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Periodical volume

Full text: KEH Report Issue 19.2010

??? | KEH-Report Seite 1

Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité

KEH  REPORT
 19 | Dezember 2010

INNOVATION UND KONTINUITÄT
»Prüfet alles, das Gute aber behaltet!« Zum 100. Todestag Friedrich von Bodelschwinghs	 Epilepsiechirurgie gestern und heute	 »Hell, freundlich und gefällig« Das Allgemeinkrankenhaus »Königin Elisabeth Herzberge« vor 100 Jahren	 | Seiten 4/5 | Seiten 8/9

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KEH-Report | Dezember 2010 Seite 2

| Editorial |

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie diese Ausgabe des KEH-Report in Händen halten, habe ich bereits meine neue Funktion im Vorstand der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel übernommen, und die Verantwortung für das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) liegt in anderen Händen. Ich freue mich daher, auf diesem Weg allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Partnern und Freunden des Hauses Dank sagen zu können. Als ich 2001 die Geschäftsführung in unruhigen Zeiten übernommen hatte, waren die Nachwehen aus der vorangegangenen wirtschaftlichen Schieflage noch deutlich spürbar. Umso erstaun­icher erscheint es l im Rückblick, wie viel in den letzten Jahren erreicht werden konnte. Eine große Zahl an strukturellen Veränderungen und Projekten wurde umgesetzt. Als Beispiele möchte ich die weit reichenden Sanierungsmaßnahmen nennen, die zur Erweiterung des Angebots der operativen Bereiche, der Einrichtung einer modernen Angiografie sowie der Zentralen Aufnahme und Diagnostik führten. Ich erinnere mich noch gern an die Eröffnung des Ärztehauses für psychische Gesundheit am KEH (MVZ), an die Einweihung der neu gestalteten Kinder- und Jugendpsychiatrie in Haus 7 oder die Eröffnungsfeiern der erweiterten Schmerztagesklinik und der psychosomatisch-psychotherapeutischen Tagesklinik in diesem Jahr. Die personelle Verstärkung in der Viszeralund Unfallchirurgie eröffnet neue Op­ ionen. Von großer t Bedeutung ist auch die immer engere Zusammenarbeit der somatischen und psychiatrisch-psychotherapeutischen Bereiche für den medizinisch ganzheitlichen Ansatz. Darüber hinaus hat sich der Kreis der Chef­­ ärztinnen und Chefärzte verjüngt und erweitert und bietet ein gutes Fundament für die zukünftige Entwicklung. Der Neujahrsempfang des KEH ist eine wichtige Informationsbörse geworden. Dass der Ratsvorsitzende der EKD, der Regierende Bürgermeister von Berlin, Senatoren, Bundestagsabgeordnete und Mitglieder des Abgeordnetenhauses von Berlin, Bürgermeisterinnen und Bezirksstadträte und Kollegen aus den benachbarten Krankenhäusern ihn als ersten Treffpunkt von Gesund	 	 Inhalt 	 2	 Editorial 	 3 	 Dienstleistungs- und Begegnungsqualität im KEH	 	 4	  Prüfet alles, das Gute aber behaltet!« – Jubiläums-	 » 	 konferenz zum 100. Todestag Friedrich von Bodel	 	 schwinghs 	 5 	 Friedrich von Bodelschwingh (1831 – 1910) 	 6 	 Kontinuität und Innovation 	 7	  erontopsychiatrisches Forschungsprojekt am KEH G 	 8 	 Epilepsiechirurgie gestern und heute 	 10 	 Strukturwandel in Psychiatrie und Suchtmedizin

Dr. Rainer Norden

Das KEH ist heute ein sta­­ biles und anerkanntes Krankenhaus über die Grenzen Berlins hinaus. Nach den Entwicklungen, wie sie sich im Landeskrankenhausplan abzeichnen, darf durch die Erweiterung der psychiatrisch-psychotherapeutischen und geriatrischen Angebote davon ausgegangen werden, dass eine tragfähige Entwicklung für das KEH gesichert ist.

heit und Politik im Jahr nutzten, zeigt, dass das KEH angenommen ist. Die enge Einbindung in den Bezirk, gute Beziehungen zu den Bezirksverwaltungen, zur regionalen Wirtschaft sowie die Mitwirkung in den Fachgremien der Region bieten beste Bedingungen für die Folgejahre. Die räumlich-landschaftliche Entwicklung und der Beitrag der Kunst dazu waren mir wichtig. Es hat mich gefreut, wenn Besucher von Nah und Fern sagten, wie schön das Gelände ist und dass wir am Projekt Landschaftspark Herzberge mitwirken. In den vergangenen Jahren konnten über das KEH hinaus neue Gesellschaften erworben werden. Der Bestand der Stiftung EDKE wurde gesichert. Der Gemeindepsychiatrische Verbund und Altenhilfe (GPVA) mit seinen vielfältigen Strukturen und »leben lernen« in Lobetal und Berlin-Lichtenberg sind lebendige Bausteine eines breit gefächerten sozialen Netzwerks. Die Einrichtungen der von Bodelschwinghschen Stiftungen in der Region Berlin-Brandenburg wurden unter eine einheitliche Führung gestellt, und es ist auch hier gelungen, sie zu vermehren und ihren Stellenwert deutlich zu verbessern. Die Region Berlin-Brandenburg wird in den strategischen Überlegungen zukünftig ein größeres Gewicht erhalten, und ich möchte diese Entwicklung in meiner neuen Position fördern und unterstützen. Als Vorstandsvorsitzender des EDKE werde ich auch weiterhin in Berlin vertreten sein. Ein rundes Jubiläum hat das KEH das ganze Jahr begleitet: Mit der Grundsteinlegung des »Königin Elisabeth Hospitals« im Jahr 1910 wurden die Abteilungen Innere Medizin und Chirurgie für Erwachsene in das damalige Kinderhospital integriert. Auch diese Ausgabe des KEHReport wird sich dem Thema »100 Jahre Allgemeinkrankenhaus« widmen und in den anderen Beiträgen das breite Spektrum des Krankenhauses beleuchten. Ich freue mich, dass ich an dieser Entwicklung mitwirken durfte und dass mit der Berufung des langjährigen Kaufmännischen Direktors Michael Mielke zum Geschäftsführer eine interne Nachfolgeregelung gefunden werden konnte. Mein besonderer Dank gilt allen Mitarbeitern in Ärzteschaft, Pflege, Verwaltung, Mitarbeitervertretung und Theologie und, stellvertretend für alle, Frau Viola Bones für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ihnen allen weiterhin gutes Gelingen und Gottes Segen für Ihre herausfordernden Aufgaben!
Dr. Rainer Norden
Impressum Herausgeber: Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge gGmbH, Geschäftsführung und Kranken­ ausbetriebsleitung, h Herzbergstr.79, 10365 Berlin Gestaltung/Produktion: Baumgardt Consultants, Gesellschaft für Marketing & Kommunikation bR Bildnachweis: Elbracht (Bethel) S. 2, 7, 9 (r.), 13, 14 (u.); J. Lehmann (KEH) S. 4, 6, 10 (u.), 14 (o.), 15; KEH, Histor. Archiv S. 11f; Privat S. 9 (l.), 16; Pressearchiv Bethel S. 1, 4 (o.), 5. V.i.S.d.P.: Johannes Lehmann Anregungen und Kritik an: j.lehmann@keh-berlin.de Der KEH-Report erscheint viermal jährlich.

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Die Apotheke am KEH »  Hell, freundlich und gefällig«– Das Allgemeinkranken-	 haus »Königin Elisabeth Herzberge« vor 100 Jahren Beratung bei schwierigen Fragen	 Dr. Rainer Norden verabschiedet Wechsel in der Geschäftsführung des KEH	 Offizielle Einführung Aktuelles Baugeschehen/Personalia Aktuelle Termine Einladung zum Neujahrsempfang 2011

Dezember 2010 | KEH-Report Seite 3

| Qualitätsmanagement |

Dienstleistungs- und 	 Begegnungsqualität im KEH

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ieses Thema stand im Mittelpunkt der drei Workshops mit insgesamt 60 Führungskräften und Mitarbeitern aus den verschiedenen Fachabteilungen des KEH, die im Sommer 2010 in Joachimsthal am Scharmützelsee stattgefunden haben. Der Einstieg erfolgte mit den Fragen: Wer erbringt seit wann Dienstleistungen? Es wurde so schon zu Beginn deutlich, dass es ganz verschiedene Auffassungen zum Begriff »Dienstleistung« gibt. Unter den Fragestellungen: »Was gehört für Sie zu Dienstleistung und was zu Dienstleistungsqualität?«, »Was zeichnet mich als Dienstleister aus?« und »Was ist Dienstleistung aus der Sicht der Patienten?« versuchten die Teilnehmer in intensiven Diskussionsphasen und aufgeteilt in Kleingruppen auszuloten, was sie mit den genannten Begriffen verbinden, und abzustimmen, was sie ihnen bedeuten. Im Ergebnis dieser Arbeit entstand nachfolgende Darstellung. Person Qualität in der Begegnung

Jeder Teilnehmer hat in seiner Verantwortung als Führungskraft oder Mitarbeiter seine drei nächsten Schritte in der Umsetzung der Begegnungsqualität formuliert. In der Evaluation am 30. November 2010 wurde über erste Erfolge, aber auch Enttäuschungen berichtet. Die Umsetzung hat zwar begonnen, aber sie hat noch nicht jeden erreicht. Jeder Mitarbeiter wird diese Grundwerte in Form einer kleinen Karte erhalten.
Christiane Müller, Projekt- und Qualitätsmanagement

Abläufe Qualität in den	 Prozessen Herausgearbeitet wurde, dass sich Dienstleistungsqualität aus mehreren Faktoren zusammensetzt. Die Qualität unseres Angebotes, die Qualität der Abläufe in den Prozessen und auch die Qualität der Begegnung, die durch alle Mitarbeiter gestaltet wird, spielen eine entscheidende Rolle. Wie berücksichtigen wir diese voneinander abhängigen und sich beeinflussenden Faktoren in der täglichen Arbeit? Wir optimieren Abläufe und Prozesse, wir erweitern unser Leistungsangebot, verbessern die Behandlung. Was unternehmen wir in Bezug auf die Qualität in der Begegnung mit Kollegen, Mitarbeitern oder Patienten? In einem Brainstorming zur Frage: »Welche Werte sind uns in der Begegnung besonders wichtig?« wurden von den Führungskräften die sechs Grundwerte für Begegnungsqualität im KEH, die in den nachfolgenden Workshops von den Mitarbeitern angenommen und mit Indikatoren näher beschrieben wurden, festgelegt.

Angebot Qualität in der Dienstleistung/Produktion

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| 100 Jahre Bodelschwingh |

»Prüfet alles, das Gute aber behaltet!«
Jubiläumskonferenz zum 100. Todestag Friedrich von Bodelschwinghs

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or 100 Jahren starb Friedrich von Bodelschwingh. Der große deutsche Sozialreformer war nicht nur der Gründer von »Bethel« – den heutigen von Bodelschwinghschen Stiftungen, die auch Hauptgesellschafter des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH) sind – und der Hoffnungstaler Anstalten Lobetal bei Bernau. Er hat mit seinem gesellschaftlichen Gestaltungswillen nachhaltig das Selbstverständnis der Träger protestantischer Sozialarbeit geprägt. Wie sein Engagement und seine Intentionen in der heutigen Arbeit fortwirken, war Thema einer Jubiläumskonferenz aller Bethel-Einrichtungen der Region Berlin-Brandenburg am 25. November 2010, die unter der Überschrift »Prüfet alles, das Gute aber behaltet!« (1. Thess. 5,29) im KEH stattfand. Nach der Begrüßung durch Dr. Rainer Norden und einer Meditation zum Tag von Pfarrer Wilfried Böttler, führte Martin Wulff (Lobetal/GPVA) in die Thematik des Tages ein. Pastor Ullrich Pohl, Vorstandsvorsitzender der v. Bo­ delschwinghschen Stiftungen Bethel, widmete sich in seinem kurzweiligen Vortrag dem Thema »Friedrich von Bodelschwingh – Mythos? Bonus? Verpflichtung?«. Er wies auf die ungeheure Dynamik hin, mit der Friedrich von Bodelschwingh alle seine Projekte angegangen sei – getragen von der Gewissheit: »Wenn Gott uns eine Aufgabe gibt, dann legt er auch das Geld daneben.« Mit »Bethel« (hebräisch: »Haus Gottes«) habe er quasi eine Marke geprägt, um für Benachteiligte und Hilfebedürftige den »Himmel zu öffnen«. Dabei ist er weit über das hinausgegangen, was ursprünglich geplant war. Als er Leiter der 1867 gegründeten Einrichtung für Menschen mit Epilepsie wurde, sollten dort 150 Menschen leben. In seinem letzten Lebensjahr 1910 hatte Bethel rund 2250 Einwohner, eine eigene Stromversorgung, ein Wasserwerk und mehr Telefone als die Stadt Frankfurt. Das belege Bodelschwinghs innovative und keineswegs technikfeindliche Herangehensweise. Mit dem »Pfennigverein«, der Briefmarkenstelle und der »Brockensammlung« war er auch der Erfinder des Recycling: Nichts, was verwendbar war, sollte umkommen, sondern denen helfen, die es benötigten. Theodor Heuss, der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, bezeichnete Bodelschwingh später deshalb als den genialsten Bettler, den Deutschland je gesehen habe. Der »Mythos Bethel«, der sagt: »Hier wird geholfen!«, entstand während und nach der Zeit des Nationalsozialismus, als Bodelschwinghs ältester Sohn Friedrich die Einrichtung bis 1946 in großer Verantwortung durch das Dritte Reich geleitet hat und in der etwa drei Millionen Menschen Hilfe fanden.

Eines der Plakatmotive aus dem BodelschwinghJahr 2010

»Das Erbe der DDR – Diakonie in der säkularisierten Gesellschaft« beleuchtete Dr. Manfred Stolpe, Minsterpräsident a.D. und ehemaliger Bundesminister, in seinem Vortrag. Er machte deutlich, dass diakonisches Wirken nicht an ein traditionell christlich geprägtes Umfeld gebunden ist. Pastor Braune, der seit 1922 Leiter der Lobetaler Einrichtung war, hat unter den Bedingungen der sowjetischen Besatzungsmacht Diakonie aufgebaut. Die Indoktrination des atheistischen Staates führte zu einer engen Zusammenarbeit von Diakonie und Kirche, denn sie zielte auf Auslöschung der Diakonie, weil hier nicht nur vom »Himmel« gesprochen, sondern handfest gehandelt wurde. Sie erzeugte die Notwendigkeit und die Gewissheit, dass Kirche und Diakonie gemeinsam handeln. Deshalb war das Leben in der DDR keine verlorene Zeit, sondern ermutige zum Wirken in einem zunehmend säkularisierten Umfeld. Im Anschluss sprach Dr. Nobert Friedrich, Leiter der Fliedner-Kulturstiftung Kaiserswerth, über »Sozialreformer mit gesellschaftlichem Gestaltungswillen« und hob die Profile diakonischer Führungspersönlichkeiten hervor. Pfarrer Jörg Passoth zeigte unter dem Motto »Mit Bodelschwingh, Wichern & Co. durch das Jahr« an praktischen Beispielen die Notwendigkeit auf, wichtige Begebenheiten weiter zu erzählen. Der Nachmittag galt der Arbeit in Workshops, die sich der zukünftigen Tätigkeit der im Geiste Bodelschwinghs tätigen sozialen Einrichtungen widmeten. Unter der Leitung von Prof. Dr. Hanna Löhmannsröben (Ev. Hochschule Berlin), Sr. Dörte Rasch (Oberin Diakoniestiftung Lazarus), Pfarrer Ulrich Laepple (Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste) und Pfarrer Jörg Passoth wurden die innovative Entfaltung von Kommunikationsprozessen, christliche Hilfekultur, die Gemeinsamkeit geistlicher Gemeinschaften in der Diakonie und die verbindliche Kooperation von Kirche und Diakonie reflektiert. Beim abschließenden Podiumsgespräch unter Moderation von Martin Wulff wurden die Ergebnisse der Workshops vorgetragen und konnten als Impulse für die eigene Arbeit in die jeweiligen Häuser mitgenommen werden.

Martin Wulff (Vorstandsmitglied in Lobetal) moderierte die Tagung

(v.l.n.r.) Dr. Rainer Norden, Pastor Ullrich Pohl, und Manfred Stolpe im Gespräch

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| 100 Jahre Bodelschwingh |

Friedrich von Bodelschwingh um 1900

Friedrich von 	 Bodelschwingh 	 (1831–1910)
Stationen eines Lebens

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riedrich Christian Carl von Bodelschwingh wurde am 6. März 1831 in Tecklenburg, Westfalen, geboren. Sein Vater war 1842 als Finanzminister (später Minister des Innern) nach Berlin berufen worden. In den Armenvierteln der preußischen Hauptstadt lernte Friedrich »Hunger, Blöße und Elend der Armen, ganz besonders aber auch … (den) unbillig großen Abstand zwischen arm und reich« kennen, wie er in seinem Tagebuch notierte. Nach dem Abitur 1849, der Ausbildung zum Landwirt und einer Tätigkeit als Gutsverwalter auf Gut Gramenz in Hinterpommern fühlte er sich zum Missionar berufen und studierte Theologie. Aber sein Gesundheitszustand ließ eine missionarische Tätigkeit in China oder Indien nicht zu. So führten ihn die folgenden Lebensstationen als Pfarrer für deutsche Fremdarbeiter nach Paris und ab 1864 wieder nach Deutschland auf eine Pfarrstelle in Dellwig. Persönliche Schicksalsschläge – im Januar 1869 starben seine vier Kinder innerhalb von 14 Tagen an Diphtherie – bewogen ihn 1872 zu einem beruflichen Neuanfang in Bielefeld als Leiter der 1867 gegründeten »Evangelischen Heil- und Pflegeanstalt für Epileptische Rheinlands und Westfalens« und des 1869 ins Leben gerufenen Bielefelder Diakonissenhauses. Das 1873 fertig gestellte Pflegehaus für Menschen mit Epilepsie, erhielt auf Bodelschwinghs Anregung hin den Namen »Bethel« – er sollte später auf die ganze Ortschaft übergehen. Friedrich von Bodelschwingh beförderte ein schnelles Wachstum der Einrichtung. Als talentierter Spendensammler erhielt er die Hilfe einflussreicher Per-

Bodelschwingh hatte ein waches Gespür für die Soziale Frage. Was er 1869 im »Westfälischen Hausfreund« geschrieben hat, ist von überraschender Aktualität: »Trachtet am ersten nach Geld, nach recht viel 	 Geld […]. So predigen 	 die li­­­ ralen aufgeklärten be­­ So­ ialpolitiker des 	 z 19. Jahr­­ hunderts. Die Industrie bedarf zu ihrer Blüte des Luxus, des raffinierten Wohllebens, je mehr in Eitelkeit konsumiert wird, desto höher der Wert des Kapitals ... Das sieht 	 der Mann mit den schwieligen Händen, oder mit 	 dem blassen Gesicht, der 	 als ein fast willenloses Stück an irgend eine Maschine gehängt ist, und der in dieser Zeit, wo alle pa­­ chalischen, persöntriar­­­ lichen Bande zerreißen, 	 zu einer Ware auf dem Skla­­­ venmarkt der freien Konkurrenz heruntergesunken ist. Was Wunder, wenn ein solcher sich selbst ums Geld meistbietender und verkaufender Mensch selbst zum Mammonsknecht wird!«

sönlichkeiten und gründete »Pfennigvereine«, in denen viele Menschen seine Arbeit mit kleinen Beiträgen unterstützten. Um Armut und Massenarbeitslosigkeit entgegen zu treten, nutzte er seinen Einfluss und gründete mehrere Arbeiterkolonien: Wilhelmsdorf bei Bielefeld, Freistatt bei Diepholz und Lobetal bei Berlin. Unter dem Motto: »Arbeit statt Almosen« erhielten arbeitslose Arbeiter hier Ausbildung und zeitweilige Beschäftigung, bis sie wieder auf eigenen Füßen stehen konnten. 1903 ging Bodelschwingh sogar in die Politik und engagierte sich als Abgeordneter im preußischen Landtag für die Lage der Wanderarbeiter. Nachdem sich sein Gesundheitszustand zusehends verschlechtert hatte, starb Friedrich von Bodelschwingh am 2. April 1910 an den Folgen eines Schlaganfalls im Alter von 79 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt war aus »Bethel« eine Kleinstadt von über 4.000 Einwohnern mit dem Status einer selbständigen Kirchen- und Ortsgemeinde entstanden. In zahlreichen Pflege- und Krankenanstalten wurden über 2.000 Menschen mit Epilepsie, geistiger Behinderung und psychisch Kranke betreut. Etwa 1.250 Diakonissen und 450 Diakone taten hier und darüber hinaus ihren Dienst. Entstanden waren die Evangelische Missionsgesellschaft für Deutsch-Ostafrika, die Zweiganstalten Eckardtsheim in der Senne und Freistatt im Diepholzer Moor sowie die Kolonien Hoffnungstal, Lobetal und Gnadental vor den Toren Berlins. Die Zeit, in der Friedrich von Bodelschwingh lebte und wirkte, war geprägt von technischen Revolutionen, Fortschrittsglauben – und gewaltigen sozialen Verwerfungen. Er nahm die Schattenseiten wahr, wollte sich nicht mit der bestehenden Ungerechtigkeit abfinden. Er handelte, während andere redeten, wandte sich den Verlierern der industriellen Revolution zu mit dem Leitspruch: »Es geht kein Mensch über diese Erde, den Gott nicht liebt.« Sein Name steht für die moralische und soziale Korrektur einer rein profitorientierten Fortschrittslogik. Sein Einsatz für Kranke und Benachteiligte prägt die Arbeit konfessioneller Krankenhäuser und sozialer Einrichtungen bis heute.

Berliner Straßenbahn im Bodelschwingh-Jahr 2010

KEH-Report | Dezember 2010 Seite 6

| Kinder- und Jugendpsychiatrie |

Kontinuität und Innovation
Zur Arbeit der Kinder- und Jugendpsychiatrie 	 im KEH

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eue, innovative Behandlungskonzepte sind ihre Sache. Mit dem bundesweit einmaligen, mischfinanzierten Projekt »TAN.go«* ist Dr. Rita May ein guter Einstieg als Chefärztin und Leiterin der Abteilung für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters gelungen. Das bundesweit einmalige Projekt wurde in Berlin-Lichtenberg eröffnet und bietet psychisch auffälligen Kindern und deren Familien pädagogische und psychiatrische Betreuung aus einer Hand – bislang wegen der unterschiedlichen Kostenträger eine schier unlösbare Aufgabe. Es wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Lichtenberg, der AOK Berlin-Brandenburg, dem Kinderhaus Berlin-Mark Brandenburg e. V. und der Abteilung für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters im KEH ermöglicht. So ging im Mai 2010 »TAN.go« unter der Schirmherrschaft der Berliner Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher offiziell an den Start. »Das ›TAN.go‹-Projekt bietet Behandlungskontinuität«, erläutert Frau Dr. May. »Wir erwarten dadurch weniger Rückfälle. Erneute Aufnahmen in den stationären Bereich werden so verhindert.« Wie der Lichtenberger Jugendamtsleiter Rainer Zeddies, so kann sie sich auch die Erweiterung der Zusammenarbeit im stationären Bereich der Jugendhilfe vorstellen: Ärzte, Psychologen, pädagogische und sozialpädagogische Fachkräfte sowie weitere Fachtherapeuten betreuen gemeinsam Kinder und Jugendliche in einer Einrichtung der Jugendhilfe. »Aber das ist noch Zukunftsmusik«, sagt sie. »Zunächst müssen wir die Ergebnisse der Evaluation von ›TAN.go‹ abwarten« Für die Abteilung, die mit der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung für die Bezirke Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf beauftragt ist, sieht sie als Hauptaufgabe zunächst, die Kontinuität bei der Behandlungsqualität zu wahren. Zu einer guten Tradition der Abteilung gehört es zum Beispiel, interessante Fortbildungen mit namhaften Referenten für den fachlichen und persönlichen Austausch anzubieten. Das Thema der Herbstfachtagung am 19. November 2010 lautete »Pharmakotherapie und ADHS«. Mit Dr. Gabriel Eckermann, Oberarzt der Psychiatrischen Abteilung des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren, Dr. Michael Colla, Leiter des Centrums für ADHS im Erwachsenenalter der Charité Berlin und Prof. Dr. Philip Heiser, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Frankfurt/Oder konnten namhafte Referenten gewonnen werden. Auf der Tagesordnung standen Themen, wie die »Wechselwir-

* TAN.go bedeutet »Tagesgruppe Als Netzwerk«, verbunden mit dem englischen »go« (für »Aufbruch, sich zielgerichtet auf den Weg machen«). 	 Das Projekt ermöglicht die trägerübergreifende Behandlung und Versorgung von Kindern und ihren Familien, die aufgrund der Schwere und Komplexität ihrer psychischen Störungen sowohl der Krankenbehandlung als auch der Jugendhilfe bedürfen.

Frau Dr. May im Gespräch mit Dr. Michael Colla

Dr. Salah Bsat und Frau Dr. May am 23. November 2010

kungen in der Psychopharmakotherapie und ihre Relevanz in der Kinder- und Jugendpsychiatrie«, »ADHS bei Jugendlichen und Erwachsenen – Psychotherapie vs. Psychopharmakotherapie« und »Psychosoziales Funk­ tionsniveau und Lebensqualität bei Kindern mit ADHS«. »Pharmakotherapie im Kindheitsalter ist immer brisant, problembehaftet und wird konträr diskutiert«, sagt Frau Dr. May. »Daher ist es gut, wenn die Fachleute durch Spezialisten die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse direkt vermittelt bekommen.« Auch in der Autismus-Behandlung hat es in Forschung und Therapie viele neue Entwicklungen gegeben – einschließlich angepasster schulischer Maßnahmen. So widmete sich die Fachtagung am 23. November 2010 der Problematik »ADHS und Autismus«. Dr. Salah Bsat von der Abteilung Psychiatrie und Kinder-Jugendpsychiatrie des St. Joseph-Krankenhauses Berlin, stellte Fallvignetten aus dem Bereich ADHS und Autismus vor. Im Anschluss referierte Dr. Luise Poustka, Ltd. Oberärztin am Institut für Seelische Gesundheit Mannheim, über »Diagnostik und Therapie von Autismus-Spektrum-Störungen«. Die Referate waren so lebendig, fachbezogen und praxisnah, dass das Ende der Veranstaltung weit überzogen wurde und der Saal um 21 Uhr immer noch voll war. Arbeitsschwerpunkt für Frau Dr. May bleibt in der kommenden Zeit die Eltern-Kind-Behandlung, die im Rahmen der Erweiterung der Behandlungskapazität im neuen Krankenhausbettenplan ausgebaut werden könnte. Aber Sie kann sich noch weitaus mehr vorstellen. »Das Bedürfnis nach multiprofessioneller Behandlung komplexer Störungen wächst in allen medizinischen Bereichen, denn es erspart dem Patienten Zeit und unnötige Wege.« So kann sie sich für die Zukunft vorstellen, enger mit der Abteilung Epileptologie zusammen zu arbeiten. Denkbar wäre auch die Einrichtung eines Kompetenzzentrums für z. B. genetische Erkrankungen mit psychiatrischen Begleitstörungen. Ganz oben auf der Agenda steht der gemeinsame Plan, mit der Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im KEH einen Bereich für Adoleszentenpsychiatrie zu schaffen.

Dr. Luise Poustka aus Mannheim

Prof. Dr. Philip Heiser (l.), Frau Dr. May und Dr. Gabriel Eckermann

Dezember 2010 | KEH-Report Seite 7

| Altersmedizin |

Gerontopsychiatrisches Forschungsprojekt am KEH
EZGB und KEH untersuchen »Delir bei Demenz« chwere Verwirrtheitszu­ stände meist älterer Pa­ tienten nach Opera­ io­ en, bet n sonders bei Demenz, be­ euten d ein hohes postopera­ ives Risit ko. Bei der Entstehung dieses »Delir« genannten Phänomens spielen viele Faktoren eine Rolle. Die wichtigsten sind jedoch das hohe Lebensalter, das Vorliegen einer Demenz und die Multimorbidität. Dazu kommen die gleichzeitige Verabreichung zahlreicher Medikamente, körperliche Belastung, Stressfaktoren, aber auch medikamentöse Einflüsse bei der Narkose, die sich schädlich auf Psyche und Organismus auswirken können, wenn nicht bekannt ist, dass bei dem Patienten Demenz vorliegt. Vor allem für ältere Patienten (über 70 Jahre alt) sind die Risiken recht hoch, insbesondere nach einem operativen Eingriff ein Delir zu erleiden. Das Delir ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, und kann tödlich enden. Eine spezifische Therapie exis­ tiert bislang nicht. Grundsatz der Behandlung ist die Kompensation der auslösenden Faktoren, insbesondere die Behandlung der Grunderkrankung (in der Regel ein Harnwegsinfekt oder eine beginnende Pneumonie). Die Behandlung folgt verschiedenen Therapiestrategien, die miteinander abgestimmt werden müssen. Besondere Bedeutung erlangen hierbei die allgemeinen Maßnahmen, die der Behandlung und Kompensierung der auslösenden Faktoren dienen: •	 Behandlung der Demenz •	 Medikamente •	 kognitive Aktivierung. Darüber hinaus sollten nicht-medikamentöse Behandlungsstrategien verfolgt werden. Dazu gehört u. a. das Bereitstellen von Orientierungshilfen (eine Uhr, ein Kalender, ein vertrauter Gegenstand), Reizabschirmung, möglichst keine Zimmer- oder Personalwechsel. Stressund Lärmabschirmung, ausreichende Beleuchtung (Er­ mög­ichung des Tag-Nacht-Rhythmus). Persönliche l Zu­ endung, die Einbeziehung vertrauter Bezugsperso­ w nen, geduldiger Umgang oder die Nutzung einfacher Worte. Patienten mit Delir bei Demenz bedürfen einer intensiven pflegerischen und ärztlichen Betreuung sowie engmaschiger Kontrollen. Zudem muss beim Vorliegen eines Delirs möglichst rasch über die notwendige Diagnostik und Therapie entschieden werden. Allein durch den Einsatz nicht-medizinischer Behandlungsverfahren, wie sie in den USA bereits seit etwa zehn Jahren angewandt werden, kann das postoperative Risiko gesenkt werden. Aus diesem Grund wird im Januar 2011 in Zusammenarbeit mit dem Evange-

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Prof. Dr. med. Torsten Kratz (li.) im Gespräch mit Chefarzt (Geriatrie) Dr. Hans-Peter Thomas

lischen Geriatriezentrum Berlin (EGZB), einer über die Grenzen Berlins und Brandenburgs hinaus bekannten Einrichtung für Altersmedizin, ein Forschungsprojekt am KEH beginnen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Diefen­ acher und Prof. Dr. Kratz sollen in Kooperation b mit Frau Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen Therapien und Rahmenbedingungen erforscht und klare Behandlungswege wie auch Ausbildungsinhalte erarbeitet werden. Mit Frau Prof. Steinhagen-Thiessen, der Ärztlichen Direktorin und Geschäftsführerin des EGZB und ersten Lehrstuhlinhaberin für Geriatrie in Deutschland, die zugleich Beraterin der Bundesregierung zu geriatrischen Fragen ist, steht eine erfahrene Spezialistin zur Seite. Dagegen verfügt die Gerontopsychiatrie am KEH in Zusammenarbeit mit der Chirurgie über profunde Erfahrungen auf dem Gebiet. Die Planungen für das Projekt laufen seit einem Jahr. Ab Januar sollen Daten erhoben werden, wie viele demente Patienten operativ behandelt werden und wie viele dabei ein Delir entwickeln. Dabei erfolgt der Vergleich zwischen zwei Stationen: Auf einer OP-Station wird eine Delir-Schwester tätig sein; in Zusammenarbeit von Gerontopsychiatrie und Chirurgie kann dort eine spezielle Vorbereitung dieser Patienten auf die Operation vorgenommen werden. Auf der Vergleichsstation kommt diese spezielle Behandlung nicht in Anwendung.

Lehrstuhl verliehen Prof. Dr. med. Torsten Kratz wurde zum 1. Oktober 2010 der Lehrstuhl für Sozialpsychiatrie an der Evangelischen Fachhochschule Berlin, Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik, verliehen. Prof. Kratz, der bereits seit 1997 in Lehre und Ausbildung aktiv ist, übernimmt damit die Ausbildung von Studierenden der Sozialen Arbeit.

1968 in Weimar geboren, begann er nach Abitur und Pflegeausbildung 1990 mit dem Studium der Humanmedizin an der FriedrichSchiller-Universität zu Jena, an der University of Limerick Irland und an der Western University Ontario, Kanada. 1999 promovierte er an der Friedrich-SchillerUniversität zu Jena, qualifizierte sich zum Facharzt für Neurologie (2002), zum Facharzt für Nervenheilkunde (2004) und zum Fach-

arzt für Psychiatrie und Psychotherapie (2005). Seit 2005 ist er Oberarzt im Bereich Gerontopsychiatrie und -psychotherapie des KEH und hat sich durch Vorträge und Veranstaltungen zu Themen der Demenzerkrankungen, durch die Beteiligung am Projekt »Demenzfreundliche Kommune« und durch zahlreiche sozialpsychia­ t­ ische Projekte einen r Namen gemacht.

KEH-Report | Dezember 2010 Seite 8

| Epilepsiechirurgie |

Epilepsiechirurgie 	 gestern und heute
is zur Mitte des 19. Jahr­­ hunderts war die Epilepsiechirurgie eine Schädelchirurgie. Mit der Fensterung des Schädelknochens (Trepana­ tion) sollte Entlastung geschaffen werden. Dies änderte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die Schädelchirurgie wandelte sich zu einer Hirnchirurgie. Nicht nur, dass in der Medizin im ausgehenden 19. Jahrhundert Verfahren zur wirkungsvollen Sterilisation und Desinfektion als auch zur wirkungsvollen Anästesie entwickelt und eingesetzt wurden; einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Epilepsiechirurgie leisteten auch die Arbeiten von Neurophysiologen wie Charles Scott Sherrington (1857 – 1952) oder dem Psychiater Julius Hitzig (1838 – 1907). Letzterer führte zusammen mit Gustav Theodor Fritsch (1838 – 1929; außerordentlicher Professor für Physiologie an der Berliner Universität) Experimente zur Elektrostimulation der Hirnrinde bei Hunden durch und konnte damit belegen, dass die Hirnrinde reizbar ist und dass bestimmte Funktionen des Hundes an konkreten Orten im Gehirn lokalisierbar sind. Beide publizierten ihre Ergebnisse 1870 (Über die elektrische Erregbarkeit des Großhirns, in: Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin: 300-332). Sie legten damit die erste deskriptive Lokalisationstheorie der motorischen Hirnrinde vor und ließen erkennen, dass epileptische Anfälle in der Großhirnrinde entstehen. Als eigentliche Begründer der Epilepsiechirurgie der Neuzeit jedoch müssen Victor Horsley (1857 – 1916) und John Hughlings Jackson (1835 – 1911) genannt werden. Horsley war als britischer Physiologe und Neurologe der erste, der in den Jahren 1884-1886 elektrische Stimulationen zur Lokalisation von epileptischen Foci benutzte. Jackson gab genaue Beschreibungen des Anfallsablaufs mit den dabei auftretenden neurologischen Veränderungen. Aus der Zusammenschau von Stimulationsergebnissen und den Anfallsbeobachtungen wurde die Lokalisation der Anfallsentstehung definiert. Die chirurgische Behandlung der Epilepsien fand schnelle Ausbreitung, so dass der Jenaer Neurologe Otto Ludwig Binswanger (1852 – 1929) in seiner 1899 erschienen Monographie Die Epilepsie über nicht weniger als 50 Patienten berichtete, die in den Jahren zwischen 1894 und 1898 im mitteleuropäischen Raum epilepsiechirurgisch behandelt wurden. Fedor Krause (1857 – 1937) – 1901 als außerordentlicher Professor an die Berliner Universität berufen – gilt als Begründer der Epilepsiechirurgie in Deutschland. In seinem ersten Lehrbuch der Neurochirurgie

B

Das Epilepsie Zentrum Berlin Brandenburg im Verbund der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel ist aus dem ehemaligen Epilepsie Zentrum Berlin am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) und der Epilepsieklinik Tabor in Lobetal hervorgegangen. Als von der Bundesregierung anerkanntes und gefördertes Grad IV-Epilepsiezentrum gehört es zu einer der wenigen Einrichtungen in Deutschland, in der das gesamte Spektrum der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten, die es heute zur Behandlung der Epilepsien gibt – einschließlich der Epilepsiechirurgie – angeboten wird. In der Reihe der Behandlungsangebote hat die epilepsiechirurgische Behandlung heute einen festen Platz. Ein epilepsiechirurgischer Eingriff wird erwogen, wenn ein Patient trotz längerer komplexer Behandlung nicht anfallsfrei wird.

von 1911 berichtet er über zahlreiche an seiner Klinik operierte Patienten und empfiehlt die Epilepsiechirurgie für alle Epilepsieformen. Darin zeigen sich die zeitbezogenen Probleme der Epilepsiechirurgie, die um die Jahrhundertwende noch nicht über eine differenzierte Syndromklassifikation verfügt. Allerdings bemerkte Krause schon richtig, dass allein die Resektion des epileptogenen Gewebes zu einem guten postoperativen Ergebniss führen könne und erteilte damit allen anderen Operationsmethoden eine deutliche Absage. Die Entwicklung der Elektroenzephalographie (EEG) durch Hans Berger (1873 – 1941), der 1929 eine der ersten Arbeiten über das EEG mit dem Titel Über das Elektro­ enkephalogramm des Menschen (Arch. Psychiatrie 1929, 87, 527–70) veröffentlichte, hat die präoperative Lokalisation von Erregungsstörungen möglich gemacht und dadurch die Entwicklung der Epilepsiechirurgie befördert. Internationale Bedeutung erlangte die Epilepsie­ chirurgie in Deutschland durch Otfried Foerster (1873 – 1941), Ordinarius für Neurologie in Breslau. Die Ausstrahlung war so groß, dass Ärzte aus aller Welt nach Breslau pilgerten, um die neue Methode kennen zu lernen. So auch Wilder Penfield (1891 – 1976), der 1934 das Montreal Neurological Institute in Kanada gründete, das über Jahrzehnte hinweg weltweit Modellcharakter für andere später gegründete epilepsiechirurgische Zentren hatte. Penfield hat insbesondere zu dem heute noch gültigen Wissen über die Lokalisation der fokalen Epilepsien und ihrer komplexen Semiologie beigetragen. Ab den 1930iger Jahren verlor die Epilepsiechirurgie in Deutschland dann den internationalen Anschluss aufgrund der zunehmenden wissenschaftlichen Isolierung während des Nationalsozialismus und der Euthanasiepolitik. Nach dem II. Weltkrieg gab es zunächst für viele Jahre an verschiedenen Kliniken – überwiegend Universitätskliniken – chirurgische Einzelfallbehandlungen, denen eine systematische Entwicklung und die Zusammenarbeit mit der klinischen Epileptologie fehlten. Da-

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| Epilepsiechirurgie |

durch waren die Ergebnisse mangelhaft und verstärkten unter Neurologen eher die Vorurteile gegen einen hirnchirurgischen Eingriff. Die Ablehnung wurde auch durch andere chirurgische Eingriffe wie die stereotaktische Behandlung, die in die Nähe der Psychochirurgie gerückt wurde, verstärkt. Die geringen Erfolge der stereotaktischen Eingriffe lagen an den fehlenden pathophysiologischen Konzepten als Basis dieser Methode. Im Unterschied zu Deutschland hat sich nach dem II. Weltkrieg in einigen europäischen Zentren die Epilepsiechirurgie durchaus weiterentwickelt. Die Pariser Schule (J. Bancaud und J. Tailairach) war besonders engagiert in der prächirurgischen Abklärung mit Tiefenelektroden und beschäftigte sich insbesondere mit den Ausbreitungswegen fokaler Anfälle. In der Schweiz entwickelten H. Wieser und G. Yagarsil in Zürich die selektive Amygdalahippokampektomie bei mesio-temporalen Epilepsien. Weitere epilepsiechirurgische Zentren arbeiteten in Großbritannien und Dänemark. Anfang der 1980er Jahre trug das insbesondere von der Nationalen Gesundheitsbehörde der USA geförderte Programm zur Weiterentwicklung der Antiepileptika noch keine Früchte und die Pharmakotherapie zeigte unter klinischen Aspekten einen gewissen Stillstand. Gleichzeitig machte die bildgebende Diagnostik von Hirnschäden durch die Einführung des Computertomogramms (CT) wichtige Fortschritte. Vor diesem Hintergrund wurde Mitte der 1980er Jahre am Universitätsklinikum Charlottenburg der Freien Universität Berlin auf Anregung von Prof. Dieter Janz eine erste Serie von 20 Patienten epilepsiechirurgisch behandelt (R. Kazner, U. Röder, H.-J. Meencke). Es handelte sich dabei überwiegend um Epilepsien, die auf dem Boden von morphologisch darstellbaren Läsionen des Schläfenlappens entstanden waren.

Bild links: Prof. Dr. med. Heinz-Joachim Meencke, Ärztlicher Direktor des Epilepsie Zentrum Berlin Brandenburg Bild rechts: Ärzte der Abteilung Epileptologie des KEH bei einer Fallbesprechung

1986 fand dann unter Förderung der Nationalen Gesundheitsbehörde in den USA – auf Initiative von Prof. Jerome Engels – eine erste internationale Konferenz zur Epilepsiechirurgie statt, zu der sich in Palm Springs (Kalifornien) über 50 Epilepsie-Zentren aus aller Welt trafen. Auf dieser Konferenz wurde der Stand der Epilepsiechirurgie dargestellt und Programme für die Weiterentwicklung wurden diskutiert. Diese Konferenz brachte weltweit einen großen Aufschwung der Epilepsiechirurgie. In Deutschland wurde ab Ende der 1980er Jahre der Aufbau epilepsiechirurgischer Zentren durch die Bundesregierung gefördert, die Finanzierungsmittel aus dem Fond zur Verbesserung der Betreuung chronisch Kranker zur Verfügung stellte. Unter dieser Förderung entstanden Zentren in Bonn, Bielefeld, Erlangen und Berlin. Inhaltlich wurden einige Zentren, so auch Berlin, durch Kooperation und Hospitation mit dem Montreal Neurological Institute und der Cleveland-Clinic gefördert. Dadurch erhielten diese Zentren sehr schnell Anschluss an den internationalen Standard. Schon im Herbst 1986 wurde in Berlin ein erster epilepsiechirurgischer Kongress am Klinikum Charlottenburg unter internationaler Beteiligung abgehalten. 1991/92 wurde die Arbeitsgemeinschaft für prächirurgische Epilepsiediagnostik und operative Epilepsietherapie gegründet, die in der folgenden Zeit Standards zur apparativen Ausstattung und Qualifikation der Mitarbeiter eines epilepsiechirurgischen Zentrums erstellte. 1993 tagte in Berlin der zweite nationale epilepsiechirurgische Kongress der Arbeitsgemeinschaft unter Präsidentschaft des Berliner Zentrums. 1996 wurde das Epilepsiechirurgieprogramm als An-Institut an das KEH verlegt, als Teil des Epilepsie Zentrums Berlin Brandenburg.
Prof. Dr. med. Heinz-Joachim Meencke

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| Psychiatrie |

Strukturwandel in Psychiatrie 	 und Suchtmedizin
Das Zentrum für Allgemeinpsychiatrie und Suchtmedizin (ZAS) am KEH

D

ie in der allgemeinpsychiatrischen und der suchtmedizinischen Versorgung entstandenen veränderten Patientenbedürfnisse sowie aus Fortschritten in Diagnostik und Therapie erwachsene neue Therapie­ formen erfordern neue the­­ rapeutische Wege. Die Abteilung für Psychiatrie, Psycho­­ therapie und Psychosomatik hat die Veränderungen aufgenommen und im voll- und teilstationären sowie im ambulanten Bereich Strukturen als auch Methodik entsprechend modifiziert. Dabei bleibt der bewährte störungsspezifische Ansatz erhalten und wird um einen funktionsbasierten Ansatz erweitert, um nicht nur die Art der psychischen Erkrankung, sondern auch die daraus resultierende Beeinträchtigung der Patienten besser zu berücksichtigen. Im Oktober 2010 begann offiziell die Arbeit des neuen Zentrums für Allgemeinpsychiatrie und Suchtmedizin, nachdem bereits im September die Teamzusammenstellung auf den Stationen abgeschlossen war. Die Stationen mit den meisten strukturellen Veränderungen mussten sich in der Übergangsphase besonderen Herausforderungen stellen. Insgesamt blieb die Rückmeldung aus den Teams aber durchweg positiv.

rezidivierender oder chronifizierter psychotischer Symp­ tomatik. Wesentliche Therapieschwerpunkte sind die medikamentöse Behandlung mit überwiegend modernen neuroleptischen Medikamenten sowie gruppentherapeutische Seminare mit dem Fokus auf Psychoedukation und Krankheitsbewältigung, Erkennen von Frühwarnzeichen und Rezidivprophylaxe, basierend auf kognitiven und verhaltenstherapeutischen Therapien und einem physio-, ergo- und soziotherapeutischen Programmangebot. Wir legen besonderen Wert auf die enge Zusammenarbeit mit den Angehörigen in Form von Beratung, Familienhelferkonferenzen und Angehörigengruppen. Station P2 Auf der Station P2 werden vorrangig Menschen mit affektiven Störungen, chronischen Abhängigkeitserkrankungen und komorbiden Störungen, sowie Menschen in einer akuten psychischen Krisensituation behandelt. Besondere Berücksichtigung findet dabei eine multiprofessionelle Therapiezielklärung gemeinsam mit dem Patienten, um schnell und wirksam Entlastung zu schaffen und Wege zur Genesung zu bahnen. Wesentliche Therapieschwerpunkte sind neben medikamentöser Behandlung und Psychoedukation die Vermittlung von Bewältigungsstrategien und die Förderung von Alltagskompetenz. Station P 9 Menschen mit affektiven Störungen in einem psychotherapeutischen Setting werden schwerpunktmäßig auf der Station P 9 behandelt. Neben der Behandlung depressiver Störungen werden komorbide Störungen wie Persönlichkeitsstörungen, Angst-/Zwangsstörungen, So­­­­­ matisierungsstörungen und chronische traumati­ sche Belastungsstörungen mitbehandelt. Besondere Berücksichtigung findet dabei die Vermittlung eines psychotherapeutischen Behandlungsansatzes, der Störungsmodelle vermittelt und bei der Verwirklichung von Lösungsansätzen hilft. Dies geschieht psycho-, physio-, ergo- und musiktherapeutisch in Gruppenarbeit und wird durch Einzelgespräche psychotherapeutisch und ärztlich begleitet. Station P10 Auf der Station P10 werden Menschen mit Suchtmittelproblemen behandelt. Schwerpunkt der Arbeit ist die qualifizierte Entzugstherapie. Neben der medizinisch begleiteten Entgiftung werden ein therapeutisches Programm sowie klärende, motivierende und beratende Gespräche angeboten. Ziel ist die individuelle Erfassung der Situation und Planung der weiteren Schritte zur Bewältigung der Abhängigkeitserkrankung, dabei arbeiten wir eng mit den Suchtberatungsstellen und Selbsthilfegruppen zusammen.
Dr. Christoph Schade Leitender Oberarzt/Leiter ZAS

Dr. Christoph Schade

Station P1 Auf der Station P1 werden schwerpunktmäßig Menschen mit psychotischen Störungen behandelt. Besondere Berücksichtigung finden dabei die Bedürfnisse junger Erwachsener, die erstmalig an einer Schizophrenie erkrankt sind, sowie Patienten mit psychotischen Störungen, die durch akuten oder chronischen Drogenmissbrauch verursacht wurden. Es bestehen darüber hinaus spezielle Therapieangebote für Menschen mit

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| 100 Jahre Allgemeinkrankenhaus |

Die Apotheke des KEH in den 1980er Jahren

Blick in die Apotheke des »Königin-Elisabeth-Hospitals« in Oberschöneweide um 1910

Die Apotheke am KEH

A

ls der Neubau des Krankenhauses in Oberschöneweide im Oktober 1910 abgeschlossen werden konnte, war aus dem Kinderhospital ein Allgemeinkrankenhaus geworden, das über 80 Betten für Erwachsene, 30 Betten für Kinder und 20 Isolierbetten verfügte. Als Regelkrankenhaus für die östlichen Berliner Vorortgemeinden Oberschöneweide, Friedrichsfelde und Friedrichshagen bekam auch die Apotheke ihre eigenen Räume und wurde unter die Obhut einer Apothekerin gestellt. Die erste Apothekerin des neuen »Königin Elisabeth Hospitals« war die Diakonisse Martha Wilke. Allerdings hat die Apotheke eine längere Geschichte als das 100jährige »Allgemeinkrankenhaus KEH«, denn bereits in der »Haus- und Dienstordnung« des Elisabeth-Kinder-Hospitals von 1887 war genau festgelegt worden, wie mit den Arzneimitteln zu verfahren sei. »Eine vom Vorstand gewählte Oberin« heißt es dort, »… nimmt auch an der Krankenpflege persönlich teil, indem sie … die verordneten Medikamente aus der Hausapotheke verabfolgt.« Nach einer ärztlichen Visite hatten die Schwestern »die verordneten Medikamente oder Apparate aus der Hausapotheke« zu holen, »die unter Verschluss der Oberin ist.« Und weiter heißt es: »…Die Arzneigefäße werden in dem dazu bestimmten Schränkchen aufbewahrt und dürfen nie in erreichbarer Nähe der Kinder stehen. Die leergewordenen Gläser und Kruken werden gesäubert in die Hausapotheke geliefert.« Das änderte sich mit dem Jahr 1910 grundlegend, nachdem eine reguläre Apotheke, wie sie in den heutigen Krankenhäusern die Regel ist, installiert worden war. Leider finden sich in den Jahresberichten des KEH wenige Angaben über diesen Bereich des Krankenhauses. Aber sie hatte wie das gesamte Krankenhaus alle Höhen und Tiefen zu überstehen: zwei Weltkriege mit Umwidmungen in Lazarettbereiche, die Zeit der Erholung zwischen den Kriegen, die Beschlagnahme durch die Sowjetarmee 1945, die Auslagerung in eine Schule in Friedrichshagen und den 1946 erfolgten Umzug auf das Gelände des »Städtischen Krankenhauses Herzberge«. Die Apotheke befand sich damals in Haus 3 und zog 1992 ins Erdgeschoss von Haus 105. Der in Teilen der

Die erste Apothekerin, Diakonisse Martha Wilke. Bis 1964 wurde die Arzneimittelversorgung durch Diakonissen abgesichert. Der erste approbierte Apothekenleiter nach der Betriebserlaubnis der Apotheke 1964 war Herr Duhnsen (siehe Bild oben links).

Zum 1. Dezember 2010 wurde Frau Dagmar Hemker zur Leitenden Apothekerin ernannt

Wirtschaft und Versorgung herrschende Mangel während der DDR-Zeit betraf auch die Apotheke. Im Sterillabor wurden z. B. Infusionslösungen manuell angefertigt, um Liefer-Engpässe auszugleichen. Im Rezepturbereich wurden Salben und Lösungen nach ärztlicher Rezeptur hergestellt. Erst Ende der 1960er Jahre wurden Standardrezepturen eingeführt, so dass der Arzt keine Detailrezeptur mehr erstellen musste. Die Apotheke bestand damals aus dem Sterillabor, dem analytischen Labor, dem Rezeptur- und Defekturbereich sowie der Offizin. Im letzteren Bereich wurden die Fertigarzneiwaren gelagert – und die West-Importe: Medikamente, die in der DDR aus Lizenzgründen nicht hergestellt werden konnten bzw. die über Geldspenden aus dem Westteil Deutschlands für die Versorgung der evangelischen Krankenhäuser bereitgestellt wurden.* Mit Beginn der Rekonstruktionsarbeiten im Jahr 1986 wurde auch eine neue Apotheke geplant. Sie konnte 1992 eingeweiht werden und zog in Haus 105: im ersten Obergeschoss waren Rezeptur, analytisches Labor, Zytostatika-Raum und Büro. Das Arzneimittellager befand sich im Keller. Nach 1989 hat sich auch die Arbeit der Apotheke wesentlich verändert: das Sterillabor wurde aufgelöst. Das klinische Labor wird mit fertigen Lösungen versorgt, nur wenige Präparate werden noch selbst angefertigt. Die gelieferten Medikamente kommen gemäß Bestellung auf die Stationen und werden dort einsortiert. Im Zuge der Einrichtung eines vierten Operationssaals in Haus 105 wurden die Räume der Apotheke verkleinert und umgestaltet. Durch die Installation Platz sparender Regalsysteme konnte der räumliche Verlust kompensiert werden. Der Umbau wurde in diesem Jahr fertig gestellt.
Ina Herbell Historisches Archiv * Mehr dazu findet sich in dem Buch »Wenn die Magnolie blüht…« in dem Artikel von Elke Berberich: »Als ich von einer Vakanz im KEH erfuhr, bewarb ich mich sofort«. Das Buch ist über den Patientenclub bei Frau Winkler zu erwerben

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| 100 Jahre Allgemeinkrankenhaus |

»Hell, freundlich und gefällig«
Das Allgemeinkrankenhaus »Königin Elisabeth Herzberge« vor 100 Jahren

U

Zur Einweihung des »unter dem Protektorat Ihrer Majes­ tät der Kaiserin und Königin Auguste Viktoria stehenden Diakonissen-Mutterhauses und Krankenhauses KöniginElisabeth-Hospital zu Oberschöneweide« kam es dann erst am Freitag, dem 25. November 1910. Über die Einweihungsfeier vermeldete die Beilage zum »Evangelisch-Kirchlichen Anzeiger«: »Das neue KöniginElisabeth-Hospital ist am Freitagmittag in Gegenwart der Schutzherrin, Ihrer Majestät der Kaiserin, feierlich eingeweiht worden. Die neuen Anstaltsgebäude boten sich den zahlreich erschienenen Festgästen inmitten einer freundlichen Schneelandschaft dar. Die Kaiserin wurde am Eingang empfangen von Vertretern der Staats- und Kirchenbehörden, … und nahm aus der Hand des kleinen Hans Martin Cremer einen Strauß von gelben Rosen entgegen. Der Einweihungsakt fand in dem mit Bildern und Sprüchen schön geschmückten Andachtssaale statt. Hier hatte sich eine große Versammlung eingefunden. … Mit Gebet und Segen schloss die Feier. Die Kaiserin ließ sich darauf eine große Zahl von Herrschaften vorstellen und besichtigte die Räume des Hauses. … Dieser Besuch dehnte sich, wie wir zur Ergänzung hinzufügen, sehr lange aus. … Dem jetzigen Königin-Elisabeth-Hospital (einst in der Hasenheide das Elisabeth-Kinderhospital) hatte die Landesmutter von jeher besondere Sympathien erwiesen, und noch kein Weihnachtsfest ist vergangen, ohne dass sie den Weihnachtsmann schwer beladen, namentlich auch mit Spielsachen für die Kinder, mit einem Besuche der Anstalt beauftragt gehabt hätte. … Die Kaiserin lobte die überaus wohltuende ruhige Lage des neuen Krankenhauses, an die man sich, wenn man aus der Großstadt kommt, wirklich erst gewöhnen müsse.« Was die Lage des Krankenhauses nach dem Umzug auf das Gelände in Herzberge anbetrifft, so ist die »überaus wohltuende ruhige Lage« auch ein Kennzeichen des heutigen KEH – die medizinische und pflegerische Betreuung folgt moderneren Kriterien und Erkenntnissen   Johannes Lehmann

nter Königinnen und Kaiserinnen als Patronin oder Schirmherrin machten es die Gründer des »Kleinkinder-Krankenanstalt« (1843), des »Elisabeth-Kinder-Hospitals« (1844) und des »Königin Elisabeth Hospitals« (1910) – den ersten Formen des heutigen Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge – nicht. Das hatte auch seinen guten Grund. Anders als heute, wo Krankenkassen auf gesetzlicher Grundlage mit den Krankenhäusern verhandeln, welche Rahmenbeträge sie zur Verfügung stellen, und wo Länder oder Kommunen Fördermittel für notwendige Investitionen oder Baumaßnahmen bereitstellen, waren Krankenhäuser früherer Zeiten zu großen Teilen auf Spenden und Zuwendungen angewiesen. Und wo waren die Kontakte zu potenten Geldgebern intensiver, als im Umfeld des Königs- bzw. Kaiserhofes. So war es ein glücklicher Umstand für die kleine Kinder-Bewahranstalt, dass ihr die Königin Elisabeth von Preußen als Patronin zur Seite stand, die darüber hinaus auch persönlich am Wohlergehen ihrer Schützlinge interessiert war. Ein Umstand, der die spätere Namensgebung »Elisabeth-Kinder-Hospital« verständlich macht. Auch der Neubau des Krankenhauses in Oberschöneweide, für den am 6. November 1908 der Grundstein gelegt worden war und der am 25. November 1910 offiziell eingeweiht und in »Königin Elisabeth Hospital« umbenannt wurde, erfolgte in Anwesenheit der damaligen Kaiserin Auguste Viktoria. Bereits im September 1910 schrieb der »Lokalanzeiger«: »Hell freundlich und gefällig gruppiert heben sich, inmitten ruhig-vornehmer Gartenanlagen aus dem dunklen Grün der Wuhlheide die Gebäude des Königl. Elisabeth-Hospitals hervor, dazu bestimmt, den Gemeinden Friedrichsfelde-Karlshorst, Ober-Schöneweide und Friedrichshagen als Krankenhaus zu dienen. Auch diese Vororte hatten, wie ihre Nachbargemeinden, schon seit langem unter der Krankenhausnot zu leiden; wurde es doch von Jahr zu Jahr schwieriger, die Kranken in Berliner Anstalten unterzubringen. … Voraussichtlich am 10. Oktober wird im Beisein Ihrer Majestät der Kaiserin die Einweihung der Anstalt erfolgen…«

Die beiden historischen Aufnahmen zeigen die Kaiserin bei Ankunft und Begrüßung durch die Oberin der Diakonissenschaft des Evangelischen Krankenhauses, Gräfin von Reventlow, und bei ihrer Verabschiedung.

Eintrag der Kaiserin vom 25. November 1910 ins Gästebuch

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| Ethik-Komitee |

Beratung bei schwierigen Fragen
Das Ethik-Komitee des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge

Der Patient braucht zur Überwindung einer akuten Krise dringend eine Dialyse. Aber er ist nicht ansprechbar und hat in seiner Patientenverfügung aufgeschrieben, dass er keine lebenserhaltenden Maßnahmen wünscht. Der Bevollmächtigte besteht darauf, dass die Patientenverfügung auch diesen Eingriff ausschließt. Er lässt sich auch im Gespräch mit der behandelnden Ärztin davon nicht abbringen. Die Ärztin steht vor dem Dilemma: sollte sie die Behandlung durchführen, handelt es sich rechtlich möglicherweise um eine schwere Körperverletzung, sollte sie sie unterlassen, befürchtet sie eine notwendige Hilfeleistung nicht gegeben zu haben. Sie bittet das Ethik-Komitee um Unterstützung bei ihrer Entscheidung. Zwei Vertreter des Ethik-Komitees moderieren das Gespräch zwischen Bevollmächtigtem, einer weiteren Angehörigen und der Ärztin. Im Gespräch wird den Angehörigen deutlich, dass es sich bei dem Eingriff um eine notwendige lebensrettende Maßnahme handelt, und nicht um eine Lebensverlängerung in einer therapeutisch aussichtslosen Situation. Der Bevollmächtigte nimmt seinen Widerspruch zurück. Die Dialyse wird durchgeführt. Nachdem der Patient wieder das Bewusstsein erlangt hat, stimmt er der dankbar der Behandlung zu.

Das Ethik-Komitee ist erreichbar über das Sekretariat der Geschäftsführung unter der Telefon-Nummer 54 72 – 2121.

eit einem Jahr ist das Gesetz über Patientenverfügungen in Kraft. Es will das Recht der Patienten für Situationen stärken, in denen sie nicht (mehr) selbst entscheidungsfähig sind. Festlegungen in der Patientenverfügung sind für den Arzt bindend. Aber es ist keineswegs immer eindeutig, ob eine Festlegung in der Patientenverfügung tatsächlich die Meinung für eine ganz konkrete Situation anzeigt. In schwierigen Entscheidungssituationen, wie z. B. der Frage der Auslegung einer Patientenverfügung bietet das Ethik-Komitee im KEH seine Unterstützung an. Es berät Patienten, deren Angehörigen, Betreuer und Bevollmächtigte, die Ärzte und das Pflegepersonal des KEH. Das Ethik-Komitee im KEH wird geleitet von zwei externen Experten in medizin-ethischen und Rechtsfragen, dem Rechtsantwalt Herrn Dr. Michael Börgers und dem Theologieprofessor Dr. Friedrich Lohmann von der Humboldt-Universität. Neben einem Vertreter der Patien­ enfürsprecher gehören dem Ethik-Komitee Mitart beiterinnen und Mitarbeiter ds KEH aus dem ärztlichen Dienst, der Pflege, der Seelsorge, dem Sozialdienst und der Verwaltung an. Bei Anfragen an das Ethik-Komitee kommen kurzfris­ ig ein oder zwei Miglieder des Komitees zur t Beratung auf die Station. So ist gewährleistet, dass im Notfall auch umgehend eine Beratung oder ein Gespräch mit den Betroffenen durchgeführt werden kann. Das Ethik-Komitee führt zweimal im Jahr öffentliche Veranstaltungen (»Ethik-Café«) durch, wobei medizinethische Grundsatzfragen anhand konkreter Behandlungsprobleme vorgestellt und diskutiert werden. Im März 2011 (der genaue Termin wird noch bekannt gegeben) wird ein Ethik-Café zum Thema »Selbstbestimmungsrecht des Patienten – Gibt es Grenzen?« veranstaltet.
Winfried Böttler

S

KEH-Report | Dezember 2010 Seite 14

| Personalia |

E
Dr. Rainer Norden 	 verabschiedet

Thomas Oelkers (Bethel) und Stefanie Schwinge (Lobetal) Dr. Norden im Kreis der engsten Mitarbeiter

nde November hat Herr Dr. Rainer Norden seine Tätigkeit als Vorsitzender Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH) beendet und wechselte in den Vorstand der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel nach Bielefeld. Bei einem Empfang im Museum Kesselhaus am 26. November 2010 wurde er verabschiedet, um ihm in diesem Rahmen für seine langjährige verantwortungsvolle Tätigkeit im KEH, für die Hoffnungstaler Anstalten Lobetal und für den GemeindepsychiatrischenVerbund und Altenhilfe GmbH (GPVA) zu danken.

Wechsel in der Geschäftsführung des KEH
um neuen Kaufmän­ nischen Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Köni­ in Elisabeth g Herzber­ e (KEH) in Berling Lichtenberg wurde am 27. Ok­­­ tober 2010 der lang­­ jährige Kauf­ änni­ che Direktor Michael Mielke berum s fen. Der 48jährige Diplom­nge­ ieur tritt damit die i n Nachfolge von Dr. Rainer Norden an, der im März in den Vorstand der v. Bodelschwingh­ chen Stiftungen s Bethel gewählt worden war und zum 1. Dezember 2010 nach Bielefeld wechselte. Michael Mielke ist seit zehn Jahren im KEH als Prokurist und Kaufmännischer Direktor tätig. Neben der Verantwortung für das mehrheitlich zum Gesellschafter Bethel gehörende Krankenhaus übernimmt er auch die Geschäftsführung der zu Bethel gehörenden Einrichtungen, die im Gemeindepsychiatrischen Verbund und Altenhilfe GmbH (GPVA) zusammengefasst sind. Dazu gehören verschiedene Wohnstätten und Tagesangebote für Menschen mit Behinderung sowie die Friedrich von Bodelschwingh-Klinik und das Altenpflegeheim »Barbara von Renthe-Fink Haus« in Charlottenburg-Wilmersdorf.

Z

Der neue Kaufmännische Geschäftsführer des KEH Michael Mielke

Offizielle Einführung Gemäß der Tradition des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge wurden 	 am 14. Dezember 2010 	 Frau Dr. Rotraut Asche als Chefärztin der Zentralen Aufnahme und Diagnostik, Dr. Michael Hahn als Chefarzt der Abteilung Urologie und

Pastorin Hella Thorbahn als KrankenhausSeelsorgerin offiziell in ihr Amt eingeführt. Die Einführung begann mit dem Gottesdienst. Im Anschluss fand ein Empfang im Festsaal statt, zu dem Geschäftsführung und Krankenhausbetriebsleitung eingeladen hatten.

Nach der Einführung in der Kapelle (v.l.n.r.) Geschäftsführer Pastor Dr. Johannes Feldmann, Dr. Andreas Reich, Pastorin Hella Thorbahn, Pfr. Winfried Böttler, CA Dr. Michael Hahn, CÄ Dr. Rotraut Asche, CA Dr. Manfred Lang und Geschäfsführer Michael Mielke.

Dezember 2010 | KEH-Report Seite 15

| Aktuelles Baugeschehen | Personalia |
Aktuelles Baugeschehen Parkplätze vor ZAD/	 Notaufnahme (Haus 103) Am 11. November 2010 erfolgte die Fertigstellung und Abnahme der Parkplätze am Haus 103. Damit wurde die schlechte Stellplatz­ situation für Rettungsfahrzeuge und »Selbstanfahrer« der Notaufnahme erheblich verbessert. Der Außenbereich verfügt jetzt über insgesamt sieben Stellplätze für den Krankentransport und drei Stellplätze (davon ein behindertengerechter) für Kurzzeit-Parker. Die Pflanzfläche wurde den neuen Gegebenheiten angepasst und mit Sträuchern (Falscher Jasmin) bepflanzt. Psychiatrische Instituts-	 a b l ­ m­ u­anz für Erwachsene 	 (PIA, Haus 18) Die seit 1999 in der Herzberg­ straße 82 untergebrachte PIA wird im Februar 2011 ihre Arbeit im Haus 18 auf dem Gelände des KEH aufnehmen können. Die Ausbauarbeiten wurden im September 2010 begonnen und liegen im Bauzeiten- und Baukostenplan. Hiermit sei nochmals allen beteiligten Bereichen im KEH für die gute Zusammenarbeit gedankt. Ausbau des OP-Bereiches 	 (OP 3 und 4, Funktionsräume, Haus 105) Am 5. November 2010 fand die Ordnungsbehördliche Abnahme des neu gestalteten OP-Bereiches und der urologischen Funktionseinheit im Erdgeschoss von Haus 105 statt. Damit erfolgten die Fertigstellung und der Rückbau der Interimslösungen der OP-Säle 3 und 4 sowie die Übergabe des neuen urologischen Bereiches an Chefarzt Dr. Hahn. Der dritte und letzte Bauabschnitt beinhaltet den Umbau und die Neugestaltung der Personalschleusen im OP-Bereich. Die entsprechenden Arbeiten werden im Januar 2011 beginnen. Errichtung einer 	 Geriatriestation Die Errichtung einer Geriatrie­ 	 st­ tion entsprechend dem neuen a Krankenhausplan mit 35 Betten/ Plätzen ist in Planung. Die Umsetzung wird derzeit mit der Amtsärztin abgestimmt und entwickelt. Mario Menzel Leiter Technik/Bau

Die neue Parksituation vor Haus 103

Haus 18 wird Sitz der PIA

Tagesklinik für Erwachsene, Herzbergstraße 82 Die durch den Umzug der PIA frei werdenden Flächen können ab April 2011 durch die Tagesklinik genutzt werden. Dadurch werden – in Umsetzung des neuen Krankenhausplanes – insgesamt 30 Betten/ Plätze am Standort ermöglicht. Die entsprechende Ordnungsbehördliche Genehmigung wurde erstellt und der Baubeginn auf Januar 2011 terminiert.

Wir begrüßen als neue Mitarbeiterinnen und Mit­ rbeiter im KEH a ■	 Seit Oktober 2010 Mahmoud Alemi Gesundheits- und Krankenpfleger Station P 8 Philipp Bartels Assistenzarzt Psychiatrie/Psychotherapie Annika Brandenburg Gesundheits- und Krankenpfleger ITS 1 Bärbel Buchelt Kunsttherapeutin Kinder- und Jugendpsychiatrie Tobias Drechsel Gesundheits- und Krankenpfleger Station IN 4 Uta Feuersenger Gesundheits- und Krankenpflegerin Station IN 4 Susanne Funck Krankenschwester ITS 1 Johanna Gernentz Ergotherapeutin Beschäftigungstherapie David Hardung Facharzt Innere Klinik

Catharina Hellfach Gesundheits- und Krankenpflegerin Station IN 1 Tobias Kohlhase Gesundheits- und Krankenpfleger ITS 2 Josephine Krause Gesundheits- und Krankenpflegerin Station P 10 Ralf Krawczyk Gesundheits- und Krankenpfleger Station P 1 Anja Lefler Gesundheits- und Krankenpflegerin Station P 9 Vladimir Lefler Gesundheits- und Krankenpfleger Station P 6 Luise Linke Gesundheits- und Krankenpflegerin ITS 2 David Nieland Gesundheits- und Krankenpfleger Station P 1 Ruth Ropttbeck Assistenzärztin Psychiatrie/Psychotherapie Nele Schnipper Assistenzärztin Neurologie Viktoria Suschke Gesundheits- und Krankenpflegerin Station P 9

Ngoc Hai Tran Freiwilliges Soziales Jahr Station CH 2 Berrin Yildirim Freiwilliges Soziales Jahr Station CH 1 ■	 November 2010 Marina Fischer Freiwilliges Soziales Jahr Station NE 1 Robert Hackbarth Mitarbeiter geschützte BA Geschützte Betriebsabteilung Katja Klebert Krankenschwester ITS 2 Stefanie Kröschel Ärztin Innere Klinik Knut Lenski Oberarzt Innere Klinik Erich Pfenninger Krankenpfleger Station P 10 Karl-Heinz Schreiber MA geschützte BA Geschützte Betriebsabteilung Samira Volkmann Leitende Krankenschwester Notfallambulanz/Notaufnahme

Maria Winkler Freiwilliges Soziales Jahr Station P 2 Hannelore Woile Mitarbeiterin geschützte BA Geschützte Betriebsabteilung ■	 Dezember 2010 Dave Doppelstein Pflegehelfer Station P 1 Alexandra Drost Gesundheits- und Krankenpflegerin Station P 2 Marco Marx Gesundheits- und Krankenpfleger Station P 1 Das KEH haben/ werden verlassen ■	 Im Oktober 2010 Annemarie Bergmann Krankenschwester ITS 1 Juliane Hinze Assistenzärztin Psychiatrie/Psychotherapie Dr. Christian Lang Assistenzarzt Innere Klinik Julia Rech Freiwilliges Soziales Jahr Station IN 2

David Wiedermann MA Hol- und Bringedienst Geschützte Betriebsabteilung ■	 Im November 2010 Kathleen Becker Krankenschwester Station EP 3 Elke Berberich Apothekerassistentin Apotheke Axel Rose MA geschützte BA Geschützte Betriebsabteilung Alexandra Turowski Ärztin Notfallambulanz/Notaufnahme ■	 Im Dezember 2010 Claudia Born Sozialarbeiterin Soziale Dienste Angela Kynast Funktionsschwester Angiologie/Angiographie Gudrun Lang Leiterin Casemanagement Casemanagement Christina Panelli Assistenzärztin Neurologie Sven Reiners Arzt Epileptologie

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| Veranstaltungen |

Christvesper Freitag, 24. Dezember 2010 16 Uhr, Alte Kapelle, Haus 22 Evangelischer Gottesdienst am 2. Weihnachtstag Sonntag, 26. Dezember 2010 10 Uhr, Alte Kapelle, Haus 22 Neujahrsempfang Donnerstag, 6. Januar 2011 13 Uhr, Neue Kapelle, Haus 63 Gottesdienst 14 Uhr, Festsaal, Haus 22 Neujahrsempfang Epilepsie Kolloquium des Epilepsie Zentrums Berlin Brandenburg Mittwoch, 12. Januar 2011 Hotel Steigenberger, Los Angeles Platz 1, Berlin 17.30 Uhr: Klinische Falldemonstration 18 Uhr: »Anfälle, Cognition und Epilepsien« Prof. Dr. med. Hermann Stefan, Universitätsklinikum Erlangen

Festveranstaltung Freitag, 25. März 2011 17 Uhr, Museum Kesselhaus (Haus 29) 10 Jahre Förderverein Museum Kesselhaus Herzberge e. V.

Einladung zum Neujahrsempfang
Donnerstag, 6. Januar 2011 13 Uhr Gottesdienst, »Neue Kapelle«, Haus 63 Die Predigt hält Professor Dr. Friedrich Lohmann Professor für Systematische Theologie/Ethik an der Humboldt Universität zu Berlin und Mitglied im Ethik-Komitee des KEH Im Gottesdienst wird Michael Mielke als neuer Geschäftsführer in sein Amt eingeführt. 14 Uhr Neujahrsempfang, Festsaal, Haus 22 Grußworte sprechen: •	 rof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Staatssekretär für Gesundheit, P Umwelt und Verbraucherschutz •	 homas Oelkers, Aufsichtsratsvorsitzender des Ev. Krankenhauses T Königin Elisabeth Herzberge gGmbH •	 Christina Emmrich, Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Lichtenberg 

Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité

6. Januar 2011 Neujahrsempfang
03.12.10 13:34

Neujahrskarte_2011.indd 1

Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge gGmbH

Vernissage im Museum Kesselhaus Donnerstag, 20. Januar 2011 19 Uhr, Museum Kesselhaus (Haus 29) Die Ausstellung »Every day great«mit Werken von Lisa Pakschies ist geöffnet bis zum 10. März 2011.

Orgelkonzert an der historischen Turley-Orgel Dienstag 1. März 2011 16 Uhr, Alte Kapelle, Haus 22 Es spielt Martin L. Carl. Eintritt frei.

Kammerkonzert Donnerstag, 14. April 2011 19 Uhr, Alte Kapelle, Haus 22 Die Mitglieder der Camerata musica »Jean Baptiste Loeillet« spielen Werke von Komponisten der Barockzeit. Der Eintritt ist frei.

Herzbergstraße 79 10365 Berlin www.keh-berlin.de keh@keh-berlin.de

Zentrale Fortbildung Mittwoch, 19. Januar 2011 15.30 Uhr, Konferenzraum Haus 22 Management des Massenanfalls von Verletzten einschließlich biologisch und chemisch Kontaminierter aus klinischer Sicht PD Dr. Frank Martens, Charité Berlin Pflichtveranstaltung für alle Ärztlichen Mitarbeiter, Teilnahme der Mitarbeiter des Pflegedienstes ist ebenfalls erforderlich, eingeladen sind auch Versorgungs- und Technische Dienste. Zertifiziert durch die ÄK Berlin mit 2 Punkten.

Internationaler Abend Mittwoch, 26. Januar 2011 19 Uhr, Museum Kesselhaus, Vereinsraum »Wiedersehen mit den Wölfen« Günter Toepfer berichtet über sein Engagement in Litauen Eintritt: 3  € Orgelkonzert an der historischen Turley-Orgel Dienstag 1. Februar 2011 16 Uhr, Alte Kapelle, Haus 22 Es spielt Erik Hoeppe. Eintritt frei.

Konzert 20 Uhr, Museum Kesselhaus Festkonzert mit dem Chor »Fishing for compliments« Vernissage im Museum Kesselhaus Donnerstag, 31. März 2011 19 Uhr, Museum Kesselhaus (Haus 29) Die Ausstellung »Retrospektive« zeigt Werke von Amiran Kuprava. Sie ist bis zum 10. Mai 2011 geöffnet.
        
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