Finanzeinteilung - Unterstützung im Umgang mit Behörden / Antragstellungen - Unterstützung bei der Erreichung von Schul- oder Ausbildungsabschlüssen - Unterstützung bei Bewerbungen 3.3 Kindertagesstätte Gensinger Straße Im Schnitt wurden 145 Kinder in 10 Gruppen betreut, 51 davon im Krippenalter (entspricht 0 bis 3 Jahre), 65 im Kindergartenalter (entspricht 3 bis 5 Jahre) und 29 Kinder in Vorschulgruppen. Die Kindertagesstätte ist eine Integrationseinrichtung, im Berichtszeitraum wurden 8 Kinder mit besonderem Förderbedarf betreut. 43,5 Prozent der Kinder unserer Einrichtung stammen aus Familien mit Migrationshintergrund, vorwiegend kommen sie aus Russland, der Türkei und Vietnam. In den einzelnen Gruppen wurden verschiedene inhaltliche Schwerpunkte gesetzt und unterschiedliche Projekte durchgeführt. Im Krippenbereich ging es, in enger Abstimmung mit den Eltern, vor allem um eine gelungene Eingewöhnung der Kinder in die Kita und ihre Begleitung und Unterstützung bei ihren ersten Erfahrungen mit Gleichaltrigen. Besonderes Augenmerk lag auf der Förderung der motorischen und sprachlichen Entwicklung der Kinder. Der

Einsatz von Musik regte die Kinder dabei in vielfältiger Weise an. Bei den älteren Kindern lagen die Schwerpunkte im Bereich der Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse und -fähigkeiten und der Förderung ihres mathematischen Verständnisses. Der Entwicklung von Ausdauer und gegenseitiger Unterstützung sowie der Einhaltung von Regeln wurde viel Raum gegeben. Für die Erfüllung dieser Zielstellungen wurden auch in diesem Berichtszeitraum die verschiedensten Projekte gemeinsam mit den Kindern geplant und umgesetzt. In der Vorschulgruppe hatten die Kinder die Möglichkeit sich mit verschiedenen Kulturen vertraut zu machen. Auf die Entwicklung ihres musikalischen und künstlerischen Verständnisses wurde viel Wert gelegt. So lernten sie bspw. die Arbeitsweise verschiedener Künstler kennen und wurden angeregt mit verschiedenen Materialien selbst ihre Kunstwerke zu schaffen, die im Foyer der Kita ausgestellt wurden. Im März 2010 begann eine grundlegende Teilsanierung des 30 Jahre alten Gebäudes der Kindertagesstätte. Dies stellte die MitarbeiterInnen vor einige logistische Herausforderungen. Für die Bearbeitung des ersten Bauabschnitts war es notwendig, verschiedene Gruppen räumlich zusammenzulegen. Dies forderte einen hohen Einsatz von allen MitarbeiterInnen der Kita. Die Herausforderungen haben auch während des zweiten und dritten Bauabschnitts nicht abgenommen. Die Situation erfordert weiterhin ein außergewöhnliches Maß an Flexibilität und Geduld. Nach wie vor ist ein vertrauensvolles Miteinander mit den Eltern sehr wichtig. Sie werden regelmäßig über die baulichen Schritte und die damit verbundenen Umzüge einzelner Gruppen informiert.

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3.4 Kinder-, Familien- und Begegnungszentrum „Die Brücke“ In der ersten Hälfte des Berichtszeitraumes (Juli 2009 bis Dezember 2010) kamen 1476 Besucher in die Brücke. Der größte Teil von ihnen waren Frauen (41,9%) und Kinder von 0 – 6 Jahren (41,6 %). Der Anteil der männlichen Besucher (9,8 %) und der Kinder und Jugendlichen zwischen 6 – 18 Jahren (6,7%) war am geringsten. 17,7 % der Besucher waren Senioren und 17,1% Besucher mit Migrationshintergrund. „Die Brücke“ konnte an die positive Entwicklung und die wachsenden Besucherzahlen des Vorjahres zunächst anknüpfen. Insbesondere der offene Treff für Eltern, Kinder und Familien wurde ausgebaut und regelmäßig genutzt. Durch intensive und kontinuierliche Beziehungsarbeit wurden auch „schwierige Familien“ und Familien mit Migrationshintergrund an die Einrichtung gebunden. Vor allem offene Angebote waren nachgefragt. Bei den unterschiedlichen Familien die „Die Brücke“ besuchen, gibt es immer wieder Fragen und Probleme, die entweder von den Familien direkt oder von den Fachkräften angesprochen werden. Dazu gehören z.B. Erziehungsunsicherheiten der Eltern, Isolation und Überforderung, mangelnde Erziehungskompetenzen, fehlende Integration ausländischer Familien und sprachliche Defizite der Kinder durch unzureichende Deutschkenntnisse der Eltern. Auch Geldprobleme und die Nutzung von Hilfe- und Unterstützungsangeboten werden thematisiert. Die pädagogischen Angebote im Kinder-, Familien- und Begegnungszentrum „Die Brücke“ orientieren sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Zielgruppen und ihrer Lebenswelt. Musische, spielerische

und Bewegungselemente geben den Eltern Anregungen zur Kommunikation mit ihrem Kind und fördern gemeinsames Erleben sowie die sprachlichen und sensomotorischen Fähigkeiten des Kindes. Im Oktober gab es das erste „Kiezkicken im Gensinger Viertel“. Mit großer Unterstützung des Bürger- und Begegnungszentrums Libezem, zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie Erzieherinnen aus der Kita Gensinger Straße richtete „Die Brücke“ in der nahe egelegenen Turnhalle ein Fußballfest für Familien im Gensinger Viertel aus. Gemeinsam mit anderen Einrichtungen des Stadtteils beteiligte sich „Die Brücke“ am Leseherbst Friedrichsfelde-Nord. Im Rahmen dieser Veranstaltung fanden in der Brücke zwischen September und Dezember 2009 drei Lesungen von zwei Schauspielern und einer Buchautorin statt. Das Projekt „Unsere Umwelt“ wurde nach der Idee eines Vaters aus der Kita „Gensinger Strasse“ erarbeitet. Aufgrund der Mitarbeit eines Praktikanten wurde das Projekt von Oktober bis Dezember 2009 gemeinsam mit einer Vorschulgruppe und den ErzieherInnen der Kita realisiert. Es beinhaltete einmal wöchentlich spannende Entdeckungsreisen und aufregende Experimente in der Brücke, in der Kita und der näheren Umgebung. Havarie Nach dem Jahreswechsel 2009/2010 kam es im Januar in der Brücke zu einer Havarie, die die Arbeit im zweiten Halbjahr stark einschränkte. Ein geplatztes Heizungsrohr führte zu einem schweren Wasserschaden, dessen Behebung einen fast vollständigen Rück- und Wiederaufbau des Familienzentrums erforderte. Diese Trocknungs- und Reparaturarbeiten dauerten bis zum Juli

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2010. Ein Betrieb in den eigenen Räumen war unmöglich geworden, Ausweichstätten für die einzelnen Angebote wurden zwar weiterhin rege, jedoch nicht in dem zuvor erreichten Maß besucht. Dennoch hat sich gezeigt, dass Eltern und Senioren von der Entwicklung sozialer Netze in der Brücke profitiert haben, indem sie Treffen außerhalb der Brücke während deren Schließung selbst organisierten. Die HOWOGE stellte uns kurzfristig eine Wohnung im Hochhaus Alt-Friedrichsfelde 68 zur Verfügung. Die Kita unterstützte die Arbeit trotz eigener umfangreicher Sanierungsarbeiten und Einschränkungen der räumlichen Kapazitäten. Tagesspiegel – Spendenprojekt Die Förderung einer positiven und stabilen Bindung zwischen Eltern und Kindern ist ein wichtiges Anliegen der Arbeit in der Brücke. Aus diesem Grund sollen Angebote und Kurse für Eltern mit Babys und Kleinkindern stattfinden, die neben dem gegenseitigen Austausch und der Information insbesondere Anregungen für eine gelungene Eltern-Kind-Beziehung geben. Außerdem sollen Eltern von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf die Möglichkeit haben, niedrigschwellige Beratung in

Anspruch zu nehmen. Solche Kurse werden nicht öffentlich gefördert und sind meist mit Kostenbeiträgen der Eltern verbunden, die insbesondere sozial schwache Familien nicht leisten können. Deshalb haben wir uns ganz besonders über eine Zuwendung aus der Spendenaktion „Menschen helfen“ des Berliner Tagesspiegels gefreut. Dank dieser Fördermittel können wir nun für Eltern kostenfrei und über den Zeitraum eines ganzen Jahres hinweg folgende Angebote machen: Prager-Eltern-Kind- Programm für Eltern mit Babys (PEKIP) Musik und Bewegung für Eltern mit Kleinkindern Offene Heilpädagogische Sprechstunde für Eltern von Kleinkindern mit besonderem Förderbedarf

Diese Angebote fördern zudem die soziale Integration insbesondere von Frauen mit Migrationshintergrund, die aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse häufig sozial isoliert sind und durch die Einbindung in die Angebote Möglichkeiten zum Austausch und zur gegenseitigen Unterstützung erhalten. Start dieser Projekte wird der 01. September 2010 sein.

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4. Qualitätssicherung und Projektentwicklung im ASK

4.1 Projektgruppen Angeregt durch die Fortbildung zu Mitarbeiter-Jahresgesprächen im vergangenen Berichtszeitraum hatten sich MitarbeiterInnen zu einer kleinen Arbeitsgruppe zusammengefunden und zu den bestehenden Leitlinien im Qualitätshandbuch ergänzende Anregungen erarbeitet. Das Thema „Kinderrechte und Partizipation von Kindern und Jugendlichen“ begleitet uns weiterhin und wurde in seiner inhaltlichen Bearbeitung auf die Dienstbesprechungen der einzelnen Standorte ausgeweitet. Im Berichtzeitraum wurde ein Prozess eingeleitet, der die Arbeitsaufnahme einer Projektgruppe „Trägerentwicklung“ in der zweiten Jahreshälfte 2010 anvisiert. Unter Beteiligung aller MitarbeiterInnen wurde erfasst, in welchen Bereichen Entwicklungs- bzw. Veränderungsbedarf gesehen wird. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für das weitere inhaltliche Vorgehen. Für die Prozessbegleitung wurde eine externe Beraterin hinzugezogen. 4.2 Qualitätsentwicklungsverfahren im stationären Bereich (EVAS) Mit jeder Neuaufnahme eines Kindes in einer Familiengruppe starten wir eine Evaluation mit der Methode EVAS. Dies fördert eine regelmäßige fachliche Reflexion im Verlauf des Hilfeprozesses und wird in Kooperation mit dem Institut für Kinderund Jugendhilfe gGmbH in Mainz durchgeführt. Zu Beginn erfolgt die Anamnese der Ressourcen, sozialen Belastungsfaktoren und der Defizite des aufgenommenen Kindes. Im laufenden Hilfeprozess erfolgt halbjährlich die Auswertung der Erziehungsplanung sowie der Entwicklung des einzelnen Kindes. Dieses Evaluationsvorhaben wird mittlerweile für die Hälfte der bei uns betreuten

Kinder und Jugendlichen durchgeführt. An der Koppelung dieses Verfahrens mit der Erziehungsplanung, Zielerarbeitung, Berichtserstellung bzw. Hilfeplanungsvorbereitung wird gearbeitet. Aufgrund der geringen Laufzeit kann erst allmählich von der Auswertung der Verlaufsbefunde profitiert werden. 4.3 Qualitätssicherung Im Bezirk Spandau waren wir intensiv an der Erarbeitung eines Verfahrens zur Qualitätssicherung des Hilfeplanprozesses beteiligt. In der ersten Jahreshälfte 2011 sollen die Erfahrungen mit diesem Verfahren gemeinsam mit der Senatsverwaltung, dem Bezirk und den freien Trägern im Rahmen eines Qualitätsdialogs ausgewertet werden. 4.4 Qualitätsentwicklung in Kita und „Brücke“ Für die im „Gesetz zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege“ (KitaFöG) geforderten internen und externen Evaluationen haben wir uns für KiQu, einem in Zusammenarbeit zwischen dem Paritätischen und Euronorm erarbeiteten Qualitätsentwicklungs- und Evaluationsverfahren entschieden. Im Berichtszeitraum hat sich eine Mitarbeiterin der Kita als interne Evaluatorin für KiQu ausbilden lassen. Die Realisierung der externen Evaluation haben wir für 2013 eingeplant. Für „Die Brücke“ arbeiten wir zurzeit an der Erstellung eines Handbuches „Familienzentrum“. Dies erfolgt in Kooperation mit JULI. Es wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, in der MitarbeiterInnen beider Träger tätig sind.

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5. Beteiligungen, Vernetzung und Kooperation

5.1 Beteiligungen Der Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. ist gemeinsam mit dem Lichtenberger Träger pro sozial e.V. seit 2005 Gesellschafter der JULI gGmbH (JULI). JULI arbeitet vorrangig mit sozial benachteiligten Kindern, Jugendlichen und Familien im Bezirk Lichtenberg. Schwerpunkte der Arbeit sind ambulante Hilfen zur Erziehung, Angebote im Rahmen der Schulsozialarbeit und der Behindertenhilfe. Ergänzt werden diese Angebote durch offene Kinder-, Jugend- und Familienarbeit, zum einen in der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung „Eastside“, zum anderen im Familientreff „Allerlei für Groß und Klein“, beide in der Volkradstraße in Berlin-Friedrichsfelde gelegen. 5.2 Stiftung Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin Um die soziale Arbeit des AlbertSchweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. langfristig und nachhaltig zu sichern, hat der Verein im Jahr 2005 die Stiftung Albert – Schweitzer- Kinderdorf Berlin gegründet. Es handelt sich um eine selbständige, gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts. Leitidee der Stiftung ist gemäß Satzung die Förderung der Jugendhilfe und Erziehung, insbesondere die finanzielle Förderung der satzungsgemäßen Zielsetzungen des Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. Im Jahr 2009 hat die Stiftung die Sanierungsarbeiten der Kita finanziell unterstützt. Auch die Vorbereitung und Durchführung zahlreicher Jubiläumsaktivitäten anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Berliner Kinderdorfvereins wurden durch die Förderung der Stiftung ermöglicht.

5.3 Mitarbeit in Dach- und Fachverbänden und Arbeitsgemeinschaften Der Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband (dpw) und in unterschiedlichen Fachverbänden. Wir engagieren uns in der Steuerungsgruppe Hilfen zur Erziehung und im Beirat des Paritätischen Berlins. Als Mitglied des „Albert-SchweitzerVerband der Familienwerke und Kinderdörfer e.V.“ haben wir uns das Ziel gesetzt, bundesweit auf die wichtige Arbeit der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer aufmerksam zu machen und für Unterstützung zu werben. Der fachliche Austausch unter den Kinderdörfern erfolgt ergänzend in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderdörfer, bei der wir seit vielen Jahren Mitglied sind. Regelmäßig beteiligen wir uns am Fachaustausch der Berliner Regionalgruppe der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGFH). Zudem sind wir Mitglied des AFET Bundesverband für Erziehungshilfe e.V. Im Mai 2010 brachte sich das ASK auf dem Fachtag „Kleine Kinder in schwierigen Lebenssituationen“ des Berliner Paritätischen und der IGFH mit einem Fachvortrag zu dem Thema „Kleine Kinder in den Hilfen zur Erziehung“ ein. In den Bezirken Lichtenberg, Reinickendorf und Spandau sind wir in den Arbeitsgemeinschaften Hilfen zur Erziehung und in den Unterarbeitsgruppen der stationären Träger vertreten, in Spandau derzeit als einer der SprecherInnen der Arbeitsgemeinschaften. In Spandau und Reinickendorf beteiligen wir uns an jeweils einem regionalen Fallteam. Darüber hinaus erfolgt die aktive Teilnahme an Stadtteilkonferenzen und Planungsraumrunden in den drei Bezirken. Der Albert-Schweitzer-Kinderdorf

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Berlin e.V. ist Mitglied des Kiezbeirates Gensinger Viertel. 5.4 Kooperationen Bereich im stationären

Die Familiengruppen an den jeweiligen Standorten sind gut im Sozialraum vernetzt und nutzen die vorhandenen Angebote. Die enge Kooperation mit Schulen und Kitas, Vereinen und anderen Freizeiteinrichtungen sind unerlässlich, um die Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern und zu unterstützen. Ihnen wird dadurch eine gute Integration in den Sozialraum vor Ort ermöglicht. Darüber hinaus gibt es eine auf den Einzelfall abgestimmte Zusammenarbeit mit den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Diensten, Kinderund Jugendgesundheitsdiensten, Beratungsstellen der Behindertenhilfe, den Erziehungs- und Familienberatungsstellen sowie Ärzten und Therapeuten in der jeweiligen Region. Die Zusammenarbeit mit ambulanten Trägern erfolgt bei Multiproblemfamilien, die umfassenden Hilfebedarf haben, bei Betreutem Umgang oder bei dem Prozess der Rückführung in den elterlichen Haushalt. Eine besondere Rolle spielen am Standort Lichtenberg die Angebote unserer Tochtergesellschaft JULI gGmbH, die von Kindern und Familien des Kinderdorfes regelmäßig genutzt werden. 5.5 Zusammenarbeit im Sozialraum Gensinger Viertel - „MiK“ Mütter im Kiez Friedrichsfelde-Nord Für die Haushaltsjahre 2010/2011 wurden für drei belastete Wohnquartiere im Bezirk Lichtenberg, zu denen auch der Stadtteil Friedrichsfelde-Nord gehört, Sondermittel zur sozialen Stabilisierung bereitgestellt. Gemeinsam mit dem Bürger-Begegnungs-

Zentrum LIBEZEM, der Juli gGmbH und der AWO-Kita „Märcheninsel erarbeitete „Die Brücke“ das Konzept „Mobile Bildung für Familien (MOBI) mit Müttern im Kiez (MiK) für starke Familien und gesunde Kinder im Stadtteil“, welches vom Bezirksamt Lichtenberg eine Bewilligung – zunächst für das Haushaltsjahr 2010 – erhielt und das inzwischen unter der Federführung des Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. realisiert wird. Die konzeptionellen Grundlagen von „Mütter im Kiez Friedrichsfelde-Nord“ (MiK) basieren auf dem Konzept der Neuköllner Stadteilmütter. MiK spricht Familien an, die von den konventionellen familienbildenden Angeboten nicht erreicht werden. „Mütter im Kiez“ dient als „Türöffner“ zur Vermittlung in die Angebote der Familienförderung, der Familienbildung (insbesondere „MOBI“) und des Gesundheitswesens. Interessierte Mütter aus FriedrichsfeldeNord, die selbst (Langzeit)arbeitslos sind, werden ein halbes Jahr lang zu den Hauptthemen kindliche Entwicklung, Erziehung, Bildung, Gesundheit und Kommunikation geschult und auf ihren Einsatz als Kiezmütter in den Familien vorbereitet. Nach erfolgreich durchlaufener Schulung suchen sie Familien mit der gleichen Muttersprache in ihrem Kiez auf, um mit ihnen über verschiedene Themen der Erziehung und Familienorganisation zu sprechen und sie differenziert und situationsorientiert zu beraten, zu vermitteln und zu begleiten. „Die Brücke“ leistet mit MiK einen wesentlichen Beitrag zur Förderung von Familien und der Selbsthilfe im Kiez. Die Kindertagesstätte Gensinger Straße ist aktives Mitglied der bezirklichen und überbezirklichen „Integrations-AG“ und arbeitet zudem in der AG §78 und in weiteren regionalen und überregionalen AGs mit.

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6. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im ASK Berlin

6.1 Anzahl, Alter, Beschäftigungsumfang der MitarbeiterInnen Zum Ende des Berichtszeitraumes stellt sich die Mitarbeiterschaft im ASK wie folgt dar:
40 35 30 25 20 15 10 5 0 3 2 8 6 20 19 37

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Die 112 vorhandenen Personalstellen entsprechen ca. 86 Vollzeitäquivalenten. Der Anteil der Teilzeitkräfte ist insgesamt höher als der Anteil der Vollzeitbeschäftigten, da alle Wirtschaftshilfen, ein Teil der ErzieherInnen im Kinderdorf und die ErzieherInnnen in der Kita nicht Vollzeit arbeiten (Kita 38 WStd. anstatt 40 WSt bei Vollzeit). Die Koordinatorin des Kinder-, Familien- und Begegnungszentrums „Die Brücke“ ist mit einem Wochenstundenumfang von 30 Stunden beim Träger tätig. 86 % der MitarbeiterInnen im ASK sind weiblich. Die männlichen Kollegen machen im Bereich der Hausleitungen 10%, im Bereich der Kinderdorferzieher 27% und im Bereich Leitung und Geschäftsführung (incl. Kitaleitung und Koordination Brücke) 38% der Mitarbeiter aus. Das Durchschnittsalter aller ASKMitarbeiterInnen liegt derzeit bei ca. 44,5 Jahren. Zwei Mitarbeiterinnen nutzen ein vom Verein angebotenes Altersteilzeitmodell. 6.2 Mitarbeiterqualifikation / Fortbildungen Fast ausnahmslos nehmen wir Kinder in den

Familiengruppen auf, in deren Herkunftsfamilien kinderschutzrelevante Vorfälle den Anlass für die Fremdunterbringung gaben. Posttraumatische Belastungsstörungen und Reinszenierungen sind häufige Symptome und Verhaltensauffälligkeiten, worauf die MitarbeiterInnen professionelle Antworten finden müssen. In aller Regel ist ein therapeutisch-orientierter Umgang erforderlich. Im Rahmen von zwei Inhousefortbildungen zu je zwei Tagen bei einer Traumatherapeutin wurden die MitarbeiterInnen hierfür qualifiziert. Erstmals haben auch zwei Hauswirtschaftskräfte die Möglichkeit genutzt, eine Fortbildung zum Thema „Ernährung und Psyche“ zu besuchen. Ein weiterer Schwerpunkt war die Gesundheitsförderung. Im Rahmen eines „Gesundheitstages“ wurden sowohl theoretische Inputs als auch praktische Tipps gegeben, wie mit Belastungen am Arbeitsplatz besser umgegangen werden kann. Die ErzieherInnen der Kita Gensinger Straße nahmen an einem 1. Hilfe- Kurs teil. Weitere Fortbildungen waren u.a. „Umgang mit Kindeswohlgefährdung“ und „Übergang von der Kita zur Grundschule“.

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7. Wirtschaft und Finanzen

7.1 Entgelte und Belegung Familienwohngruppen sowie Ambulante Nachbetreuung Die Auslastung der Familienwohngruppen betrug im Geschäftsjahr 2009 knapp 86% und war damit 3,6% höher als in 2008. In 2009 wurden insgesamt 36.771 Kostentage abgerechnet (Vorjahr 35.383), sodass sich die Einnahmen in diesem Bereich auf ca. 4,17 Mio € (Vorjahr ca. 3,9 Mio. €) beliefen. Für insgesamt sieben Betreute konnte bis Ende 2009 im Westteil der Stadt der „Intensivkostensatz“ abgerechnet werden. Das Betreute Einzelwohnen (BEW) und Ambulante Nachbetreuung nahmen im Berichtszeitraum nur einen geringen Umfang ein. Gemäß Entgeltvereinbarung und Trägervertrag vom Februar 2009 betragen die Entgelte zum Ende des Berichtszeitraumes für
Familienwohngruppe Regelleistung West Familienwohngruppe Regelleistung Ost Familienwohngruppe Intensivleistung West Familienwohngruppe Intensivleistung Ost Betreutes Wohnen Betreutes Wohnen für junge Volljährige Fachleistungsstunde gemäß §§ 30, 31 und 35 SGB VII (West) Fachleistungsstunde gemäß §§ 30, 31 und 35 SGB VII (Ost) 112,90 € 109,89 € 122,66 € 119,50 € 55,77 € 30,35 € 48,98 € 45,42 €

erster Linie über Stiftungsmittel (Deutsches Hilfswerk „Ein Platz an der Sonne“) finanziert (Anschubfinanzierung einer Personalstelle mit 80%-Förderung über einen 3-Jahreszeitraum), die der Vereins durch Eigenmittel aufstockt. Für die Sanierung der Kita wurden uns Zuschüsse aus dem „Konjunkturpaket II“ und aus dem Programm „Schaffung und Sicherung von Plätzen für unter Dreijährige (U 3)“ in Höhe von knapp 1,1 Mio. € zur Verfügung gestellt. Diese werden ebenfalls durch einen Eigenanteil des Trägers aufgestockt, sodass die Sanierung mit einem Gesamtbudget von ca. 1.5 Mio. € erfolgen kann. Die Sanierung hat im März 2010 begonnen (siehe u.a. Kapitel 3.3) 7.3 Zuwendungen und Erträge Die Einnahmen aus Vereinsbeiträgen und Spenden beliefen sich per 31.12.2009 auf ca. 87.000 €. Mehrere Spenden erfolgten zweckgebunden. Eine weitere zweckgebundene Spende in Höhe von 44.000 € haben wir für die Sanierung des Bolzplatzes in Gatow verwendet. Die Bußgeldeinnahmen blieben insgesamt gering. Erträge aus der Vermögensverwaltung sowie Zinserträge machten ca. 207.000 € aus. Zuwendungen aus Nachlässen fielen in Höhe von ca. 61.000 € an. Im Jahr 2009 hat die Stiftung AlbertSchweitzer-Kinderdorf Berlin einen Zuschuss zur Öffentlichkeitsarbeit des Vereins gegeben und hierfür 42.000 zur Verfügung gestellt. Mit weiteren 40.000 € stärkte die Stiftung die Trägereigenmittel bei der Sanierung der Kita Gensinger Straße. 7.4 Aufwendungen im Berichtszeitraum Die Personalkosten, die in der pädagogischen Betreuungsarbeit den überwiegen den Teil der Gesamtkosten ausmachen,

Mitte 2010 lag die Auslastung der Familienwohngruppen bei knapp 90%. 7.2 Finanzierung Kita und Kinder-, Familien- und Begnungszentrum Die Kita Gensinger Str. 58 konnte auch in 2009 ihre durchschnittliche Belegung von 145 Kindern halten und erzielte Einnahmen von ca. 1,08 Mio. Euro (Senatszuschüsse + Elternbeiträge). Das Kinder-, Familien- und Begegnungszentrum „Die Brücke“ wird weiterhin in

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sind weiterhin stabil. Die Lohn- und Gehaltszahlungen bewegen sich auch im achten Jahr in Folge auf dem Niveau des BAT per 31.12.2002. Veränderungen in der Arbeitszeit- und Entlohnungsstruktur innerhalb der Kinderdorfarbeit wurden nicht vorgenommen. Die Personalkosten in der Kita waren insgesamt in 2009 höher als im Vorjahr, da wir hier zusätzliches Personal einstellen konnten. Bei den laufenden Bewirtschaftungs- und Betreuungskosten der Kinderdorfeinrich7.5 Jahresabschluss 2009 / Prognose 2010
Erträge 2009 Entgelte Familienwohngruppen Entgelte und Elternbeiträge Kita Spenden, Mitgliedsbeiträge und Nachlässe Zinsen und Finanzerträge Stiftungsförderungen Sachbezüge von Mitarbeitern u. Mieteinnahmen Zuschüsse und Erstattungen Übrige Summe
Aufwendungen 2009 Personalaufwand incl. soziale Abgaben Sachkosten Kinderdorfhäuser und BEW Sachkosten Kita und Gemeinschaftseinrichtungen Abschreibungen Sachkosten Verwaltung, Beratung und Beiträge Übrige Summe Ergebnis

tungen gab es keine außergewöhnlichen Aufwendungen. Größere Instandhaltungskosten fielen im Haus Weiter Blick 44 in Gatow sowie im Haus Grimnitzstr. 10 und im Haus Rheinpfalzallee 78 in Karlshorst an. Die Kosten der Sanierung des Bolzplatzes in Gatow in Höhe von ca. 49.000 € konnte komplett durch Zuwendungen (siehe oben) abgedeckt werden. Weiterhin fielen Umzugs- und Umbaukosten zur Einrichtung einer neuen regionalen Geschäftsstelle in Lichtenberg in der Volkradstr. 4 an.

in % 4.165.940,95 1.008.048,35 147.847,72 207.337,92 81.500,00 162.763,07 44.359,60 34.110,54 5.851.908,15 71,19% 17,23% 2,53% 3,54% 1,39% 2,78% 0,76% 0,58% 100,00%
in % 4.028.013,02 1.016.665,28 197.180,32 224.803,49 186.411,96 35.028,10 5.688.102,17 163.805,98 70,81% 17,87% 3,47% 3,95% 3,28% 0,62% 100,00%

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Die Einnahmen aus den Entgelten für unsere Erziehungswohngruppen reichen regelmäßig nicht aus, die pädagogischen Standards des ASK zu finanzieren.

Wir sind daher zur Deckung unserer Kosten auf Zuwendungen aus Spenden, Beiträgen und Nachlässen sowie Zinserträge angewiesen.

Bilanz zum 31.12.2009 (alle Angaben in €) Aktiva A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände II. Sachanlagen III. Finanzanlagen B. Umlaufvermögen I. zum Verkauf bestimmte Grundstücke und andere Vorräte II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten C. Rechnungsabgrenzungsposten Summe Aktiva Passiva A. Eigenkapital I. Vereinskapital II. Rücklagen B. Sonderposten 1. zweckgebundene Zuwendungen 2. Investitionszuschüsse C. Rückstellungen D. Verbindlichkeiten E. Rechnungsabgrenzungsposten Summe Passiva

1.581,00 6.331.885,03 4.878.005,82 11.211.471,85 37.359,39 360.673,97 719.804,30 1.117.837,66 56.729,76 12.386.039,27

9.760.522,32 1.963.664,61 11.724.186,93 41.910,57 70.000,00 227.393,37 110.075,40 214.473,00 12.386.039,27

Jährlich unterwirft sich der Verein - freiwillig - der Kontrolle durch einen externen Wirtschaftsprüfer. Die Wirtschaftsprüfergesellschaft erstellt hierzu einen detaillierten Bericht, der seit vielen Jahren mit einem „uneingeschränkten Bestätigungsvermerk“ versehen ist. Der Bestätigungsvermerk belegt, dass das Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin über eine ordnungsgemäße Buchhaltung verfügt und sparsam und wirtschaftlich mit seinen Geldern umgegangen ist. Auszug aus dem letzten vorliegenden Prüfbericht der Susat & Partner OHG zum Jahresabschluss 2009 (vom 30. Juni 2010):

„Die Vereinsmittel wurden nach unseren Feststellungen entsprechend der Satzung unter Beachtung der erforderlichen Sparsamkeit verwendet. Im Rahmen der Prüfung haben sich keine Anzeichen dafür ergeben, dass eine wirtschaftliche und sparsame Betriebsführung nicht gegeben ist.“ Prognose 2010 Die Haushaltsprognose weist Mitte 2010 im Kinderdorfbereich eine gegenüber 2009 leicht gestiegene Nachfrage und einen leichten Belegungsrückgang in der Kita Gensinger Straße aus. Da sich die Entgelte für die Erziehungswohngruppen 2010 nicht verändert haben, rechnen wir auch 2010 mit einem positiven Jahresgesamtergebnis.

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8. Vereinstätigkeit

Die Mitgliederversammlung wählt gemäß Satzung alle drei Jahre das Kuratorium des Vereins. Das Kuratorium wurde zuletzt am 22. November 2008 neu gewählt. Derzeit besteht das Kuratorium aus folgenden Mitgliedern: Christian Schiller (Kuratoriums-vorsitzender) Peter Barthelmes (Schriftführer) Arnold Brachtendorf Ingeborg Brückner Ulrich Dassel Dr. Sigrid Dietze Dr. Detlef Horn-Wagner Rainer Haßelmann Dörthe Joite Andreas Moorkamp Gerhard Schmidt-Burda Rolf Schlobohm Dr. Corinna Schmude Torsten Schmude Michael Wagner Christine Wirth Heiner Wüstenberg Leonore Wüstenberg

Das Kuratorium kann Mitglieder für verschiedene Ausschüsse und Arbeitsgruppen benennen. Der Finanz- und Vermögensausschuss beschäftigt sich regelmäßig mindestens einmal im Jahr mit der Vermögensverwaltung des Vereins und dem Jahresabschluss. Der Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit tagte im Berichtszeitraum mehrfach mit dem Themenschwerpunkt „Vorbereitung des 50-jährigen Vereinsjubiläums“. Die „AG Vereinsstruktur/Satzungsfragen“ kam im Berichtszeitraum dreimal zusammen und gab dem Kuratorium die Empfehlung, zur Mitgliederversammlung 2010 einen Satzungsneuentwurf vorzulegen. Per 31.12.2009 gehörten dem Verein 204 Mitglieder an. Darüber hinaus gab es zu diesem Zeitpunkt ca. 200 regelmäßige und weitere 440 Spender, die unsere Arbeit gelegentlich unterstützen

Der Vorstand wird vom Kuratorium für drei Jahre aus den Reihen der Kuratoriumsmitglieder gewählt. Er erfüllt seine satzungsgemäßen Aufgaben gemäß §26 BGB. In der Regel tagt der Vorstand einmal im Monat in den Räumen des Kinderdorfes. Folgende Kuratoriumsmitglieder bilden derzeit den Vorstand des AlbertSchweitzer-Kinderdorf Berlin e.V.: Rainer Haßelmann (Vorstandsvorsitzender) Ingeborg Brückner (stellv. Vorstandsvorsitzende) Ulrich Dassel (Schatzmeister) Dr. Corinna Schmude (Beisitzerin)

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9. Öffentlichkeitsarbeit

Durch die finanzielle Unterstützung der Stiftung konnte der Verein im Juli 2009 befristet bis Ende 2010 eine Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit einstellen, die die Vorbereitung und Durchführung der Jubiläumsaktivitäten professionell unterstützt hat. Wir waren auf zahlreichen Weihnachtsmärkten, Stadtteil- und Kinderfesten in unseren drei Standorten Spandau, Reinickendorf und Lichtenberg mit Informations- und Kreativständen vertreten. Wir nahmen darüber hinaus an Großveranstaltungen wie dem Weltkindertag und dem internationalen Kindertag in der Wuhlheide teil. Im viermal jährlich erscheinenden Freundesbrief „Kinderland“ und auf der Homepage wurde über die vielfältigen Aktivitäten des Kinderdorfes berichtet. Am 24. Dezember 2009 erschien der Film „Albert Schweitzer“ in den deutschen Kinos. Wir nahmen dies zum Anlass, unsere Spender, Mitglieder, Förderer und Partner zu einer Vorab-Aufführung in weihnachtlicher Atmosphäre einzuladen. Die für das Jubiläum konzipierte Kampagne „Familie braucht Partner“ hatte zum Ziel, verstärkt auf unseren Unterstützungsbedarf hinzuweisen. Werbeträger – Postkarten und Aufkleber – wurden an die bestehenden Partner zur Weiterreichung verteilt und in städtischen Institutionen wie z. B. Bibliotheken verteilt. Erste Erfolge stellten sich im laufenden Berichtszeitraum ein – so erhielten wir mehrere Sachspenden von Firmen wie der Vino GmbH oder Bürgerinitiativen wie z. B. „K.I.D.S.“ sowie Angebote zum Freiwilligen Ehrenamtlichen Engagement, dass vor allem die Unterstützung des Jubiläumsfestes im September 2010 betreffen wird. Die anlässlich des 50. Jahrestages des Vereins herausgegebene Broschüre

„Kindheit braucht Familie“ wurde an Partner, Förderer, Spender und Mitglieder verteilt und findet ihren Einsatz weiterhin auf Veranstaltungen und im Rahmen der Gewinnung neuer Förderer. Das Jubiläumsjahr begann mit der traditionellen Gedenkfeier anlässlich Albert Schweitzers Geburtstag im Januar. Der Vorstandsvorsitzende Rainer Haßelmann hielt einen Vortrag zum Thema „50 Jahre Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Berlin“. Unter der Leitung der Kuratoriumsmitglieder Leonore Wüstenberg und Dörthe Joite begeisterte ein Kinderchor das Publikum in der Gedächtniskirche. Neben all diesen Maßnahmen war es dem Verein ein Anliegen, das Jubiläumsjahr auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bzw. die im Kinderdorf betreuten Kinderund Jugendlichen zu einem besonderen Jahr zu machen. So fanden im Mai zwei erlebnisreiche Betriebsausflüge statt und für die Kinder und Jugendlichen haben wir ein Wochenende auf einem Kinderbauernhof organisiert. Darüber hinaus war die Arbeit vor allem von den Vorbereitungen auf die Jubiläumsfeier im September geprägt. Die Suche nach Unterstützern und Förderern dieses Festes nahm dabei einen hohen Stellenwert ein.

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10. Ausblick 2010/2011

Stationäre Angebote Die stationären Hilfeangebote sind und bleiben unser Schwerpunkt. Die Sicherung dieser Arbeit auf qualitativ hohem Niveau ist mit zunehmenden Herausforderungen verbunden. Der Kostendruck, der auf den öffentlichen Haushalten lastet, wirkt sich im Bereich der Jugendhilfe spürbar aus. Wie im Bericht dargestellt, stehen die Jugendämter zunehmend unter einem Erklärungs- und Rechtfertigungsdruck hinsichtlich ihrer Leistungsgewährung. Entscheidungen über Fremdunterbringungen von Kindern, also auch die mögliche Betreuung im Kinderdorf, werden erst dann getroffen, wenn die Gefährdung des Kindeswohles gravierend ist. Zunehmend ist festzustellen, dass bei der Wahl der Einrichtung nicht das spezifische Angebot und die Leistungsfähigkeit des Trägers, sondern die jeweiligen Kosten das entscheidende Kriterium sind. Eine positive Veränderung dieses Trends ist derzeit nicht in Sicht. Einer guten Zusammenarbeit mit den uns belegenden Jugendämtern sowie dem Verweis auf unsere Stärken und unsere Leistungsfähigkeit kommen zukünftig immer größere Bedeutung zu. Der Trend, dass wir Anfragen insbesondere für Kinder im Vorschulalter erhalten, wird sich voraussichtlich weiter fortsetzen. Bei der Betreuung sehr junger Kinder kommt neben der intensiven Zuwendung ein hoher Pflegeaufwand hinzu. Dies muss bei der Frage nach der Aufnahme von Kindern in eine Familiengruppe Berücksichtigung finden. Wir werden auch weiterhin eine angemessene Altersmischung in unseren Kinderdorffamilien anstreben.

Kita – Projekt Volkradstraße Im April wurde vom Bezirksamt Lichtenberg angefragt, ob die Möglichkeit besteht, in der Volkradstraße 4, Sitz der JULI gGmbH und der Regionalen Geschäftsstelle Lichtenberg des Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V., Kitaplätze zu schaffen. Das Gebäude ist Eigentum des Landes Berlin und wurde Anfang der 60iger Jahre als Kinderkrippe erbaut. Die Idee liegt nahe, hier wieder eine Kindertageseinrichtung zu schaffen, zumal im Bezirk Lichtenberg derzeit ca. 1.000 Plätze fehlen. Der Bedarf wird sich außerdem noch erhöhen, denn ab dem Jahr 2013 hat jedes Kind bereits mit der Vollendung des ersten Lebensjahres einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz. Das Anliegen des Bezirkes haben die GeschäftsführerInnen beider Träger intensiv besprochen und im Ergebnis dem Jugendamt eine grundsätzliche Bereitschaft zur Realisierung dieses Vorhabens signalisiert. Zwischen dem ASK und seiner Tochtergesellschaft wurde vereinbart, dass, bei Umsetzung des Projektes der AlbertSchweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. als zukünftiger Betreiber der Kita fungieren soll. Das Vorhaben wurde im Vorstand und im Kuratorium erörtert und fand dort positive Resonanz. Die bisherigen Prüfungen und Vorplanungen haben ergeben, dass sich das Gebäude für sechs Gruppen mit insgesamt 85 Kindern eignet. Davon können 40 Plätze für Kinder unter drei Jahren und 45 Plätze für Kinder über drei Jahren bereitgestellt werden. Voraussetzung für eine Realisierung des Projektes ist seine gesicherte Finanzierung. Um das Gebäude so zu sanieren,

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dass eine WIederaufnahme der Betreuung von Kindern erfolgen kann, müsten mindestens 800.000 € aufgebracht werden. Geplant ist die Beantragung von Fördermitteln aus dem Bundesprogramm zum Ausbau des Platzangebotes für Kinder unter drei Jahren. Außerdem hat der Bezirk Lichtenberg signalisiert, dass ggf. Mittel aus dem Programm Stadtumbau Ost zur Verfügung gestellt werden könnten. Mitarbeiter / Qualifikation / Arbeitsvertragsgestaltung Zur Erfüllung unserer Arbeitsaufgaben können wir auf gut qualifiziertes pädagogisches Personal zurückgreifen. Die fachlichen Herausforderungen für unsere pädagogischen MitarbeiterInnen nehmen weiter zu. Ihr Wissen und Können muss sich daher kontinuierlich weiterentwickeln. Im Herbst 2010 wird eine Fortbildung für Hausleitungen zu dem vom ASK gewählten Evaluationssystem EVAS stattfinden. Im Februar 2011 ist eine Fortbildung für alle pädagogischen Mitarbeiter der Familiengruppen zum Thema „Bindung“ geplant. Neben den eigenen Fortbildungsangeboten des ASK stehen außerhalb des Trägers vielfältige Fortbildungsmöglichkeiten zur Verfügung. Im kommenden Berichtszeitraum wird im Rahmen der Qualitätsentwicklung die Projektgruppe Trägerentwicklung ihre Arbeit aufnehmen. Der erste Schwerpunkt, der bearbeitet werden soll, wird „Kommunikation im Kinderdorf“ sein. Dabei wird es darum gehen, die bestehenden Kommunikationsgremien innerhalb des ASK hinsichtlich ihrer Attraktivität und Effizienz zu überprüfen und Vorschläge für Veränderungen zu erarbeiten. Darüber hinaus soll der Frage nachgegangen werden, wie die Qualität der Kommunikation im Träger

insgesamt eingeschätzt wird. Wie funktioniert der Austausch zwischen Leitung und Mitarbeitern, wie zwischen den Mitarbeitern untereinander? Was kann wie verbessert werden? Begleitet wird die Arbeit dieser Projektgruppe durch eine externe Moderation. Wir planen weiterhin die Einführung eines neuen Entgeltsystems im Zusammenhang mit der Verabschiedung einer neuen „Betriebsvereinbarung Arbeitsvertragsbedingungen (AVB)“ in Anlehnung an die Vorgaben des Paritätischen Bundesverbandes. Wir gehen davon aus, dass die Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung im Herbst 2010 abgeschlossen sein werden und somit die Einführung des neuen Entgeltsystems zum 01.01.2011 erfolgen kann. Die Brücke Besondere Bedeutung wird im kommenden Berichtszeitraum der praktischen Umsetzung des im Bericht dargestellten Projektes „Mütter im Kiez“ (MiK) zukommen, für das das ASK die fachliche Anleitung übernommen hat. Nachdem genügend interessierte Mütter gefunden sind, werden diese eine halbjährige Schulung absolvieren, um danach andere Mütter des Kiezes, beispielsweise in Erziehungsfragen zu beraten, sie bei der Lösung schwieriger Situationen zu unterstützen und sie, wenn nötig, zu Behörden und Institutionen zu begleiten. Nach der Wiedereröffnung des Familienzentrums wird es möglich sein, dass wir die im Bericht erwähnten Angebote zur Frühförderung von Kindern und zur sozialen Integration, für das wir aus der jährlichen Spendenaktion „Menschen Helfen“ des Berliner Tagesspiegels eine Zuwendung erhielten, nunmehr umsetzen können.

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Im Herbst 2011 läuft die Förderung der ARD Fernsehlotterie für die Koordinatorenstelle des Familienzentrums aus. Wir werden uns bemühen, für die Weiterführung der Arbeit öffentliche und / oder private Zuwendungen zu erhalten. Kita Gensinger Straße Neben den Anregungen der Eltern ist ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung und -entwicklung die Überprüfung der pädagogischen Arbeit durch die MitarbeiterInnen selbst. Dabei handelt es sich nicht um eine einmalige Angelegenheit, sondern um einen fortlaufenden Prozess. Ab dem kommenden Berichtszeitraum werden wir mit dem zweiten Durchlauf der internen Evaluation in unserer Kita starten und dafür erstmals KiQu, das im Bericht erwähnte Instrumentarium auf der Grundlage des Berliner Bildungsprogramms nutzen. Die Sanierung der Kita schreitet voran. Nach deren Abschluss, den wir für das Frühjahr 2011 erwarten, werden sich die Betreuungs- und Arbeitsbedingungen im Haus wesentlich verbessert haben. Berlin im November 2010

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Impressum: Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. Weiter Blick 46 14089 Berlin Registergericht: Amtsgericht Charlottenburg Registernummer: VR 3090 Nz Vertretungsberechtigter Vorstand: Rainer Haßelmann (Vorsitzender), Ulrich Dassel, Ingeborg Brückner Redaktion: Cornelia Piekarski, Michael Richter, Thomas Grahn Gestaltung: Jana Judisch Wir danken allen MitarbeiterInnen, die sich an der Erstellung des Geschäftsberichts beteiligt haben.

Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. Hauptgeschäftsstelle Weiter Blick 46 14089 Berlin Tel.: 030 - 362 30 44 Fax: 030 - 362 48 15 ask@kinderdorf-berlin.de www.kinderdorf-berlin.de Regionale Geschäftsstelle Lichtenberg Volkradstraße 4 10319 Berlin Tel.: 030 - 509 00 56 Fax: 030 - 509 76 92 lichtenberg@kinderdorf-berlin.de
        
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