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Full text: KEH Report Issue 8.2008

??? | KEH-Report Seite 1

Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité

KEH REPORT
8 | Juni 2008

Psychotherapie in der psychiatrischen Versorgung
2. Teil VERNETZUNG Psychiatrische Institutsambulanz für Erwachsene | Berliner Bündnis gegen Depression | Seite 15 Gemeinsame Gesundheitsprojekte auf dem Vormarsch | Seite 23

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Liebe Leserinnen und Leser,

Wer sich im Sommer über die Sonne freut, trägt sie im Winter in seinem Herzen. Rainer Haak

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Inhalt Editorial Störungsspezifische Psychotherapie zeitnah ermöglichen Seelsorge im Klinik-Alltag Stationsambulante Gruppe für suchtmittelabhängige Frauen Auszeichnung für Arzneimittelsicherheit in der Psychiatrie 2 3

m H erbst 2 007 i st das er ste H eft z u dem Thema »Psychotherapie i n der p sychiatrischen Versorgung« als KEH-Report erschienen. D ie v ielen p ositiven R ückmeldungen haben uns darin bestätigt, mit dem vorliegenden Heft einen zweiten Teil zu veröffentlichen. Die Beiträge stellen dieses Mal schwerpunktmäßig die Vielfalt psychotherapeutischer Angebote des KEH und dessen Kooperationspartner vor. Dieser Einblick in den Alltag ruft noch einmal ins Bewusstsein, wie schnell und unerwartet jeder Mensch in eine Situation geraten kann, in der er auf psychotherapeutische Hilfe angewiesen ist. Die verschiedenen Beiträge zeigen aber auch, welch g roße Ch ancen ei ne qu alifizierte psychologische Begleitung für betroffenen Menschen bietet. U m d iese Mög lichkeiten sinnvoll nutzen zu können, benötigen wir ein breit aufgestelltes und v ielseitiges A ngebot a n Einrichtungen und Therapiemöglichkeiten. Die v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel leisten m it i hrem E ngagement ei nen B eitrag dazu, dass sowohl auf ambulanter als auch auf stationärer Basis ein solch umfangreiches Angebot i n d iakonischer Trägerschaft b esteht. A ls christliche Einrichtung sehen wir es als unseren besonderen Au ftrag a n, u ns den Men schen i n besonderen Krisensituationen zuzuwenden und ihnen mit unseren Möglichkeiten zu helfen. Ich freue mich sehr, dass Sie als Leserin und Leser Ihr Interesse an diesem Engagement und damit an den Menschen in Bethel bekunden. In deren Namen grüße ich Sie herzlich Ihr Ulrich Pohl

Psychische Störungen im Allgemeinkrankenhaus 4 6 7 8

Pastor Ulrich Pohl Vorsitzender des Vorstandes und Anstaltsleiter der v. Bo delschwinghschen Anstalten Bethel Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrates der Ev. Krankenhaus KEH gGmbH

Ambulanzen • Psychiatrische Institutsambulanz 9 für Erwachsene vorgestellt · Ambulante Ergotherapie 9 · ADHS 10 · Kognitiv-Psychoedukative Gruppentherapie 11 bei bipolarer affektiver Erkrankung · Spezialambulanz 12 • Gedächtnisambulanz 13 • Dr. Pfeiffer hilft Schmerzen zu »verlernen« 13 • Leben ohne Nikotin 14 Professioneller Rat für Angehörige Kooperationen • Berliner Bündnis gegen Depression • Berliner Krisendienst • Gemeinsame Wege von Ambulanz und Klinik in der Psychotherapie • Psychologische Psychotherapeuten in Ausbildung im KEH • KEH ist Kooperationspartner der Integrierten Versorgung • Die Trauma-Schwerpunkt-Station • Friedrich von Bodelschwingh-Klinik • Kunst als Therapie · Universität der Künste · Kunsthochschule Weißensee • Wenn übersetzte Sprache die Brücke zur Psyche wird • Entlassungsmanagement – eine Schnittstelle für Vernetzung Kunst im KEH Ärztehaus für psychische Gesundheit Clearingstelle ist gefragt Gemeinsame Gesundheitsprojekte auf dem Vormarsch Kontakt 14 15 15 16 17 17 18 18 19 20 20 21 21 22 23 24

Impressum Herausgeber: Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge gGmbH Redaktion: Irene Hassel, Ev. Krankenhaus KEH, Telefon 54 72 - 21 32, Bettina Schaarschmidt, Baumgardt Consultants Gestaltung/Produktion: Baumgardt Consultants, Gesellschaft für Marketing & Kommunikation bR Auflage: 5000 Exemplare Bildnachweis: R. Elbracht, G. Kreutner, Bethel; KEH, Titel: Christian Jung/fotolia V.i.S.d.P.: KEH, Dr. Rainer Norden

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Störungsspezifische Psychotherapie zeitnah ermöglichen
Eine Herausforderung für alle – Kliniken, Pr axen, Ambulanzen, Kooperationspartner, Gesundheitspolitiker

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ngesichts d er kurzen B ehandlungsdauer in unserer Abteilung, d ie of t n ur w e nige Wo chen beträgt, ist es eine wes ntliche e Aufgabe der Psychotherapie, zunächst eine Klärung vorhandener Problemlagen zu erarbeiten. Falls notwendig, sind die Patienten zur Aufnahme und Durchführung einer zum Teil mehrmonatigen oder auch mehrjährigen ambulanten Psychotherapie z u m otivieren. D ies k ann nur gelingen, wenn die Abteilung selber ambulante Weiterbehandlungsangebote bieten kann, wie es etwa in unserer Abteilung gehandhabt wird: Wir ar beiten in ten siv m it n iedergelassenen Ä rztlichen u nd Ps ychologischen Ps y chotherapeuten zusammen. Wir stehen mit ihnen in intensivem Telefon- und Mailkontakt. Für die Klärung noch offener Probleme und Perspektiven treffen wir uns einmal jährlich. Intensive Kooperationen bestehen darüber hinaus m it ps ychotherapeutischen I nstituten. Zum Einen hinsichtlich der ps ychotherapeutischen Behandlung von Patienten. Zum Anderen hinsichtlich der psychotherapeutischen Ausbildung von insbesondere ärztlichen Mitarbeitern der Abteilung. So kooperieren wir z. B. mit dem Institut f ür Verhaltenstherapie G mbH ( Brandenburg) ( IVT), dem I nstitut f ür Verhaltenstherapie B erlin ( IVB), der B erliner A kademie für Psychotherapie ( BAP), der A rbeitsgemeinschaft f ür W issenschaftliche Ps ychotherapie (AWP) sowie dem » Berliner Mo dell« ( Leiterin Frau Dr. B olk-Weischädel f ür t iefenpsychologische P sychotherapie). D arüber h inaus s ind wir als Ausbildungseinrichtung für Psychologische Psychotherapeuten (PPiA) im praktischen psychiatrischen Jahr sehr nachgefragt. Bei der Behandlung von traumatisierten Patienten, vorwiegend Frauen, f ühren w ir i n u nserer A bteilung, u. a. in einem geschützten Frauenbereich,

Prof. Dr. med. Albert Diefenbacher, Dipl.-Psych. Eva Weiß

stabilisierende Therapien durch, um die Patientinnen auf weiterführende spezifische Traumapsychotherapien vorzubereiten. Diese werden entweder in Kooperation mit niedergelassenen Balint-Gruppe Psychotherapeutinnen o der m it der T rauma(Methode nach Michael Unit der Brandenburg Klinik Bernau bei BerBalint, 1896 – 1 970, lin (ChA Dr. med. Tom-Alexander Konzak und Psychiater ungari scher Frau D ipl.-Psych. K . S chröder) d urchgeführt. Herkunft) ArbeitsgrupUnser p sychotherapeutisches K urzbehandpen von Ärztinnen und lungsangebot f ür Patienten mit BorderlinestöÄrzten unter Leitung rungen wird von uns in das Berliner Borderlineeines erfahrenen PsyNetzwerk ei ngebracht, i n dem w ir seit sei ner chotherapeuten, um über »Problempatienten« Gründung mitwirken. Für ab teilungsinterne P sychotherapieweiaus ihrer Praxis zu terbildungen, meistens zweitägige Intensivkursprechen. Das Ziel ist se für Mitarbeiter und Gäste, arbeiten wir zum eine verbesserte ArztBeispiel eng mit der A bteilung f ür Psychiatrie Patient-Beziehung. und Ps ychotherapie der U niversität F reiburg Die meisten Fachärzte zusammen (u. a. Weiterbildungen i n I nterperder Abteilung sind psysoneller Psychotherapie für Depressionen und chotherapeutisch ausDialektisch Behavioraler T herapie f ür Bordergebildet. Der Leitende line-Persönlichkeitsstörungen). Oberarzt, Dr. Elstner, Für a lle M itarbeiter i st ei ne regel mäßige ist anerkannter Balintexterne S upervision i hrer Teams s eit v ielen gruppenleiter. Es arbeiJahren geübte Praxis. ten fünf Psychologische Für die ärztlichen Mitarbeiter der eigenen Psychotherapeutinnen Abteilung, a ber auch f ür Ä rzte u nserer s omaund eine Neuropsychotischen A bteilung, w urde ei ne B alintgruppe login in der Abteilung. eingerichtet, die von einem externen Leiter im KEH geführt wird.
Prof. Dr. med. Albert Diefenbacher MBA Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie, Geriatrie Dipl.-Psych. Eva Weiß Ltd. Psychologische Psychotherapeutin Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

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Psychiatrisch-psychotherapeutischer Konsil- und Liaisondienst im KEH Psychische Störungen im Allgemeinkrankenhaus

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m Allgemeinkrankenhaus weisen ca. zehn Prozent aller Patienten neben körperlichen, also »somatischen«, auch behandlungsbedürftige psychische Erkrankungen auf. Hierbei handelt es s ich m eist u m S törungen w ie D epression, Suchterkrankungen, d ementielle S yndrome und D elirien, d ie h äufig b ei ä lteren P atienten vorkommen. Der Bedarf an psychiatrischer und psychotherapeutischer M itbehandlung i st a lso hoch. I m K EH w ie i n den m eisten K rankenhäusern wird dies durch einen »Konsiliar- und Liaisondienst« ge währleistet (siehe Sp alte). J e nach personeller Ausstattung können s olchen Konsiliardiensten so wohl Ä rzte, Ps ychologen, Suchtberater oder auch Sozialarbeiter und Pflegekräfte angehören. Psychosomatik Der Begriff »Psychosomatik« setzt sich aus den Worten »Psyche» (Seele, Atem) und Soma (Körper, Leib) zusammen. Die Psychosomatik befasst sich also mit den Wechselbeziehungen zwischen seelischen, körperlichen und auch sozialen Prozessen. Psychosomatische Behandlung bedeutet »ganzheitliche« medizinische B ehandlung und ist nicht gleichbedeutend damit, dass bestimmte K rankheitsbilder a ls r ein » psychogen«, also durch »psychische K onflikte ver ursacht«, betrachtet werden. Psychosomatik f indet i n der h eutigen Medizin eine vielfältige Anwendung: • Beachtung und Mitbehandlung psychischer Faktoren bei chronischen Erkrankungen wie chronischer Bronchitis, chronischer Darmerkrankung oder Diabetes • Bewältigung v on s chweren E rkrankungen wie z. B. K rebserkrankungen (Psychoonkologie) und chronischer Schmerzerkrankungen • Behandlung »funktioneller« Stör ungen w ie »Reizdarmsyndrom« oder »chronische somatoforme Schmerzstörung« • Behandlung v on E rkrankungen, d enen unbewusste psychische Konflikte zugrunde liegen (z. B. »dissoziative Störungen«).

Konsiliar- und Liaisondienst Der psychiatrisch/psychosomatische Konsiliarund Liaisondienst im KEH wird von einem Funktionsoberarzt fachärztlich geleitet. Ein Arzt in Weiterbildung sowie eine Schwester mit langjähriger Er fahrung im Umgang mit psychisch Erkrankten gehören zum Team. Für Kriseninterventionen bei suizidalen Patienten sowie bei Patienten mit chronischen- und Krebserkrankungen werden auch Psychologische Psychotherapeuten der psychiatrischen Abteilung in den Konsiliar- und Liaisondienst einbezogen. Weiterhin gibt es bei besonderen Fragestellungen eine enge Zusammenarbeit mit dem Behandlungszentrum für geis tig Behinderte bzw. den Stationen für Abhängigkeitserkrankungen der Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des KEH.

Psychotherapie In der modernen P sychiatrie stehen verschiedene T herapiemethoden z ur V erfügung. D ie Psychotherapie stellt neben der medikamentösen T herapie d ie w ichtigste B ehandlungsform dar. Bei der Psychotherapie werden psychische Störungen u nd P robleme z umeist i m R ahmen von Gesprächen bearbeitet. Dies kann in Einzeloder Gr uppensitzungen er folgen. N eben t herapeutischen G esprächen kom men a ber auc h Entspannungsverfahren und übende Verfahren wie zum Beispiel das »Expositionstraining« bei Angststörungen zur Anwendung. Im F olgenden w erden B eispiele f ür d ie Anwendung von Psychotherapie bei körperlich kranken Patienten im Krankenhaus geschildert. Trauerreaktionen Trauerreaktionen sind normale psychische Vorgänge. Hierbei kommt es aufgrund großer Belastungen (z. B. Tod v on A ngehörigen o der n ach Amputationsoperationen) zu starken emotionalen Reaktionen. Dieses »Betrauern« von Verlusten ist aber für die Bewältigung solcher Ereignisse normal, sogar unabdingbar. Deshalb ist in diesen Fällen auch nicht eine psychotherapeutische Behandlung im eigentlichen Sinne, sondern menschlicher Beistand und Trost vonnöten. Dieser wird in der Regel von Angehörigen, dem behandelnden Team oder der S eelsorge ver mittelt. E ine f achspezifische psychotherapeutische Mitbetreuung ist nur in besonderen Einzelfällen nötig. Anpassungsstörungen Von A npassungsstörungen spricht m an, wenn die » normale« B ewältigung von p ersönlichen Be lastungen ( z. B. d urch ei ne a ngemessene Trauer reaktion) nicht gelingt. In diesen Fällen kann e s z u Angststörungen o der a nhaltenden depressiven Verstimmungen kommen. Manchmal ma chen s ich A npassungsstörungen a uch durch Rü ckzug, Re signation o der Rei zbarkeit bemerkbar. Auslöser können sowohl körperliche Erkrankungen als auch Konflikte im familiären oder beruflichen Umfeld sein. Bei Anpassungsstörungen ist eine k urzzeitige Psychotherapie, manchmal verbunden mit einer medikamentösen Behandlung (z. B. beruhigende Antidepressiva bei Schlafstörungen) angezeigt. Oft werden

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auch Stressbewältigungs- und Entspannungsmethoden vermittelt. Depression Depressionen gehören mit einer Häufigkeit von ca. 15 Prozent zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Krankenhaus. Zum Teil gehen Anpassungsstörungen in manifeste Depressionen über, zum Teil liegen andere Depressionsursachen vor (Stoffwechselstörungen, »endogene« Depressionen u. a.). Die depressive Verstimmung, die A ntriebsund I nteressenlosigkeit, a ber a uch k örperliche Symptome wie Schwäche und Schmerzen können dazu führen, dass die Patienten nicht in der Lage sind, bei der Behandlung ihrer körperlichen Erkrankung »mitzuarbeiten«. Dies verschlechtert die Prognose und ist ein Risiko für Komplikationen. Aufgabe des psychiatrischen Konsiliar- und Liaisondienstes i st e s d ann, e ine g enaue D iagnostik der Depression einzuleiten und entsprechende Behandlungsschritte zu beginnen. Neben einer medikamentösen B ehandlung m it einem Antidepressivum ist of t auch eine psychotherapeutische Mitbehandlung angezeigt. Diese beinhaltet eine gute K rankheitsaufklärung und Hilfestellung im Umgang mit den depressiven Symptomen, wenn möglich unter Einbeziehung der Angehörigen und auch derjenigen Ärzte (zumeist Hausärzte), die den Patienten nach dem Krankenhausaufenthalt ambulant weiter behandeln. Angststörungen Angststörungen kommen bei körperlich Erkrankten ebenfalls oft vor. So treten bei Lungen- oder Herzerkrankungen z . B. h äufig P anikattacken auf, die die Symptome der körperlichen Erkrankung ver schlimmern. A ndere Patienten leiden unter Symptomen w ie H erzrasen, E ngegefühl in d er B rust u nd Todesangst, o hne d ass e ine entsprechende körperliche Erkrankung vorliegt. In beiden Fällen haben sich psychotherapeutische a ber auc h me dikamentöse Verfahren a ls wirksam erwiesen. Oft sind eine ausführliche psychische D iagnostik u nd e ine g ute K rankheitsaufklärung über den Z usammenhang von psychischer u nd k örperlicher A ngst reaktion schon wirksam und Beschwerden lindernd. Chronische Schmerzerkrankungen Im KEH besteht ein enge Kooperation zwischen dem ps ychiatrisch/psychosomatischen K onsiliar- und L iaisondienst und dem z ur A bteilung

für Neurologie gehörenden B ereich »Spezielle Schmerztherapie«. Die Besonderheiten der psychotherapeutischen Sch merzbehandlung werden auf Seite 13 in diesem Heft behandelt. Somatoforme Störungen Bei dieser Art von Erkrankungen kann das Ausmaß der Beschwerden, die den Patienten belasten, nicht hinreichend durch körperliche krankhafte Befunde erklärt werden. Das heißt jedoch nicht, dass diese Patienten »nichts haben« oder sogar »simulieren«. Im Gegenteil: Oft sind diese Menschen in ihrer Lebensqualität und Funktionsfähigkeit im Alltag erheblich beeinträchtigt. Den somatoformen Stör ungen l iegen meist Fehlregulationen de s ve getativen »au tonomen« Ne rvensystems zugrunde. Beispiele für die Störungen sind das »Reizdarmsyndrom« oder auch die »chronische somatoforme Schmerzstörung«. Im Vordergrund der B ehandlungsoptionen steh t bei diesen Erkrankungen eine Psychotherapie, wobei diese je nach Ausprägungsgrad und Chronifizierung entweder ambulant oder stationär in einer psychosomatischen Klinik erfolgen kann. Weil diese Erkrankungen aber oft nicht korrekt diagnostiziert werden, gel angen d iese P atienten of t erst nach ja hrelanger »Odyssee« durch das G esundheitssystem i n e ine fachgerechte Behandlung. D er ps ychiatrisch/psychosomatische Konsiliar- und Liaisondienst kann in diesen Fällen bei der rechtzeitigen Diagnosestellung helfen, die Patienten für eine ambulante Psychotherapie zu motivieren und sie bei der Vermittlung therapeutischer Angebote unterstützen. Dies s ind e inige d er v ielfältigen A nwendungsmöglichkeiten von Psychotherapie im Allgemeinkrankenhaus. Der psychiatrisch/psychosomatische Konsiliar- und Liaisondienst des KEH legt großen Wert auf eine gute Kooperation mit den Ärzten, Pflegekräften, Sozialarbeitern und Physiotherapeuten der »somatischen« Fachrichtungen. Denn nur auf der Basis einer guten kollegialen Zusammenarbeit und A kzeptanz können »ganzheitliche« Behandlungsmöglichkeiten, zu den en Ps ychosomatik u nd Ps ychotherapie gehören, erfolgreich eingesetzt werden und den Patienten zu Gute kommen.
Dr. med. Ronald Burian Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Oberarzt des psychiatrisch/ psychosomatischen Konsiliar- und Liaisondienstes des KEH

Dr. med. Ronald Burian

Vertiefende Informationen lesen Sie bitte in der speziellen Ausgabe des KEH-Reportes zum Thema »Depression – Diagnostik, Therapie und Pflege«, erschienen Mai 2007, 2. Auflage. Der KEH-Report ist erhältlich im Internet: www.keh-berlin.de.

Leiter der Abteilung, Prof. Diefenbacher, ist Co-Leiter des Referates »Verhaltensmedizin und Konsiliarpsychiatrie« der wissenschaftlichen Fachgesellschaft Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN). Er ist Mitherausgeber der neuen Zeitschrift »Psycho somatik und Konsiliarpsychiatrie«.

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Seelsorge im Klinik-Alltag
chon d ie sprachliche A nalyse zeigt, d ass Psychotherapie u nd S eelsorge en ge Ver wandte si nd. P sychotherapie he ißt »Behandlung der Seele«. Doch wie bei Geschwistern der u nterschiedliche Lebensalltag manchmal die gemeinsamen Wurzeln verdeckt, kann die Beziehung von Seelsorge und Psychotherapie ein ebenso konstruktives wie spannungsvolles Nebeneinander sein. Beide jedoch verfolgen im Krankenhaus das gleiche Ziel: Sie wollen dem Menschen h elfen, m it Stö rungen u mzugehen und i hm H eilung o der L inderung v on L eiden ermöglichen. Sprituelle Kräfte wecken Seit sich die Psychotherapie nicht mehr als religiöse Wissenschaft versteht, hat sie revolutionierende E rkenntnisse über d ie K rankheiten der Seele und des Geistes gefunden und Therapien ausgebildet. A ber a uch d ie S eelsorge h at s ich entwickelt. Die klinische Seelsorge ist zu einer eigenen Fachrichtung geworden. Sie nimmt die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Psychologie und Ps ychoanalyse er nst, w ill b eratendes u nd begleitendes Gespräch sein. Damit wird gewährleistet, dass der Betroffene in seiner besonderen Situation angenommen wird, unabhängig davon, ob er sel bst s ich a ls rel igiös em pfindet o der nicht. Sofern Menschen, die sich a ls nicht-religiös bezeichnen, eine seelsorgerliche Begleitung annehmen, können auch d iese i hr spirituelles Potenzial f ür den Heilungsprozess entdecken, ohne dass sie dabei auf eine Glaubensrichtung festgelegt werden. Ursprünglich als wissenschaftlicher Be griff für das Wort »Frömmigkeit« ge braucht, bezeichnet Spiritua lität ein breites Spektrum von Lebenstheorien und Einstellungen. Neben der christlichen Spiritualität gibt es eine Fülle religiöser und nicht religiöser Weltanschauungen. Die klinische Seelsorge nimmt diese Vielfalt in ihr Konzept auf. Sie ist ein A ngebot der K irche, aber sie hat keinen missionarischen Auftrag. Den Christen wird sie helfen, heilende Kräfte des christlichen

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Evangelische Seelsorge Pfarrer Dr. Andreas Reich Seelsorger für die Abteilungen Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik sowie Epileptologie Tel. 54 72 - 5 50 0 a.reich@keh-berlin.de Pfarrerin Regina Schulz Seelsorgerin für die Abteilungen Innere, Chirurgie, Gefäßchirurgie, Neurologie und Urologie Tel. 54 72 - 5 54 0 r.schulz@keh-berlin.de Katholische Seelsorge Pfarrer Dr. Bernhard Dalkmann Tel.1 30 17 21 21 oder Katholisches Pfarramt St. Mauritius Tel. 5 59 31 83 Die »Alte Kapelle« (Haus 22) ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Glaubens zu mobilisieren und für den therapeutischen Prozess zu nutzen. Nicht-Christen können die entlastende Funktion von G esprächen erfahren. Die Seelsorge bietet Beistand, wo Linderung oder Heilung nicht mehr möglich sind. Seelsorge ist Aufgabe aller Mitarbeiter Seelsorge u nd M edizin e rgänzen s ich. E ine Zusammenarbeit zwischen medizinischem Personal und Seelsorgern ist wichtig. Im Idealfall ist die Seelsorge Aufgabe des gesamten klinischen Teams. Die Erkundung der spirituellen Ausrichtung gehört i n d ie A namnese, d ie B estärkung der spirituellen K raft k ann von a llen a m H eilungsprozess Beteiligten geleistet werden. Natürlich w ird der A rzt i m Normalfall keinen Gottesdienst anbieten oder die Schwester die Beichte abnehmen. Aber schon die Art der Zuwendung, d as Verhalten bei schwierigen Gesprächen, das Ernstnehmen vo n S orgen und Ä ngsten, das Bestärken von Hoffnung, alles h at se elsorglichen Charakter. Seelsorge im Krankenhaus hat vielfältige Formen, zu denen auch ein Gebet oder geistliches Wort am Krankenbett gehören kann. Weil dazu in unserer säkular ausgerichteten Welt Vorbehalte b estehen, bieten wir hier den Mitarbeitern Schulung und Hilfsmittel an. Angehörige brauchen ebenfalls spirituelle Stärkung. Auch sie müssen die Krankheit bewältigen und dann noch ihre Patienten unterstützen. Die Begleitung von Angehörigen gehört daher konstitutiv zur Seelsorge im Krankenhaus. Auch hier ergänzen sich Klinik-Personal und Seelsorge.
Pfarrer Winfried Böttler Theologe in der Krankenhausbetriebsleitung

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Stationsambulante Gruppe für suchtmittelabhängige Frauen

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uchtkranke Frauen u nd M änner u nt e r s c he i d e n sich hinsichtlich vieler Merkmale, die bedeutsam f ür Erkrankungsverlauf u nd B ehandlungsplanung sind. Frauen haben häufiger weitere psychische Erkrankungen, geringeres Selbstwertgefühl, schlechtere Bewältigungsstrategien, sie gehen seltener in Behandlung und brechen die Therapie häufiger ab. Sie werden von ihren Partnern eher verlassen als suchtkranke Männer von ihren Partnerinnen, sie leben oft mit einem gleichfalls suchtkranken Partner zusammen, und sie haben außerdem häufiger für K inder oder pflegebedürftige A ngehörige zu sorgen. In ihrer Vergangenheit oder auch gegenwärtig noch erlebten sie sehr oft körperliche Gewalt und emotionalen oder sexuellen Missbrauch, meistens durch Männer. Andererseits sind Frauen in den Selbsthilfegruppen, den Beratungsstellen, den Therapieangeboten fast immer stark in der M inderheit, auf eine Frau kommen h ier i n der Regel et wa v ier Männer. D iese Z ahlen weisen d arauf h in, d ass betroffene Frauen viel zu selten Hilfe bei Suchtproblemen in Anspruch nehmen. Die Frauen schildern das Erleben der üblicherweise g emischtgeschlechtlichen T herapiegruppen häufig mit Unterlegenheitsgefühlen, Ä ngstlichkeit, Selbstunsicherheit, Scham. Diese negativen G efühle b ehindern den t herapeutischen Prozess erheblich und stehen dem Therapieziel, der Erlangung von Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit, entgegen. Ein frauenspezifisches Behandlungsangebot h ingegen sc hafft ge zielt B edingungen, u m Schwellenängste zu vermindern und die Entscheidung der Frauen für eine Therapie zu erleichtern. Es schützt i n der T herapiesituation vor von Männern ausgehender Abwertung oder Gewaltausübung jeglicher Art und orientiert sich thematisch an der Lebenswirklichkeit und den Bedürfnissen der Frauen.

Arbeitsweise der Frauengruppe Die Gruppe für suchtmittelabhängige Frauen entstand 1998 als wöchentliche Gesprächsgruppe für alle gerade bei uns in stationärer Behandlung befindlichen, suchtmittelabhängigen Frauen. Die Frauengruppe wurde von Anfang an nur von Therapeutinnen geleitet. Wir möchten Frau M., Bei ei nigen der tei lnehmenden Frauen enteine 47-jährige Patientin, stand bald der Wunsch, die Gruppe auch nach der die schon seit einiEntlassung aus dem K rankenhaus weiter b esugen Jahren an der für chen zu können. Die in der Phase der Entzugssuchtmittelabhängigen Frauengruppe teilnimmt, behandlung neu entstandenen Beziehungen der zu Wort kommen lassen: Frauen untereinander und zu den Therapeutin»Es tut mir sehr gut, mit nen wurden als hilfreich und stabilisierend erlebt und sollten aufrechterhalten werden. meinen Erfahrungen – In der einmal wöchentlich stattfindenden und das sind inzwischen Gruppe treffen nun regelmäßig die in stationärer wirklich nicht wenige – anderen Frauen Mut und Entzugs- u nd M otivationsbehandlung b efindliHoffnung zu machen. Es chen und die schon länger suchtmittelabstinenten Frauen zusammen. hat für mich den Effekt, Die stationären Patientinnen, of tmals noch mit dem Thema nicht ganz am Beginn der Veränderungsprozesse und allein dazustehen, aber nach Lösungen suchend, begegnen nicht selten jetzt auch geben zu erstmals Frauen, die in ähnlicher Situation gewekönnen.« sen waren, aber auf dem Weg der Suchtbewältigung bereits vorangekommen sind und die ihre Erfahrungen einbringen können. Andererseits b ereichert u nd v ertieft d ie Begegnung der bereits länger abstinent lebenden Frauen mit den F rauen i n der a kuten Situation des Entzugs oder der Rückfallbewältigung auch immer wieder deren Auseinandersetzung mit der eigenen Abhängigkeitsproblematik. Eine zeitliche Begrenzung für die ambulante Gruppenteilnahme besteht nicht. Das Klima in der Gr uppe wird als sicher und Dipl.-Med. ungezwungen erlebt. Betont wird in den RückmelHannelore Vater dungen die große Bedeutung, die der Schutzraum der geschlechtsspezifischen Gruppe hat. Erst in diesem Rahmen sei f ür die meisten eine Vertrauensbildung und Öffnung möglich geworden. (lesen Sie weiter auf der nächsten Seite)

Sieglinde Buchwald im Therapiegespräch

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Thematisch stehen wie in den gemischtgeschlechtlichen M otivationsgruppen F ragen z ur B ewältigung der Suchtproblematik i m Mittelpunkt, der Austausch der E rfahrungen i st gep rägt von der gemeinsamen Suche nach unterstützenden Faktoren zu einer suchtmittelfreien Lebensweise und den nötigen Veränderungen bei sich selbst und in den Beziehungen zum sozialen Umfeld. Besonders ge schätzt w ird von den F rauen, dass genügend Raum vorhanden ist für die Bearbeitung von Themen, die mit der weiblichen Rolle in P artnerschaft, F amilie u nd B eruf verk nüpft sind. G ezielt geförder t w erden d ie F ähigkeiten zur Stress- und Konfliktbewältigung in familiären Belastungssituationen. Weiterentwicklung zur Selbsthilfegruppe Unter den a mbulanten Teilnehmerinnen h atte sich nach einiger Zeit ein stabiler Kern von Frauen h erausgebildet, d ie b ereits l angfristig a bstinent sind, auch außerhalb der Gruppentreffen in

Kontakt stehen und nicht mehr auf eine ständige therapeutische Unterstützung in den Gruppengesprächen angewiesen sind. Das Resultat ist nun ein abwechselndes Treffen der ambulanten Frauen in einer Selbsthilfegruppe und in der therapeutisch geleiteten Gruppe. Während f ür d ie s tationär b ehandelten F rauen die Gruppe weiter wöchentlich stattfindet, nehmen die ambulanten Teilnehmerinnen nur noch 14-tägig daran teil und treffen sich in der Woche dazwischen zum gleichen Termin als Selbsthilfegruppe. Wir betrachten diese Therapiephase als Übergang auf dem Wege zur ganz eigenständig arbeitenden Selbsthilfegruppe, neue Patientinnen werden dann in die stations-ambulante Gruppe mit Selbsthilfeanteil nachrücken.
Der Artikel erschien in ungekürzter Fassung zuvor in der Zeitschrift »Kerbe«, Forum für Sozialpsychiatrie, Jg. 24, Heft 1/2006.

Dipl.-Med. Hannelore Vater, Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie Sieglinde Buchwald, Suchttherapeutin

Auszeichnung
für Arzneimittelsicherheit in der Psychiatrie – KEH erhält Zertifikat

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ner wünschte N ebenwirkungen v on Medikamenten b efinden s ich b ereits seit J ahrzehnten i n d er ö ffentlichen Diskussion. Seit Beginn der 60er Jahre wurden Meldesysteme e ingerichtet, u m d as A uftreten » Unerwünschter A rzneimittelwirkungen« (UAW) zu dokumentieren. Gegen Ende der 70er Jahre kam es auch im psychiatrischen Bereich zu einer systematischen Erfassung von UAW bei Psychopharmaka. 1990 wurde zu diesem Zweck in München das System »Arzneimittelsicherheit in der Psychiatrie« (AMSP) entwickelt. Bis 2007 haben sich i nsgesamt 50 K liniken i n D eutschland, Österreich und der Schweiz dem Projekt angeschlossen. Bei »Unerwünschten Arzneimittelwirkungen« ge ht e s vor a llem u m sc hwere Beeinträchtigungen bis hin zu lebensbedrohlichen Folgen. Das K EH i st l angjähriger Teilnehmer de s AMSP-Projekts. F ünf är ztliche Mitarbeiter stehen als offizielle AMSP-Verantwortliche zur Verfügung. Es wurden verbindliche Standards erarbeitet, die in einem genormten Verfahren klären, wie m it a uftretenden N ebenwirkungen u mge-

Das AMSP-Team (v. l.): Bernd Schmidt, Dr. Henriette Meyer, AMSP-Teamchef Dr. med. Ronald Burian, Prof. Dr. Albert Diefenbacher und KEH-Geschäftsführer Dr. Rainer Norden

gangen und den F olgen entgegen gewirkt werden soll. Die gewonnenen Erkenntnisse werden sowohl z wischen den A MSP-Kliniken a ls auch im R ahmen von F ortbildungen i m K EH ausgetauscht und so auch die breite Kenntnis um die Arzneimittelwirkungen vertieft. Zum Nachweis, dass die Standards f ür A rzneimittelsicherheit erfüllt worden sind, hat das Münchener A MSPInstitut mit den teilnehmenden Kliniken ein Zertifikat entwickelt. Zum ersten Mal für ein deutsches Krankenhaus hat die Abteilung Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im KEH im Dezember 2007 dieses Zertifikat erhalten.
Dr. med. Ronald Burian Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

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Psychiatrische Institutsambulanz für Erwachsene Die PIA stellt sich vor
K rankheitsbild b ei den B etroffenen i n der K indheit n icht erkannt, so d ass i n der I nstitut sa mbulanz v or T eilnahme an d er G ruppe e ine ausführliche Diagnostik durchgeführt wird. Darüber hinaus können einige P atienten e ine s tations-ambulante P IABehandlung erhalten. Dabei wird die Therapie von S tationsteammitgliedern i n d en R äumen der Station, auf der der Patient schon behandelt wurde, ambulant fortgesetzt. Diese Form wird immer dann notwendig, wenn ein Wechsel zu einem anderen Behandler den er reichten Therapieerfolg gefährden könnte. Das entstandene Vertrauensverhältnis zum Stationsteam kann auf diese Weise weiterhin genutzt werden.
Dr. med. Ute Golombek Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie Leiterin der Psychiatrischen Institutsambulanz für Erwachsene

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ie P sychiatri sche I nstituts ambu lanz (PIA) gehört zur A bteilung f ür Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des KEH. Hier werden Menschen mit schweren, chronifiziert verlaufenden psychischen Erkrankungen betreut, die schon oft stationär behandelt wurden und häufig auch einen gesetzlichen Betreuer z ur U nterstützung b enötigen. D ie Behandlung erfolgt durch ein multiprofessionelles Team bestehend aus Ärzten, Krankenpflegepersonal, Sozialarbeiterin und Ergotherapeutin. Neben dem ä rztlichen G espräch erh alten d ie Patienten weitere Therapien wie Ernährungsberatung, Haushaltstraining oder Sozialberatung. Hervorzuheben sind z wei besondere A ngebote, die in den fo lgenden A rtikeln näher vorgestellt w erden: ei ne psy choedukative G ruppe für bipolar affektiv Erkrankte (S.11) und eine psychoedukative G ruppe f ür M enschen m it einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS, S.10). Bisweilen wurde dieses

Kontakt Iris Evers, Fachschwester der Psychiatrie,
Tel. 55 49 - 0 17 5

Herzbergstraße 82/83 (unmittelbar neben dem Gelände des KEH)

Ambulante Ergotherapie

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er Funktionsbereich Ergotherapie mit seinem kompetenten, er fahrenen Team bietet seit 1998 a mbulante er gotherapeutische Leistungen an. Das Angebot richtet sich an Jugendliche und Erwachsene, deren Handlungsfähigkeit infolge einer psychischen Erkrankung eingeschränkt ist. Die ambulante Ergotherapie wird vom behandelnden Facharzt oder Hausarzt verordnet.
Kontakt Heiko Wagner Tel. 54 72 - 30 65/66 h.wagner@keh-berlin.de

Gemäß de r V erordnung b ieten w ir f olgende psychisch-funktionelle Behandlungen an: • Ergotherapeutische Befunderhebung • Einzelbehandlung bei psychischen Störungen • Gruppenbehandlung bei psychischen Störungen • Hirnleistungstraining • Arbeitstherapie/Arbeitstraining Die B ehandlung w ird i m t herapeutischen Ge spräch g emeinsam g e plant u nd r ichtet sich nach den individuellen Bedürfnissen der Patienten.

Freies Malen in der Ergotherapie

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Psychiatrische Institutsambulanz für Erwachsene

ADHS
Die Aufmerksamkeits-Defizit-HyperaktivitätsStörung (ADHS) im Erwachsenenalter

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ie ADHS als eine Erkrankung des Kindesund Jugendalters ist vielen Menschen bekannt. W eltweit l eiden d rei b is f ünf Prozent aller Kinder unter diesem Störungsbild mit ausgeprägter körperlicher Unruhe, die sich darin zeigt, dass die Kinder nicht still sitzen können, ständig in Bewegung sind, Aufgaben nicht zu Ende führen können, sich schnell durch andere Dinge ablenken lassen und sehr impulsiv sind, sich schwer an Regeln halten können. Besonders im S chulunterricht u nd b eim H ausaufgabenmachen fallen diese Probleme auf. Zeugniseinschätzungen sind gefüllt mit Sätzen wie: »stört im Unterricht«, » schwankt in s einen Leistungen«, » könnte m ehr er reichen, w enn er s ich dauerhaft anstrengen würde«, »vergisst oft seine Arbeitsmaterialien«... Wird frühzeitig die richtige Diagnose gestellt und das Kind behandelt – of t sehr erfolgreich mit dem Medikament Ritalin®

– k ann d ie sc hulische u nd ps ychosoziale E ntwicklung gut gelingen. Dem Kind bleibt erspart, ständig kritisiert zu werden, als Störenfried ins Abseits zu geraten, zahlreiche Misserfolge – trotz Anstrengung – zu erleiden und schließlich völlig demotiviert an sich selbst zu zweifeln und sich vielleicht sogar »sozial auszuklinken«. Entgegen früherer Lehrmeinung weiß man heute, d ass s ich A DHS k eineswegs b is zum 18. Lebensjahr »auswächst«. Ca. 2 % der Erwachsenenbevölkerung, w ie St udien z eigen, s ind weiterhin betroffen. Besonders schwierig ist die Situation für Menschen, deren ADHS in der Kindheit nicht erkannt wurde, die erst im Erwachsenenalter – oftmals zufällig über Berichte in den Medien oder nicht selten über Diagnosestellung bei eigenen Kindern – erkennen, dass sie selbst von diesem Störungsbild betroffen sind. 40 bis 60 % der Erwachsenen mit ADHS haben zusätzlich eine weitere psychische Erkrankung. Besonders häufig sind Alkohol- oder Drogenabhängigkeit (insbesondere von Cannabis), Depressionen oder Angststörungen. Arbeitslosigkeit und Scheidungen sind deutlich erhöht, L ebensentwürfe scheitern. In der Psychiatrischen Institutsambulanz be steht die Möglichkeit, im Rahmen einer umfangreichen ps ychiatrischen u nd te stpsychologischen Diagnostik eine vermutete ADHS bestätigen oder ausschließen zu lassen. Dabei

ist z u b eachten, d ass zur Diagnosestellung viele »Mosaikteilchen« gehören, d enn d as Störungsbild muss im Nachhinein schon für das K indesalter nachgewiesen werden. So müssen Z eugnisse gesichtet werden, umfangreiche B eurteilungsBuchtipp fragebögen zur eigenen Kindheit und aktuellen Eine ausgezeichnete Situation, sowie von Eltern und Partnern ausgeDarstellung, wie sich wertet werden, organische Erkrankungen (z. B. ADHS im Alltagsleben Schilddrüsenerkrankungen) a usgeschlossen, zeigen und auswirken kann, geben die Autoren sowie ggf. weitere psychische Störungen erfasst bzw. abgegrenzt werden. Psychologische Tests M. Hallowell und geben Hinweise auf Aufmerksamkeits- und KonJ. Ratey in dem Buch zentrationsleistungsstörungen, erhöhte Ablenk»Zwanghaft zerstreut barkeit und gestörte Handlungsplanung. Es exis– oder die Unfähigkeit, tiert a ber a uch a us d iesem B ereich n icht der aufmerksam zu sein«. beweisende Test für das Vorliegen einer ADHS. Entsprechend de s T herapiemanuals von Hesslinger u nd a nderen Autoren z ur B ehandlung der A DHS b esteht d ie Möglichkeit, n ach Diagnosestellung a n d ieser p sychotherapeutisch-psychoedukativen Gruppe teilzunehmen. In 13 strukturierten Therapiesitzungen werden wichtige Aspekte dieser Erkrankung vermittelt und S trategien i m U mgang m it S ymptomen trainiert. W issensvermittlung, Ü bungen u nd vor a llem Erfahrungsaustausch in der Gr uppe erfolgen z u den T hemen: S ymptomatik u nd Diagnostik der ADHS, Neurobiologie bei ADHS, Achtsamkeitsübungen, C haos un d Ko ntrolle, Verhaltensanalysen, Gefühlsregulation, Depression und medikamentöse Therapie, Impulskontrolle, Stressmanagement, Sucht, Beziehungen und Selbstachtung. Ziel ist es, Kontrolle über das »innere Chaos« zu gewinnen, aber auch den Z ugang zu positiven A spekten und Ressourcen w ie K reativität, Lebendigkeit und Spontaneität zu fördern.
Nicht nur eine »Kinderkrankheit«: ADHS Dr. med. Ute Golombek Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie Leiterin der Psychiatrischen Institutsambulanz für Erwachsene

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Psychiatrische Institutsambulanz für Erwachsene

Kognitiv-Psychoedukative Gruppentherapie bei bipolarer affektiver Erkrankung

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timmungs- u nd G efühlsschwankungen kennt jeder von u ns. Sind die Auslenkungen (»Pole«) aber so e xtrem, dass phasenweise depressive bzw. manische Episoden auftreten, liegt eine bipolare affektive Störung vor, wie dies bei ca. 1,6 % der Bevölkerung der Fall ist. Bipolare Erkrankungen treten in der Regel erstmalig zwischen dem 20. bis 30. Lebensjahr auf und verlaufen bei 85 – 95 % der Betroffenen chronisch. B ei 4 0 % der P atienten/innen tr itt e i ne e r neute Krankheitsphase b e reits i m er sten J ahr nach der letzten a kuten Ep isode a uf. D ie L ebenser war tung bipolarer Patienten ist statistisch gesehen um neun Jahre verkürzt. Dies hängt mit der hohen Suizidrate ( um 1 5 – 20 %) b esonders i m V erlauf depressiver Phasen zusammen. Unbehandelt e rleidet e in B etroffener i m L aufe s eines Lebens durchschnittlich 8 – 12 depressive und 4 – 8 m anische Ep isoden. H inzu k ommt d ie Tendenz, dass sich die Intervalle zwischen den Krankheitsphasen mit zunehmendem Alter verkürzen und häufig die berufliche L eistungsfähigkeit dauerhaft verringert bleibt. Bei einem Drittel der Patienten liegt außerdem noch mindestens ei ne weitere ps ychische E rkrankung vor: A ngststörungen, Z wangsstörungen un d Substanzmissbrauch bzw. -abhängigkeit. Diese epidemiologischen Daten und Verlaufscharakteristika verdeutlichen, wie wichtig es ist, eine g ute B ehandlungszusammenarbeit (Compliance) aufzubauen, die Verhinderung erneuter depressiver u nd m anischer K rankheitsphasen steht dabei ganz im Vordergrund. Aber wie vermittelt man an Patienten, wenn sie sich »richtig super drauf«, viel leistungsfähiger als sonst fühlen (»mir geht alles total schnell von der H and, ich habe so viele Ideen, das sprüht nur so«), nur wenig Schlaf brauchen, in Gesellschaft als Unterhalter dominieren, dass sie dies als hochgradiges A larmzeichen f ür den B eginn einer erneuten manischen Phase erkennen und umgehend zum behandelnden Arzt gehen sollten? Denn das

Dr. med. Ute Golombek

Vollbild e iner M anie mit ex tremer G esteigertheit, b eschleunigtem G edankengang mit I deenflüchtigkeit und m itunter sogar psychotischer Verkennung der Re alität, i st in der Regel nur stationär zu behandeln. Nicht selten verlieren Patienten aufgrund ma nischer Phasen i hren A rbeitsplatz, w enn d ie S ymptomatik auch im beruflichen Umfeld Chaos oder finanziellen Schaden ver ursacht hat, Ehen zerbrechen, Fa milienangehörige we nden sic h a b, die Betroffenen geraten ins soziale Abseits. In d er P sychiatrischen I nstitutsambulanz der A bteilung f ür Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik findet ei ne Gruppentherapie f ür bipolar Erkrankte entsprechend des Therapiemanuals von W agner u nd B räunig statt. I n 14 Terminen werden W issen zu Ursachen u nd Verlauf d er E rkrankung u nd b iologische Grundlagen medikamentöser Therapie vermittelt, Grundlagen zu kognitiven und interpersonellen psychotherapeutischen Methoden vorgestellt, K risenpläne u nd H andwerkszeug zum Umgang m it St ress u nd B elastungssituationen er stellt. Z wischen den Si tzungen h at jeder Patient die Möglichkeit, das Vermittelte im Alltag zu erproben. Eine wichtige Säule dieser Therapie ist die Möglichkeit zum Austausch zwischen den betroffenen Patienten. Die Erfahrung, d ass d ie E rkrankung be ziehungsweise die bereits eingetretenen sozialen Folgen nicht selbstverschuldetes Schicksal, sondern Folgen einer i m W esentlichen bio logisch deter minierten Erkrankung sind, die keinesfalls selten auftritt, entlastet Patienten sehr. Wenn M itpatienten a uch ü ber p ositive W endungen u nd Einflussmöglichkeiten berichten, ermutigt dies, sich mit der Erkrankung auseinanderzusetzen.
Dr. med. Ute Golombek Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie Leiterin der Psychiatrischen Institutsambulanz für Erwachsene

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Ambulanzen Spezialambulanz
am Berliner Behandlungszentrum für akut psychisch kranke Erwachsene mit geistiger Behinderung (BHZ) ie ambulante und stationäre Versorgung von Patienten mit geistiger Behinderung erfordert h äufig ei n s pezialisiertes D iagnostik- und T herapieangebot. Dass der B edarf an entsprechenden qualifizierten Einrichtungen groß ist, zeigt die Entwicklung der S pezialambulanz des Ev. Krankenhauses KEH. 2005 nahm sie ihre Arbeit mit wenigen Patienten auf. Im weiteren Verlauf stieg die Zahl auf gegenwärtig nahezu 300 Patienten im Quartal. Folgende Patientenklientel stellt bisher den größten Teil der in der Spezialambulanz behandelten Fälle dar: • stationäre Problempatienten (»Drehtürpatienten«) • Patienten mit schweren Verhaltensauffälligkeiten im Rahmen von Psychosen, affektiven Störungen und Persönlichkeitsstörungen • Patienten mit Demenz und geistiger Behinderung • Patienten mit nicht sicher diagnostizierbaren psychischen Erkrankungen • Patienten mit Komorbiditäten Ein wesentliches Anliegen der ambulanten Arbeit ist es, die stationär psychiatrischen Aufenthalte zu verkürzen oder zu vermeiden. Circa 80 % der Patienten wird daher auch aufsuchend versorgt. Ein w eiteres Z iel der S pezialambulanz i st eine r asche R ücküberweisung z um a mbulant behandelnden Kollegen. So sind ca. ein Drittel der Patienten nur ein bis zwei Quartale in der Behandlung der S pezialambulanz. D er Ü berweisungsgrund ist häufig eine krisenhafte Verschlechterung des psychischen Zustandes der Patienten, d ie e ine m ultiprofessionelle h ochfrequente Diagnostik und T herapie er fordert. Nach drei bis vier P atientenkontakten und der erforderlichen somatischen und neuropsychologischen Diagnostik wird eine vorläufige Diagnose ge stellt u nd ei n i ndividueller B ehandlungsplan en tworfen. D ieser w ird m it dem Patienten und dem Bezugssystem besprochen und abgestimmt. Zur Diagnosesicherung und

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zur Verlaufsbeurteilung der B ehandlung w ird Das Behandlungsanhäufig ein in der Spezialambulanz ent wickelter gebot der SpezialamBeobachtungs bogen e ingesetzt, d er a uf d ie bulanz ist primär auf Strukturen der komplementären Einrichtungen den östlichen Berliner Versorgungsbereich aus- ausgerichtet ist. gerichtet. Um auch für Folgende D iagnose- u nd T herapieangebote Patienten in den westlichen Bezirken Berlins ein werden in der Spezialambulanz angeboten: wohnortnahes Angebot • fachärztliche psychiatrische Diagnostik (einschließlich EKG, Blutentnahmen, zu schaffen, bietet die neurophysiologische Untersuchungen) Spezialambulanz jetzt und Therapie auch eine Sprechstunde • psychologische Diagnostik (u. a. Leistungsin der neu eröffnediagnostik, Persönlichkeitsdiagnostik, ten Friedrich von Autismusdiagnostik) und Therapie Bodelschwingh-Klinik, (schwerpunktmäßig verhaltenstherapeuLandhausstraße 33 – 35 tisch ausgerichtete Psychotherapie) in Berlin-Wilmersdorf an. •
Kontakt Dr. Tanja Sappok Fachärztin für Neurologie, Psychotherapie Tel. 54 72 - 49 16

•

• • • • •

sozialpsychiatrische Beratung (z. B. Klärung der Wohnsituation, Angehörigenberatung) Fertigkeitentraining (Skillstraining) für Menschen mit emotional instabiler Persönlichkeit (adaptierte Form der Dia lektisch-Behavioralen Therapie der Borderline-Störung nach Marsha M. Linehan) basale Stimulation Kontakt- und Aktivitätentraining Ernährungsberatung (für Patienten und Betreuer) Kreativtanzgruppe Kunst- und Musiktherapie

Ein gemeinsames fachübergreifendes Ambulanzprojekt mit dem Epilepsie-Zentrum Berlin-Brandenburg ist für dieses Jahr in Vorbereitung.
Dr. med. Christoph Schade Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Funktionsoberarzt – Therapeutischer Leiter der Spezialambulanz

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Ambulanzen Gedächtnisambulanz im KEH
Diagnosen
(z. B. kognitive Beeinträchtigung bei Depression oder nach Gehirntumor)

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n der G edächtnisambulanz bieten w ir seit ungefähr zwei Jahren Rat und Hilfe zur Früherkennung von Hirnleistungsstörungen und der A lzheimer-Krankheit durch ei ne i ntensive Frühdiagnostik an. Gedächtnisstörungen und andere Leistungsbeeinträchtigungen können vielfältige Ursachen haben. Bei älteren Menschen können sie erste Anzeichen einer Demenz sein. Die frühzeitige Klärung der Ursache ist wichtig, um eine gezielte Therapie beginnen zu können und einen ungünstigen Verlauf zu vermeiden. Unser Angebot richtet sich an Menschen, die • älter sind als 50 Jahre, • vergesslich geworden sind, z. B. Termine und Erlebnisse schnell nicht mehr erinnern können, • häufiger nach Wörtern suchen oder falsche Begriffe verwenden,

Gedächtnisambulanz Gerontopsychiatrie Haus 6 Kontakt Zur Terminabsprache erreichen Sie uns dienstags von 11 –12 Uhr. 8 Tel. 54 72 - 4 20 Dr. med. Torsten Kratz, Oberarzt, Gerontopsychiatrie, FA für Neurologie, FA für Nerven heilkunde, FA für Psychiatrie und Psychotherapie; Dr. rer. nat. Claudia Grubich, Diplom-Psychologin, Klinische Neuropsychologin GNP
Alzeimer-Demenz gemischte Demenz
2%

Sonstiges
11 %

17 %

21 %

keine Demenz

34 % 6% 9%

vaskuläre Demenz Frontotemporale Lobärdegeneration

leichte kognitive Beeinträchtigung

• Schwierigkeiten haben, Gesichter oder Dinge zu erkennen, • Schwierigkeiten haben, sich zu orientieren, • Probleme bei alltäglichen Verrichtungen haben. Die Gedächtnisambulanz ist eine spezialisierte Einrichtung zur Diagnostik demenzieller Erkrankungen.

Dr. Pfeiffer hilft Schmerzen zu »verlernen«

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lötzliche Kopf- oder Rückenschmerzen kennen wir alle. Schmerzen können notwendig sein: Treten sie akut auf, weisen sie darauf hin, dass im Körper eine Störung vorliegt. Ohne dieses Warnsystem hätten wir eine eingeschränkte Lebenserwartung. Die Bewertung chronischer Schmerzen erfolgt anhand anderer Kriterien. Der ei gentliche Au slöser s teht n icht m ehr im M ittelpunkt d er B etrachtung, d er S chmerz ist Teil ei ner S chmerzkrankheit geworden. Fü r zirka fünf Millionen Deutsche – davon 600 000 mit einer therapieresistenten Schmerzkrankheit – s ind c hronische S chmerzen D auerbegleiter. Zu den häufigsten chronischen Schmerzsyndromen gehören Rücken-, Nacken-, Gelenkschmerzen gefolgt von K opf- u nd G esichtsschmerzen. OA Dr. A ndreas P feiffer, S chmerzspezialist a m KEH, erklärt, da ss Schmerzen da nn chronisch werden, w enn i m N ervensystem L ernprozesse einsetzen. W ird d as Nervensystem ständig m it Schmerzsignalen überflutet, genügt bereits ei n harmloser Reiz, Schmerzempfinden auszulösen. Es entwickeln sich komplexe Veränderungen in unserem K örper. D as u nunterbrochene D enken an den S chmerz lässt die Betroffenen nicht zur Ruhe kommen, sie ziehen sich zurück. Viele

entwickeln eine depressive Störung, leiden unter Ängsten. Der Schmerz entfaltet ein »Eigenleben«. Der Neurologe OA Dr. A ndreas P feiffer b efasst sich bereits seit 1998 m it der Schmerztherapie. Seit August 2003 ist er von der K assenärztlichen Vereinigung Berlin zur ambulanten Behandlung ermächtigt u nd seit August 2 006 stehen i n der Abteilung für Neurologie fünf Therapieplätze für tages- u nd stationäre P atienten z ur Verfügung. Oberarzt Dr. med. Eine Besonderheit der tages-/stationären SchmerzAndreas Pfeiffer therapie im KEH besteht in der engen Zusammenarbeit mit der A bteilung für Psychiatrie, PsychoKontakt therapie und Psychosomatik. Im R ahmen eines Dr. med. Andreas »Liaison-Projektes« wird ein ganzheitlicher TheraPfeiffer, Abteilung pieansatz verwirklicht. Die Patienten werden von für Neurologie, FunkBeginn an, neben der umfangreichen algesiologitionsbereich »Spezielle schen Untersuchung, auch durch einen Facharzt Schmerztherapie« Anmeldung für ambulante für Psychiatrie und Psychotherapie auf das Vorliegen psychosozialer B elastungen u nd Störunund stationäre Therapie unter: Tel. 54 72 - 30 25 gen exploriert und mitbehandelt. Es besteht ein festes Therapeutenteam zu dem außerdem eine Sprechstunden: Montag, Psychologin, eine Physio- und Sporttherapeutin, eine Ergotherapeutin und zwei Pflegeexpertinnen Dienstag 14 – 18Uhr, gehören, so dass neben der notwendigen medikaMittwoch, Donnerstag mentösen Therapie ebenso wichtige nichtmedika9 – 13 Uhr und Freitag mentöse Behandlungen etabliert werden. 10 – 14Uhr

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Ambulanzen Leben ohne Nikotin
Raucherentwöhnung im KEH

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eit 2005 bietet das KEH Kurse zur Raucherentwöhnung a n: A n v ier Terminen i nnerhalb von 1 4 Tagen ( jeweils montags u nd mittwochs ca. 60 Minuten) werden Motivationen für ein rauchfreies Leben erarbeitet.

Inhalte des Kurses: Motivation (Psychotherapeutin) Hier w erden A rgumente f ür d ie b evorstehende Veränderung gesammelt, Erfahrungen über Rauchgewohnheiten und Schwierigkeiten ausgetauscht sowie die individuellen Ziele erarbeitet.

Wann: Jeden 1. Montag/ Monat, viermal innerhalb von zwei Wochen Wo: KEH, Haus 6, 2. Etage Wie: Anmeldung in der PIA, in der Woche vor Beginn mit Überweisung. Kontakt Carola Ernst, 8 Tel. 54 72 - 4 03

Folgeerkrankungen (Arzt) Information über die Wirkungsweise von Nikotin und anderer Schadstoffe. Bewältigungsstrategien (Arzt) Was f ange i ch m it der ge wonnenen Z eit a n? Wohin mit meinen Händen? Was tun bei Entzugserscheinungen? Rückfall – was nun? (Psychotherapeutin) Nicht das Aufhören, das Durchhalten ist schwierig. Was bedeutet »Rückfall«? Wo finde ich Unterstützung?

Info
Angehörigenberatung durch Angehörige psychisch Kranker (Landes verband Berlin e. V. – ApK LV) einzelne Termine donnerstags, 13.30 Uhr, Haus 22, Sitzungszimmer Selbsthilfegruppe – An gehörige psychisch Kranker (Landesverband Berlin e. V. – ApK LV) jeden 4. Montag im Monat, 17.30 Uhr Haus 37, Clubraum

Professioneller Rat für Angehörige
Erkrankungen im Familienkreis stellen eine besondere Belastungssituation dar. Insbesondere bei psychischen Erkrankungen fühlen sich viele Angehörige hilflos. Oft herrschen Schuldgefühle, Ratlosigkeit oder Verzweiflung. Nicht selten wird dem Kranken die Schuld an der »Misere« zugeschoben. Dies war der Anlass für die Abteilung Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, ein umfassendes Beratungs- und Informationsangebot speziell für Angehörige zu entwickeln. So werden regelmäßig Informationsabende für Angehörige zu den r elevanten Themengebieten angeboten. Beispielsweise werden von unseren Ärzten der Allgemeinpsychiatrie zum Thema der Depression oder zum Krankheitsbild der Psychose monatlich Veranstaltungen durchgeführt. So können Angehörige erfahren, was eine psychische Erkrankung ist, wie sie entsteht und wie man sie erfolgreich behandelt. Die Angehörigen teilen ihre Erfahrungen und Sorgen und sie können sich untereinander austauschen. Des Weiteren gibt es Informationsabende, die speziell von unseren Psychologen und Therapeuten geleitet werden. Hier geht es um das weite Spektrum psychologischer und nichtmedikamen töser Therapien. Angehörige erfahren, wie sie den therapeutischen Heilungsprozess begleiten und unterstützen können. Psychisch Erkrankte sind stark von sozialen Problemen belastet. Nicht selten müssen Anträge bei Ämtern gestellt werden, gelegentlich ist sogar der Arbeitsplatz in Gefahr. Viele Angehörige sind deshalb sehr besorgt – hier bietet unser Sozialdienst Beratungstermine an. Der Landesverband der Angehörigen psychisch Kranker unterstützt diese Arbeit. Vertreter des Landesverbandes sind bei den Sozialdienst terminen anwesend und stehen bei Fragen zur Verfügung.

Termine Die Teilnahme ist kostenfrei.

Infoabend zum Thema »Psychose« jeden 1. Montag im Monat, 18 Uhr Haus 37, Patientenclub

Infoabend zum Thema »Depression« jeden 2. Montag im Monat,18 Uhr Haus 37, Patientenclub

Funktionsbereich Sucht Angehörigenberatung donnerstags 17 Uhr, Haus 6, großer Therapieraum zwischen Station P9 und P10

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Kooperationen Berliner Bündnis gegen Depression
epressionen werden häufig unterschätzt und irgendwo zwischen Schnupfen und Einbildung eingeordnet. Dabei handelt es sich um eine ernsthafte Erkrankung, an der die Betroffenen keine Schuld haben. Wird die Depression n icht erk annt, f ührt sie zu unnötigem Leiden und zur Gefährdung des Patienten, im schlimmsten Fall bis zur Selbsttötung (Suizid). Als b undesweit ei nzigartiges Mo dellprojekt startete d as »Nürnberger Bü ndnis gegen Depression« im Januar 2001 eine Aufklärungskampagne mit dem Ziel, durch breite Wissensvermittlung Depressionen frühzeitig zu erkennen und somit ernsthafte Folgen, wie Suizidalität, zu verhindern. Das »Nürnberger Bündnis gegen Depression« konnte eine positive Bilanz ziehen. Die Suizidrate i n Nürnberg s ank b ereits n ach d em e rsten Kampagnenjahr um 25 %, die Zahl der Selbsttötungsversuche ging im selben Zeitraum um 20 % zurück. D ie g uten E rfahrungen de s »Nürnberger Bündnisses gegen Depression« haben auch andere Kommunen überzeugt. Somit wurde das Nürnberger Bündnis sehr schnell zum Vorbild für andere Regionen. Ein » Berliner Bü ndnis gegen D epression« wurde im Jahr 2005 unter der Leitung von Frau Dr. Meryam Schouler-Ocak, Charité, gegründet. Im J ahr 2 006 h at s ich e ine K EH-Gruppe, bestehend aus Dr. Henriette Meyer, Petra Rentz, Dr. Gabriela Schick, Eva Weiß und Dr. Samuel Elstner formiert und ist diesem Bündnis beigetreten. Im Jahr 2007 folgten von dieser Gruppe aus in Zusammenarbeit mit Gesundheitsstellen des B ezirkes L ichtenberg z wei g rößere Veranstaltungen z um T hema D epression i m B ezirk. Ebenso w urden sechs Schulungen von Interessierten a us den L ichtenberger B ehörden durchgeführt.
Dr. Samuel Elstner Leitender Oberarzt Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

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Dr. Samuel Elstner

Menschen haben Krisen – Berlin hat einen Krisendienst

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m L eben von Men schen g ibt e s Zeiten, i n d enen gerade a lles z uviel wird o der m an e infach nicht mehr weiß, wie e s w eitergehen s ol l. T r e n nu ng e n , Todesfälle, A rbeitslosigkeit, St reit m it dem Partner o der P robleme m it den K indern sind nur einige Beispiele für Situationen, in denen es ratsam ist, mit jemandem zu sprechen, der einem hilft, Wege aus der Misere zu finden. Psychische Erkrankungen können die Anfälligkeit für Krisen noch steigern. Oft reicht hier schon ein k leiner A nlass, um ei ne K rise auszulösen. Unbegleitet kann das Geschehen sich zu Selbsttötungsgedanken bzw. -versuchen zuspitzen. In Berlin gibt es mit dem Krisendienst eine unabhängige Anlaufstelle für alle diese Themen. In unseren über die Stadt verteilten Beratungsstellen st ehen k ompetente A nsprechpartner rund um die Uhr – vor allem aber in den Abend-

Berliner Krisendienst Beratungsstelle Region Ost Irenenstraße 21a (Bhf. Lichtenberg) Tel. 3 90 63 70 (rund um die Uhr) Öffnungszeiten 4 täglich von 16 – 2 Uhr (auch an Wochenenden und Feiertagen) Außerhalb unserer Öffnungszeiten werden Anrufe automatisch an den überregionalen Bereitschaftsdienst des Berliner Krisendienstes weitergeleitet. www.berliner-krisendienst.de.

stunden (wenn sich Krisen gerne zuspitzen und andere Stellen geschlossen haben) – für schnelle u nd u nbürokratische H ilfe z ur Verfügung. Beim Berliner Krisendienst braucht man nicht lange auf einen Termin zu warten, die Beratung ist kostenlos und man kann anonym bleiben. Die M itarbeiterInnen en twickeln gem einsam mit dem Ratsuchenden individuell und auf das spezifische B edürfnis de s B etroffenen ausgerichtete Ideen und Unterstützungsmöglichkeiten. Dazu stehen verschiedene Berufsgruppen, vom S ozialarbeiter über den Ps ychologen bis hin zum niedergelassenen Psychiater, zur Verfügung. Es besteht eine enge Kooperation mit dem KEH.
Markus Dautenheimer Diplom-Psychologe

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Kooperationen Gemeinsame Wege von Ambulanz und Klinik in der Psychother apie

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ährlich erhalten etwa vier Millionen Menschen in D eutschland e ine Be handlung w egen einer psychischen Erkrankung. Bei ungefähr 500.000 erfolgt diese als Psychotherapie. Psychotherapie (griechisch: Behandlung der Seele) beschäftigt sich mit dem Erleben, Denken, Fühlen und Handeln des Erkrankten mit dem Ziel, psychische Störungen zu beseitigen oder zu b essern. E s g ibt e ine V ielzahl p sychotherapeutischer Verfahren, für deren A nwendung bestimmte Richtlinien gelten. Drei so genannte Richtlinienverfahren sind von den K rankenkassen anerkannt, so dass auch die Kosten erstattet werden: die a nalytische Ps ychotherapie, d ie tiefenpsychologische f undierte P sychotherapie u nd d ie V erhaltenstherapie. Le tztere kommt am häufigsten zur Anwendung. Gr und a n n a h me der Verhaltenstherapie ( V T ) ist, da ss men sch l iches V erhalten erlernt i st u nd somit ungünstiges oder krankhaftes Verhalten a uch w ieder korrigiert oder verlernt und durch günstigere Verhaltensweisen ersetzt werden kann. In der Therapie steht das aktuelle problematische Verhalten im Vordergrund. Die V T b ezieht s ich a uch a uf G edanken und Ei nstellungen ( Kognitionen). Ungünstige Denkmuster w erden a ufgedeckt u nd b earbeitet ( kognitive V erhaltenstherapie). A uch d as Training s ozialer K ompetenzen, s o genanntes Selbstsicherheitstraining, ist eine Methode. Seit November 2005 arbeitet die Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik mit der Institutsambulanz des Instituts f ür Verhaltenstherapie GmbH Brandenburg zusammen. Dieses Institut in Lübben/Spreewald wurde 1992 geg ründet u nd i st i nzwischen d as g rößte Ausbildungsinstitut für ärztliche und psychologische Psychotherapeuten i n den neuen Bundesländern. Es bi ldet Diplom-Psychologen, Pädagogen, Sozialpädagogen und Ärzte in einer drei- b is f ünfjährigen A usbildung z um Verhaltenstherapeuten aus. Seit 1995 gibt es das eigenständige B erliner R egionalinstitut m it s einen Institutsambulanzen und zugehörigen Lehrpra-

In der Institutsambulanz des IVT sind gegenwärtig 14 Weiterbildungsassistenten tätig. Kontakt Institutsambulanz des IVT Regionalinstitut Berlin Herzbergstraße 83 10365 Berlin 3 Tel. 55 49 9 85

xen. Hier behandeln die Weiterbildungsteilnehmer Patienten im Rahmen der kassenärztlichen Versorgung unter fachlicher Supervision. Durch d ie e nge Verbindung z wischen d er Abteilung Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am KEH und ambulanter Versorgung soll er möglicht w erden, d ass P atienten angemessen s chnell p sychotherapeutisch b etreut und mit hoher Qualität behandelt werden können. Hierbei werden psychische Störungen mit Krankheitswert behandelt wie Ängste, Depressionen, c hronische S chmerzzustände, E ssstörungen, Zwänge, Tics, Persönlichkeitsstörungen, psychische Störungen bei chronischen körperlichen oder psychiatrischen Erkrankungen sowie emotionale Störungen bei Kindern und Jugendlichen, Au fmerksamkeitsdefizit-Erkrankungen und andere. Nach einem Vorgespräch und der Zuweisung zum behandelnden Therapeuten finden weitere Gespräche statt, d ie d azu d ienen sollen, I nformationen über ihre Beschwerden und Probleme sowie deren Ursachen zu erhalten. Dann wird gemeinsam e in B ehandlungsplan e rstellt, d er von den K rankenkassen gen ehmigt w erden muss, d amit ei ne w eitere K ostenübernahme für die Behandlung möglich ist. Die Dauer der Behandlung wird festgelegt. Mit der Bewilligung der Behandlung durch die K rankenkasse erfolgen r egelmäßige T herapiesitzungen, m eist i n wöchentlichem Abstand. Die Sitzung dauert 50 Minuten.
Dr. med. Peter Franz Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

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Kooperationen Psychologische Psychotherapeuten in Ausbildung im KEH
u. a. beschäftigen – zum anderen in der Einzelpsychotherapie von Patienten, bei denen individuelle, verhaltenstherapeutisch orientierte Verfahren, psychoedukative Elemente und Kriseninterventionen im Vordergrund stehen. Dafür ist die ausführliche psychologische und testpsychologische Diagnostik, die in Einzelsitzungen mit den Patienten durchgeführt wird, von großer Bedeutung. Die Psychologischen Psychotherapeut/innen in Ausbildung (PPiA) nehmen an dem regulären Stationsablauf wie Briefing, Oberarztvisiten und Soziobesprechungen teil. Durch i hre A rbeit sind d ie Ps ychologischen Psychotherapeuten in Ausbildung ein wichtiger Bestandteil in der psychotherapeutischen Versorgung im KEH.
Dipl.-Psych. Bela Paschen und die Teilnehmer der PPiA-Intervisionsgruppe im KEH

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eit v ielen J ahren s teht d as K EH i n en ger Kooperation mit verschiedenen Ausbildungsinstituten f ür Ps ychotherapie. I m R ahmen der Ausbildung zur Erlangung der Approbation für Psychotherapie sind Diplom-Psychologen bis zu 18 Monaten unentgeltlich auf den ver schiedenen psychiatrischen Stationen oder in den angeschlossenen psychiatrischen Tageskliniken tätig. Die S chwerpunkte l iegen z um ei nen i n der Planung und Durchführung der psychotherapeutischen Gr uppenarbeit, d ie m eist d iagnosespezifische i nhaltliche T hemen b ehandelt. H ierzu gehören Gruppen, die sich vorrangig mit Ängsten, Depressionen, P sychosen, Suc hterkrankungen,

KEH ist Kooperationspartner der Integrierten Versorgung

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er gemeinnützige Verein f ür Psychiatrie und seelische G esundheit i n B erlin e. V. (www.psychiatrie-in-berlin.de) w urde 2003 gegründet. Er stellt eine Initiative für eine verbesserte psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung von psychisch schwer k ranken Patienten dar. Eine wesentliche Zielsetzung des Vereins i st d ie I mplementierung i ntegrierter p sychiatrischer Versorgung in Berlin mit Fokussierung a uf e ine ver besserte a mbulante Versorgung. Seine über 150 Mitglieder sind niedergelassene Nervenärzte/Psychiater, K liniker, Psychotherapeuten, S oziotherapeuten, Ergotherapeuten sowie komplementäre Dienste und Fachpflegedienste als korporative Mitglieder. Im Dezember 2006 konnte unser Verein mit der DAK einen ersten berlinweit gültigen Vertrag nach §140 a SGB V zur Integrierten Versorgung abschließen. Vereinsgründungsmitglied Chefarzt Prof. Dr. Albert Diefenbacher ist mit seiner Klinik seit dem 1.10.2007 vertraglich vereinbarter Kooperationspartner. Die Psychiaterpraxis übernimmt in dem Vertrag eine Leitstellenfunktion u nd koordiniert d ie a mbulante T herapie, die vorrangig Soziotherapie und psychiatrische Hauskrankenpflege beinhaltet. Der Vertrag zeichnet sich durch folgende Merkmale aus: • Fokussierung auf psychisch schwer Kranke • Breite Einschluss-Indikation ( Psychose, De-

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pression, Sucht, Demenz, Psychosomatische Erkrankungen) Stärkung a mbulanter V ersorgung m it k omplexem Behandlungsangebot Psychiatrische Praxis als Koordinations- und Leitstelle Vereinbarte K ooperation m it K liniken u nd mit Hausärzten Flächendeckender Vertrag Sektorenübergreifender Vertragsabschluss auf der Basis einer Vereinsstruktur Angemessene H onorierung a ller L eistungsbereiche

Es n ehmen c a. 50 B erliner N ervenarzt- u nd Psychiaterpraxen und 15 psychosoziale Träger/ Pflegedienste teil. Es konnten bereits über 200 Patienten in das vereinbarte IV-Programm aufgenommen werden. Weitere Krankenkassen haben sich dem Vertrag angeschlossen. Eine Ausweitung der Hausarztkooperation wird angestrebt. Auch der weitere Ausbau der Kooperation mit dem KEH steht im Vordergrund der Anstrengungen.
Dr. med. Norbert Mönter Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Facharzt für Psychiatrie Matthias von Stieglitz Psychiater

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Kooperationen Die Trauma-Schwerpunkt-Station

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n der Brandenburg Klinik B ernau b ei Berlin ( BBK) ex istiert s eit 1 997 e ine spezielle st ationäre Behandlungseinheit zur T herapie der s eelischen F olgen v on traumatischen Ereignissen. Dort arbeiten wir auf einem trauma adaptierten psychodynamischen Hintergrund, ergänzt durch spezifische Techniken und eventuell Pharmakotherapie. Traumabehandlung ist in der BBK eingebettet in eine tiefenpsychologische Behandlung. In L aufe der J ahre h at sich h insichtlich der therapeutischen V orgehensweise e in b eachtlicher D ifferenzierungsbedarf er geben. B ei P atienten mit so genanntem Mono-Trauma erfolgt die Behandlung im Drei-Phasen-Modell mit Stabilisierung, Trauma-Synthese und Reintegration. Es kommen jedoch zunehmend Patienten mit komplexen Traumatisierungen in unsere Behandlung. Die t raumatischen E reignisse überrollen d abei die Ich-Grenzen, zerstören wichtige Beziehungen

Seit 2005 arbeitet die Trauma-Station der BBK mit der Abteilung Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des KEH zusammen, seit 2007 im Rahmen eines Kooperationsvertrages. Wir unterstützen uns im Rahmen der Fortbildung und streben die Etablierung einer qualifizierten Behandlungskette an: vom stationären Erstkontakt im Rahmen der Akutversorgung über eine stationäre spezifische Therapie und/oder Weiterleitung in ambulante Nach behandlung.

und führen neben dem unfreiwilligen Wiedererleben der traumatischen Erfahrung zu Störungen der A ffektregulationsfähigkeit u nd der B eziehungsgestaltung. Ziele der Behandlung sind hier neben der S ymptomreduktion die Wiedererlangung eines Kompetenzgefühls, das Erlernen von Techniken zur A ffektsteuerung, Ressourcenaktivierung, aber auch zunehmende Reflektion über interaktionelle Vorgänge und Muster der B eziehungsgestaltung. Durch die engen Kontakte der Patienten untereinander in den Hausgruppen bietet sich hierzu in der Regel eine Fülle von Material an. Neben den E inzelpsychotherapien kommen psychoedukative, imaginative Gruppen und stabilisierende Körper- bzw. Gestaltungstherapie zur Anwendung. Information über die Natur und die Dynamik von traumatischen Reaktionen ist dabei ein wichtiger Bestandteil. In der Regel i st d ie B ehandlung komplexer Traumafolgestörungen eingebettet in eine langjährige ambulante und phasenweise auch stationäre Behandlung.
Dipl.-Psych. Karin Schröder Leitende Psychologin Brandenburg Klinik

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik

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ie 2 007 er öffnete F riedrich von B odelschwingh-Klinik in Charlottenburg-Wilmersdorf ist eine moderne Einrichtung für psychiatrische, psychosomatische und psychotherapeutische Versorgung, die eine wohnortnahe, ambulante und stationäre Versorgung bietet. Die Klinik des Gemeindepsychiatrischen Verbundes und A ltenhilfe (GPVA) gehört z u den v. B odelschwinghschen A nstalten B ethel. G emeinsam sind die GPVA und das KEH drittgrößter Anbieter psychiatrischer Leistungen in Berlin. Unter der V erantwortung de s Ch efarztes Prof. Dr. Friedel Reischies, einem i nternational ausgewiesenen Fachmann, arbeiten hier erfahrene Ärzte, Psychologen, Therapeuten, Sozialarbeiter und Pflegekräfte. Als diakonische Einrichtung fühlen sich die Mitarbeiter in besonderem Maße der ä rztlichen, p flegerischen u nd se elsorgerlichen Zuwendung zum Menschen verpflichtet. Zu den Behandlungsschwerpunkten gehören Depression, Schizophrenie, Demenz und Abhängigkeits-

Kontakt Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Chefarzt: Prof. Dr. Friedel Reischies Landhausstraße 33 –35 10717 Berlin 7 Tel. 54 72 – 7 77 www.FvBKlinik-Berlin.de

erkrankungen. D ie n eue T agesklinik ver fügt über 20 Plätze. Die Spezialambulanz am Berliner Behandlungszentrum (BHZ) für akut psychisch kranke Erwachsene mit geistiger Behinderung, angesiedelt am KEH, bietet i n der Friedrich von Bodelschwingh-Klinik ei ne S prechstunde f ür eine wohnortnahe Versorgung an. (Kontakt: Frau Dr. Sappok, siehe S. 12). Prof. Reischies und Prof. Diefenbacher u nterstreichen d ie e nge Z usammenarbeit: » Zwischen u nseren H äusern bz w. Abteilungen bestehen enge Fort- und Weiterbildungskooperationen und in der Betreuung von Forschungsprojekten.«

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Kooperationen Kunst als Therapie Universität der Künste (UdK) Kunsthochschule Weißensee
Psychose im Film Über kaum eine andere Erkrankung exis tieren mehr Missverständnisse und Vorurteile als über die Psychose. Dies wird im Spielfilm besonders deutlich. Unter dem Titel »Psychose im Film als Spiegel der Gesellschaft« startete die Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des KEH zusammen mit dem Früherkennungs- und Therapie-Zentrum für beginnende Psychosen der Charité und der Freien Universität Berlin eine zweijährige kritische Filmreihe. Ziel dieser Filmreihe (9 Filme) ist es, eine Auseinandersetzung mit Haltungen zu psychotischen Störungen sowie den damit verbundenen Lebensläufen und Leidenszuständen der Betroffenen anzustoßen. Kontakt Dr. Cornelia Klinger Oberärztin Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie 8 Tel. 54 72 – 5 61

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as Z entralinstitut f ür W eiterbildung der UdK bietet einen qualifizierten Masterstudiengang Musi k t her apie a n. Durch d ie L ehrtätigkeit des Chefarztes, Herrn Prof. Dr. Diefenbacher, ist der Boden für eine enge Zusammenarbeit gelegt. Ein Teil der Semina re (z. B. Psychiatrische K rankheitslehre, oder therapeutische Gesprächsführung) findet vor Ort, nahe an der klinischen Praxis statt. Auch besteht vor O rt die Möglichkeit, durch Gespräche mit den h ier beschäftigten Musiktherapeuten d ie m usiktherapeutische P raxis a m K EH kennen zu lernen. Alle Musiktherapeuten stellen sich darüber hinaus auch als Mentoren zur Verfügung und bieten die Möglichkeit für Praktika und Hospitationen. So profitieren die Studenten vom großen Erfahrungsschatz der Therapeuten, lernen Methoden und Konzepte kennen, erfahren musiktherapeutische Behandlung im Zusammenhang mit anderen Behandlungsformen und sind angeleitet auch selbst therapeutisch und cotherapeutisch aktiv zu werden. Eine weitere Ebene der Z usammenarbeit ist die Evaluation und wissenschaftliche Arbeit. Gerade die Unterstützung durch engagierte Studenten macht Projekte möglich – aktuell die Videodokumentation und Auswertung musiktherapeutischer Einzelsitzungen im Rahmen des Schwerpunktes »Autismus bei gei stiger B ehinderung« oder d ie Untersuchung von Dokumentationsformen und Informationsstrukturen der im Wachstum begriffenen S pezialambulanz f ür ps ychisch k ranke Menschen mit geistiger Behinderung. So können Ergebnisse einer Zusammenarbeit einerseits der Klinik zu Evaluationszwecken nützlich sein, für die Studenten bieten zielgerichtete Praktika die Möglichkeit für eine weitere wissenschaftliche Beschäftigung m it der M usiktherapie, z . B. i m Rahmen von einer Diplom- oder Masterarbeit.
Thomas Bergmann Diplom-Musiktherapeut Lehrbeauftragter der UdK

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m M alen, Z eichnen u nd B ildhauern h aben schon viele Menschen eine Ausdrucksform für ihre Gedanken, Gefühle, Wünsche und Hoffnungen gefunden. In der Kunsttherapie werden Menschen ermutigt, ihren Problemen und Konflikten s ichtbaren A usdruck z u verl eihen u nd persönliche Themen zu erforschen und zu bearbeiten. Oft ist das etwas, wofür keine Worte vorhanden sind. Damit ist die Kunsttherapie auch ein Weg, auf symbolische Weise mit sich selbst und mit andern zu kommunizieren. Bilder und Skulpturen spiegeln dem künstlerisch Schaffenden etwas zurück, was er oder sie vorher nicht von s ich k annte, v ielleicht n icht wa hrzunehmen ver mochte. Kunst k ann n icht nur helfen, sich sel bst b esser z u ver stehen, sondern auch als Experimentierfeld für Neues, bisher nie Gewagtes b enutzt werden: B ilder können ver ändert, übermalt, neue Entwürfe gemacht werden. Auf d iese Weise werden of t u ngeahnte Fähigkeiten entdeckt und das Selbst wertgefühl kann wachsen. Den U mgang m it sei nem B ild b estimmt d er Patient selbst – welches Material oder Thema er wählt, ob er dazu etwas sagen will, ob es einen Rahmen erhält oder in der Abteilung ausgestellt werden soll. Um d ie h eilenden K räfte k ünstlerischen Gestaltens a n sich selbst er fahren z u können, muss man keine besondere Begabung mitbringen. Die Kunsttherapie wird als Gruppen- und als Einzeltherapie angeboten. Seit Anfang 2005 führen einige unserer Studierenden de s M aster studiengangs K unsttherapie ih r P raktikum im B ehand lungszentrum (BHZ) des KEH durch. Bisher haben bereits fünf KT-Studentinnen dort ein Praktikum von ca. drei bis v ier Mon aten a bsolviert. Auch i m R ahmen der Fortbildung kooperieren wir mit dem K EH zum T hema Ku nsttherapie. Unsere St udenten haben das BHZ als eine feste Praktikumsadresse vermerkt.
Prof. Dr. Karin Dannecker Kunsthochschule Weißensee Studiengang Kunsttherapie

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Kooperationen Wenn übersetzte Sprache die Brücke zur Psyche wird
KEH kooperiert mit Gemeindedolmetschdienst
Gemeindedolmetschdienst Berlin

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enschen aus rund 180 Nationen leben in Berlin. Für den Gesundheits- und den sozialen Bereich ist Sprach- und Kulturmittlung von besonderer Bedeutung, wie der j üngst veröf fentlichte G esundheitsbericht der Senatsverwaltung festgestellt hat. Dieser Aufgabe nimmt sich der Gemeindedolmetschdienst an, den G esundheit Berlin e. V., L andesarbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, zusammen mit der Plan- und Leitstelle Gesundheit des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg ab dem Jahr 2002 aufgebaut hat. Muttersprachliche Kommunikation in mehr a ls 19 Sprachen k ann der Gemeindedolmetschdienst im Großraum Berlin heute anbieten. Im vergangenen Jahr machten Türkisch, Arabisch und Russisch rund die Hälfte der über 1.500 Einsätze aus; aber auch Serbisch/ Kroatisch/Bosnisch, Vi etnamesisch, P olnisch und A lbanisch wa ren gef ragt. D er p otenzielle Bedarf an Sprach- und Kulturmittlung ist noch größer: Pro Jahr ist allein im stationären Bereich der Berliner Krankenhäuser von mehr als 34.000 Fällen a uszugehen, i n den en s ich P atienten/ innen nicht adäquat verständigen können. Seit 2005 arbeitet das KEH mit dem Gemeindedolmetschdienst zusammen. Bereits über 100 gedolmetschte G espräche m it Patienten hat es

Arzt und Patient im Gespräch mit dem GDD-Dolmetscher, Nahid Zvornicanin (Mitte)

Kontakt Gemeindedolmetschdienst Berlin Müllenhoffstraße 17, 10967 Berlin Tel. 44 31 90 90 info@gemeindedolmetschdienst-berlin.de

seitdem gegeben, davon mehr als die Hälfte im psychiatrischen Bereich. Das KEH gehört zu den Berliner Krankenhäusern, die den Gemeindedolmetschdienst am intensivsten nutzen. Für die Einsätze in den ps ychiatrischen Abteilungen g ibt e s b esonders h ohe A nforderungen an die Professionalität und emotionale Stabilität der Dolmetscher/innen: Distanzvermögen, Neutralität, d ie Konzentration auf d as Wesentliche und das wortgetreue Dolmetschen auch i n sc hwierigen Fällen i st geforder t, et wa wenn ein Patient mit Paranoia seine Gefühlswelt beschreibt. Oftmals ist die Sprache der ei nzige Zugang z ur K rankheit u nd t ransportiert g anz besonders die Symptomatik. Hinzu kommt der Aspekt der Ku lturmittlung, et wa k ulturspezifische B esonderheiten b ei K rankheitsbeschreibungen oder auch sozialpolitische Hintergründe wie das politische System des Herkunftslandes. »Wir sind froh, dass es den Gemeindedolmetschdienst gibt und hoffen, dass dieses Angebot dauerhaft in Berlin etabliert werden kann«, bedankt sich Prof. Dr. med. Albert Diefenbacher für die erfolgreiche Zusammenarbeit.
Carsten Direske Gesundheit Berlin e. V – Landesarbeits. gemeinschaft für Gesundheitsförderung

Entlassungsmanagement – eine Schnittstelle für Vernetzung

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ine re chtzeitige, g ut k oordinierte E ntlassungsplanung ist für die Sicherung des stationären Behandlungserfolgs von entscheidender Bedeutung, da zu diesem Zeitpunkt die Therapie in der Regel noch nicht abgeschlossen ist, sondern ambulant for tgesetzt werden kann. So ist zu sichern, dass die medikamentöse Therapie, die Psychotherapie und die notwendigen sozialtherapeutischen Strategien ohne Unterbrechung fortgesetzt werden. Bei der Behandlung psychisch kranker Menschen beziehen wir die Auswirkungen der E rkrankung auf deren soz iale Situation mit ein. Um den Bedürfnissen der Patienten und

Angehörigen gere cht z u w erden, i st d as d afür erforderliche Versorgungsnetz zu knüpfen und zu pflegen. So arbeitet unser Sozialdienst in Gremien des Bezirks mit, wie z. B. im Geriatrisch-Gerontopsychiatrischen V erbund L ichtenberg, i n d en AG‘en Psychiatrie und Sucht, in der PSAG, in der Steuerungskonferenz für die Bereiche Psychiatrie und Sucht und in der Arbeitsgruppe Fallmanagement. Darüber hinaus kooperieren wir zusätzlich mit externen Partnern: Es sind K rankenkassen, Rentenversicherungsträger, A rbeitsamt und JobCenter, Sozialhilfeträger, die Träger von Eingliederungshilfemaßnahmen, ambulante Pflegedienste, Sanitätshäuser, die Amtsgerichte und Betreuungsstellen, um nur einige zu nennen.
Regina Michalke Dipl. Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin

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Kunst im KEH
Ein Beitrag zur Milieugestaltung

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eit einigen Jahren gibt es im KEH verschiedene Kunst-Projekte, die zur Milieugestaltung b eitragen u nd u nser K rankenhaus unter anderem als gastlichen Ort für Patienten (und auch Wohlfühlort für Mitarbeiter) ausweisen sollen. Zum Thema »Balance« schuf der p olnische Künstler Jerzy Kedziora Plastiken, die im ParkGelände zu schweben scheinen. Während zweier Bildhauer-Workshops arbeiteten bildende Künstler mit Holz aus unserem Gelände und es entstanden Plastiken, d ie u. a. vor H aus 1 u nd Haus 8 zu sehen sind. Im Garten der Ep ileptologie steht ein überdimensionierter Holzstuhl (»Herbert« von Christian M aurer), der den Bl ick sc härfen so ll f ür die Andersartigkeit und die Probleme mancher Menschen. Eine Bronzeplastik vor Haus 22 und eine L indenplastik im Haus 103 stammen vom Künstler Detlef Rohrbach, der sich dem Thema »Trihelix« verschrieben hat. Auf einer Suchtsta-

Gemeinschaftsarbeit (Robinie, Kettensägearbeit) von Franziska Partzsch und Max Kowalewski entstanden im Bildhauerworkshop
2005

Kontakt Regina Winkler 2 Tel. 54 72 - 2 12

tion hängen Arbeiten der jungen Fotokünstlerin Jorinde Voigt, deren Bilder kaleidoskopartig die FLORA INDONESIA zeigen. Ein M al- u nd Z eichenwettbewerb i m J ahr 2006 hat vor a llem Patienten a ngeregt, z u P insel und Stift zu greifen, um ihre Sicht auf unser Krankenhaus abzubilden.
Regina Winkler Therapeutin Leiterin Patientenclub

Ärztehaus für psychische Gesundheit am KEH

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as M edizinische V ersorgungszentrum »Ärztehaus f ür p sychische G esundheit am K EH« konnte am 1. Oktober 2007 in der Herzbergstraße 82 den Betrieb aufnehmen. Vorausgegangene Schließungen von Arztpraxen für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie bzw. Abwanderungen von A rtzsitzen in andere Stadtbezirke haben zu einer Unterversorgung im Stadtbezirk Lichtenberg-Hohenschönhausen geführt, dem Einhalt geboten werden sollte. Gemeinsam er arbeiteten P rofessor D iefenbacher und der Vertreter niedergelassener Nervenärzte, Dr. Franz, ein Projekt für die Schaffung dieses Ä rztehauses m it d em Z iel, a mbulante Facharztkapazität zu bündeln, neue ärztliche und psychotherapeutische K ollegen z u ge winnen und somit dem Verlust weiterer Facharztpraxen entgegenzuwirken. D ie u nmittelbare Nac hbarschaft von K EH und MVZ ist eine günstige Vor-

Kontakt MVZ – Ärztehausfür Psychische Gesundheit am KEH Herzbergstraße 82 10365 Berlin www.mvz-aerztehauskeh.de Anmeldung Tel. 55 05 12 33 Geschäftsführung Tel. 55 05 12 38 Fax
Tel. 55 05 12 39

aussetzung für eine enge Kooperation zwischen stationärem und ambulantem Bereich, die sich in der Q ualität der m edizinischen Versorgung psychisch kranker Menschen widerspiegelt. Da beide Bereiche über Weiterbildungsbefugnisse zum Facharzt f ür Psychiatrie und Psychotherapie verfügen, ergeben sich auch neue Möglichkeiten f ür eine umfassende Weiterbildung von Fachärzten. Im MVZ arbeiten zwei Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie, zwei Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, eine ärztliche Weiterbildungsassistentin im Fach Psychiatrie und eine psychologische P sychotherapeutin s owie f ünf Arzthelferinnen. Integrierte V ersorgung von P atienten m it psychischen Erkrankungen und soziotherapeutische Maßnahmen werden von Uwe Wolf, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, koordiniert. Im ersten Quartal diesen Jahres wurden im MVZ bereits mehr als 3000 Patienten behandelt.
Dr. med. Peter Franz Ärztlicher Leiter

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Clearingstelle ist gefragt
Berliner Modellprojekt im KEH

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BERLINER CLEARINGSTELLE er B erliner S e nat hat das Ev . für Menschen mit geistiger Behinderung K r a n ke n h au s (KEH) mit der U msetzung de s Mo dellprojekts » Clearingstelle für Menschen mit geistiger B ehinderung« beauftragt. Seit gut einem halben Jahr berät ein Hilfreich war das Team multiprofessionelles T eam a lle I nstitutionen, um Dr. Tatjana Voß Kostenträger und Anbieter, die an der Versorgung zum Beispiel bei einem geistig behinderter Menschen beteiligt sind. 19-jährigen geistig be »Die Re sonanz a uf d as A ngebot i st g ut«, hinderten Mann, der aufberichtet Projektleiterin Dr. Tatjana Voß. Rund 40 gehört hatte zu sprechen Fälle hat das vierköpfige Team bearbeitet, seit es und handgreiflich gegenim September 2007 die Arbeit im »Haus 9« aufge- über seinen Eltern und nommen hat. Im Schnitt gingen zwischen sechs seinem jüngeren Bruder und sieben Anfragen im Monat ein. Das sei eine wurde. »Wir haben ihn gute Frequenz, die den Bedarf für die Einrichtung untersucht und eine belege, so Tatjana Voß. Vor allem Einrichtungsträ- Schizophrenie als Ur ger würden die Clearingstelle häufig nutzen. sache für sein veränderNeben Dr. Voß, F achärztin f ür Ps ychiatrie tes Verhalten festgestellt. und Ps ychotherapie, er gänzen d ie P rojektkoor- Dann haben wir ihn in dinatorin und Wirtschaftsjuristin Sabine Wosko- eine psychiatrische bojnik, d ie Ps ychologin E lke M illauer u nd d ie Behandlung vermittelt. Pädagogin Katrin Herberger das Team. Inzwischen ist er geneDie Clearingstelle soll i n B erlin d ie Versor- sen und wohnt in einem gung von Menschen mit geistiger Behinderung normalen Wohnheim der im Wohnbereich verbessern. Das Hauptaugen- Behindertenhilfe.« merk g ilt B etroffenen, d ie z usätzlich a n e iner psychischen E rkrankung l eiden. A ls P rojekt- Kontakt Standort h at der B erliner S enat d as B ehand- Dr. med. Tatjana Voß, lungszentrum für Menschen mit geistiger Behin- FÄ für Psychiatrie und derung u nd ps ychischer E rkrankung i m K EH Psychotherapie, Forensiausgewählt. C hefarzt P rofessor D iefenbacher sche Psychiatrie (DGPPN) versteht d ie E ntscheidung a ls A nerkennung 9 Tel. 54 72 - 4 53 der gele isteten A rbeit i m bundesweit g rößten clearingstelle@keh-berlin.de Behandlungszentrum für die spezielle Zielgrup- www.clearingstelle-berlin.de pe. »Das ist eine Würdigung unserer besonderen fachlichen Expertise und Kooperationsfähigkeit«, Telefonische Sprechzeiten so Professor Diefenbacher. Montag, Dienstag, Seit 2 000 g ibt e s i m K EH den s peziellen Freitag: 10–12 Uhr Bereich für geistig behinderte Menschen mit psychischer Erkrankung, der n ach A nsicht von Professor D iefenbacher l ange Z eit »stiefmütterlich« behandelt wurde. Inzwischen habe er sich zu einem Vorzeigebereich de s K rankenhauses

Der fachkundige Rat von Dr. Tatjana Voß (M.) und Katrin Herberger (r.) wurde im ersten halben Jahr des Projektes häufig nachgefragt.

entwickelt. »Die Schaffung der Clearingstelle an unserem Standort ist der vorläufige Höhepunkt.« Die Cl earingstelle u nterstützt vor a llem Kostenträger und Leistungserbringer bei der fachlichen Klärung einer bedarfsgerechten Betreuung im Wohnbereich. Wenn es zum Beispiel darum geht, eine geeignete Einrichtung für einen geistig behinderten Menschen mit besonders problematischen Verhaltensweisen zu finden, übernimmt die Clearingstelle die Diagnostik, stellt unter anderem St ärken und Schwächen des B etroffenen fe st u nd s chreibt e ine e ntsprechende Stellungnahme. Die Gutachten haben lediglich empfehlenden Charakter, denn die Clearingstelle soll neutral arbeiten. Das Team hilft auch bei der Lösung schwieriger Probleme, zum Beispiel, wenn es darum geht, Konflikte zwischen den an der Versorgung Beteiligten zu schlichten oder gravierende Betreuungsprobleme auftreten. »Wenn ein betreuter Mensch sich so auffällig verhält, dass die Wohneinrichtung sagt ›Wir können nicht mehr!‹, dann beraten wir auch vor Ort. Wir machen uns ein Bild von der Situation und schauen, wie wir das Team unterstützen können«, so Dr. Tatjana Voß. Häufig wird die Clearingstelle angefragt, wenn es um F ragen zu L eistungszusagen g eht. Da s Team stellt z. B. fest, ob jemand Eingliederungshilfe, einen Transport oder einen Platz in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung benötigt. Wird d as Mo dellprojekt i m F ebruar 2 009 erfolgreich abgeschlossen, soll die Clearingstelle dauerhaft eingerichtet werden. »Dann bleibt allerdings noch zu klären, wie diese Leistung finanziert wird«, so Dr. Tatjana Voß. Auch die fachliche Zusammenstellung de s Teams w ird d ann ei n Thema sein.
Gunnar Kreutner v. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel

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Gemeinsame Gesundheitsprojekte auf dem Vormarsch

Möchten Sie mehr über die Möglichkeiten zur Vorbeugung von Stürzen erfahren?
60 % 50 % 40 % 30 % 20 % 10 % 0% ja nein 32,9 % 55,4 %

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ie F akten s prechen f ür s ich: Von etwa vier Mil lionen a n e iner Depression erkrankten Menschen in der Bu ndesrepublik w erden nur etwa 1,4 Millionen korrekt diagnostiziert. Eine adäquate Therapie Eine weitere Säule der erhalten nur et wa 400 000 Erkrankte. I n Berlin guten Zusammenarbeit rangiert d ie Z ahl der S elbsttötungen aufgrund zwischen dem Bezirksamt einer Depression mit 440 Personen vor der Z ahl Lichtenberg, dem der Verkehrstoten. Die Zahl der KrankenhauspaKrankenhaus und dem tienten mit Depressionen hat in den vergangenen komplementär ambuvier Jahren um 40 % zugenommen. lanten Bereich ist die Die ge schilderten Z ahlen w aren u nd s ind Arbeit zum Aufbau einer Anlass für den Bezirk und für das KEH, gemeinsafachlichen Vortragsreihe me Wege zu gehen. So sind bis heute interessante »Psychiatrie im Alltag«, und berlinweit einmalige Public-Health-Projekte die ab September 2008 für Lichtenberg angeschoben worden. Zum einen an der Volkshochschule steht dafür die erfolgreiche Zusammenarbeit auf für die 40 Fallmanager dem Feld der D epression. D en Au ftakt bi ldete in Lichtenberg etabliert 2007 eine sehr g ut b esuchte Veranstaltung auf werden soll. Ihnen der d er B ezirk u nd d ie A bteilung P sychiatrie, werden häufig vorPsychotherapie und Psychosomatik des KEH zu kommende psychische einem Dokumentarfilm über Depression und Krankheitsbilder und die einer anschließenden öffentlichen Diskussion ins speziellen bezirklichen Rathaus eingeladen hatten. Ebenso große ResoBeratungsangebote nanz hatte die Gesundheitskonferenz im Festsaal näher gebracht. des KEH. Hier versuchten Gesundheitspolitiker, Gleichzeitig wird Mediziner, Betroffene und Angehörige die Frage eine Kurzvariante des zu beantworten, ob Depressionen zum SchickThemenspektrums sal oder zu den H erausforderungen des Lebens in Form einer zählen. Die Gesundheitssenatorin Katrin LompKompaktveranstaltung scher s agte: » Depressionen w erden z u e inem für den Bürger stattfingesellschaftlich w ahrnehmbaren P roblem«. In den. den anschließenden Multiplikatorenschulungen wurden i n ver schiedenen b ezirklichen Haben Sie Angst davor zu stürzen? Einrichtungen 150 i nAntwort fehlt teressierte P rofessio8,2 % nelle und Laien durch Mitarbeiter d es K EH mit organisatorischer nein ja Unterstützung des Be47,8 % 44 % zirks geschult.

11,7 % Antwort fehlt

Sturzprävention Bereits 2006 machte die Lichtenberger Planungsund Koordinierungsstelle Gesundheit durch verschiedene Veranstaltungen auf das Thema Sturzprävention im Alter aufmerksam. Im Rahmen des bezirklichen Verbundnetzwerkes GGV (Gerontogeriatrischer Verbund) wurde der Gedanke der Sturzprävention konzeptionell weiterentwickelt. Wir wollen auf die Probleme, die der dem ografische Wandel m it s ich b ringt, g ut v orbereitet sein. Deshalb w urde vom B ezirksamt eine Studie in Auftrag gegeben. Fast die Hälfte der 4 00 befragten Seniorinnen und Senioren hat Angst zu stürzen und möchte über die Möglichkeiten der Gefahrenvermeidung aufgeklärt werden. Um länger beweglich zu bleiben, wünschen sich 40 % der Befragten Angebote zu Spaziergangsgruppen. In der Veranstaltung im März 2008 waren die Seniorinnen und Senioren des Bezirks eingeladen worden. Es wurde ein Gemeinschaftsprojekt durch d ie P lanungs- u nd K oordinierungsstelle Gesundheit initiiert, an dem das KEH beteiligt ist. Es entstand die Idee der ehrenamtlichen Spaziergangspaten. Die Spaziergangspaten sollen bis zu zehn Personen kostenfrei durch einzelne Gebiete des Bezirks führen. Zu weiteren Visionen im Bereich der Gesundheitsförderung u nd P rävention f ür den B ezirk Lichtenberg zählen u. a. der Aufbau einer Ständigen Gesundheitskonferenz, die mit Vertretern aus Gesellschaft, Medizin und Politik Gesundheitsziele in temporären Expertenkreisen festlegt. 2008 tagt der Expertenkreis Seniorengesundheit, der die bezirkliche Gesundheitskonferenz im November 2008 vorbereitet.
Sandra Born, Bezirksamt Lichtenberg von Berlin Abteilung für Familie, Jugend und Gesundheit Leiterin der Planungs- und Koordinierungsstelle

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Haus Abteilung/Station
Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge gGmbH Herzbergstraße 79, 10365 Berlin Telefon (030) 54 72 - 0 Telefax (030) 54 72- 20 00 www.keh-berlin.de; keh@keh-berlin.de

Telefon

1 1 3 103

Gefäßzentrum Berlin Angiographie/Kardiologie CA: Prof. Dr. Karl-Ludwig Schulte Station IN 1/IN 2 Station ITS 2 Angiographie

54 72 -37 01 54 72 -37 50/60 54 72 -37 45 54 72 -36 20

Geschäftsführung Vorsitzender Geschäftsführer: Dr. Rainer Norden Telefon 54 72 - 21 00 r.norden@keh-berlin.de Theologischer Geschäftsführer: Pastor Dr. Johannes Feldmann Telefon 54 72 - 21 21 j.feldmann@keh-berlin.de Krankenhaus-Betriebsleitung Prokurist und Kaufmännischer Direktor: Michael Mielke Telefon 54 72 - 25 00 m.mielke@keh-berlin.de Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Karl-Ludwig Schulte Telefon 54 72 - 37 00 k.schulte@keh-berlin.de Stellvertretender Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Albert Diefenbacher, MBA Telefon 54 72 - 48 01 a.diefenbacher@keh-berlin.de Stellvertretender Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Heinz-Joachim Meencke Telefon 54 72 - 35 01 h.meencke@keh-berlin.de Pflegedirektion: Uwe Kropp Telefon 54 72 - 21 10 u.kropp@keh-berlin.de Theologe in der KHBL: Pfarrer Winfried Böttler Telefon 54 72 - 21 23 w.boettler@keh-berlin.de Seelsorge Pfarrer Dr. Andreas Reich (Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik und Epileptologie) Telefon 54 72 - 50 50 Pfarrerin Regina Schulz (Innere, Chirurgie, Gefäßchirurgie, Neurologie und Urologie) Telefon 54 72 - 50 54 Erste Hilfe/Notaufnahme Zentrale Aufnahme 54 72 - 30 02 54 72 - 30 01

Gastroenterologie/Infektiologie/ Nephr ologie 1 CA: PD Dr. Walter Heise 1 Station IN 1 3 Station IN 4, Station Dialyse 103 Endoskopie 103 5 3 3 23 5 105 105 5 105 5 Gefäßchirurgie Chefarzt: PD Dr. Hans Scholz Station CHG 1 Neurologie CA: PD Dr. Hans-Christian Koennecke Station NE 1 Schmerzambulanz Anästhesiologie und Intensivmedizin CA: Dr. Manfred Lang Station ITS 1 Chirur gie CA: Dr. Georg Decker Station CH 1, CH 2 Ur ologie CA: Prof. Dr. Peter Althaus Station UR 1 Epilepsie-Zentrum Berlin-Brandenburg Epileptologie und Institut für Diagnostik der Epilepsien gGmbH Medizinischer Direktor: Prof. Dr. Heinz-Joachim Meencke Station EP 1, EP 2 Station EP 3 Ambulanz Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- u. Jugendalters CÄ: Dr. Kamilla Körner-Köbele Station KP 1 Station KP 2/Tagesklinik Institutsambulanz

54 72-37 05 54 72-37 50 54 72-37 80/90 54 72- 37 27 54 72 -47 01 54 72 -34 20 54 72-42 01 54 72-42 10 54 72 - 30 25 54 72-32 01 54 72-32 03 54 72-34 01 54 72-34 30/40 54 72- 46 01 54 72- 46 20

4 4 4

54 72 -35 01 54 72 -35 13/22 54 72 -35 30 54 72 -35 03

2 2 2 19

54 72-38 01 54 72-38 40 54 72-38 50 54 72-38 15

Ambulantes Zentrum 54 72 - 30 20 (Ambulanzen, D-Arzt, vor- und nachstationäre Untersuchungen)

Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik 6 CA: Prof. Dr. Albert Diefenbacher, MBA 8 Ltd. Psychologische Psychotherapeutin, Dipl.-Psych. Eva Weiß 8 Station P 1 8 Station P 2 6 Station P 5 6 Station P 6 6 Station P 9 6 Station P 10 9 Station P 7/P 8 Behandlungszentrum für psychisch kranke Menschen mit geistiger Be hinderung 11 Spezialambulanz 52 Institutsambulanz 52 Tagesklinik Herzbergstraße – Tagesklinik Boxhagener Straße

54 72-48 01 54 72-58 65 54 72-58 30 54 72-58 50 54 72-48 20 54 72-48 30 54 72-48 40 54 72-48 50 54 72-49 03/02 54 72-49 16 54 72-49 52 55 49 -04 85 55 49-04 25 29 66-84 85

Druck_KEH-Report_08 Teil II.indd24 24

19.06.2008 10:31:34 Uhr
        
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