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Periodical volume

Full text: Nachhaltigkeitsbericht ... Issue 2011/2012

Schön

und gut.
Nachhaltigkeitsbericht 2011/2012

Inhalt

Editorial
Leitwort des Senators
Brief der Geschäftsführung

2
3

HOWOGE
Unternehmen
Nachhaltigkeit
Stakeholder

6
9
12

Ökonomie

16

Soziales
Kieze
Servicegesellschaft
Mitarbeiter

24
32
40

Ökologie

50

Compliance

62

Informationen
Mitgliedschaften und Ausblick 2012/2013
Berichtsparameter
Impressum und Ansprechpartner

70
72
74

	HOWOGE

	 Mittendrin. Ganz dabei!
Erfolg kommt nicht von ungefähr. Erfolg kommt von Engagement,
Zusammen­arbeit und der Konzentration auf das Wesentliche: u
­ nsere
Mieter. Wir fühlen uns für jeden Einzelnen von ihnen verantwortlich.
Und das zieht uns täglich dorthin, wo sie zu Hause sind, in unsere
21 Kieze. Hier sind wir für sie da – offen, geradlinig und zuverlässig.

Was wir machen, machen wir gründlich, und das vom ersten Schritt an.
Deshalb sind wir nicht nur ein sozial­verantwortlicher P­ artner für unsere
Mieter, sondern auch wirtschaftlich stabil aufgestellt – und so soll das
auch bleiben! Wir sind ein starker Partner für ein modernes und lebenswertes ­Berlin. Was das genau heißt? Darüber können Sie mehr erfahren
in unserem ersten Nachhaltigkeitsbericht.

1

Leitwort des Senators

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Begleiter und Partner der HOWOGE,
eine so vielschichtige Stadt wie Berlin zu entwickeln und zukunftsorientiert zu gestalten
ist eine reizvolle und zugleich herausfordernde Aufgabe – auch und gerade im Hinblick
auf die Wohnungspolitik. Und meine Erfahrungen aus der politischen Arbeit belegen:
Lösungen sind nur dann wirklich nachhaltig, wenn sie von allen handelnden Akteuren
voll und verantwortlich getragen werden – so wie von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der HOWOGE.

Michael Müller
Seit Dezember 2011 Senator für
Stadtentwicklung und Umwelt in Berlin

Die Menschen in unserer Stadt möchten sehen, wie wir das Thema Wohnen angehen. Zu
Recht, denn es betrifft ihren unmittelbaren Alltag: demografischer Wandel, Integra­tion,
Chancengleichheit, Mitwirkung, Bildung, Wirtschaftlichkeit, bezahlbarer Wohnraum.
Hinter diesen Begriffen stehen Fragen, auf die wir gemeinsam neue und tragfähige Antworten finden müssen. Das Ziel ist klar: Wir wollen, dass sich die Menschen in unserer
Stadt zu Hause fühlen – die älteren genauso wie die jungen.
Um dies zu erreichen, betreiben wir in Berlin seit einigen Jahren unter anderem ein aktives
Quartiersmanagement – und dies mit Erfolg: In der Stadt sind vielfach neue Netzwerke
entstanden und in den Kiezen können wir ein Verantwortungs- und Gemeinschafts­
bewusstsein feststellen. Sicher, es gibt immer Anlass, sich noch weiter zu engagieren,
noch bessere Ideen umzusetzen oder Aspekte zu überdenken. Aber das Erreichte stimmt
mich zuversichtlich, dass wir auch für noch anstehende Aufgaben solide und zuverlässige
Lösungen entwickeln werden.
Ich freue mich sehr, dass Berlin mit der HOWOGE über ein gesundes kommunales
Unternehmen verfügt: mit einem sanierten Bestand, einem außerordentlich hohen Ver­
mietungsgrad und mit sichtbar zufriedenen Mietern, die zu bezahlbaren Konditionen in
lebenswerten Kiezen wohnen. Besonders beeindruckend ist die wirtschaftliche Stabilität
der HOWOGE, denn nur so ist Zukunft in all ihren Facetten nachhaltig zu gestalten. Es
ist wichtig, dass wir mit unseren kommunalen Gesellschaften vorangehen, tragfähige
Lösungskonzepte für das Wohnen in der Hauptstadt umsetzen und auch den privaten
Wohnungsträgern zeigen können, wie es geht.
Die gute Entwicklung der HOWOGE scheint mir kein Zufall zu sein. Im Gegenteil:
Ich entdecke die Nutzung eines einfachen, aber wirksamen Prinzips: gemeinsam an­
packen und dabei die Menschen in den Kiezen mitnehmen.
Ihr

Michael Müller
Senator für Stadtentwicklung und Umwelt

2

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

Brief der Geschäftsführung

Sehr geehrte Leser,
liebe Partner und Freunde der HOWOGE,
zu wohnen heißt, zu Hause zu sein, an einem Ort, an dem man gerne lebt. Wir von
der HOWOGE stellen unseren Mietern, vor allem im Berliner Bezirk Lichtenberg, ­diesen
Lebensraum zur Verfügung. Darüber hinaus begleiten wir sie mit vielen Leistungen,
die ihnen den Alltag angenehmer machen. Dies gelingt uns, weil wir vorausschauend
­handeln, sowohl hinsichtlich der wirtschaftlichen und sozialen als auch der ökologischen
und rechtlichen Belange.
Wir freuen uns sehr, dass wir Ihnen mit diesem Bericht unseren ersten Nachhaltigkeits-­
bericht vorlegen können. Die Entscheidung für das Projekt „Nachhaltigkeitsbericht“
­trafen wir aus Überzeugung. Zunächst waren wir der Ansicht, dass Nachhaltigkeit bei
uns gelebte Normalität ist und wir darüber nun wirklich nicht gesondert b
­erichten
brauchen. Doch nach genauerer Überlegung war für uns schnell klar: Gerade weil wir
­unser Handeln an langfristigen Maßstäben ausrichten, ist es gut, einen Blick auf das
­ganze Bild zu werfen. Denn als kommunales Unternehmen steht die HOWOGE gegenüber ihren Partnern und der Öffentlichkeit in einer besonderen Verantwortung. Dieser
Verpflichtung wollen wir bestmöglich gerecht werden. Und das wollen wir auch dokumentieren.

Sophia Eltrop (l.) und Stefanie Frensch (r.)
Seit April 2011 an der Spitze der
HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH

Uns ist klar: Um unsere Mieter auch in Zukunft und auf Dauer zufriedenstellen zu ­können,
müssen wir mit den eigenen Kräften und auch mit den Ressourcen unseres Umfelds
sorgsam umgehen. Für unsere Mitarbeiter wollen wir sicherstellen, dass wir noch lange
ein zuverlässiger und attraktiver Arbeitgeber sind. Gleichzeitig wollen wir die Kapitalkraft
unseres Unternehmens jederzeit auf einem stabilen Niveau halten; denn nur so können
wir weiter die erforderlichen Investitionen für die Erhaltung und Entwicklung unseres
Bestands aufbringen und weiter wachsen. Für den breiten Markt an Zulieferern und
Dienstleistern – und auch für den Wettbewerb – wollen wir ein fairer Geschäftspartner
sein. Unser Handeln messen wir stets an einem aktiven Einsatz für eine intakte Umwelt,
deren Erhaltung und Schutz.
Die HOWOGE hat einen besonderen Auftrag: Dieser lautet, breiten Bevölkerungs­schichten
im Land Berlin Wohnraum zu sozialverträglichen Mieten zur Verfügung zu stellen und­
darüber hinaus neuen Wohnraum zu schaffen. Aufgrund des starken Siedlungscharakters unserer Bestände haben wir eine große Chance, unsere Kieze und den Alltag der
darin lebenden M
­ enschen aktiv mitzugestalten. Diese Chance werden wir auch in den
kommenden Jahren nutzen – verlässlich und mit vollem Einsatz.
Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre.

Stefanie Frensch					Sophia Eltrop
Geschäftsführerin					Geschäftsführerin

3

Ganz

dabei!

4

Wer bei uns anfängt, spürt schnell: Bei der HOWOGE
ist vieles besonders. Wir arbeiten gerne hier,
weil ­jeder von uns im Alltag spürt, dass sein Beitrag zählt und geschätzt wird. Flexible Arbeits­
zeiten, betrieb­
liche Gesundheitsförderung, Weiter­
bildung – wir tun etwas dafür, dass der Einzelne sich
bei uns wohlfühlt. Wir sind stolz auf ein vertrauens­
volles Arbeitsklima und wir freuen uns über den­
Raum ­für in­dividuelle Entwicklung. Motivierte Mit­­arbeiter ­
bringen zufriedene Kunden hervor.
Das be­stätigt auch unser Mieter­votum: Denn welches
Wohnungs­unter­nehmen kann schon von sich ­sagen,
dass seine ­Mieter zu den zufriedensten in Deutsch­
land zählen?
5

HOWOGE
Unternehmen
Fest verankert im Nordosten Berlins
Seit 1990 bieten wir als kommunale Wohnungsbaugesellschaft
Wohnraum und sozialverträgliche Mieten im Berliner Nordosten. Mit
ca. 60.000 Mieteinheiten zählen wir zu den zehn größten Wohnungsunternehmen Deutschlands. Die Gesamtfläche unseres Wohnungsbestands beträgt 3.124.287 m² (2011). Gleichzeitig sind wir das
leistungsstärkste kommunale Wohnungsunternehmen des Landes
Berlin. Mit einem starken Team bieten wir unseren Kunden im Nordosten der Bundeshauptstadt – genauer: in den Bezirken Lichtenberg,
Hohenschönhausen, Treptow-Köpenick, Weißensee und Pankow –
neben Mietraum auch vielfältige Leistungen rund um das Wohnen.
Immobilienbestand
per 31.12.
2011

2010

Bestand insgesamt

60.682

60.472

Wohnungen

51.410

51.303

702

711

Anzahl

Gewerbeeinheiten
Selbstgenutzte Einheiten
Garagen, Stellplätze und sonstige

208

211

8.362

8.247

Wir sind mit 22 Jahren Unternehmensgeschichte noch ein junges
Unternehmen. Von Beginn an nutzten wir die Chancen, sanierten
gleich in den Anfangsjahren unseren Wohnungsbestand grundlegend
und richteten die Bewirtschaftung konsequent an den Anforderungen
des Marktes aus. Statt auf „Verwaltung“ setzen wir auf „ertragsorientierte Bewirtschaftung“. Dies kommt uns heute sehr zugute.
Wir sind nicht nur mit unseren Leistungen für die Mieter sehr gut
aufgestellt, sondern auch kontinuierlich wirtschaftlich stabil.
Die Bewirtschaftung unseres Bestands bzw. die Betreuung unserer
Mieter nehmen wir direkt über die Holding, über fünf Kundenzentren
und unser Servicebüro Buch sowie über unsere drei Tochtergesellschaften wahr. Die Aufgabenverteilung zwischen den Einheiten ist
gut aufeinander abgestimmt und wird bei Bedarf angepasst.

6

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

Eine Besonderheit besteht darin, dass unsere Immobilien größten­­teils (93,3 % des Bestands) in einem einzigen Bezirk, nämlich in­
Berlin-Lichtenberg, liegen. Durch die zusammenhängenden S­ trukturen
können wir unsere Mieter sehr effektiv betreuen.
Eine zweite Besonderheit ist, dass unser Bestand überwiegend aus
Siedlungsgebäuden der 50er und 60er Jahre und aus Gebäuden
industrieller Bauweise besteht. Die Funktionalität und die Vorteile
­
unserer „Platte“ wissen wir zu schätzen. Gute Wärme­
­
isolierung,
­hoher Wohnkomfort, Langlebigkeit – unsere gut sanierten Immobilien verursachen auf die Wohneinheit gesehen sowohl minimale
Emissionen als auch geringe Kosten.

In öffentlicher Gesellschafterhand
Die HOWOGE ist ein Unternehmen des Landes Berlin. Als eine von
sechs kommunalen Wohnungsbaugesellschaften unterliegt unser
­Unternehmen den rechtlichen und politischen Rahmenvorgaben, die
der Senat von Berlin im Auftrag der Bürger bestimmt. Aus dieser
Besonderheit ergeben sich für unsere Gesellschaft spezielle Erfordernisse. Sie betreffen vor allem die angestrebten Ziele: Der Kernauftrag
der HOWOGE besteht in der Errichtung und Bewirtschaftung von
Wohnungen für breite Schichten der Bevölkerung, darunter auch
Haushalte mit geringem Einkommen, zu tragbaren Belastungen.

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

Unser Auftrag: Antworten finden
für die Zukunftsfragen der Stadt
Die Ziele und Vorgaben der Politik bilden für uns einen sehr wichtigen Rahmen. Die Fragen zur Zukunft unserer Stadt sind auch unsere
­Fragen. Und wir wollen auf sie Antworten finden:
	Wie schaffen wir Wohnraum für die Generation 65+
und wie genau gestalten wir ihn?
	Wie erhalten wir in unseren Kiezen eine gute Mischung aus
Kulturen und Generationen?
	 Wie fördern wir Bildungsangebote unabhängig vom Einkommen?
	Wie können wir Wohnen sozialverträglich halten und gleich­
zeitig unsere Leistungen ausbauen?
	Wie können wir unsere Beiträge zum Klimaschutz
weiter erhöhen?
	Wie können wir diese Aufgaben lösen und dabei gleichzeitig
den Freiraum für die individuellen Lebensentwürfe und
Bedürfnisse der Menschen in unseren Kiezen erhalten?
Die Lösung dieser Fragen gehen wir so an, wie wir es in den vergangenen Jahrzehnten mit Erfolg getan haben: zupackend, zielstrebig
und in realistischen Schritten.

Wohnungsbestand nach Bauweise
per 31.12.2011 in %

Immobilienstruktur nach Haushaltsgröße
in %

Altbauten

5 Zimmer
und größer

11.413

22,20

1,43

Neubau

1 Zimmer

1,4

7.288

14,2

720

734
4 Zimmer

13,5

6.959

31,6

2 Zimmer
16.270

3 Zimmer
Industrielle Bauweise

76,37

39,2

20.173

39.263
Gesamt: 51.410 Wohnungen, davon sind 48.613 Wohnungen vollsaniert

Basis: 51.410 Wohnungen

7

Unser Weg in die Zukunft: ganzheitlich –
wirtschaftlich – kundenorientiert
Nach mehr als zwei Jahrzehnten der umfassenden Instandsetzung
und Modernisierung unserer Wohnungsbestände wollen wir nun
das Erreichte auf einem hohen Niveau erhalten und ein moderates Wachstum beibehalten. Wirtschaftliche und umweltpolitische
Aspekte spielen dabei eine genauso wichtige Rolle wie unsere
soziale Verantwortung gegenüber unseren Kunden und die Ansprüche unseres Gesellschafters. Unsere wesentlichen aktuellen Ziele
und Maßnahmen haben wir auf Seite 71 zusammengefasst.

Unser Leitbild
Als Leitbild haben wir bei der HOWOGE sechs Kernsätze formuliert:
Wir sind der Partner unserer Mieter und ermöglichen
ein marktgerechtes Wohnen.
Wir garantieren bezahlbares Wohnen.
Wir sind und bleiben für unsere Partner
das leistungsfähigste Wohnungsunternehmen Berlins.
Unsere Verantwortung endet nicht an der Haustür.
Wir sind Klimaschutzpartner des Landes Berlin.
Wir sind füreinander da.
Wie die HOWOGE unterliegt auch das Leitbild einem Wandel. Deshalb prüfen wir regelmäßig dessen Aktualität und Angemessenheit
und nehmen gegebenenfalls Anpassungen vor.

Die Struktur der HOWOGE
HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH

HOWOGE
Servicegesellschaft mbH

8

HOWOGE
Wärme GmbH

GRATUS
Immobilienservice GmbH

WBL Wohnungsbaugesellschaft
Lichtenberg mbH

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

Nachhaltigkeit
Nachhaltiges Handeln ist für uns kein Ziel,
sondern unser alltäglicher Anspruch
Für uns bei der HOWOGE ist das Thema Nachhaltigkeit kein los­
ge­löstes, separat zu betrachtendes Thema. Unser Handeln ist auf
langfristige Stabilität ausgerichtet. Das bedeutet:
	Wenn wir wirtschaftliche Entscheidungen treffen, sind wir
nicht an Einmalnutzen interessiert. Wir suchen Lösungen,
die beständig sind und nicht zu Lasten anderer gehen.
	Wenn wir uns sozial engagieren und Projekte unterstützen,
wollen wir, dass der Nutzen bei den Menschen ankommt.
	Wenn wir ökologische Belange in unsere Überlegungen
auf­nehmen, interessieren uns keine Alibi-Aktivitäten. Wir wollen
den Umweltnutzen deutlich erkennen. Das heißt im Idealfall,
dass wir ihn auch rechnerisch belegen können.
Abgesehen davon, dass nachhaltiges Denken und Handeln für uns
zum Alltag zählen, sind wir der Auffassung, dass moderne zukunfts­
orientierte Wohnungsbewirtschaftung heute nicht mehr ohne die
­Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien möglich ist. Dies lässt
sich vielfältig begründen. Wesentlich sind aus unserer Sicht die folgenden drei Gründe. Erstens: Wir als Vermieter von großen Wohnbeständen tragen gegenüber einem breiten Kreis von Ziel­gruppen
eine langfristige Verantwortung. Zweitens: Nur Beständigkeit und
kontinuierlich verantwortungsvolles Handeln führen zum E­rfolg.
Und drittens: Durch unser nachhaltiges und verlässliches Handeln
gewinnen wir das Vertrauen, welches wir als Grundlage für jede
­Zusammenarbeit benötigen.

1.	Wir tragen Verantwortung
Als großes Wohnungsunternehmen steht die HOWOGE in einem
vielschichtigen Beziehungsgeflecht mit unterschiedlichen Anspruchsgruppen. Unsere Entscheidungen und unser Verhalten prägen das
Leben der Menschen in unseren Kiezen. Unser Gesellschafter, das
Land Berlin, und die regionale Öffentlichkeit verfolgen unser H
­ andeln
mit großer Aufmerksamkeit. Daraus ergibt sich eine erhebliche
­gesellschaftliche Verantwortung. Hinzu kommt, dass wir als ein
Unternehmen, das sich in öffentlicher Hand befindet, auch eine
­Vorbildfunktion hinsichtlich unseres Verhaltens haben. Deshalb liegt
uns das Thema Compliance besonders am Herzen.
Dort, wo wir mit unseren Wohnungsbeständen sind, sind wir ein
dominierender Teil des Wohnungsmarkts. Bei uns wohnen viele­
­
Kinder, Erwachsene und auch viele ältere Menschen. Sie sind vielfach darauf angewiesen, dass der Wohnraum für sie erschwinglich
ist. Gleich­zeitig erwarten sie von uns, dass wir für ihre Bedürfnisse
ein ­sicheres und angemessenes Wohn- und Dienstleistungsangebot
zur Ver­fügung stellen. Damit tragen wir eine hohe soziale Verant­wortung (vgl. auch Initiativen und Projekte auf Seite 24 ff.).
Wir sind Arbeitgeber von 580 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,
deren Einkommen wir über erfolgreiches Wirtschaften als Unter­
­
nehmen sichern. Hinzu kommen Dienstleister und Geschäftspartner,
zu denen wir in wirtschaftlichen Beziehungen stehen. Eine wichtige
Gruppe innerhalb unseres Partnerkreises sind die Banken. Auch ihnen
gegenüber stehen wir in einer wirtschaftlichen Verantwortung.
Mit der Bewirtschaftung von Wohnungen haben wir Themen
wie Wärmeversorgung, Wasser- und Abfallwirtschaft, Instand­haltung,
Sanierung und Modernisierung auf unserer Agenda. Dies sind
­
­Themen, mit denen wir aus einer ökologischen Verant­wortung
heraus umgehen müssen.

9

Unser Nachhaltigkeitsmodell: stabil und positiv verstärkend

Werte
VERANTWORTUNG
gegenüber Stakeholdern

Ökonomie

Soziales

Stabile
ERTRÄGE

Ökologie

Compliance

VERTRAUEN
der Partner und
Mieter

2. Kontinuierlich verantwortungsvolles Handeln
führt zum Erfolg
Langfristig ausgerichtetes und damit nachhaltiges Handeln stützt
unseren wirtschaftlichen Erfolg. Dies lässt sich für alle drei klassischen
Nachhaltigkeitsdimensionen messbar und plausibel veranschaulichen:
Über unser soziales Engagement in verschiedenen Bereichen fördern
wir die Lebensqualität in unseren Kiezen und erhöhen auch so die
Zufriedenheit unserer Mieter. Die Ergebnisse unserer Mieterbefragungen zeigen, dass uns dies gelungen ist (vgl. Seite 37).
Unsere Investitionen in Instandhaltung und Modernisierung senken
die CO2-Emission. Die Wärmedämmung an den Außenwänden reduziert den Aufwand und damit für die Mieter die Nebenkosten.
Gleiches gilt für wassersparende Installationen oder andere ressourcenfreundliche Maßnahmen: Sie nutzen der Umwelt und senken die
Kosten unserer Mieter.

10

„Nachhaltig zu denken, ganzheitlich die Dinge im
Auge zu haben, heißt oft, den Mut aufzubringen,
im Handeln immer einen Schritt voraus zu sein.
Nur so lässt sich Zukunft gestalten.“
Stefanie Frensch, Geschäftsführerin, HOWOGE

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

3.	Nachhaltiges Handeln fördert das Vertrauen
in unser Unternehmen
Nachhaltiges Handeln macht uns für unsere Partner berechenbar und
untermauert das Vertrauen in unser Unternehmen – als Vermieter,
als Arbeitgeber, als Geschäftspartner, als politischer Interessenver­
treter und nicht zuletzt als zuverlässiger Finanzpartner. Dieses
Ver­
trauen werden wir nicht enttäuschen, denn wir möchten als
Unternehmen weiter zu den Besten gehören. Dazu brauchen wir
­
Mitarbeiter, die diesen Gedanken mit uns teilen und mit ihrem Einsatz unterstützen.
Auch wollen wir in Zukunft neue Ideen umsetzen, um das Wohnen
und Leben in unseren Kiezen weiter zu verbessern. Vielfach brauchen
wir dazu Partner, die uns dies zutrauen und mit uns gemeinsam an
die Realisierung der Projektidee gehen.
Darüber hinaus ist es unser Ziel, weitere Wohnungen in unseren
­Bestand zu integrieren. Dazu brauchen wir den Ruf als fairer, solider
Verhandlungspartner.
Unser Geschäftsmodell, die Vermietung von Wohnraum zu sozial­
verträglichen Konditionen, macht uns aufgrund der langfristig a­ n­gelegten regelmäßigen Erträge für unsere Finanzpartner wie etwa
die Banken zu einem verlässlichen Partner mit einer hohen Bonität.

11

Stakeholder
Im konstruktiven Dialog
Die HOWOGE steht in einer vielfältigen Beziehung zu unterschiedlichen Adressaten. Zu den wichtigsten zählen unsere Mieter, unsere
Mitarbeiter, die Öffentlichkeit, das politische Umfeld, die Banken und
unsere Geschäftspartner. Zu jeder dieser Gruppen – wie auch zu jeder
anderen, mit der wir in Kontakt sind – suchen wir eine wechselseitige Beziehung, die geprägt ist von gegenseitigem Respekt und
Anerkennung der jeweiligen Interessen. Im Fall von Interessenunterschieden versuchen wir über den gegenseitigen Austausch zu einem
Konsens zu gelangen.
In der Zusammenarbeit mit unseren Stakeholdern werden immer
wieder auch Nachhaltigkeitsaspekte berührt. Unser Ziel ist es, den
Austausch so zu gestalten, dass er im Einklang mit unseren Nachhaltigkeitsansprüchen steht.

Mieter

Gesellschafter

Öffentlichkeit

Adressaten
der HOWOGE

Mitarbeiter

Banken

Geschäftspartner

Für unsere Mieter: Wohnraum zu sozialverträglichen Konditionen in intakten Kiezen
Unsere Mieter stehen im Mittelpunkt unserer operativen Tätigkeit.
Wir wollen ihren individuellen Ansprüchen so gut wie möglich gerecht werden. Dazu legen wir großen Wert auf die Nähe zu ihnen.
Und wir suchen sie als kritischen Dialogpartner – zum Beispiel über
Mieterbefragungen oder die Mieterbeiräte.
Unser Ziel: Wir wollen unseren Mietern langfristig Wohnraum zu
einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis zur Verfügung stellen.
Darüber hinaus wollen wir ihnen Serviceleistungen bieten, die ihre
Lebensqualität erhöhen.

Für unsere Mitarbeiter: sinnvolle Aufgaben
mit hohem Identifikationspotenzial
Wie erfolgreich wir als Partner für unsere Mieter sind, hängt maßgeblich von den fachlichen und persönlichen Qualitäten sowie vom
Einsatz unserer 580 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab. Sie sind es,
die unser Leistungsversprechen mit Leben füllen und es gegenüber
unseren Kunden und unserem Umfeld einlösen. Deshalb legen wir
großen Wert auf eine hohe Identifikation unserer Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter mit ihren Aufgaben. Und wir investieren maßgeblich in die Felder Ausbildung, Weiterbildung, Gesundheit und Mitarbeiterentwicklung. Um sicher zu sein, dass wir auch hier auf
dem richtigen Weg sind, führen wir im Unternehmen regelmäßig
Mitarbeiterumfragen durch (vgl. Seite 40 ff.).
Unser Ziel: Wir wollen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
ein attraktiver Arbeitgeber sein und ihre persönliche und fachliche
Entwicklung aktiv unterstützen.

Für unsere Gesellschafter:
ein Vorzeigeunternehmen
Die HOWOGE ist fest eingebunden in den wohnungspolitischen
Rahmen des Landes Berlin. Dementsprechend entfalten wir unsere
unternehmerische Tätigkeit im Austausch mit den politisch Verantwortlichen der Berliner Wohnungswirtschaft. Wir verstehen uns als
Partner des Landes Berlin, der seine besonderen Kompetenzen in der
erfolgreichen Bewirtschaftung von komplexen Wohnungsbeständen
weiter konstruktiv einbringen wird.
Unser Ziel: In enger Zusammenarbeit mit dem Senat wollen wir die
wohnungswirtschaftlichen Aufgaben Berlins lösen helfen und die
Entwicklung unserer Stadt vorantreiben.

12

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

Für unsere Öffentlichkeit: ein transparenter
Partner und verlässlicher Corporate Citizen
Die Medien und die Öffentlichkeit sind für uns ein wichtiger un­ab­
hängiger Meinungsbildner. Im Rahmen einer aktiven Medienund Pressearbeit veröffentlichen wir regelmäßig Pressemitteilungen,
führen Pressegespräche durch und publizieren freiwillig einen
­Jahresbericht. Darüber hinaus bringen wir uns auch als ­Experten in
öffentlichen Veranstaltungen ein. Zusätzlich zu den unmittelbaren
Kontaktangeboten stellen wir für die Öffentlichkeit auf unserer
Internetseite ausführliche Informationen über unser Unternehmen
­
zur Verfügung.
Unser Ziel: Wir wollen mit den Medien und der Öffentlichkeit ­einen
transparenten und konstruktiven Austausch pflegen. Dazu ver­
sorgen wir sie mit allen relevanten Informationen und begegnen
ihren Fragen offen und klar.

Für unsere Banken: ein finanzstarker Partner
Als ertragswirtschaftlich arbeitendes Unternehmen stehen wir in
einem regelmäßigen Austausch mit verschiedenen Finanzpartnern,
insbesondere den Banken. In unserer geschäftlichen Interaktion ­legen
wir großen Wert auf einwandfreie vertragliche Regelungen sowie
auf das Einhalten getroffener Vereinbarungen. Unsere positiven
­Ergebnisse, die hohe Eigenkapitalquote und der Status als kommunales Unternehmen verhelfen uns zu einer besonders hohen Bonität.
Unser Ziel: Wir wollen für unsere Finanzpartner zu jeder Zeit eine
verlässliche Größe sein – fair in den Verhandlungen, transparent im
Geschäftsgebaren und berechenbar in der Einhaltung wirtschaftlicher
Vereinbarungen.

Für unsere Geschäftspartner: ein solider Partner
Im Unternehmensalltag arbeiten wir mit einer ganzen Reihe von Geschäftspartnern zusammen. Zu ihnen zählen Architekten, Bau­planer,
Bauunternehmen, Juristen, Kaufleute, Handwerker und Service­unter­
nehmen. Diese und andere Partner helfen uns, die Substanz unserer
Immobilien auf hohem Niveau zu halten und unsere Kompetenz als
mieterorientiertes Dienstleistungsunternehmen weiter auszubauen.
Unser Ziel: Wir wollen für unsere Geschäftspartner eine stabile,
beständige Größe sein und die Qualität der Leistungen durch eine
konstruktive Zusammenarbeit fortlaufend verbessern.

13

Platte!
Na klar.

14

Einst wurde mit der industriellen Bauweise für
­viele in kurzer Zeit Wohnraum geschaffen. ­Effizient,
schnörkellos – so ist sie, unsere Platte. Bewährt,­
­
be­
­­
stän­
dig – so schätzen wir unser Produkt. Von
Anfang an. Die Vorteile liegen auf der Hand: Eine
­sozialverträgliche Miete ist nur einer davon. Als lang­­­­fris­
tiger Bestandshalter investieren wir in ein
modernes Portfolio, das die Vorteile des Platten­
baus mit m
­ odernen Bedürfnissen kombiniert. Das
Ergebnis: wirtschaftliche Wohnungen nach
­
Maß mit ­attraktiven sozialen Zusatzleistungen
für eine vielfältige Mieter­gemeinschaft.

15

Ökonomie
Geschäftsmodell:
langfristig orientierter Bestandshalter
Wir verstehen uns als langfristig orientierter Bestandshalter mit der
zentralen Aufgabe, unseren Mietern – unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Prinzipien – Wohnraum mit einer sozialverträglichen
Miete zur Verfügung zu stellen und sie dienstleistungsorientiert zu
begleiten. Wir steuern unser Unternehmen wertorientiert. Wir verfolgen die Ziele: erstens, regelmäßig positive Cashflows zu erwirtschaften, und zweitens, den Wert unseres Portfolios zu erhalten bzw.
weiter auszubauen.

Als Grundlage für beides setzt unser Unternehmen seit Beginn
seiner Geschäftstätigkeit auf eine gesunde Bestandsstruktur. Das bedeutet, dass wir frühzeitig und vorausschauend begonnen haben,
unsere Bestände zu sanieren und damit auf ein marktfähiges Niveau
zu heben. Seit 1990 haben wir insgesamt 1,4 Mrd. Euro in unsere
Bestände investiert. Das Resultat ist, dass heute ca. 95 % unseres
Bestands saniert sind.
Nachdem wir im Jahr 2009 in Berlin-Buch ca. 3.200 Wohneinheiten
erworben haben, planen wir, unseren Bestand auch in den kommenden Jahren über weitere Zukäufe auszubauen. Bevorzugt setzen
wir dabei auf Wohnportfolios, die zusammenhängend sind und sich
in regionaler Nähe zu unseren aktuellen Präsenzbezirken befinden.
Diese Zukäufe betrachten wir sowohl betriebswirtschaftlich als auch
volkswirtschaftlich als vorteilhaft. Auf beiden Ebenen können wir uns
im Sinne der Mieter bzw. der Bürger einbringen.
Mit Blick auf die Marktveränderungen in Berlin wird die HOWOGE
zukünftig durch Neubau oder durch Zukäufe zum Bestand wachsen.
Eine Strategie, die durch die vorliegende wirtschaftliche Stärke des
Unternehmens gut realisierbar ist.
Bestandsentwicklung
Wohnungen per 31.12.
60.000
47.702

47.779

47.842

2006

2007

2008

51.260

51.303

51.410

2009

2010

2011

40.000

20.000

0

16

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

Erfolg: Steuerung der Ertragskraft
in einem angemessenen Zielkorridor
Unsere operativen Leistungen messen wir an den Besten unserer
Branche. Und auch hinsichtlich unseres wirtschaftlichen Erfolgs
achten wir auf eine angemessene Profitabilität. Denn auch bei uns
gilt: Nur wer erfolgreich wirtschaftet, hat Mittel, die er erneut verwenden kann. Über Bestandsinvestitionen fließen große Teile der
erwirtschafteten Erträge wieder in unseren Bestand bzw. in unsere
Kieze zurück. Für die kommenden Jahre gehen wir weiterhin von
einer positiven Entwicklung unseres Jahresüberschusses aus.
Jahresüberschuss
in Mio. €

Daniel Thierschmann, Steffen Tersch und Frank Donner
aus der Arbeitsgruppe Ökonomie

80

Unsere Rechnung:
58,0

60
40

Positive Umfeldqualität

33,4

32,4

32,6

2007

2008

2009

26,3

30,1

20
0

2006

2010

2011

Durch unsere stabile Ertragskraft sind wir für unsere Mieter ein
leistungsfähiger Partner, für unsere Mitarbeiter ein sicherer Arbeitgeber. Für das Land Berlin und für unsere Geschäftspartner sind wir
eine verlässliche Größe.

Positive Wohnqualität

Zufriedene Mieter, geringer Leerstand
und regelmäßiger Ertrag

17

Mietpreisgestaltung:
sozialverträglich und vorausschauend
Die HOWOGE steht für langfristig sozialverträglichen Wohnraum im
Berliner Nordosten. Dementsprechend richten wir unsere Mietenpolitik – trotz konsequenter Wirtschaftlichkeitsorientierung – nicht
auf kurzfristige Gewinnmaximierung aus.

Als kommunales Unternehmen berücksichtigen wir bei der Mietpreisermittlung nicht nur den Mietspiegel und die Vorgaben unseres
Gesellschafters, sondern auch die Leistungskraft unserer Mieter.
Konkret bedeutet dies für 2011 eine durchschnittliche Bruttowarmmiete von 7,34 €/m2 und in den vergangenen fünf Jahren eine
durchschnittliche Wachstumsrate von 1,2 % p.a. Die durchschnittliche Bruttowarmmiete der HOWOGE liegt damit ca. 5,0 % unter
dem Durchschnitt vergleichbarer Gesellschaften in der Region.

Jährliche Wachstumsrate der Bruttowarmmiete
in %

Nettokalt- und Bruttowarmmiete
per 31.12. in €/m2

2,3

10,0

2,0

8,0

1,5
1,0

1,4

1,3

2007

5,02

5,12

7,26
5,16

7,29
5,22

7,39
5,30

2,0

0,3

2006

4,94

7,10

7,01

4,0

0,7

0,5
0

6,0

1,0

6,96

2008

2009

2010

2011

0

2006

2007

Nettokaltmiete

2008

2009

2010

2011

Bruttowarmmiete

Unser Geschäftsmodell: ein langfristiges Gleichgewicht

Wohnungsbestand

Regelmäßiger Cashflow (Miete)

HOWOGE

Investitionen in Bestandserhaltung
Unterstützung der Mieter
und Förderung des Wohnumfelds
Bestandserweiterung
durch Neubau/Ankauf

18

Stärkung
der inneren
Substanz

Abgaben an das Land Berlin

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

Niedrige Leerstandsquote, geringe Mietrückstände
In den vergangenen sechs Jahren konnten wir die Leerstandsquote
von 4,3 % (2006) auf 2,9 % (2011) deutlich senken. In unserem
Kernbestand in Berlin-Lichtenberg – und damit exklusive dem in der
Sanierung befindlichen Bestand in Berlin-Buch – liegt der Leerstand
sogar bei nur 1,2 %. Die Quote der Mietrückstände liegt in den
­letzten Jahren auf konstant niedrigem Niveau von 0,5 bis 0,6 %.

Kapitalstruktur: hohe Eigenkapitalquote und
sinkende Verbindlichkeiten
Eine stabile Vermögens- und Kapitalstruktur ist eine notwendige
­Bedingung für erfolgreiches Wirtschaften. Dementsprechend ­stellen
wir unsere Zahlen nach konservativen Bilanzierungsprinzipien auf.
Das bedeutet Sicherheit und eröffnet uns unternehmerischen Handlungsspielraum (vgl. Jahresbericht Seite 12 ff.).
In den vergangenen Jahren haben wir unsere Fremdverschuldung
deutlich abgebaut. Hatten wir 2006 noch 1,2 Mrd. Euro Verbindlichkeiten gegenüber den Banken, so betrugen sie zum Bilanzstichtag
2011 nur noch 940,9 Mio. Euro. Vor dem Hintergrund unserer veränderten Wachstums- und Finanzierungsstrategie sinkt das Potenzial
für weitere außerplanmäßige Tilgungen. Eine geringe Verschuldung
bedeutet eine geringe Zinsabhängigkeit und eine hohe Bonität bei
potenziellem Kapitalbedarf für neue Projekte.

41,2

43,9

44,3

46,6

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
in Mio. €
1.500
1.191

1.139

1.078

1.054

995

1.000

941

500

0
2006

2007

2008

2009

2010

2011

Aufwendungen für Instandhaltung:
kontinuierlich und vorausschauend
Zu einer nachhaltigen Bestandspolitik zählt die kontinuierliche Erhaltung der Bausubstanz. 20 Jahre nach Beginn der Sanierungen
unserer Bestände stehen in den kommenden Jahren umfangreiche
Maßnahmen der periodischen Instandhaltung an. Hierzu bewerten
wir regelmäßig den Zustand einzelner Bauteile, um gezielt und in
einem angemessenen Verhältnis zu den erwirtschafteten Erträgen
notwendige Maßnahmen durchzuführen.

49,4

30,0

30,0

20,0

20,0

18,0

23,3

24,3

2008

2009

27,2

19,6

10,0

10,0
0,0

› Informationen

36,4

50,0
39,3

› Compliance

Aufwendungen für Instandhaltung
in Mio. €

Eigenkapitalquote
in %

40,0

› Ökologie

2006

2007

2008

2009

2010

2011

0,0

2006

2007

2010

2011

19

HOWOGE: Wirtschaftsfaktor für die Region
Als Unternehmen stehen wir gegenwärtig mit einer Vielzahl von
Partnern aus der Region Berlin und dem Brandenburger Umland in
Geschäftsbeziehungen. Über 90 % der von uns nachgefragten Leistungen beziehen wir aus der Region Berlin/Brandenburg. Damit sind
wir dort ein wichtiger Faktor für die Menschen und die Wirtschaft:
	Für die Auftragnehmer: Sie haben einen zuverlässigen Auftrag­
geber und soliden Geschäftspartner (2011: über 110 Mio. Euro
Auftragsvolumen).
	Für Menschen mit schwierigen Arbeitsmarktaussichten:
ca. 100 von ihnen haben heute einen Arbeitsplatz in der
HOWOGE ­Servicegesellschaft mbH, nachdem sie auf dem ersten
Arbeitsmarkt lange Zeit keine Chance bekamen.
	Für das Land Berlin: Es ist Eigentümer eines nachhaltig gesunden
Unternehmens und partizipiert über die Steuern und Dividenden
am erwirtschafteten Ertrag (Gesamtsteueraufkommen Gewerbe-/
Körperschaftssteuer rund 7 Mio. Euro in 2011).
	Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Sie können auf
­einen sicheren Arbeitsplatz zählen und profitieren von frei­wil­ligen sozialen Leistungen wie der betrieblichen Alters­vorsorge
und den Zuwendungen für langjährige Betriebszugehörigkeit
(2011: 0,3 Mio. Euro).

Wirtschaftliche Investitionen in die Kieze
Wir investieren viel Engagement und auch finanzielle Mittel, d
­ amit
sich unsere Mieter wohlfühlen. Allein für das Kiezmanagement, ­Con­cierges und Kiezhelfer wendeten wir im Jahr 2011 insgesamt
1,8 Mio. Euro auf. Details zu den Investitionen in das aktive Kiez­
management werden auf den Seiten 24 ff. erläutert. Ob direkt zu­
gunsten der Mieter oder indirekt in die Kiezqualität – die wirtschaftlichen Aufwendungen sind wichtige Investitionen in funktionierende
Kieze. Sie erhöhen die Mieterzufriedenheit, fördern die Identifikation
mit dem Umfeld und stabilisieren das soziale M
­ iteinander.

Notenbankzertifizierung: für uns selbst­
verständlich, für unsere Partner ein Signal
Wir lassen uns von der Bundesbank regelmäßig unsere Noten­­­
bank­fähigkeit bestätigen.

20

Unsere wirtschaftlichen Eckdaten 2011
in Mio. €

2011

2010

Umsatzerlöse

283,0

281,4

	

280,6

278,8

Personalaufwand

24,5

23,4

	

davon Löhne/Gehälter

20,2

19,2

	

davon soziale Abgaben

4,3

4,1

Sonstige betriebliche Aufwendungen

12,3

11,3

Steueraufwendungen

17,5

19,1

7,0

8,0

10,5

11,1

Ergebnis aus gewöhnlicher
Geschäftstätigkeit

75,5

49,2

Jahresüberschuss

58,0

30,1

1,9

2,4

davon aus Bewirtschaftung

	

davon Steuern Einkommen/Ertrag

	

davon Steuern Hausbewirtschaftung

Zuwendungen aus der öffentlichen
Hand (Aufwendungszuschüsse)

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

Interview mit Ulrich Kissing
Vorsitzender des Vorstands der Investitionsbank Berlin (IBB)

Was schätzen Sie als Bank/als Partner an der HOWOGE?
Was macht aus Ihrer Sicht die Nachhaltigkeit der HOWOGE aus?
Ulrich Kissing: Zunächst sind es die Menschen im Unternehmen, die
die „Werbebotschaft“ nach außen tragen. Unsere Ansprechpartner
haben wir als kompetente und verlässliche Gesprächspartner kennengelernt, die für uns seit vielen Jahren das positive Bild prägen und sich
einer verantwortungsbewussten Unternehmensführung verpflichtet
fühlen. Auch das ist ein Nachhaltigkeitsfaktor.
Wo sehen Sie bei der HOWOGE das besondere Potenzial, welches
Zukunftsfähigkeit bedeutet?
Ulrich Kissing: Unsere Kernprodukte im Immobilienfinanzierungsbereich als Förderbank sind energetische Sanierung von Wohnimmobilien und altersgerechtes Umbauen. Beides sind Themen, denen sich
die Politik zur Zukunftssicherung in besonderem Maß verschrieben
hat. Aus unserer Sicht und aus unserer Erfahrung mit der HOWOGE
nimmt sie sich zur Zukunftssicherung ihres eigenen Immobilienbestands diesen Themen in hohem Maße an.
Die IBB bewertet und beobachtet den Berliner Wohnungsmarkt
besonders intensiv. Es wird regelmäßig ein Wohnungsmarktbericht
erstellt. Können Sie eine Berliner Entwicklungsprognose abgeben?
Ulrich Kissing: In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Wohnraum in Berlin stetig gewachsen. Wir können davon ausgehen, dass
die Nachfrageentwicklung auch in den kommenden Jahren weiter
steigen wird. Insofern muss sich die Neubautätigkeit als ein gegensteuerndes Instrument weiter erhöhen. Darüber hinaus muss das vorhandene Angebotspotenzial leer stehender Wohnungen zunehmend
aktiviert werden. Unabhängig davon ist mittelfristig von weiteren
Preissteigerungen am Berliner Wohnungsmarkt auszugehen.
Die eher langfristig ausgelegten Immobilienfinanzierungen zeugen
von Vertrauen auch in die künftige Entwicklung der HOWOGE.
Welche Herausforderungen sehen Sie dennoch auf die HOWOGE
und die Branche allgemein zukommen?
Ulrich Kissing: Die kommunalen Gesellschaften verfolgen mit ihrer
Geschäftspolitik das Ziel, breiten Bevölkerungsschichten bezahlbaren
Wohnraum zu zeitgemäßen Bedingungen zur Verfügung zu stellen.
Bei immer weiter steigenden Energiepreisen und damit wachsenden
Mietnebenkosten kommt diesem Aspekt eine hohe Bedeutung zu.
Das gilt bereits heute und umso mehr für die Zukunft. Ferner muss

sich der Immobilienbestand dem demografischen Wandel anpassen.
Beides sind für die HOWOGE und allgemein für die Branche Herausforderungen, um einerseits Wohnraum für ihre Kunden, die Mieter,
bezahlbar zu halten und andererseits die wirtschaftlichen Ergebnisse
der Gesellschaft auszubauen.
Ist die HOWOGE Ihrer Meinung nach für diese Herausforderungen
gut gewappnet? Woran machen Sie Ihre Einschätzung fest?
Ulrich Kissing: Die HOWOGE hat bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass sie den Spagat zwischen Mieterinteressen und Wirtschaftlichkeit gut hinkriegt und die Herausforderungen meistern kann. Der
Bestand ist nahezu vollständig saniert, die nur fluktuationsbedingten
Leerstände weisen auf eine hohe Akzeptanz im Markt. Die HOWOGE
nimmt gemäß einer Benchmarkstudie unter den Berliner Wohnungsunternehmen in der Mietergesamtzufriedenheit den Spitzenplatz ein.
Hinzu kommen immer wieder Auszeichnungen für ihre Leistungen
etwa im Bereich Energieeinsparung. Oder nehmen Sie jüngst den
Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft, den die HOWOGE zusammen
mit den Berliner Stadtreinigungsbetrieben für effiziente Prozesse
zwischen den beiden Unternehmen erhalten hat.

21

Selbst-

gemacht!

22

Die zuverlässige und ganzheitliche Betreuung­
unserer Mieter betrachten wir als eine Kernleistung. Deshalb nehmen wir hier die Dinge am
liebsten selbst in die Hand. Zum Beispiel mit eigenen
Hausmeistern: Sie sind für unsere Mieter wichtige
Ansprechpartner für die großen und kleinen Auf­
gaben rund ums Wohnen. Und weil sie täglich vor
Ort sind, kennen sie ihr Haus und seine Besonderheiten irgendwann so gut, dass sie viele Probleme
bereits gelöst haben, bevor sie entstanden sind.

23

Soziales
Kieze
Verantwortung, die nicht an der Haustür endet
In unseren Gebäuden in 21 Kiezen leben insgesamt etwa 93.000
Menschen. Die Kieze sind unterschiedlich groß, unterschiedlich alt
und verschieden im Erscheinungsbild.
Die Kieze unterscheiden sich auch in ihrem Charakter und in der
Atmosphäre, die sie vermitteln. Denn jeder Kiez wird entscheidend
durch die darin lebenden Menschen geprägt. In manchen Kiezen
sind es mehr Familien mit Kindern, in anderen mehr Senioren, in
wieder anderen ist die Mischung der Mieter bunt. So vielfältig die
Gegebenheiten, so unterschiedlich die Bedürfnisse. Unser Ziel ist es,
die verschiedenen Bedürfnisse und den Alltag optimal aufeinander
abzustimmen. Deshalb haben wir 2009 damit begonnen, Zielbilder
für unsere Kieze zu entwickeln und sie als individuelle Gemeinschaften zu betrachten.
Seit 2005 ist das aktive Kiezmanagement bei der HOWOGE das
zentrale Element der sozialen Aktivitäten des Unternehmens. Nach
dem in unserem Leitbild festgeschriebenen Kernsatz „Unsere Verantwortung endet nicht an der Haustür“ fördern wir eine breite
Palette von Aktivitäten in den Bereichen Bildung, Kultur und Sport
für unterschiedliche Altersgruppen. Dies tun wir, indem wir entweder
selbst Projekte ins Leben rufen, in Kooperationen mit Partnern KiezAktivitäten im Netzwerk fördern oder indem wir finanzielle Unterstützung für die Aktivitäten anderer Organisationen gewähren. Daneben
geben wir den Mietern immer wieder die Gelegenheit, selbst Verantwortung zu übernehmen und mitzugestalten.
In Projekte, Kooperationen und Werbeverträge des aktiven Kiezmanagements investierten wir im Jahr 2011 insgesamt 911,2 TEUR.
Davon entfielen 60 % (542,8 TEUR) auf Mieterservice, soziale Projekte und kulturelle Aktivitäten in den Kiezen. Die verbleibenden
40 % (368,4 TEUR) verwendeten wir für Kooperationen und Werbeverträge zur Förderung von Vereinen, Bildungsstätten und sozialen
Einrichtungen.

24

› Editorial

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› Ökonomie

› Soziales

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

Aktives Kiezmanagement 2011
911,2 T€
Mieterservice
Soziale Projekte
Kulturelle Aktivitäten
60 % (542,8 T€)

Kooperationen/
Werbeverträge
40 % (368,4 T€)

„Nachhaltigkeit bedeutet für uns, dass wir eine
­Geschichte gleich am Anfang auch zu Ende denken.
Wir setzen auf solide und beständige Leistung.“

Investitionen 2011 in Kooperationen/Werbeverträge
in €
Ökologische Projekte
5.200
Kulturvereine

Sportvereine

Neben monatlichen Seniorentreffs in unserem Kundenzentrum „Am
Fennpfuhl“ organisieren wir regelmäßig Veranstaltungen speziell für
Senioren.

42.988

Soziale
Einrichtungen
65.024

Sophia Eltrop, Geschäftsführerin, HOWOGE

144.023

Schulen, Kitas,
Jugendeinrichtungen
111.140

Gesamt: 368,4 T€

Generationen im Kiez
Eine stabile Wohnsituation kann nur entstehen, wenn man sich
den konkreten Anforderungen und Veränderungen der Zeit stellt.
Wenn ein Mensch älter wird, ändern sich auch seine Bedürfnisse.
Wer ­älter ist, stellt andere Anforderungen an seinen Lebensraum als
ein jüngerer Mensch. Ruhe, barrierefreies Wohnen, Unterstützung im
Alltag, Begegnungen mit anderen Menschen spielen im Alter eine
besondere Rolle. Wir bei der ­HOWOGE sind darauf bedacht, dass
besonders die Senioren nicht vom Kiezalltag ausgeschlossen werden.
Generationenübergreifendes Wohnen ist ein fester Bestandteil des
Kiezmanagements. Bei der HOWOGE liegt der Anteil der Mieter ab
einem Alter von 65 Jahren bei 19 %. Im Durchschnitt sind unsere
Mieter ca. 50 Jahre alt.

Ältere oder gesundheitlich eingeschränkte Mieter haben besondere
Bedürfnisse hinsichtlich der baulichen Beschaffenheit ihrer Wohnung.
Seniorengerecht ist eine Wohnung, wenn sie barrierearm ist, also
zum Beispiel ohne Stufen, mit breiten Türen versehen und mit einer
bodengleichen Dusche im Bad. In jedem der fünf Kundenzentren
gibt es einen Ansprechpartner, der über die Möglichkeit spezieller
Umbaumaßnahmen und über Finanzierungs- und Zuschussmöglich­keiten durch staatliche Stellen berät und informiert. Im Seniorenkatalog,
der in den Kundenzentren ausgegeben wird und online veröffentlicht
ist, können Details hierzu nachgelesen werden. Ein Musterbad für­
Senioren kann im Kundenzentrum Alt-Lichtenberg besichtigt werden.

Jugendtreff Stiffeler
Dass dem respektvollen Miteinander zwischen den Generationen
erfolgreich nachgeholfen werden kann, zeigt das Projekt Jugendtreff Stiffeler, benannt nach einem Kaninchen und Maskottchen der
­Jugendlichen.

25

Seit 2003 steht das 2.700 m² große ehemalige Schulgartengelände
im Kiez „Am Alten Wasserwerk“ den Jugendlichen aus dem Kiez zur
eigenen Nutzung zur Verfügung. Das Besondere: Die Jugendlichen
schlossen mit der HOWOGE einen Nutzungs- und Kooperationsvertrag über das von der HOWOGE angemietete Gelände. Im Rahmen
dieses Vertrags verpflichteten sie sich, älteren Mietern beim Einkauf
oder bei Renovierungen behilflich zu sein und jährlich einen Frühjahrs- und Herbstputz durchzuführen. Im Gegenzug können sie das
Gelände kostenlos nutzen und nach eigenen Bedürfnissen gestalten.
Gemeinschaft ist der stabilisierende Faktor für ein langfristiges Zusammenleben im Kiez. Gemeinschaft funktioniert, wenn jeder sich
mit seinen Möglichkeiten engagiert. Bei der HOWOGE sind wir sehr
daran interessiert, dieses Bewusstsein auf verschiedene Weise bereits
bei den jungen Kiezbewohnern zu wecken. Mit dem Jugendtreff
Stiffeler ist dies gelungen. Das Projekt wurde inzwischen auf einen
benachbarten Garten ausgedehnt, der ebenfalls von der HOWOGE
angemietet wurde. Um die Jugendlichen aktiv einzubinden, werden
regelmäßig neue Projekte entwickelt. Die HOWOGE finanziert dafür
einen Kiezmanager, der anleitet und unterstützt. Für das Projekt
­Stiffeler hat die HOWOGE im Jahr 2009 den 1. Preis des Wettbewerbs
Familien-Freunde 09 gewonnen.

Bewährtes, auf lange Sicht gefördert – Boxen statt Gewalt
Vor fast 18 Jahren startete der einstige Trainer Harald Lange in einer
leer stehenden Hellersdorfer Kita das Projekt „Boxen statt Gewalt“.
Inzwischen sind rund 400 boxbegeisterte Kinder und Jugendliche aus
14 Nationen aktiv. Harald Lange will Mädchen und Jungen nicht nur
im Boxen unterrichten, sondern auch Fairness und Disziplin l­ehren.

26

Gerade Kindern aus schwierigen Familienverhältnissen bietet das
­Training die einmalige Chance, Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein zu gewinnen. Lange fand mit dem Ansatz so viel Anklang, dass
eine ­weitere Trainingsstätte nötig wurde. Mit der finanziellen Unter­
stützung der HOWOGE konnte im Jahr 2010 in einer ehemals leer
stehenden Sporthalle in der Wustrower Straße 26 in Hohenschön­
hausen das Boxtraining gestartet werden.
„Aus dem Projekt sind im vergangenen Jahr zwei Amateurboxerinnen hervorgegangen, die sich für die Olympischen Sommerspiele
in ­London qualifiziert haben“, berichtet Lange stolz. Und ergänzt:
„Ein junger Boxer aus diesem Projekt boxt jetzt sogar beim bekannten
Sauerlandstall und kämpfte 2011 um den Juniorenweltmeistertitel in
Kopenhagen.“
Für die HOWOGE ist dieses Projekt eine gute Möglichkeit, die J­ ugend,
den Sport und die Gewaltprävention im Rahmen einer einzigen
­Maßnahme zu fördern.

Wissenswertes 2012
Im Mittelpunkt stehen im Jahr 2012 die Themen Bildung, Kunst
und kreative Lernerfahrungen zur Förderung von Kindern und
Jugend­lichen. Wir sehen uns als Mitgestalter der sozialen Entwicklungen im Bezirk Lichtenberg und setzen uns für familienfreundliches
Wohnen und Zusammen­
­
leben ein. Mit gezielten Aktionen Kinder
und ­Jugend­liche zu fördern, ist unser Anliegen im Sinne der gesellschaftlichen Da­seinsfürsorge. Einige Beispiele unseres laufenden und
geplanten ­Enga­gements im Jahr 2012 für diesen Zweck stellen wir
im Folgenden vor.

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

Vorlesung mobil mit dem Professor im Gepäck:
„KUL unterwegs“ im Kiez
Seit 2003 unterstützt die HOWOGE die KinderUni Lichtenberg (KUL).
Jedes Jahr im November halten echte Professorinnen und Profes­
soren in einem echten Hörsaal echte Vorlesungen aus ihren Fachge­
bieten. ­Dieses Angebot wollte die HOWOGE nun auch direkt in die
­Kieze bringen, um so möglichst viele Kinder zu erreichen, auch die,
die sonst eher nicht die Chance dazu haben. Die KUL unterwegs,
ein durch die HOWOGE initiiertes Projekt, kommt ab 2012 zu den
­Kindern. Professorinnen und Professoren der KUL, aber auch ­andere
Dozentinnen und Dozenten mit spannenden Themen halten ihre Vorlesungen in Schulen, Bibliotheken oder Kiezzentren.
Einen leichten Zugang zu schaffen zu Bildungsangeboten vor Ort,
­kostenlos positive Lernerfahrungen zu ermöglichen, sind Motivation
für die HOWOGE, sich für die KinderUni Lichtenberg zu engagieren.
Bildung ist ein wichtiges Kapital bei der Zukunftsplanung und ein
wichtiger Faktor für soziale Sicherheit. Wir legen Wert auf die
­
direkte Zusammenarbeit mit Schulen oder anderen Bildungseinrichtungen, die den Heranwachsenden das Wissen ­vermitteln, das
sie brauchen, um später als mündige Bürger in der G
­ esellschaft ihren
Platz zu finden. Für Schülerinnen und Schüler ab der 3. ­
Klasse

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

bringen wir Vorlesungen, Workshops und Exkursionen direkt in die
Schule mit der organisatorischen Unterstützung durch das Presse­büro sowieso und Dozenten, u. a. von der Hochschule für Wirtschaft
und Recht und der Hochschule für Technik und Wirtschaft.

Vorlesungsplan KinderUni (Auszug)
­
Viel Luft um nichts – die Magdeburger Halbkugeln
Was der Luftdruck alles bewirken kann
Die Welt der Automatisierung Oder: Was haben Kaffeemaschinen,
Ampeln und Aufzüge gemeinsam?
Wer bestimmt eigentlich, was Recht ist?
Wie Gesetze entstehen und worauf sie beruhen

Sommerakademie für Kinder in den Ferien
Langeweile in den Ferien? Diesen Gedanken wollen wir gar nicht erst
aufkommen lassen. Ein Tag im Zeichen der Kunst ist das Motto des
Gemeinschaftsprojekts mit der Berlinischen Galerie, Landes­museum
für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur. Lichtenberger K
­ inder
können auch in den Sommerferien Kunst im Museum erleben und
Kunst selbst gestalten. Für Kinder eine besondere Möglichkeit, sich
mit dem Thema Kunst zu beschäftigen und die eigenen künst­lerischen
Fähigkeiten zu erproben.

Alles nur Fassade? Lichtenberg – lebendig und urban
Auf die Fassade kommt es an: 500 m² gestaltete Lebens(t)räume
von Christian Awe werden ab dem Sommer 2012 das HOWOGEGebäude in der Frankfurter Allee 192 schmücken. Die erste künst­
lerisch gestaltete Fassadenfläche ist damit größer als ein Basketballfeld. Es ist geplant, dass weitere Flächen in den nächsten J­ahren
folgen und so ein „Open-Air-Museum Lichtenberg“ entstehen ­lassen.
Urbanität soll künstlerisch sichtbar werden. Kreativität in den öffent­
lichen Raum zu bringen, die Stadt mitzugestalten und d
­ amit ein
­posi­tives Lebensgefühl zu vermitteln, zu begeistern und mitzu­nehmen,
das sind unsere Anliegen. Lichtenberger Kinder und ­
Jugendliche
­werden direkt in dieses Projekt eingebunden, damit sie für den Ort, an
dem sie leben, selbst ein unverwechselbares Zeichen setzen ­können.
Das Konzept des Lichtenberger Künstlers Christian Awe überzeugte
besonders durch Lebendigkeit. Christian Awe ­wurde damit zum Gewinner des Fassadenwettbewerbs, der Ende 2011 von der H
­ OWOGE
ausgeschrieben worden war.

27

Im Porträt: Christian Awe
Künstler aus Berlin-Lichtenberg
Gewinner des HOWOGE-Fassadenwettbewerbs 2012

Herr Awe, Sie haben mit Ihrem Konzept „Lebens(t)räume
Lichtenberg – lebendige Fassaden“ den Fassadenwettbewerb der
HOWOGE gewonnen. Damit werden ab dem Sommer dieses Jahres
über 500 m² der Giebelwand eines Wohngebäudes in der Frankfurter Allee in Lichtenberg mit Ihrer Kunst bemalt. Worin lag für Sie
der Reiz, an diesem Wettbewerb teilzunehmen?
Christian Awe: Ich fühle mich mit Lichtenberg sehr verbunden, hier
bin ich aufgewachsen. In der Öffentlichkeit steht Lichtenberg manchmal
auch in der Kritik. Ich möchte zeigen, dass mein Stadtbezirk ein sehr
lebenswerter Ort ist, der auf die Berliner Kunstlandkarte gehört. Der
Fassadenwettbewerb war die ideale Gelegenheit, meine Kunst hier in
den öffentlichen Raum zu stellen, sie unabhängig von einer Galerie
oder einem Museum direkt vor die Haustür der Anwohner zu bringen.
Sie bezeichnen Lichtenberg als Ihre Heimat und Lichtenberg ist
schon immer der Standort Ihres Ateliers. Sie verbringen aber auch Zeit
in den USA und unterrichteten dort 2011 an der Princeton University.
Sie beteiligen sich regelmäßig an internationalen Projekten, z. B. in
Russland. Ihre Werke werden in den USA und europaweit gezeigt.
Was verbindet Sie heute mit Lichtenberg?
Christian Awe: Lichtenberg war und ist mein Lebensmittelpunkt.
Geprägt durch meine Kindheit und Jugend verbinden mich mit Lichtenberg positive, heimatliche Gefühle. In Lichtenberg bin ich zur Schule
gegangen, hier leben viele Freunde und ein Großteil meiner Familie.
Daneben gibt es viele Kontakte zu lokalen Institutionen, zum Beispiel
zum Jugendclub Linse, zur Jugendkunstschule und zur Mildred-HarnackSchule. Diese Kontakte sind mir wichtig, denn mithilfe dieser Partner
kann ich dem Kiez langfristig etwas zurückgeben. Bildung spielt dabei
für mich eine ganz zentrale Rolle. Bevor ich mich dazu entschloss,
Freier Künstler zu werden, studierte ich Kunst und Sport auf Lehramt.
Lichtenberg hat sehr schöne Ecken, aber es gibt auch eine Menge Grau.
Gemeinsam mit der HOWOGE und vielen lokalen Partnern möchte ich
dazu beitragen, dass Lichtenberg noch lebenswerter wird.
Ihr Konzept überzeugte die Jury u. a. durch seine Lebendigkeit.
Welche Vision liegt Ihrem Konzept zugrunde? Wie schaffen Sie es,
der Häuserfassade aus Beton „Leben einzuhauchen“?
Christian Awe: Das Kunstwerk, das ich auf dieser riesigen Hauswand
entstehen lasse, wird überdimensional groß – ich hoffe auf Strahlkraft
und Aufmerksamkeit über Berlin und Europa hinaus. Das ist das erste
Bild aus einer Serie, die in den nächsten Jahren realisiert wird. Lichtenberg wird zum Open-Air-Museum. Das Kunstwerk selbst ist wie ein

28

Blick ins Universum – ja, in den Kosmos. Die Farbe Blau symbolisiert
den Himmel, ein lichter heller Fleck steht für Freiheit und Hoffnung.
Die rot-orangefarbenen Linien sind ein Zeichen für Lebensenergie und
Kreativität. Die enorme Farbigkeit bildet den Kontrast zum Beton, es
ist ein positiver Eingriff in den Stadtraum.
Das Gebäude in der Frankfurter Allee steht an einer der in die Stadt
führenden Haupttangenten. Aus Richtung Osten kommend ist das der
erste Blick auf Berlins Panorama und auf mein lebendiges Kunstwerk.
Welche Technik wenden Sie an der Hauswand an? Ist es Graffiti,
Malerei oder wie würden Sie Ihre Kunst und Ihre Bildsprache einem
Laien erklären?
Meine Wurzeln liegen im Graffiti. Als ich elf war, begann ich damit
zu experimentieren. Danach interessierte ich mich für Malerei. Ich
studierte bei meinen Lehrern Georg Baselitz und Daniel Richter. Heute
kombiniere ich die verschiedensten Materialien. Die Technik ist eine
Mischung aus traditioneller Malerei, Graffiti und urbaner Kunst. Ich
verwende u. a. Acryl, Sprühlack, Pigment- und Fassadenfarbe.
Wenn Sie Menschen mit Ihrer Kunst im öffentlichen Raum inspirieren und dadurch neue Welten für sie eröffnen möchten, welche
Rolle spielt dabei der Ort, an dem Sie künstlerisch tätig werden? Was
inspiriert Sie?
Christian Awe: Ich bin inspiriert von Menschen, Musik und Kunst,
von Gegebenheiten und Erlebtem. Meine Kunst im öffentlichen Raum
bezieht sich immer auf den Ort, an dem sie zu sehen sein wird. Sie
ist eine Intervention, ein Werk, das wachrütteln soll und nach einer
Meinung ruft. Das Kunstwerk wird das Gesicht von Berlin mitprägen
und für Besucher und Einwohner eine positive Überraschung sein.

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

Auch der historische Aspekt spielt eine Rolle: Das betreffende Gebäude in der Frankfurter Allee steht in Verlängerung der ehemaligen
„Straße der Befreiung“, auf der u. a. die Rote Armee 1945 nach
Berlin einzog. Die dann bemalte Fassade ist genau schräg gegenüber
der ehemaligen Stasi-Zentrale. In einem von der Vergangenheit noch
belasteten Gebiet setze ich ein sichtbares Zeichen für die Freiheit und
die Kraft des Geistes.
Geplant ist, Kinder und Jugendliche aktiv in dieses Projekt miteinzubeziehen. Wie geht das? Haben Sie vergleichbare Erfahrungen?
Christian Awe: Ich finde es wunderbar, wenn Kunst im öffentlichen
Raum stattfinden kann, wenn Menschen vor Ort miteinbezogen
werden und ein Gefühl des Miteinanders entsteht. Kinder, Jugendliche und das Thema Bildung sind ein wichtiger Teil dieses Projekts.
Von einem Gerüst aus werde ich mein Kunstwerk an der Wand entstehen lassen. Während der sechswöchigen umfangreichen Arbeiten
wird es neben der Fassade einen Baucontainer als Ort der Begegnung
geben. In dieser zentralen Anlaufstelle werden für alle Interessierten,
vor allem aber für Kinder und Jugendliche, Informationsmaterialien
zum laufenden Projekt, aber auch Hinweise zu kulturellen Einrichtungen im Bezirk angeboten.
Jeder, der sich für einen kreativen Beruf interessiert, erhält direkt
Tipps und Anregungen für die Berufswegplanung. In Kunstworkshops können Kinder und Jugendliche unter Anleitung malen, experimentieren und Schablonen herstellen. Wenn diese Mal-Schablonen
passen, verwende ich sie im Wandbild. Bei den Teilnehmern soll sich
eine besondere Beziehung zum Kunstwerk entwickeln können.
Zusätzlich werden drei bis vier Praktikantenstellen für das Projekt vergeben. Die Praktikanten organisieren, schreiben, drehen ein Video,
tauschen Informationen über Facebook aus. Die Praktikanten im Alter
zwischen 14 und 21 Jahren tragen also eine große Verantwortung.
Ich möchte besonders den Jugendlichen Mut machen, Dinge auszuprobieren, sich mit Kunst und Kultur zu beschäftigen und ihr Talent
zu entdecken. Das war auch das Ziel meiner Workshops in Süddeutschland, in Weinheim, im Jahr 2011. Im selben Jahr hatte ich
Gelegenheit, an der Universität in Princeton experimentelle Malerei
zu lehren. In diesem Rahmen arbeitete ich u. a. mit Jugendlichen aus

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

bildungsfernen Familien. Außerdem unterrichtete ich jahrelang
Basketball an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Worin liegt für Sie die Bedeutung von Kunst für die Entwicklung der Gesellschaft? Wo sehen
Sie den Zusammenhang zur Kiezarbeit?
Christian Awe: Kunst ist frei, sie
unterliegt keinen Regeln. Sie
bringt Erneuerung, fördert den
Austausch und die Kommunikation und ist deshalb ein Motor
des Fortschritts. Im Kiez bringt sie
die Menschen zusammen. Kunst
ist nicht elitär. Sie sollte jedem
zugänglich sein und Diskussionen
auslösen. Deshalb lade ich alle
ein, sich das Fassadenbild anzuschauen. Für viele wird es wie ein Blick in die Wolken sein: Nach
und nach werden sie anfangen, Dinge zu assoziieren – jeder
Betrachter wird etwas anderes sehen. Ich möchte die Kommunikation
und Kreativität der Menschen anregen.
Wie sehen Sie das Lichtenberg der Zukunft, sagen wir, in den
nächsten fünf bis zehn Jahren?
Christian Awe: Lichtenberg wird zu einem weltoffenen Bezirk.
Probleme mit Extremismus und Gewalt gehören der Vergangenheit
an. Ich wünsche mir Sicherheit und Lebensfreude, spannende und
kreative Wohngebiete, die immer Orte der Begegnung für Jung und
Alt sind.
Machen wir gemeinsam unseren Heimatbezirk noch viel attraktiver.
Er soll ein Ort der Offenheit und einer von innen heraus wachsenden
und weit über Berlin hinweg strahlenden Kunst- und Kulturszene
sein. Berliner und Nichtberliner sollen neugierig auf unser Lichtenberg
schauen.

(www.christianawe.com)

29

Miteinander!
30

Wir fühlen uns verantwortlich für unsere
Kieze – ganzheitlich und umfassend: Seit 2002
haben wir über unsere HOWOGE Servicegesell­­
schaft mbH mehr als 100 Menschen aus dem
Berliner B
­ezirk Lichtenberg zurück in den ersten­
Arbeitsmarkt ­ge­­holt. Sie arbeiten heute direkt vor
Ort als Con­cierge, Hausmeister und Mobile Hausmeister. Und dann sind da noch unsere Kiezhelfer.
Sie unterstützen die Mieter bei kleineren Repara­
turen, Einkäufen oder Arzt- und Behördengängen –
allein für den Preis eines Dankeschöns.

31

Servicegesellschaft
Ausdruck nachhaltigen Handelns
Die HOWOGE Servicegesellschaft mbH hat ihre Geschäftstätigkeit
zum 1. April 2002 aufgenommen. Damit blickt die Gesellschaft 2012
auf zehn Jahre erfolgreiche Arbeit der Erbringung wohnbegleitender
Dienstleistungen zurück. Von der Einführung der ersten Conciergedienste mit zwölf Mitarbeitern im Jahr 2002 hat sich die Gesellschaft
zu einem Unternehmen mit einem umfangreichen Serviceangebot
und derzeit 131 Mitarbeitern entwickelt.
Im Leitbild und der strategischen Ausrichtung der HOWOGE ist der
Service für die Mieter ein wichtiger Erfolgsfaktor. Dafür sorgt neben
den Mitarbeitern in den Kundenzentren die HOWOGE Servicegesellschaft mbH mit ihren Geschäftsfeldern Hausmeister-, Mobile Hausmeister-, Concierge- und Empfangs- sowie Kiezhelferdienste.
Unsere Mobilen Hausmeister sind abends und nachts an sieben
Tagen in der Woche in den Kiezen unterwegs und sorgen für mehr
Sicherheit, Ruhe und Ordnung, schauen nach dem R
­echten und
helfen, wenn es notwendig ist. Durch die Concierges in derzeit
­
17 Wohnhochhäusern der HOWOGE sind die Häuser sicher und
­sauber. Die Concierges kümmern sich um die Wünsche der Mieter
und haben für Anliegen oder Anregungen stets ein offenes Ohr.
Für den Service finden zufriedene Mieter immer wieder
freundliche Worte:
„Unseren besonderen Dank möchten wir aber unserem Haus­meister
aussprechen. Bitte erlauben Sie uns Ihnen hiermit zur Kenntnis zu
geben, dass wir mit seinem Einsatz, insbesondere durch sein sehr
höfliches, umsichtiges und sehr schnelles Handeln, jederzeit sehr
zufrieden sind.“ Mieter aus dem Kundenzentrum „Am Fennpfuhl“,
Februar 2012
„Ich finde es immer wieder sehr anrührend, wie intensiv und
freundlich der Conciergedienst sich um unsere älteren Mit­
be­wohner kümmert. Weiter so!“ Mieterumfrage, April 2011

packen mit an. Sie übernehmen kleinere Reparaturarbeiten in der
Wohnung, erledigen gelegentlich den Einkauf und begleiten die
­Mieter bei Behördengängen oder Arztbesuchen.
Die HOWOGE stellt sich dem demografischen Wandel und den
veränderten Bedürfnissen der Kunden und passt ihre Angebote
­
vorausschauend an. Die Mitarbeiter der Servicegesellschaft tragen
­
mit ihrem Einsatz wesentlich zur Verbesserung des Lebens in u
­ nseren
­Kiezen sowie zur Mieterzufriedenheit bei und fördern damit wesentlich den Unternehmenserfolg.
In der HOWOGE Servicegesellschaft mbH wurden seit ihrem ­
Be­
stehen vornehmlich Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose geschaffen.
Seit 2002 wurden insgesamt 111 Mitarbeiter eingestellt, die über das
Jobcenter vermittelt wurden und für die in den ersten ein bis drei
Jahren Eingliederungsförderungen in Anspruch genommen werden
konnten. 90 dieser Mitarbeiter sind heute noch im Unternehmen
beschäftigt. Die Mitarbeiter werden umfassend für die Ausübung­
­
­ihrer Tätigkeit geschult und haben im Rahmen von innerbetrieblichen
Ausschreibungen die Möglichkeit, auch in andere Tätigkeitsfelder,
wie beispielsweise den Hausmeisterbereich, zu wechseln.
Für die Servicegesellschaft wurde mit der Gewerkschaft ver.di ein
­eigener Vergütungstarifvertrag geschlossen, der seit dem 1. Januar
2010 in Kraft ist. Er sieht die Einordnung aller gewerblichen und
kaufmännischen Mitarbeiter in Vergütungsgruppen vor. Damit wird
eine den Anforderungen und der Qualifikation gerecht werdende
Ver­gütung der Mitarbeiter gewährleistet.
Seit dem 1. Juli 2012 wird ein Mindestlohn von 8,50 EUR/h in der
Servicegesellschaft gezahlt. Damit wurde die Vorgabe des Gesellschafters zum Mindestlohn bei öffentlichen Aufträgen umgesetzt.
Grundlage dafür bildet das Berliner Ausschreibungs- und Vergabegesetz. Auch bei dieser Anpassung wurden die Strukturen des
Vergütungstarifvertrags durch differenzierte Lohn- und Gehaltsan­
passungen berücksichtigt.

„Abschließend möchten wir die Bereitschaft der Mobilen Haus­
meister, die im Dienst waren, loben. Man fühlte sich mit Nach­
barschaftsproblemen nicht alleingelassen.“ Mieter aus dem Kunden­
zentrum Warnitzer Bogen, März 2010

Vergleichbare Leistungen wie die der Servicegesellschaft werden
­gemäß dem gültigen Entgelttarifvertrag für das Wach- und Sicherheitsgewerbe in Berlin und Brandenburg derzeit geringer vergütet.

Seit 2010 bieten wir unseren Mietern darüber hinaus einen ein­
maligen und kostenlosen Service. Unsere Kiezhelfer unterstützen
ältere und gesundheitlich eingeschränkte Mieter im Alltag und­

Die Einhaltung von Mindestlohnstandards bei gleichzeitiger Differenzierung nach den Anforderungen der Tätigkeit sichert nachhaltig die
Arbeitsplätze in der Servicegesellschaft.

32

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

Berlins Nr. 1 ...

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

Auszug aus unseren
externen Servicestandards
Wir beantworten die Fragen von Mietinteressenten innerhalb
von drei Werktagen. Auf E-Mail-Anfragen reagieren wir innerhalb von 24 Stunden bzw. bis zum nächsten Werktag.
Wir ermöglichen Wohnungsbesichtigungen auch abends und
am Wochenende.
Hinweise und Anregungen unserer Kunden sind eine
willkommene kostenlose Beratung unseres Unternehmens.
Wir reagieren innerhalb von 14 Tagen.
Mängelbeseitigungen leiten wir innerhalb von
zwei Arbeitstagen in die Wege.

HOWOGE-Serviceleiter mit TTR-Preis (v.l.n.r.): Marion Heise, Claudia
Hasler, Burghard Wieckhorst, Ruth Ehling, Burglind Aland

... und Deutschlands Nr. 2
Nicht nur wir fragen nach der Zufriedenheit der Mieter, andere tun
das auch. In der Benchmarkstudie „Wohnungswirtschaft 2011“
durch das Frankfurter Beratungsunternehmen TTR Group im Jahr
2011 belegte die HOWOGE mit der höchsten Zufriedenheit der
Berliner Mieter den ersten Platz. Deutschlandweit kam die HOWOGE
mit 63,8 Punkten auf einer Skala von 1 bis 100 auf den zweiten
Platz. Damit sind wir bereits im zweiten Jahr seit Einführung der
Studie 2010 vorne dabei. Im Jahr 2010 waren wir Berlins und
Deutschlands Nr. 1. Den Erfolgskurs möchten wir durch eine beständige und hohe Servicequalität fortsetzen.

Unsere Hausmeister sind 24 Stunden für Sie da.
Im Kundenzentrum werden Sie innerhalb unserer Öffnungszeiten kompetent und freundlich beraten. Selbstverständlich
besuchen wir Sie auch gern in Ihrer Wohnung.
Unser vorhandenes Dienstleistungsangebot wird durch
Concierges an bestimmten Standorten komplettiert.

33

Wenn unsere Mieter zufrieden sind,
sind wir es auch
In 21 Kiezen bewirtschaften wir 51.410 Wohnungen.* In den
Wohnungen leben auf einer Fläche von etwa 3.124.287 m² insgesamt rund 93.000 Menschen – unsere Mieter. Diese mit ihren
unterschiedlichen Bedürfnissen zufriedenzustellen, ist das Ziel und
eine dynamische Aufgabe. Regelmäßige Erhebungen und Auswertungen innerhalb des Datenschutzes zu Altersstrukturen der
Mieter und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen spielen hier
eine wichtige Rolle. Kombiniert mit einem Gespür für aktuelle
Bedürfnisse und Anforderungen der Zukunft leiten wir daraus
unsere strategischen und operativen Maßnahmen ab.

Den Erfolg unserer Maßnahmen bestätigt die durchschnittliche
Wohndauer der Mieter von elf Jahren. Diese Zahl steht für eine sehr
gute Mieterakzeptanz. Die Mieter binden sich gerne langfristig, weil
einerseits das Miteinander in den Kiezen gut funktioniert und andererseits die HOWOGE als Vermieter stets auf gute Beziehungen zu
ihren Mietern bedacht ist.

Kiezname

Anzahl
Wohnungen

*

davon 454 Wohnungen ohne Kiezzuordnung (Stand 2011)

34

› Editorial

› HOWOGE

› Soziales

› Ökonomie

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

Buch

3.078

Wartenbergkiez

3.647

Buch

Wartenberg

Karree am
Falkenbogen

2.038
Malchow

Ostseeviertel

Wartenbergkiez

Falkenberg

Karree
Ostsee- am Falkenviertel
bogen

5.873

Welsekiez
Neu Hohenschönhausen

Welsekiez

4.139

330

Am alten
Wasserwerk

Ober- und
Orankesee

1.683

Alt-Hohenschönhausen
Süd

Am
Fennpfuhl

4.067
Loeperplatz

2.565

Landsberger Allee
und Umgebung

Kaskelkiez

Weitlingkiez

1.557
Gensinger
Viertel

753

Quelle: HOWOGE

3.625

1.370
Friedrichsfelde Süd

Friedrichsfelde

5.956

Rummelsburg
Karlshorst

2.615

Karlshorst

Weitlingkiez

AltFriedrichsfelde

Friedrichsfelde
Süd

Frankfurter
Allee Nord

1.696

2.167

Alt-Hohenschönhausen Süd

Rund ums
Rathaus Frankfurter
Allee Nord
Gensinger
AltFrankfurter
Viertel
FriedrichsAllee Süd
felde

Rund ums
Rathaus

Frankfurter
Allee Süd

Landsberger
Allee und
Umgebung

Loeperplatz

1.024

1.744

Alt-Hohenschönhausen
Nord
Alt-Hohenschönhausen

Am alten
Wasserwerk
Am
Fennpfuhl
Fennpfuhl
Lichtenberg

754

AltHohenschönhausen Nord

Ober- und
Orankesee

Karlshorst
Kaskelkiez

275
35

Kommunikationswege für die Mieter
Wir legen Wert darauf, dass unsere Mieter mit uns Kontakt aufnehmen können. Je nach Anlass und Bedürfnis haben sie dafür
verschiedene Möglichkeiten.

Zentrale

Fünf Kundenzentren (KUZ)
KUZ Karlshorst
KUZ Warnitzer Bogen
KUZ Alt-Lichtenberg
KUZ im Ostseeviertel
KUZ Am Fennpfuhl

Service-Mitarbeiter
Hausmeister
Mobile Hausmeister
Concierges
Kiezhelfer

Kiezmanager

Mieter

Externer
Mediator

Infobox
Berlin-Buch
„Kommunikationspavillon“

Servicebüro
Berlin-Buch

Meinungsumfragen
Servicetelefon

Mieterbeiräte

Meinungskarten
Qualitätsmanagement

36

facebook.com/
howoge

SeniorenAnsprechpartner

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

Herausfordernde Situation –
besondere Kommunikation: Beispiel Sanierung
Die enge Kommunikation mit unseren Mietern ist uns bei Sanierungsprojekten besonders wichtig, weil hier der Mieter regelmäßig unmittel­bar von Maßnahmen betroffen ist. Zurzeit sanieren wir in großem
­Umfang in Berlin-Buch (­Details siehe Seite 50 ff.). Bei Sanie­rungen
bilden wir ­spezielle Projekt­teams mit direkten Ansprechpartnern für
Rat suchende M
­ ieter. Für das Projekt Berlin-Buch dient a­ußerdem
die Infobox, unser „Kommunikationspavillon“ mit umfangreichem
­Informationsmaterial rund um die Baumaßnahmen, als zentrale Anlaufstelle für alle ­Interessierten.

In der Regel alle zwei ­Jahre ­führen wir allgemeine Mieterumfragen
durch. Darüber hinaus ­
haben wir im April 2011 inzwischen zum
dritten Mal speziell eine Mieterumfrage zu unserem Conciergedienst
durchgeführt. Insgesamt wurden hier 4.101 Fragebögen an die M
­ ieter
der Häuser mit Conciergedienst verteilt, wovon 1.398 auswertbar
zurückge­kommen sind. Mit dem Conciergedienst kommen erhöhte
Sicher­heit, zunehmende Sauberkeit und vor allem eine persönliche
Note in das Wohn­ambiente – was die Mieter der Häuser schätzen,
wie unsere Umfragen zeigen.
Mieterzufriedenheit Conciergedienst
Mittelwert aller Häuser in %

82,6

90,0

› Informationen

Die Auswertung der Ergebnisse der jüngsten allgemeinen Mieter­
umfrage liegt uns seit Mai 2012 vor. Für die Umfrage wurden
20.000 Fragebögen an die Mieter in unserem Gesamtwohnungs­
bestand versandt. Die Rücklaufquote betrug 26 %. Dies ist vergleichbar mit der Rücklaufquote aus früheren Umfragen. Grundsätzlich ist
es unser Ziel, die Beteiligungsquote zu steigern. Die Auswertung der
Rückmeldungen ermöglicht uns, auch Themen mit Entwicklungspotenzial zu identifizieren.

Wie die befragten Mieter denken

	der Mieter sind mit der HOWOGE
86 % insgesamt zufrieden.

	73 %
	

der Mieter beurteilen ihren Kiez
mit sehr gut bis gut.

	der Mieter finden, dass der Hausmeister
86 % Fragen und Probleme zuverlässig löst.
	der Mieter kennen den Namen
95 % des für sie zuständigen Hausmeisters.

91,5

Wo wir aktuell Entwicklungspotenzial sehen

75

50

25

0

› Compliance

	der Mieter finden, dass die HOWOGE gesell­-­
98 % schaftliches Verantwortungsbewusstsein zeigt.

Regelmäßige Mieterumfragen

100

› Ökologie

	
67 %
	

der befragten Mieter kennen
den Namen ihres Kiezes nicht.

	
27 %
	

der Mieter haben konkrete Verbesserungsvorschläge
bei der Gestaltung ihres Kiezes.

zufrieden/sehr zufrieden
Umfrage 2003	

Umfrage 2008	

Umfrage 2011

37

Auf
geht’s!
38

Unseren Erfolg von morgen sichern die Menschen,
die wir heute an ihre Aufgaben heranführen. Weil
wir gerne langfristig denken, liegt uns der Nach­wuchs besonders am Herzen. Deshalb werden
wir im laufenden Jahr im kaufmännischen Bereich
die Anzahl der Auszubildenden verdoppeln. Wer bei
uns seine Laufbahn beginnt, darf sich gut auf­
gehoben wissen: Denn bei uns macht das Lernen
Spaß! Nicht zuletzt mit unserem selbst e­ ntwickelten
Unter­nehmensplanspiel

IMMOLive!

lernt

unser

­Nachwuchs so nah an der Praxis, dass ihm der s­ pätere
­Alltag spielend leicht von der Hand geht.

39

Mitarbeiter
Füreinander im Sinne des Unternehmensleitbilds
Die Mitarbeiter des HOWOGE-Konzerns stellen den Servicege­­
danken in das Zentrum ihrer Tätigkeit und fühlen sich dabei durch eine
­gemeinsame Unternehmenskultur verbunden, die getragen ist von
gegenseitiger Wertschätzung und Offenheit. Im Unter­nehmensleitbild
der HOWOGE heißt es dazu im Kernsatz 6 „Wir sind füreinander
da“. Das Leitbild aus dem Jahr 2009 ist in enger Z­ usammenarbeit
­zwischen Management und Mitarbeitern ent­standen. In Workshops
wurden ­innerhalb von zwölf Monaten Inhalte, Ziele, Strategien und
­Visionen entwickelt und deren Umsetzung vereinbart. Das Leitbild
ist nun die Grundlage für die konsequente Förderung und Weiter­­entwicklung der Unternehmenskultur. Insbesondere ist die verbindliche Einführung der internen Servicestandards (vgl. Seite 41) ein
nächster Leitbild-Meilenstein im Bereich der strategischen Personalarbeit. Wie das Leitbild werden auch die internen Servicestandards
laufend auf bestehende Erfordernisse hin überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Die Mitarbeiter im HOWOGE-Konzern sind in der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH, der HOWOGE Servicegesellschaft GmbH
(Servicegesellschaft), der GRATUS Immobilienservice GmbH (GRATUS)
und in der HOWOGE ­Wärme GmbH (Wärme GmbH) beschäftigt. Der
Personalbestand verteilt sich wie folgt:
HOWOGE-Konzern

2011

2010

2009

2008

HOWOGE
Wohnungsbaugesellschaft mbH

416

415

422

407

HOWOGE
Servicegesellschaft mbH

131

125

97

94

GRATUS
Immobilienservice GmbH

27

29

30

19

HOWOGE
Wärme GmbH

6

6

6

3

Auszubildende

15

16

16

17

580

575

555

523

2011

2010

2009

2008

13

21

14

8

Gesamtbelegschaft

Fluktuation
insgesamt

40

Betriebszugehörigkeit HOWOGE-Konzern
Durchschnittliche Beschäftigungsdauer: 14 Jahre

> 30 Jahre
28

bis 30 Jahre

244

< 10 Jahre

157

151

bis 20 Jahre

Mitarbeiter gesamt: 580

Mehr als die Hälfte unserer Mitarbeiter arbeitet länger als 14 ­Jahre
im Unternehmen. Die Fluktuation ist äußerst gering. Allerdings bedeutet eine geringe Fluktuation nicht, dass die Mitarbeiter kein Verbesserungspotenzial sehen. Deshalb fragen wir regelmäßig unsere
Mitarbeiter nach ihrer Meinung. Management und Arbeitnehmer­
vertretung leiten aus den Ergebnissen der Befragung Handlungs­
felder für die Weiterentwicklung der täglichen Arbeit ab. Die Mit­
arbeiterbefragung wird alle drei Jahre durch ein unabhängiges
­Institut durchgeführt, zuletzt 2011. Insgesamt haben die Mitarbeiter
ihre ­Arbeitsbedingungen 2008 mit 62 und 2011 mit 63 von 100
mög­lichen Punkten bewertet. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 58
Punkten.
Die hohe Rücklaufquote bei der Mitarbeiterbefragung zeigt, wie
wichtig unseren Mitarbeitern die Einflussnahme auf die e­igenen
Arbeitsbedingungen ist, und das ist unser Auftrag. Aus der Mit­
­
arbeiter­befragung 2011 leiteten sich mehrere Handlungsfelder ab.
Eines davon ist die Verbesserung des internen Informationsflusses. Für
dieses Handlungsfeld gibt es verschiedene Lösungsansätze. Aktuell
umgesetzt wurde zum Beispiel ein interner Mitarbeiter-Newsletter,
in dem Informationen aus den verschiedenen Unternehmens­­
bereichen regelmäßig für alle Mitarbeiter zusammengestellt werden.

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

Auszug aus unseren
internen Servicestandards

62 Punkte
65 % Rücklaufquote

63 Punkte
70 % Rücklaufquote

Wir gehen kollegial miteinander um und
unterstützen uns gegenseitig.
Wir geben Informationen zeitnah und
vollständig an die Betroffenen/Beteiligten weiter.
Jeder hat ein Recht auf Entscheidungen und
eine Antwort innerhalb von fünf Arbeitstagen.

2008

2011

In den Mitarbeiterbefragungen wurde zudem immer wieder deutlich, dass ein verlässlicher Rahmen im Hinblick auf Vergütung und
Arbeitsbedingungen Motivation und Engagement der Mitarbeiter
entscheidend beeinflusst. Ein solcher Rahmen entsteht auch durch
die tarifliche Bindung der HOWOGE und die von den Betriebsparteien
verabredete Betriebsvereinbarung über eine bis zum 31.12.2017
währende Beschäftigungssicherung, die den Erhalt der Arbeitsplätze,
aber auch die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens sichert.
Außerhalb der tariflichen Verpflichtungen erhalten unsere Mitarbeiter betriebliche Leistungen, die sie in ihrer persönlichen Lebensführung unterstützen. Für besondere familiäre Ereignisse, wie zum
Beispiel die Hochzeit von Tochter oder Sohn, aber auch kurzzeitige
Pflegeverpflichtungen in der Familie, werden die Mitarbeiter unter
Fortzahlung der Vergütung von der Arbeit für 1 bis 10 Tage freigestellt. Besonders gewürdigt wird auch die Betriebszugehörigkeit. Wer
10 oder 25 Jahre dabei ist, erhält bei der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH, der GRATUS und der Wärme GmbH eine finanzielle Zuwendung. Mitarbeiter der HOWOGE, die einen unbefristeten
Arbeitsvertrag haben, profitieren bereits seit 1994 von einer betrieblich gestützten Altersversorgung, die die HOWOGE zu gleichen Teilen
mitfinanziert.

Wir vertrauen auf die Fähigkeiten und Fertigkeiten des
Einzelnen und gehen offen und vertrauensvoll miteinander um.
Wir bringen einander Wertschätzung und
persönlichen Respekt entgegen.
Wir würdigen die Kompetenzen und die erbrachten
Leistungen jedes Einzelnen konkret und zeitnah.
Wir üben und reflektieren Kritik sachlich und konstruktiv.
Wir stellen Aufgaben mit einem realistischen Termin und
klarer Verantwortlichkeit.
Wir arbeiten zuverlässig, d.h., übertragene Aufgaben
erledigen wir qualitativ hochwertig.
Wir bieten Zuverlässigkeit durch Kontinuität und
Verlässlichkeit von Entscheidungen. Wird eine getroffene
Entscheidung geändert, so wird dies den Betroffenen/
Beteiligten begründet, um ihre Motivation zu erhalten.
Wir handeln bereichs- und unternehmensübergreifend. Die
Gesamtinteressen gehen über Gruppen- und Einzelinteressen.

41

Management und Betriebsrat haben zu den übertariflichen Leistungen Betriebsvereinbarungen getroffen und damit diese gesichert.
Alle Arbeitnehmervertretungen im Unternehmen sind auch erste
Ansprechpartner, wenn es um wesentliche betriebliche Verände­
rungen oder Ereignisse geht, die gemeinsam entschieden werden
müssen. Die Rahmenbedingungen für die Mitteilungsfristen finden
sich je nach Ereignis ebenfalls in Betriebsvereinbarungen oder gesetzlichen Grundlagen und werden vom Management im Rahmen
der vertrauensvollen Zusammenarbeit stets eingehalten.

Beschäftigungsstruktur 2011
Anzahl
befristet
(11,2 %)
65

unbefristet

Engagement unserer Mitarbeiter findet sich nicht nur in Arbeitnehmervertretungen, auch in den Bereichen Arbeitsschutz, E­ rsthelfer
und Brandschutz sind mehr als 60 Mitarbeiter aktiv. Insgesamt
­engagieren sich 129 Mitarbeiter in Arbeitnehmervertretungen oder
als Beauftragte in einzelnen Bereichen. Regelmäßig finden Schulungen, Begehungen und Unterweisungen im Unternehmen statt, die
alle Mitarbeiter im Hinblick auf Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit
sensibilisieren. Unterstützt wird die HOWOGE dabei vom Betriebs­arzt und von externen Sicherheitsbeauftragten. Die Rate unserer
Arbeitsunfälle ist konstant niedrig und zeigt den Erfolg dieser
­
­Maßnahmen. Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit sind auch Verantwortungsbereich der Führungskräfte und werden auch hier zukünftig
immer wieder thematisiert.
Die Erhaltung der Gesundheit unserer Mitarbeiter ist uns wichtig.
Beratung und Vorsorge stehen dabei im Mittelpunkt. Noch im Jahr
2012 wollen wir mit der Umsetzung eines ganzheitlichen betrieblichen Gesundheitsmanagements in Zusammenarbeit mit einer Krankenkasse beginnen. Beratungsangebote für Suchterkrankungen und
traumatische Ereignisse im Zusammenhang mit der täglichen Arbeit
gibt es bei der HOWOGE schon seit vielen Jahren. Mitarbeiter und
deren Familien, die von dem einen oder anderen Thema betroffen
sind, werden betreut, ihre Arbeitsfähigkeit und damit der eigene
Unterhalt gesichert.
Die Erarbeitung von unternehmerischen Handlungsoptionen, die die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf und damit vor allem die Chancengleichheit für Frauen im Arbeitsprozess im Blick haben, soll ­nächstes
Jahr Thema sein. Geplant ist, das Zertifikat zum „audit berufund­familie“ zu erhalten. Der Zertifizierungsprozess wird federführend
von unserer Frauenvertreterin begleitet, die nach Berliner Landesgleichstellungsgesetz im Dezember 2011 gewählt wurde.

42

515

Gesamt: 580

Männer

290

290

Frauen (50,0 %)

Gesamt: 580

Männer in Füh­rungs­positionen

16

15

Frauen in Füh­rungs­
positionen (48,4 %)

Gesamt: 31

Aktuell sind nur 15 Mitarbeiter in Teilzeit beschäftigt. Durch das bei
der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH geltende Arbeitszeitmodell der Gleitzeit ohne Kernzeit sind die Arbeitszeiten äußerst
­flexibel. Die flexible Gestaltung von Arbeitsbeginn und Arbeitsende
ohne Kernzeit gewährleistet bedarfsgerechte
­­
Ansprechzeiten und
fördert gleichzeitig die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

Die Zukunft bestimmt, was wir heute tun
Unsere Mitarbeiter sind im Durchschnitt 48 Jahre alt. Nachwuchssicherung, kontinuierliche Weiterbildung und Wissensmanagement
sind in unserem Unternehmen zentrale Themen.
Altersdurchschnitt Mitarbeiter HOWOGE-Konzern
48 Jahre
bis 25 Jahre
älter als 56 Jahre

26 - 35 Jahre

30

147

34

118

251

36 - 45 Jahre

46 - 55 Jahre

Seit 2012 haben wir die Anzahl unserer Ausbildungsstellen dauerhaft
verdoppelt. Jährlich stehen nun zehn statt fünf Ausbildungsplätze
zur Verfügung. Insgesamt werden bald 30 junge Menschen, über
drei Ausbildungsjahre verteilt, ihre Ausbildung bei der H
­ OWOGE
Wohnungsbaugesellschaft mbH absolvieren. Bezogen auf die kauf­
männischen Arbeitsplätze, für die ausgebildet wird, erreichen wir
damit eine Ausbildungsquote von fast 10 %. Ziel ist es außerdem,
leistungsstarke ­
Auszubildende nach e­rfolgreichem Abschluss der
Ausbildung zukünftig sicher in ein u
­ nbefristetes Arbeitsverhältnis zu
übernehmen und dadurch den Nachwuchs an Fachkräften zu sichern.
Unseren Auszubildenden stehen aktuell 42 Ausbilder zur Seite, die
überwiegend über den IHK-Abschluss der Ausbildereignung nach
der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) verfügen. Sie sorgen für
die Vermittlung des fachlichen Wissens und für die Förderung der
persönlichen Entwicklung unserer Auszu­
bil­
denden g
­leichermaßen.
Die Ausbildung ist so weit wie möglich projekt­orientiert ausgerichtet.
Dadurch wird ein ganzheitlicher Lernprozess möglich. Die ­HOWOGE
Wohnungsbaugesellschaft mbH ­unterstützt diesen Prozess mit der
Veranstaltung jährlicher Ausbildertage, die den Austausch zu ­Themen
der betrieblichen Ausbildung ermöglichen. Kommunikation, Aus­
bildungsabläufe und veränderte ­An­forde­rungen waren Themen des
letzten Ausbildertages im Mai 2012. Auch der vom Arbeitgeber­
verband der Immobilienwirtschaft koordinierte „Azubi-Tausch“, der
es unseren Auszubildenden ermöglicht, in ­anderen deutschen Immobilienunternehmen zu „schnuppern“, unterstützt den ganzheitlichen
Ansatz unserer Ausbildung.

43

Erfinderqualitäten: Matthias Lahne
Controller, seit 1999 Ausbilder bei der HOWOGE und Erfinder von IMMOLive!

Welche Leidenschaft mancher Ausbilder dabei an den Tag legt,
zeigt das Beispiel Matthias Lahne. Seit über zehn Jahren bildet der
Controller bei der HOWOGE Nachwuchs aus und bewies dabei beachtliche Kreativität: Eigentlich sollten nach der Novellierung des
Berufsbildes Immobilienkaufmann/-frau Ideen für die Umsetzung
in der betrieblichen Ausbildung gesammelt werden. Heraus kam
IMMOLive!, ein intelligentes softwaregestütztes Planspiel, das heute
fester Bestandteil des Lehrplans der Berufsschule der BBA-Akademie
der Immobilienwirtschaft ist.
Herr Lahne, Sie engagieren sich – wie andere Kollegen – zusätzlich zu Ihrer Tätigkeit im Controlling in der Ausbildung der Immobilienkaufleute bei der HOWOGE. Dabei vermitteln Sie den jungen
Leuten nicht nur betriebswirtschaftliche Kenntnisse, die sie in der
Immobilienwirtschaft brauchen. Auch wie man Projekte initiiert und
zum erfolgreichen Abschluss bringt, sind wesentliche Bestandteile der
Ausbildung. Was bedeutet das genau und welche Rolle spielt der
ganzheitliche Ansatz in diesem Zusammenhang?
Matthias Lahne: Seitdem im Jahr 2006 das Berufsbild Immobilienkaufmann/-frau novelliert wurde, rückt die Vermittlung von Problemlösungskompetenzen immer stärker in den Vordergrund, auch in
der praktischen Ausbildung.

um. Während der gesamten Projektdauer zählen Ideen und Fleiß des
Einzelnen. Das ist selbstverständlich auch eine Frage der Motivation
und Wertschätzung.

Bei der HOWOGE erhalten unsere Auszubildenden schon seit vielen
Jahren die Möglichkeit, bei Beginn ihres zweiten Ausbildungsjahres
eigenständig größere Aufgaben zu bearbeiten. Am Ende ihrer zweimonatigen Zeit im Fachbereich Controlling präsentieren sie ihre
Ergebnisse vor dem Leiter Controlling und den Kollegen. Dabei geht
es neben dem Fachlichen darum, wie man strukturiert an eine Problemstellung herangeht, diese in Teilschritten löst und zeitgerecht ein
nutzbringendes Ergebnis vorstellt.

Eine Generalprobe für die abschließende Präsentation der Ergebnisse
mit Kommunikations- und Veranstaltungstechnik im großen Konferenzraum der HOWOGE-Zentrale gehört auch dazu. Die abschließende Präsentation eines Projekts vor den erfahrenen Kollegen ist
immer eine Herausforderung für die jungen Auszubildenden. Zum
Teil müssen sie für ihre Ergebnisse kämpfen, wenn sie auf eine kritische
Haltung treffen. Aber am Ende, wenn es geschafft ist, sind sie immer
noch alle stolz gewesen. Das Selbstbewusstsein wurde stets gestärkt.

Können sich die Auszubildenden auch selbst bei der Auswahl der
Projekte einbringen, eigene Ideen umsetzen? Wie viel Verantwortung
tragen sie bei der Ausführung?
Matthias Lahne: Gleich zu Beginn bei der Einführung in das Controlling versuche ich, besondere Interessen des Auszubildenden an
Zahlen und kaufmännischen Zusammenhängen herauszufinden.
Danach richten sich die Projektvorschläge. Dann wird ein Zeit- und
Maßnahmenplan erarbeitet, unser „Storyboard“. Dieses Drehbuch
besprechen wir gemeinsam und verabreden uns zu definierten Meilensteinen. Als Ausbilder begleite ich. Der Auszubildende setzt die Inhalte

Ganzheitlichkeit spielt auch eine zentrale Rolle im Planspiel
IMMOLive!, das Sie erfunden haben. Seit 2010 ist es Bestandteil
des Lehrplans an der privaten Berufsschule der BBA-Akademie der
Immobilienwirtschaft. Das Planspiel ist so konzipiert, dass einzelne
Spieler bzw. Teams gegeneinander antreten. Können Sie die Spielregeln erklären? Worin liegt der konkrete Nutzen, um welche
Kompetenzen geht es?
Matthias Lahne: Bei IMMOLive! treten virtuelle Unternehmer, in der
Regel in Teams von zwei bis drei Spielern, gegeneinander an. Sie
treffen Entscheidungen kaufmännischer Art und lösen immobilien-

44

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

wirtschaftliche Aufgaben als Unternehmer. So erhalten sie einen
ganzheitlichen Einblick in den Lebenszyklus von Immobilien.
Alle haben gleiche Ausgangsbedingungen und gleiches Startkapital.
Unter realitätsnah simulierten Wettbewerbsbedingungen ermöglichen drei Marktsegmente unterschiedliche Strategien. Die Ergebnisse sind am Ende völlig unterschiedlich und zeigen sich z. B. in der
Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz der virtuellen Unternehmen. Standorte sorgfältig wählen, marktgerecht bauen, erfolgreich vermieten und wirtschaftlich instand halten sind Beispiele, die
den erfolgreichen Immobilienkaufmann im Planspiel ausmachen.
Alle Geschäftsvorgänge werden aufgezeichnet. Die Spielstände
werden grafisch ausgewertet. So kommt man über die Auswirkungen
von Entscheidungen ins Gespräch. Man spricht über die Zahlen und
über die Theorie. Alle kaufmännischen Aspekte lassen sich in diesem
Spiel unterbringen. Die Teilnehmer lernen spielend, was sie später
wissen müssen.
Was bringt einen Ausbilder dazu, sich ein softwarebasiertes Immobilienplanspiel auszudenken? Was macht diese Art des Lernens so
effizient?
Matthias Lahne: Die HOWOGE setzt seit Langem eine leistungsfähige Datenbank als Management-Informationssystem (MIS) ein, für
das ich neben dem Berichtswesen zuständig bin. Den Gedanken,
ein Planspiel im MIS zu implementieren, hatte ich schon vor einigen
Jahren. Die mathematische Logik kann ohne spezielle Programmiersprache in der Datenbank hinterlegt werden. Zusätzlich bietet das
MIS die Möglichkeit, interaktive grafische Benutzeroberflächen zu
gestalten. Aus Zeitgründen blieb es aber lange Zeit nur eine Idee.
Die Motivation zur Verwirklichung stieg durch die erwähnte Novellierung des Berufsbildes des Immobilienkaufmanns nochmals. Vernetztes, übergreifendes Denken sollte anhand möglichst realitätsgetreuer Handlungssituationen noch stärker gefördert werden. Ein
Aspekt, den ein Unternehmensplanspiel sehr gut abbilden kann.
IMMOLive! haben Sie in Ihrer Freizeit erfunden. Woraus schöpfen
Sie Ihre Motivation, neben dem Vollzeitjob im Controlling Zeit in derlei
kreative Zusatzaktivitäten zu investieren?
Matthias Lahne: Die Ausbildertätigkeit ist für mich eine Herzenssache, die mir sehr viel Spaß macht. Das gilt auch für das Planspiel.

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

Als Ende 2007 meine erste Tochter geboren wurde, nahm ich einen
Monat Urlaub für die erste Zeit nach der Geburt. Es waren die
vielen langen Schlafzeiten der Kleinen, die ich für die Umsetzung
des Planspiels nutzte. Dabei gab es einige technische Hürden, aber
als der Prototyp fehlerfrei funktionierte, konnte der zweite wichtige
Teil erfolgen. Alle Daten mussten in ihrer Ursache und Wirkung ausbalanciert werden. Was passiert z. B. mit der Wohnungsnachfrage,
wenn ein Unternehmen im vergleichbaren Umfeld mehr Mieten als
andere verlangt oder die Instandhaltung vernachlässigt? Herr Tersch,
mein Vorgesetzter, hat mich dabei tatkräftig unterstützt.
Die Feuertaufe bestand IMMOLive! vor Vertretern des Oberstufenzentrums (OSZ Lotis), zehn Lehrerinnen und Lehrer, die selbst zu
Unternehmern wurden und sich vom Ansatz und der Umsetzung
überzeugen ließen. Ein aufregender Termin!
Seit einigen Jahren führe ich nun das Planspiel für das OSZ und
die BBA-Berufsschule durch und immer packt die Teilnehmer aus
verschiedenen Ausbildungsunternehmen Spieleifer und Ehrgeiz. Es
herrscht eine gespannte und konzentrierte Atmosphäre während
der Spieldauer, aber der Spaß kommt in den Zwischenauswertungen
auch nicht zu kurz. Das Spiel geht über vier Stunden, aber Pause
haben möchte niemand zwischendurch. Das beeindruckt mich
immer wieder!
Und wenn ich am Ende ein Dankeschön erhalte, dann hat sich für
mich die Mühe mehr als gelohnt. Ich wurde auch schon gefragt,
ob man das Spiel kaufen könnte...
Die Ausbildung dauert drei Jahre. Die Rahmenbedingungen der
Immobilienwirtschaft ändern sich stetig und schnell, sei es durch
den Arbeitsmarkt oder die Auswirkungen der Energiewende und die
daraus folgenden Anforderungen an Gebäude. Was denken Sie, ist
heute besonders wichtig für die Immobilienkaufleute von morgen?
Matthias Lahne: Das ist keine einfach zu beantwortende Frage. Ich
denke, durch wachsende Unternehmen wird es mehr funktionale
Arbeitsteilung bei steigender Komplexität geben. Das wird sicher zu
einem höheren Anteil von Spezialisten ihres jeweiligen Fachgebiets
führen und erfordert eine ausgeprägte Kommunikations- und Teamfähigkeit des Einzelnen im Unternehmen.

45

Aktuell bildet die HOWOGE im Berufsbild Immobilienkauf­
mann/frau aus. Es ist geplant, auch in a­ nderen Berufen auszu­bilden, so
zum Beispiel Kaufmann/Kauffrau für B
­ ürokommunikation, Informatik­
kaufmann/-frau oder Veranstaltungs­kaufmann/-frau. Eine Auffächerung der Ausbildungsangebote, insbesondere in Berufen, die nicht
nur für Abiturienten geeignet sind, eröffnet Chancen für mehr junge
Menschen.
Vielfalt und Chancengleichheit sind uns wichtig, gerade in der
­Personalarbeit. Wir übernehmen daher Verantwortung in der vom
Land Berlin initiierten Kampagne „Berlin braucht dich!“, die sich
die berufliche und soziale Integration junger Migrantinnen und
­Migranten zum Ziel setzt. Wir stellen in diesem Rahmen Praktikums­­plätze zur Verfügung, unterstützen die Berufsorientierung der ­jungen
­Menschen und ermöglichen Echterfahrungen in Sachen Bewerbungen
(Einstellungstest, Vorstellungsgespräch). Die weitere Umsetzung soll
dahin führen, dass die jungen Menschen, die über diese Maßnahmen
an die Berufswelt herangeführt werden, echte Chancen auf einen
Ausbildungsplatz in unserem Unternehmen haben.
Wir haben die Charta der Vielfalt unterzeichnet (siehe Seite 64) und
bringen auch damit zum Ausdruck, dass Auswahl und Einstellung von
Personal ausschließlich nach Qualifikation und Motivation und damit
unabhängig von der ethnischen Herkunft, Religion, Geschlecht, Alter
oder sexueller Identität erfolgt.

Fünf Schülerinnen der 10. Klasse stellten sich am
Bewerbertag 2012 bei der HOWOGE der Trainingssituation eines Bewerbungsgesprächs. Die Schülerinnen haben ihre Wurzeln in Mazedonien, Pakistan,
der Türkei und Kroation. Alle absolvierten ihr Probetraining erfolgreich und nahmen Tipps für spätere
Bewerbungssituationen mit nach Hause.

46

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

Die Sensibilisierung unserer Mitarbeiter für das Thema Vielfalt und
Chancengleichheit soll zukünftig noch häufiger durch Schulungen
unterstützt und in Firmenrichtlinien verankert werden. Schulungen
zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) haben für alle
Mitarbeiter b
­ ereits stattgefunden. Interkulturelle Trainings, zum Beispiel nach der Trainingsmethode „Eine Welt der Vielfalt“, an denen
2011 schon Mitarbeiter teilgenommen haben, sollen zukünftig unter­
nehmensweit angeboten werden.

Wissen und Engagement fördern
Die Fähigkeiten und die Motivation unserer Mitarbeiter sind der Erfolgsfaktor für das Unternehmen. Um das Potenzial der Mitarbeiter
zu erschließen und sie zu fördern, spielen das Personalmanagement
und die Personalentwicklung bei der HOWOGE eine zentrale ­Rolle.
Regelmäßig finden für alle Mitarbeiter des HOWOGE-Konzerns Mitarbeiterbeurteilungsgespräche statt. Dieses persönliche Gespräch,
in dem zwischen den Vorgesetzten und den Mitarbeitern Verein­
barungen für die Förderung, Weiterbildung oder Qualifizierung getroffen werden, ist eine wesentliche Grundlage für die Personalarbeit.
Ziel ist dabei immer, Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen
möglichst vielen Mitarbeitern anbieten zu können, wie zum Beispiel
die Ausbildungsoffensive.
2010 startete die bereits dritte Ausbildungsoffensive, die Mit­
arbeitern des HOWOGE-Konzerns die Möglichkeit eröffnet, den
Beruf des/r Immobilienkaufmanns/-kauffrau in zwei Jahren inhouse
neben dem Beruf zu erlernen. Insgesamt haben seit 2007 über
50 Mit­arbeiter diese Möglichkeit genutzt und in der Regel haben
wir als ­Unternehmen diese Schulungsmaßnahme nicht nur organi­siert, sondern auch finanziert. Die Absolventen der dritten Ausbil­
dungs­offensive legen im Sommer 2012 ihre Prüfungen vor der IHK
Berlin ab.
Wichtig ist uns für die Zukunft aber auch, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen dem Bedarf unseres Unternehmens noch besser
anzu­
passen, zum Beispiel modularisierte und damit auf den spe­
ziellen ­
Bedarf angepasste Inhouse-Schulungen zu fachlichen oder
persönlichen Themen anzubieten. Die Steigerung der Anzahl der
Weiterbildungs­
maßnahmen ist vorgesehen. Für Fort- und Weiter­
bildung steht 2012 ein Budget von 530.000 Euro zur Verfügung.

› Ökologie

› Compliance

Gesamt
Weiterbildungsveranstaltungen

› Informationen

2011

2010

2009

2008

253

254

267

212

Anzahl
Arbeits- und Gesundheitsschutz

2011
2

Auszubildende (Begleitunterricht)

37

Bau/Technik

12

Bestandsbewirtschaftung

51

EDV/IT (auch Anwenderschulungen)

34

Management/Führungskompetenz

27

Marketing

6

Revision/Compliance

12

Sekretariat/Assistenz

6

Strategische Bereiche (Controlling, Recht, Personal,
Rechnungswesen, Portfoliomanagement usw.)
Sprachen

58
2

Sonstige

6

Gesamt

253

Wie bei den Kiezen und den Mietern, so ist es auch bei der HOWOGE
und ihren Mitarbeitern: Idealerweise kommt das Engagement von
innen heraus: Deshalb integrieren und fördern wir gerne Möglichkeiten, die mit unserer Unternehmenstätigkeit einhergehen und bei
denen sich der einzelne Mitarbeiter selbst engagieren kann.
Viele unserer Mitarbeiter engagieren sich ehrenamtlich, ob als Prüfer
bei der IHK, als Vortragende, Dozenten, in regionalen Verbänden und
Vereinen oder bei der Mitarbeiterspendenaktion „Cent um Cent“. Bei
dieser Aktion, die es seit fünf Jahren gibt, spenden Kollegen freiwillig
einen Bruchteil ihres Gehalts für Vereine und Initiativen in unseren
Kiezen, die hiermit in ihrer sozialen Arbeit unterstützt werden. Der
Effekt ergibt sich hier aus der Vielzahl der Teilnehmenden. Wichtig ist
das Prinzip: Wo beginnen, wenn nicht bei sich selbst?

47

95 %
sind nur fast

100 %!

48

Unser Bestand soll bis auf die letzte Wohnung in
Schuss sein. Deshalb werden wir bis Ende 2013
auch die im Jahr 2009 erworbenen ­Wohnungen in
Berlin-Buch auf Vordermann gebracht haben. Von
einem intakten Bestand profitieren b
­ esonders
­unsere Mieter. Denn eine gut gedämmte ­
Woh­­
nung sorgt für einen reduzierten Energieverbrauch,­
geringe N
­
­ ebenkosten und somit für eine n
­ iedrige
Brutto­
warmmiete. Dass unser Bestand ­
heute fast­­
voll­ständig saniert ist, resultiert aus mutigen ­Inves­­titions­ent­­schei­dungen. Seit den 90er Jahren­ ­haben
wir 1
­ ,4 Mrd. Euro für die Sanierung in die Hand
­ge­nommen. Und dieser ­Strategie bleiben wir treu:
In den k­ ommenden Jahren wollen wir weiter inve­s­
tieren.
49

Ökologie
Wohnungsbestand: von Grund auf sanieren
Der von der HOWOGE bewirtschaftete Bestand* ist bereits nahezu
vollständig saniert. Fast zu 100 % sind die Wohnanlagen energetisch
auf einem modernen Stand. Warum? Weil hier bereits in den 90erJahren systematisch mit der Sanierung begonnen wurde. Gründlich
waren wir schon damals. „Wir machen nicht nur einen Teil, um dann
alsbald wieder tätig werden zu müssen. Wir sanieren den Bestand
komplett durch“, lautete die Strategie. 1,4 Mrd. Euro kostete es; eine
Investition, die damals mutig und aus heutiger Sicht vorausschauend
war. Das Ergebnis: 95 % des Gesamtbestands sind heute saniert.
Heute setzen wir bei den periodischen Instandsetzungen (siehe auch
Seite 19) weiterhin auf ein strukturiertes Vorgehen. Die Festlegung
des Zeitpunkts für eine Instandsetzung ist vom Zustand des Bauteils
abhängig und wird individuell für die Gebäude festgelegt. Regelmäßige Gebäudekontrollen durch verantwortliche Personen aus
dem Servicebereich und umfangreiche jährliche technische Bestandsbewertungen durch speziell geschultes Fachpersonal unserer Kundenzentren stellen sicher, dass die Anlagen in einem guten Zustand
bleiben. Der technischen Bewertung eines Gebäudes geht in der
Regel auch eine Analyse des Energieverbrauchs voraus.
Der Wohnungsbestand der HOWOGE wurde 2009 um 3.100 neu
erworbene Wohnungen in Berlin-Buch erweitert. 2.300 Wohnungen
aus diesem Zukauf sollen bis 2013 vollständig saniert werden. Wir
haben im April 2011 mit den Arbeiten begonnen, die Maßnahmen sollen 2013 abgeschlossen werden. Energieeffizienz durch die
Reduzierung der benötigten Wärmeenergie steht bei den Umbau-

maßnahmen in Berlin-Buch im Mittelpunkt. Bei allen in die Maßnahme einbezogenen Wohnungen wird an der Gebäudehülle gearbeitet, indem Fassaden, Keller- und Dachgeschossdecken gedämmt
werden. Fenster mit Isolierverglasung und abgedichtete Wohnungseingangstüren dienen der Vermeidung von Energieverlust. Durch
eine Feinsteuerung der Heizanlage und den Einbau einer modernen
Lüftungsanlage wird die Anlagentechnik auf einen aktuellen Stand
gebracht. Wassersparende Armaturen und der verstärkte Einsatz von
Bewegungsmeldern helfen, den Energieverbrauch zu kontrollieren.
Das Wohnumfeld wird bei der Sanierung stets einbezogen. Denn das
Gesamtbild ist unsere Visitenkarte, ganzheitlich denken und handeln
unsere Strategie. Um die Gegebenheiten vor der jeweiligen Haustür
für unsere Mieter zu verbessern, orientieren wir uns an deren Bedürfnissen. Im Jahr 2011 haben wir für Maßnahmen hinsichtlich des
Wohnumfelds ca. 300 TEUR investiert (siehe nachfolgende Grafik).
Bei der Gestaltung von Parkplätzen vermeiden wir die Versiegelung von Flächen, indem wir mit wasserdurchlässigen Pflasterungen
arbeiten. Diese lassen das Oberflächenwasser zwischen den Fugen
versickern, Lebensräume werden erhalten.
Investitionen in Modernisierung und Wohnumfeld
in Mio. €
29,0

30,0
23,6

20,0

0,3

23,8
0,3

0,9
14,5
0,2

10,0

7,0

7,1
0,4

0,0

2006

2007
Modernisierung

*

zur Zusammensetzung des Bestands vgl. Grafik Seite 7

50

2008

2009

Wohnumfeld

0,2

2010

2011

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

Sanierung Berlin-Buch
Wir von der HOWOGE kennen uns mit komplexen Sanierungen aus.
Einmal mit der Arbeit begonnen, sind wir erst fertig, wenn alles bis
ins letzte Detail erledigt ist. Der Erfolg des Projekts beginnt bereits mit
der Auswahl der an der Maßnahme Beteiligten. Für jedes Sanierungsprojekt wird ein eigenes Team zusammengestellt. Vom Hausmeister
bis zum Projektleiter sind alle von der ersten Minute an gemeinsam
in einem Boot und bringen sich ein. Der Hausmeister kennt nicht nur
das Objekt, er kennt auch die Mieter.
Und auch die Mieter werden in den Arbeitsprozess einbezogen. Bei
einem 100-Millionen-Euro-Projekt haben sie viele Fragen. Und wir
informieren sie von Anfang an: Nach einer allgemeinen Informa­
tionsveranstaltung zum Bauvorhaben werden in weiteren Mieter­
versammlungen relevante Planungs- und Baudetails besprochen.
Auch Einzelgespräche gibt es. Nicht selten sucht man in diesen
­Gesprächen nach individuellen Lösungen. Als Partner unserer M
­ ieter
legen wir Wert auf Nähe. Für das Projekt in Buch haben wir als
zentrale Anlaufstelle für Mietinteressenten die „Infobox“ installiert.
Sie ist ein Beratungspavillon mit Anschauungsmaterial zu allen Bauvorhaben. Geschultes Personal (zwei HOWOGE-Mitarbeiter) gibt dort
Antworten auf Fragen zur Neuvermietung.
Unsere Arbeitsverfahren haben sich seit den 90er Jahren bewährt.
Sie sind zeitsparend und kosteneffizient. Die Planungen erfolgen generell nach der Maßgabe, dass keine wesentlichen Instandsetzungsmaßnahmen in den folgenden 15 bis 20 Jahren erforderlich werden.
Ein wichtiger Bestandteil der Projektplanung ist das Energiekonzept.
In diesem Konzept wird dargestellt, durch welche Maßnahmen der
Primärenergieverbrauch gesenkt werden kann und wie sich dies auf
die Betriebskosten auswirkt.

Projektteam Walter-Friedrich-Straße 50-60: Sabine Domeika,
Oliver Pohlann, Marlies David, Michael Kranz, Birgit Paul (v.l.n.r.)
nungen nicht bewohnen können. Hierum kümmert sich ein ­eigenes
Fachteam bei der HOWOGE, das sich aus dem verantwortlichen
Kundenbetreuer, dem Umzugskoordinator und den Umzugsfirmen
zusammensetzt.
Vor allem ältere oder kranke Mieter nutzen das Umsetzungsangebot
in eine andere Wohnung oder in eine vorübergehende Betreuungseinrichtung während der Sanierung. Manchmal werden aber auch
nur die Möbel mit Unterstützung unserer Kiezhelfer für die Bauzeit
in der Wohnung umgelagert. Die Entscheidung, welcher Mieter Hilfe
in welcher Form benötigt und in Anspruch nimmt, wird individuell
im Gespräch verabredet.

Für das Projekt Berlin-Buch haben wir uns einen Experten dazu genommen und im Vorfeld eine Markt- und Zielgruppenanalyse durchgeführt. Besonders wichtig während einer Sanierung dieses Umfangs:
ihre Sozialverträglichkeit für die Mieter. Für viele Mieter müssen Übergangslösungen gefunden werden für die Zeit, in der sie ihre Woh-

51

Energieverbrauch: gering halten für
die Umwelt und die Mieter

Verteilung der Betriebskosten HOWOGE-Konzern 2010
in %

Das zentrale Ziel der Sanierungen ist die Verbesserung der Lebens­
qualität in der Wohnung und die Senkung des Energieverbrauchs.

Aufzug

2,0

Hausstrom

2,4

Die umfassende Auswertung der Betriebs- und Heizkosten des ­Jahres
2010 hat gezeigt, dass die HOWOGE im Vergleich zu anderen kommunalen Wohnungsunternehmen der Stadt Berlin ein konstant
niedriges Niveau bieten kann. Mit einem Gesamtkostenbetrag von
2,06 €/m² ist erwiesen, dass die komplexe und energetische Sanierung unserer Bestände eine gute Investition auch im Sinne unserer
Mieter war.

Hausreinigung
3,6

Versicherung

34,8

4,0

Hauswart

Heizkosten

4,6
8,0

Müllabfuhr

12,9

Grundsteuer

2011 wurde der Energieverbrauch im gesamten Bestand weiter
durch Energiesparlampen gesenkt. Das rechnet sich für Mensch
und ­Natur: Rund 71.000 Glühlampen in unserem gesamten Bestand
wurden durch stromsparende Energiesparlampen ersetzt. Treppenhäuser, Flure, Keller und Dachböden wie Außenbereiche werden in
Zukunft durch die zeitgemäße Beleuchtung genauso hell wie bisher
­beleuchtet, aber auf eine energieeffiziente und umweltschonende
Weise. Bei einer Ersparnis von rund 280.000 Euro Energiekosten
im Vergleich zur herkömmlichen Beleuchtung amortisiert sich der
Kaufpreis im zweiten Jahr nach der Anschaffung. Die Reduktion
des Energie­verbrauchs um 80 % pro Jahr führt zu einer deutlichen
­Reduzierung der CO2-Emissionen.

Sonstiges

4,9

22,8

Wasser

Entwicklung der Nebenkosten im Vergleich
€/m2/Jahr
1,57
0,77

1,55

1,32
1,52
0,58

0,85

2007
HOWOGE
	Betriebskosten
	Heizung/Warmwasser

1,34
0,63

2008

1,55
0,88

1,34
0,69

2009

1,55
0,93

0,72

2010

Kommunale Gesellschaften Berlin
	Betriebskosten
	Heizung/Warmwasser

Quelle: Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU)

52

1,34

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

Gesamtenergieverbrauch der HOWOGE im Jahr 2010
in MWh

2010

Raumheizung

254.793

Warmwasser

127.258

Hausstrom

13.184

Regelmäßig alle sechs Monate wird eine umfassende Betriebs­
kosten­analyse durchgeführt. Diese entspricht einem aktiven Betriebs­
kostenmanagement mit dem Ziel, Kosteneinsparmöglichkeiten
offenzu­legen und dadurch die Nebenkosten so gering wie möglich
zu halten.
Für das Engagement haben wir im Jahr 2011 das Gütesiegel der
Geislinger Konvention erhalten, einer bundesweit ­
gültigen Ver­
ein­
barung zwischen Verbänden, Wohnungsunternehmen, Bench­
marking-Dienstleistern und der Hochschule für Wirtschaft und
­
Umwelt ­
Nürtingen-Geislingen. In der Vereinbarung sind Kosten­
strukturen, Bewertungs­
kriterien und Auswertungsmethoden für
vergleichende Betriebs­
kosten-Ana­
lysen festgeschrieben. Durch die
Teilnahme an diesem bundes­
weiten
„Betriebskosten-Bench­marking“ nutzen
wir konsequent die Möglichkeiten e­ iner
Opti­mierung bei der Abrech­nung. Das­
Qualitäts­
siegel ­
bestätigt die erhöhte
Trans­
parenz der Abrechnung der
Betriebs­kosten, die über das hinaus­-geht,
was nach den Vorschriften der Betriebs­
kosten­verordnung gefordert ist.

Der einzelne Beitrag zählt: Wer ein Gebäude
nutzt, trägt zum CO2-Ausstoß und damit zur Erd­erwärmung bei. Der Energieverbrauch des Einzelnen
wirkt sich global aus.

Wir möchten auch das Bewusstsein unserer Mieter für das Energie­
sparen sensibilisieren. Das tun wir zum Beispiel, indem wir sie
­regelmäßig und gezielt mit Informationen versorgen. Mit dem Bund
für Umwelt und Naturschutz haben wir 2009 eine Energiesparfibel
mit Tipps zum Stromsparen herausgegeben. Die Fibel stellen wir
unseren Mietern in den Sprachen Arabisch, Deutsch, Englisch,
­
Polnisch, Russisch und Vietnamesisch zur Verfügung. Insgesamt
­
­stellen wir fest, dass das Thema Energiesparen zunehmend im Bewusstsein der Mieter präsent ist. Wir unterstützen dies und möchten
der Forderung nach immer mehr Transparenz nachkommen.
Deshalb wird die gezielte Information ­unserer Mieter zum Thema
­Energiesparen auch in ­Zukunft ein wesentlicher Bestandteil unserer
Aktivitäten bleiben. In unseren Kundenzentren bieten wir Energieberatung an. In allen unseren ­Häusern informieren wir mit Energie­
ausweisen über deren energetische Bewertung gut sichtbar im Eingangsbereich.

53

Geht

doch!

54

Laufend neue Lösungen suchen, für Überzeugungen einstehen und auf Ziele ­entschlossen
zugehen – das sind wir bei der HOWOGE! Wir­
tragen Ideen ins Leben. Und dabei testen wir
auch schon mal unkonventionelle Dinge. Für eine
Entwicklung zur Abwasserwärmenutzung bekamen
wir 2009 den Preis KlimaSchutzPartner des Landes
Berlin.

55

Weiterentwicklung garantiert: stets auf
der Suche nach neuen Möglichkeiten
Es entspricht unserem Selbstverständnis, offen zu sein und vorhandenes Know-how gepaart mit einem Schuss Kreativität zu nutzen,
um entweder eigene Ideen umzusetzen oder die innovativen Ideen
anderer zuerst auszuprobieren.
Das Energiemanagement und die Entwicklung innovativer und
moderner Lösungen auf dem Gebiet der Wärmeerzeugung bzw.
­
Wärmeumwandlung sind Aufgabe der 2005 gegründeten ­HOWOGE
Wärme GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der HOWOGE.
Sie ist Gründungsmitglied des „Berliner Netzwerk E“. Das Netzwerk
hat gegenwärtig 14 Mitglieder, vorzugsweise Unternehmen aus
der Energie­
branche. Das Management des Netzwerks obliegt der
Berliner Energieagentur. Die Spezialisten der HOWOGE Wärme
GmbH suchen den Austausch mit anderen Experten, um das Energie­
management der HOWOGE weiter zu optimieren. Es ist unser Ziel,
uns für den Energiestandort Berlin einzusetzen. Dafür bilden wir
­Synergien mit anderen.*

In Kooperationen mit Partnern, die sich wie wir
um Energiesparkonzepte bemühen, bündeln und
ver­tiefen wir unser eigenes Know-how, um damit
einen noch größeren Nutzen zu erreichen.

Pilotanlage in Regel­betrieb
übergegangen: alternative Energie­gewinnung
in luftiger Höhe
Nicht Solartechnik oder Photovoltaik, sondern Wärmeabsorption aus
der Luft mittels Wärmepumpe auf dem Dach ist die Technik, die man
hier seit Ende 2009 im Probebetrieb testete. Zwei Gasabsorptions­
wärmepumpen auf dem Dach des Wohngebäudes in der Manet­
straße 45 in Berlin-Hohenschönhausen sorgen seit März 2012 für
die Energie, die nötig ist, um die Warmwasserversorgung und die
Be­heizung in der Übergangszeit von 120 Wohneinheiten zu gewährleisten.
Das Prinzip: Umgebungswärme aus der Luft wird auf ein höheres
Temperaturniveau „gepumpt“. Dieses Prinzip funktioniert bis ca.
3 °C. Bei Außentemperaturen unterhalb dieser Grenze sowie zur
Spitzenlastabdeckung übernimmt ein moderner Brennwertkessel die
Versorgung der Wohnungen. Das Besondere: Die Wärmepumpen
­werden nicht elektrisch betrieben, sondern mit Gas. In Verbindung
mit dem Brennwertkessel und moderner Gebäudeleittechnik erreicht
die ­
Gesamtanlage einen Jahresnutzungsgrad von über 110 %,
während der Jahresnutzungsgrad herkömmlicher gasbetriebener
Brennwert-­Kesselanlagen etwa bei 95 % liegt. Der Umwelt-Vorteil:
Der CO2-Ausstoß wird um fast 42 t pro Jahr reduziert; der Verbrauch
an Gas wird um etwa 21.000 m³ pro Jahr verringert; die Einsparung
an ­Primärenergie beträgt rund 15 %.
Die HOWOGE Wärme GmbH hat mit dieser Anlagenkonfi­guration in
Deutschland Neuland betreten. Deshalb waren ein längerer Zeitraum
für die Betriebserprobung und notwendige bauliche Anpassungen
von vornherein eingeplant. Bei der HOWOGE Wärme GmbH sind wir
davon überzeugt, dass hier in ein zukunftsorientiertes Konzept in­ves­tiert wird, das energieeffizient und damit langfristig wirtschaftlich
ist. Wir planen deshalb, diesen Anlagentyp in den nächsten Jahren
im Bestand der HOWOGE weiter auszubauen.

*

Weitere Informationen unter www.berliner-netzwerk-e.de

56

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

Gerade im Klimaschutz geht es um innovative Techniken und­
moderne Verfahren, deren Anwendung immer wieder auf den Prüfstand zu stellen ist. Hier braucht es Know-how, aber auch Stehvermögen, um immer wieder neue Wege zu beschreiten. In den
vergangenen Jahren wurden der HOWOGE wiederholt zum Thema
Klimaschutz Preise verliehen.
Spontan kommt es einem nicht in den Sinn, dass aus Abwasser
ein Nutzen gezogen werden kann. Man kann, indem man dessen
Wärme­
energie für die Warmwasserversorgung von Wohnungen
nutzt, bevor man es der öffentlichen Kanalisation zuführt. Dies wird
mit einer neuen, bei der HOWOGE Wärme GmbH entwickelten,
Technologie erreicht. Mit ihr wird durch die Wärmeenergie des
­
­Abwassers das Warmwasser für die Versorgung der Haushalte zuerst auf 30 Grad vorgewärmt und in einem zweiten Schritt konven­tionell auf 60 Grad weitererwärmt. Der Prototyp für die Anlage
steht im Wohnhochhaus in der Seefelder Straße 48/50.

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

Das Prinzip zahlt sich in verschiedener Hinsicht aus: Die Anlage
zur Abwasserwärmenutzung mittels Wärmepumpe erzeugt täglich
durchschnittlich 115 kWh Heizwärme. Damit kann man 36 Wohnungen mit Warmwasser versorgen. Im Vergleich zu einem Gaskessel
sinkt der Primärenergieverbrauch mit der Wärmepumpenanlage um
48 %. Der Kohlendioxidausstoß kann auf die Hälfte reduziert werden. Der errechnete Wärmepreis für die Energie aus der Pilotanlage
ist mit 4,68 Ct/kWh im Vergleich zu anderen Heizlösungen besonders
günstig. Dafür wurden wir 2009 auf den Berliner Energietagen mit
dem Klimaschutzpreis KlimaSchutzPartner Berlin ausgezeichnet.*
Nicht immer kommen Maßnahmen über die Testphase hinaus: Die
in den Jahren 2006 und 2007 in 82 Wohnungen getesteten Wasser­
mengenbegrenzer drosselten die Wassermenge beim Duschen so
stark, dass die Wasserzufuhr nicht mehr ausreichte. Es blieb in­
diesem Fall bei der Erprobung. Dennoch war die Auswertung der
Testergebnisse ein Schritt nach vorn. Offen sein und flexibel bleiben
ist eine Grundhaltung, die uns in unserer täglichen Arbeit immer
wieder voranbringt.

KlimaSchutzPartner 2007
Komplettsanierung des Doppelwohnhochhauses
Schulze-Boysen-Straße 35/37 und Umbau zum größten Niedrig­
energiehaus Deutschlands (siehe auch www.neh-berlin.de)

Berliner Umweltpreis 2008 des BUND Berlin e.V.
Energiekonzept des größten Niedrigenergiehauses Deutschlands:
Einsatz bewährter Technik unter optimalen wirtschaftlichen
Berechnungen bei geringen Betriebskosten, sinkendem Jahres­
energiebedarf und reduziertem CO2-Ausstoß

KlimaSchutzPartner 2009
Pilotprojekt: Neuartige Abwasserwärmenutzung mittels
Wärmepumpen im Doppelhochhaus Seefelder Straße 48/50.

Schulze-Boysen-Straße 35/37: dena-Gütesiegel Effizienzhaus 70
*

Nach der Komplettsanierung des 18- und 21-geschossigen Doppelhochhauses im Jahr
2007 waren 296 Wohnungen mit modernsten energietechnischen Standards aus­
gestattet. Herzstück des installierten Energiekreislaufs im Haus sind die Fernwärme-Hausanschlussstation mit Blockheizkraftwerk-Modul und eine kontrollierte Wohnungslüftung
mit Wärmerückgewinnung. Bei einer Sanierungsinvestition von 8 Mio. Euro entfielen
1,9 Mio. Euro auf energiesparende Maßnahmen. Die vergleichsweise geringe Investition
von 422 TEUR erbrachte den Schritt vom gesetzlichen Standard zum Niedrigenergiehausstandard. Der Primärenergieverbrauch wurde um über 50 % gesenkt. Der jährliche
CO2-Ausstoß wurde um über eine Tonne pro Wohnung reduziert.

	Die KlimaSchutzPartner sind ein Zusammenschluss von zehn Verbänden und Institutionen der Berliner Wirtschaft.
Im Rahmen der Berliner Energietage werden jährlich klimaschonende Vorhaben und Projekte ausgezeichnet.

57

Vorreiter im Klimaschutz

CO2-Emissionen im HOWOGE-Bestand
in Tonnen pro Jahr/pro WE

Perspektive 2020 – Klimaschutzvereinbarung
mit dem Land Berlin

1,5

Unsere erste CO2-Bilanz legten wir im Jahr 2002 vor. Sie zeigte, dass
wir innerhalb von drei Jahren die CO2-Emissionen um 14.000 t ver­
ringern konnten. Heute liegen wir mit 1,18 t CO2 pro Jahr und Wohneinheit bereits um gut 60 % unter dem Berliner Gesamtdurchschnitt
(2,97 t). Für das aktuelle Projekt Berlin-Buch haben wir uns zum Ziel
gesetzt, den Energieverbrauch so zu reduzieren, dass rund 1.150 t
CO2 pro Jahr weniger ausgestoßen werden.

1,80

Berliner Gesamtbestand
Kommunale Gesellschaften Berlin

1,18

HOWOGE

Quelle: Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU)

Für den Gesamtbestand ist es unser erklärtes Ziel, dass bis zum Jahr
2020 pro Wohneinheit jährlich nur noch 1,12 t CO2 in die Atmo­
s­
phäre gelangen. Zur Einhaltung dieser unternehmensspezifischen
Ober­
grenze haben wir uns im vergangenen Jahr in der „KLIMASCHUTZVEREINBARUNG von 2011 bis 2020“ mit dem Land Berlin
ver­pflichtet. Obwohl der Wohnungsbestand ohnehin bereits fast vollständig modernisiert ist, ist eine weitere Reduktion der Emissionen
bis zum Jahr 2020 möglich, ohne dass Mieterinnen oder Mieter oder
das Unternehmen HOWOGE dadurch wirtschaftlich überfordert werden. Zwar sind die Spielräume zur weiteren Senkung des CO2-Ausstoßes durch die bereits vorherrschende Nutzung moderner Technik
­geringer geworden, aber wir wollen Vorreiter in Sachen Klimaschutz
bleiben und das Land Berlin in seinen Bestrebungen unterstützen,
passgenaue Konzepte für den Klimaschutz auf den Weg zu bringen.
Wir haben uns deshalb mit sportlichem Ehrgeiz dazu entschlossen,
diese Herausforderung anzunehmen, und erwarten, dieses Ziel mit
der nötigen Wirtschaftskraft und Offenheit für Innovationen auch
zu erreichen.

58

1,30

1,18

1,12

1,0

0,5

0,0

2006

2008

2010

2020

Der Weg zur unternehmensspezifischen
Emissions-Obergrenze von 1,12 t

Durchschnittlicher CO2-Ausstoß 2010 im Vergleich
in Tonnen pro Jahr/pro WE

2,97

1,36

Aktuell beträgt unser jährlicher CO2-Ausstoß pro Wohneinheit 1,18 t.
Unser Ziel, die CO2-Emissionen pro Wohneinheit auf 1,12 t zu reduzieren, erreichen wir u. a. durch folgende Maßnahmen:
	 Energetische Sanierung von 2.300 Wohneinheiten in Berlin-Buch
	Weitere Optimierung der Anlagen zur Raumheizung und
Warmwasserbereitung in ca. 5 % des Bestands pro Jahr
	Prüfung der Heizungsumstellung für die Objekte mit Kohle oder
Gasetagenheizung (21.000 m2/ca. 350 WE)
	Prüfung des Einsatzes thermischer Solaranlagen oder
von ­Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) oder aus Bio­
massenutzung bei allen Gebäuden, bei denen Erneuerungs­
maßnahmen an der zentralen Heizung und Warmwasserver­
sorgung durchgeführt werden und bei allen Neubauten

Fortschritte – Monitoring und Unterstützung durch
den Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU)
Inwieweit wir Erfolg mit der Emissionsreduktion haben, wird vom BBU
beobachtet. Eine Kontrolle der ökologischen Auswirkungen unserer
Maßnahmen ist allerdings nur dann möglich, wenn die erforderlichen
Verbrauchs- und Emissionsdaten auch von uns regelmäßig ermittelt
werden. Hierzu haben wir uns in der Klimaschutzvereinbarung auch
verpflichtet. Alle erforderlichen Energieverbrauchsdaten werden ab
2012 von uns alle zwei Jahre ermittelt und dem BBU zusammen
mit allen für das Monitoring weiterhin benötigten Informationen zur
Verfügung gestellt. Der BBU erstellt auf dieser Grundlage alle zwei
Jahre eine CO2-Bilanz für die HOWOGE, beginnend für das Jahr 2012
und zunächst bis zum Jahr 2020.

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

Um Fortschritte sichtbar zu machen, werden das Land Berlin und der
BBU in Abstimmung mit der HOWOGE über einzelne Projekte und
über erreichte Erfolge bei der CO2-Minderung berichten.
Innerhalb des Geschäftsbetriebs der HOWOGE sind wir dabei, ­unsere
Möglichkeiten auszuloten, wie wir CO2-Emissionen in Zukunft weiter­
hin reduzieren können. Wir sind dabei, betriebsinterne Prozess­abläufe
zu prüfen. Ein Beispiel für eine gelungene moderne und effiziente
Prozessorganisation ist unser Projekt „Elektronischer Rechnungsaustausch“. Damit haben wir den Rechnungsaustausch mit den Berliner
Stadtreinigungsbetrieben vollständig digitalisiert. Hierfür erhielten
wir im Juni 2012 den Zukunftspreis der Immobilien­wirtschaft, der
­bundesweit von der Fachzeitschrift „Die Wohnungswirtschaft (DW)“
und dem Beratungs- und Systemhaus Aareon AG unter dem M
­ otto
Effizienz 2020 vergeben wurde. Jährliche Einsparung: 42 % der
­Kosten, 90 kg CO2, 1.000 Liter Wasser, 200 kW Strom, 60 kg Holz
und: der Prozessablauf ist wesentlich schneller. Weitere Partner und
Dienstleister sollen in Zukunft an das Abrechnungssystem ange­
schlossen werden.
In der HOWOGE Servicegesellschaft nutzt man umweltfreundliche
Erdgasfahrzeuge. Der Fuhrpark besteht aus zwölf Fahrzeugen, die alle
mit Erdgas betrieben werden. Die Nutzung dieser zwölf Fahrzeuge
bedeutet insgesamt einen verringerten CO2-Ausstoß pro Jahr von
­
etwa 1,5 t gegenüber Diesel und von etwa 13 t gegenüber ­Benzin.
Auch in Zukunft werden wir genau prüfen, welche alternativen, im
Verbrauch sparsamen und umweltfreundlichen Kraftstofftechno­
logien für uns infrage kommen.

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

Durch ein optimiertes Abfallmanagement lassen sich die Restmüllmengen reduzieren und die Kosten senken. Wenn weniger Abfälle in
den Verbrennungsanlagen landen und stattdessen in den Wertstoffkreislauf eingeführt werden, profitieren Mieter und Umwelt gleichermaßen. Seit 2002 arbeitet die Entsorgungsfirma ALBA Consulting
GmbH eng mit der HOWOGE zusammen.
Trotz steigender Sammelkosten konnten zum Beispiel im Bereich der
Altpapierentsorgung durch Tourenoptimierung, Anpassung der Be­
hältergrößen sowie eine optimale Ausnutzung der Müllstandsflächen
die Entsorgungskosten deutlich gesenkt werden. Mit der Einführung
der „ALBA Gelbe Tonne plus“ werden noch mehr Wertstoffe ge­
sammelt und so der Restmüll reduziert. Bisher landeten s­ ogenannte
trockene Materialien wie alte Toaster, Elektrokleingeräte, Töpfe, Werk­zeuge, Kunststoffschüsseln oder Spielzeug im Müll, weil es dafür
kein Sammelsystem gab. Seit 2005 gibt es im Verantwortungs­
bereich aller HOWOGE-Kunden­
zentren die „ALBA Gelbe Tonne
plus“. Müll­werker betreuen seit 2007 die Abfallsammelplätze und
sorgen für Ordnung und Sauberkeit.
Für die Optimierung der Abfallentsorgung hat die HOWOGE den
ALBA-Müllpass erhalten, in dem die Einsparungen dokumentiert
werden.
Weniger Abfall – geringere Kosten
in TEUR
6.000
4.987
4.455

Mit Müll zeitgemäß umgehen:
vermeiden, trennen, verwerten
Bei der Abfallverbrennung entsteht das klimaschädliche CO2. Um
dies zu vermeiden, sollte so wenig wie möglich Hausmüll verbrannt
werden. Deshalb müssen wir uns beim Thema Abfall immer mehr
den grundsätzlichen Erfordernissen der Zeit zuwenden: Abfall vermeiden ist essenziell, weil wir mit Blick auf die Zukunft nicht Abfallmengen unkontrolliert produzieren sollten, während wertvolle darin
­enthaltene Rohstoffe irgendwann erschöpft sind. Abfall trennen ist
wichtig ­wegen der giftigen Inhaltsstoffe, die sich darin verstecken
und die Umwelt belasten. Abfall verwerten heißt, Abfallprodukte
möglichst in irgendeiner Form wiederzuverwenden.

4.000

Einsparung:

532 TEUR
(10,7 %)

2.000

0

*

2010

2011*

Kosten für Restmüll,
Behältermanagement und
Papierentsorgung

Kosten für Restmüll,
Behältermanagement und
Abfallsammelplatzbetreuung

Hochrechnung

59

So,

nicht

anders!

60

Wir orientieren uns an hohen Maßstäben: Unser­
Handeln soll effektiv sein und belegbar. Fairer Wett­­bewerb, Transparenz und Gleichbehandlung sind
dabei zentrale Verhaltensmaximen. Uns ist w
­ ichtig,
dass unsere Partner unsere Maßstäbe und Wert­
vorstellungen teilen. D
­ ie Basis für ein erfolg­
reiches Mitein­ander ­bilden deshalb klare Verträge, die wir zu Beginn einer Zusammenarbeit
ab­schließen. Ein Beispiel ist die „Integritätsvereinbarung“. Bereits der Name ­signalisiert den Anspruch:
eben ganzheitlich, vollständig, einwandfrei.

61

Compliance
Compliance: ein strategischer Baustein
mit wichtiger Orientierungsfunktion
Unter Compliance verstehen wir das Sicherstellen der Einhaltung
sämtlicher relevanten gesetzlichen und von uns selbst gesetzten
Pflichten, Vorschriften und Richtlinien. In unserer Compliance-Arbeit
fassen wir unsere Geschäftsprozesse in nachvollziehbare und transparente Prozesse. Wir stellen sicher, dass unser unternehmerisches
und individuelles Handeln mit den gesellschaftlichen und von
unserem Unternehmen festgelegten Wertvorstellungen übereinstimmt.

Compliance ist für uns die Basis einer auf nachhaltige Entwicklung ausgerichteten Geschäftstätigkeit und damit ein untrennbares
Element verantwortungsvoller, qualifizierter und transparenter Unternehmensführung (Corporate Governance). Corporate Governance
und Compliance sichern den langfristigen Unternehmensbestand.
Sie stärken das Vertrauen unserer Mieter, Geschäftspartner, Mitarbeiter, des Eigentümers sowie der Öffentlichkeit in die Führung
und das Monitoring der HOWOGE.
Compliance beinhaltet für uns auch ethische Verhaltensstandards.
Diese betrachten wir für uns als ebenso bindend wie regulatorische
Vorgaben. Diese Verhaltensstandards bilden einen wichtigen Teil des
Fundaments unserer Unternehmenskultur. Dem Compliance-Management fällt die präventive Aufgabe zu, in diesem Sinne Orientierung
und Hilfe zu geben. So vermeiden wir rechtliche und wirtschaftliche
Risiken und sichern unseren unternehmerischen Erfolg.
Um die Compliance in unserem Unternehmen weiter zu verankern, führen wir im laufenden Jahr mit Unterstützung externer
Beratung eine Reihe von Workshops durch, an deren Ende eine
Zertifizierung unserer Compliance durch die Initiative Corporate
Governance der deutschen Immobilienwirtschaft e.V. (ICG) stehen
soll. Unsere Compliance-Aktivitäten führen wir einmal im Jahr in
einem Compliance-Report zusammen.

Der Compliance-Beauftragte stellt die Einhaltung
und Förderung ethischer Standards sicher
Die HOWOGE hat seit 2009 einen Compliance-Beauftragten bestellt
mit der Aufgabe, die Umsetzung ethischer Standards innerhalb des
Unternehmens kontinuierlich sicherzustellen und zu fördern. Unternehmensweit ist er erster Ansprechpartner für alle Fragen und Maßnahmen zur Einhaltung gesetzlicher und unternehmensspezifischer
Regelungen. Die Unabhängigkeit vom operativen Geschäft ist durch
die direkte Anbindung an die Geschäftsführung gewahrt.

Bei Regelabweichungen: einfache Berichtsprozesse erleichtern schnelle Prüfung
Wichtig für den Erfolg unseres Compliance-Managements ist –
neben den von uns bereits umfänglich implementierten vorbeugenden Mechanismen –, dass mögliche Vorgänge nicht regelkonformen
Verhaltens schnell offengelegt werden. Dazu muss der Weg einfach in

62

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

der Handhabung, transparent und zugleich vertraulich sein: Mitarbeiter und Geschäftspartner, die Bedenken hinsichtlich der Einhaltung rechtlicher Regeln und unternehmensinterner Richtlinien oder
ethischer Belange haben, können ihre Erkenntnisse über verschiedene
Wege weitergeben: Neben der Geschäftsleitung, den Vorgesetzten,
dem Betriebsrat und de Personal- oder Rechtsabteilung steht insbesondere der Compliance-Beauftragte als Ansprechpartner zur Verfügung. Er ist für diese Aufgabe geschult und kann adäquat agieren
(siehe Seite 65).

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

Wir gewährleisten ein objektives, nachprüfbares und faires Verfahren.
Das wirtschaftlichste Angebot erhält den Zuschlag. Dazu beachten
wir die Grundsätze
eines fairen Wettbewerbs und der Transparenz,
der Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung,
der Geheimhaltung und
der Mittelstandsförderung.

Als zusätzliche Option besteht beim Verdacht auf unredliches Verhalten die Möglichkeit, mit einer Vertrauensanwältin (Ombudsstelle)
in Kontakt zu treten. Diese nimmt sich unter garantierter Wahrung
der Anonymität des Vorgangs an. Auf unseren Internetseiten haben
wir die Aufgaben der Vertrauensanwältin (siehe Seite 65) ausführlich
erläutert und ihre Kontaktdaten veröffentlicht.

Verhaltenskodizes intern: Trennung von
geschäftlichen und privaten Interessen
Die Geschäftsführung und die Mitarbeiter unseres Unternehmens
haben sich zur Einhaltung der in Verhaltenskodizes festgeschriebenen strikten Trennung privater Interessen von denen der HOWOGE
verpflichtet. Der Umgang mit Geschäftspartnern, Geld- und Sachzuwendungen sowie die Beauftragung von Fremdfirmen sind darin
eindeutig geregelt.
Die Verhaltenskodizes basieren auf der Überzeugung, dass der Ruf
der HOWOGE und das Vertrauen der Mieter, Geschäftspartner und
der Gesellschaft von dem Verhalten des Unternehmens und seiner
Vertreter abhängen. Der Verhaltenskodex mit Erläuterungen wurde
an die Mitarbeiter verteilt und ist über unser internes Informationssystem jedem Mitarbeiter jederzeit zugänglich. Derzeit wird ein Schulungsprogramm zur besseren Verdeutlichung der Anforderungen
dieser Richtlinie entwickelt.
In den beiden vergangenen Jahren haben wir unsere Organisationsanweisung zur Ausschreibung und Vergabe von Leistungen neu gefasst und mehrfach aktualisiert. Bei jeder Überarbeitung verfolgten
wir das Ziel, den Grundsätzen eines fairen, objektiven und transparenten Wettbewerbs bestmöglich zu entsprechen.

Mark Eichert, Kerstin Wittke, Jörn Lorenz, Hans-Jürgen Hube und
Tanja Rottmann aus der Arbeitsgruppe Compliance
Die Beachtung der internen Verhaltenskodizes hat höchste
Priorität. Mit dem gelebten Wertekatalog stellen wir sicher,
dass wir die für uns geltenden gesetzlichen Regelungen jederzeit einhalten.
Wo Compliance im Alltag von Bedeutung ist:
- Ausschreibung von Aufträgen
- Entscheidung über die Vergabe von Aufträgen
- Geschäftlicher Umgang mit Amtsträgern
- Einladungen und Präsente aus dienstlichen Anlässen
- Entscheidungen zur Unterstützung von sozialen Projekten
Klassische Themen, bei denen Compliance-Regeln
verletzt werden könnten:
- Zielkonflikte zwischen privaten und beruflichen Interessen
- Zielkonflikte zwischen Unternehmensinteressen und
öffentlichen Interessen
- Weitergabe betrieblicher Informationen oder
personenbezogener Daten
- Unzureichende Kenntnisse über die Gesetze und Regeln
- Zeitdruck bei Entscheidungen
- Transparente Dokumentation von Geschäftsvorfällen

63

Wir wenden den Berliner Corporate
Governance Kodex für Mehrheits­beteili­gungen
des Landes Berlin an
Um die Transparenz bei den wirtschaftlich bedeutenden Gesell­
schaften mit überwiegender Landesbeteiligung und bei den Anstalten
des öffentlichen Rechts zu erhöhen, hat das Land Berlin 2004 nach
dem Vorbild des „Deutschen Corporate Gover­nance Kodex“ ein auf
die Besonderheiten öffentlicher Beteiligungsunternehmen ausge­
richteten eigenen Kodex eingeführt. Berlin folgt damit der Empfehlung der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance
Kodex, den Kodex auch bei nicht börsennotierten Unternehmen
anzuwenden.
Die HOWOGE wendet den Kodex seit 2005 an.

Charta der Vielfalt unterzeichnet: Zeichen für
Toleranz und Vielfalt nach innen und außen
Im Jahr 2009 haben wir als Unternehmen der Initiative „mehrwert
Berlin“ die „Charta der Vielfalt“ unterzeichnet. Mit diesem grundlegenden Bekenntnis verpflichten wir uns zu der Förderung eines
Arbeitsumfelds, das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeiter sollen
Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Rasse, Natio­
nalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität.
Die „Charta der Vielfalt“ wurde am 13. Dezember 2006 auf ­Initiative
der BP Europa SE, der Daimler AG, der Deutschen Bank und der
­Deutschen Telekom im Bundeskanzler­amt ins Leben gerufen. Bundes­
kanzlerin Angela Merkel ist Schirmherrin der Initiative. Staats­
ministerin Maria Böhmer koordiniert die Charta.
Die Anerkennung und Förderung der vielfältigen Potenziale schafft
nicht nur soziale, sondern auch wirtschaftliche Vorteile für unser
­Unternehmen: Denn ein Klima der Akzeptanz und des gegen­seitigen
Vertrauens fördert auch die Leistung. Zudem hat die positive Einstellung zur Vielfalt positive Auswirkungen auf unser Ansehen bei
sämtlichen Anspruchsgruppen (Stakeholdern).
Die umfassende Sensibilisierung für das Thema Vielfalt – erkennen
der Werte, teilen und leben dieser – ist uns sehr wichtig. Grund genug
für uns ein Wertemanagement-Schulungsprogramm zu entwickeln.

64

Integritätsvereinbarung: eine zusätzliche
Sicherung für Fairness im Alltag
Als zusätzliche Grundlage für die Zusammenarbeit mit unseren Geschäftspartnern haben wir für unseren Vertragsalltag eine Integri­
tätsvereinbarung entwickelt und etabliert. Dabei handelt es sich um
einen Grundsatzvertrag, über den sich unsere Partner zusätzlich zu
den normalen Verträgen zu einem werte- und regelkonformen Verhalten verpflichten. Ziel der Integritätsvereinbarung ist es, die Objektivität, Fairness und Transparenz in den Beziehungen zu ­unseren
Bietern und Auftragnehmern nachhaltig zu verbessern. Von unseren
Geschäftspartnern erwarten wir neben der entsprechenden Leistungsfähigkeit und Fachkunde gleichermaßen Gesetzestreue und
Zuverlässigkeit. Seit Einführung im Oktober 2010 haben wir mit mehr
als 320 Firmen Integritätsvereinbarungen abgeschlossen.
Um Interessenkonflikten vorzubeugen, werden Organmitglieder und
Mitarbeiter, die nach § 16 Vergabeverordnung (VgV) als vorein­­ge­
nommen gelten, von der Mitwirkung an Entscheidungen in Ver­gabe­
verfahren entbunden. Die Führungskräfte und unsere Mitarbeiter
wurden über diese Regelung sehr umfassend informiert. Mitarbeiter,
für die diese Regelung zutrifft, erklären sich gegenüber dem Com­
pliance-Beauftragten, der in der Folge veranlasst, dass entsprechende
Vergaben künftig konfliktfrei organisiert werden.

Integritätspakt mit Transparency International
für das Projekt Berlin-Buch
Um dem Willen zu Objektivität, Fairness und Transparenz in den
Beziehungen zu unseren Auftragnehmern deutlich Nachdruck zu
verleihen, haben wir mit Transparency International Deutschland (TI)
eine Vereinbarung zur Integrität und Transparenz (Integritätspakt)
für unser aktuell wichtigstes Modernisierungsprojekt in Berlin-Buch
geschlossen.
Um sicherzustellen, dass die mit Auftragnehmern geschlossenen
­Integritätsvereinbarungen eingehalten werden und zur Beobachtung
der Planungs- und Bauphase wurden für die gesamte Bauzeit zwei
„Monitore“ ernannt, die die notwendigen technisch-wirtschaftlichen
und juristischen Kompetenzen bündeln.

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

Vorbeugende Mechanismen der Compliance bei der HOWOGE
Verhaltenskodizes für die Mitarbeiter und
die Geschäftsführung
Vier-Augen-Prinzip in allen Geschäftsbereichen
Berliner Corporate Governance Kodex
Vertrauensanwältin (Ombudsstelle) zur anonymen
Mitteilung von Regelverstößen
Umfassendes Risikomanagementsystem

Umfassende Regelungen zur Ausschreibung und Vergabe
von Leistungen
Verpflichtung der Mitarbeiter zur Erklärung von
Interessenkonflikten nach § 16 VgV
Der Geschäftsführung unterstellte Interne Revision
Weitreichende interne Funktionstrennungen

Sicherung der Compliance: einfache Berichtswege (schematische Darstellung)

Vorgesetzter
Betriebsrat
Personalabteilung
Rechtsabteilung

Geschäftsführung

Compliance-Beauftragter
Verdacht
auf nicht
regelkonformes
Verhalten

Geschäftsführung
Prüfung (mit Experten)

Ombudsstelle

Compliance-Beauftragter:
Hans-Jürgen Hube
Telefon: 030/5464-1038
E-Mail: hans-juergen.hube@howoge.de

Im Fall der Bestätigung:
UNVERZÜGLICHES HANDELN,
Wiederherstellung
der Compliance-Konformität

ComplianceBeauftragter

Rechtsanwältin (Vertrauensanwältin)
Elke Schaefer
Telefon: 030/8871949-19
E-Mail: HOWOGE@ra-elkeschaefer.de

65

Datenschutz: klare Verantwortlichkeit und
Schulungen stellen Einhaltung sicher
Den Schutz von Daten – ob inhaltlich oder technisch – schreiben
wir bei uns groß. So gilt bei uns grundsätzlich, dass wir personenbezogene Informationen nicht an Dritte weitergeben. Das betrifft
sowohl die Daten unserer Mieter und Mietinteressenten als auch die
unserer Mitarbeiter und der von uns beauftragten Firmen. Unsere
Auftragnehmer verpflichten wir dazu, mit notwendigerweise überlassenen Daten sorgsam umzugehen und diese nicht an Unbefugte
weiterzugeben.
Über den sorgfältigen Umgang mit personenbezogenen Daten wollen
wir sicherstellen, dass von uns niemand in seinem Recht auf informationelle Selbstbestimmung beeinträchtigt wird. Jeder soll grundsätzlich selbst entscheiden können, ob und wem, wann, welche seiner
persönlichen Daten zugänglich sein sollen.
Die Verantwortung für die Einhaltung der datenschutzrechtlichen
Regelungen obliegt unserem Compliance-Beauftragten. In seiner
Funktion als Datenschutz­beauf­tragter achtet er darauf, dass von der
HOWOGE bzw. deren Mitarbeitern keine Gesetzes- und Regelverstöße ausgehen oder Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Um die
Daten­
sicherheit gewährleisten zu können, befasst er sich intensiv
mit Hard- und Software zum Schutz vor Missbrauch, Verlust und
Veränderung. Dies erfordert neben der ständigen Information und
Fortbildung der Mitarbeiter auch die eigene Fortbildung als Datenschutzbeauftragter, um über die vielfältigen und rasanten Entwicklungen in der Infor­mationstechnik auf dem Laufenden zu bleiben.
Die HOWOGE ist Mitglied der Gesellschaft für Datenschutz und
­Datensicherheit e.V. (GDD). Im Rahmen der Mitgliedschaft werden
wir zeitnah und umfassend über wichtige Entwicklungen zum Thema
Datenschutz informiert.

66

Um den Datenschutz im Unternehmensalltag professionell und auf
einem einheitlichen Niveau zu pflegen, haben wir 2009 ein OnlineSchulungssystem eingeführt, mit dem sich alle Mitarbeiter über den
verantwortungsbewussten Umgang mit Daten informieren ­können.
Durch intensive Schulungen stellen wir sicher, dass unsere Mitarbeiter
die Privatsphäre unserer Mieter und Mitarbeiter schützen.
2011 haben 170 Mitarbeiter an Schulungen zum Thema Datenschutz
teilgenommen. Die Mitarbeiter können auswählen, ob sie das OnlineSchulungssystem oder Gruppen­schulungen durch den Datenschutzbeauftragten bevorzugen. Die Schulungen haben verschiedene mögliche Fälle aus dem täglichen Geschäft und deren Lösung zum Inhalt.

Internes Informationssystem hält Mitarbeiter
zu allen wichtigen Fragen des Unternehmens auf
dem Laufenden
In unserem internen Informationssystem finden die Mitarbeiter neben
Organisations- und Arbeitsanweisungen, internen Berichten, tages­
aktuellen Informa­tionen der Fachbereiche über Organisations- und
Personaländerungen, zum Arbeits- und Brandschutz auch Hinweise
zum Datenschutz und zur Datensicherheit, zur Compliance und vieles
mehr.

Modernes Risikomanagementsystem schützt
den langfristigen Unternehmensbestand
Aus unternehmensstrategischer und betriebswirtschaftlicher Sicht ist
unser Risikomanagement ein wesentlicher Garant für die Sicherung
der langfristigen Stabilität unseres Unternehmens. Unser Risiko­
management ist eng verzahnt mit unserem Berichtswesen und stellt
­sicher, dass wir bestandsgefährdende Risiken frühzeitig erkennen und
ihnen entsprechend wirksam begegnen können. Auch ComplianceRisiken sind für uns relevante Risiken. Deshalb werden die Risiken,
die von nicht regelkonformem Verhalten ausgehen können, von uns
beobachtet, nach den Grundsätzen unseres Risikomanagements
­analysiert und ihrem Umfang entsprechend bewertet.

› Editorial

› HOWOGE

› Ökonomie

› Soziales

› Ökologie

› Compliance

› Informationen

Interne Revision verstärkt Transparenz
Die Interne Revision trägt mit den von ihr durchgeführten Prüfungen
zur Transparenz von Prozessen und Organisationseinheiten bei
und ­unterstützt damit den ordnungsgemäßen Ablauf der Prozesse
sowie die Einhaltung von Gesetzen, Verordnungen und internen
­
Regelungen. Um den gestiegenen qualitativen Anforderungen an
die Wirksamkeit einer Internen Revision zu entsprechen, wird die
­Innenrevision künftig uneingeschränkt die Standards des Deutschen
­Instituts für Interne Revision e.V. (DIIR) anwenden.

Unsere Projekte 2012/2013: die Compliance weiter
institutionalisieren und mit Leben füllen
Der Umfang der zu berücksichtigenden Gesetze und Regularien
wächst stetig. Um die Kontrolle der Einhaltung in allen Geschäftsbereichen im Unternehmen gewährleisten zu können, wird eine
­dezentralisierte Verteilung von Compliance-Aufgaben auf Personen
mit dem notwendigen Spezialwissen in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Darauf wollen wir uns frühzeitig einstellen.
Dementsprechend haben wir uns für 2012 und 2013 viel vorge­
nommen, um das Thema weiter bei uns voranzubringen:
	 Verankerung zusätzlicher Grundwerte im Unternehmensleitbild
	 Weiterentwicklung und Konkretisierung von Verhaltenskodizes
	Weiterentwicklung und Konkretisierung von Führungs- und
Servicestandards
	Interne und externe Kommunikation des Wertemanagements
sowie der entsprechenden Geschäftsprozesse
	Sensibilisierungs- und Schulungsmaßnahmen für Führungskräfte
und Mitarbeiter zu unterschiedlichen Compliance-Themen
	Externe Überprüfung der Compliance-Konzeption und der
Wirksamkeit der Umsetzung (Zertifizierung durch die Initiative
Corporate Governance der deutschen Immobilienwirtschaft)

67

Komm

dazu!
68

Jeder kann bei uns seinen Platz finden. Ob bei der
HOWOGE oder im Kiez: Offenheit wird bei uns
großgeschrieben. Im Unternehmen, wenn wir mit
Leidenschaft bei der Sache sind, um für ­andere da
zu sein. Im Kiez, wo unterschied­lichste ­Bedürfnisse
den Lebensraum bestimmen dürfen. Ob beim­
Arbeiten oder Wohnen: In einer gelebten Gemeinschaft wünschen wir uns, dass jeder Einzelne sich
einbringt. Mit allem, was er zu bieten hat. Und das
ist eine ganze Menge.

69

Informationen
Mitgliedschaften und Ausblick 2012/2013
Auszug aus den Mitgliedschaften
der HOWOGE
Arbeitsgemeinschaft Großer Wohnungsunternehmen e.V. (AGW)
Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler und öffentlicher
Wohnungsunternehmen
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wohnungs- und
Immobilienwirtschaft e.V. (BBA)
Berliner Netzwerk E
Berlin-Partner
Berliner Wirtschaftsgespräche e.V.
Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen e.V. (GdW)
Deutsches Institut für Interne Revision e.V. (DIIR)
EDV-Beirat der Aareon Deutschland GmbH
Fördergemeinschaft Bauwesen
Gesellschaft für Datenschutz und
Datensicherheit e.V. (GDD), Bonn
Industrie- und Handelskammer (IHK)
Initiative Corporate Governance
der deutschen Immobilienwirtschaft e.V. (ICG)
TÜV Rheinland Berlin-Brandenburg Pfalz e.V.
Unterstützungsverein deutscher
Immobilienwirtschaft e.V. (ubbw)
Verband der Immobilienverwalter (VDIV)
Verband Berlin-Brandenburgischer
Wohnungsunternehmen e.V. (BBU)
Verband für Wärmelieferung e.V.

70

Woran wir 2012 und 2013 weiter arbeiten

Ziele

Maßnahmen

Ökonomie

Erfüllen der Koalitionsvereinbarung
zur Erweiterung des Wohnungsbestands
Sicherung des positiven Cashflows
Investitionen in den Bestandserhalt nach
optimierten Kriterien

Prüfen von Investitionsmöglichkeiten zum Ankauf
und/oder Neubau von Wohnungen
Weitere Verbesserung des Portfolio- und
Investitionsmanagementprozesses

Soziales
Kieze

Einhalten des Berliner Mietspiegels und
der Vorgaben des Senats

Angebot von Wohnraum mit einer sozialverträglichen Miete
Konsequentes Betriebskostenmanagement

Sicherung der hohen Mieterzufriedenheit
Stabilisierung des Leerstands bei 2 %
Fluktuation < 10 %

Sicherung der Kontinuität der Serviceleistungen Hausmeister-,
Mobiler Hausmeister-, Concierge- und Kiezhelferdienst
Ausbau des internen Qualitätsmanagements
Fortführen der Bildungsaktivitäten im Rahmen
des Kiezmanagements
Weiterentwicklung der Kiezzielbilder

Zufriedene und motivierte Mitarbeiter

Weiterentwicklung der Unternehmenskultur auf der
Grundlage des Unternehmensleitbilds
Umsetzung interner Servicestandards
Zertifikat „audit berufundfamilie“

Erhalt und Ausbau der Leistungsfähigkeit

Ausbau des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Förderung von Vielfalt und Chancengleichheit

Angebot von Praktikumsplätzen für die Integration
junger Migrantinnen und Migranten
Angebot von interkulturellen Trainings

Sicherung des Fachkräftebedarfs

Erhöhung der Zahl der Auszubildenden von fünf auf zehn
Erweiterung der Ausbildungsmöglichkeiten

Hoher Qualifikationsgrad der Mitarbeiter

Bedarfsgerechte Weiterbildung und Qualifizierung

Ökologie

Reduzierung des CO2-Ausstoßes um
ca. 1.150 Tonnen pro Jahr
im Wohnungsbestand in Berlin-Buch
CO2-Deckelung bei jährlich 1,12 t
pro Wohnung bis 2020 im Gesamtbestand
Identifikation weiterer Möglichkeiten zur
ökologischen Verbesserung im Geschäftsbetrieb

Abschluss der Sanierung der 2.300 Wohnungen in Berlin-Buch
Kontinuierliches Monitoring der Emissions- und Verbrauchsdaten
durch den BBU im Rahmen der Klimaschutzvereinbarung
Prüfung betriebsinterner Prozessabläufe

Compliance

Zertifizierung unserer Compliance durch die
Initiative Corporate Governance der deutschen
Immobilienwirtschaft (ICG)
Jährliche Erstellung eines Compliance-Reports
Weitere Implementierung des Verhaltenskodex
Zertifizierung des Qualitätsmanagements
der Innenrevision nach IIR

Durchführung von Mitarbeiter- und Führungskräfteworkshops
zur weiteren Verankerung der Compliance
Entwicklung eines Schulungsprogramms zur Verdeutlichung
der Verhaltensrichtlinien
Entwicklung eines Wertemanagement-Schulungsprogramms
Dezentrale Verteilung von Compliance-Aufgaben
auf Personen mit entsprechendem Spezialwissen

Soziales
Mitarbeiter

71

Berichtsparameter
Über die Themen und Indikatoren
in unserem Bericht
In der Vorbereitung des ersten Nachhaltigkeitsberichts war es
­unser Ziel, alle für die Nachhaltigkeit unseres Geschäftsfelds relevanten Daten zusammenzutragen und sie in einer transparenten
und ansprechenden Weise vollständig darzustellen. Als Grundlage
diente uns der Leitfaden der Global Reporting Initiative (GRI) mit
den diversen Indikatoren einschließlich der für die Immobilienwirtschaft branchenspe­
zifischen Ergänzung CRESS (Construction and
Real ­Estate ­Supplement). Der vollständig ausgefüllte G3.1 Content
Index zu d
­iesem Bericht ist auf der Unternehmenswebsite unter
www.howoge.de/unternehmen/pdf/GRI_Content_Index-2012.pdf
veröffentlicht.
Um die Berichterstattung gezielt vorzubereiten, bildeten wir – ge­ordnet nach Fachthemen – im September 2011 Arbeitsgruppen. In
der darauffolgenden Zeit erarbeiteten diese Arbeits­gruppen zunächst
mit externer Unterstützung die Schwerpunkte ­relevanter Nachhaltigkeitsthemen der HOWOGE. In weiteren ­Schritten wurden die Arbeits­
ergebnisse mit den Anforderungen des GRI Content ­Index verglichen,
daran gemessen, in eine Reihenfolge gebracht und schließlich formuliert, woraus der jetzt vorliegende erste Nach­haltigkeitsbericht der
HOWOGE entstand.* Wo es möglich war, ­wurden ­weitere Mitarbeiter
auf verschiedene Weise in die Arbeit am Bericht einbezogen, sei es
beim Erarbeiten spezieller Themen oder als Modelle für die Fotos.
Die fortgesetzte und breite Beteiligung der Belegschaft an der Aufarbeitung und Weiterentwicklung unserer Nachhaltigkeitsthemen ist
unser Ziel.
Die Berichterstattung bezieht sich auf die Geschäftstätigkeit des
HOWOGE-Konzerns (HOWOGE, vgl. Seite 8). Wir berichten über die
Jahre 2011 und 2012, aber auch über davor liegende Zeiträume,
soweit es für den Kontext wesentlich ist. Wir planen, den nächsten
Nachhaltigkeitsbericht im Jahr 2014 zu veröffentlichen. Im Laufe des
Arbeitsprozesses wurde deutlich, dass die Erhebung und Sammlung
relevanter Daten eine zentrale Rolle für unser weiteres Reporting und
unsere nachhaltige Entwicklung spielen wird. Die internen Daten­
erhebungsprozesse werden wir fortgesetzt an den Anforderungen,
die durch die Indikatoren zur Nachhaltigkeitsberichterstattung bestehen, ausrichten.
Die Berichterstattung erfüllt die Voraussetzungen der Anwendungs­
ebene A. Dies wurde durch die GRI bestätigt (siehe Seite 73). Wir
wenden ferner den Deutschen Nachhaltigkeitskodex an und haben
eine Entsprechenserklärung hierzu abgegeben.**

72

*

	 veröffentlicht auch unter www.howoge-mehr-als-gewohnt.de

**

	siehe www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de

73

Impressum und Ansprechpartner
Herausgeber
HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH
Ferdinand-Schultze-Straße 71
13055 Berlin

Inhalte
Facharbeitsgruppen Nachhaltigkeit der HOWOGE
Projektleitung: Jacqueline Tartler
Unternehmenskommunikation und Marketing

www.howoge.de
www.howoge-mehr-als-gewohnt.de

Konzept und Gestaltung
Berichtsmanufaktur GmbH, Hamburg

Ansprechpartner
HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH

Text
Berichtsmanufaktur GmbH, Hamburg
HOWOGE

Kirstin Gebauer
Leiterin Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon:	(030) 5464-2401
E-Mail: 	kirstin.gebauer@howoge.de
Jacqueline Tartler
Projektleiterin
Telefon:	(030) 5464-2418
E-Mail: 	jacqueline.tartler@howoge.de

74

Fotos
Jens Wunderlich, Andreas Süß, Klaus Dombrowsky, Anne Heinlein,
HOWOGE-Archiv, Senatsverwaltung für Stadt­entwicklung und
Umwelt, Investitionsbank Berlin (IBB)
Druck
Zertani GmbH & Co. Die Druckerei KG, Bremen
        
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