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Periodical volume

Full text: KEH Report Issue 18.2010

??? | KEH-Report Seite 1

Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité

KEH  REPORT
 18 | September 2010

TRADITION UND WANDEL
Landschaftspark Herzberge ausgezeichnet »Dienet dem Herrn mit Freuden« 100 Jahre Allgemeinkrankenhaus Königin Elisabeth Herzberge Gemeinsam gegen Prostatakrebs »Geriatrie heißt Interdisziplinarität« Zentrum mit Alleinstellungsmerkmal | Seite 3

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| Editorial |

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser, nach über einjähriger Bauzeit steht die endgültige Fertigstellung des neuen, vierten OP-Saales Mitte November 2010 kurz bevor. Vorausgegangen ist die für den erhöhten Patientendurchlauf erforderliche Vergrößerung des Aufwachraumes (AWR) auf fünf postoperative Überwachungsplätze mit der Erneuerung der Patientenschleuse für den OP-Bereich. Der gesamte Umbau im OP-Bereich des Erdgeschos­ ses realisiert darüber hinaus neue Räumlichkeiten für die Funktionsdiagnostik der Abteilung für Urologie, eine Modernisierung des vor allem urologisch genutzten bisherigen OP-Saales 3 sowie eine Neugestaltung der erforderlichen Lagerungs-, Geräteaufbereitungsund Personalräumlichkeiten. Der neue OP-Saal entspricht den höchsten Anforderungen in jeder Beziehung, so dass alle denkbaren Operationen durchgeführt werden können. Dies betrifft vor allem die orthopädisch-traumatologische und die gefäßchirurgische Implantat-Chirurgie, aber auch die gerätetechnische Vollausstattung für laparoskopische Eingriffe (»Schlüsselloch-Chirurgie«) aller Art. Dem erfreulicherweise dringenden Bedarf der operativen Abteilungen, insbesondere der chirurgischen, nach mehr OP-Kapazität wird damit Rechnung getragen. Zur Erläuterung des Bedarfs sei auf die Diskrepanz zwischen durchschnittlichem, wöchentlichem OP-Kapazitätsbedarf der chirurgischen Abteilung im 1. Quartal 2010 von ca. 80 Stunden und der regulären OP-Kapazität von ca. 30 Stunden im gleichen Zeitraum hingewiesen. Dieser Diskrepanz von 50 Wochenstunden entsprechen mehr als 6 »normale« 8-Stunden-OP-Tage! Dieses vermehrte OP-Aufkommen wurde zwangsläufig während der Bereitschaftsdienste nach 20.00 Uhr und an den Wochenenden »abgearbeitet«. Trotz Aufstockung der Anzahl der Mitarbeiter seit dem ursprünglich für Mai 2010 avisierten Fertigstellungstermin, unterstreicht diese Mehrleistung die große Leistungsbereitschaft und -fähigkeit besonders der Mitarbeiter des OP-Betriebes und aller beteiligten Sta­ tionen. Umso mehr gilt dies, da die laufenden Bauarbeiten häufig zu OP-Verlagerungen, »Interimslösungen« und Improvisa­ ionen zwangen. Ohne den spürbaren Willen alt
	 	 Inhalt 	 2	 Editorial 	 3	 Landschaftspark Herzberge ausgezeichnet 	 4	  Dienet dem Herrn mit Freuden« » 	 	  00 Jahre Allgemeinkrankenhaus 	 1 	 Königin Elisabeth Herzberge 	 6	 Gemeinsam gegen Prostatakrebs 	 6	 Breiteres Spektrum in der Urologie 	 7	 »Geriatrie heißt Interdisziplinarität« 	 8	 Zentrum mit Alleinstellungsmerkmal 	 10	 »Den ganzen Menschen sehen und heilen« 	 	 Psychosomatisch-Psychiatrische Tagesklinik	 	 	 eingeweiht

Dr. med. Manfred Lang Ärztlicher Direktor

ler Beteiligten, ständig konstruktive Lösungen für die vielfältigen Fragestellungen zu finden und umzusetzen, wäre die nahezu uneingeschränkte Aufrechterhaltung der OPAktivität nicht möglich gewesen. In den wöchentlichen Baubesprechungen unter Beteiligung von Vertretern der Bauleitung, der Hygiene und des OP-Bereichs wurden die erforderlichen Maßnahmen dafür abgestimmt. Trotzdem führte die außergewöhnliche Belastung der Mitarbeiter zur, aus meiner Sicht verständlichen, gelegentlichen Eintrübung der Freude über die erwünschte Fertigstellung des neuen OP-Saales. Gerade deshalb möchte ich an dieser Stelle meinen ausdrücklichen Dank an alle beteiligten Mitarbeiter aussprechen. In diesem Zusammenhang sollte man sich auch den Effekt der Entlastung aller Mitarbeiter im operativen Bereich von Nacht- und Wochenendarbeit als Ziel der OPErweiterung, neben der reinen Kapazitätserweiterung, vor Augen führen. Doch die Beseitigung des »Nadelöhrs« OP-Kapazität durch die Ausweitung der OP-Kapazitäten stellt auch neue Anforderungen. Es müssen mehr Patienten operiert, gepflegt und versorgt werden, die OP-Planung wird insgesamt komplexer und anspruchsvoller. Präzise Vorbereitung der Patienten, vorausschauendes rechtzeitiges Bestellen der Folgepatienten, »Stau« an der einzigen Pa­ ientenschleuse (und am einzigen Fahrstuhl) t durch »Gegenverkehr« bei insgesamt erhöhtem Patientendurchstrom sowie Transport von Betten von und zur Bettenwarte seien als kommende Aufgaben genannt und müssen im Sinne einer optimalen Patientenversorgung intelligente Lösungen finden. Als wichtiger Baustein in diesem Zusammenhang ist auch die Möglichkeit der postoperativen Überwachung von Patienten mit komplika­ tionsträchtigen Eingriffen für die gesamte Nacht zu sehen, die die IMC- bzw. ITS-Kapazitäten entlasten, aber auch die Diensthabenden der Stationen. Abschließend sei noch der Umbau der Personalschleuse als letzter ausstehender Bauabschnitt des OP-Bereichs erwähnt, der bis ins Frühjahr 2011 reichen wird. Insgesamt bin ich optimistisch, dass die Umbauten im OP-Bereich bei allen Schwierigkeiten zu einer optimaleren Patientenversorgung, steigenden OP-Zahlen und letztlich auch einer Entlastung der Mitarbeiter führen. Mit freundlichen Grüßen Dr. med. Manfred Lang

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D  en Teufelskreis von Schmerz und Depression 	 überwinden Ausbildung zur Pflege an Körper und Seele »Projekt Servicekräfte im KEH« leider nicht 	 umsetzbar Personalia Verabschiedung von Frau Dr. Kamilla Körner-Köbele	 Neue Chefärztin Aktuelles Baugeschehen Wechsel in der Abteilung Technik/Bau Aktuelle Termine Sommerfest 2010

Impressum Herausgeber: Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge gGmbH, Geschäftsführung und Kranken­ ausbetriebsleitung, h Herzbergstr.79, 10365 Berlin Gestaltung/Produktion: Baumgardt Consultants, Gesellschaft für Marketing & Kommunikation bR Bildnachweis: Elbracht (Bethel) S. 2, 6 (u.), 13, 14 (u.);  J. Lehmann (KEH) S. 1, 3, 6, 8ff, 11, 14ff;  KEH, Histor. Archiv S. 1, 4f; Privat S. 12;  Christian Lietzmann S. 7; Gunnar Kreutner S. 9 V.i.S.d.P.: Johannes Lehmann Anregungen und Kritik an: j.lehmann@keh-berlin.de Der KEH-Report erscheint viermal jährlich.

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| Auszeichnung |

»Untypisch für eine Stadt-Brache«
Landschaftspark Herzberge wurde als »Ausgewählter Ort 2010« ausgezeichnet

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m Mittwoch, dem 18. August 2010, wurde eine der umfänglichsten Umweltmaßnahmen Berlins, der Lichtenberger »Landschaftspark Herzberge«, ausgezeichnet. Im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs »365 Tage – Deutschland. Land der Ideen«, der unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten gemeinsam von der Standortinitiative »Deutschland – Land der Ideen« und der Deutschen Bank durchgeführt wird, darf sich das Großprojekt nun »Ausgewählter Ort 2010« nennen. Der »Landschaftspark Herzberge« liegt an der Nahtstelle der Stadtteile Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf: zwischen dem Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) im Norden, dem ehemaligen Industriegebiet Lichtenberg im Westen sowie der Kinder- und Jugendklinik Lindenhof im Süden. Der Himmel hatte ein Einsehen, und die groß gewordene Schafherde auf der angrenzenden Weide gab einen bewegten Auftritt, als in Anwesenheit von Staatssekretär Dr. Benjamin-Immanuel Hoff und Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich die Vorstandsmitglieder stellvertretend für alle Beteiligten, Förderer und Partner Urkunde und Preis entgegennahmen. Es sei »untypisch für eine Stadtbrache«, dass sie zu einem landwirtschaftlichen Ort des Lernens entwickelt werde, sagte Staatssekretär Dr. Hoff in seiner Laudatio. Üblicherweise würden Häuser gebaut, Unternehmen angesiedelt und Umweltverträglichkeitsprüfungen angestellt.

Aus der Hand der Laudatorin der Deutschen Bank, Frau Nele Crompton, nehmen die Vorstandsmitglieder des Fördervereins »Landschaftspark Herzberge« Urkunde und Preis entgegen (v.l.n.r. Dr. Rainer Norden, Vorsitzender Geschäftsführer des KEH, Karlheinz Riedel, Agrarbörse e. V., und Frau Dr. Bettina Hecht, Rehabilitationszentrum Berlin-Ost gGmbH).

Staatssekretär Dr. Hoff bei seiner Ansprache

Aber gerade dieses Projekt, das eine einzigartige Verbindung aus Freizeit- und Erholungsraum, Naturschutzgebiet, Wohn- und Gewerbebereich darstelle, in dem Biotope mit seltenen Tierarten und Pflanzen ihren Platz hätten und der durch ein Netz von Rad- und Wanderwegen der Gesundheitsförderung dienen solle, sei aus gutem Grund einer der Förderschwerpunkte im Rahmen des Umweltentlastungsprogramms des Landes Berlin. Seit im Jahr 2004 die Planungen für den »Landschaftspark Herzberge« begonnen haben, der – auch gefördert von der Europäischen Union – bis 2015 fertig gestellt sein soll, ist viel geschehen. Nicht nur die Schafherde ist gewachsen – auf dem Areal des Parks haben weit reichende Baumaßnahmen stattgefunden oder konnten beendet werden. Karlheinz Riedel vom Verein AGRARBÖRSE Deutschland Ost e. V. informierte, dass neben der Preisverleihung zugleich auch die Übernahme des ehemaligen Vermarktungsgebäudes (früherer VEG Gartenbau) als zukünftiger Standort des Landwirtschaftsbetriebes ADO GmbH und die Eröffnung des von Intersport geförderten Gesundheits- und Meditationspfades im Landschaftspark Herzberge begangen werden könnte. Der Preis ist auch eine Ehrung für das KEH als langjähriger Partner des Projektes.

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| 100 Jahre Allgemeinkrankenhaus |

Die Grundsteinlegung Am 6. November 1908 wurde in Anwesenheit von Kaiserin Auguste Viktoria der Grundstein zum »Königin Elisabeth Hospital« (KEH) in der Karlshorster Chaussee (heute Treskowallee) in Oberschöneweide gelegt.

»Dienet dem Herrn mit Freuden«
100 Jahre Allgemeinkrankenhaus Königin Elisabeth Herzberge

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m Anfang der Geschichte des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge stand zunächst die Sorge um die Jüngsten in der Gesellschaft: Am 14. April 1843 wurde unter dem Patronat von Königin Elisabeth von Preußen in der Wilhelmstraße 133 (Berlin-Mitte) eine »Kleinkinder-Krankenanstalt« zur Heilung von Kindern aus ärmsten Verhältnissen gegründet. 1844 zog die Einrichtung in ein größeres Haus und erhielt den Namen »Elisabeth-Kinder-Hospital«. Aber im explosionsartig wachsenden Berlin reichten die Plätze nicht aus. 1887 hatte sich die Diakonissenschaft des Evangelischen Krankenhauses gegründet, eine Gemeinschaft von Frauen, die ihr Leben aus christlichem Auftrag in den Dienst für die Schwachen und Kranken stellten. Als Losung für ihre Arbeit gaben sie sich das biblische Motto »Dienet dem Herrn mit Freuden« (Psalm 100, Vers 2). Im selben Jahr zogen das Kinderhospital und das Diakonissenmutterhaus in ein größeres Gebäude in der Hasenheide. Doch auch hier wurde es bald zu eng. Neubau in Oberschöneweide So nahm man das Angebot der östlichen Berliner Vorortgemeinden Oberschöneweide, Friedrichsfelde und Friedrichshagen an, die gemeinsam ein Krankenhaus errichten wollten und sowohl ein Grundstück als auch eine hohe Geldsumme zur Beteiligung an den Baukosten bereitgestellt hatten. Am 6. November 1908 wurde die Grundsteinlegung des neuen Hauses in Anwesenheit von Kaiserin Auguste Viktoria begangen. Es wurde in zwei Jahren Bauzeit fertig gestellt. Am 10. Ok­­ tober 1910 konnte der erste Patient eingewiesen werden. Die offizielle Einweihung des Krankenhauses in der Karlshorster Chaussee (heute Treskowallee) in Oberschöneweide und Umbenennung in »Königin Elisabeth Hospital« fand am 25. November 1910 statt. Durch die

Erweiterung mit einer Inneren und einer Chirurgischen Abteilung für Erwachsene war aus dem Kinderhospital ein Allgemeinkrankenhaus geworden, das über 130 Betten (80 Erwachsene, 30 Kinder, 20 Isolierbetten) verfügte. Im Jahr 1913 waren die Abteilung für Infektionskranke durch eine Scharlachepidemie und die chirurgische Abteilung für Frauen häufig stark überfüllt. Daraufhin wurde beschlossen, die weniger beanspruchte Kinderabteilung zu verkleinern. Mit Beginn des 1. Weltkrieges im Jahr 1914 mussten sämtliche Ärzte des Hauses zur medizinischen Versorgung der Kriegsverletzten an die Front. Auch viele Diakonissen wurden ins Feld geschickt. Parallel zum Zivilkrankenhaus mit 100 Betten wurde ein Reserve-Lazarett mit 150 Betten eingerichtet. In der Nachkriegs- und Inflationszeit hatte das Haus mit starken Einschränkungen zu kämpfen. Erst 1924 ging es wieder aufwärts: einige Bereiche konnten baulich verbessert und neue Medizintechnik konnte angeschafft werden. Kriegsjahre und Umzug nach Herzberge Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 musste infolge der Rassengesetzgebung der Chefarzt der Inneren Abteilung Dr. med. Walter Wolff das Haus im Februar 1936 wegen »nichtarischer Abstammung« verlassen. Nach dem Krieg, im September 1945, nahm er seine Tätigkeit wieder auf. 1945 besetzte die Sowjetarmee das KEH in Oberschöneweide. Es wurde beschlagnahmt und vorübergehend in eine Schule in Friedrichshagen ausgelagert. 1946 erfolgte die Einweisung durch die sowjetische Militärverwaltung auf das Gelände des »Städtischen Krankenhauses Herzberge« (Häuser 1, 3 und 5). Das KEH musste nach Berlin-Lichtenberg umziehen. Hier befand sich die 1887 geplante und 1893 eröffnete psychiat-

Verabschiedung der Schwestern zum Lazaretteinsatz an der Front

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| 100 Jahre Allgemeinkrankenhaus |

rische Anstalt, die während der faschistischen Diktatur in ein Lazarett und Allgemeinkrankenhaus umgewandelt worden war, da Menschen mit Behinderung für die Nationalsozialisten als »unwertes Leben« galten. Erst in den 1950er Jahren wurde die psychiatrische Arbeit wieder in vollem Umfang aufgenommen. Nach dem Umzug befanden sich die Chirurgische Abteilung des KEH in Haus 1 und die Innere Abteilung in Haus 3 mit jeweils 130 Betten. DDR-Zeit und deutsche »Wende« Die Jahre während des Bestehens der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) waren nicht immer leicht. Bereits das Vorhandensein kirchlicher Einrichtungen wurde durch die SED-Administration mit Misstrauen begleitet. So war die Anbindung an das Diakonische Werk und die Evangelische Landeskirche zugleich ein Schutz vor staatlichen Übergriffen. Durch Weisung des Magistrats von Berlin erfolgte ab dem 27. April 1971 die Umbenennung der Chirurgie, die bis dahin überwiegend durch ihr gynäkologisches Profil geprägt war, in »Chirurgische Abteilung« und es durften keine gynäkologischen Eingriffe mehr durchgeführt werden. Trotz mancher Einschränkungen – insbesondere nach dem Bau der Berliner Mauer – konnte das Krankenhaus die Entwicklungen in der Medizin aufnehmen und durch finanzielle Unterstützung der Kirchen aus dem Westteil Deutschlands auch umsetzen. Dadurch erwarb es sich in Ostberlin und darüber hinaus einen sehr guten Ruf. Moderne chirurgische Verfahren hielten Einzug; in der Inneren Medizin war man bestrebt, auch psychische Komponenten der Erkrankungen mit einzubeziehen. Nachdem das Haus 1980 in »Evangelisches Diakoniewerk Königin Elisabeth« (EDKE) umbenannt worden war, konnte 1986 mit den Rekonstruktionsarbeiten an den Häusern 1, 3 und 5 sowie dem Neubau von OP-Sälen und Notaufnahme begonnen werden. 1990/91 zog zunächst die Chirurgische Abteilung in Haus 5 und in das neu errichtete Haus 105. Die Innere Medizin bezog die Häuser 1 und 103. Als 1989 die Mauer fiel und die deutsche Wiedervereinigung neue gesellschaftliche wie gesetzliche Rahmenbedingungen brachte, blieb das auch für beide auf dem Gelände bestehenden Krankenhäuser nicht ohne Konsequenzen. Zusammenschluss und Neustrukturierung Am 1. Januar 1992 wurde durch Zusammenführung des Evangelischen Diakoniewerks Königin Elisabeth mit dem Fachkrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie Berlin-Lichtenberg (Herzberge) das Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) gegründet. Neun Jahre später, am 1. Januar 2001, wurde der Krankenhausbetrieb in eine gemeinnützige GmbH mit neuer Gesellschafterstruktur überführt. Seitdem heißt

Der Name Königin Elisabeth von Preußen (1801 – 1873), geboren 	 als Tochter des späteren Königs Maximilian von Bayern, heiratete 1823 den Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen (später Friedrich Wilhelm IV.). Sie widmete sich 	 mit großem Engagement der Fürsorge von armen Kindern und Waisen. 1843 gab sie die Anregung zur Gründung einer Kleinkinderanstalt und übernahm das Patronat dafür.

Das Siegel des Königin Elisabeth Hospitals von 1910

das KEH: Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge gGmbH und gehört zum Verbund der v. Bodelschwingschen Stiftungen Bethel mit Sitz in Bielefeld. Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel sind eine gemeinnützige kirchliche Stiftung privaten Rechts, die 1867 gegründet worden war und mit ca. 14 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Europas größtes diakonisches Unternehmen darstellt. Im Zuge dieser Neustrukturierung und durch Unterstützung des Berliner Senats wie auch aus Bethel konnten viele Bereiche modernisiert werden. Im KEH arbeiten heute drei renommierte Behandlungszentren: das Gefäßzentrum Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Karl-Ludwig Schulte, das Epilepsie Zentrum Berlin Brandenburg unter Leitung von Prof. Dr. Heinz-Joachim Meencke und das Berliner Behandlungszentrum für Menschen mit geistiger Behinderung und psychischer Erkrankung unter Leitung von Prof. Dr. Walter Diefenbacher MBA. Mit zehn Fachabteilungen, hoch spezialisierten Tageskliniken und fast 600 Betten ist das KEH ein modernes Krankenhaus. Mehr als 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im ärztlichen, pflegerischen, medizinisch-technischen Dienst sowie im Verwaltungsbereich sind für die Patienten da. Die Ev. Krankenpflegeschule am KEH bildet mit 80 Plätzen den pflegerischen Nachwuchs aus. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen somatischen und psychiatrisch-psychotherapeutischen Bereichen entstehen neue Behandlungsoptionen, die dem ganzheitlichen Ansatz in der modernen Medizin immer stärker gerecht werden.
Ina Herbell Historisches Archiv

Kinderpflege in Ober­ chöneweide s

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| Urologie |

it etwa 60.000 Neuerkrankungen in Deutschland gehört der Prostatakrebs zu den häufigs­ ten Tumorerkrankungen des Mannes und fordert ca. 12.000 Todesfälle pro Jahr. Dennoch können Männer damit jahrelang ohne Probleme leben, denn der Tumor bereitet in frühen Stadien keine Beschwerden Seit fast 20 Jahren hat sich zur Diagnose ein spezieller Bluttest, die PSA-Bestimmung, bewährt. Das PSA (prostataspezifisches Antigen) ist ein Eiweißstoff, der in der Prostata gebildet und bei verschiedenen Erkrankungen vermehrt ins Blut abgegeben wird. Eine klare wissenschaftliche Aussage, welches Verfahren bei einem lokal begrenzten Prostatakarzinom das beste ist, aber gibt es nicht, denn nicht ein medizinischer Faktor allein entscheidet darüber, welche Behandlung angewandt wird. Deshalb muss im Zusammenwirken von Urologen, Radiologen, Strahlentherapeuten, Pathologen und Onkologen herausgefunden werden, welche Therapie im speziellen Fall Anwendung finden soll. Um die interdsiziplinäre Zusammenarbeit zu fördern, wurde vor einiger Zeit damit begonnen, Prostatazentren zu zertifizieren. Regelmäßiges Benchmarking Die Urologische Abteilung des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH) ist als Operationsklinik bekannt. Hier wird die dritthäufigste Anzahl von vollständigen Entfernungen der Prostata bei Prostatakrebs (Prostatektomien) durchgeführt – das ist sehr viel für eine relativ kleine Klinik. Bereits seit langen Jahren gibt es eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit, um individuelle Therapien festzulegen: Beobachtung, Bestrahlung, Hormontherapie oder Entfernung – denn eine so schwere Operation sollte immer nur die letzte Möglichkeit sein. Daneben hat die gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Urologen eine wichtige Funktion. Von Anfang an ist die Urologie des KEH auch angeschlossen an das »Benchmarking Prostatakliniken« beim Tumorzentrum Berlin. Dort werden seit Januar

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Gemeinsam gegen Prostatakrebs
Interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Urologie des KEH 2005 alle Krankheitsverläufe anonymisiert eingegeben und regelmäßig ausgewertet. Mit der Zielsetzung, die Versorgungsqualität bei Prostatakrebstherapien nicht nur zu erfassen, sondern durch ein Benchmarking zu verbessern, werden – in Zusammenarbeit mit dem Klinikum Kassel – sämtliche Standardtherapien der Prostata in einer breit angelegten Studie in der Region Berlin erfasst. Dokumentiert werden sämtliche klinisch relevanten Parameter rund um die Therapie (Morbidität, Blutverlust, onkochirurgische Parameter wie Anzahl der positiven Lymphknoten, Absetzungsränder usw.). Auch die Folgemaßnahmen werden durch das System angezeigt: PSA-Verlauf, Kontinenz und Potenz, RTOG-Score. Die Evaluation der Ergebnisse geschieht dabei nicht als »Bestenliste« der teilnehmenden Kliniken, sondern in Form einer Benchmarking-Grafik, so dass die eigenen Resultate mit den Ergebnissen aller anderen Kliniken verglichen werden können. Diese multizentrische Zusammenarbeit unter Einsatz einer Internetbasierten Datenbank ermöglicht den Kliniken, eine solide Qualitätskontrolle durchzuführen und den Vergleich der Ergebnisse der eigenen Klinik mit den Ergebnissen der Gesamtheit als Instrument zur Verbesserung der Therapiequalität zu nutzen. Nachkontrolle und Prostatasprechstunde Im Rahmen der Qualitätssicherung erfolgt ein halbes Jahr nach der Behandlung eine Nachkontrolle, um Kontinenz, PSA-Wert, Blutverlust u.a. zu überprüfen. Um bereits vor der Behandlung über Therapiemöglichkeiten zu informieren, hat die urologische Abteilung eine Sprechstunde eingerichtet, die jeder Patient aufsuchen sollte, wenn ein Befund vorliegt. Je eher die Therapie­ optionen geklärt werden, desto günstiger ist in der Regel der Therapieverlauf.
Dr. med. Robert Kössler Oberarzt/Urologie

Dr. med. Robert Kössler Oberarzt/Urologie

Erweiterung der operativen Möglichkeiten 	 in der Urologie Die Fertigstellung des vierten OP-Saales bringt für die urologische Abteilung die Möglichkeit zur Erweiterung ihres operativen Spektrums. Mit Beginn des kommenden Jahres können dadurch mikroinvasive Eingriffe vorgenommen werden. Wegen der hohen Auslastung der OP-Säle war

der Umstieg auf laparoskopische Verfahren bislang nicht möglich, weil dafür wesentlich mehr Zeit benötigt wird. Die Einführung minimal-invasiver Verfahren bringt einen spürbaren Vorteil für die Patienten, da die kleinen Zugangsöffnungen Dr. med. Robert Kössler keine Narben hinterlassen Oberarzt/Urologie und wesentlich schneller verheilen. Dr. med. Michael Hahn Chefarzt der Urologie

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| Geriatrie |

»Das Wesen der Geriatrie ist Interdisziplinarität«
Neue Wege in der Altersmedizin

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tatistische Erhebungen zeigen: die Anzahl älterer und hochbetagter Menschen wird sich in den kommenden Jahren stetig erhöhen. Allein im Berliner Bezirk Lichtenberg waren im Jahr 2009 über 18.655 Personen (7,4 % der Bevölkerung) älter als 75 Jahre (2001: 13.099). Der durchschnittliche jährliche Zuwachs in dieser Altersgruppe beträgt damit ca. 5 % und liegt deutlich über dem anderer Berliner Bezirke. In der Folge wächst die Anzahl älterer mehrfacherkrankter sog. multimorbider Patienten und erfordert angemessene Versorgungsstrukturen. Diese Entwicklung lässt sich auch anhand von Kennzahlen des Ev. Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH) darstellen. Der Anteil von Patienten über 70 Jahre im KEH beträgt in der Inneren Medizin 45 %, in der Chirurgie und Neurologie 50 % und in der Urologie sogar 60 %. Multimorbidität ist dabei mehr als die Summe von Einzelerkrankungen, da regelhaft Folgen wie Inkontinenz, Stürze, Mangelernährung, Schmerzen und Einschränkungen der Gedächtnisleistungen auftreten. Seit dem 16. August 2010 ist Dr. med. Hans-Peter Thomas als Chefarzt für die neue Abteilung Geriatrie am KEH tätig und wird die Abteilung aufbauen. Interdisziplinarität und eine neue Philosophie Aufgrund der vielfältigen Problembereiche multimorbider Patienten ist die Behandlung grundsätzlich interdisziplinär ausgerichtet. Durch spezielle Schnittstellen in der Ablauforganisation und enge Zusammenarbeit mit den anderen Fachdisziplinen wird sich ein spürbarer Nutzen für die Patienten und das Krankenhaus ergeben. Bereits in der Zentralen Aufnahme wird die Geriatrie mit einbezogen. Enge Kooperationen bieten sich unter dem Dach eines »Zentrums für Altersmedizin« mit dem Gefäßzentrum, der Neurologie, der Gerontopsychiatrie und der Chirurgie an. So können ältere Patienten mit ihren unterschiedlichen Erkrankungen optimal geriatrisch behandelt werden. Beispiele sind die Versorgung nach Schlaganfall, Schenkelhalsfraktur oder Gefäßerkrankungen. »Zur Schaffung der künftigen Strukturen hat sich bereits ein intensiver Dialog entwickelt«, sagt Dr. Thomas. »Aus geriatrischer Sicht stellen auch gemeinsame Versorgungeinheiten eine interessante Option dar, wie sie für eine geriatrisch-gerontopsychiatrische Tagesklinik diskutiert werden. Diese läßt sich z. B. mit bereits etablierten Strukturen wie der Gedächtnisambulanz sinnvoll verknüpfen. Weitere Schnittstellen betreffen die Versorgung von Patienten mit langer Verweildauer (z. B. beim diabetischen Fuß), die von einer intensiven

frührehabilitativen Intervention profitieren. Mit den Kollegen der Epileptologie diskutieren wir die Etablierung eines differenzierten geriatrischen Diagnostikprogramms zur Abschätzung von Risikofaktoren für Patienten mit Spätepilepsie und ältere Mehrfachbehinderte. Zudem wollen wir mittelfristig ein palliativmedizinisches Behandlungsteam etablieren.« G  anzheitliche Behandlung 	 und spezifische Diagnostik Der Begriff »Geriatrie« steht für Dr. Thomas für eine andere Philosophie. Diagnostik und Therapie dienen nicht allein der Behandlung einer akuten Erkrankung, sondern berücksichtigen ganzheitlich immer auch funktionelle, kognitive, emotionale und soziale Faktoren, da sich nur so ein umfassender Behandlungsplan entwickeln und der Bedarf an Hilfsangeboten bestimmen läßt. Die Geriatrie wird durch ein rehabilitatives Milieu geprägt, in dem ein interdiszipliäres Team aus unterschiedlichen Fachberufen zusammenarbeitet. »Der Nutzen einer eigenständigen geriatrischen Abteilung im KEH lässt sich auch auf betriebswirtschaftlicher Ebene darstellen«, führt Dr. Thomas aus. »Für den Pa­ tienten ist eine Behandlung von der Notaufnahme bis zur Tagesklinik möglich. Verlegungen in andere Krankenhäuser werden vermieden und Reha-Erlöse im Haus gehalten. Zudem lassen sich die Verweildauer in anderen Abteilungen verkürzen und so höhere Fallzahlen erzielen.« Wichtig ist ihm die Weiterentwicklung der Vernetzung mit ambulanten und kommunalen Strukturen, der wissenschaftliche Austausch mit der Charité und den Fachhochschulen sowie die Fort- und Weiterbildung im Haus. Dazu sollen spezielle interdisziplinäre und praxisnahe Kurse und Workshops in enger Abstimmung mit der Krankenpflegeschule am KEH angeboten werden.

Dr. med. Hans-Peter Thomas Dr. Thomas studierte an der Freien Universität Berlin Humanmedizin und arbeitete nach dem Staatsexamen zunächst in der chirurgischen Abteilung des Worthing-Hospital (GB) bei Dr. William Wood. Es folgte die internistische Assistenzzeit im Kranken­

haus Prenzlauer Berg (Innere Medizin/Gastroenterologie) und den CaritasKliniken-Pankow (Innere Medizin und Akutgeriatrie). Von 1997 – 2005 arbeitete er an der Charité bei Prof. Dietz (Kardiologie) und Prof. Steinhagen-Thiessen (Stoffwechsel-Centrum und Ev. Geriatriezentrum Berlin), seit 2002 als Oberarzt. Dort erwarb er neben dem Facharzt für Innere Medizin die Fachweiterbildung »Klinische Geriatrie«. 2005

wechselte er ins KEH zu Prof. Schulte und erwarb 2008 die Subspezialisierung Angiologie. Von 2008 – 2010 war er als Oberarzt im AWO Ida-Wolff-Geria­ triezentrum Berlin tätig; begleitend absolvierte er die Ausbildung »Krankenhausmanagement« am MibegInstitut in Köln. Seit dem 16. September 2010 ist Herr Dr. Thomas im KEH für den Aufbau des geriatrischen Angebotsspektrums verantwortlich.

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| 10 Jahre Behandlungszentrum |

Zentrum mit Alleinstellungsmerkmal
Am 3. September feierte das Berliner Behandlungszentrum 	 für Menschen mit geistiger Behinderung und psychischer Erkrankung sein zehnjähriges Bestehen.

enschen mit geistiger Behinderung leiden häufiger als die Normalbevölkerung an psychischen und somatischen Erkrankungen – oft unerkannt und medizinisch nicht behandelt. Bei den Patienten, die sich häufig nur eingeschränkt oder gar nicht verbal äußern können, sind dabei die Symptome häufig unspezifisch und mehrdeutig. Unbehandelt verstärken diese Erkrankungen selbstverletzendes, stereotypes oder aggressives Fehlverhalten. Seit dem Jahr 2000 bietet das Behandlungszentrum für psychisch kranke Menschen mit geis­ tiger Behinderung (BHZ) auf dem Gelände des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH) diesen Patienten eine qualifizierte Versorgung. Versorgungsauftrag für ganz Berlin Am Ende des hellen Ganges in Haus 9 des KEH liegt der Gemeinschaftsraum. Vor der Tür sitzen zwei Männer und warten. Es ist Montag, der Tag, an dem die wöchentliche Visite mit allen Professionen stattfindet. Im Raum beraten Oberarzt, Psychotherapeutin, PflegeStationsleiterin, Stationsärztin und Sozialarbeiter über den Stand der Therapie. Anders als bei einer Visite auf somatischen Krankenhausstationen suchen die behandelnden Therapeuten nicht das Bett der Patienten auf, sondern sie erfolgt im gemeinsamen Gespräch. Ein Beob­ chtungsbogen, der unterschiedliche Verhaltensa modi dokumentiert, zeigt die Entwicklung des Patienten bei der Therapie auf. Patienten werden begutachtet bzgl. Ihrer Medikation, eventueller Probleme, ihre Interak­ ion t im sozialen Umfeld. Bei dem nächsten Patienten hat aggressives Verhalten zu Störungen geführt. Er soll ruhiger werden, und neben der Medikation, die er wegen seiner Hyperaktivität erhält, werden zusätzliche Therapiemöglichkeiten beraten. »Ich bin der Bundeskanzler«, ruft der junge Mann als er hereinkommt und reicht allen in der Runde die Hand. Ein kurzes Gespräch behandelt seine verstärkte Unruhe. »Der andere im Zimmer schnarcht so laut«, gibt er als Grund an. Deshalb könne er nicht schlafen. In einfachen Worten werden die nächsten Behandlungsschritte abgesprochen und kleine Ratschläge gegeben. Dann verlässt der junge Mann den Raum. »Das Behandlungszentrum hat einen Versorgungsauftrag für ganz Berlin«, erläutert Oberarzt Dr. Christoph Schade. »Unsere Patienten kommen nach Voranmeldung oder durch Zuweisung zu uns. Die ambulanten Einrichtungen und Wohngemeinschaften kennen das BHZ und auch die Krankenhäuser, aus denen Patienten als Notfälle überwiesen werden.« Vor zehn Jahren hatte der Berliner Senat den Vollversorgungsauftrag zur psychiatrischen Behandlung von Menschen mit geistiger

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Zur wöchentlichen Montagsvisite im Behandlungszentrum kommen alle Professionen zusammen

Behinderung im Land Berlin erteilt. Durch die Eröffnung der Psychiatrischen Institutsambulanz im Jahr 2005 wurde der Bekanntheitsgrad höher, so dass inzwischen sogar Patienten aus Brandenburg und anderen Bundesländern zur Behandlung angemeldet werden. Umfassendes Therapieangebot Während die Visite vorangeht, sprechen im Dienstzimmer Stationsleiter Uwe Bergander und Heilpädagoge Christian Feuerherd die nächsten Aufgaben durch. Nach dem täglichen Pflege-Briefing am Morgen sind die Aufgaben den entsprechenden Mitarbeitern zugeordnet worden. »Der Tagesablauf ist streng strukturiert, um den Fortgang der Behandlungserfolge messen zu können«, sagt Christian Feuerherd. »Während die Pflege­ räfte organisatok rische und pflegerische Tätigkeiten wie z. B. Blutentnahme, Medikation u. a. abdecken, werden die sozialpädagogischen Aufgaben im BHZ von Heilerziehungspflegern und -pädagogen übernommen.« Um die Therapieziele zu erreichen, ist ein hohes Maß an Einzelzuwendung nötig. Psychische Erkrankungen bei Menschen mit geistiger Behinderung erfordern eine umfassende Diagnostik sowie ein spezifisches Therapie- und Behandlungsangebot. Neben der klinisch-psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung stehen heiltherapeutische Betreuungs- und Förderangebote für die Patienten zur Verfügung. »Unser Therapieangebot umfasst – neben der Pharmakotherapie – heilpädagogische Einzel- und Gruppenarbeit«, erläutert Uwe Bergander, »dazu verhaltens- und störungsspezifische therapeutische Verfahren, soziales Kompetenztraining, Entspannungsverfahren, Ergo-, Kunst- und Musiktherapie, Belastungstraining und Außenaktivitäten im Tagesförderbereich sowie verschiedene Methoden zur Verbesserung der sensitiven Wahrnehmung und Entspannung wie im Snoezelen-Raum.«

Blick in einen der Workshops, die anlässlich des Jubiläums am 2. Septem­ ber 2010 angeboten wurden

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| 10 Jahre Behandlungszentrum |

Sensibilisierung und Aufklärung sind nötig Der nächste Patient in der Visite ist etwa 40 Jahre alt und lebt seit Jahren in einer geschlossenen Wohneinrichtung. Er zeigt Weglauftendenzen mit massiver Eigengefährdung als Folge. Eine Hepatitis muss behandelt werden, die er vom letzten Ausflug mitgebracht hat, und es wird überlegt, ob er beim Einkaufen mitgehen könnte. »Die somatische Abklärung vor Beginn der Behandlung ist besonders wichtig«, sagt Dr. Schade, als der Mann gegangen ist. »Vielfach sind Krankheiten die Ursache von Verhaltensauffälligkeiten. Das häufige Schlagen ans Ohr kann auf eine Mittelohrentzündung hinweisen. Rheuma, Magenprobleme, Frakturen, Zahn­­ schmerzen – das sind nur einige der somatischen Probleme, die mitbehandelt werden müssen. Körperliche Erkrankungen werden in enger kon­­ siliarischer Zusammenarbeit mit den jeweiligen Abteilungen unseres Hauses behandelt.« Der Grad der Aufklärung ist diesbezüglich verbesserungsbedürftig. Die Auffälligkeiten werden häufig der Behinderung zugeordnet. Wahnvorstellungen oder Aggressionen sind aber keine Kennzeichen einer Behinderung.« »Seit einiger Zeit lässt sich eine Sensibilisie­ ung erkenr nen«, fügt Sozialarbeiter Dr. Michael Böhm hinzu. »Es wird erkannt, dass psychische Krankheitssymptome neben der Behinderung vorhanden sind, und die Behandlung wird nicht erst dann aufgenommen, wenn die Symptome zu stark werden.« Es gibt aber noch zu wenig Biografiearbeit. Häufig wird nicht genug über die Genese der Patienten gewusst, über seine Herkunft, sein Umfeld, die Krankheitsverläufe. Die ambulanten Einrichtungen haben erst damit angefangen. Auch die Zusammenhänge von Biografie und somatischen Problemen sind kaum bekannt. Ganzheitlicher sozialpsychiatrischer Ansatz In diesem Jahr ist das Behandlungszentrum zehn Jahre alt geworden. In seinem vollstationären Bereich, bestehend aus zwei Stationen mit 32 Betten hat es im Jahr 2009 378 Patienten versorgt. Entsprechend dem ganzheitlichen Behandlungskonzept wird die Therapie interdisziplinär erarbeitet und durch gezielte Verhaltensbeobachtung ständig überprüft. Ein erfahrenes und hochspezialisiertes multiprofessionelles Team nutzt dabei modernste Dia-

Blick in den Großen Saal während Festveranstaltung

Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher bei ihrer Laudatio

gnostik- und Therapieverfahren. »Aus unserer klinischen Erfahrung haben wir die Überzeugung gewonnen, dass es gerade psychotherapeutische Verfahren sind, die bei psychisch kranken Menschen mit geistiger Behinderung und Verhaltens­ uffälligkeiten zum Einsatz kommen a sollten«, sagt Prof. Dr. Albert Diefenbacher, Chefarzt der Abteilung. »Leider spielt der Einsatz von Medikamenten auch im ärztlich-psychotherapeutischen Bereich immer noch eine zu große Rolle. Deshalb sind wir bestrebt, durch Kursveranstaltungen und Publikationen, Teilnahme an Konferenzen und Kongressen sowie im Zusammenwirken mit unseren Kooperationspartnern – Kenntnis und Sensibilisierung zu erhöhen.« Bei Menschen mit geistiger Behinderung gibt es immer noch vielfältige Vorurteile hinsichtlich der Möglichkeiten von Integra­ tion. Deshalb engagieren sich Vertreter des BHZ auch berufspolitisch in Fachgesellschaften und Arbeitskreisen. Beim Festakt am 3. September verwies Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher auf das Alleinstellungsmerkmal des Behandlungszentrums. Es sei gut gewesen, vor zehn Jahren diese Strukturentscheidung für Berlin getroffen zu haben. Das Behandlungszentrum hätte eine Wirkung über Berlin hinaus erarbeitet und zeige, dass es nötig sei, Behandlungsmodelle zu entwickeln, die den rein stationären Therapiebereich übersteigen. Deshalb solle die Kapazität im neuen Krankenhausplan für Berlin, der im Herbst verabschiedet würde, wesentlich erhöht werden. Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich verwies auf das gute Verhältnis zwischen Bezirk und Krankenhaus und brachte ihre hohe Wertschätzung zum Ausdruck. Professor Diefenbacher und seinen Mitarbeitern sei es gelungen, das Thema »Psyche« durch Vorträge, Filme, Veranstaltungen in den Bezirk zu tragen und die Sensibilisierung in Behörden und bei Mitbürgern zu erhöhen.

Bei der Festveranstaltung (v.l.n.r.): Prof. Dr. Anton Došen, Pastor Ulrich Pohl, Frau Christina Rau, Dr. Rainer Norden, Prof. Dr. Albert Diefenbacher, Dr. Johannes Feldmann, Herr Thomas Oelkers und Bezirks­ bürgermeisterin Christina Emmrich

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| Psychosomatische Tagesklinik |

»Den ganzen Menschen sehen und heilen«
Psychosomatisch-Psychiatrische Tagesklinik mit verhaltenstherapeutischem Schwerpunkt eingeweiht.

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eit März des Jahres hat im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) die Psychia­ rischt Psychosomatische Tages­ linik ihre Arbeit aufgenommen. Dak für war Haus 23 komplett umgebaut und von einem Innenarchitekten in Abstimmung mit den Tageskliniken und unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes saniert worden.

Breites psychosomatisches Therapieangebot Die psychosomatische Versorgung von Patienten hat im KEH eine gute Tradition. Seit vielen Jahren werden Pa­ tienten der somatischen Abteilungen (z. B. Innere Medizin, Chirurgie, Neurologie etc.) durch einen spezialisierten Konsiliardienst der Abteilung für Psychia­ rie, Psychotherapie t und Psychosomatik mitbetreut. Die Er­­ öffnung einer psychosomatisch-psychia­ tri­ chen Tagesklinik war s daher ein konsequenter Schritt zur Verbesserung der ganzheitlichen Behandlung chronisch erkrankter Patienten. »Körper und Seele bilden eine Einheit«, sagt Oberarzt Dr. Ronald Burian, Leiter der neuen Tagesklinik. »Körperliche Erkrankungen, vor allem chronische Beschwerden oder schwere Krankheiten, wie Tumorerkrankungen und ihre Bewältigung stellen nicht nur physische sondern auch psychische und soziale Belastungsfaktoren für den Menschen dar. In der Psychosomatik werden beide Faktoren erfasst, um sie gezielt durch moderne Medizin und ganzheitliche Therapieangebote wieder in Einklang zu bringen.« Das Behandlungsangebot richtet sich v. a. an Patienten, •	 zur Bewältigung chronischer oder schwerer Erkrandie kungen (Herzerkrankungen, Magen-Darmer­ ran­­ k kungen, Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus, Neurologischepileptologische Erkrankun­ en oder auch Tumorerkrang kungen) ein spezialisiertes Therapieangebot benötigen •	 an belastenden Symptomen leiden (Schmerzen, Schwädie che etc.), deren Ursachen nicht oder noch nicht gefunden werden konnten, bzw. die mit ausschließlich körpermedizinischen Maßnahmen nicht zufrieden stellend zu behandeln sind. •	 durch die Belastungen ihrer Erkrankung psychische die Symptome aufweisen, wie z. B. Depressionen oder Angststörungen. Multimodal und multiprofessionell Im Team der Tagesklinik arbeiten unterschiedliche ärztliche Fachdisziplinen (Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie) und verschiedene Berufsgruppen (Ärzte, Psychologen, Physiound Ergotherapeuten, Sozialarbeiter und Pflegekräfte) inter-

Das Team der Tagesklinik beim Symposium mit Chefarzt Prof. Dr. Albert Diefenbacher (r.), Stadtrat Michael Räßler-Wolff (3.v.r.), Geschäftsführer Dr. Johannes Feldmann (4.v.r.) und dem Kauf­ männischen Direktor des KEH Michael Mielke (Mitte hinten)

disziplinär eng zusammen. Neben dem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, werden die Patienten von einer Psychologin, einer Ergotherapeutin, einer Sozialarbeiterin, Physiotherapeuten und dem Pflegepersonal betreut. Auch ein Facharzt für Innere Medizin gehört fest zum Behandlungsteam. »Unsere Therapien erfolgen multimodal«, erläutert Dr. Burian. »Das bedeutet, neben der medikamentösen Behandlung werden moderne und wissenschaftlich erprobte Psychotherapieverfahren wie Kognitive Verhaltenstherapie, Biofeedback, Achtsamkeitstraining, Ent­­ spannungsverfahren sowie Ergotherapie und Physio­ herapie, kommunikative Bewegungstherapie, t Tanztherapie und Lichttherapie in die Behandlung integriert.« Neben der tagesstationären Behandlung wird auch eine ambulante Sprechstunde angeboten. Daneben gibt es eine intensive Kooperation mit der Tagesklinik für Schmerztherapie. Wichtiger Mosaikstein in der Versorgung Am 8. September 2010 wurde die Tagesklinik im Rahmen eines Festsymposiums offiziell eingeweiht. Gesundheitsstadtrat Michael Räßler-Wolff hob in seiner Laudatio das Engagement des KEH und der Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Bezirk hervor. Intensiv habe man sich um die drei Säulen der Versorgung gekümmert: um die Aufklärung über psychische Erkrankungen, ihre professionelle Behandlung sowie die Vernetzung mit den ambulanten Angeboten und Institutionen des Bezirks. Die Eröffnung einer psychosomatischen Tagesklinik sei daher ein wichtiger Mosaikstein in der Versorgung. Im wissenschaftlichen Teil des Festaktes wies Prof. Dr. Michael Linden, BfA Klinik Seehof/Teltow, in seinem Referat auf die zunehmende Bedeutung der Behandlung von Menschen mit psychosozialen Problemen hin, die zu einem gewichtigen Kostenfaktor für Krankenkassen und Sozialetats geworden seien. Dr. Martin Schöndienst vom Ev. Krankenhaus Mara, Biele­­ feld, berichtete über neue kommunikations- und gesprächsanalytische Ansätze bei der Diagnose psychischer oder epileptischer Erkrankungen. Abschließend stellte Dr. Ronald Burian die integrative Methodik der Psychosomatisch-Psychiatrischen Tagesklinik vor.

Dr. Burian (re.) mit seinen Mitarbeitern im Gespräch

Dr. Martin Schöndienst Ev. Krankenhaus Mara, Biele­­ feld

Gesundheitsstadtrat Michael Räßler-Wolff

Prof. Dr. Michael Linden, BfA Klinik Seehof/Teltow,

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| Schmerztagesklinik |

Den Teufelskreis von Schmerz 	 und Depression überwinden
Feierliche Eröffnung der Tagesklinik für »Spezielle Schmerztherapie« chmerzen sind Warnsignale, die auf körperliche Störungen hinweisen. Bei chronischen Schmerzen dagegen wird dieser notwendige Reiz zur Krankheit. Etwa fünf bis acht Millionen Deutsche leiden inzwischen unter chronischen Schmerzen: am häufigsten an Rücken-, Nacken- und Gelenkschmerzen, gefolgt von Kopf- und Gesichtsschmerzen. Chronische Schmerzen sind nicht nur eine schwer belastende Problematik für betroffene Patienten – sie haben, im Verbund mit Depressionen und anderen psychischen Störungen, auch erhebliche Auswirkungen auf Kassen- und Sozialetats. Die multimodalen Therapieformen der Schmerztagesklinik am KEH ermöglichen Patienten, aus dem Teufelskreis von chronischem Schmerz und Konzentration auf die eigene Betroffenheit auszusteigen und – im Rückgriff auf eigene Ressourcen – Kontrolle über die Schmerzen zu erlangen. Erweiterung des Therapieangebots seit 2003 Der Neurologe Dr. Andreas Pfeiffer befasst sich seit 1998 mit schmerztherapeutischen Verfahren im KEH. Den Entwicklungen in der Medizin folgend, wurde im Jahr 2003 am KEH der Funktionsbereich »Spezielle Schmerztherapie« eingeführt – angeschlossen an die Abteilung für Neurologie des Krankenhauses; die Behandlung erfolgte ausschließlich ambulant im Rahmen einer Schmerzsprechstunde. Im Jahr 2006 kam es zu einer Erweiterung, als die Sprechstundenkapazität erhöht wurde, um so dem erheblich gestiegenen Bedarf zu begegnen. In diesen drei Jahren hatten sich in der ambulanten Zusammenarbeit mit dem psychologischen Schmerz- und Verhaltenstherapeuten Dr. Markus Hagel Schwerpunkte herauskristallisiert – vor allem die Diagnostik und Therapie chro­­ nischer unspezifischer Rückenschmerzen –, so dass ein multimodal ausgerichtetes interdisziplinäres Therapieangebot entwickelt werden konnte, das in eine tagesstationäre Struktur mit fünf Plätzen mündete. Doch schon bald gab es wieder lange Wartezeiten. »Wir haben unser Angebot neu überarbeitet und seit Oktober 2009 zehn Therapieplätze zur Verfügung gestellt«, sagt Dr. Andreas Pfeiffer. »Diese Erweiterung wurde in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik konzipiert und umgesetzt.« Zugleich begannen die Umbauten in Haus 23, und im März wurde die Genehmigung für eine Tagesklinik mit zehn Behandlungsplätzen erteilt. Multimodales Therapieangebot »Die tagesstationäre Therapieform ist besonders geeignet für chronische Schmerzpatienten«, erläutert Dr. Pfeiffer. »Sie ermöglicht dem Patienten eine ganztägige, konzentrierte Behandlung außerhalb des gewohnten

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Das Team der Schmerz­ tagesklinik und Gäste

Verhaltenstherapeutisch intendierte Trainingstherapie hat sich bei chronischen unspezifischen Rückenschmerzen, dem Hauptanteil der Patienten – kombiniert mit Ergotherapie und intensiver Sport- und Physiotherapie, ergänzt durch Tanztherapie, Atementspannung oder Genusstherapie – in wissenschaftlichen Studien als wirksamste Methode gezeigt.

Wohnumfelds, in das er am Abend wieder zurückkehrt.« Schwerpunkte im Rahmen der multimodalen Schmerztherapie sind – neben der medikamentösen Behandlung – nichtmedikamentöse Therapien zur Verbesserung der selbstwirksamen Schmerzkontrolle. »Medikamente blockieren die Rezeptoren im Gehirn«, fährt er fort. »Für die Therapie werden aber Ressourcen zur SynapsenNeubildung benötigt. Um eine neue Wahrnehmung des eigenen Schmerzempfindens zu ermöglichen, stehen eine neuroplastisch vermittelte cortikale Umstrukturierung der Schmerzwahrnehmung und -kontrolle sowie Schmerzprophylaxe im Vordergrund. In umfangreichen Edukationen werden selbstwirksame Schmerzkontrollverfahren vermittelt, evaluiert und in den Therapien geübt.« Ganzheitlicher Ansatz für alle Schmerzformen Behandelt werden alle Formen chronischer Schmerzen: chronischer Rückenschmerz als Schwerpunkt, chronischer Kopfschmerz sowie Nervenschmerzen (peripher und zentral, z. B. nach einem Schlaganfall). Wo nötig, werden Medikamentenentzüge vorgenommen, und das im Rahmen der Therapie – nicht gesondert wie sonst üblich. »Ein wesentlicher Aspekt des ganzheitlichen Modells, das wir verfolgen, ist die gleichzeitige Behandlung der häufigen psychischen Begleitstörungen«, sagt Dr. Pfeiffer. »Im Rahmen eines Liaisonmodells werden diese Beschwerden von Anfang an miterfasst und behandelt«. Die psychosomatische Tagesklinik befindet sich in unmittelbarer Nähe im Haus 23. Auch der sozialen Seite der chronischen Schmerzkrankheit wird durch Mitwirkung einer Sozialarbeiterin Rechnung getragen. Bei der Festveranstaltung am 15. September 2010 wies Dr. Andreas Kauert, Leiter der Abteilung Neurorogie, bei seiner Begrüßung auf die Bedeutung der schmerztherapeutischen Versorgung hin, da die Zahl der chronischen Schmerzpatienten – verstärkt durch die Entwicklungen in der Arbeits- und Lebenswelt – stetig zugenommen habe und durch einen hohen Grad an Arbeitsausfällen auch einen gewichtigen Kostenfaktor darstelle. Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich dankte den Mitarbeitern für die Arbeit der Tagesklinik und dafür, dass – wie so häufig – sensibel, schnell und mit hoher Profes­ ionalität auf entstehende Bedarfe reagiert wors den sei. Im Rahmen des wissenschaftlichen Teils stellten die Mitarbeiter der Tagesklinik die verschiedenen Aspek­ te der multimodalen Schmerzbehandlung vor.

Bezirksbürgermeisterin Emmrich (re.) im Gespräch mit Dr. Pfeiffer (li.) und Dr. Kauert (Mitte)

Dr. Markus Hagel

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| Krankenpflegeschule |

nter dem Motto »Du wirst gebraucht!« fand im Juni die alljährliche Ausbildungsbörse der Agentur für Arbeit Berlin-Mitte statt. Junge Leute, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz waren oder sich über Ausbildungsangebote informieren wollten, kamen zur »O2 World« im Friedrichshain. Von 10 bis 15 Uhr präsentierten sich dort an Ständen mehr als 70 Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe aus den Bereichen Handwerk, Dienstleistung, Gesundheit, Verwaltung sowie Hotel- und Gastgewerbe. Die Ausbildungsbörse bot die Gelegenheit, mit Arbeitgebern und Auszubildenden ins Gespräch kommen und sich persönlich vorzustellen. Mit dabei waren auch Berufsberater der Arbeitsagentur. Daneben gab es ein buntes Rahmenprogramm, das Schülerinnen und Schüler verschiedener Berliner Schulen vorbereitet hatten. Großes Interesse am Stand Auch die Krankenpflegeschule des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH) war mit

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Brigitte Poek, Leiterin der Krankenpflege­ chule s

einem Stand vertreten – übrigens als einzige Ausbildungsstätte für Pflegeberufe, ansonsten waren aus dem Bereich Gesundheit eher medizinische Fachberufe vertreten. Zur besseren Veranschaulichung waren Unterrichtsmaterialien, Plakate und Informationsmaterial mitgebracht worden, um Auskunft über Ausbildungsabläufe und –ziele geben zu können. Die Nachfrage war groß. Der Stand wurde häufig richtiggehend umlagert, denn es kamen ganze Klassen – vor allem aus Schulen der Bezirke Friedrichshain, Kreuzberg, Neukölln, Lichtenberg und Hohenschönhausen. Für sie war dieser Ausflug zur »O2 World« an diesem Tag Bestandteil des Schulablaufs. Einige hatten auch ihre Bewerbungsunterlagen dabei. Fragen wie: Was macht man in der Pflege? Gibt es noch freie Ausbildungsplätze? Wann muss ich mich bewerben? Welcher Abschluss und welcher Notendurchschnitt sind nötig? mussten beantwortet werden. Dabei konnten die Schülerinnen und Schüler der Krankenpflegeschule aus eigenem Erleben und von persönlichen Erfahrungen berichten. Insgesamt haben sich an diesem Tag mehr als 3.000 Jugendliche über die vorhandenen Ausbildungsmöglichkeiten informiert. Innovative Ausbildung mit Tradition Die Krankenpflegeschule am KEH gestaltet ihre Ausbildung nach dem bundeseinheitlich geltenden Krankenpflegegesetz und verfügt über 80 Ausbildungsplätze. Bereits um 1890 hatte die Krankenpflegeausbildung im »Elisabeth Kinder-Hospital« begonnen. Knapp zwei Jahrzehnte später, im Jahr 1908 erhielt diese Ausbildung ihre Staatliche Anerkennung – das 100jährige Jubiläum war im Jahr 2008 feierlich begangen worden. Neben dem Unterricht absolvieren die Schülerinnen und Schüler den überwiegenden Teil ihrer praktischen Ausbildung auf den Stationen des KEH oder bei einer Vielzahl von Partnerkrankenhäusern und -einrichtungen. Darüber hinaus ist das KEH Kooperationspartner der Evangelischen Hochschule Berlin (EHB) im Rahmen des integrierten Studienganges »Bachelor of Nursing«. Besondere Projekte wie Schulstationen, bei denen im realen Alltag einer Krankenhausstation Praxis erlebbar gemacht wird, oder das Ausbildungsprojekt »Pflege psychisch Kranker und/oder abhängiger PatientInnen«, das im November 2008 sogar auf dem DGPPNKongress vorgestellt wurde, sind Bestandteil der innovativen Lehrplangestaltung. Brigitte Poek Leiterin der Krankenpflegeschule

Ausbildung zur Pflege an Körper und Seele
Krankenpflegeschule am KEH informierte 	 über ihr Ausbildungsangebot

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| Pflege | Personalia

Projekt »Servicekräfte im KEH« 	 leider nicht umsetzbar
it großem Bedauern muss der Pflegedienst des KEH sich von einem, in der nun zu Ende gehenden Projektphase sich als erfolgreich erweisendem, Projekt zurückziehen: Die geplante Einführung von Service­ räften k auf den Stationen, siehe Artikel im KEH-Re­­­ port Nr. 17, kann aufgrund der kompromisslosen Haltung der MAV nicht umgesetzt werden. Die MAV zieht sich auf ein Kirchengerichtsurteil zurück, welches die dauerhafte Leiharbeit in der Diakonie verbietet. Dies sei sowohl beim Outsourcen so zu sehen als auch beim Einkauf von Tätigkeiten (Dienstleis­ ungen), t die zuvor die Pflege übernommen hat. Die von der KEH Servicegesellschaft gezahlten 7.50 €/ Std. (übrigens der Mindestlohn für Pflegekräfte in vielen ambulanten und stationären Einrichtungen Ostdeutschland) und die, in einem ersten viel versprechenden Gespräch mit einigen MAV VertreterInnen, überlegte und durchaus umsetzbare Einflussnahme auf die Arbeitsbedingungen in der Service GmbH, waren nun doch nicht mehr ausreichend. Für die Finanzierung bedeutet die von der MAV geforderte Einstellung der Mitarbeiter im KEH einen so hohen
Wir begrüßen als neue Mitarbeiterinnen und Mit­ rbeiter im KEH a ■	 Seit Juli 2010 Annegret Dreher Assistenzärztin Psychiatrie/Psychotherapie Oliver Galak Gesundheits- und  Krankenpfleger Station KP 1 Thomas Jebens Facharzt, Neurologie Claudia Orsolleck Psychologin Station P 2 Juliane Wagner Fachärztin Chirurgie ■	 Seit August 2010 Dr. Roman Hertel Arzt Station UR 1 Dr. Gunter Müller-Glewe Facharzt Gefäßchirurgie Dr. Hans-Peter Thomas CA Geriatrie Psychiatrie/Psychotherapie ■	 Seit September 2010  Boris Bronisch Assistenzarzt Psychiatrie/Psychotherapie Kevin Fricke AZUBI Bürokaufmann Kaufmännische  Geschäftsführung Dr. Stefanie Höfer Fachärztin Institutsambulanz  (Erwachsene) Hanuma Kamberovic Helferin im Rahmen FSJ Kinder und Jugend­ psychiatrie teilst. Claudia Köppen Dipl.-Psychologin Clearingstelle Christian Lorenz Hilfskraft, ITS 2 Melanie Müller Helferin im Rahmen FSJ Station IN 1 Anita Rusch OTA, Chirurgie Steven Weiermüller Materiallager  Medicalprodukte Einkauf und Lager  Medicalprodukte Saskia Wenning AZUBI Bürokauffrau Kaufmännische  Geschäftsführung Laura Teresa Wiegel Sozialarbeiterin Soziale Dienste ■	 Ab Oktober 2010 Josephine Krause Gesundheits- und  Krankenpflegerin Station P 10 Ralf Krawczyk Gesundheits- und  Krankenpfleger Station P 1 Anja Lefler Gesundheits- und  Krankenpflegerin Station P 9 Vladimir Lefler Gesundheits- und  Krankenpfleger Station P 6 David Nieland Gesundheits- und  Krankenpfleger Station P 1 Dr. Ruth Ropttbeck Assistenzärztin Psychiatrie/Psychotherapie Viktoria Suschke Gesundheits- und  Krankenpflegerin Station P 9 Steven Ziebell Gesundheits- und  Krankenpfleger Station P Das KEH haben/ werden verlassen ■	 Im Juli 2010 Magdalena Gerlach Erzieherin Kindertagesstätte Tanja Kulbaka	 Ärztin Kindertagesstätte Gudrun Raband Wirtschaftskraft Kinder- und Jugend­ psychiatrie teilst. ■	 Im August 2010 Robin Benad Mitarbeiter Notfallambulanz/ Notaufnahme Christoph Brandt MA Medicalprodukte­ager l Einkauf u. Lager  Medicalprodukte Johannes Glander Mitarbeiter Versorgungswirtschaft Abt. III Ingeborg Kehrung Mitarbeiterin Interner Kranken­ ransport t Jan Pilz Mitarbeiter Interner Kranken­ ransport t Anneliese Schmid Krankenschwester Station KP 1 Ute Tautz KPF-Helferin Kindertagesstätte Jara Wohlert Krankenschwester Station NE 1 ■	 September 2010 Im Maximilian Berger Pflegehelfer Station EP 1 Ulrike Faber Erzieherin Psychiatrie/Psychotherapie Katrin Herberger Psychologin Anke Weber Pädagogin Clearingstelle

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Sprung, dass die Pflege dies nicht schultern kann. Auch Überlegungen des Pflegedienstes die Zeiten anzupassen, Dienste zu verlagern usw. führen nicht zu einer sinnvollen Umsetzung des Servicegedankens. Im Ergebnis würde die Pflege zwar Stellen umwidmen, aber dann Gefahr laufen bei Ausfall der Servicekräfte doch wieder die Tätigkeiten übernehmen zu müssen, nur eben mit noch weniger exa­ miniertem Personal. Dieser Preis ist für den Pflegedienst einfach zu hoch. Das Angebot der Geschäftsführung an die MAV, einen Haustarifvertrag und die Einhaltung diakonischer Richtlinien in der Service GmbH auf den Weg zu bringen, konnte die MAV auch nicht überzeugen. Auch die Pflegekräfte der Projektstationen zeigen daher großes Unverständnis gegenüber der MAV Haltung. Somit bleibt uns nur noch, den engagierten Mitarbeitern der Servicegesellschaft zu danken. Diese haben gerne auf den Stationen ihren Einsatz erbracht und waren eine Entlastung für den Pflegedienst, der sich den primären Aufgaben der Pflege wieder mehr widmen konnte. Beides, die Zeit der Pflegekräfte im direkten Patientenkontakt und der gesteigerte Service für den Patienten im Bereich der Hotellerie, waren eine, nun leider nicht mehr vorzuhaltende, Bereicherung für das KEH.  Uwe Kropp Pflegedirektor

»Working against prejudice«
Workshop für ärztliche Direktoren aus Kranken­ häusern von VEM Mitgliedskirchen in Berlin

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om 17. bis 24. Juli 2010 fand im KEH in Berlin der erste Workshop für ärztliche Direktoren von Krankenhäusern der VEM Mitgliedskirchen in Afrika und Asien statt. VEM steht für »Vereinte Evangelische Mission«, eine internationale Gemeinschaft von 34 Kirchen in Afrika, Asien und Deutschland und den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel mit Sitz in Wuppertal und Regionalbüros in Afrika und Asien. Acht Ärzte und eine Ärztin aus Indonesien, den Philippinen, Hongkong und Tansania trafen sich, um ein Netzwerk aufzubauen: Die Kontakte zwischen den Krankenhäusern sollten aufgenommen und gefördert, notwendige Hilfen organisiert werden. Workshops, Fachvorträge und Hospita­ tionen bereicherten das Treffen.

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Verabschiedung von Frau 	 Dr. Kamilla Körner-Köbele

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ehn Jahre hatte Frau Dr. Kamilla Körner-Köbele Verantwortung für die Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindesund Jugendalters im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge getragen. Am 16. Juli 2010 wurde die langjährige Chefärztin mit einem Gottesdienst und im Rahmen der anschließenden Festveranstaltung offiziell verabschiedet. Herr Dr. Norden würdigte ihre Leistung für das Krankenhaus im Namen der Geschäftsführung. Dann folgte ein langer Reigen aus Grußworten von Gästen und Freunden, darunter die Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf, Dagmar Pohle, die Marzahner Jugendstadträtin Dr. Manuela Schmidt. Die Lichtenberger Amtsärztin, Frau Dr. Claudia Wein, überbrachte Grüße und Wünsche des Bezirksamts. Dr. Hans Willner aus dem St. Joseph Krankenhaus und Dr. Oliver Bilke, Vivantes, erweiterten den Rahmen der Laudatoren wie auch Dr. Körner-Köbeles ehemaliger Lehrer, Herr Dr. Voss, und Frau Dr. Barbara Leucht, Leiterin des Sozialpädiatrischen Zentrums am Sana Klinikum Lichtenberg.

Frau Dr. Körner-Köbele wird durch die Geschäftsführer des KEH, Dr. Rainer Norden (l.) und Dr. Johannes Feldmann, verabschiedet Glückwünsche von Krankenhausbetriebsleitung und Sozialdienst

Frau Dr. Körner-Köbele im Gespräch mit Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle

Blick ins Auditorium

Nach dem Studium der Humanmedizin 1965 – 1971 war Frau Dr. Kamilla Körner-Köbele bis 1981 als Assis­ tenz­ rztin und – nach Promotion 1976 und Facharztä zulassung 1977 – als Fachärztin in der III. Kinderklinik Berlin-Buch tätig gewesen. 1981 – 1984 arbeitete sie als Fachärztin in der Kinderklinik im Krankenhaus Friedrichshain. Von 1984 – 1989 leitete sie die Beratungsstelle für Kinderneuropsychiatrie in Berlin-Pankow. 1988 kam sie ins Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge und war von 1990 an als Oberärztin und (seit 1991) Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie tätig. Am 1. Januar 2000 hat sie die Abteilung in einer Zeit großer Unsicherheit für den Standort Herzberge übernommen. Mit neuen therapeutischen Konzepten und Multiprofessionalität hat sie den Bereich zu einer Neubestimmung und -gestaltung sowie zur tiefen Verankerung in der Versorgungsregion geführt und erwarb dadurch sowohl für die Abteilung als auch für das Krankenhaus einen Ruf, der weit über die Grenzen der Region hinausreicht. Geschäftsführung und Krankenhausleitung des KEH sind ihr zu großem Dank verpflichtet.

Neue Chefärztin Am 1. August 2010 hat Frau Dr. med. Rita May als Chefärztin die Leitung der Abteilung Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters übernommen. Nach dem Studium der Humanmedi­ in 1976 – 1982 z

an der Humboldt-Universität zu Berlin promovierte sie 1990. 1986 wurde sie Fachärztin für Kinderheilkunde, 1993 Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und konnte ab 1996 die Zusatz­ ezeichnung: Ärztin b für Psycho­­ therapie führen. Nach Tätigkeit in verschie-

denen Kliniken wurde sie ab September 2000 als Oberärztin in der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie am KEH tätig. Ab September 2002 war sie stellvertretende Leiterin der Abteilung. Seit 2008 hat sie u.a. erfolgreich die konzeptionelle, fachliche und

organisatorische Entwicklung des Modellprojektes »TAN.go« (mischfinanziertes Projekt des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge gGmbH, der AOK und der Jugendhilfe) übernommen. Frau 	 Dr. May ist verheiratet und hat eine Tochter.

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| Aktuelles Baugeschehen |
Aktuelles Baugeschehen Ausbau der OP-Säle 3 und 4 und der Nebenräume Zum 15. Juli 2010 erfolgte die Fertigstellung und Inbetriebnahme von OP-Saal 4 unter Einführung einer Interimslösung für die Einschleusung. OP-Saal 3 wurde ohne Nebenräume am 15. September fertig gestellt und am 24.9.2010 in Betrieb genommen. Der OP 3 wurde durch die Verlegung eines neuen Bodenbelages, Einbau von Fenster-Festverglasungen, Installation einer Entwässerung für die Ableitung von Spülflüssigkeiten während urologischer OP’s und die Anschluss-Vorbereitungen für eine neue Deckenversorgungseinheit und einer OP- Beleuchtung aufgewertet. Die komplette Fertigstellung der Funktionsräume und Nebenräume der OP-Säle 3 und 4 erfolgt voraussichtlich Ende Oktober 2010. Außenarbeiten vor Haus 103 Kurzzeitparkplätze Am 9. September 2010 haben die Bauarbeiten für zusätzliche Parkplätze an der Zufahrt zu Haus 103 begonnen. Um die bisher unbefriedigende Situation mit häufigen Staus vor dem Eingang zur Notaufnahme zu verbessern, werden vier Parkplätze für Rettungsfahrzeuge sowie drei Kurzzeit-Parkplätze für »Selbstanfahrer« der Notaufnahme (davon ein behindertengerechter Stellplatz) sowie eine weitere Parktasche an der Unterfahrt der Notaufnahme (für Rettungsfahrzeuge) angelegt. Zu den Arbeiten gehört auch die Neu­ estaltung g der Außenfläche mit veränderter Bepflanzung. Die Fertigstellung erfolgt Mitte Oktober 2010 Restsanierung Haus 2 und 4 sowie Infrastruktur Die Bauplanungsunterlage (BPU) ist fertig gestellt und wurde im August beim Fördermittelgeber zur Prüfung eingereicht. Die konkreten Bauanträge für die Sanierung der Häuser 2 und 4 werden derzeit erstellt und im Oktober beim Bauamt eingereicht. Mit dem Beginn der Infrastrukturbaumaßnahmen, zunächst mit den Erschließungsarbeiten für die Häuser 2 und 4, wird im Juni 2011 gerechnet. Mit der Sanierung von Haus 2, das die Epileptologie beherbergen wird, kann dann voraussichtlich im Oktober 2011 begonnen werden. Beginn der Sanierungsarbeiten in Haus 4 mit den Bereichen Physiotherapie, Epileptologie und Geriatrie wird im Mai 2013 sein. Mit der Fertigstellung der gesamten Restsanierung ist zu Beginn des Jahres 2015 zu rechnen.  Mario Menzel Leiter Technik/Bau

Haus 4

Haus 2

Wechsel in der Abteilung 	 Technik/Bau Falk Siebke Nach 23 Jahren als Leiter Technik hat Dipl.-Ing. Falk Siebke diese Aufgabe zum 1. September 2010 an seinen bisherigen Stellvertreter übergeben und befindet sich nun offiziell im Ruhestand. Da er aber in den kommenden Monaten noch einige Projekte für das KEH bearbeitet, bleibt er dem Krankenhaus erhalten. Als er 1987 ins Evangelische Krankenhaus kam gab es hier einen technischen Bereich und eine eigene Bauabteilung. Zu der Zeit waren beide Bereiche nötig, da größere Sanierungsmaßnahmen für das Krankenhaus anstanden. Im Jahr 1986 begannen im EDKE umfangreiche Umbau und Sanierungsmaßnahmen, welche von der Bauabteilung in Zusammenarbeit mit der technischen Abteilung gesteuert

maßnahmen, welche heute noch fortgesetzt werden. Als Projektleiter für viele senatsgeförderte Aufgaben und einen großen Teil der Sanierungsaufgaben hat er viel Segensreiches für das KEH geleistet. wurden. Auch nach 1989 konnte ohne größere Unterbrechung weiter gebaut werden, da die Planung den jetzt erhöhten Anforderungen standhielt. Mit der Zusammenlegung der beiden Herzberger Krankenhäuser kamen weitere Häuser in seinen Verantwortungsbereich; die beiden technischen Abteilungen wurden zusammengeführt. Die Abteilungsstrukturen wurden zeitgemäß angepasst, größere eigene Bauleitungsbüros waren nicht mehr erforderlich, da diese Aufgaben von externen Büros übernommen wurden. Nach den Vorgaben einer Zielplanung für das KEH begannen 1995 weitere große Sanierungs-

Nachfolge von Herrn Siebke an. Als Schwerpunkte der Arbeit in der kommenden Zeit sieht er die Sanierung letzten Bettenhäuser des KEH, der Häuser 2 und 4 und die notwendige weitere Instandsetzung der Infrastruktur gemäß Fördermittelplanung.

Mario Menzel Seit dem 1. September 2010 hat Dipl.-Ing. Mario Menzel (Jahrgang 1961) die Leitung der Abteilung Technik/Bau übernommen. Der Diplom-Ingenieur für technische Gebäudeausrüstung ist seit fünf Jahren als stellvertretender Abteilungsleiter im KEH tätig und tritt damit die

Tilo Baumert Als neuer stellvertretender Leiter der Abteilung Technik/Bau wurde Dipl.-Ing. Tilo Baumert bestellt. Der Diplom-Ingenieur für Maschinenbau ist seit 13 Jahren im KEH tätig und hat in dieser Zeit alle relevanten Baumaßnahmen mitbetreut bzw. geleitet.

KEH-Report | September 2010 Seite 16

| Veranstaltungen |

Aktuelle Veranstaltungen Konzert Samstag, 2. Oktober 2010 19 Uhr, Museum Kesselhaus »Jazz-Ladies in Da House« mit Ruth Hohmann, Uschi Brüning, Jacqueline Boulanger Eintritt: 23 € Orgelkonzert an der historischen Turley-Orgel Dienstag, 5. Oktober 2010 16 Uhr, Alte Kapelle, Haus 22 Es spielt Beate Kruppke. Vernissage im Museum Kesselhaus Donnerstag, 7. Oktober 2010 19 Uhr, Museum Kesselhaus Die Ausstellung »Gegen den Trend« mit Werken der Malgruppe »Die Treppe« und Keramiken von Eveline Malek ist bis zum 10. Dezember 2010 geöffnet. Epilepsie Kolloquium des Epilepsie Zentrums Berlin Brandenburg Mittwoch, 13. Oktober 2010 17.30 bis 19.30 Uhr, Hotel Steigenberger, Los-Angeles-Platz 1, Berlin 17.30 Uhr: Klinische Falldemonstration 18. Uhr: »Epilepsie und Alkohol«, PD Dr. med. Martin Holtkamp, Charité Berlin

Orgelkonzert an der historischen Turley-Orgel Dienstag, 2. November 2010 16 Uhr, Alte Kapelle, Haus 22 Es spielt Natalie Miller. Zentrale Fortbildung Mittwoch, 3. November 2010, 16 bis 18.30 Uhr, Clubraum, Haus 22 Aktuelle Standards zur Therapie interdisziplinärer Krankheitsbilder in der Viszeralchirurgie, Gastro­ enterologie und Diabetologie Gemeinsame Veranstaltung für Einweiser und KEH-Mitarbeiter; Zertifizierung bei der ÄK Berlin beantragt. Epilepsie Kolloquium des Epilepsie Zentrums Berlin Brandenburg Mittwoch, 10. November 2010 17.30 bis 19.30 Uhr, Hotel Steigenberger, Los-Angeles-Platz 1, Berlin 17.30 Uhr: Klinische Falldemon­­ tra­­­ s­ tion 18 Uhr: »Entwicklung neuer Antiepileptika aus Sicht der pharmazeutischen Industrie«, Dr. med. Martin Merschhemke, Schwarz Biosciences GmbH, Monheim Zentrale Fortbildung Mittwoch, 24. November 2010 15.30 Uhr, Konferenzraum, Haus 22 Probleme bei der Einführung von

CIRS aus (straf-)rechtlicher Sicht Referent: Herr Rechtsanwalt Dr. h.c. Michael Bärlein. Zertifiziert von der ÄK Berlin mit 2 Fortbildungspunkten. Internationaler Abend »Indien« Mittwoch. 24. November 2010 19 Uhr, Museum Kesselhaus Siegfried Dehmel liest aus seinem Buch »Das glaubt uns keiner«. Unkostenbeitrag: 3  € Konzert im Kesselhaus Freitag, 26. November 2010 19 Uhr, Museum Kesselhaus Konzert mit Natalie Kukshausen (Mezzosopran). Puppentheater Mittwoch, 1. Dezember 2010 15 Uhr, Patientenklub, Haus 37. Das Puppentheater MOBIL spielt für kleine und große Gäste. Eintritt frei. Zentrale Fortbildung Mittwoch, 1. Dezember 2010 15.30 Uhr, Clubraum, Haus 22 Behandlungsabbruch und Patientenwille: Medizinische, ethische und juristische Aspekte Referentin: Frau PD Dr. Stübner, Uni München, Oberärztin in der Abteilung für forensische Psychiatrie, anschließend Diskussion. Zertifiziert von der ÄK Berlin mit 2 Punkten.

Orgelkonzert an der historischen Turley-Orgel Dienstag, 7. Dezember 2010 16.00 Uhr, Alte Kapelle, Haus 22 Es spielt Karina Kretzschmar. Epilepsie Kolloquium des Epilepsie Zentrums Berlin Brandenburg Mittwoch, 8. Dezember 2010 17.30 bis 19.30 Uhr, Hotel Steigenberger, Los-Angeles-Platz 1, Berlin 17.30 Uhr: Klinische Falldemon­ tration s 18.00 Uhr: »Zur Epileptogenese der Cavernome«, Prof. Dr. med. Felix Rosenow, Universitätsklinikum Marburg Chorkonzert im Advent Samstag 11.12.10, 15 Uhr, Alte Kapelle, Haus 22. Die Chorvereinigung »bella musica« singt Adventsund Weihnachtslieder. Eintritt frei. Gottesdienste an den Weihnachtsfeiertagen Alte Kapelle, Haus 22 Heilig Abend, 24.12.10, 16 Uhr Christvesper 2. Weihnachtsfeiertag, 26.12.10, 10 Uhr

Sommerfest 2010

Z

um diesjährigen Sommerfest hatten Geschäftsführung und Krankenhausbetriebsleitung am 31. August 2010 eingeladen. Ab 14.30 Uhr konnten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Festwiese hinter dem Kindergarten bei Grillspezialitä­ ten und anderen kulinarischen Köstlichkeiten einen entspannten Nachmittag bei anregenden Gesprächen verleben. Bis in den frühen Abend war das Festzelt gut besucht – und das Wetter spielte ebenfalls mit.
        
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