Publication:
2019
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15364703
Path:
Wilhelmstädter Magazin Nr. 2, April / Mai 2019

TA N JA SCHN I T L ZER

Erscheint sechsmal im Jahr kostenlos und werbefrei, Herausgeber: Bezirksamt Spandau von Berlin, Stadtentwicklungsamt

Seite 3
Nur noch Reserve

Seite 11
Trauer um Volkmar Tietz

Seite 15
Vor hundert Jahren

Vor drei Jahren wohnten die Flüchtlinge
noch in Zelten auf dem Hof. Jetzt ist die
Schmidt-Knobelsdorf- Kaserne leergezogen.

Am 15. Februar verstarb für alle völlig über­
raschend Volkmar Tietz: Er war eine Insti­tu­tion in der Wilhelmstadt.

Im März 1919 schlossen die »Heereswerkstätten«. Halb Spandau war auf einen
Schlag arbeitslos.

Die frühere Schmidt-KnobelsdorfKaserne in Spandau

TA N JA SCHN I T L ZER

Termine im Stadtteilladen Adamstraße 39

Sprechzeiten des Geschäftsstraßenmanagements: Di und Mi 10–13 Uhr
Sprechstunde des KoSP (Gebietsbeauftragte
für die Wilhelmstadt): Fr 9–14 Uhr
Öffentliche Sitzungen der Stadtteilvertretung:
jeden 1. Mittwoch im Monat, 19.15 Uhr
Stadtteilvertretung, AG Verkehr:
jeden 2. Mittwoch im Monat, 19–21 Uhr
Beratungsangebote des Sozialteams im
Stadtteilladen: siehe S. 15

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der
jüngeren Geschichte der Wilhelmstadt, baut
derzeit ein Archiv auf und trifft sich jeden
zweiten Montag und jeden letzten Donnerstag
im Monat um 17 Uhr im Stadtteilladen.

Bilderrätsel: Gewinner gesucht!
Wo wurde dieses Foto aufgenommen? Wer weiß, welchen Ort in der Wilhelmstadt das Bild zeigt,
schickt die Lösung – bitte mit genauer Absenderadresse! – an die Redaktion: »Wilma«, c/o Ulrike
Steglich, Elisabethkirchstr. 21, 10115 Berlin, oder per Mail an: wilma@berliner-ecken.com
Einsendeschluss ist Montag, der 7. Mai. Unter den richtigen Einsendungen wird ausgelost, der
Gewinner erhält einen 20-Euro-Büchergutschein für die Dorotheenstädtische Buchhandlung.
Unser letztes Bilderrätsel zeigte ein Schild am Dentalsalon Wotke in der Weißenburger Straße 13.
Gewonnen hat Silvia Hendrischke – herzlichen Glückwunsch! Der Preis wird Ihnen per Post
zugesandt.

LOGOS

Nachhilfe für Schüler (alle Schulfächer):
Di + Mi ab 16 Uhr
Schachtraining (Anfänger, für Kinder ab
8 Jahren): mittwochs 18.30–20 Uhr,
Unterricht auf Deutsch
SELAM

(Sozialarbeit für Kinder und Jugendliche)
Ansprechpartner: Mesut Göre,
Kontakt: Tel. 0176-34 93 90 44

»Mosaik« übernimmt Patenschaft
für Spiel- und Bolzplatz
Der Beschäftigungs- und Förderbereich Götelstraße der Mosaik-Berlin gGmbH besucht in
der Wilhelmstadt gern den beliebten
»Ritterburg«-Spielplatz sowie den benachbarten Bolzplatz am Földerichplatz und hat nun
im Rahmen des Projektes »Raum für Kinderträume« sein Engagement für diese Spielflächen durch eine Patenschaft intensiviert.
Im Beschäftigungs- und Förderbereich Götelstraße (BFB Götelstraße) werden bis zu 70
Menschen mit Behinderung betreut und gefördert. Die Förderung erfolgt in kleinen Gruppen,
die sich aus Menschen verschiedener Altersgruppen mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen zusammensetzen. In der lebendigen
und fröhlichen Gemeinschaft werden abwechslungsreiche Förderangebote bereitgestellt.
Bezirksstadtrat Frank Bewig hat die Urkunde
für die übernommene Patenschaft dem BFB
Götelstraße, seiner Leiterin Susanne Peters und
der Motopädin Christiane Schulze am 3. April
in der Aula von »Mosaik« (Götelstraße 66)
feierlich überreicht.
2

Das Spandauer Projekt »Raum für Kinderträume« widmet sich insbesondere den Kinderspielplätzen im Bezirk. Auch Sie können Spielplatzpate werden! Melden Sie sich einfach bei der
Projektleitung von »Raum für Kinderträume«,
Frau Simone Maier (simone.maier@ba-spandau.berlin.de, Tel.: 90279-2363). Sie beantwortet Ihre Fragen gern und freut sich über interessierte Bürger und Unternehmen, die sich für
Spiel- und Bolzplätze in Spandau engagieren
möchten.

WILMA im Internet

Alle bisher erschienenen Ausgaben der WILMA
findet man auch im Internet als PDF unter:
www.wilhelmstadt-bewegt.de/was-bewegt-sich/
Die nächste WILMA ...

.... erscheint Ende Mai 2019.

Impressum
HER AUSGEBER Bezirksamt Spandau von
Berlin, Abt. Bauen, Planen und Gesundheit;
Stadtentwicklungsamt
REDA K T ION Christof Schaffelder,
Ulrike Steglich
REDA K T IONS A DRE S SE »Wilma«,
c/o Ulrike Steglich, Elisabethkirchstr. 21,
10115 Berlin, Tel.: (030) 283 31 27,
mail: wilma@berliner-ecken.com
FOTOREDA K T ION Tanja Schnitzler,
fotografie@tanjaschnitzler.de
ENT WURF UND GE S TA LTUNG

Kai Dieterich, www.morgen-berlin.com,
Sebastian Fessel
DRUCK BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH
www.berliner-zeitungsdruck.de
V. I . S .D.P. Ulrike Steglich / Für den Inhalt
der Zeitung zeichnet nicht der Herausgeber,
sondern die Redaktion verantwortlich.

TA N JA SCHN I T L ZER

AG »Geschichte und Geschichten«

Dank für großes
Wilhelmstädter
Engagement

Die Flüchtlingsunterkunft in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne
läuft nur noch auf Reserve
Die Zeit, in der besonders viele Flüchtlinge in
der Wilhelmstadt zu sehen waren, ist zu Ende gegangen. Denn die Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne ist seit Anfang April nur noch
ein Ankunftszentrum im Reservebetrieb und
wird zum Jahresende an die Bundesanstalt
für Immobilienaufgaben (BIMA) zurückgegeben. Und auch die Tage des »Tempohomes« in den Wohncontainern am Südhafen
sind schon gezählt. Das jedenfalls berichtete
die zuständige Senatorin für Integration, Soziales und Arbeit einer Bür­gerversammlung
im Gemeindesaal der Melanchthon-Kirchengemeinde am 12. März.
Dort dankte Elke Breitenbach zunächst einmal den Wilhelmstädterinnen und Wilhelmstädtern für ihr großes Engagement der letzten Jahre. Das war wirklich beträchtlich und
bestand nicht nur aus Freiwilligendiensten
in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne, sondern auch in vielen persönlichen Begegnungen und Kontakten – zum Beispiel im
Melanchthon-Café der gastgebenden Kirchengemeinde. Dort, so berichtete ein Vertreter der Gemeinde, hätten sich inzwischen regelrechte Freundschaften entwickelt. Die Geflüchteten wohnten inzwischen nicht mehr

in der Kaserne und kämen teilweise aus anderen Bezirken angereist, um mittwochnachmittags ihre Bekannten aus der Gemeinde zu
treffen.

Bewohner. »Normalerweise müsste das reichen, man weiß aber nie, was passiert. Deshalb halten wir die Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne bis zum Jahresende als Reservestandort vor«, erläuterte die Senatorin. Auf dem
Höhepunkt der Flüchtlingskrise in den Jahren 2015 und 2016 waren dort mehr als 1000
Geflüchtete untergebracht, die zeitweise
auch in Zelten auf dem Kasernenhof nächtigen mussten.
Auch die bis zu 256 Flüchtlinge, die derzeit
noch in den »Tempohomes« an der Straße
Am Oberhafen wohnen, werden wohl bald
aus der Wilhelmstadt wegziehen. Denn die
Wohncontainer stehen an einem Ort, der eigentlich für Wohnzwecke nicht zugelassen ist
und der deshalb nur befristet dafür genutzt
werden darf. Im Oktober läuft diese Frist eigentlich aus, wird aber möglicherweise noch
um einige Monate verlängert. Das Gelände
gehört der landeseigenen Berliner Hafen und
Lagerhausgesellschaft mbH (BEHALA), die
hier angeblich eine Halle für übergroßes
Stückgut plant. Allerdings betreibt ein mittelständischer Spezialist für Großraum- und
Schwertransportlogisitik inzwischen den Havelport in Wustermark, so dass ein paar Kilometer weiter bereits die Möglichkeit besteht,
solche Spezialfracht in Binnenschiffe zu verladen.

Ankunftszentrum jetzt in Reinickendorf

Denn die Kaserne diente seit Januar ja nur
noch als Ankunftszentrum, wo neue Flüchtlinge in Berlin in den ersten zwei, drei Tagen
untergebracht werden, während sie medizinisch durchgecheckt und die ersten Formalitäten erledigt werden. Bei dieser Erklärung
konnte sich Senatorin Breitenbach eine Spitze gegen den Bundesinnenminister nicht verkneifen: »Das sind Ankunftszentren und keine Ankerzentren, wie Horst Seehofer sie fordert. Wir in Berlin sperren Flüchtlinge nicht
ein, nur weil sie geflüchtet sind!« Das Publikum reagierte mit spontanem Applaus.
Die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge
in Berlin geht hingegen deutlich zurück. Anfang März waren nur noch etwas mehr als
hundert in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne untergebracht. Anfang April eröffnete jedoch das neue Ankunftszentrum in der Reinickendorfer Karl-Bonhoeffer-Klinik. Das ist
dann zwar noch nicht ganz fertig gebaut, verfügt aber schon eine Kapazität für über 500

Was wird aus der Kaserne?

Zur Zukunft der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne konnte Senatorin Breitenbach auf der
Versammlung nur die Achseln zucken: »Wir
übergeben sie zu Jahresende an die BIMA,
darüber, was diese auf dem Areal macht, habe ich jedoch keine besonderen Kenntnis.«
Zwar gibt es Pläne, dort die Bundespolizei
und Teile ihrer Spezialeinheit GSG9 zu stationieren. Auf der anderen Seite existiert aber
auch die Forderung der ostdeutschen Bundesländer, mehr Dienststellen von Bundesbehörden in den neuen Ländern aufzubauen
und das krasse Ungleichgewicht in dieser
Hinsicht abzubauen. Und in diesem Jahr
wird in Ostdeutschland gewählt: Parallel zur
Europawahl finden in allen fünf neuen Ländern Kommunalwahlen statt, am ersten
September wählen Brandenburg und Sachsen ihre Landtage, Thüringen folgt im Oktober. Gut möglich also, dass noch einmal Bewegung in die Debatte kommt. 
cs
3

Zukunft in der Wilhelmstadt

Wohin rollt die Havelwelle?

Der Künstler Günter Ohlwein hatte die Lage Spandaus am
Wasser und den sanften Schwung einer Welle im Sinn, als
er die Brunnenanlage »Havelwelle« eigens für den Marktplatz in der Spandauer Altstadt entwarf. Der Markt wurde
1982 im Rahmen der 750-Jahr-Feier Berlins umgestaltet, die
32 Meter lange »Havelwelle« fand dort ihren Platz. Deren
inzwischen betagter Schöpfer allerdings war ziemlich irri-

tiert, als er unlängst sein Werk wiedersah: So hoch, wie er
jetzt platziert ist, sollte der Brunnen nach seinen Intentionen nie herausragen, sagte Ohlwein. Es war die erhöhte
Lage, die die Skulptur ihrer eigentlichen Proportion beraubte und sie manchem als deplatziert erscheinen ließ.
Dennoch wurde sie von vielen als Sitzgelegenheit geschätzt, Kinder freuten sich über das Wasserspiel.
Nun soll im Zuge einer kompletten Neugestaltung des
Platzes dieser eingeebnet werden und die Havelwelle vom
Markt verschwinden. Nur – wohin? Der Ziegelhof in der
Wilhelmstadt wäre ein guter neuer Standort, findet nicht
nur Stadtrat Frank Bewig.
Hier wäre die Anlage aus mehreren Gründen thematisch
gut aufgehoben: Zum einen ist da die Nähe zum Bullengrabengrünzug, der sich westlich der Klosterstraße erstreckt
und eigentlich mit dem Ziegelhof-Park östlich der Straße
fortgeführt wird. Zum anderen würde die »Havelwelle« im
Ziegelhofpark, der ja zur Havel hinführt, hier tatsächlich einen Bezug zum Fluss haben. Wieder auf die ursprünglich
geplante Höhe gebracht, wäre die Brunnenanlage auch optisch eine Bereicherung. Und Anwohner wie auch Passanten hätten hier einen Ort zum Verweilen und Ausruhen.
Derzeit laufen Gespräche mit dem zuständigen Fachamt.
Und die Stadtteilvertretung Wilhelmstadt will sich mit
dem Thema befassen und sich eine Meinung bilden, ob der
vorgesehene Standort aus ihrer Sicht geeignet ist.
us

Trinkbrunnen im öffentlichen Raum
Nicht nur auf dem Földerichplatz sinnvoll
Im Jahr 2010 hat es die UNO offiziell als Menschenrecht anerkannt: das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser. Wir denken
dabei meistens an Länder der Dritten Welt, aber auch bei uns
ist dieses Recht noch nicht optimal umgesetzt. Zwar kann
man unser Leitungswasser problemlos trinken – es ist sogar
besser und gesünder als das Wasser, das in Plastikflaschen abgefüllt verkauft wird. Aber kos­tenlos ist der Zugang meist
nicht. Wir merken das jedoch oft erst, wenn wir in fremden Gefilden unterwegs sind und Durst bekommen.
Trinkbrunnen im öffentlichen Raum sind relativ selten: In
Spandau gibt es neben dem Brunnen auf dem Metzer Platz
nur noch einen in der Freizeitsportanlage Südpark und einen in Stresow. Ín ganz Berlin sind es nach Auskunft der
Berliner Wasserbetriebe aktuell gerade mal 60 Trinkbrunnen sowie 62 Trinkwasserspender in öffentlichen Verwaltungsgebäuden. Immerhin tut sich etwas: Für die Jahre
2018 und 2019 stellt der Senat insgesamt eine Million Euro
bereit, damit rund 100 zusätzliche Trinkbrunnen und Wasserspender die Stadt bereichern. Die Brunnen mit kostenlosem Trinkwasser werden von den Berliner Wasserbetrieben aufgestellt und auch betrieben. Sinnvoll sind solche
Trinkbrunnen natürlich vor allem dort, wo Kinder und Jugendliche toben: in der Nähe von Spielplätzen zum Beispiel
oder an Bolzplätzen. Zum Beispiel am Földerichplatz, der
seit seinem Umbau im Jahr 2011 mit einem Bolzplatz ausge4

stattet ist. Die Anregung kam von Jan Lutz, dem Inhaber
des Eisladens »Jan’s Gelateria« direkt am Földerichplatz. Er
sieht, wie viele Kinder aus der benachbarten Schule und
aus dem Kiez täglich den Platz nutzen. Das Stadtentwicklungsamt des Bezirks griff diese Anregung auf und setzte
sich mit den Wasserbetrieben in Verbindung.
Ein Trinkwasserbrunnen war bei der Planung der Anlage
noch nicht auf der Agenda, wäre aber recht unkompliziert
nachzurüsten, wie eine Prüfung durch die Wasserbetriebe
ergab. Allerdings müsste dazu die westliche Fahrgasse
zwischen der Adamstraße und der Christoph Földerich-­
Grundschule aufgebrochen werden, um einen Hydranten
unter der Fahrbahn als Anschluss nutzen zu können. Dabei würde jedoch eine »Narbe« im Straßenbelag zurückbleiben. Und weil die Fahrgasse erst 2013 mit Fördermitteln erneuert wurde, muss die Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und Wohnen noch zustimmen – wohl
nur eine Formalie.
Zusätzliche Brunnen wären zum Beispiel am Havelufer
wünschenswert, wo im Sommer auch viele Radwanderer
auf dem Havel-Radweg unterwegs sind. Auch klimapolitisch ist das sinnvoll: Man spart die Verpackung, wenn man
am direkt am Wasserstrahl trinkt und keine Flaschen oder
Becher benötigt. Und weil die Sommer immer wärmer werden, wird unser Bedarf an solchen Erfrischungsstellen weiter steigen. 
cs

Wie geht es jetzt eigentlich weiter mit der Pichelsdorfer
Straße und dem Metzer Platz – und vor allem: wann? Was
tut sich für die Geschäfte und Gewerbebetriebe im Gebiet?
Welche Möglichkeiten gibt es, die Wilhelmstadt noch ein
bisschen grüner zu gestalten? Und wie kann man sich
selbst bei all dem einbringen?
Solche und viele andere Fragen können am Samstag, 11.
Mai gestellt werden. An diesem Tag werden von 10 bis 13
Uhr auf dem Földerichplatz mehrere Stände aufgebaut, an
denen man sich über das Geschehen in der Wilhelmstadt
und weitere Projekte und Planungen informieren kann.
Anlass ist der 5. »Tag der Städtebauförderung«, der seit
2015 jährlich an einem Samstag im Mai begangen wird.
Die Stände auf dem Földerichplatz widmen sich den Themenbereichen Verkehr, Geschäftsstraßenmanagement/
Wirtschaft und Gestaltung sowie Grün und Infrastruktur.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bezirksamts, des
Büros KoSP GmbH als Gebietsbetreuer und des Geschäftsstraßenmanagements sind vor Ort, um Ihre Fragen zu beantworten, über Projekte zu berichten und ihre Anregungen und Ideen oder auch Kritik aufzunehmen. Außerdem gibt es ein Quiz zum Metzer Platz, und die Internet-

plattform »Wilhelmstadt bietet« soll vorgestellt werden.
Was ist eigentlich der »Tag der Städtebauförderung« und
warum gibt es ihn? In vielen Städten und Gemeinden werden Förderprogramme von Bund, Land und EU eingesetzt,
um Projekte im öffentlichen Raum zu realisieren, die aus
den regulären kommunalen Etats kaum zu finanzieren wären. Allein in Berlin gibt es mittlerweile 78 Gebiete in Programmen der Städtebauförderung mit einem Budget von
rund 135 Millionen Euro. Davon profitieren rund 1,2 Millionen Berliner. Um den Einsatz der Mittel, die Ergebnisse der
bisherigen Arbeit und die noch anstehenden Projekte für
die Öffentlichkeit transparent und konkret sichtbar zu machen, wurde der bundesweite Tag der Städtebauförderung
ins Leben gerufen. An diesem Tag präsentieren die einzelnen Fördergebiete ihre jeweiligen Vorhaben: mit Veranstaltungen, Führungen, Ausstellungen, Kiezspaziergängen,
Events, Straßenfesten u.ä.
Über die Aktivitäten in Spandau an diesem Tag informiert
ein Faltblatt, das u.a. im Stadtteilladen Adamstraße erhältlich ist, außerdem wird nach Ostern auch das gesamte Berliner Programm mit Druckwerken publik gemacht.

us

»Mega« am Metzer Platz
Die riesige Werbetafel auf der Pichelsdorfer stört – leider kann sie nicht so einfach entfernt werden
TA N JA SCHN I T L ZER

TA N JA SCHN I T L ZER

11. Mai, »Tag der Städtebauförderung« auf dem Földerichplatz – Abschluss der ISEK-Beteiligung

Sie ist kaum zu übersehen: die riesige beleuchtete Werbetafel, die seit einiger Zeit in der Pichelsdorfer Straße gegenüber dem Metzer Platz, unmittelbar vor der Pizzeria steht.
Die »Megalight«-Werbetafel (so heißt diese Art des Werbeträgers in der Fachsprache) ist eine »bauliche Anlage«, die
von vielen freilich nicht als gelungen, sondern als äußerst
unliebsam empfunden wurde. Überdimensional, zu dominant und aufdringlich, störend auf dem Gehweg, so em­
pfinden es etliche Anwohner und Passan­ten. Obendrein
verstellt sie den freien Blick auf die bemalte Brandwand,
die inzwischen zum Wilhelmstädter Symbol geworden ist.
Inwieweit diese Anlage mit den Planungen zur künftigen
Gestaltung und angestrebten Aufwertung der Pichelsdor-

fer Straße, wie sie zusammen mit den Wilhelmstädtern
entwickelt wurde vereinbar ist, ist streitwürdig.
Das Stadtentwicklungsamt würde lieber heute als morgen
die Werbetafel entfernen lassen – doch leider geht das
nicht so einfach. Denn die Tafel steht auf einem Privatgrundstück, und das in einem sogenannten Mischgebiet
(so heißt die planerische Kategorie für Quartiere mit einer
Mischung aus Wohn- und gewerblichen Nutzungen).
Dennoch verweigerte das Bezirksamt die bauordnungsrechtliche und sanierungsrechtliche Genehmigung. Dagegen legte der Grundeigentümer Widerspruch ein, schließlich kam es zu einem Gerichtstermin. Das Gericht entschied folgendermaßen: Der Standort der Tafel musste
leicht verändert werden und mehr von der gestalteten
Brandwand abrücken – nun ist allerdings die Sicht auf das
Brandwand aus einer anderen Perspektive verstellt. Der
bauordnungsrechtlichen Versagung aus gestalterischen
Gründen (wie Beeinträchtigung bis hin zu Verunstaltung
des Stadtbildes) folgte das Gericht nicht. Nur aufgrund der
Vorbehalte hinsichtlich des Sanierungsrechts ist das »Megalight« nun zunächst temporär, für die Dauer von zwei
Jahren genehmigt. In dieser Zeit hat das Bezirksamt die Gelegenheit, die Sanierungsziele für die Gestaltung des Metzer Platzes zu konkretisieren. Sind diese mit der Werbetafel
unvereinbar, kann die Entfernung der Riesenwerbung gefordert werden.
us
Und was halten Sie von der Werbetafel? Stört sie, fällt sie
Ihnen gar nicht weiter auf oder gefällt Ihnen möglicherweise
auch diese Art der Werbung? Ihre Meinung interessiert uns
sehr. Schreiben Sie uns, per Post oder per e-Mail!
5

»Dauerhaftes Provisorium«
Die westliche Weißenburger wird endgültig abgehängt – allerdings vorerst nur mit einer provisorischen Gestaltung
Dass die westliche Weißenburger Straße abgehängt wird, steht fest, auch die Verkehrslenkung Berlin hat inzwischen grünes Licht
gegeben. Doch beim Bezirksamt treffen immer noch ab und an Beschwerden ein. Ulf
Abbenhaus vom Straßen- und Grünflächenamt Spandau erläuterte noch einmal alle
Maßnahmen, die zur Prüfung der Abhängung vorgenommen wurden. Bei einer umfassenden Befragung der Anrainer hatte sich
eine deutliche Mehrheit (ca. 70%) für eine
dauerhafte Schließung ausgesprochen,
auch eine Mehrheit der unmittelbar betroffenen Gewerbemieter – ebenso wie die Stadtteilvertretung. Während der monatelangen
Test-Abhängung gab es Gelegenheit zur Beobachtung möglicher Auswirkungen, auch
eine Verkehrszählung wurde durchgeführt.
Ergebnis: In den umliegenden Wohnsstra-

ßen waren trotz der Abhängung keine erhöhten Verkehrsaufkommen zu verzeichnen, die umgeleiteten Fahrzeuge werden vor
allem durch die Adam- und Betckestraße
aufgenommen. Beides sind übergeordnete
Straßen, die dafür auch vorgesehen sind.
Das von manchen befürchtete Chaos blieb
also aus. Stattdessen konstatierten viele einen wesentlich flüssiger laufenden Verkehr
auf der Pichelsdorfer Straße, weniger Behinderungen für die BVG-Busse und insgesamt
eine Beruhigung der zuvor komplizierten Situation mit diversen Abbiegespuren.
Eigentlich sollte nun nach der Abhängung
eine umfassende Neugestaltung und Verbesserung des Kreuzungsbereichs stattfinden: Die Ampeln könnten neu geschaltet
werden, die überflüssig gewordenen Absperrgitter könnten weg, der Vorplatz an der

Ecke der östlichen Weißenburger / Pichelsdorfer echte Aufenthaltsqualität bekommen. Diese Umgestaltung sollte logischerweise möglichst im Zuge der Neugestaltung
der gesamten Pichelsdorfer Straße vorgenommen werden. Doch da sich letzteres nun
verzögert, muss auch der Kreuzungsbereich
noch warten. Andererseits drängt die Verkehrslenkung Berlin nun auf die Beseitigung
der provisorischen Beschilderung und der
Absperrgitter. Mit dem Bezirk hat man sich
nun darauf geeinigt, dass zunächst ein »dauerhaftes Provisorium« gebaut wird, bei dem
nur der Asphalt angeglichen wird, die Borde
mit den notwendigen Absenkungen durchgezogen und Poller sowie eine entsprechende Beschilderung angebracht werden.
Danach heißt es warten auf die Erneuerung
der Pichelsdorfer.
us

Pichelsdorfer: Umbau mit Hindernissen
Wasserbetriebe bauen mindestens bis Mitte 2020
Eigentlich sollte es in diesem Jahr nun endlich losgehen mit der Neugestaltung der Pichelsdorfer Straße. Seit Jahren warten die Anwohner und Anrainer darauf. Die Planungen
und alle notwendigen vorbereitenden Schritte waren abgeschlossen, eine umfassende
Bürgerbeteiligung hat schon vor Jahren stattgefunden, das Geld stand bereit. Auch alle
Versorgungsbetriebe, die eventuell zuvor
noch Leitungsarbeiten durchführen könnten,
waren fristgerecht und rechtzeitig informiert
und angefragt worden. Auch die Wasserbetriebe. Die aber meldeten keinen Bedarf an.

Erst jetzt, Jahre später und kurz vor dem geplanten Baubeginn, fiel den Wasserbetrieben
plötzlich ein, dass es hier doch noch Handlungsbedarf für sie gebe. Trinkwasserleitungen müssen beiderseits der Pichelsdorfer
Straße erneuert werden, und das über sämtliche wesentlichen Abschnitte der Straße.
Der Ärger war groß, doch es half ja nichts: Es
macht keinen Sinn, erst die Gehwege umfassend zu erneuern und dann alles wieder für
die Wasserleitungsarbeiten aufzureißen. Also müssen die Wasserbetriebe zuerst ran.
Und das dauert: allein die Planungen für die

Leitungen werden sich nach Aussage der
Wasserbetriebe wohl bis in den August ziehen. Und die eigentlichen Leitungsarbeiten
vor Ort könnten dann bis August 2020 abgeschlossen sein – »im günstigsten Fall« heißt
es, und der tritt ja bekanntlich in Berlin auf
öffentlichen Baustellen eher selten ein. Das
wiederum bedeutet aber, dass der eigentliche Umbau der Pichelsdorfer erst ab 2021 erfolgen kann. Die Anrainer haben also noch einige unruhige Jahre vor sich.
us

Berg- und
Talfahrt

Die Entwicklung der Boden­richt­werte in der Wilhelmstadt
Berlin wird immer wertvoller – zumindest
der Boden, auf dem es gebaut ist. Das gilt
auch für die Wilhelmstadt. Hier erhöhten
sich die Bodenrichtwerte im vergangenen
Jahr von 900 auf 1100 Euro pro Quadratmeter.
Die Steigerungsrate betrug 22%, im Jahr zuvor 28% und während des Jahres 2016 sogar
extreme 63%. Im längerfristigen Vergleich
sind die Bodenwerte jedoch gerade erst dabei, den Gipfel ihrer Preisentwicklung in den
frühen 1990er Jahren zu überflügeln.
Den hatten sie mit 1500 DM/qm (767 Euro/
qm) Anfang 1993 erreicht und bis Anfang
1995 gehalten. In Preisen von heute, also
wenn man die Preissteigerung mit einbezieht, war im Jahr 1993 der Quadratmeter Wilhelmstadt sogar 1158 Euro wert – also etwa
so viel wie jetzt. Dieser Richtwert bezieht dabei auf Wohngrundstücke mit einer Geschossflächenzahl (GFZ) von 2,0 und damit
auf den größten Teil der Wilhelmstadt. Einige Teilbereiche wie beispielsweise die Gegend am Burgwall sind weit weniger dicht
bebaut, dort ist der Bodenwert geringer. Und
natürlich spielt für die Berechnung des Wertes einer Immobilie fast immer der Wert des
Gebäudes die Hauptrolle, der sich viel weniger schnell ändert: Der Bodenwert ist das,
was übrig bleibt, wenn man den Gebäudewert vom Verkaufspreis eines Grundstücks
abzieht. Und weil diese Verkaufspreise in

den letzten Jahren deutlich schneller gestiegen sind als die Mieterträge, sind die Bodenwerte regelrecht explodiert.
Der aktuelle Bodenrichtwert wird jährlich
vom Gutachterausschuss des Landes Berlin
auf der Grundlage aller erfolgten Grundstücksverkäufe in der Stadt ermittelt und
auf einer Bodenrichtwertkarte veröffentlicht. Dabei fließen die Verkaufspreise von
Grundstücken aus Gebieten mit ähnlichen
Baustrukturen jeweils zusammen und werden anschließend nach lokalen Faktoren
gewichtet. In der Spandauer Neustadt zum
Beispiel, die eine ähnlich gründerzeitliche
Baustruktur und Baudichte aufweist, liegt
der aktuelle Bodenrichtwert mit 1000 Euro/
qm unter dem der Wilhelmstadt, vermutlich
weil sie stärker vom Fluglärm aus Tegel betroffen ist.
In der Entwicklung der Bodenwerte spiegeln
sich die Erwartungen in die Entwicklung der
Stadt, in dieser Hinsicht ähneln die Bodenwerte den Aktienkursen. Allerdings schwanken die Bodenwerte sehr viel stärker – wenigstens in Berlin, wo sie eine rasante Berg- und
Talfahrt hinter sich haben. Von einer besonderen Preisstabilität des »Betongoldes«
sollte man in der Bundeshauptstadt eigentlich nicht mehr sprechen dürfen.
In den 1980er Jahren kletterten die Bodenrichtwerte in der Wilhelmstadt in heutigen
Preisen gerechnet jedenfalls vergleichbar gemächlich von 521 Euro zu Anfang des Jahres
1981 auf 667 Euro zu Anfang des Jahres 1989.
Nach dem Mauerfall aber schnellten sie rapide in die Höhe: bis auf 1158 heutige Euro im
Jahr 1993. Damals herrschte eine regelrechte
Goldgräberstimmung, Berlin wähnte sich
als Nabel der Republik und realisierte erst

Mitte der 1990er allmählich, dass die deutsche Wirtschaft keinesfalls daran dachte, ihre Schaltzentralen wieder in die deutsche
Hauptstadt zurück zu verlegen. Im Jahr 1998
jedenfalls erreichten die Bodenwerte nicht
nur in der Wilhelmstadt inflationsbereinigt
wieder das Niveau der 1980er Jahre. Es folgte
die Berliner Bankenkrise im Jahr 2001, die der
Stadt einen riesigen Schuldenberg hinterließ. Im Jahr 2005 erreichte der Bodenwert
seinen Tiefpunkt von damaligen 230 Euro/
qm, den er bis zum Jahr 2013 konstant beibehielt – in aktuellen Preisen sank er freilich
noch langsam weiter. Erst vor fünf Jahren begann er wieder zu steigen, dafür aber, wie
eingangs aufgeführt, umso explosiver.
Die Frage ist jetzt, ob die Talfahrt der Bodenwerte in den 2020er Jahren aufs neue be­
ginnt. Dagegen spricht, dass ganz anders als
zu Beginn der 1990er Jahre die Wirtschaft in
Berlin tatsächlich nachhaltig wächst. Jobs
werden nicht abgebaut, sondern entstehen
in großer Zahl neu, die Kaufkraft steigt und
viele Menschen kommen in die Stadt, weil
sie hier Arbeit finden. Wohnraum ist wieder
knapp und nachgefragt. Die Erwartungen,
die in den frühen 1990ern die Immobilienmärkte beflügelt hatten, verwirklichten sich
erst mit einer Verzögerung von einem Vierteljahrhundert. Auf der anderen Seite vollzieht sich der neue Wirtschaftsboom auf
einem abstrus niedrigen Zinsniveau und
steht daher auf wackligen Beinen. Falls die
Zinsen wieder Normalmaß erreichen, würden wahrscheinlich die Preise der Immobi­
lien wieder sinken, weil ihre Finanzierung
dann wesentlich teurer wird. Und dann würden auch die Bodenwerte wieder in den Keller gehen. 
cs

Die Entwicklung der Bodenrichtwerte in der Wilhelmstadt 1981–2019
Wohngebiet GFZ 2,0. in Euro/qm, jeweils zu Jahresbeginn, 1981–1995: in Zweijahresschritten. 1996–2019: jährlich

TAN JA SCHNI T ZLER

Kein Kopenhagen an der Havel

6

Radfahren ist nicht immer die pure Freude. Der zunehmende
Verkehr verleidet vielen den Umstieg auf das umweltfreundliche und gesundheitsfördernde Verkehrsmittel. Ein systematischer Ausbau des bezirklichen Radwegenetzes könnte Abhilfe
schaffen, steht aber noch ganz am Anfang. »Wir haben
schlichtweg nicht genug Leute, um ein übergreifendes Radwegekonzept zu entwickeln«, erklärte uns der für Gesundheit
und Stadtentwicklung zuständige Stadtrat Frank Bewig am
Rande des Spandauer »Fahr-Rates«. Dort erläuterten Mitarbeiter des Stadtentwicklungsamtes einzelne Maßnahmen zur
Entschärfung gefährlicher Kreuzungsbereiche und zur Führung von Radwegen in Grünbereichen. Auch aktuelle Planungen zum Ausbau eines überregionalen Radweges entlang der
Spree wurden vorgestellt. Wer sich Zukunftsvorstellungen
erhoffte, der wurde hingegen enttäuscht. In Potsdam ist man
in dieser Hinsicht viel weiter. Und von Zuständen wie in
Kopenhagen dürfen die Spandauer weiter nur träumen …

in den Preisen der jeweiligen Jahre

in Preisen des Jahres 2019

1200
110 0
10 0 0
900
800
70 0
600
500
400
300
200
10 0
0
19 8 1		19 8 3		19 8 5		19 8 7		19 8 9		19 9 1		19 9 3		19 9 5		19 9 7		19 9 9		2 0 01		2 0 0 3		2 0 0 5		2 0 0 7		2 0 0 9		2 011		2 01 3		2 01 5		2 017		2 019


7

TA N JA SCHN I T L ZER

Finde Dein Osternest!

Abschied einer
Institution im Kiez

Nach 37 Jahren gibt der Optiker John Heymann sein »Brillenhaus«
in der Pichelsdorfer Straße auf – allerdings nur ungern
Noch immer ist der amerikanische Akzent
unüberhörbar. Doch eine lange Geschichte
verbindet ihn mit Berlin. »Dass es mich in
die Wilhelmstadt verschlagen hat, klingt zunächst ungewöhnlich«, sagte John Milton
Heymann einmal im Interview. »Doch meine
gesamte Familie, deren Geschichte sich bis
ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen lässt,
stammte aus Berlin.«
Bekannt ist der Optiker vielen Wilhelmstädtern aus seinem Laden, dem »Brillenhaus«.
37 Jahre hatte es seinen Sitz in der Pichelsdorfer Straße 63.
John Heymann blickt auf eine interessante,
bewegte Biographie zurück. 1947 wurde er als
Kind deutscher Einwanderer in New York geboren, absolvierte ein Studium als »Optometrician« und promovierte. Auf einer Vortragsreihe lernte er seine spätere Frau kennen, eine gebürtige Spandauerin. Nach einigen gemeinsamen Jahren in Kalifornien zogen sie
nach Deutschland – dorthin, wo er sich bis
heute zu Hause fühlt. Hier eröffnete er 1982
sein Geschäft, bildete Lehrlinge aus, arbeitete zugleich als Vertragsoptiker für die US-Army und die Air Force, später auch für das britische Militär und die US-amerikanische Botschaft, wird Augenoberarzt im US-Army Hospital in Berlin. Zahlreiche Urkunden und Zertifikate aus jener Zeit hängen an einer Wand
des kleinen Ladens.
8

Spezialist ist er insbesondere für Kontaktlinsen, zu diesem Thema promovierte er auch.
Und was sonst nicht üblich ist in Deutschland, tat er auch hier: Er machte auch Hausbesuche bei Kunden, wenn es notwendig
war. Noch in den USA hatte er in gemeinsam
mit Studenten in einem Projekt ein System
für Hausbesuche entwickelt, samt einem
speziellen Koffer mit allen wichtigen Utensilien. »Auf diese Weise konnten wir im Sommer 1973 sämtliche Seniorenheime in SüdOntario besuchen und versorgen«, erzählt er
stolz.
Gern hätte er sein Geschäft, an dem er sehr
hängt, noch weitergeführt, doch angesichts
widriger Umstände und Konflikte mit dem
Vermieter sah er keine andere Möglichkeit
mehr als die Kündigung. Vor 19 Monaten hatte defekte Wasserleitungen im Haus einen
immensen Wasserschaden verursacht und
die Kellerräume geflutet, wo sich auch Werkstatt und Lagerräume des Ladens befanden,
etliche Maschinen und Material wurden beschädigt. Nachdem nach neun (!) Monaten
endlich der Schaden behoben war, passierte
noch einmal das Gleiche. All das ohne ausgleichende Mietminderung. Zeitgleich lief
der alte Mietvertrag aus, Heymann wurde
ein neuer Vertrag angeboten mit »moderater
Mieterhöhung«. Heymann blieb nur die

Am 30.6. ist Schluss, bis dahin ist noch viel
zu tun bei der Auflösung des Ladens. Immer
noch lagern Hunderte Brillenfassungen in
den kleinen Räumlichkeiten. Für seine Kunden bietet er deshalb – sozusagen im Sonderverkauf – bis 30. Juni Brillenmodelle zu
deutlich reduzierten Preisen an. Beruflich
weitermachen will er trotzdem, auf seinem
Spezialgebiet: mit einem Versandhandel für
Kontaktlinsen, darunter sehr spezielle und
seltene.
Fragt man ihn nach seinem merkwürdigsten
Erlebnis in seinen Jahren als Optiker in der
Wilhelmstadt, erzählt er folgende Geschichte, die er nur selten und dann auch sehr zurückhaltend erzählt. In seiner Tätigkeit beim
Militär bekam er keines Tages den Auftrag,
im Spandauer Kriegsverbrechergefängnis einem Häftling eine Brille anzupassen. Es war
eine Lesebrille für Rudolf Heß. »Dazu muss
man wissen, dass ein Optometrician in den
USA kein Handwerk wie hier, sondern ein
medizinischer Beruf ist. Und das bedeutet
auch, dass man niemanden als Kunden ablehnen darf, sondern verpflichtet ist, ihn zu
versorgen.« Das Bizarre der ganzen Situation
wurde ihm erst richtig bewusst, als man ihm
eine Quittung aushändigte: über eine Lesebrille für den Gefangenen Nr. 7.
Und die schönste Erinnerung? Das sind die
jungen Menschen, die er ausbildete und die
teils auch ihren Meister hier machten. Nun
sind sie selbst Augenoptiker, Heymann hat
noch immer Kontakt zu ihnen.
Und was will er mit der neu gewonnenen
Freizeit ab Juli anfangen? Heymann lächelt
unter seinem obligatorischen Basecap. »Ich
bin ein leidenschaftlicher Gärtner!«
us
»Brillenhaus«, Pichelsdorfer Str. 63,
noch bis 30. Juni geöffnet, Sonderverkauf
von Brillengestellen zu günstigen Preisen,
Tel. 3615400, www.brillenhaus-berlin.de

Die Plakate überall in der Wilhelmstadt sind unübersehbar: Vor Ostern startet auch 2019 die alljährliche Frühlingsaktion der Wilhelmstädter Gewerbetreibenden. Unter dem
Motto »Finde Dein Osternest« sind wieder alle Kinder und
Jugendlichen bis 14 Jahre dazu aufgerufen, ein schönes
Nest oder Osterkörbchen zu basteln. Das selbstgebastelte
Werk kann dann in der Woche vor den Osterferien, vom 8.
bis zum 12. April zwischen 10 und 18 Uhr im Stadtteilladen

in der Adamstraße 39 abgegeben werden. Anschließend
füllt der Osterhase die Nester mit kleinen Überraschungen
und verteilt sie auf die Schaufenster der 47 teilnehmenden
Wilhelmstädter Geschäfte.
Ab dem 16. April 2019 kann dann jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer auf die Suche nach seinem Nest gehen. Die
gefüllten Nester findet man in den Schaufenstern der teilnehmenden Geschäfte im Aktiven Zentrum Spandau-Wilhelmstadt. Wer sein Nest gefunden hat, kann es dann in
der Woche nach Ostern zwischen dem 23. April und dem 30.
April direkt in dem Geschäft, in dem es gefunden wurde,
abgeholt werden.
Die Aktion »Finde Dein Nest« wird in diesem Jahr bereits
zum vierten Mal vom Geschäftsstraßenmanagement Wilhelmstadt und den Gewerbetreibenden aus der Wilhelmstadt organisiert und durchgeführt. Im vergangenen Jahr
wurden rund 300 Nester von den Wilhelmstädter Kindern
gebastelt, die anschließend durch die Gewerbetreibende
gefüllt und in ihren Schaufenstern ausgestellt wurden.
Den Flyer zur Frühlingsaktion 2019 mit allen Daten und allen teilnehmenden Geschäften finden Sie im Stadtteilladen, in vielen Geschäften der Wilhelmstadt und auch im
Internet unter: www.wilhelmstadt-bewegt.de
us

Wilhelmstädter
Köstlichkeiten auf
der Messe
Es ist zwar schon ein paar Wochen her, dennoch ist es immer noch eine Nachricht wert: Gleich drei originär Wilhelmstädter Unternehmen konnten sich und ihre Produkte in
diesem Jahr auf der »Grünen Woche« präsentieren: »Florida-Eis«, das einst klein in der Wilhelmstadt begann und
dann weit über Spandau hinaus expandierte (Florida-Eis
findet man inzwischen in vielen Berliner Supermärkten),
das junge Start-Up »ÄNDE« mit seinen Ingwerlimonaden,
das inzwischen schon mehrfach prämiert und ausgezeichnet wurde, und das Geschäft »Schoko-Engel«, vielen mit
seinen süßen Kreationen und schokoladigen »Maßanfertigungen« aus der Pichelsdorfer Straße bekannt.
Stolz schickte uns Christiane Müller dieses Beweisfoto von
der »Grünen Woche 2019« (von links: Christiane Müller
vom Schoko-Engel, Olaf Höhn, Chef von Florida-Eis, und
Andrea Stenz von ÄNDE).
Die Internationale Grüne Woche wurde 1926 in Berlin gegründet und ist seitdem einzigartig als internationale Ausstellung für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau.
Jährlich nehmen über 1.700 Aussteller mit mehr als 100.000
Produkten aus Deutschland und der Welt daran teil. us

TA N JA SCHN I T L ZER

Wahl zu unterzeichnen oder nicht, und angesichts der Problemballung und des noch immer nicht sanierten Kellers entschloss er
sich schweren Herzens, den Standort nach 37
Jahren aufzugeben.

GE SCH Ä F T S S T R A S SENMN AGEMENT

Auch 2019 beteiligen sich wieder viele Wilhelmstädter Geschäfte
an der beliebten Aktion für Kinder und Jugendliche

9

Trauer um Volkmar Tietz

Interessieren Sie sich für die jüngere Wilhelmstädter Geschichte?
Alles begann vor sechs Jahren mit einem
Aufruf: Gesucht wurden Wilhelmstädter Fotos aus der Kindheit. Die Resonanz war enorm. Und mit den Fotos kamen auch Geschichten: viele persönliche Erlebnisse und
Erinnerungen, die sich mit der Wilhelmstadt
verbanden. Subjektive Geschichte also. Ein
Kaleidoskop der Geschichten aus der Nachkriegszeit, der 50er, 60er und 70er Jahre.
Daraus entstand nicht nur eine Ausstellung,
die im Jahr 2014 zum ersten Mal und danach
immer wieder gezeigt wurde und die ein
großes, interessiertes Publikum fand. Im
Zuge der Arbeit an der Ausstellung hatte
auch eine Gruppe von Menschen zusammengefunden, ein harter Kern, der gemeinsam
weitermachen wollte.
Seitdem trafen sie sich regelmäßig zweimal
im Monat in geselliger Atmosphäre. Ab und
an kamen neue Leute hinzu, ältere Menschen, die ebenfalls viele Erinnerungen mit
der Wilhelmstadt verbinden. Sie trugen alte
Fotos und Dokumente zusammen, brachten

Erinnerungsstücke mit, tauschten Geschichten aus, sammelten Informationen zu alten
Geschäften und Firmen, Straßen oder einzelnen Gebäuden.
Inzwischen sind daraus nicht nur mehrere
Publikationen entstanden, sondern auch
ein sehr umfangreiches Archiv mit über 1000
historischen Fotos und Aufnahmen, Zeitungsausschnitten, Zeitzeugen-Interviews,
Büchern und Publikationen über die Wilhelmstadt sowie eine schöne Sammlung
von persönlichen Erinnerungsstücken: Dokumente, Haushaltsgegenstände, Spielzeug
oder auch Schulutensilien.
Doch die Zeit geht auch an der AG »Geschichte und Geschichten« nicht spurlos vorbei.
Manche der Mitstreiter sind inzwischen verstorben, andere durch längere Krankheit
nicht mehr zu den Treffen in der Lage. Deshalb wird nun Verstärkung gesucht, um die
Arbeit weiter fortzuführen.
Dazu muss man kein Wilhelmstadt-Experte
sein. Die Hauptsache ist die Neugier und das

Interesse am Gebiet und seiner jüngeren Geschichte. Und bei den Treffen der Gruppe
geht es neben der gemeinsamen Arbeit vor
allem auch um den Spaß an der Sache und
Freude am Austausch mit anderen.
Vielleicht möchten auch Sie mitmachen?
Oder erst mal die Gruppe kennenlernen?
Kommen Sie doch einfach mal vorbei! Vielleicht finden auch Sie ja Spaß an der Sache.
Die Gruppe würde sich jedenfalls sehr freuen!

us
Treffen an jedem zweiten Montag und
letzten Donnerstag des Monats um 17 Uhr
im Stadtteilladen Adamstr. 39,
Kontakt über Andreas Wilke, Tel. 33002836,
Mail: wilke@kosp-berlin.de
Zur Arbeit der Gruppe und den bisherigen
Ergebnissen ist nun auch ein Faltblatt
erschienen, das im Stadtteilladen
erhältlich ist.

Geschichten, Orte, Menschen
Johannes Wilkes’ Buch über seine Erkundungen entlang der Havel

Johannes Wilkes: »Das kleine Havelbuch«,
Verlag Friedrich Pustet, 19,95 Euro
10

So wie Menschen oder Städte hat auch jeder
Fluss seine eigene Geschichte und Geschichten, die sich damit verbinden. Auch die Havel,
die Spandau prägt. 334 Kilometer lang ist sie,
von der Quelle in Ankershagen bis zur Mündung in Rühstädt, sie durchquert vier Bundesländer, bevor sie über die Elbe in die Nordsee abfließt. Sie passiert Städte und Gemeinden wie Fürstenberg, Oranienburg, Berlin,
Potsdam, Werder, Brandenburg, Rathenow,
Havelberg. Genug Erzählstoff also.
Johannes Wilkes ist nicht nur Arzt und Autor,
sondern er geht auch gern auf Entdeckungsreise. Die Havel erkundete er meist per Rad.
Aus den Geschichten des Flusses, die er dabei sammelte, ist ein kleines Büchlein entstanden: »Das kleine Havel-Buch – Geschichte, Orte und Menschen von der Quelle bis zur
Mündung« heißt es.
Wilkes hat alles, was einen guten Autor ausmacht: Neugier auf Historie, Land und Leute,
die Freude am Entdecken und am Erzählen,
die Fähigkeit, den Leser mitzunehmen auf

TA N JA SCHN I T L ZER

Mitstreiter gesucht!

eine­kurzweilige Reise, die Gabe, gut und
kennt­nisreich zu schreiben und unterhaltsam Anekdoten von Menschen, Orten und
Begebenheiten zu erzählen. So erzählt er u.a.
auch höchst vergnüglich vom »Spandauer
Knüppelkrieg«.
Jetzt, wo der Frühling da ist und der Sommer
kommt, regt das Büchlein den einen oder anderen vielleicht dazu an, sich selbst mal wieder an die Havel zu begeben. Ma muss ja
nicht gleich der gesamten Tour von Wilkes
folgen – aber vielleicht verlockt es zu einem
Ausflug mi Regionalzug oder Rad beispielsweise ins Neuruppiner Land, in Brandenburger Havellandschaften, nach Potsdam, auf
dem Havelradweg oder einfach nur zu einem
Spaziergang entlang der Havel. Und wer all
das nicht schafft, kann zumindest im Geist
Wilkes’ Reise begleiten.
Eine unbedingt empfehlenswerte Lektüre
mit großem Lesevergnügen – und das im
handlichen Taschenformat.
us

Die traurige Nachricht kam für viele Wilhelmstädter völlig
überraschend: Am 15. Februar ist Volkmar Tietz nach kurzer schwerer Krankheit unerwartet verstorben. Er wurde
nur 71 Jahre alt.
Viele in der Wilhelmstadt kannten ihn durch sein vielseitiges, umtriebiges Engagement im und für den Kiez: Volkmar Tietz war gut vernetzt. Besonders am Herzen lagen

ihm die sozialen Belange und Bedürfnisse der Menschen
im Kiez. Seit 2012 leitete der frühere Altenpfleger ehrenamtlich das Sozialteam im Stadtteilladen und bot selbst
Beratungen an. Er setzte sich dafür ein, die historische Verkehrssäule an der Pichelsdorfer Straße, die 1958 demontiert worden war, wieder aufzubauen. Dafür gründete er
noch im letzten Sommer den Förderverein »Wilhelmstadt
und Pichelsdorf«. Und es war nur folgerichtig, dass er auch
Mitglied der Arbeitsgruppe »Geschichte und Geschichten«
im Stadtteilladen war, die es sich zur Aufgabe gemacht hat,
die jüngere Wilhelmstädter Geschichte zu dokumentieren.
Seit 1973 lebte er in Spandau, seit 1992 in der Wilhelmstadt.
Er engagierte sich auch kommunalpolitisch, war Bürgerdeputierter in der BVV. Er trat 1992 aus der SPD aus und 2011
bei den Piraten ein. Es blieb ein kurzes Intermezzo: 2016
wechselte er wieder zurück zu den Sozialdemokraten.
Privat galt seine Leidenschaft u.a. der Dudelsack-Musik, er
spielte in der Berlin Police Pipe Band und trat mit ihr immer wieder auf.
Seine Familie trauert nun um Volkmar Tietz. Seine Band
und das Sozialteam werden ihn ebenfalls schmerzlich vermissen – und auch in der AG »Geschichte und Geschichten« reißt sein Tod eine Lücke. Für die AG schreibt Andreas
Wilke: »Wenn in Diskussionen von Zivilcourage und Bürgerengagement die Rede ist, dann werden immer genau
solche Menschen wie Volkmar beschrieben: Menschen, die
zupacken, Verantwortung übernehmen, die nicht auf andere warten, sondern sich kümmern. – Und trotzdem wird
uns vor allem der Volkmar in Erinnerung bleiben, mit dem
wir am Ende eines Tages noch ein Bierchen trinken konnten, z.B. bei Sonnenuntergang auf der Adamstraße. Und es
kamen immer Leute vorbei, die Volkmar kannten und eine
Frage hatten oder etwas zu erzählen hatten.
Volkmar war eine Institution, und so werden wir ihn in Erinnerung behalten.«
us

Leserpost
Betr.: »Stadt ohne Menschen?«,
Beitrag in der Wilma 1/2019, S. 7

Ihre Befürchtungen bestehen zu Recht. Immer öfter sind leider
in Berichten in der Presse und auch in Filmbeiträgen verpixelte Gesichter zu sehen. Die Sorge der Fotografierenden vor Unterlassungsklagen und Bußgeldforderungen ist nachvollziehbar. Der Leser möchte wohl gern Gesichter sehen, aber eben
nicht sein eigenes. Ich bin auf einer Reise von einer Mitreisenden auch schon auf deren Recht am eigenen Bild hingewiesen
und aufgefordert worden, alle Erinnerungsfotos, auf denen sie
abgebildet ist, zu löschen bzw. entsprechend zu bearbeiten.
Vielleicht mietet man künftig Statisten. Hätte der junge
Mann auf dem Foto auf Seite 15 auch befragt werden müssen,
ob er einer Veröffentlichung zustimme?

Der Spruch »Menschen sind Glasgow« trifft zu. Ihre wohlmeinende Aufzählung enthält zwar diejenigen Menschen, die die
Stadt sauber halten, aber nicht diejenigen, die die Stadt vermüllen. Diese tragen leider wesentlich zum Stadtbild bei.
Vielleicht ist das in Glasgow nicht so. In Berlin und in Spandau sehr wohl. Vielleicht ist Berlin deshalb mit dem vergleichbaren Slogan vorsichtiger. Er fordert auf »Sei Berlin« (auf
Neudeutsch Be Berlin). und nicht »Wir sind Berlin«. Der einzige, der sich insoweit bekannt hatte, war John F. Kennedy: Ich
bin ein Berliner. Aber das war eine andere Zeit.
Mit freundlichen Grüßen, Hans-Jürgen Steinmüller
11

Seit August 2017 gibt es das Büro BENN in der Adamstraße
40, direkt neben dem Stadtteilladen. BENN steht dabei für
»Berlin entwickelt neue Nachbarschaften« und ist ein Projekt der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und
Wohnen in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Spandau. Ursprünglich wurde es ins Leben gerufen, um Nachbarschaften im Bezirk zu stärken und Geflüchteten Kontakt und einen Anlaufpunkt in der Wilhelmstadt zu bieten. Aus gemeinsamen Unternehmungen mit langjährigen An­woh­nern und Flüchtlingen erwuchsen bald auch
intensivere Kontakte.
Doch auch wenn inzwischen deutlich weniger Geflüchtete
in der Wilhelmstadt untergebracht sind, fühlt sich BENN
den Nachbarschaften im Gebiet verpflichtet. Dazu gibt es
auch mehrere Angebote im Laden. So findet für alle Interessierten montags und mittwochs von 15 bis 17 Uhr die »Nähstube« statt, bei der Kreative ihre Lieblingsstücke selbst
schneidern oder auch einfach Nähen lernen können,
zwangslos und gemütlich bei einer Tasse Kaffee und einem
Plausch mit Nachbarn. Miteinander reden, Zeit verbringen
und vielleicht neue Ideen entwickeln kann man außerdem
im Nachbarschafts-Café, immer dienstags von 14.30 Uhr bis
17 Uhr bei Kaffee, Tee und Kuchen. Und jeden Donnerstag

von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr treffen sich Frauen aus dem Kiez,
um gemeinsam beim Frühstück Ideen zu entwickeln. Dazu
bringen häufig Nachbarinnen selbst etwas zu essen mit.
Ein besonderer Höhepunkt war der »Erste Wilhelmstädter
Zukunftstag« am 6. April unter dem Motto »Raus aus dem
Sessel, rein ins Kiezleben!« Um gemeinsam mit den Anwohnern eine aktive Nachbarschaft zu gestalten, hatte
BENN alle Wilhelmstädterinnen und Wilhelmstädter sowie Vereine und Initiativen zum ersten Zukunftstag in den
Gemeindesaal der Evangelischen Melanchthon-Kirchengemeinde in der Pichelsdorfer Straße eingeladen.
Haben Sie auch Lust auf gemeinsame Projekte? Vielleicht
gemeinsame Unternehmungen von Stadtspaziergängen,
Kochabenden, bis hin zu Tauschbörsen? BENN unterstützt
Sie bei der Umsetzung Ihrer Idee und bietet Hilfe mit Rat
und Tat, Ideen und Kontakten. Oder Sie haben noch keine
konkrete Idee, wollen sich aber ehrenamtlich engagieren
und das soziale Leben in der Wilhelmstadt mitgestalten?
Dann gehen Sie doch einfach mal bei BENN vorbei. 
us
BENN – Berlin Entwickelt Neue Nachbarschaften
Adamstraße 40, 13595 Berlin
Tel: 030-49 95 19 10, E-Mail: benn-wilhelmstadt@gesbit.de

TA N JA SCHN I T L ZER

Neue Koordination im Stadtteilladen

Bis Anfang des Jahres koordinierte der im Februar verstorbene Volkmar Tietz das »Sozialteam« mit seinen unterschiedlichen thematischen Sprechstunden und Beratungsangeboten im Stadtteilladen.
Seit Anfang 2019 obliegt nun Niels Tiedtke die Koordination
aller Nutzungen im Stadtteilladen. Niels Tiedtke ist tätig für
den gemeinnützigen Verein »Sozial-kulturelle Netzwerke
casa e.V.«, der seine Wurzeln in der Stadtteilarbeit in Siemensstadt hat. In über 30 Jahren hat sich die einstige Nachbarschaftsinitiative Schritt für Schritt zu einem bürgernahen sozialen Dienstleistungsunternehmen entwickelt.
12

In der Wilhelmstadt ist Niels Tiedtke Ansprechpartner für
alle Belange, die die Angebote des Stadtteilladens betreffen, auch für Interessenten, die evtl. ebenfalls gern den Laden für eine Veranstaltung o.ä. nutzen würden.
Auch die bisherigen Beratungsangebote und -zeiten haben sich verändert (siehe Seite 15). Die Sprechstunden des
Büros KoSP und des Geschäftsstraßenmanagements sowie die regelmäßigen Treffen der Stadtteilvertretung bleiben jedoch wie zuvor (Seite 2).
us

Spandau vor 100 Jahren – Teil III

S TA DTH I S TOR I SCHE S A RCH I V SPA NDAU

BENN unterstützt Nachbarschaften

Geschütze zu
Bollerwagen
»Wenn jetzt das müde graue Heer heimwärts
zieht; so wisse es, das jenseits der deutschen
Grenze, alle deutschen Frauenhände; seien sie
jung oder welk, schwielig oder zart, Kränze
flechten wollen für der Helden Heimkehr«
Frau Prof. Dr. Carl Weltzin: Aufruf an die
deutschen Frauen!, Spandauer Zeitung
November 1918
Viel ist geschehen in den turbulenten Wochen
vom November 1918 bis zum März des Folgejahres. Nichts oder so gut wie nichts ist mehr
so, wie es war in dem deutschen Reich, seit
»Kaisers Abdankung« und Stresemanns Worten »das Alte und Morsche, die Monarchie ist
zusammengebrochen«.
Was mit den Matrosenrevolten in Wilhelmshaven begann, führte überall im Land zu
Aufständen, Streiks und Revolution, zu Arbeiter- und Soldatenräten statt militärhierarchischer Befehlsgewalt und zur ersten demokratischen Wahl, bei der auch Frauen ihre
Stimmen abgeben und gewählt werden
durften, zur Nationalversammlung, die über
die Verfassung der neuen Republik zu entscheiden hatte.
Über allem aber stand eines: nach vier Kriegsjahren mit vielen Opfern und Entbehrungen
endlich Frieden! Ein Friede aber mit strengen Auflagen, die besonders der Rüstungsindustrie- und Garnisonsstadt Spandau eine
Menge abverlangte.
Als erste »profitierten« die Spandauer Jungs
und Mädchen vom Frieden. Die große Rückkehrerwelle mit tausenden »Feldgrauen«
von allen Fronten des 1. Weltkrieges bescherte ihnen häufig schulfrei und sogar wochenlange Ferien von Ende November bis in den
Februar hinein.
Überhaupt, so der Spandauer Schulverwaltungsbericht jener Zeit, haben die Kriegsjahre
und der häufige Unterrichtsausfall wegen
Kohlemangel im Winter oder den »im Felde
stehenden oder dort für das Vaterland verbliebenen Lehrkräfte« in den Schulen »schlimme
Wunden der Verflachung und Verrohung der
Jugend geschlagen«. Es wird, so führt der Bericht an der Stelle weiter aus, »noch jahrelanger hingebender Arbeit bedürfen, eh diese
Schäden getilgt sind«.
Wo Mitte November 1918 die Spandauer Zeitung noch den Aufruf deutsch-nationaler
Frauenverbände verbreitete, die in die Kasernen heimkehrenden Truppenteile, »wie zu

Kriegsbeginn versprochen, mit Blumen, Hurra, Lieder und Geläut zu begrüßen«, waren nur
wenige Tage später nüchterne Anzeigen zu lesen, die dringend Zimmer, Säle oder Hallen
nebst Betten, Bettgestellen und Matratzen
suchten, die für die Unterbringung von Soldaten zur Verfügung gestellt werden könnten.
So wurden Schulen freigeräumt, um die
Mannschaften so lange provisorisch aufzunehmen, bis ihre Entlassungspapiere fertig
und die Rückkehr in ihre Heimatorte sichergestellt war. Das konnte aus Mangel an
Transportkapazitäten und Kohle ziemlich
lange dauern. Was übrigens trotz Heimweh
so manchem Grenadier, Füsilier oder Pionier
gar nicht so unrecht war, denn die Versorgung des Heeres funktionierte auch noch
nach Kriegsende besser als die der Zivilisten.
So konnte man im Anzeiger für das Havelland lesen, dass selbst in Dörfern Kartoffeln,
Speck oder Gemüsedosen zu Wucherpreisen
ihre illegalen Käufer fanden, aus Beständen
des Heeres, die davor am Spandauer Güterbahnhof – wo heute die Arcaden stehen – unterschlagen wurden.
Aber Spandau hatte 1918 mit seinen über
100.000 Einwohnern und fast 80.000 Arbeitsplätzen, vor allem in der Rüstungsindustrie,
noch ganz andere und viel größere Probleme:
zum einen die Wohnungsnot. Denn schon ab
1913 kam der Wohnungsbau fast vollkommen
zum Erliegen. In den Kriegsjahren wurden –
neben der Waldsiedlung – lediglich wenige
Wohnhäuser in der Adamstraße errichtet,
später vor allem ab Ende 1918 die hölzernen
Baracken zwischen Gatower und Melanchthonstraße für über 100 Familien. U.a. weil jeder Flachbau auch über einen Garten verfügte,
waren die Häuser so beliebt, dass sie erst in
den 1960iger Jahren Platz machen mussten
für den Bau von Schwimmhalle und Freibad.
Doch bald machten sich die Begrenzungen
der Heeresstärke in Spandau deutlich be-

merkbar und neue Wohnunterkünfte konnten durch Umnutzung von Militärgebäuden
geschaffen werden.
Nur noch wenige blieben nach der Schließung der Heereswerkstätten im März 1919
dort zum Abwracken von Maschinen und Geschützen oder Einschmelzen von Granaten.
Damit war mehr als die Hälfte aller Arbeitsplätze Spandaus auf einen Schlag »Schnee
von gestern« – und mit ihnen auch die Zahl
der wohnungssuchenden Arbeiter.
Im Jahr 1920 begannen die Reichswerke (später Deutsche Werke) in den Werkstätten mit
nur noch 13.000 Arbeitsplätzen. Hier wurden
Dampflokomotiven der Vorkriegszeit repariert und Stühle produziert, ebenso wie Lastanhänger und Bollerwagen mit hölzernen
Rädern von MG- und Geschützlafetten.
Schluss war auch erstmal mit der Produktion von Luftschiffen und Flugzeugen in Staaken. Erst in den 1920er Jahren kam dort wieder viel Betrieb mit Reparatur- und Wartungsarbeiten für die Lufthansa und mit
zahlreichen »privaten« Fliegerschulen, die
oft nur zivile Tarnung waren für die verbotene deutsche Luftwaffe.
Und doch gab es kaum Arbeitslose, denn mit
Notstandsarbeiten beim Bau von Straßen
und Plätzen, von Kanälen oder Anlagen am
Südhafen wie auch der Straßenbahnhalle an
der Pichelsdorfer fanden viele Menschen Beschäftigung. All die Frauen und Jugendlichen jedoch, die »im Krieg zum vaterländischen Dienst in der Produktion herangezogen wurden«, wurden als erste entlassen
und tauchten auch in keiner Arbeitslosenstatistik auf.
So gut wie nichts ist im Frühjahr 1919 so, wie
es einmal war. Bis auf eine Einrichtung in der
Wilhelmstadt, die auf über 500 Jahre zurückblicken kann. Darüber dann mehr in der
nächsten Ausgabe der WILMA.

Thomas Streicher
13

Dreisatz
Arbeitende Schuster
Meist geht man ja achtlos an den Schaufenstern vorbei, die
man schon lange kennt und die auch nichts Aufregendes
versprechen. Dabei lohnt sich manchmal genaueres Hinschauen. In den Schaufenstern des Schusters, einem traditionsreichen Geschäft an der Pichelsdorfer Straße, findet
man nicht nur altes Handwerkszeug, sondern auch eine ältere mechanische Figur: Ein Schuster steht da in seiner Lederschürze und besohlt mit einem Hammer einen Schuh.
Unermüdlich ruckt der Arm auf und ab, senkt sich der Hammer auf die Sohle, habt sich wieder, senkt sich wieder … Minute um Minute, Stunde um Stunde. Man steht da, guckt
dem Männchen andächtig zu und stellt sich vor, wie sich
früher die Kinder wohl ihre Nasen an der Scheibe plattgedrückt haben, um die Attraktion zu bestaunen. Und hinter
der nächsten Fensterscheibe kann man tatsächlich den
ganz leibhaftigen Schustern in der Werkstatt beim Arbeiten
zusehen.

Eiszeit
Der Frühling ist jetzt nicht mehr aufzuhalten. Auf dem Földerichplatz blühen die Bäume weiß, Kinder kommen aus
der Schule und tummeln sich auf dem Spiel- und Bolzplatz.
Jede Bank ist besetzt, Menschen genießen die warmen
Sonnenstrahlen auf dem Gesicht. Das wichtigste Accessoire in dieser Saison: eine Waffel mit Eis von »Jan’s Gelateria« gleich gegenüber. Tatsächlich ist das wichtigste Indiz
dafür, dass der Frühling nun wirklich begonnen hat, die
kleine Menschentraube vor dem Laden. Manches Kind soll
gar sehnsüchtig die Tage bis zur Wiedereröffnung heruntergezählt haben ...

Die unendliche Geschichte
Der »Wildwuchs«-Neubau an der Götelstraße macht inzwischen dem legendären BER ernsthafte Konkurrenz. Derzeit
geht es um eine schlichte Bodenplatte, die zu genehmigen
und zu bauen offenbar übermenschliche Verwaltungskräfte erfordert. Wir führen das hier nicht weiter aus, nur so
viel: Sollte das Jahrhundertwerk jemals zu einem glücklichen Ende kommen (vermutlich zwei Generationen später), muss jemand die Chronik dieses Behörden-Wahnwitzes aufschreiben. Man fragt sich angesichts der Dauerbaustelle verzweifelt, wie die Menschheit eigentlich jemals zu festen Behausungen kommen konnte.
14

Nützlicher Ratgeber für die Wilhelmstadt
Schon wieder über kaputtes Gehwegpflaster gestolpert? Der
»wilde« Müllablageplatz um die Ecke muss endlich weg? Die
Straßenbeleuchtung funktioniert nicht, oder der nächste
Papierkorb ist defekt? Dann möchte man sich kümmern – und
es beginnt die zeitraubende Suche nach jemandem, der eigentlich dafür zuständig ist. Das Stadtentwicklungsamt hat dafür
nun eine so einfache wie hilfreiche Lösung: mit dem »Kleinen
Ratgeber für eine schöne Wilhelmstadt«. Das Mini-Faltblatt
im praktischen Taschenformat versammelt alle wichtigen
Ansprechpartner samt Kontaktdaten für unterschiedliche
Probleme im öffentlichen Raum, außerdem wichtige Telefonnummern wie Polizei, Feuerwehr, ärztlicher Bereitschaftsdienst u.a. Das Faltblatt ist kostenlos erhältlich in unterschiedlichen öffentlichen Einrichtungen und auch im Stadtteilladen Adamstr. 39.

Bösartige Faulbrut bei Bienen
Bereits im Dezember wurde in einem Bienenstand in Haselhorst die bösartige Amerikanische Faulbrut der Bienen festgestellt. Nun wurde im bereits bestehenden Sperrbezirk bei einem weiteren Bienenstand der Erreger erneut nachgewiesen.
Deshalb musste der Sperrbezirk auf einen Radius von drei
Kilometer erweitert werden. Er umfasst nun auch große Teile
der Wilhelmstadt. Die Veterinäraufsicht untersucht jetzt die
Bienenvölker aller im Sperrbezirk angesiedelten Imker. Die
Imker selbst sollten entsprechende Biosicherheitsmaßnahmen
befolgen, um so einer Weiterverbreitung vorzubeugen: z.B.
dürfen keine Bienen oder Waben aus dem Bienenstand verbracht werden und nur befugte Personen den Bienenstand
betreten.
Die Amerikanische Faulbrut der Bienen führt zu einem Absterben der Brut und schwächt so die Bienenvölker bis hin zu
deren völligem Absterben. Sie wird in erster Linie durch Räuberei verbreitet, aber auch durch Verflug oder das Verbringen
infizierter Materialien oder Gerätschaften von einem Bienenstand in einen anderen. So wurde zum Beispiel der Bienenstock in Haselhorst durch den Kontakt zu einem Imker in
Pankow angesteckt.
In diesem Zusammenhang weist der zuständige Stadtrat
Stephan Machulik ausdrücklich darauf hin, dass jeder, der
Bienen hält oder halten will, dies bei der Veterinäraufsicht
anzeigen und sich registrieren lassen muss. Nur wenn bekannt
ist, wo überall Bienen gehalten werden ist es auch möglich,
die Bienenseuche effektiv zu bekämpfen und einer Weiterverbreitung vorzubeugen.
cs

TA N JA SCHN I T Z LER

O-Ton Wilhelmstadt

Adressen
Prozesssteuerung und
Sanierungsbeauftragter
Koordinationsbüro für Stadtentwicklung
und Projektmanagement (KoSP)
Schwedter Straße 34A, 10435 Berlin
www.kosp-berlin.de
Andreas Wilke, Tel. 030 - 330028 – 36
wilke@kosp-berlin.de
Linda Tennert-Guhr, Tel. 030 - 330028 – 30
tennert-guhr@kosp-berlin.de
Geschäftsstraßenmanagement
Ulrike Stock / Torsten Wiemken,
Tel. 030 - 30 12 46 97 bzw. 0178 - 352 38 01
gsm@wilhelmstadt-bewegt.de
Öffnungszeiten Büro Adamstraße 39
(Stadtteilladen) Di und Mi 10–13 Uhr
die raumplaner / LOKATION:S
Kaiser-Friedrich-Straße 90, 10585 Berlin
www.die-raumplaner.de
Stadtteilvertretung Wilhelmstadt
Sprecher: Michael Henkel, Markus Ritter,
Emilio Paolini
Öffentliche Sitzung:
jeder 1. Mittwoch im Monat, 19 Uhr
Stadtteilladen Adamstraße 39
www.stv-wilhelmstadt.de

Bezirksstadtrat für Bauen, Planen
und Gesundheit
Frank Bewig
Bezirksamt Spandau von Berlin
Carl-Schurz-Straße 2/6, 13597 Berlin
Tel. 030 - 90 279 - 22 61
frank.bewig@ba-spandau.berlin.de
Stadtentwicklungsamt, Fachbereich
Stadtplanung
Carl-Schurz-Straße 2/6, 13597 Berlin
Sprechzeiten: dienstags und freitags 9–12
Uhr und nach telefonischer Vereinbarung
Amtsleiter:
Markus Schulte, Tel. 030 - 90 279 - 35 72
markus.schulte@ba-spandau.berlin.de
Gruppenleitung Städtebauförderung:
Nadine Deiwick, Tel. 030 - 90279 - 2526
nadine.deiwick@ba-spandau.berlin.de
Förderprogramm »Aktive Zentren Berlin«:
Jörg Rinke, Tel. 030 - 90 279 - 3568
joerg.rinke@ba-spandau.berlin.de
Katharina Lange, Tel. 030 - 90 279 - 2280
katharina.lange@ba-spandau.berlin.de
Sanierungsverfahren Spandau-Wilhelmstadt:
Kerstin Schröder, Tel. 030 - 90 279 - 35 73
kerstin.schroeder@ba-spandau.berlin.de

Aktuelle Beratungsangebote
im Stadtteilladen, Adamstr. 39
Sozialteam Wilhelmstadt
Tel. 419562-54 / -62 / -58

Kontakt: Niels Tiedtke, Stadtteilkoordination
Wilhelmstadt, Tel.: 0177-8040962,
erreichbar dienstags 16.30–18.30 Uhr
und donnerstags 10–13 Uhr,
Mail: stadtteilarbeitwilhelmstadt@casa-ev.de
Montag, 16–18 Uhr: Schiedsmann Dietmar
Zacher berät bei Konflikten und Streitigkeiten
und zu Schwerbehindertenrecht
Freitag, 10–12 Uhr: Hartz IV und mehr:
Wolfgang Schumann berät zu Hartz IV,
Jobcenter, Existenzgründung
2. Donnerstag im Monat, 17:30–20 Uhr:
Repair-Café: Hilfe zur Selbsthilfe, Reparatur
von Elektro- und Haushaltsgeräten unter
Anleitung
4. Freitag im Monat, 10–12 Uhr: Demenzlotsensprechstunde: Maria Späth bietet Beratung
und Hilfe für Angehörige von Demenzkranken
Dienstag 16:30–18:30 Uhr,
Donnerstag 10–13 Uhr: Sprechstunde der
Stadtteilkoordination Wilhelmstadt
Niels Tiedtke bietet Beratung für alle, die sich
im Stadtteil engagieren wollen oder Ideen für
den Stadtteilladen haben

15

Ein Projekt im Sanierungsgebiet
Spandau Wilhelmstadt

Weitere Informationen zur Aktion erhalten Sie beim:
Geschäftsstraßenmanagement Wilhelmstadt
Adamstraße 39, 13595 Berlin
030.301 246 97
gsm@wilhelmstadt-bewegt.de

TERMINE
8.–12. APRIL 2019, 10-18 UHR
Abgabe der Osternester im Stadtteilladen, Adamstraße 39
16.–22. APRIL 2019
Aktionszeit: Ausstellung in den Schaufenstern - Nestersuche
23.–30. APRIL 2019
Abholen der befüllten Osternester in den Geschäften

Die Teilnahme ist beschränkt auf Kinder zwischen 0 und 14 Jahren.

Wer teilnehmen möchte, bastelt ein selbstgestaltetes Osternest und bringt es zwischen dem 8. und 12. April in den Stadtteilladen (10-18 Uhr). Der Osterhase wird die
Nester befüllen und in den Schaufenstern der Wilhelmstädter Geschäfte verstecken.
Dort können die Osternester eine Woche lang bewundert werden. Wir freuen uns
daher über besonders schön gestaltete Nester. Nach Ostern, zwischen dem 23.-30.
April, können die Kinder ihr gefülltes Osternest direkt in dem Geschäft abholen, in
dessen Schaufenster es versteckt ist.

DIE WILHELMSTÄDTER GESCHÄFTE BEFÜLLEN WIEDER DIE
OSTERNESTER FÜR DIE KINDER AUS DER WILHELMSTADT

FINDE DEIN OSTERNEST

FINDE DEIN
OSTERNEST

WILHELMSTÄDTER FRÜHLINGSAKTION 2019
                            
Top of page

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.