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Periodical volume

Full text: KEH Report Issue 17.2010

??? | KEH-Report Seite 1

Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité

KEH  REPORT
 17 | Juli 2010

100 JAHRE CHIRURGISCHE ABTEILUNG AM KEH
Bundesweit einmaliges Projekt TAN.go in Lichtenberg eröffnet	 Erfolgreiche Klinikkonferenz setzt Schwerpunkte	 Von den »einfachen Eingriffen« zur High-Tech-Chirurgie	 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 6

Entwicklung zukunftsfähiger Leitungsstrukturen im Pflegedienst	 | Seite 12

KEH-Report | Juli 2010 Seite 2

| Editorial |

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser, das große Sommerfest der 19. Fußball-Welt­ eister­ chaft m s in Südafrika zeigte spannende und weniger reizvolle Spiele. Mannschaften, die vorher als heimliche Favoriten angesehen wurden, mussten das Tur­­ nier frühzeitig verlassen, andere blieben länger als erwartet. Letztlich zählt im Turnier aber – ob eine Mannschaft spielerisch begeistern konnte oder nicht – das Ergebnis. So verhält es sich auch beim wirtschaftlichen Resultat eines Krankenhauses. Das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge kann für 2009 auf einen guten Jahresabschluss zurückblicken. Auf der Sitzung des Aufsichtsrats im Mai wurde das Ergebnis der Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts 2009 unseres Krankenhauses durch die Deutsche Warentreuhand AG (BDO) vorgestellt. Gegenstand der Prüfung waren die Buchführung, der Jahresabschluss der gGmbH nach der Krankenhausbetriebsverordnung (KHBV) sowie der Lagebericht. Im Ergebnis wurde dem KEH ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk für den Jahresabschluss 2009 erteilt. Unserem Haus wurde für das Geschäftsjahr 2009 bescheinigt, dass die wirtschaftliche Situation des KEH stabil ist – bei guter Auslastung, kontinuierlichen Fallzahlen und sinkenden Verweildauern. Ertragslage des KEH
Erlöse aus Krankenhausleistungen Erlöse aus Wahlleistungen Erlöse aus ambulanten Leistungen Erträge aus Hilfs- und Nebenbetrieben Sonstige betriebliche Erträge Betriebliche Erträge Personal Lebensmittel Medizinischer Bedarf Wasser, Energie, Brennstoffe Wirtschaftsbedarf Verwaltungsbedarf Instandhaltung Sonstige ordentliche Aufwendungen Betriebliche Aufwendungen Betriebsergebnis Investitionsergebnis Finanzergebnis Neutrales Ergebnis Jahresergebnis

Im Ergebnis der Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts 2009 des KEH wurde ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk für den Jahresabschluss 2009 erteilt.

Dass dieses Ergebnis so erfreulich ausfällt, ist dem hohen Engagement aller Mitarbeiter zu verdanken. Dafür möchte ich im Namen von Geschäftsführung und Krankenhausbetriebsleitung herzlich Dank sagen. In den fast 170 Jahren, in denen das KEH existiert – als Regelkrankenhaus mit Chirurgie und Innerer Medizin seit genau 100 Jahren – zählte neben dem wirtschaftlichen Ergebnis vor allem das Engagement im Dienst an den Patienten. Das zeigen u. a. die Entwicklungen der chirurgischen Abteilung, denen in dieser Ausgabe mehrere Beiträge gewidmet sind. Weitere erfreuliche Anlässe waren der Start des viel beachteten Pilotprojekts TAN.go, die offizielle Eröffnung der neuen ZAD oder die erfolgreiche Klinikkonferenz im Mai. Umstrukturierungen im Bereich der psychiatrischen Versorgung und im Pflegebereich sind Ausdruck der Bereitschaft, sich auf veränderte Rahmenbedingungen einzustellen. Die guten Ergebnisse zeigen, dass es gelungen ist, 2009 und 2010 in einem konstruktiven Miteinander, mit Tatkraft und guten Ideen auch kommende Herausforderungen anzunehmen. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und einen angenehmen Sommer.
Michael Mielke Kaufmännischer Direktor

2009 TEUR 63.158,5 56,8 1.126,0 1.249,2 2.779,3 68.369,8 41.256,3 2.409,8 12.483,2 1.979,9 2.352,4 2.240,3 2.161,2 1.523,8 66.406,9 1.962,9 -194,5 -323,2 -1.281,1 164,1

% 92,4 0,1 1,6 1,8 4,1 100,0 60,3 3,5 18,3 2,9 3,4 3,3 3,2 2,2 97,1 2,9 -0,3 -0,5 -1,9 0,2

2008 TEUR 62.766,6 70,4 1.059,3 984,2 2.495,8 67.376,3 41.165,6 2.392,4 12.185,5 1.858,0 2.781,3 2.426,5 1.423,3 1.697,8 65.930,4 1.445,9 -152,2 130,9 -1.424,6 0,0

% 93,2 0,2 1,6 1,5 3,6 100,0 61,1 3,6 18,1 2,8 4,1 3,7 2,2 2,4 98,0 2,0 -0,1 0,2 -2,1 0,0

Veränderung TEUR +391,9 -13,6 +66,7 265,0 +283,5 993,5 +90,7 +17,4 +297,7 +121,9 -428,9 -186,2 +737,9 -174,0 476,5 +517,0 -42,3 -454,1 +143,5 164,1

% +0,6 -19,3 +6,3 +26,9 +11,4 +1,5 +0,2 +0,7 +2,4 +6,6 -15,4 -7,7 +51,8 -10,2 +0,7 +35,8 -27,8 -346,9 +10,1

	 	 Inhalt 	 2	 Editorial 	 3	  Lieber kleine Taten als große Worte«. Bundesweit	 » 	 einmaliges Projekt TAN.go in Lichtenberg eröffnet 	 4 	 Erfolgreiche Klinikkonferenz setzt Schwerpunkte 	 5	 Zentrale Aufnahme und Diagnostik offiziell eröffnet 	 6	 Von den »einfachen Eingriffen« zur High-Tech-	 	 	 Chirurgie 	 	 100 Jahre Chirurgische Abteilung am KEH 	 8	  reites Spektrum moderner Behandlungsmöglich-	 B 	 keiten in der chirurgischen Abteilung am KEH 	 10	 Wenn Gehirnfunktionen bedroht sind

	 11	 	 	 11	 	 12	 	 	 13	 	 14	 	 15	 	 16	 	 16	

D  as neue Zentrum für Allgemeinpsychiatrie und 	 Sucht Beste Bedingungen für die Tageskliniken E  ntwicklung zukunftsfähiger Leitungsstrukturen 	 im Pflegedienst Mehr Service auf den Stationen Personalia Reiches Angebot für Kunstinteressierte Aktuelles Baugeschehen Aktuelle Termine

Impressum Herausgeber: Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge gGmbH, Geschäftsführung und Kranken­ ausbetriebsleitung, h Herzbergstr.79, 10365 Berlin Gestaltung/Produktion: Baumgardt Consultants, Gesellschaft für Marketing & Kommunikation bR Bildnachweis: Elbracht (Bethel) S. 2 (o.), 7 (u.), 8 (l.), 9 (o.), 14; J. Lehmann (KEH) S. 2(u.), 3, 4, 8, 9 (u.), 10, 11 (o.), 12, 13, 15 16 (u.); U. Kropp S. 5; F. Siebke S. 16; KEH, Histor. Archiv S. 1, 6f; Privat S. 4 (o.), 11 (u.) V.i.S.d.P.: Johannes Lehmann Anregungen und Kritik an: j.lehmann@keh-berlin.de Der KEH-Report erscheint viermal jährlich.

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| Aktuelles |

»Lieber kleine Taten als große Worte«
Bundesweit einmaliges Projekt TAN.go in Lichtenberg eröffnet sychisch auffälligen Kindern und deren Familien einen geeigneten Ort zu schaffen, an dem zum einen die Krankheit behandelt, zum anderen normales Leben geübt und gestaltet werden kann, war immer ein großes Problem. Pädagogische und psychiatrische Betreuung aus einer Hand anzubieten, schien wegen der unterschiedlichen Kostenträger eine unlösbare Aufgabe. Um es dennoch möglich zu machen, hatten sich die Abteilung für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters des Ev. Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge, das Jugendamt des Berliner Bezirks Lichtenberg, die AOK BerlinBrandenburg und der Verein Kinderhaus Berlin-Mark Brandenburg e. V. zusammengetan, um genau so einen Ort zu schaffen. Das daraus entstandene Kooperationsprojekt heißt TAN.go: die erste Tagesgruppe, die Jugendhilfe und Krankenbehandlung aus einer Hand bietet. Der Name bedeutet »Tagesgruppe Als Netzwerk«, verbunden mit dem englischen »go« (für »Aufbruch, sich zielgerichtet auf den Weg machen«). Sie ermöglicht, Kinder und ihre Familien, die aufgrund der Schwere und Komplexität ihrer psychischen Störungen sowohl der Krankenbehandlung als auch der Jugendhilfe bedürfen, trägerübergreifend zu behandeln und zu versorgen. Der therapeutische Teil des Gesamtkonzeptes wird von der Krankenkasse (AOK) finanziert und vom Fachpersonal des KEH erbracht. Der sozialpädagogische Teil wird durch das Jugendamt finanziert und vom freien Träger der Jugendhilfe, dem Verein Kinderhaus Berlin-Mark Brandenburg e. V., umgesetzt. Die Kosten werden so für beide Seiten reduziert und die Familien erhalten eine komplexe Leistung aus einer Hand. Die Umsetzung geschieht praktisch an den Werktagen in einer Tagesgruppe im Lichtenberger »Kinderhaus« – multiprofessionell von Fachkräften aus beiden Sozialsystemen. Sechs Mitarbeiterinnen sind ständig vor Ort, um die Kita-Kinder den ganzen Tag in den ansprechend gestalteten Räumen in der ersten Etage

P

(v.l.n.r.) Jugendamtsleiter Rainer Zeddies, Frau Dr. Rita May, KEH, Herr Petermann, Referent der Gesundheitssenatorin, Gesundheitsstadtrat Michael Räßler-Wolff, Dr. Hans-Ullrich Krause, Kinderhaus Berlin-Mark Brandenburg, und Dr. Rainer Norden, Vorsitzender Geschäftsführer des KEH

TAN.go ist die erste Tagesgruppe, die Jugendhilfe und Krankenbehandlung aus einer Hand bietet. Sechs Fachkräfte aus beiden Sozialsystemen betreuen die Kinder und Jugendlichen an den Werktagen im Lichtenberger »Kinderhaus. Die Eltern können (und sollen) so oft wie möglich dabei sein.

des Kinderhauses zu betreuen. Die Schulkinder – derzeit alle aus der Schule am Grünen Grund – kommen am Nachmittag dazu. Die Eltern können (und sollen) so lange und so oft wie möglich ebenfalls dabei sein. Die Laufzeit des Projekts ist zunächst auf zwei Jahre ausgelegt, derzeit nehmen sechs Familien daran teil. Am Donnerstag, dem 27. Mai 2010, wurde TAN.go offiziell im Lichtenberger Kinderhaus eröffnet. Im Grußwort der Schirmherrin des Projekts, der Berliner Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher, hieß es, TAN.go sei erstmalig in Berlin und bundesweit einmalig, es biete durch die Kooperation verschiedener Professio­ nen eine neue Qualität und werde die Versorgung der Kinder und Jugendlichen verändern. Dr. Hans-Ullrich Krause vom Kinderhaus betonte das gemeinsame Interesse aller Beteiligten an dieser, die Fachgrenzen überschreitenden Zusammenarbeit, um die Professionalität der Arbeit zu schärfen. Dr. Rainer Norden sprach im Namen des KEH den Wunsch aus, TAN.go im Interesse der Betroffenen zum Erfolg zu führen; die von Bodelschwighschen Stiftung Bethel als komplexer Träger seien gewohnt, Fakultätsgrenzen zu überschreiten. Gesundheitsstadtrat Michael RäßlerWolf erinnerte daran, dass eine zunehmende Zahl von Kindern und Eltern Heilung und pädagogische Versorgung benötigen. Er fasste seinen Dank an die Beteilig­ ten Institutionen mit dem Wort zusammen: »Lieber kleine Taten als große Worte«.

Dr. Rita May, KEH (l.), und die Fachkoordinatorin Psychiatrie der AOK Berlin-Brandenburg, Sabine Stürmann

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| Klinikkonferenz |

Erfolgreiche Klinikkonferenz 	 setzt Schwerpunkte

A

m 18. und 19. Mai 2010 kamen im Tagungszen­ trum »Hubertusstock« der Wirtschaft für Berlin und Bran­­­­ denburg in Joachimsthal wieder Geschäftsführung, Kran­­­ kenhausbetriebsleitung, Chefärzte und Führungskräfte aus Pflege, Medizin und Verwaltung des KEH zu einer Klinikkonferenz zusammen. Als Schwerpunkt sollten in diesem Jahr Themenfelder aus dem Bereich »Führung« beraten und entsprechende Verbesserungsmaßnahmen beschlossen werden.
»Relevante Themen für die zukünftige Arbeit« •	 ngenehme Atmosphäre der Begegnung 	 A außerhalb der Klinik •	nhaltlich guter Vortrag am 1.Tag I •	ntensive Arbeitsgruppen mit relevanten 	 I Themen für die zukünftige Arbeit •	 olgeveranstaltung wünschenswert F
Rotraut Asche Chefärztin Zentrale Aufnahme und Diagnostik

de, sofort allen Teilnehmern zur Verfügung stand. Neben der konzentrierten Arbeit in der Kleingruppe war da­ über zugleich eine lebhafte Diskussion mit allen r Tischen möglich. Zudem wurden alle Vorschläge und Ideen digital zusammengeführt und waren für die Auswertung sofort abrufbar.
»Es muss jetzt losgehen!« •	 elungene Veranstaltung mit hervorragender 	 g Moderation •	 ute Durchmischung verschiedener 	 g Fachbereiche und Leitungsebenen •	 ie »nextmoderator«-Methode war effektiv 	 d und interessant •	 msetzung der Maßnahmen ist schnellstens geboten U
Monika Steffen Stationsleitung P8

Im Anschluss an eine kurze Andacht zum Beginn wurde nach Begrüßung und Einführung ein Bericht zu den Ergebnissen des Jahres 2009 gegeben und die Zielsetzung bis 2013 vorgestellt. Es folgte ein Vortrag mit dem Titel »Führung und Management« durch Guus van der Upwich von der nextpractice GmbH. Nach dem Abendessen kam dann der Einstieg in die Gruppenarbeit mit Fragen zum Thema »Führung«. Das Besondere daran war die angewandte »nextmoderator«-Methode, die zunächst vorgestellt wurde und am nächsten Tag angewandt werden sollte: Alle Teilnehmer formierten sich zu Kleingruppen mit je drei Personen pro Tisch um ein Notebook. Die Notebooks waren miteinander vernetzt, so dass jede Eingabe, jede Idee, die eingegeben wur-

Natürlich konnte nach den ersten intensiven Stunden nicht sofort an Schlaf gedacht werden. So trafen sich die Teilnehmer am Abend am Kamin und ließen dort den Tag ausklingen.

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| Klinikkonferenz |

Zentrale Aufnahme und Diagnostik offiziell eröffnet
Am Vormittag des zweiten Konferenztages ging es nach der Morgenandacht wieder zur Sache. Mittels Brainstorming und Abgabe von Voten wurden die ersten Maßnahmen entwickelt. Nach der Mittagspause folgten eine Stärken-und-Schwächen-Analyse und die Auswahl der »Top-Ideen«. Im Rahmen einer angeregten Diskussion wurden diese Maßnahmen kommentiert und die wichtigsten, so genannten »Top Ten«-Maßnahmen ausgewählt. In einer weiteren Überarbeitungsphase entstand schließlich ein Portfolio der Maßnahmen, die nach Wertigkeit gewichtet und schließlich am Nachmittag präsentiert werden konnten. Ein letztes Resümee und der Reisesegen schlossen die Klinikkonferenz ab.
»Auch Lösungsansätze sollten beraten werden.« •	 ute Unterbringung und Organisation, anspreg chender Rahmen für die Konferenz •	 olgeveranstaltung ist wichtig F •	 hematisch war die Konferenz zu dicht an der t letzten; es sollten anhand einer Schwerpunktthematik auch Lösungswege während der Konferenz beraten werden
Thomas Wendler Leiter Controlling

Zu den Top-Maßnahmen, die sofort in die 	 Umsetzung gelangen sollen, gehören: •	 Ausbau einer serviceorientierten der Kommunikation und •	 regelmäßige interdisziplinäre Führungstreffen mit übergreifender Thematik. Weitere Felder mit höchster Priorität sind: •	 Verbesserung der Zusammenarbeit mit dem Controlling •	 interdisziplinäre Fallbesprechungen und •	 Teamarbeit der unterschiedlichen Fachabteilungen. Darüber hinaus wurden folgende Stichworte 	 als »Top Maßnahmen« gewertet: •	 Erstellung eines Schulungskonzepts für alle am Behandlungsprozess beteiligten Berufsgruppen •	 Entwicklung eines persönlichen Patientenplans •	 Stärkung des abteilungsübergreifenden Teamgedankens •	 patientenorientierte Betreuung •	 christliche Werte leben •	 Potenzialanalyse. Zusätzlich ist ein Katalog von Maßnahmen entstanden, die vorgeschlagen aber nicht mit hoher Priorität versehen worden waren. Hausinterne Workshops haben sich im Juni und Anfang Juli bereits mit konkreten Schritten zur Umsetzung beschäftigt. In der nächsten Ausgabe wird darüber berichtet.

Nach gut einjähriger Planungs- und Bauzeit sowie Bauarbeiten bei laufendem Betrieb konnte am 	 21. April 2010 die Zentrale Aufnahme und Diagnostik (ZAD) offiziell eröffnet werden. Unter Beteiligung vieler Gäste, Partner und natürlich der an der Neugestaltung beteiligten Firmen übergab Dr. Rainer Norden, Vorsitzender Geschäftsführer des KEH, die neu gestalteten Räume feierlich ihrer Bestimmung. Aus der einst beengten und zum Teil unübersichtlichen Rettungsstelle ist eine neu strukturierte Funk­ ions­ inheit gewort e den, die modernsten medizinischen Standards entspricht. Mit über zwei Millionen Euro Eigeninvestitionen wurden Bereiche des Hauses 103 entkernt, erweitert und völlig neu gestaltet. Eine gesonderte Zufahrt für Krankentransporte führt

in die interdisziplinäre Notaufnahme, in der Ärzte und Schwes­ ern rund um t die Uhr die eintreffenden Notfallpatienten versorgen. Für Diagnose und Erstbehandlung stehen vier moderne Behandlungsräume, ein Schockraum, ein Operationsraum und eine Röntgeneinrichtung bereit. Über das hausinterne Netzwerk sind die Ärzte mit allen Abteilungen verbunden, so dass im Bedarfsfall Spezialisten hinzugezogen werden können. Diagnosen, durchgeführte und geplante Behandlungen sind für jeden behandelnden Arzt aus der elektronischen Patientenakte abrufbar. Das neue Aufnahmezentrum ist Anlaufstelle für Patienten und einweisende Ärzte und zentrales Organisationsmodul. Aufnahmeformalitäten, Sprechstunden der Fachabteilungen sowie die Terminvergabe vor- und nachstationärer

Behandlungen laufen hier zusammen. Dispatcher und Belegungskoordinatoren sorgen für die Abstimmung zwischen Hausärzten und medizinischen Stationen des KEH sowie für eine optimale Auslastung der Betten- und Operationskapazitäten. Hier werden bereits alle Therapie- und Behandlungsschritte bis zur gesunden Entlassung organisiert. Chefärztin Rotraut Asche und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ZAD können durch die Fertigstellung allen Patienten des KEH und den niedergelassenen Ärzten einen erheblich verbesserten Service bieten.

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| 100 Jahre Chirurgie |

A

m 6. November 1908 wurde in Anwesenheit von Kaiserin Auguste Viktoria der Grundstein zum »Königin Elisabeth Hospital« (KEH) in der Karlshorster Chaussee (heute Treskowallee) in Oberschöneweide gelegt. In zwei Jahren war das neue Gebäude für die ehemalige Klein-Kinder-Krankenanstalt entstanden, und bereits im Oktober 1910 konnte der erste Patient aufgenommen werden. Die offizielle Einweihung fand am 25. November 1910 statt. Mit 130 Betten (80 Erwachsene, 30 Kinder, 20 Isolierbetten) war es durch Hinzukommen einer Inneren und einer Chirurgischen Abteilung zum Allgemeinkrankenhaus geworden. In den 100 Jahren des Bestehens der Chirurgie am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, in deren Entwicklung sich auch die Geschichte dieser medizinischen Fachrichtung widerspiegelt, haben fünf Chefärzte die Abteilung geleitet. Beginnend mit relativ »einfachen«, besonders septischen Eingriffen bis hin zur minimal-invasiven Chirurgie reichte die Entfaltung und Erweiterung der Möglichkeiten: von der Versorgung Schwerverletzter in den Kriegsjahren, damals mit wenig Aussicht auf Heilungserfolg, bis hin zu Elektiv- und Notfalleingriffen an multimorbiden und alten Patienten in der heutigen Zeit.

Blick in den OP-Saal um 1910

Von den »einfachen Eingriffen« 	 zur High-Tech-Chirurgie
100 Jahre Chirurgische Abteilung am KEH von Prof. Dobbertin wurden zwischen 1927 und 1936 jährlich zwischen 620 bis 744 Operationen durchgeführt. Damals waren etwa ein Fünftel gynäkologische Operationen, etwa zehn Prozent urologische Eingriffe. Bei den chirurgischen Indikationen standen Appendektomien und Hernienoperationen im Vordergrund. Als Dr. Walter Wolff, der damalige Chefarzt der Inneren Abteilung, infolge der Rassengesetzgebung der Nazis 1938 das Haus verlassen musste, hat Prof. Dobbertin im gleichen Jahr die Konsequenzen gezogen und ging in den Ruhestand. Kriegsjahre und Neuorientierung Ab Mai 1939 übernahm Dr. Gerhard Elsholtz die gynäkologisch-chirurgische Abteilung. Von 1928 – 30 war er bereits als Assistent bei Prof. Dobbertin im Haus tätig gewesen, danach in verschiedenen Berliner Kliniken. Er leitete die Abteilung bis 1955, ging dann – aufgrund vermehrten Drängens, seinen Wohnort in der bereits administrativ geteilten Hauptstadt nach Ost-Berlin zu verlegen – schweren Herzens an das Rittberg-Krankenhaus des DRK. Sein Hauptarbeitsgebiet war neben der Allgemeinchirurgie die operative Gynäkologie. In seiner Zeit lagen die Operationszahlen um etwa 1000 pro Jahr, davon mehr als ein Drittel gynäkologische Eingriffe. Zudem gab es eine deutliche Zunahme der magenchirurgischen Eingriffe. In seine Leitungszeit fiel auch der Umzug des KEH nach »Herzberge« in Berlin-Lichtenberg, da das Gelände in der Treskowallee in Oberschöneweide 1945 von der Sowjetarmee besetzt und beschlagnahmt worden war. Nach dem Umzug befand sich die Chirurgische Abteilung im Haus 1 und hatte 130 Betten.

Neuformierung der Chirurgie Bereits vor Übernahme des Neubaus wiesen die OPStatistiken der Jahre 1901/02 bis 1910 eine hohe Anzahl chirurgischer Eingriffe aus. Seit 1876 war erstmals ein chirurgisch ausgebildeter Arzt am Hause tätig. Die Eingriffe vor 1910 sind überwiegend Eingriffe der septischen Chirurgie bei Kindern, die auf die ungünstigen sozialen und hygienischen Bedingungen dieser Zeit zurückzuführen waren. In der neuen Klinik übernahm Richard Dobbertin die Chirurgische Abteilung, der im Laufe der Jahre 32 Publikationen veröffentlicht hat. Die Chirurgische Abteilung umfasste damals 50 Betten und war mit zwei OP-Sälen und »sehr ausgedehnten Nebenräumen« (Eröffnungsbericht des Krankenhauses) versehen. Dr. Dobbertin, später Professor, leitete die Abteilung von 1910 bis 1939; kriegsbedingt war er von 1914 – 20 an der Front und als Chefarzt und Chirurg in Reservelazaretten tätig. Während des 1. Weltkrieges gab es im KEH eine Zivilabteilung und eine Abteilung des Reservelazarettes. Beide Abteilungen wurden bei Abwesenheit von Prof. Dobbertin von verschiedenen Ärzten, zuletzt von Sanitätsrat Dr. Ruben, betreut. Im Jahresbericht von 1926 wird erwähnt, dass durch Zusammenarbeit mit den einweisenden praktischen Ärzten erreicht werden konnte, dass die Kranken »im frühen Stadium der Krankheit« eingewiesen wurden und somit als Frühfälle eine weitaus günstigere Prognose, trotz schwerer Operation, hatten. In der Zeit

Chefärzte der Chirurgischen Abteilung Prof. Dr. med. Richard Dobbertin

(Geb. am 19. Dezember 1871 in Rostock, gest. am 4. Januar 1942 in Berlin) Von Oktober 1910 bis April 1939 leitender Arzt der Chirurgie Dr. med. Gerhard Elsholz

(Geb. 19. Juli 1903 in Berlin, gest. am 14. Dezember 1984 in Berlin) Chefarzt von 1939 bis zum  15. April 1955

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| 100 Jahre Chirurgie |

Rückseite des ehemaligen Königin Elisabeth Hospital um 1910

Im Mai 1955 übernahm mit Dr. Helmut Will der dritte Chefarzt die Abteilung. Wie unter Dr. Elsholtz wurde die Abteilung bis 1971 als Chirurgisch-gynäkologische Abteilung weitergeführt. Ab dem 27. April 1971 erfolgte durch Weisung des Magistrats von Berlin die Umbe­ nennung in »Chirurgische Abteilung« und es erging das Verbot, elektive gynäkologische Eingriffe durchzuführen – obwohl die Abteilung in der Zeit bis 1971 überwiegend vom gynäkologischen Profil geprägt war. So nahmen nach 1971 die allgemein- und viszeralchirurgischen Eingriffe zu, die Magen-, später die Gallen-, die kolorektale- und die Strumachirurgie. In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre wurde im Rahmen der Chirurgischen Abteilung ein so genanntes Wachzimmer unter oberärztlicher anästhesiologischer Leitung mit vier Betten eingerichtet. Zu dieser Zeit waren am Hause zwei Anästhesisten tätig. Minimal-invasive Verfahren Am 1. Januar 1981 wurde Dr. Klaus Foth die Leitung der Abteilung übertragen. Es folgten Jahre der Einführung und des Ausbaus zeitgemäßer diagnostischer und therapeutischer Methoden. Die Gallenwegschirurgie nahm ihren Aufschwung und durch Einführung der intraoperativen Röntgendiagnostik konnten sowohl Sicherheit als auch Effektivität erhöht werden. In den Jahren nach 1987 konnte die Akutchirurgie schrittweise etabliert werden, die akute allgemeinchirurgische Baucherkrankungen und Unfälle einschloss. Dem internationalen Trend folgend, wurde in der Abteilung frühzeitig mit den Methoden der minimalinvasiven Chirurgie (MIC) begonnen; 1993 erfolgte die erste laparoskopische Cholezystektomie. Zum Jahrtausendwechsel wurden 80% aller Gallenoperationen auf endoskopischem Weg vorgenommen, 25 Prozent aller chirurgischen Eingriffe wurden minimal-invasiv durchgeführt. Auch die Schilddrüsenchirurgie erfuhr eine quantitative Steigerung um das vierfache und konnte qualitativ verbessert werden. In der Magen- und

MR Dr. med. Helmut Will

kolorektalen Chirurgie konnte u. a. durch Einführung spezieller Operationstechniken z. B. die Anlage eines künstlichen Darmausganges erspart werden. Auch die Unfallchirurgie hat in den letzten 30 Jahren eine enorme Veränderung erfahren. Neben der Einführung moderner Techniken war die Beschäftigung mit der Traumatologie des (hohen) Alters ein wichtiges Arbeitsfeld. Parallel zu seiner medizinischen Tätigkeit erstreckte sich sein Engagement auch auf die Planung und Durchführung der Rekonstruktionsarbeiten am KEH. Viele bauliche Maßnahmen tragen »seine Handschrift«. Rechtzeitig zur deutschen Wiedervereinigung 1990/91 konnte zunächst Haus 5 und das neu errichtete Haus 105 bezogen und damit die Arbeit der chirurgischen Abteilung unter den Anforderungen bundesdeutscher Normen fortgesetzt werden. Nach anfänglichen Verzögerungen und durch Förderung des Senats ging auch die Arbeit an den anderen Häusern weiter, so dass andere Abteilungen wie die Innere Medizin, die Funktionsdiagnostik, die Endoskopie, die Radiologie und die als Interimslösung geschaffene Notaufnahme ebenso bessere Arbeitsbedingungen erhielten. Zunehmende Spezialisierung Am 1. Februar 2001 übernahm Dr. med. Georg Decker als Chefarzt die Leitung der Chirurgischen Abteilung am KEH. Mit ihm und seinen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen ging die Anwendung der laparoskopischen Chirurgie weiter, so dass alles, was in der modernen Chirurgie »up to date« ist, auch im KEH stattfindet. Der orthopädisch-unfallchirurgische Bereich und der viszeralchirurgisch-gastroenterologische Bereich haben ihr Spektrum erweitert. Immer wichtiger wird im Rahmen der Versorgung spezieller Patientengruppen die enge Zusammenarbeit mit den anderen Fachabteilungen, der u. a. auch die Einrichtung des Chirurgischen Behandlungszentrums für Menschen mit Behinderung zu verdanken ist.
Ina Herbell, Historisches Archif

(Geb. am 17. Mai 1915 in Berlin, gest. am 15. Dezember 1980 in Berlin) Chefarzt vom 15. April 1955 bis zum 15. Dezember 1980 Dr. med. Klaus Foth

(Geb. am 18. Februar 1936 in Berlin) Chefarzt vom 1. Januar 1981 bis zum 29. Februar 2001 Dr. med. Georg Decker

Blick in den OP-Saal (Oktober 1986)

(Geb. am 5. September 1956 in Spremberg) Chefarzt seit 1. Februar 2001

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| Chirurgie |

»Wir müssen uns den 	 Veränderungen stellen«
Breites Spektrum moderner Behandlungsmöglichkeiten 	 in der Chirurgischen Abteilung am KEH

D

ie Chirurgische Abteilung am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) verfügt über zwei Stationen mit insgesamt 48 Betten. Die Behandlungen erfolgen auf den Gebieten der Allgemein- und Viszeralchirurgie (Chirurgie des Bauchraums) und der Traumatologie (Unfallchirurgie). Einen besonderen Schwerpunkt bildet dabei die minimal-invasive Chirurgie. Die so genannte Schlüssel­ lochchirurgie sorgt dafür, dass die Patienten sich schneller vom operativen Eingriff erholen, weniger Schmerzen haben und kaum mit bleibenden Narben rechnen müssen. So ist es möglich, fast alle Gallenblasen- und Leistenbruchoperationen sowie einen großen Teil der Darmoperationen minimal-invasiv durchzuführen. Auch die Behandlung der Zwerchfellbrüche erfolgt laparos­ opisch. k Auf dem Gebiet der Traumatologie können krankhafte Gelenkveränderungen oder Verletzungen arthros­ kopisch behandelt werden. Neueste Entwicklungen auf dem Gebiet der minimalinvasiven Chirurgie, wie die Notes-Chirurgie und die Singel-Port-Chirurgie, finden ebenfalls Eingang in das Behandlungsspektrum unserer Abteilung. Die NotesChirurgie beinhaltet die minimal-invasive Chirurgie über natürliche Körperöffnungen. Die Singel-Port-Chirurgie reduziert den operativen Eingriff auf einen Zugangsweg. Die Überschneidungen der Fachgebiete haben im Interesse einer verbesserten Behandlung der Patienten zugenommen und zur Herausbildung von Zentren geführt, die sich mit speziellen Krankheitsbildern beschäftigen. Im KEH gibt es bereits seit Jahren eine enge Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Fachbereichen. Die operative Behandlung von Tumorerkrankungen des Bauchraumes ist ein Schwerpunkt der Abteilung. Im Zusammenwirken mit Chefarzt Dr. Heise und der Gastro-

enterologischen Abteilung am KEH gehören Tumorkonsile und Tumorkonferenzen gemeinsam mit Radiologen und ambulanten Onkologen seit langem zum Standard und führen zur Bildung eines viszeralmedizinischen Zentrums. Zur umfassenden Behandlung onkologischer Krankheitsbilder gibt es eine enge Zusammenarbeit mit dem Tumorzentrum der Berliner Charitè. Im viszeralchirurgischen Bereich der Abteilung wird die Entwicklung zu einem zertifizierten Tumorzentrum angestrebt. Auch in der Traumatologie zeigen sich ähnliche Konvergenzen, die bereits zu einer eigenen Facharztausbildung geführt haben: dem Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Moderne Operationsmethoden, wie die Gelenkspiegelung (Arthroskopie) ermöglichen die Behandlung sowohl degenerativer Veränderungen der Gelenke, als auch unfallbedingter Folgen. Ein besonderer Schwerpunkt im KEH ist die arthroskopische Behandlung degenerativer- und unfallbeding­ ter Veränderungen des Schultergelenkes. Ausgebaut werden soll die Arthroskopie des Hüftgelenkes, um mit Hilfe therapeutischer Maßnahmen bei degenerativen Gelenkveränderungen den Einsatz einer Hüftgelenksprothese hinauszuzögern oder zu verhindern. Über Fachgrenzen blicken Ein weiteres Feld der Zusammenarbeit ergab sich in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Prof. Dr. Diefenbacher und der Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik bei der Behandlung von Patienten mit geistiger Behinderung, die sich einem operativen Eingriff unterziehen mussten. Die guten Erfahrungen in der Zusammenarbeit und die Notwendigkeit, diesen Patienten bei operativen Eingriffen eine ihren Bedürfnissen angepasste Behandlung zukommen zu lassen, führte zur Einrichtung eines eigenen Behandlungszentrums. Mit Hilfe psychiatrisch geschulten Fachpersonals ist es möglich, sie optimal in unserer Einrichtung zu betreuen. Die Patienten für das Behandlungszentrum kommen durch Zuweisung der behandelnden Psychiater, aus Wohnheimen oder über unsere psychiatrische Institutsambulanz zu uns. Darü-

Das Ziel heißt Tumorzentrum Dr. med. Ulrich Liebeskind Facharzt für Viszeralchirurgie Viszeralchirurgie und Gastroenterologie haben krankheitsbezogen viele Berührungspunkte. In der Diagnostik von Tumorerkrankungen, bei der Operation und in der Nachbehandlung ergeben sich für beide Bereiche relevante Parameter, die den Behandlungserfolg beeinflussen. Im KEH erfolgt die Versorgung aller Patienten mit potentiell viszeralchirurgischen Erkrankungen nur noch auf der Station CH 1. Die enge Zusammenarbeit mit der Abteilung für Gastroenterologie ist bereits gegeben, sie wird erweitert durch die Einbindung der Psychosomatik, z.B. zur psychoonkologischen Betreuung von Tumorpatienten. Zu den interdisziplinären Tumorkonferenzen werden zukünftig auch Strahlentherapeuten und Pathologen hinzugezogen. Im Rahmen der Einrichtung eines zertifizierten Organzentrums (nach Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie) ist eine Anbindung an das Charite Comprehensive Cancer Center geplant.

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| Chirurgie |
Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie Oberarzt Dr. Wolfgang Vogler Facharzt für Unfallchirurgie und Orthopädie Um den Patienten optimale Behandlungsoptionen zu bieten und der medizinischen Spezialisierung für die Ausbildung zum »Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie« zu entsprechen, wurden die chirurgischen Stationen organisatorisch neu ausgerichtet. Operiert wird in der Traumatologie mit modernsten Methoden; vor allem die Arthroskopie aller Gelenke wird seit vielen Jahren erfolgreich angewandt. Eingriffe und damit die Operationswunden werden so klein wie möglich gehalten. Vor allem die Arthroskopie der Hüftgelenke hilft, Prothesen zu verzögern oder sogar zu verhindern. Sowohl mit den operativen Nachbarabteilungen (Gefäßchirurgie, Viszeralchirurgie, Urologie) als auch mit den Abteilungen der Inneren Medizin und der Psychia­ trie bestehen enge fachliche Kooperationen – ebenso wie mit den Praxen niedergelassener Kollegen. In der kommenden Zeit sollen die organisatorischen Abläufe optimiert und zu festen Standards entwickelt werden. Mit der Fertigstellung des vierten OP-Saales wird auch die Zunahme der Fallzahlen bewältigt werden.

ber hinaus soll die Zusammenarbeit mit den Hoffnungstaler Anstalten in Lobetal vertieft werden. Das chirurgische Behandlungszentrum bietet für diesen Patientenkreis eine optimale Versorgung und spezielle Behandlung. Der Träger des Krankenhauses, die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, sind im Interesse der Patienten mit geistiger Behinderungen sehr daran interessiert, deren Behandlungsmöglichkeiten weiter zu optimieren. Allerdings ist das KEH an die Abrechung über DRG`s gebunden, die diese komplexen Behandlungen nicht ausreichend abbilden. Seit Eröffnung dieses Zentrums wurden 54 Patienten behandelt. Die Kapazitäten können weiter gesteigert werden. Hohe Qualität und optimierte Prozesse Der Wettbewerbsdruck zwischen den Krankenhäusern in Berlin ist groß. Wir müssen uns den Herausforderungen und Veränderungen stellen. Eine Konstante der vergangenen Jahre ist die Abnahme der Bettenkapazität bei gleichzeitiger Erhöhung der Fallzahlen und kürzeren Liegezeiten. Schon in den 1990er Jahren wurde versucht, mit Fallpauschalen und Sonderentgelten diese Entwicklung wirtschaftlich darzustellen. Früher musste ein Patient bei einer Gallenblasenoperation mit ein bis zwei Wochen Aufenthalt im Krankenhaus rechnen, heute ist er nach einem minimal-invasiven Eingriff innerhalb von drei Tagen wieder zu Hause. Wir reagieren auf diese Veränderungen auf 	 zweifache Weise: Zum Einen sorgt der Einsatz modernster Operationsmethoden auf der Grundlage bestehender Qualitätsstandards dafür, dass der Patient die optimale Behandlung erhält, zum Anderen ist es wichtig, dass sich der Patient mit seinen Unsicherheiten und Ängsten vor und nach einer Operation gut aufgehoben fühlt. Deshalb wird die intensive Betreuung vor und nach einem operativen Eingriff sehr ernst genommen. Dies geschieht z. B. durch eine Straffung der prästationären Phase, so dass der Patient erst am Morgen der Operation in die Klinik kommen muss. Mit der neuen Zentralen Aufnahme und Diagnostik (ZAD) konnten die Vorbereitungen für den stationären Aufenthalt in den ambulanten Bereich ver-

lagert werden. Viele organisatorische Abläufe sind von der Einweisung bis zur Entlassung bereits standardisiert. Auch das Sprechstundenangebot konnte erweitert werden, so dass jetzt an jedem Werktag eine Sprechstunde der chirurgischen Abteilung stattfindet. Mit Hilfe des im Herbst 2010 fertig gestellten vierten Operationssaales wird uns die dringend benötigte erweiterte Operationskapazität zu Verfügung stehen. Darüber hinaus sorgen wir für eine praxisnahe und qualitativ hochwertige Ausbildung der nächsten Chirurgengeneration. Als Akademisches Lehrkrankenhaus absolvieren die Studenten im letzten Ausbildungsjahr ihr praktisches Jahr in unserer Abteilung. Anschließend kann nach einer zweijährigen chirurgischen Grundausbildung eine weitere Spezialisierung für die Facharztanerkennung in der Unfallchirurgie und Viszeralchirurgie durchlaufen werden.  Dr. Georg Decker
Chefarzt der Chirurgie am KEH

Chefarzt Dr. Georg Decker und Dr. Winfried Höhn

Chirurgie für Menschen mit geistiger Behinderung Das KEH hat sein Leistungsspektrum um ein Chirurgisches Behandlungszentrum für 	 Menschen mit Behinderung erweitert und geht damit gezielt auf die speziellen Bedürfnisse der betroffenen Patientengruppe ein. Der gesonderte Behandlungsbedarf von Menschen mit geistiger Behinderung (psychotherapeutische Behandlung, spezielle 	 Medikation u.a.) machte diesen Schritt notwendig und sinnvoll. Alle ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Mitarbeiter der chirurgischen Abteilung wurden für ihre Aufgaben in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik speziell geschult. Nach einem ausführlichen Basis-Assessment wird mit dem Patienten ein individuell angepasstes therapeutisches Angebot vereinbart. Dabei erfolgt die operative Betreuung einem vierstufigen Behandlungsplan, der speziell für diesen Patientenkreis ausgearbeitet wurde. Im Behandlungszentrum finden ausschließlich geplante operative Eingriffe statt.

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| Gefäßchirurgie |

Wenn Gehirnfunktionen bedroht sind
Eingriffe in der Gefäßchirurgie des KEH beugen Schlaganfall vor efäßerkrankungen gehören zu den häufig unterschätzten, dabei doch gefährlichen Zivilisationskrankheiten, denn sie können zu lebensbedrohliche Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Die Abteilung Gefäßchirurgie des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH) ist – im Zusammenwirken mit den anderen Fachbereichen des Gefäßzentrums Berlin – darauf spezialisiert, Gefäßkrankheiten frühzeitig zu erkennen und effektiv zu behandeln. Einer der Schwerpunkte sind Operationen zur Wiederherstellung der Hirndurchblutung, die nötig werden, wenn Einengungen bzw. Verschlüsse der das Hirn versorgenden Arterien nicht durch Aufdehnung oder den Einsatz von Gefäßstützen (Stents) behoben werden können. Komplexe Operationsverfahren Am häufigsten finden sich Durchblutungsstörungen in der vorderen Hirnschlagader (A. carotis interna) am Hals. Die Verschiedenheit der möglichen krankhaften Veränderungen, z. B. durch Verkalkung (Arteriosklerose), durch Knick- und Schleifenbildungen, Aussackungen (Aneurysmen) oder Einrisse (Dissektionen) und die Unterschiedlichkeit der Blutgefäße erfordern die Auswahl spezieller Operationsmethoden. Entsprechend dem individuellen Befund stehen zwölf verschiedene Operationsverfahren zur Auswahl. Allen Operationsverfahren gemeinsam ist die Beseitigung der Einengung und die Vorbeugung vor erneuten Veränderungen durch Optimierung der Gefäßform. In der Mehrzahl der Fälle wird die Einengung durch Ausschälen des arteriosklerotischen Materials beseitigt. Dabei kann es erforderlich sein, die Arterie zu kürzen oder teilweise durch Gefäßersatzmaterial zu ersetzen (eigene Vene vom Unterschenkel oder künstliches Gefäß) und anderes mehr. In anderen Fällen ist ein Bypass zu legen, der die Verschlussstelle umgeht. Der Verschluss der Arterie erfolgt durch eine direkte Naht bzw. bei engen Arterien durch Einnähen eines Flickens aus Gefäßersatzmaterial (Patch). In speziellen Fällen ist auch die Wiedereröffnung einer langzeitig verschlossenen vorderen Hirnschlagader möglich. Da die Armschlagader die hintere Hirnschlagader speist, kann ein Verschluss nahe der Hauptschlagader (Aorta) ebenfalls zu einer Minderdurchblutung des Gehirns führen.

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Chefarzt PD Dr. Dr. med. Hans Scholz

Schematische Darstellung häufiger krankhafter Veränderungen der vorderen Hirnschlagader: a)  inengung durch 	 E Verkalkung b) Knickbildung c) Schlingenbildung d) Aussackung e) Einriss

Sorgfalt und Erfahrung Häufig liegen gleichzeitig Veränderungen mehrerer Schlagadern vor. Andere Probleme ergeben sich bei besonders engen Gefäßen oder komplizierter tiefer Lage. Mehrfache Gefäßveränderungen, die gleichzeitig versorgt werden müssen, erfordern in einigen Fällen auch die Eröffnung des Brustkorbes, ähnlich einer Herzoperation. Vor allem aber darf die Blutversorgung des Gehirns während der Operation niemals unterbrochen werden. Die Unterschiedlichkeit der beschriebenen Operationsmethoden verlangt höchste Sorgfalt und viel Erfahrung. Da schon kleinste Ungenauigkeiten an der operierten Arterie zu schwerwiegenden Hirnausfällen führen können, werden diese Operationen nur von erfahrenen Fachärzten ausgeführt. Behandlungsschwerpunkte der Gefäßchirurgie im KEH sind zum einen die Venenchirurgie, bei der u.a. Menschen mit Krampfadern geholfen wird. Die Arterienchirurgie betreut Patienten mit Verschlusskrankheiten und Arteriosklerose (Verkalkungen). Die Abteilung verfügt über ein breites Spektrum von Diagnose- und Therapiemöglichkeiten, die dem individuellen Krankheitsbild angepasst werden. Durch die Chirurgie der Dialysezugänge werden Verbindungen zwischen Arterien und Venen erstellt, die für die Dialyse erforderlich sind. In der Notfallchirurgie finden Patienten mit Gefäßerkrankungen, die sofort behandelt werden müssen, umfassende Hilfe. Um den Patienten die beste Behandlung für ihre Erkrankung zu bieten, engagieren sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Forschung und bei der Weiterentwicklung von Therapiemethoden.
PD Dr. Dr. med. Hans Scholz Chefarzt der Abteilung Gefäßchirurgie

Juli 2010 | KEH-Report Seite 11

| Strukturveränderungen |

Beste Bedingungen für die Tageskliniken

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eit dem vergangenen Jahr war Haus 23 komplett umgebaut worden. Neben umfangreichen Baumaßnahmen wurden auch Innengestaltung, Farbgebung, Auswahl der Beleuchtung u.a.m. nach einem einheitlichen Konzept gestaltet, das von einem Innenarchitekten in Abstimmung mit den Nutzern und unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes erarbeitet worden war. Am 9. März 2010 wurde Haus 23 durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) und die Amtsärztin des Bezirks Lichtenberg zur Nutzung freigegeben. Neben dem Sprechzimmer von Professor Dr. Peter Althaus (Urologie) befinden sich hier die Räumlichkeiten der Schmerztherapie mit ihrer erweiterten tagesklinischen Betreuung unter Leitung von Dr. Andreas Pfeif-

fer und der neuen Psychosomatisch-psychiatrischen Tagesklinik unter Leitung von Dr. Ronald Burian, die im Februar ihre Arbeit aufgenommen hatte. Beide tagesklinischen Bereiche arbeiten eng zusammen, so dass im Rahmen eines Liaison-Projekts Patienten mit Krankheitsbildern, die sowohl den neurologischen als auch den psychiatrischen Bereich tangieren, optimal versorgt werden können. Die Tageskliniken werden im September feierlich ihre offizielle Eröffnung begehen.

Das neue Zentrum für Allgemeinpsychiatrie und Sucht
n der psychiatrischen Abteilung unseres Hauses werden in diesem Jahr in den Bereichen Allgemeinpsychiatrie und Sucht tief greifende Veränderungen stattfinden, die den voll- und teilstationären Bereich betreffen. Denn im Bereich der allgemeinpsychiatrischen und der suchtmedizinischen Versorgung haben sich in den letzten Jahren deutliche Verschiebungen der Patientenbedürfnisse und damit einhergehend neue Problematiken ergeben. Beispielsweise erfordert das gleichzeitige Vorhandenseins mehrerer psychiatrischer Störungen neue therapeutische Wege. Zudem haben sich ver­­ besserte Therapieformen entwickelt, die den jeweiligen Patientengruppen besser gerecht werden. Diese Entwicklungen, aber auch Veränderungen im soziodemographischen und politischen Sektor erfordern eine ständige Weiterentwicklung. Unsere Abteilung stellt sich diesen Herausforderungen im voll- und teilstationären, sowie im ambulanten Bereich. Dabei bleibt der bewährte störungsspezifische Ansatz teilweise erhalten und wird um einen funktionsbasierten Ansatz erweitert. Damit wird nicht nur die Art der psychischen Erkrankung, sondern auch

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Konzentrierte Arbeit in den vorbereitenden Workshops

die daraus resultierende Beeinträchtigung der Patienten besser berücksichtigt. Zentrales Element dabei ist die gemeinsame Zielfindung mit den Patienten. Für die Umstrukturierung wurden multiprofessionelle Arbeitsgruppen mit Mitarbeitern aller Berufsgruppen gebildet. Neben der Erstellung von neuen Therapieplänen und einem neuen Dokumentationssystem war die Entwicklung eines Personalkonzepts eine besondere Herausforderung. In enger Zusammenarbeit mit der Mitarbeitervertretung wurden dabei die Wünsche und Qualifikationen des Personals für den zukünftigen Einsatzort berücksichtigt mit dem Ziel, neben einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit auch einen Wissenstransfer zwischen den Stationen zu erreichen (Ohrakupunktur, Score-gestützter Alkoholentzug). Gleichzeitig konnte die bereits geplante Umstrukturierung im Pflegebereich für die veränderte Teamzusammenstellung genutzt werden. Die Behandlungsteams werden im September 2010 neu formiert sein und ab Oktober nach dem neuen Behandlungskonzept arbeiten. In den Arbeitsgruppen wurde vereinbart, in einer Testphase von einem Jahr die Neustrukturierung zu prüfen.
Dr. Christoph Schade Oberarzt

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| Pflege |

Entwicklung zukunftsfähiger 	 Leitungsstrukturen im Pflegedienst
Mit der Auswahl von fünf Pflegabteilungsleitungen wurde der Grundstein 	 für weitere Entwicklungen im Pflegedienst des KEH gelegt. ereits im Januar 2010 hatte sich eine Projektgruppe gegründet, um den Projektauftrag der Krankenhausbetriebsleitung (KHBL) zur Umstrukturierung der Leitungsstruktur im Pflegedienst auf den Weg zu bringen. Die Projektleitung oblag der Personalleiterin Frau Franke und dem Pflegedirektor Uwe Kropp. Projektgruppenmitglieder waren Frau Nöll, stellvertretende Pflegedirektorin, Frau Schüttler und Herr Thierbach, beide ebenfalls Vertreter der Personalabteilung, sowie Herr Mohaupt und Frau Paul, Vorsitzender und stellvertretende Vorsitzende der Mitarbeitervertretung. Oberstes Ziel sollte die Übertragung weiterer Leitungsverantwortung in die Abteilung zur Optimierung der Prozesse sein. Damit weiter verbundene Ziele sind: •	 Überwindung von Stationsgrenzen, um die Zusammenarbeit zu fördern •	 Unterstützung der interdisziplinären Belegungsplanung •	 Optimierung und – wo notwendig – Implementierung von einheitlichen Instrumenten zur pflegerischen Qualitätssicherung •	 Stärkung interdisziplinärer Strukturen, um die laufen­ den Prozesse zu unterstützen (ZAD, Diabetologie, Kooperationen Psychiatrie/Somatik) •	 Austausch der pflegerischen Kompetenz •	 verbesserte Personalsteuerung •	 Teilbudgetverantwortung innerhalb der Abteilung •	 effektivere Kommunikationsstruktur •	 Ansprechpartner auf Chefarztebene vor Ort •	 kleinere Leitungsrunde. Die Abteilungsleitungen Pflege übernehmen für den ihnen zugeordneten Bereich die Organisation des Pflegedienstes und somit auch die Aufgaben der Mitarbeiterführung, Personalentwicklung und Weiterentwicklung des Bereiches Pflege/Betreuung/Erziehung. Um

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diese Ziele zu erreichen war und ist eine Umstrukturierung und die Schaffung einer Leitungsebene vor Ort notwendig, die den zukünftigen Stelleninhaber/-innen Möglichkeiten und Kompetenzen in die Hand gibt, entsprechend zu wirken. Unter Mitwirkung der Chefärzte/-innen wurden in einem Bewerbungsverfahren fünf Abteilungsleitungen Pflege gewählt, die zum 1. September 2010 stationsund bereichsübergreifend ihre Arbeit aufnehmen werden. Die Zentrale Aufnahme und Diagnostik (ZAD) – Ambulanzbereich und Notaufnahme unter der pflegerischen Gesamtleitung von Frau Claudia Rolke – war bereits mit Blick auf die neuen Leitungsstrukturen besetzt worden. Der Bereich OP/Anästhesie unter der pflegerischen Gesamtleitung von Herrn Frank Volkmann bleibt ebenso eine eigenständige Einheit. Die Einheit ITS/IMC wird unter Fortsetzung der konzeptionellen Entwicklung von Frau Ina Hawlitschek geleitet. Während die Bereiche, ITS/IMC sowie OP/Anästhesie noch stellvertretende Leitungen haben, werden die Abteilungsleitungen sich untereinander vertreten. Ein weiterer Schritt, um den Blick von einer Abteilung auf mehrere Bereiche zu lenken. Auf der Stationsebene werden Stationsleitungen (gewählter Begriff: Gruppenleitungen) ihre Aufgaben wahrnehmen. Die Stellen wurden ausgeschrieben und das Bewerbungsverfahren läuft. Die Besetzung soll zum 30. September 2010 abgeschlossen sein. Die Stellvertreterposition auf Stations- bzw. Funktionsbereichsebene entfällt zukünftig. Zusammen mit den vielen engagierten und fachlich gut ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen, die zum Teil auch noch zusätzliche Aufgaben wie Praxisanleiter/in, Qualitäts-, Geräte- und Hygienebeauftragte auf den Stationen übernommen haben, und den der Pflegedirektion zugeordneten Bereichen wie Hygiene, Ernährungsberatung und der Mediatorin, steht für die zukünftigen Aufgaben der Pflege im KEH ein starker Pflegedienst am Start.
Uwe Kropp Pflegedirektor

Die neuen Abteilungs­ leiter/innen Pflege

Silvana Bärecke Innere Abteilung mit den Stationen IN1, IN2, IN4 sowie den Bereichen Dialyse, Endoskopie und Angiografie

Marion Stanat Operative Abteilung mit den Stationen CH1, CH2, CHG, URO

Christiane Hüttel Epileptologie/Neurologie mit den Stationen EPI1, EPI 2, EPI3, NE1, NE2 und der EPI Ambulanz

Monika Steffen Psychiatrie I mit den Stationen P5, P6, P7, P8 sowie der Spezialambulanz, PIA Geronto, TK Psychosomatik und 	 TK Schmerz

Torsten Pommerenke Psychiatrie II mit den Stationen P1, P2, P9, P10, den Tageskliniken Herzbergstraße und Boxhagener Straße sowie mit den Stationen KJP1 und KJP 2

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| Pflege |

Mehr Service 	 auf den Stationen

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rbeitsverdichtung und die immer komplexer werdenden Versorgungs- und Behandlungsprozesse im Pflegedienst, versicherungsrelevante Einschränkun­ gen im Reinigungsdienst bezüglich des Patienteneigentums und steigende Erwartungen der Patienten an den Service nötigen zu neuen Wegen in der Pflegeversorgung. Ab Januar 2010 hatte die KEH Servicegesellschaft, das gemeinsame Dienstleistungsunternehmen von KEH und Gegenbauer Health Care Service GmbH, die Gebäudereinigung und den Sicherheitsdienst für das Krankenhaus übernommen. Im Frühjahr hat sich die Geschäftsführung entschlossen, weitere Aufgaben an die KEH Servicegesellschaft zu übertragen: Tätigkeiten, die inhaltlich den Bereichen Pflegedienst, Catering und Rei­­ ni­­ gung zuzuordnen sind, die den Service für die Patienten verbessern und die Pflegekräfte entlasten sollen. Für den Bereich des Pflegedienstes handelt es sich um Aufgaben, die keine Pflegeausbildung, sondern eher hauswirtschaftliche Kompetenzen benötigen, wie die Bereitstellung von Mahlzeiten und frischen Getränken, kleine Reinigungsarbeiten und andere. Im Bereich Reinigung sind es Dienstleistungen im Nahbereich des Patienten wie die Säuberung des Nachtschranks, der Konsole im Nassbereich, das Entfernen von Spontanverschmutzungen und Reinigungsarbeiten, die vom Pflegepersonal an den Wochenenden übernommen werden mussten, sowie die Sicherung der allgemeinen Sauberkeit und Ordnung in den stationseigenen Aufenthaltsbereichen. Bei der Speisenversorgung gehören die Darreichung der Mahlzeiten und das Abräumen der Tabletts, die Besorgung der Teeküche und die Zubereitung von Heißgetränken zu den Aufgabenfeldern. Die Aufnahme von Speisewünschen wird hinzutreten, sobald die technischen Voraussetzungen geschaffen sind. Neu hinzugekommen sind Serviceelemente, die vom Abholen der Patienten aus dem Aufnahmebereich, dem Empfang auf der Station und der Entlassungsbegleitung bis hin zu kleinen Besorgungen auf dem Krankenhausgelände und sonstiger Unterstützung reichen. Die Arbeitsbereiche sind bewusst gemischt worden, um den Servicegedanken zu erweitern und den Patienten bei allen nicht pflegerelevanten Angelegenheiten einen Ansprechpartner an die Seite zu stellen. Ihr Tätigkeitsprofil ist weit umfangreicher als das der früheren »Stationshilfen«. Diese Optimierung der Unterstützungsprozesse wurde gemeinsam von Pflegebereich und Verwaltung des KEH sowie mit Thrun Catering und der KEH Servicegesellschaft vorbereitet. Die potentiellen neuen

Während der Schicht­ übergabe am Nachmittag war noch Zeit für ein Gruppenbild

Mitarbeiter wurden über die Bundesagentur für Arbeit gewonnen und beim Bildungsträger Deutsche Angestellten-Akademie GmbH geschult. In diesem Lehrgang erhielten 14 Teilnehmer einen Monat lang theoretische Schulungen, dann folgten praktische Übungen: Hygiene, Abläufe in der Küche und auf den Stationen u.v.m. In Haus 2 wurden sogar Übungsräume eingerichtet, um die Tätigkeitsfelder unter Praxisbedingungen kennen zu lernen. Am 8. Juni haben alle 14 Probanden ihre Zertifikate erhalten; acht von ihnen sind inzwischen mit einem Probevertrag bis zum 30. September in Haus 5 im Einsatz, um festzustellen, ob mit ihrer Tätigkeit der gewünschte Effekt erreicht wird. Die Geschäftsführung ist derzeit in Lutz Nesemann gefällt sei- Verhandlung mit der Mitarbeitervertretung (MAV), um ne Arbeit als Service-Mitar- eine tragfähige Vereinbarung für die Servicemitarbeibeiter auf der chirurgischen ter zu erzielen. Das Pflegepersonal der Stationen, auf denen die neuen Mitarbeiter eingesetzt sind, reagiert Station CH 1. »Die Schwes­ jedenfalls sehr positiv. Sie sind eine wichtige Hilfe und tern sind freundlich«, sagt entlasten die examinierten Kräfte bei ihrer Pflegetätiger »und das Klima auf der keit. Station ist gut.« Nach der Die Arbeitszeiten der neuen Mitarbeiter orientiedreimonatigen Probezeit ren sich an den Ausgabezeiten der Mahlzeiten, die den hofft er auf eine Festanzeitlichen Anwesenheitsrahmen darstellen. Der Beginn stellung. ist stationsspezifisch und den Abläufen angepasst. Die Servicekräfte arbeiten fünfeinhalb Stunden täglich. Wichtig ist ihr Einsatz v. a. im somatischen Bereich. Die Dienstpläne sind so aufgestellt, dass montags bis sonntags in der Zeit von 7 – 13 Uhr je ein Servicemitarbeiter pro Station vor Ort ist, nachmittags in der Zeit von 14 – 20 Uhr (ein Mitarbeiter pro Hausebene). Parallel dazu wird in enger Abstimmung mit Sta­ tionsleitungen ermittelt, ob der Leistungskatalog ausreicht und effektiv ist bzw. ob die Zeit ausreicht, die in der Planung des Einsatzes dafür angesetzt worden ist. Wenn das Modell erfolgreich ist, ergäbe sich ein Gesamtbedarf von fast 50 Mitarbeitern, denen damit neue Perspektiven eröffnet werden können.
Hartmut Martwig, Leiter Versorgungswirtschaft Uwe Kropp, Pflegedirektor

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| Personalia |

Wir begrüßen als neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im KEH
■	 Seit April 2010 Karl-Julius Büchner Assistenzarzt, Innere Klinik Ina Döring Assistenzärztin, Station NE 2 Dr. Jens Ebner Oberarzt, Chirurgie Dr. Tommaso Fadini Assistenzarzt, Epileptologie Timo Kärger Ergotherapeut, Beschäftigungstherapie Daniela Koch Med. Schreibkraft/ Assistentin, Schmerzambulanz Anna-Maria Koutras Assistenzärztin, Station NE 2 Tobias Kszykus Pflegehelfer, Station CH 2 Kathrin Mosolf Codierassistentin, Casemanagement Dr. Peggy Rösner Assistenzärztin, Psychiatrie/Psycho­ therapie Hendrik Schacht Pflegehelfer, Station P 8 Kathrin Trypke Codierassistentin, Casemanagement Sabine Zepperitz Dipl. Pädagogin, Clearingstelle ■	 Seit Mai 2010 Jörg Adam MA Informationstechnik EDV Systempflege/ Betreuung Aysel Arslan OTA Chirurgie OP Mark Freihof Pflegehelfer, Station IN 4 Wilhelm Frenck Assistenzarzt, Epileptologie Yvonne Gerhardt Krankenschwester, Dialyse-Station Dr. Christoph Gosepath Facharzt, Psychiatrie/Psycho­ therapie Dr. Ruta Haußig Fachärztin, Psychiatrie/Psycho­ therapie Steve Kirchhof Pflegehelfer, Station P 8 Cordula Queiser Krankenschwester ITS 1 Claudia Rolke Leitende Kranken­ schwester, Zentrale Aufnahme  und Diagnostik Dr. Nadja Rösler Ärztin, Projekt TAN.go Dr. Thomas Schilter Facharzt, Schmerzambulanz Michaela Stuhlsatz Codierassistentin, Casemanagement Dr. Anna Trenkwitz Assistenzärztin, Psychiatrie/Psycho­ therapie Dr. Henriette Weible Assistenzärztin, Psychiatrie/Psycho­ therapie Marc Weißenhagen Assistenzarzt, Chirurgie ■	 Seit Juni 2010 Jacqueline Bäricke OP-Helferin, Chirurgie/OP Robin Benad Mitarbeiter Interner Kranken­ transport Christoph Brandt Mitarbeiter, Einkauf und Lager  Medicalprodukte Benjamin Hackbarth Pflegehelfer, Station P 2 Claudia Kalff Gesundheits- und Krankenpflegerin, Station KP 1 Moritz Paulick Heilerziehungspfleger, Station EP 2 Jan Pilz Mitarbeiter, Interner Kranken­ transport Benny Schick Pflegehelfer, Station P 10 Barbara Schmitt Ärztin, TK Schmerz ■	 Ab Juli 2010 Annegret Dreher Assistenzärztin, Psychiatrie/Psycho­ therapie Oliver Galak Gesundheits- und Krankenpfleger, Station KP 1

Neue Aufgaben für Dr. Norden
Dr. Rainer Norden wird Vorstandsmitglied der 	 v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel
Gruppenfoto nach der Wahl: Dr. Rainer Norden (Mitte) gemeinsam mit (v.l.n.r) dem Betheler Vorstandsvorsitzenden Pastor Ulrich Pohl, der Verwaltungsratsvorsitzenden Dr. Ingeborg von Schubert, Pastor Dr. Johannes Feldmann und dem Bethel-Finanzvorstand Hans-Friedrich Hofacker.

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ereits am 19. März 2010 wählte der Verwaltungsrat der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefeld den Vorsitzenden Geschäftsführer des KEH, Dr. Rainer Norden, zum Nachfolger des gegenwärtigen Finanzvorstands, Hans-Friedrich Hofacker, der Ende November in den Ruhestand gehen wird. Zum 1. Dezember 2010 wird Dr. Norden seine Aufgaben im fünfköpfigen Bethel-Vorstand in vollem Umfang übernehmen und für die Schwerpunkte Betriebswirtschaft und Finanzen zuständig sein. Bis dahin nimmt er seine bisherigen Aufgaben in Berlin und Brandenburg verantwortlich in vollem Umfang wahr: neben der Verantwortung für das Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, für die Hoffnungstaler Anstalten Lobetal und für den Gemeindepsychiatrischer Verbund und Altenhilfe GmbH (GPVA). Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler und gebürtige Duisburger Rainer Norden war als Betriebswirt in einer großen Reederei tätig, bevor er 1996 in die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel wechselte und dort in unterschiedlichen leitenden Funktionen tätig war. Um seine Vorstandsaufgaben in entsprechender Weise wahrnehmen zu können, wechselt er zum Bethel-Hauptsitz nach Bielefeld. In absehbarer Zeit wird eine Regelung für seine Nachfolge getroffen.

Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
 (Galater 6,2 – Leitspruch zur Wichern-Plakette)

Das KEH haben/werden verlassen
■	 Im April 2010 Sylvana Brock Heilerziehungspflegerin, Station P 8 Ines Gögelein-Mahfouz Assistenzärztin Psychiatrie/Psycho­ therapie Robert Grill Arzt, Chirurgie Dr. Thomas Grundmann Facharzt, Notfallambulanz/ Notaufnahme Janett Jesche Krankenschwester, Dialyse-Station Dr. Christine Prager Assistenzärztin, Epileptologie Martina Scheibe Krankenschwester, Station KP 1 Siegrid WeiseBitterwolf Krankenschwester, Station P 9 ■	 Im Mai 2010 Gabriela Gremler Dokumentations­ assistentin, Station EP 3 Dr. Tatjana Voß Oberärztin, Psychiatrie/Psycho­ therapie ■	 Im Juni 2010 Philipp Bartels	 Assistenzarzt, Neurologie Bärbel Buchelt Kunsttherapeutin, Station KP 1 Karsten Peh Mitarbeiter, QM u. Internes  Projektmanagement Hendrik Schacht Pflegehelfer, Station P 8 Andre Vedder MA Versorgungs­ wirtschaft, Interner Kranken­ transport

Dankbar und mit Trauer nehmen wir Abschied von Frau Professor Dr. med. Ruth Mattheis
(29. November 1919 – 6. Juni 2010)

Frau Mattheis war Fachärztin für Kinderheilkunde. Neben einer umfangreichen wissenschaftlichen Tätigkeit wirkte sie viele Jahre in der Senatsverwaltung für Gesundheit als Abteilungsleiterin für Krankenhäuser und ambulante Dienste. Nach Beendigung ihrer beruflichen Tätigkeit nahm sie Aufgaben in verschiedenen Ehrenämtern wahr. Im KEH wirkte sie mehrere Jahre als Patientenfürsprecherin im psychiatrischen Bereich unseres Hauses, darüber hinaus hielt sie verschiedene Vorträge zu medizinisch-ethischen Fragestellungen. Ihre Verdienste wurden mit Ehrungen gewürdigt, so mit dem Bundesverdienstkreuz und der Johann-HinrichWichern-Plakette der Diakonie. Hohe Qualifikation und leidenschaftlicher Einsatz für die ihr anvertrauten Menschen zeichneten sowohl ihre berufliche Tätigkeit als auch ihr ehrenamtliches Engagement aus. Wir sind dankbar für ihre Arbeit, die auch unserm Haus zugute kam. 	 	 	 	 	
Berlin-Lichtenberg, 8. Juni 2010

Dr. Rainer Norden, Vorsitzender Geschäftsführer	 Dr. Johannes Feldmann, Theologischer Geschäftsführer Michael Mielke, Kaufmännischer Direktor, für die Krankenhaus-Betriebsleitung Pfarrer Winfried Böttler, Theologe in der KHBL

Die Beisetzung fand am 18. Juni 2010 um 12.00 Uhr in der Dorfkirche Alt-Tempelhof, Reinhardtplatz, statt.

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| Lange Nacht der Bilder |

Reiches Angebot für 	 Kunstinteressierte
3. Lichtenberger Lange Nacht der Bilder 	 im Museum Kesselhaus und im KEH

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erliner Kunst-, Kultur- und Wissenschaftsinteressierte haben bereits seit Jahren Gelegenheit, in den »Langen Nächten« der Hauptstadt auf ihre Kosten zu kommen. Für viele Berliner spielt sich das kulturelle Leben aber vor allem in den Bezirken ab. Daher hat der Kulturring in Berlin e. V. im Jahr 2008 zum ersten Mal eine »Lange Nacht der Bilder« in Lichtenberg und Hohenschönhausen ins Leben gerufen, die 2009 zum zweiten Mal mit Erfolg stattfand. Auch im dritten Jahr präsentierten am 5. Juni 2010 zwischen 15 und 1 Uhr ca. 400 Künstler an verschiedenen Veranstaltungsorten wie Galerien, Ateliers, Museen, Theatern und Kirchen, aber auch in Einkaufscentern und Autohäusern ihre Arbeiten – begleitet von Orgelkonzerten, Live-Musik, Lesungen sowie zahlreichen Partys. Auf sechs Haupttouren quer durch den Bezirk hatten die Besucher Gelegenheit, zeitversetzt verschiedene Attraktionen zu besuchen und mit Künstlern und Veranstaltern ins Gespräch zu kommen. Daneben gab es eine Kunst-Rätseltour für Kinder und Eltern durch den Park des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge, einen geführten Spaziergang zu Kunst im öffentlichen Raum durch Neu-Hohenschönhausen und eine Rundfahrt mit einer historischen Straßenbahn durch Karlshorst. Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr auch eine künstlerische Kirchen-Tour zur evangelischen Kirche in Wartenberg, der Alten Pfarrkirche am Loeperplatz, der Dorfkirche Friedrichsfelde am Tierpark, der katholischen Kirche St. Mauritius, der russisch-orthodoxen Gemeinde in der Hl.-Sergius-von-Radonezh-Kirche und der koptisch-orthodoxen Kirche am Roedeliusplatz 2 angeboten. Ebenfalls zum ersten Mal war in diesem Jahr das KEH mit von der Partie – und das nicht nur mit einem Angebot. Zeitgleich mit der Kunst-Rätseltour auf dem Gelände des KEH wurden um 15 Uhr in der Alten Kapelle im Haus 22 mit einer Orgelvesper zwei weitere Ausstellungen der »Langen Nacht der Bilder« auf dem Gelände des KEH eröffnet. Pfarrer Winfried Böttler, der die Eröffnung von Seiten des KEH vornahm, nannte das Krankenhaus einen »bildschönen Ort für die Veranstaltung«, an dem Park und Gebäudeensemble mit der im Innen- und Außenbereich ausgestellten Kunst harmonieren und zur körperlichen wie seelischen Genesung beitragen. Für die musi­ kalische Umrahmung sorgten der Kirchenmusiker und Dirigent Prof. Roland Bader an der Orgel, die Sopranistin Monika Leufgens und der Tenor Juri Dmytruk. In der Kapelle selbst waren Holz-Plastiken von Matthias Maßwig zu sehen. Im Festsaal konnten die Besucher Gemälde und Drucke der in Russland sehr populären Künstlerin Katja Medwedewa, Kleinplastiken

Pfarrer Winfried Böttler, eröffnete die Lange Nacht der Bilder im KEH

und Skulpturen des bulgarischen Künstlers Svetlozar Lissitchov unter dem Titel»Balance und Energie« sowie Skulpturen des bereits verstorbenen weißrussischen Bildhauers Stanislav Lartschenko unter dem Titel »Ariadnefaden« bewundern. (Die Finissage fand am 13. Juni 2010 im Rahmen des Sonntagsgottesdienstes statt.) Um 18 Uhr ging der Reigen der Kunstereignisse weiter im Museum Kesselhaus mit ebenfalls zwei Ausstellungen: unter dem Titel »Stumme Schreie« waren Bilder, Zeichnungen und Skulpturen von Antje Neppach zu sehen. Daneben präsentierte sich im technisch geprägten Ambiente des ehemaligen Kesselhauses der Berliner Künstler Wolfgang Ramisch mit Malerei und Plastik.

Ausstellungseröffnung in der Cafeteria Bereits am Mittwoch, dem 19. Mai 2010, zogen die ersten Vorboten der Langen Nacht ins KEH ein. In Zusammenarbeit mit Thrun Catering hatten die Veranstalter des Kulturring e. V. eine erste Ausstellung mit Gemälden und

Zeichnungen von Carola Freintrup und Andrei 	 Dziubak in den Neben­ flügeln der Cafeteria 	 (Haus 24) organisiert. Den musikalischen Rahmen zur Eröffnung boten Ina Samaina (Alt) und Viktor Warentin (Akkordeon). Zur Einführung sprachen Dr. Werner Baumgart vom Kul-

turring und Regina Winkler vom KEH. Daniel Postulka, Galerie Nikolai, trug die Laudatio für den abwesenden Maler Andrei Dziubak vor. Als Gäste konnten auch Gesundheitsstadtrat Michael Räßler-Wolff und die Bezirksverordnete Kerstin Zimmer begrüßt werden.

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| Aktuelles Baugeschehen | Veranstaltungen |

Aktuelles Baugeschehen Umbau Haus 105: OP 4, Aufwachraum, Personalschleuse Mit Abschluss der Baumaßnahme »Umbau und Erweiterung des Aufwachraumes« erfolgte die Ordnungsbehördliche Abnahme am 13. April 2010, und dieser Bereich wurde zur Nutzung freigegeben. Nach Beseitigung einiger Restmängel konnte Anfang Mai der Rückzug des zeitweilig im Haus 5 untergebrachten Bereiches beginnen. Der neu errichtete Aufwachraum umfasst jetzt fünf Bettenplätze, welche bei einer Erweiterung der OP-Kapazität dringend benötigt werden. Für Patienten mit einem erhöhten postoperativen Komplikationsrisiko steht nun bei Bedarf von Montag bis Freitag über die gesamte Nacht der Aufwachraum mit einer Kapazität von drei Betten zur Verfügung. Alle dafür erforderlichen Räume sind vorhanden. Mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II wurde ein längst erforderlicher neuer Umbetter installiert und in Betrieb genommen. Das körperlich schwere Umlagern von Patienten mittels Rollbord ist damit vorbei.

Trotz terminlicher Probleme sind beim Ausbau eines Bereiches im Erdgeschoss des Hauses 105 erhebliche bauliche Fortschritte zu verzeichnen. Das Stellen der OP-Modulwände ist fast abgeschlos­ en, die große s Lüftungsdecke wur­­ eingebaut und de die Vormontagen für die OP-Leuchte sowie Deckenversorgungseinheiten sind erfolgt. In den Nebenräumen des OP-Bereiches, welche später von den Urologen genutzt werden, arbeiten derzeit Fussbodenleger und Maler. Der komplizierte technische Ausbau ist teilweise abgeschlossen oder wird parallel zu den anderen Gewerken ausgeführt. Nach den mehrfach überarbeiteten Bauablaufplänen ist die Fertigstellung des

OP 4 nunmehr für Mitte Juli 2010 vorgesehen. Leider wurde dieser Termin mehrfach verschoben; die Gründe hierfür waren nicht immer nachzuvollziehen. Nach Fertigstellung und Betriebsbereitschaft des OP 4 sollen die Instandhaltungsarbeiten im OP 3 beginnen. Durch erhebliche zusätzliche Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II des Berliner Senats konnten für alle OP-Säle neue OP-Tischsysteme angeschafft werden. In den Sälen 1 und 2 sind diese bereits installiert, in den anderen Sälen erfolgt die Installation nach baulicher Fertigstellung. Planung der Restsanierung Nach nochmaliger Prüfung verschiedener Umbauvarianten mit dem Ziel der Kostenminimierung wurde von

der KHBL der inhaltliche Tausch der Häuser 2 und 4 festgelegt und die Umplanung beauftragt. Die Abteilung Epileptologie wird nunmehr im Haus 2 untergebracht, um durch den damit möglichen Bauablauf die Maßnahme wirtschaftlicher realisieren zu können. Im Haus 4 werden die Betten für mehrfach behinderte und geriatrische Patienten untergebracht. Die Abteilung Physiotherapie wird vom Haus 2 in Haus 4 ziehen und Räume im Erdgeschoss und Dachgeschoss nutzen können. Diese Änderungen sind mit dem Senat und der Amtsärztin abgesprochen und genehmigt. Falk Siebke Leiter Technik/Bau

Aktuelle Veranstaltungen Aktuelle Ausstellung 24. Juni 2010 – 10. August 2010 Museum Kesselhaus, Haus 29 Fotoausstellung über die Städtepartnerschaft des Bezirks Lichtenberg und des 5. Bezirk von Maputo (Mosambik) Orgelkonzert an der 	 historischen Turley-Orgel Dienstag, 3. August 2010 16 Uhr, Alte Kapelle, Haus 22 Es spielt Jeanette Schäfer. Tag des Landschaftsparks 	 Herzberge Mittwoch, 18. August 2010 12 bis 15 Uhr Im Rahmen des Wettbewerbes Deutschland – Land der Ideen. Ort wird noch bekannt gegeben.

Lange Nacht der Museen Samstag, 28. August 2010, 18 – 2.00 Uhr, Museum 	 Kesselhaus Führungen um 18/21/23 Uhr. Musik mit der Gruppe Piano Power Station. Festveranstaltung 10 Jahre Berliner Behandlungszentrum für Menschen mit geistiger Behinderung und 	 psychischer Erkrankung der 	 Abteilung Psychiatrie, Psycho-	 therapie und Psychosomatik Freitag. 3. September 2010 10 – 16 Uhr, Haus 22 Orgelkonzert an der 	 historischen Turley-Orgel Dienstag, 7. September 2010 16 Uhr, Alte Kapelle, Haus 22 Es spielt Joachim Thoms.

Offizielle Eröffnung der Psychosomatisch-	 psychiatrischen Tagesklinik Mittwoch, 8. September 2010, Beginn: 16 Uhr, Haus 22 Tag des offenen Denkmals Sonntag, 12. September 2010 10 – 17 Uhr, Museum Kesselhaus »Kultur in Bewegung« Führungen um 11/13/15 Uhr Vernissage zur Ausstellung »Schüler malen im Museum 	 Kesselhaus«, 16 Uhr Offizielle Eröffnung der neuen Räume der Schmerztherapeutischen Tagesklinik Mittwoch, 15. September 2010, Beginn: 16 Uhr, Haus 22, Haus 23
        
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