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Periodical volume

Full text: KEH Report Issue 28.2013

Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité

KEH  REPORT
 28 | Februar 2013

RÜCKBLICKE UND AUSBLICKE
Auf die eigenen Stärken konzentrieren. Neujahrsempfang 2013 im KEH 		| Seite 4 Qualität, Innovation und »solides Handwerk«. Das chirurgische Behandlungsspektrum im KEH wird breiter 	 | Seite 6 Neue Herausforderungen an die Gerontopsychiatrie 	 »... gemeinem Wohl zu Nutze.« Der Bau der »Irrenanstalt Herzberge« 	

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KEH-Report | Februar 2013 Seite 2

| Editorial |

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Kolleginnen und Kollegen, schon hat es wieder angefangen und ist bereits in vollem Gange, das neue Jahr. Aufbauend auf den Aktivitäten der vergangenen Monate und Jahre sind eine Reihe von Neu- und Weiterentwicklungen in den verschiedenen medizinischen Leistungsbereichen zu verzeichnen. Die Liste der neuen Behandlungsverfahren, wie die Einführung des Holmium-Lasers in der Urologie, die zunehmend Routine werdenden Implantationen von Aortenstents in der Gefäßchirurgie, die Ausweitung der Knie-Endoprothetik in der Traumatologie, die Einführung der Single-Port-Technik in der Chirurgie, die Einführung neuer Katheterverfahren in der Angiologie, die Erschließung neuer Behandlungsfelder in der Neurologie und die Durchführung von MRT in Sedierung kann ich an dieser Stelle nicht erschöpfend vorstellen. Zusammen mit den Aktivitäten verschiedenster Abteilungen im Studien- und Publikationsbereich sind sie Belege für die anhaltende Dynamik der medizinischen Behandlungsverfahren für eine immer differenziertere Patientenbehandlung. Diese erfreulichen Entwicklungen sind wesentliche Bausteine für die zukünftige Sicherung unseres Krankenhauses in Berlin und Brandenburg. Diese Entwicklungen müssen begleitet werden von einer weiteren Verfestigung der infrastrukturellen Organisation, auch wenn dies immer wieder eine veränderte Sichtweise auf altbewährte Abläufe erfordert. Genannt seien beispielhaft das Belegungsmanagement, das Risikomanagement, der Umgang mit Medikalprodukten oder auch das betriebliche Gesundheitsmanagement. Letztlich müssen sich all diese Maßnahmen daran messen lassen, wie weit sie den Kernprozess unseres Krankenhauses unterstützen können: die Patientenbehandlung. In der Rückschau als Ärztlicher Direktor auf die vergangenen vier Jahre durfte ich eine Reihe neuer Entwicklungen im KEH begleiten und mitgestalten. Diese »nebenberufliche« Tätigkeit ist nur leistbar vor dem Hintergrund einer vertrauensvollen und leistungsorien­
		 Inhalt 	 2	Editorial 	 3	 Christliche Tradition und der Arbeitsalltag in der Diakonie (CAD) 	 4	 die eigenen Stärken konzentrieren. Auf Neujahrsempfang 2013 im KEH 	 5	 KEH-Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Oelkers wechselt zur Diakonie 	 6	 Qualität, Innovation und »solides Handwerk« 	 8	 Vergütungsentwicklung in der AVR DWBO 	 8	 MRT-Untersuchungen in Sedierung bzw. Narkose

Dr. Manfred Lang Ärztlicher Direktor

tierten Zusammenarbeit mit allen Mitarbeitern, vor allem im Anästhesie-, OP- und Intensivbereich. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich bedanken. Meine kürzliche Wiederwahl und Bestätigung als Ärztlicher Direktor durch die Geschäftsleitung verstehe ich als Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. Auch die Anerkennung durch den Senat im Rahmen der Diskussion um den nächsten Landeskrankenhausplan für die stabile Leistungserbringung und solide und transparente Dokumentation derselben bestärkt mich in dieser Einschätzung. Für das neue Jahr und sicher darüber hinaus steht eine Reihe von Aufgaben und Herausforderungen auf der Agenda. Die räumliche Enge wird uns bis zum Ende der Sanierung der Häuser 2 und 4 weiter begleiten, ein umfassendes Belegungsmanagement mit schlanken Entscheidungsstrukturen, z.  zum Entlassungstermin, B. muss eingeführt werden, organisatorische Ansprechpartner aller Abteilungen müssen benannt werden, die Sanierung der Funktionsbereiche Gastroenterologie und Kardiologie verspricht flüssigere Abläufe, das Kennzahlengerüst für alle Abteilungen muss weiter aufgebaut werden, die Einführung von Fallpauschalen in der Psychiatrie steht bevor usw. Die Beantwortung dieser komplexen Fragen ist nur im Konsens zwischen den Berufsgruppen, im Konsens zwischen medizinischer Leistungserbringung und Verwaltung dauerhaft erfolgversprechend. Am Umgang mit diesem Zwang zum Konsens misst sich der Erfolg auch unseres Krankenhauses. Der Weg dahin führt über das Lernen auch von kontroversen Diskussionen mit offener Benennung von Missständen. Deren Analyse – mit dem Ziel der jeweils besten Lösung für das Krankenhaus insgesamt – führt zu wirklichen Verbesserungen. Im Übrigen gilt: bei Fragen lässt sich miteinander reden... Jeder trägt in seinem Arbeitsbereich seinen Teil der Verantwortung dazu bei, entscheidet für sich jeden Tag neu. Zu einigen der genannten Neuerungen finden Sie Beiträge in dieser Ausgabe des »KEH-Report«, wie auch Rückblicke auf 170 Jahre KEH und 120 Psychiatrie in Herzberge. Ich wünsche eine informative und anregende Lektüre.
Dr. Manfred Lang Ärztlicher Direktor

	 8	 Wundmanagement im KEH 	 9	 Neue Herausforderungen an die Gerontopsychiatrie 	 10	 170 Jahre KEH: »Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht« 	10	 Personalia 	11	 Nachruf 	 12	 120 Jahre Herzberge: »... gemeinem Wohl zu Nutze.« 		 Der Bau der »Irrenanstalt Herzberge« 	 14	 Aktuelles Baugeschehen: Anatomie einer Sanierung 	 16	 Aktuelle Termine

Impressum Herausgeber: Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge gGmbH, Geschäftsführung und Kranken­ ausbetriebsleitung, h Herzbergstr.79, 10365 Berlin Gestaltung/Produktion: Baumgardt Consultants, Gesellschaft für Marketing & Kommunikation bR Bildnachweis: Elbracht (Bethel) S. 2, 4 (u.), 6 (m.), 7 (m.o.), 9 (o.); J. Lehmann (KEH) S. 3, 4f, 6 (u.), 7 (r.o./u.), 8, 9 (m.), 13 (r.u.), 14f; Hist. Archiv des KEH S. 1, 10f, 11, 12 (m./m.u.). V.i.S.d.P.: Johannes Lehmann Anregungen und Kritik an: j.lehmann@keh-berlin.de Der KEH-Report erscheint viermal jährlich.

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| Aktuelles |

Christliche Tradition und der Arbeitsalltag in der Diakonie (CAD)
as ist Diakonie? Warum betreiben wir ein »evangelisches« Krankenhaus? Was haben Diakonie und Kirche miteinander zu tun? Fragen, die so oder so ähnlich immer wieder an Mitarbeiter/-innen und an die Leitung unseres Hauses gestellt werden. Es sind Fragen, die wir uns ebenso selber regelmäßig stellen. Wenn auch vermutlich jeder seine eigenen Vorstellungen dazu hat – mit einem kurzen Satz können diese Fragen nicht beantwortet werden. Patienten und Mitarbeitende haben häufig besondere Erwartungen an ein evangelisches Krankenhaus – selbst, wenn viele sie nicht konkret formulieren: Patienten, die zu uns kommen, hoffen, dass sie hier gut aufgehoben sind und neben fachlich qualifizierter Versorgung auch menschliche Zuwendung spüren. Mitarbeitende wiederum wünschen sich neben einer erfüllten beruflichen Tätigkeit auch ein hilfsbereites Miteinander bei den Herausforderungen der Arbeit. Bei allen ist der Wunsch gegeben, dass die Arbeit im Haus von einem besonderen Geist geprägt sein möge. Mit unserer diakonischen Arbeit stehen wir in einer 170jährigen Tradition des Helfens und Heilens. Dennoch wissen viele Mitarbeitende in der Diakonie nur wenig über die christlichen Grundlagen ihrer Arbeit. Sie begrüßen zwar die ausgeprägte Ethik des Helfens, verstehen sich jedoch selbst nicht als Christen. Für eine diakonische Einrichtung ist aber wichtig, dass ihre Mitarbeitenden über die Grundlagen diakonischer Arbeit und der Kirche informiert sind. Sie sollten Praxis und Rituale des Glaubens kennen, um sie mit ihren Aufgaben im Arbeitsalltag in Verbindung bringen zu können. In anderen Einrichtungen des Bethel-Verbundes in Berlin und Brandenburg wurde daher in den vergangenen Jahren eine Fortbildung zu dieser Thematik durchgeführt. Alle Mitarbeitenden der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal und des Gemeindepsychiatrischen Verbundes und Altenhilfe (GPVA) haben daran teilgenommen – unabhängig davon, ob sie einer christlichen Kirche angehören oder nicht. Die Rückmeldungen, die von den Teilnehmenden kamen, haben gezeigt, dass viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dies als Unterstützung ihrer persönlichen Motivation und auch als Bereicherung für die Herausforderungen und Belastungen des Arbeitsalltags empfunden haben. Das hat uns ermutigt, diese Fortbildung nun in ähnlicher Weise auch im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge durchzuführen. Ab sofort bieten wir dazu eine Fortbildung für alle Mitarbeitenden an:

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Pfarrer Jörg Passoth leitet das Seminar

C  hristliche Tradition und der Arbeitsalltag in der Diakonie Die Fortbildung erstreckt sich über vier Tage. Die Teilnahme ist Dienstzeit und für alle verbindlich. Es werden jährlich sechs Gruppen mit jeweils 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gebildet. Die Mitwirkenden sind quer durch alle Bereiche und Abteilungen unserer Arbeit zusammengesetzt. So soll erreicht werden, dass in der Fortbildung einerseits Themen der christlichen Tradition besprochen werden, dies aber auch immer im Zusammenhang mit den täglichen Arbeitsaufgaben bedacht werden kann. Wir wissen, dass es eine enorme Herausforderung darstellt, neben dem arbeitsintensiven Alltag in der Klinik eine so umfangreiche Fortbildung durchzuführen. Wir sind uns aber sicher, dass es keine »zusätzliche Belas­ung« bleiben wird, sondern von dort wertvolle t Impulse für die Arbeit und das Miteinander ausgehen. Die ersten beiden Gruppen werden im Monat April beginnen. Die Einladungen dazu sind an die Mitarbeitenden und ihre Dienstvorgesetzten ergangen. Wir bitten alle Beteiligten um freundliche Unterstützung und Mitwirkung bei dieser für unsere Identität als diakonisches Krankenhaus wichtigen Fortbildung.
Pfarrer Winfried Böttler Theologe in der Krankenhaus-Betriebsleitung

Bei der Abschlussfeier zur diakonischen Fortbildung des GPVA im Mai 2011

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| Aktuelles |

Auf die eigenen Stärken konzentrieren
Neujahrsempfang 2013 im KEH m 14. Januar 2013 hatte das Krankenhaus zum diesjährigen Neujahrsempfang eingeladen. Er begann um 13 Uhr traditionell mit dem Gottesdienst in der Neuen Kapelle, musikalisch umrahmt vom LazarusPosaunenchor unter Leitung von Theo Dirks und mit Matthias Elger an der Orgel. In ihrer Predigt ging Kirchenrätin Susanne KahlPassoth, die Direktorin des Diakonischen Werkes BerlinBrandenburg-schlesische Oberlausitz, auf die Jahreslosung 2013 ein: »Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir« (Hebr. 13, 14). Als Losung für Parteien im Wahljahr klinge es ungewöhnlich – aber beim Blick auf die gesamte Passage im Hebräerbrief zeige sich der aktuelle Bezug: »Wer verändern will, muss vor die Tore der Stadt.« Hier lebten Menschen, die nicht im Rampenlicht stünden, an denen die schwarzen Luxuslimousinen vorbeirasten. Auf sie müsse sich einlassen, wer die Welt verändert will! Gerechtigkeit, Teilhabe, Arbeit, medizinisch-gesundheitliche Versorgung – damit alle Anteil am Leben haben. Damit würden Spuren gelegt für die künftige Stadt. Es sei wichtig, die Mächtigen zu drängen, um bessere Bedingungen zu erhalten. »Dabei müssen wir müssen das Rad nicht neu erfinden«, schloss sie ihre Predigt, »wir können ermutigt ins neue Jahr gehen.« Nach dem Gottesdienst eröffnete Geschäftsführer Michael Mielke um 14 Uhr den Empfang im Festsaal des Verwaltungsgebäudes (Haus 22). Er dankte für die geleistete Arbeit und wies darauf hin, dass das KEH in diesem auf 170 Jahre »Königin Elisabeth-Krankenhaus« und 120 Jahre Psychiatrie in Herzberge zurückblicken könne.

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(v.l.n.r.): Thomas Oelkers, Aufsichtsratsvorsitzender, Pastor Dr. Johannes Feldmann, Theologischer Geschäftsführer des KEH, Bezirksbürgermeister Andreas Geisel, Sozialstadträtin Christina Emmrich, Kirchenrätin Susanne Kahl-Passoth, der Bürgermeister von Bernau, Hubert Handke, die Bundestagsabgeordnete Dr. Gesine Lötzsch, Michael Mielke, Kaufmännischer Geschäftsführer des KEH, Superintendent Hans-Georg Furian und Senator a. D. Ulf Fink.

Senator a.D. Ulf Fink beim Festvortrag

Im anschließenden Festvortrag sprach der Vorsitzende des Gesundheitsstadt Berlin e.  Senator a.  Ulf V., D. Fink, über die Anforderungen und Erwartungen an die Gesundheitsversorgung in Berlin. Die Kostendämpfungspolitik im Gesundheitswesen sei an ihre Grenzen gekommen, sagte er und fragte, ob angesichts des demographischen Wandels mit einer Zunahme chronisch kranker, multimorbider Patienten das Gesundheitssys­ tem in Zukunft seine Aufgaben erfüllen könne. Seine Antwort lautete: es sei wichtig, sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren, Qualität zu steigern und messbar zu machen. »Gesundheitsstadt« habe in Berlin mit Klinikvergleichen begonnen. Sie zeigten, dass kleinere Häuser qualitativ durchaus besser abschneiden könnten als große – wenn sie sich auf ihre Stärken konzentrierten und auf Qualität setzten. Das KEH habe den richtigen Weg beschritten. Der Lichtenberger Bezirksbürgermeister Andreas Geisel warf einen ausführlichen Blick auf die Versor-

KEH-Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Oelkers wechselt zur Diakonie Der Vorsitzende des Aufsichtsrats des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge, Thomas Oelkers, wechselt zum 1. März 2013 in den Vorstand der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe in Düsseldorf. Der gebürtige Hamburger (54) hatte als Volljurist und Personalfachmann im Vorstand der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel seit 2006 Verantwortung für die Aufgabenschwerpunkte Personalwirtschaft, Krankenhauspolitik, Rechtswesen sowie Bauund Grundstückswesen im sechsköpfigen Vorstand übernommen. Verantwortlich für den Krankenhausbereich in Berlin und Brandenburg, hat er als Aufsichtsratsvorsitzender die Zusammenarbeit der beiden Epilepsie-Zentren Berlin und Brandenburg gefördert. Zu seinen weiteren Aufgaben gehören die zeitgemäße Weiterentschwerpunkt Rechts- und Personalwesen sowie Wirtschaftsplanung. Die gleiche Funktion übernimmt er ehrenamtlich im Vorstand des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche im Rheinland. Mit seiner kommenden Aufgabe wird die gute Verbindung zu Bethel nicht abreißen, denn die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel sind ein wichtiges Mitglied der Diakonie Rheinland-WestfalenLippe. Geschäftsführung und Krankenhausbetriebsleitung des KEH danken dem scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden für sein Engagement, das stets dem Wohl und der Entwicklung der Krankenhausbereiche in Berlin und Brandenburg galt, und wünschen ihm für seinen neuen Verantwortungsbereich Erfolg und Gottes Segen. (Quelle: Pressestelle, Bethel)

wicklung des Personalmarketings und der Tarif­ ragen f im Dritten Weg. In Bethel hat er maßgeblich die juristische Eingliederung der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal als vierte Betheler Stiftung begleitet. In der Diakonie RheinlandWestfalen-Lippe e.V. wird Thomas Oelkers Mitglied des dreiköpfigen Vorstands mit dem Aufgaben-

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| Aktuelles |

Zum Empfang gehörte ein einladendes Büfett

Beim Gottesdienst in der Neuen Kapelle: Kirchenrätin Susanne Kahl-Passoth predigte zur Jahreslosung 2013 Kirchenrätin Susanne Kahl-Passoth und Pfarrer Jörg Passoth Chefärzin Rita May und Sozialstadträtin Christina Emmrich

Geschäftsführer Michael Mielke In angeregtem Gespräch: (v.l.n.r.) Dr. Gesine Lötzsch, MdB, Sozialstadträtin Christina Emmrich, der Bernauer Bürgermeister Hubert Handke und Dr. Johannes Feldmann

Bezirksbürgermeister Andreas Geisel

gungssituation im Bezirk. Neben vielen guten Entwicklungen sei die fachärztliche Versorgung weiterhin problematisch. Nachdem Senatsverwaltung und Kassenärztliche Vereinigung ins Gespräch gekommen seien, würde sich die Situation hoffentlich verbessern. Das sei nicht nur wichtig für Kinder oder ältere Patienten, sondern auch für die Krankenhäuser: wenn Fachärzte nicht oder zu spät behandeln, quellen die Notaufnahmen über. Als Problemfeld sprach er auch die Flüchtlingsversorgung an: die Bezirke müssten gleich belastet werden. Abschließend dankte er für die gute Arbeit und sprach eine Vereinbarung zwischen Bezirk und KEH zur TBC-Kontrolle an, die vor dem Abschluss stünde. Der Aufsichtsratsvorsitzende des KEH, Thomas Oelkers, überbrachte gute Wünsche und betonte, dass 2012 ein gutes Jahr gewesen sei und die Überschüsse im Haus blieben. Nach dem abschließenden Grußwort des Vorsitzenden des Kirchenkreises Lichtenberg-Oberspree, Superintendent Hans-Georg Furian, eröffnete Dr. Johannes Feldmann das Büfett und damit die Möglichkeit zum zwanglosen Austausch.

Epileptologische Fachkompetenz: (v.l.n.r.) Prof Dr. Holtkamp, Prof. Dr. Straub und Dr. Dehnicke

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| Chirurgie |

Qualität, Innovation und »solides Handwerk«
Das chirurgische Behandlungsspektrum im KEH wird breiter

S

eit 2001 steht die Chirurgische Abteilung am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Georg Decker. Sie verfügt über zwei Stationen mit insgesamt 48 Betten. Alles, was in der modernen Chirurgie Anwendung findet ist, auch im KEH möglich.

Qualität durch modernste Verfahren »In Berlin gibt es über 30 chirurgische Klinikbereiche, daher besteht ein hoher Wettbewerbsdruck«, sagt Dr. Decker. Die medizinische Entwicklung der vergangenen Jahre führte zu kürzeren Liegezeiten, und daraus resultierend zu einer Abnahme der Bettenkapazität. Früher musste ein Patient bei einer Gallenblasenoperation ein bis zwei Wochen im Krankenhaus verbringen, heute ist er in der Regel nach drei Tagen wieder zu Hause. »Die Entwicklung der chirurgischen Abteilung in den vergangenen Jahren ist gekennzeichnet durch vier bedeutsame Aspekte«, fährt Dr. Decker fort. »Zuerst sorgt der Einsatz modernster Operationsverfahren dafür, dass Patienten die optimale Behandlung erhalten.« In der Hauptsache wird minimal-invasiv operiert – soweit es möglich ist –, angefangen von der VierPort- bis zur Single-Port-Chirurgie. Diese so genannte Schlüsselloch-Chirurgie sorgt dafür, dass Pa­ tienten sich schneller von dem Eingriff erholen, weniger Schmerzen haben und kaum mit bleibenden Narben rechnen müssen. Erweiterung des Behandlungsspektrums Der zweite wichtige Aspekt zeigt sich in der fachbezogenen Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg. Im Zusammenwirken mit der Gastroenterologie hat sich die operative Behandlung von gut- und bösartigen Erkrankungen des Bauchraumes als ein Schwerpunkt herauskristallisiert. »Die Zusammenarbeit mit Chefarzt Dr. Walter Heise ist sehr gut«, berichtet Dr. Decker. Beim 14tägig stattfindenden »Tumorboard« – der Tumorkonferenz gemeinsam mit den Gastroenterologen, den Chirurgen, den Ärzten der Praxis für Onkologie und Hämatologie Hellersdorf, Frau Dr. Schneider-Obermeyer, Frau Dr. Strohbach und Herrn Dr. Schweigert, den Mitarbeitern des Pathologischen Instituts des Sana-Klinikums Lichtenberg unter Leitung von Prof. Dr. Niedobitek, dem Radiologen Stefan A. Paris und bei entsprechenden Erkrankungen auch mit den Urologen des KEH – werden Krankheitsbilder von Patienten vorgestellt und die Behandlungsstrategien abgesprochen. Dabei geht es um Art und Umfang des Eingriffs, die entsprechende Vor- und Nachbehandlung gemäß den Leitlinien der deutschen Krebsgesellschaft und den Verfahrensweisen eines viszeralmedizinischen Zentrums, um den geltenden Qualitätsstandards zu entsprechen.

Die Schlüsselloch-Chirurgie erfolgt durch sehr kleine Öffnungen. Bei der Notes-Chirurgie wird der Zugang über natürliche Körperöffnungen gewählt. Die Single-Port-Chirurgie reduziert den operativen Eingriff auf einen Zugangsweg: Über den Bauchnabel können durch eine Öffnung mehrere Instrumente eingeführt werden – nach der Operation bleiben daher kaum Narben zurück.

Knieprothesen und Fußbehandlung Auch im Bereich der Orthopädie/Unfallchirurgie ermöglichen moderne Operationsmethoden, wie die Gelenkspiegelung (Arthroskopie) eine schonende Behandlung sowohl degenerativer Veränderungen der Gelenke als auch unfallbedingter Folgen. Ein Schwerpunkt ist die arthroskopische Behandlung des Schultergelenkes. Ab dem 40. Lebensjahr können hier entzündliche Veränderungen auftreten. Ob infolge eines Un­­ oder einer krankhaften Veränderung: inalls zwischen hat diese Therapieform die notwendige Beachtung gefunden, damit Menschen nicht dauerhaft beruflich beeinträchtigt sind. Im »Orthopädisch-unfallchirurgischen Zentrum« wurde unter Leitung von Oberarzt Dr. Wolfgang Vogler u.a. die Arthroskopie des Hüftgelenkes ausgebaut. So kann vielfach der Einsatz einer Hüftgelenksprothese hinausgezögert oder verhindert werden. Der Einsatz von Prothesen (Endoprothetik) benötigt langjährige

Single-Port-Zugang

Erfahrung, wie z.B. bei Knieprothesen, die Dr. Christian Böwe erfolgreich einsetzt. »Es ist eine Aufgabe, die besondere Fertigkeiten verlangt. Denn nach der OP muss alles stimmen: die Prothese muss den natürlichen Formen angepasst sein, Stabilitätsgefühl und Beweglichkeit sowie die Gelenkachsen müssen stimmen«, erläutert Dr. Decker. »Haben die Patienten vor der OP meist Schmerzen, weil der Knorpel verbraucht ist, sind sie danach schmerzfrei, können sich wieder bewegen und ihre Lebensqualität hat sich verbessert.« Eine weitere Spezialisierung besteht auf dem Gebiet der Fußchirurgie. Dr. Jens Ebner beschäftigt sich mit degenerativen Veränderungen am Fuß, die insbesondere bei älteren Patienten anzutreffen sind, und nimmt die operativen Eingriffe vor.

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| Chirurgie |
Ltd. OA Dr. med. Wolfgang Vogler ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie und als Durchgangsarzt tätig OA Dr. med. Jens Ebner

Spezialisierte Versorgung Im Interesse der besseren Versorgung spezieller Patien­­ ten­ gruppen oder Krankheitsbilder ist – als dritter Aspekt – die enge Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen immer wichtiger geworden. Bei Diabetes-Patienten mit »Dia­ be­ischem Fußsyndrom« wirkt die Chirurgie federführend t mit der Inneren Medizin zusammen, um den Umfang der Operation festzulegen. Dabei gilt: wenn amputiert werden muss, dann so wenig wie möglich, damit die natürliche Gehfähigkeit weitgehend erhalten bleibt. Der Chirurg Winfried Höhn und der Diabetologe Dr. Jan Theil arbeiten hier eng zusammen, auch, um z. B. bei einer schwierigen diabetischen Wundbehandlung  von der Wundauffrischung bis –  hin zur Vakuumtherapie – die richtige Therapie anzuwenden. Um gezielt auf die speziellen Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten mit geistiger Behinderung und chirurgischen Erkrankungen eingehen zu können, wurde gemeinsam mit der Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik ein Behandlungszentrum geschaffen. Im KEH sind für diese Patientengruppe daher optimale Voraussetzungen gegeben. Alle entsprechenden Mitarbeiter der Chirurgie wurden speziell geschult. Es gibt eine eigene Sprechstunde im Haus, die

OA Dr. med. Ulrich Liebeskind ist Leiter des viszeralmedizinischen Zentrums

OA Dr. med. Christian Böwe

Chefarzt Dr. med. Georg Decker leitet die Abteilung Chirurgie seit 2001

50% Patienten Allgemein- und Viszeralchirurge

50% Patienten Orthopädie und Unfallchirurgie

nach werden sie auf der Geriatrie weiter versorgt. Sie müssen nicht in ein anderes Krankenhaus verlegt werden, sondern bleiben im Haus. Vor allem verwirrte ältere Patienten benötigen eine besondere Betreuung. Um ihre Versorgung optimal zu gestalten, wurde eine durch Prof. Dr. Torsten Kratz, dem Leiter der Gerontopsychiatrie des KEH, initiierte Studie gemeinsam mit den Chirurgen zum »postoperativen Delir« erstellt. Sie untersucht den Nutzen speziell geschulter Pflegekräfte für demenziell erkrankte Menschen, die operiert wurden. Die Studie wird derzeit ausgewertet. Hohe Patientenzufriedenheit »Der vierte Aspekt bezieht sich auf die Betreuung der Patientinnen und Patienten. Für sie ist es wichtig, dass sie sich mit ihren Unsicherheiten und Ängsten vor und nach einer Operation gut aufgehoben fühlen«, sagt Dr. Decker. Durch die Neustrukturierung der Abläufe in der Zentralen Aufnahme und Diagnostik (ZAD) hat sich die Situation wesentlich verbessert: Patienten müssen in der Regel erst am Morgen der Operation in die Klinik kommen. Vor- und Nachbehandlung sind vollständig in den ambulanten Bereich verlagert worden, und auch das Sprechstundenangebot wurde erweitert. Auf den chirurgischen Stationen werden Patienten von qualifiziertem Personal betreut. Die Versorgung vor und nach einem operativen Eingriff geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Hausarzt oder dem einweisendem Arzt. Sie sollen nur so lange im Krankenhaus bleiben müssen, wie nötig. »Das ist eine gute Sache – auch aus krankenhaushygienischen Gründen«, sagt Dr. Decker abschließend, »denn je kürzer der notwendige Aufenthalt im Krankenhaus, desto geringer ist auch die Gefahr von nosokomialen Infektionen.«

von den Patienten gemeinsam mit ihren Betreuern besucht werden kann. Die Betreuungseinrichtungen melden sich zunächst telefonisch zur Terminvereinbarung. Gemeinsam mit Herrn Dr. Samuel Elstner, dem Leiter des psychiatrischen Behandlungszentrums, werden die notwendigen Festlegungen für die weitere Diagnostik und Therapie getroffen. Die Unterbringung der Patienten erfolgt dabei in den Anforderungen angepassten Zimmern. Vorteil für ältere Patienten »Eine weitere Patientengruppe, die besonderer Beachtung bedarf, ist durch den hohen Anteil an älteren Patienten gegeben«, fährt Dr. Decker fort. »Gerade für sie ist auch der geordnete Ablauf wichtig. Deshalb gibt es im Rahmen einer ›geriatrischen Komplexbehandlung‹ ein enges Zusammenwirken mit der Geriatrie und Prof. Dr. Hans-Peter Thomas. Patienten müssen nur so lange auf der chirurgischen Station bleiben, bis die Wundheilung eine Verlegung in die geriatrische Abteilung erlaubt. Da-

Chirurg Winfried Höhn (l.) und der Diabetologe Dr. Jan Theil

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| Aktuelles |

MRT-Untersuchungen in Sedierung bzw. Narkose

Vergütungsentwicklung in der AVR DWBO

A

ls bildgebendes Untersuchungsverfahren ist die Magnetresonanztomografie (MRT) oder Kernspintomografie bei einer Reihe von medizinischen Fragestellungen das Verfahren der ersten Wahl. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein aussagekräftiges Untersuchungsergebnis ist, dass sich der Patient während der Untersuchung »in der Röhre« nicht bewegt. Bei Kindern oder nicht kooperativen Patienten erreicht man dies nur mit einer Sedierung oder ggf. mit einer Narkose. Wegen der Patientensicherheit ist dabei das Monitoring der Vitalfunktionen sowie ggf. eine kontrollierte Beatmung erforderlich. Abweichend von den Standard-Anforderungen an diese Geräte dürfen sogenannte »MRT-kompatible« Geräte keine ferromagnetischen Bauteile enthalten (z.  Kabel), da diese B. das Magnetfeld und damit das Untersuchungsergebnis nachhaltig stören. Durch eine großzügige Spende der v.  Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel konnten jetzt im KEH ein entsprechender Monitor und ein entsprechendes Beatmungsgerät angeschafft werden, so dass ab Februar 2013 entsprechende Untersuchungen, insbesondere bei Kindern und Erwachsenen der Epileptologie, durchgeführt werden können.  Dr. med. Manfred Lang
Chefarzt Anästhesie und operative Intensivmedizin

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Wundmanagement im KEH Im KEH ist sind chronische Wund-Erkrankungen schon seit der Etablierung des Gefäßzentrums immer mehr in den Focus des medizinischen Handelns gerückt. Dem hat die Klinik durch die sukzessive Ausbildung von Krankenschwestern und -pflegern zu Wundexperten in allen Klinikbereichen bereits Rechnung getragen. Seit drei Jahren hat die Behandlung chronischer Wunden durch den Aufbau des diabetischen Fußzentrums und die Eröffnung der Geriatrie eine weitere Dynamik erfahren. Um den Menschen mit chronischen Wunden und den dabei zum Teil sehr komplexen Krankheitsbildern gerecht zu werden, führt die

Die Expertinnen für Wundmanagement im KEH Schwes­ ter Ulrike Sachs (l.) und Schwester Annett Simon-Dietze Pflegedirektion mit dem Aufbau eines eigenen, Klinik-übergreifenden Wundmanagements, konsequent die weitere Spezialisierung im Pflegedienst fort. Hierfür sind seit dem 1. Dezember 2012 Schwester Annett Simon-Dietze und Schwester Ulrike Sachs verantwortlich. Zu Ihren Aufgaben gehört neben der Supervision und Koordinierung der Wundbehandlung im KEH auch die Überleitung in den ambulanten Bereich. Kontakt: Montag – Freitag, 8 bis 16 Uhr Telefon: 54 72 – 37 78 (oder Anrufbeantworter)  Uwe Kropp, Pflegedirektor

ie Tarifparteien der Arbeitsrechtskommission des Dia­ konischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz haben im Herbst 2012 ein Eckpunktepapier zum Tarifabschluss 2013/2014 verabschiedet. Der Abschluss wurde von den Mitgliedskrankenhäusern, so auch dem KEH, aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen (gedeckelte Obergrenzen zur Entwicklung des Landesbasisfallwerts als Vergütungsgrundlage der Leistungen der Krankenhäuser) und den zu erwartenden Belastungen mit einiger Besorgnis zu Kenntnis genommen. Der Tarifabschluss sieht eine Umsetzung der prozentualen Entgeltsteigerungen 2013/2014 ausschließlich im Jahr 2013 vor. So werden im ersten Schritt ab 1. Februar 2013 die Tabellengrundentgelte um 2 % erhöht, im zweiten Schritt erfolgt eine weitere Steigerung um abermals 2 % ab 1. September 2013. Darüber hinaus wird ab 1. Februar 2013, infolge einer Änderung der Stufensystematik, in den Entgeltgruppen 5 bis 13 neben der bisherigen Einarbeitungs-, Basis und Erfahrungsstufe eine weitere Erfahrungsstufe 2 eingeführt. Die Verweildauer in der Basisstufe reduziert sich somit um 24 Monate auf nunmehr 48 Monate. Auch für die Ärzte in den Entgeltgruppen A 1 bis A 3 wird eine weitere Stufe angefügt, mit der Konsequenz der Änderung/ Verkürzung der Verweildauer in den jeweiligen Stufen. Ein weiterer Eckpunkt des Tarifabschlusses 2013/ 2014 ist die Entschädigungsregelung »Holen aus dem frei«. Hiernach erhalten ab 1. Februar 2013 Mitarbeiter der Entgeltgruppen 1 bis 8, die nach einem Dienstplan arbeiten und die kurzfristig (<  96 Stunden) auf Veranlassung des Dienstgebers freiwillig einen Dienst übernehmen, eine Entschädigung von 30,00 Euro brutto. Dieser Betrag wird gem. §  a AVR DWBO abgerechnet bzw. 21 auf Antrag des Mitarbeiters auf ein für ihn einzurichtendes Zeitwertkonto gutgeschrieben. Die bisherige Resonanz von Mitarbeitenden der Berufsgruppe Gesundheits- und Krankenpflege tendiert hierbei ganz klar zum finanziellen Ausgleich. Unter Berücksichtigung weiterer Tatbestände, wie der Stufensteigerungen (»Bewährungsaufstiege«), der Erhöhung der Tabellenentgelte gemäß § 15 a AVR DWBO (s.g. »Einruckelung« – Steigerung der Tabellenentgelte um 1  jährlich) und der Restauswirkung aus der Tarifsteige% rung des Jahres 2012 in Höhe von ca. 1,5  ist ein Per%, sonalkostenanstieg von mehr als 5  allein im Jahr 2013 % zu verkraften. Die kritische Refinanzierungssituation in Krankenhäusern bedarf gemeinsamer Anstrengungen von Kostenträgern und Leistungserbringern, um die zu erwartende finanzielle Belastung im Personalkostenbereich zu bewältigen.	 Ina Franke, Personalleiterin

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| Gerontopsychiatrie |

Neue Herausforderungen an die Gerontopsychiatrie
Nachbetrachtung zum Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) im Oktober 2012 in Hanau

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er Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft findet alle zwei Jahre statt. Hier gibt es die wesentlichen Informationen, welche Bedürfnisse und Wünsche Menschen mit Demenz und deren Angehörige an eine moderne Altersmedizin haben. Darüber hinaus findet auch ein direkter Austausch mit den Betroffenen und ihren Angehörigen statt. Das heißt, es lässt sich vom exzellenten Erfahrungswissen der Angehörigen profitieren. Dies gilt insbesondere für die Gerontopsychiatrie. Und nicht zuletzt ist der Kongress eine gute Möglichkeit, mit anderen Fachleuten in einen fruchtbaren Austausch zu treten. die wird an dieser Stelle ausführlicher berichtet werden, sobald die Auswertung abgeschlossen ist. Neustrukturierung in Vorbereitung Es soll noch kurz erwähnt werden, dass sich seit April 2012 am KEH eine Projektgruppe zur Restrukturierung der Gerontopsychiatrie etabliert hat. Dies war notwendig, da sich durch die Implementierung der Geriatrie im KEH und begründet durch Fortschritte in der Behandlung der gerontopsychiatrischen Patienten neue Herausforderungen an die Gerontopsychiatrie ergeben. Die Veränderung des Krankheitsspektrums in der Gerontopsychiatrie, die damit einhergeht, macht eine Adaption sowohl der Diagnostik als auch der therapeutischen Interventionen notwendig. Darüber hinaus stellen die Veränderungen im teilstationären und ambulanten Bereich eine Herausforderung dar, auf die zukunftsweisende Antworten gefunden werden müssen. Die Erweiterung der gerontopsychiatrischen Angebote anderer Kliniken zeigt, dass wir uns diesen Erfordernissen stellen müssen, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Es sind strukturelle Veränderungen im bisherigen Bereich der Gerontopsychiatrie und der Gerontopsychiatrischen Institutsambulanz (Geronto-PIA) erforderlich. Neben den genannten inhaltlichen Aspekten ergeben sich auch ökonomische Aspekte, die eine Neustrukturierung notwendig machen. So erfordert das sich entwickelnde OPS-System (Operationen- und Prozeduren-Schlüssel) in der Psychiatrie eine weitere Schärfung des störungsspezifischen Ansatzes des individuellen Therapiekonzeptes und eine Verbesserung der Dokumentation. Wir werden im nächsten KEH-Report ausführlicher darüber informieren.
Eckehard Schlauß Altenpfleger und Dipl.-Gerontologe Gerontopsychiatrie am KEH

Postoperative Delirstudie Die Gerontopsychiatrie unseres Hauses hat in Hanau einen Erfahrungsbericht über demenziell erkrankte Menschen, die auf einer chirurgischen Abteilung eines Krankenhauses der Allgemeinversorgung behandelt (sprich: operiert) werden und an einem Delir leiden, vorgestellt. Dies war eine erste Reflektion im Ergebnis der postoperativen Delirstudie, die wir im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) durchgeführt haben. Der Bericht in Form eines Posters war zuvor auch auf dem Gemeinsamen Gerontologie- und Geriatriekongress 2012 im September in Bonn präsentiert worden, der unter dem Motto »transnationaler und translationaler Altersforschung« stattfand. Auf dem Kongress der European Delirium Association (EDA) im Oktober 2012 in Bielefeld konnten wir sowohl eine erste quantitative als auch eine qualitative Auswertung der postoperativen Delirstudie vorstellen. Diese Auswertung war eine sehr bedeutsame Ergänzung zum Erfahrungsbericht. Auf dem Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft in Hanau im Oktober 2012 wurde somit eine Poster-Trilogie vorgestellt, die große Beachtung fand und zu einem regen Erfahrungsaustausch führte. Von besonderem Interesse waren die von uns vorgeschlagenen nichtmedikamentösen Interventionen, aber auch Fragen einer praktikablen und effizienten Diagnostik. Sowohl auf dem Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft als auch auf dem Gemeinsamen Gerontologie- und Geriatriekongress wurden noch weitere Schwerpunkte der Arbeit der Gerontopsychiatrie am KEH im Rahmen einer modernen Altersmedizin präsentiert. Über die Ergebnisse der postoperativen Delirstu-

Eckehard Schlauß

KEH-Report | Februar 2013 Seite 10

| 170 Jahre KEH |

»Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht«
(Matthäus 25,36)

V

or 170 Jahren wurde auf Anregung der Königin Elisabeth von Preußen ein Zeichen gegen das unbeschreibliche Elend in der stetig wachsenden Stadt Berlin gesetzt: Am 14. April 1843 öffnete in der Berliner Wilhelmstraße 133 eine Kleinkinder-Krankenbewahranstalt, in der Kinder aus armen Familien kostenlos behandelt wurden. Bereits ein Jahr später wurde eine Erweiterung nötig. Die Anstalt zog 1844 in die Pionierstraße 7a vor dem Halleschen Tor und wurde in »Elisabeth-Kinder-Hospital« umbenannt. Vierzig Jahre nach Gründung musste sie erneut in ein größeres Gebäude in der Hasenheide 80-87 wechseln, das 1887 bezogen werden konnte. Vor Fertigstellung und Umzug wurde das Hauspersonal zu einer evangelischen Schwesternschaft zusammengefasst, die sich für ihre Arbeit das biblische Motto »Dienet dem Herrn mit Freuden« (Psalm 100,2) gab. Das Mutterhaus war gegründet, in dem die Diakonissen als christlich-evangelische Lebens- und Dienstgemeinschaft über 100 Jahre die Krankenpflege im Haus geprägt haben.

Die Diakonisse Schwester Gerda Böttcher (gest. 2012) war über 35 Jahre Gemeindeschwester in Rathenow

Zahlreiche Aufgabenfelder Das Mutterhaus bildete die Schwestern aus und entsandte sie in die Krankenpflege, aber ebenso zur Erfüllung anderer Aufgaben. Diakonissen leiteten ein Kinderheim (Kolberger Deep, Pommern), wirkten als Kindergärtnerinnen, in auswärtigen Krankenstationen oder als Gemeindeschwestern. Aus dem KEH sind nachweislich seit 1899 Gemeindeschwestern entsandt worden – zuerst in die Ev. Kirchengemeinde in Oranienburg. Bis zur Aufgabe der Arbeitsfelder waren Diakonissen aus dem KEH in mehr als 30 Gemeinden tätig. Größte Kontinuität besaß dabei die Arbeit in der Ev. Kirchengemeinde St. MarienAndreas in Rathenow. Am 1. April 1900 wurde die Gemeindearbeit in Rathenow übernommen. Rund vierzig Diakonissen, Schwestern, Anwärterinnen oder Schülerinnen waren im Verlauf der 94 Jahre in Rathenow tätig. Gemeindeschwestern in Rathenow Während ihre Mitschwestern im Krankenhaus für die Pflege der Patienten sorgten, war die Gemeindeschwes­er darüt ber hinaus für das gesamte Wohnumfeld zuständig. Wenn sie mit Bibel und Gemeindetasche ins Haus kam, gehörten – neben der Krankenpflege – auch Hauswirtschaft, Kindererziehung, die Herstellung von Sauberkeit und Ordnung zu ihren Aufgaben, um die größte Not bei den Kranken und den Armen in der Kirchengemeinde zu lindern. Daneben übernahm sie in der Regel verschiedene Tätigkeiten in der Kirchengemeinde, betreute Gruppen und Veranstaltungen, beteiligte sich am Kirchenchor oder spielte die Orgel. Zu den durchgängigen Aufgaben in Rathenow gehörte die Gemeindepflegearbeit. Daneben standen (ab 1959) Chorstunden, Gehörlosengottesdienste und Gottesdienste im Pflegeheim, Gebetsabende sowie die Mitwirkung am Frauenkreis und bei Ausflügen auf dem Arbeitsplan der Gemeindeschwester. Zeitweilig wurden spezielle Aufgaben übertragen wie der »Nähverein für Arme«, der sich alle 14 Tage im Gemeindehaus traf (1903  1938) –  oder der »Altfrauenverein« (1936). Von 1906  1938 und –  1943 leiteten Diakonissen Jugendgruppen (»JungfrauenVerein«, »Jungschar« im Jahr 1943) und sorgten für eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Eine wichtige Aufgabe in Rathenow war die Leitung des Gemeinde-Kindergartens 1932 bis 1954. Konnte im April 1950 noch das 50jährige Jubiläum der Arbeitsübernahme durch Gemeindeschwestern in Rathenow gefeiert werden, ging die Zahl der Diakonissen nach dem Mauerbau 1961 spürbar zurück. Waren es 1945 noch mehr als 50 Diakonissen, deren Mutterhaus sich seit 1946 auf dem Gelände von Herzberge befand, standen 1980 noch fünf Diakonissen im aktiven Dienst, von den ehemals zwölf Gemeindeschwestern nur noch eine. 1961 wurde der letzte Kindergarten in andere Hände gegeben. 1980 gab das Diakonissenmutterhaus die Verantwortung für das Krankenhaus an das Evangelische Diakoniewerk Königin Elisabeth (EDKE) ab. 1994 ging die letzte Gemeindeschwester, Diakonisse Gerda Böttcher, in den Ruhestand. 

Schwester Charlotte Schulz beim Kinderfest (Gemeindekindergarten Rathenow, 1938) Vor dem Kindergarten der evangelischen Gemeinde in Oberschöneweide (Mitte 1920er Jahre)

Februar 2013 | KEH-Report Seite 11

| 170 Jahre KEH | Personalia |
Pfarrer Detert im Kreis der Rathenower Gemeindeschwestern (1938)

U  rsprung ambulanter Pflegeund Sozialdienste Tagelöhner, Fabrikarbeiter oder Kleinhandwerker liefen im Zuge der rasanten industriellen und gesellschaftlichen Umwälzungen des 19. Jahrhunderts Gefahr, ins existenzielle Aus zu geraten. Kamen zur Armut der »kleinen Leute« Krankheiten hinzu, entstand für sie eine zumeist ausweglose Situation. Von staatlichen und kommunalen Institutionen konnten sie keine Hilfe erwarten. Es waren vielfach Gemeinden, Frauenvereine, Pfarrer oder Persönlichkeiten aus materiell besser gestellten Schichten, die begannen, der gesellschaftlich begründeten Armut und Not, die in dieser Dimension bislang unbekannt war, entgegenzutreten. Gemeindestationen übernahmen den Dienst an Armen und Kranken in der Kirchengemeinde, um Menschen direkt vor Ort zu versorgen und ihnen bei der Alltagsbewältigung zu helfen. Unverheiratete Töchter erhielten durch den Dienst als Diakonisse eine Lebensperspektive und persönliche Unabhängigkeit. Ihr Dienst aus dem Glauben galt der Zuwendung zu Kranken und Schwachen und trug wesentlich zum Gemeinwohl bei. »In zwei Dritteln aller Fälle hatte sich die örtliche Diakoniestation zur Keimzelle kommunaler sozial- und gesundheitspflegerischer Arbeit entwickelt...« heißt es in einer Festschrift der Henriettenstiftung (Hannover 2010, S. 12). Der Dienst der Gemeindeschwester stand damit am Beginn ambulanter Pflege- und Sozialdienste, wie wir sie heute kennen.
Ina Herbell/Johannes Lehmann

Bei der Schulspeisung (1947) Titelfoto: Gemeindeschwester im Kindergarten der ev. Gemeinde in Oberschöneweide Gemeindeschwester unterwegs (Ravenstein, 1950)

Nachruf nicht, DU segnest mich denn« (1. Mose 32,27) als Diakonisse eingesegGeschäftsführung, Krankenhausleitung und Schwesternschaft des KEH net. Danach wirkte sie sieben Jahre als Gemeindeschwester in Mahlssind dankbar für den Dienst, den die Diakonisse unseres Mutterhauses dorf. Im Jahr 1959 begann sie ihren Dienst als Gemeindeschwester in der Kirchengemeinde in Rathenow, den sie über 35 Jahre lang versah. Schwester Gerda Böttcher für unser Haus geleistet hat und wissen 1994 trat sie im Haus Ravenstein in den verdienten Ruhestand und zog sie geborgen in Gottes ewigem Reich. ein Jahr später zusammen mit den anderen Feierabendschwestern in die Diakoniestiftung Lazarus. Hier hatte sie lange Zeit regen Kontakt Schwester Gerda wurde am 12. April 1927 geboren und wuchs in mit anderen Schwestern. Noch im Herbst des vergangenen Jahres Schöneiche bei Berlin auf. In der dortigen Schlosskirche wurde sie am konnte sie ihr 60-jähriges Diakonissenjubiläum festlich begehen. 29. März 1941 konfirmiert. Dann erkrankte sie schwer und wurde in den Morgenstunden des Nach einer Tätigkeit als Hausangestellte in Rüdersdorf trat sie im September 1945 in das Diakonissenmutterhaus und Krankenhaus Königin- 20. September 2012 heimgerufen. Trauerfeier und Beisetzung fanden am 8. Oktober 2012 auf dem Schwesternfriedhof in Berlin-FriedrichshaElisabeth-Hospital ein und arbeitete als Jungschwester auf verschiegen, Peter-Hille-Straße, statt. denen Stationen. 1951 wurde sie mit dem Bibelwort »Ich lasse dich

Wir begrüßen als neue Mitarbeiterinnen und Mit­ rbeiter im KEH a ■	 Seit Dezember 2012 Barbara Walworth, Hauke Hermann, Arzt, Diplom-Psychologin, Psychiatrie/ Psychiatrie/Psychotherapie Psychotherapie Maren Latendorf, Krankenschwester, Station P 2 ■	 Seit Januar 2013 Mona Lohmann, Ärztin, Chirurgie Thomas Tobias Gundlach, Phillip Petri, Arzt, Mitarbeiter, Gärtnerei Kinder-/Jugendpsychiatrie Dr. Axel Hamann, Facharzt, Annett Simon-Dietze, WundNeurologie schwester, Wundmanagement Dr. Franziska Prosch, Ärztin, Franziska Telzerow, KrankenChirurgie schwester, Station P 10 Juliane Schilling, Dipl.-Soz., Soziale Dienste

Das KEH haben verlassen ■	 Im Dezember 2012 Dr. Gedamu Andargie, Facharzt, Psychiatrie/Psychotherapie Linda Cruz Ménfez, Ges.-/ Krankenpflegerin, Station CH 1 Dr. Roman Hertel, Facharzt, Station UR 1 Jacqueline Kraft, Mitarbeiterin, Versorgungswirtschaft Barbara Krawczyk, Sozialarbeiterin, Soziale Dienste Geertje Krienke, Ärztin, Neurologie

Dr. Caroline Lorberg, Ärztin, Epileptologie Ingeborg Marzian, Krankenschwester, Station NE 1 Andrea Pietschmann, Ärztin, Kinder-/Jugend­psychiatrie Angela Rohr, Ges.-/Krankenpflegerin, Station NE 1 Maria Rose, Innenrevisorin, Verwaltung Cornelia Schickerling, Ärztin, ZAD/Notaufnahme Sina-Simone Schreier, Dipl.Psych., Kinder-/Jugendpsychiatrie

Birgit Tautermann, Heilpädagogin, Station EP 2 Susanne van der Meer, Leiterin Controlling Dr. Dörte Worthmann, Ärztin, Psychiatrie/Psychotherapie ■	 Im Januar 2013 Ina Klann, Mitarbeiterin, Zentraler Empfang Annegret Maack, Ärztin, Neurologie

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| 120 Jahre Herzberge |

»... gemeinem Wohl zu Nutze.«
Der Bau der »Irrenanstalt Herzberge« Hermann Blankenstein die Psychiatrische Heil- und Pflegeanstalt erbaut. Blankenstein, geboren 1829 in Grafenbrück (Niederbarnim), studierte 1849 1851 an der Berliner –  Bauakademie und wirkte 1851/1852 mit an der Bauaufnahme der Hagia Sofia in Istanbul. In den Jahren 1854 – 1856 setze er sein Studium fort, das er als Landbaumeister abschloss. Nach beruflichen Stationen in Berlin, Stettin und Stargard (Pommern), kam er 1865 zurück nach Berlin. Er lehrte an der Bauakademie und war ab 1872 als Stadtbaurat und Leiter der Berliner Hochbauverwaltung tätig. Als er 1896 aus dem Dienst schied, ehrte ihn Berlin mit dem Titel eines Stadtältesten. Hermann Blankenstein starb am 6. März 1910 in Berlin. In den 24 Jahren seiner Tätigkeit entstanden in Berlin viele öffentliche Gebäude (darunter mehrere Krankenhäuser und Heilanstalten), Kirchen und etwa 120 Gemeindeschulen, Realschulen und Gymnasien. Zwei Berliner Straßen tragen heute seinen Namen. Anlage und Funktion der Gebäude Hermann Blankenstein hatte bereits beim Bau der Anstalt in Dalldorf Erfahrungen gesammelt. In der Bauplanung für Herzberge war – nach Geschlechtern getrennt – die Aufteilung in vier Gruppen vorgesehen: »Gemeingefährliche«, »Sieche«, »Neuaufgenommene« und »Ruhige«. Dafür wurden die Bauten im Pavillonstil symmetrisch an einer Mittelachse ausgerichtet. In den je vier zweigeschossigen Gebäuden links und rechts der Mittelachse befand sich links vom Hauptgebäude die Frauenabteilung (Häuser 1, 3, 5 und 7), und im rechten Bereich wurden männliche Patienten aufgenommen (Häuser 2, 4, 6 und 8). Entsprechend der Planung wurden in den Häusern 1 und 2 die »ruhigen« Patienten betreut. In den Häusern 3 und 4 wurden neu aufgenommene Patienten untergebracht. Die Häuser 5 und 6 waren den Siechen vorbehalten, und in den Häusern 7 und 8 wurden »Gemeingefährliche« unter besonderen Sicherungsbedingungen und hinter einer Mauer verwahrt. Die Anstalt hatte insgesamt 1.050 Betten, davon 580 für Männer und 470 für Frauen. Jeder Abteilung stand je ein Oberarzt vor, unterstützt von drei bis vier Assistenzärzten und Volontären, insgesamt 104 Krankenwärtern, 79 Krankenwärterinnen und 15 Verwaltungskräften. Im mittleren Bereich befanden sich das Verwaltungsgebäude, das Handwerkerhaus, das Badehaus für die Patienten und das Wirtschaftsgebäude mit Küche und Wäscherei. Im runden Eisturm wurden die Lebensmittel kühl gelagert.

Eingangsbereich um 1900 (Haus 31)

G

egen Mitte des 19. Jahr­ underts war in Berlin eine h haltlose Situation entstanden. Die explosionsartige Vergrößerung der Stadt nach der Reichsgründung und ihre Funktion als Reichshauptstadt führten zu rasantem Zuzug bei freiem Spiel für Spekulanten und einer verfehlten Stadtplanung. Berlin erreichte bald den »Weltrekord in gedrängter Bebauung« (Werner Hegemann, 1930). Ein Zehntel der Wohnungen befand sich in Kellern – Ernährungs- und Gesundheitszustand der Bewohner waren entsprechend schlecht. Auch die Zahl der psychisch Kranken stieg sprunghaft an, so dass ihre Versorgung zu einem Problem wurde.

Im Vorfeld der Planung Gemäß einer Vereinbarung zwischen der Stadt und der Königlichen Charité war letztere verpflichtet, »alle unvermögenden, der Kommune angehörigen Geisteskranken unentgeltlich aufzunehmen«. Aber die Kapazitäten der Berliner Charité reichten nicht mehr aus. Darum hatte sie einen Gerichtsbeschluss angestrengt, dem gemäß sie nur die »heilbaren Irren« aufnehmen musste – wer dazugehörte, entschieden die Nervenärzte der Charité. Alle »unheilbaren Irren« mussten von der Stadt untergebracht und versorgt werden. So wurde in der Charité häufig schon innerhalb von wenigen Tagen Unheilbarkeit attestiert, da die Betten sonst nicht mehr gereicht hätten. In nur fünf Jahren, von 1858 bis 1863, hatte sich die Zahl der eingewiesenen Personen verdoppelt (von 151 auf 296). So sahen sich die städtischen Behörden genötigt, im Jahr 1880 die »Irrenpflegeanstalt« in Dall­ dorf (heute Karl Bonhoeffer-Nervenklinik, Teil des Humboldt-Klinikums) zu eröffnen und – da auch diese Einrichtung in kurzer Zeit überfüllt war – zwei weitere Anstalten in Auftrag zu geben. »Wuhlgarten« (heute: Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus) war für EpilepsiePatienten vorgesehen, die andere für die übrigen Krankheitsbilder. Vom Gutsbesitzer Roeder wurde im Juli 1887 das Rittergut »Herzberge« in Lichtenberg erworben und 1888 mit den Planungen begonnen. Der Architekt Hermann Blankenstein Von 1889 bis 1893 wurde auf dem 96 Hektar großen Gelände von Herzberge nach Plänen von Stadtbaurat

Der Architekt Hermann Blankenstein leitete von 1888 bis 1893 den Bau der Herzberger Anstalt

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| 120 Jahre Herzberge |
Isolationsbaracke
existiert heute nicht mehr

Frauenabteilung

Mittelachse

Männerabteilung

Gebäudeplan von Herzberge (Situation im Jahr 1893)
Landwirtschaftsflächen

27
»Gemeingefährliche« Küche/ Wäscherei »Gemeingefährliche«

7

8
Pathologie Eishaus

»Sieche Patienten«

5

Zentralbad

6

»Sieche Patienten« Kesselhaus

24
»Neuaufnahmen« »Ruhige Patienten«

3

Handwerkerhaus

4

»Neuaufnahmen«

29 40

23 1

»Ruhige Patienten«

Wohnhaus des Heizers

2 22

Kegelbahn

Wohnhaus des Med. Direktors

Verwaltung

31
Beamtenwohnhäuser

Landhäuser für Männer

13 18 17
Heutige LInienführung der Straßenbahn

12
ehemaliger Gutshof

19

übertragen durch Karl Friedrich Schinkel (1781  – 1841) – eine Bauweise, die 1890 bereits als überholt angesehen wurde. Doch lässt sich erkennen, dass trotz höchster Sparanforderung nicht auf architektonische Schmuck­lemente, Wandbemalung und Details vere zichtet wurde: Stuckelemente, Eisengitter, Fensterund Ziegelmus­ er zeigen eine überraschende Vielfalt. t Zeitgleich mit dem Bau der Gebäude wurde auch die Gestaltung der Außenanlagen im Landschaftsstil vorgenommen. Es erfolgte die Erschließung der Wege und Straßen, und im Frühjahr 1888 wurde eine umfangreiche Bepflanzung vorgenommen, für die 150.000 Mark zur Verfügung standen. Im Jahr 1974 wurde die Anlage (Park und zwei Weiher) zum »Geschützten Park« bzw. zum »Flächennaturdenkmal«. Heute ist das Krankenhausareal eingebunden in den »Landschaftspark Herzberge«, der an der Nahtstelle der Stadtteile Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf entstanden ist. Eröffnung im Jahr 1893 Als die Herzberger Anstalt am 13. Juni 1893 mit der ersten Patientenübernahmen aus Dalldorf eröffnet wurde, hatte sich die Flächenausdehnung Berlins so verändert, dass die Stadt vom Vertrag mit der Charité zurücktrat und festlegte, psychisch Kranke aus den östlichen Bezirken der Stadt unmittelbar in die neu entstandenen Einrichtungen zu überweisen. Erster Direktor wurde Prof. Dr. med. Carl Moeli (1849  1919), der nach Tätigkeiten in der psychia­ –  trischen Abteilung der Charité und in Dalldorf von 1893  1914 die Leitung von Herzberge innehatte und –  umfangreiche Forschungen betrieb. Herzberge entwickelte sich rasch zu einer namhaften Einrichtung.
Ina Herbell/Johannes Lehmann Das Direktorenwohnhaus (heute Haus 31) war reich dekoriert, wie die Restaurierung im Jahr 1993 zeigte

20
Landhäuser für Frauen

21

Um diesen gesamten Mittelteil gruppierten sich Wohngebäude und ein Gutshof mit landwirtschaftlichen Gebäuden. Das Konzept der Anstalt sah Selbstversorgung vor: auf den angeschlossenen Landwirtschaftsflächen wurden Obst, Gemüse, Kartoffeln und Getreide angebaut. Fleisch lieferten Schweine, Kühe und Schafe, Hühner, Gänse und Enten. Auf dem Gutshof mit zehn Mitarbeitern und in seiner Korbflechterei konnten Pa­ tienten arbeitstherapeutisch eingesetzt werden. So genannte Patientenkolonnen unterstützten – unter Anleitung von Pflegern – den Landwirtschaftsbetrieb und die Schweinezucht. Der Gutshof existierte bis 1965. Gebäudeschmuck und Parkanlage Bereits damals hatten Kommunen finanzielle Probleme – und Sparsamkeit war eine der Haupttugenden des Geheimen Baurats und Stadtbaurats Blankenstein. Im »Zentralblatt der Bauverwaltung« aus dem Jahr 1910 heißt es, seine Grundsätze bei der praktischen Ausführung: »... hießen in erster Linie: Schnelligkeit, Gediegenheit und Sparsamkeit. Darin leistete er tatsächlich Wunderdinge ... Er blieb mit bewusster Absicht seinen von ihm für praktisch erkannten und für klassisch gehaltenen Backsteinformen mit Terrakotten, Rundstäben und bunten Ziegelmustern getreu...« Der »Backsteinstil« von Herzberge entstammt wohl vorwiegend englischen Quellen, vermittelt und

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| Baugeschehen |

Anatomie einer Sanierung
Epileptologie wird im Sommer Haus 2 beziehen

D

ie Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH) wurde bereits in den 1990er Jahren begonnen und konnte in wesentlichen Teilen abgeschlossen werden. Die Sanierung der verbleibenden Gebäude, v. a. Häuser 2 und 4, sowie die Erneuerung der Infrastruktur konnte im Jahr 2011 in Angriff genommen werden. Im August 2011 lag die Baugenehmigung vor. »Restsanierung« im KEH Haus 4 soll nach Abschluss der Sanierung Ende 2014/ Anfang 2015 eine Geriatrie-Station (im Obergeschoss) sowie die Physiotherapie und Bereiche der Epileptologie beherbergen. Derzeit ist im Haus 4 die Abteilung Epileptologie untergebracht, die nach Abschluss der Bauarbeiten ins sanierte Haus 2 umziehen wird. Daneben steht die Erneuerung der technischen Infrastruktur in den bislang nicht sanierten Teilen des Außenbereichs auf dem Plan: Elektroenergie-, Fernwärme- und Trinkwasserversorgung, die Schmutz- und Regenwasserentsorgung sowie die Versorgung mit medizinischen Gasen u.a. Die Restsanierung hat am 15. Juli 2011 mit Arbeiten an der Infrastruktur und den Bau begleitenden Einrichtungen wie Baustelleneinrichtung, Verkehrsführung und Baumschutz begonnen. Der erste Bauabschnitt ab September 2011 umfasste die Sanierung und Erneuerung der Ver- und Entsorgungsleitungen, der Außenanlagen sowie Abrissarbeiten und den Baubeginn an der Leitungsführung von Haus 12 zum Haus 2. Der zweite Bauabschnitt mit der Sanierung und Einrichtung von Haus 2 wurde für den Zeitraum von Oktober 2011 bis Mitte Juni 2013 geplant. Von Juli 2013 bis Dezember 2014 folgt der dritte Bauabschnitt mit der Sanierung von Haus 4.

Haus 2 wurde zur Fassadensanierung mit Planen abgedeckt

Gemäß Krankenhausfinan­ zierungsgesetz (KHG) werden notwendige Investitionskosten der Klinken, die im Landeskrankenhausplan erfasst sind, durch öffentliche Fördergelder bestritten, um einen Substanzverlust der baulichen und medizinisch-technischen Infrastruktur zu vermeiden. Für die Sanierung der verbleibenden Gebäude wurden dem KEH im März 2011 durch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz Mittel in Höhe von 20 Mio. Euro zugesagt – dankenswerter Weise bevor ab 2013 die Investitionsförderung grundsätzlich auf eine Pauschalförderung umgestellt werden soll. Foto links: Für die Erweiterung des Klassenraumes mussten Boden und Wände entfernt werden Foto rechts: Außenheizung an Haus 2

Haus 2 wird vorbereitet Der Freizug von Haus 2 und der Umzug in die Häuser 13 und 67 hatte im September und Oktober 2011 stattgefunden. Im Anschluss konnte mit den Abrissarbeiten begonnen werden. Der Berliner Planungsbüro Rohling AG – kurz pbr – ist die Gesamtplanung und Bauüberwachung übertragen worden. »Zu den ersten Arbeiten im Haus gehörten zunächst Abriss und Schadstoffsanierung«, erläutert Dipl.-Ing. Klaus Schmid, der als Hochbauleiter der Firma pbr federführend die Bauarbeiten begleitet. »Die Dämmungen, Abdichtungen, Technik, Leitungen, Sanitäranlagen wurden abgerissen und der Dachstuhl gereinigt.« Danach begannen die notwendigen Arbeiten am Rohbau. Putz und Tapeten wurden entfernt. »Dabei handelte es sich um Brandschutztapete mit Glasfaseranteil und zum Teil um zinkhaltigen Putz, so dass beim Abriss mit Maske gearbeitet und eine Schleuse eingebaut werden musste.« Parallel dazu wurde im November ein Musterzimmer eingerichtet, anhand dessen die künftigen Nutzer ihre Vorstellungen zur Innenausstattung (Raumaufteilung, Farbkonzept, Möblierung der Zimmer u. a.) klären und nötige Änderungen absprechen konnten. Danach wurde die Bestellung entsprechend modifiziert und mit der Senatsverwaltung, dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) und der Amtsärztin abgestimmt. Während der Kältephase zu Beginn des Jahres 2012 ruhten die Arbeiten im Außenbereich witterungsbedingt – der Innenausbau wurde jedoch nicht unterbrochen. Innenausbau schreitet voran »Weil die Planung z.  eine neue Raumaufteilung T. vorsieht, mussten Wände entfernt und Zargen herausgenommen werden«, fährt Bauleiter Schmid fort. »Türeingänge wurden neu gefasst, Wandbereiche ausgebessert, und wo tragende Teile entfernt werden mussten, wurde eine statische Sicherung vorgenommen.« Teilweise war ein komplett neues Tragsystem einzufügen. Um z.  das Klassenzimmer der zukünfB. tigen epileptologischen Kinderstation zu vergrößern, mussten der Boden und einige Wände vollständig herausgenommen werden. Neue Träger stabilisieren die tragenden Wände an den Stellen, die entfernt wurden, und es wurde eine neue Bodenplatte eingefügt.

Dezember 2013 | KEH-Report Februar 2012 Seite 15

| Baugeschehen |

»Die Stationsbereiche des Hauses werden gemäß Krankenhausbetriebsordnung und nach neuesten Erfordernissen um- und ausgebaut«, erklärt Klaus Schmid. »Zugleich sollen Fassaden, Fenster und Dach sowie im Innenbereich Treppenhäuser und Farbskizzen entsprechend den Vorgaben des Denkmalschutzes wieder hergestellt werden.« Deshalb wurden der alte Putz und die historische Farbgebung – wo es möglich war – erhalten. Technik, Fassade und Dachausbau Nachdem im Sommer 2012 weite Teile des Rohbaus fertiggestellt waren, konnte der technische Innenausbau mit den Installationsarbeiten für Elektrik, Heizung, Lüftung und Sanitär beginnen. Kabelbäume und ihre Verzweigungen, Zu- und Ableitungen für Wasser und die zahlreichen Kanäle für die zentrale Heizung und Klimasteuerung wurden verlegt. Ab August 2012 verdeckten weiße Planen die Fassade, und Haus 2 war auf Grund von Rohbau-, Maurerund Putzarbeiten für Wochen den Blicken entzogen. An den Außenwänden wurden schadhafte Stellen restauriert und die Verfugung entsprechend ausgebessert. Zugleich wurden die Fenster bearbeitet und notwendige Tischlerarbeiten vorgenommen. Daneben hatte die Dachsanierung begonnen. Das Tragwerk wurde saniert, schadhafte Balken wurden ausgetauscht oder »ertüchtigt«, d.  an den entspreh. chenden Stellen stabilisiert. »Im Dachbereich werden neue Arbeitsräume entstehen« fährt Schmid fort. »Das Dach wird neu gedeckt und nach historischem Vorbild wieder hergerichtet, so dass die Dachrinnen höher gesetzt oder die schmiedeeisernen Verzierungen restauriert werden.« In der Zeit um den Jahreswechsel 2012/2013 wurden die Sanitärzellen angeliefert, eingebaut und angeschlossen: Wasser, Elektrik, Wärme, Belüftung. Parallel dazu erfolgten die möglichen Trockenbau-Arbeiten – zu denen später auch die Verkleidung der Sanitärzellen gehört. Ab Januar wurde mit dem Einbau des neuen Aufzugs begonnen, für den ein neuer Schacht vorbereitet worden war. Der alte Außenaufzug konnte abgerissen werden.»Das erfordert ebenfalls eine Fülle von Folgearbeiten: Fenster müssen wieder hergestellt, Zwischendecken rausgerissen und Wände hochgemauert werden. Im Keller wird der Boden herausgenommen, vertieft und mit wasserdichtem Beton neu gegossen.«

Foto links: Blick in den Seitentrakt Rechts: In den Fluren sind die »ertüchtigten« Wandteile deutlich zu erkennen

Bauleiter Dipl.-Ing. Klaus Schmid

Die letzte Phase Solange die Trockenbauwände offen sind, werden die Kabel verlegt. Danach werden sie geschlossen und die tiefer gesetzten Zimmerdecken eingehangen. Im Anschluss daran geben Maler und Bodenleger den Räumen die letzte Fasson. »Wenn das Gebäude staubfrei ist, erfolgt die Feininstallation: Thermostate, Schalter, Steckdosen, Türen etc. werden eingebaut. Das wird etwa ein Vierteljahr dauern«, berichtet Ingenieur Schmid. »Wenn diese Arbeiten beendet sind, ist die Sanierung im Prinzip abgeschlossen und es folgt die Abnahmephase. Die Bauarbeiten werden begutachtet, erkennbare Mängel können abgestellt werden. Erst dann erfolgen die Übergabe an das Krankenhaus und der Umzug der Epileptologie.« Sobald es die Witterung zulässt, wird im Außenbereich damit begonnen, die Flächen um Haus 2 neu zu gestalten. So wird z. B. der Spielplatz am Kopfende des Gebäudes neu hergerichtet. Darüber hinaus werden die Grünflächen im Innenbereich des KEH (um Haus 23, 24 und das Eishaus herum) eine Auffrischung und Umgestaltung nach historischem Vorbild erfahren. Erst am Ende der Sanierungsarbeiten werden auch die Straßen auf dem Gelände Berücksichtigung finden.
Klaus Schmid, pbr Mario Menzel, Leiter Technik/Bau

Da es im Sommer zu Vergabeschwierigkeiten kam, verzögerte sich der Zeitplan für Haus 2 um ca. acht Wochen und der geplante Umzug der epileptologischen Bereiche wurde vom 16. April auf den 26. Juni 2013 verlegt. Sanierung und Einrichtung von Haus 2 wird dann ca. 9 Mio. Euro gekostet haben.

Die historische Farbgebung wird wieder hergestellt

KEH-Report | Februar 2013 Seite 16

| Termine |

Aktuelle Termine Aktuelle Ausstellung »Die Irrenanstalt auf dem Reißbrett« – Zeichnungen aus den Jahren um 1890 von Herrmann Blankenstein Bis zum 7. März 2013 im Museum Kesselhaus Kammerkonzert am EpilepsieZentrum Berlin-Brandenburg Klassische Percussion. Mit den »BerlinBeats« (Lukas Böhm und Ni Fan). Freitag, 22. Februar 2013, 19 Uhr, Haus 22, Festsaal, Eintritt frei. Fortbildung für MitarbeiterInnen aller Arbeitsbereiche Erste Hilfe Dienstag, 5. März 2013, 13 bis 15 Uhr KPS, Haus 69, ÜR und UR 3, Kosten: 10 €, Anmeldeschluss: 19. Februar 2013 Orgelkonzert Joachim Thoms an der historischen Turley-Orgel Dienstag, 5. März 2013, 16 Uhr, Alte Kapelle, Haus 22, Eintritt frei. Umgang mit Thoraxdrainagen und Pleurodese/VAC-Versorgung (Zielgruppe: Pflegefachkräfte) Mittwoch, 6. März 2013, 13 bis 14.30 Uhr, KPS, Haus 69, Clubraum Kosten: 5 €, Anmeldeschluss: 25. Februar 2013 Umgang mit »Borderline«-Patienten (Zielgruppe: Pflegekräfte) Donnerstag, 7. März 2013, 13 bis 14.30 Uhr, KPS, Haus 69, Club­ raum, Kosten: 10 €, Anmeldeschluss: 21. Februar 2013 Rückengerechter Patiententransfer (Zielgruppe: Pflegekräfte) Dienstag, 12. März 2013, 8.30 bis 15.30 Uhr, KPS, Haus 69, Übungsraum, Kosten: 5 €, Anmeldeschluss: 26. Februar 2013 Grundlagen der BiofeedbackTherapie (Zielgruppe: Pflegekräfte in Psychiatrie und Neurologie) Referentin: Ilka Ziem-Berger Mittwoch, 13. März 2013, 13 bis 14.30 Uhr, Haus 23, Kosten: 5 € Anmeldeschluss: 4. März 2013 Rückenschonendes Arbeiten bei Transfer und Lagerung unter Einbeziehung der Körperbewegung (Kinesis) und Empfindung (Ästhesis) (Zielgruppe: Pflegekräfte) Dienstag, 19. März 2013, 8.30 bis 15.30 Uhr, KPS, Haus 69, Clubraum und Übungsraum Kosten: 45 €, Anmeldeschluss: 26. Februar 2013 Vernissage Die Ausstellung »Harmonie« zeigt Ölmalerei von Helga Müller, die bis zum 30. April 2013 zu sehen ist. Dienstag, 19. März 2013, 19 Uhr, Museum Kesselhaus Basismaßnahmen der Reanimation (Pflicht) (Zielgruppe: Mitarbeitende aller Arbeitsbereiche) Mittwoch, 20. März 2013, 13.30 bis 14.30 Uhr, KPS, Clubraum Haus 69 Kosten: 5 €, Anmeldeschluss: 13. März 2013 Berlin-Brandenburger Epilepsie-Kolloquium Fallvorstellung/Vortrag: »Kognitive Entwicklung bei Temporallappenepilepsien«, Christoph Helmstaedter (Klinik für Epileptologie, Universitätsklinikum Bonn) Mittwoch, 20. März 2013, 17.30 bis 19 Uhr, Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin Training diabetesversierte Pflegekräfte Modul 2 Stoffwechselerkrankungen und Therapieziele (Zielgruppe: Pflegekräfte) Donnerstag, 21. März 2013, 13 bis 14.30 Uhr, KPS, Haus 69, Clubraum Kosten: 5 €, Anmeldeschluss: 14. März 2013 Kammerkonzert am EpilepsieZentrum Berlin-Brandenburg Klavierkonzert mit Natalia Volchenko Freitag, 22. März 2013, 19 Uhr, Haus 22, Festsaal, Eintritt frei. Aromatherapie/Aromapflege Teil 2 (Zielgruppe: Mitarbeitende in der Pflege, Ergotherapeuten) Dienstag, 26. März 2013, 8.30 bis 15.30 Uhr, KPS, Haus 69, Clubraum und Übungsraum Kosten: 45 €, Anmeldeschluss: 5. März 2013 Internationaler Abend »Färöer und Island – Inseln im Nordatlantik«. Reisebericht mit Fotos von Bernd Schneider Dienstag, 26. März 2013, 19 Uhr, Museum Kesselhaus (Haus 29), Vereinsraum, Kostenbeitrag: 3 € Orgelkonzert Matthias Suschke an der historischen Turley-Orgel Dienstag, 2. April 2013, 16 Uhr, Alte Kapelle, Haus 22, Eintritt frei. Aktuelle Rechtsfragen im Zusammenhang mit Organspende und –transplantation (Zielgruppe: Mitarbeitende aller Arbeitsbereiche) Dienstag, 9. April 2013, 13.30 bis 15.00 Uhr, KPS, Haus 69, Clubraum Kosten: 15 €, Anmeldeschluss: 19. März 2013 Training sozialer Kompetenzen (Zielgruppe: Mitarbeitende aller Arbeitsbereiche) 10. und 11. April 2013, 9 bis 16 Uhr KPS, Haus 69, Clubraum, Kosten: 100 €, Anmeldeschluss: 20. März 2013 Basismaßnahmen der Reanimation (Pflicht) (Zielgruppe: Mitarbeitende aller Arbeitsbereiche) Mittwoch, 17. April 2013, 13.30 bis 14.30 Uhr, KPS, Clubraum Haus 69 Kosten: 5 €, Anmeldeschluss: 10. April 2013 Aktuelles rund um isolierungspflichtige Erreger (Zielgruppe: Mitarbeitende auf den Stationen und Interessierte) Donnerstag, 18. April 2013 13 bis 14.30 Uhr, KPS, Haus 69, Clubraum, Anmeldeschluss: 11. April 2013, kostenfrei. Begegnung mit verwirrten und dementen Menschen Hilfen für den verstehenden Umgang im täglichen Gespräch Dienstag, 23. April 2013, 8.30 bis 15.30 Uhr, KPS, Haus 69, Clubraum und Übungsraum, Kosten: 45 €, Anmeldeschluss: 2. April 2013 Pflege von Patienten mit Tracheostoma bzw. Trachealkanülen auf peripheren Stationen (Pflicht) (Zielgruppe: Pflegefachkräfte) Mittwoch, 24. April 2013, 13 bis 14.30 Uhr, KPS, Haus 69, Clubraum Kosten: 5 €, Anmeldeschluss: 15. April 2013 Berlin-Brandenburger Epilepsie-Kolloquium Fallvorstellung/Vortrag »Epileptologisch-psychniatrische Aspekte der Epilepsiechirurgie« Steffi Koch-Stöcker (Klinik Mara, Epilepsie-Zentrum Bethel) Mittwoch, 24. April 2013, 17.30 bis 19 Uhr, Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin Spiel und Spannung – Kreative Ausbildungsmöglichkeiten (Zielgruppe: Praxisanleiter) Donnerstag, 25. April 2013, 9 bis 17 Uhr, KPS, Haus 69, Clubraum Kosten: 90,00 €, Anmeldeschluss: 4. April 2013 Training diabetesversierter Pflegekräfte (Modul 3) – Diabetestherapie im Krankenhaus (Zielgruppe: Pflegefachkräfte) Dienstag, 30. April 2013, 13 bis 14.30 Uhr, KPS Haus 69, Clubraum Kosten: 5 €, Anmeldeschluss: 23. April 2013 Orgelkonzert Lenka Fehl-Gajdošová an der historischen Turley-Orgel Dienstag, 7. Mai 2013 16 Uhr, Alte Kapelle, Haus 22, Eintritt frei.

Evangelische Gottesdienste Jeden Sonntag, 10 Uhr, Alte Kapelle (Haus 22) Karfreitag, 29. März 2013, 10 Uhr, Alte Kapelle (Haus 22) Pfarrer Winfried Böttler Ostersonntag, 31. März 2013, 10 Uhr, Alte Kapelle (Haus 22) Pfarrer Christian Lisker Pfingsten, 19. Mai 2013, 10 Uhr, Alte Kapelle (Haus 22) Pfarrer Winfried Böttler
        
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