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Freilegung der Sieg und städtebauliche Neuordnung

Full text: Freilegung der Sieg und städtebauliche Neuordnung

Siegen – Zu neuen Ufern
Freilegung der Sieg und städtebauliche Neuordnung | Begrenzter freiraumplanerischer Wettbewerb | Auslobung

Siegen – Zu neuen Ufern
Freilegung der Sieg und städtebauliche Neuordnung | Begrenzter freiraumplanerischer Wettbewerb nach VOF und RAW 2004 | Auslobung

Siegen – Zu neuen Ufern Freilegung der Sieg und städtebauliche Neuordnung Begrenzter freiraumplanerischer Wettbewerb nach VOF und RAW 2004 Ausloberin: Stadt Siegen Der Bürgermeister in Abstimmung mit der REGIONALE 2013 Südwestfalen Agentur GmbH Wettbewerbsbetreuung: pp a|s pesch partner architekten stadtplaner

Bildnachweis Titelseite: Stadt Siegen Seiten 6, 17, 38: Stadt Siegen Seite 15: Merian, wikipedia, public domain Seite 23: google earth Seite 24 links und Mitte: Stadtarchiv Siegen Seite 30: Universität Siegen Alle weiteren Fotos: pp a|s pesch partner architekten stadtplaner

	
	

	 Inhalt
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Präambel: Anlass und Ziele des Wettbewerbs 	 	 	 Teil B: Die Ausgangslage 1_Die Stadt Siegen 2_„Siegen – Zu neuen Ufern“ – 	 	 	 	

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		Teil A: Das Verfahren 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	

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	 1_Auslobung 2_Ausloberin und Wettbewerbsbetreuung 	 3_Wettbewerbsart	 4_Teilnehmer und Teilnehmerinnen 5_Rückfragen, öffentliches Auftaktkolloquium	 6_Wettbewerbsunterlagen 7_Wettbewerbsleistungen	 8_Kennzeichnung und Abgabe der Wettbewerbsleistungen	 9_Beurteilung der Wettbewerbsleistungen, Preisgericht	 10_Beurteilungskriterien	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 13_Eigentum und Urheberrecht 14_Vergabeprüfstelle	 15_Terminübersicht		 	 	 	 	 	 	     	 	 	 	 	 	 	 	 	 	

ein Projektvorschlag zur REGIONALE 2013 3_Die Stadtmitte Planungen Städtebauliche Situation Nutzungen Verkehr 4_Die Sieg – Fluss ohne Stadt

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Teil C: Die Wettbewerbsaufgabe 1_Das Wettbewerbsgebiet 2_Allgemeine Entwicklungsziele 3_Rahmenbedingungen, Ziele und Aufgaben für Teilbereiche Das Siegufer und seine angrenzenden Straßenräume Das Kölner Tor und die Verbindung zur Oberstadt Betrachtungsraum Innenstadt

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	 1 1_Bearbeitungshonorar, Preise und Anerkennung	 12_Weitere Bearbeitung der Aufgabe	

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Das Siegener Zentrum mit Unter- und Oberstadt

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Präambel: Anlass und Ziele des Wettbewerbs

Mit ihrem Projekt „Siegen - Zu neuen Ufern“ bewirbt sich die Stadt Siegen für die REGIONALE 2013 in Südwestfalen. Sie will in ihrer Funktion als Oberzentrum der Region, als Universitätsstadt und als größte Stadt Südwestfalens mit einer integrierten Innenstadtentwicklung beispielhaft Kreativität, Wissen, Wirtschaft, Mobilität, Wohnen und Leben im Einklang von Natur und Tourismus miteinander verknüpfen und weiter entwickeln. Neben der Verlagerung großer Teile der Universität Siegen mitten in die Innenstadt und der Aufwertung des Hauptbahnhofs ist die Freilegung der Sieg und die städtebauliche Neuordnung des Umfeldes sicherlich das herausragende Teilprojekt dieses Vorhabens. Der hierfür ausgelobte Wettbewerb versteht sich dabei als wichtiger Baustein des Projektes „Siegen -

Zu neuen Ufern“ und eines künftigen integrierten Handlungskonzepts zur Innenstadtentwicklung, das den zentralen Bereich vom Hauptbahnhof bis zur Oberstadt umfassen wird. Durch die Freilegung und Öffnung der Sieg im Herzen der Stadt wird der Fluss ins Blickfeld der Menschen zurückkehren. Zusammen mit der Verbesserung des Übergangs am Kölner Tor ist dies ein wichtiger Beitrag, um die heutige Trennung zwischen Siegener Unter- und Oberstadt zu überwinden. Erwartet werden von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen Aussagen, wie durch die Umgestaltung die Sieg und das Umfeld wieder zu einem attraktiven, erlebbaren und nutzbaren Teil der Stadt werden können, der zu einem unverwechselbaren und hochwertigen Stadtbild beiträgt und gleichzeitig Impulse für private Maßnahmen setzt.

Die im Realisierungsteil vorgesehenen Flächen – das Siegufer mit seinen benachbarten Straßenräumen und die Kölner Straße – sollen im Anschluss an das Verfahren neu gestaltet werden. Um diese Flächen in einem schlüssigen innerstädtischen Zusammenhang gestalten zu können, sollen im Wettbewerb für einen erweiterten Betrachtungsraum eine Leitidee entwickelt und Aussagen zur städtebaulichen Einbindung gemacht werden.

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Teil A: Das Verfahren

1_Auslobung
Der Auslobung liegen die „Regeln für die Auslobung von Wettbewerben“ (RAW 2004) zugrunde. Sie sind Bestandteil der Auslobung. Die Auslobung hat der Architektenkammer vorgelegen, diese hat die Übereinstimmung mit den Regeln bestätigt. Die Übereinstimmung ist unter der Registrier-Nr. W40/09 festgestellt worden.

2_Ausloberin und Wettbewerbsbetreuung
Ausloberin ist die Stadt Siegen Der Bürgermeister Fachbereich 1/1 Stadtentwicklung, Wirtschafts- und Strukturförderung Rathaus Weidenau Weidenauer Straße 211-213 57076 Siegen in Abstimmung mit der REGIONALE 2013 Südwestfalen Agentur GmbH Martinstraße 15 57462 Olpe Die Betreuung des Wettbewerbsverfahrens erfolgt durch das Büro pp a|s pesch partner architekten stadtplaner Zweibrücker Hof 2 58313 Herdecke Telefon: 02330-9284-0 Fax: 02330-9284-29 e-mail:pph@pesch-partner.de

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3_Wettbewerbsart				
Der Wettbewerb wird als begrenzter, zweiphasiger, freiraumplanerischer  Wettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungs- und Losverfahren ausgelobt. Dabei kommen die Regeln der Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen (VOF) und der RAW 2004 zur Anwendung. Der Wettbewerb ist anonym. Aus dem Teilnehmerfeld werden durch Preisgerichts­ entscheid 6 Büros zur 2. Phase eingeladen. Die Benachrichtigung der Teilnehmer der 2. Phase erfolgt über die Zentrale Vergabestelle der Stadt Siegen. Im Anschluss an das Wettbewerbsverfahren erfolgt die Vergabe der Planungsleistungen in einem Verhandlungsverfahren. Teilnehmer/innen am Verhandlungsverfahren sind die Preisträger, wie sie in der Verfassererklärung benannt wurden.

Fünf Teilnehmer/innen wurden von der Ausloberin zur Teilnahme ausgewählt und eingeladen: 	 Atelier Dreiseitl GmbH, Landschaftsarchitekten, Überlingen 	 Atelier Loidl, Landschaftsarchitekten, Berlin/Duisburg 	 Fritschi-Stahl-Baum, Architekten und Stadtplaner, Düsseldorf 	 ISA Internationales Stadtbauatelier, Stadtplaner und Architekten, Stuttgart 	 WES & Partner, Landschaftsarchitekten, Hamburg/Berlin

Das Protokoll über das Kolloquium wird allen Verfahrensbeteiligten und der Architektenkammer zugesandt, es wird Bestandteil der Auslobung.

6_Wettbewerbsunterlagen
Den Teilnehmern werden folgende Unterlagen zur Verfügung gestellt: Als Druckversion 	 Auslobungstext mit der Beschreibung der Wettbewerbsaufgabe Auslobung auf CD-ROM

In einem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren wurden durch Losentscheid 15 Teilnehmer/innen ermittelt, wovon 3 Teilnehmer/innen durch junge Büros gestellt werden.

	 Auslobungstext mit der Beschreibung der Wettbewerbsaufgabe als pdf-Datei Plangrundlagen auf CD-ROM 	 DGK 5 - Deutsche Grundkarte im Maßstab 1:5.000 als Bilddatei 	 ALK - Digitale Liegenschaftskarte als dxf-Datei 	 Topografie des Realisierungsteils als dxf-Datei 	 Höhenangaben des Realisierungsteils im digitalen Geländemodell als dxf-Datei 	 Luftbilder als Bilddateien Materialien auf CD-ROM 	 Karte Bestand Innenstadt im Maßstab 1:1.000 als pdf-Datei 	 Wettbewerbsgebiet im Maßstab 1:1.000 als dxfund pdf-Datei 	 Lage des Schnitts und der räumlichen Darstellungen als pdf-Datei 	 Karte städtisches Eigentum als pdf-Datei

4_Teilnehmer und Teilnehmerinnen	
Teilnahmeberechtigt sind Landschaftsarchitekten/ innen, Stadtplaner/innen und Architekten/innen auch in Arbeitsgemeinschaft. Wegen der Entwurfsaufgabe „Ingenieurbauwerk Siegbrücke“ ist eine Arbeitsgemeinschaft mit einem Fachplaner oder einer Fachplanerin für konstruktiven Ingenieurbau mit Erfahrung im Brückenbau zwingend vorgeschrieben. Es wird den Teilnehmer/innen empfohlen, weitere Sachverständige (Fachplaner/innen), etwa aus den Bereichen Wasserbau oder Verkehr, hinzuzuziehen. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Teilnehmer/innen begrenzt, die aus zwei Gruppen zusammengestellt wurden.

5_Rückfragen, öffentliches 				
Auftaktkolloquium Schriftliche Rückfragen zur Auslobung können bis zum 28. Oktober 2009 an: 	 pp a|s pesch partner architekten stadtplaner 	 	 	 	 	 Zweibrücker Hof 2 58313 Herdecke Telefon: 02330-9284-0 Fax: 02330-9284-29 e-mail:pph@pesch-partner.de

gestellt werden. Zur Beantwortung der Rückfragen und zur Weitergabe zusätzlicher Informationen über die Auslobung wird am 02. November 2009 ein öffentliches Auftaktkolloquium durchgeführt.

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	 Lagepläne der Ver- und Entsorgungsleitungen 	 Wasserbauliche Unterlagen und Planungen der Universität Siegen 	 Baumstandorte mit Kronendurchmesser als pdfDatei 	 Baumschutzsatzung 	 Randbedingungen Straßenplanung L 562 als pdfDatei 	 Radwegekonzept Innenstadt (wird zum Auftaktkolloquium nachgereicht) 	 Klimaschutzkonzept 	 Formblatt zur Kostenschätzung (für die zweite Bearbeitungsphase) 	 Verfassererklärung auf Formblatt Es dürfen maximal zwei Pläne eingereicht werden. Die Plangrößen dürfen das Format 90 x 125 cm im Hochformat nicht überschreiten. Alle Pläne sind als Papierausdruck in dreifacher Ausfertigung (davon zwei Exemplare für die Vorprüfung) abzugeben. Sie sind zusätzlich als jpg- oder tiff-Dateien und als pdf-Dateien auf einem Datenträger mitzuliefern. Die Dateien werden ausschließlich zur Dokumentation des Verfahrens verwendet. Lageplan und Schnitte sind zusätzlich als dxf-Dateien auf einem Datenträger mitzuliefern. Sie werden ausschließlich für die Vorprüfung verwendet. Wettbewerbsleistungen zur ersten Bearbeitungsphase. Von den Teilnehmer/innen werden folgende Wettbewerbsleistungen gefordert: 	 Darstellung der Leitidee für den Betrachtungsraum und Ideen zur stadträumlichen Einbindung im geeigneten Maßstab 	 Gestaltungskonzept für den Realisierungsteil im Maßstab 1:500 	 1 Schnitt in vorgegebener Lage im geeigneten Maßstab 	 1 Schnitt/Ansicht der Siegbrücke oder -querung im geeigneten Maßstab 	 2 räumliche Darstellungen innerhalb des Realisierungsteils Siegufer/Kölner Straße in vorgegebener Lage Die unter Verwendung des beigefügten Formblattes abzugebende Verfassererklärung hat insbesondere folgende Angaben zu umfassen: 	 Anschrift der Teilnehmer/innen sowie beteiligter Mitarbeiter/innen und hinzugezogener Sachverständiger (Fachplaner/innen), 	 bei Teilnahme von Partnerschaften / Arbeitsgemeinschaften / juristischen Personen ergänzend: bevollmächtigte Vertreterin oder bevollmächtigter Vertreter und Verfasser/in der Arbeit, 	 Versicherung, dass die Wettbewerbsteilnehmerin oder der Wettbewerbsteilnehmer geistige UrheWettbewerbsleistungen zur zweiten Bearbeitungsphase. Von den Teilnehmer/innen der zweiten Bearbeitungsphase werden zum Abgabetermin folgende Wettbewerbsleistungen gefordert: 	 Darstellung der Leitidee für den Betrachtungsraum und Ideen zur stadträumlichen Einbindung im geeigneten Maßstab 	 Gestaltungsplan für den Realisierungsteil im Maßstab 1:250 Der Erläuterungsbericht ist in dreifacher Ausfertigung und zusätzlich als word-Datei abzugeben. 	 Erläuterungen zum Entwurf auf maximal 2 Seiten DIN A4 	 Verfasserklärung auf beigefügtem Formblatt 	 Verzeichnis der eingereichten Unterlagen berin oder geistiger Urheber der Wettbewerbsarbeit bzw. zur Einreichung der Wettbewerbsarbeit berechtigt ist, und dass sie oder er zum  Zwecke der weiteren Bearbeitung der dem Wettbewerb zugrunde liegenden Aufgabe das Recht zur Nutzung und Änderung der Wettbewerbsarbeit sowie zur Einräumung zweckentsprechender, die Änderungsbefugnis einschließender Nutzungsrechte an die Ausloberin besitzt, 	 Versicherung, dass die Wettbewerbsteilnehmerin oder der Wettbewerbsteilnehmer gemäß den Wettbewerbsbedingungen teilnahmeberechtigt, mit einer Beauftragung zur weiteren Bearbeitung auf der Grundlage der Auslobung einverstanden und zur Durchführung des Auftrages auch berechtigt und in der Lage ist. 	 Die Verfassererklärung ist von der Teilnehmerin oder dem Teilnehmer zu unterzeichnen, bei Partnerschaften, Arbeitsgemeinschaften und juristischen Personen zumindest durch die bevollmächtigte Vertreterin oder den bevollmächtigten Vertreter.

7_Wettbewerbsleistungen

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	 Freiflächengestaltung mit Angabe der Materialien 	 Grün und Bepflanzung, Baumstandorte 	 Ausstattung (Möblierung, Beleuchtung usw.) 	 Rampen, Treppen, Höhenangaben 	 Beleuchtungskonzept für den Realisierungsteil 	 1 Schnitt in vorgegebener Lage im geeigneten Maßstab 	 1 Schnitt/Ansicht der Siegbrücke oder -querung im geeigneten Maßstab 	 2 Detailbereiche für den Realisierungsteil mit Aussagen zu Material, Beleuchtung, Bepflanzung usw. in frei zu wählendem Maßstab 	 2 räumliche Darstellungen innerhalb des Realisierungsteils Siegufer/Kölner Straße in vorgegebener Lage 	 Kostenschätzung auf beigefügtem Formblatt 	 Erläuterungen zum Entwurf auf maximal 3 Seiten DIN A4 	 Verfasserklärung auf beigefügtem Formblatt 	 Verzeichnis der eingereichten Unterlagen Es dürfen maximal vier Pläne eingereicht werden. Die Plangrößen dürfen das Format 90 x 125 cm im Hochformat nicht überschreiten. Alle Pläne sind als Papierausdruck in dreifacher Ausfertigung (davon zwei Exemplare für die Vorprüfung) abzugeben. Sie sind zusätzlich als jpg- oder tiff-Dateien und als pdf-Dateien auf einem Datenträger mitzuliefern. Die Dateien werden ausschließlich zur Dokumentation des Verfahrens verwendet. Lagepläne und Schnitte sind zusätzlich als dxf-Dateien auf einem Datenträger mitzuliefern. Sie werden Kennzeichnung und Abgabe der Wettbewerbsleistungen der ersten Bearbeitungsphase. Die Wettbewerbsarbeiten für die erste Bearbeitungsphase sind bis spätestens 27. November 2009, 16 Uhr (Einlieferungsfrist, kein Poststempel!) beim betreuenden Büro pp a|s pesch partner architekten stadtplaner, Herdecke einzureichen. Arbeiten, die nach diesem Termin zugestellt werden, sind zur Beurteilung zunächst nicht zugelassen. Das Preisgericht hat hierüber endgültig zu entscheiden. Der Wettbewerb ist anonym. Zur Wahrung der Ano­ nymität ist als Absender die Anschrift des Empfängers zu verwenden. Die Wettbewerbsarbeit ist in allen Teilen in der rechten oberen Ecke mit einer sechsstelligen Kennzahl von 1 cm Höhe und 6 cm Breite aus arabischen Ziffern zu versehen. Die Verfassererklärung ist in einem mit gleicher Kennzahl versehenen, verschlossenen, undurchsichtigen Umschlag einzureichen. Preisrichter/innen 	 Michael Arns, Architekt, Siegen/Freudenberg 	 Henry Beierlorzer, Stadtplaner, Witten 	 Prof. Bernd Borghoff, Architekt und Stadtplaner, Siegen/Aachen 	 Rüdiger Brosk, Landschaftsarchitekt, Essen 	 Achim Dahlheimer, Ministerium für Bauen und Wohnen des Landes NRW, Düssel-dorf 	 Dirk Glaser, REGIONALE 2013, Südwestfalen Agentur GmbH, Olpe Die unter Verwendung des beigefügten Formblattes abzugebende Verfassererklärung hat insbesondere die 7 vorgenannten Angaben zu umfassen. ausschließlich für die Vorprüfung verwendet. Der Erläuterungsbericht und die Kostenschätzung sind in dreifacher Ausfertigung und zusätzlich als Word- bzw. Excel-Datei abzugeben. Kennzeichnung und Abgabe der Wettbewerbsleistungen der zweiten Bearbeitungsphase. Die Wettbewerbsarbeiten für die zweite Bearbeitungsphase sind bis spätestens 12. Februar 2010, 16 Uhr (Einlieferungsfrist, kein Poststempel!) beim betreuenden Büro pp a|s pesch partner architekten stadtplaner, Herdecke einzureichen. Arbeiten, die nach diesem Termin zugestellt werden, sind zur Beurteilung zunächst nicht zugelassen. Das Preisgericht hat hierüber endgültig zu entscheiden. Zur Wahrung der Anonymität ist als Absender die Anschrift des Empfängers zu wählen. Die Wettbewerbsarbeit ist in allen Teilen in der oberen rechten Ecke mit der sechsstelligen Kennzahl zu versehen, die schon zur ersten Bearbeitungsphase verwendet wurde.

8_Kennzeichnung und Abgabe der 			
	 Wettbewerbsleistungen

9_Beurteilung der Wettbewerbsleistungen, 		
	 Preisgericht				 Die Wettbewerbsarbeiten werden durch ein Preisgericht beurteilt, dem angehören:

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	 Prof. Martin Hoelscher, Architekt und Stadtplaner, Essen 	 Ludwig Latsch, für die FDP-Fraktion 	 Prof. Hildebrandt Machleidt, Architekt und Stadtplaner, Berlin 	 Steffen Mues, Bürgermeister der Stadt Siegen 	 Rainer Oestereich-Rappaport, Architekt, Aachen 	 Detlef Rujanski, für die SPD-Fraktion 	 Prof. Dr.-Ing. Hildegard Schröteler-von Brandt, Stadtplaner/in, Siegen/Aachen 	 Michael Stojan, Stadtbaurat, Stadt Siegen 	 Daniela Stoker, für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen 	 Werner Schulte, für die CDU-Fraktion 	 Friedhelm Terfrüchte, Landschaftsarchitekt, Essen 	 Christine Wolf, Landschaftsarchitektin, Bochum 	 Werner Schulte, für die CDU-Fraktion 	 Wolfgang Vetter, für die UWG-Fraktion 	 N.N., für die Fraktion Die Linke Stellvertretende Preisrichter/innen 	 Karin Damrau, Architektin, Köln 	 Daniel Fühner, REGIONALE 2013, Südwestfalen Agentur GmbH, Olpe 	 Doris Hermann, Landschaftsarchitektin, Wilnsdorf 	 Gerald Kühn, Stadt Siegen 	 Eckhard Schul, Stadt Siegen 	 Klaus Schulze, Landschaftsarchitekt, Soest Sachverständige Berater/innen ohne Stimmrecht 	 Friedemann Diehl, Stadt Siegen 	 Dr. Torsten Frank, Universität Siegen 	 Thomas Griese, Stadt Siegen 	 Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jensen, Universität Siegen 	 Ulrich Sänger, Stadt Siegen 	 Walter Schwerdfeger, Initiativkreis Lebendige Innenstadt 	 Eckhard Weidt, Stadt Siegen 	 Ulrich Krumm, Kreis Siegen-Wittgenstein, Untere Wasserbehörde 	 Hermann-Josef Droege, IHK Siegen

11_Bearbeitungshonorar, Preise und 			
	 Anerkennung			 Insgesamt steht eine Wettbewerbssumme in Höhe von 40.000,- € (inkl. Mehrwertsteuer) zur Verfügung. Ein Teil der Wettbewerbssumme wird als Bearbeitungshonorar zur Verfügung gestellt. Jeder der sechs Teilnehmer, die aufgefordert werden, an der 2. Bearbeitungsphase teilzunehmen, erhält bei Erbringung der vollständigen Leistung ein Bearbeitungshonorar in Höhe von 3.000,- € (inklusive Mehrwertsteuer). 22.000,- € (inklusive Mehrwertsteuer) werden als Preisgeld ausgelobt. Dabei ist folgende Staffelung vorgesehen, von der das Preisgericht abweichen   kann: 	 	 	 	 	 	 	 	 1. Preis: 	 2. Preis: 	 3. Preis:	 Anerkennung	 10.500,- € 6.500,- € 3.500,- € 1.500,- €

10_Beurteilungskriterien
Das Preisgericht wird sein Urteil aus der Qualität der Wettbewerbsarbeiten bilden und hierbei folgenden Bewertungsrahmen zugrunde legen: 	 Erfüllung der in der Auslobung dargestellten funktionalen Anforderungen an die Entwicklung der Flächen 	 Idee und Einbindung in den Stadtraum 	 Vernetzung mit den Übergangsbereichen und der Umgebung 	 Städtebauliche und stadträumliche Qualität 	 Freiraumqualität 	 Gestaltungsqualität 	 Wirtschaftlichkeit hinsichtlich Erstellung und Folgekosten 	 Sicherheit 	 Einhaltung planungs- und bauordnungsrechtlicher Vorschriften und wasserbaulicher Vorgaben

12_Weitere Bearbeitung der Aufgabe	
Die Ausloberin beabsichtigt, unter Würdigung der Empfehlung des Preisgerichts und vorbehaltlich der Zustimmung der Gremien einem der Preisträger die weitere Bearbeitung der Aufgabe (gem. RAW § 8.4 und VOF) für alle Flächen des Realisierungsteils zu übertragen, 	 sofern kein wichtiger Grund einer Beauftragung entgegensteht, 	 sofern der Verfasser eine fachlich einwandfreie Durchführung der Aufgabe gewährleistet, 	 soweit und sobald die dem Wettbewerb zugrunde liegende Aufgabe realisiert werden soll.

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Teilnehmer/innen des im Anschluss an das Wettbewerbsverfahren erfolgenden Verhandlungsverfahrens sind die Preisträger, wie sie in der Verfassererklärung benannt wurden. Im Falle einer weiteren Bearbeitung werden die durch den Wettbewerb bereits erbrachten Leistun­ gen bis zur Höhe des zuerkannten Preises nicht erneut vergütet, wenn und soweit der Wettbewerbsentwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert der weiteren Bearbeitung zugrunde gelegt wird. Werden nur Teilbereiche bearbeitet, so erfolgt eine Anrechnung in einem angemessenen Verhältnis. Die Wettbewerbsteilnehmer verpflichten sich mit der Teilnahme an dem Wettbewerbsverfahren, im Falle der Beauftragung die v. g. Leistungen zu erbringen. Die Beauftragung der Planungsleistungen erfolgt ab Leistungsphase 1. Die Ausloberin behält sich das Recht vor, im Falle einer Beauftragung eines Wettbewerbsteilnehmers andere als die ggf. in der Verfassererklärung genannten Sachverständigen mit Leistungen zu beauftragen. 	 Abgabe 1. Phase	 	 27. 11. 2009 (Eingangsfrist 16.00 Uhr) 		 11. 12. 2009 	 Abgabe 2. Phase	 12. 02. 2010 (Eingangsfrist 16.00 Uhr) 	 Preisgericht 2. Phase	 26. 02. 2010 		 		 	 Preisgericht 1. Phase	 dokumentieren, auszustellen und zu veröffentlichen, sowie die Arbeiten der weiter beauftragten Teilnehmer/innen für den vorgesehenen Zweck zu nutzen. Die Namen der Verfasser werden in jedem der Fälle genannt. Die Verfasser verpflichten sich, nach Beendigung des Verfahrens alle vom Auslober zur Verfügung gestellten Daten und Planunterlagen zu löschen bzw. zu vernichten.

14_Vergabeprüfstelle	
Vergabeprüfstelle ist die Vergabekammer bei der Bezirksregierung Arnsberg.

15_Terminübersicht	
	 Öffentliches Auftaktkolloquium	 	 02. 11. 2009

13_Eigentum und Urheberrecht		
Die eingereichten Unterlagen der mit Preisen und Anerkennung versehenen Wettbewerbsarbeiten werden Eigentum der Ausloberin. Das Urheberrecht verbleibt, mit Ausnahme des Erstveröffentlichungsrechts der Ausloberin, beim Verfasser. Die Ausloberin hat das Recht, die Arbeiten nach Abschluss des Verfahrens ohne weitere Vergütung zu

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Teil B: Die Ausgangslage

1_Die Stadt Siegen
Lage und Einordnung. Siegen liegt unweit des Dreiländerecks Nordrhein-Westfalen / Hessen / Rheinland-Pfalz im Schnittpunkt von Bergischem Land, Rothaargebirge und Westerwald am Oberlauf der Sieg. Die Stadt ist Kreisstadt des Kreises SiegenWittgenstein. Als größte Stadt Südwestfalens ist Siegen in der Landesplanung als Oberzentrum eingestuft. Sie verfügt über einen Einzugsbereich von bis zu 750.000 Einwohnern. Im Zuge der kommunalen Neugliederung 1975 schloss sich Siegen mit den Städten Eiserfeld und Hüttental zusammen und überschritt erstmals die Einwohnerzahl von 100.000. Am 30. Juni 2008 hatte die Gesamtstadt 104.597 Einwohner. Die Gesamtfläche des Stadtgebietes beträgt rund 115 Quadratkilometer.

Geschichte und Siedlungsentwicklung. Siegens Stadtgründung ist eine Besonderheit. Während Städte entweder in Flusstälern mit ihren wichtigen Handelswegen oder an Bergen mit ihrem Schutz vor Angriffen und Überschwemmungen gegründet wurden, vereint Siegen beides: Die Stadt wurde am Fluss und am Berg gegründet. Die ersten Siedlungsansätze lagen vermutlich im Mündungswinkel von Sieg und Weiß, dort wo heute Siegens Unter- und Oberstadt aufeinander treffen. Die eigentliche Entwicklung zur mittelalterlichen Stadt fand jedoch auf dem Siegberg statt: Die befestigte Stadt lag hier im Schutze einer Burg. 1536 wurden Stadt und Stadtbefestigung erweitert. Die Mauern umschlossen nun die „alte Stadt“ mit der Martini-Kirche und das im 15. Jahrhundert entstandene Franziskanerkloster. Das topografische Gefälle zwischen Ober- und Unterstadt war über viele Jahrhunderte auch ein Be-

deutungsgefälle: Die Machtzentren - das Obere und das Untere Schloss, die Kirchen, das Rathaus, der Markt, die Hohe Schule - lagen „oben“. Die Unterstadt war kaum mehr als eine „Vorstadt“. Die Begrenzung der Stadtbefestigung  hatte bis ins 19. Jahrhundert Bestand. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts zeigte Siegen das Bild einer mittelalterlichen Stadt. Die neuzeitliche Siedlungsentwicklung wurde durch zwei wesentliche Einschnitte bestimmt: Zum einen fanden durch die Industrialisierung des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts sprunghafte Veränderungen statt. Sie führten zu einer ausufernden Siedlungsentwicklung in die Landschaft und zu ersten Gebietsausweisungen durch die Eingemeindungen angrenzender kleiner Gemeinden. Für die erforderliche Stadterweiterung wurde die Stadtbefestigung abgerissen. Die Dynamik der Siedlungsentwicklung spiegelt sich in den Einwohnerzahlen wider: So

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Historische Stadtansicht um das Jahr 1600. Stich von Merian

wuchs die Bevölkerung von 4.000 Einwohnern im Jahr 1800 auf über 25.000 um 1900. Die zweite und wesentlich schmerzhaftere Zäsur musste Siegen durch die Zerstörungen im 2. Weltkrieg hinnehmen. Schwerste Schäden erlitt die Siegener Altstadt durch Bombardierungen in den Jahren 1944 und 1945. Nur wenige Teile des historischen Stadtkerns blieben von den Zerstörungen verschont. Mit einem Zerstörungsgrad von rund 90 % gehört Siegen zu den am stärksten geschädigten Städten in Deutschland. Der Stadtgrundriss in seiner Parzellenstruktur und die stadtbildprägenden Gebäude Martinikirche, Unteres und Oberes Schloss sind allerdings bis heute weitgehend erhalten.

2_Siegen - Zu neuen Ufern – ein Projekt-		
	vorschlag zur REGIONALE 2013 Südwestfalen. Im Jahr 2007 haben sich der Hochsauerlandkreis, der Märkische Kreis und die Kreise Olpe, Siegen-Wittgenstein und Soest zur Region Südwestfalen zusammengeschlossen. Durch den Zusammenschluss entstand eine Region, die in dieser Konstellation einmalig ist. Einerseits ist Südwestfalen das waldreichste Erholungsgebiet Deutschlands andererseits ist es aber auch Heimat von zahlreichen industriellen Weltmarktführern verschiedener Branchen. Nur kurze Zeit später wurde die Region vom Land Nordrhein-Westfalen für die Ausrichtung der REGIONALE 2013 ausgewählt. Die REGIONALEN. Mit den REGIONALEN verfügt das Land Nordrhein-Westfalen über ein europaweit einmaliges Instrument, das weit mehr ist als ein reines

Strukturprogramm. Ziel ist es, die regionalen Kooperationen zu fördern und die Qualitäten und Eigenheiten einer Region herauszuarbeiten, um so Impulse für deren zukünftige Entwicklung zu geben. Die Handlungsfelder reichen von Städtebau und Landschaft über Kultur und Tourismus bis hin zu Wirtschaftsförderung, Bildung und Verkehr. Die REGIONALEN finden alle zwei bzw. ab 2010 alle drei Jahre statt - im Jahr 2013 in Südwestfalen. Die REGIONALE 2013. Mit der REGIONALE 2013 setzen sich alle gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Akteure in Südwestfalen das Ziel, gemeinsam den Herausforderungen der Globalisierung und des demografischen Wandels zu begegnen. Die Stärkung einer der leistungsfähigsten Industrieregionen in Nordrhein-Westfalen mit ihrer mittelständischen Wirtschaftsstruktur steht dabei ebenso im Fokus wie der Erhalt der Naturlandschaft.

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Zum Wesen der REGIONALEN gehört es, aus Ideen konkrete Projekte zu entwickeln und diese öffentlich nach innen und außen zu präsentieren. Durch den Einsatz von Wettbewerbsverfahren und begleitenden Qualifizierungsmaßnahmen sollen Projekte hoher Qualität entstehen, die sich deutlich vom Mittelmaß absetzen und als regionale Identifikationspunkte dienen können. Die Projekte sind die „lesbaren Zeichen“ der REGIONALE 2013 und in vier Arbeitsbereiche gegliedert - die so genannten Projektfamilien. So werden etwa in der Projektfamilie StadtMensch Projekte gesucht, die modellhaft Antworten geben auf die Fragen, wie städtische Atmosphäre und urUmgesetzte Maßnahmen: Apollo-Theater und Bahnhofsvorplatz

3_Die Stadtmitte
Planungen 1991 wurde der „Städtebauliche Rahmenplan SiegenMitte“ beschlossen. Mit ihm lag ein Stadtentwicklungsprogramm vor, das vorhandene Planungsansätze, Ideen und Mitwirkungspotenziale aufzeigte. Als die wichtigsten Aufgaben der Stadtentwicklung wurden die Stärkung der innerstädtischen Funktionen und des Einzelhandelsstandortes Oberstadt, die Aufwertung des Stadtbildes und des öffentlichen Raums und die städtebauliche Verknüpfung der Zentren Am Bahnhof, Unterstadt und Oberstadt beschrieben. Mit dem Rahmenplan wurde in den Folgejahren die Umsetzung wichtiger Schlüsselprojekte angestoßen. Die vom Städtebaulichen Rahmenplan Siegen-Mitte ausgegangenen Entwicklungsimpulse haben erheblich zur Aufwertung des Standortes Siegen-Mitte beigetragen. Zu den öffentlichen Maßnahmen kam eine Vielzahl von privaten Investitionen, die insbesondere den zentralen Einkaufsstandort in SiegenMitte stabilisiert und zukunftsfähig gemacht haben. Die Weiterentwicklung der Projekte und Maßnahmen, geänderte Rahmenbedingungen und Werte erfordern heute eine Überprüfung und Fortschreibung des Rahmenplanes, der die Einbindung der weiteren Projekte in eine aktuelle Gesamtplanung garantiert. Dies soll in Form eines integrierten Handlungskonzeptes geschehen. In der Projektbewerbung für die REGIONALE 2013 „Siegen - Zu neuen Ufern“ wird unter anderem ein Überblick über die bisher realisierten Projekte gegeben.

bane Qualitäten entstehen können und sich so aus Klein- und Mittelstädten kleine „Metropolen“ ent­ wickeln können. Siegen – Zu neuen Ufern. Das Projekt „Siegen Zu neuen Ufern“ hat bereits den 1. Stern der REGIONALE 2013 erhalten und zählt damit zu den Projekten mit einer herausragenden konzeptionellen Idee. Es ist den Projektfamilien WirtschaftsWissen und StadtMensch zugeordnet und vereint damit die Weiterentwicklung von Kreativität, Wissen und Wirtschaft mit einer neuen Urbanität in der Siegener Innenstadt. Neben der funktionalen Aufwertung der Innenstadt durch die Stärkung von Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Kultur und Freizeit werden zwei Schlüsselprojekte das künftige Bild der Innenstadt nachhaltig verändern: die Aufwertung und Umnutzung des Unteren Schlosses und die Freilegung und Umgestaltung der Sieg.

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Projektskizze zur REGIONALE 2013 „Siegen - Zu neuen Ufern“

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Unmittelbar angrenzend an das Wettbewerbsgebiet wurden bisher folgende öffentlichen Maßnahmen gefördert und umgesetzt: 	 die Umgestaltung der Oranienstraße, 	 die Platzgestaltung des Ausstellungsforums Siegerlandmuseum und die Umgestaltung der Grünfläche in der Oranienstraße, 	 die Umgestaltung des Martini-Kirchhofs, 	 die Weg- und Platzgestaltung am Hauptpostamt, 	 die Umgestaltung des Schlossplatzes am Unteren Schloss, 	 die Umgestaltung des Scheiner Platzes, 	 die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes, 	 die Umnutzung des alten Telegrafenamtes zum Museum für Gegenwartskunst und 	 der Umbau des ehemaligen Apollo-Kinos zum Regionaltheater Siegen. Die Projektskizze zur REGIONALE 2013 umfasst den Kernbereich der Siegener Innenstadt. „Siegen - Zu neuen Ufern“ gliedert sich dabei in acht Teilprojekte: 	 die Umnutzung des Unteren Schlosses mit der Aufnahme des größten Fachbereichs der Universität Siegen „Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht“ und seinen rund 2.500 Studierenden, 	 der Aufbau der Siegener Mittelstandsakademie als Institut der Universität Siegen, 	 die Freilegung der Sieg, 	 die städtebauliche Neuordnung des Umfeldes zur Förderung der Urbanität und zur Stärkung der Funktionsvielfalt, „Das historische Verhältnis zwischen Ober- und Unterstadt hat sich seit wenigen Jahrzehnten verändert. In der Unterstadt und entlang der im Tal verlaufenden Hauptverkehrsstraßen sind eine Vielzahl von über lange Zeit nicht- oder untergenutzten Arealen entwickelt worden. Im Umfeld des Bahnhofs hat sich ein dynamisches Quartier mit großen Einkaufs-, Entertainment-, Kultur- und Dienstleistungseinrichtungen etabliert, das die traditionelle Dominanz der Oberstadt aufgebrochen hat. Hier ist ein neuer Typ von Stadtzentrum entstanden, der ganz andere Merkmale aufweist als die vertraute, als vorbildlich empfundene kleinteilige Oberstadt. Dies ist für viele Siegener ein noch ungewohnter und schwieriger Prozess, weil es das bisherige räumliche Verständnis ihrer Stadt verändert. Dieses Umdenken wäre sicherlich einfacher, wenn die ‚neue Unterstadt’ durchgängig überzeugende stadträumliche Qualitäten besäße.“
aus: „Kampagne SEHEN LERNEN der StadtBauKultur NRW“

	 die Verlegung des Siegradwanderweges, 	 der Umbau der Bahnhofsstraße als „Flaniermeile“, 	 die Modernisierung der Infrastruktur des Hauptbahnhofs, die Erneuerung des Bahnhofsgebäudes und seine Darstellung als attraktives „Stadttor“ sowie 	 die Neuordnung des Straßenverkehrs und die Umplanung des ÖPNV. Städtebauliche Situation

Diese „Qualitäten“ der Unterstadt lassen sich spe­ ziell für den Bereich um die Siegplatte so beschreiben: 	 Der Verlauf und die starke Verkehrsbelastung des Abschnitts Koblenzer Straße, Kölner Tor und Sandstraße stellen eine starke Zäsur dar und verhindern eine attraktive Verbindung zwischen Ober- und Unterstadt. 	 Der Maria-Rubens-Platz - der neu gestaltete Teil der Siegüberbauung an der Bahnhofstraße - ist zu einem belebten und beliebten Platz in der Stadt geworden. Er bildet einen attraktiven Übergang zur Bahnhofstraße, zum Apollo-Theater und zum Südeingang des Sieg-Carrés und ist so ein wichtiger Trittstein zwischen Unter- und Oberstadt. Diesen Wert gilt es auch bei einer Umgestaltung zu berücksichtigen: 	 	 „Jede Lösung zur Neugestaltung des Sieg-Ufers wird daran gemessen werden, welche Qualitäten ein möglicherweise alternativer öffentlicher Platz hier einzulösen verspricht.“ 	
aus: „Kampagne SEHEN LERNEN der StadtBauKultur NRW“

	 Die Brüder-Busch-Straße dient vor allem als Zubringer des Parksuchverkehrs zur Siegplatte und weist sowohl in der Straßengestaltung als auch in der Gestaltung der angrenzenden Gebäude wenig Qualitäten auf. 	 Ebenso wie die Brüder-Busch-Straße wird der Straßenzug Herrengarten im Erscheinungsbild vom Anliegerparken dominiert.

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Bestand

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Brüder-Busch-Straße 	

Herrengarten	

Parkhaus Reichswalds Ecke 	

	 An der Nordseite der Siegplatte liegt das Parkhaus Reichswalds Ecke, dessen Fassade den räumlichen Abschluss dominiert. 	 Der südöstlich der Sieg verlaufende Kunstweg vermittelt eine Hinterhofatmosphäre und hinterlässt eher den Eindruck einer innerstädtischen Brache. Trotz seiner guten Lage wird er daher von Passanten nur in Ausnahmefällen benutzt. Nutzungen Handel. Siegen-Mitte ist das Hauptzentrum in der Stadt Siegen mit oberzentraler Versorgungsfunktion. Diese Versorgungsfunktion übernehmen dabei sowohl die Ober- als auch die Unterstadt. Die Einzelhandelsentwicklung spricht dabei gegen die kleinteilige Oberstadt als zentralen Einkaufsstandort. Hier ist die Entwicklung zu einem Dienstleistungs-, Freizeit- und Kulturzentrum unverkennbar.

Mit der Ausweitung des Einzelhandelsangebotes in den letzten Jahren ist die Unterstadt Einzelhandelsschwerpunkt in Siegen geworden. Hier liegen an den Eingangsbereichen auch wichtige Magnetstandorte des Einzelhandels: 	 C & A im Entrée zur Unterstadt auf dem Eckgrundstück Brüder-Busch-Straße/Bahnhofstraße, 	 H & M an der Nahtstelle zwischen Ober- und Unterstadt auf dem Eckgrundstück Sandstraße/Kölner Straße, 	 die City-Galerie u. a. mit den Ankermietern Saturn, P & C und Kaufland und 	 das Sieg-Carée in der Nähe zum Bahnhof sowie 	 die Reichwalds Ecke mit dem Kino CineStar, mehreren Freizeit- und Gastronomieeinrichtungen und größeren Einzelhandelsbetrieben.

In der Oberstadt liegen mit dem 	 Karstadt-Warenhaus in der Kölner Straße und 	 dem Krönchen-Center am Markt weitere Handelsmagneten. Die A-Lage der Siegener Innenstadt liegt rund um das Bahnhofsumfeld mit der City-Galerie, der Bahnhofstraße und dem unteren Abschnitt der Kölner Straße. Für die Funktionsfähigkeit sind dabei attraktive Fußwegeverbindungen zwischen der A-Lage Bahnhofstraße und den übrigen Geschäftslagen von besonderer Wichtigkeit. Hierzu sind Verbesserungen in der Gestaltung der Verbindungen und der Erlebnis- und Aufenthaltsqualität erforderlich. Die größte Bedeutung hat dabei sicherlich die Fußwegeverbindung zwischen Bahnhofstraße und Oberstadt über die Sieg, das Kölner Tor und die Kölner

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Kunstweg	

Eingang zur Bahnhofstraße	

Kölner Straße

Straße. Wichtig sind aber auch die Wegebeziehungen zwischen dem Standort Reichwalds Ecke über die Hindenburgstraße zum Bahnhof und entlang der Sieg zur Bahnhofstraße. Arbeiten. Die Innenstadt ist nach wie vor ein attraktiver Arbeitsstandort. Die Tagbevölkerung übersteigt die Nachtbevölkerung um ein Vielfaches. Im Innenstadtbereich liegt der Schwerpunkt der Beschäftigung in den Bereichen Handel sowie private und öffentliche Dienstleistungen. In den angrenzenden Bereichen ist verstärkt Handwerk und Gewerbe vorhanden. Flächen zur Reaktivierung von untergenutzten oder brachliegenden Gewerbeflächen sind nur noch in geringem Umfang vorhanden. Freizeit und Kultur. In Siegen-Mitte konzentriert sich das überregional ausstrahlende Kulturangebot. Dazu gehören neben Angeboten im öffentlichen

Raum wie im Oberen Schloss oder auf dem Schlossplatz des Unteren Schlosses vor allem das ApolloTheater Siegen, die Siegerlandhalle, das Kulturangebot des Medien- und Kulturhauses Lyz und die Museumsangebote im Museum für Gegenwartskunst und im Siegerlandmuseum. Ergänzt wird das Angebot um die Volkshochschule Siegen, die zentrale Stadtbibliothek und das Stadtarchiv im Krönchen-Center und um die Brüder-Busch-Musikschule. Aktuell tritt das Projekt „Ringlokschuppen“ hinzu, dessen historische Bausubstanz zu einem Museum für die Eisenbahn- und Industriegeschichte des Siegerlandes entwickelt werden soll. Durch diesen attraktiven Anziehungspunkt wird ein weiterer wichtiger Baustein im touristischen Angebot der Stadt gesetzt. Wohnen. Das in zahlreichen Städten wiederentdeckte Interesse am Wohnen in der Innenstadt ist

laut Projektskizze zur REGIONALE 2013 für Siegen noch nicht belegt. Gleichwohl gilt es, die vorhandenen Potenziale standortgerecht auszubauen. Zum Erhalt und der Entwicklung der Wohnqualität sollen Wohnumfeldverbesserungsmaßnahmen und Maßnahmen zur Modernisierung erhaltenswerter und stadtbildprägender Bausubstanz beitragen. In den Haupteingangsbereichen und entlang der Haupterschließungsstraßen ist vielfach eine Kombination von Wohnen und gewerblicher Nutzung vorhanden und ausbaufähig. Selbst in der relativ dicht bebauten Innenstadt finden sich noch Standorte, die für spezifische Bevölkerungsgruppen, etwa für Senioren, ausbaufähig und attraktiv sind. Teilweise können auch ehemals gewerbliche Flächen in der Oberstadt für Wohnzwecke umgenutzt werden. Mit der geplanten Verlagerung von Teilen der Universität in das Untere Schloss bieten sich hier Wohnungen etwa für Studierende an.

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Im Gebiet des Rahmenplanes Siegen-Mitte befinden sich noch attraktive Wohnbereiche, die auch für Familien mit Kindern geeignet sind - etwa im Bereich Hammerhütte, südwestlich des Wettbewerbsgebietes. Verkehr Übergeordnete Verkehre. Wegen der Topografie erstreckt sich die bebaute Fläche der Stadt im Wesentlichen auf einen schmalen Streifen entlang der Täler von Sieg, Weiß, Alche und Ferndorfbach. Diese besondere räumliche Situation Siegens führt zu einer speziellen Verkehrsabwicklung mit all ihren Problemen. So gab es in den Tälern in der Regel nur eine Hauptverkehrsstraße als Bundes- oder Landesstraße. Zur Entlastung für die stark frequentierte Nord-SüdVerkehrsachse in der Tallage wurde ab 1978 die Hüttentalstraße (B 54 / B 62) gebaut. Die Stadtautobahn ist mit ihrer Hochlage sicherlich eines der Bauwerke mit der größten optischen Präsenz in Siegen. Zur weiteren Entlastung der Innenstadt ist seit Jahren der Ausbau eines kompletten Tangentenvierecks - des so genannten „City-Rings“ - geplant. Er würde aus der Hüttentalstraße im Westen, dem Siegbergtunnel mit der Freudenberger- und Juliusstraße im Norden, der Marienborner Straße im Osten und der Frankfurter, Berliner und Spandauer Straße im Süden bestehen. Eine Umfahrung der Innenstadt und des Wettbewerbsgebietes ist auch wegen des bis heute nicht umgesetzten Siegbergtunnels nur in geringem Umfang möglich. So bleibt der Abschnitt Koblenzer StraRuhender Verkehr. Im Umfeld des Wettbewerbsgebietes stehen zahlreiche Parkangebote zur Verfügung. Die wichtigsten sind 	 das Parkhaus Apollo-Theater mit 583 Stellplätzen, 	 das Parkhaus Reichwalds Ecke mit 431 Stellplätzen, 	 das Parkhaus City-Galerie mit 1.252 Stellplätzen, StraSSen. Die Hindenburgstraße hat als Kreisstraße noch übergeordnete Bedeutung und verbindet die Sandstraße mit dem Bahnhofsbereich. Gleichzeitig dient sie der Erschließung des Parkhauses Reichswalds Ecke. Die Bahnhofstraße in der Unter- und die Kölner Straße in der Oberstadt sind Fußgängerzonen. Eine durchgängige Raum- und Lauffolge wird allerdings durch die Verkehre am Kölner Tor unterbrochen. Die Brüder-Busch-Straße dient als Zufahrt zu den Stellplätzen auf der Siegplatte. Die damit verbundene starke Verkehrsbelastung führt zu häufigem Rückstau vor der Einfahrt zur Siegplatte. Alle übrigen Straßen des Wettbewerbsgebietes erfüllen vorwiegend Erschließungsfunktionen. Radverkehr. Neben seiner Bedeutung als alltägliches Verkehrsmittel spielt das Fahrrad auch für die touristische Nutzung eine wichtige Rolle. So verläuft durch das Wettbewerbsgebiet der Siegradwanderweg. In diesem Zusammenhang sind insbesondere folgende Achsen des Radverkehrs zu berücksichtigen: 	 Heeserstraße – Brüder-Busch-Straße – Morleystraße und 	 Fürst-Johann-Moritz-Straße – Brüder-Busch-Straße – Häutebachweg Das Radwegekonzept für die Innenstadt ist von den Wettbewerbsteilnehmern zu berücksichtigen und soll in der Planung gestalterisch umgesetzt werden. ße, Kölner Tor und Sandstraße die am stärksten befahrene Straße und verhindert in ihrem heuti­ en g Ausbaustandard eine attraktive Verbindung zwischen Unter- und Oberstadt. Die Potenziale und Rückbaumöglichkeiten für diesen Straßenabschnitt sind in einem Verkehrsgutachten des Ingenieurbüros VPS dargestellt. Eine detaillierte Beschreibung der Rahmenbedingungen findet sich in Teil C, Kapitel 3 dieser Auslobung. Die Siegplatte ist dabei die einzige größere Anlage für ebenerdiges Parken - sicherlich ein Grund dafür, dass sie als Kundenparkplatz stark frequentiert ist. An normalen Tagen ist sie bis an ihre Kapazitätsgrenze ausgelastet. Obwohl selbst in Spitzenzeiten in Parkhäusern wie Reichwalds Ecke oder am Apollo-Theater noch Kapazitäten vorhanden sind, werden auf der Siegplatte längere Wartezeiten und Zeitverluste im Parksuchverkehr in Kauf genommen. Gründe sind neben der Möglichkeit des ebenerdigen Parkens wohl vor allem die Lagegunst der Siegplatte in der Nahtstelle wichtiger Geschäftszonen.   	 das Parkhaus Karstadt mit 417 Stellplätzen, 	 das Parkhaus Altstadt mit 410 Stellplätzen, 	 das Parkhaus Rathaus/Markt mit 320 Stellplätzen und 	 der Parkplatz Siegplatte mit 141 Stellplätzen.

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Zäsur Koblenzer und Sandstraße

Übergeordnete Verkehrsbeziehungen, Quelle: google earth

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Der historische Scheiner-Blick über die Sieg Richtung Unteres Schloss und Martinikirche

Der Scheiner-Blick heute: Maria-Rubens-Platz				

4_Die Sieg – Fluss ohne Stadt
Die Rolle der Sieg für die Entwicklung der Stadt und das Stadtbild wird alleine schon in der Namensgebung deutlich. So geht der Name Siegen vermutlich auf den keltischen Flussnamen der Sieg zurück - der übersetzt so viel bedeutet wie „versickern“, „sumpfig“ oder auch „rinnendes Wasser“. Gerade im Kernbereich der Stadt Siegen haben Topografie, Gewässergröße, Bebauungsdichte und Verkehrsbeziehungen die Funktion, Bedeutung und Form des Flusses beeinflusst und das Erscheinungsbild geformt und verändert. Früher gehörte die Sieg zum Stadtbild wie die Martinikirche und das Untere Schloss. Historische Darstellungen wie der so genannte Scheiner-Blick zeigen das Zusammenspiel von Fluss und Stadt. Heute aber ist der zentrale Abschnitt zwischen Hee­ serstraße und Berliner Straße durch Hochwasser-

schutzmaßnahmen und insbesondere durch seine Überbauung gekennzeichnet. Mit der Zunahme der PKW-Zahlen in den 50er- und 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden im Kernbereich Flächen für den ruhenden Verkehr benötigt. Noch bevor die ersten Parkhäuser gebaut wurden, sah man in den Jahren 1968 und 1969 die Lösung im Bau von etwa 160 Stellplätzen über der Sieg auf einer Kragplatte - heute allgemein als „Siegplatte“ bezeichnet. Dadurch ist die Sieg zwischen den Brücken Hindenburgstraße und Bahnhofstraße durch einen etwa 5.100 qm großen Betonbau zu ca. 80 %  überbaut. Die Bauweise aus Betonfertigteilen mit einer Ortbetonfahrbahnplatte ist die Verwirklichung eines kostengünstigen Sondervorschlags. Allerdings sind dadurch im Gegensatz zu anderen Brückenbauwerken keine Tragfähigkeitsreserven vorhanden.

Begrenzt wird die Überbauung durch die beiden Hochbauten, dem Parkhaus Heeserstraße an der Hindenburgbrücke und dem Kaufhaus an der Brücke Bahnhofstraße. Der Städtebauliche Rahmenplan Siegen-Mitte umschreibt diese Situation so: 	 „Die Einspundung des Bachbetts, Siegüberbauung mit ca. 160 Stellplätzen und das dominante Parkhaus Heeserstraße hinterlassen heute einen steinernen Raum. Straßen, Parkplatzflächen und Autos machen das typische Siegen zur durchschnittlichen Innenstadt.“ Aufbauend auf den Empfehlungen des Städtebaulichen Rahmenplans Siegen-Mitte, die Sieg in der Stadt wieder erlebbar zu machen, hat die Stadt Siegen in den Jahren 1993 bis 1996 bereits umfangreiche Planungsleistungen zur Umgestaltung des Areals erbracht.

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Siegplatte

Im Rahmen einer Sofortmaßnahme wurde 1998 und 1999 die Fläche der Felder 6 und 7 der Siegüberkragung dem ruhenden Verkehr entzogen und bildet nun mit der angrenzenden Brüder-Busch-Straße und der bestehenden Verbindung zum Kunstweg eine größere zusammenhängende Platzfläche, die nach zwischenzeitiger Oberflächengestaltung als MariaRubens-Platz den Fußgängern zur Verfügung steht. Die Wichtigkeit der Sieg und des Scheiner-Blicks wird im Rahmen der Kampagne SEHEN LERNEN der StadtBauKultur NRW beschrieben: „Dies ist der Standort mit dem wahrscheinlich bekanntesten Blick auf die Stadt: Hier zeichnete der Siegener Künstler Jakob Scheiner vor mehr als hundert Jahren eine seiner vielen Stadt-Ansichten der historischen Altstadt. Der „Scheiner-Blick“ fiel über eine wilde, ungebändigte Sieg und ihre steinerne Bogenbrücke hinweg auf die Oberstadt mit ihren prägenden Ge-

bäuden, dem Unteren Schloss, der Martinikirche und dem Turm der Nikolaikirche. Diese historische Wahrnehmung, gerade das Verhältnis von Unter- und Oberstadt betreffend, hat sich tief in das kollektive Gedächtnis der Stadt eingegraben. Selbstverständlich ist der „Scheiner-Blick“ heute nicht mehr rekonstruierbar, aber an der damit verbundenen Vorstellung der Stadt wird die heutige Wirklichkeit dennoch immer wieder gemessen. Dabei ist es nicht so sehr die Oberstadt, die sich verändert hätte: Martinikirche, Schloss, Nikolaikirche sind bis heute erhalten geblieben. Massiv verändert hat sich hingegen die Uferzone des Flusses - der Vordergrund des historischen Scheiner-Blicks: Die Sieg ist aus dem Blick verschwunden und die ungehinderte Sicht auf die Oberstadt ist durch eine Reihe von in den letzten Jahrzehnten entstandenen Gebäuden verstellt.“

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Teil C:  Die Wettbewerbsaufgabe

1_Das Wettbewerbsgebiet
Der Betrachtungsraum des Wettbewerbs umfasst die wesentlichen öffentlichen Räume der Projektskizze zur REGIONALE 2013 „Siegen - Zu neuen Ufern“. Er ergänzt diese um wichtige Flächen westlich der Bahnhofstraße. Die Abgrenzung ist der abgebildeten Karte zu entnehmen. Im Einzelnen zählen folgende Flächen zum Wettbewerbsgebiet: Realisierungsteil. Das westliche Siegufer einschließlich der Brüder-Busch-Straße, das südliche Siegufer mit dem Kunstweg, der westlich an die Sieg angrenzende südliche Teil der Bahnhofstraße, das Kölner Tor als Übergang zwischen Unter- und Oberstadt und die Kölner Straße bis zum Platz am Dicken Turm. Betrachtungsraum. Um die Flächen des Realisierungsteils in einem schlüssigen innerstädtischen Zu-

sammenhang gestalten zu können, sollen im Wettbewerb für einen erweiterten Betrachtungsraum eine Leitidee entwickelt und Aussagen zur städtebaulichen Einbindung gemacht werden. Als sinnvoller Betrachtungsraum erscheinen die Straßenabschnitte der L 562 Koblenzer Straße, Kölner Tor und Sandstraße, die Hindenburgstraße, der nördliche Teil der Bahnhofstraße, die Fürst-Johann-Moritz-Straße mit den angrenzenden privaten Freiflächen, der Herrengarten, der Hammerhütter Weg, die Parkplatzfläche südlich der Sieg und der obere Abschnitt der Kölner Straße mit der Verbindung bis zum Unteren Schloss.

nenstadt und soll sich positiv auf die Qualität privater Baumaßnahmen im Umfeld auswirken. Es gilt, auf der Grundlage einer Leitidee eine abgestimmte Gestaltung zu entwickeln und darzustellen, welche Atmosphäre die Stadtmitte zukünftig ausstrahlen soll. An die Gestaltung sind in städtebaulicher, sozialer, technischer, ökonomischer und ökologischer Hinsicht besondere Anforderungen zu stellen. Nur mit der Umsetzung dieser hohen Ansprüche können die zwei wichtigsten Ziele des Wettbewerbs erreicht werden: 	 die „Wiederentdeckung“ der Sieg und ihrer Uferbereiche und 	 die funktionale, räumliche und gestalterische Verbindung von Unter- und Oberstadt. Im Rahmen eines zusammenhängenden Konzeptes für die Innenstadt gilt es insbesondere, folgende Leitziele zu berücksichtigen:

2_Allgemeine Entwicklungsziele
Mit der Gestaltung der Sieg, der Siegufer und der angrenzenden Straßen- und Platzräume sind besondere Qualitätsansprüche verbunden. Die Neugestaltung setzt Maßstäbe für die Zukunft der Siegener In-

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Das Wettbewerbsgebiet

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Die Sieg in die Mitte nehmen. Im zentralen Bereich der Stadtmitte ist die Sieg nicht sicht- und erlebbar. Ihre Randbereiche werden von Fußgängern gemieden und dienen vorrangig dem Anlieferungs- und Parkplatzsuchverkehr. Die Beseitigung der Siegplatte und Neugestaltung des Flusslaufs sind ein erster Schritt, die Sieg wieder in das Stadtbild zurückzuholen. Der Wettbewerb soll darüber hinaus die städtebaulichen und freiraumplanerischen Möglichkeiten ausschöpfen, die Sieg wieder erlebbar zu machen und in die Mitte zu nehmen. Verbindungen herstellen. Die Unter- und Oberstadt Siegens sollen so verknüpft werden, dass sich in der Gesamtschau eine abwechslungsreiche Abfolge von Siegerlebnis und reizvollen städtischen Bereichen ergibt und die bestehende Fragmentierung der Innenstadt überwunden wird. Durch eine kluge Lenkung der Wege durch die Stadt kann eine einprägsame Route mit einer klaren Orientierung für Kunden, Bewohner und Gäste entstehen. Dabei ist das Augenmerk nicht nur auf die Verknüpfung der Fußgängerzonen über das Kölner Tor zu legen, sondern auch auf die Wege vom Standort Reichwalds Ecke zum Bahnhof entlang der Sieg und über die Hindenburgstraße. Durchgängige Gestaltungsprinzipien für den öffentlichen Raum entwickeln. Die öffentlichen Räume rund um die Sieg sollen in einen gestalterischen Zusammenhang gebracht werden. Es ist ein Netz von Straßen, Wegen und Plätzen herauszuarbeiten, das Orientierung und Identifikation fördert Qualität und Image der gesamten Innenstadt steigern. Die Sieg in der Stadt wieder erlebbar zu machen, wird zu einem enormen Image- und Qualitätssprung der Unterstadt führen. Die Innenstadterneuerung soll die Chancen des besonderen Flairs von Grün und Wasser in der Stadt nutzen. Der Rückbau der Siegplatte und die Ausgestaltung eines Uferrandes mit Rückzugs- und Verweilräumen inmitten der belebten Unterstadt werden damit zum bedeutenden Konzeptbestandteil. Die städtebauliche Einbindung in den gesamten Betrachtungsraum eröffnet weitere Chancen und stellt zusätzliche Anforderungen an das Konzept: Der gesamte Raum ist als Einheit zu betrachten und im Zusammenhang neu zu ordnen. Die Aufwertung der bislang von der Bahnhofstraße „abgehängten“ Lagen des Herrengartens, der Rückseiten der Geschäfte an der Sandstraße bis hin zur Attraktivierung der Reichwalds Ecke wird hiermit möglich. Der Übergang zwischen Bahnhofstraße und Kölner Tor fordert angesichts seiner Bedeutung und der hohen Nutzungsfrequenz eine großzügige Gestaltung. Neben einem möglichen neuen Brückenbauwerk ließe sich nach Abbruch der vorhandenen Siegüberkragung und teilweiser neuer Überbauung auch ein Herstellung, Instandhaltung und Pflege von Straßen, Wegen, Plätzen und Grünanlagen sind mit hohen Aufwendungen verbunden. Das Gestaltungskonzept für den öffentlichen Raum muss daher sicherstellen, dass in Herstellung und Betrieb keine unangemessenen Kosten entstehen und eine nachhaltige wirtschaftliche Tragfähigkeit erzielt wird. und zur Unverwechselbarkeit der Stadtmitte von Siegen beiträgt. Ziel ist ein eigenständiges und wieder erkennbares gestalterisches Prinzip. Innerhalb dieses einheitlichen Rahmens gilt es, die Besonderheiten einzelner Teilbereiche der Stadtmitte zu berücksichtigen und durch die Gestaltung des öffentlichen Raumes zu profilieren. Funktionale, soziale und ökonomische Ziele umsetzen. Im Umfeld der Sieg soll in großen Teilen Fußgängern Vorrang eingeräumt werden. Oberflächenbeschaffenheit und Gliederung der Fußgängeroder verkehrsberuhigten Bereiche sollten ein angenehmes und bequemes Gehen ermöglichen. Gestaltung und Ausstattung berücksichtigen alle Altersgruppen: ältere Menschen, Jugendliche und insbesondere auch Familien mit Kindern sollen entsprechende Angebote wie Cafébereiche, Spielmöglichkeiten und Bewegungsflächen, Sitzgelegenheiten oder Treffpunkte und Kommunikationsflächen vorfinden. Stadtplatz entwickeln. Er kann wichtige Wegebeziehungen aufnehmen und Flächen für Freiluftveranstaltungen, Märkte oder kulturelle Nutzungen in der Unterstadt bieten.

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3_Rahmenbedingungen, Ziele und Aufgaben 		
	 für Teilbereiche Das Siegufer und seine angrenzenden 			 StraSSenräume | Rahmenbedingungen Städtebauliche Chancen. „Dass viele Flussufer zu verkehrsbelasteten Stadträumen geworden sind, dass ihre städtebaulichen Potenziale den Belangen des motorisierten Verkehrs nachgeordnet waren, dass Flüsse einfach überbaut wurden - all das ist keine Siegener Besonderheit. In den meisten Städten, die mit vergleichbaren Situationen konfrontiert waren oder sind, wird seit geraumer Zeit versucht, den Fluss und seine Ufer als attraktiven städtischen Freiraum - und als „erste Adresse“ in der Stadt - wiederzugewinnen. Hier findet ein Paradigmenwechsel statt, der sich auch in Siegen abzuzeichnen beginnt und diesem prominenten Ort der Stadt am Ende eine ganz neue Qualität geben könnte - auf einem städtebaulichen Niveau, das dieser Raum auch vor dem Bau der Siegüberkragung noch nicht aufwies. Insofern wäre der Abriss kein einfacher „Rückbau“, sondern der Auftakt eines weit reichenden Umbauprozesses, der nicht auf die bloße Neugestaltung der Uferzonen beschränkt bleiben muss. Hier könnte, wenn man denn möchte, am Ende ein neues Stück „Stadt am Fluss“ entstehen.“
aus: „Kampagne SEHEN LERNEN der StadtBauKultur NRW“

diesem Hintergrund wurden Planungsalternativen geprüft, die von einem Abriss der Siegplatte und einer Offenlegung des Flusslaufes ausgehen. Wasserbauliche Vorgaben. Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen ist es erforderlich, das Flussbett der Sieg unter Beachtung der allgemeinen ökologischen Zielsetzungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) zu renaturieren. Diese fordert neben der „Herstellung eines guten ökologischen und chemischen Zustands“ auch die Minderung der Auswirkungen von Überschwemmungen. Entsprechende Umgestaltungsmaßnahmen werden für den Flusslauf unterhalb der Siegplatte in Kürze durchgeführt. Dazu gehören eine Umgestaltung der Einmündungen der Weiß und der Alche und der Abbruch der zerstörten Wehranlage Effertsufer. Vor diesem Hintergrund wurde die Universität Siegen mit der Erarbeitung einer Vorplanung beauftragt. Sie sollte die städte- und wasserbaulichen Möglichkeiten im Rahmen einer Umgestaltung oder eines Rückbaus der Siegplatte darlegen. Darüber hinaus sollte aufgezeigt werden, wie durch eine solche Umgestaltung neben dem ökologischen Zustand der Sieg auch der Hochwasserschutz der Sieg verbessert werden kann. Erarbeitet wurden mehrere Entwurfsvarianten, die Maßnahmen zur ökologischen Verbesserung, zum Hochwasserschutz und zur städtebaulichen Aufwertung miteinander verbinden.
Siegplatte und Kunstweg

Planungs- und Sanierungserfordernisse. Nach vorliegenden Gutachten weist die Siegplatte solch gravierende bauliche Mängel auf, dass deren Sanierung hohe Kosten verursachen würde. Auch vor Die Varianten unterscheiden sich im Wesentlichen in der Gestaltung des Westufers. Allen Varianten sind aber folgende Elemente gleich:

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	 die weitgehende Demontage der Siegplatte, 	 Maßnahmen zur Aufwertung beider Ufer, sowohl im Bereich Brüder-Busch-Straße/Herrengarten als auch auf der gegenüberliegenden Uferseite entlang des Kunstweges, 	 die Gestaltung des westlichen Ufers zu einer durchgehenden Siegpromenade mit hoher Aufenthaltsqualität, 	 bauliche Maßnahmen auf dem Kunstweg, um ihn von seinem „Hinterhofcharakter“ zu befreien, 	 die Umgestaltung der Siegsohle zur Verbesserung der Gewässerstruktur und mit dem Ziel, große Teile des Flussbettes auch in Trockenzeiten wasserbedeckt zu lassen. Die Wiedereinführung von Staustufen ist dabei ausgeschlossen. Als Mittel, den Niedrigwasserabfluss aufzuhöhen, dabei den Hochwasserabfluss nicht negativ zu beeinflussen, kommen Störsteine oder eine „Raue Rampe“ in Frage. Weiter zu verfolgende Varianten. Im Rahmen dieses Wettbewerbs muss entweder die Variante 2 oder 3 der Siegumgestaltung weiter verfolgt werden: „Die Planungen für die Umgestaltung der Sieg sind auf der Basis der Varianten 2 und 3 einschließlich des wassertechnischen Nachweises im Modellversuch weiterzuführen. Hierzu sollen die erforderlichen städtebaulichen und wassertechnischen Gestaltungselemente weiterentwickelt, konkretisiert und die finanziPlanungsvarianten 2 und 3 zur Sieggestaltung | Universität Siegen

Variante 2. Parallel zum westlichen Siegufer wird ein Fußweg errichtet, der etwa 2,50 m unter dem Niveau des derzeitigen Ufers liegt. Die Höhenlage erlaubt die Unterquerung der neuen Fußgänger­ brücke(n), der Weg ist weiterhin durch behindertengerechte Rampen erreichbar und nur selten – etwa einmal in fünf Jahren – überflutet. In allen Varianten ist eine terrassierte Aufweitung des Querschnitts auf Höhe des Herrengartens möglich. Variante 2 beinhaltet eine architektonisch-geometrische Lösung. Die Lage der wesentlichen Versorgungsleitungen in diesem Bereich erlaubt verhältnismäßig kostengünstig diese Terrassenstruktur. Variante 3. Die Variante verzichtet auf einen neuen Weg entlang der Sieg und sieht eine terrassierte Aufweitung des Querschnitts im Bereich Herrengarten vor. Die Terrassierung mit Sitzstufen und -treppen ermöglicht es, bis zum Wasserspiegel der Sieg zu gelangen. Für die Wettbewerbsteilnehmer bedeutet dies, dass sich ihre Gestaltungsvorschläge innerhalb der vorgegebenen Profile der Varianten 2 und 3 bewegen müssen. Hier bestehen aber gestalterische Spielräume: 	 Umfangreiche gestalterische Freiräume bestehen oberhalb der Wasserspiegellinie des 100-jährigen Abflusse (HQ100) und des Freibords. 	 Gestalterische Veränderungen müssen in ein hydraulisches Modell eingebunden und nachgewiesen werden. Dieses Modell wird derzeit von der Universität Siegen/Forschungsinstitut Wasser und Umwelt gebaut. Es stellt den hydraulischen

ellen Auswirkungen dargestellt werden.“
Ratsbeschluss vom 12. November 2008

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Baustein des wasserrechtlichen Genehmigungsverfahrens dar. 	 Die Gestaltung des Sohlenbereichs ist nicht Bestandteil des Wettbewerbs. Folgende Eckpunkte sind nicht veränderbar: 	 Die Unterkante der Konstruktion der neuen Übergangsbauwerke muss so gestaltet werden, dass aus Gründen des Hochwasserschutzes ein Freibord von 50 cm (oberhalb der Hochwasserlinie) erreicht wird. Die entsprechenden NN-Höhen können den wasserbaulichen Unterlagen der Universität Siegen / Forschungsinstitut Wasser und Umwelt entnommen werden. 	 Hinzu kommen Einschränkungen durch vorhandene Kanäle und Leitungen. Hierdurch ist der Querschnitt festgelegt. 	 Die östliche Kante steht wegen vorhandener Über- und Unterbauten gestalterisch nicht zur Verfügung. Podeste usw. sind aber oberhalb der Hochwasserlinie und des Freibords möglich. 	 Außer bei den Stufenanlagen sind zur Absturzsicherung überall dort, wo senkrechte Flächen über 1 m auftreten, Geländer vorzusehen. Planungsvorschriften. Bei der Planung von Ingenieurbauwerken (Brücken, Aussichtsplattformen, Stützmauern usw.) sind folgende Vorschriften zu beachten: 	 DIN Fachberichte 100 - 104 	 Richtlinie für das Aufstellen von Bauwerksentwürfen des Bundesministeriums für Verkehr, Bauen und Wohnen (RAB-Brü) Sonstige Restriktionen und Vorgaben. Wirtschaftlichkeit: Herstellung, Instandhaltung und Pflege von Straßen, Wegen, Plätzen und Grünanla­ gen sind mit hohen Aufwendungen verbunden. Das Gestaltungskonzept für den öffentlichen Raum 	 Richtlinie für die Anlage von Straßen, Teil Vermessung (RAS-Verm.) 	 Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Ingenieurbauten (ZTV-Ing). Konstruktive Vorgaben. Bei der Gestaltung des Übergangs Bahnhofstraße / Kölner Tor ist sowohl eine Brückenlösung als auch eine Überbauung der Sieg zwischen der Brücke Bahnhofstraße im Süden und dem nördlichen Ende des heutigen Maria-Rubens-Platzes (Verlängerung Kölner Tor) auf der gesamten Breite des Flussbettes möglich. Wenn die Fläche der Überbauung die Flächen des heutigen Maria-Rubens-Platzes mit etwa 1.240 qm übersteigt, sind folgende Bedingungen einzuhalten: 	 In der Platzfläche müssen Öffnungen für eine natürliche Belichtung in ausreichender Anzahl geschaffen werden. Diese Öffnungen müssen abgedeckt sein. Ihre Tragfähigkeit muss mindestens so groß sein wie die Tragfähigkeit der übrigen Platzfläche. 	 Auf weitere Brückenbauwerke zwischen dem nördlichen Ende der Platzfläche und der Hindenburgbrücke soll verzichtet werden. Die Anzahl der Stützen für die Siegüberquerung soll minimiert werden. Stützen müssen aus hydraulischen Gründen rund sein. Chancen für die Innenstadt und Auswirkungen auf den Einzelhandel. Durch die Umgestaltung der Sieg ergeben sich neue Nutzungspotenziale, die der Einzelhandel für eine qualitative Aufwertung nutzen kann. Beispielhaft sollen die Auswirkungen folgender Maßnahmen genannt werden: 	 Im Bereich der Brüder-Busch-Straße wird die Aufenthaltsqualität wesentlich verbessert, da die muss daher sicherstellen, dass in Herstellung und Betrieb keine unangemessenen Kosten entstehen und eine nachhaltige wirtschaftliche Tragfähigkeit erzielt wird. Dabei ist insbesondere die Langlebigkeit der Oberflächengestaltung zu berücksichtigen: Das gewählte Material sollte in seiner Haltbarkeit und in seiner Optik über einen langen Zeitraum wertbeständig sein. Bei der Gestaltung der Verkehrsflächen ist eine Kostenobergrenze von 150 €/qm netto (Baukosten) einzuhalten. Berücksichtigung der Leitungen: Eine Verlegung der Ver- und Entsorgungsleitungen ist in einem angemessenen Rahmen möglich. Dabei sind die anfallenden Kosten zu berücksichtigen. (Die Planungsvarian­ ten der Universität Siegen gehen von einer Verlegung der Versorgungsleitungen und – aus Kosten­ gründen – vom Erhalt der Entsorgungsleitungen aus.) Berücksichtigung der erhaltenswerten Bäume: Die im Wettbewerbsgebiet vorhandenen Bäume sind in den Unterlagen dargestellt. Deren Kronendurchmesser ist maßstäblich wiedergegeben. Es obliegt der Entscheidung der Teilnehmer, inwieweit die Bäume erhalten werden sollen.

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starke Verkehrsbelastung mit häufigem Rückstau vor der Einfahrt zur Siegplatte entfällt. Dies wertet die Lagequalität des Standortbereichs für den Einzelhandel auf. 	 Neugestaltung Kunstweg: Ein attraktiv gestaltetes Ostufer der Sieg würde nicht nur eine neue Fußwegeverbindung zwischen Bahnhofstraße und Reichwalds Ecke, sondern auch neue Nutzungspotenziale für die Gebäudezeile zwischen Sieg und Sandstraße ermöglichen. Gastronomiebetriebe könnten weiterhin an der Sandstraße präsent sein und gleichzeitig auf den vorgesehenen Caféterrassen an der Sieg Außenbereiche einrichten. 	 Auch der Facheinzelhandel könnte die neu entstehenden Raumqualitäten nutzen, um qualifizierte Ladenformate umzusetzen. 	 Uferterrassen im Bereich des Herrengartens: Am Westufer der Sieg entstünde ein Raum hoher Erlebnis- und Aufenthaltsqualität für unterschiedliche Zielgruppen. Zusammen mit gastronomischen Nutzungen entlang des Kunstweges würde ein neuer spannender Stadtraum entstehen, dessen Nahtstelle das renaturierte Flussbett bilden würde. Die BBE RETAIL EXPERTS Unternehmensberatung hat im Auftrag der Stadt Siegen die Vorplanungen der Universität Siegen geprüft und mögliche Auswirkungen einer Sieg-Offenlegung im Bereich der Siegplatte auf den Einzelhandel in der Siegener Innenstadt eingeschätzt. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass viele Fakten für einen Rückbau der Siegplatte sprechen, und gibt darüber hinausgehende Empfehlungen: 	 „Gleichzeitig ist aber zu berücksichtigen, dass die Siegplatte heute für den Einzelhandel im Umfeld sehr wichtige Stellplätze bietet. Es kann nachgewiesen werden, dass viele Innenstadtbesucher lieber einige Minuten Wartezeit in Kauf nehmen, als mit ihrem PKW ein nahe gelegenes modernes Parkhaus anzufahren. Dieser Aspekt sollte aus Sicht des Gutachters im Zuge der nächsten Planungsstufen stärker als bisher berücksichtigt werden. 	 Insbesondere sollte über eine Offenhaltung der Umfahrung Herrengarten - Fürst-Johann-MoritzStraße - Brüder-Busch-Straße zurück zur Hindenburgstraße als Einbahnstraßensystem nachgedacht werden, um in diesem Bereich möglichst viele ebenerdige Kurzzeitstellplätze einzurichten. Dies könnte den Wegfall der heute auf der Siegplatte verfügbaren Parkplätze zumindest teilweise kompensieren. 	 Zusätzlich wird angeregt, den Erhalt einer umwegfreien Fußwegeverbindung zwischen Bahnhofstraße und Oberstadt als Konstante in die zukünftigen Planungsüberlegungen aufzunehmen. Denn würde die heute über den Maria-Rubens-Platz hergestellte Verbindung fortfallen, bestünde die Gefahr, dass die Kölner Straße von der Unterstadt ‚abgehängt’ und damit die Vernetzung der Innenstadtquartiere Oberstadt und Unterstadt behindert würde.“ Kölner Tor. „Die fußläufige Verbindung zwischen Ober- und Unterstadt ist einer der skurrilsten Orte der Stadt. Hier, am Kölner Tor, überqueren tagtäglich Tausende aus der Oberstadt kommend eine breite und stark befahrene Hauptverkehrsstraße, um unmittelbar danach durch einen schmalen Durchgang zwischen zwei unscheinbaren, auf Eck stehenden Gebäuden zu verschwinden und anschließend über eine genau so unscheinbare Brücke auf die Sieg-Platte zu gelangen links der Maria-Rubens-Platz, rechts eine lange Reihe von Stellplätzen. Es ist eine Verbindung, die schon auf Das Kölner Tor und die Verbindung zur 		 Oberstadt | rahmenbedingungen Ziele und Aufgaben 	 Wiederentdeckung der Sieg und des Flussufers 	 Schaffen eines Erlebnisraums Flussufer 	 Querung über die Sieg als umwegfreie Fußwegeverbindung zwischen Bahnhofstraße und Oberstadt 	 Gestaltung der Sieguferpromenade als beidseitiger Fußgänger- oder verkehrsberuhigter Bereich mit hohen Aufenthalts-, Erlebnis- und Nutzungsqualitäten 	 Errichtung von Ufer-Terrassen im Bereich Herrengarten 	 Neugestaltung des Kunstwegs 	 Prüfung der Integration verkehrlicher Anforderungen in der Brüder-Busch-Straße 	 Anbindung und Belebung von Reichwalds Ecke und Sandstraße

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den ersten Blick allen anerkannten Regeln der Stadtbaukunst zu widersprechen scheint. Eine eindeutige, gar räumlich inszenierte Verknüpfung zwischen den beiden Polen der Stadt fehlt, von einer durchgängigen Gestaltung kann ebenfalls keine Rede sein. Stattdessen folgt der Weg einer denkbar einfachen Logik, wie man sie ansonsten in Parks und auf Wiesen beobachten kann: Er ist nichts anderes als die schnellste, kürzeste Verbindung zwischen zwei Orten, ein urbaner Trampelpfad. Diesen Pfad finden Ortsunkundige nur, wenn sie die Bewegungsmuster der Einheimischen beobachten; so werden sie eingeweiht in die Art und Weise, wie man sich möglichst effizient durch diesen unübersichtlichen Zwischenraum zu bewegen hat. Das alles hat natürlich seinen Charme, gerade weil skurrile Orte auch einprägsame Orte sind – dennoch: Eine der Bedeutung von Unter- und Oberstadt angemessene Passage ist das nicht. Sie verstärkt vielmehr den Eindruck, dass die beiden Teile der Innenstadt seit jeher nur provisorisch miteinander verknüpft sind. Auch der Bau der SiegPlatte hat daran nichts Entscheidendes geändert.“
aus: „Kampagne SEHEN LERNEN der StadtBauKultur NRW“

rung für Fußgänger von der Unter- zur  Oberstadt und eine Aufwertung des Stadtraumes. Die Potenziale und Rückbaumöglichkeiten für diesen Straßenabschnitt stellt das Verkehrsgutachten des Ingenieurbüros VPS dar: Bestand zwischen HindenburgstraSSe und Obergraben. Derzeit sind in beide Fahrtrichtungen 2 Fahrstreifen für den Individualverkehr vorhanden. In Fahrtrichtung Norden wird der linke Geradeausfahrstreifen vor der Einmündung Hindenburgstraße zur Linksabbiegespur. Gleiches gilt für Fahrtrichtung Süden vor der Einmündung Obergraben. Dies führt zur Fahrstreifenreduktion in Fahrtrichtung Süden, so dass im Knoten nur ein Geradeausfahrstreifen Richtung Süden führt. Dadurch gibt es in Fahrtrichtung Norden zwischen Kirchweg und Häutebachweg eine Busspur und zwei Geradeausfahrstreifen. Zwischen Häutebachweg und Obergraben ist der rechte Fahrstreifen eine Rechtsabbiegespur in den Obergraben. Der Bus muss sich in diesem Bereich in den rechten Geradeausfahrstreifen einordnen. StraSSenplanung L 562. Auf der Grundlage des
Kölner Tor: Fußwegeverbindung und Straßenübergang

Verkehr. Der Bereich um das Kölner Tor ist das wichtigste Bindeglied zwischen Ober- und Unterstadt und damit zwischen den Fußgängerzonen Bahnhof- und Kölner Straße. Nach wie vor stellen die starken Verkehrsströme der Stadtdurchfahrt von der Sandstraße zur Koblenzer Straße über das Kölner Tor eine hohe Belastung dar und verhindern damit die Verbesserung der Que-

Gutachtens des Ingenieurbüros VPS ergeben sich folgende Randbedingungen. Die Randbedingungen sind im beigefügten Plan dargestellt: 	 Zwischen Hindenburgstraße und Kirchweg ist je ein durchgehender Geradeausfahrstreifen in beide Richtungen zu führen. 	 Die Mindestfahrstreifenbreite der Geradeausfahrstreifen beträgt b = 3,50 m.

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Kölner Straße: Zugang und Fußgängerzone

	 Die durchgehenden Geradeausfahrstreifen dürfen weder zum Halten (Z. 283 StVO) oder Parken (Z. 286 StVO) noch als Bushaltestelle genutzt werden. In Fahrtrichtung Süden zwischen Hindenburgstraße und Kölner Straße sind Möglichkeiten für Ladetätigkeiten anzuordnen. Ladevorgänge auf dem einzigen verbleibenden Geradeausfahrstreifen sind unzulässig. 	 In Fahrtrichtung Norden ist ein Linksabbiegestreifen in die Hindenburgstraße anzulegen. Die Fahrstreifenbreite beträgt mindestens b = 3,00 m. Die Länge des Linksabbiegestreifens beträgt 	 l = 55 m, zuzüglich 20 m Verziehung. 	 In Fahrtrichtung Süden ist ein Linksabbiegestreifen in den Obergraben anzulegen. Die Fahrstreifenbreite beträgt mindestens b = 3,00 m. Die Länge des Linksabbiegestreifens beträgt l = 65 m zuzüglich 20 m Verziehung.

	 In Fahrtrichtung Norden ist vor der Einmündung Obergraben eine Fahrstreifenreduktion durch Anlegung eines Rechtsabbiegestreifens anstelle des rechten Geradeausfahrstreifens möglich. 	 Die Busspur in Fahrtrichtung Norden ist über die Einmündung Obergraben hinaus bis zur zukünftigen Bushaltestelle zu führen. Die Breite der Busspur beträgt mindestens b = 3,25 m. Eine Fahrstreifenreduktion auf lediglich einen Fahrstreifen nach der Einmündung Obergraben ist aus Verkehrssicherheitsgründen nicht zulässig (vgl. Gutachten VPS). 	 Die Bushaltestelle Fahrtrichtung Süden ist bar­ rie­ efrei zu gestalten und für einen Gelenkbus           r (l = 18,00 m) auszulegen. Die Zufahrt von der 	 L 562 zum Kunstweg ist sicherzustellen. 	 Die Bushaltestelle Fahrtrichtung Norden ist bar­ rierefrei zu gestalten und für zwei Gelenkbusse 	 ( l = 18,00 m je Gelenkbus) auszulegen.

	 In der Kölner Straße ist eine Fahrtrasse von mindestens b = 3,50 m für Busse bzw. Feuerwehr und Rettungsdienst freizuhalten und an die L 562 anzuschließen. 	 Bestehende Grundstückszufahrten sind im Plan orange angelegt. Diese sind zu erhalten. 	 Für alle übrigen Bereiche ist die Befahrbarkeit der umgestalteten Verkehrsflächen mit Ver- und Entsorgungsfahrzeugen sicherzustellen. Weiterführung Kölner StraSSe/Zugang zur „Alten PoststraSSe“ („Partnerschaftsplatz“). Die Fußgängerzone der Oberstadt verbindet das Kölner Tor mit dem Bereich um den Marktplatz mit Nikolai-Kirche und Rathaus. Die Topografie führt zu einem steilen Anstieg in die Oberstadt. Heute ist sie in die Jahre gekommen. Nach der Umnutzung des Unteren Schlosses wird sie eine wichtige Wegeverbindung zu diesem Universitätsstandort darstellen. Ge-

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Östliche und westliche Einfahrt Hindenburgstraße

steigert werden sollen daher die Aufenthaltsqualität, Attraktivität und Zugänglichkeit. Ziele und Aufgaben 	 Verbesserung der Verbindung zwischen Unterund Oberstadt durch eine großzügige Gestaltung des Übergangs Kölner Tor 	 Aufwertung der Verbindung der beiden Handelslagen und Fußgängerzonen Bahnhof- und Kölner Straße 	 städtebauliche Aufwertung der Fußgängerverbindung/Passage 	 Ausbildung ablesbarer Raumfolgen 	 Aufwertung der Kölner Straße durch eine Verbesserung der Oberflächengestaltung und eine ansprechende Möblierung zur Verbesserung der Attraktivität der Fußgängerzone - auch im Hinblick auf die künftige Nutzung des Unteren Schlosses als Universitätsstandort

Betrachtungsraum Innenstadt | Rahmen­ bedinungen Die Freilegung und Umgestaltung der Sieg mit dem Rückbau der Siegplatte kann nicht losgelöst vom Umfeld – dem erweiterten Betrachtungsraum mit den angrenzenden Straßenzügen – geschehen. Der gesamte umliegende Stadtraum sollte dabei als Einheit betrachtet und im Zusammenhang neu geordnet werden.

Dabei sind möglichst viele Ersatzparkplätze (Kurzparker) zu schaffen. HindenburgstraSSe. Die Hindenburgstraße verbindet die Sandstraße mit dem Bahnhofsbereich. In Zukunft soll ihrer Bedeutung auch als Teil einer attraktiven Fußwegevernetzung stärker Rechnung getragen werden. BahnhofstraSSe. Bereits seit über 20 Jahren wer-

SandstraSSe/Koblenzer StraSSe. So lange der „City-Ring“ und die damit mögliche Umfahrung der Innenstadt nicht umgesetzt sind, bleibt der Abschnitt Koblenzer Straße, Kölner Tor und Sandstraße die am stärksten befahrene Straße. Die Umgestaltungsmöglichkeiten sind im Kapitel „Das Kölner Tor und die Verbindung zur Oberstadt“ beschrieben. Von den Wettbewerbsteilnehmern werden Ideen erwartet, wie mit dem gewonnenen Raum umgegangen werden sollte.

den immer wieder von den unterschiedlichsten Akteuren Konzepte zur Umgestaltung der Bahnhofstraße diskutiert. Im Städtebaulichen Rahmenplan Siegen-Mitte wurde z. B. ein Konzept bewertet, das neben der Neugestaltung des Straßenraumes begrenzte Vorbaumöglichkeiten der Ladenlokale beinhaltete. In der Bewertung sind einige Aussagen enthalten, die von grundsätzlicher Bedeutung für die zukünftige Umgestaltung sind:

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Bahnhofstraße 					

Anlieferzonen in der Fürst-Johann-Moritz-Straße			

Wegeverbindung zwischen Bahnhofstraße und Sieg und entlang der Sieg								

„Wichtig erscheint gerade im Zusammenhang mit geplanten Vorbauten die „einheitliche Handschrift“ gestalterischer Lösungen, um das heute bestehende unruhige Bild unterschiedlichster Architekturen und Außendarstellungen städtebaulich neu zu prägen. Ziel ist eine erkennbare Identität der Bahnhofstraße.“

Inzwischen beschäftigt sich erneut ein von Anliegern beauftragter Architekt mit der Neugestaltung der Bahnhofstraße. Das bisher vorgelegte Konzept sieht eine Überdachung des Straßenzuges von der BrüderBusch-Straße bis zum Bahnhofsvorplatz vor. Fürst-Johann-Moritz-StraSSe. Die Fürst-Johann-

und einem recht gesichtslosen Einzelhandelsgebäude. Wie auch entlang der Brüder-Busch-Straße sind hier Anwohnerparkplätze untergebracht. Im Zusammenhang mit der Gestaltung des Realisierungsteils sollten Ideen entwickelt werden, ob und wie der ruhende Verkehr geordnet werden kann und ob die vorhandenen Stellplätze in Zukunft eher Kurzzeitparkern zur Verfügung gestellt werden sollten. Rund um den Hammerhütter Weg. Der Bereich zwischen Kirchweg und Bahnhofstraße hat heute nur wenige Bezüge zur Sieg und vermittelt einen eher verwahrlosten Eindruck. Mit dem gegenüberliegenden Apollo-Theater und der demnächst umgestalteten Mündung der Weiß liegen hier aber Potenziale für eine hochwertige Aufwertung. So sollten Ideen für die Gestaltung oder eine Neuerrichtung einer Brücke zwischen Theater und Hammerhütter Weg entwickelt

Voraussetzung für die Umsetzung dieses Konzeptes war die kostenaufwendige Verlegung von Versorgungsleitungen, die sowohl für die Stadt Siegen als auch für die Anlieger finanziell nicht tragfähig war. Aus diesem Grund beauftragte die Stadt Siegen in 1992 ein Planungsbüro mit einer Planung zur Umgestaltung der Bahnhofstraße. Der Entwurf sah beiderseits entlang der Geschäftsfronten gut begehbare „Flanierwege“ für die Kunden und in der Mittelachse eine gestaltete Ruhezone vor. Zur Umsetzung der Planung ist es jedoch nicht gekommen.

Moritz-Straße ist derzeitig der „Hinterhof der Bahnhofstraße“ und weist erhebliche städtebauliche Mängel auf. Dies gilt gleichermaßen für die architektonische Gestaltung der privaten Gebäude und der vorhandenen Anlieferzonen als auch für den öffentlichen Straßenraum. Herrengarten. Der Straßenname Herrengarten verweist auf die früher hier vorhandene Grünfläche. Heute liegt sie zwischen Dienstleistungseinrichtungen wie dem Studentenwerk der Universität Siegen

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Einmündung der Weiß in die Sieg 				

Stellplätze am Kirchweg

werden. Für die Stellplatzanlage am Kirchweg wären Aussagen zur Neuordnung und Gestaltung des ruhenden Verkehrs wünschenswert. Zu berücksichtigen sind dann die notwendige Anlieferung des Einzelhandels und die Zufahrt zur Tiefgarage. Ziele und Aufgaben Leitidee zur städtebaulichen Einbindung des Reali-     	 sierungsteils, z. B. mit Aussagen zur 	 Ausbildung von (Innen-) Stadteingängen 	 Gestaltung attraktiver Straßen- und Platzräume 	 Einbindung der Flussufer 	 Erhöhung des Grünanteils 	 Optimierung der Verkehrserschließung entsprechend der Bedeutung der Straßen 	 Anbindung der Funktionsbereiche Citygalerie/ ZOB/Bahnhof an die Innenstadt und die Bahnhofstraße

	 Städtebauliche Gestaltung der Sand- und Koblenzer Straße unter Berücksichtigung der verkehrlichen Anforderungen 	 Ausbildung ablesbarer Raumfolgen 	 Entwicklung durchgängiger Gestaltungsprinzipien für den öffentlichen Raum (Material, Farbe, Licht, Kunst) 	 Neuordnung des ruhenden Verkehrs

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Siegener Innenstadt
        
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