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Full text: Wilma (Rights reserved) Issue2019,2 (Rights reserved)

Wilhelmstädter Magazin Nr. 2, April / Mai 2019 TA N JA SCHN I T L ZER Erscheint sechsmal im Jahr kostenlos und werbefrei, Herausgeber: Bezirksamt Spandau von Berlin, Stadtentwicklungsamt Seite 3 Nur noch Reserve Seite 11 Trauer um Volkmar Tietz Seite 15 Vor hundert Jahren Vor drei Jahren wohnten die Flüchtlinge noch in Zelten auf dem Hof. Jetzt ist die Schmidt-Knobelsdorf- Kaserne leergezogen. Am 15. Februar verstarb für alle völlig über­ raschend Volkmar Tietz: Er war eine Insti­tu­tion in der Wilhelmstadt. Im März 1919 schlossen die »Heereswerkstätten«. Halb Spandau war auf einen Schlag arbeitslos. Die frühere Schmidt-KnobelsdorfKaserne in Spandau TA N JA SCHN I T L ZER Termine im Stadtteilladen Adamstraße 39 Sprechzeiten des Geschäftsstraßenmanagements: Di und Mi 10–13 Uhr Sprechstunde des KoSP (Gebietsbeauftragte für die Wilhelmstadt): Fr 9–14 Uhr Öffentliche Sitzungen der Stadtteilvertretung: jeden 1. Mittwoch im Monat, 19.15 Uhr Stadtteilvertretung, AG Verkehr: jeden 2. Mittwoch im Monat, 19–21 Uhr Beratungsangebote des Sozialteams im Stadtteilladen: siehe S. 15 Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der jüngeren Geschichte der Wilhelmstadt, baut derzeit ein Archiv auf und trifft sich jeden zweiten Montag und jeden letzten Donnerstag im Monat um 17 Uhr im Stadtteilladen. Bilderrätsel: Gewinner gesucht! Wo wurde dieses Foto aufgenommen? Wer weiß, welchen Ort in der Wilhelmstadt das Bild zeigt, schickt die Lösung – bitte mit genauer Absenderadresse! – an die Redaktion: »Wilma«, c/o Ulrike Steglich, Elisabethkirchstr. 21, 10115 Berlin, oder per Mail an: wilma@berliner-ecken.com Einsendeschluss ist Montag, der 7. Mai. Unter den richtigen Einsendungen wird ausgelost, der Gewinner erhält einen 20-Euro-Büchergutschein für die Dorotheenstädtische Buchhandlung. Unser letztes Bilderrätsel zeigte ein Schild am Dentalsalon Wotke in der Weißenburger Straße 13. Gewonnen hat Silvia Hendrischke – herzlichen Glückwunsch! Der Preis wird Ihnen per Post zugesandt. LOGOS Nachhilfe für Schüler (alle Schulfächer): Di + Mi ab 16 Uhr Schachtraining (Anfänger, für Kinder ab 8 Jahren): mittwochs 18.30–20 Uhr, Unterricht auf Deutsch SELAM (Sozialarbeit für Kinder und Jugendliche) Ansprechpartner: Mesut Göre, Kontakt: Tel. 0176-34 93 90 44 »Mosaik« übernimmt Patenschaft für Spiel- und Bolzplatz Der Beschäftigungs- und Förderbereich Götelstraße der Mosaik-Berlin gGmbH besucht in der Wilhelmstadt gern den beliebten »Ritterburg«-Spielplatz sowie den benachbarten Bolzplatz am Földerichplatz und hat nun im Rahmen des Projektes »Raum für Kinderträume« sein Engagement für diese Spielflächen durch eine Patenschaft intensiviert. Im Beschäftigungs- und Förderbereich Götelstraße (BFB Götelstraße) werden bis zu 70 Menschen mit Behinderung betreut und gefördert. Die Förderung erfolgt in kleinen Gruppen, die sich aus Menschen verschiedener Altersgruppen mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen zusammensetzen. In der lebendigen und fröhlichen Gemeinschaft werden abwechslungsreiche Förderangebote bereitgestellt. Bezirksstadtrat Frank Bewig hat die Urkunde für die übernommene Patenschaft dem BFB Götelstraße, seiner Leiterin Susanne Peters und der Motopädin Christiane Schulze am 3. April in der Aula von »Mosaik« (Götelstraße 66) feierlich überreicht. 2 Das Spandauer Projekt »Raum für Kinderträume« widmet sich insbesondere den Kinderspielplätzen im Bezirk. Auch Sie können Spielplatzpate werden! Melden Sie sich einfach bei der Projektleitung von »Raum für Kinderträume«, Frau Simone Maier (simone.maier@ba-spandau.berlin.de, Tel.: 90279-2363). Sie beantwortet Ihre Fragen gern und freut sich über interessierte Bürger und Unternehmen, die sich für Spiel- und Bolzplätze in Spandau engagieren möchten. WILMA im Internet Alle bisher erschienenen Ausgaben der WILMA findet man auch im Internet als PDF unter: www.wilhelmstadt-bewegt.de/was-bewegt-sich/ Die nächste WILMA ... .... erscheint Ende Mai 2019. Impressum HER AUSGEBER Bezirksamt Spandau von Berlin, Abt. Bauen, Planen und Gesundheit; Stadtentwicklungsamt REDA K T ION Christof Schaffelder, Ulrike Steglich REDA K T IONS A DRE S SE »Wilma«, c/o Ulrike Steglich, Elisabethkirchstr. 21, 10115 Berlin, Tel.: (030) 283 31 27, mail: wilma@berliner-ecken.com FOTOREDA K T ION Tanja Schnitzler, fotografie@tanjaschnitzler.de ENT WURF UND GE S TA LTUNG Kai Dieterich, www.morgen-berlin.com, Sebastian Fessel DRUCK BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH www.berliner-zeitungsdruck.de V. I . S .D.P. Ulrike Steglich / Für den Inhalt der Zeitung zeichnet nicht der Herausgeber, sondern die Redaktion verantwortlich. TA N JA SCHN I T L ZER AG »Geschichte und Geschichten« Dank für großes Wilhelmstädter Engagement Die Flüchtlingsunterkunft in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne läuft nur noch auf Reserve Die Zeit, in der besonders viele Flüchtlinge in der Wilhelmstadt zu sehen waren, ist zu Ende gegangen. Denn die Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne ist seit Anfang April nur noch ein Ankunftszentrum im Reservebetrieb und wird zum Jahresende an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) zurückgegeben. Und auch die Tage des »Tempohomes« in den Wohncontainern am Südhafen sind schon gezählt. Das jedenfalls berichtete die zuständige Senatorin für Integration, Soziales und Arbeit einer Bür­gerversammlung im Gemeindesaal der Melanchthon-Kirchengemeinde am 12. März. Dort dankte Elke Breitenbach zunächst einmal den Wilhelmstädterinnen und Wilhelmstädtern für ihr großes Engagement der letzten Jahre. Das war wirklich beträchtlich und bestand nicht nur aus Freiwilligendiensten in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne, sondern auch in vielen persönlichen Begegnungen und Kontakten – zum Beispiel im Melanchthon-Café der gastgebenden Kirchengemeinde. Dort, so berichtete ein Vertreter der Gemeinde, hätten sich inzwischen regelrechte Freundschaften entwickelt. Die Geflüchteten wohnten inzwischen nicht mehr in der Kaserne und kämen teilweise aus anderen Bezirken angereist, um mittwochnachmittags ihre Bekannten aus der Gemeinde zu treffen. Bewohner. »Normalerweise müsste das reichen, man weiß aber nie, was passiert. Deshalb halten wir die Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne bis zum Jahresende als Reservestandort vor«, erläuterte die Senatorin. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise in den Jahren 2015 und 2016 waren dort mehr als 1000 Geflüchtete untergebracht, die zeitweise auch in Zelten auf dem Kasernenhof nächtigen mussten. Auch die bis zu 256 Flüchtlinge, die derzeit noch in den »Tempohomes« an der Straße Am Oberhafen wohnen, werden wohl bald aus der Wilhelmstadt wegziehen. Denn die Wohncontainer stehen an einem Ort, der eigentlich für Wohnzwecke nicht zugelassen ist und der deshalb nur befristet dafür genutzt werden darf. Im Oktober läuft diese Frist eigentlich aus, wird aber möglicherweise noch um einige Monate verlängert. Das Gelände gehört der landeseigenen Berliner Hafen und Lagerhausgesellschaft mbH (BEHALA), die hier angeblich eine Halle für übergroßes Stückgut plant. Allerdings betreibt ein mittelständischer Spezialist für Großraum- und Schwertransportlogisitik inzwischen den Havelport in Wustermark, so dass ein paar Kilometer weiter bereits die Möglichkeit besteht, solche Spezialfracht in Binnenschiffe zu verladen. Ankunftszentrum jetzt in Reinickendorf Denn die Kaserne diente seit Januar ja nur noch als Ankunftszentrum, wo neue Flüchtlinge in Berlin in den ersten zwei, drei Tagen untergebracht werden, während sie medizinisch durchgecheckt und die ersten Formalitäten erledigt werden. Bei dieser Erklärung konnte sich Senatorin Breitenbach eine Spitze gegen den Bundesinnenminister nicht verkneifen: »Das sind Ankunftszentren und keine Ankerzentren, wie Horst Seehofer sie fordert. Wir in Berlin sperren Flüchtlinge nicht ein, nur weil sie geflüchtet sind!« Das Publikum reagierte mit spontanem Applaus. Die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge in Berlin geht hingegen deutlich zurück. Anfang März waren nur noch etwas mehr als hundert in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne untergebracht. Anfang April eröffnete jedoch das neue Ankunftszentrum in der Reinickendorfer Karl-Bonhoeffer-Klinik. Das ist dann zwar noch nicht ganz fertig gebaut, verfügt aber schon eine Kapazität für über 500 Was wird aus der Kaserne? Zur Zukunft der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne konnte Senatorin Breitenbach auf der Versammlung nur die Achseln zucken: »Wir übergeben sie zu Jahresende an die BIMA, darüber, was diese auf dem Areal macht, habe ich jedoch keine besonderen Kenntnis.« Zwar gibt es Pläne, dort die Bundespolizei und Teile ihrer Spezialeinheit GSG9 zu stationieren. Auf der anderen Seite existiert aber auch die Forderung der ostdeutschen Bundesländer, mehr Dienststellen von Bundesbehörden in den neuen Ländern aufzubauen und das krasse Ungleichgewicht in dieser Hinsicht abzubauen. Und in diesem Jahr wird in Ostdeutschland gewählt: Parallel zur Europawahl finden in allen fünf neuen Ländern Kommunalwahlen statt, am ersten September wählen Brandenburg und Sachsen ihre Landtage, Thüringen folgt im Oktober. Gut möglich also, dass noch einmal Bewegung in die Debatte kommt.  cs 3 Zukunft in der Wilhelmstadt Wohin rollt die Havelwelle? Der Künstler Günter Ohlwein hatte die Lage Spandaus am Wasser und den sanften Schwung einer Welle im Sinn, als er die Brunnenanlage »Havelwelle« eigens für den Marktplatz in der Spandauer Altstadt entwarf. Der Markt wurde 1982 im Rahmen der 750-Jahr-Feier Berlins umgestaltet, die 32 Meter lange »Havelwelle« fand dort ihren Platz. Deren inzwischen betagter Schöpfer allerdings war ziemlich irri- tiert, als er unlängst sein Werk wiedersah: So hoch, wie er jetzt platziert ist, sollte der Brunnen nach seinen Intentionen nie herausragen, sagte Ohlwein. Es war die erhöhte Lage, die die Skulptur ihrer eigentlichen Proportion beraubte und sie manchem als deplatziert erscheinen ließ. Dennoch wurde sie von vielen als Sitzgelegenheit geschätzt, Kinder freuten sich über das Wasserspiel. Nun soll im Zuge einer kompletten Neugestaltung des Platzes dieser eingeebnet werden und die Havelwelle vom Markt verschwinden. Nur – wohin? Der Ziegelhof in der Wilhelmstadt wäre ein guter neuer Standort, findet nicht nur Stadtrat Frank Bewig. Hier wäre die Anlage aus mehreren Gründen thematisch gut aufgehoben: Zum einen ist da die Nähe zum Bullengrabengrünzug, der sich westlich der Klosterstraße erstreckt und eigentlich mit dem Ziegelhof-Park östlich der Straße fortgeführt wird. Zum anderen würde die »Havelwelle« im Ziegelhofpark, der ja zur Havel hinführt, hier tatsächlich einen Bezug zum Fluss haben. Wieder auf die ursprünglich geplante Höhe gebracht, wäre die Brunnenanlage auch optisch eine Bereicherung. Und Anwohner wie auch Passanten hätten hier einen Ort zum Verweilen und Ausruhen. Derzeit laufen Gespräche mit dem zuständigen Fachamt. Und die Stadtteilvertretung Wilhelmstadt will sich mit dem Thema befassen und sich eine Meinung bilden, ob der vorgesehene Standort aus ihrer Sicht geeignet ist. us Trinkbrunnen im öffentlichen Raum Nicht nur auf dem Földerichplatz sinnvoll Im Jahr 2010 hat es die UNO offiziell als Menschenrecht anerkannt: das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser. Wir denken dabei meistens an Länder der Dritten Welt, aber auch bei uns ist dieses Recht noch nicht optimal umgesetzt. Zwar kann man unser Leitungswasser problemlos trinken – es ist sogar besser und gesünder als das Wasser, das in Plastikflaschen abgefüllt verkauft wird. Aber kos­tenlos ist der Zugang meist nicht. Wir merken das jedoch oft erst, wenn wir in fremden Gefilden unterwegs sind und Durst bekommen. Trinkbrunnen im öffentlichen Raum sind relativ selten: In Spandau gibt es neben dem Brunnen auf dem Metzer Platz nur noch einen in der Freizeitsportanlage Südpark und einen in Stresow. Ín ganz Berlin sind es nach Auskunft der Berliner Wasserbetriebe aktuell gerade mal 60 Trinkbrunnen sowie 62 Trinkwasserspender in öffentlichen Verwaltungsgebäuden. Immerhin tut sich etwas: Für die Jahre 2018 und 2019 stellt der Senat insgesamt eine Million Euro bereit, damit rund 100 zusätzliche Trinkbrunnen und Wasserspender die Stadt bereichern. Die Brunnen mit kostenlosem Trinkwasser werden von den Berliner Wasserbetrieben aufgestellt und auch betrieben. Sinnvoll sind solche Trinkbrunnen natürlich vor allem dort, wo Kinder und Jugendliche toben: in der Nähe von Spielplätzen zum Beispiel oder an Bolzplätzen. Zum Beispiel am Földerichplatz, der seit seinem Umbau im Jahr 2011 mit einem Bolzplatz ausge4 stattet ist. Die Anregung kam von Jan Lutz, dem Inhaber des Eisladens »Jan’s Gelateria« direkt am Földerichplatz. Er sieht, wie viele Kinder aus der benachbarten Schule und aus dem Kiez täglich den Platz nutzen. Das Stadtentwicklungsamt des Bezirks griff diese Anregung auf und setzte sich mit den Wasserbetrieben in Verbindung. Ein Trinkwasserbrunnen war bei der Planung der Anlage noch nicht auf der Agenda, wäre aber recht unkompliziert nachzurüsten, wie eine Prüfung durch die Wasserbetriebe ergab. Allerdings müsste dazu die westliche Fahrgasse zwischen der Adamstraße und der Christoph Földerich-­ Grundschule aufgebrochen werden, um einen Hydranten unter der Fahrbahn als Anschluss nutzen zu können. Dabei würde jedoch eine »Narbe« im Straßenbelag zurückbleiben. Und weil die Fahrgasse erst 2013 mit Fördermitteln erneuert wurde, muss die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen noch zustimmen – wohl nur eine Formalie. Zusätzliche Brunnen wären zum Beispiel am Havelufer wünschenswert, wo im Sommer auch viele Radwanderer auf dem Havel-Radweg unterwegs sind. Auch klimapolitisch ist das sinnvoll: Man spart die Verpackung, wenn man am direkt am Wasserstrahl trinkt und keine Flaschen oder Becher benötigt. Und weil die Sommer immer wärmer werden, wird unser Bedarf an solchen Erfrischungsstellen weiter steigen.  cs Wie geht es jetzt eigentlich weiter mit der Pichelsdorfer Straße und dem Metzer Platz – und vor allem: wann? Was tut sich für die Geschäfte und Gewerbebetriebe im Gebiet? Welche Möglichkeiten gibt es, die Wilhelmstadt noch ein bisschen grüner zu gestalten? Und wie kann man sich selbst bei all dem einbringen? Solche und viele andere Fragen können am Samstag, 11. Mai gestellt werden. An diesem Tag werden von 10 bis 13 Uhr auf dem Földerichplatz mehrere Stände aufgebaut, an denen man sich über das Geschehen in der Wilhelmstadt und weitere Projekte und Planungen informieren kann. Anlass ist der 5. »Tag der Städtebauförderung«, der seit 2015 jährlich an einem Samstag im Mai begangen wird. Die Stände auf dem Földerichplatz widmen sich den Themenbereichen Verkehr, Geschäftsstraßenmanagement/ Wirtschaft und Gestaltung sowie Grün und Infrastruktur. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bezirksamts, des Büros KoSP GmbH als Gebietsbetreuer und des Geschäftsstraßenmanagements sind vor Ort, um Ihre Fragen zu beantworten, über Projekte zu berichten und ihre Anregungen und Ideen oder auch Kritik aufzunehmen. Außerdem gibt es ein Quiz zum Metzer Platz, und die Internet- plattform »Wilhelmstadt bietet« soll vorgestellt werden. Was ist eigentlich der »Tag der Städtebauförderung« und warum gibt es ihn? In vielen Städten und Gemeinden werden Förderprogramme von Bund, Land und EU eingesetzt, um Projekte im öffentlichen Raum zu realisieren, die aus den regulären kommunalen Etats kaum zu finanzieren wären. Allein in Berlin gibt es mittlerweile 78 Gebiete in Programmen der Städtebauförderung mit einem Budget von rund 135 Millionen Euro. Davon profitieren rund 1,2 Millionen Berliner. Um den Einsatz der Mittel, die Ergebnisse der bisherigen Arbeit und die noch anstehenden Projekte für die Öffentlichkeit transparent und konkret sichtbar zu machen, wurde der bundesweite Tag der Städtebauförderung ins Leben gerufen. An diesem Tag präsentieren die einzelnen Fördergebiete ihre jeweiligen Vorhaben: mit Veranstaltungen, Führungen, Ausstellungen, Kiezspaziergängen, Events, Straßenfesten u.ä. Über die Aktivitäten in Spandau an diesem Tag informiert ein Faltblatt, das u.a. im Stadtteilladen Adamstraße erhältlich ist, außerdem wird nach Ostern auch das gesamte Berliner Programm mit Druckwerken publik gemacht.  us »Mega« am Metzer Platz Die riesige Werbetafel auf der Pichelsdorfer stört – leider kann sie nicht so einfach entfernt werden TA N JA SCHN I T L ZER TA N JA SCHN I T L ZER 11. Mai, »Tag der Städtebauförderung« auf dem Földerichplatz – Abschluss der ISEK-Beteiligung Sie ist kaum zu übersehen: die riesige beleuchtete Werbetafel, die seit einiger Zeit in der Pichelsdorfer Straße gegenüber dem Metzer Platz, unmittelbar vor der Pizzeria steht. Die »Megalight«-Werbetafel (so heißt diese Art des Werbeträgers in der Fachsprache) ist eine »bauliche Anlage«, die von vielen freilich nicht als gelungen, sondern als äußerst unliebsam empfunden wurde. Überdimensional, zu dominant und aufdringlich, störend auf dem Gehweg, so em­ pfinden es etliche Anwohner und Passan­ten. Obendrein verstellt sie den freien Blick auf die bemalte Brandwand, die inzwischen zum Wilhelmstädter Symbol geworden ist. Inwieweit diese Anlage mit den Planungen zur künftigen Gestaltung und angestrebten Aufwertung der Pichelsdor- fer Straße, wie sie zusammen mit den Wilhelmstädtern entwickelt wurde vereinbar ist, ist streitwürdig. Das Stadtentwicklungsamt würde lieber heute als morgen die Werbetafel entfernen lassen – doch leider geht das nicht so einfach. Denn die Tafel steht auf einem Privatgrundstück, und das in einem sogenannten Mischgebiet (so heißt die planerische Kategorie für Quartiere mit einer Mischung aus Wohn- und gewerblichen Nutzungen). Dennoch verweigerte das Bezirksamt die bauordnungsrechtliche und sanierungsrechtliche Genehmigung. Dagegen legte der Grundeigentümer Widerspruch ein, schließlich kam es zu einem Gerichtstermin. Das Gericht entschied folgendermaßen: Der Standort der Tafel musste leicht verändert werden und mehr von der gestalteten Brandwand abrücken – nun ist allerdings die Sicht auf das Brandwand aus einer anderen Perspektive verstellt. Der bauordnungsrechtlichen Versagung aus gestalterischen Gründen (wie Beeinträchtigung bis hin zu Verunstaltung des Stadtbildes) folgte das Gericht nicht. Nur aufgrund der Vorbehalte hinsichtlich des Sanierungsrechts ist das »Megalight« nun zunächst temporär, für die Dauer von zwei Jahren genehmigt. In dieser Zeit hat das Bezirksamt die Gelegenheit, die Sanierungsziele für die Gestaltung des Metzer Platzes zu konkretisieren. Sind diese mit der Werbetafel unvereinbar, kann die Entfernung der Riesenwerbung gefordert werden. us Und was halten Sie von der Werbetafel? Stört sie, fällt sie Ihnen gar nicht weiter auf oder gefällt Ihnen möglicherweise auch diese Art der Werbung? Ihre Meinung interessiert uns sehr. Schreiben Sie uns, per Post oder per e-Mail! 5 »Dauerhaftes Provisorium« Die westliche Weißenburger wird endgültig abgehängt – allerdings vorerst nur mit einer provisorischen Gestaltung Dass die westliche Weißenburger Straße abgehängt wird, steht fest, auch die Verkehrslenkung Berlin hat inzwischen grünes Licht gegeben. Doch beim Bezirksamt treffen immer noch ab und an Beschwerden ein. Ulf Abbenhaus vom Straßen- und Grünflächenamt Spandau erläuterte noch einmal alle Maßnahmen, die zur Prüfung der Abhängung vorgenommen wurden. Bei einer umfassenden Befragung der Anrainer hatte sich eine deutliche Mehrheit (ca. 70%) für eine dauerhafte Schließung ausgesprochen, auch eine Mehrheit der unmittelbar betroffenen Gewerbemieter – ebenso wie die Stadtteilvertretung. Während der monatelangen Test-Abhängung gab es Gelegenheit zur Beobachtung möglicher Auswirkungen, auch eine Verkehrszählung wurde durchgeführt. Ergebnis: In den umliegenden Wohnsstra- ßen waren trotz der Abhängung keine erhöhten Verkehrsaufkommen zu verzeichnen, die umgeleiteten Fahrzeuge werden vor allem durch die Adam- und Betckestraße aufgenommen. Beides sind übergeordnete Straßen, die dafür auch vorgesehen sind. Das von manchen befürchtete Chaos blieb also aus. Stattdessen konstatierten viele einen wesentlich flüssiger laufenden Verkehr auf der Pichelsdorfer Straße, weniger Behinderungen für die BVG-Busse und insgesamt eine Beruhigung der zuvor komplizierten Situation mit diversen Abbiegespuren. Eigentlich sollte nun nach der Abhängung eine umfassende Neugestaltung und Verbesserung des Kreuzungsbereichs stattfinden: Die Ampeln könnten neu geschaltet werden, die überflüssig gewordenen Absperrgitter könnten weg, der Vorplatz an der Ecke der östlichen Weißenburger / Pichelsdorfer echte Aufenthaltsqualität bekommen. Diese Umgestaltung sollte logischerweise möglichst im Zuge der Neugestaltung der gesamten Pichelsdorfer Straße vorgenommen werden. Doch da sich letzteres nun verzögert, muss auch der Kreuzungsbereich noch warten. Andererseits drängt die Verkehrslenkung Berlin nun auf die Beseitigung der provisorischen Beschilderung und der Absperrgitter. Mit dem Bezirk hat man sich nun darauf geeinigt, dass zunächst ein »dauerhaftes Provisorium« gebaut wird, bei dem nur der Asphalt angeglichen wird, die Borde mit den notwendigen Absenkungen durchgezogen und Poller sowie eine entsprechende Beschilderung angebracht werden. Danach heißt es warten auf die Erneuerung der Pichelsdorfer. us Pichelsdorfer: Umbau mit Hindernissen Wasserbetriebe bauen mindestens bis Mitte 2020 Eigentlich sollte es in diesem Jahr nun endlich losgehen mit der Neugestaltung der Pichelsdorfer Straße. Seit Jahren warten die Anwohner und Anrainer darauf. Die Planungen und alle notwendigen vorbereitenden Schritte waren abgeschlossen, eine umfassende Bürgerbeteiligung hat schon vor Jahren stattgefunden, das Geld stand bereit. Auch alle Versorgungsbetriebe, die eventuell zuvor noch Leitungsarbeiten durchführen könnten, waren fristgerecht und rechtzeitig informiert und angefragt worden. Auch die Wasserbetriebe. Die aber meldeten keinen Bedarf an. Erst jetzt, Jahre später und kurz vor dem geplanten Baubeginn, fiel den Wasserbetrieben plötzlich ein, dass es hier doch noch Handlungsbedarf für sie gebe. Trinkwasserleitungen müssen beiderseits der Pichelsdorfer Straße erneuert werden, und das über sämtliche wesentlichen Abschnitte der Straße. Der Ärger war groß, doch es half ja nichts: Es macht keinen Sinn, erst die Gehwege umfassend zu erneuern und dann alles wieder für die Wasserleitungsarbeiten aufzureißen. Also müssen die Wasserbetriebe zuerst ran. Und das dauert: allein die Planungen für die Leitungen werden sich nach Aussage der Wasserbetriebe wohl bis in den August ziehen. Und die eigentlichen Leitungsarbeiten vor Ort könnten dann bis August 2020 abgeschlossen sein – »im günstigsten Fall« heißt es, und der tritt ja bekanntlich in Berlin auf öffentlichen Baustellen eher selten ein. Das wiederum bedeutet aber, dass der eigentliche Umbau der Pichelsdorfer erst ab 2021 erfolgen kann. Die Anrainer haben also noch einige unruhige Jahre vor sich. us Berg- und Talfahrt Die Entwicklung der Boden­richt­werte in der Wilhelmstadt Berlin wird immer wertvoller – zumindest der Boden, auf dem es gebaut ist. Das gilt auch für die Wilhelmstadt. Hier erhöhten sich die Bodenrichtwerte im vergangenen Jahr von 900 auf 1100 Euro pro Quadratmeter. Die Steigerungsrate betrug 22%, im Jahr zuvor 28% und während des Jahres 2016 sogar extreme 63%. Im längerfristigen Vergleich sind die Bodenwerte jedoch gerade erst dabei, den Gipfel ihrer Preisentwicklung in den frühen 1990er Jahren zu überflügeln. Den hatten sie mit 1500 DM/qm (767 Euro/ qm) Anfang 1993 erreicht und bis Anfang 1995 gehalten. In Preisen von heute, also wenn man die Preissteigerung mit einbezieht, war im Jahr 1993 der Quadratmeter Wilhelmstadt sogar 1158 Euro wert – also etwa so viel wie jetzt. Dieser Richtwert bezieht dabei auf Wohngrundstücke mit einer Geschossflächenzahl (GFZ) von 2,0 und damit auf den größten Teil der Wilhelmstadt. Einige Teilbereiche wie beispielsweise die Gegend am Burgwall sind weit weniger dicht bebaut, dort ist der Bodenwert geringer. Und natürlich spielt für die Berechnung des Wertes einer Immobilie fast immer der Wert des Gebäudes die Hauptrolle, der sich viel weniger schnell ändert: Der Bodenwert ist das, was übrig bleibt, wenn man den Gebäudewert vom Verkaufspreis eines Grundstücks abzieht. Und weil diese Verkaufspreise in den letzten Jahren deutlich schneller gestiegen sind als die Mieterträge, sind die Bodenwerte regelrecht explodiert. Der aktuelle Bodenrichtwert wird jährlich vom Gutachterausschuss des Landes Berlin auf der Grundlage aller erfolgten Grundstücksverkäufe in der Stadt ermittelt und auf einer Bodenrichtwertkarte veröffentlicht. Dabei fließen die Verkaufspreise von Grundstücken aus Gebieten mit ähnlichen Baustrukturen jeweils zusammen und werden anschließend nach lokalen Faktoren gewichtet. In der Spandauer Neustadt zum Beispiel, die eine ähnlich gründerzeitliche Baustruktur und Baudichte aufweist, liegt der aktuelle Bodenrichtwert mit 1000 Euro/ qm unter dem der Wilhelmstadt, vermutlich weil sie stärker vom Fluglärm aus Tegel betroffen ist. In der Entwicklung der Bodenwerte spiegeln sich die Erwartungen in die Entwicklung der Stadt, in dieser Hinsicht ähneln die Bodenwerte den Aktienkursen. Allerdings schwanken die Bodenwerte sehr viel stärker – wenigstens in Berlin, wo sie eine rasante Berg- und Talfahrt hinter sich haben. Von einer besonderen Preisstabilität des »Betongoldes« sollte man in der Bundeshauptstadt eigentlich nicht mehr sprechen dürfen. In den 1980er Jahren kletterten die Bodenrichtwerte in der Wilhelmstadt in heutigen Preisen gerechnet jedenfalls vergleichbar gemächlich von 521 Euro zu Anfang des Jahres 1981 auf 667 Euro zu Anfang des Jahres 1989. Nach dem Mauerfall aber schnellten sie rapide in die Höhe: bis auf 1158 heutige Euro im Jahr 1993. Damals herrschte eine regelrechte Goldgräberstimmung, Berlin wähnte sich als Nabel der Republik und realisierte erst Mitte der 1990er allmählich, dass die deutsche Wirtschaft keinesfalls daran dachte, ihre Schaltzentralen wieder in die deutsche Hauptstadt zurück zu verlegen. Im Jahr 1998 jedenfalls erreichten die Bodenwerte nicht nur in der Wilhelmstadt inflationsbereinigt wieder das Niveau der 1980er Jahre. Es folgte die Berliner Bankenkrise im Jahr 2001, die der Stadt einen riesigen Schuldenberg hinterließ. Im Jahr 2005 erreichte der Bodenwert seinen Tiefpunkt von damaligen 230 Euro/ qm, den er bis zum Jahr 2013 konstant beibehielt – in aktuellen Preisen sank er freilich noch langsam weiter. Erst vor fünf Jahren begann er wieder zu steigen, dafür aber, wie eingangs aufgeführt, umso explosiver. Die Frage ist jetzt, ob die Talfahrt der Bodenwerte in den 2020er Jahren aufs neue be­ ginnt. Dagegen spricht, dass ganz anders als zu Beginn der 1990er Jahre die Wirtschaft in Berlin tatsächlich nachhaltig wächst. Jobs werden nicht abgebaut, sondern entstehen in großer Zahl neu, die Kaufkraft steigt und viele Menschen kommen in die Stadt, weil sie hier Arbeit finden. Wohnraum ist wieder knapp und nachgefragt. Die Erwartungen, die in den frühen 1990ern die Immobilienmärkte beflügelt hatten, verwirklichten sich erst mit einer Verzögerung von einem Vierteljahrhundert. Auf der anderen Seite vollzieht sich der neue Wirtschaftsboom auf einem abstrus niedrigen Zinsniveau und steht daher auf wackligen Beinen. Falls die Zinsen wieder Normalmaß erreichen, würden wahrscheinlich die Preise der Immobi­ lien wieder sinken, weil ihre Finanzierung dann wesentlich teurer wird. Und dann würden auch die Bodenwerte wieder in den Keller gehen.  cs Die Entwicklung der Bodenrichtwerte in der Wilhelmstadt 1981–2019 Wohngebiet GFZ 2,0. in Euro/qm, jeweils zu Jahresbeginn, 1981–1995: in Zweijahresschritten. 1996–2019: jährlich TAN JA SCHNI T ZLER Kein Kopenhagen an der Havel 6 Radfahren ist nicht immer die pure Freude. Der zunehmende Verkehr verleidet vielen den Umstieg auf das umweltfreundliche und gesundheitsfördernde Verkehrsmittel. Ein systematischer Ausbau des bezirklichen Radwegenetzes könnte Abhilfe schaffen, steht aber noch ganz am Anfang. »Wir haben schlichtweg nicht genug Leute, um ein übergreifendes Radwegekonzept zu entwickeln«, erklärte uns der für Gesundheit und Stadtentwicklung zuständige Stadtrat Frank Bewig am Rande des Spandauer »Fahr-Rates«. Dort erläuterten Mitarbeiter des Stadtentwicklungsamtes einzelne Maßnahmen zur Entschärfung gefährlicher Kreuzungsbereiche und zur Führung von Radwegen in Grünbereichen. Auch aktuelle Planungen zum Ausbau eines überregionalen Radweges entlang der Spree wurden vorgestellt. Wer sich Zukunftsvorstellungen erhoffte, der wurde hingegen enttäuscht. In Potsdam ist man in dieser Hinsicht viel weiter. Und von Zuständen wie in Kopenhagen dürfen die Spandauer weiter nur träumen … in den Preisen der jeweiligen Jahre in Preisen des Jahres 2019 1200 110 0 10 0 0 900 800 70 0 600 500 400 300 200 10 0 0 19 8 1 19 8 3 19 8 5 19 8 7 19 8 9 19 9 1 19 9 3 19 9 5 19 9 7 19 9 9 2 0 01 2 0 0 3 2 0 0 5 2 0 0 7 2 0 0 9 2 011 2 01 3 2 01 5 2 017 2 019  7 TA N JA SCHN I T L ZER Finde Dein Osternest! Abschied einer Institution im Kiez Nach 37 Jahren gibt der Optiker John Heymann sein »Brillenhaus« in der Pichelsdorfer Straße auf – allerdings nur ungern Noch immer ist der amerikanische Akzent unüberhörbar. Doch eine lange Geschichte verbindet ihn mit Berlin. »Dass es mich in die Wilhelmstadt verschlagen hat, klingt zunächst ungewöhnlich«, sagte John Milton Heymann einmal im Interview. »Doch meine gesamte Familie, deren Geschichte sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, stammte aus Berlin.« Bekannt ist der Optiker vielen Wilhelmstädtern aus seinem Laden, dem »Brillenhaus«. 37 Jahre hatte es seinen Sitz in der Pichelsdorfer Straße 63. John Heymann blickt auf eine interessante, bewegte Biographie zurück. 1947 wurde er als Kind deutscher Einwanderer in New York geboren, absolvierte ein Studium als »Optometrician« und promovierte. Auf einer Vortragsreihe lernte er seine spätere Frau kennen, eine gebürtige Spandauerin. Nach einigen gemeinsamen Jahren in Kalifornien zogen sie nach Deutschland – dorthin, wo er sich bis heute zu Hause fühlt. Hier eröffnete er 1982 sein Geschäft, bildete Lehrlinge aus, arbeitete zugleich als Vertragsoptiker für die US-Army und die Air Force, später auch für das britische Militär und die US-amerikanische Botschaft, wird Augenoberarzt im US-Army Hospital in Berlin. Zahlreiche Urkunden und Zertifikate aus jener Zeit hängen an einer Wand des kleinen Ladens. 8 Spezialist ist er insbesondere für Kontaktlinsen, zu diesem Thema promovierte er auch. Und was sonst nicht üblich ist in Deutschland, tat er auch hier: Er machte auch Hausbesuche bei Kunden, wenn es notwendig war. Noch in den USA hatte er in gemeinsam mit Studenten in einem Projekt ein System für Hausbesuche entwickelt, samt einem speziellen Koffer mit allen wichtigen Utensilien. »Auf diese Weise konnten wir im Sommer 1973 sämtliche Seniorenheime in SüdOntario besuchen und versorgen«, erzählt er stolz. Gern hätte er sein Geschäft, an dem er sehr hängt, noch weitergeführt, doch angesichts widriger Umstände und Konflikte mit dem Vermieter sah er keine andere Möglichkeit mehr als die Kündigung. Vor 19 Monaten hatte defekte Wasserleitungen im Haus einen immensen Wasserschaden verursacht und die Kellerräume geflutet, wo sich auch Werkstatt und Lagerräume des Ladens befanden, etliche Maschinen und Material wurden beschädigt. Nachdem nach neun (!) Monaten endlich der Schaden behoben war, passierte noch einmal das Gleiche. All das ohne ausgleichende Mietminderung. Zeitgleich lief der alte Mietvertrag aus, Heymann wurde ein neuer Vertrag angeboten mit »moderater Mieterhöhung«. Heymann blieb nur die Am 30.6. ist Schluss, bis dahin ist noch viel zu tun bei der Auflösung des Ladens. Immer noch lagern Hunderte Brillenfassungen in den kleinen Räumlichkeiten. Für seine Kunden bietet er deshalb – sozusagen im Sonderverkauf – bis 30. Juni Brillenmodelle zu deutlich reduzierten Preisen an. Beruflich weitermachen will er trotzdem, auf seinem Spezialgebiet: mit einem Versandhandel für Kontaktlinsen, darunter sehr spezielle und seltene. Fragt man ihn nach seinem merkwürdigsten Erlebnis in seinen Jahren als Optiker in der Wilhelmstadt, erzählt er folgende Geschichte, die er nur selten und dann auch sehr zurückhaltend erzählt. In seiner Tätigkeit beim Militär bekam er keines Tages den Auftrag, im Spandauer Kriegsverbrechergefängnis einem Häftling eine Brille anzupassen. Es war eine Lesebrille für Rudolf Heß. »Dazu muss man wissen, dass ein Optometrician in den USA kein Handwerk wie hier, sondern ein medizinischer Beruf ist. Und das bedeutet auch, dass man niemanden als Kunden ablehnen darf, sondern verpflichtet ist, ihn zu versorgen.« Das Bizarre der ganzen Situation wurde ihm erst richtig bewusst, als man ihm eine Quittung aushändigte: über eine Lesebrille für den Gefangenen Nr. 7. Und die schönste Erinnerung? Das sind die jungen Menschen, die er ausbildete und die teils auch ihren Meister hier machten. Nun sind sie selbst Augenoptiker, Heymann hat noch immer Kontakt zu ihnen. Und was will er mit der neu gewonnenen Freizeit ab Juli anfangen? Heymann lächelt unter seinem obligatorischen Basecap. »Ich bin ein leidenschaftlicher Gärtner!« us »Brillenhaus«, Pichelsdorfer Str. 63, noch bis 30. Juni geöffnet, Sonderverkauf von Brillengestellen zu günstigen Preisen, Tel. 3615400, www.brillenhaus-berlin.de Die Plakate überall in der Wilhelmstadt sind unübersehbar: Vor Ostern startet auch 2019 die alljährliche Frühlingsaktion der Wilhelmstädter Gewerbetreibenden. Unter dem Motto »Finde Dein Osternest« sind wieder alle Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre dazu aufgerufen, ein schönes Nest oder Osterkörbchen zu basteln. Das selbstgebastelte Werk kann dann in der Woche vor den Osterferien, vom 8. bis zum 12. April zwischen 10 und 18 Uhr im Stadtteilladen in der Adamstraße 39 abgegeben werden. Anschließend füllt der Osterhase die Nester mit kleinen Überraschungen und verteilt sie auf die Schaufenster der 47 teilnehmenden Wilhelmstädter Geschäfte. Ab dem 16. April 2019 kann dann jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer auf die Suche nach seinem Nest gehen. Die gefüllten Nester findet man in den Schaufenstern der teilnehmenden Geschäfte im Aktiven Zentrum Spandau-Wilhelmstadt. Wer sein Nest gefunden hat, kann es dann in der Woche nach Ostern zwischen dem 23. April und dem 30. April direkt in dem Geschäft, in dem es gefunden wurde, abgeholt werden. Die Aktion »Finde Dein Nest« wird in diesem Jahr bereits zum vierten Mal vom Geschäftsstraßenmanagement Wilhelmstadt und den Gewerbetreibenden aus der Wilhelmstadt organisiert und durchgeführt. Im vergangenen Jahr wurden rund 300 Nester von den Wilhelmstädter Kindern gebastelt, die anschließend durch die Gewerbetreibende gefüllt und in ihren Schaufenstern ausgestellt wurden. Den Flyer zur Frühlingsaktion 2019 mit allen Daten und allen teilnehmenden Geschäften finden Sie im Stadtteilladen, in vielen Geschäften der Wilhelmstadt und auch im Internet unter: www.wilhelmstadt-bewegt.de us Wilhelmstädter Köstlichkeiten auf der Messe Es ist zwar schon ein paar Wochen her, dennoch ist es immer noch eine Nachricht wert: Gleich drei originär Wilhelmstädter Unternehmen konnten sich und ihre Produkte in diesem Jahr auf der »Grünen Woche« präsentieren: »Florida-Eis«, das einst klein in der Wilhelmstadt begann und dann weit über Spandau hinaus expandierte (Florida-Eis findet man inzwischen in vielen Berliner Supermärkten), das junge Start-Up »ÄNDE« mit seinen Ingwerlimonaden, das inzwischen schon mehrfach prämiert und ausgezeichnet wurde, und das Geschäft »Schoko-Engel«, vielen mit seinen süßen Kreationen und schokoladigen »Maßanfertigungen« aus der Pichelsdorfer Straße bekannt. Stolz schickte uns Christiane Müller dieses Beweisfoto von der »Grünen Woche 2019« (von links: Christiane Müller vom Schoko-Engel, Olaf Höhn, Chef von Florida-Eis, und Andrea Stenz von ÄNDE). Die Internationale Grüne Woche wurde 1926 in Berlin gegründet und ist seitdem einzigartig als internationale Ausstellung für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Jährlich nehmen über 1.700 Aussteller mit mehr als 100.000 Produkten aus Deutschland und der Welt daran teil. us TA N JA SCHN I T L ZER Wahl zu unterzeichnen oder nicht, und angesichts der Problemballung und des noch immer nicht sanierten Kellers entschloss er sich schweren Herzens, den Standort nach 37 Jahren aufzugeben. GE SCH Ä F T S S T R A S SENMN AGEMENT Auch 2019 beteiligen sich wieder viele Wilhelmstädter Geschäfte an der beliebten Aktion für Kinder und Jugendliche 9 Trauer um Volkmar Tietz Interessieren Sie sich für die jüngere Wilhelmstädter Geschichte? Alles begann vor sechs Jahren mit einem Aufruf: Gesucht wurden Wilhelmstädter Fotos aus der Kindheit. Die Resonanz war enorm. Und mit den Fotos kamen auch Geschichten: viele persönliche Erlebnisse und Erinnerungen, die sich mit der Wilhelmstadt verbanden. Subjektive Geschichte also. Ein Kaleidoskop der Geschichten aus der Nachkriegszeit, der 50er, 60er und 70er Jahre. Daraus entstand nicht nur eine Ausstellung, die im Jahr 2014 zum ersten Mal und danach immer wieder gezeigt wurde und die ein großes, interessiertes Publikum fand. Im Zuge der Arbeit an der Ausstellung hatte auch eine Gruppe von Menschen zusammengefunden, ein harter Kern, der gemeinsam weitermachen wollte. Seitdem trafen sie sich regelmäßig zweimal im Monat in geselliger Atmosphäre. Ab und an kamen neue Leute hinzu, ältere Menschen, die ebenfalls viele Erinnerungen mit der Wilhelmstadt verbinden. Sie trugen alte Fotos und Dokumente zusammen, brachten Erinnerungsstücke mit, tauschten Geschichten aus, sammelten Informationen zu alten Geschäften und Firmen, Straßen oder einzelnen Gebäuden. Inzwischen sind daraus nicht nur mehrere Publikationen entstanden, sondern auch ein sehr umfangreiches Archiv mit über 1000 historischen Fotos und Aufnahmen, Zeitungsausschnitten, Zeitzeugen-Interviews, Büchern und Publikationen über die Wilhelmstadt sowie eine schöne Sammlung von persönlichen Erinnerungsstücken: Dokumente, Haushaltsgegenstände, Spielzeug oder auch Schulutensilien. Doch die Zeit geht auch an der AG »Geschichte und Geschichten« nicht spurlos vorbei. Manche der Mitstreiter sind inzwischen verstorben, andere durch längere Krankheit nicht mehr zu den Treffen in der Lage. Deshalb wird nun Verstärkung gesucht, um die Arbeit weiter fortzuführen. Dazu muss man kein Wilhelmstadt-Experte sein. Die Hauptsache ist die Neugier und das Interesse am Gebiet und seiner jüngeren Geschichte. Und bei den Treffen der Gruppe geht es neben der gemeinsamen Arbeit vor allem auch um den Spaß an der Sache und Freude am Austausch mit anderen. Vielleicht möchten auch Sie mitmachen? Oder erst mal die Gruppe kennenlernen? Kommen Sie doch einfach mal vorbei! Vielleicht finden auch Sie ja Spaß an der Sache. Die Gruppe würde sich jedenfalls sehr freuen!  us Treffen an jedem zweiten Montag und letzten Donnerstag des Monats um 17 Uhr im Stadtteilladen Adamstr. 39, Kontakt über Andreas Wilke, Tel. 33002836, Mail: wilke@kosp-berlin.de Zur Arbeit der Gruppe und den bisherigen Ergebnissen ist nun auch ein Faltblatt erschienen, das im Stadtteilladen erhältlich ist. Geschichten, Orte, Menschen Johannes Wilkes’ Buch über seine Erkundungen entlang der Havel Johannes Wilkes: »Das kleine Havelbuch«, Verlag Friedrich Pustet, 19,95 Euro 10 So wie Menschen oder Städte hat auch jeder Fluss seine eigene Geschichte und Geschichten, die sich damit verbinden. Auch die Havel, die Spandau prägt. 334 Kilometer lang ist sie, von der Quelle in Ankershagen bis zur Mündung in Rühstädt, sie durchquert vier Bundesländer, bevor sie über die Elbe in die Nordsee abfließt. Sie passiert Städte und Gemeinden wie Fürstenberg, Oranienburg, Berlin, Potsdam, Werder, Brandenburg, Rathenow, Havelberg. Genug Erzählstoff also. Johannes Wilkes ist nicht nur Arzt und Autor, sondern er geht auch gern auf Entdeckungsreise. Die Havel erkundete er meist per Rad. Aus den Geschichten des Flusses, die er dabei sammelte, ist ein kleines Büchlein entstanden: »Das kleine Havel-Buch – Geschichte, Orte und Menschen von der Quelle bis zur Mündung« heißt es. Wilkes hat alles, was einen guten Autor ausmacht: Neugier auf Historie, Land und Leute, die Freude am Entdecken und am Erzählen, die Fähigkeit, den Leser mitzunehmen auf TA N JA SCHN I T L ZER Mitstreiter gesucht! eine­kurzweilige Reise, die Gabe, gut und kennt­nisreich zu schreiben und unterhaltsam Anekdoten von Menschen, Orten und Begebenheiten zu erzählen. So erzählt er u.a. auch höchst vergnüglich vom »Spandauer Knüppelkrieg«. Jetzt, wo der Frühling da ist und der Sommer kommt, regt das Büchlein den einen oder anderen vielleicht dazu an, sich selbst mal wieder an die Havel zu begeben. Ma muss ja nicht gleich der gesamten Tour von Wilkes folgen – aber vielleicht verlockt es zu einem Ausflug mi Regionalzug oder Rad beispielsweise ins Neuruppiner Land, in Brandenburger Havellandschaften, nach Potsdam, auf dem Havelradweg oder einfach nur zu einem Spaziergang entlang der Havel. Und wer all das nicht schafft, kann zumindest im Geist Wilkes’ Reise begleiten. Eine unbedingt empfehlenswerte Lektüre mit großem Lesevergnügen – und das im handlichen Taschenformat. us Die traurige Nachricht kam für viele Wilhelmstädter völlig überraschend: Am 15. Februar ist Volkmar Tietz nach kurzer schwerer Krankheit unerwartet verstorben. Er wurde nur 71 Jahre alt. Viele in der Wilhelmstadt kannten ihn durch sein vielseitiges, umtriebiges Engagement im und für den Kiez: Volkmar Tietz war gut vernetzt. Besonders am Herzen lagen ihm die sozialen Belange und Bedürfnisse der Menschen im Kiez. Seit 2012 leitete der frühere Altenpfleger ehrenamtlich das Sozialteam im Stadtteilladen und bot selbst Beratungen an. Er setzte sich dafür ein, die historische Verkehrssäule an der Pichelsdorfer Straße, die 1958 demontiert worden war, wieder aufzubauen. Dafür gründete er noch im letzten Sommer den Förderverein »Wilhelmstadt und Pichelsdorf«. Und es war nur folgerichtig, dass er auch Mitglied der Arbeitsgruppe »Geschichte und Geschichten« im Stadtteilladen war, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die jüngere Wilhelmstädter Geschichte zu dokumentieren. Seit 1973 lebte er in Spandau, seit 1992 in der Wilhelmstadt. Er engagierte sich auch kommunalpolitisch, war Bürgerdeputierter in der BVV. Er trat 1992 aus der SPD aus und 2011 bei den Piraten ein. Es blieb ein kurzes Intermezzo: 2016 wechselte er wieder zurück zu den Sozialdemokraten. Privat galt seine Leidenschaft u.a. der Dudelsack-Musik, er spielte in der Berlin Police Pipe Band und trat mit ihr immer wieder auf. Seine Familie trauert nun um Volkmar Tietz. Seine Band und das Sozialteam werden ihn ebenfalls schmerzlich vermissen – und auch in der AG »Geschichte und Geschichten« reißt sein Tod eine Lücke. Für die AG schreibt Andreas Wilke: »Wenn in Diskussionen von Zivilcourage und Bürgerengagement die Rede ist, dann werden immer genau solche Menschen wie Volkmar beschrieben: Menschen, die zupacken, Verantwortung übernehmen, die nicht auf andere warten, sondern sich kümmern. – Und trotzdem wird uns vor allem der Volkmar in Erinnerung bleiben, mit dem wir am Ende eines Tages noch ein Bierchen trinken konnten, z.B. bei Sonnenuntergang auf der Adamstraße. Und es kamen immer Leute vorbei, die Volkmar kannten und eine Frage hatten oder etwas zu erzählen hatten. Volkmar war eine Institution, und so werden wir ihn in Erinnerung behalten.« us Leserpost Betr.: »Stadt ohne Menschen?«, Beitrag in der Wilma 1/2019, S. 7 Ihre Befürchtungen bestehen zu Recht. Immer öfter sind leider in Berichten in der Presse und auch in Filmbeiträgen verpixelte Gesichter zu sehen. Die Sorge der Fotografierenden vor Unterlassungsklagen und Bußgeldforderungen ist nachvollziehbar. Der Leser möchte wohl gern Gesichter sehen, aber eben nicht sein eigenes. Ich bin auf einer Reise von einer Mitreisenden auch schon auf deren Recht am eigenen Bild hingewiesen und aufgefordert worden, alle Erinnerungsfotos, auf denen sie abgebildet ist, zu löschen bzw. entsprechend zu bearbeiten. Vielleicht mietet man künftig Statisten. Hätte der junge Mann auf dem Foto auf Seite 15 auch befragt werden müssen, ob er einer Veröffentlichung zustimme? Der Spruch »Menschen sind Glasgow« trifft zu. Ihre wohlmeinende Aufzählung enthält zwar diejenigen Menschen, die die Stadt sauber halten, aber nicht diejenigen, die die Stadt vermüllen. Diese tragen leider wesentlich zum Stadtbild bei. Vielleicht ist das in Glasgow nicht so. In Berlin und in Spandau sehr wohl. Vielleicht ist Berlin deshalb mit dem vergleichbaren Slogan vorsichtiger. Er fordert auf »Sei Berlin« (auf Neudeutsch Be Berlin). und nicht »Wir sind Berlin«. Der einzige, der sich insoweit bekannt hatte, war John F. Kennedy: Ich bin ein Berliner. Aber das war eine andere Zeit. Mit freundlichen Grüßen, Hans-Jürgen Steinmüller 11 Seit August 2017 gibt es das Büro BENN in der Adamstraße 40, direkt neben dem Stadtteilladen. BENN steht dabei für »Berlin entwickelt neue Nachbarschaften« und ist ein Projekt der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Spandau. Ursprünglich wurde es ins Leben gerufen, um Nachbarschaften im Bezirk zu stärken und Geflüchteten Kontakt und einen Anlaufpunkt in der Wilhelmstadt zu bieten. Aus gemeinsamen Unternehmungen mit langjährigen An­woh­nern und Flüchtlingen erwuchsen bald auch intensivere Kontakte. Doch auch wenn inzwischen deutlich weniger Geflüchtete in der Wilhelmstadt untergebracht sind, fühlt sich BENN den Nachbarschaften im Gebiet verpflichtet. Dazu gibt es auch mehrere Angebote im Laden. So findet für alle Interessierten montags und mittwochs von 15 bis 17 Uhr die »Nähstube« statt, bei der Kreative ihre Lieblingsstücke selbst schneidern oder auch einfach Nähen lernen können, zwangslos und gemütlich bei einer Tasse Kaffee und einem Plausch mit Nachbarn. Miteinander reden, Zeit verbringen und vielleicht neue Ideen entwickeln kann man außerdem im Nachbarschafts-Café, immer dienstags von 14.30 Uhr bis 17 Uhr bei Kaffee, Tee und Kuchen. Und jeden Donnerstag von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr treffen sich Frauen aus dem Kiez, um gemeinsam beim Frühstück Ideen zu entwickeln. Dazu bringen häufig Nachbarinnen selbst etwas zu essen mit. Ein besonderer Höhepunkt war der »Erste Wilhelmstädter Zukunftstag« am 6. April unter dem Motto »Raus aus dem Sessel, rein ins Kiezleben!« Um gemeinsam mit den Anwohnern eine aktive Nachbarschaft zu gestalten, hatte BENN alle Wilhelmstädterinnen und Wilhelmstädter sowie Vereine und Initiativen zum ersten Zukunftstag in den Gemeindesaal der Evangelischen Melanchthon-Kirchengemeinde in der Pichelsdorfer Straße eingeladen. Haben Sie auch Lust auf gemeinsame Projekte? Vielleicht gemeinsame Unternehmungen von Stadtspaziergängen, Kochabenden, bis hin zu Tauschbörsen? BENN unterstützt Sie bei der Umsetzung Ihrer Idee und bietet Hilfe mit Rat und Tat, Ideen und Kontakten. Oder Sie haben noch keine konkrete Idee, wollen sich aber ehrenamtlich engagieren und das soziale Leben in der Wilhelmstadt mitgestalten? Dann gehen Sie doch einfach mal bei BENN vorbei.  us BENN – Berlin Entwickelt Neue Nachbarschaften Adamstraße 40, 13595 Berlin Tel: 030-49 95 19 10, E-Mail: benn-wilhelmstadt@gesbit.de TA N JA SCHN I T L ZER Neue Koordination im Stadtteilladen Bis Anfang des Jahres koordinierte der im Februar verstorbene Volkmar Tietz das »Sozialteam« mit seinen unterschiedlichen thematischen Sprechstunden und Beratungsangeboten im Stadtteilladen. Seit Anfang 2019 obliegt nun Niels Tiedtke die Koordination aller Nutzungen im Stadtteilladen. Niels Tiedtke ist tätig für den gemeinnützigen Verein »Sozial-kulturelle Netzwerke casa e.V.«, der seine Wurzeln in der Stadtteilarbeit in Siemensstadt hat. In über 30 Jahren hat sich die einstige Nachbarschaftsinitiative Schritt für Schritt zu einem bürgernahen sozialen Dienstleistungsunternehmen entwickelt. 12 In der Wilhelmstadt ist Niels Tiedtke Ansprechpartner für alle Belange, die die Angebote des Stadtteilladens betreffen, auch für Interessenten, die evtl. ebenfalls gern den Laden für eine Veranstaltung o.ä. nutzen würden. Auch die bisherigen Beratungsangebote und -zeiten haben sich verändert (siehe Seite 15). Die Sprechstunden des Büros KoSP und des Geschäftsstraßenmanagements sowie die regelmäßigen Treffen der Stadtteilvertretung bleiben jedoch wie zuvor (Seite 2). us Spandau vor 100 Jahren – Teil III S TA DTH I S TOR I SCHE S A RCH I V SPA NDAU BENN unterstützt Nachbarschaften Geschütze zu Bollerwagen »Wenn jetzt das müde graue Heer heimwärts zieht; so wisse es, das jenseits der deutschen Grenze, alle deutschen Frauenhände; seien sie jung oder welk, schwielig oder zart, Kränze flechten wollen für der Helden Heimkehr« Frau Prof. Dr. Carl Weltzin: Aufruf an die deutschen Frauen!, Spandauer Zeitung November 1918 Viel ist geschehen in den turbulenten Wochen vom November 1918 bis zum März des Folgejahres. Nichts oder so gut wie nichts ist mehr so, wie es war in dem deutschen Reich, seit »Kaisers Abdankung« und Stresemanns Worten »das Alte und Morsche, die Monarchie ist zusammengebrochen«. Was mit den Matrosenrevolten in Wilhelmshaven begann, führte überall im Land zu Aufständen, Streiks und Revolution, zu Arbeiter- und Soldatenräten statt militärhierarchischer Befehlsgewalt und zur ersten demokratischen Wahl, bei der auch Frauen ihre Stimmen abgeben und gewählt werden durften, zur Nationalversammlung, die über die Verfassung der neuen Republik zu entscheiden hatte. Über allem aber stand eines: nach vier Kriegsjahren mit vielen Opfern und Entbehrungen endlich Frieden! Ein Friede aber mit strengen Auflagen, die besonders der Rüstungsindustrie- und Garnisonsstadt Spandau eine Menge abverlangte. Als erste »profitierten« die Spandauer Jungs und Mädchen vom Frieden. Die große Rückkehrerwelle mit tausenden »Feldgrauen« von allen Fronten des 1. Weltkrieges bescherte ihnen häufig schulfrei und sogar wochenlange Ferien von Ende November bis in den Februar hinein. Überhaupt, so der Spandauer Schulverwaltungsbericht jener Zeit, haben die Kriegsjahre und der häufige Unterrichtsausfall wegen Kohlemangel im Winter oder den »im Felde stehenden oder dort für das Vaterland verbliebenen Lehrkräfte« in den Schulen »schlimme Wunden der Verflachung und Verrohung der Jugend geschlagen«. Es wird, so führt der Bericht an der Stelle weiter aus, »noch jahrelanger hingebender Arbeit bedürfen, eh diese Schäden getilgt sind«. Wo Mitte November 1918 die Spandauer Zeitung noch den Aufruf deutsch-nationaler Frauenverbände verbreitete, die in die Kasernen heimkehrenden Truppenteile, »wie zu Kriegsbeginn versprochen, mit Blumen, Hurra, Lieder und Geläut zu begrüßen«, waren nur wenige Tage später nüchterne Anzeigen zu lesen, die dringend Zimmer, Säle oder Hallen nebst Betten, Bettgestellen und Matratzen suchten, die für die Unterbringung von Soldaten zur Verfügung gestellt werden könnten. So wurden Schulen freigeräumt, um die Mannschaften so lange provisorisch aufzunehmen, bis ihre Entlassungspapiere fertig und die Rückkehr in ihre Heimatorte sichergestellt war. Das konnte aus Mangel an Transportkapazitäten und Kohle ziemlich lange dauern. Was übrigens trotz Heimweh so manchem Grenadier, Füsilier oder Pionier gar nicht so unrecht war, denn die Versorgung des Heeres funktionierte auch noch nach Kriegsende besser als die der Zivilisten. So konnte man im Anzeiger für das Havelland lesen, dass selbst in Dörfern Kartoffeln, Speck oder Gemüsedosen zu Wucherpreisen ihre illegalen Käufer fanden, aus Beständen des Heeres, die davor am Spandauer Güterbahnhof – wo heute die Arcaden stehen – unterschlagen wurden. Aber Spandau hatte 1918 mit seinen über 100.000 Einwohnern und fast 80.000 Arbeitsplätzen, vor allem in der Rüstungsindustrie, noch ganz andere und viel größere Probleme: zum einen die Wohnungsnot. Denn schon ab 1913 kam der Wohnungsbau fast vollkommen zum Erliegen. In den Kriegsjahren wurden – neben der Waldsiedlung – lediglich wenige Wohnhäuser in der Adamstraße errichtet, später vor allem ab Ende 1918 die hölzernen Baracken zwischen Gatower und Melanchthonstraße für über 100 Familien. U.a. weil jeder Flachbau auch über einen Garten verfügte, waren die Häuser so beliebt, dass sie erst in den 1960iger Jahren Platz machen mussten für den Bau von Schwimmhalle und Freibad. Doch bald machten sich die Begrenzungen der Heeresstärke in Spandau deutlich be- merkbar und neue Wohnunterkünfte konnten durch Umnutzung von Militärgebäuden geschaffen werden. Nur noch wenige blieben nach der Schließung der Heereswerkstätten im März 1919 dort zum Abwracken von Maschinen und Geschützen oder Einschmelzen von Granaten. Damit war mehr als die Hälfte aller Arbeitsplätze Spandaus auf einen Schlag »Schnee von gestern« – und mit ihnen auch die Zahl der wohnungssuchenden Arbeiter. Im Jahr 1920 begannen die Reichswerke (später Deutsche Werke) in den Werkstätten mit nur noch 13.000 Arbeitsplätzen. Hier wurden Dampflokomotiven der Vorkriegszeit repariert und Stühle produziert, ebenso wie Lastanhänger und Bollerwagen mit hölzernen Rädern von MG- und Geschützlafetten. Schluss war auch erstmal mit der Produktion von Luftschiffen und Flugzeugen in Staaken. Erst in den 1920er Jahren kam dort wieder viel Betrieb mit Reparatur- und Wartungsarbeiten für die Lufthansa und mit zahlreichen »privaten« Fliegerschulen, die oft nur zivile Tarnung waren für die verbotene deutsche Luftwaffe. Und doch gab es kaum Arbeitslose, denn mit Notstandsarbeiten beim Bau von Straßen und Plätzen, von Kanälen oder Anlagen am Südhafen wie auch der Straßenbahnhalle an der Pichelsdorfer fanden viele Menschen Beschäftigung. All die Frauen und Jugendlichen jedoch, die »im Krieg zum vaterländischen Dienst in der Produktion herangezogen wurden«, wurden als erste entlassen und tauchten auch in keiner Arbeitslosenstatistik auf. So gut wie nichts ist im Frühjahr 1919 so, wie es einmal war. Bis auf eine Einrichtung in der Wilhelmstadt, die auf über 500 Jahre zurückblicken kann. Darüber dann mehr in der nächsten Ausgabe der WILMA.  Thomas Streicher 13 Dreisatz Arbeitende Schuster Meist geht man ja achtlos an den Schaufenstern vorbei, die man schon lange kennt und die auch nichts Aufregendes versprechen. Dabei lohnt sich manchmal genaueres Hinschauen. In den Schaufenstern des Schusters, einem traditionsreichen Geschäft an der Pichelsdorfer Straße, findet man nicht nur altes Handwerkszeug, sondern auch eine ältere mechanische Figur: Ein Schuster steht da in seiner Lederschürze und besohlt mit einem Hammer einen Schuh. Unermüdlich ruckt der Arm auf und ab, senkt sich der Hammer auf die Sohle, habt sich wieder, senkt sich wieder … Minute um Minute, Stunde um Stunde. Man steht da, guckt dem Männchen andächtig zu und stellt sich vor, wie sich früher die Kinder wohl ihre Nasen an der Scheibe plattgedrückt haben, um die Attraktion zu bestaunen. Und hinter der nächsten Fensterscheibe kann man tatsächlich den ganz leibhaftigen Schustern in der Werkstatt beim Arbeiten zusehen. Eiszeit Der Frühling ist jetzt nicht mehr aufzuhalten. Auf dem Földerichplatz blühen die Bäume weiß, Kinder kommen aus der Schule und tummeln sich auf dem Spiel- und Bolzplatz. Jede Bank ist besetzt, Menschen genießen die warmen Sonnenstrahlen auf dem Gesicht. Das wichtigste Accessoire in dieser Saison: eine Waffel mit Eis von »Jan’s Gelateria« gleich gegenüber. Tatsächlich ist das wichtigste Indiz dafür, dass der Frühling nun wirklich begonnen hat, die kleine Menschentraube vor dem Laden. Manches Kind soll gar sehnsüchtig die Tage bis zur Wiedereröffnung heruntergezählt haben ... Die unendliche Geschichte Der »Wildwuchs«-Neubau an der Götelstraße macht inzwischen dem legendären BER ernsthafte Konkurrenz. Derzeit geht es um eine schlichte Bodenplatte, die zu genehmigen und zu bauen offenbar übermenschliche Verwaltungskräfte erfordert. Wir führen das hier nicht weiter aus, nur so viel: Sollte das Jahrhundertwerk jemals zu einem glücklichen Ende kommen (vermutlich zwei Generationen später), muss jemand die Chronik dieses Behörden-Wahnwitzes aufschreiben. Man fragt sich angesichts der Dauerbaustelle verzweifelt, wie die Menschheit eigentlich jemals zu festen Behausungen kommen konnte. 14 Nützlicher Ratgeber für die Wilhelmstadt Schon wieder über kaputtes Gehwegpflaster gestolpert? Der »wilde« Müllablageplatz um die Ecke muss endlich weg? Die Straßenbeleuchtung funktioniert nicht, oder der nächste Papierkorb ist defekt? Dann möchte man sich kümmern – und es beginnt die zeitraubende Suche nach jemandem, der eigentlich dafür zuständig ist. Das Stadtentwicklungsamt hat dafür nun eine so einfache wie hilfreiche Lösung: mit dem »Kleinen Ratgeber für eine schöne Wilhelmstadt«. Das Mini-Faltblatt im praktischen Taschenformat versammelt alle wichtigen Ansprechpartner samt Kontaktdaten für unterschiedliche Probleme im öffentlichen Raum, außerdem wichtige Telefonnummern wie Polizei, Feuerwehr, ärztlicher Bereitschaftsdienst u.a. Das Faltblatt ist kostenlos erhältlich in unterschiedlichen öffentlichen Einrichtungen und auch im Stadtteilladen Adamstr. 39. Bösartige Faulbrut bei Bienen Bereits im Dezember wurde in einem Bienenstand in Haselhorst die bösartige Amerikanische Faulbrut der Bienen festgestellt. Nun wurde im bereits bestehenden Sperrbezirk bei einem weiteren Bienenstand der Erreger erneut nachgewiesen. Deshalb musste der Sperrbezirk auf einen Radius von drei Kilometer erweitert werden. Er umfasst nun auch große Teile der Wilhelmstadt. Die Veterinäraufsicht untersucht jetzt die Bienenvölker aller im Sperrbezirk angesiedelten Imker. Die Imker selbst sollten entsprechende Biosicherheitsmaßnahmen befolgen, um so einer Weiterverbreitung vorzubeugen: z.B. dürfen keine Bienen oder Waben aus dem Bienenstand verbracht werden und nur befugte Personen den Bienenstand betreten. Die Amerikanische Faulbrut der Bienen führt zu einem Absterben der Brut und schwächt so die Bienenvölker bis hin zu deren völligem Absterben. Sie wird in erster Linie durch Räuberei verbreitet, aber auch durch Verflug oder das Verbringen infizierter Materialien oder Gerätschaften von einem Bienenstand in einen anderen. So wurde zum Beispiel der Bienenstock in Haselhorst durch den Kontakt zu einem Imker in Pankow angesteckt. In diesem Zusammenhang weist der zuständige Stadtrat Stephan Machulik ausdrücklich darauf hin, dass jeder, der Bienen hält oder halten will, dies bei der Veterinäraufsicht anzeigen und sich registrieren lassen muss. Nur wenn bekannt ist, wo überall Bienen gehalten werden ist es auch möglich, die Bienenseuche effektiv zu bekämpfen und einer Weiterverbreitung vorzubeugen. cs TA N JA SCHN I T Z LER O-Ton Wilhelmstadt Adressen Prozesssteuerung und Sanierungsbeauftragter Koordinationsbüro für Stadtentwicklung und Projektmanagement (KoSP) Schwedter Straße 34A, 10435 Berlin www.kosp-berlin.de Andreas Wilke, Tel. 030 - 330028 – 36 wilke@kosp-berlin.de Linda Tennert-Guhr, Tel. 030 - 330028 – 30 tennert-guhr@kosp-berlin.de Geschäftsstraßenmanagement Ulrike Stock / Torsten Wiemken, Tel. 030 - 30 12 46 97 bzw. 0178 - 352 38 01 gsm@wilhelmstadt-bewegt.de Öffnungszeiten Büro Adamstraße 39 (Stadtteilladen) Di und Mi 10–13 Uhr die raumplaner / LOKATION:S Kaiser-Friedrich-Straße 90, 10585 Berlin www.die-raumplaner.de Stadtteilvertretung Wilhelmstadt Sprecher: Michael Henkel, Markus Ritter, Emilio Paolini Öffentliche Sitzung: jeder 1. Mittwoch im Monat, 19 Uhr Stadtteilladen Adamstraße 39 www.stv-wilhelmstadt.de Bezirksstadtrat für Bauen, Planen und Gesundheit Frank Bewig Bezirksamt Spandau von Berlin Carl-Schurz-Straße 2/6, 13597 Berlin Tel. 030 - 90 279 - 22 61 frank.bewig@ba-spandau.berlin.de Stadtentwicklungsamt, Fachbereich Stadtplanung Carl-Schurz-Straße 2/6, 13597 Berlin Sprechzeiten: dienstags und freitags 9–12 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung Amtsleiter: Markus Schulte, Tel. 030 - 90 279 - 35 72 markus.schulte@ba-spandau.berlin.de Gruppenleitung Städtebauförderung: Nadine Deiwick, Tel. 030 - 90279 - 2526 nadine.deiwick@ba-spandau.berlin.de Förderprogramm »Aktive Zentren Berlin«: Jörg Rinke, Tel. 030 - 90 279 - 3568 joerg.rinke@ba-spandau.berlin.de Katharina Lange, Tel. 030 - 90 279 - 2280 katharina.lange@ba-spandau.berlin.de Sanierungsverfahren Spandau-Wilhelmstadt: Kerstin Schröder, Tel. 030 - 90 279 - 35 73 kerstin.schroeder@ba-spandau.berlin.de Aktuelle Beratungsangebote im Stadtteilladen, Adamstr. 39 Sozialteam Wilhelmstadt Tel. 419562-54 / -62 / -58 Kontakt: Niels Tiedtke, Stadtteilkoordination Wilhelmstadt, Tel.: 0177-8040962, erreichbar dienstags 16.30–18.30 Uhr und donnerstags 10–13 Uhr, Mail: stadtteilarbeitwilhelmstadt@casa-ev.de Montag, 16–18 Uhr: Schiedsmann Dietmar Zacher berät bei Konflikten und Streitigkeiten und zu Schwerbehindertenrecht Freitag, 10–12 Uhr: Hartz IV und mehr: Wolfgang Schumann berät zu Hartz IV, Jobcenter, Existenzgründung 2. Donnerstag im Monat, 17:30–20 Uhr: Repair-Café: Hilfe zur Selbsthilfe, Reparatur von Elektro- und Haushaltsgeräten unter Anleitung 4. Freitag im Monat, 10–12 Uhr: Demenzlotsensprechstunde: Maria Späth bietet Beratung und Hilfe für Angehörige von Demenzkranken Dienstag 16:30–18:30 Uhr, Donnerstag 10–13 Uhr: Sprechstunde der Stadtteilkoordination Wilhelmstadt Niels Tiedtke bietet Beratung für alle, die sich im Stadtteil engagieren wollen oder Ideen für den Stadtteilladen haben 15 Ein Projekt im Sanierungsgebiet Spandau Wilhelmstadt Weitere Informationen zur Aktion erhalten Sie beim: Geschäftsstraßenmanagement Wilhelmstadt Adamstraße 39, 13595 Berlin 030.301 246 97 gsm@wilhelmstadt-bewegt.de TERMINE 8.–12. APRIL 2019, 10-18 UHR Abgabe der Osternester im Stadtteilladen, Adamstraße 39 16.–22. APRIL 2019 Aktionszeit: Ausstellung in den Schaufenstern - Nestersuche 23.–30. APRIL 2019 Abholen der befüllten Osternester in den Geschäften Die Teilnahme ist beschränkt auf Kinder zwischen 0 und 14 Jahren. Wer teilnehmen möchte, bastelt ein selbstgestaltetes Osternest und bringt es zwischen dem 8. und 12. April in den Stadtteilladen (10-18 Uhr). Der Osterhase wird die Nester befüllen und in den Schaufenstern der Wilhelmstädter Geschäfte verstecken. Dort können die Osternester eine Woche lang bewundert werden. Wir freuen uns daher über besonders schön gestaltete Nester. Nach Ostern, zwischen dem 23.-30. April, können die Kinder ihr gefülltes Osternest direkt in dem Geschäft abholen, in dessen Schaufenster es versteckt ist. DIE WILHELMSTÄDTER GESCHÄFTE BEFÜLLEN WIEDER DIE OSTERNESTER FÜR DIE KINDER AUS DER WILHELMSTADT FINDE DEIN OSTERNEST FINDE DEIN OSTERNEST WILHELMSTÄDTER FRÜHLINGSAKTION 2019
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